Zwei Frauen posieren im Grünen mit einer kleinen Hundeskulptur im Vordergrund.
Die Unvernunft
Folge 143 · 03.08.26 · 156min · 5.016 Downloads · 325

SM Lübeck e.V. - Ina und Lea

Mehr machen, mehr wollen

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Trailer

Ina Für mich war immer klar, die Devote-Rolle ist meine und ich fühle mich total wohl im Machtgefälle.
Lea Meine BDSM-Reise begann kurz nach meinem 18. Geburtstag, ganz klassisch.
Ina Für mich war Kink wirklich ein Synonym für BDSM.
Lea Ich hasse diesen Begriff Kink.
Ina Dann ist es aber schwer, wenn du einfach als Privatperson sagst Moin, ich bin Lea, Ich habe da mal ein paar Fragen, also gerade wenn du an offizielle Stellen gehst.
Lea BDSM ist nicht nur Ponyhof und Einhörner, sondern es ist auch manchmal ganz schön scheiße. Ich möchte ja Akzeptanz erreichen und nicht Abwehr.
Ina Wir kriegen ganz viel Glitzernd zurück, ganz viel Herzblut. Und es ist genau die Connection und die sind die Feedbacks, die einen am Laufen halten.

Einleitung

Sebastian Hallo und herzlich willkommen zur Kunst der Unvernunft. Das waren Lea und Ina vom SM Lübeck e.V. Ina kennt ihr schon aus Folge 110, die könnt ihr jetzt nochmal schnell nachhören und Lea ist noch ganz neu bei der Unvernunft. Meine kleine Serie über Vereine und Communities bringe ich damit heute zum Abschluss und diese Folge lässt es noch einmal krachen. Natürlich ist es möglich, sich zu organisieren und alles konform und kuschelig zu machen, schön im Keller, unscheinbar und unsichtbar. Gemeinsam eben. Oder so, mehr wollen, mehr machen und mehr Menschen mitziehen. Darüber sprechen wir heute. Aufklärung zu Kink bei Behörden und Institutionen. Kann man das machen? Muss man das machen? Wie? Präsenz auf CSD oder sogar auf dem heimischen Weihnachtsmarkt. Warum nicht? Themenstammtische mit den schweren Themen. In Lübeck ist offenbar einiges los und wie das geht, das erfahrt ihr heute. Mein Name ist übrigens Sebastian Stix. Heute näsele ich ein bisschen, aber die Erkältung, die kriege ich schon weg. Ich bin bewusst kinky, seitdem ich 15 bin. Und ja, das sind jetzt rund 30 Jahre und meine Reise endet offenbar nie. Vor zehn Jahren, als ich mit diesem Podcast angefangen habe, da wusste ich genau, wie BDSM funktioniert, was ist meine Rolle und wohin geht das eigentlich. Ich habe ehrlich gesagt nicht geahnt, wie weit und in welche Richtung sich das entwickeln kann. Die Kunst der Unvernunft gibt mir die Möglichkeit, in ganz persönlichen Gesprächen alle Fragen zu stellen und ihr seid dabei. Wir haben hier vor allem den größten Luxus, Zeit. Dieser Podcast zeigt die subjektive Sicht auf den Kink der Leute, ihre Motivation und was eigentlich dahinter steckt. Und natürlich nehme ich, wann immer es geht, eben wirklich persönlich auf, face to face. Ein Riesenaufwand, der sich aber seit 143 Folgen offenbar wirklich lohnt. Besucht gerne kunste-und-vernunft.de. Da gibt es wie immer die Show Notes Bilder zur Folge Kontakt zu Ina und Lea und natürlich auch die Kommentarfunktion. Schreibt gerne was unter die Folge und wir und die anderen Menschen im Publikum freuen sich auf eure Sichtweise. Und dann habe ich da noch ein bisschen Hausmeisterei, wie immer an dieser Stelle. Diese Folge erscheint mitten in der Sommerpause, aufgenommen habe ich es hier schon vorher und unsere Sommerpause geht ja bis Ende August 26 und wir nutzen hier die Zeit ganz viel, um Dinge aufzuarbeiten und zu sortieren. Eventuell ist da auch schon die neue Unvernunft-Webseite fast fertig und ich kämpfe nur noch mit dem Benehmen des virtuellen Dienstmädchens, lasst euch da mal überraschen. Ich mag mich aber heute auch nochmal ganz besonders bei euch bedanken. Im letzten Jahr wurde mein Leben etwas durchgewirbelt. Es war nötig, die Betreuung von meinen Eltern zu übernehmen, für beide unabhängig voneinander. Und ja, das ist ein quasi ungeplanter Vollzeitjob. Gerichte, Pflege, heimepapierkram, Krankenhaus, Anruf mitten in der Nacht und all so Zeug. Das kam unerwartet und es gehört sich für mich einfach, das zu machen, hier Verantwortung zu übernehmen und sich eben zu kümmern. Die Akutphase ist wohl endlich ganz gut überstanden und die Dinge laufen jetzt okay so weiter. So viel Papier und Aktenordner hatte ich aber noch nie. Gut, warum erzähle ich das? Ihr habt mir in den letzten Monaten verziehen, dass es tatsächlich weniger Aufnahmen gab. Dass ich Termine verschieben musste oder gar nicht erst machen konnte, weil eben das dazwischen kam. Und das habt ihr einfach so. Und ich muss einfach ganz viel Danke sagen. Und das hier ist genau der Moment. Meine tolle Familie, inklusive selbstverständlich Nachwuchs, die Verwandtschaft, tolle Freunde und eben auch das beste Publikum der Welt. Ihr motiviert mich mit euren Mails immer wieder, macht Lust auf mehr Unvernunft und ihr seid mir nicht mal böse. Selbst die UnterstützerInnen, die HeldInnen der Unvernunft sind zum größten Teil am Ball geblieben. Und deshalb muss ich einfach mal sagen, ich bin so beeindruckt von so viel Rückhalt ohne Gegenleistung und. Wahnsinn, also das ist wirklich ganz außergewöhnlich in meinem Businessumfeld, kenne ich sowas nicht und hier bei der Unvernunft scheint es einfach so zu sein. Ihr seid toll und bevor ich jetzt in Melancholie endgültig versinke, vielen Dank und los geht's mit Folge 143 mit Ina und Lea vom SM Lübeck e.V.

Begrüßung

Liebes Publikum, es ist der 16. Juni 2026 und ich habe mich in den perfekt pünktlichen Zug gesetzt und bin in Lübeck gelandet beim SM Lübeck e.V. Und ich spreche mit Lea. Hi.
Lea Hi, moin.
Sebastian Und Ina, hallo.
Ina Moin.
Sebastian So, ihr beiden. Also ich fange erstmal an mit dem Part, den die Menschen schon kennen. Ina, um die Mitte 40 kommt das noch hin?
Ina Vielleicht, ja.
Sebastian Und wir haben schon mal eine Folge aufgenommen, nämlich zusammen die Folge 110.
Ina Genau.
Sebastian Und die Menschen, die dich total kennenlernen wollen, die können jetzt erstmal hier abbrechen und die Folge hören und dann wissen sie alles über dich. Und, ja, Lea, du bist in diesem Podcast noch nie in Erscheinung getreten.
Lea Nee, ganz neu.
Sebastian Hier steht, du bist 28.
Lea Mittlerweile 29, genau.
Sebastian Ja, das ist mal, wenn diese Vorgespräche Monate her sind, ändert sich was. Glückwunsch erstmal.
Lea Dankeschön.
Sebastian Und ja, wir sprechen heute über, ich sag mal, nicht euer Baby, aber über das Ding, wo ihr Vollgas gebt. Und liebes Publikum, nein, wir machen jetzt hier keine Werbefolge für einen weiteren SMEV mit Stammtischen und Co. heute gibt es ja auch ein bisschen Diskussionen und so Fragen, die sogar so weit gehen, dass sich die Frage stellt, brauchen wir überhaupt noch Leute, die in der Szene was tun? Denn wir haben ja eh genug Angebote überall oder eben nicht. Also wir gehen da einmal komplett über alles durch und trotzdem müssen wir euch beide noch ein bisschen vorstellen, damit das Publikum sich ein bisschen mit euch connecten kann. Erstmal persönlich und dann gucken wir uns einmal den Verein an, was ihr da so tut, warum ihr das tut und dann steigen wir so ganz langsam in die in die Tiefen ein und Liebespublikum, der Sendeplan ist lang. Er ist länger, als ihr das heute hören könnt. Ich werde mir Mühe geben, das so kurzweilig wie möglich zu gestalten, aber eigentlich möchte man in die Tiefe bei euch. Das ist total fies. Vielleicht müssen wir zwei Teile draus machen. Na gut. Wer möchte denn anfangen

Vorstellung Lea

und sich so ein bisschen beschreiben, insbesondere was habt ihr mit King zu tun und wie verortet ihr euch da? Das würde mich schon interessieren. Wer mag anfangen?
Lea Ich würde sonst den Mutigen erst einen Schritt machen. Genau, also Lea, 29 Jahre alt und King und BDSM begleitet mich eigentlich schon das ganze Leben. Also ich würde behaupten, seit Sexualität aktuell geworden ist in meinem Leben, ist das irgendwie schon immer Teil. Also es war immer klar, ich habe das große Glück, mich da auch nie für geschämt zu haben. Es war irgendwie immer ein Teil, es war immer okay und ich war da immer sehr offen mit. Für mich war immer klar, die devote Rolle ist meine und ich fühle mich total wohl im Machtgefälle.
Sebastian Okay, das ist eine perfekte Zusammenfassung. Wir werden nicht ganz so tief da drauf schauen, was und wie du genau tust. Wir schauen uns heute die Arbeit an, die du leistest, aber du bist natürlich immer herzlich eingeladen, deine eigene Motivation immer Kunst zu tun, aber ich werde wirklich nicht zu sehr nachfragen, weil liebes Publikum, das haben wir so vorher besprochen, aber vielleicht kommt ja irgendwann in Zukunft der Tag, wo dann die Folge Lea heißen wird. Wir werden sehen. So Ina, wenn die Menschen die Folge 110 jetzt nicht gehört haben und da geschwänzt haben, was sollten sie zu dir wissen, um so eine kleine Ahnung von dir zu haben?
Ina Ja, ich bin, wie du ja vorhin schon gesagt hast, so Mitte 40. Meine BDSM-Reise begann kurz nach meinem 18. Geburtstag. Tatsächlich ganz klassisch. Ich habe vorher schon gewusst, dass Sexualität, wie sie Stino funktioniert, nicht meins ist. Das fand ich ziemlich langweilig und habe dann meine ersten Erfahrungen gesammelt. Das ging dann irgendwie in die Hose. Ich habe lange Pause gemacht, weil mir Menschen erzählt haben, wenn ich ein normales Leben führen will, dann soll ich mir den Scheiß mit dem, Sex, so wie ich ihn mag, aus dem Kopf schlagen. und bin dann, ja, viele, viele Jahre später, als ich schon Mama war, wieder drauf gestoßen und habe gedacht, ja, jetzt gibt es Internet, jetzt kann ich sehen. Ich bin da gar nicht alleine mit und es macht unglaublich viel Spaß, diese Welt zu entdecken. Und damit bin ich dann angefangen, erst auf der passiven Seite, der wurde ein bisschen masochistisch Und inzwischen switche ich und sage immer, wie sage ich immer in unseren Vorstellungsrunden, ich bin multiflexible Entdeckerin, und das ist glaube ich das, was es gut zusammenfasst.
Sebastian Okay, noch ein kleiner Disclaimer, liebes Publikum, ihr werdet Vögelgezwitscher hören, den UU habe ich gerade vernommen, das gehört dazu, wir sitzen hier auf einer Terrasse bei strahlendstem Sonnenschein, und es ist total herrlich und schön und eine Freundin von dir, Ina, hat uns das hier heute zur Verfügung gestellt, den Raum, da mal Grüße und vielen Dank, also hier kann man sich sofort wohlfühlen und, ja, das kann nur gut werden.
Ina Also Freundin und auch Vereinsmitglied tatsächlich.
Sebastian Natürlich. So läuft das. Okay, also dieser Verein. Jetzt machen wir erstmal

Der Verein

so einen ganz groben Überblick. Diesen Verein, also SM Lübeck e.V. heißt der. Normalerweise würde ich das am Ende machen. Wir machen es gleich. Wenn die Menschen nämlich sagen, ich höre das, ich google den Laden mal schnell nebenbei. Nicht smlübeck.de aufrufen. Das ist nämlich die Seemannsmission, habe ich festgestellt. Aber es gibt eine Webseite von euch, die Menschen parallel sich anstellen. schauen können. Und das ist welche?
Ina Smlübeck.de.
Sebastian Aber mit Ü.
Ina Aber mit Ü, genau.
Sebastian Also wenn ihr da die Seemannsmission habt, liebes Publikum, dann seid ganz knapp dran vorbei.
Lea Falsch abgebogen.
Sebastian Genau, aber da können die Menschen schon mal parallel ein bisschen schauen, wenn sie was interessiert. Ich glaube, das ist ein ganz netter Service, das nicht immer ans Ende zu hängen.
Ina Ja.
Sebastian Natürlich Feedback gerne in der Kommentarspalte unter der Folge, ob wir das weiterhin so machen. Okay, ihr habt diesen Verein und ihr Ihr seid, ehrlicherweise, bis nach Hannover, bis zu mir, ihr seid laut.
Lea Oh ja.
Sebastian Ich höre immer wieder von euch. Ich sehe in irgendwelchen Social-Media-Sachen was. Ihr sitzt in irgendwelchen Fernsehstudios. Ihr seid laut, ihr seid sichtbar. Und das unterscheidet euch, ich finde, von vielen anderen Vereinen, die nämlich einfach eine Rechtsform suchen, um dann ihren Geheimstammtisch irgendwo im Keller zu machen. Und dann ist man damit recht zufrieden. Und bei euch, da ist die Mission offenbar ein bisschen größer. Und das ist auch der Grund, warum wir heute zusammensitzen, weil ich finde das total klasse, denn ihr macht BDSM sichtbar. Das kann ich schon mal so einfach nicht als Fragestellung reinwerfen, sondern das ist definitiv so.

Vereinsgründung

Und ja, wie kam es denn dazu? Also der Verein wurde an deinem Geburtstag gegründet, habe ich gehört.
Ina Ja, letztes Jahr.
Sebastian Nein, ich habe es notiert. Letztes Jahr, also gerade mal ein Jahr.
Ina Ja, genau.
Sebastian Wie ist die Geschichte?

Ding der Woche 1: Die Urkunde

Ina Da würde ich jetzt gerne tatsächlich sofort einmal zum Ding der Woche kommen. Es gibt es nämlich genau ein Jahr. Und Lea und ich, wir haben, ich muss jetzt ein bisschen knistern. Tut mir leid.
Sebastian Knistern total gerne, wir wollen ja Geräusche haben. Ihr habt einlaminiertes blaues Papier.
Ina Genau, das ist ja das, viele sagen das AfD-Blau, ich sage das ist das SM-Lübeck-Blau. Wir holen uns die Farbe zurück. Und das ist das, was wir bekommen haben von unseren Mitgliedern und Menschen, die unseren Verein supporten als quasi Auszeichnung, Urkunde.
Sebastian Also ich beschreibe mal, was ich hier habe. Auf der Rückseite habe ich ganz viele Namen, die ich natürlich nicht vorlese. Die haben also offenbar alle unterschrieben. Und auf der Vorseite, es ist wie so eine Urkunde. Ich lese mal Auszüge vor nur.
Ina Kannst du gerne machen.
Sebastian Das Schöne ist ja, das ist ein Ding der Woche. Das heißt, Fotos gibt es in den Shownotes davon. Erstes Jubiläum und jetzt bei Ihnen bei dir steht, für den Glauben an deine Idee und die Entschlossenheit aus einer Vision, eine Gemeinschaft zu schaffen, beglückwünschen wir dich. Und dann geht das so weiter. Ciao, liebes Publikum. Und bei dir, Lea, für deinen Einsatz als zweite Vorsitzende, damit habe ich die Information auch schon gedroppt, und die sanfte Stärke, mit der du den Verein begleitest, bedanken wir uns bei dir, Lea.
Lea Ja. Das war wirklich schön. Also wir haben da nicht mit gerechnet. Und ich zum Beispiel bin sonst gar nicht so ein emotionaler Mensch, aber als die nacheinander vorgelesen und uns übergeben wurden, also wir hatten echt total Pipi in den Augen.
Ina Ja, absolut. Das war sehr, sehr emotional und das war halt so ein bisschen so, okay, wenn man an vielen Stellen im Ehrenamt denkt, hey, sieht eigentlich irgendjemand, was wir hier tun und wir dann oft da sitzen und denken, ich glaube hauptsächlich, wir klopfen uns auf die Schulter und dann kommen Menschen und überreichen dir sowas. Und dann gab es Gutscheine dazu für uns, für die Ostseetherme, für die Sauna, weil die wissen, dass wir das gerne machen, damit wir auch mal eine Auszeit haben und also es war schon, ich krieg schon wieder.
Sebastian Da kommt das Pip in den Augen schon wieder. Ich stelle mal die unsexy Frage, darf ich ein Fotoarzt einfach mal machen, Schnappschuss?
Lea Ja, sehr gerne.
Sebastian Wunderbar, natürlich nur von der Vorderseite. Ja, bitte. So, ich mache mal hier mit Aufnahmeequipment drauf, dass das so ein bisschen auch organisch aussieht, aber ihr dürft mir gerne... Da ein Bild selber schicken, dann wird es schöner. Aber wir wollen ja Artefakte auch gerne ein bisschen zeigen, damit sich Leute das vorstellen können. Das ist einlaminiert, das ist total schlau, weil sonst hätte ich es jetzt mit meinen Fettfingern hier irgendwie.
Ina Ja, es soll ja auch bleiben. Es soll ja eine bleibende Erinnerung sein. Und das wird es auch. Also bei mir steht es im Schrank so, dass ich da jeden Tag, wenn ich das Haus verlasse, auch drauf gucke. Und dass es auch so steht, dass immer dann, wenn ich denke, verdammt, es klappt schon wieder nicht so, wie ich das will, dass ich da drauf gucke und mir denke, doch, das klappt. Vielleicht nicht jetzt und vielleicht nicht so, wie ich das will, aber es klappt.
Sebastian Ja, du hast ein ordentliches Regiment, sage ich mal. Also du erreichst Ziele auch.
Ina Meistens.
Sebastian Okay, jetzt wollte ich ja eigentlich sagen, wie hat denn das angefangen? Erstmal so ein paar Statistiken. Statistische Sachen. Lübeck hat gar nicht so viele Einwohner, habe ich herausgefunden. 216.000. Das ist jetzt keine wirkliche Großstadt.
Lea Ja.

Wer macht was

Sebastian Also sagen wir mal so, das ist so eine Stadt, also kinky Leute zu treffen, ja geht, aber ich höre ganz oft von anderen Leuten in ähnlich großen Städten, ja hier gibt es ja nichts. So und jetzt habt ihr hier was aufgezogen. Wie viele Mitglieder habt ihr?
Lea Wir sind jetzt gerade bei Anfang 40 Mitglieder.
Ina Nee.
Lea 40, nee?
Ina Der nächste wird 50.
Lea Wow.
Ina Wir sind 49 Mitglieder jetzt.
Sebastian Okay.
Lea Es rauscht. Also es rauscht an einem vorbei wirklich.
Ina Ja, ich mache die Buchführung, deswegen weiß ich das.
Sebastian Okay, wer macht was?
Lea Also das Hauptamt trägt tatsächlich Ina und die investiert gefühlt alle ihre Freizeit da rein. Und sie sagt in Teilzeit. Ich würde behaupten, das ist geblufft. Das ist schon mehr als Vollzeit. Und genau, ich mache all das, wo ich helfen kann. Wir haben quasi jeden Tag eine Standleitung, wenn ich nicht gerade arbeiten bin oder im Studium bin, um uns zu besprechen. Und ich helfe überall da, wo ich kann, weil das Studium doch ganz schön viel Zeit frisst. Und ich bin super dankbar, dass Ina da wirklich die führende Hand übernimmt und gefühlt alles im Blick hat.
Ina Gefühlt, ja. Also ich sage mal, ich benutze Lea sehr gerne dafür, Dinge festzustellen. Das ist bei uns so ein Insider, weil wir lästern ja nicht und wir beschweren uns nicht. Wir stellen immer nur fest. Und was mache ich im Verein? Ich mache die Veranstaltungsplanung, ich mache die Workshopskonzeptionierung, ich mache die Buchhaltung, ich mache, das Foundrising, ich mache die Kassenwarten, ich mache die Schriftführung, ich mache Mitgliederakquise, ich mache Öffentlichkeitsarbeit, gut, Öffentlichkeitsarbeit machen wir zusammen. Ich mache schon sehr, sehr viel. Ich sage immer, ich bin hauptamtlich, ehrenamtlich und das finde ich gut und das macht mir Spaß. Und ich glaube, im Grunde macht Lea genauso viel, nur anders. Sie arbeitet halt nochmal ganz anders vor. Lea wird irgendwann, wenn sie mit ihrem Studium fertig ist, höchstwahrscheinlich, zumindest ist es so geplant, eine Jugendsparte in Angriff nehmen für unseren Verein. Das, was wir jetzt noch gar nicht abdecken. Wir möchten mit dem, was wir tun, natürlich wachsen und größer werden und da legt Lea gerade gute Grundsteine.

Einen Themenstammtisch gründen

Sebastian Was war denn, sagen wir mal vor zwei Jahren, was gab es denn in Lübeck, wenn kinky Menschen sagen, ich bin kinky, ich brauche Leute, wo sind sie hingegangen? Also was gab es schon an Angebot?
Lea Also wir haben tatsächlich, dafür dass Lübeck wirklich gar nicht so groß ist, haben wir ein breites Feld an Stammtischen, auch mit diversen Leitungen. Ich würde behaupten, da findet jeder so seine Sparte, seine Crowd, die er gut findet. Also es gibt locker drei, vier.
Ina Also wir haben SMJG, wir haben den Alumni, wir haben... Ich weiß gar nicht, wie die heißen, Lübeck und mehr. Wir haben den Spielkreis, wir haben eine ganze Zeit lang ein Frühstückstreffen gehabt von kinky Menschen. Also wir haben wirklich viel und es gab dann halt irgendwann uns.
Sebastian Warum dann noch mehr machen, wenn es schon so ein gutes Angebot gibt?
Ina Also das kann ich dir ganz einfach deshalb sagen, weil ich bin ja damals in die Szene gekommen und es gibt unglaublich viel. Wir sind in unmittelbarer Nähe zu Hamburg, da gibt es irre viele Stammtische. Ich bin auf allen möglichen Stammtischen gewesen und bin ganz häufig an alteingesessene BDSM-Mager geraten.
Sebastian So Leute wie mich?
Ina Vielleicht, weiß ich nicht. So viel weiß ich nicht über dich privat.
Sebastian Ich nehme Kink immer nicht ernst auf dem Stammtisch. So, ja, wir machen alle Kink, aber wir müssen nicht über Kink reden. Hauptsache, wir sind zusammen und haben eine coole Zeit.
Ina Genau, das ist auch fein.
Sebastian Das ist auch fein, okay.
Ina Also es war für mich halt, für mich war es am Anfang halt richtig, richtig blöd, weil ich war zu alt für die SMJG. Und da, wo ich hingekommen bin, gerade ganz am Anfang, bevor ich meinen Mann kennengelernt habe, ich war 35 Jahre alt, leider größte 38, Single, Frischfleisch. Das war das.
Sebastian Das ist das Buffet quasi.
Ina Genau. Ich war grün hinter den Ohren. Ich hatte keinen Plan von gar nichts. Also die Erfahrungen, die ich gemacht habe, habe ich damals im heimischen Schlafzimmer gemacht. Mit 18. Und bin irgendwie nicht viel draußen gewesen. Und schon gar nicht unter Menschen. Und nun saß ich da und hatte Fragen. Und ich hatte ganz viele Menschen um mich rum, die alle gerne mit mir connecten und auch spielen wollten. aber die haben ja meine Fragen nicht beantwortet und, Habe dann irgendwann gesagt, ich finde es total schade, dass es auf BDSM-Stammtischen so wenig um BDSM geht. Und ich wollte einen Themenstammtisch gründen. Und ich fand das gut. Ich fand das eine gute Idee. Und es gab andere, die fanden auch, dass es eine gute Idee war. Wir hatten damals ein Pärchen, mit denen wir zusammensaßen. Und die haben gesagt, ja, machen wir mit.
Sebastian Wer ist wir?
Ina Mein Mann und ich. Und die haben sich damals dann mit ein, also wir haben connectet und haben dann gesagt, okay, wir gründen jetzt diesen Stammtisch, einen Themenstammtisch und wir machen auch wirklich Thema. Und das fanden anscheinend nicht nur wir gut, also es läuft ja bis heute, ist unser Themenstammtisch der am besten besucht ist. Wir haben die letzten beiden Male Warteliste einrichten müssen.
Sebastian Was war denn das allererste Thema? Ich meine, ein Stammtisch, man sucht sich eine Location, reserviert irgendwie einen Tisch, wobei Thema heißt, eine Kneipe geht nicht, weil es darf ja nicht zu laut sein. Was war das erste Thema überhaupt? Weil das ist ja dann vielleicht auch was, was dir auf der Seele brannte.
Ina Das erste Thema war, brauchen wir noch einen Stammtisch. Und warum gibt es das jetzt, was wir hier machen?
Sebastian Okay, was kam dabei raus? Nein, brauchen wir nicht. Thema erledigt. Wir treffen uns nie wieder.
Ina Nee, das war tatsächlich, ich glaube der erste Stammtisch waren 35 Leute und das trotz 2022 Testpflicht noch in öffentlichen Lokalen. Die Menschen haben alle gesagt, ja Themenstammtisch super, endlich geht es mal ums Thema und das hat uns bestätigt und wir werden auch immer wieder bestätigt. Die Menschen finden das toll. Wir haben inzwischen Leute, die kommen aus Kiel, aus Neumünster, aus Hamburg, aus Lüneburg, aus, ich keine Ahnung, woher die Menschen überall kommen. Flensburg. Also wir haben wirklich, die kommen wirklich viele, viele Kilometer angereist, anderthalb, zwei Stunden Fahrt nehmen die auf sich, um bei diesen Stammtischen dabei zu sein.
Sebastian Wenn das erste Thema ja ein organisatorisches war, was war denn das, also an dem zweiten Stammtisch, was war da das, also das erste richtige Thema?
Ina Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht mehr.
Sebastian Ah, verdammt. Okay, vielleicht könnt ihr mir beide mal so einen Klatsch geben, vielleicht abwechseln. Welche Themen hattet ihr schon, die dort vorkamen? Was euch so in den Sinn kommt, was euch da einfach präsent ist?
Lea Also ganz regelmäßig, frisch nach dem CSD immer, weil erfahrungsgemäß kommen dann ganz viele neue Leute dazu, haben wir erstmal Begrifflichkeiten. Also wovon reden wir eigentlich, wenn wir sagen Sklavin? Was ist ein Job? Was ist ein Dom? Einfach damit wir erstmal ein Setting machen, dass wir eine Sprache sprechen. So, das kommt immer wieder.
Ina Der Stammtisch, der mir am meisten im Gedächtnis geblieben ist, wo das erste Mal die Idee kam, eigentlich bräuchten wir mehr als nur einen Stammtisch, war tatsächlich, wie ist es eigentlich, wenn man BDSMer ist und kleine Kinder hat? Also BDSM und Eltern sein, das war damals ein Thema, war der schlecht besuchteste Stammtisch, den wir je hatten mit elf Personen.
Sebastian Ja, aber die Qualität zählt, ja.
Ina Die Qualität war Wahnsinn. Also da haben sich Menschen aufgemacht, puh, das macht mir bis heute Gänsehaut. Da sind wir halt auch auf die ersten Probleme gestoßen, die es mit sich bringen kann, wenn man Sadomasochistin ist. Genau. Und ansonsten jetzt das nächste Thema ist, wie viel Sichtbarkeit braucht BDSM?
Sebastian Das ist so ein Zufall, dass dieses Thema kommt. Wir haben ja im Vorgespräch, liebes Publikum, ganz viel darüber gesprochen. Habe ich eventuell da ein bisschen beigetragen, dass das Thema da ist?
Ina Nein.
Sebastian Verdammt. Das ist ein Thema, was mir persönlich auch auf der Seele brennt. Wir werden also heute mit diesem Themenstammtisch ein bisschen vorgreifen, hoffentlich. Ich bin sehr gespannt.
Ina Das liegt tatsächlich daran, dass wir jetzt auf die ganzen CSDs gehen. und ja, als SM-Verein dann auch sehr sichtbar sind.
Sebastian Ich würde den Exkurs ja fast jetzt schon machen wollen, mache ich aber nicht, denn Lea, wann bist du denn überhaupt dazugekommen? Auf welchen Themenstammtisch hat dich angezogen?
Lea Also ich glaube, das Thema weiß ich gar nicht mehr genau, aber der Knackpunkt, wo ich so mit reingeflossen bin, war, als es darum ging, wie oder welchen Platz Sexualität im BDSM hat. Für mich war immer ganz klar, meine Sexualität und BDSM, das ist total verwoben und das gehört zusammen. Und dann habe ich das erste Mal, dass ich diesen Stammtisch besucht habe, war dann ja auch ein bunter Stammtisch, ganz viele Leute, das ist noch in einer alten Location gewesen und ich bin dann recht harsch an jemanden geraten, und diese Person war der Meinung, BDSMer ficken nicht und es hat gar nichts mit Sex zu tun.
Sebastian Und auf einer Party ist das auch nicht erlaubt. Die mag zwar eventuell im Swingerclub stattfinden, aber das wird da nicht gemacht, bitteschön.
Lea Genau. Und ich hatte noch nicht viel Party-Erfahrung, ich war auf ein paar Stammtischen, und hab mich da immer ganz fleißig belesen und ausgetauscht und für mich war, also diesen Punkt hatte ich noch nie gesehen, das war für mich irgendwie total klar, dass das zusammengehört. So und, Ihr Thema war, nee, wenn ich fertig bin mit meinem Sub, kann der gar nicht. Der kann nicht mehr ficken. Und da habe ich mich ganz schrecklich aufgeregt und gedacht, hä, wieso? Wieso ist das für dich nicht okay, wenn das so für mich dazugehört? Und das war der Punkt, wo Ina eingegrätscht ist und das tatsächlich mich ganz doll verteidigt hat und für mich in die Bresche gegangen ist, obwohl sie, glaube ich, gar nicht so meiner Meinung war.
Ina Nein, überhaupt nicht. Eigentlich habe ich der Dame recht gegeben. Ich fand bloß die Art und Weise, wie die das rübergebracht hat, fand ich einfach sehr respektlos und sehr wenig wertschätzend und habe dann gesagt, hey Moment mal, stopp, so gehen wir hier bitte nicht miteinander um. Das war mir halt sehr wichtig. Und von da an war irgendwie eine Connection zwischen Lea und mir, die heute, also heute sage ich, Lea ist eine meiner engsten Freundinnen. Also wir sind nicht nur Vereinsmitglieder und Menschen, die zusammen was auf die Beine stellen, sondern wir sind Freunde, sehr eng. Wir teilen sehr viele intime Gedanken, private Gedanken und ich glaube, das ist, Die Dame damals, egal wie blöd die sich benommen hat, die hat uns zusammengebracht, würde ich sagen.
Lea Ja, auf jeden Fall.
Sebastian Vielleicht freut sie sich ja darüber.
Lea Wer weiß.
Sebastian Ihr seid beide extrem, ja ich sag mal mutig, weil ihr seid beide sichtbar. Und ich hab mir, ihr gebt ja auch schon mal Interviews irgendwo und hab dann gemerkt, okay, ihr seid extrem gut darin, dass ihr auf unterschiedliche Standpunkte von euch beiden, dass ihr die auch rausbringt. ohne, dass ihr euch böse seid. Das muss für jeden Moderator die Hölle sein. Ich werde das heute selbst erleben, weil ihr seid euch da einfach unfassbar einig.
Lea Ja, aber ich glaube, gerade das ist es, was es schön macht. Und deswegen ist das auch so eine gute Symbiose, weil wir halt an ganz anderen Punkten stehen. Und an vielen richtigen Stellen haben wir die gleichen Gedanken. Und wir sind aber auch sehr unterschiedlich an vielen anderen. Und genau das macht es irgendwie auch. Das gibt die Würze rein und das gibt mehr Sichtweite. Das öffnet den Blickwinkel irgendwie schön, weil man ganz konstruktiv darüber reden kann, wenn man eine andere Meinung hat. Warum habe ich diese andere Meinung? Und das ist eine schöne Qualität, die es einfach gibt.
Ina Ja und die Freundschaft macht halt einfach, dass das eben auch sein darf. Also ich muss das nicht bewerten, was Lea anders sieht. Lea ist an vielen Stellen, aber ich glaube, das ist groß. Wir möchten beide Wertschätzung, wir möchten beide Akzeptanz, wir möchten beide Sichtbarkeit. Wir vertreten dieselben Grundwerte auf unterschiedlichen Wegen.
Sebastian Ich habe mir im Vorfeld ein paar Gedanken gemacht und dachte mir, ja, diese Uneinigkeit ist. Die ist eigentlich inhärent wichtig für BDSM. Denn wann immer eine Top- und eine Subperson miteinander etwas tun, dann müssen sie ja unterschiedlicher Meinung sein, wo jetzt ein guter Platz ist, um sich wohlzufühlen. Die Top-Person oben, die Sub-Person unten. Und die müssen unterschiedlichste Perspektiven haben, sonst könnten sie nicht miteinander spielen. Also BDSM bedingt, dass man unterschiedlich ist, damit man miteinander schöne Sachen machen kann.
Lea Absolut.
Sebastian Und ich glaube, der Haken ist immer dann, wenn Top-Personen untereinander sprechen, oder Sub-Personen untereinander, dann wird es dann immer kompliziert, weil dann muss es da nicht unbedingt matchen. Und wenn ihr das wertschätzen könnt, dann ist das schön, was eigentlich ja selbstverständlich sein sollte. Und allerdings, ich bin auch in die Szene gekommen und dann wurde mir als Jungdom auch erklärt, was ich alles nicht zu tun habe. Aber irgendwas zeigen wollte mir auch niemand und erklären schon gleich gar nicht, weil das ist ja Geheimwissen. Ich glaube, darüber sind wir inzwischen zumindest in der deutschen Community, drüber. Zumindest großteils. Aber dass das wirklich gelebt wird, das ist jetzt auch noch nicht so häufig. Gut, ihr macht einen Themenstammtisch. Gut, daraus wird noch kein Verein. Das ist erstmal ein Themenstammtisch. Warum macht man da sowas Offizielles draus?
Lea Wir haben durch die Themenstammtische einfach ganz viele Punkte erreicht, wo wir dachten, oh Mensch, wir würden unseren Teilnehmenden da total gerne weiterhelfen und, wie soll ich sagen, einfach die Schwelle ein bisschen niedriger machen, Hilfsangebote wahrzunehmen, sich Beratung zu suchen. und ja, dann ist es aber schwer, wenn du einfach als Privatperson sagst, Moin, ich bin Lea, ich habe da mal ein paar Fragen, also gerade wenn du an offizielle Stellen gehst und, ja, da war uns klar, wir brauchen einfach was Offizielles, um auch die Szene gut supporten zu können, um ja, gut netzwerken zu können, um Auffangnetze auch bauen zu können oder uns ja, andere Fachpersonen ranzuziehen.
Ina Zu connecten mit BeamtInnen. Wir haben, habe ich dir vorhin schon erzählt, wir haben einen ganz tollen Ansprechpartner bei der Polizei jetzt, der das gut findet, was wir machen und gesagt hat, also wenn ihr mal irgendwelche Fragen habt, rechtlich oder wenn ihr irgendjemanden braucht, der euch damit supportet, meldet euch gerne. Ja, mit dem sind wir inzwischen per Du. Wir freuen uns immer, wenn wir den sehen. Das ist großartig. Ich habe beim Jugendamt jemanden, den ich anrufen kann, falls es mal irgendwelche, Probleme gibt zum Thema BDSM und Eltern sein.
Sebastian Wozu braucht ihr diese Connections? Also bisher ist das Publikum, wenn die jetzt zugehört haben, sind die bei, okay, die machen diesen Diskussionsstammtisch. Warum braucht ihr Connections zu? eben Institutionen, was ist da die nächste Mission? Ich meine, ihr habt angefangen mit diesem Stammtisch, aber es hat sich ja was draus entwickelt. Also was deckt hier gerade alles ab? Mal ganz schnell die Liste.
Ina Wir versuchen ganz, ganz viel abzudecken. Also warum brauchen wir eine Connection zum Beispiel zur Polizei? Weil, wir wollen uns ja nichts vormachen, BDSM ist nicht nur Ponyhof und Einhörner, sondern es ist auch manchmal ganz schön scheiße. Und es gibt immer wieder Menschen, die unter dem Deckmantel des BDSM ihre realsadistischen Fantasien ausleben. Wir haben, brauchen wir nicht drüber reden, wir haben immer wieder schwarze Schafe. So, wenn du an die gerätst, egal ob als Top- oder Bottom-Person, dann hast du ganz schnell mal ein Problem. Emotional, rechtlich, was auch immer. Ich hatte vorhin schon gesagt, das erste Mal war die Idee, einen Verein zu gründen, bei diesem BDSM und Elternsein Stammtisch, weil das tatsächlich aufkam, dass es hieß, meine Ex-Partner-Personen, Zeigt mich beim Jugendamt an. Dort sitzt ein konservativer Jugendamt-Mitarbeitender.
Sebastian Ich glaube, die Person musst du wahrscheinlich nicht gendern. An der Stelle würde ich jetzt einfach mal ganz platt unterstellen.
Ina Also wir haben sowohl das eine als auch das andere. Es war einmal eine männliche Person und einmal eine weibliche Person, die dort gesessen hat und gesagt hat, meine Ex-Partnerperson hat oder möchte mich beim Jugendamt anzeigen. Einmal wurde eine Erziehungsbefähigung wirklich so hart angezweifelt, dass es bis hin zu psychologischen Gutachten ging, die vorgelegt werden mussten, um die Sorgeberechtigung wieder zu erhalten. Und das ist halt schon ganz schön heftig. Und nein, das ist keine 25 Jahre her, sondern die Kinder, weiß ich, sind heute immer noch nicht volljährig.
Sebastian Gut, das kann man dann zur Kenntnis nehmen, oder? Und das ist eben der Punkt gerade bei dir. Du machst daraus eine Mission. Da ist ein Missstand. Ich werde den Planeten dafür anhalten und so lange daran arbeiten, bis dieser Missstand weg ist.
Ina Ja, geil. Ich glaube, so sehen mich die Menschen meistens.
Sebastian Ja, du bist ja schon eine Naturgewalt. Deshalb gucke ich auch, dass Lea ordentlich zu Wort kommt.
Lea Das ist gar nicht schlimm. Also bei uns ist das tatsächlich so, dass Ina ist der Part von uns, der... Außenwirkung macht und ganz viele Leute mitreißt und wie auf der Urkunde schon steht, ich bin so ruhig im Hintergrund. Das hat durchaus seinen Nutzen und das ist auch für uns okay. Also ich habe mich an die Öffentlichkeitsarbeit auch langsam herangetastet. Ich hatte da ganz, ganz viel Scheu vor. Mittlerweile wärme ich auf und ja, ich werde immer sichtbar und das ist okay. Und ich glaube gerade das macht es auch aus, dass wir so unterschiedlich sind.
Sebastian Dein Vorteil ist natürlich aus meiner Perspektive, dass du die einzige Person bist, die den direkten Blick auf Ina hat. Das ist auch echt nicht zu unterschätzen, wenn man auch mal jemand hat, der sagt, oh ja super, weiter, geil. Oder auch zu sagen, ah, das ist vielleicht eine Richtung, da müssen wir nochmal drüber reden. Also dass man sich auch gegenseitig da connectet und eben immer wieder eincheckt und guckt, wohin geht's, wo können wir die Energie hinlenken. Das macht euch ja als Team, glaube ich, sehr, sehr stark und wirkt mächtig. Da müsst ihr gar nicht gleich laut sein.
Ina Also wir haben da mal irgendwann dieses Bild gehabt, ich bin der Motor und Lea ist der Akku. Also das ist halt wirklich teilweise, ich weiß Gott sei Dank, dadurch, dass Lea manchmal echt beknackte Arbeitszeiten hat, aber dadurch weiß ich, dass sie manchmal halt auch sehr lange wach ist. Und es gab schon Zeiten, da habe ich nachts um halb zwei ihr geschrieben, hallo, ich brauche jetzt irgendwie, ich schmeiße hier gleich alles hin. Und dann ist sie da und fängt das auf. Lea ist auch in einer Position tatsächlich, dass sie mich auch mal runterholt und auch mal sagt, so jetzt mach mal Pause. Es reicht jetzt, leg das mal weg. Morgen sieht es wieder anders aus. Also ich nehme die Kassenwartgeschichte. Ich hasse Zahlen wie die Pest, aber ich habe jetzt den Kassenwartposten mit dazu. Das war ursprünglich mal anders geplant. Und das ist für mich die absolute Hölle, diese Kasse. Und Lea sagt inzwischen durch, es ist nicht schlimm, wenn das mal zwei Wochen liegt. Es ist nicht schlimm. Wir sterben nicht daran.
Sebastian Die Zahlen sind in Zweifel geduldig. Ihr habt etwas erreicht und deshalb sollten

Gemeinnützigkeit

andere Menschen, die mit Kinky oder BDSM-Vereinen zu tun haben, genau hinhören. Ihr habt es geschafft im ersten Anlauf Gemeinnützigkeit zu erreichen. Gratuliere, da scheitern sehr viele dran. Ich frage gleich mal direkt eure Satzung. Darf man sich die bei euch ausleihen, um das hinzukriegen?
Lea Unbedingt. Also wer Fragen hat, wer eine Beratung möchte, wer Meinung möchte, wir sind super gerne dazu bereit.
Sebastian Also wie geht das? Also was waren eure Kernargumente zu sagen, ja Gemeinnützigkeit und das ging auch durch?
Lea Also am Anfang hätten wir das gar nicht gedacht.
Ina Am Anfang war die Satzung neunmal zur Vorabprüfung und die haben uns gesagt, nö.
Lea Also der Tonus war, es betrifft gar nicht genug Leute, dass es gemeinnützig sein könnte.
Ina Und man braucht auch seine Sexualität nicht in einem Verein organisieren.
Lea Genau.
Ina Das war...
Sebastian Okay, was heißt Verabprüfung?
Ina Wenn du einen Verein gründest und du möchtest die Gemeinnützigkeit erhalten, dann kannst du die Satzung beim Finanzamt einreichen und sagen so, hey, kriegt unsere Satzung so die Gemeinnützigkeit, sprecht ihr uns die so zu. Und normalerweise geht man erst mit dieser Zusage, ja ihr seid gemeinnützig oder ihr kriegt den Feststellungsbescheid, damit geht man dann erst zum Amtsgericht und lässt den Verein eintragen.
Sebastian Also das ist das Spannende, das Finanzamt prüft das. Und bei Gemeinnützigkeit, also was hat man davon? Ganz klar, wenn ihr Gelder bekommt, dann dürft ihr Spendenquittungen ausstellen, die Menschen im Zweifel auch absetzen dürfen. und es ist natürlich nochmal gemeinnützig, also es ist ein Statement, staatlich geprüft, sage ich mal, es ist ein Siegel. Allerdings sind die rechtlichen Vorgaben recht streng und der Gesetzgeber hat auch die Gründe, was ist gemeinnützig. Die haben die recht fest definiert und Sexualität steht da eben genau nicht im Gesetz. Sexualität steht inzwischen drin? Ja, darüber haben wir es geschafft. Ich dachte, sie hätten es tatsächlich, das Wort Sex, nicht im Gesetz haben wollen. Deshalb haben sie irgendeine andere Formulierung gewählt.
Ina Sexuelle Orientierung oder Identität.
Sebastian Ja, genau, in der Richtung. Aber ich glaube, das Wort Sex war nicht drin.
Ina Doch.
Sebastian Aber dann bin ich auf dem veralteten Stand. Ich werde das googeln nochmal und in die Show-Notes schreiben.
Ina Also ich kann es dir, ich kann es dir, also wenn du in unsere Satzung guckst, dann steht der Zweck genau so drin.
Sebastian Okay, weil ich dachte, es steht was mit Geschlechteridentität, aber nicht sexuelle Identität.
Ina Ich meine, es steht sexuelle und geschlechtliche Identität oder Orientierung.
Sebastian Okay, ich werde es rausfinden und wenn nicht, wird das Publikum aufmerksam sein, damit ich noch auf dem Veralteten stand. Okay, also ihr habt das, das ist das Kernargument.
Ina Ja.
Sebastian Spricht für Lübeck oder fürs Lübecker Finanzamt, wenn das durchging?
Ina Jein, das spricht für mich. Entschuldigung, da muss ich jetzt echt arrogant sein. Ich habe drei Monate lang an dieser Satzung nochmal gearbeitet, als wir uns dann entschieden haben, wir versuchen es doch nochmal. Und habe wirklich jede Formulierung nochmal wieder gegengecheckt, habe immer wieder geguckt, kann da irgendjemand gegen argumentieren? Kann irgendjemand gegen meine Formulierung argumentieren? Kann da irgendwas gegen sprechen, die Gemeinnützigkeit zu bekommen oder eintragungsfähig zu sein? Und das habe ich, wie gesagt, drei Monate. Die letzte Änderung habe ich vorgenommen in der Nacht vor der Gründungssitzung. Ja, weil mir da noch einfiel. Wahrscheinlich wird in den ersten Jahren die Arbeit hauptsächlich beim Vorstand hängen bleiben und, es wäre ja schön, wenn irgendwann die Mittel da sind, wenn zumindest dann auch der Vorstand die Ehrenamtspauschale bekommen dürfte.
Sebastian Das sind so 400 Euro im Jahr, ne?
Ina 380. Genau. Und der Vorstand arbeitet eigentlich immer ehrenamtlich, nur ehrenamtlich. Und das muss halt in der Satzung stehen, damit die Ehrenamtspauschale dann halt auch ausgezahlt werden darf. Und das habe ich dann nochmal schnell reingenommen, weil ich das schon ganz fair fand. Weil ich habe halt damals schon... Ja, mehr als Vollzeit. Ich glaube, es war fast eine doppelte Vollzeitstelle.
Sebastian Also ich gratuliere, das durchgekriegt zu haben, weil es gibt so viele kleine Fallstricke. Also liebes Publikum, ihr könnt euch das nicht vorstellen. Wenn da irgendwo am Ende steht, ja, wenn wir den Verein mal irgendwann auflösen und da ist noch Geld auf dem Konto, dann geht das da und dahin. Und der Zweck ist wiederum nicht gemeinnützig, dann scheitert es schon wieder da dran. Weil das Geld darf halt quasi nicht aus der Gemeinnützigkeit plötzlich in etwas Wirtschaftliches reinfließen. Auch nicht über diese Bande. Also es ist so viel zu beachten. Wahnsinn. Gratuliere. Man hat euch dann also ganz freudig bei einem Festakt die Urkunde überreicht und gesagt, ja, ihr seid jetzt gemeinnützig. Nein, man kriegt einen Steuerbescheid im Grunde.
Ina Genau, man kriegt einen Feststellungsbescheid. Ich habe das am 1.7. letztes Jahr eingereicht, das weiß ich noch. Und wir hatten letztes Jahr Mitte August den CSD, wo wir ja immer mit einem Stand stehen. Und dann habe ich gedacht, das wäre ja cool, wenn wir bis dahin die Entscheidung hätten, weil auf dem CSD kann man natürlich auch geil große Spenden akquirieren, wenn man Spendenbescheinigungen ausstellen darf. Und dann habe ich angerufen.
Sebastian Hat das geklappt?
Ina Nein.
Sebastian Ich wollte gerade sagen, das wäre ja Zauberei.
Ina Aber die hatten halt am ersten, kurz danach habe ich angerufen, habe gefragt, ob alles vollständig angekommen ist. Das habe ich dann natürlich nochmal nachgefragt und habe dann gesagt, Mensch, wie lange dauert denn das im Moment gerade so die Bearbeitungszeit? Und da sagte sie zu mir... Ja, im Moment sind wir so bei drei Wochen, vier Wochen so. Und ja, bei uns dauert es dann halt sehr, sehr lange. Nicht drei, vier Wochen, sondern wir haben Ende August dann nachher unseren Bescheid geklebt.
Sebastian Zwei Monate dann, ne?
Ina Ja, nachdem ich dann nochmal angerufen hatte und gesagt habe, Mensch, ihr hattet doch gesagt. Und dann hat sie gesagt, ja, das liegt schon seit einiger Zeit bei meinem Vorgesetzten.
Sebastian Ja, oh je. Kleiner Trackback, also ich habe ja mal versucht, den Sebastian Stix, den Stix als Künstlernamen eintragen. Fragen zu lassen. Sowas dauert eine Woche bei meiner Gemeinde. Ein Jahr haben sie geprüft und sich dann entschieden, dass das nicht geht und selbst eine Klage hat nicht gereicht. Also ich weiß aber, dass eigentlich nur eine Person in der Verwaltung gesagt hat, nö, also warte ich drauf, dass die Person in Rente geht. Ich habe Geduld. Aber manchmal ist man dem einfach so ausgeliefert. Man fragt nach, was ist denn jetzt? Im Endeffekt habt ihr es gepackt. Gratulation nochmal. Und ihr wachst, da sind Mitglieder. Wenn ihr jetzt so ein Portfolio habt, ach, ich habe ja ein Tütchen von euch bekommen.
Ina Und, also ich muss da nochmal kurz einhaken, weil ich bin da sehr stolz drauf. Die erste Steuererklärung haben wir auch schon positiv entschieden. Also wir haben jetzt nicht mehr nur den Feststellungsbescheid, wir haben den Freistellungsbescheid. Das bedeutet, wir arbeiten tatsächlich auch gemeinnützig nach den Richtlinien.

Das komplettpaket

Sebastian Ich habe mal von euch ein Begrüßungstütchen bekommen mit ganz viel Klimbim. Ich habe hier auch am Arm hier gerade so ein Armband von euch. Was steht da drauf? Lieber Fetischist als Faschist, SM Lübeck e.V. In dem Flyer, was ich auch von euch bekommen habe, steht da weitere Angebote, Einzel- und Paarberatung, Workshops, Covernmentoring, Vermittlung und Begleitung zu spezialisierten Hilfs- und Beratungsangeboten, Ärztin, Polizei etc. Ihr macht quasi komplette, also wenn ich den Flyer komplett vorlesen würde, das wird zu lang dauern, auch da, ich packe ein Bild in die Show Notes, Ihr macht komplett ein Angebot für Menschen, die sagen, oh, ich habe Kink, ich habe irgendein Problem und dann sagt ihr, ja, hier, wir machen das. Ihr seid ja irre.

Woher die Leidenschaft und Mission

Ina Wir versuchen das zu machen.
Sebastian Okay, warum so viel Engagement? Das kommt doch nicht aus, ich habe Bock das zu machen. Also ich persönlich glaube, da steckt ein ganz anderer Druck dahinter, das auch mit dieser Leidenschaft zu machen. Wahnsinn, ich beneide das. Also für diesen Podcast bringe ich nicht so viel Leidenschaft auf.
Lea Ich würde behaupten, uns ist es einfach total wichtig, A, das sichtbar zu machen und B, für die Szene sich stark zu machen, damit eben nicht mehr diese ganzen Bilder im Kopf sind, an die wir ganz oft geraten von, das ist doch schmuddelig, das ist doch, also wir werden ja von vielen Leuten auch einfach in eine ganz klare Ecke geschoben, und dadurch resultieren eben diese Probleme.
Sebastian Wer und von wem?
Lea Naja, wir haben ja schon erwähnt, Jugendamtspersonen beispielsweise, Beispielsweise BeamtInnen, man gerät einfach auch immer wieder an Leute, die das einfach nur mit Gewalt assoziieren.
Ina Also ich habe Ärztin, also, meine Gynäkologin hat damals, weil ich Spuren hatte, eine Zyste übersehen, die ich dann ein paar Tage später in einer Notaufnahme habe behandeln lassen müssen, weil sie einfach nicht richtig geguckt hat. weil sie so abgelenkt war von Spuren, die ich hatte, obwohl ich aus dieser Kabine rausgekommen bin und gesagt habe, hey, ich bin Masochistin, das sieht jetzt wild aus, da ist aber gar nichts bei, das ist alles einvernehmlich. Also ich hatte, als ich da rausgegangen bin, vier oder fünf Telefonnummern, die sie mir auf den Zettel geschrieben hat, wo ich Hilfe finde. Dummerweise hat sie aber die Zwiste übersehen bei der Untersuchung, weil sie so abgelenkt war.

Sichtbarkeit und Belästigung

Sebastian Ja, grundsätzlich erstmal gut. Telefonnummern immer hergeben ist an sich erstmal nicht schlecht, aber klar, nicht gewöhnt. Also es ist ja so, wenn ich nicht will, dann komme ich mit BDSM und King im Grunde gar nicht in Berührung. Das ist öffentlich nicht unbedingt sichtbar. Ja, wenn dann mal so ein Buch wie Shades of Grey rauskommt, redet die da mal drüber und kichert ein wenig. Im Grunde, ich muss es nicht sehen, es ist nicht sichtbar. Ich mache jetzt einen ganz harten Vergleich, ich weiß, ich kriege jetzt Ärger dafür trotzdem. Die Gesellschaft ist fähig zu lernen und zu sehen und sich auch bis zum gewissen Grad daran zu gewöhnen oder zumindest den Diskurs mitzukriegen. wenn ich gerade den CSD im Blick habe, das Thema Homosexualität kann ich zumindest in Deutschland nicht übersehen. Es ist überall präsent. Es gibt Politiker, es gibt Veranstaltungen, es gibt Berichterstattung, es gibt Diskussionen, Community wird sichtbar gemacht und ich persönlich glaube, dass das zumindest für meine Generation, das ist etwas völlig Normales, das gibt es. Das kann ich nicht übersehen. Ich habe keine Chance so zu tun, als gäbe es das nicht und dadurch, durch das dir so viel sichtbar ist, kann es auch nicht mehr ein Problem von Einzelnen sein, sondern offenbar ist das. Eine schöne Art zu leben. Und daran wurde ich von frühest auf gewöhnt durch Sichtbarkeit. Bei King und BDSM heißt das ja immer so schön, nee, damit darf man ja die Menschen nicht belästigen. Die haben ja gar nicht eingewilligt, dass sie das sehen oder mitkriegen. Und jetzt möchte ich mal von euch alles dazu hören, inwieweit die Gesellschaft das denn ertragen muss und man sich besser doch im Keller versteckt oder ob ihr sagt, die müssen das sehen oder sollen das sehen. Was ist euer Standpunkt? Und du beißt mich gleich.
Ina Ne? Nein, absolut nicht. Nein, ich finde, also was ich richtig finde und das ist auch etwas, wofür wir ganz klar auch stehen, ausgelebter BDSM bitte nur im Konsens auch mit den Menschen, die drumrum sind. Das bedeutet, wir werden uns nicht auf dem Edeka-Parkplatz knien, um uns das Halsband anlegen zu lassen. Wir werden nicht durch die Fußgängerzone oder übers Volksfest laufen in einem Rock der O an der Leine vor unseres Tops. Das machen wir nicht, weil die Menschen, die dort sich befinden, nicht die Möglichkeit haben, sich zu entscheiden, ob sie das sehen wollen oder nicht. Ja.
Sebastian Lea trägt einen Halsreif. Darf ich das sagen überhaupt? Wunderbar. Trägst du ihn immer?
Lea Ja.
Sebastian Das sehen die Menschen doch auch.
Lea Ja, ich glaube, ganz viele sehen das erstens als Fashion-Statement. Also ich wurde selten darauf angesprochen, aber ich bin auch der Meinung, man darf Beziehung sehen. Also ich sehe ja auch bei Vanillapärchen den Ehering und weiß, ah guck mal, die sind liiert und ich finde Beziehung und Dynamik zwischeneinander ist was ganz Wundervolles. und das sollte man auch nicht verstecken.
Sebastian Also wo verläuft die Grenze?
Lea Die Grenze, glaube ich, verläuft überall da, wo Sexualität dann sichtbar wird. Also wenn wir öffentlich spielen.
Ina Wo Interaktionen.
Lea Genau, wo dann ganz klar das nochmal sichtbar wird.
Sebastian Okay. Ina, ich gehe jetzt wirklich in den Diskurs mit euch. Also liebes Publikum, ich bin jetzt bewusst ein bisschen gemein. Ich gebe das zu und ihr sagt dann bitte Stopp, wenn ich zu viel mache. Aber Ina, jetzt bist du ja der Meinung, dass Sex eher nicht so zentral für dich dazu gehört. Das heißt, wenn du eine Praktik als nicht sexuell persönlich siehst, dann wäre sie ja dann eher okay. Wer ist der Betrachter oder der Handelnde, die Person, die bestimmt, ist das jetzt Sexualität oder nicht?
Ina Also ich glaube, ich würde da gerne nochmal einen Schritt zurückgehen. Wenn ich von Sexualität spreche oder von Handlung spreche, wenn ich in die Öffentlichkeitsarbeit gehe, dann differenziere ich nicht so, als wenn ich innerhalb der Szene bin. Also ja, für viele Menschen und gerade für die außenstehenden Menschen ist jegliche BDSM-Handlung eine sexuelle Handlung und das lasse ich auch erstmal so. Das kann ich denen gut lassen, weil ich muss mit denen nicht im Detail diskutieren. Ich finde das toll, wenn sie überhaupt mit mir reden und dann brauche ich denen nicht von vornherein sagen, nee, so wie du das siehst, ist das aber falsch. Das wäre total kontraproduktiv für die Arbeit, die ich mache. Und für, sage ich mal, den Vanilla, den Stino, ist das Anlegen eines Halsbandes oder dieses Führen an der Leine unter Umständen schon eine sexuelle Handlung.
Sebastian Nur mal so, einfach um die Perspektiven da noch mal ein bisschen zu tauschen. Das Anlegen eines Ringes vor Publikum in einem Gotteshaus. Ich will nur mal den Gedanken einwerfen, dass das bedeutungstechnisch nicht, weniger relevant ist oder mehr relevant. Ist das eine Gewöhnung der Gesellschaft?
Ina Ja, bestimmt. Und ich denke tatsächlich, dieses Halsband anlegen, das mag für uns in der Szene ähnlich sein wie das Tauschen der Eheringe. Für Stinos, für Vanillas, für Menschen, die von außen drauf gucken, ist es aber eher das, was wir als Geschlechtsverkehr sehen. Da bin ich mir ziemlich sicher.
Sebastian Also ist es Rücksichtnahme auf die Unwissenden?
Ina Ja, natürlich. Weil ich möchte ja Akzeptanz erreichen und nicht Abwehr. Und wenn ich weiß, Menschen könnten sich daran anstoßen, warum muss ich es dann tun, bevor ich ihnen erklärt habe, was ich da tue? Das ist doch vollkommen, und das ist auch ein Grund, warum ich finde, ja, BDSM muss sichtbar sein. Wir müssen darüber reden. Wir müssen über Konsens reden. Wir müssen über Sicherheit reden. Wir müssen über Dynamiken reden. Wir müssen darüber reden. Wir müssen das nicht zeigen. So, wir wollen ja auch, ich möchte auch, ich bin froh, dass meine Tochter zum Beispiel, Sexualkunde im Unterricht hatte, dritte, vierte Klasse, finde ich total wichtig, ich fand es wichtig, dass sie aufgeklärt wird über die Bezeichnungen, über Sexualkunde. Mein Körper gehört mir, du darfst Grenzen setzen etc. Und genau das ist das, worüber wir auch im BDSM reden müssen. Wir müssen über Konsens, Sicherheit, Grenzen reden.
Sebastian Also Akzeptanz über Verständnis.
Ina Ja.
Sebastian Ich bin immer so nicht ganz sicher, wie unbequem darf man sein. Ich meine, wir achten Stand auf dem CSD. Ihr könnt da den Menschen was erklären und trotzdem laufen sie dran vorbei und sehen, da sind diese Perversen. Also da seid ihr unbequem und allein durch Sichtbarkeit.
Ina Wir sind auch auf dem Weihnachtsmarkt gewesen und haben dort gestanden in der Ehrenamtshütte und haben gesagt, hier, das sind wir.
Sebastian Meint ihr, das macht einen Unterschied für die Leute, die vorbeigehen, ob da jemand ein Halsband angelegt kriegt oder ob ihr da den Stand macht und, noch offen sichtbar seid?
Ina Ja.
Lea Ich glaube, diese Handlung an sich, die schreckt ganz viele ab. Und wenn wir einfach zeigen, hey, wir sind überall, wo man uns nicht erwartet, sondern wir sind auch auf den CSDs und auf einer Ehrenamtsmesse und, wir sind sichtbar mit dem, dann kommt man viel eher ins Gespräch, um zu zeigen, hey, ich bin wie du. Vielleicht habe ich eine andere Dynamik gewählt als du mit der Ehe, aber im Endeffekt, ja.
Sebastian Ich muss jetzt auch langsam mal aufhören, da einfach mal gegen zu halten. Ja, ich finde, das ist wichtig, damit man auch einfach wirklich sehen kann, ihr macht das nicht einfach so, weil wir machen das, wir sind ja rücksichtslos, sondern ihr habt ja eine Message, ihr habt eine Botschaft. Es wäre so die Welt, nehmen wir mal die Lübecker Innenstadt, ihr habt es geschafft unfassbar viel PR für Kink zu machen.

Ina hasst den Begriff Kink

Oder ist Kink noch BDSM? Oder ist das schon was eigentlich? Ich merke schon, Ina, so ein bisschen.
Ina Ich hasse diesen Begriff Kink. Das liegt aber schlicht daran, dass ich ja nun auch sehr, also ich bin ja privat auch Veranstalterin von BDSM-Präsidenten Playpartys und, ich habe halt einfach festgestellt, dass Kinky Partys darf sich heute alles nennen, was irgendwie nicht, Löffelchen und Missionarsstellung zu Hause bei Licht aus ist. Also wir hatten zum Beispiel, da mussten wir beide tatsächlich schmunzeln, weil Lea kannte diesen Begriff Kinky aus dem amerikanischen Raum, aus dem englischsprachigen Raum, da steht das Synonym für BDSM. Und ich sag, boah, jetzt findet da auch so eine Kinky-Party statt. Und dann sagt sie, wieso ist das doch cool? Ich sag, nein, ich sag, da geht's nur ums Ficken, da geht's um nix anderes. Die wollen spielen im Sinne von wir Vögeln. Das ist in einem Swingerclub, da ging's um die Musik, das ist kinky, das ist hedonistisch.
Sebastian Aber wenn sie dir das erklären würden, dann würdest du da auch Akzeptanz für erreichen.
Ina Ich finde das total okay. Ich finde das total gut und richtig, dass es für, jede Vorliebe, die, in Konsens stattfindet, eine Plattform gibt. Die Geschichte der O ist für mich zum Beispiel auch sehr BDSM-ig, ist aber überhaupt nicht meine Welt. Ich finde es aber toll, dass es solche Veranstaltungen gibt.
Sebastian Meinst du das Buch oder den Film?
Ina Das Buch.
Sebastian Okay, der Film ist es nämlich nicht. Der Film hat nichts mit BDSM zu tun.
Ina Ich kenne den Film.
Sebastian Ehrlich gesagt.
Ina Ich habe den nie zu Ende gekocht.
Sebastian Schau ihn dir einmal an und du wirst begeistert sein.
Lea Wobei ich es spannend finde, auch als wir in Kontakt kamen, Ina und ich, für mich war Kink wirklich ein Synonym für BDSM. Weil ich habe ganz viel mir angelesen über FetLife. Da war ich irgendwie so, seit ich frisch 18 war, dann unterwegs. Und das war für mich wirklich immer ein Synonym. Und erst, als ich dann so richtig eingetaucht bin, war mir klar, na okay, in Deutschland ist das, glaube ich, ein bisschen anders. Wenn man in Amerika oder in England von Kinkmanches redet, dann meinen die Stammtische und klassisch BDSM. Und in Deutschland kommt da einfach noch viel mehr Hedonistik mit rein.
Sebastian Ja, also ganz ehrlich, also wenn jemand sagt, aus einer Kinky Party, da machen wir keinen harten SM, dann würde ich immer antworten mit, was macht denn kink.com? Und die haben den Begriff quasi erfunden. Und das ist definitiv dann nicht mehr kinky, was die dort tun. Man kann immer argumentieren. Aber nochmal zurück zu der Frage, was ist so das, was möchtet ihr erreichen? Weil Sichtbarkeit, okay, dann käme jetzt Toleranz, das sehe ich so als, das wäre schon mal ein großer Schritt, dass eine breite Toleranz da ist und Akzeptanz ist natürlich dann nochmal der Oberluxus. Also ist das ein Ziel und ist das irgendwie realistisch?
Ina Keine Ahnung, ob das realistisch ist, aber es ist das Ziel. Und also die Sache ist halt die, wenn nicht irgendjemand anfängt dafür zu kämpfen, dann bleibt es immer wie es ist. Und dann bleibt BDSM immer etwas, was Perverse machen, was kranke Leute machen, was auch missbräuchliches Verhalten begünstigt. Also wenn es im Keller bleibt, wenn es im Dunkeln bleibt, wenn es in den Nischen bleibt, dann begünstigt das. Übergriffe ist begünstigt, missbräuchliches Verhalten ist begünstigt. Alles das, was wir nicht möchten, weil ich finde BDSM sollte immer etwas sein, was erfüllt, was Freude macht, was großartig ist und was eine Lebensart ist, eine Lebenseinstellung, sexuelle Identität.
Sebastian Wir machen das ja nicht, weil es uns damit schlecht geht, sondern weil wir irgendwie einen Gewinn daraus haben, auch wenn das vielleicht optisch manchmal ganz schön böse aussieht. Aber irgendwie haben wir ja was davon.
Lea Absolut. Also ich finde, das bringt ganz viel Empowerment mit sich.
Ina Ja.
Lea Frei zu leben und frei zu entscheiden. Ich entscheide mich fürs Machtgefälle und ich entscheide mich dafür. Bewusst.

Wir müssen immer über Consnt reden

Sebastian Okay, jetzt haben wir diesen Verein und der macht die Stammtische. Die sind ja für BDSM-Innen. Und das ist ja relativ einfach. Da macht man einmal einen Termin, da klärt man die Begriffe und dann kann man miteinander diskutieren. Da geht es also dann, ich sag mal, um Details. Weil so Dinge wie Content müssen wir nicht diskutieren. Und dieser Podcast ist ja auch so. Ich habe ihn gestartet mit, die Hand geht hoch, kleinen Moment. Ich habe diesen Podcast ja auch gestartet mit, wir machen den für BDSM-ige Personen. Das heißt, ich erkläre nicht in jeder Folge, was ist Bondage, was ist Spanking. Das mache ich einfach nicht, weil ich sage, die Leute werden, die schlafen sonst ein. Okay, ich habe jetzt den Nebensatz gesagt, Konsens, da sind wir uns ja einig, wir sind es uns nicht, Lina.
Ina Nein, wir müssen immer wieder über Konsens sprechen, weil wir müssen, also das, was wir eigentlich bei fast jedem Themenstammtisch machen und auch bei den Socializing-Treffen, Und auch bei jedem Workshop, selbst wenn wir wissen, da sind erfahrenere Leute, jedes Mal wieder erklären wir den Unterschied zwischen Konsens und informiertem Konsens. Jedes Mal.
Sebastian Ja, das ist ein Unterschied, das stimmt. Vielleicht gibt es da zwei unterschiedliche Ansätze. Wie erklärt ihr Konsens einer BDSM-Person und einer Nicht-BDSM-Person?
Ina Immer gleich.
Lea Ja.
Sebastian Ich bin gespannt. Erklärt es mal, damit wir es einmal geklärt haben.
Lea Konsens, Einvernehmen. Also ich frage dich, darf ich dich berühren? Und du sagst ja, dann habe ich deinen Konsens. Und wenn ich aber eine Praktik vornehmen möchte und ich sage, du, ich würde dich ganz gerne mit dem Seil hier einschnüren, sagst du ja. Und du sagst ja, kannst du machen. Dann ist das Konsens, aber nicht informierter Konsens. Und der informierte Konsens beginnt da, wo ich sage, hey, ich würde gerne Praktik XY mit dir austesten oder ich hätte da Interesse daran an dem Zwischenspiel zwischen uns. XYZ kann passieren. Du hast die Risiken gehört. Das ist informierter Konsens. Ich weiß, was passiert und was passieren kann.
Ina Genau.
Sebastian Also im Krankenhaus das Gespräch mit den Risiken, das gehört dann immer dazu.
Ina Genau, also ich nehme halt, egal ob Stino oder BDSM, ich nehme immer das Beispiel mit dem Schlagen. Ich kann sagen, hey, du möchtest das gerne ausprobieren, ich kann dich jetzt hauen, hältst du deinen Hintern hin und du sagst ja, dann habe ich deine Einverständnisse, könnte ich theoretisch loslegen, möchte ich aber nicht, weil ich möchte in den informierten Konsens gehen. Das heißt, ich sage dir, ich möchte dich jetzt gerne hauen, du möchtest das ausprobieren, wir können das zusammen machen. Folgendes kann passieren, dir kann die Haut aufplatzen, es können Hämatome entstehen, es kann sein, dass ich auf irgendwelche Haarwurzelentzündungen treffe und das platzt auf und es fängt dann zu bluten. Also es kann passieren, dass du Panik kriegst.
Sebastian Das heißt, Konsent reicht gar nicht aus?
Ina Nein, also für mich nicht.
Sebastian Also spannender Punkt, vielleicht bin ich da auch nicht mehr ganz richtig informiert, aber so in der rechtlichen Betrachtung reicht Konsent.
Ina Ja.
Sebastian Ja, sie haben doch eingewilligt, dass da was mit den Seilen gemacht wird und grob das und das. Ja, okay, Vereinwilligung da. Also das ist der neue Standard, informierter Konsent.
Ina Für mich.
Sebastian Kann ich den immer erreichen? Ich habe ein Beispiel. Eine Person möchte BDSM ausleben, sagt, ich möchte das woanders ausleben, erzählt, was da so ein bisschen ist und die andere Person stimmt zu, ja mach du mal dein Kram. Da sie ja mit BDSM nichts anfangen kann, gar nicht verstehen kann, um was für Gefühle, Emotionen und Praktiken es wirklich geht, also zumindest die Gefühlsebene lässt sich ja nicht beschreiben irgendwie, das muss man ja offenbar erleben, ist ein informierter Konzept dabei unmöglich.
Ina Ich glaube, den informierten Konsens können wir nie in Gänze erreichen. Ich kann aber versuchen, das so informiert wie möglich zu gestalten. Also so informiert, wie es mir möglich ist, hinzubekommen.
Sebastian Das Podcast-Subi wird mich jetzt dafür an den Ohren ziehen. Das wird sie wirklich tun.
Ina Liebe Grüße an Sie an dieser Stelle.
Sebastian Zitat. Man kann Dinge so lange so richtig machen, dass sie keinen Spaß mehr machen. Wir fesseln heute zum fünften Mal als Beispiel und schon wieder die Litanei mit. Das kann passieren, das hatten wir doch schon. Also an welcher Stelle kann ich auch darauf vertrauen, dass man gegenüber sagt, ja ich weiß das, ich bin informiert, mir ist das alles klar mit der Haarwurzel und den ganzen Gefäßen etc. Jetzt fang halt an. Wir müssen das nicht schon wieder durchkauen. Also inwieweit wird es unsexy, weil BDSM ist Leidenschaft und Interaktion und, man weiß nicht, was mit einem passiert. Diese Ungewissheit, passiert es jetzt oder passiert es später? Ich habe die Augen verbunden und Wahnsinn, also da ist so viel Reiz drin. Also ich sage das jetzt, um auch einfach die Gelegenheit zu geben, zu gucken, wie kriegt man den, dass man den Reiz nicht totredet, tot diskutiert, totinformiert. Und hier sind die vier Seiten AGB nochmal zu der Praktik. Bitte durchlesen, rezitieren, in eigenen Worten zusammenfassen, dann mit Blut und Tränen unterschreiben und dann können wir loslegen. Also es gibt ja viele Menschen, da gehöre ich auch zu, die sagen, ich muss sicher agieren, und mein Gegenüber muss wissen, was da passiert, aber ich muss an einer gewissen Stelle auch immer voraussetzen, das ist jetzt verstanden und mein Gegenüber taucht nicht ab, sondern ist währenddessen dabei und trägt auch eine Verantwortung, auch wenn ich aktiv bin. Also das ist so mein Punkt. Und ich meine, du erklärt es ja Leuten, wie kriege ich diesen, komme ich nah an den informierten Konzent ran, ohne dass ich aus der Situation einen bürokratischen Akt mache?
Lea Also ich finde, man kann ganz viel regeln, indem man einfach vorher diese Gespräche führt. Also wenn man sich kennenlernt und man redet vorher drüber, hey, was ist mein Go, was ist mein No-Go, was ist meine Grenze, was ist mein Heart Limit? Ich finde, da ist das zum Beispiel schon mal angebracht. Man muss nicht vor jeder Session sagen, hey, übrigens, ich benutze heute das Nadelrad, den Vlogger, die Gerte, XYZ kann passieren. Ich finde, das ist etwas, was man, gerade wenn man eine dauerhafte Beziehung hat oder eine Spielbeziehung, whatever, einfach vorher abklopft. Das muss nicht wie ein AGB abgearbeitet werden.
Sebastian Setz doch mal voraus, dass die Person auch weiß, was sie mag und nicht mag und wo die Grenzen sind. Ich glaube, das zu definieren, wenn du mich nach meinen Grenzen fragst, dann muss ich ganz ehrlich sagen, das würde mir extrem schwer fallen. Ich habe sie, aber sie sind jeden Tag andere. Jeden Tag ist so ein bisschen ein anderer Fokus, wo ich sage, das geht noch oder das geht gar nicht. Also es würde mir unglaublich schwer fallen, da eine qualifizierte Aussage zu machen.
Ina Ich denke halt, es ist eben auch ein Unterschied, also wenn ich, von diesen krassen Unterschieden rede und sage, hey, wir brauchen den informierten Konsens, dann gehe ich immer davon aus, da ist eine Person, die erfahren ist und eine Person, die im Grunde noch komplett grün hinter den Ohren ist. Weil das ist das, was wir hauptsächlich machen. Hauptsächlich machen wir Arbeit mit Anfängern und EinsteigerInnen. Und da finde ich es halt einfach wichtig. Und da komme ich lieber einmal mehr mit diesem AGB-Zettel um die Ecke, als dass ich einmal irgendjemanden ins offene Messer rennen lasse und sage, naja, es reicht schon, wenn du Ja sagst.
Sebastian Gerade bei Anfängern ist ja auch dieser Druck, jetzt fange ich endlich an, ich muss jetzt schnell viel und krasses Zeug erleben, die Fantasien müssen jetzt umgesetzt werden und dieses langsame Miteinander anfangen. Zurzeit nimmt sich nicht jeder, was ich total verständlich finde. Man will ja endlich. Und ich hatte ja schon durchaus mehrere Folgen hier, wo die Leute gesagt haben, ja ich wusste, dass man sich an einem neutralen Ort trifft und so weiter. Und trotzdem bin ich nachts um 300, 600 Kilometer gefahren auf diesem Bauernhof und habe mich grün und blau hauen lassen. Also ein bisschen überspitzt jetzt, aber es erzählen Menschen, dass sie das tatsächlich getan haben, obwohl sie wussten, dass es keine gute Idee ist. Und darin lag vielleicht auch der Reiz. ganz erstaunlich wenig ist passiert.
Ina Gibt es immer wieder. Es gibt, weißt du, das ist dieses Ding, mit dem ich laufe über die rote Ampel. Das geht tausendmal gut und beim tausend und ersten Mal kommt der LKW angeschossen. So und das ist eben das. Wir sind natürlich auch dafür da zu sagen, hey BDSM ist etwas ganz Tolles und Erfüllendes und das ist etwas, was ganz ganz viel Freude macht und Leidenschaft mit sich bringt. Es bringt aber eben auch Gefahren mit sich und es gibt auch Stolpersteine und es gibt auch die Deppen, die durch die Szene rennen. Und es gibt auch die, die sagen, hey, darf ich dich hauen und warten nur darauf, dass du ja sagst, damit sie dann sich an dir austoben können. Die gibt, nein, die laufen nicht an jeder Ecke rum, aber die gibt es.
Sebastian Da hat der alte, weiße Sticks natürlich die wunderschöne Überlegung um zu sagen, naja, wenn es das ist, dann ist es ja per Definition kein BDSM mehr.
Ina Richtig. Und genau das müssen Menschen aber auch wissen. Weil wie viele Frauen oder wie viele devote Menschen, ich nehme da Männer auch nicht aus, wie viele devote Menschen gibt es, die die Szene entdecken wollen, die ihre Devotion entdecken wollen und die dann, von irgendeiner Kackpratze gesagt kriegen, Wenn du das jetzt nicht genau so machst, wie ich das will, dann bist du nicht devot.
Lea Und am besten hast du noch einen Vertrag unterschrieben. Zack, genau.
Ina Du hast mir das unterschrieben, dass ich alles mit dir machen darf.
Sebastian Ich glaube, ich habe jetzt in den letzten Monaten den schönen Begriff Check-In nochmal neu gelernt und ja, ich stelle fest, dass dieses Werkzeug, auch während der Session, es gibt einfache und gute Möglichkeiten zu gucken, sind wir hier noch auf einem Level. Das ist so ein Punkt, das geht ein bisschen gegen die Romantik der unnahbaren Top-Person, die alleine alles bestimmt, das ist in Dark Romance bestimmt total romantisch, aber ich glaube, also erfahrungsgemäß macht es das nicht kaputt, zu sagen, na, kannst du noch? Das kann sogar provokanzieren, wenn man sich kennt. Und dann muss ja nicht ein Nein kommen. Ich kann nicht mehr. Das wäre ja ein Eingeständnis des Versagens, wenn man das so sehen möchte. Aber so, ja, war bisher gut. Jetzt habe ich ja erst mal Durst oder so. Man kommt aus der Nummer raus, wenn man sich daran gewöhnt.
Lea Auf jeden Fall.
Sebastian Vielleicht bin ich auch dadurch, dass ich eine sehr erfahrene Person als erste Spielpartnerin hatte, hatte ich den Riesenvorteil, dass ich da schnell lernen dürfte. und das ist eventuell auch ungewöhnlich. Wenn ihr Profis, BDSM erzählt, dann könnt ihr ja nicht so auf die Gefahren den Fokus setzen.

Workshops für nicht Kinky-Menschen

Weil wenn die immer nur zu hören kriegen, wir machen hier potenziell tödliche Praktiken, dann wird es schwerfallen, wenn ihr irgendwo einen Workshop gebt, für nicht kinky Personen, dann wird es ja schwerfallen, irgendeine Art von Verständnis hinzukriegen. Wie spricht man mit Menschen, die zum Beispiel in irgendeinem Amt sind, in einer Behörde sitzen? Wie erklärt man denen, was BDSM ist, ohne dass sie gleich hinterher sagen, wir müssen das sofort verbieten, wir müssen was in die Satzung irgendwo reinbauen? Wie kriegt ihr es hin, diese Menschen mit dem Mindset zu kriegen?
Ina Ich muss tatsächlich gerade, also wir hatten tatsächlich mal eine Situation, wo wir schulen durften. Grundwissen über BDSM vermitteln war großartig.
Sebastian Darfst du sagen, bei wem oder wo?
Lea Nein.
Sebastian Ganz grobe Richtung?
Ina Nein, dürfen wir nicht.
Sebastian Okay, dann werfe ich jetzt einfach Spekulationen, dann habt ihr nichts gesagt, irgendwas staatliches. Müsst ihr nichts zu sagen, wird wahrscheinlich so gewesen sein oder irgendein Unternehmen oder irgendetwas, vermutlich war es irgendwie eine Reinigung oder sowas.
Ina Wahrscheinlich.
Sebastian Ja, okay.
Ina Und spannend war, wir haben halt noch keine, also wir zeigen immer gerne Dinge, was gibt es alles so in der Szene, auch Spielzeuge und im Moment ist es halt so, wir haben für den Verein sowas noch nicht anschaffen können und, wir nehmen dann halt unsere privaten Sachen mit und wie ich dir ja auch schon mal erzählt habe in meiner Folge, ich mag Blutspiele total gerne und da war halt ein Rohrstock bei, der hat gut Patina gehabt. Patina ist ein schönes Wort das war großartig also du hast halt so dieses Griffstück gehabt, du hast halt gesehen, wo mein Mann anfasst und der Rest war halt rostbraun, sag ich mal.
Sebastian Liebes Publikum, nehmt immer neue Rohrstöcke.
Ina Nein.
Sebastian Und Rohrstöcke sind seelengebunden. Da musst du aber zustimmen.
Ina Ja, natürlich.
Sebastian Seelengebunden heißt, auf einer Person verwendet, dann nie wieder auf einer anderen.
Ina Spätestens dann, wenn du Patina hast, gar nicht mehr.
Sebastian Okay, alles klar. Blut ist gesetzt. Das ist ein super Einstiegsthema für irgendwelche Leute, denen das zu erklären.
Ina Richtig, weil das Ding ist, ich wusste...
Sebastian Bremst du da auch mal und sagst, das ist zu viel?
Ina Das war aus Versehen. Ich wusste nicht, dass das da drin war und hol die ganzen Sachen raus und hab diesen Stock in der Hand und hab dann gedacht, oh, das war jetzt vielleicht nicht so günstig.
Lea Vor allem waren wir auch einfach beide sehr aufgeregt. Das war unser erster so interaktiver Workshop für Leute, die nicht aus der Szene kommen oder Anfänger sind und ja, also es war generell ein spannender Workshop.
Sebastian Mit was sind die da reingegangen? Die kommen ja, sitzen dann da, eventuell müssen sie da sogar sitzen und sind gar nicht freiwillig da und dann haben die auch noch alle Vorteile und dann haben sie vielleicht durch ihre persönlichen Erfahrungen, Berufsleben, irgendwas, wissen die eigentlich nur, dass es schlimme Sachen gibt. Die muss man jetzt irgendwie kriegen, damit sie euch nicht hinterher direkt, was weiß ich, anzeigen, einsperren, sonst irgendwas mit euch machen. Wie erklärt man das?
Lea Also wir haben erstmal so eine offene Runde gemacht und erstmal abgefragt, hey, wie ist euer Stand? Habt ihr Berührungspunkte? Habt ihr das schon mal gesehen? Habt ihr vielleicht selber Erfahrungen gemacht oder schon mal einen Bekannten gehabt, der davon erzählt hat? Und da kamen dann wirklich ganz diverse Antworten von, ja, hab ich schon mal ausprobiert, zu mag ich gerne oder zu, naja, ich hab mal Shades of Grey gesehen und eigentlich hab gar keine Berührungspunkte damit.
Sebastian Ablehnung? Offene Ablehnung?
Ina Eine, ja. Eine Person saß dazwischen, die sagte, naja, soll ja jeder machen, was er will, aber das muss ich ja nicht gut finden.
Sebastian Das ist schon mal eine gute Quote, also da sind wir ja schon viel weiter, als ich dachte, wenn dann eben nicht, ich sag mal, 20 Menschen vor ihm sitzen, die sagen, Hexen, verbrennt sie.
Ina Ich glaube, die Menschen, die wir dort sitzen hatten, kamen insgesamt schon, berufsbedingt immer wieder mit eher speziellen Menschen zusammen und dadurch ging das so. Also so eine Gesamtoffenheit, Themen gegenüber, die nicht alltäglich sind, müssen die, glaube ich, berufsbedingt mitbringen.
Lea Das stimmt, ja.
Sebastian Okay, was habt ihr dann geschafft? Also konntet ihr an dem Mindset was verändern? Was ist rausgekommen oder was war das größte Missverständnis?
Ina Das größte Missverständnis war, glaube ich, dass wir vermitteln konnten, dass es eben nicht nur eine Sexualpraktik ist. BDSM ist nicht nur eine Sexualpraktik, sondern es ist eben für viele Menschen sexuelle Identität. Und ich glaube, das ist etwas, das konnten wir gut vermitteln und ich glaube, wir konnten auch gut vermitteln, dass Menschen keine Störung haben, weil sie BDSM ausleben. Und das, glaube ich, ist uns gelungen.
Sebastian Gibt es ein Kernargument, mit dem man das vermitteln kann?
Ina Ja, das Kernargument ist einfach das, dass wenn Menschen sich frei entfalten können und wenn sie ihren Leidenschaften und ihren, Emotionen nachgeben dürfen, dass sie dann sich gesund entwickeln. Und wenn Menschen die Dinge tun, die sie gut finden und die sie erfüllend finden und das auch dürfen und das im Konsens passiert, dann gesunden sie, anstatt zu erkranken.
Sebastian Ich versuche mal einen Vergleich. In der Kunst ist fast alles erlaubt. Vielleicht kann ich das auch auf Sexualität oder auf eigene Identität abbilden. Und das mit Kunst, das ist, ich sag mal, höchstrichterlich trainiert in dieser Gesellschaft und wird geschützt. sexuelle Identität wird in Teilen inzwischen geschützt, das wird gerade wieder düsterer, das Klima aber das ist mal auf einem guten Weg und wenn BDSM unter dieses Dach drunter kommt, dann ist ja eigentlich alles frei, dann gibt es eigentlich keine Missverständnisse mehr, also was ja eigentlich nur der einzige Punkt ist die Institutionen dieses Landes müssen eigentlich nur verstehen das ist das gleiche und jetzt bitte widersprechen oder korrigieren, ich hau die These jetzt auch absichtlich böse raus. Ich habe mir vorher gut überlegt, ob sie sagen, BDSM ist das gleiche wie Homosexualität.
Ina Ja.
Lea Naja, aber es ist insofern gleich, dass Leute sich das nicht aussuchen.
Ina Genau.
Lea Also für viele ist das einfach, also so wie für mich immer klar war, ich bin pansexuell, war auch immer klar, dass BDSM Teil meines Lebens ist. Genauso fest.
Ina Und ich denke halt auch tatsächlich, ich habe mir das nicht ausgesucht, so zu sein. Und ja, es gab tatsächlich auf meinem Weg Momente, wo ich mir gedacht habe, scheiße, warum kann ich denn nicht den 0815-Blümchen-Sex genauso geil finden wie andere Leute? Dann wäre ich normal. Das war das, was ich damals gedacht habe, als meine erste Beziehung in die Brüche ging und ich mit einer Fachperson gesprochen habe, die mir erzählt hat, dass ich krank bin. Und das war für mich ganz schlimm.
Sebastian Die Kampagne muss lauten und zwar überall, BDSM ist eine sexuelle Identität.
Ina Kann eine sexuelle Identität.
Sebastian Genau, nicht bei allen und nicht immer, aber es kann es sein und deshalb ist es schützenswert.
Ina Richtig. Das ist auch eines unserer Themen, die wir besprochen haben, als wir gesagt haben, wir gründen den Verein und dann machen wir das, das, das, das, das und irgendwann, gehen wir an die Politik ran und an sämtliche Instanzen und sagen, nein, das ist keine sexuelle Spielart, sondern es ist eine sexuelle Identität. Das ist eine Lebenseinstellung, eine Lebensart. Wenn wir jetzt gerade mal Menschen in DS-Dynamiken nehmen, da kann man ja nicht mal sagen, das ist rein sexuell, sondern das ist eine Identitätsfrage. Bist du auch BDSM-er?
Sebastian Ja, das ist so ein bisschen die Frage. Sind wir nicht alle ein bisschen kinky? Das ist so ein bisschen der Spruch. Nein. Also ich stelle fest, fast alle Personen machen in ihrer Beziehung, in ihrer Sexualität irgendetwas, wo ich das Label BDSM dran schreiben könnte. Wenn ich den Leuten aber sage, dass sie dann Kingstar sind, ich benutze den Begriff jetzt absichtlich, verzeih mir bitte, weil es klingt so schön sexy. Dann würden die Leute mich angucken und sagen, nee, so Quatsch mache ich nicht.
Ina Ja.
Sebastian Also von einem nahmst du sie alle?
Ina Also tatsächlich komme ich jetzt mal wieder auf diese eine Fortbildung, die wir gegeben haben, zurück. Da saß bis auf eine einzige Person nachher in der Feedbackrunde, was habt ihr heute mitgenommen, saßen alle, die dort saßen und haben gesagt, ja irgendwie habe ich wohl doch schon mal was mit BDSM zu tun gehabt. Ja, ich nehme sie alle. Ich nehme sie alle und ich lasse sie alle so sein, wie sie sind. Also ich sag nicht, du bist ein richtiger BDSMer, wenn du 24-7, DS und mit Hauen und Blutspielen und allem drum und dran und wenn du ohne BDSM dir dein Leben und deine Sexualität nicht vorstellen kannst, nee, das muss es nicht sein. Das muss es für mich sein. Für mich ganz persönlich. Aber das bedeutet nicht, dass jemand, der alle zwei, drei Monate mal sich auf einem Wochenende auf einer Party den Arsch versohlen lässt, weniger es einmal ist als ich.
Sebastian Ja, ich glaube, der Unterschied ist dann der, selbst wenn ich das mache, ich muss die Sache mit dem Konsent im Kopf haben, dann ist es BDSM.
Ina Ja, das sowieso.
Sebastian Sonst ist es, wir haben Unsinn gemacht. Das ist so. Okay, ich könnte mich da jetzt unglaublich daran festhängen. Allerdings haben wir jetzt auch schon doch 75 Minuten gesprochen, ohne eine Pause zu machen. Die machen wir genau jetzt. Bis gleich. So, liebes Publikum, nach einer denkwürdigen Pippi-Pause, die wir alle drei, ich hoffe, ich darf das sagen, die wir alle drei dringend brauchten, geht es weiter. Und ja, ich meine, meine Rolle bleibt es, ja, der Advokatus, die Erwolli zu sein und Dinge hinzuwerfen und mal zu schauen. Wir gehen einfach mal direkt weiter. Und Ina, du hast mir gesagt, ich soll weiter Kontra geben und drauf, ja?
Ina Bitte.
Sebastian Das möchtest du.
Ina Ja. Wir ziehen durch. Wir sind nicht hier zum Eierschaukeln.
Sebastian Wunderbar.
Lea Ich zitiere, zieh durch.
Sebastian Ja, okay. Gut, dann nehmen wir doch mal so den nächsten Komplex und wir gucken mal. Also liebes Publikum, fehlt euch unfassbar eingeladen, unter dieser Folge was drunter zu schreiben. Kommentiert. Ina kann es ab.
Ina Lea auch.
Sebastian Lea kann es auch ab. Ich sowieso. Also wenn ihr da anderslaut eine Meinung habt, bitte begründet sie ordentlich oder nehmt euch einen kleinen Moment Zeit, was drunter zu schreiben. Dann schreibt es drunter, wir alle drei sehen das. Wir werden per E-Mail informiert, da ist was Neues. Es geht nicht darum, wer hat Recht. Sondern ich möchte in diesem Podcast immer möglichst alle hören. Und ich nehme alle Standpunkte ernst, sofern sie nicht völlig schwachsinnig sind. Was das ist, das lege ich allerdings auch fest. Mein Podcast. Wir nehmen mal ein schönes Thema, ein ganz einfaches Thema. Wir haben 2026.

Gibt's nicht schon genug?

Brauchen wir denn überhaupt noch sowas wie Vereine oder eine Szene? Denn wir haben ja genug Angebote, kommerzielle Angebote. Es gibt doch alles, was man braucht. Es ist doch alles da. Und wenn ich soziale Medien anschmeiße und da das ein oder andere Video lang genug ansehe, dann kriege ich auch da meine Szene und alles, was ich zur BDSM wissen muss. Ich komme doch gar nicht mehr drum herum. Wir brauchen das doch alle gar nicht mehr. Oder doch?
Lea Noch unbedingt. Also ich finde gerade für Community schaffen, für Horizont erweitern und auch mal von seinem eigenen Standpunkt wegkommen, ist die Szene vor Ort gar nicht, also die können wir uns gar nicht wegdenken. Ich glaube, das ist genau der Punkt, wo ganz besondere Beziehungen entstehen, wo wir unsere Denkweisen und unsere Muster überdenken und auch in freundlicher Zusammenkunft, einer anderen Meinung belehrt werden können, wenn wir es wollen. Also wir brauchen Menschen.
Ina Ja, wo wir uns entwickeln können. Wenn wir immer nur alleine bleiben, ohne Input von außen, ohne Reibung auch mal. Deswegen finde ich das ganz spannend, dass du vorhin gefragt hast, kann ich weiter gegen angehen? Ich fühle es gar nicht, dass du gegen angehst. Für mich fühlt sich das an wie ein guter Diskurs, weil wir haben ja unterschiedliche Standpunkte. Also generell denke ich, sind wir uns alle relativ einig, wie Szene oder wie BDSM, jetzt wollte ich es gerade sagen, richtig funktioniert. Aha. Was natürlich totaler Unsinn ist. Aber ich glaube, wir sind uns zum Beispiel in Sachen Konsens alle einig. Wir sind uns einig, wenn kein Konsens besteht, dann befinden wir uns im strafrechtlich relevanten Bereich und nicht mehr im BDSM. Fertig. Und ich glaube, auch Community ist etwas, was sehr wichtig ist. Eine Szene ist sehr wichtig, auch um... Feedback zu bekommen, um miteinander aneinander zu wachsen, um Rückmeldungen zu bekommen auch, und jetzt kommen wir wieder auf den Vereinszweck, da wo es kritisch wird, wo es gefährlich wird, wo irgendwelche Dinge nicht mehr richtig laufen, wo vielleicht jemand sagt, hey, ich möchte doch gefallen und wenn ich das jetzt nicht mache, dann gefalle ich ja nicht mehr. Und darf ich jetzt Nein sagen, ohne dass ich ein schlechter Bottom bin oder eine schlechte Sub oder darf ich mich überhaupt Sub nennen, wenn ich meine eigene Meinung habe?
Sebastian Möchte ich ergänzen, darf ich denn Nein sagen auch als Top? Unbedingt, auch ganz wichtig. Ich finde, das wird immer so gerne vergessen, dass aktiv nicht heißt, dass man, die starke Position hat.
Lea Überhaupt nicht. Also gerade in unseren Workshops ist auch immer wieder Thema, gerade wenn es um die Sicherheit geht, checkt nicht nur bei eurem Bottom. Und auch Bottom soll bitte beim Top einchecken. Hey, wie war dein Tag? Wo stehst du gerade? Muss ich irgendwas beachten? Also ich weiß, wenn ich bei meinem Partner ganz doll am bretten bin, also ich provoziere gerne, um auch mal einfach den ein oder anderen Klaps zu kriegen. Und es gibt Tage, da ist das nicht angebracht. So, da triggere ich ihn damit. Und das darf man überhaupt nicht außer Augen lassen, dass alle Beteiligten in den Dynamiken Check-ins brauchen.
Ina Also auch körperliche. Ich habe da jetzt am Wochenende bei dem einen Workshop, den ich gegeben habe, auch gesagt, ich habe eine gute Freundin, die ist mal aufs Bett gefesselt worden und der Partner hat einen Herzinfarkt bekommen und sie lag gefesselt auf dem Bett und war unschön. Und ihm ging es eigentlich schon den ganzen Tag nicht so gut, er hat bloß nichts gesagt, weil die haben sich nur einmal die Woche gesehen zum Spielen.
Sebastian Ja, ich kenne das auch. Man hat eine leichte Erkältung, aber eigentlich ist heute die Gelegenheit. Wie viel mache ich?
Lea Muss man die nutzen?
Sebastian Ja, das ist dann immer die Frage. Und wenn man ein bisschen darüber nachdenkt, stellt man fest, naja, vielleicht geht es auch viel sanfter heute und vielleicht nicht mit Fesseln. Den Moment Ruhe braucht man, um dann einmal zu checken. Das ist vielleicht eine dumme Idee, was ich hier gleich eigentlich wollte. Ich habe doch heutzutage so viel mediale Beschallung auch im Bereich BDSM. Mein Gott, also gut, bei mir ist ja eh klar, also auf meinem Instagram-Konto, also das Podcast, wenn ich da durch die Timeline scrolle, mein Gott, also mir wird Consent. Safe Spaces, Safe Play, Veranstaltungsinformationen, wie funktionieren Praktiken? Also ehrlicherweise, das wird echt eingeprügelt. Ich kann dieses, wenn ich da durch die Reels swipe, ich habe gar keine Möglichkeit, das nicht zu verstehen. Kleiner Nebeneffekt, das liegt auch am Medium. Diese Leute finden unglaublich viele Produkte toll. Aber trotzdem vermitteln sie ja auf einer sehr breiten Basis mit sehr vielen Followern dieses Einmaleins des gelungenen BDSM.
Lea Das gelungene BDSM, ja.
Sebastian Deshalb ersetzt das nicht doch ein Teil dessen, was klassische Szene und Community leisten muss?
Ina Für den einen oder die andere vielleicht. Ich glaube aber, am Ende, kann kein Medium Emotionen so transportieren wie zwischenmenschlicher Kontakt.
Lea Ja, ich finde, man muss sich auch aneinander reiben und man muss auch Dinge sehen, wo man erstmal sagt, huch, weil dieser ganze Content auf Social Media, der ist sehr vorgefiltert, der ist so, dass du nicht drüber stolperst oder eher wenig. Also ganz viele machen ja so Content von, wir spielen SSC und sehr einsteigerfreundlich und das ist bestimmt auch richtig für, wie Ina sagt, für ganz viele Leute, aber ich glaube, es muss einfach einen Punkt geben, wo man sich reibt und wo man sich sagen kann, weiß ich nicht, finde ich gerade nicht, dass wir SSC spielen sollten, sondern eher Rack und es muss Leute geben, die diesen Input geben.
Ina Ja, und wenn ich zum Beispiel auf dem Schlagen für Anfänger Workshops sage, ja und euch werden auch immer wieder Menschen begegnen, die mit Floggern ihren Subis auf die Nieren hauen und ihr werdet da stehen und werdet die Hände über dem Kopf schlagen, und werdet sagen, das geht doch gar nicht. Und wenn ihr dann das genauer betrachtet, seht ihr vielleicht, wir haben da einen Fellflogger, der eigentlich gar nichts macht außer streicheln und wir haben da Menschen, die ganz lange schon miteinander interagieren.
Sebastian Gut, das mit der Niere, das ist natürlich so dieser Aspekt, wenn ich etwas mache und auch verstehe, was ich da tue, dann ist das sexy. Wenn ich einfach nur dumm bin, dann bin ich halt einfach nur dumm. Dann ist es im Zweifel schnell gefährlich und blöde und verletzend und übergriffig und ich weiß nicht, was alles.
Ina Aber es braucht auch Menschen, die das sagen.
Sebastian Das höre ich nicht bei Instagram.
Ina Social Media Content ist, man schlägt nicht auf die Nieren. Macht man nicht. Nie. Grundsätzlich. Never ever. Mit nix. Niemals.
Lea Und so sieht der perfekte Dom aus und die perfekte Sub.
Sebastian Ah, da kommt jetzt der Druck als Komponente. Du musst, also wenn man sich die Menschen ansieht, die sehen schon alle ziemlich gut aus. Die haben auch sehr hübschen Stuff. Und das hat alles immer auch ein sehr schönes Happy End.
Ina Voll schön.
Sebastian Ich finde der Druck, den das macht. Also ich persönlich, wenn ich damals sozialisiert würde, würde ich sagen, hätte ich nie den Mut gefunden, was anzufangen. Auf der anderen Seite, als ich damals vor, oh Gott, das müssen schon 15 Jahre sein, dann auf meinen ersten richtigen Stammtisch alleine gegangen bin, da habe ich auch gedacht, oh weia, das sind ja alles Leute, die laufen da im Frack und weißen Hemd und da stehen Lamborghinis oder mindestens Mercedes vor der Tür, bis ich dann relativ schnell verstanden habe, nein, nein, Leute wie du und ich, ganz entspannt. Also ich hatte da auch meine Bedenken, bin ich denn pervers genug, sage ich mal, um dazu zu gehören und, ich bin mir nicht sicher, ob das das so befeuert, es wird ein Standardgesetz, den Anfänger, also zwei Menschen in einer Beziehung, wir schließen beide, wir fangen jetzt was an. Die kriegen zwar Starthilfe, aber sie kriegen auch gleich gesagt, wenn du es nicht perfekt machst, dann ist es gleich übergriffig, dann ist es gleich ein Problem, dann ist es gleich gefährlich, dann sterbt ihr sofort. Und ich weiß nicht, ob das gut ist. Und was macht ihr denn anders? Wir sind ja auch bei Instagram.
Lea Ja, also ich würde sagen, wir machen nicht diesen klassischen, so sieht der perfekte Top aus, so sieht das perfekte Spiel aus Content, sondern wir verweisen ja größtenteils auf unsere, Events einfach, damit wir Leute ins 1 zu 1 oder in die Community bekommen, weil gerade da ja dann diese Vorurteile von ich muss, so und so aussehen und alles geschniegelt, gebügelt und Spielzeuge auspoliertem Edelstahl und Wildleder. Und ich glaube, ja, da passiert einfach dann ganz viel, was Insta gar nicht rüberbringen kann.
Ina Kann ich denn auch in normalen Klamotten zum Stammtisch kommen? Nein, wäre nicht. Nur im Fetisch-Outfit.
Lea Nur Latex.
Sebastian Die Frage kriegt ihr wirklich, ne?
Ina Ja, die kriegen wir wirklich.
Sebastian Vielleicht haben wir jetzt einmal gesagt, das Liebespublikum, die meisten Stammtische, zumindest eigentlich immer dann, wenn sie in irgendwie Café, XY-Restaurant sowieso sind, ja, vielleicht nicht unbedingt im müffelnden, sechs Wochen nicht gewaschenen Blaumann. Aber ey, seht euch irgendwas über, mit dem ihr euch wohlfühlt und dann kommt ihr da hin. Und wenn es wirklich ein Play-Stammtisch ist, wo ein Dresscode ist, dann wird man euch das sehr deutlich sagen. Und ihr werdet es nicht übersehen können, versehentlich. Lieber ein bisschen schicker, meinetwegen eher das, vielleicht eher das kurzärmelige Hemd als das T-Shirt, was schon Löcher hat, aber im Zweifel ist das völlig okay.
Ina Also bei uns ist wirklich tatsächlich, wir haben auch Menschen, die kommen im Bandshirt mit zerfetzten Jeans und es ist vollkommen okay. Ich habe zum Beispiel eine ganze Weile nach meiner OP eigentlich immer, tatsächlich die obligatorische Jogginghose getragen, weil ich einfach nichts anderes tragen konnte und ein T-Shirt drüber. Und das ist voll okay.
Lea Wir wollen ja den Menschen so wie er ist.
Ina Ja, genau. Wir wollen ja eben, Und Authentizität vor allem.
Sebastian Aber spannend, dass man das sagen muss, ne?
Lea Ja.
Ina Also ich finde es auch immer wieder spannend. Also auch, dass wir, nun relativ eindeutig auf unserer Webseite und wir kommunizieren ja überall einsteigerfreundlich und anfängerfreundlich und auch für Interessierte geeignet. Und auch wenn du ein absoluter Newbie bist, du kannst gerne zu uns kommen. Trotzdem wird immer wieder gefragt, hey, ich habe noch überhaupt gar keine Erfahrung, darf ich trotzdem kommen? Ja, natürlich, klar, gerade dann doch bitte so. Nur wenn du Fragen hast, wenn du Ideen hast, von denen du nicht weißt, ob die okay sind. Und wenn du...
Lea Oder ich habe mal mit jemandem geredet, der sagte, ich kann ja gar nichts beitragen. Gar nicht schlimm. Überhaupt nicht schlimm. Du musst nichts abliefern, musst nichts beitragen. Du kannst auch einfach nur da sein und zuhören.

Vorstellungsrunde

Ina Das Einzige, worüber wir uns immer freuen, ist, also wir machen jedes Mal eine kurze Vorstellungsrunde.
Sebastian Uuuuh. Ja. Die Profilierungsrunde nenne ich es inzwischen gerne mal. Ich finde das fürchterlich. Ich bin seit 20 Jahren dabei und habe schon 75 Subs gehabt. So habe ich es doch noch nie gehört, ich übertreibe. Ich finde Vorstellungsrunden immer ganz fürchterlich.
Ina Ja, kann ich nachvollziehen. Ich sage auch immer, wenn es dann darauf hingeht, sage ich auch immer, und jetzt kommt es hier wieder, unsere allseits beliebte Vorstellungsrunde und ja, ich weiß, viele Menschen finden das scheiße. Auf der anderen Seite denke ich, wir haben Themenstammtische. Also das heißt, wir sind moderiert und, es geht manchmal echt ins Eingemachte bei uns und da sitzen Menschen, die ganz, ganz intime, persönliche Dinge von sich erzählen. Und wir haben uns am Anfang überlegt, wie wollen wir das handhaben? Wenn ich jetzt in so eine Runde komme von Menschen, wo ich von einem Drittel nicht mal den Namen kenne, wie bereit bin ich dann? persönliche, intime Gedanken zu teilen. Ich selber habe jetzt nicht so das große Problem damit, ich bin das mit dem Reden inzwischen sehr gut gewohnt, aber es gibt halt auch andere Menschen. Und ich glaube, wenn alle einmal sagen, hey, ich fange dann immer an mit, ich bin Ina, ich bin, Mitte 40 und ich komme hier aus Lübeck, ich mache kleine Veranstaltungen und bin hier im Verein sehr aktiv, ich switche.
Sebastian Eine Untertreibung, ja.
Ina Ich bin Switcherin und bin oben unten überall aktiv oder auch passiv und ich freue mich, dass ihr alle da seid. Und dann, das ist so, einer von uns fängt immer an, damit die Leute auch wissen, sie müssen jetzt hier keinen Seelen-Striptease machen, sondern es geht einfach nur darum, mal einen Namen oder zumindest einen Profilnamen zu hören, um, Connecting zu schaffen. Schon im ersten Moment, damit die Hürde beizutragen und vielleicht auch dumme, in Anführungszeichen, Fragen zu stellen, geringer wird. Das finde ich wichtig und deswegen finde ich auch diese Vorstellungsrunden wichtig.
Sebastian Mit wem macht es denn mehr Spaß? Mit den Leuten, die schon super viel Erfahrung haben und starke Statements reinbringen? So wenn ich da auftauchen würde und sagen würde, ich sehe das aber ganz anders aus, ich habe zehn Gründe und Erfahrung gemacht oder die Leute, die das wissen, eher aufsaugen?
Lea Das kommt echt drauf an. Also ich finde, es ist nicht schwarz-weiß, es ist die Mischung. Ganz oft sind es die Anfänger, die uns hinterfragen und uns nochmal neue Sichtweisen aufzeigen, die wir gar nicht sehen, weil wir nach Jahren einfach betriebsblind sind. Und dann brauchst du nämlich genau die Leute, die sagen, aber warum und was heißt das eigentlich und wieso darf ich das nicht oder warum gibt es hier die und die Regel so, weil wir sind einfach so in dem Trott manchmal schon drin und sind darauf angewiesen, dass Leute uns draufstupsen und sagen, hm.
Sebastian Inwieweit, wenn man weiß, da sitzen jetzt auch Anfänger vor allem, inwieweit nimmt man da schon ein bisschen Rücksicht und schaltet mal zwei Gänge runter, weil man weiß, okay, ich verjage mir ja die Leute hier, wenn ich jetzt erzähle, ja, mit dem Blut und so, das muss jetzt auf jeden Fall sein und das ist mein Ding. Also inwieweit passt du oder passt ihr auch ein bisschen an, welche Dosis die Leute kriegen von euch?
Ina Also ich passe das nicht an, ob das jemand ist, der ganz frisch dabei ist oder, lange dabei ist, sondern ich passe das an nach dem, wie der Mensch wirkt. Das kann ich gar nicht sagen, das ist eine Gefühlssache. Also es gibt Menschen, die sind seit vielen, vielen Jahren in der Szene, die sehe ich auch immer wieder und dann lerne ich die kennen und dann checke ich ganz schnell so, okay, das sind so Partyplayer, die sich drei, vier, fünf Mal auf den Arsch schauen und dann gerne nach hinten gehen zum Intimwerden oder das sind mehr so DS-Leute, die diese Dienstbarkeit ganz cool finden. Wenn ich denen erzähle, ja, für mich ist der absolute Himmel, wenn ich anderthalb Zentimeter in meinem eigenen Blut stehe, ja, dann halte ich vielleicht doch lieber den Mund.
Sebastian Ich habe es sehr herausfordern wollen.
Ina Ja, es gibt aber auch Anfänger, denen ich das durchaus erzähle, wenn die mich fragen, hey, wo kann es denn hingehen? Und ich sehe, da ist dieses Feuer und diese Neugier und dieses, ich will jetzt, ich möchte alles und sofort und gib mir mehr und sag mir, was man alles machen kann. Dann stelle ich mich gerne hin und sage, also ich kann dir Bilder zeigen von mir, wie ich anderthalb Zentimeter in meinem eigenen Bild stehe.
Sebastian Naja, würdest du ihn ja vielleicht manchmal doch gern ein bisschen bremsen?
Lea Nee, gar nicht. Weil tatsächlich ist es genau das. Also es gibt Leute, die sind noch ganz unerfahren, aber du merkst im 1 zu 1, da ist das Glitzern. Und das spürt man einfach, wenn Leute, also man tastet ja ab im Gespräch und das ist so ein bisschen wie im Smalltalk, wo man sich so aneinander annähert. Und auch wenn es um BDSM-Themen geht, man merkt, strahlt man gegenüber, wenn ich davon rede oder kommt ein, oh Gott, nee.
Sebastian Okay, also das ist der Unterschied zu Social Media, wo es eben nun mal gefiltert sein muss, weil dort ist expliziter Content eh verboten. Und dann gibt es ja noch die harte Pornografie, aber in der wird halt nichts erklärt. Da sieht man immer nur den Kram und naja gut, im besten Fall ist noch so ein, bist du bereit und dann ist der Content damit hergestellt, wenn sie es gut machen. Mhm. Ina, du gehst da hart im Zweifel rein und sagst, die sind ja Kink-interessiert oder BDSM-interessiert. Du traust denen zu, das können die ab.
Ina Solange die Augen glitzern, rede ich weiter, ja.

Der kleinste gemeinsamme Nenner

Sebastian Aha, okay, ja gut. Jetzt gibt es ja die Bewegung, die sagt, ja, wir wollen ja hier sichere Räume schaffen, sichere Orte und dann passiert es gerne mal in irgendwelchen Chatgruppen, auf Veranstaltungen, dass man guckt, alle sollen sich wohlfühlen, und dann bleibt natürlich der kleinste gemeinsame Nenner als das, was zulässig ist innerhalb der Community, innerhalb der Szene übrig. Und ich weiß manchmal nicht, wie ich damit umgehen soll, denn wenn ich den kleinsten gemeinsamen Nenner mache, der ist im Zweifel sehr niedrig, wenn auch nur eine Person dabei ist, die sagt, ja, ab da fühle ich mich damit unwohl. Und dann bin ich mir mal nicht sicher, ob mein schönes BDSM damit gerade kaputt gemacht wird, weil jetzt habe ich plötzlich einen Raum, wo ich das ausleben kann, in dem ich das nicht ausleben kann. Wie kriegt ihr diese Quadratur des Kreises hin?
Ina Also wir haben ja eine Zeit lang auch kleine Playpartys gemacht. Und tatsächlich hatten wir eine Location. Liebe Grüße an unseren wunderbaren Wirt damals, der einfach großartig war. Wir durften sogar mit Blut spielen. Wir mussten nur etwas bauen, dass es ihm nicht auf seine Gläser spritzt.
Lea Ja, dass die Bar geschützt ist.
Sebastian Oh je, ich werde Kommentare unter dieser Folge haben.
Ina Das ist voll okay. Und da haben wir tatsächlich, und ich glaube, so würde ich es auch weiterhalten, wenn wir irgendwann mal wieder Räume haben, dann würde ich das auch wieder so halten wollen. Es darf sich jeder so ausleben, wie er möchte, wenn es im Konsent ist.
Sebastian Zwischen wem?
Ina Zwischen den Agierenden.
Lea Zwischen Parteien.
Sebastian Nur zwischendurch, aber nicht mit den Leuten, die auch noch im Raum sind. Der Konsent ist nicht wichtig.
Ina Nein, weil die Leute, also du musst dir nicht alles anschauen, aber du musst es auch nicht abwerten. Das ist so der Grund. Tenor auf unseren Veranstaltungen. Du musst nicht alles mögen, du musst nicht alles cool finden, du brauchst es dir nicht angucken, niemand zwingt dich, weder zum Mitmachen noch zum Angucken, aber wenn es dir nicht gefällt, dann dreh dich um und geh weg, weil es soll ein Space sein für jeden.
Sebastian Ja, aber wenn Leute sagen, das ist ihnen zu viel, dann ist es kein Space mehr für die, dann exkludiert man ja die Leute. Die müssen dann auf eine Kinky-Party gehen.
Lea Ich finde, es ist eher ein Einladen. Also, wir sagen auch immer, wenn ihr euch mit irgendwas nicht wohlfühlt, was ihr gesehen habt, A, spricht uns Orga-Leute an, spricht das Awareness-Team an, wenn eins da ist, oder, geht, wenn die Leute vom Fliegen runtergekommen sind, im Zweifel, geht hin. Und ins Gespräch. Geht ins Gespräch, fragt, hey, ich habe bei euch gesehen, XYZ, ich fühle mich so und so damit, was gibt euch das oder erklärt mir das mal bitte.
Sebastian Okay, aber macht eben nicht diese Taktik, kleinster gemeinsamer Nenner, da steht ihr dann schon und sagt, nee, nee, wenn die Leute Und wenn das die, ich sag mal, die Logistik, die Räumlichkeiten hergeben, dann können die Leute alles machen.
Lea Richtig, schon.
Ina Und also das, was wir halt gucken, ist, dass wir verschiedene Bereiche schaffen in einer Location. Kneipe, die wir damals genutzt haben, die hatte einen großen Raum und zwei kleinere Räume. Man hatte halt also immer die Möglichkeit, irgendwo anders hinzugehen. Du musstest halt nicht in dem einen Raum bleiben. Und ja, wie Lea schon sagte, wir begleiten solche Veranstaltungen als Orga auch immer, indem wir, wenn da jetzt jemand steht und der geht weg und hat ein ganz entsetztes Gesicht gemacht, dann, das sieht irgendjemand, das passiert nicht unbemerkt, da geht einer von uns hinterher. Und dann gehen wir hin und sagen, hey, alles okay bei dir?
Lea Geht's dir gut? Brauchst du was?
Ina Können wir dir irgendwelche Fragen beantworten?
Sebastian Funktioniert das? Kriegt ihr die Leute eingefangen?
Ina Ja.
Lea Sehr gut.
Ina Wir haben noch nie das gehabt, dass jemand gegangen ist. Also wir haben tatsächlich sogar Leute gehabt, die gesagt haben, also Blutspiele geht für sie gar nicht. Die saßen nachher so, dass wir gesagt haben, also ihr kriegt gleich das Blut ins Gesicht. Und die gesagt haben, ja, ist nicht so schlimm, mach mal.
Lea Und die dann ganz fasziniert waren tatsächlich. Also ich finde es eher schön, dann einen Raum zu schaffen, wo neue Erlebnisse auch stattfinden können. Sachen, die man sich gar nicht vorstellen konnte, aber so gerade in so einem Raum, wo man sein darf, wo man sich entfalten darf, ich glaube gerade da entstehen einfach die besten Erlebnisse und da kann Umdenken stattfinden. Das ist eine Einladung eher.
Ina Eine Einladung, sich anzugucken, was es sonst noch gibt.
Sebastian Ich finde gerade die Einordnung spannend. Also wenn Menschen bekennend BDSM-er sind, dann müssen sie das aushalten.
Ina Dürfen sie.
Sebastian Dürfen sie.
Ina Sie dürfen dabei sein.
Sebastian Sie sind damit konfrontiert, es im Zweifel auszuhalten.
Lea Oder einfach zu sagen, hey, das ist mir zu viel. Ich gehe mal vor die Tür. Ich hole mir jemanden. Ich rede mit jemandem drüber. Ich atme einmal draußen durch.
Ina Also wir binden ja niemanden fest. Wir sagen ja nicht so, du bist BDSMer, jetzt guck dir bitte an, wie da jemand blutig geschlagen wird. Das machen wir ja nicht.
Sebastian Ich glaube, das ist wieder der Rückschluss zu. Ich gehe zu Social Media, weil da im Zweifel haben die Leute eben das zufällig, sehen sie es. Deshalb muss man da anders agieren. Also die Frage ist immer, wem mute ich was zu, wenn ich meinen Kink auslebe? Wir haben jetzt die Abgrenzung gehabt. In der Öffentlichkeit ist ganz klar eine Handlung, die vom Beobachter als sexuell gesehen werden kann und damit tendenziell auch als unangebracht gesehen werden kann. die ist raus. Wenn ich einen Raum schaffe, eine BDSM-Party zum Beispiel, dann ist also die eigentliche Freiheit, dass ich diese Regel außer Kraft setze.
Ina Mhm. Dafür schaffe ich ja diesen Raum. Ich schaffe ja diesen Raum dafür, uns, unsere Community nicht mehr begrenzen zu müssen, sondern zu sagen, hier darfst du auf der Tanzfläche knien und deinen passiven Part das Halsband umlegen. Du darfst auch hier dein Subi als Fußbänkchen benutzen. Du darfst hier jemanden schlagen, du darfst hier jemanden erniedrigen, du darfst hier jemanden verleihen. Alles, was dir in den Sinn kommt, darfst du hier. Alles Dinge, die draußen in der Öffentlichkeit negativ auffallen, die darfst du hier machen. Und die Menschen, die hier zusammenkommen, die wissen, dass du das hier darfst. Und die können sich dafür entscheiden, daran teilzuhaben. Entweder indem sie zuschauen oder indem sie unter Umständen vielleicht auch mal mitagieren, je nachdem, ob das gewünscht ist oder nicht. Oder ob sie sagen, nein, das ist nicht meine Welt, das ist mir too much, ich möchte da jetzt gerade lieber an Tresen gehen und mir ein Wasser holen oder ich gehe raus eine rauchen.
Sebastian Wie gehe ich denn damit um, wenn nach dem Spiel jemand zu mir kommt und sagt, oh sorry, das zu sehen, das war total schwer für mich, das war für mich drüber, das geht gar nicht. Wie gehe ich denn damit am besten um? Weil die Person will ja nicht beleidigen, sondern sie ist in dem Moment überfordert. Davon muss ich zumindest erstmal ausgehen.
Lea Das ist ja eher eine Selbstauskunft. Also ich finde gerade das macht einen Anlass zu sagen, okay, was löst denn das in dir aus und da einfach zu schauen, wo kommt das her vielleicht auch.
Ina Also da bin ich auch total dabei. Also solange das nicht abwertend und respektlos ist, würde ich, also ich meine ich gehöre nun zu denen, denen das tatsächlich häufiger mal passiert. Und ich habe das jetzt zweimal, glaube ich, gehabt auf Veranstaltungen, dass wirklich hinterher Leute zu uns gekommen sind und gesagt haben, wow, das ist aber ganz schön heftig, was jeder macht. Wo ich dann gesagt habe, ja, ich verstehe das, dass du das so siehst. Das ist auch nicht etwas, was jeder Mann oder jede Frau macht, aber das ist das, was mich glücklich macht. Das ist das, wo ich Erfüllung finde und mir macht das unglaublichen Spaß und ich liebe das, was wir tun. Und ich finde es aber auch voll okay, wenn du sagst, dir ist es too much, Du kannst davon ausgehen, wenn du mich zum Spielen gehen siehst, wird dir das wieder begegnen, du kannst dich entscheiden dabei zu sein oder eben auch nicht.
Sebastian Das heißt ja wirklich Leute, die drin sind im Thema, die müssen schon im Zweifel, etwas dickeres Fell haben. Sie müssen darauf achten, dass sie sich selbst vor Dingen schützen, die sie nicht gut finden. Wenn ich weiß, die Ina geht spielen, dann verlasse ich mal lieber den Raum und ich muss mir dessen bewusst sein, dass ich darauf achte. Also es geht so ein bisschen darum, inwieweit das vielleicht auch abschreckend sein kann. Das ist ein Raum, da geht alles. Da machen die Leute ganz wilde und heftige Sachen und das ist da erlaubt.

Anfängerfreundlich

Also man will ja dann doch niemanden ausschließen. Es gibt natürlich die Möglichkeit zu sagen, wir machen hier ein Anfänger-Event und da machen wir ganz viele Regeln, was geht und was nicht. Würdet ihr so ein Event machen? Macht ihr sowas vielleicht sogar schon?
Ina Ich muss jetzt lachen. Ja, machen wir.
Sebastian So eine schöne Überleitung.
Ina Also mein Mann und ich, wir machen sowas tatsächlich. Wir sagen ganz klar, einsteigerfreundlich. Wir sagen aber auch ganz klar, jeder darf hier spielen, wie er möchte. Du musst dir nichts angucken, aber du darfst es auch nicht abwerten. Oder du sollst es auch nicht abwerten. Geh weg, guck es dir nicht an, wenn es dir nicht gefällt. Wir bieten im Gegenzug aber auch Partypartner an. Wir sagen, das ist auch angekündigt, wenn du unsicher bist, wenn du noch nicht so viel Erfahrung hast, wenn du neu bist, wenn du noch nie auf einer Playparty warst und du möchtest gerne jemanden haben, dann haben wir einen Partypartner. Das ist kein Spielpartner, kein Mensch, mit dem nur irgendein Kaffee, sondern der ist an diesem Abend Ansprechpartner für dich, falls irgendwas ist, was du komisch findest, falls du dich alleine fühlst, falls du irgendwas siehst, was nicht irgendwie ganz in dein Konzept passt oder so. Ja, und wir bezeichnen unsere Veranstaltung und ich glaube, das ist, Darf ich auch so sagen.
Lea Auf jeden Fall.
Ina Das ist eine Einsteiger- und Anfängerfreundliche Party, auf der aber auch jeder so spielen darf, wie er möchte. Wir dürfen allerdings leider nicht mit Blut spielen in der Location, nur wenn wir rausgehen.
Sebastian Das ist wirklich was Blödes.
Ina Ja, es ist wirklich doof. Mein Mann und ich, wir haben es tatsächlich letztes Jahr im Sommer mal gemacht. Da hatten wir draußen dann irgendwie 13 Grad oder so. Da habe ich gesagt so, jetzt aber. Und dann haben wir uns einen Bock nach draußen in den Außenbereich getragen und haben dann draußen mit Blut gespielt.
Sebastian Und das ist ja dann so ein Ding, wir sind dann unter uns. Und ja, es gibt jetzt die BDSM-People, die auf Veranstaltungen sind, die quasi drin sind, denen man das auch wirklich zumuten kann und muss und soll, weil sonst ist der freie Raum kein freier Raum mehr. Und es gibt eben die anderen, was sagt man da, Vanillas, die Mogel und was für schöne Begriffe es da gibt, die versucht man damit möglichst nicht zu behelligen. Jetzt gibt es noch diese Mischpersonen, an die man dann doch manchmal rantreten muss. Beispiele. Der Finanzbeamte, der jetzt irgendwas entscheiden muss und das Thema BDSM auf den Tisch bekommt, der muss sich zumindest mit dem Thema befassen, wenn er so einen Antrag von euch hat. Da ist der Notarzt, der in irgendein Haus geht und sieht, was die da wieder angestellt haben. Es gibt unglaublich viele Konstellationen, dass das Personal im Zweifel vom Veranstalter auf so einer Party, die da angestellt sind, die irgendwas mitkriegen. Also man hat ja selten den Punkt, dass es wirklich nur kinky, BDSM-ige Leute sind, die auf dem Haufen sind, sondern man hat auch manchmal eben die Leute, die das so mitnehmen. Wie ist es mit denen umzugehen?
Ina Also die Partys, muss ich ganz klar sagen, die haben nichts mit dem Verein zu tun. Das ist nur die Party, die der Verein empfiehlt.
Sebastian Damit hat er damit ja zu tun, ja. Eine Empfehlung ist ja deutlich, aber der Verein empfiehlt hoffentlich auch diesen Podcast, von daher bin ich damit völlig einverstanden.
Ina Natürlich, sowieso selbstverständlich, ganz häufig sogar. Danke. Und auf unseren Partys begegnen uns diese Menschen nicht. Wir haben tatsächlich, auch das Personal der Location ist tatsächlich szeneaffin oder zumindest szeneinteressiert. Und der Finanzbeamte kriegt im Zweifel ja nicht den blutigen Arsch zu sehen.
Sebastian Er wird gezwungen, das Thema zu googeln und was er dann sieht Das ist ja wie das Social Media Wir nehmen trotzdem einfach mal an auch auf einem CSD, natürlich wird da nicht gespielt aber die Leute werden zumindest mit dem Thema in Berührung gebracht. Inwieweit kriegen die eine andere, ich sag mal Version präsentiert Also ich sag zum Beispiel immer, SSC ist ja eher so ein Marketingbegriff, so wirklich ist SSC, kann es natürlich niemals geben, weil Risiken haben wir immer. Also ist SSC eigentlich nur für die nicht BDSM affinen Menschen gedacht, damit sie eine Vorstellung davon haben, das Ganze nicht so schlimm finden. So, ist sehr provokant, ich weiß das, man darf mich da ich, liebes Publikum, ich hau eh alles raus, also kann ich da auch gleich mit weitermachen. Also es ist so ein bisschen die Frage, welche Version von BDSM kriegen denn die Nicht-BDSM-er von euch geboten? Oder wo sagt ihr, da müssen wir vielleicht doch ein bisschen abstufen und vielleicht sagt Ina vielleicht weniger das Wort Blut, weil das einfach den Menschen schlechte Gefühle macht.
Ina Das ist ein Gefühlsding. Da sind wir wieder bei dem Gefühlsding. Das ist im persönlichen Kontakt. Gucken wir, wo können wir hingehen.
Sebastian Du kannst ja nicht alle Leute persönlich überzeugen.
Lea Im Zweifel versuchen wir einfach auf die Beziehungsebene zu appellieren. Also alles, wo erwachsene Menschen im informierten Konsens miteinander agieren, ist das fein. Egal ob hetero, lesbisch, vanilla, nicht vanilla. Also ich glaube, da brauchen wir gar nicht drüber diskutieren. Und klar kriegen die eine andere Version. Natürlich eine weichere, aber einfach mehr die Beziehungsebene vielleicht.
Ina Also die Vanillas, also die Menschen, mit denen wir in der Masse reden, die kriegen, glaube ich, eher eine sachlichere Ebene. Also da bleiben wir halt eher sachlich.
Sebastian Ach, das ist ja spannend. Ich würde es genau umgekehrt versuchen. Bei nicht-BDSM-affinen Personen würde ich immer über die Gefühlsebene argumentieren und sagen, da sind Menschen, die... Mal übertragen. Die lieben sich, die verschaffen sich gegenseitig ein gutes Gefühl, auf welche Art auch immer. Das ist Nähe, Innigkeit und wie sie das jetzt genau machen, das ist eine Sache, die sieht vielleicht komisch aus, aber das fühlen diese Menschen. Die fühlen positive Gefühle. Ich würde über die Gefühlsebene rangehen.
Ina Ja, das ist aber die sachliche Erklärung der Gefühlsebene. Und das ist das, was ich meine, wir bleiben da sehr sachlich. Ja, da sind Menschen, die sich lieben, die Dinge miteinander tun, die sie toll finden, die dynamikreich sind, die liebevoll sind, die leidenschaftlich sind und so. Das ist, ja, aber das ist die sachlich erklärte Gefühlsebene, weil wenn ich aus der Gefühlsebene erzähle, dann geht's doch schon wieder, dann bin ich schon wieder da, also richtig geil wird's dann, wenn das Blut anfängt.
Sebastian Das ist schon wieder, ab jetzt zähle ich mal mit, wie oft dieses Wort noch vorkommt.
Ina Entschuldigung, ich bin tatsächlich komplett unterspielt im Moment, wir haben zu viel zu tun.
Sebastian Liebes Publikum, was ich jetzt hier gerade mache, ist ja im Grunde auch so eine Art Kinkshaming. Diese Praktik, die macht mich nervös, stellvertretend für alle. Nein, macht sie mich nicht. Mal ernsthaft, benutzt ihr diesen abgedroschenen Sportvergleich?
Ina Was?
Sebastian Wie meinst du? Naja, wenn ich Menschen habe, die das gar nicht fassen können, dass zum Beispiel Schmerzen irgendwie gute Gefühle machen und ich weiß, die haben schon mal irgendwann in ihrem Leben Sport gemacht, dann sag ich mal, hier, Menschen laufen einen Marathon, das tut weh, das ist scheiße, das ist überhaupt nicht gut für den Körper im Endeffekt, aber ihr fühlt euch hinterher wohl. Dieser Vergleich ist fürchterlich, ich suche einen neuen, vielleicht habt ihr ja einen. Das können aber zumindest einige Leute nachvollziehen, dass sie sich einfach wohlfühlen, wenn sie sich total verausgabt haben.
Ina Also ich weiß nicht, Sport, also es gibt extreme Hobbys, den Vergleich nehmen wir, das muss ja nicht unbedingt nur Sport sein, das kann ja auch hier irgendwie Kart fahren, Fallschirmspringen, whatever.
Sebastian Aber Sport, natürlich sind das auch Sportarten, aber Sport tut halt im Zweifel weh. Die Beine brennen und man in den Schmerz und nochmal was drauf gibt. Also bisher der einzige Vergleich, den ich dann wirklich mit der alten Welt, also den ich dann wirklich rüberbringen kann, wo die Leute sagen können, ah ja, passt für mich, ist gar nicht so anstrengend wie ein Marathonlaufen, klasse.
Lea Also ich denke noch drüber nach. Ich finde den gar nicht schlecht, den Vergleich, weil ich glaube, das ist tatsächlich für viele ein Berührungspunkt, dieses Runners High oder dieses sich auspowern. Ich denke noch ein bisschen drüber nach.
Sebastian Publikum sieht mir nach. Ich sage das so oft in diesem Podcast, weil ich versuche halt, ich versuche mich gerade hier mit allen Ebenen abzuarbeiten. Ich versuche von euch noch ein Statement zu kriegen, was ich eventuell übermorgen verwenden kann.

Der Einspieler

Also heute ist Dienstag und wir zeichnen hier auf und am Donnerstag habe ich eine Live-Sendung, die wird das Publikum lange vor dieser Folge gehört haben. Aber dennoch nehme ich halt übermorgen auf und habe jetzt auch schon, ich glaube, drei Einspieler sogar eingesammelt aus dem Publikum. Vielleicht entsteht jetzt auch der nächste. Dann haben die Menschen schon mal was vorab gehört. Und zwar, ich leite es mal ganz kurz ein. Die Menschen, die es schon gehört haben, können jetzt einfach eine Minute vorspulen. Das Thema ist oder wird sein oder wird gewesen sein, je nachdem, wann ihr das jetzt hört, wie man BDSM-Nicht-BDSM-Personen erklärt. mit dem Ziel natürlich auf irgendeine Art und Weise Verständnis zu schaffen. Also ich erkläre es meinem, Partner ist eine Sache, weil von dem, das ziehen wir mal raus, weil von dem will ich ja im Zweifel, dass er was mit mir macht. Aber ich erkläre es aus irgendeinem Grund jemand anderen, jemand, was weiß ich, muss, weil ich erwischt, enttarnt wurde, keine Ahnung, auf der Arbeit, in der Familie, irgendwas. Also ich erkläre einer Person, die damit nichts anfangen kann, versuche ich das Konzept von BDSM zu erklären. Und ich bin extrem gespannt, was bei der Live-Sendung übermorgen dabei rauskommen wird. Liebes Publikum, ihr wisst es schon wahrscheinlich, aber egal. Mit welchen Bildern kann man das erzählen? Mit welchen Anekdoten? Mit welchem Erfolg? Was will man überhaupt erreichen? Und warum will man überhaupt davon erzählen, dass man kinky ist? Man könnte es ja auch einfach nicht erzählen und damit ist gut. Habt ihr für mich eine Version, wie ihr vielleicht schon mal Personen das erklärt habt? und mit welchem Erfolg und vielleicht in welchem Verhältnis stand die Person zu euch? Habt ihr da vielleicht jeder von euch mal ein Beispiel, wo ihr euch mal, also nicht unbedingt geoutet habt, sondern wo ihr einfach versucht habt, das zu erklären?
Lea Also ich habe tatsächlich ein super Verhältnis zu meiner Omi. Und irgendwann habe ich dann natürlich, also kam ich an und hatte den Halsreif an und meine Omi und ich, wir sind sehr offen miteinander. Die gute Frau ist aber auch schon 70 und dementsprechend auch manchmal ein bisschen eingefahren, aber trotzdem in einigen Punkten erschreckt offen. Und die hatte mich dann gefragt, was das für ein neues Schmuckstück ist und dass das ja fesch aussehen würde. Und dann habe ich gesagt, ja, das habe ich geschenkt bekommen von meinem Partner. Und dann habe ich halt dazu gesagt, das ist so ein bisschen wie ein Ehering. Und dann habe ich versucht, ihr das zu erklären und wir sind dann gemeinsam auf den Konsens gekommen, wir mögen es beide, wenn Partner Personen den Ton angeben. Wir haben gerne jemanden über uns, der den Weg zeigt, der auffängt, der eine starke Hand drüber hält. Und das war dann der gemeinsame Punkt, wo sie sagte, ja, ich mag das auch gerne, wenn mein Mann sich durchsetzt. Das fand ich bei deinem Opa auch immer ganz toll. Und dann dachte ich, hey, eigentlich.
Sebastian Okay, aber ins Detail bist du aber nicht gegangen. Okay, das ist auch vielleicht eine Konstellation, wo man das vielleicht nicht möchte. Aber fiel ein Begriff sowas wie BDSM?
Lea Ja, ja doch, das habe ich schon gesagt.
Sebastian Okay, und das hat sie auch grob verstanden?
Lea Ja, ich habe ihr, gut, die gute Frau ist auch einfach sehr schwerhörig. Man weiß nicht so genau, was sie davon hört. Im Zweifelsfall ist sie einfach immer ganz süß und nickt und lächelt so und stellt manchmal Nachfragen. Und also ich habe schon gesagt, dass ich Schmerzen schön finde und so, aber den Schmerzaspekt habe ich rausgelassen. Also ich habe bei ihr einfach, an die führende Hand appelliert und an die Dominanz. Und das konnte sie auch echt nachvollziehen.
Sebastian Hast du auch mal was, wo du versucht hast, jemand das irgendwie begreiflich zu machen und die Person konnte es nicht nachvollziehen. Er hat keine gemeinsame Ebene gefunden.
Lea Nicht, dass ich wüsste gerade.
Sebastian Ich glaube, bei der Live-Sendung wird es mich auch so sein, dass fast niemand davon berichten wird, dass jemand mit völliger Ablehnung und Fackeln auf einen zugelaufen ist, sondern…, Irgendeinen Punkt findet man hoffentlich oder doch.
Lea Also jein, das ist ein doppelschneidiger Punkt, weil ich hatte mal jemanden im Freundeskreis, das war mit 16, 17, als ich mich geoutet habe. Also ich bin halt immer mit Halsband rumgelaufen und hatte so einen Fuchsschwanz immer am Gürtel dran. Und dann wurde hinter meinem Rücken so gesagt, ja, das ist kranker Scheiß und was die macht und bla. Und ich habe die Person darauf angesprochen im 1 zu 1, als ich das erfahren habe, weil das war alles hinter meinem Rücken. und dann hatte ich diesen Menschen im 1 zu 1 und, ein paar Bier später kam raus, dass er das eigentlich auch ganz gerne mag, wenn seine Frau ihn benutzt, und ich dachte hey, wir haben doch eine Überschneidung und da kam die Ablehnung tatsächlich darüber, dass er sich vor den Leuten das nicht eingestehen wollte Ja.
Sebastian Das ist ja ganz häufig mal, das ist ja wirklich geschichtsträchtig, dass die größten Hetzer der Geschichte die schlimmsten sind Ja, Ina, hast du was, was ich vielleicht Donnerstag mitnehmen kann?
Ina Also ich habe zweierlei. Einmal tatsächlich unseren Besuch letztes Jahr als Verein auf dem Weihnachtsmarkt, wo Menschen gesagt haben, hey, was macht ihr denn hier?
Sebastian Entschuldigung, die Leute, die diesen Nikolaus mit der Rute feiern. Sorry.
Ina Die Menschen, also da war halt eine Frau, die sagte so, ja hier so, SM ist es das, was ich denke? Ich sage, ich weiß nicht, was sie denken. Ich sage, es geht um Sadomasochismus und ja, deshalb habe ich mir gedacht, ja, das ist doch auch irgendwie was, wieso braucht man da einen Verein und was soll denn das und warum steht ihr hier auf dem Weihnachtsmarkt? Und dann habe ich dann gesagt, ja, also wir stehen hier auf dem Weihnachtsmarkt, weil wir gerne zeigen möchten, dass wir auch einfach Menschen sind wie jeder andere. Tatsächlich gibt es auch bei uns in der Szene Leute, die feiern Weihnachten, und die backen Plätzchen und mögen heißen Kakao mit Sahne und finden es toll, Community zu machen. Und ich sage, und auf der anderen Seite ist es halt so, dass wir, genauso Akzeptanz möchten wie jeder andere auch. Ich meine, sie sind hier ja auch gerade auf uns zugekommen. Ihren Mann haben sie an der Hand gehalten und sie sind hier Arm in Arm gelaufen. Das ist ja auch eine, sie haben ja auch gezeigt, dass sie heterosexuell lieben und das ist auch völlig in Ordnung und genauso möchten wir Akzeptanz und Sichtbarkeit schaffen für das, was wir lieben und wie wir lieben.
Sebastian Hat das funktioniert?
Ina Tatsächlich. Hat sie 5 Euro gespendet für unsere Öffentlichkeitsarbeit und hat gesagt, naja, ich muss das ja nicht gut finden, aber ich finde das schon toll, dass sie mir das so gut erklärt haben. Fand ich großartig.
Sebastian Großartig. Ich muss mich korrigieren, es ist nicht Nikolaus, sondern der Knecht Ruprecht mit der Rute, von dem erwachsene Menschen ihren Kindern erzählen in Horrorvisionen. So, mal so viel dazu. Also finde ich, passt BDSM sehr gut auf einen Weihnachtsmarkt, weil das ja eine offenbar alte christliche Tradition ist. Oh Gott, ich weiß, Podcast, wie wird zu sagen, Sebastian, spinnst du auf, was hast du denn in der Folge gemacht? Egal. Okay, also finde ich schön, wenn das funktioniert, mal so ganz grob, so gerade zum Weihnachtsmarkt, mal so eine Zwischenfrage, wenn man jetzt da mit Menschen interagiert, von 100 Menschen, mit denen man da irgendwie interagiert, wie viele sind da okay und cool drauf und bei wie vielen muss man echt erstmal wirklich für das Verständnis werben, gibt es so eine Gefühlsquote vielleicht? Viele gehen eh einfach mit einem weiten Bogen außen rum, die darf man nicht mitzählen, das ist ein gefärbtes Bild, aber was habt ihr wahrgenommen? Ist das eine Schlacht, die ihr schlagen müsst?
Ina Also ich hatte schon das Gefühl, dass also auf dem CSD war es leichter, auf einer BDSM-Veranstaltung ist es noch viel einfacher. Auf dem Weihnachtsmarkt würde ich sagen, war es so 50-50 und bei den 50 Prozent, die echt scheiße drauf waren, waren es dann nachher aber doch tatsächlich noch, ich weiß nicht, 48 Prozent oder so, die dann zumindest mit einem Lächeln weggegangen sind und gesagt haben, okay, lass die mal machen.
Sebastian Gut, das ist ja schon mal Toleranz. Das ist ja schon mal ein weiterer Schritt.
Ina Genau. Und ich weiß, es gab einen Herrn, dem hätte ich am liebsten hinterhergerufen. Dann halt doch deinen Maul. Weil der wirklich, der hat die ganze Zeit, hä, was machen die denn hier? Und was soll denn so ein Scheiß? Und was hat denn das auch mal zu suchen? Und ich war so genervt nachher, weil ich gedacht habe, meine Güte, ey. Hier stehen auch Leute, die verkaufen Käse. Was machen die auf dem Weihnachtsmarkt?
Sebastian Ja gut, da sind auch Kinder. und da wird trotzdem Alkohol konsumiert ohne Ende. Genau, das wird geraucht. Und zwar feierlich. Wie ist denn das mit, also ich meine, wenn man da einen Stand hat, ich meine, das Thema ist jetzt ein bisschen heiß, aber da kommen ja auch Kinder, laufen einfach mal dran vorbei und machen mal große Augen und gucken oder fragen mal oder irgendwas.
Ina Ja, die kriegen ein paar Plätzchen in die Hand gedrückt oder einen heißen Kakao und dann können die weitergehen.
Sebastian Gute Strategie. Sehr schön.
Ina Das ist genau wie auf dem CSD. Auf dem CSD haben wir unser Glücksrad.
Sebastian Oh, jetzt muss ich gucken, Guck mal, wenn ich das jetzt Donnerstag doch verwenden möchte, wird das zu lang gerade, um das noch schnell einzuspielen. Ich muss das jetzt irgendwie sortieren, Liebespublikum, alles ist kompliziert, Timing ist alles. Vielleicht noch einen zweiten Punkt, wo du sagst, okay, da habe ich mal wirklich eine Person wirklich bei null angefangen und ein kurzes Gespräch.
Ina Meine Tochter. Tatsächlich.
Sebastian Wie ist dir das gelungen und was?
Ina Ich musste ja, als wir das erste Mal auf den CSD gegangen sind, musste ich, habe ich glaube ich damals auch schon in der Folge erzählt, die wir aufgenommen haben, musste ich ja meiner Tochter irgendwie beipulen, pass mal auf, Mama steht auf dem CSD mit dem Stand, da geht es aber nicht um Queerness im Sinne von Homosexualität oder Transsexualität, sondern da geht es um Sadomasochismus. Und dann sagt meine Tochter so, ja, was ist denn das? Und da habe ich dann gesagt, naja, das ist...
Sebastian Wie alt zu dem Zeitpunkt?
Ina 15.
Sebastian Das ist ein spannendes Alter dafür, ja.
Ina 14, 15, ich weiß gar nicht mehr genau. Also sie hat sich gerade mit dem Thema Sexualitäten insgesamt sehr beschäftigt. Das war im Freundeskreis auch ganz aktuell. Und da habe ich dann gesagt, du weißt ja jetzt ganz viel und du hast mir ja auch ganz viele Fragen gestellt. Und weißt du denn auch, was da du mal so Christmus ist? Und dann sagt sie, nee, sag doch mal. Und dann habe ich dann gesagt, ja, pass auf, das ist sowas kleinste runtergebrochen, wenn ein Mensch das mag, wenn ihm wehgetan wird und ein anderer Mensch jemandem gerne wehtut, wenn es der andere genießt, oder wenn einer sich unterwirft oder einer führt und einer sich führen lässt und so. Und dann hat sie dann gesagt, ja, okay. Ja, wenn da alle fein mit sind, ist das doch gut. Und dann habe ich ihnen gesagt, ja. Und wie wäre es denn, also ich weiß, das erzählt sie heute auch immer, deswegen darf ich das erzählen. Ich sage, wie wäre es denn, wenn mich jetzt deine Freunde sehen oder so und die dann auf dich zukommen auf den Schulhof. Und da sagt sie zu mir, ja Mama, wenn die mich darauf ansprechen, dann frage ich die einfach, ob die das gut finden würde, wenn ich sie frage, wie ihre Eltern ficken.
Sebastian Großartig, ja schön, schön, okay offenbar ganz die Tochter der Mutter Ja.
Ina Absolut, da bin ich auch sehr stolz drauf, das ist das Größte, was mir, das Beste, was mir in meinem Leben gelungen ist.
Sebastian Wirklich Ich muss mal gucken, wie ich das jetzt übermorgen schon reinbauen kann oder nicht, wir werden sehen, ich werde ausprobieren, was geht, sowas habe ich eigentlich auch noch nicht gemacht, aber die Gelegenheit war einfach gut, wir machen noch ein kleines Päuschen, Liebes Publikum, die letzte Runde, die wir jetzt hier machen. Wir haben ja ein Zeitproblem, das liegt an der lieben Deutschen Bahn. Nicht, dass die Züge nicht fahren würden oder unpünktlich sind, sondern schlicht und einfach, weil ich eine Rückreisezeit habe, die daran hängt, dass ich in 90 Minuten in einem Zug sitze. Sonst fällt das Kartenhaus in sich zusammen und ich komme erst morgen an. Das ist schade. Ihr habt mich ja auch zu eurem Socializing heute Abend eingeladen. Ja, ist ärgerlich. Das müssen wir nachholen, sage ich hiermit. und die Menschen, die jetzt heute Abend dann da sind, sorry, aber ich bin eh nicht gut darin, sowas zu machen und solche Termine wahrzunehmen.
Lea Macht nix, aber richten wir aus.
Sebastian Sehr gut, ansonsten ist es ja hier nochmal gesagt. Okay, also ich habe hier noch das A oder B-Spiel auf dem Zettel. Wir haben noch ein Ding der Woche, was wir gleich machen und dann haben wir noch so ein paar Dinge, die ihr noch sagen möchtet und ich finde, das ist jetzt genau der richtige Moment. Wie gesagt, ich kürze das jetzt ein kleines bisschen ab, aber ich lade das Publikum nach wie vor ein, kommentiert unter dieser Folge, schreibt was drunter. Ich weiß, das ist lästig, es liest ja kaum einer. Doch, es lesen eine Menge Menschen. Ich kann nur sagen, also ein Kommentar habe ich mal eine Auswertung gemacht, wird durchschnittlich 300 Mal gesehen. Das hört sich gar nicht so viel an, aber es wird gesehen und gesehen heißt bei mir, die Person hat diesen Kommentar im Browser mindestens 30 Sekunden im Fokus gehabt. Das heißt wirklich gesehen und gelesen. Also das lohnt sich tatsächlich und ich werde das noch ein bisschen ausbauen in Zukunft, dass man auch auf Kommentare kommentieren kann, dass da vielleicht eine Diskussion Entsteht, vielleicht schaffe ich das ja sogar In der kleinen Sommerpause, so Damit habe ich das Organisatorische gesagt, Ihr beiden, ihr macht das Und die Mitglieder Zahlen Beiträge Aber selbst wenn 50 Leute im Monat 20 Euro zahlen, dann Kommt da gar nicht so viel raus Und ich

Support

glaube das zahlen die gar nicht.
Ina Wir haben einen Jahresbeitrag für Normalzahler, die nicht Schwerbehindertenausweis haben, studieren, RentnerInnen sind oder BürgergeldempfängerInnen oder HilfeempfängerInnen. Also der geminderte Beitrag sind 25 Euro im Jahr. Der normale Beitrag sind 50 Euro im Jahr und dann gibt es noch die Möglichkeit der Fördermitgliedschaft, wenn man halt einfach, wenn jetzt halt einfach jemand sagt, hey, ich finde es geil, was ihr macht, aber ich habe weder Bock, mich aktiv mit einzubringen, noch möchte ich irgendwie zu den fünf Stunden Vereinsarbeit verpflichtet werden, noch möchte ich irgendwelches Stimmrecht oder Mitspracherecht haben, aber ich finde es geil, was ihr macht. Hier 75 Euro im Jahr Fördermitglied ist dann auch als Mitglied gelistet und es gibt natürlich, da sind wir als gemeinnütziger Verein auch darauf angewiesen, die Möglichkeit einmalig zu spenden.
Sebastian Das ist der Punkt. Also selbst bei 50 mal 50 sind zweieinhalbtausend Euro im Jahr. Die ganze Liste geht nicht und allein schon das Druckerpapier für Anträge, Porto etc. Das funktioniert alles nicht. Also ihr finanziert das alles über Spenden und vermutlich indem ihr auch eventuell mal gezwungenermaßen in einen oder anderen eigenen Euro investiert, wenn mal was vorauszulagen ist, auszulegen ist. Also wie macht ihr es und wie kann denn das Publikum der Unvernunft da eventuell ein kleines bisschen mithelfen, denn ich finde, das muss auch mal gesagt werden und die Menschen müssen motiviert werden, dass es das nicht geschenkt gibt.
Ina Also die Mitgliedsbeiträge, klar. Und es ist tatsächlich so, dass wir, ja, wenn wir Workshops geben zum Beispiel, dann nehmen wir eine, Teilnehmerumlage oder Teilnehmendenumlage, womit wir dann gerade so die Kosten decken und ein klein Minibisschen überhaben für eventuelle Ausfallzeiten oder wenn mal ganz viele Leute absagen oder weiß der Henker, dass wir trotzdem die Raummieten noch zahlen können.
Lea Oder Versicherungen auch, Versicherungsbeiträge, ganz wichtig.
Ina Also Versicherungen und Vereinsverwaltungsprogramm, sowas muss ja alles bezahlt sein.
Sebastian Wo findet man denn eure Kontonummer? Wenn man einfach beschließt, ich zahle eh zu viel Steuern, ich möchte meine Steuerlast mindern, da ist ja die Gemeinnützigkeit gut, wo findet man die Bankverbindung, wo das Geld einfach hingeht?
Lea Also wer uns unterstützen möchte, wir haben natürlich alles auf unserer Webseite, da steht sowohl unsere Satzung als auch sämtliche Ordnungen, was wir so tun und aber auch unsere Bankverbindung.
Ina Auf der Startseite ganz unten.
Sebastian Sm-lübeck.de.
Ina Genau.
Sebastian Okay, nicht, dass das Geld bei der Seemannsmission landet, aber die stellen glaube ich auch Spendenquittungen aus, also steuerlich ist fast egal. Nein, also wirklich, das wird immer von vielen vergessen. Diese Spendenquittungen sind wie Geldscheine im Zweifel. Und man kann natürlich irgendwohin was spenden, aber man kann eben auch gucken, dass man lokal was macht. so, liebes Publikum, macht das, wie gesagt, die Szene. Ihr könnt zu kommerziellen Anbietern gehen. Da kostet der Workshop aber auch nicht 20 Euro, sondern da kostet er halt 250. Ihr kriegt natürlich dann vielleicht sogar ein Handout und noch irgendwelche lustigen Boni und einen besonderen Kaffee oder Kekse, aber die sind wahrscheinlich aus der Packung nicht selbst gebacken, wie bei euch. Unterstelle ich mal. Ich will das gar nicht vergleichen, Entschuldigung. Aber wenn ihr günstig an Infos kommen wollt, dann ist das ein Weg.
Ina Und Handouts gibt es bei uns auch, aber halt im PDF, wenn man möchte.
Sebastian Ja, das ist eh besser. Beut sich der Planet. Aber ihr macht das nach wie vor ehrenamtlich? Ja.
Lea Komplett, ja.
Sebastian Darf ich mal fragen, wenn ihr 50 Mitglieder habt, wie viele Leute sind denn so, ich meine, man kennt das ja selber, ich bin selber in genug Vereinen Karteileiche, wie viele Menschen sind denn wirklich aktiv mit Manpower oder Womanpower oder also inwieweit sind da einfach Hände, die wirklich Arbeit ausführen?
Lea Ich würde schätzen, Leute, die regelmäßig mit aufbauen, abbauen, Orga-Dinge übernehmen. 15?
Ina Ja, 10, 15.
Sebastian Habt ihr schon eine super Quote?
Lea Ja, das hören wir immer wieder.
Sebastian Das ist eine super Quote, aber liebes Publikum, ihr merkt selber, das reicht nicht. Also wenn ihr in und um Lübeck wohnt oder gelegentlich mal da seid, weil ihr da arbeitet oder irgendwas, macht da mal was draus.
Ina Schaut gerne vorbei. Und wenn jetzt irgendjemand da sitzt und sagt, hey, ich würde euch so gerne supporten, Ich habe aber überhaupt gar keine Kohle über. Wir freuen uns auch tatsächlich gerade im Moment, weil wir für unsere Öffentlichkeitsarbeit einen Koffer zusammenstellen mit Dingen, die wir zeigen können. Wenn ihr Nippelklemmen, Plugs, Schlaginstrumente, irgendwelche Fixierungsmöglichkeiten rumliegen habt, die ihr nicht mehr benutzt. Wir freuen uns wahnsinnig, wenn ihr die an unsere Vereinsadresse schickt, dass wir die interessierten Menschen in unserer Öffentlichkeitsarbeit zeigen können.
Sebastian Du hast gerade gesagt, dass ich den ganzen Mist, der bei mir in Schubladen vor sich hin stoppt, dass ich den einfach über euch entsorgen kann.
Ina Ja, tatsächlich.
Sebastian Das ist ein Angebot. Ich glaube, ich werde nochmal genauer wühlen.
Ina Also es ist tatsächlich so.
Sebastian Du weißt nicht, was du gerade angestellt hast. Ihr kriegt dann Pakete mit einer Menge Trash.
Ina Ja, das macht nichts. Wir haben zu den CSDs immer gerne, also alles das, was wir nicht zum Zeigen verwenden können, das machen wir sauber, arbeiten wir auf und dann haben wir einen Flohmarkt. Dieser Erlös von diesem Flohmarkt geht immer in unsere Vereinsarbeit.
Lea Auch wenn es keine Spielzeuge sind oder so, wir versuchen gerade so eine Art Materialanschauungsbuch zu erarbeiten. Das heißt, wie fühlt sich Leder an? Wie fühlt sich Lack an? Latex? Also es müssen nicht mehr die High-Class-Lack-Outfits sein, aber wenn einfach noch ein Stück davon benutzbar ist, schick ist, ja, wir würden einfach gerne eine Materialkartei anfangen.
Sebastian Das ist eine coole Idee. Also das ist tatsächlich eine geile Idee. Da gehört aber auch dann sowas rein wie Wolle im Zweifel.
Lea Auf jeden Fall.
Ina Gummi, Wolle, Leder, Jeans, Latex, Lack, Nylon, Spitze, Samt, Fell. Also da haben wir, wir haben ganz viele Ideen.
Sebastian Blech. Ja, also ich überlege gerade, also Materialien, oh Gott. Das Thema machen wir jetzt gar nicht auf, die Uhr, die Uhr, die Uhr.
Ina Genau, aber wir freuen uns halt, wenn ihr irgendwas habt, was nicht mehr ganz in Ordnung ist und wo ihr sagt, das müsste ich eigentlich wegschmeißen, schickt es gerne uns, entsorgen können wir es auch, wenn wir es gar nicht nutzen können.
Sebastian Vielleicht machen wir da so ein Zwischenbild. Ihr guckt nochmal, dass auf der Homepage genau steht, was und was bitte nicht. Und wenn auch, wenn ihr sagt, ihr habt genug, nicht mehr. Also liebes Publikum, wenn ihr auf die Idee kommt, guckt vorher nochmal nach, ob da nicht steht, bitte nichts mehr schicken.
Ina Unter der Folge.
Sebastian Oder und unter der Folge, genau. Hervorragend.
Ina Weil auf der Webseite, die Webseite lassen wir pflegen, da kostet uns jede Änderung.
Lea Alternativ über Instagram.
Ina Ja genau, über Insta.
Lea Da ist alles relativ neu, da erneuern wir.
Sebastian Sehr gut. Dann gibt es noch ein zweites Problem. Das ist ein Problem,

Locationprobleme

das teilen alle, die irgendwas machen wollen. Die Frage ist nämlich immer, wo? Auch da ist das jetzt hier ein kleiner Aufruf. Wir machen jetzt hier wirklich ein bisschen Service für den Verein. Location.
Ina Dankeschön.
Sebastian Habt ihr ein Location-Problem, wie alle anderen auch?
Lea Ja, natürlich.
Ina Jein.
Lea Wir haben Gott sei Dank Räume, die wir nutzen dürfen, wo wir gerne gesehen sind, und uns auch tatsächlich irgendwie sehr zuverlässig die Termine reservieren können. Trotzdem zahlen wir halt jedes Mal Raummiete. Und wir müssen gucken durch unsere Spenden-Dose, dass das irgendwie immer zusammenkommt. Wenn nicht, nehmen wir das vom Vereinskonto, damit die Treffen auch alles stattfinden. Aber wir sind halt immer auf Räume angewiesen.
Ina Und es gibt jetzt jemanden, der hat gesagt, Mensch, ich suche noch ein Anlageobjekt und ich würde gerne irgendwas kaufen und ich würde gerne das dem Verein zur Verfügung stellen, damit das genutzt werden kann für Workshops, Partys, Stammtische etc. pp. Da würden wir uns natürlich riesig drüber freuen. Das muss natürlich alles im Rahmen bleiben.
Sebastian Anlageobjekt klingt jetzt nicht nach günstig und nach marktgerechten Preisen.
Ina Also wir haben jetzt das letzte Objekt, was wir jetzt angeguckt haben, das lag bei 795.000.
Sebastian Euro. Das ist mit den Mitgliedsbeiträgen knapp.
Ina Ja, wir wollen es ja auch nicht kaufen, aber wir gucken halt schon die Dinger mit an, also die Objekte mit an, um zu gucken, ob das überhaupt geeignet ist für das, was wir vorhaben damit.
Sebastian Was habt ihr vor? Also wofür sucht ihr noch den passenden Raum, wo ihr sagt, das ist das, was wir wollen? Vielleicht gibt es ja jemand da draußen, der irgendwie, ich weiß nicht, ein kleines Stadtloft übrig hat. Kann ja sein.
Ina Ja, also wir suchen etwas, wo wir best, also ich sage jetzt einfach mal das Optimum.
Lea Das beste Szenario.
Sebastian Aber in kurz, du kriegst eine Minute.
Ina Okay. Ein kleines Café oder Begegnungsstätte, also eine kleine Gastro, einen großen Raum, wo man Workshops und vielleicht kleine Partys machen kann. Ein, zwei Büros, wo man Beratungen machen kann, wo man, wo unsere Buchhaltung rein kann und so weiter und so fort. Eine kleine Werkstatt mit dran, wo man Spielzeuge, Möbel etc. pp. basteln kann. Und wenn es dann ganz, ganz perfekt ist, dann auch noch irgendwie drei, vier, fünf Räume, wo man drin übernachten kann und eine Betriebsleiterwohnung.
Sebastian Ui, ja, das, also ich bin ja seltener für das Sportverein, pleite gehen, aber das klingt nach so einem Objekt. Okay, ja, ich merke, da sind Ambitionen, da sind Pläne. Also wenn man euch machen lässt, dann ist Lübeck eigentlich nur ein Startpunkt.
Lea Sky's the limit, oder? Let's go.
Ina Also auch gerne, wenn andere Vereine sagen, hey, wir möchten gerne mit euch connecten, lass mal was zusammen auf die Beine stellen. Immer bitte, bitte, bitte.
Lea Bitte netzwerken.
Ina Ja, lasst uns socialisen, lasst uns netzwerken, lasst uns gemeinsam Dinge auf die Beine stellen, lasst uns coole Projekte starten. Voll Bock drauf. Wir sind für alles offen, zu allen Schandtaten bereit. Wir haben schon einen ganz tollen Menschen, mit dem wir connecten, der unbedingt was mit uns zusammen machen möchte und wir auch mit ihm. Das Problem ist, der sitzt am anderen Ende von Deutschland und im Moment finden wir keinen Termin, wo wir uns treffen können. Aber das werden wir auch noch schaffen.
Sebastian Ja, ich bin da sicher, dass du dafür sorgen wirst, dass es kein Zufall sein wird, dass es klappt. Mein Gott.

Das A oder B-Spiel

Ich glaube, thematisch haben wir alles drin. Es gibt noch eine kleine Tradition, ein Spiel, was ich mit euch spielen möchte.
Lea Ja.
Sebastian Und ihr kennt es ja schon fürs Publikum. Die kennen es eigentlich auch schon. Aber ich habe es jetzt auch gar nicht groß für euch angepasst, das A- oder B-Spiel. Ich erkläre es mal wieder. Ich habe hier Wortpaare und ihr dürft euch für was entscheiden. Also ich sage was weiß ich, Hund oder Katze. Und dann sagt ihr das, was euch einfällt. Und das dürft ihr auch gleichzeitig sagen. Das ist völlig in Ordnung. und wichtig, einfach spontan. Ihr müsst euch nicht überlegen, ob da irgendwas hinter steckt oder so, sondern einfach, wo ihr sagt, da tendiert ihr hin und ihr müsst euch einfach nur entscheiden. Das klingt eigentlich total einfach und ist total simpel und das geht auch ganz schnell. Ich habe, um die grob 50 Pärchen hier und die würde ich gerne mit euch mal kurz durchgehen. Das ist dann der persönliche Teil dieser Folge, wo ihr doch ein bisschen offenbar müsst. Ich weiß nicht, Ina, wir haben das damals bei der Aufnahme noch nicht miteinander gespielt.
Ina Doch.
Sebastian Haben wir. Sehr schön. Vielleicht sollte ich die alte Liste nochmal rausholen, dann kann man vergleichen. Nein, das mache ich heute nicht. Aber sie ist zum Teil deckungsgleich. Also vielleicht hat jemand im Publikum ja Lust zu gucken, wo Ina Unterschiede macht. Man entwickelt sich ja, das gehört ja auch dazu. Ich fange einfach mal an. Ganz einfach. Eule oder Lerche?
Lea Eule.
Sebastian Konsens oder Risiko?
Lea Risiko.
Ina Risiko.
Sebastian Aha. Es ist persönlich.
Ina Ich musste kurz überlegen.
Sebastian Keine Wertung. Erstfragen oder lieber danach um Verzeihung bitten.
Ina Erstfragen.
Sebastian DS oder Impact?
Lea DS.
Sebastian Küssen oder kuscheln?
Lea Küssen.
Ina Beides nicht. Küssen.
Sebastian Das kleinere übel ist Küssen. Nie mehr oben oder nie mehr unten?
Lea Nie mehr oben.
Sebastian Routine oder Eskalation?
Ina Eskalation.
Lea Routine.
Sebastian Ruhig gleichzeitig, das ist völlig okay. Das Publikum soll ja noch mal ein paar Mal nachhören müssen, um es rauszukriegen. Materialschlacht oder Minimalismus?
Ina Materialschlacht.
Sebastian Sommer oder Winter?
Ina Sommer.
Sebastian Drinnen oder draußen?
Ina Draußen.
Sebastian Jetzt wenig oder später mehr?
Ina Später mehr.
Sebastian Fifty Shades oder Geschichte der O?
Lea Geschichte der O.
Ina Ja, bin ich auch.
Sebastian Mach das so oder mach doch, wie du denkst.
Lea Mach doch, wie du denkst.
Sebastian Dialog, Szene oder Campshot?
Lea Campshot.
Ina Das hat mich vom letzten Mal auch schon. Campshot.
Sebastian Sex oder spielen?
Ina Spielen.
Lea Gehört zusammen.
Sebastian Vielleicht geht ja nur eins. Man hat wenig Zeit.
Lea Spielen.
Sebastian Vlogger oder Gerte?
Ina Gerte.
Sebastian Hamburg oder Frankfurt?
Ina Hamburg.
Sebastian Okay. Hanf oder Nylon?
Lea Nylon.
Ina Hanf.
Sebastian Oder Baumwolle?
Ina Hanf.
Lea Nylon.
Sebastian Kabelbinder oder Wäscheleine?
Ina Wäscheleine.
Sebastian Wasser oder Strom?
Lea Strom.
Sebastian Halsband oder Halsreif?
Lea Halsreif.
Sebastian Party oder unter vier Augen?
Lea Party.
Sebastian Oder unter sechs Augen?
Ina Party.
Lea Unter sechs Augen.
Sebastian Safe word oder kein Safe word?
Lea Kein Safe word.
Sebastian Kekse oder Chips?
Lea Chips.
Sebastian Oder Toffifee?
Ina Immer.
Sebastian Toffifee. Das Publikum, die gab es nämlich hier. Die beiden haben eine Packung platt gemacht.
Lea Oh ja.
Sebastian Ohne, dass man es gehört hat. Kompliment. Baden oder duschen?
Ina Baden.
Sebastian Schlafzimmer oder Wohnzimmer?
Lea Wohnzimmer.
Sebastian Oder Hotelzimmer?
Lea Hotelzimmer.
Sebastian Orgasmus oder Verweigerung?
Lea Verweigerung.
Sebastian Lack oder Latex?
Lea Lack.
Ina Lack.
Sebastian Oder Metall.
Lea Metall, immer. Unbedingt.
Sebastian Oder Leder. Ausschlafen oder Session?
Ina Session.
Sebastian Vor Publikum oder vor der Kamera?
Lea Publikum.
Sebastian Noch ein Stück weiter gehen oder den Moment erstmal genießen?
Ina Noch ein Stück weiter gehen.
Sebastian Lass uns ficken oder benutze mich?
Ina Benutz mich.
Sebastian Hund oder Katze?
Ina Katze.
Lea Hund.
Sebastian Wasser oder Softdrink?
Ina Wasser.
Sebastian Brett oder brav?
Ina Brett.
Lea Brav.
Sebastian Okay. Intim Rasur oder Frisur?
Ina Rasur.
Sebastian Chatten oder anrufen?
Ina Anrufen.
Sebastian Oder Sprachnachrichten?
Ina Sprachnachrichten.
Lea Ich hasse Sprachnachrichten.
Ina Aber es kommt drauf an. Mit uns mag ich die ganz gerne.
Lea Ja, aber ich rufe lieber an.
Ina Stimmt, ja.
Sebastian Warten oder los jetzt?
Ina Los jetzt.
Lea Warten.
Sebastian Kaffee oder Tee?
Lea Kaffee.
Sebastian Barista oder Kapsel?
Ina Barista.
Sebastian Verschenken oder verkaufen?
Lea Verschenken.
Sebastian Nie mehr Sex oder nie mehr Kink?
Ina Nie mehr Kink. Nie mehr Kink? Nie mehr Sex. Nee, nein, nie mehr Sex.
Sebastian Nie mehr Sex oder nie mehr Kink?
Ina Nie mehr Sex.
Lea Nie mehr Sex.
Sebastian Okay. Überraschen lassen oder vorbereitet sein?
Lea Überraschen lassen.
Sebastian Lob oder Tadel?
Lea Lob.
Sebastian Neue Projekte oder die Vereinssteuererklärung?
Lea Neue Projekte.
Sebastian Mayday oder Stopp?
Lea Mayday.
Sebastian Akku immer voll oder Powerbank immer dabei?
Lea Powerbank immer dabei.
Sebastian Verein oder Verschwörung?
Lea Verein.
Sebastian Listen abarbeiten oder erledigen, was oben liegt?
Lea Erledigen, was oben liegt.
Sebastian Sharing is caring oder meins ist meins?
Ina Meins ist meins.
Lea Sharing is caring.
Sebastian Bilder machen oder Geschichten schreiben.
Ina Geschichten schreiben.
Sebastian Auto oder Bahn?
Ina Auto.
Sebastian Oder Fahrrad?
Lea Auto.
Sebastian Regeln einhalten oder Regeln dehnen?
Lea Regeln dehnen.
Sebastian Moral oder Unvernunft?
Ina Unvernunft.
Sebastian Das habt ihr toll gemacht. Und wirklich persönlich. Ich war mir nicht sicher, ob ich das so verwenden kann, die Liste. Aber danke. Großartig. Das Publikum kann ja jetzt immer irgendwelche Schlüsse daraus ziehen. Nein.
Ina Oh, wenn wir gerade bei persönlich sind, ne?
Sebastian Oh nein, jetzt kommt wieder, ja.
Ina Weißt du, was wir persönlich am Verein am geilsten finden? Wenn Clubs oder Veranstalter sagen, hey, ich lade euch ein, zeigt doch mal, was ihr so macht. Und wir dann für deren Gäste kleine Mitmachaktionen starten dürfen über den ganzen Abend oder die ganze Nacht. Und ein bisschen was von dem erzählen können, was wir so lieben.
Lea Das ist spannend, ja.
Sebastian Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Aber eine Frage habe ich an euch doch noch. Ein Thema habe ich mir doch noch ein bisschen aufgehoben.

Im Fernsehstudio

Ihr wart in etwas Fernsehähnlichem. Also ich habe es bei Instagram gesehen, da wart ihr in dem Studio und habt auf der Couch gesessen. Es sah so beim ersten Hinsehen nach einer Frühstücksradio aus oder Frühstücksmoderation. Mögt ihr sagen, was das war? Weil da seid ihr nun mal in einem, Nicht-Kinky-Kontext unterwegs. Und ja, wie war es? Was habt ihr getan? Und konntet ihr eure Message überhaupt loswerden?
Lea Dazu muss ich sagen, ich war gar nicht dabei. Das hat ein ganz liebes Vereinsmitglied getan, weil ich sehr kamerascheu bin. Deswegen kann ich dazu gar nichts sagen.
Sebastian Verstehe ich total. Man muss Ina wohl erzählen.
Ina Also wir waren, das war Trude Kuh Vereinsförderung. Das ist Trude Kuh Television. Die stellen Vereine vor und Wir bringen die mit Unternehmen, die noch unterstützenswerte Vereine suchen, zusammen. Und wir durften dort erzählen, was wir machen, warum wir das tun und waren tatsächlich im Nicht-King-Kontext dort. Das war eine sehr spannende Erfahrung. Uns folgen seitdem auf Insta, glaube ich, zwei oder drei große oder mittelgroße Unternehmen. Und ich fand es sehr interessant. auch mal wieder gesehen, warum es immer noch wichtig ist, gegen Vorurteile anzuarbeiten.
Sebastian Wie war das denn so mit der, da ist ja auch ein Moderator, der euch dann tolle Fragen stellt, die ihr wahrscheinlich nicht vorgegeben habt.
Ina Nein, haben wir nicht. Wir wussten auch nicht, welche Fragen er stellt.
Sebastian Wie ist denn das so? Also ich finde immer, das ist, also gerade mit JournalistInnen, die alle Themen behandeln müssen. Die müssen nicht ein Thema immer reinlesen, aber müssen auch effizient sein dabei, dann müssen die passenden Fragen auswählen, die für das Publikum vermutlich interessant sind. Wie schlimm war es? Weil ich habe immer das Gefühl, das geht in dem Bereich immer schief.
Ina Es ging. Es ging tatsächlich. Also wir hatten halt ein relativ intensives Vorgespräch. Es ging länger als die Aufzeichnung. Und es gab halt einige Dinge, wo ich halt von vornherein gesagt habe, wenn du damit anfängst, breche ich ab. Mache ich nicht. Ich werde nicht in einer 20-Minuten-Aufnahme anfangen über, zum Beispiel Grenzüberschreitungen zu sprechen oder über Gewalttaten im BDSM oder wo ist die Grenze, mache ich nicht. Das mache ich nur, wenn ich Zeit habe, darüber zu reden, wo Paragraf 228 Strafgesetzbuch gilt und ab wann nicht mehr. Und das diskutiere ich nicht in 20 Minuten, wo noch 57 andere Themen besprochen werden sollen. Und ansonsten, ja, war der, also das, was mich halt immer wieder irritiert ist, wenn ich mit Vanillas zusammenkomme, die denken eigentlich zu 90 Prozent an das Vögeln.
Sebastian Das kann man ihnen ja erklären. Wir haben gar keine Zeit fürs Vögeln bei dem ganzen Kram, den wir machen können. Tausend Spielzeuge, tausend Praktiken. Wann sollen wir denn da vögeln? Entschuldigung.
Ina So ungefähr, ja.
Sebastian Das ist einfach wie zu stressig.
Ina Also das, wo ich wirklich gespannt bin, wir werden uns jetzt kontinuierlich und penetrant weiter bei... Beim NDR bewerben.
Sebastian Ich gebe euch da mal einen Kontakt.
Ina Wir haben uns jetzt bei, wie hieß denn das nochmal, Vereint im Norden beworben. Wir sind aber leider nicht ausgewählt worden.
Sebastian Also zum NDR kann ich sagen, so viele Menschen, die ich euch vermittelt habe, lieber NDR, weil ihr in irgendeinem Format mit irgendwen reden wolltet, der irgendeinen Fetisch oder Kink habt. Jetzt ist Zahltag. So viele, ja. Das ist wirklich fürchterlich zum Teil. Aber es hat bisher fast immer geklappt. Also es wurde immer jemand aus der Community dann, wenn ich empfohlen habe, die Leute sind auch zu Wort gekommen. Nein, jetzt ist Zahltag tatsächlich, liebe Frau A, Punkt.
Ina Unsere Telefonnummer findet man auch auf unserer Webseite und auch eine E-Mail-Adresse.
Sebastian Ja, also was ich bei Journalismus immer schwierig finde, ich habe den Beitrag leider nicht gesehen, ich habe es irgendwie verpasst, aber ich habe ganz oft den Punkt, da wird toll recherchiert, aber im Ergebnis so, aha, es gibt 30 Minuten Sendezeit und oft passiert folgendes, Journalisten müssen ja auch das hin und wieder darstellen, mache ich ja auch so ein bisschen und dann ist aber die Sendezeit unglücklich. Da hast du dann so ein konkretes Beispiel, ich kriege gerade nicht zusammen, wer es war, 10 Minuten den Kingstar, der erklärt, was er für einen Fetisch hat und wie und was, wunderbar, 10 Minuten die Person, die eine Missbrauchserfahrung gemacht hat und dann nochmal 10 Minuten, wie die, Moderatoren der Sendung irgendwie im Selbstversuch irgendwas machen und sagen, zum Glück ist vorbei. Das heißt aber, die Wertigkeit zwischen guten und schlechten Erfahrungen ist 50-50. Und das vielleicht nochmal so als Abschlussfrage an euch, weil ihr wirklich mit vielen Menschen zusammenkommt. Wie oft im Vergleich machen Menschen positive Erfahrungen? Wie hoch ist die Chance, dass ich ein cooles Erlebnis habe, wenn ich in die Szene gehe, wenn ich in die Community gehe, wenn ich rausgehe, wenn ich mit all dem anfange? Was meint ihr?
Lea Boah, das ist schwer zu sagen.
Sebastian Aus dem hohlen Bauch raus.
Ina Aus dem hohlen Bauch raus würde ich sagen 95,5.
Lea Ja, die meisten haben gute Erfahrungen.
Ina Ja, 95 Prozent, dass du echt schöne Erfahrungen machst und gut anlandest. Und 5 Prozent, denke ich, wo es echt scheiße läuft.
Sebastian Für die 5 Prozent, da muss man gucken, dass man wirklich aware ist und vorbereitet ist oder gar nicht da in die Situation kommt. Aber eben es sind 95 Prozent Chance, dass das geil ist. Die Wette würde doch jeder eingehen.
Lea Oder wenn man in die Situation kommt, dass man weiß, wohin.
Ina Genau, es gibt einen geilen Verein in Lübeck.
Sebastian Und zwar auch dann, wenn man jetzt nicht direkt in Lübeck sitzt, glaube ich.
Ina Selbstverständlich, also telefonisch und per E-Mail machen wir auch, wenn, eine Dame, die hat uns mal angerufen, ich glaube, die lebt ja irgendwo bei Kassel. Und auch das ist vollkommen in Ordnung, natürlich dürft ihr uns auch anrufen, wenn ihr nicht aus Lübeck oder Umgebung kommt. Und nein, das kostet euch auch kein Geld. Das kostet kein Geld.
Lea Das ist eine ganz normale Handynummer.
Ina Ja, genau. Das ist keine 0900. Wir kommen auch nicht und sagen dann hinterher, so jetzt musst du aber spenden oder so. Das ist vollkommen absolut nicht.
Lea Alles freiwillig.
Ina Genau. Wenn ihr Fragen habt, wenn ihr euch rückversichern wollt, ob irgendwas noch in Ordnung ist oder wenn ihr einfach eure Gedanken sortieren wollt, ihr dürft uns gerne am besten erstmal anschreiben. und dann machen wir so zeitnah wie möglich einen Termin.
Lea Ihr könnt auch erst mal WhatsAppen und sagt, hey, greift das überhaupt? Signal.
Ina Ja, weil datenschutzrechtlich...

Warum diese Sendung

Sebastian Ich werde euch jetzt verabschieden. Ich weiß, ihr könntet noch zwei, drei Stunden. Überhaupt kein Thema.
Ina Ja.
Sebastian Vielleicht mag ich dem Publikum jetzt mal verraten, warum ich jetzt diese Folge ausgerechnet gemacht habe und warum die mir wichtig war. Also ich finde, wir alle konsumieren auf irgendeine Art und Weise irgendein Angebot. Wir gehen auf irgendwelche Partys, manchmal sind sie kommerziell, da steht der Preis dran, ihr wisst, was die kosten. Wir gehen auf Workshops, auch da steht ein Preis dran, von dem jemand leben kann, was in Ordnung ist. Aber der Großteil wird innerhalb der Community geleistet. Es gibt irgendwelche Leute, die irgendwas machen, die irgendwie durch Gegend tingeln und versuchen Leuten was beizubringen, die eine Idee haben, die irgendein Zeltlager machen und nein, selbst mit eurem 100 Euro Eintrittspreis dafür könnt ihr das nicht finanzieren, was das eigentlich kosten müsste. Es passiert unglaublich viel und es gibt gar nicht so viele Menschen, die diesen Zug haben, die sagen, okay, ich übernehme die Verantwortung, ich nehme mir die Zeit und das ist Lebenszeit in der Leute vielleicht auch Geld verdienen würden normalerweise, die aber sagen, nein, das ist mir so wichtig ich investiere pro Woche tausend Stunden dafür, es gibt diese Menschen, ich zeige die hier gerne im Podcast, weil, ich glaube man kriegt auch was zurück, das wird gleich meine allerletzte Frage sein, ähm, Es gibt diese Menschen, die bauen diese Szene, die sagen, ja wir gehen auf den Weihnachtsmarkt, wir gehen auf den CSD, ja wir machen diesen Workshop, ja wir kümmern uns um eine neue Location, wir kümmern uns darum, dass auch die Sachen, die keinen Spaß macht, dass das alles irgendwie erledigt wird. Und wenn ihr irgendwo hingeht, auf einen Stammtisch zu eurem Workshop oder irgendwas, der Maßstab, den ihr ansetzen solltet, ist nicht, oh ich habe ja ein perfektes industrielles Produkt bekommen, sondern bitte wertschätzt, dass Leute in ihrer Freizeit und vielleicht für ein Taschengeld. Das mit euch teilen und dass die sich den Arsch aufreißen dafür. Und da sie da eben nicht von lieben, ist ihnen das auch nicht egal, ob das gut ankommt, sondern die haben ein riesen Interesse daran, dass man wenigstens ein bisschen Zuspruch bekommt und dass das einfach auch gewertschätzt wird. Ich möchte das mit dieser Folge stellvertretend wertschätzen, dass Menschen diese... Diese Community am Leben halten, die sie sichtbar machen und die überhaupt Angebote schaffen. Denn wenn wir die alle nicht hätten, dann müssten wir ganz alleine zu Hause lernen, anhand von irgendwelchen Büchern aus dem 19. Jahrhundert, wie das mit diesem Bondage richtig funktioniert. Und glaubt mir, das ist für das Gesundheitssystem noch viel teurer, als ihr glaubt.

Verabschiedung

also an euch beide vielen Dank, dass ihr das tut jeder auf seine Art und Weise und ich hoffe wirklich, dass ihr, diesen Zuspruch und das Feedback bekommt und wenn ihr mal Kritik bekommt, die bekommt ihr natürlich auch dass die euch nicht runterzieht, sondern dass ihr sagt okay, jetzt erst recht, wir geben noch ein bisschen mehr, wie gesagt, das ist die letzte Frage und damit verabschiede ich mich jetzt auch vielen Dank für diesen wundervollen Nachmittag hier echt unter dieser Lodge, einfach schön und Sonne und überhaupt alles toll organisiert von euch Und ich habe eine Geschenktüte bekommen, von der ich noch nicht weiß, wohin er mit. Also vielen Dank für den Nachmittag und wie gesagt, also letzte Frage, ich hoffe, ihr kriegt auch was zurück aus der Community und gerne was und dann Tschüss sagen, weil dann muss ich sofort einpacken und los.
Lea Wir kriegen ganz viel Glitzern zurück, ganz viel Herzblut und es ist genau die Connection und es sind die Feedbacks, die einen am Laufen halten.
Ina Es sind die Menschen, die sagen, ich habe Mut gefunden, ich habe Traute gefunden, ich habe Lust auf mehr und das macht es richtig, richtig gut.
Sebastian Das sind mal wieder die perfekten Schlussworte. Vielen, vielen Dank. Habt eine gute Zeit, viel Erfolg, auch heute Abend, dass ihr einfach viel Spaß habt und dass das einfach läuft. Dankeschön. Tschüss.
Ina Vielen Dank.
Lea Danke, dass wir hier sein durften.


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