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Sebastian
Hallo und guten Abend zur Unvernunft live am Donnerstagabend.
Hallo und herzlich willkommen zur Live-Sendung Nummer 176 bei nicht weniger
als 30 Grad im Studio der Unvernunft.
Es ist Wahnsinn, wunderschönes Wetter und ich wurde schon gefragt,
ob heute nicht hitzefrei ist.
Nein, heute nicht, denn wir haben heute eine Mission. Heute machen wir eine
Folge, die vielleicht ganz praktisch werden wird für die Zukunft.
Wir wollen mal gucken, ob das heute gelingt. Mein Name ist übrigens Sebastian Stix.
Ich darf das hier moderieren. Ich bin selber kinky, schon seit gefühlt ewig
und ich entdecke immer noch neue Sachen und es hört einfach nicht auf.
Gut, dass ich diesen Podcast machen kann und einfach Menschen fragen kann,
wie sie das mit diesem Kink, mit diesem BDSM halten.
Was ich lange nicht mehr gesagt habe, ja, wir setzen hier BDSM-Kenntnisse so ein wenig voraus.
Das heißt, wir fangen nicht bei Adam und Eva an und hören dann da auf,
wo es spannend ist, sondern wir gehen immer voll rein und Begriffe erklären
wir jetzt, nur wenn sie ganz ungewöhnlich sind, weil ich glaube,
das ist sonst einfach langweilig für Menschen, die schon so ein bisschen Dinge kennen.
Wenn man von Bondage schon mal gehört hat, dann muss man das vielleicht nicht
hier in 600 Folgen Unvernunft jedes Mal wiederhören.
Okay, ich begrüße ganz herzlich den Chat. Schön, dass ihr da seid,
so zahlreich, trotz der Hitze. Es ist beeindruckend.
Ich begrüße ganz herzlich das Podcast, Sobi. Du kannst sogar richtig Hallo sagen.
Podcastsubbie
Es kommt jetzt unvorbereitet.
Sebastian
Hallo. Ja, unvorbereitet, aber es kommt.
Und ich begrüße nicht den Tonmeister heute, der ist heute abwesend,
der hat irgendwie so Jobsachen zu tun oder so Zeug, also so unwichtigen Kram irgendwie.
Deshalb müssen wir das heute ohne ihn schaffen, aber ich glaube,
das wird gelingen und ja, wir werden hier eine schöne Live-Sendung machen.
Ich sehe auch schon, dass das Telefon jetzt schon klingelt, aber noch ist immer
nicht ganz so weit, denn ich muss das Thema ja noch ein bisschen erklären, einleiten.
Und ja, ich glaube, das mache ich auch relativ schnell. Es gibt eine kurze Anleitung.
Unvernunft live, wie funktioniert das? Relativ einfach.
Wir sagen euch dann die Telefonnummer, die steht dann auch im Chat.
Und dann könnt ihr hier einfach anrufen. Und dann plaudern wir über das Thema, zum Thema.
Ich stelle ein paar Fragen. Ihr könnt euch gerne völlig anonym vorstellen,
wenn ihr das mögt. Das ist gar kein Thema. Damit bin ich absolut einverstanden.
Und dann quatschen wir ein bisschen. Muss gar nicht lange sein, gerade heute nicht.
Und dann hoffen wir, dass wir die Menschen ein bisschen erhellen können und
dass eure Beiträge total nützlich sind. Ich bin mir sicher, das sind sie alle,
denn wir haben heute ein Thema, was auf jeden Fall so ist, dass alle mitreden
können. Ich habe ja dieses Mal ordentlich getrommelt, damit Menschen mitmachen.
Okay, was muss ich noch sagen? Ja, wenn man anruft, kleiner Tipp,
guckt, dass ihr kein Headset benutzt, nehmt das Telefon direkt ans Ohr,
das klingt immer etwas besser, diese kabellosen Headsets, es klingt einfach scheußlich und,
ihr möchtet doch gehört werden und verstanden werden und ja,
das kriegt man so am besten, also das ist der beste Kniff, um das hinzukriegen.
Gut, das war die Kurzanleitung und ich habe ein Thema und ich glaube,
ich stelle euch das einfach mal vor.
Ah, das Thema, es hat einen sperrigen Namen, mir ist noch keine perfekte Formulierung eingefallen.
BDSM, nicht BDSM-Personen oder Vanillamenschen erklären.
Heute sprechen wir über die Situation, die wir alle kennen. Da sitzt man mit
Freunden zusammen, spricht mit der Familie, mit Kollegen, mit Kolleginnen,
vielleicht mit einem sonstigen neugierigen Menschen, vielleicht sogar beim ersten
Date und dann kommt da vielleicht sogar eine Frage.
Du, was ist das eigentlich mit diesem BDSM und was hat das damit auf sich?
Und dann merkt man, das ist gar nicht so einfach zu beantworten,
denn wie erklärt man denn etwas, das für einen selbst so völlig normal geworden ist?
Menschen, die damit bisher kaum oder keine Berührungspunkte hatten,
welche Worte treffen bei ihnen, welche funktionieren bei ihnen,
welche Beispiele funktionieren und wie erklärt man etwas, ohne dabei die ganzen
Klischees zu bedienen oder sich in Details zu verlieren?
Und vor allem, wir wollen unser Gegenüber ja nicht erschrecken oder verschrecken.
Wir suchen also Bilder, die unser Gegenüber kennt. Wir suchen Metaphern und
versuchen ein bisschen Verständnis zu finden. Genau darüber wollen wir heute sprechen.
Ich habe euch im Vorfeld um eure Geschichten gebeten. Ihr habt Einspieler geschickt.
Ich habe mehr Einspiele, als ich heute Abend einspielen kann.
Ich glaube, das ist eine Gesamtdauer von, ich muss mal gucken, 33 Minuten bislang.
Die kriegt ihr heute Abend live nicht zu hören. Aber in der Podcast-Folge werden
sie auf jeden Fall alle drin sein. Das kann ich schon mal versprechen.
Und ja, wir wollen heute herausfinden, wie wir,
über BDSM sprechen können, nicht um jemanden zu überzeugen, nicht um zu missionieren,
sondern um verständlich zu machen, was wir da tun, warum wir es tun und weshalb
es für viele von uns so ein wichtiger Teil des Lebens ist.
Und vielleicht, wenn wir es gut machen, dann gibt es vielleicht auch von unerwarteter
Stelle ein bisschen Toleranz oder gar Akzeptanz.
Ja, und jetzt suchen wir gemeinsam nach den richtigen Worten.
Diese Sendung soll ja ein Werkzeugkasten sein. Das heißt, wir wollen ganz viele
unterschiedliche Erfahrungen und Bilder haben. Ich mache heute im Zweifel so
lange, wie es halt dauert.
Denn ich hoffe, dass diese Folge später mal von Menschen genutzt wird.
Die sagen, ich werde morgen wahrscheinlich irgendwie in die Verlegenheit kommen.
Ich sitze das erste Mal beteilig auf dem Geburtstag bei der Familie.
Und da werden bestimmt Fragen kommen, wie erkläre ich es denn?
Und dann hoffe ich, dass die Menschen dann diese Folge A finden,
B hören und C vielleicht einen Hint oder eine Idee finden, die sie verwenden können.
Also alle, die sich heute melden, ihr habt dann eventuell Menschen in Zukunft
dabei geholfen, ja, diesen schwierigen Moment zu überleben und vielleicht sogar
das Ganze so zu gestalten, dass es auch funktioniert.
So, lange Einleitung, ich weiß.
Liebes Podcast-Sobi, ich mache dich wieder laut. Gibt es noch was zu ergänzen
zum Vorwort oder können wir jetzt Anrufer reinlassen?
Podcastsubbie
Das war gar nicht abgesprochen, dass du mich hier dauernd laut machst.
Sebastian
Soll ich das nicht tun?
Podcastsubbie
Ich weiß ja nicht.
Sebastian
Du weißt ja nicht. Bist du mir jetzt böse? Werde ich jetzt bestraft?
Podcastsubbie
Das willst du nicht.
Sebastian
Stimmt auch wieder. Ich mach dich ja schon wieder aus.
Podcastsubbie
Ich hol einfach den Föhn und belüfte dich während des Säts.
Sebastian
Nicht bei dem Wetter. Nein, nein, nein. Ich bin ja schon artig.
Boah, das ist eine fiese Idee. 29,4 Grad. Es wird kühler.
Und wenn ihr Vogelgezwitscher hört, sorry, das ist einfach so,
aber ich muss diese Balkon-Tür hier aufmachen. Das geht nicht ohne.
Und hätte ich mal früher darüber nachgedacht, hätte ich jetzt hier auf dem Ventilator stehen.
So, okay, dann würde ich sagen, ich verlese mal die Telefonnummer des Podcasts
sowie, zeige sie den Leuten.
Das ist die 05101 911 8952.
Da könnt ihr jetzt anrufen und dann sprechen wir miteinander.
Und heute Abend hat das Podcast so wie ein paar vorbereitete Umfragen,
die sie in den Chat reinpacken kann,
und das kann sie völlig autonom tun, das heißt, ich kriege das auch nur quasi
mit, aber die Ergebnisse, die kann man natürlich hier gut verwenden,
weil da sind schöne Fragen dabei.
Also ihr Lieben, 05101 911 18952, es hat eben schon einmal geklingelt,
das war aber noch, als ich im Vorwort war, jetzt muss ich also ein bisschen
abwarten, dass es hier auch wirklich rappelt.
So, so. Vielleicht haben die Menschen noch eine Verzögerung.
Hier kann man ja schneiden. Nein, brauche ich gar nicht, denn es klingelt tatsächlich.
Oh, zweimal gleichzeitig sogar. Na gut, dann gehe ich mal ran.
Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich?
AnruferIn
Hier ist Frank Spiegel.
Sebastian
Hi. Ja, wir sprechen über genau das Thema.
Wie erklärt man es? Und hast du schon mal Kink erklären müssen und wem und wieso und überhaupt alles?
AnruferIn
Ja, da gab es mehrere Fälle, sowohl einmal bei meinen Eltern als auch im Freundeskreis.
Sebastian
Musstest du das erzählen oder hat sich das ergeben?
AnruferIn
Das hat sich beides durch einen Zufall ergeben. Das war beides eine relativ lustige Aktion.
Naja, bei meinen Eltern relativ einfach. Das war halt auch ein Zufall.
Weil 2018 war ich im Japan-Urlaub und hatte mein Auto bei meinen Eltern dann erstmal geparkt.
Und während dann meine Mutter mit deren Auto unterwegs war, hatte sich mein
Vater überlegt, ja, ich brauche mal auch für irgendwas kurz ein Auto.
Sohnemann hat ja sein Auto hier stehen, dann nehme ich den Wagen mal eben.
Ja, hat den genommen und hat dann erst überlegt, ach, was ist,
wenn ich jetzt irgendwie eine längere Strecke fahre, Da muss ich ja mal gucken,
wo ist denn überhaupt der Fahrzeugschein?
Und hat dann die Schubladen aufgemacht und hat da zufällig dann vom Saadasia eine Karte gefunden.
Die ich in der Mittelkonsole liegen hatte und guckte dann hoch und sah dann
an meinem Spiegel so ein kleines silbernes Andreas-Kreuz glitzern.
Und dann überlegt er kurz und dann war ihm das wohl relativ klar.
Und als ich dann aus Japan wieder zurück war, dann bei meinen Eltern gewesen
und wir saßen in einem Garten.
Und dann irgendwann so mit einem Mal fragte er mich so, ja, ich habe mir letztens dein Auto geliehen.
Da ist mir ein bisschen was aufgefallen und ich hatte erst überlegt, auf was will der hin?
Und dann so ganz grob beschrieben und dann, ja, ich habe in der Mittelkonsole
nachgeguckt und eigentlich den Fahrzeugschein gesucht und da habe ich was ganz
anderes gefunden. Ich überlege kurz und dann fiel es mir ein,
was er meinte und dann war das Gelächter erst mal groß.
Sebastian
Ja, also inwieweit wusste er schon, was Sache ist oder musstest du das nochmal
erklären, was das eigentlich ist? Oder war er schon komplett firm?
AnruferIn
Naja, so ganz grob worum es da so geht bei dem Thema, naja, sind jetzt auch
nicht so komplett weltfremde meine Eltern.
Ein bisschen wissen die da wahrscheinlich auch darüber Bescheid oder wussten das zu dem,
Ja, und dann war natürlich erstmal so die Standardfrage, lässt du dich verhauen?
Ich so, nein, also verhaust du andere Leute?
Ich so, nein, ja, je nachdem, je nachdem.
Sebastian
Okay, also wie hast du das Ganze erklärt? Ich meine, es gibt ja so verschiedene
Dinge, die man da einmal, also wenn man es umfassend erklärt,
dann ist ja einmal, ja, das ist die Sache mit dem Hauen, das,
würden Außenstehende als Gewalt werten, ich mag diesen Begriff gar nicht benutzen,
also Impact oder das heißt so eine Sexsache oder die Leute werten und sagen
gleich, ja, ich würde das ja nie machen, also manchmal reden die dann ja auch.
Es gibt auch wirklich so Fragen wie ist das gefährlich oder die Sachen mit dem
Konsent, die muss man ja irgendwie auch erklären.
Wie viel hast du erklärt und wie konntest du es darstellen?
AnruferIn
Sagen wir es mal so, es wurde eine relativ lange Unterhaltung und dann auch,
mit der genauen Erklärung,
wer denn wie jetzt im Grunde eigentlich die Entscheidung hat dabei oder wie
man das am einfachsten erklären kann, dass,
es nicht darum geht, dass Top entscheidet einfach, sondern dass Sub zulässt.
Und somit dann ja im Grunde die Macht, kann man ja sagen, in Anführungsstrichen,
wie es ja immer gesagt wird,
eigentlich unten liegt, beziehungsweise bei Sub liegt, weil Sub die Entscheidung
trifft, wer die Macht denn bekommt.
Sebastian
Okay, du bist also richtig tief eingestiegen.
AnruferIn
Ja.
Sebastian
Okay.
AnruferIn
Ja, schon auf der philosophischen Ebene sowohl als auch mit der Erklärung,
wie das häufig dann auch in irgendwelchen, ich sag jetzt mal,
Fernsehsendungen oder sowas gerne auch mal falsch dargestellt wird,
damit es halt irgendwie reißerisch rüberkommt und viele dann halt ein falsches Bild haben.
Also da ging es dann schon ziemlich gut in die Erklärung rein.
Sebastian
Ja, konntest du ihm begreiflich machen, was daran Spaß macht oder warum das Spaß macht?
Oder ist das so ein Informationsaustausch gewesen, sowas wie,
ja, ich züchte Kaninchen, aha, danke.
AnruferIn
Nö, also das konnte ich schon relativ gut erklären. Also ich persönlich bin
ja auch jemand, dem es sehr um die Verantwortung bei der ganzen Sache geht.
Und ja, hätte ich jetzt wahrscheinlich gesagt, dass ich einfach nur,
in Anführungsstrichen, einfach nur Sadist wäre oder so.
Ja, das wäre vielleicht, hätte ich vielleicht jetzt nicht ganz so auf offene Ohren gestoßen.
Aber unter dem Aspekt, wie ich das Ganze sehe, hat er da überhaupt keinen,
oder hatten meine Eltern dann überhaupt keine Probleme damit.
Sebastian
Okay. Das Podcast-Summi fragt gerade die Leute in der Umfrage,
was denn am schwierigsten zu erklären ist und da melden, haben 50 Prozent der
Leute zumindest gesagt, warum das Spaß macht.
Gab es Bilder oder Metaphern oder irgendwas, wie du das erklären konntest?
Weil ich hätte jetzt das mit dem Sport genommen, dieses Haha,
das tut zwar auch weh, aber danach ist man glücklich.
Welches Bild hat denn funktioniert? Weil einfach so, ja das macht mir halt Spaß,
das ist ja für Menschen sehr schwer zu begreifen.
AnruferIn
Naja, also im Grunde ist ja eigentlich alles,
wo einer die Richtung angibt, aber beide in,
einem harmonischen Miteinander irgendwas machen müssen, dem als Analogie zuträglich.
Ob ich jetzt Tanzen nehme, Motorrad fahren mit Sozia,
Äh, was gibt's noch? Man könnte Klettern zum Beispiel nehmen,
wo dann dementsprechend die Absicherung gegenseitig dasteht.
Man könnte musikalische Zitate nehmen. Das beste Beispiel aus einem Lied von
Rammstein heißt es, du bist das Schiff, ich der Kapitän, wohin soll denn die Reise gehen?
Also im Grunde, der Kapitän sagt zwar, wo es hingeht, aber ohne Schiff ist der
Kapitän nur jemand, der irgendwo rumsteht.
Sebastian
Okay, ja stimmt okay, gute Ideen jetzt am Ende des Gesprächs oder seitdem,
also meinst du er hat verstanden, was da interessant ist und hat vielleicht
für die Sache an sich ein gewisses Verständnis gewonnen oder,
war das halt wirklich eine Sache wo man einfach mal nett drüber plaudert,
aber dann ist das auch vergessen, also konntest du jemanden nicht einmal bekehren,
klingt ein bisschen zu verstehen, ich habe ja manchmal gesagt,
wir wollen niemanden bekehren, aber wie weit bist du dir sicher,
dass du da für Verständnis gesorgt hast?
AnruferIn
Also ich denke mal bei meinen Eltern und so weiter oder überhaupt bei mir in
der Familie, da ist überhaupt gar kein Problem, Verständnis für sowas zu haben.
Also die sind da sehr liberal in der Richtung.
Sebastian
Hattest du auch schon mal eine Erfahrung, wo jemand sagt, das lehne ich total
ab und da kannst du erklären, was du willst? Du musstest auf Granit beißen?
AnruferIn
Ähm...
Ja, also direkt so in dem Bereich eigentlich nicht.
Es gibt ein paar Leute, die ich kenne über Ecken, die, sagen wir es mal so,
sehr konservativ sind, von allgemeinen Ansichten bis zu,
wie nennt es das, theologisch konservativ.
Ich denke mal, da wird man nicht viel in der Richtung erreichen können.
Sebastian
Aber dann hast du auch das Gespür, das gar nicht erst zu versuchen, vermute ich.
AnruferIn
Genau, genau. Also ich denke mal, bei theologisch-liberal könnte es vielleicht wohl eher klappen.
Sebastian
Ich meine, es gibt am Kirchentag, es gibt einen Stand von der Gruppe BDSM und
Christsein. Die stehen dann da,
und die werden nicht zwangsweise ans Kreuz genagelt am Ende der Veranstaltung.
Also es scheint möglich zu sein. Aber ja, man muss natürlich wirklich einzeln
gucken, wie man die Leute einschätzt.
Okay, das ist doch gelungen. Und so vom Rangehen, also eher Fachbegriffe benutzt
oder wirklich so ganz leicht und ganz einfache Wörter, also von Spanking und
Bondage redet man nicht, sondern ja, ist das halt Fesseln und Hauen im Zweifel?
Oder also wie hast du das gemacht?
AnruferIn
Sowohl als auch. Also bestimmte Begriffe erklärt, Zusammenhänge in der Richtung,
wenn da irgendwelche Nachfragen kamen bezüglich zum Beispiel Einschränken von
Bewegungsfreiheit oder wie sich der Schmerzreiz auswirkt.
Also ein guter Vergleich dazu ist,
extrem scharf essen. Also wenn man mal so scharf gegessen hat,
dass es kurz davor war, dass der Kreislauf sagt, so, das machst du jetzt bitte nicht nochmal wieder.
Und man dann merkt, wie der Körper da die Botenstoffe ausschüttet.
Und ja, ich glaube, das erklärt das dann schon. Wer schon mal irgendwie Sport
gemacht hat, so richtig bis zum kurz vor Muskelversagen und danach gemerkt hat,
dass der Körper dann da wieder was ausgeschüttet hat, was dann gute Laune macht, ist genau das Gleiche.
Sebastian
Okay, ja. Also das Schöne ist, das merke ich auch, du hast Nachfragen bekommen,
das merken wir uns jetzt mal, denn ganz oft kriegen Menschen eben keine Nachfragen,
sondern dann hört jemand stumpf eine Stunde zu und danach ist Tilt.
AnruferIn
Ja, einen Haufen Nachfragen habe ich auch bekommen im Freundeskreis,
da gab es dann ja auch nochmal so einen Fall.
Sebastian
Wenn du ihn ganz kurz beschreiben kannst, ich wollte heute kürzere Gespräche
machen, aber wenn du es ganz kurz beschreiben magst, du kannst in eine Runde
Einzelgespräch oder in einer Gruppe, ja steig mal ein, ich höre dir einfach zu.
AnruferIn
Wir hatten einen lustigen Zockerabend, Xbox-Zocken, sozusagen die Herrenrunde
und daneben waren dann noch die ganzen Freundinnen, die hatten sich dann auch
noch über irgendwas unterhalten und auch noch irgendwas unternommen.
Und dann war das zu dem Zeitpunkt gerade so, dass die ganzen Freundinnen alle
irgendwelche Dark-Romans-Bücher gelesen haben und so.
Und dann hatte ich so auf halbem Ohr so eine Diskussion mitgekriegt,
was wie wo zum Fesseln genommen wird.
Und da waren Sachen dabei, da habe ich nur gesagt, so bitte nicht, nein.
Sebastian
Oder mach das nicht, ich kenne mich aus.
AnruferIn
Dann habe ich eben auf die Pause-Taste gedrückt, mitten bei Halo.
Hab dann ganz grob gesagt, bitte informiert euch bei irgendwelchen regionalen
Fesselgruppen. In Bielefeld gibt es welche.
Guckt euch die Webseite von Nekobari an. Guckt euch dies an, jenes welches.
Kauft eure Spielsachen lieber irgendwo bei McHurt oder sonst wo.
Das ganz grob abgerissen, wieder auf Play gedrückt, weitergespielt.
Im nächsten Moment drückte jemand anders auf Pause.
Und im gesamten Raum war es komplett still. Und alle guckten mich an.
Wie? Moment, wir hätten da ein paar Fragen.
Sebastian
Okay, so als die normalste Sache der Welt, so nach dem Motto,
wie beim Kochen, nein, nein, du musst das Wasser abgießen und dir nicht abschrecken,
so in der Richtung, so wie eine Lapalienkunde.
AnruferIn
Ja, mir ging es einfach darum, nicht, dass die sich da irgendwie da schwerste
Verletzungen holen, weil in irgendeinem Dark Romance irgendein TINF steht.
Und ich habe dann einfach nur gesagt, so halt, stopp, bitte nicht machen.
Macht das bitte so und so, wenn ihr Infos braucht, guckt danach.
Sebastian
Okay, großartig.
AnruferIn
Und ja, gar nicht daran gedacht, dass die da irgendwie noch gar nicht drüber
Bescheid wussten. Und dann gab es natürlich erstmal die große Frage-Antwort-Stunde.
Das war sehr lustig und sowas hatte ich, also mit so einer mal eben schnell
Frage-Antwort zu irgendeinem Thema, da habe ich nochmal so zwei,
drei, vier Male so eine ähnliche Szene gehabt.
Sebastian
Okay, vielleicht doch nochmal eine Info, ganz grob, wie alt bist du,
wie alt dürfen dich die Menschen einschätzen?
AnruferIn
Ja, ich bin 40.
Sebastian
Okay, reicht schon, okay, also der Bubble, ja, das ist cool, wenn du...
AnruferIn
Ca. 25 so die Interesse in der Richtung gefunden.
Sebastian
Ja, das ist cool, wenn du einen Freundeskreis hast, wo das auch möglich ist,
wo sie nicht dann dastehen und sagen, raus, macht eh keiner,
ne? Aber die Ängste hat man natürlich nicht.
AnruferIn
Die sind da ganz entspannt.
Sebastian
Okay, Spike, ich lasse mal die nächste Person in die Sendung.
Vielen, vielen, vielen Dank. Toll gemacht.
Ich bin gespannt, wie das heute weitergeht. Und dir wünsche ich,
dass wann immer du da die richtigen Worte suchst, dass du sie findest und dass
sie auch genauso ankommen, wie zum Beispiel bei deinem Dad.
AnruferIn
Ja, gut.
Sebastian
Danke. Alles klar. Mach's gut. Tschüss.
AnruferIn
Tschüss.
Sebastian
So, ihr Lieben, das war Spike Spiegel. Und ja, man hat ja doch immer Schiss,
wenn mein Gegenüber, wenn ich da jetzt anfange, so ein bisschen ins Detail zu
gehen, dann denken die ja, ich mach das. Gut, das war jetzt bei Spike kein Problem.
Aber ab dem gewissen Punkt, irgendwie will ich es erklären, aber ich will auch
irgendwie nicht sofort durchblicken lassen, dass ich voll im Thema bin. Oh, schwierig.
Ich würde ja sagen, ruft an. Brauche ich aber gar nicht, denn es klingelt und
ich gehe einfach ran. Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich?
AnruferIn
Hi, die Brad Mischen hier.
Sebastian
Brad Mischen, hi. Du hast auch schon mal angerufen. Sehr schön.
AnruferIn
Ja.
Sebastian
Ja. Also, BDSM, ja, nicht BDSM-Personen erklären. Wie geht's?
Welche Erfahrung hast du gemacht?
AnruferIn
Also zum einen habe ich halt auf fotografischer Seite viele Shibari-Shootings,
die sind bei mir auf Instagram einzählbar und da haben mich dann halt diverse
Freunde und bekannte Feuerwehrkameraden drauf angesprochen.
Sebastian
Feuerwehrkameraden, habe ich richtig gehört.
AnruferIn
Ja, korrekt.
Sebastian
Okay, heißer Stoff, ja.
AnruferIn
Ja, so ungefähr, also von der Freiwilligen halt. Und die haben dann halt gefragt
und haben dann natürlich entsprechende Antworten bekommen. Warum,
wieso, weshalb? Und beim Shibari ist für mich halt primär die Ästhetik.
Aber dann kam man halt auch relativ schnell darauf, dass man da halt weitergeht.
Und dann war halt auch so, ja, warum, wieso, weshalb? Warum macht dir das Spaß?
Und warum lebst du das aus?
Sebastian
Moment, das hast du gesagt, dass du das auch auslebst? Oder sind sie selber drauf gekommen?
AnruferIn
Sie sind selber drauf gekommen.
Sebastian
Verdammt, ne?
AnruferIn
Also wir sind dann selber relativ zeitnah drauf gekommen, dass da ja wahrscheinlich
mehr sein wird als nur die Seile.
Und dann habe ich halt auch offen und ehrlich einfach erklärt und...
Und dann, ja, ich sag mal, wir haben halt eine gemischte Umkleide,
wenn ich halt irgendwie doch großflächig blaue Flecken habe,
das sieht man ja schon durchaus auch.
Sebastian
Ja, das hast du hier, glaube ich, schon mal erwähnt, ne?
AnruferIn
Genau, das hatte ich schon mal erwähnt. Und da wurde halt auch ganz viel gefragt
und vor allen Dingen wurde am Anfang erstmal gefragt, so ey,
ist das im Einvernehmen entstanden? Ja, nein. Und dann wurde halt auch erklärt
oder wurde gefragt, ja, warum macht dir das denn so viel Spaß?
Sebastian
Ja, genau, erklär es mal. Erklär es mir mal oder erklär es mal stellvertretend,
warum macht denn das Spaß? Das tut doch nur weh.
AnruferIn
Also für mich ist es halt so, dass der Schmerz selber, also bis zu einem gewissen
Level kann ich den auch genießen. Das ist halt dann, wie gesagt,
dieses Muskelkater-Sportding, so habe ich das auch erklärt.
Und alles, was dann darüber hinausgeht, wo es wirklich einfach weh tut,
da freue ich mich halt, das für jemanden aushalten zu können und da an meine Grenze ranzugehen.
Dass ich halt einfach gerne auch meine Grenze finde und dass es mich halt stolz
macht, das für jemanden aushalten zu dürfen. Und das wurde zum Teil verstanden,
zum Teil nicht so richtig.
Sebastian
Okay, woran erkennt man, dass es jemand verstanden hat?
Also ich habe immer das Gefühl, die Leute, die es nicht verstehen,
die fragen nicht nach. Und die, die es verstehen, die stellen Fragen, also genau falsch rum.
AnruferIn
Also die Leute, die es nicht verstehen, haben einfach ein riesiges Fragezeichen
im Gesicht stehen und brechen relativ schnell das Gespräch ab.
Sebastian
Ja, wie gehst du damit um? Ich meine, das ist ja auch schade.
So, halt, ich bin noch nicht fertig. Ich würde dir gerne noch so viel mehr erzählen,
dann verstehst du es. Oder lässt man sie dann gehen?
AnruferIn
Also es kommt drauf an, je nachdem, wie das Verhältnis zu der Person ist.
Entweder denke ich mir so, ja okay, wenn du da halt nichts drüber hören möchtest,
ist es in Ordnung. Und ansonsten sage ich so, naja, ich kann versuchen, es dir zu erklären.
Da musst du dich aber auch damit auseinandersetzen, dass ich dir Dinge erzähle,
die für dich vielleicht erstmal unlogisch klingen.
Sebastian
Oh, das ist gut. Das klingt für dich erstmal unlogisch. Den merke ich mir,
den Satz. Ja, das ist wirklich gut.
AnruferIn
Ja, und dann erklärt man halt noch weiter und noch mehr in die Tiefe und erklärt die Dynamik und,
dann ist irgendwann meistens ein Aha-Moment da und die Leute,
die es irgendwie begriffen haben, die stellen halt wirklich Fragen und da erkennt
man aber immer mehr, wie dieses Fragezeichen zu einem Ausrufezeichen wird im Gesicht.
Also ich finde, das kann man angesichts eigentlich relativ gut erkennen.
Sebastian
Das ist ein bisschen die Frage, wenn es jemand versteht, dann wird die Person
neugierig und dann ist sie vielleicht auch bereit, selber Erfahrungen zu machen
oder bleibt es erstmal beim Verstehen? Was meinst du?
AnruferIn
Also ich glaube, viele sind dann auch bereit, selber Erfahrungen zu machen.
Ich habe in meinem Freundeskreis zwei Leute, denen ich das erklärt habe,
zwei enge Freunde von mir, die am Anfang auch gar keine Ahnung hatten.
Beide haben es dann mal angerissen und ausprobiert. probiert.
Einer war so oh Gott, auf gar keinen Fall nicht meins, was ja auch völlig legitim
ist und die andere findet gerade ihren Weg in die Szene so und,
kommt da aber auch immer wieder damit Fragen auf mich zu und fragt ganz viel,
und ich stehe da gerne beraten zu weiter.
Sebastian
Ja, das ist, also ich hab mal überlegt, also in den letzten,
ich mein, ich hab als einige hundert Podcast-Folgen gemacht,
dass jemand sagt, ich war mal mit jemandem im Gespräch und die Person hat davon
erzählt und dann bin ich so da reingerutscht.
Und das habe ich so ehrlicherweise fast noch nie gehört.
Also meistens sind diese Leute selber drauf gekommen oder im Internet drauf
geschubst worden, aber dass jemand sagt, ja, ich mache das und dann findet man
das interessant und sagt, ich probiere das auch aus, seltenst,
was total ungewöhnlich ist, ehrlich gesagt.
AnruferIn
Ja, ist es auch. Ja, wie gesagt, beide haben es dann ausprobiert.
Eine ist dabei geblieben. Ich bin auf gar keinen Fall nie wieder.
Was ja auch völlig legitim ist. Also wenn es nichts sein lässt,
muss man das ja auch nicht machen.
Sebastian
Nein, nein, um Gottes Willen. Es geht ja wirklich erstmal darum,
den Leuten das so zu erklären, dass du sie nicht erschreckst.
Also was würdest du vielleicht nicht empfehlen, was man sagt,
damit die Leute vielleicht noch ein bisschen länger zuhören,
dass man sie vielleicht doch noch ein bisschen mitnehmen kann?
Gibt es irgendwas, wo du sagst, ah, das ist so deiner Erfahrung nach,
wo die Leute auch eher schneller aussteigen?
AnruferIn
Also ich würde vielleicht nicht direkt mit dem ja und dann lasse ich nicht bis
aufs Blut auspeitschen anfangen, das ist vielleicht nicht so der gute Einstieg,
weil Blut ist für viele so ein Ding, wo die sofort ausschalten quasi Ja.
Sebastian
Weil dann ist es ja auch wirklich eine Verletzung, eine schwere Verletzung Das
ist ja nochmal, also von der Wertigkeit noch was anderes als wenn der Popo vielleicht
ein bisschen rot wird, das klingt dann vielleicht noch ein bisschen romantisch,
aber Blut, da ist es meistens vorbei, ne?
AnruferIn
Ja, eben, also das würde ich vielleicht eher nicht so zum Einstieg wählen.
Ich würde halt auch, also was ich immer sage, oder ziemlich am Anfang direkt
sage, jeder in seinem Tempo, jeder in seiner Intensität, alles kann,
nichts muss und jede Dynamik ist anders.
Das sage ich immer direkt ganz am Anfang, dass halt alles valide ist und jemand,
der nur leichte Schläge mag, der soll auch nur die bekommen.
Jeder, der mehr mag, soll halt auch mehr kriegen.
Sebastian
Ja, dieser Aspekt, dass das nicht unbedingt was mit Schmerzen zu tun hat,
ist das ein wichtiger Aspekt?
Erwähnst du den? Weil es geht ja dann auch eher um deine Perspektive oder ist
das schon sehr zentral für dich? Und das gehört auch einfach dazu,
weil das denken die Leute ja auch mit als erstes. Ah, da verprügeln sich Menschen.
AnruferIn
Ne, also das erwähne ich direkt vorneweg. Also ich sage immer so,
ja, also Schmerzen können dabei sein, müssen nicht. Für mich gehören sie dazu.
Es ist aber gar nicht unbedingt gesagt. Es ist nur ein Teilaspekt des Ganzen.
Über alles andere ohne Schmerzen kann ich euch aber ehrlicherweise nicht so ganz viel erzählen.
Da kann ich euch tolle Quellen nennen, wo ihr euch belesen könnt oder ich nenne
dann auch gerne den Podcast als Referenz und sage, hört da rein, hört es euch an,
da versteht ihr mehr, aber da kann ich halt dann aus meiner Erfahrung relativ wenig sprechen.
Das sage ich dann auch einmal und dass ich halt auch sage, alles was ich euch
erkläre ist nur subjektiv und mein Empfinden.
Sebastian
Ja, natürlich. Aber das ist ja eigentlich auch die beste Quelle,
dass du ja dann auch sagen kannst, so empfinde ich das und dann kannst du damit
auch entsprechend umgehen.
Es gibt so, ich habe es jetzt auch mal gerade in den Chat reingeworfen,
was so für Reaktionen kommen könnten, die einfach nur nerven.
Sowas wie, das ist doch Gewalt, das ist doch nur Sex, wo kommt das her,
was ist mit dir passiert?
Also es gibt so ein paar Sachen, ich finde, die liegen so auf der Hand,
dass die zu einem gesagt werden. Hast du davon schon mal was erlebt?
AnruferIn
Ja, das ist doch Gewalt. Warum lässt du dir das antun?
Und irgendwie, wie wenig Selbstachtung kann man denn haben?
Das war glaube ich so, dass ich bedachte, so was zur Hölle.
Sebastian
Wie fängt man das ein? Also gerade dieses, das ist doch Gewalt.
Dann kann man ja, also ich meine dieses Konzept von Consens zum Beispiel,
man muss ja bei A ganz vorne anfangen im Grunde, um das zu entkräften.
AnruferIn
Ja, also ich fange dann halt auch bei A wie Adam an, fange an bei Consens,
erkläre dann halt tatsächlich auch CNC, RAC, so die verschiedenen Modelle, SNC,
SSC und so weiter und so fort und sag also über allem steht immer der Konsens
und über allem steht vor allen Dingen,
dass der devote Part es abbrechen kann, der Dominante genauso,
aber vor allen Dingen derjenige der die vermeintliche Gewalt erfährt,
genau das möchte und es jederzeit abbrechen kann.
Sebastian
Wird das verstanden?
AnruferIn
Teils sofort, teils bedarf das dann irgendwie längere Erklärungen.
Also manche sind dann so, ja, wie denn zum Beispiel?
Ich so, naja, jetzt mal angenommen, man steht irgendwo fixiert,
wird verhauen, so eher sanft,
und man möchte nicht mehr und dann hat man sich vorher auf ein Safe-Wort geeinigt,
zum Beispiel Kaffeemaschine, dann sagt man Kaffeemaschine und das ist der Moment,
an dem sofort abgebrochen wird, man ins Gespräch geht, man aufgefangen wird und man darüber redet.
Sebastian
Funktioniert das?
AnruferIn
Meistens.
Nicht immer unbedingt sofort, aber im Normalfall schon.
Sebastian
Ja, also eigentlich, also das Problem ist, wenn man ja selber drin ist,
so wie wir, dann hat man das Problem, dass man sich relativ sicher ist,
dass das ja alles total logisch ist, dass das total in Ordnung ist.
AnruferIn
Ja, und vor allen Dingen total normal.
Sebastian
Ja. Hast du schon mal so eine Ablehnung, dass du gar nicht so dazu kamst,
da mehr zu erklären? So, oh Gottes Willen, ich weiß schon alles darüber.
Nee, nicht weiterreden, ich will es gar nicht hören.
AnruferIn
Nee, habe ich bisher nicht erlebt. Aber ich habe es auch nur Leuten erklärt,
die mich aktiv darauf angesprochen haben bisher.
Sebastian
Also sie sprechen dich aktiv an. Gab es mal einen Punkt, wo du sagst,
vielleicht sollte ich der Person das mal ein bisschen erklären,
weil jemand vielleicht,
ich weiß ja nicht, also manchmal hat man ja so Sprüche, wo du merkst,
okay, jemand würde gerne das Thema einsteigen, hat aber wirklich null Ahnung
und braucht mal ganz schnell einen Grundkurs in BDSM,
weil die Person vielleicht gar nicht weiß, dass es auch BDSM-Fantasien sind, die die Person hat.
AnruferIn
Habe ich so bisher nicht erlebt, ne.
Sebastian
Okay. Ich muss natürlich immer alle Fragen stellen.
So generell deine Erfahrungen, also es lohnt sich, sich die Zeit zu nehmen und
das Menschen zu erklären oder sollte man es einfach lassen und für sich sein?
AnruferIn
Ich glaube schon, dass es sich lohnt. Ich glaube schon, dass man dabei,
also wenn man es wirklich gut erklärt, kann man eigentlich fast oder stößt man
meiner Erfahrung nach eigentlich fast nur Verständnis.
Und es ist halt einfach, je aufgeklärter die Leute sind, desto besser können sie es einordnen.
Und ich sage mal, gerade bei mir, ich habe halt relativ oft gut sichtbare Spuren,
dann muss ich halt auch keiner Sorgen machen.
Also dann kann man vor allen Dingen das besser wegsortieren und muss sich da
keine Sorgen und Gedanken machen.
Sebastian
Okay, wenn du nichts mehr hinzufügen möchtest, ich sehe die Uhr,
die tickert so wunderschön an mir hier vorbei den ganzen Abend,
dann würde ich gucken, ob ich noch mehr Stimmen einsammeln kann,
aber das hast du toll erklärt und es scheint eine ganze Reihe von Leuten gewesen
zu sein, denen du ja so ein bisschen,
Toleranz eingeimpft hast.
Dafür erstmal vielen Dank, das ist für alle gut und ich wünsche auch dir,
dass du immer die richtigen Worte findest.
AnruferIn
Ja, nee, ich möchte sonst nichts mehr hinzufügen. Dann höre ich jetzt noch gespannt
weiter zu und freue mich über die anderen Perspektiven, die da noch kommen.
Sebastian
Ja, ich mich ebenso. Mach's gut, vielen Dank. Tschüss.
AnruferIn
Danke, ciao.
Sebastian
Also ihr Lieben, das war Brad Mischen.
Und ja, das Telefon wird gleich wieder klingeln. Ich weiß es jetzt schon,
deshalb sage ich die Telefonnummer nicht. Und da klingelt es sogar zweimal gleichzeitig.
Oh, das wird ein toller Abend heute.
Ich gehe mal ran. Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich?
Hier ist die Pesky. Pesky, ja,
wir haben auch vor zwei Wochen schon gesprochen. Ich bin sehr gespannt.
Okay, wie erklärst du Menschen, die keine Ahnung haben, was die Sache mit dem
BDSM ist und warum überhaupt?
AnruferIn
Genau, also für mich ist ja, hat ja BDSM gar nichts mit Schlagen so an sich zu tun.
Also ich mag ja tatsächlich mehr das DS.
Und ich erkläre dann, dass das was mit Verbindung zu tun hat.
Und ja, mit...
Irgendwie Verständnis auch oder ja, mit Wertschätzung, auch mit Achtsamkeit.
Sebastian
Ja, aber du musst ja erstmal ganz vorne anfangen. Also Konsens.
Ja, du musst ja trotzdem ganz vorne anfangen. Also das ist BDSM.
Ja, das ist das, was ihr als SM kennt. Und das ist wiederum die Sache an sich.
Ihr kennt das schon mit dem Hauen und Gehauen werden.
Und bei mir ist das aber alles ganz anders. Ich glaube, da steigen die Leute
doch schon längst aus. oder kriegst du sie noch?
AnruferIn
Also ich erkläre natürlich immer erstmal die Begriffe. Also was bedeutet BDSM?
Und dann sage ich halt, dass das auch was mit Konsent zu tun hat.
Und dass,
mit Kommunikation auch ganz viel zu tun hat und fangen auch relativ schnell
an mit dem Aftercare, dass es auch sehr wichtig ist zu loben,
und Wertschätzung zu haben und die Tiefe zu haben, die Verbindung mit der Person.
Sebastian
Okay, also so eine Gefühlsebene quasi, dass du die guten Gefühle hervorhebst.
AnruferIn
Genau, ja.
Sebastian
Verstehen die dich? Also ich bin einmal der Meinung, das Konzept Consent,
das müsste ja eigentlich funktionieren oder ich würde immer den Begriff Einvernehmlichkeit
nehmen, das ist so ein Grundbegriff, den Leute wahrscheinlich eher verstehen,
ohne dass man es ihnen erklären muss, aber,
inwieweit,
stellen sie dann schnell Fragen oder lassen sie dich erstmal eine Viertelstunde erzählen?
AnruferIn
Also viele sind erst mal überrascht.
Es kam auch schon mal vor, dass jemand gesagt hat, das hätte ich dir echt nie gedacht.
Sebastian
Was sagt man denn da?
AnruferIn
Dann sage ich so, ja, so ist es.
Sebastian
Ja, okay, ja. Also die müssen es erst mal akzeptieren, Punkt.
Die kriegen es erst mal von dir vorgehalten und dann ist gut, ja?
Also wollen die denn überhaupt mehr wissen oder sagst du, nee,
nee, du musst jetzt erstmal zuhören, ich muss dir das erklären?
AnruferIn
Also ich bin da relativ offen damit und meine Eltern wissen es auch,
meine Freunde wissen es auch und ich gehe da eigentlich auch relativ offen damit um.
Ich erzähle dann halt auch von meinen Beziehungen und da kommen dann schon manchmal
Fragen zu wie, ja, wie ist es dann mit der Kommunikation und,
auch kam schon so, ja, aber ist das ja nicht gefährlich oder so.
Sebastian
Ja, was sagt man da? Ist das nicht gefährlich? Ja, ist es, aber es macht Spaß.
Ich meine, das ist ja dann keine Antwort, die die Leute irgendwie entspannt.
AnruferIn
Genau, ich sage dann auch klar, es ist gefährlich, aber jede andere Beziehungsform
kann auch gefährlich sein.
Und es ist halt total schön.
Ich erkläre immer, dass es sehr schön ist, weil da sehr viel kommuniziert wird
miteinander und mehr kommuniziert wird, sogar in Vanilla-Beziehungen.
Und dass da einfach auch viele Fragen gestellt werden. Was stellst du dir vor?
Was magst du nicht? Und so weiter und so fort.
Und dass das auch sehr schön ist. Also ich versuche da die positiven Aspekte
auch mit einzubeziehen.
Und viele freuen sich dann auch und stellen dann Fragen, wie das dann bei mir so ist oder so.
Oder ich hatte tatsächlich auch schon Menschen.
Mit Freundinnen, die zum Beispiel, die dann selber da eingestiegen ist und für
die das einfach auch nicht so greifbar war,
die das dann selber ausprobieren musste,
auch tue ich gerne dann das eine Buch.
Also es gibt ein Buch, das heißt Vernünftig, Unvernünftig.
Das ist ziemlich gut, wenn es so in die Richtung Unterwerfung geht.
Das empfehle ich auch immer sehr.
Oder deinen Podcast, das tue ich auch empfehlen.
Sebastian
Ja, danke schön.
AnruferIn
Genau.
Sebastian
Was würdest du denn den Leuten, damit sie jetzt nicht, also man guckt,
man passt ja so ein bisschen auf, man schaut denen in die Augen und sieht so
ein bisschen, okay, jetzt kann
ich noch weiterreden und jetzt rede ich vielleicht besser nicht weiter.
Was würdest du eher nicht in so einem Aufklärungsgespräch, also was würdest
du da eher weglassen? Also das muss man den Leuten am Anfang nicht antun.
AnruferIn
Also ich würde auch nicht sagen, dass das was mit Blut zu tun hat oder irgendwie,
dass es Menschen gibt, die dann irgendwie im Käfig schlafen oder so.
Das würde ich nicht erzählen, weil es dann tatsächlich auch,
finde ich, abschreckend sein kann oder Angst machen kann.
Sebastian
Genau, ja. Ich glaube, das ist so ein Punkt. Die Leute haben Ängste.
Also im Zweifel haben sie so ein ganz fieses Gefühl, was man überhaupt nicht
haben will. Die haben nämlich sowas ähnliches wie Mitleid. Um Gottes Willen, dir wird wehgetan.
Da mache ich mir ja Sorgen um dich.
Das ist total schwierig, weil es könnte ja nicht falscher sein.
Aber das ist vermutlich eine ganz natürliche Wahrnehmung.
Wie kann man denn das wegnehmen? Also ich hätte da so einen Satz so,
ja, aber ich will das ja, weil es mir Spaß macht und weil es mir Spaß macht,
jetzt zitiere ich aus dem Chat, ich glaube Bondi war es,
mir macht es Spaß, ein wichtiger Punkt, mir macht es Spaß, wenn es dem anderen
gefällt und wenn die andere Person das auch will, also dieser Aspekt.
Also danke, Bondi, für den Gedanken.
Also ja, in die Richtung, aber ich weiß immer nicht, ob das funktioniert,
weil ich persönlich rede immer viel zu viel und dann merke ich,
wie bei den Leuten die Stimmung gibt, deshalb mache ich diese Gespräche so ungern.
AnruferIn
Ja, also ich rede auch mit den Leuten und ich merke dann auch, okay,
wenn da irgendwie die Stimmung kippt, dass ich dann über was anderes rede und
dann trotzdem aber immer gerne über das Thema reden wollen würde.
Und das so ein Herzensthema ist.
Und ich glaube, das ist ganz gut, da an der Reaktion dann zu schauen,
ob der Person es gerade zu viel wird oder,
ob da zu viel darüber gesprochen wird. Manche haben dann tatsächlich oder sind dann auch überfordert.
Sebastian
Das ist mir auch schon aufgefallen. Wie ist denn das, wenn Menschen dann sagen,
okay, reicht jetzt, aber dann so ein, zwei Wochen später, wenn man sich wieder
sieht, dann kommt so Columbo-mäßig, du, wir haben doch da gesprochen vor zwei Wochen.
Ich hätte dann nochmal eine Frage.
Also nicht, dass ich sowas schon x-mal erlebt hätte, aber die Leute müssen es
erstmal verdauen, dann fangen sie vielleicht nochmal an rumzugoogeln und dann,
fangen sie an, die richtigen Fragen zu stellen, also halt verzögert.
Hast du das schonmal erlebt?
AnruferIn
Ja, also tatsächlich bei der Freundin, die jetzt auch im WDSM ist,
die hat mir sehr viele Fragen gestellt und hat gesagt, ja, wie machst du das?
Wie, wenn ich bin jetzt gerade da eingestiegen, darf ich dich fragen?
Und sie fragt mich immer und immer, immer wieder. Das ist auch ganz schön.
Also ich hatte das schon bei einigen Menschen so.
Und es ist, finde ich, total wichtig, einfach dann so die Fragen zu beantworten
und dafür da, also einfach da zu sein und dann zuzuhören und,
so, ich finde, es macht auch voll Spaß, so auch Aufklärung zu betreiben und,
ja.
Sebastian
Lass mich zum Abschluss vielleicht nochmal fragen, wenn du merkst,
okay, ich kann hier eine Person nicht connecten, nicht überzeugen oder ich kriege
hier kein Verständnis und du merkst einfach, nein, die sitzt ganz fest in ihrer
Meinung, da kann ich nichts machen.
Also wie fühlt sich das an weil ich meine dann muss man, wenn die Person darüber
nicht reden will dann muss man halt aufhören darüber zu reden aber was bleibt
dann bei dir so, ist das eher so dann kommt halt die nächste Person,
ist mir egal oder ist das doch schon eher so ein,
nee, ich krieg die schon noch, ich werd das schon noch hinkriegen,
also wie weit ist da auch der Ehrgeiz da Menschen zu überzeugen.
AnruferIn
Also ich hab eine Freundin die ist zum Beispiel gar nicht kinky die hat,
von der Also der erzähle ich dann einfach von meinen Geschichten manchmal und
sie ist dann so okay, aber sie ist halt nicht kinky und das ist aber für sie auch okay.
Das haben wir auch so abgesprochen Menschen, die da gar nicht drüber reden wollen.
Ja, das fühlt sich dann schon,
komisch an, weil das ja auch irgendwie ein Teil meines Lebens ist.
Und dann trotzdem braucht es dann auch ein bisschen Zeit, um da zu sagen,
okay, dann rede ich jetzt nicht mit dir darüber, sondern ich rede jetzt,
suchen mir jetzt aber andere Leute, mit denen ich darüber rede.
Gerade wenn die Person sehr, sehr, sehr tiefgehend ist oder wichtig ist.
Es ist schon gar nicht so einfach, aber ich glaube, es ist wichtig,
da einfach zu sagen, okay,
dann rede ich mit dir über andere Themen und halt nicht über BDSM,
sondern über, keine Ahnung, das Wetter oder so.
Sebastian
Es gibt ja auch nicht viel andere Themen im Leben. BDSM und dann gibt es noch das Wetter.
Ja, ich glaube, das muss man den Leuten aber auch lassen, dass sie dann auch
einfach sagen, das Schöne ist, wenn man das innerhalb einer Freundschaft so
ein bisschen auch einfordern kann. Du, das ist mir wichtig. Ich möchte ein bisschen
erzählen, mich ein bisschen austauschen.
Da muss man ein bisschen gucken, die Person da nicht ständig zu überfordern,
weil uns belastet das die Beziehung. Aber wenn man dann doch mal ein bisschen was erzählen kann.
Ich glaube, dann ist ja auch schon mal viel passiert und vielleicht gewöhnt
sich die andere Person noch daran und merkt ja, okay, der Mensch ist glücklich, der mir das erzählt.
Das kommt ja früher oder später auch an.
Pesli, auch bei dir, die Uhr tickt ganz fürchterlich. Möchtest du noch was hinzufügen?
AnruferIn
Nee, möchte ich nicht.
Sebastian
Hervorragend. Dann werde ich mich jetzt von dir verabschieden.
Okay, warte mit dir zu reden. Ich wünsche dir eine tolle Zeit. Tschüss.
AnruferIn
Tschüss.
Sebastian
So, und jetzt gleich wird es wieder klingeln. Da ist ein Mensch,
der benutzt den Client, Deshalb sehe ich da einen Benutzernamen mit A.
Und die Person ruft immer hier als Erste an.
Und deshalb kommt dann immer der andere Anruf, weil die Fenster überlagern sich
dann immer. Und ich kann immer den Neuesten annehmen. Mal gucken,
was jetzt kommt. Ich gehe einfach mal ran.
Und dann schauen wir mal. Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich?
AnruferIn
Hier ist der Atlantikus. Wir halten einfach die Reihenfolge vom letzten Mal
ein. Also erst spricht Pesky und dann spreche ich.
Sebastian
Ich wollte es gerade sagen. Ja, hallo.
AnruferIn
Gutes Timing.
Sebastian
Ja. Ich habe hier Stammgäste in der Live-Sendung. Also das finde ich völlig in Ordnung.
AnruferIn
Ja, wenn man einmal so beliebt ist, ne?
Sebastian
Ja, auf geht's. Also, Leuten davon erzählen, sie irgendwie mit,
ja nicht überzeugen, aber schon Verständnis schaffen.
Wieso, weshalb, warum und wie ist es dir gelungen?
AnruferIn
Also das Wieso hat sich für mich mit den Jahren so ein bisschen gewandelt,
weil ich halt vor allem am Anfang immer sehr stark damit hinterm Berg gehalten
habe und das sehr ausgewählt, also nur sehr ausgewählten Leuten was davon erzählt habe.
Und das ist mir irgendwann mächtig auf den Sack gegangen.
Und ich habe einen guten Freund von mir, der auch ein sehr freizügiges Leben
lebt und da immer sehr frei von der Leber weg erzählt hat. Und ich habe irgendwann
gemerkt, Mensch, die Leute reagieren da überhaupt nicht negativ drauf.
Man muss sich einmal darauf einstellen, dass man, wenn man ihn,
das hab ich mir von ihm dann irgendwann abgeguckt, fragt, dass man halt auch eine Antwort bekommt.
Aber das fand ich tatsächlich sehr befreiend. Also tatsächlich,
wenn ich dann gefragt werde, irgendwie keine Ahnung, und was hast du so letztes
Wochenende gemacht? Naja, ich war auf dem Kinky-Zelt-Festival. Ja, wie?
Ja, so und so und so.
Also ich find das tatsächlich sehr befreiend und hab,
meistens auch positive Reaktionen da drauf bekommen.
Sebastian
Ja, das ist spannend, ne? Aber man hat doch so viel Angst davor,
dass man, also da sind wir jetzt schon fast wieder im Thema Outing drin, aber,
also wenn die gar keine Ahnung haben und die sagen, aha, Kinky Zeltfestival,
also Zelten kann ich noch verstehen, aber was ist denn da Kinky, was und wieso?
Und, also, wenn du merkst, dein Gegenüber hat keine Ahnung, außer eventuell
die Werbung von Shades of Grey gesehen. Wieso fängst du da an?
AnruferIn
Meistens damit zu sagen, dass Shades of Ray fürchterlich ist und nichts mit,
gesundem BDSM zu tun hat.
Also ich versuche meistens erst mal ein Verständnis für Konsens zu schaffen.
Also mal so ein bisschen zu gucken, was ist denn so beim Gegenüber das Konsensverständnis,
weil das für mich einfach so eine zentrale Säule des Ganzen ist.
Da kommt man halt einfach nicht dran vorbei.
Und ich habe auch die Erfahrung gemacht, wenn man das daran so ein bisschen
aufhängt und sagt, naja,
man Man sucht sich halt mit Leuten Dinge, die dann gegenseitig Spaß machen und
die einen gehen halt zusammen Motorrad fahren und die anderen schlagen sich
vielleicht oder erfreuen sich daran, den anderen ein bisschen zu piesacken.
Mit ein bisschen piesacken können ja viele Leute was anfangen und dann kann
man das von da aus so ein bisschen ausbauen.
Sebastian
Ja, okay. Also das mit den Piesacken, das ist ein schöner Punkt.
Damit können Leute wirklich was anfangen.
Das merke ich mir immer. Gibt es so Bilder, die du vielleicht auch mal verwendest,
um einen Sachverhalt zu beschreiben? Jetzt außer diesem elendigen Sportvergleich,
den ich auch immer aus dem Keller zerre.
Also gibt es irgendwas, womit man so ein bisschen connecten kann?
Das ist wie bei dir, wenn du.
AnruferIn
Finde ich tatsächlich schwierig. Liegt bei mir vielleicht auch ein bisschen
daran, dass ich ja auch eher aus der DS und weniger aus der Schmerz-Ecke komme.
Ich versuche also Bilder oder Vergleiche ziehe ich eigentlich immer eher dann
ran, wenn es darum geht, so die Vielfalt zu zeigen. Also so ein bisschen damit
aufzuräumen, dass die Leute halt kommen mit, ach du machst BDSM,
dann machst du ja mit Sicherheit auch XY.
Und das versuche ich halt immer gern mit Musik zu vergleichen.
Jeder hat so seinen ganz ureigenen Musikgeschmack. Keine zwei Musikgeschmäcker
sind gleich, aber trotzdem finden sich halt Metal-Fans hier auf der Wiese und
Rock-Fans auf der anderen Wiese und Hip-Hop-Fans auf, wo auch immer Hip-Hop-Fans rumlaufen.
Sebastian
Ja, die haben alle ihre eigene Wiese auf jeden Fall.
AnruferIn
Ja, genau.
Sebastian
Und das müssen sie auch haben. Stell dir vor, die würden sich mischen.
AnruferIn
Ja, das ist eine fürchterliche Vorstellung.
Sebastian
Ich glaube, das wäre das Bild. Stell dir vor, die würden sich alle mischen.
Man hätte unglaublich viel Spaß miteinander, sondern auch, wenn man völlig gegensätzlich ist.
AnruferIn
Ja, aber ich finde, damit kann man sehr gut so die Breite des Ganzen mal so
ein bisschen versinnbildlichen.
Sebastian
Ja, ich habe hier, ich habe mal wieder den Chat fragen lassen von der schicken
Umfrage, welcher Satz fällt in so einem Gespräch? Ich gehe die mal mit dir zusammen durch.
So Sätze, die eigentlich immer fallen. Wer schlägt denn da wen?
Gibt es die Frage? Und was sagt man da? Machst du ja gar nicht.
AnruferIn
Naja, im Zweifel würde ich, also ich kann mich nicht erinnern,
dass ich es konkret gefragt worden bin, aber die Antwort würde im Zweifel lauten,
wenn dann jemand anders mich.
Sebastian
Okay, und dann kommt gleich die passende Frage dazu, und warum macht man das?
AnruferIn
Weil es Spaß macht.
Es ist eine total blöde Antwort. Es ist eine total blöde Antwort.
Aber es ist halt letzten Endes, wie mit allen anderen Interessen auch,
begründe mal, warum dir Musik XY gefällt.
Sebastian
Ja, aber Musik ist ja, das ist ja Kultur. BDSM ist ja BDSM Kultur.
Du kannst immer alles mit Kunst und Kultur erklären. Und das versuche ich ja bei dem Podcast auch.
Aber BDSM wird jetzt, also Bondage, das wird eventuell noch als Kunst gesehen,
vielleicht sogar als Kultur. und ein Film über BDSM ist vielleicht auch noch
Kultur und manchmal sogar Kunst, na eigentlich nicht.
Aber BDSM als solches, das ist ja nichts davon. Das ist ja einfach nur wilde
Freizeitbeschäftigung.
AnruferIn
Ja.
Man kann den Leuten auch ganz gut den Wind aus den Segeln damit nehmen,
indem man sie damit einfach auflaufen lässt, weil, ich meine,
was willst du auf die Frage sinnvollerweise sagen?
Begründe, und das gilt ja für jedes Interesse eigentlich. Man hat irgendwann
festgestellt, dass es einem Spaß macht. Ist es wirklich wichtig, warum?
Solange es allen Beteiligten Spaß macht.
Sebastian
Ja, weil wenn du jetzt, wenn jemand anderes dir erklärt, warum er irgendein
krudes Hobby hat, was nehmen wir mal an ihm kann, was ist denn das für ein Hobby?
Am Ende gibt es klebrige Masse und vorher wird man tausendmal gestochen und
im Zweifel verkiftet von den Biestern.
Ja, und wenn man nicht aufpasst, dann hauen sie einem noch ab und man muss irgendwie
durch die Felder hinterher rennen.
Also die Leute würden ja auch erzählen, was da so der Vorteil ist.
Dann würden sie sagen, ja, das ist toll mit den Bienen und das mit der Königin
und die Struktur und das ist total interessant und hinterher der Honig und das
ist der beste Honig und den habe ich selber quasi erarbeiten lassen und und und.
Und also die würden ja auch da was finden und erklären bei jedem Hobby irgendwie.
Gut, BDSM ist kein Hobby, aber dieses, also sagt man dann, boah,
das befriedigt mich einfach, das ist gut, das ist schön, das ist geil.
AnruferIn
Es fühlt sich gut an. Also ich finde, also ich habe es tatsächlich schon gemacht,
es einfach zu sagen, es fühlt sich für mich halt gut an.
Es ist etwas, also...
Für mich ist es, wie gesagt, auch aus der DS-Ecke hat es halt auch viel so mit
Hingabe zu tun. Und das ist ja auch eine ganz starke Emotion.
Um das fühlen zu können, das ist etwas, was mir halt einfach sehr viel Freude bereitet.
Und ich glaube, da spricht man auch in Kategorien, die grundsätzlich genug sind,
dass zumindest ein Anteil der Leute damit auch tatsächlich was anfangen kann,
selbst wenn sie von BDSM noch nie irgendwas gehört hätten.
Sebastian
Ich glaube, bei dir ist es vielleicht auch die Art. Du stehst vor den Leuten
und so, ja, das ist super. Du lässt überhaupt keinen Zweifel daran zu.
Das ist einfach vollkommen klar. Das gibt es nicht zu diskutieren.
Vielleicht wirkt das an sich ja schon.
AnruferIn
Das ist wie gesagt etwas, das habe ich mir über die Jahre so angeeignet,
weil ich das total faszinierend fand, bei anderen zu beobachten. Ja.
Ich meine, das macht halt dann auch ein bisschen Spaß, da mit den Leuten so
ein kleines bisschen den Wind aus den Segeln zu nehmen und vielleicht manchmal
auch ein kleines bisschen, vielleicht nicht direkt zu schocken,
aber so ein bisschen so dieses,
naja, du hast jetzt eine Frage gestellt, jetzt musst du mit der Antwort auch leben können.
Sebastian
Ja, dann kommt gerne mal sowas wie, das hätte ich aber nicht von dir gedacht.
So leicht so, ach, ich habe dich eigentlich für einen coolen Typen gehalten
und jetzt sowas. Schon mal gehört?
AnruferIn
Tatsächlich, also das hätte ich jetzt nicht erwartet, habe ich häufiger gehört,
weil ich einem nach außen hin vergleichsweise langweiligen Bürojob nachgehe.
Da gehört man das natürlich, also ich habe es jetzt im Arbeitsumfeld noch nie
irgendjemandem erzählt, aber Leute, die halt von mir erst wissen,
was ich beruflich tue und dann erfahren, dass ich Kingster bin,
da kommt das halt schon mal aber eher so als Überraschung.
Also nicht als, was ist denn das für ein komischer Typ, sondern mehr so als,
aha, der macht ja irgendwie noch mehr als am Schreibtisch zu sitzen.
Das ist ja interessant. Das hätte ich halt nicht gedacht. Also das ist dann
eher so das, was dann schon mal kommt.
Sebastian
Ja, gibt es auch vielleicht mal den Punkt, wo du das erklären möchtest,
dich aber nicht dabei outen willst. Also was weiß ich, du sagst Bürojob.
Im Büro sagt irgendwer was und dann hast du aber das Bedürfnis,
oh nee, ich mag das jetzt einmal kurz richtig stellen, aber du willst es halt
so sagen, dass du nicht zugibst, dass du selber was damit zu tun hast.
AnruferIn
Habe ich, also lustigerweise habe ich, als ich mich meinen Eltern gegenüber
geoutet habe, so angefangen, weil ich erst mal vorfühlen wollte,
wie denn so die Wasser sind, bevor ich mich da so mit einer Arschbombe reinfallen lasse
und habe damals gesagt, ja, also ich habe da so einen Artikel im Spiegel gelesen
und da ging es um alle möglichen Dinge und dann hat sich darüber ein Gespräch
entwickelt, an dessen Ende ich dann gesagt habe, ach übrigens,
also den Artikel im Spiegel, den gab es eigentlich gar nicht.
Ja, war schön, dass wir über das Thema gesprochen haben und ich glaube irgendwie
so würde ich versuchen, mich da drum herum zu winden, wenn es jetzt eine Situation
ist, wie halt eben bei Arbeitsplatz, wo es jetzt halt auch nicht unbedingt hingehören muss,
mich da irgendwie so, ich will nicht sagen rauszuwinden, aber dann zu versuchen,
das auf irgendwelche sachlichen Quellen zurückzuführen.
Sebastian
Ja, und im Spiegel, wenn man im Archiv guckt, es gibt ein paar Artikel,
also Spiegel und Zeit weiß ich zumindest, wenn man das Archiv durchsucht,
dann gibt es den einen oder anderen Artikel und die sind nicht mal schlecht, muss ich ja zugeben.
AnruferIn
Ja, ja.
Sebastian
Ich hätte noch so einen letzten schönen Satz, den man da sagen könnte,
ist das nicht gefährlich?
AnruferIn
Ja, klar.
Aber da zitiere ich einen Satz, der heute auch schon ein, zwei Mal gefallen
ist, das ist Motorradfahren auch.
Oder andere Hobbys. Und ich glaube, da kann man auch ganz, ganz viel Aufklärungsarbeit
leisten, wenn man dann nämlich über Konsens spricht. Wenn man darüber spricht,
okay, was für Rückfall-Ebenen gibt's denn?
Dass man auch mal erklärt, dass man sich halt vorher mit der oder den Personen,
mit denen man spielt, über eine Szene Gedanken macht.
Dass man da halt nicht einfach so reinfällt in der Regel, sondern sich tatsächlich
mal Gedanken macht, okay, was ist das Rahmenkonzept?
Was ist das Safe-Word? ähm, ich erkläre immer ganz gern, weil ich ein wahnsinnig
großer Fan vom Ampelsystem bin, das Ampelsystem,
und darüber habe ich die Erfahrung gemacht kann man viel von diesem,
ja aber das ist doch total gefährlich, auch entkräften ähm, weil man es in dieses Korsett kleidet von,
ja es ist gefährlich, aber wir machen uns Gedanken über das,
was wir tun wir tragen beim Motorrad fahren den Helm und wir vereinbaren beim
Spielen vorher ein Safeway Ja.
Sebastian
Also ich habe So gerade zu dem Vergleich, das ist so ein bisschen wie so Fachgespräch
über IT-Security. Ich habe verschiedene Ebenen und gucke hier und gucke da.
Und es gibt halt die User, die machen halt ihren Scheiß. Und es gibt halt dann,
die IT, die halt guckt, wir haben verschiedene Ebenen, wir haben uns Gedanken
gemacht, wir haben ein Konzept.
Und ja, wir machen ultra gefährliche Sachen, also so Sachen wie wir empfangen E-Mails von außen.
Aber wir haben ein Konzept, wie wir das halbwegs sicher gestalten können.
Ich finde, das ist gar nicht so unähnlich. Ich muss da mal weiter drüber nachdenken.
AnruferIn
Ich sag mal, angesichts der Schnittmenge zwischen Kingston und ITlern kommt
es vielleicht auch nicht von ungefähr.
Sebastian
Das kann tatsächlich sein. Okay, gibt es irgendein Bild oder eine Metapher,
die besonders gut geht oder
vielleicht auch ein Bild oder eine Praktik, wo du sagst, also das würde ich
den Leuten vielleicht nicht gleich erzählen und damit verschrecke ich sie ja
wirklich, weil das wollen wir ja nun gerade nicht.
AnruferIn
Ich hab tatsächlich die Erfahrung gemacht, ich hab halt einen relativ ausgeprägten
Fußgäng und da hängt halt wahnsinnig viel Klischee dran, so außerhalb der Szene.
Und das ist etwas, wo ich tatsächlich, wo ich einmal mit auf die Nase gefallen
bin, weil ich versucht habe, bei damals einer Kommilitonin, auf die ich ein
Auge geworfen hatte, mal so langsam vorsichtig vorzufühlen.
Und mein langsam vorsichtiges Vorfühlen, dass wenn sie vom Tanzen schmerzende
Füße hat, sie doch nur jemand mochte, ihr die Füße massiert,
was dazu geführt hat, dass ihre Mundwinkel bis unter den Boden der Straßenbahn gesunken sind.
Habe ich festgestellt, bei so Sachen, die so sehr klischeebeladen sind,
bin ich tatsächlich eher ein bisschen vorsichtig, weil man ansonsten,
sehr viel mit Klischees aufräumen musst. Und das ist schwierig,
weil wenn die Leute einmal diesen ersten Eindruck haben, ist es manchmal ganz,
ganz schwierig, damit wieder aufzuräumen.
Sebastian
Also deinen Main King kannst du im Prinzip gar nicht so richtig sagen als erstes,
weil das kennen die Leute vielleicht schon aus dem Fernsehen.
Oh, so ein Fußfetisch ist.
AnruferIn
Ja, es ist tatsächlich etwas, mit dem ich vorsichtiger geworden bin.
Sebastian
Schade, eigentlich schade, weil das ist es ja dann eigentlich.
Ärgerlich, aber ich kann das nachvollziehen, ich habe auch neue Kinks entdeckt
in den letzten Jahren und ich traue mich noch nicht, mich dazu zu bekennen öffentlich,
das muss ich ganz ehrlich zugeben das traue ich nicht mal der Kinky-Community
ehrlicherweise zu so viel dazu.
AnruferIn
Jetzt machst du uns aber neugierig Ja.
Sebastian
Mache ich natürlich, das ist ein Prozess den ich hier über Monate und Jahre
aufbaue bis ich irgendwann mal was erzähle und das ist auch der Punkt,
man muss ja auch selber erstmal safe mit etwas sein und dann dann kann man da
auch offen sein Aber tatsächlich,
ich kann das total nachvollziehen, dass man da abstuft.
Was mache ich, wie mache ich es, in welchem Bereich und wo.
Und das hängt wirklich vom Einzelnen gegenüber auch ab, was man sagen kann.
Aber jetzt sprechen wir so lange, ich habe schon wieder diese Uhr aus dem Blick
verloren, fürchterlich.
Ich sage einfach vielen Dank und ich hoffe, dass du mit dieser eloquenten Art,
dass du die Leute immer dazu kriegst, dass sie sagen, ah, ja,
cooler Kerl hat mich weitergebracht, ich denke jetzt mal drüber nach.
Und ich glaube, das gelingt dir auch zu großen Teilen.
AnruferIn
Bislang klappt es ganz gut. Bislang bin ich noch nicht großartig auf die Nase
gefallen damit. Ich gebe mir Mühe, dass es so bleibt.
Sebastian
Sehr schön. Dann weitermachen. Ich wünsche dir einen schönen Abend.
AnruferIn
Den wünsche ich allen Beteiligten auch.
Sebastian
Tschüss.
So ihr Lieben, das war Atlantikus und jetzt mag ich einmal hier mein Anruf-Plugin
neu starten. Das hat mir nämlich gar nicht mehr angezeigt, dass ich angerufen
werde. So, aber die Leitung ist wieder frei.
Wo ist die Telefonnummer? Wo ist sie, wo ist sie, wo ist sie? Da!
05101 9118 952 ist die Telefonnummer.
Und ihr merkt, ich habe noch keinen einzigen Einspieler eingespielt,
was großartig ist. Und ja, je mehr Menschen sich hier melden,
desto besser, umso besser können wir verständlich machen, was es damit auf sich
hat. So, und es klingelt tatsächlich, hallo, Sebastian hier,
mit wem spreche ich? Ja, hallo, hier.
AnruferIn
Ist der Ehesklave.
Sebastian
Der Ehesklave, hallo. Das ist ja spannend, also jetzt habe ich ja irgendwann
mal die Leute vor zwei Wochen so heiß gemacht auf dieses Thema,
dass sie sich alle melden. Ich bin begeistert.
AnruferIn
Ja, ich wollte da mal eine Geschichte zu erzählen und zwar eine gute Freundin
von meiner Eheherin, die,
kennt, wie wir leben und sie selber ist ja total Vanilla, hat damit also nichts zu tun,
und sie ist einfach...
Ja, begeistert, wenn sie bei uns ist zum Kaffee trinken, dann kriegt sie natürlich
mit, dass wir so gewisse Regeln und Rituale auch noch aufrechterhalten und ich
sie ihr dann den Kaffee bringe.
Und sie findet das einfach schön und sie sagt immer, ich finde das total toll,
wie harmonisch ihr miteinander umgeht.
Sebastian
Okay, aber fangen wir mal ein bisschen früher an. Habt ihr die Person vorher
mal gefragt, ob sie was wissen möchte oder habt ihr ihr mal irgendwann was erklärt?
Weil ja, dass sie was wahrnimmt, ist ja schön, aber vielleicht muss man vielleicht
auch erstmal so ein bisschen das Einverständnis einholen.
Und wir machen da so ein paar Rituale oder wir haben so ein paar Sachen,
die wir hier machen zu Hause.
Möchtest du ein bisschen grob wissen, was der Hintergrund ist oder war das einfach
so? Also inwieweit habt ihr sie auch am Anfang mitgenommen?
AnruferIn
Also wir haben sie jetzt vielleicht ein bisschen ins kalte Wasser gestupst.
Wobei ich auch sagen muss, sie hat halt meine Herrin kennengelernt und sie ist
eigentlich relativ offen. und hat sie relativ schnell auch mit ihrer Art,
darüber dann informiert, dass wir da ein bisschen anders zu Hause ticken.
Und sie hat dann halt auch einfach Interesse gezeigt,
Ja, also sie hat ja auch immer mal von sich aus nachgefragt,
sag mal, wie ist das und wie macht ihr das?
Wir haben das jetzt natürlich nicht offensiv zu Hause gemacht.
Es ist halt eher so, sie ist dann zu Hause oder sie ist bei uns zu Hause und
ich frage dann, was möchtest du denn trinken? Und ich bringe ihr dann den Kaffee.
Und das ist etwas, was sie bei sich zu Hause so nicht kennt.
Also, dass da so ein bisschen mehr Service stattfindet,
das hat sie halt gemerkt, dass da vielleicht auch ein bisschen was anderes im
Hintergrund ist und fragt dann natürlich auch nach.
Und dann sind wir dann halt auch recht offen und sagen, ja, wir leben halt so
und das hat sie dann auch so weit gebracht, dass sie dann auch sagte,
kann ich mal mit zu euch zu einem Stammtisch, wir sind auch in einem Verein.
Sebastian
Lass mich dich nochmal kurz stoppen, was hat sie denn für Fragen gestellt?
Ich meine, ich finde das immer, man kommt als kinky Person gar nicht drauf,
was die Menschen wissen wollen.
Also was für konkrete Fragen hat sie gestellt?
AnruferIn
Sie hat eigentlich weniger Fragen gestellt, sondern sie hat einfach immer gesagt,
ich finde das so toll, wie ihr miteinander harmonisch miteinander umgeht.
Also sie war eigentlich von dem Ganzen begeistert, das, was sie mitbekommen
hat. Und das war, ich sage mal, das ist jetzt, was sie mitbekommen hat,
ist jetzt vielleicht nicht eher der Kink, Das ist eher,
ich sag mal, ein Service und zuvorkommendes Verhalten.
Und da hat sie natürlich dann gefragt, wie ist das denn, wenn jetzt auf irgendwelchen
Stammtischen sind, wenn wir dann von erzählt haben, ja, am Wochenende wollen
wir da hin und da ist dann die Party.
Und da haben wir dann natürlich auch ein bisschen erzählt, was bei so einer
Party passiert und wie wir uns dort geben.
Und das hat dann bei ihr auch das Interesse geweckt, dass sie dann auch sagte,
ich will mal zu so einem Stammtisch mit.
Ich will das mal sehen, die Räumlichkeiten und mit den Leuten,
wo ihr immer begeistert sagt, den haben wir noch kennengelernt und das war auch ganz toll.
Sie war einfach interessiert und wollte da auch mal ein bisschen reingucken.
Sebastian
Ja, aber dann habt ihr ja im Grunde schon gewonnen. Dann musstet ihr ja gar
nicht mehr so viel erklären, sondern die Person hat was wahrgenommen,
hat euch in eurer Interaktion wahrgenommen Und ja, war davon angetan.
Ich frage mal so, gab es schon mal so einen Punkt, wo du dachtest,
jetzt müsste man mal was erklären und die Person, also wie hat jemand reagiert,
der vielleicht nicht selbst danach fragt?
AnruferIn
Also sie kann damit selber überhaupt nichts anfangen.
Also sie hat zwar das Interesse und sagt dann, also für mich ist das nichts,
aber ich sehe ja, dass es euch gefällt und dass es euch gut tut.
Und von daher war da gar nicht die Notwendigkeit, ihr etwas erklären zu müssen.
Sebastian
Okay, jetzt ist natürlich heute, wir versuchen ja die Folge so zu gestalten,
dass wir den Menschen, die das hier hören, ab heute, morgen,
in fünf Jahren, dass sie so ein bisschen was an die Hand kriegen.
Also wenn jetzt jemand sagt, ah, ich möchte das gerne jemandem erklären,
meinst du, zeigen ist grundsätzlich eine gute Option.
Ich meine, wenn man jetzt, man ist zu Hause, man hat das Kinky-Pärchen,
jetzt kommt irgendwie Besuch über das Wochenende, diese Rituale.
Ich weiß, das machen viele, die stellen das dann alles ab oder sie machen es
so heimlich, dass es auf jeden Fall niemand mitbekommt.
Inwieweit meinst du, kann man Besuch, sage ich mal, auch so ein bisschen einen
Einblick geben? Es muss ja nicht explizit sein, sondern dass man einfach die
Rituale nicht so weit zurückschraubt.
Also wie würdest du dich da am ehesten verhalten, was würdest du empfehlen?
AnruferIn
Also ich denke mal, dass wir einfach ohne jetzt mit Halsband oder irgendwelchen
Fesseln zu konfrontieren,
einfach ein Rollenverständnis vorgelebt haben, dass es klar ist,
dass ich nachfrage, ob sie noch was nachschenken soll,
ob sie noch ein Stück Kuchen haben will oder wenn es dann darum geht,
sie nach Hause zu bringen, dass es dann klar ist, dass ich sie dann bringe.
Das könnte man so als, okay, dass es jetzt ein bisschen zuvorkommt,
aber es ist halt nicht offensichtlich mit der King-Keule konfrontieren,
aber sich auch nicht verstecken.
Sebastian
Ja, ich glaube, das ist vielleicht so ein Punkt, dass man diese kleinen Symbole,
also ich sehe gerade, man hat ja so Symbole, die man im Alltag,
wenn man das Haus verlässt, die trägt man vielleicht damit rum,
also dass man so einen Halsreif oder so draußen trägt, das geht in der Öffentlichkeit.
Aber wenn ich jetzt das jemandem zeigen möchte oder einen Einblick geben möchte,
dann sind Symbole vielleicht auch eher abschreckend. Dann ist vielleicht das
Halsband eventuell ein Symbol, was für die Leute das etwas komplizierter macht.
Sondern wenn sie einfach die Interaktion sehen, dann überzeugt sie das vielleicht schon.
AnruferIn
Ja, und wenn Sie auch mitkriegen, es ist eigentlich ein ganz normales Ehepaar,
was einfach harmonisch miteinander einen anderen,
Style pflegt, aber dabei unheimlich glücklich miteinander sind,
dann kann das ja nichts Schlechtes sein.
Sebastian
Ja, das ist erstaunlich logisch. Dem stimme ich einfach mal zu.
Hast du auch mal Ablehnung irgendwo erfahren, dass du jemanden versucht hast,
das irgendwie näher zu bringen und die Leute, also wenn zum Beispiel,
nehmen wir mal an, irgendwie,
ein Kumpel von dir ist zu Hause und der sieht das und dann ist er eigentlich
nur so, oh Gott, der lässt sich ja von seiner Frau rumschubsen und das ist ja ganz fürchtlich.
Also wo die Leute das, auch das, was sie da sehen, einfach wirklich ablehnen.
Hast du das schon mal gehabt?
AnruferIn
Ja, ich hatte hier schon mal angerufen, wo ich von meinem Outing damals erzählt
hatte, wo ich so einen vorgefertigten Brief verschickt hatte,
wo ich da von einem Studienkollegen dann quasi nichts mehr dann gehört hatte,
wo er sich da aus meinem Leben zurückgezogen hat.
Sebastian
Also der Brief hat nicht funktioniert.
AnruferIn
Bei ihm eher weniger.
Sebastian
Ja, man kann ja dich über die Podcast-Webseite hinterher finden und dann findet
man auch die andere Folge beziehungsweise das Kapitel und dann kann man sich
das auch nochmal genauer anhören. Ich mache einfach mal den Verweis.
Okay, also ich finde das eine spannende Idee zu sagen, okay,
den Alltag, den wir leben, den machen wir sichtbar und vielleicht macht das
ja Menschen neugierig und vor allem, das gibt den Menschen auch die Möglichkeit,
sie müssen nicht drauf eingehen.
Sie können es auch einfach stillschweigend ignorieren oder einfach wahrnehmen
oder sie nehmen es gar nicht wahr.
Ich finde das gar nicht so eine blöde Strategie, einfach diese Harmonie dann,
zu zelebrieren und diese Stimmung einfach wirken zu lassen. Ist eine schöne Idee.
AnruferIn
Vor allem, wenn dabei dann auch rübergebracht wird, es ist ja alles schön und
es leidet keiner darunter. Es lachen alle, es sind alle fröhlich und happy.
Trotzdem ist da irgendwie so ein Machtverhältnis. Es fällt auf,
dass immer nur der Mann rumläuft und alles besorgt und holt.
Sebastian
Aber ganz ehrlich, das gibt es in sämtlichen Vanilla-Beziehungen,
nicht in sämtlichen, aber in sehr vielen Vanilla-Beziehungen.
Das kenne ich aber auch. Man ist irgendwo zu Gast, Leute haben garantiert nichts
mit King zu tun und einer von den Zweien läuft immer rum.
Ja, also das allein ist es noch nicht.
Ich glaube, bei euch ist es noch ein bisschen mehr. Vielleicht spüren die Leute
auch so eine gewisse Wertschätzung oder so, dass die da mit rüberkommt,
die bei anderen vielleicht nicht ist. Also ich glaube, das ist bei dir,
wenn ich dir so zuhöre, wahrscheinlich das, wie du es tust, was dann einfach
eine Wirkung entfaltet.
AnruferIn
Ja, es sind sicherlich irgendwie Anzeichen und Situationen, wo man als fremde
Person eins und eins zusammenzählt und dann schon auf irgendein Ergebnis kommt.
Aber wie gesagt, wir halten da auch jetzt nicht massiv hinterm Berg.
Also wir drängen es nicht massiv auf, aber wir verstecken uns auch nicht,
weil wir sagen, okay, das sind nun mal wir und so haben wir uns entschieden zu leben.
Und bei dieser bekannten Freundin,
kam halt dann automatisch das Interesse, dass sie immer mehr gefragt hat und
da hat man natürlich auch sich mehr geöffnet und gesagt, ja,
wir waren da am Wochenende auf so einer King-Party.
Ach, okay, was habt ihr denn da gemacht? Und da kommt das eine zum anderen und
dann spürt man ja auch, ist da jetzt Interesse oder ist da Ablehnung?
Sebastian
Ja, genau. Also stimme ich dazu, aber wie gesagt, wenn die Person schon nachfragt,
dann hast du ja eigentlich schon gewonnen. Dann ist die Neugier schon da und
wenn Neugier erstmal entfacht ist, dann ist es wahrscheinlich ein leichtes.
Lieber Ehesklave, die Uhr tickt auch für dich ganz fürchterlich.
Das tut mir ein bisschen leid, aber ich unterbreche dich jetzt hier einfach
an der Stelle und werde mich von dir verabschieden. Aber es ist ein schöner
Punkt, es ist auch eine weitere schöne Herangehensweise.
Ich glaube, das haben viele Menschen eh schon mal ganz unterbewusst gemacht.
Jetzt können sie es bewusst tun. Vielen Dank.
AnruferIn
Alles klar, danke schön.
Sebastian
Tschüss.
So, ihr Lieben, noch haben wir ein paar Minuten, die Leitung ist frei und jetzt
habe ich eben eine Umfrage gemacht, die war so, wie hat die Person reagiert?
Und ja, gemischt haben 40% gesagt, also mehrfach Antworten waren möglich, offenbar.
Nein, war nicht möglich, nein, war nicht möglich.
Aber ablehnend haben 28% gesagt. Also, dass da wirklich eine ablehnende Reaktion
war. Wenn ihr mir davon erzählen möchtet, sehr gerne.
Vielleicht tut es ja die nächste Person, die jetzt schon gerade anruft.
Und ich gehe einfach mal ran. Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich?
AnruferIn
Ja, hallo Sebastian. Hier ist Christian.
Sebastian
Hallo Christian. Wir haben auch schon gesprochen. Der mit dem Apostroph, richtig?
AnruferIn
Genau, der mit dem Apostroph. Das ist richtig, ja.
Sebastian
Alles klar. Ja, okay, ich bin äußerst gespannt. Wie hast du Menschen erklärt,
was BDSM eigentlich ist und dass das vielleicht gar nicht so schlecht ist?
AnruferIn
Ja, es ist bei mir wirklich anders als das, was ich jetzt gehört hatte heute.
Ich habe jetzt im Laufe der Sendung mal mitgeschrieben, ich habe insgesamt zehnmal
so Gespräche gehabt mit teilweise Einzelnen, teilweise zwei Leuten und es war
immer geplant, also es war nie zufällig, dass es sich ergeben hätte.
Das ist mal das eine. Und vielleicht wohne ich ja in der falschen Region.
Ich habe eigentlich immer so eine kleine, war da natürlich vorbereitet.
Ich habe immer im Vorfeld angekündigt, dass ich über was reden möchte, muss.
Und na ja, es ging dann eigentlich immer los, dass ich erst mal so ganz kurz
so meine eigene Situation beschrieben habe. Also dass ich eben schon lange was
mit mir rumtrag und gern drüber reden würde und so weiter.
Und habe dann eigentlich immer zuerst mal versucht herauszufinden,
ob das Thema vielleicht schon irgendwie ein Begriff sein könnte und habe dann
auch schon ganz bewusst mal die Abkürzung BDSM, ob es Ihnen irgendwas sagt.
Und es war 100 Prozent nein. Keiner wusste irgendwas, keiner kannte Fifty Shades,
keiner. Also alle ausnahmslos, komplett ahnungslos.
Sebastian
Ich darf schon mal fragen, was das für Kreise sind.
AnruferIn
Das ist eigentlich unerwartet. Also das war einmal meine Frau,
das waren meine Eltern, das waren Freunde, Freundinnen, größtenteils so. Also ich bin jetzt 50.
Das ist der Alter, ich sag mal so zwischen 40 und 55 Jahre.
Ja, also hat mich teilweise überrascht, aber es war wirklich jedes Mal das Gleiche,
und deswegen sind die Gespräche dann auch eigentlich immer ähnlich abgelaufen,
dass ich eigentlich diese Abkürzung erstmal so ganz grob erklärt habe,
ohne irgendwo in die Tiefe zu gehen,
was es denn eigentlich erstmal bedeutet und wie vielfältig das ist.
Sebastian
Okay, wie erklärt man denn, also diese vier Buchstaben zu erklären,
die ja sechs Wörter haben,
also ich vermeide das wie der Teufel das Weihwasser, das zu erklären,
weil damit knallst du nämlich schon mal genau dieses Sadomaso mit raus am Anfang
gleich und das finde ich ganz schwierig, also wie bist du strategisch vorgegangen,
den Leuten dann auch wirklich klar zu machen, ja das ist es?
AnruferIn
Ja, das ist richtig. Und deswegen bin ich da auch eigentlich immer bewusst dann
ganz schnell drüber weggegangen. Ich habe es wirklich nur kurz gesagt,
das bedeutet es, das sind die Worte dahinter und bin dann eigentlich relativ schnell,
dazu übergegangen, viel über Konsens, über Respekt, über Grenzen,
über Kommunikation und so weiter zu reden.
Also um da eigentlich schon mal die Themen, ganz egal was es ist,
erstmal zu entschärfen.
Sebastian
Wo hast du denn gemerkt, dass du die Leute kriegst? Also kommen die dann bei
Consent? Gehen die schon mit?
Man hat ja manchmal so ein Gefühl, die Leute haben das Fragezeichen beim Kopf
schweben, dann irgendwann merkst du ein Aha und ach so ist das oder so ein um Gottes Willen.
Also da finde ich ja, das ist, wenn man den Leuten ins Gesicht guckt,
ganz viele Gefühle oder ganz viele Regeln, die nacheinander kommen.
Also wo meinst du, an welchem Punkt hat man sie gekriegt?
AnruferIn
Also bis dahin war es eigentlich immer so, dass es eigentlich Interesse war.
Die Leute haben zugehört.
Es kam aber bis dahin eigentlich nie eine Frage.
Also die kam dann eigentlich erst später. Vielleicht noch wichtig,
ich habe natürlich auch vorher jeweils immer angekündigt, dass jeder jederzeit
ohne schlechtes Gewissen so ein Ding abbrechen kann.
Aber gut.
Sebastian
Ja, das mit dem Abbrechen, ich glaube, das ist ein wichtiger Punkt,
weil die Leute denken, ja, da ist man ja so Begriffe wie ausgeliefert und so,
ne? Das ist ja, ja, aber du kannst trotzdem abbrechen. Ja, warum tut man es dann nicht, ne?
Ich finde, da sind die Leute völlig verständnislos. Wenn es wehtut,
warum sagst du da nicht Stopp? Ja, nee, weil, will ich ja nicht.
AnruferIn
Also, ich meine das Gespräch, das wir dann gerade führen. Jetzt nicht,
wenn man spielt, sondern in der Situation einfach, dass jeder weiß,
es wäre okay für mich, wenn jemand nichts davon hören möchte.
Sebastian
Ah, okay, das ist schon mal gut.
AnruferIn
Dass dann jetzt jemand sich irgendwo überfahren fühlt und denkt jetzt,
um Gottes Willen, jetzt bin ich da befangen und muss mir das jetzt anhören,
weil der Gegenüber sonst beleidigt ist oder sonst was.
Das habe ich eigentlich von vornherein immer ganz klar so explizit gesagt und
ist aber niemals passiert sich jetzt.
Und wie gesagt, wenn man relativ viel über genau dieses viel kommunizieren,
über Konsens, über auch das Abbrechen beim Spielen, egal was man macht,
über diesen gegenseitigen Respekt, über Aftercare,
über Grenzen respektieren und alles.
Im Endeffekt, da glaube ich, hat jeder dann schon mal, also wenn einer am Anfang
ein bisschen einen schlimmen Eindruck hatte, vielleicht durch diese Abkürzung, die waren dann weg.
Sebastian
Das hast du geschafft, ja?
AnruferIn
Ist so mein Eindruck gewesen.
Sebastian
Ja. Was gibt es denn vielleicht, die kommen ja dann auch und sagen,
ja ist das nicht so, also vielleicht auch wenn sie das nicht zuordnen konnten,
aber haben sie doch ein paar Vorurteile?
AnruferIn
Nee, komischerweise eigentlich nicht. Also ganz selten.
Vielleicht beim anderen. Ich komme dann meistens dazu, wo ich eigentlich so
ganz grob stehe in dem Spektrum und warum ich eigentlich jetzt gerade dieses
Gespräch suche. Das war dann unterschiedlich.
Das war das erste Mal mit meiner Frau, ich weiß nicht, ich habe in der Kopfkino-Folge
darüber erzählt, dass ich einfach jahrzehntelang mit mir rumgeschleppt habe
und es musste einfach sein.
Mit meinen Eltern war das ähnlich. Bei meinen besten Freunden und Freundinnen
war es mir einfach ein Bedürfnis, dass die so ein bisschen einfach das kennen,
weil es einfach ein Teil von mir ist.
Und viermal war es auch so, ist jetzt auch schon auch im Chat thematisiert worden,
dass das Vorliebe für Füße recht schwierig ist.
Sebastian
Was spannend ist, weil das ist ja eigentlich so eine der Praktiken,
die ist jetzt, ich sag mal, relativ ungefährlich und da gibt man ja besonders
schöne Gefühle, weil was kann man schon gegen eine Massage haben zum Beispiel.
Das sehe ich eigentlich auch so.
Aber es ist irgendwie konnotiert als, bäh, fürchterlich.
AnruferIn
Ich habe trotzdem jeweils erzählt, weil es einfach bei mir dazugehört.
Nicht als fetisch, aber ich mag es einfach.
Und bei vier von diesen Gesprächen war es auch so, dass ich es deswegen gesucht
habe, weil ich eben im Laufe dieser Jahre, Jahrzehnte, wo ich da alles mit mir
rumgetragen habe, mich da schon vergriffen hatte.
Und damit quasi ja bei jemandem irgendwo in einen Bereich eingedrungen war,
was einfach nicht in Ordnung ist.
Und habe das natürlich, nachdem ich alles erzählt und erklärt habe,
dann auch erzählt, was ich gemacht hatte als letztes und auch da Gott sei Dank
in jedem Fall eigentlich nur Akzeptanz gekriegt und alles okay und nichts Schlimmes.
Sebastian
Okay, also wie äußert sich denn Akzeptanz? Was sagen denn die Leute,
dass du weißt, okay, jetzt akzeptieren sie es?
AnruferIn
Ja,
Also in diesen vier Fällen war es so im Endeffekt, dass jeder gesagt hat,
alles gut, mach dir keine Gedanken, du hast niemandem damit wehgetan.
Also das waren diese vier Fälle. Bei den anderen merke ich es einfach dadurch,
dass generell, wenn ich mit Frauen gesprochen habe, sind manchmal wenige,
manchmal viele Rückfragen kommen.
Wenn ich mit Männern gesprochen habe, die haben immer gesagt,
ja okay, nicht meins, aber es ist deins und es ist alles okay und die Freundschaft
ist genauso wie vorher auch.
Im Endeffekt, man merkt eigentlich nur das Ergebnis. Ich glaube direkt an dem
Tag, wenn jemand nicht kommunikativ ist, manchmal brauchen die dann vielleicht
auch einfach ein paar Tage, um das sacken zu lassen.
Sebastian
Gibt es vielleicht ein paar Bilder, Metaphern, die du verwendet hast,
die Leute verstehen konnten?
Also wenn ich was aus deren Leben nehme, sowas wie, ja, du spielst doch auch
gerne Lotto, das tut doch auch jedes Mal im Portemonnaie weh,
keine Ahnung, aber wenn du dann gewinnst, dann selbst die 5 Euro,
die sind dann schon toll.
Also gibt es Metaphern, die du, ich sag mal, erfolgreich verwendet hast,
die sich jetzt auch vielleicht Menschen abgucken können, die hier zuhören?
AnruferIn
Ja.
Nee, Metaphern in dem Sinne leider nicht. Aber was die Metapher ist,
was auch jeder versteht, ist eben, wenn man über Konsens spricht und Kommunikation
und gegenseitigen Respekt, weil das gibt es, glaube ich, auch überall.
Man macht irgendwas, einer fühlt sich nicht wohl dabei, das muss ja jetzt nichts
mit Kink oder BDSM zu sein.
Und einfach diese Offenheit und dass das eigentlich jeder hat,
der im BDSM-Umfeld normalerweise irgendwo unterwegs ist, oft mehr wie nicht-kinky
Leute, das kann glaube ich jeder nachvollziehen, dass das was Schönes und was Gutes ist.
Sebastian
Ja, das ist was, also gerade dieser Konsent in dem sexuellen Bereich,
das scheint ja grundsätzlich etwas zu sein, wo die Leute sagen,
aha, also ich habe manchmal das Gefühl, dass viele sagen, aha, das gibt's, ja,
also das ist so, oh, das ist ja, davon habe ich noch nie gehört,
zumindest hatte ich schon öfter den Eindruck, dass Menschen an der Stelle,
also gerade dieses, was ist Konsent, aha, und beide wollen das und nur wenn
es beide wollen, passiert was
und das sind Sexualität, also da habe ich manchmal das Gefühl,
um Gottes Willen, was haben diese Menschen schon, erlebt.
Ich glaube, damit kriegt man sie, weil das scheint dann manchmal so ein Aha-Erlebnis
zu sein. Darüber habe ich noch nie nachgedacht.
AnruferIn
Und weil du es gerade sagst mit Sexualität, das ist ganz lustig,
weil ich habe wahrscheinlich morgen habe ich nochmal wieder ein längeres Gespräch,
mit einer Person, wo ich schon gesprochen hatte und die eigentlich ziemlich alles von mir weiß.
Und wir haben jetzt erst über Schriftverkehr, hat sie mitbekommen,
dass es für mich eben nichts Sexuelles ist für mich komplett,
Absolut nichts mit sexuellem zu tun. Und das war für sie viel,
viel schwieriger zu verstehen.
Oder das konnte sie überhaupt nicht glauben. Sie hat tausend Fragen und sie
muss unbedingt mit mir reden.
Kann sie sich gar nicht vorstellen. Und, ähm, ja.
Sebastian
Also, was habe ich mal gehört? Wenn es unnötige körperliches Wohlbefinden ist,
dann muss es sich ja um Sexualität handeln.
Ja, ich behadere auch noch mit der Definition, aber ich fand die gar nicht so blöde, die Idee.
Also, für viele Leute ist sehr viel halt schon Sexualität oder Sex.
AnruferIn
Ne?
Sebastian
Oh, du hast einen Menschen angefasst, das muss sich um Sex handeln.
AnruferIn
Ja. Wenn man jetzt an dem Beispiel von Füßen kann man es eigentlich recht schön
erklären, weil wenn ich jetzt jemandem eine Fußmassage gebe oder ich küsse da einen Schuh,
dann gibt es die Variante, dass mich das wirklich erregt und ich kriege da Schnappatmung und geil.
Oder es ist so, dass es sich einfach wohlig anfühlt, schön, dass man sich so
friedlich fühlt innen drin. Und das ist so dieser Unterschied.
Sebastian
Ja, Mrs. Ferry hat gerade was im Chat noch geschrieben.
Ich lese mal vor. Ich habe schon Menschen erlebt, die dachten,
BDSM ist immer frauenfeindlich.
Jemand, der jetzt Füße zu Hochgefühlen verhelfen kann.
Stell dir mal vor, du erzählst jemandem davon und dann kommt so ein Satz.
Also mir wird ja die Spucke wegbleiben.
AnruferIn
Ja,
da hatte ich vielleicht das Glück, dass keiner von meinen Gesprächspartnern
da irgendwie mit Klischees oder auch irgendwie davor belastet war.
Und ich weiß nicht, ob das bei mir zogen wird.
Mir kam es jetzt immer so vor, dass bei allen Anrufern, ja die Leute haben vielleicht
schon was von gewusst, die waren da ganz locker.
Also meine waren komplett ahnungslos,
und bis auf einen Fall, wo ich wirklich Ablehnung erfahren habe,
war es dann auch wirklich gut. Also Freundschaft, Beziehung ist unverändert.
Größtenteils ist es deutlich besser geworden, weil die Leute das einfach zu
schätzen wussten, dieses Vertrauen, was man entgegenbringt.
Sebastian
Ich glaube, es hat auch jeder verstanden.
AnruferIn
Wie schwierig das sein kann, über sowas zu sprechen.
Sebastian
Ich wollte dich jetzt eigentlich schon verabschieden, weil die Uhr tickert wieder.
Aber jetzt hast du dann doch gesagt, einmal hast du Ablehnung erfahren.
Vielleicht magst du dazu noch ein, zwei, drei Sätze sagen.
AnruferIn
Ja, das war leider nicht schön. Das war das erste Gespräch. Das war die Sache mit meiner Frau.
Und das hat sich auch bis heute leider nicht geändert.
Die Sprüche, also schon als ich angefangen habe über die Vielfalt im BNSM-Spektrum,
habe ich schon gemerkt durch Kommentare und Unterbrechungen,
dass es da nicht mitkommt. Und der blöde Spruch, wo ich mir jetzt,
weil ich vorhin auch die Umfrage weiß, ich weiß nicht, was das Problem derer
Menschen ist oder der Leute.
Was haben sie für ein Problem? Und das hat wehgetan.
Sebastian
Ja, das ist so hoch, das haut rein.
AnruferIn
Ja.
Sebastian
Ja, also da fühle ich echt mit dir.
AnruferIn
Ja, aber es ist halt so, sie kann da nicht aus ihrer Haut. Ist leider so.
Und ja, das kann man dann nur akzeptieren. Ich habe es mehrfach probiert.
Ja.
Sebastian
Schade, dass es ausgerechnet bei deiner Frau dann so war.
Aber, ja, was soll ich dazu sagen? Das ist halt an der Stelle ein Punkt,
da kommt man nicht drüber hinweg.
Aber vielleicht mit jedem Menschen, mit dem du dann da einen Punkt hast,
vielleicht ist das dann jeweils auch was, wo dein Umkreis, mit dem du darüber
sprechen kannst, dann auch ein bisschen vergrößert ist. Das ist ja dann auch der Gewinn.
AnruferIn
Ja, genau. Deswegen ist mir das auch wichtig. Und wenn man es gezielt macht,
glaube ich, hat man auch schon so ein Gefühl, mit wem man über sowas reden kann,
mit wem vielleicht besser nicht.
Wenn es jetzt familiär ist, da muss es halt sein. Es ist die Familie.
Sebastian
Ja, na gut, schade nochmal so ein Downer, sage ich mal am Ende,
aber auch das gehört dazu.
Christian, vielen, vielen Dank für deinen Beitrag und ich wünsche auch dir,
dass du immer die richtigen Worte findest.
AnruferIn
Danke dir, Sebastian. Viel Spaß euch noch und bis bald wieder.
Sebastian
Tschüss.
AnruferIn
Tschüss.
Sebastian
Okay, so. Liebes Publikum, die Leitung ist frei.
Wer möchte, wir haben die Telefonnummer 051019118952.
Und während ihr euch jetzt wundert, warum kommt jetzt dieselbe Frage im Chat
nochmal, das ist ganz einfach, das Podcast-Tubie konnte das nicht sehen,
weil wenn wir beide die Kontrollen dafür aufhaben, dann sieht nur der,
der zuerst klickt, ich muss das mit den Reloads nochmal automatisieren.
So, aber es klingelt tatsächlich wieder. Ich gehe mal ran.
Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich?
AnruferIn
Hallo, Stella ist hier.
Sebastian
Ich habe den Namen nicht ganz verstanden.
AnruferIn
Stella.
Sebastian
Hallo, Stella. Schön, dass du anrufst. Ja, BDSM, nicht kinky Menschen erklären.
Wie sind deine Erfahrungen?
AnruferIn
Ich bin eher ein Mensch, der zu viel Preis gibt. Und man kann zum Beispiel auch
meinen Schlüssel an der Halskette sehen oder einen Ring.
Und dann gibt es einige Menschen, die nachfragen.
Und ich versuche das den Menschen immer so zu erklären, dass es,
ja, dass man halt auch...
Sebastian
Gönstchen spannend.
AnruferIn
Da hättest du jetzt ziemlich richtigen Worte gerade.
Sebastian
Das ist gar nicht schlimm. Ich kann aber ein paar Fragen stellen.
Das ist überhaupt kein Thema.
AnruferIn
Ja, dann so rum.
Sebastian
Also erstmal der Punkt so, wem wolltest du oder musstest du das erklären?
Und hat die Person gefragt oder war es dir ein Bedürfnis, die Person ein bisschen aufzuklären?
AnruferIn
Fragen tun am meisten oder am häufigsten Arbeitskollegen, denen das auffällt.
Weil die Menschen, mit denen ich mich sonst umgebe, schon im Kindbereich sind mittlerweile.
Und da ist es so, dass ich erst mal zurückfrage, was man halt von einem Menschen
wissen möchte, um überhaupt erst mal zu tasten, wie weit kann ich jetzt ehrlich antworten?
Sebastian
Was fragen die denn? Sie sagen, ach, da hast du aber was Hübsches.
Das erzähl doch mal, das ist ja auch nicht ganz unübergriffig,
also wie steigen die in das Thema ein?
AnruferIn
Ja genau, also hat der Ring eine Bedeutung oder du willst ja Schlüssel an der
Halskette, ich gucke da die ganze Zeit hin, was bedeutet der,
und dann frage ich halt nach und dann merke ich, ich kann es erzählen und beim
Schlüssel erzähle ich zum Beispiel einfach, dass mein Partner seine Lust in
meine Hände gegeben hat.
Sebastian
Okay, das ist aber, das provoziert ja weitere Nachfragen.
AnruferIn
Ja, aber es ist ja nicht, also wie gesagt, ich teste ja schon vor,
ob die mit den Antworten, ob das passt, mit den Menschen darüber zu reden.
Ich habe auch schon Menschen gehabt, wo ich gemerkt habe, es passt nicht und
ich habe auch schon Menschen gehabt, die gesagt haben, okay,
dann möchten sie es nicht wissen.
Sebastian
Fällt das schwer, wenn die Leute sagen, sie wollen nicht mehr wissen?
AnruferIn
Nee.
Sebastian
Okay, also das ist dann eher so ein Po, ich muss nicht weiter reden.
AnruferIn
Nö, das auch nicht, sondern es ist schön, dass man halt, dass der Mensch da
seine Grenze kennt und ich diese Grenze nicht unwissentlich übertrete.
Sebastian
Ja, da würde ich ja schon dann immer einsteigen mit, wunderbar,
jetzt hast du das Konzept verstanden, wir haben jetzt Consent erreicht dazu,
womit du dich wohlfühlst und ich mich wohlfühle und damit können wir jetzt arbeiten.
Damit haben wir schon mal den wichtigsten Punkt von BDSM erklärt. Zack.
AnruferIn
Genau, ja.
Sebastian
Also, das wäre ein bisschen gemein, so zu argumentieren, aber eigentlich?
AnruferIn
Nö, eigentlich trifft es ja schon einen großen Kern. Ja, wenn die Leute dann
halt nachfragen, was ich gerne mache, dann fange ich zuerst mit Shibari an,
zum Erzählen, weil das, finde ich, am einfachsten ist. Ich sage immer fesseln und schön.
Oder halt auch, wenn die Menschen dann zum Beispiel schon mal von Bondage gehört
haben, dann kann ich immer sagen, Fesse mit dem Seil und dann kann man das auch
teilweise schon mit dem Tanzen vergleichen. Den Vergleich habe ich vorhin auch
schon mal im Chat gelesen.
Sebastian
Ja, Tanzen ist ein toller Vergleich.
AnruferIn
Ich habe auch schon einige Menschen gesehen, die wirklich im Seil tanzen.
Sebastian
Ja, und also auch Bondage ist inzwischen, noch nicht bei allen Menschen,
aber das ist schon mal so eine Schnittmenge, wo man sagen kann,
guck mal, das ist ja Kunst. Da gibt es ja diese japanischen Künstler,
die machen das ganz toll.
Also da hat man vielleicht über die Kunst-Kultur-Schiene hat man schon mal so
einen Anknüpfungspunkt vielleicht. Das ist vielleicht gar nicht schlecht.
AnruferIn
Ja, ist auch sehr niederschwellig, weil ich glaube, so jeder hat schon mal eine
Handschelle zu Hause ausprobiert.
Sebastian
Das behaupte ich auch immer, ja.
AnruferIn
Okay, fast jeder.
Sebastian
Ja, es gibt so Menschen. Wahrscheinlich sind die Menschen, die noch nie was
mit Handschellen gemacht haben, die, die ganz früh mit fiesem Kink angefangen
haben. Die haben natürlich gleich richtiges Equipment genommen.
Aber, Entschuldigung, das Podcast hat mir gerade hier eine Nachricht geschickt,
dass ich mich von euch noch was brauche und dann darf ich das vorlesen?
Entschuldige, ich muss aber...
Entschuldige, aber ich habe ja eine Chatnachricht von dir, wo ich da meinte,
was meinst du denn, was ich noch brauchen könnte? Ein Getränk,
Joghurt, Gums, Nüsschen, ein Blowjob.
AnruferIn
In der Reinfolge.
Sebastian
Ja, ist ein bisschen gemein, vielleicht alles gleich. Oh Gott,
Blowjob mit Nüsschen im Mund. Nein, Entschuldige, ich komme sofort...
Das hat sie mich wirklich gekriegt.
Ich würde noch so ein alkoholfreies Weizen nehmen mit einem Schluck Cola drin.
Super, Dankeschön. Ha, toll, ich werde hier beserviced. Entschuldige bitte,
ich komme gerade nicht drüber hinweg.
Hallo,
ich weiß, dass es gerade nicht geht, da kann sie ja alles anbieten, toll. Entschuldige.
Ich bin jetzt auch wieder ganz bei der Sache.
Wenn du merkst, dass Leute so ein bisschen neugierig sind, so ein bisschen Interesse haben,
wo fängst du da an und ab wann kommt so der Punkt, wenn es denn gelingt,
dass die Leute nicht nur neugierig sind, sondern auch so ein gewisses Verständnis
haben. so, ach, das kann ich nachvollziehen, das muss aber schön sein oder das
ist zumindest interessant.
Also, gibt es diesen Punkt und ja, wie viel Gespräch ist dafür nötig?
Zehn Minuten, Stunde, zwei Stunden, drei Abende, ich weiß es nicht.
AnruferIn
Den gibt es aber, dafür ist schon ein bisschen mehr Gespräch nötig.
Jetzt habe ich auch wieder meinen Schnittpunkt gefunden.
Ich nehme ganz gerne Fifty Shades of Grey so als Anknüpfungspunkt,
weil es das Ganze tatsächlich so ein bisschen in den Mainstream gebracht hat.
Auch wenn man diese Geschichte nicht so erleben möchte und,
die ganze Szene falsch darstellt, haben ziemlich viele Menschen davon gehört.
Sebastian
Ja, und das Schöne ist, das habe ich mir mal sagen lassen, seitdem bin ich auch
versöhnt mit Fifty Shades of Grey, Menschen, die mit BDSM nichts am Hut haben,
die sehen den toxischen Anteil gar nicht.
Also das ist dann tatsächlich ein Anknüpfungspunkt.
AnruferIn
Das kann durchaus sein, das weiß ich nicht, ob die den nicht sehen, aber auf jeden Fall,
versuche ich den Menschen dann halt zu vermitteln, dass nur das gemacht wird, was beiden Spaß macht.
Also jeder hat ja so seine Sachen, die er mag und ein Vanillemensch,
der mag jetzt keine Ahnung, die Missionarstellung vielleicht oder vielleicht
mag der Mensch auch Doggystyle oder ein Handstand dabei, was auch immer.
Und wenn der andere Mensch das aber nicht mag, dann würde man das nicht von
diesem Menschen verlangen.
Sebastian
Ja. Also ja, vielleicht ist wirklich, ich hatte ja eben schon mal gesagt,
vielleicht ist dieses Grundkonzept, wir wollen es beide und dann machen wir
es, dass dieses Grundkonzept vielen Menschen schon fremd ist vielleicht oder
dass sie das nicht gewöhnt sind.
Ich habe es eben im Chat gelesen, dass viele Menschen das gewöhnt sind,
dass beim Sex ja immer überredet wird.
Und diese Möglichkeit, dass das nicht der Fall ist. ich glaube,
damit kriegt man die Leute schon ziemlich gut.
Erzählst du auch, also wann kommt denn der Moment zum Gespräch,
dass du dann doch die Bedeutung der Schlüssels genauer erklärst?
AnruferIn
Also ich finde, der ist mit dem Satz eigentlich schon erklärt.
Dass ich sage, mein Partner stellt seine und gibt mir die,
Entscheidung seiner Lust in meine Hände. Also wenn man dann,
was öffnet der Schlüssel, wäre dann ja quasi die nächste Frage.
Sebastian
Genau, was öffnet, genau, wofür ist der Schlüssel? Und auch um Gottes Willen,
und ist das nicht fürchterlich? Also dann kommen ja die ganzen Nachfragen,
weil man sich das kaum vorstellen kann und so weiter.
Also dann geht ja da nochmal so ein Seitengespräch los, ne?
AnruferIn
Das habe ich tatsächlich bisher noch gar nicht gehabt, aber ich hätte jetzt
kein Problem damit zu erzählen, ob der ein Keuschheitsgürtel oder eine Schelle öffnet oder,
was genau das dann bedeutet. Dass dann halt mein Partner,
nur seine Lust ausleben kann in dem Bereich, wenn ich das möchte.
Sebastian
Ja, vielleicht so ein Punkt. Wann ist es den Leuten genug? Ich meine,
man könnte ja ewig und viel erzählen, aber irgendwann merkt man auch,
okay, das reicht jetzt für den Moment.
Jetzt haben sie erstmal genug für heute.
AnruferIn
Ich glaube, der Moment ist recht schnell erreicht. Da braucht man auch gar nicht
so tief ins Gespräch gehen, weil wenn das für den Menschen neu ist,
dann sieht man die Menschen sehr schnell nachdenken und interessant wird es
dann, wenn man sich das nächste oder übernächste Mal sieht.
Ich habe schon viele Gespräche gehabt, die dann gesagt haben,
du hör mal, erzähl doch nochmal, wie ist denn das jetzt genau?
Meist dann, wenn der Mensch ein Wein oder ein Bier in der Hand hatte und dann
die Zunge etwas lockerer wurde und man das Gefühl hat, sie brauchen sich nicht...
So zu rechtfertigen für diese Frage.
Sebastian
Ja, ich glaube, das fällt den Leuten auch schwer, dass man über so ein Thema
überhaupt reden kann. Das ist ja schon etwas, was, ich sage mal,
vielleicht komisch ist.
Also, kinky Leute sind es sehr gewöhnt, aus purer Notwendigkeit sehr offen zu
sein und sehr offen zu reden. Aber das kann man ja nicht voraussetzen,
bei Menschen, die damit nichts zu tun haben.
Und ich glaube, diese Schwelle muss man erst mal überschreiten.
Wir reden jetzt über etwas potenziell Sexuelles miteinander.
Ich glaube, das ist schon so eine Schwelle, über die man erst mal drüber muss.
AnruferIn
Ja, aber ich glaube, das merkt man schon am Anfang, ob der Mensch darüber reden
möchte oder dann halt lieber nicht.
Sebastian
Hast du schon mal so richtige Ablehnungen erfahren? Das hätte ich dir nicht
zugetraut, das ist ja pervers, ich will gar nicht mehr hören, um Gottes Willen.
AnruferIn
Also, ich wohne in der Nähe von den Burning Pants. Ich bin jetzt seit ein paar
Jahren auf den Burning Pants regelmäßig. Ich arbeite in dem gleichen Ort und
ich habe mittlerweile schon über zehn Menschen dort gesehen,
mit denen ich arbeite oder die in deren Umfeld sind.
Und es gibt auch eine Person darunter, die hat circa neun Monate gebraucht,
bis sie mir mal wieder Hallo gesagt hat, ja.
Sebastian
Boah, das ist eine lange Zeit, aber sie hat es irgendwann.
AnruferIn
Ja, aber man merkt, man sagt halt mal wieder Hallo, aber mehr ist es nicht.
Und das ist auch nicht schlimm, weil man da dann doch teilweise Dinge von Menschen
sieht, die man vielleicht gar nicht so sehen wollte von den Menschen in seiner Umgebung.
Sebastian
Ja, also ich überlege auch mal so dieses Risiko, möchte ich jetzt weiterreden,
weil es besteht die potenzielle Gefahr, dass die Person ja meine Argumentation,
mein Plädoyer für BDSM nicht versteht und dann habe ich ein Problem mit der
Person, weil dann steht irgendwas zwischen uns. Also,
da kann ja auch mal sein, dass man sagt, nein, ich weiß, die Person hätte jetzt
Fragen, sie wäre neugierig, aber ich erzähle ihr lieber nichts,
um da nichts zu gefährden.
AnruferIn
Wenn ich das Gefühl habe, ich komme da nicht durch, dann gebe ich ja andere Ressourcen an der Hand.
Wir kennen das alle, dass wir einen Lehrer haben, der Mathe gut erklären konnte
und einen Lehrer haben, der Mathe überhaupt nicht erklären konnte.
Und nur weil die Person jetzt meine Worte nicht versteht, heißt das nicht,
dass sie nicht die Erklärung von anderen Menschen verstehen würde.
Und ich finde, da kann man auf die SMJ gehen, auf die Kunst der Unvernunft und
auf andere Quellen, Gentledom und, und, und, es gibt so viele Quellen,
kann man super drauf hinweisen,
dass halt nicht nur meine Worte sind, nicht nur eine Meinung,
sondern dass der Mensch dann sieht, okay,
das lese ich da, das lese ich da, das lese ich da.
Sebastian
Lass mich dich zum Abschluss nochmal fragen, gibt es vielleicht so eine Metapher
abseits von dem üblichen Sportvergleich und du sagst, das ist vielleicht was,
damit können Leute anknüpfen. Da hast du was, was deiner Meinung nach ganz gut
funktioniert. Fällt dir da was ein?
AnruferIn
Nee.
Sebastian
Okay. Ist auch gemein, das einzuschränken. Also ich suche immer noch nach diesen,
Anknüpfungspunkten mit Menschen, aber ich glaube, man darf sich da auch gerne
bei anderen was abschauen.
Stella, ich finde das gut, dass du da dann in der Regel offen bist und dann
auch da das Gespräch suchst und ich glaube, ich wünsche dir einfach auch ganz viel,
dass die Leute dich verstehen, dass sie es nachvollziehen können und dass sie
ja vielleicht dann doch irgendwann ein bisschen angesteckt werden.
Ich bin mir sicher, dass es dir schon mehrmals gelungen, ohne dass du es hinterher gemerkt hast.
AnruferIn
Werde ich nicht wissen, wenn es so ist, ja.
Sebastian
Ja, aber vielleicht erfährt man es irgendwann. Ich wünsche dir einen wunderschönen
Abend und dass die Hitze dich morgen und die nächsten Tage nicht unbedingt erschlägt.
AnruferIn
Ja, das wäre schön.
Sebastian
Danke, mach's gut, tschüss. Tschüss.
So, ihr Lieben, 22.16 Uhr ist das schon. Was machen wir denn da draus?
Also einen Spiele habe ich noch keinen einzigen eingespielt.
Ich werde heute, denke ich mal, auch keinen mehr einspielen.
Aber an dieser Stelle werde ich welche eingebaut haben, Aber erst nach dem Gespräch,
denn es klingelt schon wieder. Ach, das ist toll. Ich bin begeistert.
Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich?
AnruferIn
Mal wieder mit dem Miststück meines Herrn.
Sebastian
Das Miststück sein, sage ich jetzt Miststück meines Herrn oder Miststück seines
Herrn oder Ihres Herrn? Wie spreche ich dich denn am besten an?
AnruferIn
Lass den Zusatz weg. Miststück reicht in dem Moment.
Sebastian
Okay, Miststück seines Herrn und dann in Klammern Miststück.
Wir machen es jetzt relativ kurz, weil es schon ein bisschen spät geworden ist,
aber wie erklärst du nicht kinky Menschen, was du da eigentlich treibst und,
wann verstehen sie sich? Wann kriegst du sie oder wann scheiterst du?
AnruferIn
Was heißt erklären? Ich kann es nicht erklären, weil es genauso irrational ist,
wie die Liebe zu meinem Fußballverein.
Sebastian
Geiler Vergleich. Super.
AnruferIn
Perfekt. Ich kann keinem normaldenkenden Menschen erklären, warum ich seit 35
Jahren Eintracht-Braunschweig-Fan bin.
Und ich immer noch hinlaufe.
Sebastian
Du weißt, dass ich aus Hannover komme. Und auch wenn ich kein Fan von irgendeinem
Fußballverein bin, weiß ich, dass ich Braunschweig nicht gut finden darf.
Sonst muss ich aus diesem Landkreis ausziehen.
Entschuldigung, liebes Publikum, wer hier nicht aus der Region kommt,
da gibt es so eine Fede zwischen den Städten.
Das ist eine tolle Metapher. Ich finde die super. Perfekt, grandios,
die nehme ich. Die ist gekauft.
Okay, ich höre dir einfach weiter zu.
AnruferIn
Es ist nicht rational. Also ich trage ja dauerhaft auch mein Halsband seit sechs Jahren mittlerweile.
Sebastian
Halsband oder Halsreif?
AnruferIn
Früher war es ein Halsband, aber Leder reißt nach zwei Jahren.
Mittlerweile ist es ein schöner Edelstahlhalsreif. Der hält länger.
Sebastian
Hoffentlich, ja.
AnruferIn
Ja.
Sebastian
Okay.
AnruferIn
Nur ich mach den halt auch nicht ab, wirklich, und ich geh mit dem Kumpel seit
20 Jahren zum Fußball und bin,
Ja, wie sagt das der eine Kumpel so schön? Der fünfte Kumpel nur halt mit Titten.
Sebastian
Okay, ja, so ist das im Braunschweig-Liebespublikum. Das heißt da Mundart, ganz normal.
AnruferIn
Ja, auch wenn ich mittlerweile in Berlin wohne, fahre ich ja trotzdem ab und
zu mal hin. Aber da merkt man wenig von der ansonsten, zwar frecheren Sub, aber durchaus Sub.
Im Stadion bin ich eher so ein, naja, so Anfang 60-Sis-Boomer-Pöbler mit den
übelsten Beschimpfungen. Das kann ich sehr gut.
Ich hatte mein Halsband aber um und die guckten völlig irritiert und konnten
das gar nicht mit mir in Verbindung bringen.
Bis sie mich auch irgendwann gefragt hatten, naja, kommt Leute,
ist jetzt nicht die Riesenüberraschung?
Oder steht hier irgendwer noch, weil er nicht masochistisch ist?
Anders kann man sich das ja kaum noch erklären.
Sebastian
Okay, das ist natürlich cool, wenn du die Leute eh schon, du basht selber gegen,
Braunschweig-Fans, okay, alles klar.
Okay, aber du kommst da mit so einem Halsreif, die sehen das,
die gucken, wahrscheinlich die ersten Minuten gucken sie nur.
Ja, dann wird vielleicht sogar noch getuschelt, aber irgendwann traut sich jemand
und fragt dich. Allein die Tatsache, dass die sich erstmal trauen müssen,
dich zu fragen, gibt dir schon mal alle Zügel in die Hand, aber dann wollen
die ja vielleicht doch noch mehr wissen.
AnruferIn
Ja, ich meine, die kennen mich ja. Also sagen wir mal so, die Jungs kennen die
emotionalsten Seiten neben meinem Dom mit mir, weil Aufstieg und Abstiege habe
ich halt mit denen gefeiert oder getrauert.
Also wir kennen das schon halbwegs, die konnten halt nur nicht das Bild, was sie hatten,
von klein, ruhig, unterwürfig, still und leise mit mir in Verbindung bringen.
Was auch nicht wirklich passt, weil sie kannten halt wirklich nur die nahezu hörige Klischees ab.
Sebastian
Also das Klischee kannten sie nur vorher.
AnruferIn
Ja, und waren auch jetzt nicht darauf vorbereitet, dass es Fab durchaus eigene
Meinung hat, ohne ihren Herrn zum Fußball gehen darf und ähnliche Sachen.
Sebastian
Ja, vielleicht ist der Punkt, wo musstest du denn anfangen? Also so ein bisschen
was BDSM und Kik ist, so ein bisschen wussten sie das schon.
Als Braunschweig-Fans hat man ja zumindest Erfahrung im Masochistischen Stand.
Hast du ja eben gesagt, ich zitiere dich nur. Also damit ist ja schon mal die
Schnittmenge gesetzt. Nein, ich höre jetzt auch auf zu bashen und das mit dem
anderen Witz, mit dem wir ja mal mehr Abstiege als Aufstiege feiern.
Oder naja, ich höre jetzt auf, Entschuldigung.
Es bietet sich einfach so an.
Nein, aber wo musstest du denn anfangen?
Ich meine, du hast da diese Truppe und jetzt, da ist der Halsreif.
Sie sprechen dich ein bisschen drauf an und machst ein paar Sprüche.
Aber irgendwann musst du ja mal ernsthaft sagen, passt mal auf Leute,
das ist jetzt nicht so, wie ihr euch das vorstellt. Ich wohne nicht im Käfig im Keller.
AnruferIn
Ja, ich muss denen erstmal erklären, dass es jetzt nicht unbedingt immer das,
ich weiß noch nicht mal, woher sie dieses Sub-Klischee hatten.
Keine Ahnung, ich muss eigentlich ins Detail gehen bei denen.
Aber ich meine auch, naja, ja, wie soll ich euch das erklären?
Ihr seht ja, wie unfrei unterdrückt und schrecklich es gerade alles bei mir ist.
Ich kann es nicht erklären, das meine ich ja. Das ist schwer.
Wie soll ich denen das erklären?
Sebastian
Ja, aber so das Grundkonzept von BDSM, das kann man ja schon mit ein paar Worten zusammenfassen.
AnruferIn
Das kennen sie. Wir sind alle um die 40. Ich sag mal,
das Internet kennen wir alle und gleichzeitig noch Papas Praline oder das neue
Wochenend vom Zeitungsstapel neben dem Schreibtisch Mitte der 90er geklaut.
Das haben wir ja alle durch.
Sebastian
Wir sind genau diese Generation, die beides mitgenommen hat.
Die verklebten Zeitschriften, das Internet und, ja okay, hast recht, stimmt.
AnruferIn
Also ja, die Mini-Grundsachen und Ruf mich an, wurde auch jeder mit terrorisiert ab 23 Uhr im Fernsehen.
Sebastian
Ja, aber genau das ist ja das Problem. Aha, die sehen dich da und dann hast
du so ein Ding um den Hals und dann musst du doch so eine Ruf mich an Tante sein.
AnruferIn
Ich bin ja schon mal die komplett andere Seite.
Sebastian
Ja eben, das ist ja genau der, also wie viel, also sagen wir so,
okay, die haben so ein bisschen Vorahnung schon gehabt, gab es vielleicht doch
irgendeine Sache, die du ihnen vielleicht doch erklären musstest oder,
hat sich das tatsächlich erübrigt, weil man, ich stelle mir gerade vor,
man ist im Stadion, Tore fallen da eh keine und dann hat man ja genug Zeit mit
den Leuten ein bisschen zu grüllen und zwischendurch mal zu sagen,
ja und übrigens Konsent ist die Sache. Nein, so wird es ja nicht gelaufen sein.
AnruferIn
Wenn das eher auf danach verlegt, muss ja auch nicht die gesamte Kurve mithören, machen wir uns dann mit.
Sie haben es ja gemerkt, dass ich zum einen damit völlig natürlich umgehe,
mit meinen Halsreifen gerne trage.
Trotzdem ist es ja aber, dass ich jetzt nicht völlig hörig bin,
sondern meine eigenen Sachen immer noch habe.
Mein Herr, ja, er kriegt mit, wenn EM oder WM ist und versteht selbst nicht,
wie man Fußballfan sein kann. Das ist für ihn etwas, was überhaupt nicht in seinen Kopf geht.
Sebastian
Du bist es also gewöhnlich, dass Menschen Dinge einfach nicht verstehen.
Okay, kann ich nachvollziehen.
Okay, aber gibt es vielleicht doch irgendwas, wo du dann sagen konntest,
okay, also das musste dann doch nochmal erklärt werden. Oder ist es einfach
so ein grundsätzlich, nee, passt mal auf, ihr kennt mich so,
ich bleibe auch so. Das ist so, es gibt halt noch eine andere Seite und die macht mir Spaß.
Erledigt, fertig und beim dritten Bier wird das auch akzeptiert.
AnruferIn
Ja, der eine überlegt und meint, ich weiß jetzt nicht, soll ich mal nachfragen,
auch mit Hauen oder sowas, aber nee, wir kennen uns seitdem ich zweieinhalb bist und ich fünf.
Das ist gefühlt, kleine Schwester, ich möchte davon nichts wissen.
Du bist glücklich, das reicht mir.
Sebastian
Und da wolltest du nicht weiter was erzählen? Man hat doch dieses,
ich möchte jetzt gerne alles erzählen, jetzt ist es halbwegs raus,
jetzt will ich plaudern.
AnruferIn
Nee, also da ich das nie verheimlichen musste,
meine Partner, seitdem ich, keine Ahnung, 15, 16 bin, egal ob es dann Partnerin
oder Partner war, ich war da nie sehr wählerisch, wussten eigentlich alle von
der Richtung, in die es gehen soll.
Von daher war das für mich immer irgendwas, was natürlich zu mir gehört.
Das muss ich, ja, ich kann es versuchen, dem zu erklären, wer Interesse hat,
aber es gehört halt zu mir und mich kennt jeder so.
Sebastian
Ja, okay. Und du bist halt an der Stelle, die Leute kennen dich schon so gut,
dass sie vermutlich intuitiv darauf vertrauen, dass das schon gut für dich ist.
Und damit ist wahrscheinlich die ganze Erklärung gar nicht mehr von A bis Z,
gar nicht mehr nötig, ne?
AnruferIn
Ne, also ich meine, was ich hatte, das war mir minimal unangenehm.
Mein Herr hat, was Vor- und Nachname angeht, genau die gleiche Vorname und Nachname
sind genauso lang wie der von meiner Ex-Schwiegermutter.
Ich habe beide mit Vor- und Nachnamen im Handy und wartete eigentlich auf den
Anruf meines Herrn es war aber Ex-Schwiegermutter und ich habe nicht genau drauf
geguckt was steht und bin freundlich wie immer mit Hallo mein Herr dran,
und sie lachte scheinlos und meinte nur die dumme alte Schnäpfe aus Zelle aber ist auch okay.
Sebastian
Ja okay aber da bist du gerade nochmal drum.
AnruferIn
Rum gekommen sehr schön.
Sebastian
Stell von dir gefragt Moment, das, oh Gott, ja.
AnruferIn
Nee, sie meint ja mal zum Abschluss des Gesprächs nur, naja,
so wie dich vorhin gemeldet hast, ich glaube, ich weiß jetzt,
warum du nicht mehr mit meinem Sohn zusammen bist und die Ex.
Ich glaube, das konnte nicht ganz so passen. Okay.
Sebastian
Das ist ja an sich mal eine Kudelspiegermutter. Ja, aber die kommt ja auch aus
Zelle. Das ist ja quasi Region Hannover.
So, Entschuldige.
Ich bin gerade drüber, es ist schon spät.
AnruferIn
Gebürtig komme ich aus dem Landkreis Gifford und das macht es jetzt nicht besser.
Sebastian
Ja, ich schiebe auch auf. Ich rede mich damit raus, dass es a.
Spät ist und b. Hier immer noch 27,5 Grad im Büro sind und an mir die Suppe runterläuft.
Okay.
AnruferIn
31, Dachwohnung.
Sebastian
Ach super, ich gratuliere. Und trotzdem noch so lange dabei. Sehr schön.
Liebes Miststück, also du hast quasi den Weg der Selbstverständlichkeit und
Präsenz gewählt und damit bist du um langatmige Erklärungen drum herum gekommen.
Finde ich auch nicht schlecht.
AnruferIn
Ja, und halt Fußball, weil ich kann es nicht rational erklären.
Also Fußball ist akzeptiert.
Da fragt keiner. Warum bist du Fan von dem Verein? Keine Ahnung. Ich bin es.
Sebastian
Definitiv. Stimmt, ich habe ganz vergessen, dass mein Bruder auch mal an einem
Verein dranhängt. Das werde ich ihm irgendwann nochmal die Tage auf die Nase
reiben. Das hat er bestimmt schon längst verdrängt. Danke für den Tipp.
Okay, dieses Miststück, da es schon so unfassbar spät ist. Genau.
Ich wünsche dir einen wunderschönen Abend.
Achtung, jetzt lieber Hannover, ich wünsche deinem Verein auch ganz viele Aufstiege
und wahnsinnig viele feiern und dass das einfach ganz viel Spaß macht.
Ja, wird irgendwann. Ja, es kommt. Du musst dran glauben, da wird es auch passieren.
Alles klar. Mach's gut. Tschüss.
AnruferIn
Bis dann. Tschüss.
Sebastian
So, ihr Lieben. Jetzt haben wir es jetzt halb elf. Ich glaube,
jetzt ist langsam mal gut.
Also, ein Spieler werde ich einbauen an dieser Stelle. Das sind nochmal rund
40 Minuten. Das klingelt schon wieder.
Okay, aber nur ganz kurz. Ich glaube, das Podcast-Subi ist bald genervt.
Hallo, Sebastian hier. Das letzte Gespräch mit dir. Mit wem spreche ich?
AnruferIn
Mit Bondi.
Sebastian
Hallo, Bondi. Oh, du hast doch schöne Sachen im Chat heute geschrieben.
Verdammt, das Gespräch wird doch nicht so kurz.
AnruferIn
Ich habe mich sehr übers Zitieren gefreut.
Sebastian
Ja, Bondi, da ruft noch jemand an gerade. Was machen wir? Das ist ja Wahnsinn gerade.
AnruferIn
Na, vorhin hast du gesagt, du nimmst alle an die...
Sebastian
Ja, offenbar muss ich mich dran halten. Ich gucke mal, jetzt sprechen wir erst mal.
Okay, ja, BDSM, Kink, erklären, wem, wieso und wie hast du die Paymention gekriegt
oder bist du vielleicht auch gescheitert?
AnruferIn
Ja, ich wollte gerade tatsächlich mal eben ein bisschen den anderen Blick reinbringen.
Wir reden irgendwie die ganze Zeit drüber, was gesagt wird und ein bisschen weniger wie.
Sebastian
Ja, stimmt.
AnruferIn
Peter Dammspiel hat das vorhin im Chat gehabt, hat was geschrieben von nicht
so verschämt wirken oder dass er früher verschämt gewirkt hat und jetzt so vor
Glück strahlt und dass das Gespräch deutlich einfacher macht.
Sebastian
Definitiv und der strahlt auch wirklich.
AnruferIn
Ja, ich habe den Gedanken die ganze Zeit schon gehabt, dass ich beim Podcast
hören, das quasi bei allen habe vom Zuhören, vor allem bei Pärchen,
wenn man da so die Stimmung untereinander mitbekommt, wie viel Zuneigung und
Vertrauen da stattfindet,
dass das halt so einen wahnsinnigen Unterschied macht. Und ich glaube,
wenn man in so ein Gespräch reingeht und da das Gefühl hat,
oh Gott, das wird jetzt schwierig und vielleicht der Person auch nicht das Vertrauen
entgegenbringt, da wirklich offen sein zu können, dass man dann auch so eine
Ausstrahlung hat, dass es eigentlich was Negatives ist, was man gerade erzählen will.
Sebastian
Stimmt, also wenn ich in Gespräche mit rangehe mit setz dich mal hin,
ich muss dir was Ernstes erzählen, nein es ist niemand gestorben,
aber fast, ich mache übrigens BDSM,
da kann ja niemand ein positives Interesse haben.
AnruferIn
Ja, genau so ein bisschen in die Richtung, vielleicht auch mit dem Beispiel
von einer Sendung von neulich mit dem emotionalen Sadomarismus,
wo ich selbst beim Hören und ich würde sagen, ich bin sehr aufgeschlossen und mitten im Thema drin,
kurzfristig gestutzt habe und gedacht habe, uh, das ist aber heftig und dann
aber auch da rausgehört habe, wie viel Spaß die beiden da dran haben und mich
da richtig einfangen musste und das dann auch geklappt hat beim Zuhören.
Ja, aber denen macht Spaß, das ist ja nichts, was ich verstehen muss.
Ich höre nur raus, ihr habt da Freude dran.
Sebastian
Ja, da gibt es einen Kommentar zur Folge. Ich weiß gar nicht,
ob der bei mir auf der Webseite war oder ob der bei Spotify oder so reingegangen ist.
AnruferIn
Wahrscheinlich meiner, ja.
Sebastian
Da kam ich mir vor wie jemand, so müssen sich Leute fühlen, die mit BDSM nichts
anfangen können. War das der von dir?
AnruferIn
Ja, kann gut sein.
Sebastian
Ja, sehr schön. Also an den Kommentaren, da habe ich mich sehr drüber gefreut,
weil ich dachte, ja, okay, das ist eine spannende Perspektive, finde ich voll gut.
Aber ja, vielleicht ist es ja auch dann genau so, dass man da,
also als Kingstar denkt man ja, man ist so offen, dann kommt man doch an eine
Grenze und dann ist man wieder an diesem Anfang, was aber eigentlich ein ganz
schönes Gefühl ist, wenn da was Neues ist.
AnruferIn
Ja, ich fand das super. Also ich fand es super, so diese Perspektive mal kurz
zumindest wahrzunehmen, aber auch selbst das Gefühl zu haben,
mich da einfangen zu können und eben die Offenheit den anderen gegenüber da
auch wieder hinzukriegen.
Sebastian
Okay, gibt es Dinge, also du wolltest jetzt nicht auf den Inhalt eingehen,
also eine gute Stimmung, ein bisschen Selbstbewusstsein, ein bisschen Begeisterung?
AnruferIn
Ja, der Wunsch an den anderen, dass derjenige erstmal so wertungsfrei zuhört. Ja.
Ist halt schwierig. Natürlich hat man erstmal direkt irgendwie eine Wertung im Kopf.
Aber ich glaube, wenn man jemandem erstmal den Raum gibt, das zu erzählen und
nicht direkt dicht macht, macht es vieles einfacher.
Sebastian
Ja, trotzdem, wo würdest du anfangen? Also,
wie die anderen, dass du zum Teil erstmal den Buchstaben BDSM auseinander nimmst
oder das Consent-Konstrukt erstmal erklärst oder steigt man vielleicht schon,
ein bisschen in der Mitte ein?
Ich mag einfach, wenn klar ist, wer hat das Sagen im Bett und dann können wir
daraus ganz viel machen. Das wäre ja so ein Ding, wo man dann von da noch wieder zurückrudern kann.
Ich erkläre dir mal jetzt Konsent oder man geht von da weiter.
Also, dass man da erstmal so einen Testballon hinwirft so ein bisschen.
Oder wie würdest du es machen?
AnruferIn
Ich würde sagen, mein Testballon war tatsächlich so Machtgefälle.
Ich habe das jetzt noch niemandem komplett bis ins Detail, ich überlege gerade,
ob das überhaupt stimmt, erklärt.
Aber mit so kleinen Informationen habe ich zumindest bei Freunden oder beziehungsweise
Freundinnen, wenn wir das mal im Gespräch hatten, bin ich da bei niemandem so
richtig negativ angekommen.
Sebastian
Das ist schön. Also auch da grundsätzlich eher was Positives, was rauskommt.
AnruferIn
Ja, grundsätzlich ja. Aber ich glaube, dass ich da auch eher nur anfange zu
erzählen, wenn ich das Gefühl habe, es ist in Ordnung.
Es gibt auch Menschen in meinem Leben, wo ich denke, das kann ich nicht bringen.
Da möchte ich gerade diese Unterhaltung gar nicht anfangen, weil ich mir relativ
sicher bin, dass die Reaktion da anders ausfällt.
Sebastian
Da nochmal so dieser Punkt. Also ich habe das auch schmellig,
da kommen dann Nachfragen.
Aber man weiß ganz genau, man muss jetzt nicht jede Nachfrage beantworten,
weil dann kippt es, wenn man alles beantwortet.
Man bleibt dann so ein bisschen vage
und sagt sowas wie, ja es gibt auch Menschen, die das auch gut finden.
Also dass man das dann auch vielleicht gar nicht auf sich selbst bezieht.
Also man testet die ganze Zeit rum, ist man drüber, ist man nicht drüber.
Ich finde das ist sau anstrengend das zu machen.
AnruferIn
Ja, es ist wobei ich andersrum eine Situation vorhin auch im Chat geschrieben
hatte ich habe eine Freundin die ist kinky unterwegs so Richtung Natursekt,
und der hatte ich irgendwann mal eine DS-Situation bei mir beschrieben und es
kam eine vollkommen entsetzte Reaktion,
und wie könnt ihr nur und wieso gefällt ihr denn sowas und die habe ich dann
tatsächlich mal relativ direkt auf den Pott gesetzt und habe gesagt,
Ich bin dir gegenüber offen. Das sind Vorlieben, die sind für jeden unterschiedlich.
Und man kann ja einfach akzeptieren, dass jemand anders eine andere Vorliebe hat als man selbst.
Das hat mir in dem Moment, weil sie ja auch einen Kink hat, den man nicht jedem
erklären kann, hat mir das halt relativ einfach gemacht, da mal so den Vergleich zu ziehen.
Sebastian
Ja, stimmt. Man setzt das auch voraus, dass kinky Menschen,
von denen erwartet man gefälligst, du brauchst Toleranz in dieser Gesellschaft,
dann hab sie bitte auch für andere.
Ja, ganz genau so. Ja, das finde ich auch gut, dann auch da offene Worte zu
finden. Kommt nicht immer gut an, aber kann gut ankommen oder kann auch einfach
wichtig sein, dass dann die Leute ein bisschen zu erden.
AnruferIn
Ja, in dem Fall hat es missfunktioniert.
Sebastian
Okay, weil es so unfassbar spät geworden ist schon. Wenn du jetzt noch was hinzufügen
möchtest, gerne, aber schnell. Ansonsten würde ich mich schon von dir verabschieden.
AnruferIn
Einen einzigen Satz. Gerne. Dem anderen vielleicht auch deutlich zu machen,
dass man sich da gerade öffnet und dass man da Vertrauen in die andere Person hat und...
Dass man dieses Gespräch führt, weil es einem wichtig ist, dass die andere Person
das weiß. Also gerade bei nahestehenden Personen,
da auch nochmal diesen Gedanken dafür reinzubringen. Ich vertraue mich dir gerade an.
Das ist ja ein Vertrauensbeweis dir gegenüber. Das war so der Gedanke,
den ich noch da lassen wollte.
Sebastian
Das ist total gut, dieser Satz. Und ich bin mir sicher, der wirkt.
Vielen, vielen Dank, Bondi.
AnruferIn
Sehr gerne. Einen schönen Abend noch. Wie lange auch immer dauert.
Sebastian
Ja, ich bin selber sehr gespannt. Mach's gut. Tschüss.
AnruferIn
Tschüss.
Sebastian
So, ihr Lieben. Und exakt jetzt klingelt es.
Ich gehe einfach ganz stur ran. Das Podcast-TV verzieht schon eine Mine.
Hallo, Sebastian hier. Das ist jetzt wirklich das ultimativ letzte Gespräch.
Mit wem spreche ich noch ganz kurz?
AnruferIn
Hallo, hier ist die Kinky Katie. Ganz kurz auch nur.
Sebastian
Sehr gut, wunderbar. Das Podcast-TV würdest dir danken. Und ich ehrlicherweise
auch, weil irgendwann kann ich nicht mehr reden.
Aber das macht auch echt Spaß. Ja, das ist eine echt schöne Sendung und ich
glaube, die wird echt gut.
Und das ist auch vielleicht so ein kleines Comedy-Moment, wie der Sticks da
irgendwie bei 27,1 Grad am Schwitzen ist und die Luft steht.
AnruferIn
Naja, gut. Die Kinky Katie am Ende der Leitung ist genauso am Schwitzen.
Hier ist es nämlich genauso heiß.
Sebastian
Sehr gut. Okay, also, wie hast du es gemacht? Was möchtest du beitragen?
AnruferIn
Was ich gerne beitragen möchte, ich habe jetzt nicht alle Gespräche mitbekommen,
weil ich eben noch unterwegs war.
Aber ich habe, denke ich, eine kleine Geschichte, die ich euch erzählen kann,
die ich mitteilen kann, wie ich mit meiner Jugendlichen darüber gesprochen habe.
Sebastian
Oh ja.
AnruferIn
Ist tatsächlich ein ganz, ja, ich sag mal immer so ein leicht heikles Thema,
wenn es da um Kinder geht und sowas.
Bei meinem Kind war es einfach so, sie ist jetzt 13 Jahre alt,
also im wirklich tollsten Alter für genau alles möglich Neues irgendwie zu erfahren.
Sie bastelte immer schon unfassbar gerne und unfassbar tolle Masken auch und
mittlerweile definiert sie sich auch als Sirian.
Sebastian
Magst du den Begriff, den kennen nicht alle, magst du das einmal erklären?
AnruferIn
Sirian ist, ich weiß nicht, kriegt man das erklärt, ganz viel Basteln und Masken
sind tatsächlich dabei.
Auch so ein bisschen das Fühlen, wie ein Tier fühlt, so ein bisschen auch die
Bewegungen einstudieren, auch sportlich ganz viele Aktivitäten machen.
Ferry oder Furries, glaube ich, kennen auch mehrere Leute.
Sebastian
Das kennen die meisten, ja.
AnruferIn
Ja, genau, so in die Richtung geht es auf jeden Fall. Mal grob zusammengefasst,
ich mag da jetzt auch nichts.
Sebastian
Okay, reicht völlig gut erklärt. Vielen Dank.
AnruferIn
Okay, gut, gerne. Und irgendwann Dann wurde das dann so ein bisschen was immer
wieder mal gegoogelt anscheinend.
Und auf einmal sah ich Zeichen bei mir. Da war das auf einmal ein Dreieck mit
einem Kreis drin, was irgendwie überall auf Arme gemalt wurde,
an Wände gepinselt wurde.
Sebastian
Oh Gott.
AnruferIn
Ja, also dieses Zeichen war überall. Und ich sagte, was ist das denn für ein
Zeichen? Das ist das Syrian-Zeichen.
Und auf einmal hatte ich auch die Regenbogenflagge irgendwie überall und es war immer mehr.
Und irgendwann guckt mein Kind mich an und sagt, Mama, was ist das eigentlich
an deinem Hals für ein Zeichen?
Ich trage eine Triskele.
Und da war tatsächlich dann der Punkt, dass ich gesagt habe,
das ist eine Triskele und habe dann gedacht, das schieben wir jetzt mal ganz
schnell so unter den Tisch und lassen das einfach im Raum stehen.
Sebastian
Nee, die ist 13, das funktioniert nicht.
AnruferIn
Habe ich gemerkt. Also eine Zeit lang ging es zwei, drei Tage und dann irgendwann,
meinte mein Kind von wegen, ich habe jetzt auch eine Triffkehle gemalt,
guck mal Mama. Da sagte ich, ja, ich weiß nicht, ob das so das richtige Zeichen für dich ist.
Und dann kam diese Autofahrt. Wir saßen im Auto nebeneinander und im Auto fühle
ich mit meinem Kind tatsächlich mit.
Die schönsten Gespräche, die sind meistens auch sehr, sehr intensiv.
Wir hören auch lauter Musik schon mal. Und dann ist einfach,
weiß ich nicht, ist so eine schöne Stimmung immer.
Und wir sprechen super toll miteinander. Und irgendwann sagt er so,
ich weiß übrigens, was das ist.
Sebastian
Das ist das Podcast, du bin nickt übrigens mit diesen Autogesprächen.
Also vielleicht eine kleine Empfehlung für Menschen, die mal mit ihren Jugendlichen
reden wollen. Es gibt bei der Zeit einen Artikel, 100 Fragen,
die sie ihren Jugendlichen mal stellen sollten.
Und auf einer langen Fahrt habe ich das mal gemacht und das war eine der tollsten
Autofahrten überhaupt. Es war Wahnsinn. Es war unglaublich. Ich hätte nicht
gedacht, dass ich Antworten kriege auf irgendwas. Das war eine tolle Diskussion.
Entschuldigung, einfach mal danach googeln.
Wenn man mal mit seinem Jugendlichen wirklich ein tiefes Gespräch gehen will,
dann arbeitet man mal diesen Fragenkatalog ab. Das ist Wahnsinn.
So, Entschuldigung, ich habe mich unterbrochen.
AnruferIn
Obwohl ich dir in Zeit mitgegeben habe. Ich glaube, dass man nicht flüchten
kann als Jugendliche in dem Moment.
Sebastian
Ja, das ist wohl der Punkt. Okay, jetzt haben wir aber diesen Punkt,
sie hat also Ahnung. Sie hat Lunte gerochen und ihr sitzt im Auto.
Sehr schön. Ich gratuliere. Du kannst nicht aussteigen. Du musst ja fahren. Toll.
AnruferIn
Richtig. Ich war im selben gefangenen Raum in diesem Moment und konnte auch nicht aussteigen.
Und ich konnte halt eben auch nicht sagen, ja, ja, reden wir einander mal drüber.
Nein, das ging einfach nicht.
Also habe ich, ja, kindgerecht auch einfach erklärt, was das Ganze so ein bisschen ist.
Und tatsächlich habe ich ganz speziell und explizit auf den Konsens bin ich
eingegangen, habe gesagt, sowas geht nur, wenn beide Seiten wollen,
wenn beide sich aktiv dafür entscheiden, nicht, wenn sich einfach irgendwas genommen wird.
Gerade jetzt ist in der Schule tatsächlich auch das ganze Thema,
was so ein bisschen, ja, gerade kommt, die Sexualkunde und da ist jetzt sowieso
alles ganz, wie soll ich sagen, ja, anstrengend für die Kinder auch.
Da kamen auch schon ganz viele Fragen und im Grunde, ich denke mal,
wenn Eltern einfach so ein bisschen aufs Bauchgefühl hören und einfach so ein bisschen...
Überlegen, man schätzt selber ab, ihr hattet immer so schön gesagt,
man hat so diesen Elternfilter. Kinder fragen nur Dinge, die auch beantwortet,
wo die mit der Antwort klarkommen oder wie war es irgendwie so.
Sebastian
Ja, genau so.
AnruferIn
Und den würde ich definitiv auch unterschreiben. Ich habe meinem Kind keine
Details oder sowas erzählt, habe aber lediglich auch erzählt,
dass ich nicht nur Hundeleinen flechte, sondern halt auch Bullwips,
was sie total abgefeiert hat, fand sie es klasse.
Die Mama bastelt auch. Ja, ja.
Sebastian
Ja, ja. Ja, gut.
AnruferIn
Wie das jetzt angewendet wird, klar, ich habe dann viel erklärt einfach,
dass es das Cracken ist, dass es das witzig ist.
Ich spiele überhaupt nicht mit Bullwips, ich bastel die nur, ich stelle die nur her.
Und ja, im Grunde wichtig ist einfach mitzugeben oder mir war super wichtig
einfach mitzugeben, dass alles nur erlaubt ist, wenn es erlaubt wird.
Sebastian
Jetzt ist ja die Frage, also ich meine, gut, die eigenen Kinder sind eh schon
mal vorgeprägt, aber dieses, aha, ich verstehe, dass das interessant sein kann.
Hast du das erreicht oder wolltest du das überhaupt erreichen?
Also man will ja das Kind jetzt auch nicht dazu bringen, das ausprobieren zu
wollen. Also zumindest hätte ich so dieses, man versucht so neutral wie möglich zu sein dabei.
AnruferIn
Das muss man auf jeden Fall so neutral wie möglich sein.
Ich habe tatsächlich häufig gesagt, von wegen, du musst noch ein bisschen warten,
du musst noch ein bisschen warten, bis zu 14, bis solltest du mit allem irgendwie
noch warten, weil dann werde ich definitiv den SMJG-Flyer hier irgendwo rumfliegen haben.
Sebastian
Ja, 14, also bis 25 würde ich, naja, Gott, hat eh keinen Zweck.
AnruferIn
Gut, aber je früher die Fragen kommen und je früher aufgeklärt ist,
ich finde tatsächlich, also ich meine, ich habe meine Kinder beide super offen erzogen.
Und ich sage mir, wenn mein Kind mit mir solche Themen bespricht,
von sich aus, habe ich eigentlich alles richtig gemacht.
Sebastian
Kann es sein, dass diese Strategie da so ranzugehen, auch dass man das möglichst
neutral erzählt, dass die auch Erwachsenen gegenüber gut funktionieren müsste?
AnruferIn
Kann ich mir gut vorstellen.
Sebastian
Wäre vielleicht auch nochmal ein Ansatz, auch für Menschen, die jetzt tatsächlich
diese ganze Zeit, dieses, wie lange nehmen wir jetzt hier auf,
zwei Stunden, 15 schon, dieses alles gehört haben, die immer noch sagen,
ich weiß immer noch nicht, wie ich es erklären soll. Vielleicht ist das auch nochmal ein Tipp.
Boah, Kiki, Kiki, hervorragend.
AnruferIn
Ich hoffe, mein Beitrag konnte irgendwie ein bisschen da mit einspielen.
Und meine Stimme war nicht zu wackelig, weil ich jetzt ein bisschen aufgeregt bin.
Sebastian
Nein, alles super, toll gemacht, wunderbar. Ich kann nur sagen, vielen, vielen Dank.
Aber jetzt werde ich jetzt hier doch die ein oder andere Zwischenmoderation
einbauen, damit ich das gebaut kriege alles.
Und dann machen wir gleich noch eine kleine Schätzfrage und ich habe noch was
Neues zu zeigen und dann haben wir es heute auch geschafft. Und das Podcast-Tubi
sitzt ja auch. Die will, glaube ich, heute auch nochmal reden. So.
Will gucken mal. Kinky Katie. Vielen, vielen Dank für den Beitrag.
Super. Danke dir. Tschüss.
AnruferIn
Sehr gerne. Ciao.
Sebastian
So, liebes Publikum. Jetzt ist das Telefon aus. So, obwohl, also Bock hätte
ich noch, aber ich kann nicht mehr. Wir machen das jetzt so.
Ich habe jetzt, jetzt teilen wir die Sendung an der Stelle. Also liebes Publikum,
die Menschen, die jetzt live zuhören, für euch geht die Sendung jetzt gleich
weiter mit ihrem Ende und die Menschen, die das jetzt im Podcast nachhören,
die bekommen jetzt gleich ein paar Einspieler.
So, Schnitt zum Freitagnachmittag bei gechillten 32 Grad im Büro und einem pfeifenden
Laptop, entschuldigt das Geräusch, mag ich euch ein paar Extras anmoderieren
für die Menschen, die das Ganze hier im Podcast hören und nicht live dabei waren,
denn ihr kriegt ein bisschen Bonus-Content.
Ich habe nämlich sieben Einspieler noch bekommen und die finden jetzt und hier
ihren Platz und wir fangen an mit Monsti, die hat nämlich ja versucht,
ihrer Psychotherapeutin BDSM zu erklären und ist offenbar gescheitert.
Einspieler
Hallo Sebastian, Monsti hier. Du hast dir viele kurze Einspieler für die Sendung
gewünscht. Hier ist meiner.
Grundsätzlich denke ich, es kommt immer auf das Gegenüber an.
Sollte mir bekannt sein, dass die Person kein Verständnis hat bzw.
Total verklemmt ist, würde ich es eher nicht versuchen, ihr zu erklären.
Dazu. Vor vielen Jahren habe ich
versucht, es meiner Psychotherapeutin zu erklären, was gescheitert ist.
Vielleicht wurde das damals so ausgebildet bzw. war Lehrmeinung.
Ich konnte sie jedenfalls nicht vom Klischee abbringen, dass mein Partner mich
bestrafen muss, um mich hauen zu dürfen.
Dass wir das einfach so aus Spaß und Lust machen, war für sie nicht vorstellbar.
Mit der Aussage, dass ich auch manchmal einen Korschatzgürtel trage,
habe ich sie dann wohl endgültig überfordert.
Letztendlich haben wir darüber nie mehr gesprochen.
Sollte ich nochmal von einer Vanilla-Person gefragt werden, beziehungsweise
darauf angesprochen werden, würde ich je nach Gegenüber erstmal fragen,
was die Person darunter versteht.
Vielleicht ergibt sich das Gespräch dann von selbst.
Zum Inhalt wäre mir wichtig mitzuteilen, dass BDSM sehr vielfältig ist,
dass es im Konsens passiert, dass man sich trotz Machtgefälle gegenseitig achtet
und jeder seinen eigenen Weg hat.
Das war's von mir. Jetzt freue ich mich schon auf die Sendung nachher. Bis dann.
Sebastian
Als nächstes New Honey Bee, die erzählt von einem offenen Gespräch mit einer
langjährigen Freundin.
Einspieler
Hallo, ich bin New Honey Bee. Vor zwei Wochen hat eine meiner besten Freundinnen bei mir übernachtet.
Ich muss vorher noch einflicken.
Mein erster Dom und ich, mit dem ich bis letztes Jahr verbunden war,
wir mussten uns leider Umstände halber trennen.
Nun habe ich das Glück, nach Monaten der Suche endlich wieder unter Führung
und Kontrolle zu sein, was ich sehr genieße.
Der, ich will ihn mal der neue Dom nennen, hatte mir schon vor Wochen aufgetragen,
mich außer im Job stündlich bei ihm zu melden. Ein Wort reicht da schon aus.
Ich genieße das sehr, hätte ich nicht für möglich gehalten und seine Reaktionen
auf meine Meldungen genieße ich ebenfalls.
Nun hätte ich die Möglichkeit gehabt, für die Dauer des Aufenthalts meiner Freundin
darum zu bitten, dass er mir das erlässt, aber ich wollte nicht darauf verzichten.
Damit ich es nicht vergesse, habe ich mir stündlich den Timer am Handy gestellt
und ihm dann immer meine Meldung geschickt.
Das musste meiner Freundin natürlich irgendwann auffallen, gesagt hat sie aber nichts.
Beim Frühstück dann, ich hielt es nicht mehr aus, platzte ich heraus mit folgender Aussage.
Ich würde dir so gerne etwas erzählen, es ist aber etwas Erotisches.
Sie lachte und sagte, nur heraus damit.
Ich fragte, ob sie schon mal was von BDSM gehört habe.
Sie ist geborene Berlinerin und spricht auch immer noch so und rief,
Ich bin doch Berlinerin. Ich kenne alles. Da laufen die Leute nackt mit Halsband
und Kette auf der Straße herum.
Das war nun sehr überraschend für mich, dass sie da so ungeniert war,
zumal sie selber seit Jahren freiwillig ohne Partner lebt.
Also erzählte ich von der Verbindung mit dem neuen Dom und dieser Regel mit
den stündlichen Meldungen und versuchte ihr in schwärmerischem Ton zu vermitteln,
wieso ich als selbstständige Frau,
so etwas so exquisit genießt und nicht mehr darauf verzichten möchte.
Und sie hat es verstanden.
Nun habe ich jemanden, mit dem ich, ohne ins Detail zu gehen,
das möchte ich ihr dann doch nicht, sagen wir mal, zumuten,
mich nicht mehr verstecken muss
und vor kurzem konnte ich mich bei ihr zum Übernachten quasi einmieten,
weil ich in ihrer Nähe auf einen BDSM-Stammtisch gehen wollte und nun nichts
mehr erfinden musste, wieso ich da weit von zu Hause weg,
übernachten will und was ich da eigentlich tun will,
ja, das ist sehr erleichternd.
Und ich wünsche jedem, der Ähnliches versucht, auch so eine positive und lockere Resonanz.
Sebastian
Das war Njohannibi. Jetzt kommt Ich doch nicht. Spannender Name.
Ist eigentlich auch schon an sich schon mal wieder gut.
Die hatte ein überraschend offenes Gespräch mit ihrem Gynäkologen.
Einspieler
Hallo Sebastian. Hallo liebe Zuhörer.
Mein Name ist ich doch nicht, weil ich natürlich komplett unschuldig bin.
Ich wollte gerne meinen Denf zur Sendung beisteuern.
Und zwar hatte ich kürzlich ein Erlebnis, der jährliche Kontrolltermin beim Frauenarzt.
Wie es der Zufall so wollte, hatte ich deutliche Spuren an den Innenoberschenkeln.
Und statt der erwarteten Frauenärztin empfing mich ein circa gleichalter neuer
Frauenarzt, der sie im Ruhestand ersetzt hatte.
Und ja, er war sehr interessiert in meinen Spuren und wollte wissen, wie es dazu kam.
Ich habe dann gleich beteuert, dass es konsensual war und dass ich BDSMlerin
bin und Spaß an masochistischen Spielern habe.
Und er hat dann einfach immer mehr wissen wollen, was ich sehr toll finde,
was denn da den Reiz für mich ausmacht und wie mein Zugang dazu ist.
Und da bin ich in den letzten Jahren immer wieder darauf gestoßen,
dass ich auf deine Folge 96, glaube ich, referenziere.
Das Thema Arousal ist Arousal ist Arousal hat mich sehr weitergebracht.
Ich bin einfach ein sehr naturwissenschaftlicher Mensch und es fällt mir leicht,
auf dieser Basis das Anderen zu erklären,
dass das Hirn einfach nicht zwischen verschiedenen Erregungszuständen unterscheiden
kann und sich bei mir dann sexueller Erregung mit masochistischer Erregung oder
eben exhibitionistischer oder.
Aufgabenstellungen aufaddieren können zu einer Intensität, die man einfach durch,
ich sage jetzt mal, Vanilla-Situationen,
denke ich, schwer erreichen könnte.
Und irgendwie ist es fast eine Form von Abhängigkeit.
Ich könnte mir nicht mehr vorstellen, ohne das zu leben.
Und ja, das so zu erklären, es fällt mir leicht.
Und da bin ich dir einfach sehr dankbar, dass du über deine vielen Folgen verschiedenste
Ansichten und Input geliefert hast, dass vermutlich für jeden, was dabei ist,
dass man da seine eigenen Worte finden kann, um das weiterzugeben an Interessierte.
Vielen Dank, macht bitte weiter so. Ciao.
Sebastian
Als nächstes kommt Fuchsschneckchen, die ist Paar- und Sexualberaterin und hatte
auch einige Erlebnisse.
Einspieler
Hallo, hier ist das Fuchsschneckchen und ich finde gerade BDSM zu erklären,
Leuten zu erklären, die das gar nicht kennen, damit gar nichts am Hut haben,
ist gar nicht so einfach.
Es begegnet mir aktuell in meiner Arbeit als Paar- und Sexualberaterin,
aber tatsächlich immer häufiger, dass ich auch einfach gefragt werde, was ist denn BDSM und,
das ist dann immer sehr, sehr spannend, weil ich möchte die Leute natürlich
auch nicht verschrecken.
Und deswegen sage ich ganz häufig, es ist alles an,
sexuellen Spielarten, Vorlieben, Wünschen, Bedürfnissen, die in Anführungsstrichen
abseits der gesellschaftlichen Norm liegen.
Und wenn die Leute dann so ein bisschen interessiert gucken,
dann finde ich, dass es auch berechtigt ist, noch so ein bisschen reinzugehen
in den Begriff, also dass es um Machtdynamiken geht, dass es auch um Schmerzen geht.
Was ich aber sehr, sehr, sehr wichtig finde, immer in jedem Fall,
gerade wenn man mit Menschen spricht, die überhaupt nicht in der Szene verortet
sind und damit gar nichts am Hut haben, ist diese,
ganz klare Abgrenzung zwischen Gewalt und BDSM.
Und dass es bei BDSM um den Konsens geht, dass alles konsensuell passiert,
dass man Dinge bespricht, dass man Dinge nachbespricht, dass man Vorbereitung
hat, dass man Nachbereitung hat.
Und viele denken ganz, ganz schnell, das ist halt übergriffig.
Wichtig finde ich auch da aber zu sagen, dass natürlich auch innerhalb der BDSM-Szene
Übergriffigkeiten passieren und passieren können. Und dass man da sehr sensibilisiert ist.
Und auf sein eigenes Körperempfinden achtet, so gut es geht.
Genau, aber so erkläre ich das. Ich freue mich auf die Folge und hoffe,
ihr könnt mit dem Einspieler was anfangen. Tschüss!
Sebastian
Weiter geht's mit Senpai. Der hat da eher eine strategische Perspektive. Los geht's.
Einspieler
Ja, schönen guten Abend. Hier ist mal wieder Senpai. Ich würde ganz gerne bei diesem schönen Thema,
im Sinne von, wie sage ich es meinem Kinder, also wie erkläre ich der Welt das
Thema BDSM oder vielleicht auch speziell mein BDSM, um einen gewissen Kontext erweitern.
Und zwar wäre meine Empfehlung, bevor man damit anfängt, dass man sich vielleicht zwei Fragen stellt.
Die eine Frage wäre, was möchte ich erreichen?
Und die zweite Frage wäre, mit wem rede ich?
Bezüglich des, was möchte ich erreichen? Je nachdem, mit welcher Person man redet.
Das kann ja durchaus auch im Kreise von anderen Seelenverwandten sein,
in irgendwelchen BDSM-Mann.
Kann ja aber auch sein, dass wir mit Freunden reden, die nicht kinky sind,
dass wir mit Arbeitskollegen reden, die vielleicht zufällig mal ein Bild gesehen
haben, dass wir mit Verwandten reden oder vielleicht auch mit der Lebenspartnerin.
Worauf ich hinaus will, ist, wenn man anfängt, solche Dinge zu erklären,
einer völlig unbedarften Person, muss man auf jeden Fall mit der Frage rechnen,
woher weißt du das eigentlich alles?
Und dann sollte man besser nicht in Stottern geraten, sondern dann sollte man
eben halt auch das in der Lage sein zu erklären.
Und mit wem rede ich, habe ich
jetzt schon ein kleines bisschen vorausgeschickt, was ich gerade sagte.
Verwandte Freunde, Arbeitskollegen, Lebenspartnerinnen, auch da gibt es ein paar Dinge zu beachten.
Man sollte zum Beispiel einfach nochmal über den Kontext nachdenken,
den kulturellen Kontext,
die politischen Ansichten oder vielleicht auch den Glauben, weil es ist nun
mal einfach so, dass es eine Reihe von Menschen gibt, die möglicherweise auch mit Dingen, die wir als,
verhältnismäßig leicht und einfach ansehen, schon ein Problem haben.
Also auch da muss man sich die Frage stellen, bringt es wirklich etwas mit jeder
Person, über all das zu sprechen?
Wenn man denn anfängt, darüber zu sprechen, dann sollte man zumindest meines
Erachtens versuchen, die Vorteile in den Vordergrund zu stellen.
In diesem Sinne, wenn man in der Lage ist, auch darüber zu sprechen,
was man das selber, dass man das selber empfindet, selber macht,
dass man dann eben auch sagen kann, welche Vorteile das für einen selber bringt.
Wie zum Beispiel die totale Entspannung oder die Herausforderung von einer besonders
schönen Shibari oder tolle Fotos oder irgendwie etwas in dieser Art.
Also man sollte dann an der Stelle einfach darstellen, was halt positiv an der
Sache ist oder vielleicht sogar auch positiv für einen selbst.
Und ganz am Ende sollte man einfach, um ein bisschen sicherer zu sein an dieser
Stelle, man sollte sich einfach wappnen gegen Unverständnis.
Weil es gibt zwei Level von Unverständnis. Das erste ist halt,
dass Menschen anfangen, sich übernehmen lächerlich zu machen.
Das ist halt bedingt durch die Furcht, die dadurch entsteht,
dass über etwas gesprochen wird, was man nicht kennt.
Und Unbekanntes ist für die meisten Menschen erstmal gefährlich.
Und wenn es nur in Richtung lächerlich machen geht, ist das auch vielleicht
für manche Menschen nicht so schön, aber das ist im Prinzip der erste Level.
Der zweite Level wäre dann möglicherweise halt Ablehnung bis hin zu Widerstand,
energischem vielleicht sogar.
Und da sollte man sich einfach nochmal wappnen, dass das kommen könnte.
Das muss nicht passieren, aber man muss das einfach am Hinterkopf behalten.
Heißt immer noch nicht, dass man das nicht tun sollte, dass man nicht darüber
reden sollte, weil das ist ganz wichtig, erklären.
Vielleicht ist es ja sogar so, dass das Interesse schon da ist an der Stelle.
Aber wie gesagt, man sollte einfach im Hinterkopf behalten, was möchte ich mit
meinem Gespräch erreichen, mit wem rede ich da und möglicherweise ernte ich Unverständnis.
Ich wünsche euch noch weiterhin einen schönen Abend und viele gute Beiträge
zu diesem spannenden Thema. Macht es gut.
Sebastian
Das war Senpai und nicht ganz an die empfohlene Länge für diese Einspiele hat sich Asteria gehalten.
Die erzählt, wie BDSM in ihrem Freundeskreis
über die Jahre ganz selbstverständlich zum Thema geworden ist.
Und ich glaube, das sind neun Minuten. Auf geht's.
Einspieler
Hallo ihr Lieben. Ich kann heute leider nicht dabei sein.
Aber da ich meinen ganzen Freundeskreis in Richtung BDSM aufgeklärt habe,
dachte ich, ich schicke einfach mal einen Einspieler.
Erstmal so die Key Facts. Ich und mein Freundeskreis, wir sind mittlerweile alle Mitte bis Ende 20.
Angefangen, mich mit BDSM zu beschäftigen, habe ich, da war ich Anfang 20 und
mein Freundeskreis dann eben auch Anfang Mitte 20.
Und da haben viele Freundinnen von mir so meine Reise zu BDSM eigentlich schon mitgemacht.
Das heißt, da fanden gar keine Aufklärungsgespräche statt, sondern da kamen eher öfter mal,
schau mal, was Menschen so machen, ich finde das ganz cool und da wurde sich
dann schon auch interessiert und diese Gespräche fanden dann aber nicht mal
an einem Abend statt, sondern dann kam mal, schau mal, das gibt es und schau
mal, das gibt es Und das lief dann wirklich mal so über ein Jahr.
Also die wurden quasi zeitgleich mit mir noch aufgeklärt.
Mittlerweile sind ja ein paar Jahre
vergangen. Ich läde BDSM privat auch wirklich aus mit meinem Partner.
Das heißt, jetzt sehen Aufklärungsgespräche doch nochmal ganz anders aus.
Ich muss sagen, ich trage BDSM jetzt nicht unbedingt sehr nach außen.
Also ich trage zwar einen Koller, aber das ist ein ganz kleines, goldenes Kettchen.
Also das wird man nicht als Day-Koller erkennen.
Und ich bin auch tätowiert. Also ich habe ein Tattoo mit BDSM-Relevanz.
Das sieht man aber auch nicht, außer man ist jetzt am Strand.
Und da kamen auch noch keine Rückfragen dazu. Also da musste ich mich quasi
nicht outen, ohne dass ich es wollte.
Es ist aber so, dass meine Freundesgruppe auch sexuell sehr offen ist.
Also da wird niemand irgendwie für etwas geschämt.
Das heißt, das Thema BDSM kommt früher oder später auch auf,
wenn neue Leute dazukommen.
Und dann...
Und das ist vielleicht noch etwas, was ich noch einschieben möchte.
Wir haben auch das Glück, dass gerade meine Generation, was BDSM angeht,
auch ein bisschen aufgeklärter generell ist als die Generation vor mir.
Jetzt mache ich mich wahrscheinlich unbeliebt, aber das haben wir unter anderem
auch Fifty Shades of Grey zu verdanken, dass das so ein bisschen massentauglich
geworden ist und auch vor allem Dark-Romans-Bücher.
Also ich kenne mittlerweile so viele Vanilla-Leute, die Dark Romans lesen,
wo Praktiken beschrieben werden, die für mich zwar ein normaler Freitagabend
sind, aber definitiv BDSM-ig sind.
Und da ist die Akzeptanz doch nochmal größer. Also das heißt,
wenn ich heute neue Leute kennenlerne und die Frage nach Sexualität kommt auf...
Kommt dann schon oft, ja.
Da ist ein gewisses Grundverständnis schon da und der Begriff ist vielleicht
nicht da, dann frage ich dann halt eher, das ist auch meistens so die Einstiegsfrage,
die ich dann halt stelle, ja, sagt dir denn BDSM was?
Und wenn kommt ja, kann ich weitermachen. Wenn kommt nee, dann sage ich ja,
aber kennst du Dark Romans oder Fifty Shades of Grey?
Und dann kommt meistens ah ja, das ist das. Und dann so jein.
Man möchte natürlich nicht die Leute im Glauben lassen, dass der Stalker, der jemanden,
den er noch nie gesehen hat, plötzlich überfällt und dann ist es für die Person
wunderbar und es entwickelt sich eine Session draus, dass das normal ist,
möchte man natürlich nicht irgendwie stehen lassen.
Und Fifty Shades of Grey als No möchte man auch nicht stehen lassen.
Aber die Leute haben zumindest dann ein Bild und man muss nicht unbedingt von
der Pike auf erklären, was man sagen möchte.
Was mir am Anfang nämlich auch sehr unangenehm war. Mittlerweile rede ich dafür
offener drüber, aber am Anfang war es mir doch unangenehm, dann zu sagen, es gibt da sowas.
Und da fällt es einem dann doch nochmal leicht, so eine kleine Überleitung zu
haben. Das ist vielleicht auch ein Tipp, den ich geben würde.
Ich weiß nicht, ob das ein guter Tipp ist, aber für mich ist es auf jeden Fall ein guter Tipp.
Weil ein Bild im Kopf, das massentauglich ist, ist oft besser als ein Bild,
dass sich Leute dann irgendwie selber zusammenspinnen von irgendwelchen Vorurteilen,
die sie vielleicht mal hatten.
Ja, und...
Und Gespräche, die dann tiefer gehen, entstehen dadurch, dass ich die Reaktion der Leute sehe.
Also man sieht ja doch relativ schnell, ob Leute interessiert sind oder ob dann
kommt, ah ja, okay, dann breche ich meistens ab mit, ach ja,
so ungefähr sieht das aus.
Aber wenn dann Fragen kommen und die Leute wirklich interessiert sind,
dann fange ich halt eher so ein bisschen mit den Basics an.
Was mir halt so oder so richtig wichtig ist, ist immer die Konsenssache zu besprechen.
Also ich sage von vornherein, das ist glaube ich einer der ersten Sätze,
die ich immer sage, das passiert alles nach Absprache. Ich möchte das, er möchte das.
Hier wird niemand unterdrückt, zumal ich vielleicht auch einfügen möchte,
falls es noch nicht klar war, dass ich prinzipiell immer,
also ich bin Sub, also ich spiele immer unten und das Leuten dann zu erklären,
ist vielleicht auch nochmal im Kontext mit Feminismus etc. ein bisschen fragil.
Weil man natürlich trotzdem, also ich möchte ja trotzdem, dass Leute merken,
dass es keinen Unterschied macht, ob ich jetzt Sub bin und Feministin,
dass sich das nicht irgendwie beißt.
Und das heißt, Konsens ist immer das Erste, was ich so ein bisschen bespreche
und dann kommen auch meistens schon die ersten Fragen.
Typische Fragen waren natürlich ja, ob man Dom oder Sub ist,
also beziehungsweise ob ich das mit ihm mache oder er mit mir.
Das sind eher dann so die Fragen. Die Terminologie müssen die Leute ja auch
nicht kennen. Also zumindest nicht am Anfang, wenn es sie nicht so krass interessiert.
Und dann kommt auch oft, ja, also wirst du gern gehauen? Da kann ich dann auch
sagen, ja. Und so unter anderem.
Oder zum Beispiel ist Fifty Shades dein Lieblingsfilm, das hatte ich auch schon,
von einem Partner, von einem Freund von mir, was ganz lustig war,
das fand ich wirklich sehr, sehr lustig,
und darauf kann man eigentlich die Gespräche ganz gut aufbauen,
weil man halt auch dann merkt wie die Leute zu Themen stehen und ob man vielleicht
erstmal Vorurteile abbauen muss oder ob Leute vielleicht selber schon was ausprobiert
haben und wirklich interessiert sind,
an den Praktiken oder was man so zu erzählen hat.
Und ich muss ehrlich sagen, dass meine Freundesgruppe doch sehr interessiert
ist. Zumindest eine Freundesgruppe ist wirklich sehr interessiert daran.
Mein Partner und ich, wir waren auch auf der Obscene und da habe ich einiges
erzählt und da waren die Leute auch sehr neugierig, weil das ist ja doch eine Welt, in,
der man als Vanilleperson nicht reinkommt oder vielleicht auch nicht reinkommen
möchte, aber die man doch sehr interessant findet.
Und ich möchte natürlich auch kein Anschauungsobjekt sein, aber ich finde es
halt schön, über BDSM zu reden.
Ich finde es schön, wenn mir Wohlwollen entgegengebracht wird.
Und vor allem muss ich auch sagen, dass natürlich nicht, vielleicht steckt in
jedem ein bisschen SM, aber BDSM.
Nicht unbedingt in der ausprägen, dass man sich jetzt als Community-Mitglied bezeichnen würde.
Deshalb finde ich es auch ganz cool, wenn man dann entdeckt,
dass es jemanden gibt, der wirklich sehr großes Interesse an BDSM hat.
Ich habe eine Freundin zum Beispiel, die hat da einiges von mitgenommen,
das sie sehr interessant fand und sie hätte das ohne mich wahrscheinlich vielleicht,
ich möchte mich dann jetzt nicht zu groß loben, aber vielleicht doch ein bisschen
später entdeckt und ist mit dem, was sie macht, da auch wirklich ganz glücklich.
Und da kam dann auch vor ein paar Wochen die Frage, wie das denn mit FetLife,
denn so läuft, weil ihr O-Ton war, dass ich ihr das ja immer so schmackhaft mache.
Also anscheinend rede ich sehr wohlwollend über BDSM und sehe,
dass das Leute wohl interessant finden und dass sie das auch gerne mal ausprobieren
würde. Also das hat mich dann natürlich doch sehr erfreut.
Und ja, das waren so ungefähr meine Erfahrungen. Also die Tipps,
die ich geben kann, ist, Leuten ein bisschen Zeit geben.
Fragen kommen vielleicht oder sie kommen nicht.
Und ermutigen kann ich auch. Eine wirklich negative Reaktion hatte ich noch nie.
Vielleicht mal höchstens so ein, ja, okay, wenn das dich glücklich macht,
was ich auch absolut in Ordnung finde, weil ich finde auch nicht alle Praktiken super interessant.
Deshalb ist so ein, ja, okay, auch schon völlig gut, wenn man sich denn outen möchte.
Und ich hoffe, dass mein Einspieler ein bisschen interessant war und ich wünsche
euch noch einen ganz, ganz schönen Donnerstag und bleibt unvernünftig.
Liebe, liebe Grüße. Tschüssi.
Sebastian
Und zum Abschluss der letzte Einspieler, der gar keiner ist,
sondern ein Beitrag aus der Zukunft, denn ich habe zwei Tage vor der Podcastaufnahme,
also vor der Liveaufnahme in Lübeck eine Folge beim SM Lübeck e.V.,
so heißt er richtig, aufgenommen.
Und dann habe ich mir gedacht, Mensch, ihr zwei, wenn ich mit euch schon aufnehme,
dann kann ich euch ja auch nach Beiträgen zur Live-Sendung fragen.
Genau das habe ich getan.
Und deshalb hört ihr jetzt zwei Beiträge in einem, nämlich von Lea und Ina.
Einspieler
Also ich habe tatsächlich ein super Verhältnis zu meiner Omi und irgendwann
habe ich dann natürlich, also kam ich an und hatte den Halsreif an und meine
Omi und ich, wir sind sehr offen miteinander.
Die gute Frau ist aber auch schon 70 und dementsprechend auch manchmal ein bisschen
eingefahren, aber trotzdem in einigen Punkten erschreckt offen.
Und die hatte mich dann gefragt, was das für ein neues Schmuckstück ist und
dass das ja fesch aussehen würde.
Und dann habe ich gesagt, ja, das habe ich geschenkt bekommen von meinem Partner.
Und dann habe ich halt dazu gesagt, das ist so ein bisschen wie ein Ehering.
Und dann habe ich versucht, ihr das zu erklären.
Und wir sind dann gemeinsam auf den Konsens gekommen, wir mögen es beide,
wenn Partner Personen den Ton angeben.
Wir haben gerne jemanden über uns, der den Weg zeigt, der auffängt,
der eine starke Hand drüber hält.
Und das war dann der gemeinsame Punkt, wo sie sagte, ja, ich mag das auch gerne,
wenn mein Mann sich durchsetzt. Das fand ich bei deinem Opa auch immer ganz toll.
Und dann dachte ich, hey, eigentlich...
Okay, aber ins Detail bist du aber nicht gegangen.
Okay, das ist aber vielleicht eine Konstellation, wo man das vielleicht nicht möchte.
Aber fiel ein Begriff sowas wie BDSM? Ja, ja doch, das habe ich schon gesagt.
Okay, und das hat sie auch grob verstanden?
Ja, ich habe ihr, gut, die gute Frau ist auch einfach sehr schwerhörig.
Man weiß nicht so genau, was sie davon hört.
Im Zweifelsfall ist sie einfach immer ganz süß und nickt und lächelt so und
stellt manchmal Nachfragen.
Und also ich habe schon gesagt, dass ich Schmerzen schön finde und so,
aber den Schmerzaspekt habe ich rausgelassen. Also ich habe bei ihr einfach.
An die führende Hand appelliert und an die Dominanz. Und das konnte sie auch echt nachvollziehen.
Hast du auch mal was, wo du versucht hast, jemand das irgendwie begreiflich
zu machen und die Person konnte es nicht nachvollziehen, hat keine gemeinsame Ebene gefunden?
Nicht, dass ich wüsste gerade.
Ich glaube, bei der Live-Sendung wird es mich auch so sein, dass fast niemand
davon berichtet wird, dass jemand mit völliger Ablehnung und Fackeln auf einen
zugelaufen ist, sondern irgendeinen Punkt findet man hoffentlich oder doch.
Also nein, das ist ein doppelschneidiger Punkt, weil ich hatte mal jemanden
im Freundeskreis, das war mit 16, 17, als ich mich geoutet habe.
Also ich bin halt immer mit Halsband rumgelaufen und hatte so einen Fuchsschwanz immer am Gürtel dran.
Und dann wurde hinter meinem Rücken so gesagt, ja, das ist kranker Scheiß und was die macht und bla.
Und ich habe die Person darauf angesprochen im 1 zu 1, als ich das erfahren
habe, weil das war alles hinter meinem Rücken und dann hatte ich diesen Menschen im 1 zu 1 und,
ein paar Bier später kam raus, dass er das eigentlich auch ganz gerne mag,
wenn seine Frau ihn benutzt und ich dachte hey, wir haben doch eine Überschneidung
und da kam die Ablehnung tatsächlich darüber, dass er sich vor den Leuten das
nicht eingestehen wollte.
Ja, das ist ja ganz häufig mal, das ist ja wirklich geschichtsträchtig,
dass die größten Hetzer der Geschichte die schlimmsten sind.
Ina, hast du was, was ich vielleicht Donnerstag mitnehmen kann?
Also ich habe zweierlei. Einmal tatsächlich unseren Besuch letztes Jahr als
Verein auf dem Weihnachtsmarkt, wo Menschen gesagt haben, hey, was macht ihr denn hier?
Entschuldigung, die Leute, die diesen Nikolaus mit der Route feiern. Sorry.
Die Menschen, also da war halt eine Frau, die sagte so, ja hier so,
SM ist es das, was ich denke? Ich sage, ich weiß nicht, was sie denken.
Ich sage, es geht um Sadomasochismus und ja, das habe ich mir gedacht,
ja, das ist doch auch irgendwie was, wieso braucht man da einen Verein und was
soll denn das und warum steht ihr hier auf dem Weihnachtsmarkt?
Und dann habe ich dann gesagt, ja, also wir stehen hier auf dem Weihnachtsmarkt,
weil wir gerne zeigen möchten, dass wir auch einfach Menschen sind wie jeder andere.
Tatsächlich gibt es auch bei uns in der Szene Leute, die feiern Weihnachten,
und die backen Plätzchen und mögen heißen Kakao mit Sahne und finden es toll, Community zu machen.
Und ich sage, und auf der anderen Seite ist es halt so, dass wir...
Genauso Akzeptanz möchten, wie jeder andere auch. Ich meine,
sie sind hier ja auch gerade auf uns zugekommen. Ihren Mann haben sie an der Hand gehalten.
Sie sind hier Arm in Arm gelaufen. Sie haben ja auch gezeigt,
dass sie heterosexuell lieben.
Und das ist auch völlig in Ordnung. Und genauso möchten wir Akzeptanz und Sichtbarkeit
schaffen für das, was wir lieben und wie wir lieben. Hat das funktioniert?
Tatsächlich hat sie 5 Euro gespendet für unsere Öffentlichkeitsarbeit und hat
gesagt, naja, ich muss das ja nicht gut finden, aber ich finde das schon toll,
dass sie mir das so gut erklärt haben. Süß. Fand ich großartig.
Großartig. Ich muss mich korrigieren. Es ist nicht Nikolaus,
sondern der Knecht Ruprecht mit der Rute, von dem erwachsene Menschen ihren
Kindern erzählen in Horrorvision.
Und so, mal so viel dazu. Also finde ich passt BDSM sehr gut auf einen Weihnachtsmarkt,
weil das ja eine offenbar alte christliche Tradition ist.
Oh Gott, ich weiß, Podcast, wie wird zu sagen, Sebastian, spinnst du auf,
was hast du denn in der Folge gemacht? Egal.
Okay, also finde ich schön, wenn das funktioniert, mal so ganz grob,
so gerade zum Weihnachtsmarkt, mal so eine Zwischenfrage, wenn man jetzt da
mit Menschen interagiert,
von 100 Menschen, mit denen man da irgendwie interagiert, wie viele sind da
okay und cool drauf und bei wie vielen muss man echt erstmal wirklich für das Verständnis werben.
Gibt es so eine Gefühlsquote vielleicht?
Viele gehen eh einfach mit einem weiten Bogen außen rum, die darf man nicht
mitzählen, das ist ein gefärbtes Bild, aber was habt ihr wahrgenommen?
Ist das eine Schlacht, die ihr schlagen müsst? Also ich hatte schon das Gefühl,
dass also auf dem CSD war es leichter, auf einer BDSM-Veranstaltung ist es noch viel einfacher.
Auf dem Weihnachtsmarkt würde ich sagen, war es so 50-50 und bei den 50 Prozent,
die echt scheiße drauf waren,
waren es dann nachher aber doch tatsächlich noch, ich weiß nicht,
48 Prozent oder so, die dann zumindest mit einem Lächeln weggegangen sind und
gesagt haben, okay, lass die mal machen.
Gut, das ist ja schon mal Toleranz. Das ist ja schon mal ein weiterer Schritt. Genau.
Und ich weiß, es gab einen Herrn, dem hätte ich am liebsten hinterhergerufen,
dann halt doch deinen Maul.
Weil der wirklich, der hat die ganze Zeit, hä, was machen die denn hier?
Und was soll denn so ein Scheiß? Und was hat denn das auch mal zu suchen?
Und ich war so genervt nachher, weil ich gedacht habe, meine Güte, ey.
Hier stehen auch Leute, die verkaufen Käse. Was machen die auf dem Weihnachtsmarkt?
Ja, gut, da sind auch Kinder und da wird trotzdem Alkohol konsumiert ohne Ende.
Genau, das wird geraucht. Das war feierlich.
Wie ist denn das mit, also ich meine, wenn man da einen Stand hat,
ich meine, das Thema ist jetzt ein bisschen heiß, aber da kommen ja auch Kinder,
laufen einfach mal dran vorbei und machen mal große Augen und gucken oder fragen mal oder irgendwas.
Ja, die kriegen ein paar Pellätzchen in die Hand gedrückt oder einen heißen
Kakao und dann können die weitergehen. Gute Strategie, sehr schön.
Das ist genau wie auf dem CSD. Wir haben auf dem CSD, haben wir unser Glücksrad.
Oh, jetzt muss ich gucken, wenn ich das jetzt Donnerstag doch verwenden möchte.
Wird das zu lang gerade, um das noch schnell einzuspielen?
Ich muss das jetzt irgendwie sortieren, Liebespublikum, alles ist kompliziert, Timing ist alles.
Vielleicht noch einen zweiten Punkt, wo du sagst, okay, da habe ich mal wirklich
eine Person wirklich bei null angefangen und ein kurzes Gespräch. Meine Tochter.
Tatsächlich. Wie ist dir das gelungen und was? Ich musste ja,
als wir das erste Mal auf den CSD gegangen sind, musste ich,
habe ich glaube ich damals auch schon in der Folge erzählt, die wir aufgenommen haben,
musste ich ja meiner Tochter irgendwie beipulen, pass mal auf,
Mama steht auf dem CSD mit dem Stand, da geht es aber nicht um Queerness im
Sinne von Homosexualität oder Transsexualität, sondern da geht es um Sadomasochismus.
Und dann sagt meine Tochter so, ja, was ist denn das? Und da habe ich dann gesagt, naja, das ist...
Wie alt zu dem Zeitpunkt? 15. Das ist ein spannendes Alter dafür,
ja. 14, 15, ich weiß gar nicht mehr genau.
Also sie hat sich gerade mit dem Thema Sexualitäten insgesamt sehr beschäftigt.
Das war im Freundeskreis auch ganz aktuell.
Und da habe ich dann gesagt, du weißt ja jetzt ganz viel und du hast mir ja
auch ganz viele Fragen gestellt.
Und weißt du denn auch, was Sadomasochismus ist? Und dann sagt sie, nee, sag doch mal.
Und dann habe ich dann gesagt, ja, pass auf, das ist sowas kleinste runtergebrochen.
Wenn ein Mensch das mag, wenn ihm wehgetan wird und ein anderer Mensch jemandem
gerne weh tut, wenn es der andere genießt,
oder wenn einer sich unterwirft oder einer führt und einer sich fühlen lässt und so.
Und dann hat sie dann gesagt, ja, okay,
Ja, wenn da alle fein mit sind, ist das doch gut. Und dann habe ich ihnen gesagt, ja.
Und wie wäre es denn, also ich weiß, das erzählt sie heute auch immer,
deswegen darf ich das erzählen.
Ich sage, wie wäre es denn, wenn mich jetzt deine Freunde sehen oder so und,
die dann auf dich zukommen auf den Schulhof.
Und da sagt sie zu mir, ja Mama, wenn die mich darauf ansprechen,
dann frage ich die einfach, ob die das gut finden würde, wenn ich sie frage, wie ihre Eltern ficken.
Großartig. Ja, schön, schön. Okay, offenbar ganz die Tochter der Mutter.
Ja, absolut. Da bin ich auch sehr stolz drauf. Das ist das Größte,
was mir, das Beste, was mir in meinem Leben gelungen ist, wirklich.
Sebastian
Das waren die Einspieler und ihr wisst ja, ich mache es gerne vollständig.
Und am Samstagmittag habe ich von Virus242 noch diesen allerletzten Beitrag bekommen.
Einspieler
Hallo zusammen. Auch ich kam in die Situation, dass ich anderen Menschen BDSM
etwas näher bringen sollte.
Und zwar besitze auch ich hinter der Tür im Schlafzimmer ein kleines Board mit
einer Auswahl von Spielzeugen.
Und bei meinem Umzug letztes Jahr wollte ich dies eigentlich als letztes einpacken.
Allerdings kam es so, wie es kommen musste und ich habe es schlichtweg vergessen.
Meine Umzugshelferlein hatten dann zum Großteil, also bis auf eine Person,
auch dieses Board dann erkannt und haben dementsprechend ein paar Sprüche gemacht.
Aber das war jetzt auch nicht weiter tragisch.
Am Tag drauf sollte dann meine Abschiedsfeier sein.
Und da hing das Board dann auch noch, wo ich dann dachte, okay,
machst die Tür zu, sieht keiner, alles gut.
Und während der Party aber haben sich dann meine Helferleins vom Umzug dann
auch untereinander unterhalten und die eine Person, die eben dieses Board nicht
gesehen hatte, ein wenig aufgezogen,
was diese Person eben so verpasst hätte und dass man es hätte nicht übersehen können, etc., etc.
Ich habe mir das Ganze mal dann eine Weile angehört, bis ich dann schließlich
zu dieser Person hingegangen bin und habe gesagt, interessiert dich das,
was du da gehört hast oder würdest du es gerne mal sehen?
Was dann die Person bejaht hatte. Also ging ich mit ihr dann ins Schlafzimmer,
und die anderen Helferlein wollten natürlich die Reaktion dieser Person sehen
und haben sich direkt angeschlossen.
Das hatten dann die anderen Gäste irgendwie als anders genommen mitzugehen und
plötzlich standen dann meine gesamten Gäste für diese Party im Schlafzimmer vor diesem Board,
und ich durfte dann erklären, was da hing, warum das da hängt und was daran
jetzt irgendwie so besonders ist und Spaß macht.
Diese Gruppe war dann bunt gemischt, sowohl Leute, die schon was mit BDSM zu
tun hatten, als auch Leute, die damit überhaupt noch gar nichts zu tun hatten,
und auch Leute, die es überhaupt gar nicht interessiert, die dann auch relativ
zügig den Raum verlassen haben.
Nachdem man dann da so einige Grundzüge dann erklärt hatte, verlief der weitere
Abend dann so, dass immer wieder vereinzelt dann Personen dann auf mich zukamen
und gefragt hatten, was war denn das eigentlich und wie war das eigentlich und
was macht man eigentlich hiermit und wie läuft sowas Ganze überhaupt ab?
Wo dann, wie in der Folge auch schon bereits gehört, erklärt wurde,
was ist Konsens, dass das alles einvernehmlich funktioniert,
dass man vorher Regeln absteckt, Grenzen setzt,
dass es Save Words gibt, dass es ein Ampelsystem gibt,
dann auch unterschiedliche Spielarten, was ist Bondage, was ist Spanking,
wie funktioniert das Ganze so ungefähr, was gefällt einem daran überhaupt,
dass es teilweise gar nicht die Aktion selber ist, sondern die Reaktion,
die einem Gegenüber gibt quasi,
auch sowas wie, dass alles sehr stark von Vertrauen und sich fallen lassen können
mit dem Gegenüber zu tun hat.
Und am Ende war es dann halt wirklich schön zu sehen, dass es bei manchen Menschen
dann einen Aha-Moment gab und die ihre,
Schublade mit den Klischees quasi aufräumen konnten und dann nochmal ein ganz
neues Bild dann auf diese Szene gekriegt haben und auch dann gesagt haben,
das ist ja ganz anders, als ich es mir vorgestellt habe oder wie es teilweise
aus Film und Fernsehen dann gezeigt wird,
und endete sogar damit, dass man dann auch mal die Spielzeuge dann halt selbst
in die Hand nehmen konnte.
Sebastian
So, das waren die Beiträge von Ich-Doch-Nicht-Senpai, Asteria,
New Honeybee, Fuchschnickchen, Monsti, Virus 242 und Ina und Lea.
Und nun geht es dann doch wieder zurück in die Vergangenheit zur Unvernunft live am Donnerstag.
Im Zweifel, wenn ihr das jetzt hier als Podcast-Version hört,
dann habt ihr jetzt noch einige Einspieler gehört und seid immer noch dabei.
Dann geht es hier jetzt weiter mit meiner Dies-und-das-Kategorie und mit der Schätzfrage.
Ihr Lieben, die Schätzfrage funktioniert relativ einfach. Alte Tradition in diesem Podcast.
Wir verlosen immer einen Pfannwender. Da steht drauf für Brat mit Herz und man
kann mit dem wunderbar kochen oder ihn in allen anderen Räumen des Hauses für
anderen Quatsch benutzen.
Sind sogar, also Spülmaschinen fest, würde ich nicht sagen, aber wenn sie aus
der Spülmaschine kommen, sind sie ein bisschen schwerer und biegsamer.
Also so ein schönes Naturholz ist das und macht auf jeden Fall Spaß.
Und wenn ihr so einen Funwender haben wollt, dann müsst ihr hier live bei der
Schätzfrage mitmachen.
Und das funktioniert relativ einfach. Erstmal bitte ich das Podcast-Turby, das Bild zu zeigen.
Denn, kleine Zwischenmoderation, seit heute Mittag, da kam endlich der DHL-Bote.
Das heißt endlich, es ging super schnell die Lieferung.
Wir haben endlich neue Podcast-Postkarten.
Ich habe seit Monaten nach einem Motiv gesucht und dann lag es so nah in der
Nachbarschaft, dass jemand ein Bild hatte.
Ich bedanke mich ganz herzlich bei Herbie und bei Agnes Winter.
Agnes Winter als Fotografin und Herbie als der Mann in dem, nennen wir es mal Raumanzug.
Ich finde das ein super Motiv, perfekte Podcast-Postkarte und,
diese Podcast-Postkarten, also die erste wird auf jeden Fall die Person kriegen,
die hier gewinnt und danach werde ich die für die Unterstützer-Post,
die wir ja endlich, endlich schreiben müssen, dafür fehlten eben die Karten,
da werden die mit bei sein und die werdet ihr hoffentlich auch irgendwo bald finden.
So, okay, also, darum geht's, ähm, und, ähm, ja, ich hab also den Karton bekommen
von der Druckerei, und deshalb stellen wir eine ganz simple,
einfache Frage, das Podcast, so wie hab ich beauftragt vor der Sendung,
wiegt doch mal das Paket, was da von der Druckerei kam.
Die Frage lautet, wir haben endlich neue Postkarten bestellt und heute sind
sie gekommen. Wie schwer war das Paket in Gramm?
Also, was hat der Paketboot hier angeliefert und wie schwer war das Ganze eigentlich,
was er hier die Treppe hochschleifen musste?
Ja, ihr könnt jetzt raten, ihr könnt einfach in dieses wunderbare Chat-Widget reinschreiben,
und die Menschen, die diesen Podcast kennen, die ahnen es schon,
wir haben hier einen gewissen Luxus im Podcast und den mag ich immer wieder
erwähnen und auch wenn das ein bisschen,
ich sag mal um die Uhrzeit ein bisschen runtergeleitet klingt,
es ist echt nicht so gemeint, da steckt ganz viel Dankbarkeit und,
Happiness bei mir drin, denn wir können diesen Podcast,
einfach machen und zwar völlig unabhängig.
Hier gibt es niemanden, der mir sagt, was ich gut finden muss,
ich muss nichts bei Instagram in die Kamera halten, ich kann hier völlig frei
agieren, ich kann einfach ein Zugticket nach Lübeck kaufen und hinfahren zur Aufnahme
und ich kann all diese ganzen Dinge tun und überlegen, was ist gut und was ist
schön und ihr hört hier fast nie Werbung, es kann mal welche geben,
aber im Grunde 90% der Zeit gibt es hier einfach keine Werbung im Podcast.
Wie ist dieses Kunststück möglich? Ganz einfach, Menschen beschließen,
dass sie diesen Podcast unterstützen möchten.
Im Moment ein paar weniger, es gibt da manchmal so saisonale Schwankungen,
aber ihr könnt sagen, Mensch, ich möchte im Podcast jeden Monat zum Beispiel
einen kleinen Dauerauftrag dalassen, ich gebe dir unvernunft ein Getränk,
meiner Wahl aus und ob das jetzt das 1,50 Euro die Studentenkola ist oder,
in der Studentenkneipe oder ob das eben der Superlux Cocktail ist, wir nehmen alles.
Und wenn das hier auf unserem Konto landet, bei PayPal oder direkt eben auf
dem Konto, dann sind die Gebühren am geringsten, dann hat man nicht nur was
Gutes getan für die Unvernunft, nein, man darf sich auch in die Hall of Fame eintragen.
Und in der Hall of Fame, da kann man sich nicht nur eintragen,
sondern man kann auch sagen, ja, der Sebastian darf mich hier in der Live-Sendung
nennen und mich namentlich erwähnen und genau das tue ich jetzt.
Ich bedanke mich ganz herzlich bei den neuen Menschen in der Hall of Fame,
bei Mercyful Doom, bei Seitenzupfer, mit AI geschrieben, okay,
und bei Helliday und Cut Fairness.
Vielen Dank, willkommen in der Unvernunft Hall of Fame und ihr seid da jetzt
verewigt und ihr unterstützt diesen Podcast und da freue ich mich ganz riesig drüber.
Außerdem bedanke ich mich ganz herrlich, herrlich sowieso, aber ihr merkt,
es ist jetzt ein bisschen spät, ganz herzlich bei, zum Beispiel bei Endymion, bei Jay.
Evitabs, bei S&M, bei Nordmann, bei wen haben wir noch, Subimi,
Geralf, Zauseli bei Weiterspielen und ich gehe nochmal in der Liste ein bisschen
durch bei Seil mich an, Nachtalpriger, Crunch,
und Visudo.
Big Girl 91, Eindom 83, ja, ist immer schwer Namen zu suchen, ohne Zahlen.
Ich bedanke mich bei Jan ganz herzlich, bei Perlenkette, bei Turdus,
bei True Blue und wen haben wir noch? Vielleicht noch zwei, bei Wombat und bei Balthasar mit Fee.
Vielen, vielen Dank, dass ihr das hier möglich macht, dass ihr die Unvernunft
so toll unterstützt und dass ihr uns einfach die Möglichkeit gebt,
hier einfach sorgenfrei zu podcasten.
Und wenn ihr den Podcast noch nicht unterstützt, kunstunvernunft.de,
oben ist ein Unterstützen-Button, da stehen ganz viele Möglichkeiten.
Und ja, der Rasenmäher-Roboter auf meiner Amazon-Bildschlist ist natürlich ein
Scherz, den will ich natürlich nicht, dass mir den jemand schickt, ist viel zu teuer.
Aber er steht da zumindest drauf, damit ich nicht vergesse, dass ich ihn haben will.
So, ich gucke mal, ob es schon Antworten gibt.
Soll ich das Podcast-Subi jetzt in die Sendung holen?
Podcastsubbie
Ja, ich muss mich auch noch bedanken.
Sebastian
Okay, den muss ich auch noch bedanken. Ah, richtig. Ich hole mal das Podcast-Subi
rein. Ja, hallo, liebes Podcast-Subi.
Podcastsubbie
Ja, ich habe mich ja ganz schlecht gefühlt. Ich habe ja beim letzten Mal so
fürchterlich angegeben mit meinen Schuhen.
Dann ist ein bisschen Schuhgeld gekommen, ein bisschen viel Schuhgeld.
Sebastian
Du kannst ein bisschen lauter sprechen oder das Mikrofon ein bisschen näher in den Mund führen.
Podcastsubbie
Das ist mir aber gerade so unangenehm.
Sebastian
Am nächsten Morgen, nach der Sendung, war hier ein Schuhgutschein auf dem Konto.
Podcastsubbie
Ja, ganz, ganz vielen lieben Dank.
Ich weiß, ich werde gerade rot und das macht es noch unangenehmer.
Sebastian
Nein, da hat jemand einfach beschlossen, du brauchst neue Schuhe.
Podcastsubbie
Ja, kann man ja auch immer gebrauchen. Aber das war ja nicht die Intention.
Sebastian
Also ich verspreche höchstpersönlich der Person, ich weiß nicht,
ob wir sie nennen dürfen.
Podcastsubbie
Ja, das weiß ich auch nicht. Deswegen wollte ich da jetzt nicht.
Sebastian
Genau, aber wir versprechen, wir
werden dieses Geld tatsächlich und auch schließlich in Schwur investieren.
Podcastsubbie
Ich habe eine.
Sebastian
Du hast schon Schwur ausgesucht.
Podcastsubbie
Ja, natürlich. Aber die letzte Entscheidung muss ich ja dir überlassen.
Also nicht dir überlassen, aber ich brauche ja ein bisschen Beratung.
Sebastian
Okay, ich sehe schon. Du kannst gerne einen Link deiner Wahl in den Chat posten,
da wird das Publikum sicher dafür sein.
Podcastsubbie
Nein, nein, nein, sowas mache ich nie wieder.
Sebastian
Okay, also der Absatz sieht verdammt hoch aus. Der ging wirklich ja quasi klein.
Dann muss ich ja auch hohe Schuhe tragen.
Podcastsubbie
Du bist klein.
Sebastian
Danke schön.
Podcastsubbie
Nein, bist du gar nicht. Aber, hm.
Sebastian
Ja, ich sehe schon, wow.
Podcastsubbie
Ja, aber das ist meine Endauschleur. Ich bin ja immer ein bisschen zelebrierend,
wenn ich mir Sachen aussuche.
Sebastian
Ja, ich sehe schon.
Podcastsubbie
Von den ursprünglich 20 sind ich jetzt nur noch drei über. Und da dachte ich,
damit kann ich dich dann belasten.
Sebastian
Ja, das ist wie bei Urlaub. Das ist so, hier sind 30 Browser-Tubs mit Ferien,
Wohnungen, wir gehen die jetzt mal kurz durch.
Und das zu reduzieren, das ist schon mal eine sehr gute Idee.
Podcastsubbie
Ich kenne dich ja mittlerweile ein bisschen.
Sebastian
Schuhe ist natürlich eine Sache wichtig. Eventuell haben ja Menschen Kontakt jetzt in der Senktum.
Und eventuell hat da das Podcast so wie etwas bestellt. Und wir hoffen inständig,
dass das noch pünktlich da ist, bevor wir dann im Juli nach Berlin fahren.
Und das könnte ganz knapp sogar passen mit dem Liefertermin.
Aber wir wissen es natürlich nicht.
Also falls da jemand jemand kennt. Genau.
Podcastsubbie
Genau und dann einfach mal sagt, ich weiß zwar nicht wer und welche Bestellung
das ist, aber mach doch mal alle Bestellungen bitte zügig fertig.
Sebastian
Genau, richtig. Genau so.
Podcastsubbie
Genau das.
Sebastian
Stimmt, das war jetzt eventuell ein Fehler in meiner Kalkulation.
Podcastsubbie
Ja, das hast du schon mal nicht bedacht.
Sebastian
Ja, wie gesagt, ich kann mich rausnehmen, es ist spät und immer noch warm.
Wobei, wir haben jetzt 26,8 Grad, aber guck mal, 63 Leute haben bei der Schätzfrage mitgemacht.
Podcastsubbie
Dann sind wir doch mal gespannt.
Sebastian
Ja, ich bin selber sehr gespannt. Also ich kann euch verraten,
ihr Lieben, dieses Paket hat laut Wiegung, es waren eigentlich zwei Pakete und
dann habe ich vom Podcast irgendwie einen Zettel bekommen.
Podcastsubbie
Ja, du bekommst zwei Heideschafe, das wäre, eigentlich hätte ich ja lieber Ziegen, aber...
Aber Schafe wären als Rasenmäher.
Sebastian
Nein. Nein, nein, nein, nein, nein, nein.
Podcastsubbie
Das wäre so niedlich. Aber Schafe sind auch okay, die sind flauschig.
Sebastian
Nein, nein, nein, die muss man dann scheren und irgendwas. Das heißt,
ich brauche ein Mäher für das Schaf. Das ist also nur den Rasenmäher ums Eck.
Podcastsubbie
Ja, deswegen ja eher Ziegen.
Sebastian
Nein, nein, nein, nein, nein. Nein, das geht irgendwie nicht.
Zwei Pakete, einmal 4.269 Gramm und einmal 3.529 Gramm. Und das ergibt zusammen,
laut Podcast sowie, 7.798 Gramm. Und wir gucken mal, wer denn am Nächsten ist.
Das gibt es doch gar nicht.
Podcastsubbie
Boah, hast du jetzt nachgerechnet oder hast du jetzt einfach meine Zahlen?
Sebastian
Ich habe einfach deine Zahlen gesagt.
Podcastsubbie
Ich habe das nochmal so ganz schnell.
Sebastian
Das wird schon passen. Wenn es nicht passt. Also die richtige Antwort ist die,
die du aufgeschrieben hast.
Also 7.798 Gramm wäre richtig. Und der Reaktionsfetisch, der hat schon so viel Kochlöffel.
Der hat 7.867 Gramm. Und er hat also gerade mal 69 Gramm daneben geraten.
Mein Gott, beeindruckend. Ja, lieber Reaktionsfetischist, der dritte oder viertkochlöffel
ist auf dem Weg zu dir. Auf jeden Fall mit der neuen Postkarte.
Du kriegst die erste. Gratulation.
Wahnsinn. Aber ihr seid alle recht gut. Also ich sehe hier wirklich viele Antworten,
so um die siebeneinhalb Kilo. Also offenbar habt ihr, ihr wusstet doch gar nicht,
wie viele es sind. Wahnsinn.
Also ich bin stolz. Es gibt neue Postkarten. Und ich gucke ja immer,
das müssen ja immer Motive sein, die nicht ganz so verschreckend sind,
aber die müssen trotzdem irgendwie Kink und irgendwie ein bisschen Begeisterung
und so ausstrahlen und für so einen warmen Sommer ist natürlich so eine Sonnenschutzkleidung
das perfekte Motiv, wie ich finde.
Okay, so, ich gucke mal, was ich hier noch erzählen muss.
Was haben wir denn? Ihr besucht bitte, damit das Podcast sowie auch ein bisschen
was zu tun kriegt, den Unvernunft-March-Shop.
Da kriegt ihr T-Shirts, Schlüsselbänder, kleine Deckchen und Kaffeebecher selbstverständlich.
Also gerne da ein bisschen shoppen gehen, denn die Sachen, die da jetzt drin
sind, in diesem Design, was wir haben, wenn die leer sind, sind sie leer.
Und die nächsten Sachen werden anders aussehen. Das kann ich euch versprechen.
Das werden wir alles schön zur Messe im Oktober vorbereiten.
Da machen wir also quasi nochmal.
Ein kleines Redesign. Okay, also da läuft jetzt quasi die Zeit ab,
auch von den Shirts. Wir haben echt wenig Größen noch, also das ist jetzt langsam auch alle.
So, dann mag ich nochmal aus Nerdhausen was berichten.
Ich weiß nicht, liebes Podcast, Subi, wie findest du denn, dass ich mich da
momentan so reinnerde und an der Unvernunft GPT arbeite?
Podcastsubbie
Finde ich gut Ich habe dir ja schon gesagt, was ich nicht gut finde Ja.
Sebastian
Das muss ich ihm noch austreiben,
Die Idee ist wirklich, einen Chatbot zu haben, der alle Transkripte aller Folgen kennt.
Und wenn man dann sagt, hallo, mich interessiert das und das Thema,
wo kann ich denn das hören? Dann sagt er, ja, in der Folge geht es da und darum.
Und wenn du am besten in dem Kapitel und ich hier kannst du klicken,
dann hörst du genau die Stelle.
Oder fassen wir mal die Folge zusammen oder gib mir mal eine Statistik aus,
wie viele Menschen eigentlich Top und Sub waren im Podcast.
Also solche Dinge sollen möglich sein. Die Prototypen-Tests funktionieren und
ich werde da im Sommer ganz viel dran tüfteln und machen, weil die Suchfunktion
ist zwar schön, aber so ein Chatbot,
der diesen Podcast wirklich kennt und nichts dazu erfindet, hoffentlich, das fehlt noch.
Wir müssen nur gucken. Ich mag dem Ding noch ein paar Sachen abgewöhnen.
Außerdem braucht das schreckliche Dienstmädchen natürlich noch eine Angewohnheit.
Ich habe ihr schon beigebracht, dass sie besonders viele Emojis benutzt, wenn sie mit euch redet.
Ob und wann das dann online geht, weiß ich nicht, aber da habe ich gerade sehr
viel Spaß dran, ein bisschen zu probieren.
Podcastsubbie
Nein, das macht sie nicht.
Sebastian
Was macht sie nicht? Emojis?
Podcastsubbie
Ja.
Sebastian
Doch natürlich, die macht ganz viele Emojis.
Ganz viele Herzchen. Nein. Nein. Okay, ich sollte das Schreiben der Persönlichkeit dir überlassen.
Ja. Okay, ihr habt das alle gehört, das Podcast, so wie es für die verantwortlich ist.
Podcastsubbie
Die hat ja schon eine Persönlichkeit und da gehören keine Emojis zu.
Du kannst doch nicht einfach so eine Person komplett neu aufkrempeln, das geht nicht.
Sebastian
So in den E-Mails benutzt sie ganz viele Emojis.
Podcastsubbie
Nein.
Sebastian
Tja, ich werde mich wohl fügen müssen.
Podcastsubbie
Oh.
Sebastian
Was könnte man denn statt Emojis nehmen? Gedankenstrichen.
Podcastsubbie
Herzliche Worte.
Sebastian
Herzliche Worte, oh Gott. Ich bin gespannt, wie du ihr das beibringst.
Wir werden sehen. Also, das wird so mein kleines Sommerprojekt.
Das ist auch einfach für meinen Beruf so ein kleines Lernprojekt,
um mal zu gucken, wie man solche Vektordatenbanken und so weiter.
Aber egal. Also, da bin ich gerade ein bisschen dran. Aber es kommen noch ganz
viele andere Dinge. Zum Glück gibt es auch noch die eine oder andere neue Aufnahme.
In Lübeck war ich schon, habe ich ja euch erzählt.
Da habe ich mit dem SM Lübeck e.V. gesprochen. Die Folge wird aber noch ein
bisschen brauchen, bis sie hier erscheinen mag.
Und dann nächste Woche, also nicht in 14 Tagen, in sieben Tagen, am 25.06.
Werden wir Waffeln live machen. Also nicht nur das Thema heißt so Waffeln,
das ist unser traditioneller Saisonabschluss, bevor ich hier in die Live-Sommerpause gehe.
Und wir werden, wenn das Wetter mitspielt, auf der Terrasse sitzen.
Es wird Waffeln geben, ein eigenes Mikrofon am Waffeleisen.
Und wenn ihr mich jetzt dazu per Abstimmung überredet, werde ich auch eventuell
wieder aus der KI schrecklichen Musik rauspressen, damit wir ein bisschen Stimmung
an dem Abend haben. Das dürft ihr jetzt entscheiden.
Ja, also da freue ich mich schon. Das ist immer ein bisschen aufwendiger,
weil wir dann eben das halbe Büro und das ganze Zeugs dann auf die Terrasse
räumen und dann immer hoffen, dass es nicht regnen möge.
Wir werden sehen, ob das klappt. Und liebes Podcast-Tobi, machst du wieder Waffelteig?
Podcastsubbie
Mal schauen, ich kann dir mein Rezept verraten.
Sebastian
Toll.
Podcastsubbie
Und du darfst dein Waffeleisen benutzen.
Sebastian
Mein Waffeleisen? Da habe ich das schon jemals selber benutzt.
Podcastsubbie
Ich habe es dir ja geschenkt. Das heißt, du darfst es gar nicht selber benutzen.
Sebastian
Okay, jawohl. Es wird dann nächste Woche auf jeden Fall ein bisschen verrückt,
ob man anrufen kann oder ob wir ganz anderen Quatsch machen,
das weiß ich ehrlich gesagt noch nicht.
Das Konzept entsteht dabei ja immer relativ spontan, aber es gibt auf jeden
Fall eine kleine Sommerpause, also im Juli und August wird es keine Unvernunft
live geben, also wollen wir nächste Woche uns dann nochmal so richtig schön
verabschieden und einfach auch,
dieses Unvernunft, das auch noch ein bisschen zelebrieren.
Und ja, wie gesagt, das geht gut mit Waffeln, selbstgemachte Erdbeermarmelade
auf der Terrasse und wir werden mal gucken, wie der Abend dann so verläuft und
ob das im völligen Chaos endet oder im Regen, wo wir dann abbrechen müssten oder, oder, oder.
Am 25.06.2026, das ist dann hoffentlich die Folge, die die Menschen auch nicht
als Erste hören, weil dann hört ja niemand mehr diesen Podcast.
So, und jetzt gucke ich mal, ob ich Musik machen muss.
Ja, ich kann mich jetzt darauf berufen, eine deutliche Mehrheit,
64 Prozent sagt, ich soll das machen. Okay, dann werde ich mich hinsetzen und
versuchen, einen ordentlichen Text zu schreiben. Haha.
Okay, ja. Haben wir noch was, liebes Podcast, Subi?
Podcastsubbie
Ich glaube gerade nicht.
Sebastian
Gerade nicht. Na dann kann ich jetzt hier ein bisschen Musik spielen und dann
werfen wir mal die Menschen aus dem Podcast. Schieß raus. Kannst du mal deinen
Fuß von mir runternehmen?
Podcastsubbie
Nein. Warum?
Sebastian
Verdammt. Ihr kriegt jetzt die Musik. Macht's gut. Tschüss.
Podcastsubbie
Tschüss.