SM Lübeck e.V. - Ina und Lea
Mehr machen, mehr wollen
Episodenblog
Diesmal war ich in Lübeck bei Ina und Lea… und wir haben diskutiert.
Die beiden machen beim SM Lübeck e.V. Vereinsarbeit, die weit über den Stammtisch im Hinterzimmer hinausgeht: Themenstammtische, Workshops, Beratung, Vermittlung zu Ärztinnen, Polizei und Ämtern, dazu Stände auf dem CSD und auf dem Weihnachtsmarkt. Die Gemeinnützigkeit haben sie im zweiten Anlauf bekommen, nachdem die Satzung vorher neunmal durch die Vorabprüfung gefallen war.
Wir sprechen darüber, warum es 2026 überhaupt noch Vereine und eine Szene braucht, wenn Social Media doch längst alles erklärt und kommerzielle Anbieter alles abdecken. Und darüber, wie viel BDSM die Öffentlichkeit sehen muss, sehen darf und wo die Grenze verläuft – zwischen Halsband und Ehering, zwischen Sichtbarkeit und Belästigung.
Ina und Lea erzählen von Eltern, denen wegen ihrer Sexualität die Erziehungsfähigkeit angezweifelt wurde, von einer Ärztin, die vor lauter Spuren die Diagnose übersehen hat, und von einer Fortbildung, nach der fast alle im Raum feststellten: irgendwas damit hatte ich wohl auch schon mal zu tun. Dabei geht es auch um Konsens und informierten Konsens – und um die Frage, ab wann das Erklären den Reiz totredet.
Außerdem geht es um den kleinsten gemeinsamen Nenner auf Partys, um Räume, in denen alles erlaubt sein darf, um Ehrenamt, Geld und Locations, und um die These, dass BDSM keine „Spielart“ ist, sondern eine sexuelle Identität.
Eine Folge über Vereinsarbeit, Sichtbarkeit, Gemeinnützigkeit, Konsens und die Frage, warum es Menschen braucht, die das alles machen.
Topolina
Was für eine gelungene Folge, ich krieg direkt Lust, mich auch wieder für die Szene zu engagieren ❤️
Vielen lieben Dank ihr drei 🙏
Betreffend der Parties, bei denen alle dürfen wie sie wollen: Wie geht Ihr mit Spielereien um, bei denen wegkgucken nicht reicht, um nicht teilhaben zu "müssen"? Ich denk da an Käsefussfetische, KV-Spiele und Bootcamp-Lautstärken, neben denen man seine eigene Gedanken nicht mehr hört. Habt Ihr dazu eine Haltung oder Erfahrungen?
Vielen Dank nochmal fürs Teilhaben-lassen. Vielleicht treten wir die Reise aus der Schweiz nach Lübeck ja auch mal an 😊
Herzlich,
Topolina
Ina
22.08.26Mit der Lautstärke, jaaa. Das ist manchmal eine Herausforderung. Die derzeitige Location in der wir veranstalten hat zum Glück zwei Bereiche die akustisch relativ gut getrennt sind 🙈. Wir haben da ein spezielles Bottom, welches immer sehr laut und ungewöhnlich in den Geräuschen ist. Da gab es schon Spielunterbrechungen anderer Konstellationen, aber tatsächlich ohne 'Beschwerden'. Sollte es da mal Probleme geben, dann schauen wir, wie wir die lösen können.
Über Besuch aus der Schweiz freuen wir uns auf jeden Fall 😃
Liebe Grüße Ina
Fernando
Eine tolle Folge. Schön zu hören wie angagiert Ina und Lea sind und was Sie leisten für die Kommunity und ihren Verein.
Ina
22.08.26LAX
Eine schöne Folge in einem wichtigen Folgenblock. BDSM als Bubble funktioniert ja ganz gut, nach außen ist es immer schwer zu kommunizieren. Gute Aufklärung ist so wichtig und schafft es in der breite ein leichtes Verständnis zu entwickeln. Die als unüberwindbare Schlucht zwischen reinstem Vanilla und dem „bösen“, „harten“ und „schmutzigen“ BDSM scheinende Differenz zu einem Spektrum wird, das für manche Vanillas näher an sie reicht als gedacht.
Es gibt halt zwischen mit dem Rad zum Supermarkt und der Tour de France so viele Dinge die vielleicht nicht so bekannt sind, aber dennoch schön sind.
Besonders die Arbeit mit Ämtern ist so wichtig. Danke für euer Ehrenamt und Danke fürs Teilen.
Ina
22.08.26Vielen Dank für deine Worte.
wolltoy
Ich wusste gar nicht, was ich von der Folge erwarten sollte und hatte sehr viel Spaß beim Zuhören. So viel Enthusiasmus.
Sehr positiv überrascht war ich, also Sebastian beim Thema „Materialsammlung“ Wolle erwähnte. Das passiert ja nicht häufig, das dieser schöne Nischenfetisch Beachtung findet.
Ich habe aktuell nichts abzugeben, aber wenn es so weit ist, erinnere ich mich hoffentlich an die Idee der Materialsammlung.
Ina
22.08.26Meister & Jeannie
Ihr drei, coole Folge und wir ziehen den Hut vor den Damen des Lübeck e.V. 👍
Es absolut wünschenswert, die Gleichstellung zu fördern… weiter so…
Herzlichst aus der 🇨🇭
M&J
Ina
11.08.26Dean
Hallo Sebastian,
in der Folge erwähnst Du am Anfang, wie wichtig die vielen freiwilligen Unterstützer der Unvernunft für den Podcast sind und sagst, dass sie Geld geben ohne dafür eine Gegenleistung zu bekommen. Ich verstehe zwar, dass mit den Spenden keine "Mehrleistungen" verbunden sind, aber ohne Gegenleistung bleiben wir Hörer ganz und gar nicht. Dein Podcast gehört für mich ohne Zweifel zu den besten und wichtigsten Medien mit BDSM Bezug. Gerade für Menschen, die sich aus welchen Gründen auch immer damit schwer tun, sich anderweitig der Szene zu nähern, ist Dein Podcast und sind die Beitrage deiner vielen tollen Gäste wahre Augenöffner. Ich glaube, dass Du damit sehr viele Menschen nicht nur wunderbar unterhältst, sondern einen riesigen Beitrag zur Aufklärung leitest.
Für mich selber kann ich sagen, dass Dein Podcast im besten Sinne life changing war und noch immer ist. In dem Sinne finde ich auch das Engagement von Lea und Ina großartig. Ich glaube ganz sicher, dass Ihr vielen Menschen dabei helft glücklicher zu werden. Und das ist es doch, was die Welt braucht. Glückliche und liebende Menschen.
Was für eine schöne „Gegenleistung“ ;-) Danke dafür!
Liebe Grüße,
Dean
SirThanertos
Lieber Sebastian,
ich glaub du hast in dieser Folge ganz unbewusst die Antwort auf die Frage "Was ist richtiger BDSM?" gegeben.
Sie lautet: "Gelungener BDSM. Gelungener BDSM ist richtiger BDSM."
Vielen lieben Dank für diese Folge!!!
Herzlichst
SirThanERtOS
Ina_hl
Ich persönlich glaube ja das Sichtbarkeit mit Aufklärung Hand in Hand geht.
Grad an Stellen, wo BDSM Aufklärung nicht Priorität hat, ist Sichtbarkeit (grad von den unterschiedlichen Themen, die die Notwendigkeit von Aufklärung betreffen) ein Türöffner.
dini_dark.7.0
Lea sagt in Minute 48,50 zum Thema Halsreif: "Warum nicht? Ich finde, man darf Beziehung sehen." ... Diese Antwort gefällt mir richtig gut. Auch ich trage mein Halsband immer und fühle mich nun noch wohler damit. Obwohl ich Sichtbarkeit im BDSM eher als ambivalent ansehe. Aufklärung finde ich wichtiger als Sichtbarkeit.
So, nun höre ich die Folge erstmal weiter. Diesen Kommentar musste ich schnell loswerden. Weiter geht's....
Ina
11.08.26ich denke, dass das mit der Aufklärung und der Sichtbarkeit unmittelbar zusammen hängt. Manchmal muss erst Sichtbarkeit geschaffen werden, um überhaupt aufklären zu können und manchmal entsteht aus Aufklärung Sichtbarkeit. Und im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, der Beantragung von Geldern für die Arbeit und Arbeitsmittel, ect ist erstmal allgemeine Sichtbarkeit wichtig, um Notwendigkeit begründen zu können, ohne vorher Aufklärung betrieben zu haben. An Geldgebende kommt man meist gar nicht heran um irgendetwas zu erklären oder persönlich zu begründen.
Liebe Grüße Ina