Coverbild Heiner - Grenzen buchstäblich überwinden

Heiner - Grenzen buchstäblich überwinden

Querschnittlähmung, Kink und ein neuer Zugang zur Lust

13.04.26
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Cover Heiner - Grenzen buchstäblich überwinden

Episodenblog

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Querschnittlähmung, Kink und ein neuer Zugang zur Lust

Diesmal habe ich Heiner besucht… und wir haben geredet.
Heiner hat erste Berührungspunkte mit BDSM bereits früh bei den Pfadfindern erlebt. Doch bevor er diesen Weg weitergehen konnte, veränderte ein Unfall sein Leben grundlegend – seitdem lebt er mit einer Querschnittlähmung und der Rollstuhl gehört zu seinem Leben.

Wir sprechen darüber, wie er seinen Zugang zur BDSM-Community gefunden hat, welche Rolle Stammtische und Vernetzung für ihn spielen und wie er sich heute engagiert – unter anderem im Schlagbar Weser-Ems e.V., wo er im Vorstand aktiv ist. Dabei geht es auch um die Räumlichkeiten des Vereins, die Möglichkeiten vor Ort und was dort konkret stattfindet.

Ein besonderer Fokus liegt auf den Herausforderungen und Möglichkeiten, BDSM als aktiver Part im Rollstuhl zu leben. Heiner erzählt offen, wie sich seine Perspektive auf Lust und Befriedigung verändert hat – und wie er durch seinen Kink einen ganz eigenen Zugang dazu gefunden hat.

Eine Folge über Wege in die Community, Engagement, Barrieren und neue Perspektiven.

Schlagbar Weser-Ems e.V.

Diese Folge wird unterstützt von:

Kapitelmarken

00:00:00
Intro
00:00:01
Trailer
00:01:00
Einleitung
00:03:01
Begrüßung
00:05:21
Hallo BDSM
00:11:16
Unfall und Behinderung
00:18:59
Community entdecken
00:21:25
Rollenfestlegung
00:22:47
Hilfe
00:26:55
Block auf Plattformen
00:33:30
Erster Stammtisch
00:40:51
Stammtisch gegründet
00:49:13
Spielen im Rollstuhl
01:09:10
Vorurteile und Co.
01:20:16
Schlagbar Weser Ems e.V.
01:21:07
Gebäude und Infrastruktur
01:28:56
Arbeit und Aufwand
01:52:31
Konflikte
02:00:04
Das gibt's zurück
02:07:37
Zukunft
02:08:50
Das Dinger Woche: Spielkoffer
02:18:56
Das A oder B-Spiel
02:23:32
Verabschiedung
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Heiner Ich bin lange bei den Pfadfindern gewesen. Da hatte ich die ersten Kontakte mit Fesseln und Sexualität. Ich wusste nicht, dass das BDSM heißt. Der Notarzt meinte ganz klar, Viertelstunde, 10 Minuten länger, und das wäre nicht mehr zu retten gewesen. Und davon ist halt eine Lähmung unterhalb der Gürtellinie zurückgeblieben. Ich habe einen Rollstuhl, ich bin nicht der Rollstuhl. Der Satz begleitet mich schon sehr lange. Ich fühle aber auch nichts mehr unterhalb der Gürtellinie. Und das ist für Sexualität ein bisschen unpraktisch, Dass man selber daran Erfüllung findet und in einem Dom-Space kommt und erregt wird, das hätte ich halt vorher nicht gedacht. Ich bin dann immer mit dem Rolli ums Bett herum zugehuscht, von links nach rechts. In dem Moment, wo der Verein da war, wurde das alles einfacher. Der Verein existierte seit 2018. Ich bin jetzt das dienstälteste Vorstandsmitglied. Ich höre immer wieder von Leuten, ja, du nimmst deine Behinderung selber nicht so ernst, dass andere es müssten.
Sebastian Hallo und herzlich willkommen zur Kunst der Unvernunft. Das eben war Heiner, mit dem ich schon im Februar im Haus des Schlagbarweser MCV gesprochen habe. Mein Name ist Sebastian Sticks und ich spreche hier mit Menschen über BDSM, über ihren Kink, ihre Sexualität und vor allem ihre ganz persönliche Perspektive auf das alles. Ich selbst bin dem King schon irgendwie ja seit 20 Jahren mehr oder minder verfallen und stelle fest, es gibt auch immer noch Neues zu entdecken und in diesem Podcast nehme ich euch einfach mit. Und da ihr den Trailer schon kennt, mache ich jetzt hier nur noch ein paar kleine Orgasachen und dann geht die Folge los. Besucht gerne kunstderunvernunft.de, da gibt es die Shownotes mit Links zur Folge, Bilder, Kontakt zu Heiner, ein Transkript und vor allem die Kommentarfunktion. Lasst also gerne eure Meinung, euren Input, eure Botschaft da. Das tut nicht weh, ist so anonym wie ihr mögt und Heiner, ich und natürlich ganz viele andere lesen alles davon. Dann habe ich noch einen Ausblick. Die Live-Sendungen bis in den Herbst sind geplant. Mal gucken, ob das alles auch so hält. Aber ihr findet jetzt auf der Webseite alle Themen und Termine bis, ich glaube, Oktober sogar. Und am 16. April geht es hier zum Beispiel weiter mit dem Thema FLR, Female Led Relationship. Und wenn ihr dann das Tag mal keine Zeit habt, dann könnt ihr Einspieler und Audiobotschaften für alle kommenden Live-Folgen, also bis Oktober, jetzt schon über die Webseite aufnehmen und direkt einschicken. Das klappt ganz gut, ihr werdet da durchgeführt und dann ist auch eure Meinung in der Unvernunft gehört. Und ja, nicht nur bei den Live-Sendungen läuft das gerade ganz gut. Ich war in den letzten Wochen fleißig und hier liegen seit langem, lange mal wieder ein paar Aufnahmen bereit, die ich nur noch bearbeiten muss. Nur noch, naja. Ich glaube, die Unvernunft wird euch in den nächsten Monaten niemals ausgehen. Deshalb starten wir jetzt auch direkt mit Folge 140 mit Heiner. Liebes Publikum, ich bin hier in Arpen, an einem der schönsten Frühlingstage des Jahres 2026. Zumindest soll es so sein, noch sind die Wolken da. Und ich rede immer über das Wetter, es ist katastrophal. Ich sitze hier in einem Spielzimmer auf einer roten Couch, vor mir sind zwei riesige Käfige und Heiner, hallo.
Heiner Hallo.
Sebastian Ja, das wird eine schöne Folge. Also ich bin hier heute in den Räumlichkeiten des, sag du es bitte einmal selber.
Heiner Schlagbarwiese MS e.V.
Sebastian Und du bist der?
Heiner Ich bin der aktuelle erste Vorsitzende.
Sebastian Wunderbar. Darüber reden wir. Wir reden über BDSM, über Dominanz, Sadismus und über den Elefanten im Raum. Das bist nicht du, aber es sind die zwei Räder, der Rollstuhl, auf dem du sitzt. Auch darüber reden wir über Behinderung und BDSM und Community und Szene und das ist auch ein Thema, was wir heute ausreichend beleuchten werden.
Heiner Ich freu mich, also ich sag da auch immer zu, ich bin nicht der Rollstuhl, ich hab den nur dabei.
Sebastian Und der ist halt da und er ist halt präsent und du hast dir auch gewünscht, dass wir darüber ein bisschen ausführlicher reden. Das heißt, ich werde heute alle Fragen stellen, die man dir sonst nicht stellen würde, weil man sich das eventuell nicht traut oder so. Und wir gucken einfach mal genau drauf.
Heiner Also da bin ich tatsächlich mal gespannt.
Sebastian Ich hab dich gefragt, bist du sicher, dass du darüber reden willst? Bist du sicher, dass ich dir alle Fragen dazu stellen darf? Du hast gesagt, ja, bis auf zwei Themen, die werden wir auslassen. Und ansonsten feuerfrei und das werde ich heute ausprobieren. Liebes Publikum, ihr hört eventuell ein bisschen rauschen. Das liegt daran, dass die Heizung gerade noch nicht beschlossen hat, hier zu funktionieren. Hinter mir und vor mir stehen Heizlüfter. Wir haben noch 18 Grad hier im Raum. Es wird alles werden. Heute Abend ist hier Stammtisch. Bis dahin muss es auf jeden Fall warm sein.
Heiner Also bis dahin ist es sicher warm. Da hat der Hausmeister die Heizung wahrscheinlich wieder ein bisschen spät angestellt. Das ist hier ein kleines Thema manchmal. Wir sind halt auch nur Mieter und nicht Besitzer und dann muss man sich immer mit den Leuten einigen. Das ist nun mal so. Dafür ist die Miete großzügig für uns.
Sebastian Wir machen das wie immer. Wir fangen mal vorne an und habe ich gesagt, wie alt du bist? 42 Jahre, aus Ostfriesland kann man sagen. Dom und Sadist, engagiert im Ehrenamt. Okay, du bist jetzt heute hier. Wie ist es dazu gekommen? Wann kam das mit dem BDSM um die Ecke in deinem Leben? Wann hast du das erste Mal erfahren? Ach, da gibt es ja eventuell spannende Aktivitäten.
Heiner Ach Gott, ähm, Da weiß ich, da muss ich früh anfangen, also da war das schon irgendwie immer, ich muss dazu sagen, ich bin ein Pfadfinder, ich bin lange bei den Pfadfindern gewesen und dort sozialisiert worden sozusagen, dort große Zeit meiner Jugend verbracht und da hatte ich die ersten Kontakte mit Fesseln in Verbindung mit Sex oder die ersten Kontakte mit Knoten und die Gedanken, dass man das auch für andere Sachen verwenden könnte und tatsächlich dann auch die ersten Kontakte mit Fesseln und Sexualität. Aber das war, ich wusste nicht, dass das BDSM heißt. Das habe ich tatsächlich erst sehr viel später erfahren. Da war ich dann, wo ich dann meine Bundeswehrzeit abgeleistet habe, da gab es noch den Pflichtdienst, die Wehrpflicht, habe ich das mit einer Partnerin erfahren, die hat mir dann Begrifflichkeiten gegeben. Und dann kam erst mal eine Änderung in meinem Leben, wo ich mich...
Sebastian Du bist mir zu schnell, ich unterbreche dich mal direkt. Entschuldigung, eine Faszination war da, Und ihr habt auch schon was gemacht oder schon was ausprobiert. Was war denn die Faszination? Waren es die Seile und die Knoten oder war es was anderes?
Heiner Die Seile und die Knoten waren schon immer eine Faszination. Also ich habe gerne Lagerbauten gemacht. Da haben wir auch wilde Konstruktionen bei den Pfadfindern gemacht. Also Lagerbauten sind so ein paar Baustämme zusammen und da kann man dann einen Lagerturm oder einen Eingangstor vom Bauern gar nicht, um Leute irgendwelche Zäune zu bauen, um Leute auszuschließen, sondern wirklich so, damit man einen eindeutigen Zugang zu so Lagern hat. Und die Fahrtfinderlager sind dann so, keine Ahnung, von 20 Leuten bis zu zweieinhalbtausend Leuten. Und gerade je mehr es sind, desto wilder werden dann auch teilweise die Konstruktionen, die dann da kommen, die in Verbindung auch mit den Zelten der Fahrtfinder passieren. Da werden dann aus Koten und Jurten, werden dann Jurten, Burgen, wo dann mehrere Zelte aneinander konstruiert werden. Also man kann dieses Material frei kombinieren.
Sebastian Okay, also der Faible für die Knotenkunde war auf jeden Fall definitiv da.
Heiner Ja.
Sebastian Okay. Aber das ist noch nicht sexuell dann.
Heiner Nee, das ist noch nicht sexuell. Also das waren so die Gedanken, dass man das auch dafür so verwenden könnte. Aber irgendwie so ein Wunsch, den ich derzeit nicht so zugelassen habe, glaube ich auch. Also weil man halt den anderen nicht, den weiblichen Part schlägt man nicht, da ist man nett zu und den fesselt man halt nicht ans Bett und gebraucht man dann in Anführungsstrichen. und das hat sich erst sehr viel später geändert. Aber es war dann in der Zeit so, dass eine Dame auf mich zugekommen ist und gesagt mach mal. Und sie hatte obwohl sie die passive Position hatte, eigentlich eher die dominante Position, weil sie mir gesagt hat, was ich mit ihr machen soll und zwar relativ genau.
Sebastian Was hat die denn gesagt?
Heiner Fessel mich so, mach das so, jetzt haben wir Sex. Also es war wirklich relativ stumpf. es klingt jetzt sehr stumpf, es war ja.
Sebastian Okay, aber das Spannende ist ja, du musstest das gar nicht lernen, das war ja schon mal da, außerhalb des Bereichs, wie praktisch, du bist qualifiziert.
Heiner Das sind also ich mache ja auch Bondage und ich habe heute viel mehr Sicherheit und viel mehr Gedanken im Kopf die auch für die Sicherheit des Bunnies da sind, als ich sie früher hatte, also so wie ich das da gemacht habe, würde ich das heute nicht mehr machen, das war schon technisch nicht ganz in Ordnung aber es hat funktioniert, also es ist keiner zu Schaden gekommen, alle fanden es schön, aber aus heutiger sicherheitstechnischer Sicht würde ich sagen, äh lieber nicht, also nicht nochmal so Okay.
Sebastian Aber so die Erkenntnis, du und BDSM und Kink und SM, wie es damals auch noch eher hieß, gab es dann schon eine Connection zu oder war das einfach nur, ja, die Freundin will halt gefesselt werden, kann man halt machen?
Heiner Es war ja noch nicht mal eine Freundin, es war eher ein Momentbegegnung, eine Lagerfreundin.
Sebastian Ah, okay, das ist sowas wie ein Kurschatten, ne?
Heiner Ja, sowas wie ein Kurschatten, genau.
Sebastian Wer den Begriff nicht kennt, liebes Publikum, äh, googelt, das ist schlimm.
Heiner Also es sind so Wochenendbeziehungen oder Lagerbeziehungen, wo man dann eine Weile lang mit der Person sehr intensiv verkehrt, im doppelten Wortsinne, und das dann danach sehr schnell wieder ausklingt. Es ist gar nicht so unüblich. Also ich will nicht sagen, das ist die Regel, aber es ist halt auch nicht unüblich. Und mit der habe ich die Erfahrung gemacht, also die wusste halt auf der einen Seite das ist sowieso eine ganz wilde Geschichte wie wir zusammengekommen sind, das weiß auch kaum einer, dass wir überhaupt miteinander da Spaß gehabt haben ähm, Weil unsere ersten Begegnungen eigentlich ihr ablehnend waren, vor allem von ihrer Seite. Und dass sie dann auf mich zugekommen ist, war so, ja, es war ein Moment geschuldet, den ich jetzt hier nicht so öffentlich machen möchte. Es war ein intimer, privater Moment, wo sie dann auch sehr, wo sie ja lustigerweise sehr dominant war. Was sie dann später im Geschehen dann überhaupt nicht mehr war.
Sebastian Die Frage, hat dir was gefehlt? Also es gibt ja hier ganz oft im Podcast wird ja erzählt, ja, da ist das passiert, das war so der Erweckungsmoment. Ich habe gar nicht so den Eindruck bei dir.
Heiner Nee, das hat mir nicht gefehlt. Ich wusste nicht, dass es SM gibt. Das habe ich gesagt erst später erfahren. Bei der Welt war ich da, 21, 22. Da habe ich das erst erfahren, dass es dazu auch Begrifflichkeiten gibt. Gefehlt hat mir nichts in dem Sinne. Ich hatte schon das, was mir Spaß gemacht hat. Das hat mir erst gefehlt, nachdem ich meinen Unfall hatte und auf den Rollstuhl angewiesen war. Da ist mir bewusst geworden, dass mir was fehlt, weil sich da auch meine Sexualität verändert hat.
Sebastian Okay, gehen wir mal direkt drauf. Also Unfall, was passiert? Natürlich nur in der Kurzfassung, aber es gehört halt schon auch dazu zu wissen, auch denke ich fürs Publikum, wir werden nicht zu sehr ins Detail gehen, aber so eine grobe Info, was ist passiert, mit welchen Folgen?
Heiner Also ich bin aus dem Fenster gefallen, circa drei Meter, vielleicht drei Meter fünfzig, irgendwie so in der Höhe, nachts um sechs oder so. Also wir waren vorher mit Freunden und Bekannten in einer Diskothek in einer großen Ecke. Ich bin irgendwie alleine nach Hause gekommen, die sind ohne mich und darum weiß auch keiner so ganz genau, was passiert ist. Gefunden habe ich meine Nachbarin. Ich hatte da sehr viel Glück. Ich lag in einer großen Blutlache, war wohl zuerst mit dem Kopf aufgeschlagen, schwere Schädel-Ihrentrauma und habe dann den BWK 9, 9. Brustwirbel zertrümmert dabei. Ich musste da ungefähr 20, 30 Minuten gelegen haben. Es war Oktober, es waren schon Minusgrade in dem Jahr oder Uniminusgrade. Der Notarzt meinte ganz klar eine Viertelstunde, zehn Minuten länger da legen und das wäre nicht mehr zu retten gewesen. Dann wäre ich erfroren und so unterkühlt gewesen, dass ich das nicht überlebt hätte. Also ich habe da sehr viel Glück gehabt, dass die Nachbarin mich zupflegeweise gefunden hat, weil die nachts auf Klo gegangen ist. Also es sind ganz viele Zufälle da zusammengekommen und ja, dann wurde ich schnell und notdürftig stabilisiert und bin dann ins Unfallkrankenhaus. Dann wurde erst der Kopf versorgt, dann wurde der Kopf noch ein zweites Mal versorgt. Also mussten Hirnblutungen beseitigt werden. Und dann wurde erst so richtig beim Rücken beigegangen. Also bei der ersten OP schon eine Notdürft, jeder war zusammengetackert. Aber so richtig fertig waren die da noch nicht. Und davon ist halt eine Lähmung unterhalb der Gürtellinie zurückgeblieben.
Sebastian Und welchem Jahr hat das passiert?
Heiner 2004.
Sebastian 2004, okay. Also dass du hier so vor mir sitzen kannst, wenn man das alles hört, das war ja auch. Ich glaube, da kann man vom Glück sprechen, auch wenn halt geblieben ist. Und ich glaube, da ändert sich alles im Leben.
Heiner Da ändert sich das komplette Leben, ja. Also ich, das, das Gute oder das Schlimme ist, es ändert sich nicht auf den Schlag. Also man denkt das immer so, man hört das von vielen anderen, bei mir ist das gar nicht so auf den, es gibt gar nicht den Punkt, wo ich sagen kann, da war alles anders, sondern weil ich dann erst in der Unfallklinik sechs oder acht Wochen, irgendwie sechs oder acht Wochen, ich weiß es nicht mal ganz genau, vom Oktober verunfallt und ich glaube bis Anfang Dezember lag ich dauerhaft im Bett. Ich durfte nicht aufstehen und ich durfte meine Rückenlehne auch nicht mehr als so und so viel hoch machen. Also nur ganz wenig, weil die halt das im Rücken noch nicht stabilisiert hatten. Da war ich halt am Heilen sozusagen und das war mir nicht bewusst, dass ich dann gelähmt bin.
Sebastian Ich kann es mir nicht vorstellen, ganz ehrlich, außerhalb meines Horizonts, wenn einem dann, irgendwann, wenn man anfängt, das nicht nur zu hören und zu befürchten sondern auch zu begreifen, dass es so ist geht halt nicht mehr, jetzt habe ich natürlich den Haken, ich versuche ganz viel Fokus auf BDSM zu legen, auf der einen Seite, auf der anderen Seite ist die Geschichte auch wichtig, man darf noch erwähnen, ja Alkohol war bei dem Sturz im Spiel, aber so wenig, dass du hättest noch Auto fahren dürfen.
Heiner Also ich habe dann vom Funk von Krankenhaus in die Reha und da ist das so langsam durchgesickert dass das jetzt die Zukunft wird das war ein Prozess und der hat ein, zwei Tage auch richtig böse reingehauen, wo man richtig, Davon betroffen war, gerade wo wir nach Hamburg gekommen sind, war das, also wo ich in die Reha gekommen bin, war das sehr hart. Erstmal die ersten paar Tage und dann ging es bergauf.
Sebastian Hat dir jemand gesagt, relativ am Anfang, das wird nie wieder was?
Heiner Nein, das hat mir niemals jemals gesagt. dachte.
Sebastian Ja, gut, wer will einem das auch schon sagen. Eine Sache, die mag ich nochmal wissen, es ist, auch der Vollständigkeit, aber es ist auch ausgeschlossen, dass da sich nochmal was verbessert oder verändert, wenn jetzt nicht die riesige, medizinische Innovation noch kommt.
Heiner Also man sagt, innerhalb von fünf Jahren nach dem Unfall kann was wiederkommen bei so Nervenschädigungen, die sind bei mir, glaube ich, abgelaufen.
Sebastian Okay, so ist es. Gut, auch schon über 20 Jahre her. Okay, in der Reha, ja, was machen die? Sie bauen einen irgendwie körperlich auf, sie bringen einen bei, wie irgendwas funktioniert, aber was war denn konkret das, was nicht mehr geht? Ich meine, ab der Gürtellinie gelähmt heißt ja erstmal nur, du kannst da nichts bewegen.
Heiner Genau, ich kann unterhalb der Gürtellinie, also in meinem Fall ist es die Gürtellinie, es kann auch bei anderen Menschen anders sein, kann ich halt meine Extremitäten nicht mehr bewusst bewegen, es kann noch Spaß dir geben und ich Ich fühle aber auch nichts mehr unterhalb der Gürtellinie und das ist für Sexualität ein bisschen unpraktisch, weil halt unter der Gürtellinie für die meisten Menschen der Hauptteil der Sexualität stattfindet.
Sebastian Durchaus. Komplett Gefühl weg, aber so Funktionssteuerung, das geht noch so ein bisschen auch nicht mehr.
Heiner Nein, es ist keinerlei Funktion. Also unterhalb der Grün hier, als wenn der Körper nicht da wäre.
Sebastian Und wir reden hier über Bondage, über Dinge, die sich nicht mehr bewegen sollen und können. Also ich bin sehr gespannt, war das ein Thema? Sexualität? Wurde man da irgendwie aufgebaut oder gab es da irgendwie Informationen?
Heiner Es gibt ja Informationen. Es gibt den sogenannten Boberg-Porno. Den guckt man dann gemeinsam. Da wird dann recht technisch erklärt wie man auch als Crashlist gelähmter Sex haben kann, und illustriert er ist weder ästhetisch noch künstlerisch irgendwie anspruchsvoll das Ding, das ist einfach nur ja ein Lehrfilm der auch nicht sonst keinerlei Qualitäten hat, die ich irgendjemandem empfehlen möchte, ich fand ihn langweilig und eher für die Informationen hätte ich ihn nicht gebraucht, die ich da rausgekriegt habe. Aber es wird einem schon erklärt, weil man weiß, es geht nicht mehr. Jede Behinderung ist ja auch anders. Das ist ja bei jedem anders. Einige haben vielleicht noch Teilgefühl oder irgendwie noch Teilmöglichkeiten, irgendwas zu bewegen oder sind noch höher gelähmt, noch schwerer gelähmt. Ist halt individuell, das wird halt sehr allgemein da abgearbeitet. Ja, und für mich war halt klar, okay, du spürst nichts unter der Gütterlinie, dann ist mit Sex jetzt irgendwie Essig. Also Erektion ist noch möglich, rein technisch, weil die halt auch durch äußere Stimuli erzeugt werden kann. Oder halt Viagra, ganz klassisch. Aber ich hab da halt nichts von. Und ich werd nicht geil und krieg einen Ständer. Das funktioniert auch nicht, weil die Verbindung halt nicht mehr da ist. Also Hirn und Unterleib kommunizieren nicht mehr miteinander. Und ja.
Sebastian Das ist also quasi nicht, ich sag ja manchmal so ein völliger Reset der Sexualität. Nee, es ist kein Reset, es ist quasi ein Stopp. Krass. Unvorstellbar für mich. Liebes Publikum muss ich ehrlich sagen, ich ringe auch ein bisschen um Worte, weil ich versuche natürlich immer die richtigen Worte zu finden. Das gelingt mir heute nicht so gut. Das musst du einfach übernehmen.
Heiner Ich habe mich dann in der Reha-Phase mit der Sexualität von mir beschäftigt und ich wusste halt, ich hatte halt relativ kurz vorher war ich halt bei der Bundeswehr und habe halt diese Erfahrung gemacht mit einer anderen Partnerin, die mir dann halt auch erklärt hat, das ist BDSM, das ist Bondisch, das ist Spanking, Begrifflichkeiten, die ich vorher alle nicht kannte. Und wenn man so Begrifflichkeiten hat und Internetzugang hat, dann kann man sich informieren. Und das habe ich dann auch gemacht. Ich habe die SMJG entdeckt, ich habe die Sklavenzentrale entdeckt, habe dort Accounts angelegt, gepflegt, mich informiert, mich mit meiner Sexualität beschäftigt.
Sebastian Noch vor dem Unfall?
Heiner Während des Unfalls, während der Reha.
Sebastian Achso, direkt in der Reha. Wow, okay, ich hatte jetzt tatsächlich erwartet, okay, den Einwurf lassen wir einfach mal direkt weg, ja.
Heiner Also ich habe es in der Reha tatsächlich gemacht, wir hatten da einen Computerraumzugang und man hat auch sehr viel Freizeit und Langeweile in so einer Reha, das ist einfach so.
Sebastian Man wird nicht den ganzen Tag bespaßt und man ist ja auch platt und kaputt.
Heiner Glaube ich immer. Teilweise platt und kaputt und es war auch für meinen Kopf, ich war halt vorher schon durchaus im Internet unterwegs, war das halt auch gut, mich da beschäftigen zu können. Und das Thema kam von alleine auf irgendwie, keine Ahnung. Es gab damals noch Portale so für Behinderte, die da so ein bisschen geholfen haben mit Sexualität und dann, da bin ich aber nicht so richtig fündig geworden für das, was ich gesucht habe. Und ich habe halt auch schon da, zumindest geahnt, dass das sehr erfüllend sein kann, wenn man auch ohne den klassischen Orgasmus Sex zu haben, sehr erfüllend sein kann.
Sebastian Ich versuche da so ein bisschen ranzugehen im Sinne von okay, das geht nicht mehr, ich brauche jetzt eine Alternative, ist das der Gedanke oder ich brauche irgendwas, also oder jetzt habe ich die Zeit, mich mal damit zu beschäftigen?
Heiner Das kann ich, also vor allem glaube ich war es, ich habe Zeit, mich damit zu beschäftigen, das war ein ganz großer Treiber, das stand halt schon lange auf der Agenda, Aber wenn man arbeitet und Bundeswehr oder vorher Ausbildung, später dann normales Berufsleben, dann war die Zeit so nicht da. Und Anfang 2000 war das Internet auch noch nicht ganz so riesig ausgebaut. Oder Anfang 2010, nee doch Anfang 2000 war das Internet noch nicht ganz so ausgebaut. Das war eine andere Zeit. Und ja. Es war schon da, aber man musste schon gezielter danach suchen oder anders danach suchen und ja, hatte ich vorher keine Zeit für. Vorher waren da Freunde und andere Dinge und danach war in der Reha viel Zeit und dann habe ich mich damit beschäftigt.
Sebastian Wie lange warst du in der Reha?
Heiner Dreieinhalb Monate.
Sebastian Ich finde, das ist gar nicht so viel Zeit, um quasi einmal alles neu zu lernen.
Heiner Ich war mit einer der schnellsten. Also ich fahre sehr schnell durch.
Sebastian Okay, SMJG, SZ, alles da, alles gefunden. Du hast Zeit, dich damit zu beschäftigen. Was hat dich angesprungen? Wo hast du gesagt, okay, das sind die Sachen, die ich jetzt spannend finde?
Heiner Also angesprungen, also vor meinem Unfall hätte ich durchaus aus einem eigenen Verständnis heraus gesagt, ich bin ein Switch. Das ist mit dieser Beschäftigung komplett weggefallen, weil ich mir jetzt nicht mehr vorstellen kann, mich von anderen einschränken zu lassen. Einfach weil ich schon so viel und dauerhaft eine Einschränkung habe, dass ich nicht noch Bock habe, da irgendwie anderen Befehlen zu gehorchen oder mich eventuell irgendwie fesseln zu lassen. Da sträuben sie mir eher die Nackenhaare. Ich bin schon eingeschränkt genug, da muss ich nicht noch anderen folgen. Ich weiß, dass die subversive Seite das dann häufig eher als Freiheit darstellt, aber das ist es für mich nicht. Weil ich glaube, für mich ist Freiheit halt dann wirklich, dass ich so leben kann, wie ich jetzt gerade bin. Und ja, dass der Rollstuhl halt ein Teil meines Lebens ist, aber nicht bestimmend für mein Leben.
Sebastian Ja, also vielleicht mag ich mal, liebes Publikum, nochmal erklären. Ich bin hier am Bahnhof angekommen, da bist du mit dem Auto vorgefahren, hast den Rollstuhl da irgendwie zusammengebaut, was ich sehr spannend fand, damit ich ihn dann in den Kofferraum tun kann, damit der Beifahrersitz für mich frei wird. Aber auch hier das Tor öffnen in diesem Gelände und alles, also gebraucht hätte es mich auf keinen Fall. Aber ich habe schon gemerkt, es ist praktisch, dass da jemand da ist, der den Kram schleppen kann. Dann lässt du mich auch was nehmen.
Heiner Also es ist tatsächlich so, mit Hilfe... Also ich tue mich immer noch schwerer mit Hilfe anzunehmen. Ich weiß mittlerweile besser Bereiche, wo ich dann auch Hilfe angewiesen bin. Das ist dann halt einfach so, wo ich dann mich weniger schwer tue. Es kommt auch so ein bisschen auf die Person an, wie gut ich die Leute kenne. Das ist halt auch so. Aber es war halt vorher noch anders schlimm, in Anführungsstrichen. Also in der Reha, es gibt eine Situation, die erzähle ich immer gerne wieder, da ist mir was runtergefallen. Ich habe in diesem Flur auf der Station gesessen und wollte das vom Boden aufheben. Und ich habe, keine Ahnung, ich habe Ewigkeit gebraucht, gefühlte, bis ich das aufgehoben hatte. Das war sehr weit zu Anfang. Und in dieser Zeit sind drei oder vier Pfleger vorbeigefahren mit Blick, was macht der da, die mich aber nicht angesprochen haben, die mir nicht zu Hilfe gekommen sind, die mich da eiskalt haben verhungern lassen. Und irgendwann später dann im Zimmer kam einer der Pfleger, der auch dann da vorbeigelaufen ist, rein und meinte, ja, sag mal, du hast ja jetzt versucht, was aufzunehmen. Du weißt, du hättest uns ansprechen können, dann hätten wir dir das aufgehoben. Ja, weiß ich. Also da, und das war so ein kleiner Klickmoment, wo mir bewusst wurde, dass mir das ein bisschen schwerfällt, da nach Hilfe zu fragen. Das stelle ich will ich in Teilen stelle ich es ein bisschen, schränke ich das mittlerweile, versuche ich das abzustellen, aber insgesamt möchte ich das auch gerne behalten weil es auch ein bisschen Freiheit ist, weil man sich damit Fähigkeiten erhält, habe ich festgestellt, wenn du dir alles abnehmen lässt, dann kannst du irgendwann Sachen nicht mehr das ist einfach so man muss selbst Ja.
Sebastian Ich glaube das selber rausfinden, wann kannst und willst du autonom sein, Also man muss sich ja nicht immer selber quälen, das ist zu einem gewissen Punkt, aber eben auch zu sagen, das mache ich jetzt selber. Ich glaube, das Abwägen, das muss für dich auch einfach passen und sich stimmig anfühlen, das muss man wahrscheinlich einfach üben und sich daran gewöhnen und dann verändert sich das ja wahrscheinlich auch nochmal.
Heiner Kann ich hier vielleicht noch allen mitgeben, wenn ihr einen Behinderten seht, der so aussieht als bräuchte er Hilfe der hat einen Mund, der kann euch ansprechen, kommt den nicht vorher zur Hand oder vor allem nicht ungefragt zur Hand und fragt nicht jedes Mal, brauchst du Hilfe, weil ich weiß gar nicht wie oft ich den Leuten sagen muss, nein danke es ist nett gemeint ja, es ist halt nett gemeint und ich nehme das auch als Nettigkeit her, aber es ist halt auch ein bisschen anstrengend jedes Mal nein zu sagen, Also wenn die Leute Hilfe brauchen, die haben Mund, die Haare, die sollen sprechen. Und das ist etwas, was ich bei anderen Leuten mit Behinderung beobachte, die schon länger dabei sind. Die erwarten Hilfe. Und dann bist du abhängig. Und wer nicht möchte, dass Leute abhängig sind, der sollte denen nur helfen, wenn die Hilfe fragen. Es ist jemand nicht ansprechbar, das ist klar. Aber solange die Leute sprechen können und euch nicht ansprechen, dann ignorieren.
Sebastian Okay, dann ist das ja schon mal geklärt. Ich finde das auch tatsächlich schwer auszuhalten zu sagen, okay, nicht ignorieren, aber eben nicht eingreifen, sondern sagen, wenn jemand meine Hilfe möchte, kann er es sagen. Das ist so ein bisschen kontraintuitiv. Äh, aber gut, so sei es also da ganz ehrlich, ich glaube du bist auch nicht böse auf die Menschen, die fragen, ob sie helfen können aber es nervt wahrscheinlich irgendwann.
Heiner Es ist ein bisschen anstrengend also gerade beim Rollstuhl außen einladen im Auto ähm, Das kann ich im Schlaf und blind und ich bin schneller als jeder andere, der das macht und vor allem nicht weiß, wie es geht. Die muss ich das dann immer erst erklären. Das dauert viel länger und ist viel anstrengender. Aber ich kriege ganz oft gerade beim Einkaufen, kann ich Ihnen helfen? Oder muss ich immer sagen, nee, danke, nett gemeint.
Sebastian Du musst ja auch noch immer höflich bleiben. Das ist das Schlimmste wahrscheinlich.
Heiner Ich will die ja auch nicht anmaulen. Die meinen das ja auch nett. Das sind ja Menschen, die meinen das nett. Die meinen das ja nicht, weil die das doof finden, sondern weil die hilfsbereit sein wollen.
Sebastian Lass uns mal zu deinen Forschungsergebnissen gehen. Ich meine, also ganz ehrlich, der Reha dann auch noch vielleicht auch als Ventile oder als Ausweg, als Flucht rauszufinden. Es gibt Kink, es gibt BDSM, das könnte was sein.
Heiner Oh, das ist also von dem...
Sebastian Ist das so?
Heiner Nee, es hat eine ganze Weile gedauert, lustigerweise. Von der Reha habe ich mich angefangen, damit zu beschäftigen.
Sebastian Ja.
Heiner Dann bin ich erstmal nach Hause gekommen und hab so ein bisschen versucht, mein altes Leben weiterzuleben. Das ist einfach so. Da hat sich das, aus diesem Leben heraus haben sich dann Sachen verändert. Also ich bin erstmal wieder zu den Fahrtwunnen nochmal wieder in Anführungsstrichen zurück. Da war ich vorher eigentlich schon halb raus. Da hab ich nochmal wieder eine Gruppenleitung übernommen. Hab eine kleine Gruppe wieder mit aufgebaut. Hab mich dort auf den Verwaltungsebenen rumgetrieben, weil so Lager und Wanderung halt im Rollstuhl bescheiden ist. Es macht nicht so viel Spaß. Es ist einfach, ja, es ist einfach so. Es macht nicht so viel Spaß mit dem Rollstuhl. So ein kleiner Traum ist in der Zeit so von mir gestorben. Ich wäre gerne noch mit so einer Jugendgruppe irgendwie durch den Lausitz gewandert oder wäre gerne noch mal durch die kanadischen Wälder so ein bisschen gewandert. Das war so ein Jugendtraum von mir. So richtig so Wildnis, weit und breit kein Schwein, nur ein paar Leute, Rucksack, Zelt und... Das ist damit gestorben. Das ist auch langsam gestorben, muss ich da zugeben. Das hat eine ganze Weile gedauert, bis ich da loslassen konnte, sagen konnte, na gut, das willst du halt jetzt nicht mehr. Du siehst halt ein, das geht halt nicht. Weil er vorher zweckoptimiert, ob man das doch nicht irgendwie mit dem Rollstuhl, das kann es gelingen. Ja, und nun ist dann langsam gewachsen und den ersten SM-Stammtisch habe ich dann tatsächlich erst 2009 besucht. Also zwischen 2004 und 2009 war der Prozess.
Sebastian Das sind fünf Jahre, okay. Boah. Okay, aber was ist in der Zeit passiert? Also, weil auch den Stammtisch zu besuchen, das kann ja auch, kann ein Anfang sein oder das Ende einer langen Liste und von vielen Dingen.
Heiner Die Hemmung war da noch der Rollstuhl. Also darum hat es so lange gedauert, dass ich dachte, naja, du kommst eh nicht so klar, über Stufen und so weiter, alles Kacke. Bis ich dann selber an mir ausreichend gewachsen und sicher war, dass ich auch sage, okay, Leute, ich bin jetzt hier mit dem Rollstuhl und ihr müsst damit klarkommen. Diese Sicherheit, die ist halt gewachsen, die ist halt nicht sofort da.
Sebastian Ich hätte jetzt überlegt, du hast ja Internet, Foren, Chats, alles mögliche, also durchaus Möglichkeiten, virtuell ohne diese Behinderung zu agieren. Es gibt so Menschen, die kennt jeder, hat sie aber noch nie gesehen. Also wäre das was gewesen oder gab es das in irgendeiner Form oder bist du wirklich erstmal in Person auf dem Stammtisch aufgetaucht?
Heiner Also ich war halt vorher aktiv, in der SMJG war ich aktiv, hatte ich auch teilweise Moderationen mit übernommen, ohne dass mich jemals jemand gesehen hat. Ich hatte in der Asset halt, der Account, der wird halt auch gesehen, da war ich dann zeitweise mit, zeitweise ohne Rollstuhl drin. Ich habe dann später festgestellt, dass Leute mein Profil besuchen und ich danach auf deren schwarzen Liste lande, also nicht viele, aber einige wenige, ich auf deren Blogliste lande, ohne dass sie mit mir geschrieben haben. Wenn ich ein Foto mit dem Rollstuhl drin habe, lande ich bei einigen wenigen Menschen tatsächlich auf der Blogliste und das finde ich... Es ist halt sehr oberflächlich von diesen Leuten. Das ist halt deren Problem irgendwo. Aber es hat mich dann doch sehr gestört, sodass ich auf meinen Profilen jetzt, glaube ich, nur noch auf dem FetLife-Profil von mir mit dem Rollstuhl sichtbar bin. Alle anderen Profile sind so gestaltet, dass man das nicht auf den ersten Blick sieht. Und die stimmt nicht. Unser Partnerprofil ist auch noch, wo ich mit dem Rollstuhl sichtbar bin. Also ich habe das wirklich nur, wenn ich mit dem Rollstuhl sichtbar bin. Wenn ich denn sonst Profilbilder drin habe, passiert das nicht. Also wenn es nur ein männliches DOM-Profil ist, das da sichtbar ist, wo nicht sichtbar ist, dass da jemand in der Benöhrung hintersteht, dann die seltenen Zeiten, wo ich da mal Premium-Account habe, wo ich eben Gratiscode gekriegt habe oder vielleicht doch mal bezahle, und das dann sehen kann, wer mich besucht hat und ob der dann mal zurückgucken kann, ob ich dann bei interessanten Profilen zurückgucken kann. Da sehe ich, habe ich das nur bemerkt, wo ich im Rollstuhl bin. Da sind wir dann ein, zwei Personen. Aber es ist, ja, Es ist, wie es ist. Sexualität und Behinderung finden nicht statt. Wenn du im Rollstuhl sitzt, dann hast du gefälligst, kein Sex zu haben. Es ist genauso, wenn du Eltern bist, hast du auch kein Sex zu haben.
Sebastian Das Gemeine an jämtlichen Plattformen ist natürlich, ja, du kannst dich so zeigen, wie du das möchtest. Du kannst mal mit Rollstuhl sichtbar sein, mal ohne. Auf der anderen Seite ist es aber auch relativ grausam, sage ich mal, weil es gibt halt auch keine emotionale Verbindung. Und zumal so ein Block ist schnell geklickt. Und vielleicht sagen auch Leute einfach, ich filter mir die Welt, wie sie mir gefällt. Also ich mache mal eine eigene Filterblase draus. Das heißt aber, dass du emotional in dem Moment, wo du das mitkriegst, das ist erstmal ein Hammer, weil es ist ja nicht so, dass du ein schlechter Mensch wärst und deshalb, sondern es ist halt eine Eigenschaft und, ein, wie sagt man das? Teil von dir? Eigenschaft?
Heiner Ein Teil von mir. Also wie eine Brille oder wie eine Narbe irgendwo ist der Rollstuhl ein Teil von mir.
Sebastian Genau, es ist ein Teil von dir und du musst dich dafür dann verantworten. Das klingt echt schlimm. falsche Haarfarbe oder Hautfarbe oder sowas. Also plötzlich ist da eine Kategorie, die ist halt nicht selbst gewählt, aber du musst damit leben, da auch schon mal aussortiert zu werden. Puh. Krass.
Heiner Ja, wie gesagt, ich nehme das jetzt nicht so persönlich, ich fand das halt aber kacke. Also es hat mich schon insofern beschäftigt, dass ich halt diese Rollstuhl aus dem Profil weitestgehend verbannt habe. So viel Einfluss hat es dann doch. Auch weil ich jetzt hier, wir sitzen hier in unserer Vereinsräumlichkeit, ich bin hier der erste Vorsitzende, ich repräsentiere natürlich auch irgendwo unseren Verein, auch mit meinem privaten Profil, das lässt sich immer ein bisschen schwer trennen. Wenn die mich dann blocken, weil die Rollstuhlfahrer sehen, das ist ja, das ist nicht gut. Dann soll die herkommen, mich kennenlernen. Und wenn die das nicht wollen, dann erfahren sie das halt wahrscheinlich nie. Oder sogar in dem Podcast. Aber ich glaube, dann merken sie, dass ich vielleicht A, auch ein Mensch bin und B, sympathisch bin. Und B, Sexualität und Behinderung nicht ein Ausschlusskriterium ist.
Sebastian Das Thema nehmen wir uns heute auf jeden Fall noch. Ich mag jetzt mal wissen, 2009 zum Stammtisch zu gehen, was hat denn Ausschlag gegeben? Das sind fünf Jahre. Ist irgendwas passiert, das du gesagt hast, jetzt mache ich das?
Heiner Ja, also ich war so weit. Also ich hatte mich so weit gefühlt, ich habe mich mit dem Rollstuhl akklimatisiert, in Anführungsstrichen. Ich bin damit sicherer geworden. Ich hatte mein altes Leben, in Anführungsstrichen. Ich habe dann die Gruppenleitung bei den Fahrtfühnern auch aufgegeben und Ambitionen da irgendwie noch weiterzumachen. Ich habe das weitestgehend zurückgefahren, habe mich politisch engagiert, aber das soll hier nicht Thema sein. Und mit diesem Engagement bin ich mit anderen Leuten in Kontakt gekommen und, habe dann gemerkt, das möchtest du jetzt auch wissen. Du hast jetzt so oft davon gelesen, es gibt Stammtische, du hast gelesen, es gibt Stammtische in deiner Region, dann besuch die doch jetzt. Nimm dir mal den Mut und besuch so einen Stammtisch. Das habe ich dann gemacht und leider gibt es bei uns in Ostriesland, Eine sehr schlechte Stammtischstruktur. Ich bin dann nach Oldenburg zum Stammtisch. Da war dann einer und da war ich, da waren mehrere Stufen vor der Tür, die mussten mich also entsprechend ein bisschen reintragen. Also ich bin alleine zu diesem Stammtisch und war dann aber bei diesem Stammtisch ein bisschen außen vor. Nicht, weil ich im Rollstuhl war, das Gefühl hatte ich nicht, sondern weil ich nicht Teil dieser Gruppe war. Die waren schon sehr eingeschworen. das war dann später ein bisschen besser geworden aber die haben ihre lokalität verloren und damit hat sich die gruppe damals aufgelöst.
Sebastian Ah, ja, kein schöner Start eigentlich.
Heiner Der Start war tatsächlich sehr schwierig. Also ich war damals dann auch, hab dann gemerkt, in Aurich war auch ein Stammtisch, da bin ich dann hingefahren, war zum Start des Stammtisches da und es war sonst keiner da.
Sebastian Oh Gott.
Heiner Und der Erste, der dann gekommen ist, das war mein Vorvorgänger als erster Vorsitzender hier, mit dem wir das, also der Mann ist hier auch immer noch sehr aktiv, der war dann da und meinte, moin. Und ich dachte, ja, ich wollte zum Stammtisch. Der Wirt hat gesagt, ja, hier, der gehört dazu. Also er war so vorbei, hat moin gesagt, das ist zu ein paar Stufen hoch, zu so einem Tisch. Und ich meinte, hier, ich wollte eigentlich auch zum Stammtisch. Ja. Und dann meinte er, ja, aber ich bin eigentlich auch nur Gast. Wo sind denn die anderen? Und so. Es war keiner da. Waren wir nur zu zweit. Und wir kamen aber beide aus leer. Und wir fanden uns beide, glaube ich, auch sympathisch. trotz eines großen altersunterschiedes und aus uns beiden heraus ist dann der leraner stammtisch entstanden das ist so die die vorgeschichte zu diesem verein ist bekannt.
Sebastian Warum sonst keiner da war.
Heiner Okay einfach keiner der stammtisch war halt irgendwie schon aufgegeben anscheinend, mitgeteilt so richtig also ärgerlich.
Sebastian Also wirklich massiv schwierig. Okay. Das heißt, ihr habt dann selber direkt eingegründet oder hast du es dann doch nochmal woanders versucht?
Heiner Also ich war, nö, wir haben, wann haben wir denn leer, den Stammtisch gemacht? Das hat noch ein bisschen gedauert.
Sebastian Also ich würde jetzt so gerne auf die guten Erfahrungen kommen und wie sie dich alle integriert haben und wie offen alles ist und wie bunt und es sieht alles ziemlich grau aus gerade. aus, Entschuldigung, aber...
Heiner Ja, ich muss doch auch ganz ehrlich sagen, mich integriert eigentlich keiner, ich integriere mich.
Sebastian Ja.
Heiner Also ist das, ich bin halt, gehe halt ganz normal menschlich damit um und ja, bin halt mit dabei und irgendwie die notwendigen, wir haben den Stammtisch in Lea dann gegründet, wie gesagt 2010, irgendwie so rum, haben wir erstmal Lokalitäten gesucht und da war der Rollstuhl natürlich immer so ein bisschen Thema, dass das ein bisschen barrierefrei ist. Es hat mal besser, mal schlechter geklappt. Aber wir haben das nicht gemacht, weil ich mir Rollstuhl, sondern weil ich keinen Stammtisch hatte. Es ging darum, das BDSM-Thema stand im Vordergrund und nicht meine Behinderung. Das war einfach kein Thema.
Sebastian Gab es noch mal wirklich auch seit der Reha dann auch schon noch mal irgendwelche Erfahrungen, die du gemacht hast in Persona?
Heiner Also zwischen 2004 und 2009 sind es reine Online-Dinge, die da passiert sind und da ist auch nichts wirklich nennenswertes, Also ein bisschen Cybersex, den man sich dann nett hin und her geschrieben hat mit ein paar Leuten, aber wirklich was Tiefgründiges war da nie bei.
Sebastian Ja, aber ich ziehe so ein bisschen ab in die Richtung, dass du dir klar wurdest, was will ich eigentlich, was ist das, was könnte mir Spaß machen. Also hattest du da ein bisschen mehr Bild als, ja, SM ist halt irgendwie cool, sondern was war auch das, wo du gesagt hast, das suche ich vielleicht oder das ist auch möglich oder das strebe ich an.
Heiner Also was mir halt klar war, wo ich halt in 2004 so ein bisschen damit angefangen habe, ist, dass das mir durchaus die Kontrolle und das Fesseln von anderen Spaß macht. Und in dem Prozess, in den fünf Jahren ist halt dann auch so ein bisschen bewusst geworden, ja, ich möchte andere auch schlagen. Ich möchte ihnen Schmerzen hinzufügen, auch weil ich gelesen habe, was das für die Gegenseite bedeutet, was das auslösen kann, weil das mir auch, weil ich dann gemerkt habe, ja, andere so ein bisschen zu tritzen und zu quälen ist etwas, was mir durchaus Spaß macht. Also ich habe schon immer Gehemmungen gehabt, auch keine Ahnung, zu prügeln oder so. Also ich schlage nicht gerne andere Leute eigentlich. Aber wenn wir einen Konsens haben, dann mache ich das sehr gerne. Und jetzt habe ich natürlich entsprechende Erfahrung. Mittlerweile weiß ich, wie die Leute wie die Menschen reagieren, wenn man sie schlägt und wie auch ich reagiere, wenn sie schlagen. Das hat sich, dass man selber daran Erfüllung findet und in einem Dom Space kommt und erregt wird von, das hätte ich halt vorher nicht gedacht so. Das ist halt aber glaube ich wirklich, was man erfahren muss und nicht sich anlesen kann. Aber das war so das Bedürfnis, ja. Und wenn man keine körperliche also keinen körperlichen Sex haben kann, keinen physischen Orgasmus, dann braucht man halt den geistigen Orgasmus und. Der geht damit ganz gut. Also das war halt auch so ein Ziel, dass das möglich, dass ich gerne wieder einen Orgasmus hätte und den dann jetzt mittlerweile auch irgendwann mal hatte. Oder mehrfach. Dass ich dann meinen Spaß daran hatte und hier und da dann auch als aktiver Part aufpassen muss, gemerkt habe, dass ich aufpassen muss, nicht zu sehr abzugleiten im Spiel und selber mich darin zu verlieren.
Sebastian Wie ist es denn dazu gekommen, dass du gespielt hast? Ich meine, Stammtisch war jetzt schwierig. Dann wären noch Partys oder private Dates in irgendeiner Form.
Heiner Letztes. Ich habe dann online mit mehr Sicherheit und mehr Eigensicherheit dann auch Partner gefunden, mit denen ich dann hier und da mal gespielt habe. Das waren aber alles anfangs immer lose Geschichten. Also mit denen hat man Erfahrungen gesammelt. Und dann hier im Vereinsheim waren dann so die ersten, wo das ein bisschen längerfristig und auch ein bisschen ernster wurde.
Sebastian Okay, wir müssen also immer weiter vorspulen. Ich versuche ja die Chronologie irgendwie zu halten, aber ja, den eigenen Stammtisch gegründet, hat der funktioniert? Es gibt ja auch nicht viel Angebot, habe ich gehört.
Heiner Also der Stammtisch in Leer hat Bombe funktioniert. Also da hatten wir von Anfang an eine große Resonanz. Gerade zuletzt, wo wir in der letzten Location waren, da haben sich mehrere Dinge dann gleichzeitig überschnitten. Aber da war richtig gut in dieser Location, weil die hatte so eine Art gehobenen Imbiss mit Schnitzel, Pommes und so weiter, die richtig gut waren. Also qualitativ richtig gut. Und da waren wir 30, 40 Leute in einem kleinen Raum, der ein bisschen größer war als dieser hier. Also das war wirklich gequetscht. Oh Gott, oh Gott.
Sebastian Oh Gott. Menschen stapeln.
Heiner Ja, wir haben gestapelt. Wir haben gestopft und gestapelt, der Raum war voll. Aber das war geil. Es war eine schöne Zeit. Wir haben die Kneipe damit aufgeräumt. Wir hatten zwar unseren eigenen Raum, aber die Leute, die dann da so regelmäßig am Tresen saßen, die sind immer wieder rübergekommen. Meistens, wenn sie ein bisschen mehr getrunken haben, sich getraut haben. Und das war immer total lustig, wie die dann in der Conunity untergegangen sind sozusagen und integriert wurden, obwohl sie eigentlich gar nichts damit zu tun haben. Und das ist halt schon immer so ein Steckenpferd. Ja, ob das mit mir zusammenhängt oder ob das mit dem Herren zusammenhängt, mit dem ich das hier zusammen gemacht habe oder maßgeblich hier mitgestaltet habe. Wir beiden und noch ein paar andere, die natürlich hier maßgeblich mitgestaltet haben. Aber gerade leer war dann so unser Ding.
Sebastian Heißt aber auch, wenn ich was erreichen, also wenn ich was haben will, im Zweifel muss ich es selber machen. Und wenn ich einen Stammtisch um die Ecke haben will, dann muss ich ihn halt machen. Und es hat funktioniert.
Heiner Traut euch.
Sebastian Gut fürs Ego.
Heiner Also es hat viel Spaß gemacht. Wir waren richtig groß. Wir hatten eine Modenschau unter anderem da. Da waren Leute mit Latex, die dann Latex mal vorgeführt haben. Da hatten wir hier in der Umgebung noch einen kleinen Fetischladen, der so Lederwaren verkauft hat, der mal gezeigt hat, was er dann so da hat.
Sebastian Alles in dem kleinen Raum.
Heiner Alles in diesem kleinen Kabuff. Also das Wahn ist nicht so groß.
Sebastian Bist du sicher? Ich meine, was hat dieser Raum hier? 3,50 Meter mal 4 Meter?
Heiner Ja, 3,70 Meter. vielleicht war er dann 6, aber viel breiter war er auf gar keinen Fall. Also er war zu klein für so viele Leute auf jeden Fall.
Sebastian Ja, definitiv. Oh Gott, brauchst du ja auch wirklich zwei Ebenen.
Heiner Es gab auch zwei Ebenen, aber das hat den Raum nicht größer gemacht.
Sebastian Das wäre so einer der wenigen Punkte, wo man sagen kann, okay, die Subis gehen auf den Boden, nicht weil sie sind ja weniger, sie haben zu gehorchen oder so, selbst wenn sie ohne Top da sind, sondern es ist einfach eine Notwendigkeit, wegen des Platz zu mangelenzen.
Heiner War auch regelmäßig tatsächlich ehrlicherweise so. Es war ein öffentlicher Stammtisch, ein öffentlicher Kneipp und Leute saßen auf dem Boden.
Sebastian Das kann man dann auch gut begründen gegenüber jedem.
Heiner Ach, das war nicht, also die Wirtin war sehr auf unserer Seite, die fand das total toll. Ich glaube, wir haben auch 80% des Monatsumsatz da geschmissen, weil wir so viele waren und so viele Leute bestellt haben und cool waren halt auch, da sind halt auch andere Stammtische dann aufgetaucht, die dann das, gemacht haben, dann hat sie so kleine verschiedene Stammtische da gehabt, unter anderem hatte sie den Stammtisch von der Seite poppen.de.
Sebastian Ach du, die sind legendär, habe ich mir sagen lassen.
Heiner Ja, also bei uns sind sie in jedem Fall legendär, weil sie sind in uns aufgegangen. Also die haben sich nebenan getroffen und ich so rein so, moin, habe so Leute gesehen und du siehst halt an der Nase, spitze an der Kleidung relativ schnell an, es hat irgendwas mit Sexualität zu tun, warum die jetzt da rumsitzen. Und ich dachte so, wollt ihr mit zu uns? weil ich zu unserem Stammtisch immer einer der Ersten war. Ich dachte, ich wäre jetzt der Erste. Nee, nee, wir sind ein eigener Stammtisch. Ich habe schon gehört, dass ihr euch nebenan trefft. Ich dachte, ja, okay. Dann hat sie das erklärt, die Dame, dass sie von poppen.de sind und so weiter und sie ihren Stammtisch da machen wollen und demnächst dann einen anderen Rhythmus wählen wollten, weil sie dann gemerkt haben, okay, das geht nicht. Also das geht nicht, weil wir das nicht wollen, sondern das geht nicht, weil wir mit der Gruppe so dominant sind, dass wir den Stammtisch aufsaugen wie ein Schwamm. Und das ist auch passiert an dem Abend. Also die haben da, also wie gesagt, ich glaube irgendwie 19 Uhr angefangen und spätestens 1930, 1945 waren alle von denen bei uns, weil wir halt so viel größer und so viel mehr waren an anderen Leuten und das bei uns viel mehr Stimmung war auch, ne, das ist dann so. Also wir haben den assimiliert. War lustige Geschichte eigentlich.
Sebastian Wie lange lief das? Ich meine, wir haben jetzt 2026, das ist ja jetzt dann auch schon ein paar Tage her.
Heiner Also in der waren wir, also in diesem Imbiss waren wir, drei, vier Jahre, also es war so bis 2026. Bis 2016 lief das da. Nee, 2018. Bis 2018. Bis wir diesen Verein gegründet haben, waren wir dort in der Kneipe. Dann hat sich die Wirten leider, oder der hatten vorher mal Probleme mit ihrem Vermieter. Und die sind dann auseinander. Und damit hat sich die Kneipe dann aufgelöst. Und wir hatten glücklicherweise dieses Vereinsheim und haben gerade den Verein gegründet. Das passte perfekt zusammen sozusagen. oder sehr glücklich für uns. Wir konnten den Stammtisch von Lea dann hier nach Abend verlegen. Das ist zwar eine halbe Stunde mehr zu fahren, aber da waren viele dann auch sehr bereit, weil halt die Gemeinschaft da war.
Sebastian Ja, das ist immer mal was anderes, als wir haben da einen Platz in der Kneipe für den Stammtisch zu, wir haben hier ein Haus. Völlig versprungen sind wir jetzt im Teil, wie gehen Kinky-Leute damit um, dass du im Rollstuhl sitzt? Die Frage muss ich halt stellen. Ich komme nicht drum herum. Es wäre jetzt so schön, wenn du sagen würdest, die sind da besonders unkompliziert, alles total entspannt und gechilltet, als wäre es gar nicht so. Ich fürchte, so ist es nicht.
Heiner Doch, also in der Realität ist es so, online ist es halt ein bisschen anders, da sind halt komische Leute dabei, aber in der Realität habe ich nie Probleme gehabt. Also wenn wir auf der Passion gehen, unterwegs sind oder wenn wir hier unsere Partys haben oder jetzt hier in ein, zwei Locations in der Umgebung die Partys in der Richtung schmeißen, war das nie ein Thema. Schön, dass du da bist. Es ist dann so, dass die das dann vielleicht auch inspirierend und beeindruckend finden, dass dann jemand im Rollstuhl auch dabei ist. Das ist so.
Sebastian Also keine komischen Situationen, keine Dramen, kein irgendwie hintenrum, Die Leute sind wirklich so entspannt und gechillt und cool drauf, wie sie sein sollen, ja?
Heiner Das, was ich mitbekomme, ja, aber irgendwo hintenrum kann natürlich immer sein, aber da bin ich auch echt taub.
Sebastian Ja, aber irgendwann kriegt man es ja dann doch immer mit.
Heiner Ja, also die wenigen Leute, bei denen ich das mitbekomme, die sind irgendwie auch kein fester Bestandteil der Szene. Okay. Das sind eher so Gäste.
Sebastian Das heißt, eigentlich können wir ein bisschen stolz auf die Community sein, weil es kein Thema.
Heiner Es ist, also in der Realität nicht online, es ist ein bisschen was anderes, aber in der Realität stört sich da keiner dran. Ich habe auch schon hier ein, zwei Fragen in Foren gestellt, so habt ihr irgendwie ein Treffen, wo man Behinderung hin kann, mit dem Rollstuhl hin kann, wo sind Locations genannt, die ich nur nicht alle besucht habe, oder ich frage Leute, die hier, die rumgehen, wenn sie dann irgendwo nach Hamburg fahren oder nach Dortmund fahren, wie sieht es denn da aus, kommt man dann mit dem Rollstuhl klar und kriegt dann da auch Resonanz. Das eine oder andere werde ich dann jetzt auch dieses Jahr mal angehen, dass ich das mal ausprobiere.
Sebastian Also Szene, Community, Einstieg, hat dann doch funktioniert. Leute sind cool drauf, kein Problem. Wir müssen gleich mal über die praktischen Dinge reden, denn irgendwas muss ja dann doch anders sein und wir machen eine kleine Pause. Liebes Publikum, wir haben ein Päuschen gemacht, wir haben noch ein bisschen gequatscht und es stellt sich raus, dass die Stick'schen Gesprächsführungspositionen heute einfach mal an Heiner total abperlen. Ich meine, du weißt offenbar genau, was du sagen möchtest und wie und ich bin so weit weg davon, das anfassen zu können, dass ich meinen Schlüssen immer daneben liege. Das lassen wir aber genauso in diesem Podcast drin. Wenn das mir so geht, dann geht das vermutlich auch anderen Menschen so. Und mein Vorschlag war ja am Anfang auch zu sagen, das Thema Behinderung, das setzen wir in den Hintergrund, weil eigentlich hat das ja gar nicht so viel Impact auf dein BDSM-Sein und Spiel, weil so ein Stammtisch geht offenbar auch ohne, die Leute gehen gut mit dir um. Wollste ja aber nicht. Also müssen wir jetzt noch ein bisschen mehr drauf rumreiten. Das erste Mal spielen im Rollstuhl. Das erste Mal ein jemand lässt sich auf mich ein Gefühl haben und etwas machen und oben spielen und aktiv sein. Gibt es da eine Erinnerung? Und wie geduldig muss das so sein?
Heiner Also wie geduldig ich sein muss, kann ich gar nicht. Also ich habe ja schon vorher, bevor ich im Rollstuhl war, gespielt das hatte ich ja schon erzählt danach hat das tatsächlich fast zehn jahre gedauert oder so bis ich wieder sexuell oder oder im sinne von sex mit jemandem aktiv geworden bin ich kann das nicht mehr ganz genau sagen welches jahr das war aber ich meine das war so grob zehn jahre und das war, Wir hatten dann, also ich hatte ihr vorher erzählt, was ich machen möchte und sie hatte sich zu meinem Erstaunen darauf eingelassen, weil wir uns gar nicht so lange kannten.
Sebastian Wo hast du sie kennengelernt?
Heiner Irgendeine Online-Dating-Börse, die nichts mit SM zu tun hat.
Sebastian Ah, okay, wie das immer so ist.
Heiner Ich glaube Friendscout oder sowas in der Richtung.
Sebastian Oh, das gibt es sogar heute noch, ja.
Heiner Das kann sein, aber ich habe die da kennengelernt, die junge Dame. Wir haben uns sehr gut verstanden und sind sehr schnell miteinander auch intimer geworden. Und irgendwann stand dann halt im Raum, ja, wollen wir dann auch mal irgendwie Sex haben? Und dann habe ich dann halt auch erzählt, naja, so klassisch Sex ist halt nicht mit Rollstuhl, kann dich aber befriedigen. Also es ist dann halt oral oder mit den Fingern oder halt mit Hilfsmitteln. Da hatte ich sogar welche gekauft. Ich bin ja ein Pfadfinder, Pfadfinder haben das Motto allzeit bereit. Und das ist auch ein Teil von meinem Lebensmotto. Ich habe dann solche Sachen immer gerne da und hatte dann schon Sachen da. Und dann habe ich das gezeigt und darüber gesprochen und mit, naja, also eigentlich würde ich ja gerne fesseln und so weiter, das würde mir sehr viel Spaß machen, damit ich auch was davon habe so ungefähr und dann hat sie gesagt, oh ja, gerne und dann war sie total begeistert und dann habe ich sie stinknormal mit ein paar Ledermanschetten und ein paar Ketten, alle vier Arme und Beine in alle vier Richtungen ans Bett gefesselt. Und dann mit ihr gespielt. Also wir haben dann erst ein paar Klammern probiert und ein bisschen mit Schlagen. Das war aber nicht so ganz ihres. Das habe ich relativ schnell gemerkt. Und sind dann einfach auf den klassischen Befriedungsteil übergegangen. Es war nicht ganz so erfüllend, rückblickend. Es war schön, das erste Mal endlich mal wieder mit jemandem intim zu werden. Es war schön, dass der sich mir so sehr vertraut hat, dass ich die Person wirklich wehrlos fesseln durfte und dann mit ihr machen durfte, was ich wollte, anführungsstrichen. Also ich habe dann so ein bisschen, ganz konnte ich es dann auch nicht lassen, habe dann den Orgasmus so ein bisschen versucht zu kontrollieren und ein bisschen, ja, zwingen, verweigern, so ein bisschen mit rumgespielt. Aber ja, das war so das erste Mal im Rollstuhl so richtig. Ich war froh, das gemacht zu haben. Es war ein tolles Gefühl und es war unglaublich, also ich war nervös, richtig zitternd nervös, wo ich sie gefesselt habe. Weil ich nicht wusste, wohin es geht, weil ich sie auch noch nicht so im Rollstuhl gemacht habe und das dann alles ein bisschen schwieriger war. Ich bin dann immer mit dem Rolli ums Bett drum zugehuscht von links nach rechts, weil du ja alle vier Seiten vernünftig befestigen musst, bevor ich mich dann selber mit ins Bett begeben habe. Das war eine sehr technische Sache und da hatte ich echt Angst, okay, jetzt kippt so ein bisschen die Stimmung. Aber es ist tatsächlich gar nicht passiert. jetzt hat sich einfach fallen lassen und ich habe das zum glück dann auch oder hab das dann auch richtig aufgefangen und, War auch eine sehr kurze, aber sehr schöne und intensive Beziehung. Ja, das war so das erste Mal. Und es war dann nachträglich, ich habe im Nachgang viel mehr mit mir gemacht als direkt vor Ort. Also es war nachträglich, jetzt hast du es mal gemacht, das war aber schön. Und jetzt willst du das wiederhaben.
Sebastian Ach so, das ist dann wirklich auch dieses, jetzt brauche ich das bitte regelmäßig, wenn das erst mal kommt. Bisher war es ja nur eine Theorie.
Heiner Genau.
Sebastian Aber vom rein Praktischen, ja, es ist mehr Logistik. Ums Bett rumrollen und vielleicht auch mehrmals, aber vom eigentlichen Tun kein Hindernis.
Heiner Nö, also ich hätte, wäre ich nicht körperlich eingeschränkt gewesen, hätte ich das fesseln wahrscheinlich ein bisschen eleganter, schneller und auch ein bisschen mehr, also das war so, was in meinem Kopf war, darum ist mir das in Erinnerung geblieben. Ich hatte mir das anders vorgestellt, wo ich dann vor Ort war und das gemacht habe. habe ich dann gemerkt, nee, das musst du aber anders machen, weil du im Rollstuhl sitzt. Also ich bin nicht selber auf die Idee gekommen, dass es im Rollstuhl anders sein könnte. Das habe ich dann live erfahren und improvisiert ein bisschen. Weiß ich nicht, warum ich mir da nicht vorher Gedanken gemacht habe zu dem Zeitpunkt, aber das ist dann in der Improvisation so ein bisschen entstanden. Also es war schon klar, was ich machen wollte und wir hatten darüber gesprochen, aber ich habe dann das Wie genau habe ich dann live erprobt. Weil alleine ist auch schwierig. Da hast du halt niemanden in der Mitte, da kannst du halt von links nach rechts über das Bett rollen und Sachen befestigen. Aber wenn da halt jemand liegt, dann musst du halt irgendwie drum rum.
Sebastian Ja, stimmt, da liegt einfach jemand im Weg. Oh, schön. Du liegst mir dabei im Weg, wie ich dich fessle. Das ist auch schön. Okay. Ich glaube, das ist aber fürs Ego auch nochmal ein ganz anderer Punkt. Ja. Weil Dom, Top, Oben, Rigger, das ist ja immer, das ist so auch eine körperlich starke Position. Und auch eine Position, in der du schon ausstrahlst, ich habe die Situation im Griff und unter Kontrolle. Weil so im ersten Mal ist aber trotzdem auch für dich ganz viel einfach neu. Ich glaube, das gibt einen ordentlichen Push für den Kopf.
Heiner Ja, es hat rückblickend den Kopf ordentlich gepusht und das Bedürfnis nach mehr deutlich getriggert. Und ich war auch, wie gesagt, ich war anfangs nervös und später auch sehr stolz, dass es so gut funktioniert hat. Also das Spiel an sich hat dann sehr reibungslos funktioniert. Das war wirklich schön. Also das war ein sehr intimer, gemeinsamer Moment. Und da war ich aber noch nicht so, für mich noch nicht so, Aber das war noch, weil es noch so technisch war und für mich noch neu war, war ich noch nicht so, dass ich da richtig so viel Befriedigung dran hatte, wie ich das später erfahren habe. Wenn man da selber mehr Praxis drin hat, dann kann man sich selber auch mehr fallen lassen und da macht das eben selber auch nochmal mehr Spaß.
Sebastian Wann hast du das erfahren, dass da auch Metall ganz viel mehr geht?
Heiner Das hat dann auch noch ein paar Jahre gedauert, da habe ich dann meine erste, was heißt ja doch meine feste Partnerin, die ich auch heute noch habe, kennengelernt. Und da haben wir dann auch unsere Sexualität gemeinsam erkundet, auch ein bisschen Richtung Fesseln, weniger Richtung Schlagen und Sadismus, das ist ja nicht so, wie ihr es. Aber da habe ich dann auch für mich erfahren, dass wenn beide, wenn das intimer wird und man intensiver gemeinsam ist, dass es mehr Befriedigung macht, mir mehr Befriedigung im Kopf macht. Gerade wenn es um körperliche Befriedigung geht und so weiter, wenn man da ein bisschen Kontrolle hat und ein bisschen lenken kann, ist das für mich unglaublich erfüllend, dass der Partner dann Spaß hat und dem, was ich mache.
Sebastian Ist es tatsächlich eine Einschränkung sagen wir es mal so, abseits von der Logistik, dass manche Sachen vielleicht etwas länger dauern oder vielleicht ein bisschen mehr Planung brauchen aber ist das, ein Hinderungsgrund für erfüllende BDSM Nein.
Heiner Ein Hinderungsgrund für erfüllende BDSM ist es nicht es ist logistisch hier und da ein bisschen anspruchsvoller und hier und da muss man sich ein bisschen anpassen, weil halt Sachen nicht gehen aber was geht nicht? Klassischer Sex geht halt nicht so richtig komplett unterhalb gelähmt, da funktioniert halt nix und ich fühle halt auch nix, da habe ich halt auch keinen Spaß dran und wir haben das auch schon also man hat das auch schon probiert, das hat nicht so richtig Spaß gemacht, beiden Seiten nicht. Da nimmt man dann Abstand von, aber andere Sachen gehen dafür, also halt fesseln, schlagen, Sadismus und das ist dann eine Schiene, die dann auch immer mehr geworden ist mit der Zeit. Also mit meiner festen Partnerin, ja, da werde ich halt, da möchte ich nicht zu sehr ins Detail gehen, wie wir das möchten.
Sebastian Die hat ihre Privatsphäre, die darf sie auch gerne behalten, das ist gar kein Problem. Aber natürlich so den Meilenstein, den es in dir ausgelöst hat oder was es dir gibt. Darüber würde ich schon ganz gerne ein bisschen sprechen.
Heiner Also diese persönliche Befriedigung, das ist etwas, da muss ich noch ein kleines Stück zurückspringen, wieder am Anfang meiner Reha, wo ich dann bei diesem kleinen Schmudelfilmchen, das man da gezeigt gekriegt hat, da war halt eine Sache, naja, der Herr hier im Film konzentriert sich noch sehr auf den Orgasmus seiner Partnerin. Das solltet ihr nicht so machen und so weiter und heute rückblickend muss ich sagen, nee, eigentlich überhaupt nicht. Doch, genau so, weil wenn der Partner Spaß hat, hat man selber auch Spaß und das ist so etwas, das in den letzten Jahren gewachsen ist, was mich auch immer mehr triggert und befriedigt, wenn ich merke, dass mein Partner, mein Spielpartner, Spaß hat in dem Moment, macht mir das auch Spaß. Wenn es dem gegenüber keinen Spaß macht, dann habe ich da auch nichts von und je anfrischend, je besser ich das mache, desto mehr schwimme ich es da selber mit diesem Orgasmus und mit diesem Feeling und erfahre dadurch auch selber Befriedigung. Das ist natürlich auch ein bisschen ein Erfolgserlebnis, man hat was erreicht, und auf der anderen Seite gerade so Richtung Kontrolle von Orgasmen oder so weiter geht, dass man dann auch, sagen kann, ja das habe ich gemacht und da habe ich Grenzen weiter gesteckt und weiter geschoben und, ja, es ist eine starke Befriedigung. Geht Richtung Schlagen genauso, also wenn wir mal, wenn ich einen Maso-Partner habe, mit denen ich dann spiele. Also wir haben Beziehungen irgendwann mal so ein bisschen geöffnet, weil sie gesagt hat, ich sollte mir gefälligst jemand zum Schlagen suchen, weil das dann doch immer wieder ein bisschen hervorkommt, dass dieser Sadismus und der andere quälen, ich sag immer andere quälen, aber einvernehmlich halt. Und sie muss dann immer ein bisschen leiden, dass sie ein bisschen zu oft durchgekitzelt wurde, was sie gar nicht so gut findet eigentlich. Und dann sucht die jemanden. Und wenn ich dann masochistische Parten habe, die ich spiele, wo ich dann merke, dass ich selber in den Domspace komme, wenn die anfangen, in den Subspace zu gehen, merke ich auch, wie ich mit meinen Schlagen, mit meinen Routinen, die ich dann in dem Moment anmerke, selber anfange mitzufliegen. Und das ist für mich unglaublich befriedigend, macht unglaublich viel Spaß und gerade auch, wenn es dann wieder Richtung Ende geht, wenn man merkt, okay, jetzt ist eine Grenze erreicht, wir müssen so langsam wieder ein bisschen zurückfahren und jetzt muss man mit dem technischen Teil, ich gebe das sehr technisch wieder, aber jetzt muss man das auffangen, jetzt muss gekuschelt werden, jetzt wird ein bisschen umarmt. Es ist unglaublich, finde ich unglaublich toll und ist für mich unglaublich befriedigend, macht mir sehr, sehr viel Spaß. Ich glaube nicht, dass es bei Menschen, die dann nochmal jemanden sexuell befriedigen, also klassisch ficken, dass das anders ist. Also ich glaube, das ist auch ein Hintergrund.
Sebastian Also ich würde vielleicht mal sagen, die Basis hat sich ein bisschen verändert. Also nicht Orgasmus und klassischer Sex ist so die Basis und dann setzt man BDSM obendrauf. Ich weiß, liebes Publikum ist bei euch eh nicht so, aber könnte ja sein, sondern es ist Nähe und da wird es obendrauf gesetzt. Also näher ist ja so das erste Ding in der Reihe, wo ich sagen würde und da wird halt einfach ein Zwischenteil einfach ausgelassen ähm aber doch mal ganz ehrlich, was geht denn wirklich nicht wo sagst du so, das ist halt nicht machbar.
Heiner Also klassischer sechste Technik geht aber keinen Spaß macht ähm jemanden richtig ans Kreuz hängen ist auch doof, weil ich da oben nicht rankomme, ich kann halt nicht aufstehen ähm nimm.
Sebastian Mal ein Beispiel, Hängebondage ähm.
Heiner Würde ich gerne. Ich glaube, das geht.
Sebastian Okay.
Heiner Ich bin mir relativ sicher, dass das geht. Dafür müsste ich in diesem Bondisch sicherer werden, dass ich den TK vernünftig hinkriege und dann das Bunny mal aufhänge. Das wird sicher noch krumm. Da bin ich sehr zuversichtlich, dass das in Zukunft noch mal kommen wird, dass ich jemanden in die Hängersuspension kriege. Das glaube ich schon. Es ist ein bisschen mehr Vorarbeit. Man muss ein bisschen mehr üben. Es muss alles ein bisschen besser sitzen. Ich glaube, das geht. Also da, bis ich eines Gegenteils überzeugt bin, glaube ich, das geht. Also Bullwhip wäre vielleicht ein Thema, da weiß ich noch nicht. Da habe ich echt, ich würde es gerne ausprobieren. Vielleicht habe ich da auch eine Möglichkeit, das mal ausprobieren, aber da habe ich so, Bullwhip, weiß ich, ist was, was man mit der Hüfte macht, wo die Hüfte mitmachen muss, sozusagen. In der Bewegung, damit das funktioniert. Und das ist im Rollstuhl halt nicht so richtig machbar mit der Hüfte, dass die mitmacht. Wenn man in der Bewegung ist, ist es ein bisschen was anderes. Also wenn man rollt, aber ich roll ja nicht, also ich stehe dann ja, wenn ich jemanden schlage und darum.
Sebastian Praktisches Problem, also es gibt ja eine Bremse, wenn du die nicht anziehst, dann wirst du mit jedem Schlag davongetragen, so ein bisschen, dann bewegt sich das. Also was sind da so die Kräfte?
Heiner Ja, also ich ziehe, wenn es intensiver wird, ziehe ich die Bremse an. Positioniere ich mich, ziehe die Bremsen an, aber im Vorspiel habe ich die meistens gar nicht dran. Also im Vorspiel, wenn es zum Aufwärmen geht, dann mache ich es ohne Bremse, gerade weil ich mich dann ein bisschen besser bewegen kann, logischerweise. Und ich kann ja auch einfach mich ein bisschen quer hinstellen, dass ich gegen die Richtung schlage, wo die Räder laufen, dass ich von der Seite quasi sozusagen in die Kraft kommt, dann bewege sie dich halt auch nicht. Oder bewege sie dich nur ein bisschen. Also man kann mit dem Oberkörper sehr viel ausgleichen. Ich kann mit dem Oberkörper...
Sebastian Oh, ich sehe es gerade. hast du gerade gezeigt. Du kannst da wirklich eine Menge machen mit dem Oberkörper. Ich dachte, das kommt alles aus der Hüfte, aber du kannst ihn im Prinzip lenken und steuern.
Heiner Ja, ich kann ihn mit dem Oberkörper lenken und steuern. Aber es ist halt mit einer Bullwip noch mal was anderes. Ich würde es gerne probieren, aber ich würde mir halt nicht für ein paar hundert Euro eine Peitsche kaufen und das geht am Ende nicht. Und dann fehlen so ein bisschen die Möglichkeiten, das auszutesten und auszuprobieren. Und da habe ich schon eine Idee, aber ja, das kommt noch. Also ich scheue mich eigentlich vor nichts, was wirklich nicht geht. Schwierig. Also wie gesagt, klassisch Sanctejas-Kreuz oben, an die Fesseln komme ich schlecht ran. Und wir haben hier im Vereinsheim eine Winde, die haben wir nicht wegen mir, die haben wir so da haben wollen. Und die finde ich immer unglaublich toll, weil die kann ich rauf und runter kurbeln. Ansonsten.
Sebastian Ja, und dann sind ja auch noch andere Leute da im Zweifel. Und von daher gibt es irgendwie, ich kann mal so Sicherheitsdinge zu beachten, die irgend so ein bisschen, Also ich weiß nicht, hat der Unfall vielleicht irgendwie Folgen für, was weiß ich, Kreislauf oder sowas, dass du da auf irgendwas mal aufpassen musst? Ich meine, hast mir im Vorgespräch gesagt, du hast mir das Bein gebrochen und das nicht gemerkt, logisch, aber also gibt es ja vielleicht irgendwas, ich stelle mir vor, dass hier hören jetzt vielleicht Menschen, die mit einer Gebehinderten Person, das ist der richtige Begriff eigentlich?
Heiner Gehbehindert ist okay.
Sebastian Okay, also nehmen wir mal, es hören ja auch Menschen, die mit einer Gehbehinderten Person was machen wollen und dann, um Gottes Willen, dann mache ich bestimmt alles kaputt und wenn er sie irgendwas nicht mehr merkt, dann ist das ja nochmal was ganz anderes und überhaupt, also worauf musst dein Gegenüber achten?
Heiner Ich achte halt auf alles, da ich halt der aktive Part bin. Das ist halt doof. Aber wenn man mit jemandem spielt, der irgendwie gelähmt ist, dann sind halt die gelähmten oder die nicht gefühlten Regionen, da spielt man nicht so richtig mit, weil man weiß im Zweifelsfall nicht, was man kaputt macht. Und die kann man dann einfach in Anführungsstrichen ignorieren. Die sind halt ähnlich belastbar wie nicht gelähmte Regionen. Und da macht man halt keinen, es bringt halt auch nicht einen gelähmten, der am Popo nichts empfindet, den den Popo zu versohlen, dann hat er vielleicht einen blauen Popo, der wird kommen. Aber da hat die gelähmte Person nichts von, außer vielleicht Probleme, weil das ja auch heilen muss. Und man sitzt ja da drauf und man sitzt da auch anders drauf. Also es sind, als gelähmte hat man ein Problem, dass man ein Dekubitus kriegen kann. Ein Dekubitus ist ein Druckgeschwür. Können auch nicht gelähmte Menschen kriegen, aber gelähmte sind da halt anfällig für. Und solche Druckgeschwüre, die heilen unglaublich schlecht. Das dauert ewig, bis die geschlossen sind. Wenn man natürlich da in gelebten Regionen blaue Flecken erzeugt, das ist nicht erhöht. Das ist natürlich die Gefahr, dass dort auch ein solches Druckgeschwür entsteht. Das sollte man halt vermeiden. Aber sonst... Wüsste ich. Groß Einschränkungen. Ein kleines Thema ist halt Inkontinenz. Unterhalb der Gürtellinie sitzt halt auch das ganze Verdauungs- und Blasensystem. Da muss man ein bisschen mit Händeln aufpassen. Vielleicht vorm Spielen auf die Toilette gehen. Und solche Geschichten. Dass da nicht unerwartet was rauskommt. Wenn was rauskommt, kann halt passieren. Damit locker umgehen. Aber ja.
Sebastian Im Zweifel muss man ja in deinem Fall dich einfach fragen. Und du wirst über alles informieren.
Heiner Genau.
Sebastian Also wirklich diese Berührungsängste. Das ist eben nicht irgendwie zartestes Gewebe, das man nicht mal richtig berühren darf oder so. Nein, so ist es nicht.
Heiner Überhaupt nicht. Also wir hatten ja vorhin, dass ich mir das Bein gebrochen hatte, weil ich mich unglücklich aus dem Rollstuhl gelegt habe. Und ich habe mir den Schienen- und Wadenbein kurz unterhalb des Gelenkes gebrochen, so drei, vier Zentimeter. Also ausreichend genug, dass man es gut schienen kann, aber für jemanden, der laufen kann, wäre das wahrscheinlich echt doof gewesen. Für mich war das halt keine zusätzliche Einschränkung sozusagen.
Sebastian Gut, du hast ja auch schon genug.
Heiner Aber ich bin dann halt wirklich mit dem gebrochenen Bein erst spät abends ins Krankenhaus gefahren. Also ich bin abends ins Bett und hab so geguckt, dein Bein ist grün und blau. Warum?
Sebastian Oh Gott.
Heiner Und dann, wartest du bis morgen oder fährst du jetzt ins Krankenhaus? Also ich hatte halt einen Gedanken, hast du vielleicht was ausgerenkt oder irgendwie, keine Ahnung, Kniegelenk ausgerenkt oder irgendwie so ein Scheiß. Das war halt so mein Gedanke. sowas kann halt passieren. Das kann man ja auch noch am nächsten Tag machen. Aber dann habe ich gesagt, naja, fahr mal lieber, nachher ist da doch irgendwas. Und auf der Fahrt dahin habe ich unglaublich angefangen zu zittern. Mir war aber nicht kalt.
Sebastian Okay.
Heiner Und in der Notaufnahme habe ich richtig mit den Zähnen geklappert vor Zittern. Mir war aber immer noch nicht kalt. Und dann meinte die Ärztin oder Schwester, ich weiß nicht ganz genau, oder Schwester, ja, das ist wahrscheinlich Annalin, das im Körper ist und der Körper nicht weiß, wo es so richtig herkommt und das nicht abbauen kann, weil sie keine Schmerzen, also es soll gegen den Schmerz wirken, das Adrenalin. Aber ich hatte ja keine Schmerzen.
Sebastian Achso, dann hat man quasi so eine Adrenalin-Überdosis.
Heiner Genau, dann habe ich tatsächlich ein Schmerzwill gekriegt, obwohl ich keine Schmerzen habe. Und dann wurde es auch besser, dann wurde es wieder warm. Ich habe mir Hoffnung zu zittern.
Sebastian Ich gehe mal, wir gehen gleich rüber zum Verein. Da sitzen wir ja schon, aber wir gehen mal rüber. Gibt es irgendwelche Vorurteile? Ich meine, das ist diese klassische Frage. Und ich wehre mich seit einer halben Stunde, sie zu stellen. Aber gibt es wirklich Dinge, wo du sagst, oh Leute, nervt ihr mich jetzt? Oder das sind so Vorteile, die dir halt immer wieder begegnen innerhalb der Kinky-Community. Also innerhalb dieses Hauses oder Stammtischen-Partys gibt es irgendwas, wo du auch sagst, ey Leute, das braucht ihr nicht.
Heiner Ich nehme sowas auch immer nicht wahr und ignoriere das dann.
Sebastian Sehr vernünftig.
Heiner Schwierig. Aber ein Vorurteil oder ein allgemeines Vorurteil eher ist halt, Behinderte haben keinen Sex. Das ist tatsächlich so. Also ich kann, aber das ist halt nicht innerhalb der Szene. Innerhalb der Szene wissen die, wenn ich hier bin, dass ich hier nicht bin, um, keine Ahnung, Makramee zu machen. Aber, vielleicht doch, weil ich ja bonnisch mache, aber dass ich hier schon bin, um Sadismus oder Masochismus auszuleben, demzufolge ist die Annahme hier nicht da, aber ich glaube extern schon. Und ich habe eine Sweetjack an, da steht hinten drauf unser Vereinslogo mit Schlag bei wir selbst e.V. Wir geben dem BDSM eine Heimat, was wir hier in diesem Vereinsheim versuchen und ich glaube auch ganz gut schaffen.
Sebastian Du leistest schon perfekt drüber. Wunderbar.
Heiner Und das haben wir, das habe ich auch getragen auf dem Rock am Ring letztes Jahr. Rock im Park, Entschuldigung, Rock im Park. Also wir gehen, ich gehe mit meiner Partnerin auch Festivals regelmäßig. Dieses Jahr auch wieder Rock am Ring. Und wie gesagt, da saß ich auf der Bühne. Die Band zugeguckt und von hinten kam einer äh, äh, sag mal hinten was auf deiner Jacke steht äh, äh, äh, weißt du das? Ja, ja, ich weiß das ich bin der erste Vorsitzende von dem Laden also hab das dann auch so gesagt äh, okay, ich hab das mal gegoogelt ja, ja, unsere Website, genau, und der war völlig fertig der arme Mensch, also das tut mir für den armen Menschen ein bisschen leid, aber der konnte ja nicht, dass der Rollstuhlfahrer da sitzt und, und offen sein, sein, sein so eine Vereinsjacke trägt, die was mit BDSM zu tun hat.
Sebastian Und das würden sich viele tatsächlich nicht trauen, aber da kommt ja einiges zustande.
Heiner Es werden auch noch andere wahrscheinlich gedacht haben, die sich dann nicht angesprochen haben. Und ich trage sie auch tatsächlich so ein bisschen auf Rücksicht auf die Allgemeinheit nicht immer. Also jetzt hier im Dorf trage ich sie nicht, weil das natürlich immer gleich Dorfgespräch ist, weil so ein Rollstuhlfahrer fällt schon auf. Wenn der auch so eine Kinkjacke trägt, das fällt dann doppelt auf. Das muss sich der Allgemeiner nicht antun. Aber so in der Stadt bin ich da schon durchaus mit unterwegs. Also es ist vielleicht noch eine Geschichte zum Thema Rollstuhl. Es gibt ein Restaurant in Berlin und ich habe einen guten Freund in Berlin, den ich regelmäßig besuche und wir hatten ein Restaurant, das sind wir eine ganze Weile lang, einmal im Jahr regelmäßig hingegangen und dann sind wir irgendwie aus welchen Gründen auch immer mal jahrelang nicht hingewiesen. Dann einmal wieder und der Kellner kam mir entgegen mit, moin Heiner, schön, wow, dass du wieder da bist, willst du da sitzen, wo du letztes Mal warst? Und der so, äh, äh, wer heißt der Mann nochmal? Also dieser Rollstuhl oder die Person im Rollstuhl bleibt den Leuten unglaublich im Gedächtnis, weil es halt ein echtes Alleinstellungs- oder ein häufiges Alleinstellungsmerkmal ist. Und also wenn mich jemand trifft, der mich kennt oder mir mal ein, zweimal begegnet ist und ich dann fragend gucke, dann seid mir nicht böse. Ich bin sehr schlecht darin, mir Menschen und Gesichter zu merken. Das ist gar nicht aus Böswilligkeit, das ist einfach so eine Eigenschaft von mir, dass ich das Menschen erst mir mehr merke, wenn ich öfter mit denen zu tun habe. Aber einige reagieren dann immer so ein bisschen so, wie, weißt du nicht mehr, wie ich bin? Wir haben uns doch da vor fünf Jahren mal, ja, ist schön. Ja, also es ist immer ganz lieb gemeint, aber ich komme mir immer blöd bei vor, wenn ich dann sage, ich weiß nicht, wer du bist, manchmal nochmal.
Sebastian Also bis auf den Sport, fragt das jetzt alles auf mich so ein bisschen wie, du und diese Gehenden, ja? Das ist, was ich meine. Aber eigentlich, wenn man in einer Gruppe ist, wie eben kinky Leute, dann tut man sich ja zusammen. Ich weiß nicht, weißt du das, ob es das gibt? Gibt es eventuell so ein, BDSM, eine Vereinigung von Menschen, die behindert sind und kinky sind. Gibt es da irgendetwas, wo man sich da vielleicht austauschen kann oder wo man eben nicht von alleine starten muss, sage ich mal?
Heiner Wäre mir nicht bekannt. Also die Szene der Behinderten ist einfach auch zu klein, das sind zu wenige. Also wir haben ja schon Probleme für den Rollstuhlsport genug Leute zusammen zu bekommen und da gibt es genug Rollstuhlfahrer eigentlich. Es ist einfach so, die Leute müssen sich halt dafür interessieren, wenn wir sehen, wie viele Menschen sich aus der Allgemeinheit in der Szene interessieren und engagieren und es sind zwar 20 Prozent aller Menschen in Deutschland haben eine Behinderung, du zum Beispiel auch, du trägst eine Brille, das ist eine Behinderung, das ist einfach so. Also eine Sehschwäche, das ist die Behinderung. Und dann nochmal sehr viel weniger sind davon irgendwie auf den Rollstuhl angewiesen. Und von diesen wenigen müssen dann auch entsprechend Leute interessiert sein in der Szene unterwegs sein. Also ich höre immer wieder, ich habe da mal einen Rollstuhlfahrer.
Sebastian Es muss ja nicht der Rollstuhl sein, aber es kann ja wirklich sein, dass man sagt, okay, wenn ich eine körperliche Behinderung habe, die offensichtlich ist, kann ich mich da ein bisschen zusammentun, zum Beispiel. Oder eben nicht. Ich finde, Menschen suchen ja immer die Gemeinschaft, aber vielleicht sehe ich, ist da auch gar keine Notwendigkeit oder gar kein Bedürfnis danach.
Heiner Bedürfnis vielleicht, aber es sind halt einfach nicht genug Leute. Also ich kann mir vorstellen, dass da ein Bedürfnis ist, dass man das unter Gleichgesinnten hat, weil hat man ja noch mehr gemeinsam. Man hat nicht nur die sexuelle Auslegung gemeinsam, sondern auch noch eine andere Eigenschaft gemeinsam. Gemeinsamkeiten führen halt Menschen zusammen, aber es sind halt zu wenige unterm Strich, dass sich da was daraus bilden könnte. Also ab und an haben wir Rollstuhlfahrer hier. Es ist selten, so alle zwei Jahre mal, also außer mir, alle zwei Jahre mal einer, so im Groben. Der eine war eher auf der aktiven Seite unterwegs und der andere, der war eher auf der passiven Seite unterwegs. Und der dritte war auch eher, doch drei, drei erinnere mich in den letzten zehn Jahren des Vereins dran, die hier waren. Ja, da waren zwei von auf der passiven Seite unterwegs.
Sebastian Okay, aber das sind ja schon ein paar Leute. Man könnte sich da connecten. Oder sind das für dich halt Leute, die kommen und gehen wie alle anderen auch? Oder ist dann auch für dich vielleicht auch die andere Person im Rollstuhl ein Alleinstellungsmerkmal? So wie du für andere ein Alleinstellungsmerkmal darstellst oder Wiedererkennungsmerkmal, wie geht das dir? Wenn du siehst, hier kommt jemand zum Stammtisch mit dem Rollstuhl, ist das was, wo du dich freust und das ist auch cool? Oder ist dieser Bonus gar nicht da? Sondern es kommt eh nur darauf an, ob du mit den Leuten klarkommst.
Heiner Ja, das Letzte, also der Bonus ist für mich nicht da. Es kommt drauf an, wie ich mit den Leuten klarkomme. Also ich bin ganz gut mit denen klargekommen, aber der eine ist mittlerweile verstorben weiß ich der andere wohnen sehr weit weg und der dritte weiß ich gar nicht wo der geblieben ist der traut sich nicht mehr her oder so ich weiß es nicht also man hat noch so ein bisschen entfernten kontakt dass man mal deren profile mal vorbeirauschen sieht aber ich weiß nicht warum die aktuell nicht also der eine ist halt weit weg das ist halt eine entfernung und, Wir sind halt hier im hohen Norden, in Anführungsstrichen. Hier ist halt alles weit weg. Neben alles aus Friesland, wenn du da kein Auto hast, hast du verloren. Punkt.
Sebastian Ich glaube, es bewahrheitet sich einfach. Du hast es am Anfang so schön gesagt. Ich kann es jetzt nicht rezitieren. Du bist nicht der Rollstuhl. Nein, den hast du dabei. Du hast den Rollstuhl dabei.
Heiner Ich bin nicht der Rollstuhl.
Sebastian Wenn man jetzt die Folge gestartet, dann hat sich das angehört. Ich glaube, da werden ein paar Menschen im Publikum, ein bisschen in Deutschland, dass es da nicht schwieriger und komplizierter und total anders und exotisch ist, aber es ist halt, es ist ein Umstand, es ist eine Behinderung, es ist ein Problem, es ist aber auch, etwas, womit man umgehen lernen kann offenbar und wenn du sagst, ich ignoriere das konsequent und bondage trotzdem und wenn ich es nicht ignorieren kann, dann finde ich Lösungen, dann ist das offenbar extrem entspannt.
Heiner Also es ist eine ganz wichtige Einstellung, es gibt keine Probleme, Es gibt nur Lösungen. Als Behinderter sollte man das unbedingt mitnehmen. Nicht, ich stehe vor dem Problem, ich komme die Treppe nicht hoch oder so, sondern dass man wirklich guckt, wie lässt sich das jetzt lösen? Anstatt dass man sich daran abarbeitet, das geht jetzt nicht, sondern wie mache ich was möglich? Und dann kommen die Ideen und dann merkt man von leiden, dass sehr viel geht. Also meine Behinderung hat mich nicht, also mich im Laufe der Zeit wahrscheinlich verändert, weil sich halt mein Leben verändert hat, aber so, ich habe von ganz vielen kurz nach meinem Unfall gehört oder auch ein paar Jahre später danach, ja du bist ja immer noch der gleiche Typ. So vom Typ Mensch her. Und das ist halt immer noch so. Ich bin halt immer noch irgendwie der gleiche Typ, aber ich hab halt einen Rollstuhl jetzt dabei und ich mache Sachen, die ich sonst wahrscheinlich nie gemacht hätte, vielleicht. Das eine oder andere. Also ich unter anderem Festivals besuche oder so. Das hätte mir vorher nicht so, wäre mir vorher nicht so eingefallen. Das hat sowas mit Partnern zu tun. Das hat sowas mit Gelegenheiten zu tun.
Sebastian Das ist halt auch dieser eine Punkt, wo man den einen oder anderen speziellen Vorteil genießen kann.
Heiner Genau. Also Parkplatz in erster Reihe ist immer ganz schön. Manchmal auch notwendig, aber ist auch ganz nett.
Sebastian Ja, von dem das und dann hat man wahrscheinlich auch noch, also nicht nur den Parkplatz, also aus dem Platz sonst. Ich weiß nicht, sind die immer vorne, die Behindertenplätze auf irgendwelchen Festivals, in irgendwelchen Hallen oder die haben zumindest gute Sicht, wenn man sitzt, hoffentlich.
Heiner Kommt draufs Festival an.
Sebastian Okay.
Heiner Es ist echt stark unterschiedlich. Da gibt es keine Einheitlichkeit. Also ich kann mit einer Szene bekannt sein, dass Mera Luna sehr empfehlen. Das ist ziemlich barrierefrei. Rock im Park letztes Jahr war eine mittlere Katastrophe. Mit einer schwereren Behinderung wäre es deutlich weniger möglich gewesen. Rock am Ring war auch so mittelgut. Dann waren wir Reload. Reload, also ich zähle es nach Festivals auf, aber da war auch schwer, aber du sitzt immer auf der Bühne woanders, das ist, jeder löst das für sich, manchmal haben sie Bühnen, manchmal haben sie tatsächlich keine Bühnen, gerade die kleineren Festivals haben eher keine Bühnen, ja.
Sebastian So ein Festival zu organisieren, ist ja gar nicht so einfach, apropos organisieren, ja, du bist ja eben auch Vorsitzender vom, ich sag jetzt mal Schlag bei e.V., oder muss ich jetzt immer Schlag bei Weser, M.C.V. sagen?
Heiner Nein, also Also der Vereinsnamen ist natürlich schlagbar. Wir sagen auch gerne nur schlagbar, nicht schlagbar.
Sebastian Wunderbar. Okay, du hast ein bisschen schon erzählt, also das ist aus diesem Stammtisch hervorgegangen und ich habe dieses Gebäude gesehen, vielleicht magst du ein bisschen was erzählen, wo wir eigentlich sind, wir sitzen hier zumindest, also ich sitze auf der roten Couch auf dem Teppich, das habe ich am Anfang schon mal erzählt, die Stimmung ist, ja, also man kann hier eine Menge Menschen in Käfige stecken, so kriegt man glaube ich auch 30 Leute in so einen Raum hier rein. Wie ist denn das hier alles entstanden? Weil hier ist ja echt eine Menge passiert und hier ist eine Menge aufgebaut.
Heiner Ja, also ich muss hier wieder ein paar Schritte zurückgehen. Ich habe das gerade schon ein bisschen erzählt. Also angefangen hat es damit, dass wir den Stammtisch leer gegründet haben. Und wo dann unsere letzte Kneipe, wo der Stammtisch leer stattgefunden hat, waren, dort hatten wir richtig viel Zulauf. Da waren wir 30, 40 Leute in einem relativ kleinen Zimmer. Wie gesagt, ein bisschen größer als hier wird es gewesen sein. Aber nicht so groß wie unser Salon nebenan. Bei weit nicht. Da ist einer der Gäste an uns herangetreten und hat gesagt, ey, ich habe da eine geile Location. Da könnt ihr mal eine BDSM-Party machen. Und die ersten drei Male, wo er gefragt hat, waren wir eher ablehnend. Also das klingt bekloppt, aber es ist halt Arbeit. Es ist Arbeit, so einen blöden Stammstisch zu machen. Und das ist Organisationsaufwand. Und wir hatten so auch eine Party. Da hast du ja noch mehr Organisationsaufwand und wir waren uns ein bisschen unsicher und wo wir dann mit dem Mann ein bisschen wärmer geworden sind, komm wir gucken uns das mal an und dann hat er uns hierher in diese Räumlichkeiten geführt.
Sebastian Was ist denn hierher? Das ist ja kein normales Gebäude. Das hat ja doch einen größeren Keller, habe ich das Gefühl.
Heiner Also das hier ist das oberethische Versorgungsgebäude, eines ehemaligen oder es ist immer noch ein Bunker, aber es war früher mal ein NATO-Kommunikationsbunker. Also wichtig für die NATO-Infrastruktur. Das hat die Bundeswehr eben auch mal aufgegeben und verkauft. Und unser Vermieter hat das dann gekauft und hat hier... Kreativen Raum geschaffen. Und primär gebietet haben das vorher Musiker. Die haben im hinteren Gebäudeteil haben die Musizierräume, wo die für ihre Band üben, haben sie ihre Musikinstrumente stehen, machen regelmäßig Krach und üben für ihre Proben, für ihre, Auftritte. Es ist halt schön, weil hier ist halt keine Umgebung, die da von den Geräuschen belästigt werden könnte.
Sebastian Nein, hier sind Bäume, Vögel und Felder.
Heiner Genau, es ist hier ziemlich einsam.
Sebastian Und irgendwo das Meer.
Heiner Das ist halt, haben halt so alte Militärstützpunkte an sich, dass sie irgendwo liegen, wo keine Gebäude drum sind. Die sind halt ein bisschen isoliert und der Bunker selber haben wir keinen Zugriff drauf so richtig.
Sebastian So richtig?
Heiner Ja, da soll immer wieder was entstehen, wir hören immer wieder was, auch in Richtung SM, aber in den letzten zehn Jahren ist da nicht wirklich viel passiert.
Sebastian Aber du hättest den Schlüssel?
Heiner Nein, ich habe keinen Schlüssel, aber wahrscheinlich sieht die Tür auf.
Sebastian Okay, ich denke, sowas ist immer ganz gut verschlossen, damit eben da keiner versehentlich reinfällt. Naja.
Heiner Also reinfallen kann da, das ist schon halt eine Tür. Ich weiß auch, kann auch sein, dass sie zu ist, das weiß ich nicht ganz sicher. Aber tagsüber kann das durchaus sein, weil der... Ja, der Hausmeister ist da immer wieder tätig und macht da Sachen. Das Teil wird hier halt in Stand gehalten. Das ist jetzt auch im Betrieb, also im Betrieb, dass es warm ist und eine Lüftungsanlage läuft und so weiter und benutzt werden könnte, theoretisch. Sie haben da auch ein bisschen was gemacht, aber was genau, weiß ich nicht. Ich selber war nie drin, das ist halt Rollstuhl und Bunker. Das sind so zwei Sachen, die sich nicht so ganz vertragen.
Sebastian Durchaus. Schade es ja nicht, einen Bunker zu haben. Gut, aber wir sind jetzt hier oberirrisch und dieses Gebäude hier oder diesen Teil, den ihr nutzen könnt, ich muss das mal erzählen, also liebes Publikum, du hast uns da schön vorgefahren und dann war da, so ein Feld und dann waren da so ein paar Häuschen irgendwo und dann war hier dieses komische Fabrikgelände mit dem Stacheldrahtzaun und den ganzen, Kameras, die irgendwo hinzeigen und sonst irgendwas und dann war mir Klar, okay, wir parken jetzt hier und dann müssen wir da hinten rüber zu den kleinen Häuschen. Du hattest dann den Schlüssel von diesem großen, großen Tor, von diesem, ja, ich dachte wirklich irgendein Gewerbebetrieb, der irgendwie steht ein bisschen Zeug draußen rum und so, das kann es nicht sein. Und dann hast du diese Tür aufgemacht, wir sind rein, du hast mir erstmal das Klingelschild mitgegeben, das ich dann draußen nochmal anbringen dürfte am Tor und tatsächlich, das ist auf diesem Gelände. Das hat mich schon mal überrascht. Natürlich habe ich die Frage gestellt, ob ich hier auch wieder lebendig davon komme. Das scheint eine häufigere Frage zu sein.
Heiner Ja, das hören wir immer von neuen Gästen, dass wenn sie hier gerade in dieser, also man fährt hier aus der Kurve oder anstatt in der Kurve abzubiegen, fährt man geradeaus in eine Sackgasse rein und die sagen, Alter, hier kannst du ja auch Leute verscharen, das ist ja wirklich irgendwo und irgendwo. Hier sagen sich Fuchs und Hase, gute Nacht. Das ist schön hier, schön einsam.
Sebastian Okay, das Ding habt ihr gekriegt, so Liebe auf den ersten Blick oder eher so? Wir können es mal versuchen.
Heiner Also wo wir hier waren, wir haben uns erst so ein bisschen gescheut, weil es halt Arbeit ist. Aber wo wir dann hier waren, war sofort klar, geil, hier kann man richtig was machen.
Sebastian Was habt ihr gesehen?
Heiner Also hier war, ursprünglich waren hier in diesen Räumlichkeiten waren hier Leute drin, die wollten hier eine Party-Location von machen. Die wollten hier jedes Wochenende möglichst irgendwie eine Party haben. Abrissparty, Kornparty, so eine Dorfjugendteil wollten die hier machen, so nach Disco, sag ich mal. Die haben sich dann aber später zerstritten und dadurch sind wir dann an die Miete gekommen. Aber wir haben uns das die ersten zwei Jahre mit denen geteilt und hatten wirklich nur, was jetzt Spielzimmer 4 ist, das war unser erster Spielzimmer, hatten nur das und die Hälfte an Möbel so ungefähr, die wir dann wirklich sonntags zum namensgebenden Kaffee schlagbar. Also erst kamen ein, zwei Partys und haben gesagt, nee, dann, wenn wir hier schon einen Raum renoviert haben, dann wollen wir auch was Regelmäßiges von der Form machen.
Sebastian Mit wem überhaupt das Ganze? Also wirklich mit dem zusätzlichen Stammtischmenschen?
Heiner Mit den Leuten vom damaligen Stammtischlehr. Davon sind einige noch hier im Verein aktiv als Mitglieder. Unter anderem der erste, erste Vorsitzende, also der, der als erster hier Vorsitzender war. Und ich bin einer vom Kernteam, der von Anfang an mit dabei war. Und da gibt es auch ganz viele andere, die von Anfang an mit dabei waren. Ja, aber ich bin jetzt, glaube ich, das dienstälteste Vorstandsmitglied. Also ich bin, Seit von Anfang an mit dabei in diesem Verein und auch schon vorher in der Gruppe rund um diesen Verein. Der Verein existiert ja seit 2018. Ja, 16 haben wir angefangen, 18 existierte der Verein. Ich bin wirklich vom ersten Moment mit dabei und zu Anfang hatten wir, hatte ich noch eine Rampe, so eine Blechrampe, die ich besorgt hatte von Inguer, weil ich kaputt mehr hatte, mich die eine Stufe rauf und runter helfen zu lassen. Also rauf, runter ging ja leider, aber mich die eine Stufe raufhelfen zu lassen, habe ich mir eine Rampe besorgt und später war dann der damalige erste Vorsitzende mit ein paar Leuten so nett und hat mir draußen noch eine Rampe hingebaut, da bin ich auch echt dankbar für, das ist dann halt so ein Zähne-Ding, dass die Leute sowas netterweise machen für einen.
Sebastian Wie viele Leute wart ihr denn? Also ich meine, wie groß ist das hier? Was sind das hier? 120 Quadratmeter, 200, 300?
Heiner 300.
Sebastian 300 Quadratmeter. Das macht man auch nicht zu zweit und auch nicht zu dritt. Also, liebes Publikum, nur mal, damit man sich das vorstellen kann. Man kommt rein, man hat einen schönen großen Eingangsbereich. Man hat diesen recht breiten Flur. Ich würde sagen, drei Meter hat er bestimmt.
Heiner 250.
Sebastian 250. Gott, dann ist er so eingerichtet, dass es breit wirkt. Und dann hier ein Spielzimmer, da ein Spielzimmer, Da nochmal so eine große Bar, wo man wirklich große Stammtische auch machen kann. Ist ein Haufen Arbeit. Also wie viel Manpower steckt hier drin? Wie lange hat es gedauert, bis man sagen konnte, okay, wir fühlen uns jetzt hier wohl und um Gottes Willen, wie kriegt man es hin, dass die Leute auch dabei bleiben? Weil ganz ehrlich, die Leute wollen ja spielen und Party machen und nicht renovieren und renovieren und renovieren.
Heiner Also ja, auch das ist so mein Leben begleitet. Das sind so wachsende Geschichten, die nicht vom ersten Moment an das sind und Stück für Stück immer in die Richtung reinwachsen. Also wie gesagt, angefangen so wie schwierig mit dem einen Spielzimmer und haben hier zum Café Schlagbar namensgebend für den Verein aufgebaut, abgebaut. Jeden Sonntag, weil das ja auch noch andere genutzt haben, die hier normale Partys machen wollten, die überhaupt nichts mit BDSM zu tun haben wollten. Das war dann immer ein bisschen tricky, die ersten zwei Jahre oder anderthalb Jahre, wie das gedauert hat, bis die. Auseinandergelaufen sind. Und dann haben wir den Verein dazu gegründet. Und in dem Moment, wo der Verein da war, wurde das alles einfacher, weil da man sich darauf konzentrieren konnte, die Räume so zu gestalten, wie man möchte und dort, also wenn man reinkommt, hat man halt so einen 20 Meter langen Flur und da darf man sich am Ende des Flurs nochmal eine Bar vorstellen und dahinter war nochmal ein Zimmer, das wir gar nicht nutzen konnten und das haben wir dann somit als erstes, integriert in unsere Vereinsräumlichkeiten, dass wir da noch ein Spielzimmer haben. Das war das zweite Spielzimmer, was dazu entstanden ist und später ist dann ein anderes Zimmer, was schon da war, was hätten wir nutzen können, auch zu einem dritten Spielzimmer geworden. Somit haben wir hier drei abschließbare Spielzimmer. Häufig schließen die Leute gar nicht ab, manchmal aber schon. Aber namens für den Verein, der Verein Dreh- und Angelpunkt, ist der Salon. Das ist ein 11 Meter langer Raum, der ist auch 3,70 Meter, irgendwie so breit. Großer langer Raum und dort war auch eine sehr einnehmende Theke drin, auch die haben wir rausgerissen und eine eigene, deutlich kleinere, dezentere Theke reingebaut.
Sebastian Er hat so ein bisschen Gasthausstil, finde ich, aber mit kinky Elementen drin. Es ist gemütlich. Man hat eine breite Fensterfront, was mich ja fast gewundert hat, aber so, dass man von außen nicht reinsiegen kann, wobei draußen ist ja eh niemand außer ein paar Vögeln und Hasen, aber schon freundlich. Also ihr habt wirklich so ein Gasthaus hier reingeholt. Man hätte ja auch alles in schwarz machen können.
Heiner Nee, also wir haben beim Eingang schon, da hat eines unserer Mitglieder sehr gedrängt, dass der Eingangsbereich renoviert werden müsste und der hat den sehr dunkel gemacht, hat er sehr schön gemacht, muss man ganz klar, ganz großes Danke, wenn er das hier hören sollte, ein ganz großes Danke, dass er das gemacht hat, hat er sehr viel Eigenleistung gemacht, aber der ist halt sehr dunkel geworden und eigentlich wollten wir genau das nicht, weil das immer so ein zähnetypisches Ding ist, es ist alles rot, es ist alles Gold, es ist alles schwarz. Und der Salon ist jetzt ein bisschen eher creme und da sind halt bärige Tapeten dran.
Sebastian Das ist kein Kaminrot. Ich glaube, ich habe hier nirgendwo ein Kaminrot gesehen. Ich finde viele Rottöne, aber so ein richtiges dieses bedeutungsschwangere Kaminrot außer dem Sofa, auf dem ich gerade sitze.
Heiner Der Bock nebenan auch noch.
Sebastian Okay, aber das ist nicht die dominierende Farbe, dieses Rot und Schwarz auch hier im Raum. Ich habe hier so ein Meter breite Streifen an den Wänden unterbrochen mit Weiß und dann habe ich hier rot, grau, rot wieder. Also es ist ein bisschen anders. Ich kriege doch hoffentlich einen Haufen Fotos von den Räumen für die Shownotes. Sehr gut.
Heiner Ich denke, da können wir drüber mit arbeiten.
Sebastian Ja, also müssen ja keine Leute drauf sein, auch keine Details drin sein, aber dass man sich das mal so ein bisschen vorstellen kann, weil es ist natürlich jetzt nicht so der Lifestyle-Club, der sich dadurch finanziert, dass er jede Woche irgendwie, was weiß ich, 600 Gäste reinlässt, sondern das ist halt wirklich, sieht man auch von der Community mit Liebe gemacht. Also kleine Details, finde ich, sind unglaublich schön gemacht. Auf der anderen Seite, irgendwo ist dann auch nochmal eine größere Baustelle, wo du dann auch gleich beim Durchgehen gesagt hast, ja da müssen wir noch und da müssen wir noch. Ich bin mir sicher, das wird niemals aufhören. Ihr werdet immer noch müssen.
Heiner Also wir haben gerade geschenkt bekommen durch die Auflösung eines Möbelhauses, ein Hauchen Paket. Nicht Paket, wie heißt das? Laminat. Das wurde schon im Salon gerade verlegt. Das ist ganz neu, dass ein Laminatboden drin ist, damit die scheiß Teppiche, die Teppiche waren schon vorher raus, aber damit der Fußboden fußwarm ist, weil das vorher halt ein kalter Betonboden ist, der halt arschkalt ist. Und jetzt ist da so eine kleine Dämmschicht drin und das Linoleum darauf. Ja, das macht schon vieles sehr viel besser. Hier in dem Raum, wo wir sitzen, was dich gerade für deine Aufnahme freut, der ist noch mit dem Teppich ausgelegt, das heilt wenig. Und das fliegt auch Ende März, ja Ende März fliegt das hier auch raus und dann kommt hier auch der Boden rein, damit das hier wieder fußwarm bleibt, eben darum ist der Teppich hier drin. Und das ist ein bisschen die Geschichte der Location auch, wir haben ja angefangen, das war halt alles fußkalt und dann, ja ihr müsst da ein paar Teppiche reinlegen, das ist halt zu kalt an die Füße. Der Teppich bringt da gar nichts. Doch, das hat schon einiges gemacht.
Sebastian Ja, aber so richtig warm wird es dann, der Raum muss wirklich unglaublich warm sein, damit der Boden auch mal irgendwann wärmer wird.
Heiner Ja. Aber das, ne, und dann kurze Zeit darauf, nachdem die Teppiche dann da waren, die man so aus dem, aus dem, überhaupt gestaubt hat für umsonst, so große, das ist das Orient-Teppiche. Orient-Style-Teppiche.
Sebastian Ja, ja, Orient-Style trifft es ganz gut. Also Orient ist mit Fransen auch so schön.
Heiner Ja, ja. Aber diese riesigen Teppiche, die wir dann, da haben wir auch noch ein paar von irgendwo rumfliegen, die, ja, aber die kommen, sollten, waren halt da und dann, das ist aber unhygienisch, weil Teppiche, wir haben schon auf Sauberkeit geachtet, dass wir auch die Teppiche regelmäßig sauber machen und so weiter, aber es hat halt, es hat halt einen Charme, aber es ist halt auf der anderen Seite auch, wenn man das aus einer hygienischen Sicht sieht, nicht so dolle und darum die fliegen Stück für Stück raus und das ist halt ein Prozess in so einer, Gemeinschaft, in so einem Verein und Und da kriegt nicht immer jeder das, was er möchte. Das muss man auch so. Es ist halt eine gemeinschaftliche Aktion. Man muss sich gemeinschaftlich einigen. Man muss die Gemeinschaft auch Bock drauf haben, das zu machen.
Sebastian Was heißt denn, Mensch, wie viele Mitglieder hat der Verein?
Heiner Also aktuell sind wir 51 Mitglieder.
Sebastian Das ist gar nicht so viel.
Heiner Also wir sind mit um die 30 Mitglieder angefangen. Das heißt, wir sind in den letzten acht Jahren um knapp 20 Mitglieder gewachsen.
Sebastian Das heißt aber, jeder ist für sechs Quadratmeter alleine verantwortlich bei 300. Das klingt schon gar nicht mehr so übersichtlich. Okay, also 51 Mitglieder und davon aktiv, also dass man sie auch sieht.
Heiner Also regelmäßig besuchen tut uns, ich würde sagen, so grob die Hälfte, ein bisschen mehr. Die regelmäßig da sind, aber dann auch, oder sind aber auch durchaus alle regelmäßig, fast alle regelmäßig da, also wirkliche Karteileichen, Anführungsstrichen, die auch sagen, ich bin eine Karteileiche, weil ich gerade, weil ich nach Hamburg gezogen bin oder weil ich weiter weg wohne und ich möchte euch einfach weiter unterstützen. Da haben wir nur so vielleicht drei, vier.
Sebastian Oh, das ist cool. Also wirklich, alles Leute, die ihr seht.
Heiner Ja, die kommen alle regelmäßig vorbei. Manche ein bisschen öfter, manche ein bisschen seltener, aber die kommen alle regelmäßig vorbei.
Sebastian Was ist denn so mit Arbeitsansätzen? Wenn ihr sagt, so, wir machen jetzt, dieser Raum wird renoviert. Ist das so eine Zehn-Mann-Aktion und zack, zack oder eher du und noch jemand? Also wie viel Memphau habt ihr, wenn es darum geht, hier was zu bewegen? Ich mag mal so ein bisschen einschätzen, was hier alles passiert ist in den letzten Jahren.
Heiner Es kommt drauf an. Also manchmal sind wir wirklich drei, vier Leute. Das ist so ein Kernteam. Und da so fünf Leute, die regelmäßig renovieren, sind so ein kleines Kernteam. Die regelmäßig hier Sachen machen, unter anderem ich das, die ja hier so Kleinigkeiten immer wieder mal macht, aber auch viele andere wertvolle Menschen, die daran beteiligt sind. Wenn es hier so größere Aktionen sind, wie wir nebenan den Salon gemacht haben mit dem Fußboden oder wo der groß renoviert wurde, dass die neue Theke reingekommen ist und so weiter, dann sind das auch schon 10, 12 Leute, die hier helfen. Die brauchst du dann aber auch. Also das ist...
Sebastian Das geht unglaublich viel, also es sind da nicht 10, 12 Leute, die jetzt Laminat legen, aber es sind eben, die einen räumen schon mal auf, die nächsten kleben was ab, dann wieder andere sorgen dafür, dass ein bisschen Catering da ist, man glaubt das immer, ich hab das immer für unnötig früher gehalten, wenn ich festgestellt hab, dass es bei einem Umzug zum Beispiel unglaublich toll ist, wenn da plötzlich irgendwelche Leckereien sind, das hebt die Moral. Das habe ich dann selber mal gelernt, dass man auch das einfach einplanen muss. Also 10, 12 Leute bei so einer Aktion, das finde ich total super. Da steckt auch was hin. Wie lange dauert das, so einen Raum dann zu machen? Das ist ja dann doch nicht ein Nachmittag. Egal mit wie vielen Leuten.
Heiner Also wir haben für den Salon, es sind eigentlich mehrere Schritte. Also wir haben im ersten Schritt, haben wir den, an zwei Wochenenden den linken. Der Salon ist in zwei Hälften kann man den teilen. Das ist so eine Ziehtür zwischen, die man zumachen kann, so ein Raumteiler. Haben an zwei Wochenenden die erste Hälfte gemacht und haben zwei Wochenende nochmal die zweite Hälfte und dann haben wir nochmal ein Wochenende verbracht dieses Laminat da reinzulegen also ja, es ist Arbeit und.
Sebastian Die Leute kommen auch.
Heiner Cool ja, also es ist halt, wenn es so längerfristig Projekte sind wie bei dem Salon wo wir ein bisschen mehr hatten über den längeren Zeitraum ein bisschen Zeitraum ausgesucht, wo wir sagen okay, jetzt haben wir drei Wochen im Zeitraum, wo hier keine Veranstaltung stattfindet, weil das gerade so passt von den regelmäßigen Terminen her. Dann waren die drei Wochenenden, waren am ersten Wochenende unglaublich viele da und am zweiten und dritten Wochenende nicht mehr ganz so viele. Das ist leider so.
Sebastian Wie offen ist denn das eigentlich? Also ist das eher so eine eingeschworene Gemeinschaft und dann kommen hin und wieder mal Leute dazu oder ist das hier wirklich offen? Also gerade wenn ihr jetzt hier so ein Treffen habt, also es ist ja wie ein Stammtisch, ist das eine öffentliche, offene Veranstaltung oder ist das in irgendeiner Art und Weise beschränkt dadurch, dass man jemand sein muss, der jemand kennt, der jemand kennt?
Heiner Also wir sind offen, unglaublich offen. Die alle Veranstaltungen, also nein, stimmt nicht ganz, fast alle Veranstaltungen stehen im Joyclub oder auf unserer Website oder auf anderen Plattformen. Also man findet uns eigentlich an allen gängigen Szeneplattformen so ungefähr. Also alle die Veranstaltungen, die dort stehen, sind für alle Menschen offen. Es gibt für jede Veranstaltung so ein bisschen eigene Rahmenbedingungen, die man vielleicht mitbringen sollte. Unsere Stammtische sind kostenfrei. Also man muss nichts zahlen. Man kann hierher kommen, sich unterhalten und wieder gehen. Wenn man hier vor Ort eine Cola oder Dings trinkt, die muss man natürlich bezahlen, wie woanders auch. Aber da haben wir relativ...
Sebastian Ihr habt ja einen Kühlschrank mit sehr moderaten Preisen, finde ich.
Heiner Genau. Wenn man abends, wir bestellen auf den Stammtischen gerne hier bei einem der umgebenden Dienste was zu essen und lassen uns das liefern oder holen das aus dem Restaurant ab. Da kann man sich auch daran beteiligen, wenn man möchte. Das muss man natürlich auch selber bezahlen. Aber sonst kann man, man kann hier theoretisch herkommen, auf den Stammtisch reden und wieder gehen, ohne einen Euro gezahlt zu haben. Das ist uns wichtig, dass diese Stammtische kostenfrei sind, damit jeder auch daran teilnehmen kann.
Sebastian Das sagen ja alle Vereine. Und spätestens ab dem dritten Besuch wird dann so ein bisschen gedrängt, wir erwarten schon, dass du hier Mitglied wirst. Kenne ich von Sportvereinen sehr schön. Gut, also sobald die ein Gesicht öfter sehen, ist halt ganz klar, hier, mach mal eine Unterschrift.
Heiner Ja, also das hier sind ja, ich sage mal, eine gesellschaftsveranstaltung anführungsstrichen du kommst hier und redest mit den leuten wenn du beim sportverein mit machst dann machst du häufig beim training im sportbetrieb mit und dass du dann, das dort mitglied werden soll es hat auch den grund dass das versichert ist, Die sind, du bist nämlich, sonst ist das mit der Versicherung immer eine ganz heikelige Angelegenheit.
Sebastian Gut, aber auch hier sind ja auch Sportgeräte. Genau. Wer hier Sport macht, muss Mitglied werden.
Heiner Ja, wer hier spielen möchte, unsere Spielräumlichkeiten und Möglichkeiten nutzen möchte, der muss Mitglied werden. Und das meine ich so ein bisschen mit Rahmenverdingungen für Veranstaltungen. Die Stammtische sind kostenfrei und haben eigentlich keine Beitrittshürde sozusagen. Sagen, wenn man zum Kaffee Schlagbach kommen möchte, wenn man zu unserem Playtreffen kommen möchte, dann muss man sich A, darauf einstellen, dass die Leute, nackt rumlaufen und öffentlich BDSM ausleben und schlagen und peitschen und Aua schreien und manchmal, ich habe schon ein paar Mal gesagt, das klingt wie in der Hölle, geil. Also aus jedem Spielraum irgendwelche Schreie und Klatsche und wunderbar. Also es liegt natürlich auch sehr daran, ob die Leute an dem Tag spielen wollen oder nicht. Manchmal haben wir hier echt sehr ruhige Cafés, wo sie alle nur im Salon sitzen und schnattern. Und dann haben wir hier Cafés, wo die Spielräume überquellen, weil an jeder Ecke jemand spielt und hier eine Soundkulisse ist, die in der Hülle nicht anders sein könnte. Kommt sehr auf die Leute an, auf die Stimmung an. Aber darauf muss man sich halt einstellen. Und wer hier zum Café Schlagbar kommt oder zu den Play-Veranstaltungen kommen muss, der muss Mitglied sein. Das heißt, entweder ist man Vollmitglied, so wie ich halt, oder man ist halt Tagesmitglied für 24 Stunden. Das ist halt die Option, damit wir hier Ruhe auch reinkriegen, wissen auch, wer hier ist und auch vom Finanzamt, das Ganze ist Non-Profit, also wir machen hier keinen Gewinn mit. Die paar Euro, die wir überhaben, die gehen hier wirklich in die Renovierung, also das hier ist von und für die Conumity.
Sebastian Gemeinnützig seid ihr nicht?
Heiner Gemeinnützig sind wir leider nicht. Also wir haben irgendwie vereinfachte Steuererklärung, dass wir hier keine Steuern so richtig zahlen, weil wir halt auch zu wenig dafür umsetzen, also es ist ein kleiner Umsatz und wenig Gewinn dabei, der ist geringfügig und damit, Ja, geht das beim Finanzamt so durch. Aber wir können halt gemeinnützige Feinde, können halt Spendenquittungen ausstellen. Das können wir halt nicht.
Sebastian Aber nun, das ist halt... Strebt ja das an.
Heiner Mal gucken, in Zukunft vielleicht. Also es kommt ein bisschen drauf an, es ist halt Arbeit, sich darum zu kümmern und sich damit auseinanderzusetzen. Und da stehe ich, bin jetzt seit Oktober vorletzten Jahres Vorsitzender. Vorher war das nicht so angestrebt. Ich hätte das für mich schon gerne für uns, dass wir uns auch gemeinnützig nennen dürfen. Aber da muss ich mich noch mit auseinandersetzen. Das sind noch Baustellen, die bis später anliegen. Das Gros der Mitglieder bewegt sich so im Alter zwischen 50 und 60.
Sebastian Das ist ja schon recht alt. Wie kommt das denn?
Heiner Weiß ich nicht. Die meisten, die hier zu uns kommen, sind so, wo wir angefangen haben, Ende 20. Der zweite große Block an Mitgliedern ist so zwischen 40 und 49. Also das ist eher die ältere Klasse, die hier aufbraucht. Die Jüngeren mögen nicht so recht. Ich weiß nicht warum. Es war mal eine Zeit lang ein bisschen anders. Da waren hier sehr viele junge Leute.
Sebastian Ja.
Heiner Die haben aber irgendwie keine Ahnung, ob die nicht mehr möchten oder sich anders orientiert haben, irgendwas nicht gefallen hat, da gab es keine Resonanz zu diesem Thema, aber sind natürlich herzlich willkommen. Momentan kommen wieder ein paar Jüngere, also wir haben jetzt gerade neue dabei. Jüngere Teilnehmer, Mitglieder sind es noch nicht, oder noch nicht allzu viele, die gerade dazukommen und auch hier Spaß haben und sich unglaublich aufgenommen werden. Das ist so ein Alleinstellungsmerkmal, was wir hier als Verein haben. Wir geben BDSM eine Heimat, das kommt nicht von ganz ungefähr. Das kann ich unserem Kassenwart anrechnen, der hat das gesagt, ja, wenn ich mal mit Leuten schreibe und die Fragen, was hier ist, dann sage ich immer, wir geben BDSM eine Heimat. Und ich sage, das ist ja ein guter Spruch. Und dann haben wir das als Vereinsmotto übernommen. Und ich stelle immer wieder fest, das leben wir aber auch. Also das ist jetzt nicht so einfach so, sagen wir mal, weil es geil klingt, sondern wir leben das auch. Wir hören immer wieder die Resonanz von allen Leuten, von Leuten, die selten kommen, von Leuten, die nur einmal da waren und weil sie, keine Ahnung, in München oder sonst wo wohnen, bislang keine Möglichkeit hatten, wieder hier zu sein. Immer das Gleiche. Boah, ey, bei euch fühlt man sich unglaublich willkommen. Hier wird man in die Gemeinschaft aufgenommen. Man ist sofort Teil davon. Wir sind mit einem gesprochen. Wenn man sich hier, also ich sage immer, bist du nett zu mir, bin ich nett zu dir. Und das ist ja auch so, wenn man hier nett und offen reinkommt, dann wird man hier auch nett und offen aufgenommen. Selbst die Schüchterne werden immer wieder versucht, irgendwo rauszulocken. Wir merken das dann auch, wenn da jemand sich irgendwo in die Ecke verkriecht, dann gehen da automatisch Leute hin vom Verein, von unseren Mitgliedern hin und versuchen, die Leute so ein bisschen zu integrieren. Also das ist spannend zu sehen und schön, dass das so schön hier in der Gemeinschaft funktioniert.
Sebastian Ja, also das mit der Altersstruktur, das ist ja manchmal auch so ein selbstverstärkender Faktor. Also wenn du viele Leute in einer Altersgruppe hast, dann ziehst du die in der gleichen Altersgruppe automatisch so ein bisschen an. Und dann gibt es natürlich Ausreißer. Ich sehe natürlich auch, also gerade wenn du hier rauskommen möchtest, ich glaube du brauchst ein Auto, um hier rauszukommen.
Heiner Ja, also ein Auto würde ich definitiv empfehlen. Wir haben hier in der Nähe den Bahnhof August 10. Das sind so...
Sebastian Da sind wir aber auch ein bisschen gefahren. Da bin ich nämlich heute angekommen.
Heiner Genau, da bist du heute angekommen. Ich habe dich abgeholt im Auto. Du kannst aber ungefähr eine halbe Stunde, braucht es zu Fuß hierher.
Sebastian Okay. Wahrscheinlich fährt man im Auto außenrum.
Heiner Genau, im Auto fährt es außenrum. Also es geht zu Fuß. Wir hatten auch immer wieder mal Leute, die das zu Fuß gemacht haben. Wir bieten natürlich auch an, wenn man uns vorher eben Bescheid sagt bei der Anmeldung hier, man könnte mich vom Bahnhof abholen, dann machen wir das auch. Das Problem ist gar nicht mal, dass der Bahnhof so weit weg ist oder dass man da nicht abgeholt werden könnte, sondern das Problem ist mehr, dass der Zug halt abends nicht mehr so richtig fährt. Ich glaube, der letzte Zug fährt hier um 22 Uhr rum. Das ist halt, wenn der Stammtisch um 19 Uhr anfängt, schon recht früh, in Anführungsstrichen. Ja, irgendwie so 22 Uhr fährt der letzte Zug, glaube ich, hier durch August Feen Richtung, Hannover oder Richtung Küste halt wäre die andere Alternative. Ja, das ist halt sehr früh. Das heißt für die Abendveranstaltungen, gerade für die Partys, die gerne mal bis 2, 3 Uhr nachts gehen, ist das natürlich keine richtige Option. Das ist natürlich nur eine Option für unser Café, was tagsüber stattfindet. Ja, dann haben wir aktuell noch das Tüddeln, das ist aber zu wenig Resonanz, das wird wahrscheinlich demnächst enden. Leider, leider. Tut mir auch leid da drum.
Sebastian Aber dennoch, also ihr seid ja hier wirklich, sagen wir mal so, nicht mitten im Nirgendwo, also es ist schon alles nicht zu weit weg, aber eben auch nichts ist so richtig nah dran, also man muss sich das schon vornehmen hierher zu kommen.
Heiner Ja, man muss sich das vornehmen hierher zu kommen.
Sebastian Ja und trotzdem ist es ja wichtig, dann eben auch so einen Ort zu haben, dass der da ist und dass der auch verfügbar ist. Ja. Sieht denn das aus? Also so mit Zukunftsplänen, also ist das Konzept so im Moment, trägt das so, dass ihr da entspannt weitermachen könnt oder habt ihr eigentlich immer wieder irgendwelche Krisen, damit das irgendwie hält? Also viele Vereine haben ja zum Beispiel das Problem, dass die Mitglieder im Prinzip nicht mit anpacken oder nicht zuverlässig sind, dass das also nicht läuft oder dass eben immer irgendwelche externen Reibereien sind, weil Behörden, keine Ahnung, irgendwie die Räume so nicht genehmigen wollen. Also gibt es irgendwas, wo ihr kämpfen müsst?
Heiner Nein, wir hatten vorhin das Thema Gemeinnützigkeit. Da müssten wir wahrscheinlich drum kämpfen, dass wir das kriegen. Wir hatten anfangs ein bisschen Sorge mit dem Finanzamt. Die wollten uns hier ein Gewerbe reindrücken, wo wir natürlich dann exorbitant Steuern zahlen müssten. Dann rechnet sich das hier überhaupt nicht. Also wenn wir hier Steuern draufzahlen müssen wie ein Gewerbetrieb, dann müssten wir das hier dicht machen. Es ist einfach so, dafür bleibt einfach zu wenig über. aber dafür sind hier zu wenig, findet hier zu wenig statt und sind zu wenig Leute da. Ich habe vorhin gesagt, wir sind 50 Leute, das würde bei 40 auch sagen, ist hier voll. Dann sind die Räumlichkeiten hier voll, wenn die Leute spielen wollen, sind die vier Spielräume, die wir haben, besetzt und der Salon besetzt ist. Pro Spielraum können vielleicht vier Leute sein, also das ist dann voll. Das ist bei 40 Leuten, ist hier voll voll.
Sebastian Da kann aber auch jeder spielen, ne? Das ist natürlich ein wahnsinniger Luxus.
Heiner Ja, das ist ein wahnsinniger Luxus. Die nehmen die Leute auch wahr. Aber wie gesagt, mehr als 40 Leute, wir hatten ja auch schon mal 50 drin, da ist man sich über die Füße gelaufen. Das war einfach zu voll.
Sebastian Also ich hätte jetzt gesagt, 200 Leute kriegst du hier doch locker rein. Alle spielen können jetzt nicht gleichzeitig, aber wenn sich das auf die Flure verteilt...
Heiner Vom Verteilen ja vielleicht schon, aber es ist dann unglaublich. Also ich mit dem Rollstuhl hätte dann keinen Bock mehr.
Sebastian Okay, das verstehe ich. Oh, wie steht es denn hier mit der Barrierefreiheit? Da könnte man sich aber im Vorstand beschweren, wenn das nicht passt.
Heiner Der beschwert sich selber regelmäßig. Also es ist, ich sage rollstuhlfreundlich. Ein Bekannter von mir sagt, das Wort gibt es gar nicht und was heißt das überhaupt? Also man kommt hier mit dem Rollstuhl klar. Die Einschränkung ist halt in den WC-Anlagen. Es gibt kein rolligerechtes WC. Die Türen zu dem WC sind ein bisschen schmal. Da muss man irgendwie sehen, wie man klarkommt. Wer einen schmalen Rollstuhl hat, kommt klar. Mit dem E-Rollstuhl wird es hier auf jeden Fall rudelt. Oder wir hatten auch schon Teilnehmer am E-Rollstuhl. Da wird es hier schwierig und eng. Das ist auch besser geworden. Die Renovierung ist jetzt besser geworden, weil wir das alles ein bisschen locker aufstellen können. Aber grundsätzlich es ist ein Behelf immer noch ich hoffe, dass wir irgendwann mal ein gemeinschaftliches Unisex-Badezimmer kriegen für alle, aber das ist ein Thema, das insofern in der Zukunft liegt, dass ich das noch nicht am Horizont sehe Ja.
Sebastian Also ich glaube man sieht es ja auch am Gelände das ist jetzt da, ihr seid da und auch wenn sowas nie fertig wird, aber es ruft natürlich an ganz vielen Stellen, hier, ich bin ein Projekt. Das ist immer ganz toll. Gerade bei der Altersstruktur, da haben die Leute gerade so ihr Zuhause irgendwie halbwegs fertig. Auf der anderen Seite sehe ich hier aber auch ganz viele Details. Also ja, du hast das eben schon erwähnt, den Hauseingang, ich habe ihn mir jetzt in einem Post noch mal angesehen. Wunderschön gemacht. Also wirklich lackiert und dann ein Motiv drauf gemalt und gleich Kratzer reingemacht. Also, aber was ist eigentlich die Idee? Herkommen und Spielen, Herkommen und Gemeinschaft oder, Also was ist es?
Heiner Herkommen und Gemeinschaft ist die Idee. Wir geben Bittes immer eine Heimat und hier soll die Heimat sein. Und eine Heimat bedeutet immer eine Gemeinschaft haben, wo man zurück hingehen kann. Und das sind wir auch. Also auch Leute, die vielleicht letztens die Jahre lang, die drei, vier Jahre nicht hier waren, vielleicht auch wegen der kleinen Pandemie, die wir zwischendurch hatten und so weiter, und sich nicht getraut haben und dann raus waren, die wieder kommen, oh, das ist ja so viel schöner. Wir haben derzeit ja auch renoviert und das hat sich dann verändert. Das wandelt sich ja immer so ein bisschen. Das ist ja so richtig schön geworden. Und was habt ihr alles gemacht? Und fühlen sich immer noch aufgehoben, aufgenommen, aufgefangen von der Gemeinschaft hier. Und das, toi, toi, toi, da klopfe ich so ein bisschen auf Holz. Wir sind hier auch alle immer sehr ehrlich. Wir haben hier ein sehr freies Konzept, was die Getränke betrifft. Du hast gerade schon angebrochen. Wir haben schon relativ günstige Preise. Also es sind wirklich Selbstkostenpreise mit herfahren und wir verdienen an den Getränken nicht wirklich was. Eine ganz kleine Summe wirklich nur. Aber wir trotzdem ist es halt so, wenn da jemand klauen würde, könnte ja das Problem los, wenn sich jemand ein Getränk nimmt und das mitnimmt. Aber es zahlen lustigerweise alle. Also es ist wunderbar zu sehen, dass selbst Leute sagen, denen nach zwei Wochen einfällt, ich hab gar nicht bezahlt, sag mal, ich mach euch Paypal, mach nächstes Mal, wenn du da bist. Und dann machen sie das. Und dann schmeißen sie vielleicht auch noch was in die Spendenkasse, weil sie sich schuldig fühlen. Es ist, so funktioniert das hier sehr gut.
Sebastian Lass mich mal so ein bisschen den Finger in die Wunde legen. Ich meine, du bist ja noch mal Vorsitzender und man soll ja nicht über schlecht über die Leute reden, aber wo kriegst du graue Haare? Wo sind so, Es gibt natürlich Konflikte. Und da ist die Farbe vom neuen Laminat. Wie kriegt der das hin? Wie motivierst du dich, das zu machen? Du musst jetzt hier gar nicht schlecht über irgendwas reden oder so, aber es gibt ja schon mal diesen Punkt, wo man sagt, ich habe keine Lust mehr. Woher nimmst du deine Motivation her, auch so langfristig das zu machen?
Heiner Zwei Füße, die ich da nennen würde. Das eine ist, ich mache halt schon, wie gesagt, wie du erzählt hast, bin eine Fahrt von ehrenamtlichen Strukturen unterwegs, seitdem ich zwölf bin oder sowas und habe mich dann auch immer gleich irgendwie in organisatorischen Ebene mit engagiert, weil wenn ich will, dass etwas gut, sein soll, dann ist, schon seit ewig meine Erfahrung, da muss ich es selbst machen. Und das ist auch hier im Verein so, wenn ich will, dass es hier schön und gut ist, dann muss ich es selbst machen. Und das ist auch eine Feststellung, die ich immer wieder habe, wenn ich irgendwo was möchte. Darum habe ich zum Beispiel auch hier mit einem guten Freund einen Bock zusammengebaut, einen Strafbock zusammengebaut.
Sebastian Ich liebe das Publikum Bilder in den Show Notes. Ich habe den Bock gesehen. Er sieht unbequemer aus, als er ist. Also nicht, dass ich drauf gewesen wäre, aber es scheint doch vernünftig zu sein, also bequemer zu sein, als er optisch aussieht, das ist auch ein Kunststück.
Heiner Also wir haben uns Gedanken gemacht, ich habe mir dann Gedanken gemacht, wie er sein soll und er hat dann die Holzarbeiten zum Großteil gemacht, wir haben lackiert, gepolstert und so weiter, was da so zugehört. Und das war halt der Zeitpunkt, ich möchte hier im Vereinsheim Bock haben. Wir hatten vorher einen Bock. Die Dame, die diesem Bock mehr oder weniger als Dauerleihgabe gegeben hat, wollte ihn wieder mit nach Hause haben. Dann hatten wir keinen Bock und dann haben wir gesagt, wir brauchen wieder Bock und dann habe ich einen gebaut. Also wenn ich will, sonst hätten wir ja auch keinen. Es wäre bislang auch keiner auf die Idee gekommen, das wäre ein Bau, obwohl Leute festgestellt haben, es fehlt einer. Und das ist so, ich habe es auch schon gesagt, es gibt keine Probleme, es gibt nur Lösungen. Wenn was ist, was einem stört, dann muss man es halt machen. Und was hier, was mir graue Haare bereitet hier im Verein ist, wenn Leute, nicht wenn Leute etwas machen, sondern wenn Leute da keine Rücksprache halten. Wenn sie was machen ohne Rücksprache.
Sebastian Kommst hier rein, ich hab mal die Wand himmelblau lackiert.
Heiner Ja, sowas nicht, aber hier, wir haben einen Tisch über, Sofa, whatever, nehmt das. Und dann so, lassen Lass uns das erst mal angucken, ob das hier reinpasst. Haben wir überhaupt einen Platz, das irgendwo zu stellen? Ist das dann unser? Und zwar, da gibt es ja noch ganz viele Fragen, die dazugehören, die sich überhaupt nicht gestellt haben, weil sie denken, ich will es loswerden. Und da könnte es hinpassen. Nehmt das mal, ihr braucht das ja. Und da kommen wir manchmal echt graue Haare. Dass die Leute nicht darüber nachdenken, was ist nett gemeint. Und ich finde das auch immer ganz toll, wenn die das machen. Aber dass die dann nicht darüber nachdenken, was das auf unserer Seite bedeutet was wir, wo das hin könnte, ob es dahin passt und was vielleicht störende Elemente sein könnte, warum es nicht passt weil zum Beispiel wir haben hier lange über die wenn man zum Flur reinkommt, ist da eine lange Bank wo man sitzen kann, diese Bank hat genau die richtige Tiefe, Da standen auch mal so eine Couch, wo du drauf sitzt, standen auch schon so Elemente. Die sind zu groß, die sind zu tief, das macht den Flur sehr schmal und wenn du dann im Rollstuhl durch willst und da Leute drauf sitzen, dann müssen die alle ihre Füße hochnehmen.
Sebastian Achso, natürlich. Ich habe auch gedacht, da ist doch Platz eigentlich und ja, die Bank, das passt auch gut, wunderbar, aber natürlich, dann kommt die Couch, die ist ein bisschen länger und wenn dann Leute drauf sitzen, das ist dann der Unterschied. Ich messe auch nur Möbel anhand der Größe der Möbel und nicht, wenn sie benutzt werden, das ist nochmal was anderes, stimmt schon.
Heiner Genau, da denken halt, es ist auch okay, wenn man da nicht dran denkt, aber dass wir da halt dran denken müssen, dass so ein Flur halt auch als Durchgangsbereich gedankt, gerade das geht auch zum WC dorthin, da gehen halt viele durch. Wenn da eine Couch und gegenüber der Couch war eine ganze Weile lang so ein Sofasessel, den Leute dann genutzt haben, da sind auch alle anderen durchgestolpert. Das war also nicht nur ich mit dem Rollstuhl, der, jetzt müsstest du mal aufstehen, Füßenseite, whatever.
Sebastian Der ist relativ schmal, der Rollstuhl, finde ich. Der ist gar nicht so viel breiter als du selbst. Also du weißt das bestimmt. Was hat der so an Breite, damit du durchkommst?
Heiner 70 Zentimeter.
Sebastian 70 Zentimeter. Das ist eigentlich nicht viel. Ja, aber ich überlege gerade, wenn ich bei mir zu Hause bin, vor der Couch steht ein Couchtisch, zwischen Couchtisch und Couch sind, naja, lassen wir es mal 30 sein, da balanciert man dann so durch. Okay, ja, dann merke ich wieder die eigene Blindheit für solche Details. Okay, wenn die Leute aber sagen, hier, ich habe ein Möbelstück, das hat die gleiche Größe wie vorher, ist nur eine bessere Qualität und das alte nehme ich sogar mit und entsorge es. Das wäre doch dein Traum.
Heiner Ja, das wäre mein Traum natürlich.
Sebastian Sie nehmen es mit und entsorgen es.
Heiner Aber da treffen halt verschiedene Vorstellungen aufeinander. Dann habe ich vielleicht eine Idee, wie etwas aussehen soll und die haben eine ganz andere Idee. Und dieses Zusammenfinden ist mit manchen Menschen etwas schwieriger, weil die nicht verstehen, dass es da auch andere Menschen gibt, die Ideen haben, sich vielleicht schon lange Gedanken gemacht haben. Gerade ich bin hier, ich gehöre zum Inventar, sage ich immer, weil ich hier von Anfang an mit dabei war. Ich habe mir natürlich schon zu allen möglichen Gedanken gemacht und auch hier in dem Raum, wo wir sitzen, wie dieser aussehen könnte, wie man diesen gestalten könnte und da hat sich das, was wir hier machen wollen in diesem Raum, hat sich über die Zeit auch gewandelt. Ich bin da auch nicht gegen sowas, wenn jemand damit ankommt, aber ich bitte dann auch, das Verständnis für meine Seite zu haben und das ist dann häufig nicht da und da gibt es dann Konfliktherde und das bereitet mir echt manchmal graue Haare. Das hat auch hier schon zu Unstimmigkeiten innerhalb des Vereins unter Mitgliedern gesorgt, die Herangehensweisen hatten, die so hier nicht funktionieren aus verschiedenen Gründen, die auch aus meiner Perspektive auch in der Logik nicht funktionieren konnten, aber nun.
Sebastian Jetzt ist ja die Frage, bist du hier der Chef oder bist du der erste Vorsitzende, der versucht, die Leute zusammenzubringen? Du musst ja irgendwie beides sein. Ich meine, dafür bist du ja gewählt, auf der einen Seite. Auf der anderen Seite ist es aber auch, nee, wieso? Was hat der denn dazu bestimmen? Also ich glaube, das ist, also ich würde das auch nicht machen wollen, weil das ist so ein Konflikt. Einer muss die Entscheidung treffen, auch die unangenehmen Entscheidungen und auch vertreten und irgendwie muss man ja auch so eine Linie reinbringen und auf der anderen Seite muss man aber auch irgendwie loslassen und delegieren und Verantwortung anderen, überlassen, das fällt mir zum Beispiel naja, was heißt schwer nein, es fällt mir nicht schwer, das Podcast-Subi hat ja den Merch-Shop übrigens, ich hab ihn hiermit mal wieder gedroppt, also da könnt ihr so Kaffeebecher kriegen, einer hat auch eins ein. Also zu sagen, okay, das Podcast, sie ist die Herrin über Pakete, Porto, Versand und Co. und ich bringe den Kram nur am nächsten Morgen zur Post. Ich gebe das geistig auch ab und sage, okay, ich vertraue drauf, man redet mal drüber, man unterstützt sich natürlich gegenseitig, aber Sachen abgeben und nicht kontrollieren vor allem. Ich glaube, das ist auch eine persönliche Herausforderung und du hast ja eh nochmal dieses Mindset, wenn du was willst, dass was gemacht ist, dann machst du dann im Zweifel selber oder lass das andere so machen, wie ich das gerne hätte. Ich glaube, das ist schwer. Und was bringt dir denn, gerade in der Position, was bringt dir der Verein für dich, für deine Entwicklung? Was gibt dir das alles zurück? Weil bisher ist das alles nur Arbeit.
Heiner Das ist Arbeit, die ich irgendwie auch gerne mache. Also ich, wie gesagt, ich mache da schon sehr lange sowas. Ich mag gerne so sowas hochziehen, hier Leben reinbringen. Ich mag das, wenn die Bude hier brummt. Manchmal wird es oder auch zu viel. Wenn es zu viele Leute sind, dann ist das auch anstrengend für mich. Aber ich mag das, wenn es hier läuft und die Leute zufrieden und hier glücklich rein und glücklich rausgehen so ungefähr. Da gibt es mehr viel zurück an Resonanz und wie toll, dass du das ja vorhin erzählt hast, wie positiv die Gemeinschaft ist und wie sie auf Gäste reagiert oder auf gelegentliche Teilnehmer, dass die immer mitgenommen werden. Das finde ich toll und das gibt mir viel und am Ende ist es dann auch ein bisschen, wenn ich was hier mache, dann mache ich das ja auch für mich. Ich mache das ja auch, damit ich diese Spielräume hier nutzen kann und damit ich das hier nutzen, damit ich hier mit Leuten reingehen kann und Spaß haben kann. Und ich weiß, dass ich da hier und da vielleicht spezielle Ansprüche habe, gerade weil ich vielleicht auch etwas eingeschränkt bin. Und wenn ich das dann möchte, dass das in meinem Sinne gemacht wird, dann muss ich es halt selber machen häufig. Das ist eben so. Da muss ich halt selber organisieren. Da muss ich halt zum Beispiel im Flur darauf achten, dass da nicht eine zu breite Couch reinkommt, damit man da gut durchkommt und damit ich nicht allen über die Füße fahre. Und es hat sich gezeigt, dass wenn wir da so ein bisschen drauf achten, auf diese Barrierefreiheit und ich das so ein bisschen durchsetze, dass es dann auch für alle angenehmer ist. Weil gerade zum Beispiel im Salon, also das ist der Hauptraum, der Kernraum des Vereins im Salon, ist in Montan als langer, großer Tisch aufgebaut, so eine lange Tafel, wo alle zusammensitzen, so stammtischmäßig. Dass diese Tische und die Stühle eine gewisse Entfernung von der Wand haben, ist für alle schöner, damit sie durchgehen, damit Bewegung im Raum sein kann und trotzdem irgendwo Gruppen entstehen können, als wenn man es so stellt, dass es eng ist. Also es zeigt sich, dass diese Barrierefreiheit für alle gut ist.
Sebastian Ja, also nichts ist schlimmer, als an einem Tisch zu sitzen und dann zehn, also wenn man mit dem Stuhl, wenn man aufstehen will, dann hat man den Stuhl gleich wieder in die Wand gerammt. Ein bisschen also ich bin ja eh der Mensch, der luftig ich mag, wenn es um Möblierung geht, ich mag immer gerne ein bisschen Platz einfach haben, also Platz und Luft ist gut.
Heiner Aber es zeigt sich, dass wenn wir das ein bisschen, also hier auch berücksichtigt für uns ist das schön, für alle.
Sebastian Heiner, also ich werde heute, ich werde es nicht schaffen dabei zu sein, ich werde schon wieder im Zug sitzen, aber heute um 18 Uhr, das ist in drei Stunden etwa, glaube ich, findet hier ein Stammtisch statt heute. Was muss denn da noch alles passieren? Also bisher ist alles sauber und aufgeräumt, aber wie startet ein Stammtisch? Was steckt dahinter?
Heiner Also wir hier haben ja unseren eigenen Raum, unseren eigenen Kram, das heißt wir müssen auch selber für die Bewertung sorgen, das heißt ich werde so ungefähr eine halbe Stunde oder ein anderer Beauftragter, manchmal machen das, vor allem der Vorstand macht das aktuell, wird dann Kaffee kochen, wir haben eine große Kaffeemaschine, kommen zwei Liter Kaffee raus auf einmal, geht ganz schnell, hat uns sehr komfortabel. Die wir ein paar Tassen hinstellen, Messergabel hinstellen, weil heute Abend wird noch was zu essen gemeinsam bestellt. Also die meisten bestellen noch was, keine Ahnung, beim Italiener oder beim Chinesen oder wo auch immer man gerade...
Sebastian Die bestellen dann gleich bei mehreren oder alle bei einem?
Heiner Alle bei einem in der Regel. Manchmal, wenn wir sehr viele, sind auch bei zweien, weil wenn du 30 Leute hast und dann 15 da und 15 da, das geht für die kleinen Läden besser.
Sebastian Ja, das packen die nicht. Ich habe das auch mal gehabt. Dann kam er zweimal, weil der Bote das nicht alles in ein Auto reingekriegt hat. Das fand ich auch spannend. Naja, okay.
Heiner Aber halt Gabelmesser hinstellen, ein bisschen vorbereiten, Musik anmachen, Licht anmachen. Meistens, also reicht meistens locker eine halbe Stunde, reicht eigentlich ganz gut aus, sich damit zu bemühen.
Sebastian Gut, das ist ja tatsächlich total easy.
Heiner Es war, wo wir hier angefangen sind, war das anders, war das schwieriger. Da haben wir echt, sind wir morgens um 10 oder so oder spätestens um 11 mussten wir hier sein, durch Putzen, Aufräumen, Aufstellen, damit das Café um, das Café Schlagbar um 14 Uhr beginnen kann, das Namens geben. Und dann haben wir dann um 18 Uhr Feierabend gemacht, haben wir noch bis 8 gesessen zum Aufräumen.
Sebastian Was habt ihr umgebaut, damit das geht? Ich wollte nämlich gerade sagen, das ist extrem optimiert.
Heiner Es ist optimiert.
Sebastian Was macht den Unterschied aus?
Heiner Der Unterschied macht aus, dass mittlerweile unsere Räumlichkeiten sind, die wir mieten. Wir können die Spielmöbel und den ganzen Kram so stehen lassen, wo wir ihn stehen gelassen haben. Ich brauche die Spielmöbel.
Sebastian Ach, ihr räumt einfach nicht auf.
Heiner Nein, das stimmt nicht. Aufräumen tun wir schon. Aber wir müssen nicht mehr diese großen Aufräumung betreiben. Wir mussten, bevor wir es noch mit anderen Musikern geteilt haben, mussten wir halt alles, was SM-mäßig ist, an unseren Spielraum schaffen. Braucht halt Zeit, die Spielmöbel alle wegzuräumen und so weiter und so ein bisschen die Spuren zu beseitigen. Und wir mussten für von nach denen, wenn die hier eine Party hatten, mussten wir dann häufig auch nochmal durchlüften und vernünftig aufräumen, damit das hier funktioniert. Weil die haben das nicht nur einmal einen Sauerstall hinterlassen. Da musste man ein bisschen Zeit einplanen. Aber das müssen wir jetzt alles nicht mehr. Jetzt kann ich hier kommen. Ich komme in ein sauberes Vereinsheim. Wir haben eine gewisse Grundsauberkeit immer drin. Und da achten wir auch drauf. Und dann lässt sich das schnell aufbauen und dann abends lässt sich das auch schnell wieder abbauen. Dann einmal alle Hände, viele Hände, viele Hände, schnelles Ende, dann packt jemand mal ein bisschen an, alle bringen ihre Teller weg und so weiter. Eine Spülmaschine läuft und dann, genau, das ist auch neu, eine Spülmaschine, die hatten wir zu Anfang auch noch nicht, die später erst gekommen, das heißt, es musste alles von Hand abgewaschen werden, das dauert natürlich auch und jetzt kannst du eine Spülmaschine stellen, stellst sie an und wenn du das nächste Mal wieder da bist, räumst du sie leer und stellst wieder neu an. Also das sind so Sachen, die haben das hier enorm optimiert und für Stammtische, für unsere regelmäßigen Veranstaltungen reicht so eine halbe Stunde. Wenn wir hier eine Party haben, keine Ahnung, wir haben jetzt hier die Schlag in den Mai, das wird richtig Party mit Catering und so weiter, dann kommt ein Caterer her, der uns Essen bringt und so, dann muss die schon zwei Stunden vorher sein, weil der noch so ein paar mehr Sachen vorbereiten möchte. Das muss man vielleicht noch ein bisschen Licht schön machen, ein bisschen Sachen umstellen, so zwei Stunden einplanen, die man hier braucht.
Sebastian Aber das sind alles Zeiten, das ist ja alles total entspannt. Das läuft.
Heiner Aber dann muss man halt hier mal ordentlich durchputzen, da muss man halt mal einen Tag vor einplanen.
Sebastian Ja klar, also ich meine Grundputz muss einfach mal sein und so, aber das scheint ja wirklich alles zu funktionieren.
Heiner Also toi toi toi, da bin ich auch sehr dankbar an die Vereinsbegleiter. Man muss zwar immer wieder mal ein bisschen hinschieben und daran erinnern, dass das funktioniert, aber insgesamt funktioniert es. Also dass sie ihre Teller selber wegräumen, dass sie wissen, wo eine Spülmaschine ist, dass sie, ihr Geschirr auch teilweise selber holen, wenn keins mehr da ist und so weiter, dass ich nicht, oder wir als Vorstand nicht andauernd uns umgucken müssen, sind noch genug Teller da beim Kaffee oder noch genug Tassen, noch genug Löffel, sondern viele wissen auch wo was zu finden ist und stellen dann auch nicht nur für sich einen Löffel hin, sondern holen auch gleich einen Schwung. Also diese Gemeinschaft, dieses Gemeinschaft miteinander Verein kommt ja von vereint, dass man das zusammen macht.
Sebastian Ja, wo geht die Reise hin?
Heiner Wo geht die Reise hin?
Sebastian Auch für dich persönlich.
Heiner Also, wenn ich meinen Job gut mache, als erster Vorsitzender, dann bin ich irgendwann hier überflüssig.
Sebastian Das wird noch keinem Verein gelungen?
Heiner Das ist bei den Fahrt schon dann ganz gut gelungen, aber die funktionieren ein bisschen anders. Aber wenn ich das hier gut mache, dann werde ich weitgehend überflüssig und bin nicht vom Bedarf und dann finde ich das gut, dann läuft das hier von alleine weitestgehend.
Sebastian Aber dann langweilst du dich doch.
Heiner Ach, da finden sich andere Beschäftigungen, glaube ich.
Sebastian Okay, für welche Beschäftigung hättest du denn gerne noch mehr Zeit?
Heiner Ach, da kann ich mich mehr um Spielpartner und so weiter kümmern. Also, ich habe eine feste Partnerin, Am Anfang sind wir hier sehr oft hergegangen, aktuell mag sie nicht so. Dann habe ich noch eine Spielpartnerin aktuell, mit der ich ein bisschen fester spiele. Dann hat man halt mehr Zeit dafür und dann ist man halt mehr Gast als Gastgeber. Und das ist halt, das ist auch schön. Das ist schön, wenn ich auch woanders bin, dass ich mich nicht um organisatorische Dinge gehöre, sondern mir, sag ich mal, ein bisschen ins Fäustchen lachen kann, wenn ich sehe, haha, jetzt musst du und ich nicht. Das ist ganz nett.
Sebastian Ja, also Gast zu sein das ist nochmal eine andere Geschichte, das stimmt schon Heiner, es gibt ein Ding der Woche, habe ich gehört, Ich bin gespannt.
Heiner Also ich habe hier ein Ding im Ding versprochen.
Sebastian Ich bin sehr gespannt.
Heiner Kann ich eine Geschichte dazu erzählen? Ich habe hier nämlich meinen netten...
Sebastian Ach du großer Gott. Ich stehe mal auf.
Heiner Ein Spielkoffer, der lustigerweise ein Musikkoffer ist.
Sebastian Ein Spielkoffer ist gut.
Heiner Ein Ungetüm von Koffer.
Sebastian Okay, ich weiß, du hast ihn selber hier durch die Gegend geschafft und gefahren. Kann man den im Rollstuhl irgendwo einhaken oder nimmst du den? Oder nimmst du auf den Schoß, ne?
Heiner Ich kann den Schoß nehmen, aber er hat auch Rollen, man kann hier auch fliegen.
Sebastian Das Ding sieht schon ordentlich und schwer aus. So, ich nehme mal das Mikrofonkabel und ziehe das hier so ein bisschen über den Tisch, ohne alles abzuräumen. So, dann komme ich auch hin.
Heiner Also das ist mein Spielkoffer, der ist so ein bisschen legendär hier im Verein, weil ich den gerne bei...
Sebastian Was wiegt denn der?
Heiner Ich habe keine Ahnung. Er ist schwer. Der war auch schon mal schwerer.
Sebastian 25 Kilo, würde ich sagen. Und voll.
Heiner Und bis oben voll mit Fesselzeug, mit Schlagwerkzeugen. Den packe ich gerne aus. Neulinge oder neue Leute, die noch nichts gesehen haben, dazukommen und dann einmal zeigen, das ist ein Seil, das ist eine Fessel.
Sebastian Das ist das Schöne an Dingen der Woche, da darf ich ja selber auch einmal mal reingreifen. Ich greife hier mal irgendwo ran und klappe das mal hier runter. Was haben wir denn da? Okay, allerlei Ketten. Ach hier, Nippelklemmen.
Heiner Das sind auch Nippelspannen, Nippelklemmen, Nervenrad.
Sebastian Okay, da hast du ein Faible für?
Heiner Das benutze ich durchaus gerne. Ich bin ein Sadist, ich habe Spaß, sowas auszuprobieren.
Sebastian Da kann man noch mehr aufmachen. Was kommt denn da hinten noch alles für ein Rad?
Heiner Da ist nur so ein, selbstgebauter, also ich nenne es Pussy Spreader, das ist halt um Schamlippen aus einer Szene.
Sebastian Davon hätte ich gerne ein Bild.
Heiner Um die empfindlichen Stellen besser ranzukommen.
Sebastian Ja, das sehe ich schon. Meine Güte. Also, liebes Publikum, das ist so ein Ring mit 1, 2, 3, 4, 5, 6, hier so Klammern. Marmer.
Heiner Mava-Klemm.
Sebastian Mava-Klemm, okay. Und die kann man dann noch einstellen und justieren. Aua. Oh, das ist lustig, das nehme ich mit. Nein, nehme ich natürlich nicht mit. Und Wäsche klammern. Okay, also sehr viele Dinge, die einfach Aua machen. Was macht der in diesem Koffer nicht Aua? Gibt es auch was Nettes?
Heiner Seile sind doch nett, oder?
Sebastian Ja, die machen doch auch Aua, habe ich gehört. Ja, Seile, eine lustige Farbe. Was ist das hier? Ich überlege, wo man in dem Licht liegt. Das ist so ein Lime-Lemon-Gelb.
Heiner Das ist ein gelb-grün. Das sind relativ alte Bondage-Seile. Merkt ihr auch, wie weich die sind.
Sebastian Die sind schon ordentlich benutzt.
Heiner Sind schon ordentlich benutzt.
Sebastian Mein Gott.
Heiner Ich habe einen Knebel da noch drin und eine Augenbinde. Eine Augenbinde, die macht nicht Dauer hier. Das ist etwas, was nicht Dauer macht.
Sebastian Okay. Aber ansonsten haben wir hier schon...
Heiner Hier ein paar Fesseln, Schlagwerkzeuge on Mast sind da auch nochmal drin in allen Variationen, vor allem Flogger. Also halt bewegliche Sachen.
Sebastian Also einmal die komplette Ausstattung.
Heiner Einmal die komplette Ausstattung. Knebelgeschirr ist das.
Sebastian Also mit dem Sadismus hast du es so ein bisschen.
Heiner Das ist das eigentliche Ding der Woche, was ich dir zeigen wollte. Das ist nämlich das erste Spielgerät, was ich vor vielen, vielen Jahren mal, auf ein bisschen Drängen einer Frau gekauft habe.
Sebastian Okay, liebes Publikum, ihr hört es euch einfach an. Aua, das tut aber weh. Eine kleine Peitsche. Was heißt, so klein ist sie gar nicht? Das ist 80 Zentimeter? Ja, ne? Warum hast du die gekauft? Was ist die Geschichte?
Heiner Also die Geschichte ist, ich hatte noch nix, gar nix von dem, was hier alles ist.
Sebastian Wenn man eine Küche hat, hat man was.
Heiner Ja, also nix an richtigen Sachen. Ich hatte so ein paar Fesselsachen, aber an Flockern und so weiter, an Spiel und Spaß, an Schlagwerkzeugen hatte ich nischt. Also klar, so improvisierte Sachen gehen ja immer. und sie meinte, ja, kauf die doch, kauf und dann war ich hier auf einem großen Mittelalter Festival mit hier. Ist ganz bekannt. Hier in der Region, ist auch überregional, hat das ganz viele Veranstaltungen. Und da war ein Händler, der hat sowas verkauft und die war eigentlich viel, viel, viel zu teuer. Für das, also...
Sebastian Erstmal hast du sie ja gesehen und das ging noch gar nicht um den Preis. Also, da ist so eine Peitsche.
Heiner Sie hat mich so ein bisschen gedrängt und ich dann, ja, komm, ach komm, kaufst du, da kannst du dich viel falsch machen, das ist ein kleiner, leichter Flocker. Ja, aber ziemlich gemein sein kann, haben wir dann später festgestellt. Ich dachte, der taucht ja einfach nur zum Aufwärmen. Und gerade hiermit gelernt, es liegt viel auch am Benutzer, wie man es benutzt. Man kann halt hart und weich zuschlagen. Und der hier ist halt eher für einen scharfen Schmerz. Der floggert gar nicht so richtig, der peitscht mehr. Das ist mehr ein scharfer Schmerz als ein dumpfer Schmerz. Und ja, das ist so das erste Spielgerät, was ich gekauft habe. Und ich habe mich lange geärgert, weil das so teuer war und nicht so toll war, wie ich mir das gedacht habe später. Das hat sich aber mittlerweile gemandelt. Ich habe mich mit dem Spielzeug sozusagen vertragen und finde das mittlerweile eigentlich ganz schön, weil es wunderbar ist im Aufwärmen oder auch für spätere Sachen. Und bin nicht mehr ganz so traurig, dass es für dieses Mittelalter-Festival halt so völlig überteuert war. Also ich habe andere Vlogger da drin, die größer sind und qualitativ etwas hochwertiger vom Gesamtkonstrukt her. die deutlich günstiger waren. Also das hat mich dann lange geärgert, aber darum, Ding der Woche, dieser Vlogger, dieser Kleine taucht immer wieder auf und diese Geschichte kann ich immer wieder gerne erzählen und die Dame, die mich dazu gedrängt hat, ich habe noch heute ab und dann Kontakt zu ihr, ich glaube sie ist aus der Szene raus, aber ich bin mir nicht ganz sicher, ich müsste sie mal fragen, ich schicke ihr dann den Podcast, wenn der fertig ist, kann sie das hören, dann kann sie sagen, oh schön, kann sie sich auch noch dran erinnern, hoffe ich.
Sebastian Man hat so Lieblingsdinger, die man auch nicht aufgeben will, die einfach ewig lang mitgeschleift werden. Ich habe langsam das Problem, dass so teilweise Manschetten, die ich noch im Schrank habe, also ich habe das Gefühl, da löst sich irgendwie der Kleber irgendwo auf, der da noch mit drin ist oder die Nähte lösen sich auf oder irgendwas. Also die Sachen liegen im Schrank und irgendwann sehen sie schäbig aus, aber der Vlogger sieht ja wirklich noch wie neu aus.
Heiner Ja, da muss man sagen, es ist erst tatsächlich besser als ich dachte, auch von der Verarbeitung her und so weiter. Ein wunderbares Teil, also etwas leicht inzwischen dafür, dass ich dann in der Zeit auch festgestellt habe, dass ich doch mehr Sadismus in mir habe als gedacht.
Sebastian Das Publikum, da hätte ich gerne mal Publikumskommentare zur Qualität von Spielgeräten von Mittelaltermärkten. Also bisher, wenn ich da drüber gelaufen bin, dann habe ich immer so gedacht, naja, das wird qualitativ ja nicht so toll sein, das ist ja eher zum schönen Aussehen. Wenn mir da jetzt jemand sagt, nein, nein, da sind die wahren Schätze, dann würde ich es da vielleicht nochmal auf den Versuch ankommen lassen.
Heiner Also meine Erfahrung ist, es ist vor allem teuer dort. Also es gibt Shops, die du wahrscheinlich auch kennst, die qualitativ mindestens gleichwertige Sachen für günstiger abgeben.
Sebastian Gut, aber wenn ich jetzt zum Beispiel unterwegs bin und dann ist da irgendwo ein Mittelaltermarkt und dann ist die Frau nicht nett und ich brauche einen notfallmäßigen Vlogger, dann spielt der Preis ja gar keine Rolle. Hauptsache ist, ich habe das Ding. Es gibt so, du hast eben so ein bisschen mit dem Flocker rumgespielt, da ist mir so ein Satz ins Ohr gekommen, also von mir musst du dich ja nicht rechtfertigen, denn ich mach das eh nicht, aber das heißt ja immer so schön, ein guter Dom probiert alles auch an sich selbst aus. Das ist ja nun relativ sinnlos bei dir, bei allem unterhalb der Gürtellinie.
Heiner Moment, ich nehme, ziehe meinen...
Sebastian Ich gucke mir deine Arme an, wie die aussehen tatsächlich. Also die Frage ist, wie sehr haben dein Rücken und deine Arme und so schon wirklich ersatzweise ordentlich gelitten?
Heiner Ja, haben sie. Also ich habe nahezu alles, außer es ist halt zu lang und ich kriege das nicht entweder an die Innenseite vom Unterarm oder auf den Rücken vernünftig kontrolliert. Das ist halt so eine Sache, man möchte das halt auch kontrolliert machen. Geschlagen, habe ich alles an mir ausprobiert. Nicht so, das heißt nicht ausgeben, ich doch schon intensiv, dass ich merke, wie ich, wenn ich meine Schlagintensität verändere, wie das wirkt auf mich und damit ich dann auch einen Eindruck habe, wie es wirkt auf meinen Partner.
Sebastian Ich wäre es nochmal hin, du hast ganz am Anfang gesagt, ja, also früher, da war so eine Switch-Tendenz, jetzt natürlich nicht mehr. Ist so ein bisschen die Frage, also Switch heißt ja nicht auch unbedingt, Masochist oder Devote, aber an welcher Stelle weichst du doch von dem sadistischen DOM auch ab oder möchtest gerne davon abweichen?
Heiner Oh, also es gibt diese lustigen SM-Tests im Internet, wo man mal so ankreuzen kann, und ich hab bei fast allen irgendwie so 2% oder vielleicht auch mal 10%, je nach Test, wo ich dann irgendwie Devote bin. Aus irgendeinem Grund. Und das ist dann, ich lecke meinen Partner gerne und das ist anscheinend, wenn ich das nicht ankreuze, dann habe ich das nicht. Lustigerweise, solche Praktiken. Oder kuscheln, ich kuschel auch gerne, gerade zum Auffangen, wunderbare Sachen, dass man das gemeinsam miteinander kuschelt, jemanden streichelt, einfach jemanden, die gerne liebt.
Sebastian Das erklärt die Testergebnisse, ja. Und damit auch meine Frage.
Heiner Aber das mache ich halt trotzdem. Das interessiert mich halt nicht, ob andere meinen, dass das jetzt dommig ist oder nicht. Da habe ich sowieso, ist mir egal.
Sebastian Ja, ich glaube, man muss da an solchen Stereotypen auch nicht denken. Ich habe als kleine Referenz, ich habe unter einer der letzten Live-Folgen gesehen, im Grunde muss Dom nur dominanter sein als Sub, damit da ein Machtgefälle ist in die richtige Richtung und alles andere ist Verhandlungssache. Ich finde das gar nicht so schlecht, die Betrachtungsweise. Hui, Heiner, die Uhr rennt tatsächlich jetzt dann doch wieder ein bisschen schneller, als ich es erwartet habe. Ich habe die Shorts schon in der letzten halben Stunde so ein bisschen mit reinintegriert, weil ich hatte gar nicht so viele, weil auch mein Tablet hier heute am Streiken ist. Morgen wird hier ein Windows-Platt gemacht, habe ich mir schon den ganzen Tag über gedacht. Wird das hier mal neu aufsetzen. Hieß aber, es macht heute keinen Spaß mehr Notizen zu machen beim Besprechen. Aber ich habe noch das A- oder B-Spiel und Und diese Tradition musst du über dich ergehen lassen. Ich habe es auch. Ich habe überlegt, wie sehr ich es anpasse an den heutigen Tag und habe nur ein paar Kleinigkeiten für dich verändert. Und ja, die Aufgabe von dir lautet, ich sage dir ein Wortpaar und du entscheidest dich möglichst spontan für das eine oder andere. Und wir probieren es einfach mal. Eule oder Lerche?
Heiner Eule.
Sebastian Konsens oder Risiko?
Heiner Konsens.
Sebastian Erst Fragen oder danach um Verzeihung bitten?
Heiner Erst Fragen.
Sebastian D oder S?
Heiner S.
Sebastian Auf Papier oder auf dem Bildschirm?
Heiner Bildschirm.
Sebastian Sommer oder Winter?
Heiner Sommer.
Sebastian Drinnen oder draußen?
Heiner Na ja, drinnen.
Sebastian Jetzt wenig oder später mehr?
Heiner Später mehr.
Sebastian Fifty Shades oder Geschichte der O?
Heiner Geschichte der O.
Sebastian Buch oder Film?
Heiner Buch.
Sebastian Hardcore oder soft?
Heiner Eher hardcore.
Sebastian Oben oder unten?
Heiner Oben.
Sebastian Motiviert oder gezwungen?
Heiner Motiviert.
Sebastian Unter vier Augen oder mehr?
Heiner Eher unter vier Augen.
Sebastian Safe word oder kein safe word?
Heiner Häufig eher keins.
Sebastian Kekse oder Chips?
Heiner Chips.
Sebastian Aftercare oder auf zu neuen Abenteuern?
Heiner Aftercare.
Sebastian Schriftlich oder mündlich?
Heiner Kann ich auch sowohl, das auch.
Sebastian Nee, das geht nicht.
Heiner Ah, das ist schwer. Ja, dann schriftlich.
Sebastian Kochen oder bestellen?
Heiner Ich bin ein Freund von bestellen.
Sebastian Mehr Salz oder mehr Gewürz?
Heiner Ja, mehr Gewürz.
Sebastian Hund oder Katze?
Heiner Hund.
Sebastian Musik oder Stille?
Heiner Musik.
Sebastian Flogger oder Gärte?
Heiner Flogger.
Sebastian Nie mehr Paddel oder nie mehr Rohrstock?
Heiner Nie mehr Paddel.
Sebastian Wasser oder Strom?
Heiner Strom.
Sebastian Halsband oder Halsreif?
Heiner Halsband.
Sebastian Wasser oder Wein?
Heiner Nein.
Sebastian Ansprüche stellen oder befriedigen?
Heiner Befriedigen.
Sebastian Sharing is caring oder meins ist meins?
Heiner Ach, das kann ich nicht beantworten. Meins ist meins.
Sebastian Okay.
Heiner Ja, ich bin auch ein großer Freund von sharing is caring, aber nicht im Bittes im Kontext.
Sebastian Belohnung oder Strafe?
Heiner Belohnung.
Sebastian Lob oder Tadel?
Heiner Lob.
Sebastian Vorstand oder Mitglied?
Heiner Ja, Vorstand.
Sebastian Wählen oder wählen lassen?
Heiner Wählen.
Sebastian Material, Schlacht oder Minimalismus?
Heiner Material, Schlacht.
Sebastian Nie mehr Bondage oder nie mehr Spanking?
Heiner Nie mehr Spanking.
Sebastian Ach was, interessant. Gut vorbereitet oder spontan?
Heiner Eher spontan.
Sebastian Willkür oder geplant?
Heiner Eher Willkür.
Sebastian Chatten oder anrufen?
Heiner Anrufen.
Sebastian Anrufen oder Sprachnachrichten?
Heiner Anrufen.
Sebastian Akku immer voll oder Powerbank immer dabei?
Heiner Akku immer voll und Powerbank immer dabei.
Sebastian Ich lasse das mal gelten. Lack oder Leder?
Heiner Leder.
Sebastian Leder oder Latex?
Heiner Leder.
Sebastian Latex oder Stoff?
Heiner Stoff.
Sebastian Was haben wir noch nicht? Lack oder Latex? Lack. Okay. Autobahn oder Landschaft genießen?
Heiner Autobahn.
Sebastian Regeln einhalten oder Regeln dehnen?
Heiner Regeln dehnen.
Sebastian Moral oder Unvernunft?
Heiner Eher Moral.
Sebastian Uh, da bist du einer von ganz wenigen, die da Moral sagt.
Heiner Ja, weiß ich nicht. Ich bin ein sehr moralischer Mensch.
Sebastian Sehr gut, du steh dazu, um Gottes Willen, das macht dich.
Heiner Ich hab mich sehr schwer damit getan, Frauen zu Anfang zu hauen oder beim Partner zu Anfang zu hauen. Das war eine Überwindung.
Sebastian Irgendwann wirst du da aus voller Überzeugung Unvernunft sagen wollen und können. Heiner, hui. Ich habe mich auf die Folge versucht vorzubereiten, aber mir fehlte ein bisschen Horizont. Ich habe nichts anderes erwartet als dich, so wie du jetzt hier eigentlich drauf bist, aber ich habe erwartet, dass du die Kompliziertheit deutlich mehr hervorhebst. Und ich sehe einfach, du suchst Lösungen und du findest einen Weg und wenn da was im Weg steht, dann schiebst du es halt an die Seite oder lässt halt nicht zu, dass die Couch dahin kommt. Ich bedanke mich ganz herzlich für deine Geduld mit mir, dass ich jede blöde Frage stellen dürfte und ich habe eine Menge blöde Fragen gestellt und blöde Unterstellungen gemacht. Ich glaube, das gehört einfach dazu und ich gehe mal davon aus, vielen Menschen im Publikum wird es da ähnlich wie mir gehen. Das heißt, ich lasse alle für mich peinlichen Momente mal drin. Damit es einfach normal ist, dass bunt eben nicht nur bedeutet bunt und gesund, sondern dass man auch wirklich sagen kann, okay, nein, wo Menschen integriert werden können und wollen. Da können wir sie integrieren und da, wo sie wirken wollen und vorgeben wollen und leisten wollen und können und Verantwortung übernehmen, da lassen wir sie, weil sie können es genauso gut und da gibt es eigentlich keinen Unterschied, den man machen müsste. Deshalb finde ich das überhaupt gar nicht so eine Sensation, dass du ja den Vorstand machst, aber ich finde es total großartig, dass du es tust, weil das einfach eine Menge Arbeit bedeutet. Ich überlasse dir das letzte Wort in dieser Folge. Du kannst einfach noch ein bisschen sprechen, liebes Publikum. Ich verabschiede mich schon. Kunstderundfunk.de ist die Webseite. Da findet ihr diese Folge. Bilder in den Show Notes zum Beispiel auch vom Ding der Woche. Und Kontakt zu Heiner findet ihr auch. Und auch den Link natürlich zum, Weser zum Schlag bei Weser MCV. Jetzt habe ich es bald. Hier steht es auch nirgendwo in der Wand, der Name ist fürchterlich.
Heiner Nicht so.
Sebastian Nee, es steht, du müsstest dich jetzt umdrehen, damit ich es von dir ablesen kann. Hier haben wir ein paar Flyer mit. Vielen, vielen Dank für deine Zeit und ja, der Rest der Sendung gehört dir.
Heiner Ja, ich möchte mich bedanken, dass das nach einem Jahr grob geklappt hat mit dem Podcast. Wir haben da ja lange hin und her geschrieben. Es ist schön, hier mit dir zu sitzen. Es war bislang eine sehr angenehme Zeit. Ich muss nochmal Werbung für unseren Verein machen. Also kommt gerne auf Schlag.bar. Also das ist die Internet- Perresse. Also wirklich schlag.bar, also anstatt de bar. Und da findet ihr alle Informationen zu unserem Verein, die man so bräuchte. Also wann Veranstaltungen sind, wo die sind. Ja, ein paar Nebeninformationen und so. Da findet man sie schon zurecht. Und ansonsten ja, zu mir, wie gesagt, ich habe einen Rollstuhl, ich bin nicht der Rollstuhl. Der Satz begleitet mich schon sehr lange und ich Ich höre immer wieder von Leuten, ja, du nimmst deine Behinderung selber nicht so ernst, dass andere es müssten. Und ich glaube, das Gefühl gebe ich den meisten auch gerne und gut, weil... Ich möchte euch gerne aufrufen, euch zu engagieren in Vereinen, in ehrenamtlichen Organisationen. Die haben es alle nötig. Beschäftigt euch ein bisschen mit deren Strukturen. Die suchen alle Helfer. Und ja, zu mir, wo ihr mich findet, wisst ihr ja nun. Und ich schätze mal, mein Profil wird auch irgendwie verlinkt oder so.
Sebastian Ja, selbstverständlich, selbstverständlich. Gunster und Vernunft.de, da gibt es alles von dir und auch wie man dich kriegt, legen wir da alles natürlich an.
Heiner Also könnt ihr alle Fragen stellen. Es gibt keine dummen Fragen. Und wenn ich nicht antworten möchte, werdet ihr das schon merken.
Sebastian Okay, mach's gut. Tschüss.

Kommentare & Fragen

21.04.26
turdus

Eine schöne Folge - und schön zu hören, dass Umgang mit Behinderung zumindest in deiner Umgebung so wenig ein Thema und so völlig selbstverständlich ist.

Ich musste zwischendurch ein paarmal kichern - man hört doch regelmäßig das Pfadfinder-Mindset raus, was auch wiederum sehr schön ist. Spätestens bei der Formulierung "Ich hab meinen Job gut gemacht wenn ich mich selbst überflüssig gemacht habe" dachte ich "Ah, die Jobbeschreibung des Roverleiters." Ich vermute mal wir sind im selben Verein...

Danke für eine sehr kurzweilige Folge, man konnte euch beiden gut zuhören.

Heiner
22.04.26
Vielen Dank dir für deinen schönen Kommentar!

Ja, das Thema Behinderung ist in meinem Umfeld zum Glück oft ziemlich selbstverständlich – genau so, wie es eigentlich sein sollte.

Und das mit dem Pfadfinder-Mindset… erwischt 😄
Das prägt einen doch mehr, als man vielleicht denkt – und manche Dinge bleiben einfach hängen.

Der Spruch gilt mindestens für die großen Verbände im Ring, und international gibt es ihn wohl auch. Angeblich geht er sogar auf BiPi selbst zurück.

Freut mich auf jeden Fall sehr, dass dir die Folge gefallen hat und du gut zuhören konntest!

Liebe Grüße
Heiner
20.04.26
dini_dark.7.0

Eine sehr starke Podcast-Folge. Besonders bemerkenswert empfinde ich Heiners Optimismus und seine Stärke. Für mich als ebenfalls sehr optimistischer und lebensbejaender (schreibt man das so?) Mensch sehr sympathisch.
Heiners Devise "immer auf alles vorbereitet zu sein", was er aus der Zeit der Pfadfinder verinnerlicht hat, hat ihm ja sogar spontane Spielgelegenheiten und Sessions ermöglicht. Sehr gut. Ich musste sehr schmunzeln. Trotz schwerer und schicksalhafter Thematik bringt diese offene und ehrliche Folge sehr viel Positives mit sich. Das liegt sicherlich auch an Heiners aufgeschlossener Art über seinen persönlichen BDSM zu sprechen und die Dinge auch beim Namen zu nennen.
Sebastian Stix gab auch ehrlich zu verstehen, dass ihm manchmal die richtigen Worte fehlen oder er im Gespräch etwas verunsichert war. Ich konnte die Zögerlichkeit gut nachempfinden, da ich für mich zugeben muss, im Umgang mit Behinderung irgendwie immer unsicher und hilflos zu sein. Eigentlich völlig sinnlos, denn offenbar weiß das Gegenüber meist, wie solche Situationen richtig aufgelockert und gelenkt werden können. So wirkt es zumindest bei Heiner.
Beinahe neidvoll blicke ich auf die Angebote und Aktionen der "Schlagbar". Wow.
Der Podcast mit seinen Gästen, Themen und Folgen ist einfach immer wieder grandios und bereichernd, vielen Dank dafür.
Lg dini_dark.7.0

Heiner
21.04.26
Es freut mich sehr, dass du so viel Positives aus der Folge mitnehmen konntest und dass mein Umgang damit bei dir so ankommt. Gerade dieses „einfach offen damit umgehen“ nimmt oft vielen die Unsicherheit – und genau das hast du ja auch schön beschrieben.

Dass du dich in manchen Situationen unsicher fühlst, ist übrigens gar nicht so ungewöhnlich. Wichtig ist am Ende eher, wie man miteinander umgeht – und da hilft Offenheit meistens mehr als Perfektion.

Und danke auch für die lieben Worte zur Schlagbar – das bedeutet mir wirklich viel!

Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Lebensfreude und vielleicht ja auch die ein oder andere spontane Gelegenheit zum Schmunzeln 😉
19.04.26
Sub

Lieber Heiner,

es war toll Deine Folge anzuhören und auch, wie Du mit Deiner Situation umgehst und auch Dein Spruch "Du bist nicht der Rollstuhl" finde ich super.

Wie Du aus unseren Folgen gehört hast, sind wir im Quälgeist Berlin e.V. aktiv, wir bauen als Verein extra einen Aufzug um unsere Vereinräume barrierefrei zu bekommen (zumindest die untere Ebene). Wer Infos dazu haben will oder gar bereit ist einen kleinen Obelus zu spenden kann dies unter

quaelgeist.sm/neuigkeiten-zum-aufzug-die-planung-steht/

tun. Ich bzw. wir finden es wichtig, dass Menschen wie Heiner genau wie geschildert ihren BDSM ausleben können. Einen Parkplatz für Rollifahrer gibt es übrigens auch vor dem Haus.

Nun zu Deinem Thema mit Bullwhip: es gibt einen Rollifahrer bei uns im Verein der genau das Thema Bullwhip für sich gefunden hat. Der Devote ist meist an unserem Fischernetz stehend oder wird von anderen dort fixiert und der Dominate im Rolli "parkt" in geeignetem Abstand dahinter und es ist faszinierend zu sehen wie präzise er die Hits verteilt und Muster auf den Rücken zaubert. Teste es aus, wobei mit Bullwhip defintiv üben üben üben erforderlich ist.

Du spracht von der Passion, gibt gibt Conny von BBWhips immer tolle Workshops zum Thema Bullwhip, vielleicht bist Du dieses Jahr dort - kann ich nur empfehlen und haben wir auch besucht.

Die Webseite Deines Vereins muss ich mir noch ansehen.

Mach also weiter und genieße Deinen BDSM.

Sub (von Dom-mit-Sub)

Heiner
21.04.26
Vielen Dank für deine lieben Worte und euren ausführlichen Kommentar!

Es freut mich sehr zu hören, dass ihr euch beim Quälgeist Berlin e.V. so stark für Barrierefreiheit einsetzt – das ist alles andere als selbstverständlich und ein wirklich wichtiger Schritt. Gerade solche Initiativen machen am Ende den Unterschied.

Bei uns fehlt im Grunde „nur“ noch ein barrierefreies WC, dann wären wir wirklich komplett barrierefrei. Aber hier auf dem Land wird das leider noch etwas dauern – bis dahin müssen wir mit Übergangslösungen arbeiten. In Berlin hat man natürlich ganz andere Möglichkeiten, einfach weil mehr Menschen da sind. Aber für das, was uns hier zur Verfügung steht, haben wir schon wirklich viel geschafft.

Das Beispiel mit dem Bullwhip klingt total spannend und beeindruckend. Genau solche Erfahrungen zeigen ja, dass oft viel mehr möglich ist, als man im ersten Moment denkt – mit Übung, Kreativität und dem richtigen Setting.

Und danke auch für den Tipp mit den Workshops, das behalte ich definitiv im Hinterkopf!

Ich wünsche euch weiterhin ganz viele tolle Momente im Verein und beim gemeinsamen Ausleben eurer Passion.
18.04.26
Zora

Hi! Vielen Dank für die tolle Folge. Bin selbst seit einigen Jahren Sub und mein Dom hat ebenso einen Rollstuhl, er ist fast ab dem selben Wirbel abwärts vollständig gelähmt. Ich hab ihn bzw. uns ganz vielem von dem, was du erzählt hast, wieder erkannt. Besonders spannend fand ich, als du vom Dom-Space und dem "Mitfliegen" gesprochen hast. Das ist tatsächlich auch etwas, was er bzw. wir ähnlich spüren. Ich wünsche dir richtig viele wunderschöne Erfahrungen in Zukunft, ganz viel Fliegen und Genießen. 😊
LG, Zora

Heiner
18.04.26
vielen Dank dir für deine lieben Worte!

Es ist total schön zu hören, dass ihr euch in so vielem wiedergefunden habt. Gerade dieses „Mitfliegen“ bzw. der Dom-Space ist etwas sehr Besonderes – umso spannender, dass ihr das ähnlich erlebt.

Ich wünsche euch beiden ebenfalls ganz viele intensive, schöne Momente, viel Vertrauen und natürlich ganz viel gemeinsames Fliegen und Genießen 😊

LG
16.04.26
One_4_Passion

Oh man das Thema ist hart, erstmal Hut ab, wie du damit umgehst. So Schicksale sind echt hart, ich könnte damit nicht umgehen.
Das ist echt ein zwiespaltiges Schwert.
Sagst du es nicht fühlt man sich ggf übergangen und irgendwie als Lüge begonnen. Sagst du es nicht, bekommst du Ablehnung oftmals. Andererseits gibt es Menschen, die damit nur schwer umgehen können, ob durch Unwissen, Unsicherheit oder Eigenverantwortung. Du weißt nicht was es mit Menschen macht, und der ein oder andere möchte vielleicht die Verantwortung und Konsequenzen nicht, was irgendwie auch verständlich ist, andererseits geben sie dir keine Chance, aber am Ende aus Mitleid oder nicht enttäuschen zu wollenbringt fir auch nichts. Da kann man es gefühlt nzr falsch machen. So, ich höre jetzt den restlichen dreiviertel Teil. Unter Hochachtung
Lg

Heiner
18.04.26
Danke dir für deinen ausführlichen Kommentar!

Ich glaube allerdings, dass du das Ganze ein Stück weit zu verkopft siehst. Am Ende weiß man vorher nie, wie man mit belastenden oder extremen Situationen wirklich umgeht – das zeigt sich immer erst, wenn man mittendrin ist. Ich hätte mir das vor über 20 Jahren jedenfalls auch nicht vorstellen können.

Und für mich ist wichtig: Ich bin nicht „der Rollstuhl“, ich habe ihn einfach nur dabei. Ich lebe mein Leben – mit allem, was dazugehört 😊
Und der Rest muss dann schauen, wie er mit mir klarkommt.
14.04.26
Poseoraction

Zum Thema Bullwhips: Es ist theoretisch wie praktisch kein Problem damit im Sitzen zu spielen. Kurze Snakewhips spiele ich zum Teil rein aus dem Handgelenk. Und selbst mit langen Bullwhips kann man im directplay die Whips durch die zweite Hand vor dem Oberkörper führen wie auch überkopf spielen und auch wrappen, das Gegenüber umschlingen. Da braucht man so oder so Platz um sich herum. Probiere es einfach mit 2 ft langen Whips mal aus und arbeite dich hin zu längeren.

Heiner
15.04.26
Danke für die Tipps!

Ich muss es am Ende wohl selbst ausprobieren. Grundsätzlich habe ich großen Respekt vor diesen Peitschen, aber ich werde sicher noch eine Möglichkeit finden 😊
14.04.26
Ehesklave

Eine klasse Folge, ich finde sie sehr gelungen und großartig. Ich hoffe sehr, das sie vielen Mut macht, aus vermeintlich widrigen Umständen am Ende doch positiv wieder hervor zu kommen. Und den Verein kann ich auch nur jedem wärmstens empfehlen, da mal vorbei zu gucken. Meine Herrin und ich haben dort auch eine Heimat gefunden, um BDSM frei auszuleben.

Heiner
15.04.26
Danke, das ist lieb von dir!
14.04.26
Iliand

Das Design deiner Räder am Rollstuhl ist ja großartig, ich finde die sehr gut. Wurdest du schon in der Öffentlichkeit darauf angesprochen? Ansonsten großartige Folge, du bist ein toller Mensch.

Heiner
15.04.26
Danke dir, das freut mich sehr!

Ich werde tatsächlich regelmäßig darauf angesprochen, wenn ich die Räder am Rolli habe – auf Festivals, in Clubs oder auch einfach so in der Stadt.

Die Herstellerfirma Ferime GOLZ-AV gibt es leider wohl nicht mehr. Insofern habe ich jetzt wohl ein echtes Unikat 😊
13.04.26
Luzifer Woff

Die Fotos das Vereinslokas sind ja Gossartig ! Da kann man ja nur neidisch werden 😅🙈

Heiner
13.04.26
Vielen lieben Dank für das schöne Kompliment, das freut uns wirklich sehr! 😊
Ich habe dein Lob auch direkt an die Fotografin weitergegeben – sie hat sich riesig darüber gefreut. 🙌

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