Coverbild Unvernunft Live 175 - BDSM nicht BDSMerInnen erklären
LIVE 176
BDSM nicht BDSMerInnen erklären

Unvernunft Live 175 - BDSM nicht BDSMerInnen erklären

Wie wir sagen, was wir tun

22.06.26
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Cover Unvernunft Live 175 - BDSM nicht BDSMerInnen erklären

Episodenblog

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Wie wir sagen, was wir tun

Unvernunft Live

Auf kunstDerUnvernunft.live gibt es den Livestream & Chat und hier nun das Ergebnis für alle, die nicht dabei sein konnten und können.

Theme heute: BDSM vanilla-Menschen erklären

"Ja, ich mag BDSM" - Wenn wir uns ein wenig Mühe geben, können wir doch bestimmt jeden und jede von unserem Kink begeistern. - Oder eben nicht. Wie erklären wir anderen Menschen unseren Kink? Und wie besser nicht?

Diese Folge wird unterstützt von:

Erwähnte Leute aus der Hall of Fame

MercyfulDoom Saitenzupfer Halliday CutFernes endymion Jay Eviltabs S & M Nordmann Subimi gerralf Zauseli weiterspielen SeilMichAn NachtalbRigger crunch Visudo Biggirl91 EinDom83 Jan Perlenkette turdus trublue Wombat Balthasar mit Fee

Kapitelmarken

00:00:00
Intro
00:00:18
Begrüßung
00:02:12
Kurzanleitung
00:03:19
Thema: BDSM Vanillapersonen erklären
00:07:53
Spike Spiegel
00:21:35
Bratmission
00:34:05
Pesky
00:46:24
Atlanticus
01:01:22
Ehesklave
01:13:40
Christian
01:29:33
Stella
01:43:16
Miststück seines Herrn
01:55:06
Bondie
02:03:39
KinkyKatie
02:12:21
Einspieler
02:12:50
Einspieler Monsti
02:14:19
Einspieler NewHoneybee
02:17:18
Einspieler Ich_doch_nicht
02:20:06
Einspieler Fuchsschneckchen
02:22:22
Einspieler Sempai
02:26:46
Einspieler Asteria
02:36:44
Aus einer Folge von Lea
02:42:30
Aus einer Folge von Ina
02:46:38
Einspieler Virus242
02:52:10
Die Schätzfrage
02:52:46
Die Hall of Fame
02:55:47
Neue Schuhe für's Podcastsubbie
03:00:00
Dies und das
03:05:30
Verabschiedung
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Sebastian Hallo und guten Abend zur Unvernunft live am Donnerstagabend. Hallo und herzlich willkommen zur Live-Sendung Nummer 176 bei nicht weniger als 30 Grad im Studio der Unvernunft. Es ist Wahnsinn, wunderschönes Wetter und ich wurde schon gefragt, ob heute nicht hitzefrei ist. Nein, heute nicht, denn wir haben heute eine Mission. Heute machen wir eine Folge, die vielleicht ganz praktisch werden wird für die Zukunft. Wir wollen mal gucken, ob das heute gelingt. Mein Name ist übrigens Sebastian Stix. Ich darf das hier moderieren. Ich bin selber kinky, schon seit gefühlt ewig und ich entdecke immer noch neue Sachen und es hört einfach nicht auf. Gut, dass ich diesen Podcast machen kann und einfach Menschen fragen kann, wie sie das mit diesem Kink, mit diesem BDSM halten. Was ich lange nicht mehr gesagt habe, ja, wir setzen hier BDSM-Kenntnisse so ein wenig voraus. Das heißt, wir fangen nicht bei Adam und Eva an und hören dann da auf, wo es spannend ist, sondern wir gehen immer voll rein und Begriffe erklären wir jetzt, nur wenn sie ganz ungewöhnlich sind, weil ich glaube, das ist sonst einfach langweilig für Menschen, die schon so ein bisschen Dinge kennen. Wenn man von Bondage schon mal gehört hat, dann muss man das vielleicht nicht hier in 600 Folgen Unvernunft jedes Mal wiederhören. Okay, ich begrüße ganz herzlich den Chat. Schön, dass ihr da seid, so zahlreich, trotz der Hitze. Es ist beeindruckend. Ich begrüße ganz herzlich das Podcast, Sobi. Du kannst sogar richtig Hallo sagen.
Podcastsubbie Es kommt jetzt unvorbereitet.
Sebastian Hallo. Ja, unvorbereitet, aber es kommt. Und ich begrüße nicht den Tonmeister heute, der ist heute abwesend, der hat irgendwie so Jobsachen zu tun oder so Zeug, also so unwichtigen Kram irgendwie. Deshalb müssen wir das heute ohne ihn schaffen, aber ich glaube, das wird gelingen und ja, wir werden hier eine schöne Live-Sendung machen. Ich sehe auch schon, dass das Telefon jetzt schon klingelt, aber noch ist immer nicht ganz so weit, denn ich muss das Thema ja noch ein bisschen erklären, einleiten. Und ja, ich glaube, das mache ich auch relativ schnell. Es gibt eine kurze Anleitung. Unvernunft live, wie funktioniert das? Relativ einfach. Wir sagen euch dann die Telefonnummer, die steht dann auch im Chat. Und dann könnt ihr hier einfach anrufen. Und dann plaudern wir über das Thema, zum Thema. Ich stelle ein paar Fragen. Ihr könnt euch gerne völlig anonym vorstellen, wenn ihr das mögt. Das ist gar kein Thema. Damit bin ich absolut einverstanden. Und dann quatschen wir ein bisschen. Muss gar nicht lange sein, gerade heute nicht. Und dann hoffen wir, dass wir die Menschen ein bisschen erhellen können und dass eure Beiträge total nützlich sind. Ich bin mir sicher, das sind sie alle, denn wir haben heute ein Thema, was auf jeden Fall so ist, dass alle mitreden können. Ich habe ja dieses Mal ordentlich getrommelt, damit Menschen mitmachen. Okay, was muss ich noch sagen? Ja, wenn man anruft, kleiner Tipp, guckt, dass ihr kein Headset benutzt, nehmt das Telefon direkt ans Ohr, das klingt immer etwas besser, diese kabellosen Headsets, es klingt einfach scheußlich und, ihr möchtet doch gehört werden und verstanden werden und ja, das kriegt man so am besten, also das ist der beste Kniff, um das hinzukriegen. Gut, das war die Kurzanleitung und ich habe ein Thema und ich glaube, ich stelle euch das einfach mal vor. Ah, das Thema, es hat einen sperrigen Namen, mir ist noch keine perfekte Formulierung eingefallen. BDSM, nicht BDSM-Personen oder Vanillamenschen erklären. Heute sprechen wir über die Situation, die wir alle kennen. Da sitzt man mit Freunden zusammen, spricht mit der Familie, mit Kollegen, mit Kolleginnen, vielleicht mit einem sonstigen neugierigen Menschen, vielleicht sogar beim ersten Date und dann kommt da vielleicht sogar eine Frage. Du, was ist das eigentlich mit diesem BDSM und was hat das damit auf sich? Und dann merkt man, das ist gar nicht so einfach zu beantworten, denn wie erklärt man denn etwas, das für einen selbst so völlig normal geworden ist? Menschen, die damit bisher kaum oder keine Berührungspunkte hatten, welche Worte treffen bei ihnen, welche funktionieren bei ihnen, welche Beispiele funktionieren und wie erklärt man etwas, ohne dabei die ganzen Klischees zu bedienen oder sich in Details zu verlieren? Und vor allem, wir wollen unser Gegenüber ja nicht erschrecken oder verschrecken. Wir suchen also Bilder, die unser Gegenüber kennt. Wir suchen Metaphern und versuchen ein bisschen Verständnis zu finden. Genau darüber wollen wir heute sprechen. Ich habe euch im Vorfeld um eure Geschichten gebeten. Ihr habt Einspieler geschickt. Ich habe mehr Einspiele, als ich heute Abend einspielen kann. Ich glaube, das ist eine Gesamtdauer von, ich muss mal gucken, 33 Minuten bislang. Die kriegt ihr heute Abend live nicht zu hören. Aber in der Podcast-Folge werden sie auf jeden Fall alle drin sein. Das kann ich schon mal versprechen. Und ja, wir wollen heute herausfinden, wie wir, über BDSM sprechen können, nicht um jemanden zu überzeugen, nicht um zu missionieren, sondern um verständlich zu machen, was wir da tun, warum wir es tun und weshalb es für viele von uns so ein wichtiger Teil des Lebens ist. Und vielleicht, wenn wir es gut machen, dann gibt es vielleicht auch von unerwarteter Stelle ein bisschen Toleranz oder gar Akzeptanz. Ja, und jetzt suchen wir gemeinsam nach den richtigen Worten. Diese Sendung soll ja ein Werkzeugkasten sein. Das heißt, wir wollen ganz viele unterschiedliche Erfahrungen und Bilder haben. Ich mache heute im Zweifel so lange, wie es halt dauert. Denn ich hoffe, dass diese Folge später mal von Menschen genutzt wird. Die sagen, ich werde morgen wahrscheinlich irgendwie in die Verlegenheit kommen. Ich sitze das erste Mal beteilig auf dem Geburtstag bei der Familie. Und da werden bestimmt Fragen kommen, wie erkläre ich es denn? Und dann hoffe ich, dass die Menschen dann diese Folge A finden, B hören und C vielleicht einen Hint oder eine Idee finden, die sie verwenden können. Also alle, die sich heute melden, ihr habt dann eventuell Menschen in Zukunft dabei geholfen, ja, diesen schwierigen Moment zu überleben und vielleicht sogar das Ganze so zu gestalten, dass es auch funktioniert. So, lange Einleitung, ich weiß. Liebes Podcast-Sobi, ich mache dich wieder laut. Gibt es noch was zu ergänzen zum Vorwort oder können wir jetzt Anrufer reinlassen?
Podcastsubbie Das war gar nicht abgesprochen, dass du mich hier dauernd laut machst.
Sebastian Soll ich das nicht tun?
Podcastsubbie Ich weiß ja nicht.
Sebastian Du weißt ja nicht. Bist du mir jetzt böse? Werde ich jetzt bestraft?
Podcastsubbie Das willst du nicht.
Sebastian Stimmt auch wieder. Ich mach dich ja schon wieder aus.
Podcastsubbie Ich hol einfach den Föhn und belüfte dich während des Säts.
Sebastian Nicht bei dem Wetter. Nein, nein, nein. Ich bin ja schon artig. Boah, das ist eine fiese Idee. 29,4 Grad. Es wird kühler. Und wenn ihr Vogelgezwitscher hört, sorry, das ist einfach so, aber ich muss diese Balkon-Tür hier aufmachen. Das geht nicht ohne. Und hätte ich mal früher darüber nachgedacht, hätte ich jetzt hier auf dem Ventilator stehen. So, okay, dann würde ich sagen, ich verlese mal die Telefonnummer des Podcasts sowie, zeige sie den Leuten. Das ist die 05101 911 8952. Da könnt ihr jetzt anrufen und dann sprechen wir miteinander. Und heute Abend hat das Podcast so wie ein paar vorbereitete Umfragen, die sie in den Chat reinpacken kann, und das kann sie völlig autonom tun, das heißt, ich kriege das auch nur quasi mit, aber die Ergebnisse, die kann man natürlich hier gut verwenden, weil da sind schöne Fragen dabei. Also ihr Lieben, 05101 911 18952, es hat eben schon einmal geklingelt, das war aber noch, als ich im Vorwort war, jetzt muss ich also ein bisschen abwarten, dass es hier auch wirklich rappelt. So, so. Vielleicht haben die Menschen noch eine Verzögerung. Hier kann man ja schneiden. Nein, brauche ich gar nicht, denn es klingelt tatsächlich. Oh, zweimal gleichzeitig sogar. Na gut, dann gehe ich mal ran. Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich?
AnruferIn Hier ist Frank Spiegel.
Sebastian Hi. Ja, wir sprechen über genau das Thema. Wie erklärt man es? Und hast du schon mal Kink erklären müssen und wem und wieso und überhaupt alles?
AnruferIn Ja, da gab es mehrere Fälle, sowohl einmal bei meinen Eltern als auch im Freundeskreis.
Sebastian Musstest du das erzählen oder hat sich das ergeben?
AnruferIn Das hat sich beides durch einen Zufall ergeben. Das war beides eine relativ lustige Aktion. Naja, bei meinen Eltern relativ einfach. Das war halt auch ein Zufall. Weil 2018 war ich im Japan-Urlaub und hatte mein Auto bei meinen Eltern dann erstmal geparkt. Und während dann meine Mutter mit deren Auto unterwegs war, hatte sich mein Vater überlegt, ja, ich brauche mal auch für irgendwas kurz ein Auto. Sohnemann hat ja sein Auto hier stehen, dann nehme ich den Wagen mal eben. Ja, hat den genommen und hat dann erst überlegt, ach, was ist, wenn ich jetzt irgendwie eine längere Strecke fahre, Da muss ich ja mal gucken, wo ist denn überhaupt der Fahrzeugschein? Und hat dann die Schubladen aufgemacht und hat da zufällig dann vom Saadasia eine Karte gefunden. Die ich in der Mittelkonsole liegen hatte und guckte dann hoch und sah dann an meinem Spiegel so ein kleines silbernes Andreas-Kreuz glitzern. Und dann überlegt er kurz und dann war ihm das wohl relativ klar. Und als ich dann aus Japan wieder zurück war, dann bei meinen Eltern gewesen und wir saßen in einem Garten. Und dann irgendwann so mit einem Mal fragte er mich so, ja, ich habe mir letztens dein Auto geliehen. Da ist mir ein bisschen was aufgefallen und ich hatte erst überlegt, auf was will der hin? Und dann so ganz grob beschrieben und dann, ja, ich habe in der Mittelkonsole nachgeguckt und eigentlich den Fahrzeugschein gesucht und da habe ich was ganz anderes gefunden. Ich überlege kurz und dann fiel es mir ein, was er meinte und dann war das Gelächter erst mal groß.
Sebastian Ja, also inwieweit wusste er schon, was Sache ist oder musstest du das nochmal erklären, was das eigentlich ist? Oder war er schon komplett firm?
AnruferIn Naja, so ganz grob worum es da so geht bei dem Thema, naja, sind jetzt auch nicht so komplett weltfremde meine Eltern. Ein bisschen wissen die da wahrscheinlich auch darüber Bescheid oder wussten das zu dem, Ja, und dann war natürlich erstmal so die Standardfrage, lässt du dich verhauen? Ich so, nein, also verhaust du andere Leute? Ich so, nein, ja, je nachdem, je nachdem.
Sebastian Okay, also wie hast du das Ganze erklärt? Ich meine, es gibt ja so verschiedene Dinge, die man da einmal, also wenn man es umfassend erklärt, dann ist ja einmal, ja, das ist die Sache mit dem Hauen, das, würden Außenstehende als Gewalt werten, ich mag diesen Begriff gar nicht benutzen, also Impact oder das heißt so eine Sexsache oder die Leute werten und sagen gleich, ja, ich würde das ja nie machen, also manchmal reden die dann ja auch. Es gibt auch wirklich so Fragen wie ist das gefährlich oder die Sachen mit dem Konsent, die muss man ja irgendwie auch erklären. Wie viel hast du erklärt und wie konntest du es darstellen?
AnruferIn Sagen wir es mal so, es wurde eine relativ lange Unterhaltung und dann auch, mit der genauen Erklärung, wer denn wie jetzt im Grunde eigentlich die Entscheidung hat dabei oder wie man das am einfachsten erklären kann, dass, es nicht darum geht, dass Top entscheidet einfach, sondern dass Sub zulässt. Und somit dann ja im Grunde die Macht, kann man ja sagen, in Anführungsstrichen, wie es ja immer gesagt wird, eigentlich unten liegt, beziehungsweise bei Sub liegt, weil Sub die Entscheidung trifft, wer die Macht denn bekommt.
Sebastian Okay, du bist also richtig tief eingestiegen.
AnruferIn Ja.
Sebastian Okay.
AnruferIn Ja, schon auf der philosophischen Ebene sowohl als auch mit der Erklärung, wie das häufig dann auch in irgendwelchen, ich sag jetzt mal, Fernsehsendungen oder sowas gerne auch mal falsch dargestellt wird, damit es halt irgendwie reißerisch rüberkommt und viele dann halt ein falsches Bild haben. Also da ging es dann schon ziemlich gut in die Erklärung rein.
Sebastian Ja, konntest du ihm begreiflich machen, was daran Spaß macht oder warum das Spaß macht? Oder ist das so ein Informationsaustausch gewesen, sowas wie, ja, ich züchte Kaninchen, aha, danke.
AnruferIn Nö, also das konnte ich schon relativ gut erklären. Also ich persönlich bin ja auch jemand, dem es sehr um die Verantwortung bei der ganzen Sache geht. Und ja, hätte ich jetzt wahrscheinlich gesagt, dass ich einfach nur, in Anführungsstrichen, einfach nur Sadist wäre oder so. Ja, das wäre vielleicht, hätte ich vielleicht jetzt nicht ganz so auf offene Ohren gestoßen. Aber unter dem Aspekt, wie ich das Ganze sehe, hat er da überhaupt keinen, oder hatten meine Eltern dann überhaupt keine Probleme damit.
Sebastian Okay. Das Podcast-Summi fragt gerade die Leute in der Umfrage, was denn am schwierigsten zu erklären ist und da melden, haben 50 Prozent der Leute zumindest gesagt, warum das Spaß macht. Gab es Bilder oder Metaphern oder irgendwas, wie du das erklären konntest? Weil ich hätte jetzt das mit dem Sport genommen, dieses Haha, das tut zwar auch weh, aber danach ist man glücklich. Welches Bild hat denn funktioniert? Weil einfach so, ja das macht mir halt Spaß, das ist ja für Menschen sehr schwer zu begreifen.
AnruferIn Naja, also im Grunde ist ja eigentlich alles, wo einer die Richtung angibt, aber beide in, einem harmonischen Miteinander irgendwas machen müssen, dem als Analogie zuträglich. Ob ich jetzt Tanzen nehme, Motorrad fahren mit Sozia, Äh, was gibt's noch? Man könnte Klettern zum Beispiel nehmen, wo dann dementsprechend die Absicherung gegenseitig dasteht. Man könnte musikalische Zitate nehmen. Das beste Beispiel aus einem Lied von Rammstein heißt es, du bist das Schiff, ich der Kapitän, wohin soll denn die Reise gehen? Also im Grunde, der Kapitän sagt zwar, wo es hingeht, aber ohne Schiff ist der Kapitän nur jemand, der irgendwo rumsteht.
Sebastian Okay, ja stimmt okay, gute Ideen jetzt am Ende des Gesprächs oder seitdem, also meinst du er hat verstanden, was da interessant ist und hat vielleicht für die Sache an sich ein gewisses Verständnis gewonnen oder, war das halt wirklich eine Sache wo man einfach mal nett drüber plaudert, aber dann ist das auch vergessen, also konntest du jemanden nicht einmal bekehren, klingt ein bisschen zu verstehen, ich habe ja manchmal gesagt, wir wollen niemanden bekehren, aber wie weit bist du dir sicher, dass du da für Verständnis gesorgt hast?
AnruferIn Also ich denke mal bei meinen Eltern und so weiter oder überhaupt bei mir in der Familie, da ist überhaupt gar kein Problem, Verständnis für sowas zu haben. Also die sind da sehr liberal in der Richtung.
Sebastian Hattest du auch schon mal eine Erfahrung, wo jemand sagt, das lehne ich total ab und da kannst du erklären, was du willst? Du musstest auf Granit beißen?
AnruferIn Ähm... Ja, also direkt so in dem Bereich eigentlich nicht. Es gibt ein paar Leute, die ich kenne über Ecken, die, sagen wir es mal so, sehr konservativ sind, von allgemeinen Ansichten bis zu, wie nennt es das, theologisch konservativ. Ich denke mal, da wird man nicht viel in der Richtung erreichen können.
Sebastian Aber dann hast du auch das Gespür, das gar nicht erst zu versuchen, vermute ich.
AnruferIn Genau, genau. Also ich denke mal, bei theologisch-liberal könnte es vielleicht wohl eher klappen.
Sebastian Ich meine, es gibt am Kirchentag, es gibt einen Stand von der Gruppe BDSM und Christsein. Die stehen dann da, und die werden nicht zwangsweise ans Kreuz genagelt am Ende der Veranstaltung. Also es scheint möglich zu sein. Aber ja, man muss natürlich wirklich einzeln gucken, wie man die Leute einschätzt. Okay, das ist doch gelungen. Und so vom Rangehen, also eher Fachbegriffe benutzt oder wirklich so ganz leicht und ganz einfache Wörter, also von Spanking und Bondage redet man nicht, sondern ja, ist das halt Fesseln und Hauen im Zweifel? Oder also wie hast du das gemacht?
AnruferIn Sowohl als auch. Also bestimmte Begriffe erklärt, Zusammenhänge in der Richtung, wenn da irgendwelche Nachfragen kamen bezüglich zum Beispiel Einschränken von Bewegungsfreiheit oder wie sich der Schmerzreiz auswirkt. Also ein guter Vergleich dazu ist, extrem scharf essen. Also wenn man mal so scharf gegessen hat, dass es kurz davor war, dass der Kreislauf sagt, so, das machst du jetzt bitte nicht nochmal wieder. Und man dann merkt, wie der Körper da die Botenstoffe ausschüttet. Und ja, ich glaube, das erklärt das dann schon. Wer schon mal irgendwie Sport gemacht hat, so richtig bis zum kurz vor Muskelversagen und danach gemerkt hat, dass der Körper dann da wieder was ausgeschüttet hat, was dann gute Laune macht, ist genau das Gleiche.
Sebastian Okay, ja. Also das Schöne ist, das merke ich auch, du hast Nachfragen bekommen, das merken wir uns jetzt mal, denn ganz oft kriegen Menschen eben keine Nachfragen, sondern dann hört jemand stumpf eine Stunde zu und danach ist Tilt.
AnruferIn Ja, einen Haufen Nachfragen habe ich auch bekommen im Freundeskreis, da gab es dann ja auch nochmal so einen Fall.
Sebastian Wenn du ihn ganz kurz beschreiben kannst, ich wollte heute kürzere Gespräche machen, aber wenn du es ganz kurz beschreiben magst, du kannst in eine Runde Einzelgespräch oder in einer Gruppe, ja steig mal ein, ich höre dir einfach zu.
AnruferIn Wir hatten einen lustigen Zockerabend, Xbox-Zocken, sozusagen die Herrenrunde und daneben waren dann noch die ganzen Freundinnen, die hatten sich dann auch noch über irgendwas unterhalten und auch noch irgendwas unternommen. Und dann war das zu dem Zeitpunkt gerade so, dass die ganzen Freundinnen alle irgendwelche Dark-Romans-Bücher gelesen haben und so. Und dann hatte ich so auf halbem Ohr so eine Diskussion mitgekriegt, was wie wo zum Fesseln genommen wird. Und da waren Sachen dabei, da habe ich nur gesagt, so bitte nicht, nein.
Sebastian Oder mach das nicht, ich kenne mich aus.
AnruferIn Dann habe ich eben auf die Pause-Taste gedrückt, mitten bei Halo. Hab dann ganz grob gesagt, bitte informiert euch bei irgendwelchen regionalen Fesselgruppen. In Bielefeld gibt es welche. Guckt euch die Webseite von Nekobari an. Guckt euch dies an, jenes welches. Kauft eure Spielsachen lieber irgendwo bei McHurt oder sonst wo. Das ganz grob abgerissen, wieder auf Play gedrückt, weitergespielt. Im nächsten Moment drückte jemand anders auf Pause. Und im gesamten Raum war es komplett still. Und alle guckten mich an. Wie? Moment, wir hätten da ein paar Fragen.
Sebastian Okay, so als die normalste Sache der Welt, so nach dem Motto, wie beim Kochen, nein, nein, du musst das Wasser abgießen und dir nicht abschrecken, so in der Richtung, so wie eine Lapalienkunde.
AnruferIn Ja, mir ging es einfach darum, nicht, dass die sich da irgendwie da schwerste Verletzungen holen, weil in irgendeinem Dark Romance irgendein TINF steht. Und ich habe dann einfach nur gesagt, so halt, stopp, bitte nicht machen. Macht das bitte so und so, wenn ihr Infos braucht, guckt danach.
Sebastian Okay, großartig.
AnruferIn Und ja, gar nicht daran gedacht, dass die da irgendwie noch gar nicht drüber Bescheid wussten. Und dann gab es natürlich erstmal die große Frage-Antwort-Stunde. Das war sehr lustig und sowas hatte ich, also mit so einer mal eben schnell Frage-Antwort zu irgendeinem Thema, da habe ich nochmal so zwei, drei, vier Male so eine ähnliche Szene gehabt.
Sebastian Okay, vielleicht doch nochmal eine Info, ganz grob, wie alt bist du, wie alt dürfen dich die Menschen einschätzen?
AnruferIn Ja, ich bin 40.
Sebastian Okay, reicht schon, okay, also der Bubble, ja, das ist cool, wenn du...
AnruferIn Ca. 25 so die Interesse in der Richtung gefunden.
Sebastian Ja, das ist cool, wenn du einen Freundeskreis hast, wo das auch möglich ist, wo sie nicht dann dastehen und sagen, raus, macht eh keiner, ne? Aber die Ängste hat man natürlich nicht.
AnruferIn Die sind da ganz entspannt.
Sebastian Okay, Spike, ich lasse mal die nächste Person in die Sendung. Vielen, vielen, vielen Dank. Toll gemacht. Ich bin gespannt, wie das heute weitergeht. Und dir wünsche ich, dass wann immer du da die richtigen Worte suchst, dass du sie findest und dass sie auch genauso ankommen, wie zum Beispiel bei deinem Dad.
AnruferIn Ja, gut.
Sebastian Danke. Alles klar. Mach's gut. Tschüss.
AnruferIn Tschüss.
Sebastian So, ihr Lieben, das war Spike Spiegel. Und ja, man hat ja doch immer Schiss, wenn mein Gegenüber, wenn ich da jetzt anfange, so ein bisschen ins Detail zu gehen, dann denken die ja, ich mach das. Gut, das war jetzt bei Spike kein Problem. Aber ab dem gewissen Punkt, irgendwie will ich es erklären, aber ich will auch irgendwie nicht sofort durchblicken lassen, dass ich voll im Thema bin. Oh, schwierig. Ich würde ja sagen, ruft an. Brauche ich aber gar nicht, denn es klingelt und ich gehe einfach ran. Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich?
AnruferIn Hi, die Brad Mischen hier.
Sebastian Brad Mischen, hi. Du hast auch schon mal angerufen. Sehr schön.
AnruferIn Ja.
Sebastian Ja. Also, BDSM, ja, nicht BDSM-Personen erklären. Wie geht's? Welche Erfahrung hast du gemacht?
AnruferIn Also zum einen habe ich halt auf fotografischer Seite viele Shibari-Shootings, die sind bei mir auf Instagram einzählbar und da haben mich dann halt diverse Freunde und bekannte Feuerwehrkameraden drauf angesprochen.
Sebastian Feuerwehrkameraden, habe ich richtig gehört.
AnruferIn Ja, korrekt.
Sebastian Okay, heißer Stoff, ja.
AnruferIn Ja, so ungefähr, also von der Freiwilligen halt. Und die haben dann halt gefragt und haben dann natürlich entsprechende Antworten bekommen. Warum, wieso, weshalb? Und beim Shibari ist für mich halt primär die Ästhetik. Aber dann kam man halt auch relativ schnell darauf, dass man da halt weitergeht. Und dann war halt auch so, ja, warum, wieso, weshalb? Warum macht dir das Spaß? Und warum lebst du das aus?
Sebastian Moment, das hast du gesagt, dass du das auch auslebst? Oder sind sie selber drauf gekommen?
AnruferIn Sie sind selber drauf gekommen.
Sebastian Verdammt, ne?
AnruferIn Also wir sind dann selber relativ zeitnah drauf gekommen, dass da ja wahrscheinlich mehr sein wird als nur die Seile. Und dann habe ich halt auch offen und ehrlich einfach erklärt und... Und dann, ja, ich sag mal, wir haben halt eine gemischte Umkleide, wenn ich halt irgendwie doch großflächig blaue Flecken habe, das sieht man ja schon durchaus auch.
Sebastian Ja, das hast du hier, glaube ich, schon mal erwähnt, ne?
AnruferIn Genau, das hatte ich schon mal erwähnt. Und da wurde halt auch ganz viel gefragt und vor allen Dingen wurde am Anfang erstmal gefragt, so ey, ist das im Einvernehmen entstanden? Ja, nein. Und dann wurde halt auch erklärt oder wurde gefragt, ja, warum macht dir das denn so viel Spaß?
Sebastian Ja, genau, erklär es mal. Erklär es mir mal oder erklär es mal stellvertretend, warum macht denn das Spaß? Das tut doch nur weh.
AnruferIn Also für mich ist es halt so, dass der Schmerz selber, also bis zu einem gewissen Level kann ich den auch genießen. Das ist halt dann, wie gesagt, dieses Muskelkater-Sportding, so habe ich das auch erklärt. Und alles, was dann darüber hinausgeht, wo es wirklich einfach weh tut, da freue ich mich halt, das für jemanden aushalten zu können und da an meine Grenze ranzugehen. Dass ich halt einfach gerne auch meine Grenze finde und dass es mich halt stolz macht, das für jemanden aushalten zu dürfen. Und das wurde zum Teil verstanden, zum Teil nicht so richtig.
Sebastian Okay, woran erkennt man, dass es jemand verstanden hat? Also ich habe immer das Gefühl, die Leute, die es nicht verstehen, die fragen nicht nach. Und die, die es verstehen, die stellen Fragen, also genau falsch rum.
AnruferIn Also die Leute, die es nicht verstehen, haben einfach ein riesiges Fragezeichen im Gesicht stehen und brechen relativ schnell das Gespräch ab.
Sebastian Ja, wie gehst du damit um? Ich meine, das ist ja auch schade. So, halt, ich bin noch nicht fertig. Ich würde dir gerne noch so viel mehr erzählen, dann verstehst du es. Oder lässt man sie dann gehen?
AnruferIn Also es kommt drauf an, je nachdem, wie das Verhältnis zu der Person ist. Entweder denke ich mir so, ja okay, wenn du da halt nichts drüber hören möchtest, ist es in Ordnung. Und ansonsten sage ich so, naja, ich kann versuchen, es dir zu erklären. Da musst du dich aber auch damit auseinandersetzen, dass ich dir Dinge erzähle, die für dich vielleicht erstmal unlogisch klingen.
Sebastian Oh, das ist gut. Das klingt für dich erstmal unlogisch. Den merke ich mir, den Satz. Ja, das ist wirklich gut.
AnruferIn Ja, und dann erklärt man halt noch weiter und noch mehr in die Tiefe und erklärt die Dynamik und, dann ist irgendwann meistens ein Aha-Moment da und die Leute, die es irgendwie begriffen haben, die stellen halt wirklich Fragen und da erkennt man aber immer mehr, wie dieses Fragezeichen zu einem Ausrufezeichen wird im Gesicht. Also ich finde, das kann man angesichts eigentlich relativ gut erkennen.
Sebastian Das ist ein bisschen die Frage, wenn es jemand versteht, dann wird die Person neugierig und dann ist sie vielleicht auch bereit, selber Erfahrungen zu machen oder bleibt es erstmal beim Verstehen? Was meinst du?
AnruferIn Also ich glaube, viele sind dann auch bereit, selber Erfahrungen zu machen. Ich habe in meinem Freundeskreis zwei Leute, denen ich das erklärt habe, zwei enge Freunde von mir, die am Anfang auch gar keine Ahnung hatten. Beide haben es dann mal angerissen und ausprobiert. probiert. Einer war so oh Gott, auf gar keinen Fall nicht meins, was ja auch völlig legitim ist und die andere findet gerade ihren Weg in die Szene so und, kommt da aber auch immer wieder damit Fragen auf mich zu und fragt ganz viel, und ich stehe da gerne beraten zu weiter.
Sebastian Ja, das ist, also ich hab mal überlegt, also in den letzten, ich mein, ich hab als einige hundert Podcast-Folgen gemacht, dass jemand sagt, ich war mal mit jemandem im Gespräch und die Person hat davon erzählt und dann bin ich so da reingerutscht. Und das habe ich so ehrlicherweise fast noch nie gehört. Also meistens sind diese Leute selber drauf gekommen oder im Internet drauf geschubst worden, aber dass jemand sagt, ja, ich mache das und dann findet man das interessant und sagt, ich probiere das auch aus, seltenst, was total ungewöhnlich ist, ehrlich gesagt.
AnruferIn Ja, ist es auch. Ja, wie gesagt, beide haben es dann ausprobiert. Eine ist dabei geblieben. Ich bin auf gar keinen Fall nie wieder. Was ja auch völlig legitim ist. Also wenn es nichts sein lässt, muss man das ja auch nicht machen.
Sebastian Nein, nein, um Gottes Willen. Es geht ja wirklich erstmal darum, den Leuten das so zu erklären, dass du sie nicht erschreckst. Also was würdest du vielleicht nicht empfehlen, was man sagt, damit die Leute vielleicht noch ein bisschen länger zuhören, dass man sie vielleicht doch noch ein bisschen mitnehmen kann? Gibt es irgendwas, wo du sagst, ah, das ist so deiner Erfahrung nach, wo die Leute auch eher schneller aussteigen?
AnruferIn Also ich würde vielleicht nicht direkt mit dem ja und dann lasse ich nicht bis aufs Blut auspeitschen anfangen, das ist vielleicht nicht so der gute Einstieg, weil Blut ist für viele so ein Ding, wo die sofort ausschalten quasi Ja.
Sebastian Weil dann ist es ja auch wirklich eine Verletzung, eine schwere Verletzung Das ist ja nochmal, also von der Wertigkeit noch was anderes als wenn der Popo vielleicht ein bisschen rot wird, das klingt dann vielleicht noch ein bisschen romantisch, aber Blut, da ist es meistens vorbei, ne?
AnruferIn Ja, eben, also das würde ich vielleicht eher nicht so zum Einstieg wählen. Ich würde halt auch, also was ich immer sage, oder ziemlich am Anfang direkt sage, jeder in seinem Tempo, jeder in seiner Intensität, alles kann, nichts muss und jede Dynamik ist anders. Das sage ich immer direkt ganz am Anfang, dass halt alles valide ist und jemand, der nur leichte Schläge mag, der soll auch nur die bekommen. Jeder, der mehr mag, soll halt auch mehr kriegen.
Sebastian Ja, dieser Aspekt, dass das nicht unbedingt was mit Schmerzen zu tun hat, ist das ein wichtiger Aspekt? Erwähnst du den? Weil es geht ja dann auch eher um deine Perspektive oder ist das schon sehr zentral für dich? Und das gehört auch einfach dazu, weil das denken die Leute ja auch mit als erstes. Ah, da verprügeln sich Menschen.
AnruferIn Ne, also das erwähne ich direkt vorneweg. Also ich sage immer so, ja, also Schmerzen können dabei sein, müssen nicht. Für mich gehören sie dazu. Es ist aber gar nicht unbedingt gesagt. Es ist nur ein Teilaspekt des Ganzen. Über alles andere ohne Schmerzen kann ich euch aber ehrlicherweise nicht so ganz viel erzählen. Da kann ich euch tolle Quellen nennen, wo ihr euch belesen könnt oder ich nenne dann auch gerne den Podcast als Referenz und sage, hört da rein, hört es euch an, da versteht ihr mehr, aber da kann ich halt dann aus meiner Erfahrung relativ wenig sprechen. Das sage ich dann auch einmal und dass ich halt auch sage, alles was ich euch erkläre ist nur subjektiv und mein Empfinden.
Sebastian Ja, natürlich. Aber das ist ja eigentlich auch die beste Quelle, dass du ja dann auch sagen kannst, so empfinde ich das und dann kannst du damit auch entsprechend umgehen. Es gibt so, ich habe es jetzt auch mal gerade in den Chat reingeworfen, was so für Reaktionen kommen könnten, die einfach nur nerven. Sowas wie, das ist doch Gewalt, das ist doch nur Sex, wo kommt das her, was ist mit dir passiert? Also es gibt so ein paar Sachen, ich finde, die liegen so auf der Hand, dass die zu einem gesagt werden. Hast du davon schon mal was erlebt?
AnruferIn Ja, das ist doch Gewalt. Warum lässt du dir das antun? Und irgendwie, wie wenig Selbstachtung kann man denn haben? Das war glaube ich so, dass ich bedachte, so was zur Hölle.
Sebastian Wie fängt man das ein? Also gerade dieses, das ist doch Gewalt. Dann kann man ja, also ich meine dieses Konzept von Consens zum Beispiel, man muss ja bei A ganz vorne anfangen im Grunde, um das zu entkräften.
AnruferIn Ja, also ich fange dann halt auch bei A wie Adam an, fange an bei Consens, erkläre dann halt tatsächlich auch CNC, RAC, so die verschiedenen Modelle, SNC, SSC und so weiter und so fort und sag also über allem steht immer der Konsens und über allem steht vor allen Dingen, dass der devote Part es abbrechen kann, der Dominante genauso, aber vor allen Dingen derjenige der die vermeintliche Gewalt erfährt, genau das möchte und es jederzeit abbrechen kann.
Sebastian Wird das verstanden?
AnruferIn Teils sofort, teils bedarf das dann irgendwie längere Erklärungen. Also manche sind dann so, ja, wie denn zum Beispiel? Ich so, naja, jetzt mal angenommen, man steht irgendwo fixiert, wird verhauen, so eher sanft, und man möchte nicht mehr und dann hat man sich vorher auf ein Safe-Wort geeinigt, zum Beispiel Kaffeemaschine, dann sagt man Kaffeemaschine und das ist der Moment, an dem sofort abgebrochen wird, man ins Gespräch geht, man aufgefangen wird und man darüber redet.
Sebastian Funktioniert das?
AnruferIn Meistens. Nicht immer unbedingt sofort, aber im Normalfall schon.
Sebastian Ja, also eigentlich, also das Problem ist, wenn man ja selber drin ist, so wie wir, dann hat man das Problem, dass man sich relativ sicher ist, dass das ja alles total logisch ist, dass das total in Ordnung ist.
AnruferIn Ja, und vor allen Dingen total normal.
Sebastian Ja. Hast du schon mal so eine Ablehnung, dass du gar nicht so dazu kamst, da mehr zu erklären? So, oh Gottes Willen, ich weiß schon alles darüber. Nee, nicht weiterreden, ich will es gar nicht hören.
AnruferIn Nee, habe ich bisher nicht erlebt. Aber ich habe es auch nur Leuten erklärt, die mich aktiv darauf angesprochen haben bisher.
Sebastian Also sie sprechen dich aktiv an. Gab es mal einen Punkt, wo du sagst, vielleicht sollte ich der Person das mal ein bisschen erklären, weil jemand vielleicht, ich weiß ja nicht, also manchmal hat man ja so Sprüche, wo du merkst, okay, jemand würde gerne das Thema einsteigen, hat aber wirklich null Ahnung und braucht mal ganz schnell einen Grundkurs in BDSM, weil die Person vielleicht gar nicht weiß, dass es auch BDSM-Fantasien sind, die die Person hat.
AnruferIn Habe ich so bisher nicht erlebt, ne.
Sebastian Okay. Ich muss natürlich immer alle Fragen stellen. So generell deine Erfahrungen, also es lohnt sich, sich die Zeit zu nehmen und das Menschen zu erklären oder sollte man es einfach lassen und für sich sein?
AnruferIn Ich glaube schon, dass es sich lohnt. Ich glaube schon, dass man dabei, also wenn man es wirklich gut erklärt, kann man eigentlich fast oder stößt man meiner Erfahrung nach eigentlich fast nur Verständnis. Und es ist halt einfach, je aufgeklärter die Leute sind, desto besser können sie es einordnen. Und ich sage mal, gerade bei mir, ich habe halt relativ oft gut sichtbare Spuren, dann muss ich halt auch keiner Sorgen machen. Also dann kann man vor allen Dingen das besser wegsortieren und muss sich da keine Sorgen und Gedanken machen.
Sebastian Okay, wenn du nichts mehr hinzufügen möchtest, ich sehe die Uhr, die tickert so wunderschön an mir hier vorbei den ganzen Abend, dann würde ich gucken, ob ich noch mehr Stimmen einsammeln kann, aber das hast du toll erklärt und es scheint eine ganze Reihe von Leuten gewesen zu sein, denen du ja so ein bisschen, Toleranz eingeimpft hast. Dafür erstmal vielen Dank, das ist für alle gut und ich wünsche auch dir, dass du immer die richtigen Worte findest.
AnruferIn Ja, nee, ich möchte sonst nichts mehr hinzufügen. Dann höre ich jetzt noch gespannt weiter zu und freue mich über die anderen Perspektiven, die da noch kommen.
Sebastian Ja, ich mich ebenso. Mach's gut, vielen Dank. Tschüss.
AnruferIn Danke, ciao.
Sebastian Also ihr Lieben, das war Brad Mischen. Und ja, das Telefon wird gleich wieder klingeln. Ich weiß es jetzt schon, deshalb sage ich die Telefonnummer nicht. Und da klingelt es sogar zweimal gleichzeitig. Oh, das wird ein toller Abend heute. Ich gehe mal ran. Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich? Hier ist die Pesky. Pesky, ja, wir haben auch vor zwei Wochen schon gesprochen. Ich bin sehr gespannt. Okay, wie erklärst du Menschen, die keine Ahnung haben, was die Sache mit dem BDSM ist und warum überhaupt?
AnruferIn Genau, also für mich ist ja, hat ja BDSM gar nichts mit Schlagen so an sich zu tun. Also ich mag ja tatsächlich mehr das DS. Und ich erkläre dann, dass das was mit Verbindung zu tun hat. Und ja, mit... Irgendwie Verständnis auch oder ja, mit Wertschätzung, auch mit Achtsamkeit.
Sebastian Ja, aber du musst ja erstmal ganz vorne anfangen. Also Konsens. Ja, du musst ja trotzdem ganz vorne anfangen. Also das ist BDSM. Ja, das ist das, was ihr als SM kennt. Und das ist wiederum die Sache an sich. Ihr kennt das schon mit dem Hauen und Gehauen werden. Und bei mir ist das aber alles ganz anders. Ich glaube, da steigen die Leute doch schon längst aus. oder kriegst du sie noch?
AnruferIn Also ich erkläre natürlich immer erstmal die Begriffe. Also was bedeutet BDSM? Und dann sage ich halt, dass das auch was mit Konsent zu tun hat. Und dass, mit Kommunikation auch ganz viel zu tun hat und fangen auch relativ schnell an mit dem Aftercare, dass es auch sehr wichtig ist zu loben, und Wertschätzung zu haben und die Tiefe zu haben, die Verbindung mit der Person.
Sebastian Okay, also so eine Gefühlsebene quasi, dass du die guten Gefühle hervorhebst.
AnruferIn Genau, ja.
Sebastian Verstehen die dich? Also ich bin einmal der Meinung, das Konzept Consent, das müsste ja eigentlich funktionieren oder ich würde immer den Begriff Einvernehmlichkeit nehmen, das ist so ein Grundbegriff, den Leute wahrscheinlich eher verstehen, ohne dass man es ihnen erklären muss, aber, inwieweit, stellen sie dann schnell Fragen oder lassen sie dich erstmal eine Viertelstunde erzählen?
AnruferIn Also viele sind erst mal überrascht. Es kam auch schon mal vor, dass jemand gesagt hat, das hätte ich dir echt nie gedacht.
Sebastian Was sagt man denn da?
AnruferIn Dann sage ich so, ja, so ist es.
Sebastian Ja, okay, ja. Also die müssen es erst mal akzeptieren, Punkt. Die kriegen es erst mal von dir vorgehalten und dann ist gut, ja? Also wollen die denn überhaupt mehr wissen oder sagst du, nee, nee, du musst jetzt erstmal zuhören, ich muss dir das erklären?
AnruferIn Also ich bin da relativ offen damit und meine Eltern wissen es auch, meine Freunde wissen es auch und ich gehe da eigentlich auch relativ offen damit um. Ich erzähle dann halt auch von meinen Beziehungen und da kommen dann schon manchmal Fragen zu wie, ja, wie ist es dann mit der Kommunikation und, auch kam schon so, ja, aber ist das ja nicht gefährlich oder so.
Sebastian Ja, was sagt man da? Ist das nicht gefährlich? Ja, ist es, aber es macht Spaß. Ich meine, das ist ja dann keine Antwort, die die Leute irgendwie entspannt.
AnruferIn Genau, ich sage dann auch klar, es ist gefährlich, aber jede andere Beziehungsform kann auch gefährlich sein. Und es ist halt total schön. Ich erkläre immer, dass es sehr schön ist, weil da sehr viel kommuniziert wird miteinander und mehr kommuniziert wird, sogar in Vanilla-Beziehungen. Und dass da einfach auch viele Fragen gestellt werden. Was stellst du dir vor? Was magst du nicht? Und so weiter und so fort. Und dass das auch sehr schön ist. Also ich versuche da die positiven Aspekte auch mit einzubeziehen. Und viele freuen sich dann auch und stellen dann Fragen, wie das dann bei mir so ist oder so. Oder ich hatte tatsächlich auch schon Menschen. Mit Freundinnen, die zum Beispiel, die dann selber da eingestiegen ist und für die das einfach auch nicht so greifbar war, die das dann selber ausprobieren musste, auch tue ich gerne dann das eine Buch. Also es gibt ein Buch, das heißt Vernünftig, Unvernünftig. Das ist ziemlich gut, wenn es so in die Richtung Unterwerfung geht. Das empfehle ich auch immer sehr. Oder deinen Podcast, das tue ich auch empfehlen.
Sebastian Ja, danke schön.
AnruferIn Genau.
Sebastian Was würdest du denn den Leuten, damit sie jetzt nicht, also man guckt, man passt ja so ein bisschen auf, man schaut denen in die Augen und sieht so ein bisschen, okay, jetzt kann ich noch weiterreden und jetzt rede ich vielleicht besser nicht weiter. Was würdest du eher nicht in so einem Aufklärungsgespräch, also was würdest du da eher weglassen? Also das muss man den Leuten am Anfang nicht antun.
AnruferIn Also ich würde auch nicht sagen, dass das was mit Blut zu tun hat oder irgendwie, dass es Menschen gibt, die dann irgendwie im Käfig schlafen oder so. Das würde ich nicht erzählen, weil es dann tatsächlich auch, finde ich, abschreckend sein kann oder Angst machen kann.
Sebastian Genau, ja. Ich glaube, das ist so ein Punkt. Die Leute haben Ängste. Also im Zweifel haben sie so ein ganz fieses Gefühl, was man überhaupt nicht haben will. Die haben nämlich sowas ähnliches wie Mitleid. Um Gottes Willen, dir wird wehgetan. Da mache ich mir ja Sorgen um dich. Das ist total schwierig, weil es könnte ja nicht falscher sein. Aber das ist vermutlich eine ganz natürliche Wahrnehmung. Wie kann man denn das wegnehmen? Also ich hätte da so einen Satz so, ja, aber ich will das ja, weil es mir Spaß macht und weil es mir Spaß macht, jetzt zitiere ich aus dem Chat, ich glaube Bondi war es, mir macht es Spaß, ein wichtiger Punkt, mir macht es Spaß, wenn es dem anderen gefällt und wenn die andere Person das auch will, also dieser Aspekt. Also danke, Bondi, für den Gedanken. Also ja, in die Richtung, aber ich weiß immer nicht, ob das funktioniert, weil ich persönlich rede immer viel zu viel und dann merke ich, wie bei den Leuten die Stimmung gibt, deshalb mache ich diese Gespräche so ungern.
AnruferIn Ja, also ich rede auch mit den Leuten und ich merke dann auch, okay, wenn da irgendwie die Stimmung kippt, dass ich dann über was anderes rede und dann trotzdem aber immer gerne über das Thema reden wollen würde. Und das so ein Herzensthema ist. Und ich glaube, das ist ganz gut, da an der Reaktion dann zu schauen, ob der Person es gerade zu viel wird oder, ob da zu viel darüber gesprochen wird. Manche haben dann tatsächlich oder sind dann auch überfordert.
Sebastian Das ist mir auch schon aufgefallen. Wie ist denn das, wenn Menschen dann sagen, okay, reicht jetzt, aber dann so ein, zwei Wochen später, wenn man sich wieder sieht, dann kommt so Columbo-mäßig, du, wir haben doch da gesprochen vor zwei Wochen. Ich hätte dann nochmal eine Frage. Also nicht, dass ich sowas schon x-mal erlebt hätte, aber die Leute müssen es erstmal verdauen, dann fangen sie vielleicht nochmal an rumzugoogeln und dann, fangen sie an, die richtigen Fragen zu stellen, also halt verzögert. Hast du das schonmal erlebt?
AnruferIn Ja, also tatsächlich bei der Freundin, die jetzt auch im WDSM ist, die hat mir sehr viele Fragen gestellt und hat gesagt, ja, wie machst du das? Wie, wenn ich bin jetzt gerade da eingestiegen, darf ich dich fragen? Und sie fragt mich immer und immer, immer wieder. Das ist auch ganz schön. Also ich hatte das schon bei einigen Menschen so. Und es ist, finde ich, total wichtig, einfach dann so die Fragen zu beantworten und dafür da, also einfach da zu sein und dann zuzuhören und, so, ich finde, es macht auch voll Spaß, so auch Aufklärung zu betreiben und, ja.
Sebastian Lass mich zum Abschluss vielleicht nochmal fragen, wenn du merkst, okay, ich kann hier eine Person nicht connecten, nicht überzeugen oder ich kriege hier kein Verständnis und du merkst einfach, nein, die sitzt ganz fest in ihrer Meinung, da kann ich nichts machen. Also wie fühlt sich das an weil ich meine dann muss man, wenn die Person darüber nicht reden will dann muss man halt aufhören darüber zu reden aber was bleibt dann bei dir so, ist das eher so dann kommt halt die nächste Person, ist mir egal oder ist das doch schon eher so ein, nee, ich krieg die schon noch, ich werd das schon noch hinkriegen, also wie weit ist da auch der Ehrgeiz da Menschen zu überzeugen.
AnruferIn Also ich hab eine Freundin die ist zum Beispiel gar nicht kinky die hat, von der Also der erzähle ich dann einfach von meinen Geschichten manchmal und sie ist dann so okay, aber sie ist halt nicht kinky und das ist aber für sie auch okay. Das haben wir auch so abgesprochen Menschen, die da gar nicht drüber reden wollen. Ja, das fühlt sich dann schon, komisch an, weil das ja auch irgendwie ein Teil meines Lebens ist. Und dann trotzdem braucht es dann auch ein bisschen Zeit, um da zu sagen, okay, dann rede ich jetzt nicht mit dir darüber, sondern ich rede jetzt, suchen mir jetzt aber andere Leute, mit denen ich darüber rede. Gerade wenn die Person sehr, sehr, sehr tiefgehend ist oder wichtig ist. Es ist schon gar nicht so einfach, aber ich glaube, es ist wichtig, da einfach zu sagen, okay, dann rede ich mit dir über andere Themen und halt nicht über BDSM, sondern über, keine Ahnung, das Wetter oder so.
Sebastian Es gibt ja auch nicht viel andere Themen im Leben. BDSM und dann gibt es noch das Wetter. Ja, ich glaube, das muss man den Leuten aber auch lassen, dass sie dann auch einfach sagen, das Schöne ist, wenn man das innerhalb einer Freundschaft so ein bisschen auch einfordern kann. Du, das ist mir wichtig. Ich möchte ein bisschen erzählen, mich ein bisschen austauschen. Da muss man ein bisschen gucken, die Person da nicht ständig zu überfordern, weil uns belastet das die Beziehung. Aber wenn man dann doch mal ein bisschen was erzählen kann. Ich glaube, dann ist ja auch schon mal viel passiert und vielleicht gewöhnt sich die andere Person noch daran und merkt ja, okay, der Mensch ist glücklich, der mir das erzählt. Das kommt ja früher oder später auch an. Pesli, auch bei dir, die Uhr tickt ganz fürchterlich. Möchtest du noch was hinzufügen?
AnruferIn Nee, möchte ich nicht.
Sebastian Hervorragend. Dann werde ich mich jetzt von dir verabschieden. Okay, warte mit dir zu reden. Ich wünsche dir eine tolle Zeit. Tschüss.
AnruferIn Tschüss.
Sebastian So, und jetzt gleich wird es wieder klingeln. Da ist ein Mensch, der benutzt den Client, Deshalb sehe ich da einen Benutzernamen mit A. Und die Person ruft immer hier als Erste an. Und deshalb kommt dann immer der andere Anruf, weil die Fenster überlagern sich dann immer. Und ich kann immer den Neuesten annehmen. Mal gucken, was jetzt kommt. Ich gehe einfach mal ran. Und dann schauen wir mal. Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich?
AnruferIn Hier ist der Atlantikus. Wir halten einfach die Reihenfolge vom letzten Mal ein. Also erst spricht Pesky und dann spreche ich.
Sebastian Ich wollte es gerade sagen. Ja, hallo.
AnruferIn Gutes Timing.
Sebastian Ja. Ich habe hier Stammgäste in der Live-Sendung. Also das finde ich völlig in Ordnung.
AnruferIn Ja, wenn man einmal so beliebt ist, ne?
Sebastian Ja, auf geht's. Also, Leuten davon erzählen, sie irgendwie mit, ja nicht überzeugen, aber schon Verständnis schaffen. Wieso, weshalb, warum und wie ist es dir gelungen?
AnruferIn Also das Wieso hat sich für mich mit den Jahren so ein bisschen gewandelt, weil ich halt vor allem am Anfang immer sehr stark damit hinterm Berg gehalten habe und das sehr ausgewählt, also nur sehr ausgewählten Leuten was davon erzählt habe. Und das ist mir irgendwann mächtig auf den Sack gegangen. Und ich habe einen guten Freund von mir, der auch ein sehr freizügiges Leben lebt und da immer sehr frei von der Leber weg erzählt hat. Und ich habe irgendwann gemerkt, Mensch, die Leute reagieren da überhaupt nicht negativ drauf. Man muss sich einmal darauf einstellen, dass man, wenn man ihn, das hab ich mir von ihm dann irgendwann abgeguckt, fragt, dass man halt auch eine Antwort bekommt. Aber das fand ich tatsächlich sehr befreiend. Also tatsächlich, wenn ich dann gefragt werde, irgendwie keine Ahnung, und was hast du so letztes Wochenende gemacht? Naja, ich war auf dem Kinky-Zelt-Festival. Ja, wie? Ja, so und so und so. Also ich find das tatsächlich sehr befreiend und hab, meistens auch positive Reaktionen da drauf bekommen.
Sebastian Ja, das ist spannend, ne? Aber man hat doch so viel Angst davor, dass man, also da sind wir jetzt schon fast wieder im Thema Outing drin, aber, also wenn die gar keine Ahnung haben und die sagen, aha, Kinky Zeltfestival, also Zelten kann ich noch verstehen, aber was ist denn da Kinky, was und wieso? Und, also, wenn du merkst, dein Gegenüber hat keine Ahnung, außer eventuell die Werbung von Shades of Grey gesehen. Wieso fängst du da an?
AnruferIn Meistens damit zu sagen, dass Shades of Ray fürchterlich ist und nichts mit, gesundem BDSM zu tun hat. Also ich versuche meistens erst mal ein Verständnis für Konsens zu schaffen. Also mal so ein bisschen zu gucken, was ist denn so beim Gegenüber das Konsensverständnis, weil das für mich einfach so eine zentrale Säule des Ganzen ist. Da kommt man halt einfach nicht dran vorbei. Und ich habe auch die Erfahrung gemacht, wenn man das daran so ein bisschen aufhängt und sagt, naja, man Man sucht sich halt mit Leuten Dinge, die dann gegenseitig Spaß machen und die einen gehen halt zusammen Motorrad fahren und die anderen schlagen sich vielleicht oder erfreuen sich daran, den anderen ein bisschen zu piesacken. Mit ein bisschen piesacken können ja viele Leute was anfangen und dann kann man das von da aus so ein bisschen ausbauen.
Sebastian Ja, okay. Also das mit den Piesacken, das ist ein schöner Punkt. Damit können Leute wirklich was anfangen. Das merke ich mir immer. Gibt es so Bilder, die du vielleicht auch mal verwendest, um einen Sachverhalt zu beschreiben? Jetzt außer diesem elendigen Sportvergleich, den ich auch immer aus dem Keller zerre. Also gibt es irgendwas, womit man so ein bisschen connecten kann? Das ist wie bei dir, wenn du.
AnruferIn Finde ich tatsächlich schwierig. Liegt bei mir vielleicht auch ein bisschen daran, dass ich ja auch eher aus der DS und weniger aus der Schmerz-Ecke komme. Ich versuche also Bilder oder Vergleiche ziehe ich eigentlich immer eher dann ran, wenn es darum geht, so die Vielfalt zu zeigen. Also so ein bisschen damit aufzuräumen, dass die Leute halt kommen mit, ach du machst BDSM, dann machst du ja mit Sicherheit auch XY. Und das versuche ich halt immer gern mit Musik zu vergleichen. Jeder hat so seinen ganz ureigenen Musikgeschmack. Keine zwei Musikgeschmäcker sind gleich, aber trotzdem finden sich halt Metal-Fans hier auf der Wiese und Rock-Fans auf der anderen Wiese und Hip-Hop-Fans auf, wo auch immer Hip-Hop-Fans rumlaufen.
Sebastian Ja, die haben alle ihre eigene Wiese auf jeden Fall.
AnruferIn Ja, genau.
Sebastian Und das müssen sie auch haben. Stell dir vor, die würden sich mischen.
AnruferIn Ja, das ist eine fürchterliche Vorstellung.
Sebastian Ich glaube, das wäre das Bild. Stell dir vor, die würden sich alle mischen. Man hätte unglaublich viel Spaß miteinander, sondern auch, wenn man völlig gegensätzlich ist.
AnruferIn Ja, aber ich finde, damit kann man sehr gut so die Breite des Ganzen mal so ein bisschen versinnbildlichen.
Sebastian Ja, ich habe hier, ich habe mal wieder den Chat fragen lassen von der schicken Umfrage, welcher Satz fällt in so einem Gespräch? Ich gehe die mal mit dir zusammen durch. So Sätze, die eigentlich immer fallen. Wer schlägt denn da wen? Gibt es die Frage? Und was sagt man da? Machst du ja gar nicht.
AnruferIn Naja, im Zweifel würde ich, also ich kann mich nicht erinnern, dass ich es konkret gefragt worden bin, aber die Antwort würde im Zweifel lauten, wenn dann jemand anders mich.
Sebastian Okay, und dann kommt gleich die passende Frage dazu, und warum macht man das?
AnruferIn Weil es Spaß macht. Es ist eine total blöde Antwort. Es ist eine total blöde Antwort. Aber es ist halt letzten Endes, wie mit allen anderen Interessen auch, begründe mal, warum dir Musik XY gefällt.
Sebastian Ja, aber Musik ist ja, das ist ja Kultur. BDSM ist ja BDSM Kultur. Du kannst immer alles mit Kunst und Kultur erklären. Und das versuche ich ja bei dem Podcast auch. Aber BDSM wird jetzt, also Bondage, das wird eventuell noch als Kunst gesehen, vielleicht sogar als Kultur. und ein Film über BDSM ist vielleicht auch noch Kultur und manchmal sogar Kunst, na eigentlich nicht. Aber BDSM als solches, das ist ja nichts davon. Das ist ja einfach nur wilde Freizeitbeschäftigung.
AnruferIn Ja. Man kann den Leuten auch ganz gut den Wind aus den Segeln damit nehmen, indem man sie damit einfach auflaufen lässt, weil, ich meine, was willst du auf die Frage sinnvollerweise sagen? Begründe, und das gilt ja für jedes Interesse eigentlich. Man hat irgendwann festgestellt, dass es einem Spaß macht. Ist es wirklich wichtig, warum? Solange es allen Beteiligten Spaß macht.
Sebastian Ja, weil wenn du jetzt, wenn jemand anderes dir erklärt, warum er irgendein krudes Hobby hat, was nehmen wir mal an ihm kann, was ist denn das für ein Hobby? Am Ende gibt es klebrige Masse und vorher wird man tausendmal gestochen und im Zweifel verkiftet von den Biestern. Ja, und wenn man nicht aufpasst, dann hauen sie einem noch ab und man muss irgendwie durch die Felder hinterher rennen. Also die Leute würden ja auch erzählen, was da so der Vorteil ist. Dann würden sie sagen, ja, das ist toll mit den Bienen und das mit der Königin und die Struktur und das ist total interessant und hinterher der Honig und das ist der beste Honig und den habe ich selber quasi erarbeiten lassen und und und. Und also die würden ja auch da was finden und erklären bei jedem Hobby irgendwie. Gut, BDSM ist kein Hobby, aber dieses, also sagt man dann, boah, das befriedigt mich einfach, das ist gut, das ist schön, das ist geil.
AnruferIn Es fühlt sich gut an. Also ich finde, also ich habe es tatsächlich schon gemacht, es einfach zu sagen, es fühlt sich für mich halt gut an. Es ist etwas, also... Für mich ist es, wie gesagt, auch aus der DS-Ecke hat es halt auch viel so mit Hingabe zu tun. Und das ist ja auch eine ganz starke Emotion. Um das fühlen zu können, das ist etwas, was mir halt einfach sehr viel Freude bereitet. Und ich glaube, da spricht man auch in Kategorien, die grundsätzlich genug sind, dass zumindest ein Anteil der Leute damit auch tatsächlich was anfangen kann, selbst wenn sie von BDSM noch nie irgendwas gehört hätten.
Sebastian Ich glaube, bei dir ist es vielleicht auch die Art. Du stehst vor den Leuten und so, ja, das ist super. Du lässt überhaupt keinen Zweifel daran zu. Das ist einfach vollkommen klar. Das gibt es nicht zu diskutieren. Vielleicht wirkt das an sich ja schon.
AnruferIn Das ist wie gesagt etwas, das habe ich mir über die Jahre so angeeignet, weil ich das total faszinierend fand, bei anderen zu beobachten. Ja. Ich meine, das macht halt dann auch ein bisschen Spaß, da mit den Leuten so ein kleines bisschen den Wind aus den Segeln zu nehmen und vielleicht manchmal auch ein kleines bisschen, vielleicht nicht direkt zu schocken, aber so ein bisschen so dieses, naja, du hast jetzt eine Frage gestellt, jetzt musst du mit der Antwort auch leben können.
Sebastian Ja, dann kommt gerne mal sowas wie, das hätte ich aber nicht von dir gedacht. So leicht so, ach, ich habe dich eigentlich für einen coolen Typen gehalten und jetzt sowas. Schon mal gehört?
AnruferIn Tatsächlich, also das hätte ich jetzt nicht erwartet, habe ich häufiger gehört, weil ich einem nach außen hin vergleichsweise langweiligen Bürojob nachgehe. Da gehört man das natürlich, also ich habe es jetzt im Arbeitsumfeld noch nie irgendjemandem erzählt, aber Leute, die halt von mir erst wissen, was ich beruflich tue und dann erfahren, dass ich Kingster bin, da kommt das halt schon mal aber eher so als Überraschung. Also nicht als, was ist denn das für ein komischer Typ, sondern mehr so als, aha, der macht ja irgendwie noch mehr als am Schreibtisch zu sitzen. Das ist ja interessant. Das hätte ich halt nicht gedacht. Also das ist dann eher so das, was dann schon mal kommt.
Sebastian Ja, gibt es auch vielleicht mal den Punkt, wo du das erklären möchtest, dich aber nicht dabei outen willst. Also was weiß ich, du sagst Bürojob. Im Büro sagt irgendwer was und dann hast du aber das Bedürfnis, oh nee, ich mag das jetzt einmal kurz richtig stellen, aber du willst es halt so sagen, dass du nicht zugibst, dass du selber was damit zu tun hast.
AnruferIn Habe ich, also lustigerweise habe ich, als ich mich meinen Eltern gegenüber geoutet habe, so angefangen, weil ich erst mal vorfühlen wollte, wie denn so die Wasser sind, bevor ich mich da so mit einer Arschbombe reinfallen lasse und habe damals gesagt, ja, also ich habe da so einen Artikel im Spiegel gelesen und da ging es um alle möglichen Dinge und dann hat sich darüber ein Gespräch entwickelt, an dessen Ende ich dann gesagt habe, ach übrigens, also den Artikel im Spiegel, den gab es eigentlich gar nicht. Ja, war schön, dass wir über das Thema gesprochen haben und ich glaube irgendwie so würde ich versuchen, mich da drum herum zu winden, wenn es jetzt eine Situation ist, wie halt eben bei Arbeitsplatz, wo es jetzt halt auch nicht unbedingt hingehören muss, mich da irgendwie so, ich will nicht sagen rauszuwinden, aber dann zu versuchen, das auf irgendwelche sachlichen Quellen zurückzuführen.
Sebastian Ja, und im Spiegel, wenn man im Archiv guckt, es gibt ein paar Artikel, also Spiegel und Zeit weiß ich zumindest, wenn man das Archiv durchsucht, dann gibt es den einen oder anderen Artikel und die sind nicht mal schlecht, muss ich ja zugeben.
AnruferIn Ja, ja.
Sebastian Ich hätte noch so einen letzten schönen Satz, den man da sagen könnte, ist das nicht gefährlich?
AnruferIn Ja, klar. Aber da zitiere ich einen Satz, der heute auch schon ein, zwei Mal gefallen ist, das ist Motorradfahren auch. Oder andere Hobbys. Und ich glaube, da kann man auch ganz, ganz viel Aufklärungsarbeit leisten, wenn man dann nämlich über Konsens spricht. Wenn man darüber spricht, okay, was für Rückfall-Ebenen gibt's denn? Dass man auch mal erklärt, dass man sich halt vorher mit der oder den Personen, mit denen man spielt, über eine Szene Gedanken macht. Dass man da halt nicht einfach so reinfällt in der Regel, sondern sich tatsächlich mal Gedanken macht, okay, was ist das Rahmenkonzept? Was ist das Safe-Word? ähm, ich erkläre immer ganz gern, weil ich ein wahnsinnig großer Fan vom Ampelsystem bin, das Ampelsystem, und darüber habe ich die Erfahrung gemacht kann man viel von diesem, ja aber das ist doch total gefährlich, auch entkräften ähm, weil man es in dieses Korsett kleidet von, ja es ist gefährlich, aber wir machen uns Gedanken über das, was wir tun wir tragen beim Motorrad fahren den Helm und wir vereinbaren beim Spielen vorher ein Safeway Ja.
Sebastian Also ich habe So gerade zu dem Vergleich, das ist so ein bisschen wie so Fachgespräch über IT-Security. Ich habe verschiedene Ebenen und gucke hier und gucke da. Und es gibt halt die User, die machen halt ihren Scheiß. Und es gibt halt dann, die IT, die halt guckt, wir haben verschiedene Ebenen, wir haben uns Gedanken gemacht, wir haben ein Konzept. Und ja, wir machen ultra gefährliche Sachen, also so Sachen wie wir empfangen E-Mails von außen. Aber wir haben ein Konzept, wie wir das halbwegs sicher gestalten können. Ich finde, das ist gar nicht so unähnlich. Ich muss da mal weiter drüber nachdenken.
AnruferIn Ich sag mal, angesichts der Schnittmenge zwischen Kingston und ITlern kommt es vielleicht auch nicht von ungefähr.
Sebastian Das kann tatsächlich sein. Okay, gibt es irgendein Bild oder eine Metapher, die besonders gut geht oder vielleicht auch ein Bild oder eine Praktik, wo du sagst, also das würde ich den Leuten vielleicht nicht gleich erzählen und damit verschrecke ich sie ja wirklich, weil das wollen wir ja nun gerade nicht.
AnruferIn Ich hab tatsächlich die Erfahrung gemacht, ich hab halt einen relativ ausgeprägten Fußgäng und da hängt halt wahnsinnig viel Klischee dran, so außerhalb der Szene. Und das ist etwas, wo ich tatsächlich, wo ich einmal mit auf die Nase gefallen bin, weil ich versucht habe, bei damals einer Kommilitonin, auf die ich ein Auge geworfen hatte, mal so langsam vorsichtig vorzufühlen. Und mein langsam vorsichtiges Vorfühlen, dass wenn sie vom Tanzen schmerzende Füße hat, sie doch nur jemand mochte, ihr die Füße massiert, was dazu geführt hat, dass ihre Mundwinkel bis unter den Boden der Straßenbahn gesunken sind. Habe ich festgestellt, bei so Sachen, die so sehr klischeebeladen sind, bin ich tatsächlich eher ein bisschen vorsichtig, weil man ansonsten, sehr viel mit Klischees aufräumen musst. Und das ist schwierig, weil wenn die Leute einmal diesen ersten Eindruck haben, ist es manchmal ganz, ganz schwierig, damit wieder aufzuräumen.
Sebastian Also deinen Main King kannst du im Prinzip gar nicht so richtig sagen als erstes, weil das kennen die Leute vielleicht schon aus dem Fernsehen. Oh, so ein Fußfetisch ist.
AnruferIn Ja, es ist tatsächlich etwas, mit dem ich vorsichtiger geworden bin.
Sebastian Schade, eigentlich schade, weil das ist es ja dann eigentlich. Ärgerlich, aber ich kann das nachvollziehen, ich habe auch neue Kinks entdeckt in den letzten Jahren und ich traue mich noch nicht, mich dazu zu bekennen öffentlich, das muss ich ganz ehrlich zugeben das traue ich nicht mal der Kinky-Community ehrlicherweise zu so viel dazu.
AnruferIn Jetzt machst du uns aber neugierig Ja.
Sebastian Mache ich natürlich, das ist ein Prozess den ich hier über Monate und Jahre aufbaue bis ich irgendwann mal was erzähle und das ist auch der Punkt, man muss ja auch selber erstmal safe mit etwas sein und dann dann kann man da auch offen sein Aber tatsächlich, ich kann das total nachvollziehen, dass man da abstuft. Was mache ich, wie mache ich es, in welchem Bereich und wo. Und das hängt wirklich vom Einzelnen gegenüber auch ab, was man sagen kann. Aber jetzt sprechen wir so lange, ich habe schon wieder diese Uhr aus dem Blick verloren, fürchterlich. Ich sage einfach vielen Dank und ich hoffe, dass du mit dieser eloquenten Art, dass du die Leute immer dazu kriegst, dass sie sagen, ah, ja, cooler Kerl hat mich weitergebracht, ich denke jetzt mal drüber nach. Und ich glaube, das gelingt dir auch zu großen Teilen.
AnruferIn Bislang klappt es ganz gut. Bislang bin ich noch nicht großartig auf die Nase gefallen damit. Ich gebe mir Mühe, dass es so bleibt.
Sebastian Sehr schön. Dann weitermachen. Ich wünsche dir einen schönen Abend.
AnruferIn Den wünsche ich allen Beteiligten auch.
Sebastian Tschüss. So ihr Lieben, das war Atlantikus und jetzt mag ich einmal hier mein Anruf-Plugin neu starten. Das hat mir nämlich gar nicht mehr angezeigt, dass ich angerufen werde. So, aber die Leitung ist wieder frei. Wo ist die Telefonnummer? Wo ist sie, wo ist sie, wo ist sie? Da! 05101 9118 952 ist die Telefonnummer. Und ihr merkt, ich habe noch keinen einzigen Einspieler eingespielt, was großartig ist. Und ja, je mehr Menschen sich hier melden, desto besser, umso besser können wir verständlich machen, was es damit auf sich hat. So, und es klingelt tatsächlich, hallo, Sebastian hier, mit wem spreche ich? Ja, hallo, hier.
AnruferIn Ist der Ehesklave.
Sebastian Der Ehesklave, hallo. Das ist ja spannend, also jetzt habe ich ja irgendwann mal die Leute vor zwei Wochen so heiß gemacht auf dieses Thema, dass sie sich alle melden. Ich bin begeistert.
AnruferIn Ja, ich wollte da mal eine Geschichte zu erzählen und zwar eine gute Freundin von meiner Eheherin, die, kennt, wie wir leben und sie selber ist ja total Vanilla, hat damit also nichts zu tun, und sie ist einfach... Ja, begeistert, wenn sie bei uns ist zum Kaffee trinken, dann kriegt sie natürlich mit, dass wir so gewisse Regeln und Rituale auch noch aufrechterhalten und ich sie ihr dann den Kaffee bringe. Und sie findet das einfach schön und sie sagt immer, ich finde das total toll, wie harmonisch ihr miteinander umgeht.
Sebastian Okay, aber fangen wir mal ein bisschen früher an. Habt ihr die Person vorher mal gefragt, ob sie was wissen möchte oder habt ihr ihr mal irgendwann was erklärt? Weil ja, dass sie was wahrnimmt, ist ja schön, aber vielleicht muss man vielleicht auch erstmal so ein bisschen das Einverständnis einholen. Und wir machen da so ein paar Rituale oder wir haben so ein paar Sachen, die wir hier machen zu Hause. Möchtest du ein bisschen grob wissen, was der Hintergrund ist oder war das einfach so? Also inwieweit habt ihr sie auch am Anfang mitgenommen?
AnruferIn Also wir haben sie jetzt vielleicht ein bisschen ins kalte Wasser gestupst. Wobei ich auch sagen muss, sie hat halt meine Herrin kennengelernt und sie ist eigentlich relativ offen. und hat sie relativ schnell auch mit ihrer Art, darüber dann informiert, dass wir da ein bisschen anders zu Hause ticken. Und sie hat dann halt auch einfach Interesse gezeigt, Ja, also sie hat ja auch immer mal von sich aus nachgefragt, sag mal, wie ist das und wie macht ihr das? Wir haben das jetzt natürlich nicht offensiv zu Hause gemacht. Es ist halt eher so, sie ist dann zu Hause oder sie ist bei uns zu Hause und ich frage dann, was möchtest du denn trinken? Und ich bringe ihr dann den Kaffee. Und das ist etwas, was sie bei sich zu Hause so nicht kennt. Also, dass da so ein bisschen mehr Service stattfindet, das hat sie halt gemerkt, dass da vielleicht auch ein bisschen was anderes im Hintergrund ist und fragt dann natürlich auch nach. Und dann sind wir dann halt auch recht offen und sagen, ja, wir leben halt so und das hat sie dann auch so weit gebracht, dass sie dann auch sagte, kann ich mal mit zu euch zu einem Stammtisch, wir sind auch in einem Verein.
Sebastian Lass mich dich nochmal kurz stoppen, was hat sie denn für Fragen gestellt? Ich meine, ich finde das immer, man kommt als kinky Person gar nicht drauf, was die Menschen wissen wollen. Also was für konkrete Fragen hat sie gestellt?
AnruferIn Sie hat eigentlich weniger Fragen gestellt, sondern sie hat einfach immer gesagt, ich finde das so toll, wie ihr miteinander harmonisch miteinander umgeht. Also sie war eigentlich von dem Ganzen begeistert, das, was sie mitbekommen hat. Und das war, ich sage mal, das ist jetzt, was sie mitbekommen hat, ist jetzt vielleicht nicht eher der Kink, Das ist eher, ich sag mal, ein Service und zuvorkommendes Verhalten. Und da hat sie natürlich dann gefragt, wie ist das denn, wenn jetzt auf irgendwelchen Stammtischen sind, wenn wir dann von erzählt haben, ja, am Wochenende wollen wir da hin und da ist dann die Party. Und da haben wir dann natürlich auch ein bisschen erzählt, was bei so einer Party passiert und wie wir uns dort geben. Und das hat dann bei ihr auch das Interesse geweckt, dass sie dann auch sagte, ich will mal zu so einem Stammtisch mit. Ich will das mal sehen, die Räumlichkeiten und mit den Leuten, wo ihr immer begeistert sagt, den haben wir noch kennengelernt und das war auch ganz toll. Sie war einfach interessiert und wollte da auch mal ein bisschen reingucken.
Sebastian Ja, aber dann habt ihr ja im Grunde schon gewonnen. Dann musstet ihr ja gar nicht mehr so viel erklären, sondern die Person hat was wahrgenommen, hat euch in eurer Interaktion wahrgenommen Und ja, war davon angetan. Ich frage mal so, gab es schon mal so einen Punkt, wo du dachtest, jetzt müsste man mal was erklären und die Person, also wie hat jemand reagiert, der vielleicht nicht selbst danach fragt?
AnruferIn Also sie kann damit selber überhaupt nichts anfangen. Also sie hat zwar das Interesse und sagt dann, also für mich ist das nichts, aber ich sehe ja, dass es euch gefällt und dass es euch gut tut. Und von daher war da gar nicht die Notwendigkeit, ihr etwas erklären zu müssen.
Sebastian Okay, jetzt ist natürlich heute, wir versuchen ja die Folge so zu gestalten, dass wir den Menschen, die das hier hören, ab heute, morgen, in fünf Jahren, dass sie so ein bisschen was an die Hand kriegen. Also wenn jetzt jemand sagt, ah, ich möchte das gerne jemandem erklären, meinst du, zeigen ist grundsätzlich eine gute Option. Ich meine, wenn man jetzt, man ist zu Hause, man hat das Kinky-Pärchen, jetzt kommt irgendwie Besuch über das Wochenende, diese Rituale. Ich weiß, das machen viele, die stellen das dann alles ab oder sie machen es so heimlich, dass es auf jeden Fall niemand mitbekommt. Inwieweit meinst du, kann man Besuch, sage ich mal, auch so ein bisschen einen Einblick geben? Es muss ja nicht explizit sein, sondern dass man einfach die Rituale nicht so weit zurückschraubt. Also wie würdest du dich da am ehesten verhalten, was würdest du empfehlen?
AnruferIn Also ich denke mal, dass wir einfach ohne jetzt mit Halsband oder irgendwelchen Fesseln zu konfrontieren, einfach ein Rollenverständnis vorgelebt haben, dass es klar ist, dass ich nachfrage, ob sie noch was nachschenken soll, ob sie noch ein Stück Kuchen haben will oder wenn es dann darum geht, sie nach Hause zu bringen, dass es dann klar ist, dass ich sie dann bringe. Das könnte man so als, okay, dass es jetzt ein bisschen zuvorkommt, aber es ist halt nicht offensichtlich mit der King-Keule konfrontieren, aber sich auch nicht verstecken.
Sebastian Ja, ich glaube, das ist vielleicht so ein Punkt, dass man diese kleinen Symbole, also ich sehe gerade, man hat ja so Symbole, die man im Alltag, wenn man das Haus verlässt, die trägt man vielleicht damit rum, also dass man so einen Halsreif oder so draußen trägt, das geht in der Öffentlichkeit. Aber wenn ich jetzt das jemandem zeigen möchte oder einen Einblick geben möchte, dann sind Symbole vielleicht auch eher abschreckend. Dann ist vielleicht das Halsband eventuell ein Symbol, was für die Leute das etwas komplizierter macht. Sondern wenn sie einfach die Interaktion sehen, dann überzeugt sie das vielleicht schon.
AnruferIn Ja, und wenn Sie auch mitkriegen, es ist eigentlich ein ganz normales Ehepaar, was einfach harmonisch miteinander einen anderen, Style pflegt, aber dabei unheimlich glücklich miteinander sind, dann kann das ja nichts Schlechtes sein.
Sebastian Ja, das ist erstaunlich logisch. Dem stimme ich einfach mal zu. Hast du auch mal Ablehnung irgendwo erfahren, dass du jemanden versucht hast, das irgendwie näher zu bringen und die Leute, also wenn zum Beispiel, nehmen wir mal an, irgendwie, ein Kumpel von dir ist zu Hause und der sieht das und dann ist er eigentlich nur so, oh Gott, der lässt sich ja von seiner Frau rumschubsen und das ist ja ganz fürchtlich. Also wo die Leute das, auch das, was sie da sehen, einfach wirklich ablehnen. Hast du das schon mal gehabt?
AnruferIn Ja, ich hatte hier schon mal angerufen, wo ich von meinem Outing damals erzählt hatte, wo ich so einen vorgefertigten Brief verschickt hatte, wo ich da von einem Studienkollegen dann quasi nichts mehr dann gehört hatte, wo er sich da aus meinem Leben zurückgezogen hat.
Sebastian Also der Brief hat nicht funktioniert.
AnruferIn Bei ihm eher weniger.
Sebastian Ja, man kann ja dich über die Podcast-Webseite hinterher finden und dann findet man auch die andere Folge beziehungsweise das Kapitel und dann kann man sich das auch nochmal genauer anhören. Ich mache einfach mal den Verweis. Okay, also ich finde das eine spannende Idee zu sagen, okay, den Alltag, den wir leben, den machen wir sichtbar und vielleicht macht das ja Menschen neugierig und vor allem, das gibt den Menschen auch die Möglichkeit, sie müssen nicht drauf eingehen. Sie können es auch einfach stillschweigend ignorieren oder einfach wahrnehmen oder sie nehmen es gar nicht wahr. Ich finde das gar nicht so eine blöde Strategie, einfach diese Harmonie dann, zu zelebrieren und diese Stimmung einfach wirken zu lassen. Ist eine schöne Idee.
AnruferIn Vor allem, wenn dabei dann auch rübergebracht wird, es ist ja alles schön und es leidet keiner darunter. Es lachen alle, es sind alle fröhlich und happy. Trotzdem ist da irgendwie so ein Machtverhältnis. Es fällt auf, dass immer nur der Mann rumläuft und alles besorgt und holt.
Sebastian Aber ganz ehrlich, das gibt es in sämtlichen Vanilla-Beziehungen, nicht in sämtlichen, aber in sehr vielen Vanilla-Beziehungen. Das kenne ich aber auch. Man ist irgendwo zu Gast, Leute haben garantiert nichts mit King zu tun und einer von den Zweien läuft immer rum. Ja, also das allein ist es noch nicht. Ich glaube, bei euch ist es noch ein bisschen mehr. Vielleicht spüren die Leute auch so eine gewisse Wertschätzung oder so, dass die da mit rüberkommt, die bei anderen vielleicht nicht ist. Also ich glaube, das ist bei dir, wenn ich dir so zuhöre, wahrscheinlich das, wie du es tust, was dann einfach eine Wirkung entfaltet.
AnruferIn Ja, es sind sicherlich irgendwie Anzeichen und Situationen, wo man als fremde Person eins und eins zusammenzählt und dann schon auf irgendein Ergebnis kommt. Aber wie gesagt, wir halten da auch jetzt nicht massiv hinterm Berg. Also wir drängen es nicht massiv auf, aber wir verstecken uns auch nicht, weil wir sagen, okay, das sind nun mal wir und so haben wir uns entschieden zu leben. Und bei dieser bekannten Freundin, kam halt dann automatisch das Interesse, dass sie immer mehr gefragt hat und da hat man natürlich auch sich mehr geöffnet und gesagt, ja, wir waren da am Wochenende auf so einer King-Party. Ach, okay, was habt ihr denn da gemacht? Und da kommt das eine zum anderen und dann spürt man ja auch, ist da jetzt Interesse oder ist da Ablehnung?
Sebastian Ja, genau. Also stimme ich dazu, aber wie gesagt, wenn die Person schon nachfragt, dann hast du ja eigentlich schon gewonnen. Dann ist die Neugier schon da und wenn Neugier erstmal entfacht ist, dann ist es wahrscheinlich ein leichtes. Lieber Ehesklave, die Uhr tickt auch für dich ganz fürchterlich. Das tut mir ein bisschen leid, aber ich unterbreche dich jetzt hier einfach an der Stelle und werde mich von dir verabschieden. Aber es ist ein schöner Punkt, es ist auch eine weitere schöne Herangehensweise. Ich glaube, das haben viele Menschen eh schon mal ganz unterbewusst gemacht. Jetzt können sie es bewusst tun. Vielen Dank.
AnruferIn Alles klar, danke schön.
Sebastian Tschüss. So, ihr Lieben, noch haben wir ein paar Minuten, die Leitung ist frei und jetzt habe ich eben eine Umfrage gemacht, die war so, wie hat die Person reagiert? Und ja, gemischt haben 40% gesagt, also mehrfach Antworten waren möglich, offenbar. Nein, war nicht möglich, nein, war nicht möglich. Aber ablehnend haben 28% gesagt. Also, dass da wirklich eine ablehnende Reaktion war. Wenn ihr mir davon erzählen möchtet, sehr gerne. Vielleicht tut es ja die nächste Person, die jetzt schon gerade anruft. Und ich gehe einfach mal ran. Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich?
AnruferIn Ja, hallo Sebastian. Hier ist Christian.
Sebastian Hallo Christian. Wir haben auch schon gesprochen. Der mit dem Apostroph, richtig?
AnruferIn Genau, der mit dem Apostroph. Das ist richtig, ja.
Sebastian Alles klar. Ja, okay, ich bin äußerst gespannt. Wie hast du Menschen erklärt, was BDSM eigentlich ist und dass das vielleicht gar nicht so schlecht ist?
AnruferIn Ja, es ist bei mir wirklich anders als das, was ich jetzt gehört hatte heute. Ich habe jetzt im Laufe der Sendung mal mitgeschrieben, ich habe insgesamt zehnmal so Gespräche gehabt mit teilweise Einzelnen, teilweise zwei Leuten und es war immer geplant, also es war nie zufällig, dass es sich ergeben hätte. Das ist mal das eine. Und vielleicht wohne ich ja in der falschen Region. Ich habe eigentlich immer so eine kleine, war da natürlich vorbereitet. Ich habe immer im Vorfeld angekündigt, dass ich über was reden möchte, muss. Und na ja, es ging dann eigentlich immer los, dass ich erst mal so ganz kurz so meine eigene Situation beschrieben habe. Also dass ich eben schon lange was mit mir rumtrag und gern drüber reden würde und so weiter. Und habe dann eigentlich immer zuerst mal versucht herauszufinden, ob das Thema vielleicht schon irgendwie ein Begriff sein könnte und habe dann auch schon ganz bewusst mal die Abkürzung BDSM, ob es Ihnen irgendwas sagt. Und es war 100 Prozent nein. Keiner wusste irgendwas, keiner kannte Fifty Shades, keiner. Also alle ausnahmslos, komplett ahnungslos.
Sebastian Ich darf schon mal fragen, was das für Kreise sind.
AnruferIn Das ist eigentlich unerwartet. Also das war einmal meine Frau, das waren meine Eltern, das waren Freunde, Freundinnen, größtenteils so. Also ich bin jetzt 50. Das ist der Alter, ich sag mal so zwischen 40 und 55 Jahre. Ja, also hat mich teilweise überrascht, aber es war wirklich jedes Mal das Gleiche, und deswegen sind die Gespräche dann auch eigentlich immer ähnlich abgelaufen, dass ich eigentlich diese Abkürzung erstmal so ganz grob erklärt habe, ohne irgendwo in die Tiefe zu gehen, was es denn eigentlich erstmal bedeutet und wie vielfältig das ist.
Sebastian Okay, wie erklärt man denn, also diese vier Buchstaben zu erklären, die ja sechs Wörter haben, also ich vermeide das wie der Teufel das Weihwasser, das zu erklären, weil damit knallst du nämlich schon mal genau dieses Sadomaso mit raus am Anfang gleich und das finde ich ganz schwierig, also wie bist du strategisch vorgegangen, den Leuten dann auch wirklich klar zu machen, ja das ist es?
AnruferIn Ja, das ist richtig. Und deswegen bin ich da auch eigentlich immer bewusst dann ganz schnell drüber weggegangen. Ich habe es wirklich nur kurz gesagt, das bedeutet es, das sind die Worte dahinter und bin dann eigentlich relativ schnell, dazu übergegangen, viel über Konsens, über Respekt, über Grenzen, über Kommunikation und so weiter zu reden. Also um da eigentlich schon mal die Themen, ganz egal was es ist, erstmal zu entschärfen.
Sebastian Wo hast du denn gemerkt, dass du die Leute kriegst? Also kommen die dann bei Consent? Gehen die schon mit? Man hat ja manchmal so ein Gefühl, die Leute haben das Fragezeichen beim Kopf schweben, dann irgendwann merkst du ein Aha und ach so ist das oder so ein um Gottes Willen. Also da finde ich ja, das ist, wenn man den Leuten ins Gesicht guckt, ganz viele Gefühle oder ganz viele Regeln, die nacheinander kommen. Also wo meinst du, an welchem Punkt hat man sie gekriegt?
AnruferIn Also bis dahin war es eigentlich immer so, dass es eigentlich Interesse war. Die Leute haben zugehört. Es kam aber bis dahin eigentlich nie eine Frage. Also die kam dann eigentlich erst später. Vielleicht noch wichtig, ich habe natürlich auch vorher jeweils immer angekündigt, dass jeder jederzeit ohne schlechtes Gewissen so ein Ding abbrechen kann. Aber gut.
Sebastian Ja, das mit dem Abbrechen, ich glaube, das ist ein wichtiger Punkt, weil die Leute denken, ja, da ist man ja so Begriffe wie ausgeliefert und so, ne? Das ist ja, ja, aber du kannst trotzdem abbrechen. Ja, warum tut man es dann nicht, ne? Ich finde, da sind die Leute völlig verständnislos. Wenn es wehtut, warum sagst du da nicht Stopp? Ja, nee, weil, will ich ja nicht.
AnruferIn Also, ich meine das Gespräch, das wir dann gerade führen. Jetzt nicht, wenn man spielt, sondern in der Situation einfach, dass jeder weiß, es wäre okay für mich, wenn jemand nichts davon hören möchte.
Sebastian Ah, okay, das ist schon mal gut.
AnruferIn Dass dann jetzt jemand sich irgendwo überfahren fühlt und denkt jetzt, um Gottes Willen, jetzt bin ich da befangen und muss mir das jetzt anhören, weil der Gegenüber sonst beleidigt ist oder sonst was. Das habe ich eigentlich von vornherein immer ganz klar so explizit gesagt und ist aber niemals passiert sich jetzt. Und wie gesagt, wenn man relativ viel über genau dieses viel kommunizieren, über Konsens, über auch das Abbrechen beim Spielen, egal was man macht, über diesen gegenseitigen Respekt, über Aftercare, über Grenzen respektieren und alles. Im Endeffekt, da glaube ich, hat jeder dann schon mal, also wenn einer am Anfang ein bisschen einen schlimmen Eindruck hatte, vielleicht durch diese Abkürzung, die waren dann weg.
Sebastian Das hast du geschafft, ja?
AnruferIn Ist so mein Eindruck gewesen.
Sebastian Ja. Was gibt es denn vielleicht, die kommen ja dann auch und sagen, ja ist das nicht so, also vielleicht auch wenn sie das nicht zuordnen konnten, aber haben sie doch ein paar Vorurteile?
AnruferIn Nee, komischerweise eigentlich nicht. Also ganz selten. Vielleicht beim anderen. Ich komme dann meistens dazu, wo ich eigentlich so ganz grob stehe in dem Spektrum und warum ich eigentlich jetzt gerade dieses Gespräch suche. Das war dann unterschiedlich. Das war das erste Mal mit meiner Frau, ich weiß nicht, ich habe in der Kopfkino-Folge darüber erzählt, dass ich einfach jahrzehntelang mit mir rumgeschleppt habe und es musste einfach sein. Mit meinen Eltern war das ähnlich. Bei meinen besten Freunden und Freundinnen war es mir einfach ein Bedürfnis, dass die so ein bisschen einfach das kennen, weil es einfach ein Teil von mir ist. Und viermal war es auch so, ist jetzt auch schon auch im Chat thematisiert worden, dass das Vorliebe für Füße recht schwierig ist.
Sebastian Was spannend ist, weil das ist ja eigentlich so eine der Praktiken, die ist jetzt, ich sag mal, relativ ungefährlich und da gibt man ja besonders schöne Gefühle, weil was kann man schon gegen eine Massage haben zum Beispiel. Das sehe ich eigentlich auch so. Aber es ist irgendwie konnotiert als, bäh, fürchterlich.
AnruferIn Ich habe trotzdem jeweils erzählt, weil es einfach bei mir dazugehört. Nicht als fetisch, aber ich mag es einfach. Und bei vier von diesen Gesprächen war es auch so, dass ich es deswegen gesucht habe, weil ich eben im Laufe dieser Jahre, Jahrzehnte, wo ich da alles mit mir rumgetragen habe, mich da schon vergriffen hatte. Und damit quasi ja bei jemandem irgendwo in einen Bereich eingedrungen war, was einfach nicht in Ordnung ist. Und habe das natürlich, nachdem ich alles erzählt und erklärt habe, dann auch erzählt, was ich gemacht hatte als letztes und auch da Gott sei Dank in jedem Fall eigentlich nur Akzeptanz gekriegt und alles okay und nichts Schlimmes.
Sebastian Okay, also wie äußert sich denn Akzeptanz? Was sagen denn die Leute, dass du weißt, okay, jetzt akzeptieren sie es?
AnruferIn Ja, Also in diesen vier Fällen war es so im Endeffekt, dass jeder gesagt hat, alles gut, mach dir keine Gedanken, du hast niemandem damit wehgetan. Also das waren diese vier Fälle. Bei den anderen merke ich es einfach dadurch, dass generell, wenn ich mit Frauen gesprochen habe, sind manchmal wenige, manchmal viele Rückfragen kommen. Wenn ich mit Männern gesprochen habe, die haben immer gesagt, ja okay, nicht meins, aber es ist deins und es ist alles okay und die Freundschaft ist genauso wie vorher auch. Im Endeffekt, man merkt eigentlich nur das Ergebnis. Ich glaube direkt an dem Tag, wenn jemand nicht kommunikativ ist, manchmal brauchen die dann vielleicht auch einfach ein paar Tage, um das sacken zu lassen.
Sebastian Gibt es vielleicht ein paar Bilder, Metaphern, die du verwendet hast, die Leute verstehen konnten? Also wenn ich was aus deren Leben nehme, sowas wie, ja, du spielst doch auch gerne Lotto, das tut doch auch jedes Mal im Portemonnaie weh, keine Ahnung, aber wenn du dann gewinnst, dann selbst die 5 Euro, die sind dann schon toll. Also gibt es Metaphern, die du, ich sag mal, erfolgreich verwendet hast, die sich jetzt auch vielleicht Menschen abgucken können, die hier zuhören?
AnruferIn Ja. Nee, Metaphern in dem Sinne leider nicht. Aber was die Metapher ist, was auch jeder versteht, ist eben, wenn man über Konsens spricht und Kommunikation und gegenseitigen Respekt, weil das gibt es, glaube ich, auch überall. Man macht irgendwas, einer fühlt sich nicht wohl dabei, das muss ja jetzt nichts mit Kink oder BDSM zu sein. Und einfach diese Offenheit und dass das eigentlich jeder hat, der im BDSM-Umfeld normalerweise irgendwo unterwegs ist, oft mehr wie nicht-kinky Leute, das kann glaube ich jeder nachvollziehen, dass das was Schönes und was Gutes ist.
Sebastian Ja, das ist was, also gerade dieser Konsent in dem sexuellen Bereich, das scheint ja grundsätzlich etwas zu sein, wo die Leute sagen, aha, also ich habe manchmal das Gefühl, dass viele sagen, aha, das gibt's, ja, also das ist so, oh, das ist ja, davon habe ich noch nie gehört, zumindest hatte ich schon öfter den Eindruck, dass Menschen an der Stelle, also gerade dieses, was ist Konsent, aha, und beide wollen das und nur wenn es beide wollen, passiert was und das sind Sexualität, also da habe ich manchmal das Gefühl, um Gottes Willen, was haben diese Menschen schon, erlebt. Ich glaube, damit kriegt man sie, weil das scheint dann manchmal so ein Aha-Erlebnis zu sein. Darüber habe ich noch nie nachgedacht.
AnruferIn Und weil du es gerade sagst mit Sexualität, das ist ganz lustig, weil ich habe wahrscheinlich morgen habe ich nochmal wieder ein längeres Gespräch, mit einer Person, wo ich schon gesprochen hatte und die eigentlich ziemlich alles von mir weiß. Und wir haben jetzt erst über Schriftverkehr, hat sie mitbekommen, dass es für mich eben nichts Sexuelles ist für mich komplett, Absolut nichts mit sexuellem zu tun. Und das war für sie viel, viel schwieriger zu verstehen. Oder das konnte sie überhaupt nicht glauben. Sie hat tausend Fragen und sie muss unbedingt mit mir reden. Kann sie sich gar nicht vorstellen. Und, ähm, ja.
Sebastian Also, was habe ich mal gehört? Wenn es unnötige körperliches Wohlbefinden ist, dann muss es sich ja um Sexualität handeln. Ja, ich behadere auch noch mit der Definition, aber ich fand die gar nicht so blöde, die Idee. Also, für viele Leute ist sehr viel halt schon Sexualität oder Sex.
AnruferIn Ne?
Sebastian Oh, du hast einen Menschen angefasst, das muss sich um Sex handeln.
AnruferIn Ja. Wenn man jetzt an dem Beispiel von Füßen kann man es eigentlich recht schön erklären, weil wenn ich jetzt jemandem eine Fußmassage gebe oder ich küsse da einen Schuh, dann gibt es die Variante, dass mich das wirklich erregt und ich kriege da Schnappatmung und geil. Oder es ist so, dass es sich einfach wohlig anfühlt, schön, dass man sich so friedlich fühlt innen drin. Und das ist so dieser Unterschied.
Sebastian Ja, Mrs. Ferry hat gerade was im Chat noch geschrieben. Ich lese mal vor. Ich habe schon Menschen erlebt, die dachten, BDSM ist immer frauenfeindlich. Jemand, der jetzt Füße zu Hochgefühlen verhelfen kann. Stell dir mal vor, du erzählst jemandem davon und dann kommt so ein Satz. Also mir wird ja die Spucke wegbleiben.
AnruferIn Ja, da hatte ich vielleicht das Glück, dass keiner von meinen Gesprächspartnern da irgendwie mit Klischees oder auch irgendwie davor belastet war. Und ich weiß nicht, ob das bei mir zogen wird. Mir kam es jetzt immer so vor, dass bei allen Anrufern, ja die Leute haben vielleicht schon was von gewusst, die waren da ganz locker. Also meine waren komplett ahnungslos, und bis auf einen Fall, wo ich wirklich Ablehnung erfahren habe, war es dann auch wirklich gut. Also Freundschaft, Beziehung ist unverändert. Größtenteils ist es deutlich besser geworden, weil die Leute das einfach zu schätzen wussten, dieses Vertrauen, was man entgegenbringt.
Sebastian Ich glaube, es hat auch jeder verstanden.
AnruferIn Wie schwierig das sein kann, über sowas zu sprechen.
Sebastian Ich wollte dich jetzt eigentlich schon verabschieden, weil die Uhr tickert wieder. Aber jetzt hast du dann doch gesagt, einmal hast du Ablehnung erfahren. Vielleicht magst du dazu noch ein, zwei, drei Sätze sagen.
AnruferIn Ja, das war leider nicht schön. Das war das erste Gespräch. Das war die Sache mit meiner Frau. Und das hat sich auch bis heute leider nicht geändert. Die Sprüche, also schon als ich angefangen habe über die Vielfalt im BNSM-Spektrum, habe ich schon gemerkt durch Kommentare und Unterbrechungen, dass es da nicht mitkommt. Und der blöde Spruch, wo ich mir jetzt, weil ich vorhin auch die Umfrage weiß, ich weiß nicht, was das Problem derer Menschen ist oder der Leute. Was haben sie für ein Problem? Und das hat wehgetan.
Sebastian Ja, das ist so hoch, das haut rein.
AnruferIn Ja.
Sebastian Ja, also da fühle ich echt mit dir.
AnruferIn Ja, aber es ist halt so, sie kann da nicht aus ihrer Haut. Ist leider so. Und ja, das kann man dann nur akzeptieren. Ich habe es mehrfach probiert. Ja.
Sebastian Schade, dass es ausgerechnet bei deiner Frau dann so war. Aber, ja, was soll ich dazu sagen? Das ist halt an der Stelle ein Punkt, da kommt man nicht drüber hinweg. Aber vielleicht mit jedem Menschen, mit dem du dann da einen Punkt hast, vielleicht ist das dann jeweils auch was, wo dein Umkreis, mit dem du darüber sprechen kannst, dann auch ein bisschen vergrößert ist. Das ist ja dann auch der Gewinn.
AnruferIn Ja, genau. Deswegen ist mir das auch wichtig. Und wenn man es gezielt macht, glaube ich, hat man auch schon so ein Gefühl, mit wem man über sowas reden kann, mit wem vielleicht besser nicht. Wenn es jetzt familiär ist, da muss es halt sein. Es ist die Familie.
Sebastian Ja, na gut, schade nochmal so ein Downer, sage ich mal am Ende, aber auch das gehört dazu. Christian, vielen, vielen Dank für deinen Beitrag und ich wünsche auch dir, dass du immer die richtigen Worte findest.
AnruferIn Danke dir, Sebastian. Viel Spaß euch noch und bis bald wieder.
Sebastian Tschüss.
AnruferIn Tschüss.
Sebastian Okay, so. Liebes Publikum, die Leitung ist frei. Wer möchte, wir haben die Telefonnummer 051019118952. Und während ihr euch jetzt wundert, warum kommt jetzt dieselbe Frage im Chat nochmal, das ist ganz einfach, das Podcast-Tubie konnte das nicht sehen, weil wenn wir beide die Kontrollen dafür aufhaben, dann sieht nur der, der zuerst klickt, ich muss das mit den Reloads nochmal automatisieren. So, aber es klingelt tatsächlich wieder. Ich gehe mal ran. Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich?
AnruferIn Hallo, Stella ist hier.
Sebastian Ich habe den Namen nicht ganz verstanden.
AnruferIn Stella.
Sebastian Hallo, Stella. Schön, dass du anrufst. Ja, BDSM, nicht kinky Menschen erklären. Wie sind deine Erfahrungen?
AnruferIn Ich bin eher ein Mensch, der zu viel Preis gibt. Und man kann zum Beispiel auch meinen Schlüssel an der Halskette sehen oder einen Ring. Und dann gibt es einige Menschen, die nachfragen. Und ich versuche das den Menschen immer so zu erklären, dass es, ja, dass man halt auch...
Sebastian Gönstchen spannend.
AnruferIn Da hättest du jetzt ziemlich richtigen Worte gerade.
Sebastian Das ist gar nicht schlimm. Ich kann aber ein paar Fragen stellen. Das ist überhaupt kein Thema.
AnruferIn Ja, dann so rum.
Sebastian Also erstmal der Punkt so, wem wolltest du oder musstest du das erklären? Und hat die Person gefragt oder war es dir ein Bedürfnis, die Person ein bisschen aufzuklären?
AnruferIn Fragen tun am meisten oder am häufigsten Arbeitskollegen, denen das auffällt. Weil die Menschen, mit denen ich mich sonst umgebe, schon im Kindbereich sind mittlerweile. Und da ist es so, dass ich erst mal zurückfrage, was man halt von einem Menschen wissen möchte, um überhaupt erst mal zu tasten, wie weit kann ich jetzt ehrlich antworten?
Sebastian Was fragen die denn? Sie sagen, ach, da hast du aber was Hübsches. Das erzähl doch mal, das ist ja auch nicht ganz unübergriffig, also wie steigen die in das Thema ein?
AnruferIn Ja genau, also hat der Ring eine Bedeutung oder du willst ja Schlüssel an der Halskette, ich gucke da die ganze Zeit hin, was bedeutet der, und dann frage ich halt nach und dann merke ich, ich kann es erzählen und beim Schlüssel erzähle ich zum Beispiel einfach, dass mein Partner seine Lust in meine Hände gegeben hat.
Sebastian Okay, das ist aber, das provoziert ja weitere Nachfragen.
AnruferIn Ja, aber es ist ja nicht, also wie gesagt, ich teste ja schon vor, ob die mit den Antworten, ob das passt, mit den Menschen darüber zu reden. Ich habe auch schon Menschen gehabt, wo ich gemerkt habe, es passt nicht und ich habe auch schon Menschen gehabt, die gesagt haben, okay, dann möchten sie es nicht wissen.
Sebastian Fällt das schwer, wenn die Leute sagen, sie wollen nicht mehr wissen?
AnruferIn Nee.
Sebastian Okay, also das ist dann eher so ein Po, ich muss nicht weiter reden.
AnruferIn Nö, das auch nicht, sondern es ist schön, dass man halt, dass der Mensch da seine Grenze kennt und ich diese Grenze nicht unwissentlich übertrete.
Sebastian Ja, da würde ich ja schon dann immer einsteigen mit, wunderbar, jetzt hast du das Konzept verstanden, wir haben jetzt Consent erreicht dazu, womit du dich wohlfühlst und ich mich wohlfühle und damit können wir jetzt arbeiten. Damit haben wir schon mal den wichtigsten Punkt von BDSM erklärt. Zack.
AnruferIn Genau, ja.
Sebastian Also, das wäre ein bisschen gemein, so zu argumentieren, aber eigentlich?
AnruferIn Nö, eigentlich trifft es ja schon einen großen Kern. Ja, wenn die Leute dann halt nachfragen, was ich gerne mache, dann fange ich zuerst mit Shibari an, zum Erzählen, weil das, finde ich, am einfachsten ist. Ich sage immer fesseln und schön. Oder halt auch, wenn die Menschen dann zum Beispiel schon mal von Bondage gehört haben, dann kann ich immer sagen, Fesse mit dem Seil und dann kann man das auch teilweise schon mit dem Tanzen vergleichen. Den Vergleich habe ich vorhin auch schon mal im Chat gelesen.
Sebastian Ja, Tanzen ist ein toller Vergleich.
AnruferIn Ich habe auch schon einige Menschen gesehen, die wirklich im Seil tanzen.
Sebastian Ja, und also auch Bondage ist inzwischen, noch nicht bei allen Menschen, aber das ist schon mal so eine Schnittmenge, wo man sagen kann, guck mal, das ist ja Kunst. Da gibt es ja diese japanischen Künstler, die machen das ganz toll. Also da hat man vielleicht über die Kunst-Kultur-Schiene hat man schon mal so einen Anknüpfungspunkt vielleicht. Das ist vielleicht gar nicht schlecht.
AnruferIn Ja, ist auch sehr niederschwellig, weil ich glaube, so jeder hat schon mal eine Handschelle zu Hause ausprobiert.
Sebastian Das behaupte ich auch immer, ja.
AnruferIn Okay, fast jeder.
Sebastian Ja, es gibt so Menschen. Wahrscheinlich sind die Menschen, die noch nie was mit Handschellen gemacht haben, die, die ganz früh mit fiesem Kink angefangen haben. Die haben natürlich gleich richtiges Equipment genommen. Aber, Entschuldigung, das Podcast hat mir gerade hier eine Nachricht geschickt, dass ich mich von euch noch was brauche und dann darf ich das vorlesen? Entschuldige, ich muss aber... Entschuldige, aber ich habe ja eine Chatnachricht von dir, wo ich da meinte, was meinst du denn, was ich noch brauchen könnte? Ein Getränk, Joghurt, Gums, Nüsschen, ein Blowjob.
AnruferIn In der Reinfolge.
Sebastian Ja, ist ein bisschen gemein, vielleicht alles gleich. Oh Gott, Blowjob mit Nüsschen im Mund. Nein, Entschuldige, ich komme sofort... Das hat sie mich wirklich gekriegt. Ich würde noch so ein alkoholfreies Weizen nehmen mit einem Schluck Cola drin. Super, Dankeschön. Ha, toll, ich werde hier beserviced. Entschuldige bitte, ich komme gerade nicht drüber hinweg. Hallo, ich weiß, dass es gerade nicht geht, da kann sie ja alles anbieten, toll. Entschuldige. Ich bin jetzt auch wieder ganz bei der Sache. Wenn du merkst, dass Leute so ein bisschen neugierig sind, so ein bisschen Interesse haben, wo fängst du da an und ab wann kommt so der Punkt, wenn es denn gelingt, dass die Leute nicht nur neugierig sind, sondern auch so ein gewisses Verständnis haben. so, ach, das kann ich nachvollziehen, das muss aber schön sein oder das ist zumindest interessant. Also, gibt es diesen Punkt und ja, wie viel Gespräch ist dafür nötig? Zehn Minuten, Stunde, zwei Stunden, drei Abende, ich weiß es nicht.
AnruferIn Den gibt es aber, dafür ist schon ein bisschen mehr Gespräch nötig. Jetzt habe ich auch wieder meinen Schnittpunkt gefunden. Ich nehme ganz gerne Fifty Shades of Grey so als Anknüpfungspunkt, weil es das Ganze tatsächlich so ein bisschen in den Mainstream gebracht hat. Auch wenn man diese Geschichte nicht so erleben möchte und, die ganze Szene falsch darstellt, haben ziemlich viele Menschen davon gehört.
Sebastian Ja, und das Schöne ist, das habe ich mir mal sagen lassen, seitdem bin ich auch versöhnt mit Fifty Shades of Grey, Menschen, die mit BDSM nichts am Hut haben, die sehen den toxischen Anteil gar nicht. Also das ist dann tatsächlich ein Anknüpfungspunkt.
AnruferIn Das kann durchaus sein, das weiß ich nicht, ob die den nicht sehen, aber auf jeden Fall, versuche ich den Menschen dann halt zu vermitteln, dass nur das gemacht wird, was beiden Spaß macht. Also jeder hat ja so seine Sachen, die er mag und ein Vanillemensch, der mag jetzt keine Ahnung, die Missionarstellung vielleicht oder vielleicht mag der Mensch auch Doggystyle oder ein Handstand dabei, was auch immer. Und wenn der andere Mensch das aber nicht mag, dann würde man das nicht von diesem Menschen verlangen.
Sebastian Ja. Also ja, vielleicht ist wirklich, ich hatte ja eben schon mal gesagt, vielleicht ist dieses Grundkonzept, wir wollen es beide und dann machen wir es, dass dieses Grundkonzept vielen Menschen schon fremd ist vielleicht oder dass sie das nicht gewöhnt sind. Ich habe es eben im Chat gelesen, dass viele Menschen das gewöhnt sind, dass beim Sex ja immer überredet wird. Und diese Möglichkeit, dass das nicht der Fall ist. ich glaube, damit kriegt man die Leute schon ziemlich gut. Erzählst du auch, also wann kommt denn der Moment zum Gespräch, dass du dann doch die Bedeutung der Schlüssels genauer erklärst?
AnruferIn Also ich finde, der ist mit dem Satz eigentlich schon erklärt. Dass ich sage, mein Partner stellt seine und gibt mir die, Entscheidung seiner Lust in meine Hände. Also wenn man dann, was öffnet der Schlüssel, wäre dann ja quasi die nächste Frage.
Sebastian Genau, was öffnet, genau, wofür ist der Schlüssel? Und auch um Gottes Willen, und ist das nicht fürchterlich? Also dann kommen ja die ganzen Nachfragen, weil man sich das kaum vorstellen kann und so weiter. Also dann geht ja da nochmal so ein Seitengespräch los, ne?
AnruferIn Das habe ich tatsächlich bisher noch gar nicht gehabt, aber ich hätte jetzt kein Problem damit zu erzählen, ob der ein Keuschheitsgürtel oder eine Schelle öffnet oder, was genau das dann bedeutet. Dass dann halt mein Partner, nur seine Lust ausleben kann in dem Bereich, wenn ich das möchte.
Sebastian Ja, vielleicht so ein Punkt. Wann ist es den Leuten genug? Ich meine, man könnte ja ewig und viel erzählen, aber irgendwann merkt man auch, okay, das reicht jetzt für den Moment. Jetzt haben sie erstmal genug für heute.
AnruferIn Ich glaube, der Moment ist recht schnell erreicht. Da braucht man auch gar nicht so tief ins Gespräch gehen, weil wenn das für den Menschen neu ist, dann sieht man die Menschen sehr schnell nachdenken und interessant wird es dann, wenn man sich das nächste oder übernächste Mal sieht. Ich habe schon viele Gespräche gehabt, die dann gesagt haben, du hör mal, erzähl doch nochmal, wie ist denn das jetzt genau? Meist dann, wenn der Mensch ein Wein oder ein Bier in der Hand hatte und dann die Zunge etwas lockerer wurde und man das Gefühl hat, sie brauchen sich nicht... So zu rechtfertigen für diese Frage.
Sebastian Ja, ich glaube, das fällt den Leuten auch schwer, dass man über so ein Thema überhaupt reden kann. Das ist ja schon etwas, was, ich sage mal, vielleicht komisch ist. Also, kinky Leute sind es sehr gewöhnt, aus purer Notwendigkeit sehr offen zu sein und sehr offen zu reden. Aber das kann man ja nicht voraussetzen, bei Menschen, die damit nichts zu tun haben. Und ich glaube, diese Schwelle muss man erst mal überschreiten. Wir reden jetzt über etwas potenziell Sexuelles miteinander. Ich glaube, das ist schon so eine Schwelle, über die man erst mal drüber muss.
AnruferIn Ja, aber ich glaube, das merkt man schon am Anfang, ob der Mensch darüber reden möchte oder dann halt lieber nicht.
Sebastian Hast du schon mal so richtige Ablehnungen erfahren? Das hätte ich dir nicht zugetraut, das ist ja pervers, ich will gar nicht mehr hören, um Gottes Willen.
AnruferIn Also, ich wohne in der Nähe von den Burning Pants. Ich bin jetzt seit ein paar Jahren auf den Burning Pants regelmäßig. Ich arbeite in dem gleichen Ort und ich habe mittlerweile schon über zehn Menschen dort gesehen, mit denen ich arbeite oder die in deren Umfeld sind. Und es gibt auch eine Person darunter, die hat circa neun Monate gebraucht, bis sie mir mal wieder Hallo gesagt hat, ja.
Sebastian Boah, das ist eine lange Zeit, aber sie hat es irgendwann.
AnruferIn Ja, aber man merkt, man sagt halt mal wieder Hallo, aber mehr ist es nicht. Und das ist auch nicht schlimm, weil man da dann doch teilweise Dinge von Menschen sieht, die man vielleicht gar nicht so sehen wollte von den Menschen in seiner Umgebung.
Sebastian Ja, also ich überlege auch mal so dieses Risiko, möchte ich jetzt weiterreden, weil es besteht die potenzielle Gefahr, dass die Person ja meine Argumentation, mein Plädoyer für BDSM nicht versteht und dann habe ich ein Problem mit der Person, weil dann steht irgendwas zwischen uns. Also, da kann ja auch mal sein, dass man sagt, nein, ich weiß, die Person hätte jetzt Fragen, sie wäre neugierig, aber ich erzähle ihr lieber nichts, um da nichts zu gefährden.
AnruferIn Wenn ich das Gefühl habe, ich komme da nicht durch, dann gebe ich ja andere Ressourcen an der Hand. Wir kennen das alle, dass wir einen Lehrer haben, der Mathe gut erklären konnte und einen Lehrer haben, der Mathe überhaupt nicht erklären konnte. Und nur weil die Person jetzt meine Worte nicht versteht, heißt das nicht, dass sie nicht die Erklärung von anderen Menschen verstehen würde. Und ich finde, da kann man auf die SMJ gehen, auf die Kunst der Unvernunft und auf andere Quellen, Gentledom und, und, und, es gibt so viele Quellen, kann man super drauf hinweisen, dass halt nicht nur meine Worte sind, nicht nur eine Meinung, sondern dass der Mensch dann sieht, okay, das lese ich da, das lese ich da, das lese ich da.
Sebastian Lass mich dich zum Abschluss nochmal fragen, gibt es vielleicht so eine Metapher abseits von dem üblichen Sportvergleich und du sagst, das ist vielleicht was, damit können Leute anknüpfen. Da hast du was, was deiner Meinung nach ganz gut funktioniert. Fällt dir da was ein?
AnruferIn Nee.
Sebastian Okay. Ist auch gemein, das einzuschränken. Also ich suche immer noch nach diesen, Anknüpfungspunkten mit Menschen, aber ich glaube, man darf sich da auch gerne bei anderen was abschauen. Stella, ich finde das gut, dass du da dann in der Regel offen bist und dann auch da das Gespräch suchst und ich glaube, ich wünsche dir einfach auch ganz viel, dass die Leute dich verstehen, dass sie es nachvollziehen können und dass sie ja vielleicht dann doch irgendwann ein bisschen angesteckt werden. Ich bin mir sicher, dass es dir schon mehrmals gelungen, ohne dass du es hinterher gemerkt hast.
AnruferIn Werde ich nicht wissen, wenn es so ist, ja.
Sebastian Ja, aber vielleicht erfährt man es irgendwann. Ich wünsche dir einen wunderschönen Abend und dass die Hitze dich morgen und die nächsten Tage nicht unbedingt erschlägt.
AnruferIn Ja, das wäre schön.
Sebastian Danke, mach's gut, tschüss. Tschüss. So, ihr Lieben, 22.16 Uhr ist das schon. Was machen wir denn da draus? Also einen Spiele habe ich noch keinen einzigen eingespielt. Ich werde heute, denke ich mal, auch keinen mehr einspielen. Aber an dieser Stelle werde ich welche eingebaut haben, Aber erst nach dem Gespräch, denn es klingelt schon wieder. Ach, das ist toll. Ich bin begeistert. Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich?
AnruferIn Mal wieder mit dem Miststück meines Herrn.
Sebastian Das Miststück sein, sage ich jetzt Miststück meines Herrn oder Miststück seines Herrn oder Ihres Herrn? Wie spreche ich dich denn am besten an?
AnruferIn Lass den Zusatz weg. Miststück reicht in dem Moment.
Sebastian Okay, Miststück seines Herrn und dann in Klammern Miststück. Wir machen es jetzt relativ kurz, weil es schon ein bisschen spät geworden ist, aber wie erklärst du nicht kinky Menschen, was du da eigentlich treibst und, wann verstehen sie sich? Wann kriegst du sie oder wann scheiterst du?
AnruferIn Was heißt erklären? Ich kann es nicht erklären, weil es genauso irrational ist, wie die Liebe zu meinem Fußballverein.
Sebastian Geiler Vergleich. Super.
AnruferIn Perfekt. Ich kann keinem normaldenkenden Menschen erklären, warum ich seit 35 Jahren Eintracht-Braunschweig-Fan bin. Und ich immer noch hinlaufe.
Sebastian Du weißt, dass ich aus Hannover komme. Und auch wenn ich kein Fan von irgendeinem Fußballverein bin, weiß ich, dass ich Braunschweig nicht gut finden darf. Sonst muss ich aus diesem Landkreis ausziehen. Entschuldigung, liebes Publikum, wer hier nicht aus der Region kommt, da gibt es so eine Fede zwischen den Städten. Das ist eine tolle Metapher. Ich finde die super. Perfekt, grandios, die nehme ich. Die ist gekauft. Okay, ich höre dir einfach weiter zu.
AnruferIn Es ist nicht rational. Also ich trage ja dauerhaft auch mein Halsband seit sechs Jahren mittlerweile.
Sebastian Halsband oder Halsreif?
AnruferIn Früher war es ein Halsband, aber Leder reißt nach zwei Jahren. Mittlerweile ist es ein schöner Edelstahlhalsreif. Der hält länger.
Sebastian Hoffentlich, ja.
AnruferIn Ja.
Sebastian Okay.
AnruferIn Nur ich mach den halt auch nicht ab, wirklich, und ich geh mit dem Kumpel seit 20 Jahren zum Fußball und bin, Ja, wie sagt das der eine Kumpel so schön? Der fünfte Kumpel nur halt mit Titten.
Sebastian Okay, ja, so ist das im Braunschweig-Liebespublikum. Das heißt da Mundart, ganz normal.
AnruferIn Ja, auch wenn ich mittlerweile in Berlin wohne, fahre ich ja trotzdem ab und zu mal hin. Aber da merkt man wenig von der ansonsten, zwar frecheren Sub, aber durchaus Sub. Im Stadion bin ich eher so ein, naja, so Anfang 60-Sis-Boomer-Pöbler mit den übelsten Beschimpfungen. Das kann ich sehr gut. Ich hatte mein Halsband aber um und die guckten völlig irritiert und konnten das gar nicht mit mir in Verbindung bringen. Bis sie mich auch irgendwann gefragt hatten, naja, kommt Leute, ist jetzt nicht die Riesenüberraschung? Oder steht hier irgendwer noch, weil er nicht masochistisch ist? Anders kann man sich das ja kaum noch erklären.
Sebastian Okay, das ist natürlich cool, wenn du die Leute eh schon, du basht selber gegen, Braunschweig-Fans, okay, alles klar. Okay, aber du kommst da mit so einem Halsreif, die sehen das, die gucken, wahrscheinlich die ersten Minuten gucken sie nur. Ja, dann wird vielleicht sogar noch getuschelt, aber irgendwann traut sich jemand und fragt dich. Allein die Tatsache, dass die sich erstmal trauen müssen, dich zu fragen, gibt dir schon mal alle Zügel in die Hand, aber dann wollen die ja vielleicht doch noch mehr wissen.
AnruferIn Ja, ich meine, die kennen mich ja. Also sagen wir mal so, die Jungs kennen die emotionalsten Seiten neben meinem Dom mit mir, weil Aufstieg und Abstiege habe ich halt mit denen gefeiert oder getrauert. Also wir kennen das schon halbwegs, die konnten halt nur nicht das Bild, was sie hatten, von klein, ruhig, unterwürfig, still und leise mit mir in Verbindung bringen. Was auch nicht wirklich passt, weil sie kannten halt wirklich nur die nahezu hörige Klischees ab.
Sebastian Also das Klischee kannten sie nur vorher.
AnruferIn Ja, und waren auch jetzt nicht darauf vorbereitet, dass es Fab durchaus eigene Meinung hat, ohne ihren Herrn zum Fußball gehen darf und ähnliche Sachen.
Sebastian Ja, vielleicht ist der Punkt, wo musstest du denn anfangen? Also so ein bisschen was BDSM und Kik ist, so ein bisschen wussten sie das schon. Als Braunschweig-Fans hat man ja zumindest Erfahrung im Masochistischen Stand. Hast du ja eben gesagt, ich zitiere dich nur. Also damit ist ja schon mal die Schnittmenge gesetzt. Nein, ich höre jetzt auch auf zu bashen und das mit dem anderen Witz, mit dem wir ja mal mehr Abstiege als Aufstiege feiern. Oder naja, ich höre jetzt auf, Entschuldigung. Es bietet sich einfach so an. Nein, aber wo musstest du denn anfangen? Ich meine, du hast da diese Truppe und jetzt, da ist der Halsreif. Sie sprechen dich ein bisschen drauf an und machst ein paar Sprüche. Aber irgendwann musst du ja mal ernsthaft sagen, passt mal auf Leute, das ist jetzt nicht so, wie ihr euch das vorstellt. Ich wohne nicht im Käfig im Keller.
AnruferIn Ja, ich muss denen erstmal erklären, dass es jetzt nicht unbedingt immer das, ich weiß noch nicht mal, woher sie dieses Sub-Klischee hatten. Keine Ahnung, ich muss eigentlich ins Detail gehen bei denen. Aber ich meine auch, naja, ja, wie soll ich euch das erklären? Ihr seht ja, wie unfrei unterdrückt und schrecklich es gerade alles bei mir ist. Ich kann es nicht erklären, das meine ich ja. Das ist schwer. Wie soll ich denen das erklären?
Sebastian Ja, aber so das Grundkonzept von BDSM, das kann man ja schon mit ein paar Worten zusammenfassen.
AnruferIn Das kennen sie. Wir sind alle um die 40. Ich sag mal, das Internet kennen wir alle und gleichzeitig noch Papas Praline oder das neue Wochenend vom Zeitungsstapel neben dem Schreibtisch Mitte der 90er geklaut. Das haben wir ja alle durch.
Sebastian Wir sind genau diese Generation, die beides mitgenommen hat. Die verklebten Zeitschriften, das Internet und, ja okay, hast recht, stimmt.
AnruferIn Also ja, die Mini-Grundsachen und Ruf mich an, wurde auch jeder mit terrorisiert ab 23 Uhr im Fernsehen.
Sebastian Ja, aber genau das ist ja das Problem. Aha, die sehen dich da und dann hast du so ein Ding um den Hals und dann musst du doch so eine Ruf mich an Tante sein.
AnruferIn Ich bin ja schon mal die komplett andere Seite.
Sebastian Ja eben, das ist ja genau der, also wie viel, also sagen wir so, okay, die haben so ein bisschen Vorahnung schon gehabt, gab es vielleicht doch irgendeine Sache, die du ihnen vielleicht doch erklären musstest oder, hat sich das tatsächlich erübrigt, weil man, ich stelle mir gerade vor, man ist im Stadion, Tore fallen da eh keine und dann hat man ja genug Zeit mit den Leuten ein bisschen zu grüllen und zwischendurch mal zu sagen, ja und übrigens Konsent ist die Sache. Nein, so wird es ja nicht gelaufen sein.
AnruferIn Wenn das eher auf danach verlegt, muss ja auch nicht die gesamte Kurve mithören, machen wir uns dann mit. Sie haben es ja gemerkt, dass ich zum einen damit völlig natürlich umgehe, mit meinen Halsreifen gerne trage. Trotzdem ist es ja aber, dass ich jetzt nicht völlig hörig bin, sondern meine eigenen Sachen immer noch habe. Mein Herr, ja, er kriegt mit, wenn EM oder WM ist und versteht selbst nicht, wie man Fußballfan sein kann. Das ist für ihn etwas, was überhaupt nicht in seinen Kopf geht.
Sebastian Du bist es also gewöhnlich, dass Menschen Dinge einfach nicht verstehen. Okay, kann ich nachvollziehen. Okay, aber gibt es vielleicht doch irgendwas, wo du dann sagen konntest, okay, also das musste dann doch nochmal erklärt werden. Oder ist es einfach so ein grundsätzlich, nee, passt mal auf, ihr kennt mich so, ich bleibe auch so. Das ist so, es gibt halt noch eine andere Seite und die macht mir Spaß. Erledigt, fertig und beim dritten Bier wird das auch akzeptiert.
AnruferIn Ja, der eine überlegt und meint, ich weiß jetzt nicht, soll ich mal nachfragen, auch mit Hauen oder sowas, aber nee, wir kennen uns seitdem ich zweieinhalb bist und ich fünf. Das ist gefühlt, kleine Schwester, ich möchte davon nichts wissen. Du bist glücklich, das reicht mir.
Sebastian Und da wolltest du nicht weiter was erzählen? Man hat doch dieses, ich möchte jetzt gerne alles erzählen, jetzt ist es halbwegs raus, jetzt will ich plaudern.
AnruferIn Nee, also da ich das nie verheimlichen musste, meine Partner, seitdem ich, keine Ahnung, 15, 16 bin, egal ob es dann Partnerin oder Partner war, ich war da nie sehr wählerisch, wussten eigentlich alle von der Richtung, in die es gehen soll. Von daher war das für mich immer irgendwas, was natürlich zu mir gehört. Das muss ich, ja, ich kann es versuchen, dem zu erklären, wer Interesse hat, aber es gehört halt zu mir und mich kennt jeder so.
Sebastian Ja, okay. Und du bist halt an der Stelle, die Leute kennen dich schon so gut, dass sie vermutlich intuitiv darauf vertrauen, dass das schon gut für dich ist. Und damit ist wahrscheinlich die ganze Erklärung gar nicht mehr von A bis Z, gar nicht mehr nötig, ne?
AnruferIn Ne, also ich meine, was ich hatte, das war mir minimal unangenehm. Mein Herr hat, was Vor- und Nachname angeht, genau die gleiche Vorname und Nachname sind genauso lang wie der von meiner Ex-Schwiegermutter. Ich habe beide mit Vor- und Nachnamen im Handy und wartete eigentlich auf den Anruf meines Herrn es war aber Ex-Schwiegermutter und ich habe nicht genau drauf geguckt was steht und bin freundlich wie immer mit Hallo mein Herr dran, und sie lachte scheinlos und meinte nur die dumme alte Schnäpfe aus Zelle aber ist auch okay.
Sebastian Ja okay aber da bist du gerade nochmal drum.
AnruferIn Rum gekommen sehr schön.
Sebastian Stell von dir gefragt Moment, das, oh Gott, ja.
AnruferIn Nee, sie meint ja mal zum Abschluss des Gesprächs nur, naja, so wie dich vorhin gemeldet hast, ich glaube, ich weiß jetzt, warum du nicht mehr mit meinem Sohn zusammen bist und die Ex. Ich glaube, das konnte nicht ganz so passen. Okay.
Sebastian Das ist ja an sich mal eine Kudelspiegermutter. Ja, aber die kommt ja auch aus Zelle. Das ist ja quasi Region Hannover. So, Entschuldige. Ich bin gerade drüber, es ist schon spät.
AnruferIn Gebürtig komme ich aus dem Landkreis Gifford und das macht es jetzt nicht besser.
Sebastian Ja, ich schiebe auch auf. Ich rede mich damit raus, dass es a. Spät ist und b. Hier immer noch 27,5 Grad im Büro sind und an mir die Suppe runterläuft. Okay.
AnruferIn 31, Dachwohnung.
Sebastian Ach super, ich gratuliere. Und trotzdem noch so lange dabei. Sehr schön. Liebes Miststück, also du hast quasi den Weg der Selbstverständlichkeit und Präsenz gewählt und damit bist du um langatmige Erklärungen drum herum gekommen. Finde ich auch nicht schlecht.
AnruferIn Ja, und halt Fußball, weil ich kann es nicht rational erklären. Also Fußball ist akzeptiert. Da fragt keiner. Warum bist du Fan von dem Verein? Keine Ahnung. Ich bin es.
Sebastian Definitiv. Stimmt, ich habe ganz vergessen, dass mein Bruder auch mal an einem Verein dranhängt. Das werde ich ihm irgendwann nochmal die Tage auf die Nase reiben. Das hat er bestimmt schon längst verdrängt. Danke für den Tipp. Okay, dieses Miststück, da es schon so unfassbar spät ist. Genau. Ich wünsche dir einen wunderschönen Abend. Achtung, jetzt lieber Hannover, ich wünsche deinem Verein auch ganz viele Aufstiege und wahnsinnig viele feiern und dass das einfach ganz viel Spaß macht. Ja, wird irgendwann. Ja, es kommt. Du musst dran glauben, da wird es auch passieren. Alles klar. Mach's gut. Tschüss.
AnruferIn Bis dann. Tschüss.
Sebastian So, ihr Lieben. Jetzt haben wir es jetzt halb elf. Ich glaube, jetzt ist langsam mal gut. Also, ein Spieler werde ich einbauen an dieser Stelle. Das sind nochmal rund 40 Minuten. Das klingelt schon wieder. Okay, aber nur ganz kurz. Ich glaube, das Podcast-Subi ist bald genervt. Hallo, Sebastian hier. Das letzte Gespräch mit dir. Mit wem spreche ich?
AnruferIn Mit Bondi.
Sebastian Hallo, Bondi. Oh, du hast doch schöne Sachen im Chat heute geschrieben. Verdammt, das Gespräch wird doch nicht so kurz.
AnruferIn Ich habe mich sehr übers Zitieren gefreut.
Sebastian Ja, Bondi, da ruft noch jemand an gerade. Was machen wir? Das ist ja Wahnsinn gerade.
AnruferIn Na, vorhin hast du gesagt, du nimmst alle an die...
Sebastian Ja, offenbar muss ich mich dran halten. Ich gucke mal, jetzt sprechen wir erst mal. Okay, ja, BDSM, Kink, erklären, wem, wieso und wie hast du die Paymention gekriegt oder bist du vielleicht auch gescheitert?
AnruferIn Ja, ich wollte gerade tatsächlich mal eben ein bisschen den anderen Blick reinbringen. Wir reden irgendwie die ganze Zeit drüber, was gesagt wird und ein bisschen weniger wie.
Sebastian Ja, stimmt.
AnruferIn Peter Dammspiel hat das vorhin im Chat gehabt, hat was geschrieben von nicht so verschämt wirken oder dass er früher verschämt gewirkt hat und jetzt so vor Glück strahlt und dass das Gespräch deutlich einfacher macht.
Sebastian Definitiv und der strahlt auch wirklich.
AnruferIn Ja, ich habe den Gedanken die ganze Zeit schon gehabt, dass ich beim Podcast hören, das quasi bei allen habe vom Zuhören, vor allem bei Pärchen, wenn man da so die Stimmung untereinander mitbekommt, wie viel Zuneigung und Vertrauen da stattfindet, dass das halt so einen wahnsinnigen Unterschied macht. Und ich glaube, wenn man in so ein Gespräch reingeht und da das Gefühl hat, oh Gott, das wird jetzt schwierig und vielleicht der Person auch nicht das Vertrauen entgegenbringt, da wirklich offen sein zu können, dass man dann auch so eine Ausstrahlung hat, dass es eigentlich was Negatives ist, was man gerade erzählen will.
Sebastian Stimmt, also wenn ich in Gespräche mit rangehe mit setz dich mal hin, ich muss dir was Ernstes erzählen, nein es ist niemand gestorben, aber fast, ich mache übrigens BDSM, da kann ja niemand ein positives Interesse haben.
AnruferIn Ja, genau so ein bisschen in die Richtung, vielleicht auch mit dem Beispiel von einer Sendung von neulich mit dem emotionalen Sadomarismus, wo ich selbst beim Hören und ich würde sagen, ich bin sehr aufgeschlossen und mitten im Thema drin, kurzfristig gestutzt habe und gedacht habe, uh, das ist aber heftig und dann aber auch da rausgehört habe, wie viel Spaß die beiden da dran haben und mich da richtig einfangen musste und das dann auch geklappt hat beim Zuhören. Ja, aber denen macht Spaß, das ist ja nichts, was ich verstehen muss. Ich höre nur raus, ihr habt da Freude dran.
Sebastian Ja, da gibt es einen Kommentar zur Folge. Ich weiß gar nicht, ob der bei mir auf der Webseite war oder ob der bei Spotify oder so reingegangen ist.
AnruferIn Wahrscheinlich meiner, ja.
Sebastian Da kam ich mir vor wie jemand, so müssen sich Leute fühlen, die mit BDSM nichts anfangen können. War das der von dir?
AnruferIn Ja, kann gut sein.
Sebastian Ja, sehr schön. Also an den Kommentaren, da habe ich mich sehr drüber gefreut, weil ich dachte, ja, okay, das ist eine spannende Perspektive, finde ich voll gut. Aber ja, vielleicht ist es ja auch dann genau so, dass man da, also als Kingstar denkt man ja, man ist so offen, dann kommt man doch an eine Grenze und dann ist man wieder an diesem Anfang, was aber eigentlich ein ganz schönes Gefühl ist, wenn da was Neues ist.
AnruferIn Ja, ich fand das super. Also ich fand es super, so diese Perspektive mal kurz zumindest wahrzunehmen, aber auch selbst das Gefühl zu haben, mich da einfangen zu können und eben die Offenheit den anderen gegenüber da auch wieder hinzukriegen.
Sebastian Okay, gibt es Dinge, also du wolltest jetzt nicht auf den Inhalt eingehen, also eine gute Stimmung, ein bisschen Selbstbewusstsein, ein bisschen Begeisterung?
AnruferIn Ja, der Wunsch an den anderen, dass derjenige erstmal so wertungsfrei zuhört. Ja. Ist halt schwierig. Natürlich hat man erstmal direkt irgendwie eine Wertung im Kopf. Aber ich glaube, wenn man jemandem erstmal den Raum gibt, das zu erzählen und nicht direkt dicht macht, macht es vieles einfacher.
Sebastian Ja, trotzdem, wo würdest du anfangen? Also, wie die anderen, dass du zum Teil erstmal den Buchstaben BDSM auseinander nimmst oder das Consent-Konstrukt erstmal erklärst oder steigt man vielleicht schon, ein bisschen in der Mitte ein? Ich mag einfach, wenn klar ist, wer hat das Sagen im Bett und dann können wir daraus ganz viel machen. Das wäre ja so ein Ding, wo man dann von da noch wieder zurückrudern kann. Ich erkläre dir mal jetzt Konsent oder man geht von da weiter. Also, dass man da erstmal so einen Testballon hinwirft so ein bisschen. Oder wie würdest du es machen?
AnruferIn Ich würde sagen, mein Testballon war tatsächlich so Machtgefälle. Ich habe das jetzt noch niemandem komplett bis ins Detail, ich überlege gerade, ob das überhaupt stimmt, erklärt. Aber mit so kleinen Informationen habe ich zumindest bei Freunden oder beziehungsweise Freundinnen, wenn wir das mal im Gespräch hatten, bin ich da bei niemandem so richtig negativ angekommen.
Sebastian Das ist schön. Also auch da grundsätzlich eher was Positives, was rauskommt.
AnruferIn Ja, grundsätzlich ja. Aber ich glaube, dass ich da auch eher nur anfange zu erzählen, wenn ich das Gefühl habe, es ist in Ordnung. Es gibt auch Menschen in meinem Leben, wo ich denke, das kann ich nicht bringen. Da möchte ich gerade diese Unterhaltung gar nicht anfangen, weil ich mir relativ sicher bin, dass die Reaktion da anders ausfällt.
Sebastian Da nochmal so dieser Punkt. Also ich habe das auch schmellig, da kommen dann Nachfragen. Aber man weiß ganz genau, man muss jetzt nicht jede Nachfrage beantworten, weil dann kippt es, wenn man alles beantwortet. Man bleibt dann so ein bisschen vage und sagt sowas wie, ja es gibt auch Menschen, die das auch gut finden. Also dass man das dann auch vielleicht gar nicht auf sich selbst bezieht. Also man testet die ganze Zeit rum, ist man drüber, ist man nicht drüber. Ich finde das ist sau anstrengend das zu machen.
AnruferIn Ja, es ist wobei ich andersrum eine Situation vorhin auch im Chat geschrieben hatte ich habe eine Freundin die ist kinky unterwegs so Richtung Natursekt, und der hatte ich irgendwann mal eine DS-Situation bei mir beschrieben und es kam eine vollkommen entsetzte Reaktion, und wie könnt ihr nur und wieso gefällt ihr denn sowas und die habe ich dann tatsächlich mal relativ direkt auf den Pott gesetzt und habe gesagt, Ich bin dir gegenüber offen. Das sind Vorlieben, die sind für jeden unterschiedlich. Und man kann ja einfach akzeptieren, dass jemand anders eine andere Vorliebe hat als man selbst. Das hat mir in dem Moment, weil sie ja auch einen Kink hat, den man nicht jedem erklären kann, hat mir das halt relativ einfach gemacht, da mal so den Vergleich zu ziehen.
Sebastian Ja, stimmt. Man setzt das auch voraus, dass kinky Menschen, von denen erwartet man gefälligst, du brauchst Toleranz in dieser Gesellschaft, dann hab sie bitte auch für andere. Ja, ganz genau so. Ja, das finde ich auch gut, dann auch da offene Worte zu finden. Kommt nicht immer gut an, aber kann gut ankommen oder kann auch einfach wichtig sein, dass dann die Leute ein bisschen zu erden.
AnruferIn Ja, in dem Fall hat es missfunktioniert.
Sebastian Okay, weil es so unfassbar spät geworden ist schon. Wenn du jetzt noch was hinzufügen möchtest, gerne, aber schnell. Ansonsten würde ich mich schon von dir verabschieden.
AnruferIn Einen einzigen Satz. Gerne. Dem anderen vielleicht auch deutlich zu machen, dass man sich da gerade öffnet und dass man da Vertrauen in die andere Person hat und... Dass man dieses Gespräch führt, weil es einem wichtig ist, dass die andere Person das weiß. Also gerade bei nahestehenden Personen, da auch nochmal diesen Gedanken dafür reinzubringen. Ich vertraue mich dir gerade an. Das ist ja ein Vertrauensbeweis dir gegenüber. Das war so der Gedanke, den ich noch da lassen wollte.
Sebastian Das ist total gut, dieser Satz. Und ich bin mir sicher, der wirkt. Vielen, vielen Dank, Bondi.
AnruferIn Sehr gerne. Einen schönen Abend noch. Wie lange auch immer dauert.
Sebastian Ja, ich bin selber sehr gespannt. Mach's gut. Tschüss.
AnruferIn Tschüss.
Sebastian So, ihr Lieben. Und exakt jetzt klingelt es. Ich gehe einfach ganz stur ran. Das Podcast-TV verzieht schon eine Mine. Hallo, Sebastian hier. Das ist jetzt wirklich das ultimativ letzte Gespräch. Mit wem spreche ich noch ganz kurz?
AnruferIn Hallo, hier ist die Kinky Katie. Ganz kurz auch nur.
Sebastian Sehr gut, wunderbar. Das Podcast-TV würdest dir danken. Und ich ehrlicherweise auch, weil irgendwann kann ich nicht mehr reden. Aber das macht auch echt Spaß. Ja, das ist eine echt schöne Sendung und ich glaube, die wird echt gut. Und das ist auch vielleicht so ein kleines Comedy-Moment, wie der Sticks da irgendwie bei 27,1 Grad am Schwitzen ist und die Luft steht.
AnruferIn Naja, gut. Die Kinky Katie am Ende der Leitung ist genauso am Schwitzen. Hier ist es nämlich genauso heiß.
Sebastian Sehr gut. Okay, also, wie hast du es gemacht? Was möchtest du beitragen?
AnruferIn Was ich gerne beitragen möchte, ich habe jetzt nicht alle Gespräche mitbekommen, weil ich eben noch unterwegs war. Aber ich habe, denke ich, eine kleine Geschichte, die ich euch erzählen kann, die ich mitteilen kann, wie ich mit meiner Jugendlichen darüber gesprochen habe.
Sebastian Oh ja.
AnruferIn Ist tatsächlich ein ganz, ja, ich sag mal immer so ein leicht heikles Thema, wenn es da um Kinder geht und sowas. Bei meinem Kind war es einfach so, sie ist jetzt 13 Jahre alt, also im wirklich tollsten Alter für genau alles möglich Neues irgendwie zu erfahren. Sie bastelte immer schon unfassbar gerne und unfassbar tolle Masken auch und mittlerweile definiert sie sich auch als Sirian.
Sebastian Magst du den Begriff, den kennen nicht alle, magst du das einmal erklären?
AnruferIn Sirian ist, ich weiß nicht, kriegt man das erklärt, ganz viel Basteln und Masken sind tatsächlich dabei. Auch so ein bisschen das Fühlen, wie ein Tier fühlt, so ein bisschen auch die Bewegungen einstudieren, auch sportlich ganz viele Aktivitäten machen. Ferry oder Furries, glaube ich, kennen auch mehrere Leute.
Sebastian Das kennen die meisten, ja.
AnruferIn Ja, genau, so in die Richtung geht es auf jeden Fall. Mal grob zusammengefasst, ich mag da jetzt auch nichts.
Sebastian Okay, reicht völlig gut erklärt. Vielen Dank.
AnruferIn Okay, gut, gerne. Und irgendwann Dann wurde das dann so ein bisschen was immer wieder mal gegoogelt anscheinend. Und auf einmal sah ich Zeichen bei mir. Da war das auf einmal ein Dreieck mit einem Kreis drin, was irgendwie überall auf Arme gemalt wurde, an Wände gepinselt wurde.
Sebastian Oh Gott.
AnruferIn Ja, also dieses Zeichen war überall. Und ich sagte, was ist das denn für ein Zeichen? Das ist das Syrian-Zeichen. Und auf einmal hatte ich auch die Regenbogenflagge irgendwie überall und es war immer mehr. Und irgendwann guckt mein Kind mich an und sagt, Mama, was ist das eigentlich an deinem Hals für ein Zeichen? Ich trage eine Triskele. Und da war tatsächlich dann der Punkt, dass ich gesagt habe, das ist eine Triskele und habe dann gedacht, das schieben wir jetzt mal ganz schnell so unter den Tisch und lassen das einfach im Raum stehen.
Sebastian Nee, die ist 13, das funktioniert nicht.
AnruferIn Habe ich gemerkt. Also eine Zeit lang ging es zwei, drei Tage und dann irgendwann, meinte mein Kind von wegen, ich habe jetzt auch eine Triffkehle gemalt, guck mal Mama. Da sagte ich, ja, ich weiß nicht, ob das so das richtige Zeichen für dich ist. Und dann kam diese Autofahrt. Wir saßen im Auto nebeneinander und im Auto fühle ich mit meinem Kind tatsächlich mit. Die schönsten Gespräche, die sind meistens auch sehr, sehr intensiv. Wir hören auch lauter Musik schon mal. Und dann ist einfach, weiß ich nicht, ist so eine schöne Stimmung immer. Und wir sprechen super toll miteinander. Und irgendwann sagt er so, ich weiß übrigens, was das ist.
Sebastian Das ist das Podcast, du bin nickt übrigens mit diesen Autogesprächen. Also vielleicht eine kleine Empfehlung für Menschen, die mal mit ihren Jugendlichen reden wollen. Es gibt bei der Zeit einen Artikel, 100 Fragen, die sie ihren Jugendlichen mal stellen sollten. Und auf einer langen Fahrt habe ich das mal gemacht und das war eine der tollsten Autofahrten überhaupt. Es war Wahnsinn. Es war unglaublich. Ich hätte nicht gedacht, dass ich Antworten kriege auf irgendwas. Das war eine tolle Diskussion. Entschuldigung, einfach mal danach googeln. Wenn man mal mit seinem Jugendlichen wirklich ein tiefes Gespräch gehen will, dann arbeitet man mal diesen Fragenkatalog ab. Das ist Wahnsinn. So, Entschuldigung, ich habe mich unterbrochen.
AnruferIn Obwohl ich dir in Zeit mitgegeben habe. Ich glaube, dass man nicht flüchten kann als Jugendliche in dem Moment.
Sebastian Ja, das ist wohl der Punkt. Okay, jetzt haben wir aber diesen Punkt, sie hat also Ahnung. Sie hat Lunte gerochen und ihr sitzt im Auto. Sehr schön. Ich gratuliere. Du kannst nicht aussteigen. Du musst ja fahren. Toll.
AnruferIn Richtig. Ich war im selben gefangenen Raum in diesem Moment und konnte auch nicht aussteigen. Und ich konnte halt eben auch nicht sagen, ja, ja, reden wir einander mal drüber. Nein, das ging einfach nicht. Also habe ich, ja, kindgerecht auch einfach erklärt, was das Ganze so ein bisschen ist. Und tatsächlich habe ich ganz speziell und explizit auf den Konsens bin ich eingegangen, habe gesagt, sowas geht nur, wenn beide Seiten wollen, wenn beide sich aktiv dafür entscheiden, nicht, wenn sich einfach irgendwas genommen wird. Gerade jetzt ist in der Schule tatsächlich auch das ganze Thema, was so ein bisschen, ja, gerade kommt, die Sexualkunde und da ist jetzt sowieso alles ganz, wie soll ich sagen, ja, anstrengend für die Kinder auch. Da kamen auch schon ganz viele Fragen und im Grunde, ich denke mal, wenn Eltern einfach so ein bisschen aufs Bauchgefühl hören und einfach so ein bisschen... Überlegen, man schätzt selber ab, ihr hattet immer so schön gesagt, man hat so diesen Elternfilter. Kinder fragen nur Dinge, die auch beantwortet, wo die mit der Antwort klarkommen oder wie war es irgendwie so.
Sebastian Ja, genau so.
AnruferIn Und den würde ich definitiv auch unterschreiben. Ich habe meinem Kind keine Details oder sowas erzählt, habe aber lediglich auch erzählt, dass ich nicht nur Hundeleinen flechte, sondern halt auch Bullwips, was sie total abgefeiert hat, fand sie es klasse. Die Mama bastelt auch. Ja, ja.
Sebastian Ja, ja. Ja, gut.
AnruferIn Wie das jetzt angewendet wird, klar, ich habe dann viel erklärt einfach, dass es das Cracken ist, dass es das witzig ist. Ich spiele überhaupt nicht mit Bullwips, ich bastel die nur, ich stelle die nur her. Und ja, im Grunde wichtig ist einfach mitzugeben oder mir war super wichtig einfach mitzugeben, dass alles nur erlaubt ist, wenn es erlaubt wird.
Sebastian Jetzt ist ja die Frage, also ich meine, gut, die eigenen Kinder sind eh schon mal vorgeprägt, aber dieses, aha, ich verstehe, dass das interessant sein kann. Hast du das erreicht oder wolltest du das überhaupt erreichen? Also man will ja das Kind jetzt auch nicht dazu bringen, das ausprobieren zu wollen. Also zumindest hätte ich so dieses, man versucht so neutral wie möglich zu sein dabei.
AnruferIn Das muss man auf jeden Fall so neutral wie möglich sein. Ich habe tatsächlich häufig gesagt, von wegen, du musst noch ein bisschen warten, du musst noch ein bisschen warten, bis zu 14, bis solltest du mit allem irgendwie noch warten, weil dann werde ich definitiv den SMJG-Flyer hier irgendwo rumfliegen haben.
Sebastian Ja, 14, also bis 25 würde ich, naja, Gott, hat eh keinen Zweck.
AnruferIn Gut, aber je früher die Fragen kommen und je früher aufgeklärt ist, ich finde tatsächlich, also ich meine, ich habe meine Kinder beide super offen erzogen. Und ich sage mir, wenn mein Kind mit mir solche Themen bespricht, von sich aus, habe ich eigentlich alles richtig gemacht.
Sebastian Kann es sein, dass diese Strategie da so ranzugehen, auch dass man das möglichst neutral erzählt, dass die auch Erwachsenen gegenüber gut funktionieren müsste?
AnruferIn Kann ich mir gut vorstellen.
Sebastian Wäre vielleicht auch nochmal ein Ansatz, auch für Menschen, die jetzt tatsächlich diese ganze Zeit, dieses, wie lange nehmen wir jetzt hier auf, zwei Stunden, 15 schon, dieses alles gehört haben, die immer noch sagen, ich weiß immer noch nicht, wie ich es erklären soll. Vielleicht ist das auch nochmal ein Tipp. Boah, Kiki, Kiki, hervorragend.
AnruferIn Ich hoffe, mein Beitrag konnte irgendwie ein bisschen da mit einspielen. Und meine Stimme war nicht zu wackelig, weil ich jetzt ein bisschen aufgeregt bin.
Sebastian Nein, alles super, toll gemacht, wunderbar. Ich kann nur sagen, vielen, vielen Dank. Aber jetzt werde ich jetzt hier doch die ein oder andere Zwischenmoderation einbauen, damit ich das gebaut kriege alles. Und dann machen wir gleich noch eine kleine Schätzfrage und ich habe noch was Neues zu zeigen und dann haben wir es heute auch geschafft. Und das Podcast-Tubi sitzt ja auch. Die will, glaube ich, heute auch nochmal reden. So. Will gucken mal. Kinky Katie. Vielen, vielen Dank für den Beitrag. Super. Danke dir. Tschüss.
AnruferIn Sehr gerne. Ciao.
Sebastian So, liebes Publikum. Jetzt ist das Telefon aus. So, obwohl, also Bock hätte ich noch, aber ich kann nicht mehr. Wir machen das jetzt so. Ich habe jetzt, jetzt teilen wir die Sendung an der Stelle. Also liebes Publikum, die Menschen, die jetzt live zuhören, für euch geht die Sendung jetzt gleich weiter mit ihrem Ende und die Menschen, die das jetzt im Podcast nachhören, die bekommen jetzt gleich ein paar Einspieler. So, Schnitt zum Freitagnachmittag bei gechillten 32 Grad im Büro und einem pfeifenden Laptop, entschuldigt das Geräusch, mag ich euch ein paar Extras anmoderieren für die Menschen, die das Ganze hier im Podcast hören und nicht live dabei waren, denn ihr kriegt ein bisschen Bonus-Content. Ich habe nämlich sieben Einspieler noch bekommen und die finden jetzt und hier ihren Platz und wir fangen an mit Monsti, die hat nämlich ja versucht, ihrer Psychotherapeutin BDSM zu erklären und ist offenbar gescheitert.
Einspieler Hallo Sebastian, Monsti hier. Du hast dir viele kurze Einspieler für die Sendung gewünscht. Hier ist meiner. Grundsätzlich denke ich, es kommt immer auf das Gegenüber an. Sollte mir bekannt sein, dass die Person kein Verständnis hat bzw. Total verklemmt ist, würde ich es eher nicht versuchen, ihr zu erklären. Dazu. Vor vielen Jahren habe ich versucht, es meiner Psychotherapeutin zu erklären, was gescheitert ist. Vielleicht wurde das damals so ausgebildet bzw. war Lehrmeinung. Ich konnte sie jedenfalls nicht vom Klischee abbringen, dass mein Partner mich bestrafen muss, um mich hauen zu dürfen. Dass wir das einfach so aus Spaß und Lust machen, war für sie nicht vorstellbar. Mit der Aussage, dass ich auch manchmal einen Korschatzgürtel trage, habe ich sie dann wohl endgültig überfordert. Letztendlich haben wir darüber nie mehr gesprochen. Sollte ich nochmal von einer Vanilla-Person gefragt werden, beziehungsweise darauf angesprochen werden, würde ich je nach Gegenüber erstmal fragen, was die Person darunter versteht. Vielleicht ergibt sich das Gespräch dann von selbst. Zum Inhalt wäre mir wichtig mitzuteilen, dass BDSM sehr vielfältig ist, dass es im Konsens passiert, dass man sich trotz Machtgefälle gegenseitig achtet und jeder seinen eigenen Weg hat. Das war's von mir. Jetzt freue ich mich schon auf die Sendung nachher. Bis dann.
Sebastian Als nächstes New Honey Bee, die erzählt von einem offenen Gespräch mit einer langjährigen Freundin.
Einspieler Hallo, ich bin New Honey Bee. Vor zwei Wochen hat eine meiner besten Freundinnen bei mir übernachtet. Ich muss vorher noch einflicken. Mein erster Dom und ich, mit dem ich bis letztes Jahr verbunden war, wir mussten uns leider Umstände halber trennen. Nun habe ich das Glück, nach Monaten der Suche endlich wieder unter Führung und Kontrolle zu sein, was ich sehr genieße. Der, ich will ihn mal der neue Dom nennen, hatte mir schon vor Wochen aufgetragen, mich außer im Job stündlich bei ihm zu melden. Ein Wort reicht da schon aus. Ich genieße das sehr, hätte ich nicht für möglich gehalten und seine Reaktionen auf meine Meldungen genieße ich ebenfalls. Nun hätte ich die Möglichkeit gehabt, für die Dauer des Aufenthalts meiner Freundin darum zu bitten, dass er mir das erlässt, aber ich wollte nicht darauf verzichten. Damit ich es nicht vergesse, habe ich mir stündlich den Timer am Handy gestellt und ihm dann immer meine Meldung geschickt. Das musste meiner Freundin natürlich irgendwann auffallen, gesagt hat sie aber nichts. Beim Frühstück dann, ich hielt es nicht mehr aus, platzte ich heraus mit folgender Aussage. Ich würde dir so gerne etwas erzählen, es ist aber etwas Erotisches. Sie lachte und sagte, nur heraus damit. Ich fragte, ob sie schon mal was von BDSM gehört habe. Sie ist geborene Berlinerin und spricht auch immer noch so und rief, Ich bin doch Berlinerin. Ich kenne alles. Da laufen die Leute nackt mit Halsband und Kette auf der Straße herum. Das war nun sehr überraschend für mich, dass sie da so ungeniert war, zumal sie selber seit Jahren freiwillig ohne Partner lebt. Also erzählte ich von der Verbindung mit dem neuen Dom und dieser Regel mit den stündlichen Meldungen und versuchte ihr in schwärmerischem Ton zu vermitteln, wieso ich als selbstständige Frau, so etwas so exquisit genießt und nicht mehr darauf verzichten möchte. Und sie hat es verstanden. Nun habe ich jemanden, mit dem ich, ohne ins Detail zu gehen, das möchte ich ihr dann doch nicht, sagen wir mal, zumuten, mich nicht mehr verstecken muss und vor kurzem konnte ich mich bei ihr zum Übernachten quasi einmieten, weil ich in ihrer Nähe auf einen BDSM-Stammtisch gehen wollte und nun nichts mehr erfinden musste, wieso ich da weit von zu Hause weg, übernachten will und was ich da eigentlich tun will, ja, das ist sehr erleichternd. Und ich wünsche jedem, der Ähnliches versucht, auch so eine positive und lockere Resonanz.
Sebastian Das war Njohannibi. Jetzt kommt Ich doch nicht. Spannender Name. Ist eigentlich auch schon an sich schon mal wieder gut. Die hatte ein überraschend offenes Gespräch mit ihrem Gynäkologen.
Einspieler Hallo Sebastian. Hallo liebe Zuhörer. Mein Name ist ich doch nicht, weil ich natürlich komplett unschuldig bin. Ich wollte gerne meinen Denf zur Sendung beisteuern. Und zwar hatte ich kürzlich ein Erlebnis, der jährliche Kontrolltermin beim Frauenarzt. Wie es der Zufall so wollte, hatte ich deutliche Spuren an den Innenoberschenkeln. Und statt der erwarteten Frauenärztin empfing mich ein circa gleichalter neuer Frauenarzt, der sie im Ruhestand ersetzt hatte. Und ja, er war sehr interessiert in meinen Spuren und wollte wissen, wie es dazu kam. Ich habe dann gleich beteuert, dass es konsensual war und dass ich BDSMlerin bin und Spaß an masochistischen Spielern habe. Und er hat dann einfach immer mehr wissen wollen, was ich sehr toll finde, was denn da den Reiz für mich ausmacht und wie mein Zugang dazu ist. Und da bin ich in den letzten Jahren immer wieder darauf gestoßen, dass ich auf deine Folge 96, glaube ich, referenziere. Das Thema Arousal ist Arousal ist Arousal hat mich sehr weitergebracht. Ich bin einfach ein sehr naturwissenschaftlicher Mensch und es fällt mir leicht, auf dieser Basis das Anderen zu erklären, dass das Hirn einfach nicht zwischen verschiedenen Erregungszuständen unterscheiden kann und sich bei mir dann sexueller Erregung mit masochistischer Erregung oder eben exhibitionistischer oder. Aufgabenstellungen aufaddieren können zu einer Intensität, die man einfach durch, ich sage jetzt mal, Vanilla-Situationen, denke ich, schwer erreichen könnte. Und irgendwie ist es fast eine Form von Abhängigkeit. Ich könnte mir nicht mehr vorstellen, ohne das zu leben. Und ja, das so zu erklären, es fällt mir leicht. Und da bin ich dir einfach sehr dankbar, dass du über deine vielen Folgen verschiedenste Ansichten und Input geliefert hast, dass vermutlich für jeden, was dabei ist, dass man da seine eigenen Worte finden kann, um das weiterzugeben an Interessierte. Vielen Dank, macht bitte weiter so. Ciao.
Sebastian Als nächstes kommt Fuchsschneckchen, die ist Paar- und Sexualberaterin und hatte auch einige Erlebnisse.
Einspieler Hallo, hier ist das Fuchsschneckchen und ich finde gerade BDSM zu erklären, Leuten zu erklären, die das gar nicht kennen, damit gar nichts am Hut haben, ist gar nicht so einfach. Es begegnet mir aktuell in meiner Arbeit als Paar- und Sexualberaterin, aber tatsächlich immer häufiger, dass ich auch einfach gefragt werde, was ist denn BDSM und, das ist dann immer sehr, sehr spannend, weil ich möchte die Leute natürlich auch nicht verschrecken. Und deswegen sage ich ganz häufig, es ist alles an, sexuellen Spielarten, Vorlieben, Wünschen, Bedürfnissen, die in Anführungsstrichen abseits der gesellschaftlichen Norm liegen. Und wenn die Leute dann so ein bisschen interessiert gucken, dann finde ich, dass es auch berechtigt ist, noch so ein bisschen reinzugehen in den Begriff, also dass es um Machtdynamiken geht, dass es auch um Schmerzen geht. Was ich aber sehr, sehr, sehr wichtig finde, immer in jedem Fall, gerade wenn man mit Menschen spricht, die überhaupt nicht in der Szene verortet sind und damit gar nichts am Hut haben, ist diese, ganz klare Abgrenzung zwischen Gewalt und BDSM. Und dass es bei BDSM um den Konsens geht, dass alles konsensuell passiert, dass man Dinge bespricht, dass man Dinge nachbespricht, dass man Vorbereitung hat, dass man Nachbereitung hat. Und viele denken ganz, ganz schnell, das ist halt übergriffig. Wichtig finde ich auch da aber zu sagen, dass natürlich auch innerhalb der BDSM-Szene Übergriffigkeiten passieren und passieren können. Und dass man da sehr sensibilisiert ist. Und auf sein eigenes Körperempfinden achtet, so gut es geht. Genau, aber so erkläre ich das. Ich freue mich auf die Folge und hoffe, ihr könnt mit dem Einspieler was anfangen. Tschüss!
Sebastian Weiter geht's mit Senpai. Der hat da eher eine strategische Perspektive. Los geht's.
Einspieler Ja, schönen guten Abend. Hier ist mal wieder Senpai. Ich würde ganz gerne bei diesem schönen Thema, im Sinne von, wie sage ich es meinem Kinder, also wie erkläre ich der Welt das Thema BDSM oder vielleicht auch speziell mein BDSM, um einen gewissen Kontext erweitern. Und zwar wäre meine Empfehlung, bevor man damit anfängt, dass man sich vielleicht zwei Fragen stellt. Die eine Frage wäre, was möchte ich erreichen? Und die zweite Frage wäre, mit wem rede ich? Bezüglich des, was möchte ich erreichen? Je nachdem, mit welcher Person man redet. Das kann ja durchaus auch im Kreise von anderen Seelenverwandten sein, in irgendwelchen BDSM-Mann. Kann ja aber auch sein, dass wir mit Freunden reden, die nicht kinky sind, dass wir mit Arbeitskollegen reden, die vielleicht zufällig mal ein Bild gesehen haben, dass wir mit Verwandten reden oder vielleicht auch mit der Lebenspartnerin. Worauf ich hinaus will, ist, wenn man anfängt, solche Dinge zu erklären, einer völlig unbedarften Person, muss man auf jeden Fall mit der Frage rechnen, woher weißt du das eigentlich alles? Und dann sollte man besser nicht in Stottern geraten, sondern dann sollte man eben halt auch das in der Lage sein zu erklären. Und mit wem rede ich, habe ich jetzt schon ein kleines bisschen vorausgeschickt, was ich gerade sagte. Verwandte Freunde, Arbeitskollegen, Lebenspartnerinnen, auch da gibt es ein paar Dinge zu beachten. Man sollte zum Beispiel einfach nochmal über den Kontext nachdenken, den kulturellen Kontext, die politischen Ansichten oder vielleicht auch den Glauben, weil es ist nun mal einfach so, dass es eine Reihe von Menschen gibt, die möglicherweise auch mit Dingen, die wir als, verhältnismäßig leicht und einfach ansehen, schon ein Problem haben. Also auch da muss man sich die Frage stellen, bringt es wirklich etwas mit jeder Person, über all das zu sprechen? Wenn man denn anfängt, darüber zu sprechen, dann sollte man zumindest meines Erachtens versuchen, die Vorteile in den Vordergrund zu stellen. In diesem Sinne, wenn man in der Lage ist, auch darüber zu sprechen, was man das selber, dass man das selber empfindet, selber macht, dass man dann eben auch sagen kann, welche Vorteile das für einen selber bringt. Wie zum Beispiel die totale Entspannung oder die Herausforderung von einer besonders schönen Shibari oder tolle Fotos oder irgendwie etwas in dieser Art. Also man sollte dann an der Stelle einfach darstellen, was halt positiv an der Sache ist oder vielleicht sogar auch positiv für einen selbst. Und ganz am Ende sollte man einfach, um ein bisschen sicherer zu sein an dieser Stelle, man sollte sich einfach wappnen gegen Unverständnis. Weil es gibt zwei Level von Unverständnis. Das erste ist halt, dass Menschen anfangen, sich übernehmen lächerlich zu machen. Das ist halt bedingt durch die Furcht, die dadurch entsteht, dass über etwas gesprochen wird, was man nicht kennt. Und Unbekanntes ist für die meisten Menschen erstmal gefährlich. Und wenn es nur in Richtung lächerlich machen geht, ist das auch vielleicht für manche Menschen nicht so schön, aber das ist im Prinzip der erste Level. Der zweite Level wäre dann möglicherweise halt Ablehnung bis hin zu Widerstand, energischem vielleicht sogar. Und da sollte man sich einfach nochmal wappnen, dass das kommen könnte. Das muss nicht passieren, aber man muss das einfach am Hinterkopf behalten. Heißt immer noch nicht, dass man das nicht tun sollte, dass man nicht darüber reden sollte, weil das ist ganz wichtig, erklären. Vielleicht ist es ja sogar so, dass das Interesse schon da ist an der Stelle. Aber wie gesagt, man sollte einfach im Hinterkopf behalten, was möchte ich mit meinem Gespräch erreichen, mit wem rede ich da und möglicherweise ernte ich Unverständnis. Ich wünsche euch noch weiterhin einen schönen Abend und viele gute Beiträge zu diesem spannenden Thema. Macht es gut.
Sebastian Das war Senpai und nicht ganz an die empfohlene Länge für diese Einspiele hat sich Asteria gehalten. Die erzählt, wie BDSM in ihrem Freundeskreis über die Jahre ganz selbstverständlich zum Thema geworden ist. Und ich glaube, das sind neun Minuten. Auf geht's.
Einspieler Hallo ihr Lieben. Ich kann heute leider nicht dabei sein. Aber da ich meinen ganzen Freundeskreis in Richtung BDSM aufgeklärt habe, dachte ich, ich schicke einfach mal einen Einspieler. Erstmal so die Key Facts. Ich und mein Freundeskreis, wir sind mittlerweile alle Mitte bis Ende 20. Angefangen, mich mit BDSM zu beschäftigen, habe ich, da war ich Anfang 20 und mein Freundeskreis dann eben auch Anfang Mitte 20. Und da haben viele Freundinnen von mir so meine Reise zu BDSM eigentlich schon mitgemacht. Das heißt, da fanden gar keine Aufklärungsgespräche statt, sondern da kamen eher öfter mal, schau mal, was Menschen so machen, ich finde das ganz cool und da wurde sich dann schon auch interessiert und diese Gespräche fanden dann aber nicht mal an einem Abend statt, sondern dann kam mal, schau mal, das gibt es und schau mal, das gibt es Und das lief dann wirklich mal so über ein Jahr. Also die wurden quasi zeitgleich mit mir noch aufgeklärt. Mittlerweile sind ja ein paar Jahre vergangen. Ich läde BDSM privat auch wirklich aus mit meinem Partner. Das heißt, jetzt sehen Aufklärungsgespräche doch nochmal ganz anders aus. Ich muss sagen, ich trage BDSM jetzt nicht unbedingt sehr nach außen. Also ich trage zwar einen Koller, aber das ist ein ganz kleines, goldenes Kettchen. Also das wird man nicht als Day-Koller erkennen. Und ich bin auch tätowiert. Also ich habe ein Tattoo mit BDSM-Relevanz. Das sieht man aber auch nicht, außer man ist jetzt am Strand. Und da kamen auch noch keine Rückfragen dazu. Also da musste ich mich quasi nicht outen, ohne dass ich es wollte. Es ist aber so, dass meine Freundesgruppe auch sexuell sehr offen ist. Also da wird niemand irgendwie für etwas geschämt. Das heißt, das Thema BDSM kommt früher oder später auch auf, wenn neue Leute dazukommen. Und dann... Und das ist vielleicht noch etwas, was ich noch einschieben möchte. Wir haben auch das Glück, dass gerade meine Generation, was BDSM angeht, auch ein bisschen aufgeklärter generell ist als die Generation vor mir. Jetzt mache ich mich wahrscheinlich unbeliebt, aber das haben wir unter anderem auch Fifty Shades of Grey zu verdanken, dass das so ein bisschen massentauglich geworden ist und auch vor allem Dark-Romans-Bücher. Also ich kenne mittlerweile so viele Vanilla-Leute, die Dark Romans lesen, wo Praktiken beschrieben werden, die für mich zwar ein normaler Freitagabend sind, aber definitiv BDSM-ig sind. Und da ist die Akzeptanz doch nochmal größer. Also das heißt, wenn ich heute neue Leute kennenlerne und die Frage nach Sexualität kommt auf... Kommt dann schon oft, ja. Da ist ein gewisses Grundverständnis schon da und der Begriff ist vielleicht nicht da, dann frage ich dann halt eher, das ist auch meistens so die Einstiegsfrage, die ich dann halt stelle, ja, sagt dir denn BDSM was? Und wenn kommt ja, kann ich weitermachen. Wenn kommt nee, dann sage ich ja, aber kennst du Dark Romans oder Fifty Shades of Grey? Und dann kommt meistens ah ja, das ist das. Und dann so jein. Man möchte natürlich nicht die Leute im Glauben lassen, dass der Stalker, der jemanden, den er noch nie gesehen hat, plötzlich überfällt und dann ist es für die Person wunderbar und es entwickelt sich eine Session draus, dass das normal ist, möchte man natürlich nicht irgendwie stehen lassen. Und Fifty Shades of Grey als No möchte man auch nicht stehen lassen. Aber die Leute haben zumindest dann ein Bild und man muss nicht unbedingt von der Pike auf erklären, was man sagen möchte. Was mir am Anfang nämlich auch sehr unangenehm war. Mittlerweile rede ich dafür offener drüber, aber am Anfang war es mir doch unangenehm, dann zu sagen, es gibt da sowas. Und da fällt es einem dann doch nochmal leicht, so eine kleine Überleitung zu haben. Das ist vielleicht auch ein Tipp, den ich geben würde. Ich weiß nicht, ob das ein guter Tipp ist, aber für mich ist es auf jeden Fall ein guter Tipp. Weil ein Bild im Kopf, das massentauglich ist, ist oft besser als ein Bild, dass sich Leute dann irgendwie selber zusammenspinnen von irgendwelchen Vorurteilen, die sie vielleicht mal hatten. Ja, und... Und Gespräche, die dann tiefer gehen, entstehen dadurch, dass ich die Reaktion der Leute sehe. Also man sieht ja doch relativ schnell, ob Leute interessiert sind oder ob dann kommt, ah ja, okay, dann breche ich meistens ab mit, ach ja, so ungefähr sieht das aus. Aber wenn dann Fragen kommen und die Leute wirklich interessiert sind, dann fange ich halt eher so ein bisschen mit den Basics an. Was mir halt so oder so richtig wichtig ist, ist immer die Konsenssache zu besprechen. Also ich sage von vornherein, das ist glaube ich einer der ersten Sätze, die ich immer sage, das passiert alles nach Absprache. Ich möchte das, er möchte das. Hier wird niemand unterdrückt, zumal ich vielleicht auch einfügen möchte, falls es noch nicht klar war, dass ich prinzipiell immer, also ich bin Sub, also ich spiele immer unten und das Leuten dann zu erklären, ist vielleicht auch nochmal im Kontext mit Feminismus etc. ein bisschen fragil. Weil man natürlich trotzdem, also ich möchte ja trotzdem, dass Leute merken, dass es keinen Unterschied macht, ob ich jetzt Sub bin und Feministin, dass sich das nicht irgendwie beißt. Und das heißt, Konsens ist immer das Erste, was ich so ein bisschen bespreche und dann kommen auch meistens schon die ersten Fragen. Typische Fragen waren natürlich ja, ob man Dom oder Sub ist, also beziehungsweise ob ich das mit ihm mache oder er mit mir. Das sind eher dann so die Fragen. Die Terminologie müssen die Leute ja auch nicht kennen. Also zumindest nicht am Anfang, wenn es sie nicht so krass interessiert. Und dann kommt auch oft, ja, also wirst du gern gehauen? Da kann ich dann auch sagen, ja. Und so unter anderem. Oder zum Beispiel ist Fifty Shades dein Lieblingsfilm, das hatte ich auch schon, von einem Partner, von einem Freund von mir, was ganz lustig war, das fand ich wirklich sehr, sehr lustig, und darauf kann man eigentlich die Gespräche ganz gut aufbauen, weil man halt auch dann merkt wie die Leute zu Themen stehen und ob man vielleicht erstmal Vorurteile abbauen muss oder ob Leute vielleicht selber schon was ausprobiert haben und wirklich interessiert sind, an den Praktiken oder was man so zu erzählen hat. Und ich muss ehrlich sagen, dass meine Freundesgruppe doch sehr interessiert ist. Zumindest eine Freundesgruppe ist wirklich sehr interessiert daran. Mein Partner und ich, wir waren auch auf der Obscene und da habe ich einiges erzählt und da waren die Leute auch sehr neugierig, weil das ist ja doch eine Welt, in, der man als Vanilleperson nicht reinkommt oder vielleicht auch nicht reinkommen möchte, aber die man doch sehr interessant findet. Und ich möchte natürlich auch kein Anschauungsobjekt sein, aber ich finde es halt schön, über BDSM zu reden. Ich finde es schön, wenn mir Wohlwollen entgegengebracht wird. Und vor allem muss ich auch sagen, dass natürlich nicht, vielleicht steckt in jedem ein bisschen SM, aber BDSM. Nicht unbedingt in der ausprägen, dass man sich jetzt als Community-Mitglied bezeichnen würde. Deshalb finde ich es auch ganz cool, wenn man dann entdeckt, dass es jemanden gibt, der wirklich sehr großes Interesse an BDSM hat. Ich habe eine Freundin zum Beispiel, die hat da einiges von mitgenommen, das sie sehr interessant fand und sie hätte das ohne mich wahrscheinlich vielleicht, ich möchte mich dann jetzt nicht zu groß loben, aber vielleicht doch ein bisschen später entdeckt und ist mit dem, was sie macht, da auch wirklich ganz glücklich. Und da kam dann auch vor ein paar Wochen die Frage, wie das denn mit FetLife, denn so läuft, weil ihr O-Ton war, dass ich ihr das ja immer so schmackhaft mache. Also anscheinend rede ich sehr wohlwollend über BDSM und sehe, dass das Leute wohl interessant finden und dass sie das auch gerne mal ausprobieren würde. Also das hat mich dann natürlich doch sehr erfreut. Und ja, das waren so ungefähr meine Erfahrungen. Also die Tipps, die ich geben kann, ist, Leuten ein bisschen Zeit geben. Fragen kommen vielleicht oder sie kommen nicht. Und ermutigen kann ich auch. Eine wirklich negative Reaktion hatte ich noch nie. Vielleicht mal höchstens so ein, ja, okay, wenn das dich glücklich macht, was ich auch absolut in Ordnung finde, weil ich finde auch nicht alle Praktiken super interessant. Deshalb ist so ein, ja, okay, auch schon völlig gut, wenn man sich denn outen möchte. Und ich hoffe, dass mein Einspieler ein bisschen interessant war und ich wünsche euch noch einen ganz, ganz schönen Donnerstag und bleibt unvernünftig. Liebe, liebe Grüße. Tschüssi.
Sebastian Und zum Abschluss der letzte Einspieler, der gar keiner ist, sondern ein Beitrag aus der Zukunft, denn ich habe zwei Tage vor der Podcastaufnahme, also vor der Liveaufnahme in Lübeck eine Folge beim SM Lübeck e.V., so heißt er richtig, aufgenommen. Und dann habe ich mir gedacht, Mensch, ihr zwei, wenn ich mit euch schon aufnehme, dann kann ich euch ja auch nach Beiträgen zur Live-Sendung fragen. Genau das habe ich getan. Und deshalb hört ihr jetzt zwei Beiträge in einem, nämlich von Lea und Ina.
Einspieler Also ich habe tatsächlich ein super Verhältnis zu meiner Omi und irgendwann habe ich dann natürlich, also kam ich an und hatte den Halsreif an und meine Omi und ich, wir sind sehr offen miteinander. Die gute Frau ist aber auch schon 70 und dementsprechend auch manchmal ein bisschen eingefahren, aber trotzdem in einigen Punkten erschreckt offen. Und die hatte mich dann gefragt, was das für ein neues Schmuckstück ist und dass das ja fesch aussehen würde. Und dann habe ich gesagt, ja, das habe ich geschenkt bekommen von meinem Partner. Und dann habe ich halt dazu gesagt, das ist so ein bisschen wie ein Ehering. Und dann habe ich versucht, ihr das zu erklären. Und wir sind dann gemeinsam auf den Konsens gekommen, wir mögen es beide, wenn Partner Personen den Ton angeben. Wir haben gerne jemanden über uns, der den Weg zeigt, der auffängt, der eine starke Hand drüber hält. Und das war dann der gemeinsame Punkt, wo sie sagte, ja, ich mag das auch gerne, wenn mein Mann sich durchsetzt. Das fand ich bei deinem Opa auch immer ganz toll. Und dann dachte ich, hey, eigentlich... Okay, aber ins Detail bist du aber nicht gegangen. Okay, das ist aber vielleicht eine Konstellation, wo man das vielleicht nicht möchte. Aber fiel ein Begriff sowas wie BDSM? Ja, ja doch, das habe ich schon gesagt. Okay, und das hat sie auch grob verstanden? Ja, ich habe ihr, gut, die gute Frau ist auch einfach sehr schwerhörig. Man weiß nicht so genau, was sie davon hört. Im Zweifelsfall ist sie einfach immer ganz süß und nickt und lächelt so und stellt manchmal Nachfragen. Und also ich habe schon gesagt, dass ich Schmerzen schön finde und so, aber den Schmerzaspekt habe ich rausgelassen. Also ich habe bei ihr einfach. An die führende Hand appelliert und an die Dominanz. Und das konnte sie auch echt nachvollziehen. Hast du auch mal was, wo du versucht hast, jemand das irgendwie begreiflich zu machen und die Person konnte es nicht nachvollziehen, hat keine gemeinsame Ebene gefunden? Nicht, dass ich wüsste gerade. Ich glaube, bei der Live-Sendung wird es mich auch so sein, dass fast niemand davon berichtet wird, dass jemand mit völliger Ablehnung und Fackeln auf einen zugelaufen ist, sondern irgendeinen Punkt findet man hoffentlich oder doch. Also nein, das ist ein doppelschneidiger Punkt, weil ich hatte mal jemanden im Freundeskreis, das war mit 16, 17, als ich mich geoutet habe. Also ich bin halt immer mit Halsband rumgelaufen und hatte so einen Fuchsschwanz immer am Gürtel dran. Und dann wurde hinter meinem Rücken so gesagt, ja, das ist kranker Scheiß und was die macht und bla. Und ich habe die Person darauf angesprochen im 1 zu 1, als ich das erfahren habe, weil das war alles hinter meinem Rücken und dann hatte ich diesen Menschen im 1 zu 1 und, ein paar Bier später kam raus, dass er das eigentlich auch ganz gerne mag, wenn seine Frau ihn benutzt und ich dachte hey, wir haben doch eine Überschneidung und da kam die Ablehnung tatsächlich darüber, dass er sich vor den Leuten das nicht eingestehen wollte. Ja, das ist ja ganz häufig mal, das ist ja wirklich geschichtsträchtig, dass die größten Hetzer der Geschichte die schlimmsten sind. Ina, hast du was, was ich vielleicht Donnerstag mitnehmen kann? Also ich habe zweierlei. Einmal tatsächlich unseren Besuch letztes Jahr als Verein auf dem Weihnachtsmarkt, wo Menschen gesagt haben, hey, was macht ihr denn hier? Entschuldigung, die Leute, die diesen Nikolaus mit der Route feiern. Sorry. Die Menschen, also da war halt eine Frau, die sagte so, ja hier so, SM ist es das, was ich denke? Ich sage, ich weiß nicht, was sie denken. Ich sage, es geht um Sadomasochismus und ja, das habe ich mir gedacht, ja, das ist doch auch irgendwie was, wieso braucht man da einen Verein und was soll denn das und warum steht ihr hier auf dem Weihnachtsmarkt? Und dann habe ich dann gesagt, ja, also wir stehen hier auf dem Weihnachtsmarkt, weil wir gerne zeigen möchten, dass wir auch einfach Menschen sind wie jeder andere. Tatsächlich gibt es auch bei uns in der Szene Leute, die feiern Weihnachten, und die backen Plätzchen und mögen heißen Kakao mit Sahne und finden es toll, Community zu machen. Und ich sage, und auf der anderen Seite ist es halt so, dass wir... Genauso Akzeptanz möchten, wie jeder andere auch. Ich meine, sie sind hier ja auch gerade auf uns zugekommen. Ihren Mann haben sie an der Hand gehalten. Sie sind hier Arm in Arm gelaufen. Sie haben ja auch gezeigt, dass sie heterosexuell lieben. Und das ist auch völlig in Ordnung. Und genauso möchten wir Akzeptanz und Sichtbarkeit schaffen für das, was wir lieben und wie wir lieben. Hat das funktioniert? Tatsächlich hat sie 5 Euro gespendet für unsere Öffentlichkeitsarbeit und hat gesagt, naja, ich muss das ja nicht gut finden, aber ich finde das schon toll, dass sie mir das so gut erklärt haben. Süß. Fand ich großartig. Großartig. Ich muss mich korrigieren. Es ist nicht Nikolaus, sondern der Knecht Ruprecht mit der Rute, von dem erwachsene Menschen ihren Kindern erzählen in Horrorvision. Und so, mal so viel dazu. Also finde ich passt BDSM sehr gut auf einen Weihnachtsmarkt, weil das ja eine offenbar alte christliche Tradition ist. Oh Gott, ich weiß, Podcast, wie wird zu sagen, Sebastian, spinnst du auf, was hast du denn in der Folge gemacht? Egal. Okay, also finde ich schön, wenn das funktioniert, mal so ganz grob, so gerade zum Weihnachtsmarkt, mal so eine Zwischenfrage, wenn man jetzt da mit Menschen interagiert, von 100 Menschen, mit denen man da irgendwie interagiert, wie viele sind da okay und cool drauf und bei wie vielen muss man echt erstmal wirklich für das Verständnis werben. Gibt es so eine Gefühlsquote vielleicht? Viele gehen eh einfach mit einem weiten Bogen außen rum, die darf man nicht mitzählen, das ist ein gefärbtes Bild, aber was habt ihr wahrgenommen? Ist das eine Schlacht, die ihr schlagen müsst? Also ich hatte schon das Gefühl, dass also auf dem CSD war es leichter, auf einer BDSM-Veranstaltung ist es noch viel einfacher. Auf dem Weihnachtsmarkt würde ich sagen, war es so 50-50 und bei den 50 Prozent, die echt scheiße drauf waren, waren es dann nachher aber doch tatsächlich noch, ich weiß nicht, 48 Prozent oder so, die dann zumindest mit einem Lächeln weggegangen sind und gesagt haben, okay, lass die mal machen. Gut, das ist ja schon mal Toleranz. Das ist ja schon mal ein weiterer Schritt. Genau. Und ich weiß, es gab einen Herrn, dem hätte ich am liebsten hinterhergerufen, dann halt doch deinen Maul. Weil der wirklich, der hat die ganze Zeit, hä, was machen die denn hier? Und was soll denn so ein Scheiß? Und was hat denn das auch mal zu suchen? Und ich war so genervt nachher, weil ich gedacht habe, meine Güte, ey. Hier stehen auch Leute, die verkaufen Käse. Was machen die auf dem Weihnachtsmarkt? Ja, gut, da sind auch Kinder und da wird trotzdem Alkohol konsumiert ohne Ende. Genau, das wird geraucht. Das war feierlich. Wie ist denn das mit, also ich meine, wenn man da einen Stand hat, ich meine, das Thema ist jetzt ein bisschen heiß, aber da kommen ja auch Kinder, laufen einfach mal dran vorbei und machen mal große Augen und gucken oder fragen mal oder irgendwas. Ja, die kriegen ein paar Pellätzchen in die Hand gedrückt oder einen heißen Kakao und dann können die weitergehen. Gute Strategie, sehr schön. Das ist genau wie auf dem CSD. Wir haben auf dem CSD, haben wir unser Glücksrad. Oh, jetzt muss ich gucken, wenn ich das jetzt Donnerstag doch verwenden möchte. Wird das zu lang gerade, um das noch schnell einzuspielen? Ich muss das jetzt irgendwie sortieren, Liebespublikum, alles ist kompliziert, Timing ist alles. Vielleicht noch einen zweiten Punkt, wo du sagst, okay, da habe ich mal wirklich eine Person wirklich bei null angefangen und ein kurzes Gespräch. Meine Tochter. Tatsächlich. Wie ist dir das gelungen und was? Ich musste ja, als wir das erste Mal auf den CSD gegangen sind, musste ich, habe ich glaube ich damals auch schon in der Folge erzählt, die wir aufgenommen haben, musste ich ja meiner Tochter irgendwie beipulen, pass mal auf, Mama steht auf dem CSD mit dem Stand, da geht es aber nicht um Queerness im Sinne von Homosexualität oder Transsexualität, sondern da geht es um Sadomasochismus. Und dann sagt meine Tochter so, ja, was ist denn das? Und da habe ich dann gesagt, naja, das ist... Wie alt zu dem Zeitpunkt? 15. Das ist ein spannendes Alter dafür, ja. 14, 15, ich weiß gar nicht mehr genau. Also sie hat sich gerade mit dem Thema Sexualitäten insgesamt sehr beschäftigt. Das war im Freundeskreis auch ganz aktuell. Und da habe ich dann gesagt, du weißt ja jetzt ganz viel und du hast mir ja auch ganz viele Fragen gestellt. Und weißt du denn auch, was Sadomasochismus ist? Und dann sagt sie, nee, sag doch mal. Und dann habe ich dann gesagt, ja, pass auf, das ist sowas kleinste runtergebrochen. Wenn ein Mensch das mag, wenn ihm wehgetan wird und ein anderer Mensch jemandem gerne weh tut, wenn es der andere genießt, oder wenn einer sich unterwirft oder einer führt und einer sich fühlen lässt und so. Und dann hat sie dann gesagt, ja, okay, Ja, wenn da alle fein mit sind, ist das doch gut. Und dann habe ich ihnen gesagt, ja. Und wie wäre es denn, also ich weiß, das erzählt sie heute auch immer, deswegen darf ich das erzählen. Ich sage, wie wäre es denn, wenn mich jetzt deine Freunde sehen oder so und, die dann auf dich zukommen auf den Schulhof. Und da sagt sie zu mir, ja Mama, wenn die mich darauf ansprechen, dann frage ich die einfach, ob die das gut finden würde, wenn ich sie frage, wie ihre Eltern ficken. Großartig. Ja, schön, schön. Okay, offenbar ganz die Tochter der Mutter. Ja, absolut. Da bin ich auch sehr stolz drauf. Das ist das Größte, was mir, das Beste, was mir in meinem Leben gelungen ist, wirklich.
Sebastian Das waren die Einspieler und ihr wisst ja, ich mache es gerne vollständig. Und am Samstagmittag habe ich von Virus242 noch diesen allerletzten Beitrag bekommen.
Einspieler Hallo zusammen. Auch ich kam in die Situation, dass ich anderen Menschen BDSM etwas näher bringen sollte. Und zwar besitze auch ich hinter der Tür im Schlafzimmer ein kleines Board mit einer Auswahl von Spielzeugen. Und bei meinem Umzug letztes Jahr wollte ich dies eigentlich als letztes einpacken. Allerdings kam es so, wie es kommen musste und ich habe es schlichtweg vergessen. Meine Umzugshelferlein hatten dann zum Großteil, also bis auf eine Person, auch dieses Board dann erkannt und haben dementsprechend ein paar Sprüche gemacht. Aber das war jetzt auch nicht weiter tragisch. Am Tag drauf sollte dann meine Abschiedsfeier sein. Und da hing das Board dann auch noch, wo ich dann dachte, okay, machst die Tür zu, sieht keiner, alles gut. Und während der Party aber haben sich dann meine Helferleins vom Umzug dann auch untereinander unterhalten und die eine Person, die eben dieses Board nicht gesehen hatte, ein wenig aufgezogen, was diese Person eben so verpasst hätte und dass man es hätte nicht übersehen können, etc., etc. Ich habe mir das Ganze mal dann eine Weile angehört, bis ich dann schließlich zu dieser Person hingegangen bin und habe gesagt, interessiert dich das, was du da gehört hast oder würdest du es gerne mal sehen? Was dann die Person bejaht hatte. Also ging ich mit ihr dann ins Schlafzimmer, und die anderen Helferlein wollten natürlich die Reaktion dieser Person sehen und haben sich direkt angeschlossen. Das hatten dann die anderen Gäste irgendwie als anders genommen mitzugehen und plötzlich standen dann meine gesamten Gäste für diese Party im Schlafzimmer vor diesem Board, und ich durfte dann erklären, was da hing, warum das da hängt und was daran jetzt irgendwie so besonders ist und Spaß macht. Diese Gruppe war dann bunt gemischt, sowohl Leute, die schon was mit BDSM zu tun hatten, als auch Leute, die damit überhaupt noch gar nichts zu tun hatten, und auch Leute, die es überhaupt gar nicht interessiert, die dann auch relativ zügig den Raum verlassen haben. Nachdem man dann da so einige Grundzüge dann erklärt hatte, verlief der weitere Abend dann so, dass immer wieder vereinzelt dann Personen dann auf mich zukamen und gefragt hatten, was war denn das eigentlich und wie war das eigentlich und was macht man eigentlich hiermit und wie läuft sowas Ganze überhaupt ab? Wo dann, wie in der Folge auch schon bereits gehört, erklärt wurde, was ist Konsens, dass das alles einvernehmlich funktioniert, dass man vorher Regeln absteckt, Grenzen setzt, dass es Save Words gibt, dass es ein Ampelsystem gibt, dann auch unterschiedliche Spielarten, was ist Bondage, was ist Spanking, wie funktioniert das Ganze so ungefähr, was gefällt einem daran überhaupt, dass es teilweise gar nicht die Aktion selber ist, sondern die Reaktion, die einem Gegenüber gibt quasi, auch sowas wie, dass alles sehr stark von Vertrauen und sich fallen lassen können mit dem Gegenüber zu tun hat. Und am Ende war es dann halt wirklich schön zu sehen, dass es bei manchen Menschen dann einen Aha-Moment gab und die ihre, Schublade mit den Klischees quasi aufräumen konnten und dann nochmal ein ganz neues Bild dann auf diese Szene gekriegt haben und auch dann gesagt haben, das ist ja ganz anders, als ich es mir vorgestellt habe oder wie es teilweise aus Film und Fernsehen dann gezeigt wird, und endete sogar damit, dass man dann auch mal die Spielzeuge dann halt selbst in die Hand nehmen konnte.
Sebastian So, das waren die Beiträge von Ich-Doch-Nicht-Senpai, Asteria, New Honeybee, Fuchschnickchen, Monsti, Virus 242 und Ina und Lea. Und nun geht es dann doch wieder zurück in die Vergangenheit zur Unvernunft live am Donnerstag. Im Zweifel, wenn ihr das jetzt hier als Podcast-Version hört, dann habt ihr jetzt noch einige Einspieler gehört und seid immer noch dabei. Dann geht es hier jetzt weiter mit meiner Dies-und-das-Kategorie und mit der Schätzfrage. Ihr Lieben, die Schätzfrage funktioniert relativ einfach. Alte Tradition in diesem Podcast. Wir verlosen immer einen Pfannwender. Da steht drauf für Brat mit Herz und man kann mit dem wunderbar kochen oder ihn in allen anderen Räumen des Hauses für anderen Quatsch benutzen. Sind sogar, also Spülmaschinen fest, würde ich nicht sagen, aber wenn sie aus der Spülmaschine kommen, sind sie ein bisschen schwerer und biegsamer. Also so ein schönes Naturholz ist das und macht auf jeden Fall Spaß. Und wenn ihr so einen Funwender haben wollt, dann müsst ihr hier live bei der Schätzfrage mitmachen. Und das funktioniert relativ einfach. Erstmal bitte ich das Podcast-Turby, das Bild zu zeigen. Denn, kleine Zwischenmoderation, seit heute Mittag, da kam endlich der DHL-Bote. Das heißt endlich, es ging super schnell die Lieferung. Wir haben endlich neue Podcast-Postkarten. Ich habe seit Monaten nach einem Motiv gesucht und dann lag es so nah in der Nachbarschaft, dass jemand ein Bild hatte. Ich bedanke mich ganz herzlich bei Herbie und bei Agnes Winter. Agnes Winter als Fotografin und Herbie als der Mann in dem, nennen wir es mal Raumanzug. Ich finde das ein super Motiv, perfekte Podcast-Postkarte und, diese Podcast-Postkarten, also die erste wird auf jeden Fall die Person kriegen, die hier gewinnt und danach werde ich die für die Unterstützer-Post, die wir ja endlich, endlich schreiben müssen, dafür fehlten eben die Karten, da werden die mit bei sein und die werdet ihr hoffentlich auch irgendwo bald finden. So, okay, also, darum geht's, ähm, und, ähm, ja, ich hab also den Karton bekommen von der Druckerei, und deshalb stellen wir eine ganz simple, einfache Frage, das Podcast, so wie hab ich beauftragt vor der Sendung, wiegt doch mal das Paket, was da von der Druckerei kam. Die Frage lautet, wir haben endlich neue Postkarten bestellt und heute sind sie gekommen. Wie schwer war das Paket in Gramm? Also, was hat der Paketboot hier angeliefert und wie schwer war das Ganze eigentlich, was er hier die Treppe hochschleifen musste? Ja, ihr könnt jetzt raten, ihr könnt einfach in dieses wunderbare Chat-Widget reinschreiben, und die Menschen, die diesen Podcast kennen, die ahnen es schon, wir haben hier einen gewissen Luxus im Podcast und den mag ich immer wieder erwähnen und auch wenn das ein bisschen, ich sag mal um die Uhrzeit ein bisschen runtergeleitet klingt, es ist echt nicht so gemeint, da steckt ganz viel Dankbarkeit und, Happiness bei mir drin, denn wir können diesen Podcast, einfach machen und zwar völlig unabhängig. Hier gibt es niemanden, der mir sagt, was ich gut finden muss, ich muss nichts bei Instagram in die Kamera halten, ich kann hier völlig frei agieren, ich kann einfach ein Zugticket nach Lübeck kaufen und hinfahren zur Aufnahme und ich kann all diese ganzen Dinge tun und überlegen, was ist gut und was ist schön und ihr hört hier fast nie Werbung, es kann mal welche geben, aber im Grunde 90% der Zeit gibt es hier einfach keine Werbung im Podcast. Wie ist dieses Kunststück möglich? Ganz einfach, Menschen beschließen, dass sie diesen Podcast unterstützen möchten. Im Moment ein paar weniger, es gibt da manchmal so saisonale Schwankungen, aber ihr könnt sagen, Mensch, ich möchte im Podcast jeden Monat zum Beispiel einen kleinen Dauerauftrag dalassen, ich gebe dir unvernunft ein Getränk, meiner Wahl aus und ob das jetzt das 1,50 Euro die Studentenkola ist oder, in der Studentenkneipe oder ob das eben der Superlux Cocktail ist, wir nehmen alles. Und wenn das hier auf unserem Konto landet, bei PayPal oder direkt eben auf dem Konto, dann sind die Gebühren am geringsten, dann hat man nicht nur was Gutes getan für die Unvernunft, nein, man darf sich auch in die Hall of Fame eintragen. Und in der Hall of Fame, da kann man sich nicht nur eintragen, sondern man kann auch sagen, ja, der Sebastian darf mich hier in der Live-Sendung nennen und mich namentlich erwähnen und genau das tue ich jetzt. Ich bedanke mich ganz herzlich bei den neuen Menschen in der Hall of Fame, bei Mercyful Doom, bei Seitenzupfer, mit AI geschrieben, okay, und bei Helliday und Cut Fairness. Vielen Dank, willkommen in der Unvernunft Hall of Fame und ihr seid da jetzt verewigt und ihr unterstützt diesen Podcast und da freue ich mich ganz riesig drüber. Außerdem bedanke ich mich ganz herrlich, herrlich sowieso, aber ihr merkt, es ist jetzt ein bisschen spät, ganz herzlich bei, zum Beispiel bei Endymion, bei Jay. Evitabs, bei S&M, bei Nordmann, bei wen haben wir noch, Subimi, Geralf, Zauseli bei Weiterspielen und ich gehe nochmal in der Liste ein bisschen durch bei Seil mich an, Nachtalpriger, Crunch, und Visudo. Big Girl 91, Eindom 83, ja, ist immer schwer Namen zu suchen, ohne Zahlen. Ich bedanke mich bei Jan ganz herzlich, bei Perlenkette, bei Turdus, bei True Blue und wen haben wir noch? Vielleicht noch zwei, bei Wombat und bei Balthasar mit Fee. Vielen, vielen Dank, dass ihr das hier möglich macht, dass ihr die Unvernunft so toll unterstützt und dass ihr uns einfach die Möglichkeit gebt, hier einfach sorgenfrei zu podcasten. Und wenn ihr den Podcast noch nicht unterstützt, kunstunvernunft.de, oben ist ein Unterstützen-Button, da stehen ganz viele Möglichkeiten. Und ja, der Rasenmäher-Roboter auf meiner Amazon-Bildschlist ist natürlich ein Scherz, den will ich natürlich nicht, dass mir den jemand schickt, ist viel zu teuer. Aber er steht da zumindest drauf, damit ich nicht vergesse, dass ich ihn haben will. So, ich gucke mal, ob es schon Antworten gibt. Soll ich das Podcast-Subi jetzt in die Sendung holen?
Podcastsubbie Ja, ich muss mich auch noch bedanken.
Sebastian Okay, den muss ich auch noch bedanken. Ah, richtig. Ich hole mal das Podcast-Subi rein. Ja, hallo, liebes Podcast-Subi.
Podcastsubbie Ja, ich habe mich ja ganz schlecht gefühlt. Ich habe ja beim letzten Mal so fürchterlich angegeben mit meinen Schuhen. Dann ist ein bisschen Schuhgeld gekommen, ein bisschen viel Schuhgeld.
Sebastian Du kannst ein bisschen lauter sprechen oder das Mikrofon ein bisschen näher in den Mund führen.
Podcastsubbie Das ist mir aber gerade so unangenehm.
Sebastian Am nächsten Morgen, nach der Sendung, war hier ein Schuhgutschein auf dem Konto.
Podcastsubbie Ja, ganz, ganz vielen lieben Dank. Ich weiß, ich werde gerade rot und das macht es noch unangenehmer.
Sebastian Nein, da hat jemand einfach beschlossen, du brauchst neue Schuhe.
Podcastsubbie Ja, kann man ja auch immer gebrauchen. Aber das war ja nicht die Intention.
Sebastian Also ich verspreche höchstpersönlich der Person, ich weiß nicht, ob wir sie nennen dürfen.
Podcastsubbie Ja, das weiß ich auch nicht. Deswegen wollte ich da jetzt nicht.
Sebastian Genau, aber wir versprechen, wir werden dieses Geld tatsächlich und auch schließlich in Schwur investieren.
Podcastsubbie Ich habe eine.
Sebastian Du hast schon Schwur ausgesucht.
Podcastsubbie Ja, natürlich. Aber die letzte Entscheidung muss ich ja dir überlassen. Also nicht dir überlassen, aber ich brauche ja ein bisschen Beratung.
Sebastian Okay, ich sehe schon. Du kannst gerne einen Link deiner Wahl in den Chat posten, da wird das Publikum sicher dafür sein.
Podcastsubbie Nein, nein, nein, sowas mache ich nie wieder.
Sebastian Okay, also der Absatz sieht verdammt hoch aus. Der ging wirklich ja quasi klein. Dann muss ich ja auch hohe Schuhe tragen.
Podcastsubbie Du bist klein.
Sebastian Danke schön.
Podcastsubbie Nein, bist du gar nicht. Aber, hm.
Sebastian Ja, ich sehe schon, wow.
Podcastsubbie Ja, aber das ist meine Endauschleur. Ich bin ja immer ein bisschen zelebrierend, wenn ich mir Sachen aussuche.
Sebastian Ja, ich sehe schon.
Podcastsubbie Von den ursprünglich 20 sind ich jetzt nur noch drei über. Und da dachte ich, damit kann ich dich dann belasten.
Sebastian Ja, das ist wie bei Urlaub. Das ist so, hier sind 30 Browser-Tubs mit Ferien, Wohnungen, wir gehen die jetzt mal kurz durch. Und das zu reduzieren, das ist schon mal eine sehr gute Idee.
Podcastsubbie Ich kenne dich ja mittlerweile ein bisschen.
Sebastian Schuhe ist natürlich eine Sache wichtig. Eventuell haben ja Menschen Kontakt jetzt in der Senktum. Und eventuell hat da das Podcast so wie etwas bestellt. Und wir hoffen inständig, dass das noch pünktlich da ist, bevor wir dann im Juli nach Berlin fahren. Und das könnte ganz knapp sogar passen mit dem Liefertermin. Aber wir wissen es natürlich nicht. Also falls da jemand jemand kennt. Genau.
Podcastsubbie Genau und dann einfach mal sagt, ich weiß zwar nicht wer und welche Bestellung das ist, aber mach doch mal alle Bestellungen bitte zügig fertig.
Sebastian Genau, richtig. Genau so.
Podcastsubbie Genau das.
Sebastian Stimmt, das war jetzt eventuell ein Fehler in meiner Kalkulation.
Podcastsubbie Ja, das hast du schon mal nicht bedacht.
Sebastian Ja, wie gesagt, ich kann mich rausnehmen, es ist spät und immer noch warm. Wobei, wir haben jetzt 26,8 Grad, aber guck mal, 63 Leute haben bei der Schätzfrage mitgemacht.
Podcastsubbie Dann sind wir doch mal gespannt.
Sebastian Ja, ich bin selber sehr gespannt. Also ich kann euch verraten, ihr Lieben, dieses Paket hat laut Wiegung, es waren eigentlich zwei Pakete und dann habe ich vom Podcast irgendwie einen Zettel bekommen.
Podcastsubbie Ja, du bekommst zwei Heideschafe, das wäre, eigentlich hätte ich ja lieber Ziegen, aber... Aber Schafe wären als Rasenmäher.
Sebastian Nein. Nein, nein, nein, nein, nein, nein.
Podcastsubbie Das wäre so niedlich. Aber Schafe sind auch okay, die sind flauschig.
Sebastian Nein, nein, nein, die muss man dann scheren und irgendwas. Das heißt, ich brauche ein Mäher für das Schaf. Das ist also nur den Rasenmäher ums Eck.
Podcastsubbie Ja, deswegen ja eher Ziegen.
Sebastian Nein, nein, nein, nein, nein. Nein, das geht irgendwie nicht. Zwei Pakete, einmal 4.269 Gramm und einmal 3.529 Gramm. Und das ergibt zusammen, laut Podcast sowie, 7.798 Gramm. Und wir gucken mal, wer denn am Nächsten ist. Das gibt es doch gar nicht.
Podcastsubbie Boah, hast du jetzt nachgerechnet oder hast du jetzt einfach meine Zahlen?
Sebastian Ich habe einfach deine Zahlen gesagt.
Podcastsubbie Ich habe das nochmal so ganz schnell.
Sebastian Das wird schon passen. Wenn es nicht passt. Also die richtige Antwort ist die, die du aufgeschrieben hast. Also 7.798 Gramm wäre richtig. Und der Reaktionsfetisch, der hat schon so viel Kochlöffel. Der hat 7.867 Gramm. Und er hat also gerade mal 69 Gramm daneben geraten. Mein Gott, beeindruckend. Ja, lieber Reaktionsfetischist, der dritte oder viertkochlöffel ist auf dem Weg zu dir. Auf jeden Fall mit der neuen Postkarte. Du kriegst die erste. Gratulation. Wahnsinn. Aber ihr seid alle recht gut. Also ich sehe hier wirklich viele Antworten, so um die siebeneinhalb Kilo. Also offenbar habt ihr, ihr wusstet doch gar nicht, wie viele es sind. Wahnsinn. Also ich bin stolz. Es gibt neue Postkarten. Und ich gucke ja immer, das müssen ja immer Motive sein, die nicht ganz so verschreckend sind, aber die müssen trotzdem irgendwie Kink und irgendwie ein bisschen Begeisterung und so ausstrahlen und für so einen warmen Sommer ist natürlich so eine Sonnenschutzkleidung das perfekte Motiv, wie ich finde. Okay, so, ich gucke mal, was ich hier noch erzählen muss. Was haben wir denn? Ihr besucht bitte, damit das Podcast sowie auch ein bisschen was zu tun kriegt, den Unvernunft-March-Shop. Da kriegt ihr T-Shirts, Schlüsselbänder, kleine Deckchen und Kaffeebecher selbstverständlich. Also gerne da ein bisschen shoppen gehen, denn die Sachen, die da jetzt drin sind, in diesem Design, was wir haben, wenn die leer sind, sind sie leer. Und die nächsten Sachen werden anders aussehen. Das kann ich euch versprechen. Das werden wir alles schön zur Messe im Oktober vorbereiten. Da machen wir also quasi nochmal. Ein kleines Redesign. Okay, also da läuft jetzt quasi die Zeit ab, auch von den Shirts. Wir haben echt wenig Größen noch, also das ist jetzt langsam auch alle. So, dann mag ich nochmal aus Nerdhausen was berichten. Ich weiß nicht, liebes Podcast, Subi, wie findest du denn, dass ich mich da momentan so reinnerde und an der Unvernunft GPT arbeite?
Podcastsubbie Finde ich gut Ich habe dir ja schon gesagt, was ich nicht gut finde Ja.
Sebastian Das muss ich ihm noch austreiben, Die Idee ist wirklich, einen Chatbot zu haben, der alle Transkripte aller Folgen kennt. Und wenn man dann sagt, hallo, mich interessiert das und das Thema, wo kann ich denn das hören? Dann sagt er, ja, in der Folge geht es da und darum. Und wenn du am besten in dem Kapitel und ich hier kannst du klicken, dann hörst du genau die Stelle. Oder fassen wir mal die Folge zusammen oder gib mir mal eine Statistik aus, wie viele Menschen eigentlich Top und Sub waren im Podcast. Also solche Dinge sollen möglich sein. Die Prototypen-Tests funktionieren und ich werde da im Sommer ganz viel dran tüfteln und machen, weil die Suchfunktion ist zwar schön, aber so ein Chatbot, der diesen Podcast wirklich kennt und nichts dazu erfindet, hoffentlich, das fehlt noch. Wir müssen nur gucken. Ich mag dem Ding noch ein paar Sachen abgewöhnen. Außerdem braucht das schreckliche Dienstmädchen natürlich noch eine Angewohnheit. Ich habe ihr schon beigebracht, dass sie besonders viele Emojis benutzt, wenn sie mit euch redet. Ob und wann das dann online geht, weiß ich nicht, aber da habe ich gerade sehr viel Spaß dran, ein bisschen zu probieren.
Podcastsubbie Nein, das macht sie nicht.
Sebastian Was macht sie nicht? Emojis?
Podcastsubbie Ja.
Sebastian Doch natürlich, die macht ganz viele Emojis. Ganz viele Herzchen. Nein. Nein. Okay, ich sollte das Schreiben der Persönlichkeit dir überlassen. Ja. Okay, ihr habt das alle gehört, das Podcast, so wie es für die verantwortlich ist.
Podcastsubbie Die hat ja schon eine Persönlichkeit und da gehören keine Emojis zu. Du kannst doch nicht einfach so eine Person komplett neu aufkrempeln, das geht nicht.
Sebastian So in den E-Mails benutzt sie ganz viele Emojis.
Podcastsubbie Nein.
Sebastian Tja, ich werde mich wohl fügen müssen.
Podcastsubbie Oh.
Sebastian Was könnte man denn statt Emojis nehmen? Gedankenstrichen.
Podcastsubbie Herzliche Worte.
Sebastian Herzliche Worte, oh Gott. Ich bin gespannt, wie du ihr das beibringst. Wir werden sehen. Also, das wird so mein kleines Sommerprojekt. Das ist auch einfach für meinen Beruf so ein kleines Lernprojekt, um mal zu gucken, wie man solche Vektordatenbanken und so weiter. Aber egal. Also, da bin ich gerade ein bisschen dran. Aber es kommen noch ganz viele andere Dinge. Zum Glück gibt es auch noch die eine oder andere neue Aufnahme. In Lübeck war ich schon, habe ich ja euch erzählt. Da habe ich mit dem SM Lübeck e.V. gesprochen. Die Folge wird aber noch ein bisschen brauchen, bis sie hier erscheinen mag. Und dann nächste Woche, also nicht in 14 Tagen, in sieben Tagen, am 25.06. Werden wir Waffeln live machen. Also nicht nur das Thema heißt so Waffeln, das ist unser traditioneller Saisonabschluss, bevor ich hier in die Live-Sommerpause gehe. Und wir werden, wenn das Wetter mitspielt, auf der Terrasse sitzen. Es wird Waffeln geben, ein eigenes Mikrofon am Waffeleisen. Und wenn ihr mich jetzt dazu per Abstimmung überredet, werde ich auch eventuell wieder aus der KI schrecklichen Musik rauspressen, damit wir ein bisschen Stimmung an dem Abend haben. Das dürft ihr jetzt entscheiden. Ja, also da freue ich mich schon. Das ist immer ein bisschen aufwendiger, weil wir dann eben das halbe Büro und das ganze Zeugs dann auf die Terrasse räumen und dann immer hoffen, dass es nicht regnen möge. Wir werden sehen, ob das klappt. Und liebes Podcast-Tobi, machst du wieder Waffelteig?
Podcastsubbie Mal schauen, ich kann dir mein Rezept verraten.
Sebastian Toll.
Podcastsubbie Und du darfst dein Waffeleisen benutzen.
Sebastian Mein Waffeleisen? Da habe ich das schon jemals selber benutzt.
Podcastsubbie Ich habe es dir ja geschenkt. Das heißt, du darfst es gar nicht selber benutzen.
Sebastian Okay, jawohl. Es wird dann nächste Woche auf jeden Fall ein bisschen verrückt, ob man anrufen kann oder ob wir ganz anderen Quatsch machen, das weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Das Konzept entsteht dabei ja immer relativ spontan, aber es gibt auf jeden Fall eine kleine Sommerpause, also im Juli und August wird es keine Unvernunft live geben, also wollen wir nächste Woche uns dann nochmal so richtig schön verabschieden und einfach auch, dieses Unvernunft, das auch noch ein bisschen zelebrieren. Und ja, wie gesagt, das geht gut mit Waffeln, selbstgemachte Erdbeermarmelade auf der Terrasse und wir werden mal gucken, wie der Abend dann so verläuft und ob das im völligen Chaos endet oder im Regen, wo wir dann abbrechen müssten oder, oder, oder. Am 25.06.2026, das ist dann hoffentlich die Folge, die die Menschen auch nicht als Erste hören, weil dann hört ja niemand mehr diesen Podcast. So, und jetzt gucke ich mal, ob ich Musik machen muss. Ja, ich kann mich jetzt darauf berufen, eine deutliche Mehrheit, 64 Prozent sagt, ich soll das machen. Okay, dann werde ich mich hinsetzen und versuchen, einen ordentlichen Text zu schreiben. Haha. Okay, ja. Haben wir noch was, liebes Podcast, Subi?
Podcastsubbie Ich glaube gerade nicht.
Sebastian Gerade nicht. Na dann kann ich jetzt hier ein bisschen Musik spielen und dann werfen wir mal die Menschen aus dem Podcast. Schieß raus. Kannst du mal deinen Fuß von mir runternehmen?
Podcastsubbie Nein. Warum?
Sebastian Verdammt. Ihr kriegt jetzt die Musik. Macht's gut. Tschüss.
Podcastsubbie Tschüss.

Kommentare & Fragen

09.07.26
Azutopsi

Guten Morgen
eine tolle Folge,.. ja wie erklärt man es. Ich denke das hängt sehr davon ab wem man es und mit welchen Zweck erklären möchte. Bei Freunden oder Kollegen denen man begeistert berichten möchte auf was für einem tollen Event man am Wochenende gewesen ist taste ich mich, wenn ich denke das sie es nicht verurteilen oder in den falschen Hals kriegen, vorsichtig vor und berichte erstmal über z.B. Shibary als Kunstform. Wenn dann ganz schnell das Thema gewechselt wird weiß ich das sie da kein weiteres Interesse haben ohn jetzt zu viele Details über mich erzählt zu haben. Wenn da Interesse da ist dann ist der Punkt um nachzufragen was sie denn genauer wissen wollen und das sie auch jederzeit sagen sollen wenn sie genug Info haben.
Mal eben den Kollegen, die staunen das man ja so schnell so gute Knoten in der Teambuilding Maßnahme Floßbauen kann, erklären das man das im Shibary Kurs gelernt hat finde ich auch witzig. Einige verstehen nur Bahnhof, andere halten das für einen blöden Spruch und die die es interessiert fragen dann ggf. unter 4 Augen nach.

Ausgesprochen witzig fand ich die eingeworfene Frage vom Podcastsubbi ab der Herr Stix noch etwas brauchen würde "Getränk, Nüsse, BJ?" Vermutlich war das Angebot nut 10 Minuten gültig und der arme Sebastian musste jetzt Prioritäten setzen

03.07.26
Miri234

Ich fand den Hinweis toll, dass mensch seinem Gegenueber auch einen Ausgang aus dem Gespräch ermöglicht. "Wenn es dir zuviel wird, sag Bescheid!" Gelebter Konsens :-)
Ansonsten bin auch ich wer, der vorfuehlt, wem ich was erzählen will - oder meine zu muessen. Oft kriegt man die Vibes ja recht frueh mit, wenn man weiss, wie die Personen bei anderen Themen ticken.
Und ich frage mich halt auch immer "Warum meine ich, das jetzt erzählen zu muessen?" Auf schwedisch "För vems skull?"
Feine Sendung, sehr bunt, und ja: die Neugier auf Sebastians neuen Kink ist natuerlich geweckt.

25.06.26
Finja

Es war eine super Folge auch wenn ich sie nicht live verfolgen konnte. Ich trage auf der Arbeit auch nein Halsband und Ring der O ganz offen und konnte ganz offt schon Fragen dazu beantworten wie : Was macht ihr den so für spiele ? Wie geht es bei dir dabei ? Wo kauft ihr euer "Spielzeug" ein?
Was habt ihr zu Hause eingerichtet für BDSM Sachen? Aber keiner fand das abschreckend wenn ich davon erzehlt habe. Habe Glück das alle bei uns da so offen sind. Am Anfang habe ich mich auch nicht so getraut das Halsband zu tragen aber nach der überwindung war alles super und werde auch so akzeptiert. Ich wünsche allen das sie auch weiter offen darüber sprechen können und ihr auch akzeptiert werdet wie ihr seit. Viele Grüße aus Datteln.

23.06.26
dini_dark.7.0

Eine sehr bunte und vielseitige Folge. Ich hoffe, es ist DIE Folge, die Sebastian Stix sich schon so sehnsüchtig wünscht. Eine, die er Nicht-BDSMern an die Hand geben kann, um BDSM zu erklären und verständlich zu machen.

Bei Spike-Spiegel bedanke ich mich für die Liedzeile von Rammstein aus "Ich tu dir weh". ... Du bist das Schiff, ich der Kapitän. Wohin soll denn die Reise gehen... Viele Texte von Rammstein beinhalten BDSM Kontext. Ich feiere das.

So so, Sebastian Stix hat neue Kinks für sich entdeckt. Wie neugierig sind wir denn jetzt bitteschön!!!!!

Danke auch an die Anruferin mit dem Buchtipp "Vernünftig unvernünftig".

Lg dini_dark.7.0

23.06.26
Sempai

Ich finde es wunderbar, wie Dinge blind ineinander greifen. Wenn eine Anruferin in ihrem Beitrag davon berichtet das unter anderem ein Feedback kam im Sinne von „wie wenig Selbstachtung kann man denn haben“ ; das war es, was ich in meinem Einspieler mit wappnen meinte. Denn damit muss man erst einmal klar kommen.

22.06.26
Asteria

Hallo ihr Lieben, da hab ich mich wohl bei meinem Einspieler etwas verquatscht bitte verzeiht! 🤭
Ich gelobe Besserung!
Liebe Grüße

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