Coverbild Unvernunft Live 170 - Gesellschaft - Wer weiß was

Unvernunft Live 170 - Gesellschaft - Wer weiß was

Freunde, Verein, Familie, Nachbarn

09.03.26
02:06
4.954
312
798
Cover Unvernunft Live 170 - Gesellschaft - Wer weiß was

Episodenblog

Wird geladen...
Freunde, Verein, Familie, Nachbarn

Unvernunft Live

Auf kunstDerUnvernunft.live gibt es den Livestream & Chat und hier nun das Ergebnis für alle, die nicht dabei sein konnten und können.

Theme heute: Gesellschaft: Freunde, Verein, Familie & Nachbarn

Wir bewegen uns im Leben mit Familie, Freunden, Bekannten oder in Gruppen wie Vereinen. Wie sehr outen wir uns dort? Was zeigen wir, verstecken wir, wo wird es problematisch und was trauen wir den Leuten zu?

Diese Folge wird unterstützt von:

Erwähnte Leute aus der Hall of Fame

Birkenaufguss SeilMichAn Borsäure Hyazinth Curio_ friendlyandmore LAX Miststück meines Herrn Aveline Migasch crunch Poggie / KinkyPond NachtalbRigger Taranis & Inanna initium novum Fernando ayudo Sub Ms. Iveness

Kapitelmarken

00:00:00
Intro
00:00:18
Begrüßung
00:01:28
Rückblick zu Dominanz
00:02:37
Dies und das
00:04:18
Anleitung Live
00:05:33
Thema: Gesellschaft
00:08:15
3,5 Milionen Download
00:08:40
Stix' Privatleben
00:09:21
Anrufer Sascha
00:21:26
Anruferin lille_tøsen
00:29:41
Anrufer Der Tischler
00:40:13
Anrufer Alex
00:48:41
Anrufer Ehesklave
01:02:47
Anruferin Bratmission
01:12:45
Anrufer Turdus
01:24:45
Anruferin Meermaid
01:34:40
Anruferin Lady Luxuria
01:44:26
Einspieler monsti
01:46:42
Einspieler Etarag
01:49:48
Fazit
01:51:24
Die Schätzfrage
01:53:09
Die Hall of Fame
01:57:22
Statement: KI-Bilder
02:03:03
Vorschau
02:04:57
Verabschiedung
Das Transcript wurde automatisch erzeugt und kann Fehler enthalten.
Sebastian Hallo und herzlich willkommen zur Unvernunft live am Donnerstagabend. Herzlich willkommen am 5.3.2026 zur Live-Folge Nummer 170. Irgendwann werden wir auch nochmal die 200 erreichen. Wahnsinn. Und ja, ihr Lieben, der Tonmeister ist heute nicht direkt da, zumindest jetzt nicht. Das heißt, wenn ihr mir gerade zuhört im Chat und ich bin viel zu laut oder viel zu leise, dann sagt mir gerne Bescheid. Wobei, jetzt tippt er sogar. Unfassbar ist er doch da. Ah, ich weiß es nicht. Ich begrüße ganz herzlich links neben mir das Podcast-Subi. Juhu. Und die Packung Kekse, die ich mir gerade hingelegt habe. Ich weiß nicht, was ich mir dabei gedacht habe. Und natürlich ganz, ganz lieb alle Menschen im Chat, alle Menschen, die zuhören. Liebes Publikum, schön, dass ihr da seid. Dass ihr nach dem Event vor zwei Wochen wiedergekommen seid. Dazu gibt es gleich noch ein paar Worte. Und ja, das hier ist die Unvernunft live. Also wir nehmen hier einen Live-Podcast auf für die Menschen, die das erste Mal dabei sind. Wahrscheinlich ist niemand das erste Mal dabei und ja, wir sprechen heute zu einem Thema, das werde ich gleich vorstellen und dann kann man hier anrufen. So, machen wir erstmal einen kleinen Rückblick. Vor zwei Wochen hatten wir das Thema eigentlich Dominanzlernen und das Thema hat sich anders entwickelt und das hat, ja ein Shitstorm würde ich nicht sagen, aber das ging auf jeden Fall gut auseinander, die Meinung und da gab es auch viel Diskussionsbedarf nach der Folge. Die Kommentarspalte ist ordentlich gefüllt. Ich habe ganz viele Nachrichten bekommen. Ich finde das gut. Diskurs ist toll. Man muss nicht immer alles gleich sehen und ich finde das in Ordnung. Allerdings sehe ich da noch mehr Diskussionsbedarf und deshalb lade ich euch jetzt schon mal ein, ihr Lieben, und sage das auch gerne weiter an alle Menschen, die da sagen, ich hätte dazu gern was gesagt. In zwei Wochen machen wir einen freien Themenabend, quasi am Abend bevor wir hin oder abgehen und an dem, da ist dann ganz viel Platz, um darüber nochmal zu sprechen. Heute machen wir das nicht, ich gucke mir das jetzt noch ein bisschen an und werde das noch so ein bisschen auseinander kondensieren lassen und in zwei Wochen beim freien Themenabend, da werden wir dann über alles sprechen, was da noch hinten mit dran hängt. Jetzt geht mein Kalender nicht unter Windows, das ist ja wieder super, ich gucke mal in meinen richtigen Kalender, was ist denn heute, ist der fünfte, also am 19. Müsste das soweit sein, am 19.03. um 20.30 Uhr, da werde ich das Thema nochmal aufgreifen, den freien Themenabend habe ich auch genau deswegen terminiert, damit wir darüber auch nochmal in Ruhe sprechen können. So entwickelt sich das eben manchmal und ich persönlich finde, ich bin zu laut, aber gut, müssen wir mal gucken. Ich habe nämlich hier mein komplettes Windows und alles neu installiert und man glaubt gar nicht, wie lang man dran sitzt, bis diese ganzen Audio-Tools wieder aktiviert sind, denn die wollen immer nicht. Da muss man auf dem alten PC alles deaktivieren, damit die Lizenz geht und da gibt es eine Million Einstellungen. Aber jetzt ist wieder alles schön schnell. So, das nur ganz kurz dazu. Okay, so, dann haben wir zwei kleine technische Updates für die Menschen, die live dabei sind. Ich habe ganz oft gehört, oh, das Chatfenster ist so klein. Es ist jetzt nur ganz dezent, aber ihr findet jetzt unter dem Senden-Button so einen ganz kleinen Anfasser und wenn ihr mit der Maus darüber geht, dann könnt ihr den verschieben und den Chat größer und kleiner machen. Also, da habt ihr jetzt eine Möglichkeit, das ein bisschen anzupassen. Mal gucken, ob das klappt. Wenn es schief geht, einfach Fenster neu laden, dann ist es wieder auf Default. So, und Johanny B. ist der Mann, ich lispelte. Das kann tatsächlich ein bisschen sein, aber dann ist das jetzt so, ne? Ich kann es nicht ändern. So, Thalasar ist schon begeistert. Hervorragend. Und das zweite Feature ist eine Umfragefunktion. Die werden wir heute Abend auch mal ein bisschen mehr ausprobieren, als wir es dann in Zukunft machen. Das Podcast-Subi kann euch jetzt also Umfragen reinwerfen. Da bin ich sehr gespannt. Ich habe also fleißig gebastelt, denn ich musste ja neue Dinge ausprobieren. Ich habe auch nebenbei das Dashboard des Podcast-Subis kaputt gemacht. Das musste ich gerade noch reparieren, aber das tut jetzt auch wieder. Aber wir wollen ja hier über BDSM und Kink reden und nicht über das Stixens IT. Und deshalb würde ich sagen, ihr kriegt eine kleine Anleitung für die Live-Sendung, wenn ihr das erste Mal dabei seid. Es funktioniert nämlich so. Ich werde jetzt hier kurz das Thema vorstellen. Und dann mache ich die Telefonleitung an. Das heißt, ihr könnt hier anrufen. Wir haben übrigens noch nicht getestet, ob die auch funktioniert. Ich hoffe es mal. Und dann könnt ihr anrufen, könnt euch melden mit einem Namen eurer Wahl tatsächlich und dann sprechen wir über das Thema. Jede Meinung ist erlaubt, ob, Ja, also in welche Richtung auch immer und ja, es funktioniert nicht ohne euch. Also wenn hier niemand anruft, dann wird das einfach eine sehr kurze Sendung. Das Problem hatten wir in letzter Zeit nicht und ja, ich möchte gern euren Input haben, mit euch darüber sprechen, was sagt ihr dazu, welche Erfahrungen habt ihr gemacht und ganz ehrlich, ich bin total nett und lieb und werde euch nicht in die Pfanne hauen. Traut euch da ruhig, das ist gar kein Problem und wenn ihr bis morgen Mittag dann merkt oh Gottes willen, das konnte ich doch nicht sagen das geht gar nicht, kann damit nicht leben dann meldet euch bitte bei mir und dann werden wir dann nochmal an der Folge feilen das ist ausnahmsweise natürlich möglich, gut, das war die kurze Anleitung Telefonnummer zeigt euch das Podcast so wie gleich, nachdem ich das Thema vorgestellt habe zwei Einspiele habe ich auch noch die Schätzfrage machen wir nachher noch ach da passiert so viel. Und ja, das dies und das Feld ist heute auch richtig voll, mein Gott. So, aber jetzt erstmal das Thema. Also, das Thema lautet, Kapitelmark gesetzen, das Thema lautet Gesellschaft, Freunde, Verein, Familie und vielleicht auch die Nachbarn. Wir sind kinky und ja, das ist schöner in Gesellschaft, wenn man das nicht allein sein muss. Zu Hause und auf Stammtischen, auf Partys, da können wir echt einiges wagen. Da können wir rumlaufen, wie wir wollen, da können wir zeigen, wie wir drauf sind. Freier Bereich, freier Raum, wunderbar. Im Beruf hat Kink und die Symbolik dahinter erst mal oder fast immer nichts zu tun. Es gibt ganz Mutige, die zeigen vielleicht das eine oder andere Symbol, aber über Beruf sprechen wir heute tatsächlich nicht. Es gibt aber dann noch so eine Zeit zwischen ich sitze zu Hause oder bin irgendwie kinky unterwegs und ich bin auf Arbeit, nämlich das Privatleben. Das soll es auch geben. Die Zeit, die wir mit Leuten verbringen, die uns nicht bezahlen und mit denen wir ja bestenfalls gerne Zeit verbringen. Freunde, Familie, Verein, Freizeitaktivitäten. Was ist denn mit dieser Zeit? Ich meine, BDSM ist Teil unserer Persönlichkeit und mehr als nur so eine Schlafzimmerangelegenheit. Und sind wir da jetzt brav, angepasst und artig und vor allem auch unauffällig? Und da darf es dann doch ein bisschen mehr Symbolik sein. Zeigen wir den Ring der Ohr, ein Halsband, die Lederhose, das Korsett auf der Familienfeier. Was wollen wir zeigen und warum wollen wir das überhaupt? Dann können wir noch einen Schritt weiter gehen. Was dürfen denn diese Leute wissen? Also wer darf mehr wissen? Ihr müsst ja euch nicht gleich und voll outen, aber man kann ja schon sagen, das finde ich gar nicht so schlecht oder spannend oder ich habe vielleicht ein Faible für Latex. Oder diese Shibari-Seilkunst, das finde ich eigentlich auch ganz schön. Also man kann ja mit Leuten darüber reden, ohne ihnen gleich zu sagen, hey Leute hier, ich mache übrigens SM und das mache ich ganz viel, weil man möchte sich ja doch, wenn man mit Leuten Zeit verbringt, gerade freizeitmäßig, irgendwann doch ein bisschen ja vielleicht auch erklären und mal reinschauen lassen. Ihr habt also tausend Fragen. Wo, wer, was, was traut ihr eurer Gesellschaft zu? Was traut ihr eurer Bubble zu? Und was mutet ihr denen auch zu? Oder muss eben BDSM komplett unsichtbar bleiben und es darf niemand auch nur irgendwas ahnen? Auch das kann und wird es ja geben. Und über all das möchte ich heute mit euch sprechen. So, das war die Einleitung und jetzt bitte ich das Podcast sowie die Telefonleitung einmal freizumachen und vor allem im Chat zu erwähnen, dass es die gibt. Ich sage mal die Telefonnummer 05101 911 8952. Die könnt ihr wählen. Ich hoffe, es funktioniert. Getestet haben wir es nicht. Und dann können wir ein bisschen sprechen. Ja, was kann ich erzählen, bis es hier klingelt? Erstmal eine Kleinigkeit zu feiern. Juhu. Seitdem es diesen Podcast gibt, haben 3,5 Millionen Menschen Podcast-Folgen gehört. Die Marke ist endlich erreicht. Juhu, Jubel. Das muss letzte Woche irgendwann passiert sein. Und ja, dass ich den PC hier neu installiert habe, das wisst ihr ja schon. Wie gesagt, ein Massaker, ein fürchterliches Massaker. Und ansonsten, wie halte ich es eigentlich? Haben wir eigentlich noch ein Privatleben mit nicht kinky Menschen? Nachdem ich die Verwandtschaft auch noch eingeweiht habe, ist es da nicht mehr so viel. Ich glaube, im Grunde weiß eigentlich jeder Bescheid. Nicht jeder, aber doch eigentlich die meisten, aber ja, ich überlege gerade wo haben wir mit Menschen zu tun, die nicht kinky drauf sind das ist gar nicht mehr so viel, irgendwie haben wir uns da die Bubble zusammengebaut und als hätte ich es gesagt es klingelt hervorragend, Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich?
AnruferIn Hier ist schon wieder der Sascha. Ich dachte, wenn jetzt keiner anruft, spreche ich mal das Eis. Auch wenn ich jetzt schon in der letzten Sendung auch drin war.
Sebastian Ja, brich mal das Eis. Ich bin gespannt.
AnruferIn Ja, also das lief bei mir so folgendermaßen. Ich habe mich ja 2019, wollte ich die ersten Dinge machen mit anderen Menschen und habe mich dann meinem besten Freund und der Ex-Freundin meines Vaters geoutet, die auch so ein bisschen alternativ war, wo ich dachte, ja, da kann ich halt zumindest mal erzählen, dass ich auf so Dinge stehe und so. Und mein guten Freund war ja dann mein erstes Cover dann tatsächlich auch. Und deswegen war das halt dann so ein bisschen, vorher habe ich mich das immer nicht getraut und wollte ja auch eigentlich, habe ich mir mal gedacht, was sollen die über mich denken, meine guten Kumpels, wenn ich so eine Dinge erzählen würde, dass ich sowas gerne mache und so. Aber naja, über das bin ich ja schon hinweg. Und dadurch, dass ich das quasi für mich gefunden habe, habe ich halt auch gesagt, dass ich damit jetzt auch generell offener umgehe Also meine ganze Familie weiß es praktisch und Freunde, teilweise auch Arbeitskollegen, aber gut, Arbeitskollegen sollten ja außen vor bleiben jetzt bei diesem Thema, dass ich das mal erwähne irgendwie oder so, dass ich auch, ja, und Ring der O trage ich auch. Ich trage generell viel Schmuck, da ist dann aber halt auch ein Ring der O dabei. Und ja, genau, so viel erstmal. das.
Sebastian Okay, warum möchtest du das Leuten zeigen oder erzählen? Man könnte es ja auch einfach lassen, dann kommt man nicht in Schwierigkeiten.
AnruferIn Ja, naja, ich glaube, das ist einfach so ein bisschen ausprobieren, so die, ich sag mal, die es darauf ankommen lassen, wie die Personen dann darauf reagieren und weil ich einfach, Mir geht es halt auch irgendwie viel besser damit, dass ich jetzt sagen kann, ja, ich bin halt so und dass ich dazu zu mir selbst besser stehe quasi. Vorher gab es ja diesen Konflikt halt, ich will eigentlich nicht so sein. Und jetzt gibt es halt dieses, ja, ich bin so und ich genieße es und es macht mir Spaß.
Sebastian Ja, finde ich total gut. Wie haben denn die Leute insgesamt reagiert? Also erst mal, wie viele Leute verstehen was oder kriegen es mit und wie reagieren die dann? Sind die eher höflich, erschüttert oder wissen die gleich Bescheid?
AnruferIn Es ist irgendwie, es ist unterschiedlich. Also viele sagen... Also ich habe zwei Fälle oder drei Fälle, wo es heißt, ja, kannst du ja machen, aber ich will darüber jetzt nicht unbedingt was wissen. Also wenn wir uns dann unterhalten, dass dann das Thema höchstens mal angerissen wird, aber sonst halt irgendwie, lass es besser außen vor, es interessiert mich nicht so auf die Tour. Dann gibt es, oh, wie interessant. Also das ist sogar häufiger, dass die Leute das dann spannend finden und dann mehr wissen wollen. Und manchmal auch, ach ja, habe ich auch schon mal irgendwann ausprobiert oder probiere ich immer so ein bisschen aus und so. Also eher eigentlich dieses Zustimmende, glaube ich.
Sebastian Ja, also so eine ganz negative Erfahrung, um Gottes Willen, wir brechen jetzt den Kontakt ab oder?
AnruferIn Nee, das ist zum Glück nicht. Davor hatte ich früher Angst, wenn ich das erzählen würde, dass das passieren würde. Aber seit ich das nach und nach verschiedenen Leuten erzählt habe, meistens gehe ich auch über so, ja, ich höre Podcast. Ja, was denn für ein Podcast? Na ja, BDSM-Podcast. Und dann kommt man halt dadurch ins Gespräch. Und nee, also so ein richtiges Ablehnen zum Glück noch nie.
Sebastian Ja, so ein Podcast ist natürlich eine andere Schwelle. Das ist genauso wie ich habe bei RTL gesehen. Ja, das ist da. Da kann man über den ganzen gruseligen Kram reden, ohne dass es irgendwie einen ja selber betreffen müsste, weil das lief halt einfach.
AnruferIn Ja, ich bin jetzt auch immer oftmals in Berlin dann nachts unterwegs, wieder nach Straußberg raus, das ist so im Osten von welchen, so eine S-Bahn-Linie fährt. Und dann, wenn dann Leute mich mit meinem Spielzeug sehen, also ganz fremde Leute teilweise, da habe ich auch schon ein paar interessante Gespräche geführt, weil ich denen dann halt erzähle, dass, BDSM vor allem Konsens ist, also als allererstes und dass es halt beiden Spaß machen muss, wenn man das machen will. Aber die sind auch immer ganz interessiert, weil ich sage dann auch immer, ich will halt mal so einen Blick ermöglichen den Leuten, die vielleicht nur dieses Klatsch und Tratsch bis jetzt gesehen haben. Wobei die ganz Jungen, die jetzt so 18 oder 25 oder so sind, ich glaube, die haben das gar nicht so mitbekommen, weil es vor deren Kindheit alles so breit gelatscht wurde. Ich glaube, durch Fifty Shades of Grey wurde einiges auch mehr in der Gesellschaft akzeptiert.
Sebastian Achso, du meinst, die sind da unvorbelastet, da gehen die an die Sache ran.
AnruferIn Denke ich zumindest. Also ich weiß nicht, ob aktuell in der normalen, weiß nicht, ob auch immer noch irgendwelche Comedians regelmäßig Witze über BDSM reißen, aber weiß nicht, Oliver Kalkofer hat das regelmäßig gemacht und verschiedene andere wahrscheinlich auch. Und dadurch war es für mich dann auch immer so ein bisschen uneins, dass, ach ja, das ist ja irgendwie so verschrieben und will ich mich damit wirklich identifizieren, weiß nicht und so.
Sebastian Das ist eine spannende Perspektive. Ich überlege auch gerade, wann so das letzte Mal, ich sag mal, die SM-Sau durchs Dorf getrieben wurde. Ich erinnere mich zwar dran, auch mit einer Politikerin, die hat sich ja mal irgendwie aus Süddeutschland, die hat sich mal in einem Latex-Outfit ablichten lassen. Und im Grunde, soweit ich weiß, hat sie im Endeffekt ihren Posten verloren oder musste zurücktreten oder wurde nicht aufgestellt, ich weiß es nicht mehr. Ja, das ist dann immer du.
AnruferIn Ja.
Sebastian Also das war so ein Okay, sich da auch nur ansatzweise mit ein bisschen Latex quasi zu bekennen, ist quasi politischer Selbstmord. Das habe ich durchaus mitbekommen, aber das dürfte auch schon länger als zehn Jahre her sein, tatsächlich.
AnruferIn Ach so, dass es vielleicht jetzt anders ist, ja.
Sebastian Ja, weiß ich nicht, also ich glaube, es gibt bestimmt immer noch Gegenden, wo man das vielleicht nicht tun sollte.
AnruferIn So ein anderes Ding, der, das will ich noch kurz erwähnen, mit Selbstmord und so, der, also Was seine Karriere angeht, Politik oder was auch immer. Da gab es so einen Lehrer, der ist der Freundmann von der Band, die Borkery, von der deutschen Death Metal Band und der macht auf der Bühne immer so viel mit Kunstblut und so. Und das ist dann irgendwann rausgekommen, dann durfte er seinen Lehrerposten nicht mehr weitermachen. Das fand ich auch total kacke eigentlich.
Sebastian Okay. Ja, man haben Kinder, die werden ja völlig...
AnruferIn Ja, die haben Kinder. Ja, ja.
Sebastian Gut, also da kenne ich den Einzelfall natürlich nicht. Das meistens hängt da noch mehr dran. Aber wem würdest du denn, in welcher Situation oder wem würdest du sagen, also da tue ich auch den Ring mal lieber weg und bin lieber ganz dezent, das muss ich da jetzt nicht breittreten. Ich denke jetzt auch mal an sowas wie Familienfeiern oder irgendwie...
AnruferIn Ja, auch Familienfeiern, da trage ich schon eigentlich immer meinen Schmuck, weil das ist, also generell alles, das sind Halsketten und Armbänder und Krams und andere Ringe und so, weil das ist ja dann so Freizeit meistens und auch auf, da reise ich jetzt auch nochmal ganz kurz an, wenn jetzt, sagen wir mal, irgendwie auf Arbeit dann irgendwie wir so einen Freizeittag machen und dann abends essen gehen und so, da habe ich auch meinen Schmuck immer angehabt. Jetzt, aber ich glaube auch den Ring der O, da können gar nicht so viele was mit anfangen. Es ist eher andersrum, dass wenn der zum Beispiel auf einem Festival angeboten wird, dass manche den einfach vielleicht kaufen, weil sie den einfach so schön finden, und dann auch nicht immer alle Verkäufer dann darüber aufklären, dass es halt ein Symbol auch ist. Ich glaube, dass viele das noch gar nicht kennen.
Sebastian Also angeblich hat es den auch mal bei H&M gegeben, Also von daher, der Ring der O ist wahrscheinlich noch am unproblematischsten. Ich sag mal so, ich hab immer noch so die... Ich habe ja eben gesagt, bei uns ist das relativ entspannt, aber es gibt dann doch noch so einen Punkt, wo wir dann auch schon sagen, ach nee, das muss jetzt nicht sein. Das sind die Nachbarn. Also hier auf dem Land ist das so eine Sache, dass wir jetzt so im unmittelbaren Umkreis in Sichtweite hier so acht Familien, sage ich mal. Also da haben wir keinem irgendwas erzählt. Das habe ich auch nicht vor.
AnruferIn Ja, also jetzt zur Zeit wohne ich ja noch in einem Haus in Strausberg und aber bald nicht mehr. Da, ja, da habe ich jetzt auch nicht, also da habe ich jetzt aber auch nicht so das tiefe Verhältnis. Das war dann eher meine Oma, die dann mehr mit den Nachbarn mal geredet hat. Aber da hätte ich jetzt auch keinen Grund also da würde ich gar nicht zu diesem, Gespräch also nicht dieses, ich will es den Leuten ja auch genau, das will ich auch noch sagen, dass ich will es den Leuten, denen ich das erzähle, nicht zwingend auf die Nase binden, dass ich auch, hey, übrigens und so, sondern mehr, dass man das ist halt so im Gesprächsfluss irgendwie darauf hingeht manchmal drücke ich das dann so ein bisschen dahin, wenn ich jetzt gerade in, Laune bin, das mal zu erzählen, wieder demnächst oder so, aber, ja, dass ich halt nicht irgendwie sage, von vornherein, ach ja, übrigens, seit neuestem mache ich das und das und das. Und beim Nachbarn, da würde ich nie so in so ein Gespräch kommen, dass ich es halt so, ja.
Sebastian Die sehen einen doch, wie man das Haus verlässt und sowas.
AnruferIn Ja, die könnten, ja gut, die würden jetzt im Moment, könnte vielleicht jemand sehen, dass ich mit so einer Tasche, wo so ein paar Peitschen oben so ein bisschen so halb rausgucken, in mein Auto stelle und dann mit dem Auto zum Bahnhof fahre, die zwei Kilometer. Und Hände an den Zugspelge, Naja, gut, aber da hat mir jetzt auch jemand gesagt, das sollte ich vielleicht mir auch nochmal überlegen, weil es könnte dumm laufen, wenn dann jemand kommt. Das sind doch gefährliche Gegenstände. Warum tragen Sie denn gefährliche Gegenstände offen auf einem Bahnhof herum?
Sebastian Ach so, ja, das ist ja auch noch so ein Ja.
AnruferIn Ich hatte so einen Workshop SM und Recht, da war ich jetzt nicht dabei. Letzten Donnerstag war der in Berlin, wurde der veranstaltet und da hatte mir dann der Kumpel gesagt, dass das ein Ding sein könnte. Also kann in einem ganz blöden Einzelfall, dass einer ein Bundespolizist sagt, naja, was ist denn das hier alles und dann kann es Probleme geben, sage ich jetzt mal so.
Sebastian Ja, das ist ja auch mal, ja, das kommt immer darauf an, was und wie, aber ja, stimmt, das sind immer Waffen und gefährliche Gegenstände und das ist so ein, ja, schwierig, also wenn es danach geht, also ja, da müsste ich bei uns im Hauptbahnhof auch aufpassen, wenn ich da irgendwas dabei habe in der Tasche.
AnruferIn Ja, es sollte halt nicht so offen zu sehen sein, damit keine so Fragen kommen können. Und bei mir ist das immer noch so ein bisschen improvisiert alles. Also auf der Passion waren mir diese Spielzeugtaschen so zu teuer erstmal. Vielleicht überlege ich mir das auch nochmal. Es gibt ja auch so Dinge wie Posterrollen, so lange Hau. Im Prinzip gibt es immer eine Posterrolle in dem Theoretik.
Sebastian Ja, die gibt es. Die habe ich auch im Keller und benutze sie zwar lange nicht mehr, aber sie existiert noch. Da sind jetzt tatsächlich Poster drin. Okay, also du kannst da echt total entspannt umgehen, hast in Berlin zugegeben, das soll ja angeblich eine Stadt sein, wo das noch am ehesten geht.
AnruferIn Nein, Berlin ist ja auch meine Community, deswegen will ich auch hier bleiben. Ich hatte ja davor diese Phase in Nordrhein-Westfalen, die so kurzfristig, kurz vorübergegeben, so knapp vier Jahre oder sowas, da war dann auch das King so ein bisschen plausiert. Also kurz bevor ich da hinbezogen bin, habe ich das angefangen und als ich dann da war, da war dann auch Corona am Anfang, da habe ich das irgendwie, gar nicht verfolgt. Also ich hätte ja auch da mal einen Stammtisch besuchen können. Nachdem ärgere ich mich natürlich auch. Ja gut, den Stammtisch habe ich erst so seit zwei Jahren in Berlin dann regelmäßig mit verschiedenen und so.
Sebastian Ja, da hast du ja auch einen Platz, wo das einfach auch wirklich geht. Aber die anderen Geschichten sind auch spannend. Sascha, du hast einen wunderschönen Anfang gemacht. Sehr gut. Thema getroffen, würde ich sagen. Und dann sprechen wir einfach mal hier noch ein bisschen weiter und Und ich hoffe, dass du nie ein schlechtes Erlebnis haben wirst und weiterhin einfach so offen sein kannst. Mach's gut.
AnruferIn Dankeschön.
Sebastian Ja, tschüss.
AnruferIn Hoffentlich kriegen wir noch ein paar Anrufe.
Sebastian Ja, da bin ich ja bestimmt. Es klingelt auch schon hervorragend. Mach's gut. Tschüss.
AnruferIn Tschüss.
Sebastian Ich mache mal direkt weiter. Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich?
AnruferIn2 Hallo, Sebastian. Schön, mit dir zu sprechen. Hier ist Lilith Hülsen.
Sebastian Lilith. Und den Rest habe ich noch nicht ganz verstanden. Aber das kriege ich noch raus, wenn das Podcast so will. Ah, Lilith Hülsen.
AnruferIn2 Lille Tösen, genau. Kleine Mädchen auf Dänisch, genau.
Sebastian Sehr schön, sehr gut. Hallo.
AnruferIn2 Hallo, schön dich zu hören.
Sebastian Ich mag dem Podcast, ob ich mal kurz einen Hint geben, damit sie dich auch findet und anlegen kann. Das wird jetzt spannend, weil das Sonderzeichen haben wir noch nicht bedacht.
AnruferIn2 Ihr seid auch, glaube ich, die einzige Plattform, wo das überhaupt geht.
Sebastian Ja, ich habe darauf geachtet, dass es eigentlich gehen sollte durchgängig, aber wir werden es heute ordentlich testen. So, wir reden über die Leute in der Freizeit, also Verein, Familie, Nachbarn, wie und wo und ja, wo kannst du zeigen, dass du kinky bist?
AnruferIn2 Verein kann ich nicht bieten, aber ich rufe an, weil mir heute das Thema tatsächlich auch begegnet ist. Ich war heute auf einer Schulung beruflicher Natur und wurde dort mal wieder auf meinen Halsreis angesprochen, den ich tatsächlich 24-7 trage, von meinem Herrn und von meinem Regenten bekommen. Und den ich am Anfang auch ohne diesen Ring getragen habe, dass es eben nur als Schmuck ersichtlich ist, aber mittlerweile schon lange Zeit mit dem Ring trage. Und das ist halt für viele eine Statement-Kette oder ein Statement, wo man einfach auch darauf angesprochen wird. Und ich bin mir oftmals nicht sicher, ob die Leute überhaupt eine Ahnung haben, was dahinter steht. Aber es passiert mir sehr häufig und heute ist es mir wieder passiert.
Sebastian Okay, wer hat dich heute angesprochen? Also jetzt nicht der Name, aber aus welchem Dunstkreis? und was vermuten denn die Leute oder bewundern sie das einfach und fragen, wo man das herkriegt?
AnruferIn2 Ja, Fragen, wo man es herkriegt, tun sie nicht. Heute hat mich eine Dame angesprochen, die mit in dem Schulungsteam war und die hat mir einfach gesagt, Mensch, deine Kette sieht ja total toll aus. Hat das eine Bedeutung?
Sebastian Was sagst du da?
AnruferIn2 Da sage ich, es hat für mich eine persönliche Bedeutung. Aber ich würde natürlich jetzt nicht so weit gehen, einer fremden Person zu erzählen, was mein Kink ist und wie dahinter das alles steht und wie sich das entwickelt hat. Das würde ich nicht tun.
Sebastian Okay, aber die Leute sind dann offenbar auch höflich genug, da nicht nochmal weiter nachzufragen. Also man könnte ja weiter fragen, okay, was für eine Bedeutung genau und so. Machen wir umgekehrt, wenn jemand wissend ist und sagt, ah ja, ein schöner Halsreif, wer hat den denn angelegt? Ich meine, das ist ja an sich, wäre das die schlimmere Version?
AnruferIn2 Für mich persönlich nicht, weil ich es so halte, wie mit meinem kleinen Kind auch, wenn er Fragen hat, beantworte ich ihm die so gut wie es geht. Ich muss nicht die ganze Welt erklären, aber ich kann schon meine Persönlichkeit zeigen. Und so würde ich es tatsächlich auch mit Menschen machen, die mich explizit darauf ansprechen und von denen ich dann wüsste im Gespräch, dass sie den Background kennen und würde denen, je nachdem wie das matcht auch zwischenmenschlich, doch schon ein bisschen mehr erzählen tatsächlich, ja.
Sebastian Okay, welchen Leuten würdest du gerne mehr erzählen, also auch so ich sag mal gerade im Freundeskreis oder Menschen, mit denen man mehr zu tun hat oder die man öfter sieht, ja der Verein ist das nun gerade nicht bei dir, ich weiß nicht wie oft du deine Nachbarn grüßt oder also gibt es da Bereiche, wo du sagst, da war ich schon mal kurz davor was zu sagen oder hab auch vielleicht schon mal ein bisschen was angedeutet?
AnruferIn2 Ganz klar meine Mutter. Familie habe ich jetzt nicht so viel. Meine Mutter ist die einzige, die noch da ist. Und sie weiß, dass ich sexuell aktiv bin und das auch nicht wenig. Das hat sie schon registriert und auch wohlwollend genickt. Aber sie hat jetzt nie so weit nachgefragt oder irgendwie registriert, dass dieses Halsband irgendwas zu bedeuten hat oder sonstiges. Aber ihr würde ich tatsächlich, weil wir eine sehr gute Bindung haben, Auch mehr erzählen. Ein bisschen schade, dass es nicht zustande kommt. Aber ist, wie es ist. Muss ich auch nicht überfordern in ihrem Alter.
Sebastian Also halsreif ist ja schon ein ordentliches Statement. War das einfach, den dann einfach immer zu tragen? Und dann auch mit Ringen dran zeitweise? Also wie war so deine Entwicklung? Wie war deine Erwartung? Was denn passiert, wenn dich jemand damit sieht? Ich meine, kinky Leute tragen offenbar auch sehr gerne Schal, habe ich manchmal das Gefühl.
AnruferIn2 Das stimmt, ja. Also wenn man natürlich auf Partys unterwegs ist oder Stammtischen, ist das alles überhaupt kein Thema, weil die Leute natürlich auch wissen, worum es sich dreht. Kann man so sein, wie man ist und das ist super. Aber den 24-7 im Alltag zu tragen, war tatsächlich eine Herausforderung und hat sich auch nur schrittweise aufgebaut, indem ich am Anfang eben nur diesen Reis getragen habe, weil er so auffällig ist. Weil ich auch in einer Institution arbeite, die ja im öffentlichen Dienst ist und dementsprechend jetzt auch nicht so viel Preis geben kann, wüsste ich nicht, was das für Konsequenzen hätte, wäre ich sehr vorsichtig. Und da ich in meinem beruflichen Dunstkreis aber da lange Zeit, bestimmte Monate hinweg, kein negatives Feedback erfahren habe und auch keine negativen Blicke oder sonstiges, habe ich irgendwann diesen Ring angelegt. Und ja, jetzt denke ich, hat sich irgendwie jeder daran gewöhnt, dass das zu mir gehört. Tatsächlich.
Sebastian Wie siehst du damit, wie die Öffentlichkeit, was die vertragen muss, sage ich immer. Also wenn du jetzt durch die Stadt läufst zum Beispiel, im Café sitzt oder irgendwas. Also ja meistens, zumindest meiner Erfahrung nach, sind es Eltern von kleinen Kindern, die dann den bösen Blick haben, weil dir ist etwas, was von der Norm abweicht. Und inwieweit sagst du auch, okay, nee, ich kann das zeigen, ich will das zeigen und das muss quasi die Öffentlichkeit, ja, das muss sie halt tolerieren oder sagst du, nee, ich nehme mich da schon mal ein bisschen zurück, weil Unbeteiligte, die sollen ja nicht damit konfrontiert werden, wenn sie es nicht wollen.
AnruferIn2 Ich glaube, dass ich mich schon zurücknehme, weil ansonsten mein Erscheinungsbild jetzt mal so sehr gut in die Gesellschaft passt. Also ich trage jetzt nicht außergewöhnliche Sachen und bin eigentlich relativ normal angezogen, bin businessmäßig angezogen und so weiter. Und ich schaue, dass der Schmuck die Minderheit meiner äußeren Erscheinung ist. Und dementsprechend glaube ich fast, ist es okay. Weil ich nicht zu sehr auf den Rahmen falle, weißt du?
Sebastian Würdest du gerne mehr machen? Und was?
AnruferIn2 Nee, würde ich nicht. Beziehungsweise haben wir, wir haben jetzt Piercings angefangen zum Beispiel. Aber das sind Sachen, die ich dann gerne auch verstecke. Also ich glaube, das wird das Einzige bleiben und damit bin ich auch glücklich.
Sebastian Okay.
AnruferIn2 Genau.
Sebastian Sehr schön. Ja, ich habe gar keine Fragen mehr, du hast das so schön erzählt.
AnruferIn2 Guck mal rüber zum Podcast.
Sebastian Nein, das ist ein wunderbar. Du hast das wunderbar und ich sage mal vollständig berichtet. Wobei eine Frage hätte ich noch, aber da begebe ich mich aufs Glatteis. Also der Nickname ist ja dann doch eher dänisch angehaucht. Lebst du irgendwie in Dänemark oder?
AnruferIn2 Interessante Frage, danke dir. Nein, tatsächlich nicht. Vielleicht würde ich gern. Nein, aber wir haben Verbindungen nach Dänemark tatsächlich und deswegen kommt das daher.
Sebastian Aber wenn du dann dort bist, ist der Halsreif auch da und dran.
AnruferIn2 Ja, und dort, die Menschen, mit denen wir uns dort umgeben, die kennen auch unseren Kink, auch wenn sie ihn jetzt nicht so extrem teilen, aber dort ist alles akzeptiert. Dort können wir auch aus dem Napf essen und dort können wir, wir machen immer BDSM-Urlaub quasi da.
Sebastian Okay, dann passt das doch, fein. Alles klar, dann wünsche ich dir einen wunderschönen Abend. Vielen, vielen Dank für deinen Anruf.
AnruferIn2 Danke dir, Sebastian. Macht gut.
Sebastian Tschüss. So ihr Lieben, das war Lille Tösen. Ich hoffe, ich habe es richtig ausgesprochen. Und die Leitung ist wieder frei und es klingelt direkt hervorragend. Ich gehe mal ran und sage, hallo, Sebastian hier, mit wem spreche ich?
AnruferIn Einen wunderschönen.
Sebastian Der Tischler, ich erkenne ihn an der Stimme. Warte kurz, ich muss hier einmal. In diesem Singsein in der Stimme.
AnruferIn So, jetzt sollte der Podcast aus sein.
Sebastian Sehr gut. Ja, mein lieber Tischler.
AnruferIn Hallo, hallo. Ja.
Sebastian Bei dir wissen es alle bestimmt.
AnruferIn Äh, jein. Die, die es rausgefunden haben.
Sebastian Die es rausgefunden haben? Okay, wie findet man das bei dir raus? Du hast ein QR-Code immer auf der Brust und wer den scannt, der findet es raus.
AnruferIn Auf ein Stück tätowiert. Genau. Nein, das Ganze die ersten Jahre zurückhaltend gewesen, ja. Und irgendwann auch in der O getragen. Ja. Man wurde darauf angesprochen, ja, ist ein Ring, das ist doch der BDSM-Ring. Ich so, ja und, hast du ein Problem damit? Äh, nö.
Sebastian Was sollen die Leute auch da sagen?
AnruferIn Ja, ich stelle dann halt so diese Gegenfrage. Ja, es war in einer größeren Runde auch mit Feuerwehrkameraden zusammen und somit war das Thema durch.
Sebastian Okay, Feuerwehr, da haben wir doch schon mal. Ja, wobei Feuerwehr, das geht jetzt schon Richtung Verein oder Richtung Ehrenamt, also die wissen alle Bescheid.
AnruferIn Soweit mit denen man viel zu tun hat, ja. Einer mehr, einer weniger. Ich bin es keinen auf der Nase, wenn Fragen gestellt werden, beantworte ich die natürlich. Aber da ist das Thema da ganz schnell rund gewesen.
Sebastian Okay, pass auf, ich mache mal folgendes, ich probiere jetzt eine Sache im Chat aus, ich frage einfach mal den Chat und ihr seht das gleich alle, ich probiere das jetzt einmal live aus, mal sehen, ob es funktioniert, ich frage mal, welche Kinky-Symbol die Leute im Alltag begleiten und dich frage ich einfach direkt, also was würde man erkennen, wenn du durch die Gegend läufst? Ich habe hier als Auswahlring der O, Halsreif, Armband, irgendwas anderes vielleicht, also was ist so in deinem, wenn du alltäglich durch die Gegend rennst, was könnte man erkennen?
AnruferIn Jetzt die letzten zwei Jahre schon gar nichts mehr. Weil ich den Ring der Uhr nicht mehr trage. Aufgrund Arbeit und so weiter war es nicht mehr möglich, So, ich glaube, du bist gerade weg.
Sebastian Okay, das heißt nicht möglich, also weil der bei der Arbeit einfach stört, weil da einfach nichts erlaubt ist oder?
AnruferIn Ja, weil Schmuck während der Arbeit nicht erlaubt ist.
Sebastian Okay, gut, das ist eine relativ klare Sache. So, sonst im privaten Umfeld, ich sage mal, Bekannte, Familie, gibt es da irgendwem, wo du sagst, da bin ich mal lieber vorsichtig und sag er nichts oder wie siehst du es da?
AnruferIn Ja, also Familie weiß es glaube ich kaum einer, weil da ist einfach der Familie zu wenig zu tun und ja, von Eltern her lebt nur noch meine Mutter und die ist mittlerweile so alt, die muss das nicht mehr wissen. Das ist so die Generation, eher sterben, wie sowas machen.
Sebastian Okay, aber da hältst du dich dann auch zurück. Dann könntest du ja auch sagen, das muss sie ja aushalten.
AnruferIn Sie wohnt mit im Haus. Ich weiß nicht, ob sie hier schon mal was mitgekriegt hat oder nicht. Sie sieht mich auch, wenn ich oder wenn wir zum Stammtisch gehen, zu Partys gehen. Sie hat mich im Rock schon gesehen und so weiter. Wir sprechen da halt auch nicht drüber. Daher ist es, ich gehe mit so weit offen um, dass ich mich halt nicht verstecke.
Sebastian Okay, wo würdest du vielleicht sagen, also das wäre jetzt so ein Kreis, wo du sagst, ne, also da würde ich es vielleicht lassen, abgesehen von der Arbeit, wo du sagst, okay, da ist Normalität vielleicht einfach wichtig oder da möchtest du die Leute nicht damit belasten?
AnruferIn Das hätte ich jetzt so gar nicht. Wie gesagt, wer es rauskriegt, kriegt es raus. Wer was sieht, sieht was. Ich gehe mit dem Thema ziemlich normal um.
Sebastian Wissen die, wo du, auf welcher Seite du spielst? Oder so gerade Feuerwehr, sage ich mal, das ist ja, das klingt jetzt blöd, aber wenn ich hier meine Zeitung aufschlage, da lese ich mal, die Freiwillige Feuerwehr hat wieder gegrillt und gesoffen, ja, und da geht es ja relativ derb zu, Entschuldigung, das ist zumindest das, was ich bei mir hier auf dem Dorf lese, wenn die Freiwillige Feuerwehr feiert, dann ist was los. Wenn es gefeiert wird.
AnruferIn Wird gefeiert.
Sebastian Genau. Das heißt, so ein derben Spruch oder so, der auch vielleicht mal unangenehm ist, inwieweit kennst du das?
AnruferIn Ja, das kommt auch. Natürlich machen die Kameraden Sprüche, gerade wenn es dann um Seiletnotenkunde und so weiter geht. Ach, hier noch wieder, damit kennst du dich doch aus. Dann kommt von mir nur so, soll ich mal anfangen? Dann sind die meisten wieder ganz still.
Sebastian Okay, sind also, ja, die Sprüche kommen, aber sie werden jetzt nicht persönlich oder sie gucken dich komisch an oder tuscheln oder sowas.
AnruferIn Ob die tuscheln, ob sie darüber reden, ich weiß es nicht. Es interessiert mich eigentlich auch nicht, weil ich damit, und ich glaube auch nicht, dass sie wirklich darüber reden, weil ich damit halt so offen umgehe, wenn sie mich darauf ansprechen oder wenn sie ein Problem damit hätten und mich darauf ansprechen würden, würde ich mit den Leuten da ganz einfach drüber reden.
Sebastian Okay, also bisher keine negativen Erfahrungen gemacht? Kommt das hin?
AnruferIn Also da die, die es rausgefunden haben oder halt mit denen man offen drüber gesprochen hat, ist ganz klar, so richtig gute Freunde, da spricht man halt auch irgendwann mal. Da kommen dann halt auch die Fragen, wo geht ihr da jetzt immer hin oder was ist denn das, wo ihr da immer hingeht, wenn wir auf Partys gegangen sind. Und das ist dann so ein Punkt, wo man dann natürlich auch offen und ehrlich mit richtig guten Freunden drüber redet.
Sebastian Könnten die Nachbarn was wissen? Ich finde, die Nachbarn sind für mich immer so, also für mich persönlich sind die Nachbarn der Angstgegner.
AnruferIn Ja, die könnten was ahnen, weil wie gesagt, ich gehe auch im Herrenrock raus. Wir haben dann den Rucksack mit den Spielsachen, wo auch mal eine Reitgärte rausguckt, wobei das ist bei uns schon wieder ziemlich normal mit der Reitgärte. Das ist halt der Vorteil, wenn man Pferde hat.
Sebastian Ja, okay, also da wäre eine Ausrede da, aber so, okay, aber ich weiß nicht, also die meisten haben ja wahrscheinlich mit den Nachbarn eh keinen Kontakt, dass man mal ein bisschen quatscht oder so, ne, aber wenn das der Fall ist, ist dann wirklich die Frage, ob man das erzählen wollen würde, da bin ich heute noch gespannt, was andere Menschen da erzählen.
AnruferIn Mich hat noch keiner drauf angesprochen und auch da würde ich so weit gehen, dass ich da sagen würde, ja und gibt es ein Problem damit? Habe ich euch damit irgendwie schon gestört oder, gucke ich bei euch auch ins Schlafzimmer ungefähr, falls sie was gesehen haben?
Sebastian Ja okay, alles klar, also du kannst da echt entspannt sein, offenbar funktioniert für dich, läuft. Gibt es irgendwas, wo du sagst, also es wäre schön, wenn das noch gehen würde, also wo du dich gerne trauen würdest, du aber weißt, okay, das ist vielleicht ein bisschen drüber. Also ich weiß nicht. Zum Feuerwehrfest im Latex-Suit.
AnruferIn Im Latex würde ich jetzt nicht unbedingt anziehen zur Feuerwehr, aber im Rock bin ich da auch schon aufgeschlagen.
Sebastian Okay. Wobei man muss ja sagen, ich kenne dich im Herrenrock, also dir unterstellt man auch einfach die schottische Kultur im Zweifel.
AnruferIn Ja, ja.
Sebastian Also hast du da schon so, im Zweifel hättest du da nochmal so einen leichten, kannst du nochmal eine andere Richtung abbiegen, sage ich mal.
AnruferIn Ja, aber wie gesagt, das ist, ich gehe da halt natürlich mit um, nicht offen, aber natürlich.
Sebastian Ja, also ich habe es auch ganz ehrlich, also ich muss gestehen, ich bin ja jetzt seit Neuestem, was heißt seit Neuestem, sind jetzt auch schon drei Monate, vier Monate, Dezember, Januar, Februar, drei Monate verheiratet. Also wenn ich mal Ja, du hast es endlich geschafft Der Ring wird mehr Angesehen als der andere Mit dem Ring dran Das ist scheinbar offenbar das Status Symbol, was zählt, was jeder erkennt Dieses Aha, der hat offenbar Ehring Ich weiß nicht, wie es dem Podcast-Suppie geht, Wurdest du mit dem Ring Hast du auch schon mal Leute erwischt Wie sie draufstarren, Okay, alles klar. Na gut, mein lieber Tischler, hier ruft jemand sehr regelmäßig gerade an. Ich bin mal sehr gespannt, wer das ist, mit wem ich da gleich sprechen werde. Aber auch du, da machst du noch mehr Mut. Bisher klingen ja alle super entspannt mit dem Thema. Finde ich klasse, sehr schön.
AnruferIn Ich kann wirklich nur sagen, geht damit natürlich um. Versteckt euch nicht unbedingt. Nicht jedem auf die Nase binden, aber wenn gefragt wird, ja klar, warum nicht. Es muss dieses Thema normal werden.
Sebastian Ja, wenn jeder mindestens zwei Leute kennt, die damit normal umgehen, dann gewöhnt sich die Gesellschaft gleich dran. Aber ob wir das erreichen, ich bin gespannt.
AnruferIn Ich glaube, da sind wir auf einem ziemlich guten Weg, weil ich habe auch einen guten Einblick in die jüngere BDSM-Szene. Und da ist es schon sehr normal geworden.
Sebastian Okay, dann hoffen wir mal, dass sich das weiter so entwickelt. Ich wünsche dir einen wunderschönen Abend. Mach's gut.
AnruferIn Wünsche ich euch auch. Tschüss.
Sebastian Tschüss. So, das war der Tischler. Auch der völlig entspannt. Ich sage euch mal, wie die Umfrage ausgegangen ist. Also, welche Subode tragt ihr im Alltag? Und jetzt versuche ich das mal zu posten, mal sehen, ob das funktioniert. Ja, offenbar nicht. Ich sehe es im Chat nicht, aber Ring der Ohr. Also, mehrere Antworten waren möglich. 19 Prozent. Halsreif 12 Prozent von den Menschen, die hier im Chat sind und mitgemacht haben. Armband tragen 13 Prozent. 13,9. Andere 27,8. Da bin ich gespannt was. Und gar nichts. 26,6 Prozent. Das heißt, die Menschen sind quasi in der Minderheit. Interessant. Na, dann gehe ich mal ran. Es klingelt nämlich wieder. Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich?
AnruferIn Hallo, Alex hier aus Grat.
Sebastian Hallo, Alex. Du rufst zum ersten Mal an.
AnruferIn Richtig? Genau, ich rufe zum ersten Mal an.
Sebastian Nein, nervig auf gar keinen Fall, um Gottes Willen, ich kann nur nicht während ich spreche, kann ich nicht ans Telefon gehen, das ist mal der böse Haken an der Sache. Und, aber, Gott ehrlich, du hast es ja jetzt geschafft, wunderbar. So, aus Graz, sehr schön, wie sieht die Sache in Österreich aus? Wer weiß von deinem Kink, was erzählst du den Leuten und was zeigst du ihnen und was müssen sie aushalten?
AnruferIn Also bei uns ist es so, wir sind ein sehr lustiger Freundeskreis und aus unserem Kinky-Freundeskreis haben wir einen Verein gegründet, weil wir gesagt haben, okay, es ist so ein geiler Haufen und jetzt machen wir einfach einen Verein, und haben somit den ersten BDSM-Verein gegründet in Graz, in der Steiermark in Österreich.
Sebastian Ja, sehr schön. Gratuliere. Das heißt, man sieht euch da auch im Ort, weil irgendwo müsst ihr euch ja treffen.
AnruferIn Genau, ja. Wir haben die eine oder andere Location, wo wir unsere Workshops abhalten, Stammtische machen, die öffentlichen oder Playpartys machen, reisen viel herum zu verschiedenen Clubs und versuchen dann immer, dass mehr Leute zu uns kommen, die den gleichen Flow haben wie wir. Und da ist das eigentlich relativ cool.
Sebastian Ja, finde ich total klasse. Aber die Frage ist natürlich heute, was ist mit den ganzen anderen Leuten? Der Barbesitzer oder die Leute, die eh in deinem Freundeskreis sind, also die selber auch mit BDSM nichts anfangen können. Inwieweit kriegen die was mit, sollen die was mitkriegen, wem erzählst du was?
AnruferIn Also bei mir ist es so, ich trage permanent den Ring da an, habe meine Halskette vom Verein und dadurch, dass ich sehr oft oder regelmäßig in die Sauna gehe und unser Vereinslogo auf dem Arsch tätowiert habe, sieht man das, aber ich mache da eigentlich keine Gedanken. Ob und zu fragt jemand oder Arbeitskollegen fragen und dann werden sie halt kurzerhand ein bisschen aufgeklärt, soweit sie es halt wollen. Und das hat letztens so weit geendet, dass bei einer eineinhalbstündigen Autofahrt ein Kollege kurz gefragt hat und der hat mich natürlich immer weiter gefragt und gelöchert. Irgendwann war er zu Hause und am Montag drauf, als wir wieder weggefahren sind, hat er weiter gefragt.
Sebastian Okay, ist er jetzt beim Stammtisch inzwischen?
AnruferIn Nein, das noch nicht, das noch nicht, aber ich habe einmal sein Mindset ein bisschen erweitert und auch gewisse Vorurteile wegnehmen können.
Sebastian Das finde ich gut. Ich bin mir manchmal nicht sicher. Ich meine, man trägt irgendein Symbol, zum Beispiel den Ring der O und auf der einen Seite ist es so, wow, ich kann damit aus dem Haus gehen und das können Leute sehen. Und ich kann damit draußen rumlaufen. Auf der anderen Seite, da bin ich mir relativ sicher, haben viele Menschen unglaublich Angst davor, um Gottes Willen, wenn mich jemand darauf anspricht und wenn das jemand erkennt. Also auf der einen Seite wollen wir es zeigen und auf der anderen Seite wollen wir nicht erwischt werden. Kannst du das nachvollziehen?
AnruferIn Ja, das kann ich nachvollziehen. Mir ist es voriges Jahr passiert, auf einem beruflichen Kurs habe ich einen Kollegen getroffen, der ein sehr hohes Amt begleitet bei uns im Unternehmen. Und der hat dann gesagt, oh, du hast einen coolen Ring da auf der linken Hand. Den gleichen Ring habe ich auch.
Sebastian Ja, das ist ja schon mal Bruderschaft quasi.
AnruferIn Ja, das ist Bruderschaft. Da ist dann gleich mal die Visitenkarte von unserem Verein rübergewachsen und ich habe ihn aufs nächste Event eingeladen. Aber da muss man einfach ehrlich sein, soweit man es will. Und wenn man da sachlich darüber redet, dann ist das, glaube ich, kein Problem. Man muss halt ein bisschen auf die Umgebung achten und wo man es erzählt und wie man es erzählt, glaube ich.
Sebastian Komm, ich hole nochmal die Keule raus. Die Nachbarn.
AnruferIn Ja, die Nachbarn. Ich wohne in einem Mehrparteienhaus und das Durchschnittsalter liegt, glaube ich, bei 75. Und bis jetzt hatte ich noch keine Beschwerden, auch wenn meine bessere Hälfte etwas lauter ist. Aber sie hatten sich beschwert, dass ich draußen die neue Bullwip ausprobiert habe. Aber da sieht man drüber weg.
Sebastian Ja, ich sehe gerade was, da hat der Chat gerade was geschrieben, da muss ich mal ganz kurz drauf eingehen. Ihr habt recht, also ich habe eben die Umfrageergebnisse vorgelesen und ich sehe andere Zahlen, als ihr sie seht. Ich weiß noch nicht, warum. Da ist irgendein Fehler. Also das, was ich intern sehe, ist falsch. Vielleicht kann mal jemand nachrechnen, ob das, was ihr da in diesem Widget seht, ob das wenigstens stimmt. Das ist, ich habe ja viel getestet, aber das nicht, muss ich ja ehrlich gestehen. Rechnet mal nach und schreibt mir das mal bitte. Ach, Technik, die Backen ist fürchterlich. Ja, das hat man da von allem alles selber macht. Okay. Okay, also Mehrparteienhaus geht. Was wäre denn, also wo sagst du, das wäre jetzt vielleicht ein Punkt oder ein Bereich, Also da würde ich vielleicht auch den Ring eher ablegen und sagen, also da muss es nicht sein. Ich denke jetzt auch an sowas wie Familienfeiern oder irgendwelche halboffiziellen Anlässe, wo man einfach unter Leuten ist, also wo du sagst, da würde ich da vielleicht das Ganze ja nicht unbedingt verstecken, aber auch nicht zeigen wollen.
AnruferIn Also wir waren erst letztens bei der Family von meiner Freundin und wir tragen unsere Ringe. Und die Mutter hat dann gesagt, ah ja, schöne Ringe habt ihr da. Und hat dann zu meiner Freundin gesagt, ja, ich weiß schon, was die bedeuten. Und vielleicht war es nicht zielführend, als wir mit dem Auto irgendwo hingefahren sind und unser Vereinswappen vorne im Spiegel drinnen gehangen ist. Aber sie hat das sehr locker genommen. Also das passt. Und wenn das jemand nicht versteht, dann versuche ich halt einfach mit der Person darüber zu reden, wenn sie es will und aufzuklären, weil halt doch sehr viel Blödsinn herumkommt.
Sebastian Okay, also auch du hast wieder keine negativen Erfahrungen gemacht?
AnruferIn Nein, ich habe bis dato noch keine negativen Erfahrungen gemacht, aber ich bin halt auch der Mensch, dass ich sage, wenn es Leute interessiert, dann kann ich ihnen versuchen Antworten zu geben und wenn Leute das ablehnen, oder wenn das Leute nicht interessiert, dann respektiere ich auch das und werde sie nicht versuchen zu bekehren oder sonst irgendwas.
Sebastian Okay, letzte Frage. Gibt es irgendwelche Vorurteile oder irgendwas, wo du sagst, da hast du im Gespräch den Leuten ausgeredet, weil sie hatten irgendwas im Kopf und da hast du erstmal sagen müssen, nee, nee, nee, das läuft eigentlich ganz anders.
AnruferIn Ja, das hatte ich. Es war wieder ein Arbeitskollege, der hat dann auch irgendwie so mit einem leichten Zwinker-Smiley gesagt, naja, meine Frau und ich sind ja auch pervers, weil wir schauen uns gemeinsam Pornos an. Und habe ihn dann aufgeklärt und gerade bei dem Thema Schmerzen hat er das quasi nicht verstanden, was da der Hintergrund ist. Und das habe ich ihm dann versucht, sehr einfühlend und empathisch zu erklären. Und dann hat er gesagt, das hört sich spannend an, von der Seite hat er das noch gar nicht gesehen und vielleicht wird er das mal ausprobieren mit seiner Frau.
Sebastian Okay, also auf jeden Fall an der Stelle eine Tür aufgemacht, sage ich mal. Das ist ja auch immer die Möglichkeit, wenn man ein bisschen Talent hat, mit Leuten zu reden, dann kann man Menschen zumindest von den gröbsten, schlimmsten Horror-Versionen, sage ich mal, abhalten.
AnruferIn Genau. Und mit den ganzen Vorurteilen aufräumen. Das ist auch ein großes Ziel bei uns im Verein. Dass wir da dementsprechend auch die Aufklärungsarbeit leisten.
Sebastian Alex, dann wünsche ich dir auch mit dem Verein ganz viel Erfolg, dass das ganz viel Spaß macht.
AnruferIn Ja, danke schön.
Sebastian Und dass du da auch nie negative Erfahrungen machen wirst.
AnruferIn Das wünschen wir uns alle.
Sebastian Okay, mach's gut. Schönen Abend dir. Tschüss. So ihr Lieben, das war der Alex und ja, wir sprechen weiter und ich muss gar nicht überbrücken, denn es klingelt tatsächlich schon wieder. Ich gehe mal ran. Hallo, Sebastian hier, mit wem spreche ich?
AnruferIn Ja, hallo, hier ist der Ehe-Sklave wieder.
Sebastian Der Ehe-Sklave, wir haben uns in der letzten Folge gehört, sehr schön, ich bin gespannt. Wer weiß Bescheid? Auch das packe ich jetzt, mache ich jetzt nochmal eine Umfrage. Ich bin nochmal gespannt, ob es funktioniert. Jetzt, Entschuldigung, ich muss das ein bisschen ausprobieren heute. Dann werde ich morgen ganz viel auswerten dürfen. So, wer weiß Bescheid? Ja, wer weiß Bescheid? Und wem zeigst du was und was ist sichtbar an dir und von dir?
AnruferIn Ja, also ich wollte mal so ein bisschen in die Vergangenheit nochmal zurückgehen. Ich habe vor über 20 Jahren hatte ich eine Trennung und habe danach dann beschlossen, dass ich all meinen Bekannten- und Freundeskreis mich halt oute. Und da gab es bei den Schlagzeilen damals so einen Vordruck, so einen Brief. Den hatte ich dann verwendet und habe dann, ja, E-Mail war noch nicht so ganz vertreten, dass ich wirklich dann per Post an die Leute geschickt habe, die mir wichtig waren.
Sebastian Okay. Was stand da drin?
AnruferIn Ich weiß es nicht mehr genau. Das war aber halt so ein Vordruck, den ich irgendwie von den Schlagzeilen mir aus dem Internet da runtergeladen hatte. Das war auch wirklich so ein Brief. Ich oute mich gegenüber Familie, ich oute mich gegenüber Freunden, Bekannten. Und das fand ich damals ganz passend, weil ich dachte, ich kann das bestimmt wesentlich besser erklären, als ich da die Worte finden kann. Hat mir auch so ganz gut gefallen vom Text und es war so ein bisschen eine Befreiung. Eigentlich auch nur positives Feedback. Allerdings ein Freund aus dem Studium, da ging es dann, ja, ich habe gemerkt, dass er sich dann abgewendet hat. Und da ist der Kontakt dann noch abgebrochen.
Sebastian Okay, hat er gesagt, warum oder war es dann einfach so?
AnruferIn Das ist dann einfach irgendwie, ja, ja. Im Sande verlaufen. Also es kamen nie irgendwie böse Worte oder Kritik. Es war einfach nur, ja, lass mal treffen, ach nee, keine Zeit mehr und einen neuen Termin, ja, nee, gucken wir mal. Und so ist das dann irgendwie eingeschlafen.
Sebastian Ja, ich glaube, das ist wahrscheinlich der häufigste Punkt, also wenn dann die Leute so ein bisschen kommentarlos sich zurückziehen.
AnruferIn Ja, aber es war für mich halt damals auch wichtig, sich selber zu befreien und zu sagen, ich möchte da jetzt nicht irgendwie mich verstecken. Das ist ein wichtiger Aspekt von mir. Und die meisten haben es wirklich dann neutral aufgenommen. So, ja, okay, haben wir uns vielleicht schon gedacht oder wissen wir Bescheid und nichts Besonderes. Für mich war es auf jeden Fall eine ziemliche Erleichterung.
Sebastian Wie ist das generell? Also hast du schon mal jemandem was erzählt? Ich meine, der Nickname ist ja, gut, den wirst du wahrscheinlich nicht benutzen, erst mal öffentlich. Aber wem hast du da was erzählt schon mal oder an welchen Stellen sagst du, okay, da muss ich das Thema begraben, das darf ich nicht mal erwähnen, obwohl es eigentlich ein Freizeitbereich ist. Ich sage mal, der, ach Gott, ich würde dich nicht in die Schublade stecken, was weiß ich, der Tennisclub, der Kegelverein, ich weiß es nicht. Also gibt es irgendwas, wo du unterwegs bist, wo du sagst, also da muss ich da auch wirklich aufpassen, da möchte ich das vielleicht auch nicht mal auch nur ein kleines bisschen zeigen oder andeuten, dass da was ist?
AnruferIn Also es ist so, dass ich eigentlich seit dem Outing vor 20 Jahren eigentlich sage, ich, Ich drücke es keinem auf, aber ich werde da jetzt auch nicht irgendwie hinterm Berg mithalten. Vor 20 Jahren ist dann ja auch eine neue Beziehung entstanden. Und wir haben eigentlich in unserem Freundeskreis, ich sage mal, zu 90 Prozent sind das auch wirklich, die aus der Kinky-Zähne kommen. Die 10 Prozent, die nichts damit zu tun haben, wissen alle Bescheid, finden es alle sehr interessant. Da halten wir uns jetzt nicht mit zurück. Also ich trage auch immer den Ring der O, habe auch nicht offen sichtbar einige Tattoos, die eindeutig sind. Also wir verstecken es nicht. Und haben damit jetzt eigentlich keine großen Probleme.
Sebastian Keine großen Probleme? Okay, welche kleinen denn?
AnruferIn Auch eigentlich keine kleinen. Also ich sage mal so, Nachbarn, hast du es so jetzt immer angesprochen, Nachbarn ist wirklich so ein Thema, wir haben jetzt hier auch eher ältere Nachbarn im Umfeld, Da erzählen wir das nicht. Für die sind wir wahrscheinlich nur die jüngere Generation, die vielleicht auch einen anderen Lifestyle hat. Ich habe keine Ahnung, ob sie da irgendwas wissen oder nicht wissen. Ich glaube, sie wissen eher nichts. Aber das ist auch etwas, da redet man nicht drüber. Da sagt man eher, ja, wie ist das Wetter und ich sage mal belanglosen Kram.
Sebastian Ja, also ich merke ja, also bei mir merke ich schon, das ist so ein, was trage ich ins Haus und wie verlassen wir das Haus und wie nicht, also selbst dieser kurze Weg von der Haustür zum Auto, also ja, also ganz ehrlich, man versteckt da jetzt nicht super, aber man steht jetzt auch nicht ausschweifend im Partyoutfit und quatscht vor der Haustür irgendwie groß, also das merke ich halt schon, das ist so, das muss jetzt nicht sein.
AnruferIn Da halten wir uns jetzt eigentlich nicht so sehr zurück, also wir gehen relativ oft dann auf irgendwelche Veranstaltungen. Wir sind auch in einem BDSM-Verein, wo im Prinzip jede Woche immer irgendwie Stammtisch oder Play-Veranstaltung ist. Da sieht meine Ehefrau dann halt auch immer mal irgendwelche besonderen Sachen an. Das fällt aber bei uns nicht so sehr auf, weil wir auch öfters mal mittelalter Outfits irgendwo auftreten oder sonst ein eher ein bisschen alternatives Outfit haben. Von daher müssen wir uns da nicht großartig verstecken. Das ist nicht etwas, dass man sagt, die sehen ja irgendwie ganz anders aus.
Sebastian Das wäre vielleicht nochmal eine Sache, also da mag ich dich nochmal fragen, weil ich versuche es einfach mal und wenn das nicht zutrifft, dann trifft es nicht zu. Also wenn jetzt zum Beispiel essen geht, also gerade in so einer doch relativ starken Konstellation könnte man ja so Dinge machen, wie sie bestellt für dich. Und wo man dann auch so ein bisschen, wo auch andere merken müssten, da läuft jetzt irgendwas. Also gibt es sowas oder halt sagt ihr, nee, das geht die Leute nichts an, beziehungsweise es muss da keiner mitkriegen. Ich meine, gerade in so einer Situation, wo man, wie gesagt, im Restaurant ist so eine klassische Situation, wo man mit dem Service dann spricht und da könnte man ja ein bisschen was durchblicken lassen, dass da ein Machtgefüge ist. Ist das Teil eurer Beziehung?
AnruferIn Ja, das fällt Leuten, die öfters mit uns zu tun haben, durchaus auf. Also da wird dann auch, wie gesagt mal, Bekannte und Freunde von unseren Kindern, die sind jetzt auch schon ein bisschen älter, Da wird sehr schnell auch gesagt, ja, man merkt, bei euch hat ja die Mama die Hosen an. Also wir halten uns dann jetzt nicht so zurück. Das fällt, glaube ich, beim ersten Vorbeigehen nicht unbedingt auf. Da wird man wahrscheinlich sagen, okay, das sind halt ein bisschen welche, die ein bisschen extremer Lifestyle haben. Wenn man uns näher kennenlernt, dann merkt man schon, okay, da ist die Frau wohl die, die ein bisschen den Ton angibt. Weil, wie gesagt, seit dem Audien vor 20 Jahren ist so mein Empfinden, warum soll ich mich mit dem, was mich ausmacht, zurückhalten. Ich tue ja sonst keinem weh.
Sebastian Ja, wo würdest du sagen, ist die Grenze? Also wo sagst du, das würde ich meinem Umfeld ja weder zutrauen, noch den aufbürden?
AnruferIn Ich habe so ein bisschen den Eindruck, wenn es wesentlich ältere Menschen sind, so ab 80 im Verwandtenkreis, die noch in dem Alter sind, da halte ich mich sehr zurück. Bei Gleichaltrigen, ich bin jetzt über 50, mache ich da keine großen, also ich gehe da jetzt nicht offensiv mit um, aber ich trage dann immer auch den Ring der O und man könnte vielleicht meinen, wenn man so meine Frau und mich im Außenverhältnis sieht, wenn man genau darauf achtet, ja okay, ich halte mich ein bisschen zurück. Manche können sagen, es ist vielleicht ein bisschen mehr der Gentleman. Aber wer dann auf einzelne Details achtet, wird sicherlich darauf kommen.
Sebastian Ja, das ist spannend, wie die Leute sich einen Reim drauf machen, im Zweifel. Und den Ring, der O, der hat natürlich diesen Charme, dass wer ihn kennt, der erkennt was und wer ihn nicht kennt, der erkennt halt einfach nur ein Schmuckstück. Das macht ihn ja so schön tragbar eigentlich. Also es werden wahrscheinlich wenig Leute ihn kennen, die die Sache total fürchterlich finden.
AnruferIn Also wie gesagt, mir ist auch nie so offen irgendwie Ablehnung entgegengekommen. Also bis auf der eine alte Studienfreund, der sich dann einfach irgendwie ausgeklingt hat.
Sebastian Ja und bei dem weiß man nicht mal genau, ob es daran lag. Das ist ja auch ein bisschen gemein.
AnruferIn Ja, ich denke schon, weil es zeitlich sehr eng beieinander war und es dann doch von einem sehr engen Miteinander plötzlich zu einem abrupten, nee, keine Zeit mehr.
Sebastian Okay, das ist recht eindeutig. Ist schade, aber ja, auch das kann passieren, dass über manche Menschen Überfordertes oder sie haben eben doch so viele Vorurteile schon im Kopf oder fühlen sich vielleicht sogar selbst ertappt dabei, wenn sie das in eine Schublade gepackt haben, dass sie davon nichts wissen wollen. Aber man kann ja nur spekulieren, Gesundheit, liebes Podcast, man kann ja nur spekulieren, was es ist. Es ist schade drum, aber überstanden hast du es ja zumindest.
AnruferIn Ja, und wie gesagt, letztendlich war es für mich auch eine Befreiung, dass man sich nicht irgendwie bremsen muss und nicht irgendwie Angst haben muss, es könnte irgendjemand ja irgendwas entdecken. Man kann einfach, ich sage mal, ein bisschen freier atmen und ein bisschen angstfreier einfach sein Leben gestalten. Wie gesagt, man muss jetzt nicht mit einer Fahne voraus durchs Dorf rennen und eben was unter die Nase binden. Aber es kamen ansonsten keine großen negativen Sachen oder Konflikte einem entgegen. Es war eher für mein Wohlbefinden positiv. Von daher bin ich mit der Entscheidung eigentlich so zu verfahren recht zufrieden.
Sebastian Okay, sehr gut. Noch eine positive Stimme, sehr schön. Ich bin gespannt, ob ich heute auch noch Horror-Stories hören werde. Ich bin äußerst neugierig. Ich wünsche dir, dass du immer positive Erlebnisse hast und nie schief angeguckt wirst vor allem und dass du einfach ganz frei durch die Gegend wandeln kannst. Ich wünsche dir einen wunderschönen Abend.
AnruferIn Ja, danke ebenso.
Sebastian Mach's gut, tschüss. So ihr Lieben, das war der Ehesklave und ich habe die nächste Woche ein bisschen zu tun, die nächsten zwei Wochen. Ich habe ja nochmal eine Umfrage gemacht und jetzt weiß ich auch, warum die so komisch sind für euch, liebes Publikum. Ihr kriegt A nicht gesagt, dass ihr teilweise mehrfach Antworten geben könnt, deshalb macht ihr das nicht und deshalb stimmen die Zahlen für euch auch nicht, weil ich sehe zum Beispiel bei der Frage, wer weiß Bescheid, gute Idee, liebes Podcast, so wie die zu stellen, da haben 51 Leute teilgenommen, aber 85 Stimmen wurden abgegeben. Das passt wahrscheinlich nicht. Also da haben wir verfälschte Zahlen, weil die Leute einfach gar nicht wissen, was sie anklicken müssen. Wir werden da noch ein bisschen dran arbeiten und deshalb passen die Zahlen für euch nicht, weil ihr seht, nur 51 Leute haben abgestimmt, aber wie viele stimmen sie jeweils da reingeworfen haben, das weiß natürlich niemand. Erlaubt mir da noch ein bisschen mit zu spielen, in zwei Wochen haben wir das besser drauf. So, das war der Ehe-Sklave. Auch er kann da relativ offen mit umgehen, aber doch eine negative Erfahrung gab es oder eine Person, die sich dann zurückgezogen hat, was natürlich schade ist. Das Risiko besteht immer. Mal sehen, was mein nächster Anrufer dazu sagt. Hallo, Sebastian hier, mit wem spreche ich?
AnruferIn Hi, die Brad Mischen hier. Ich war in der letzten Folge schon da.
Sebastian Das ist interessant. Also haben wir schon den dritten, der in der letzten Folge dabei war. Oder jetzt die dritte. Es tut offenbar nicht weh, hier anzurufen. Man kriegt dann Lust, es wiederzutun. So, dich frage ich mal direkt. Wer weiß es? Familie, Freunde, Nachbarn?
AnruferIn Freunde, Hobby, Familie nicht. Arbeitskollegen zum großen Teil. Aber auch nur, weil wir eine Sammelumkleide haben. uns umziehen müssen. Das hilft halt alles nicht. Und wenn man dann gerade im SM-Bereich aktiv ist, dann ja, bleibt es nicht aus. Nachbarn wissen es nicht. Ich bin aber auch erst vor kurzem umgezogen.
Sebastian Dürften die Nachbarn es wissen?
AnruferIn Wenn sie es mitbekommen, bekommen sie es mit. Wer Fragen stellt, kriegt Antworten.
Sebastian Ja, und vor allem bei Nachbarn, also zumindest hier bei mir auf dem Dorf, wenn es einer weiß, wissen es garantiert alle.
AnruferIn Das wird hier genauso laufen.
Sebastian Hast du schon mal negative Erfahrungen gemacht, wenn du jemandem aus dem nicht-kinky Kontext ein bisschen was erzählt hast oder hast du dich blicken lassen?
AnruferIn Ja, durchaus. Also eine gute Freundin von mir hat mich nur mit riesigen Augen angeguckt und gesagt, um Gottes Willen, das tust du, das kannst du doch nicht machen. Und ich war so, gut, da reden wir einfach nicht weiter drüber. Und sie hielt sich dann auch dran, dass das ja alles Gewalt sei und dass ja jeder, der BDSM auslebt, auf jeden Fall Therapie bräuchte. Und ich stand da und war so, ja, hast du eine Ahnung? Aber das werden wir nicht geklärt kriegen, glaube ich, auf dieser Ebene.
Sebastian Seid ihr noch befreundet?
AnruferIn Ja, also es war nie so eine super krass enge Freundschaft, aber wir haben trotzdem noch Kontakt, aber ich lasse das Thema halt einfach weg. Dieses Thema klammer ich halt einfach aus, da reden wir nicht drüber und damit funktioniert das ganz gut für uns beide. Sie weiß, dass ich das mache und ich in ihren Augen Therapie bräuchte ich weiß, dass sie das überhaupt nicht gut findet und ja, dabei belassen wir es einfach Okay.
Sebastian Ist ja Wie fühlst du dich damit? Weil an der Stelle musst du jetzt Vorurteile ausbaden die sie halt hat und die du wo sie dir auch nicht die Chance gibt, die weg zu diskutieren offenbar.
AnruferIn Ich finde es traurig ich finde es schade ähm, Ja, es ärgert mich halt so ein bisschen, aber ich sage halt auch, okay, wenn du damit nichts anfangen kannst, ist das ja völlig in Ordnung, nur lass mich doch mein Leben so leben, wie ich es leben möchte. Das scheint sie nicht zu können, das finde ich schade und traurig, aber gut, so ist es halt. Man wird nie mit allen Menschen auf einen hinzukommen, egal welcher Beziehung im Leben.
Sebastian Ja, muss man auch akzeptieren. Gibt es einen Bereich, wo du gerne ein bisschen offener wärst, wo du sagst, also den Leuten, mit denen habe ich so viel zu tun, also abgesehen von der Arbeit, sage ich mal, wo du dann doch Hemmungen hast, wo du weißt, das ist ein Schritt, den kann man ja auch nicht rückgängig machen.
AnruferIn Nicht wirklich also mein Hauptlebenspunkt Hobby technisch oder halt dann auch Freundeskreis technisch ist tatsächlich mein Ehrenamt und da wissen es halt alle dadurch dass wir eine Gemeinschaftsumkleide haben und mein Meister und ich sehr SM affin spielen und da dann unter die Spur schon mal zwei bis drei Wochen bleiben, es ist halt so und die wissen wer da Fragen stellt kriegt Antworten Wer keine Fragen stellt, ist auch okay. Es wurde einmal tatsächlich einfach nur in relativ großer Runde gefragt, so einvernehmlich oder nicht einvernehmlich, was du da so alles auf dir hast. Ich war so einvernehmlich und damit war das Thema halt für die meisten auch geklärt.
Sebastian Das ist auch genau die richtige Frage, die man stellen kann tatsächlich. Ja, das ist eine gute Frage.
AnruferIn Fand ich eine total wichtige Frage auch in dem Punkt. Und wie gesagt, es gab so den einen oder anderen, der hat dann halt noch ein bisschen gefragt, der hat auch Antworten bekommen. Von dem einen oder anderen hat man erfahren, dass der auch kinky unterwegs ist. Aber eigentlich ist das kein großes Thema.
Sebastian Was wäre denn, wenn da jetzt jemand gesagt hätte, oh Gott, das sind Spuren, also das finde ich nicht gut, das möchte ich nicht sehen. Würdest du darauf eingehen oder würdest du sagen, Pech gehabt?
AnruferIn Dann würde ich halt sagen, ja, dann guck halt woanders hin. Ich möchte auch nicht sehen, wie deine Unterhose aussieht, muss ich trotzdem.
Sebastian Ja, gut, aber das ist ja nochmal was anderes. Also ich stelle mir jetzt einfach mal eine Person vor, die selber eine Gewalterfahrung gemacht hat und die du dann damit erinnern würdest und zwar eine nicht einvernehmliche Erfahrung. Also an der Stelle ist ja auch so ein bisschen die Frage, man möchte ja auch, so sehr man das ja selber nach außen tragen möchte, so sehr möchte man ja andere Menschen nicht mit etwas konfrontieren, was ihnen dann nicht gut tut.
AnruferIn Ich sage mal, in den Momenten, wo ich es verhindern kann, würde ich es dann verhindern. Mein Ehrenamt ist aber freiwillige Feuerwehr. Also wenn der Melder geht, dann geht er. Und ich werde nicht dauerhaft im Alltag irgendwie lange Unterwäsche und Unterhemd tragen. Nur damit, wenn wir uns zum Einsatz umziehen, dann niemand irgendwas sehen könnte. Ja, und das wird halt nicht passieren.
Sebastian Gut, und das ist vielleicht auch so ein Bereich, wo man wahrscheinlich eh sehr viel sieht und da eh ein bisschen Grund abgehärtet ist, wie ich befürchte.
AnruferIn Genau, also ich glaube auch, dass jemand wirklich noch, der so aktiv eine Gewalterfahrung erleben musste, dass er dadurch getriggert wird, blaue Flecken an anderen zu sehen, der wäre eh nicht einsatztauglich. Also der wäre definitiv nicht tauglich, um in den aktiven Einsatzdienst zu gehen.
Sebastian Ja, Maggi94 hat geschrieben, habe eine Gemeinschaftsumkleide und dann nie Probleme, in der Sauna schon Blicke geerntet, aber bisher keine Reaktionen. Ja, das ist ja auch nochmal so ein Punkt, man kriegt es ja dann auch selber nicht mit, wenn die Leute dann sagen, oh guck mal, die da hinten, der da hinten. Also das, wobei ist jetzt die Frage, also Sauna, wie wäre das so eine Saunalandschaft mit blauen Flecken, da sind ja dann im Zweifel auch Kinder, also ziehst du da dann eine Grenze oder sagst du, nö, das ist ja mein Körper, der ist ja nicht schlimm.
AnruferIn Also es kommt drauf an. Ich sage mal, wenn das jetzt einfach nur blaue Flecken sind, dann sind es halt blaue Flecken. Wenn es jetzt wirklich eindeutige Spuren sind oder auch schon mal offene Wunden, das kommt durchaus bei uns auch vor, dann würde ich die Sauna, also bei offenen Wunden würde ich die Sauna schon einfach meiden, weil die Sauna dafür nicht gut wäre. Aber dann würde ich wahrscheinlich eher irgendwie mit einem Handtuch umgewickelt oder so rumlaufen. Also Kinder sind definitiv der Bereich, wo ich dann die Grenze ziehe, wo ich sage, die müssen das irgendwie nicht, Nicht mitbekommen, nicht ausbaden, nicht verarbeiten, auch wenn sie nicht verstehen, worum es geht oder gerade weil sie nicht verstehen, worum es geht.
Sebastian Ich merke schon, also ich merke so im Durchschnitt, die Menschen, die hier anrufen heute, das ist natürlich kein repräsentativer Querschnitt, die muten ihrer Umgebung schon ein bisschen was zu. Die sagen halt schon, ich bin halt so, nehmt mich, wie ich bin. Punkt.
AnruferIn Ja, auf jeden Fall. Also ich habe da auch bisher wenig bis keine wirklich super schlechten Erfahrungen mitgemacht, außer dir so eine Freundin, die halt nichts davon wissen will und mir erklärte, dass ich Therapie brauche. Aber sonst kommen halt oft neugierige Fragen, die werden dann beantwortet und dann ist gut.
Sebastian Okay.
AnruferIn Also jeder, der Fragen stellt, kriegt Antworten und wer keine Fragen stellt, kriegt es jetzt aber auch nicht groß auf die Nase gebunden.
Sebastian Ich muss ja zugeben, ich habe es seltenst gehabt in meinem Leben, aber wenn dann jemand mal aus dem Nicht-Kinky-Kontext Fragen stellt, man hat erstaunlich gute Antworten parat, habe ich das Gefühl. Also man denkt, okay, dann fühle ich mich total erwischt und irgendwas, aber nein, es ist, also zumindest ich hatte dann das Glück, in dem Moment erstaunlich passende Worte zu finden. Und ja, die Frage ist, wir können darüber reden, musst du dir überlegen, ob du mehr wissen möchtest. Das ist an sich, funktioniert das schon mal ganz gut und die meisten Leute sagen dann entweder nö oder wenn sie doch mehr wissen möchten, dann hat man auch vielleicht eine Gesprächsgrundlage, wenn so eine Grundneugier da ist. Ich habe es noch nie erlebt, dass jemand sagt, ich möchte mehr wissen und dann sagt, um Gottes Willen. Das habe ich selber auch noch nicht erlebt.
AnruferIn Also meine beste Freundin hat tatsächlich total viele neugierige Fragen gestellt. Die kommt selber nicht aus dem Kinky-Kontext und dann habe ich es erzählt und dann habe ich auch gesagt, wann auch immer es dir zu viel wird, sag was. Und irgendwann war dann der Moment, wo sie nicht mehr wissen wollte und dann hat sie gesagt, okay, bis hierhin und nicht weiter. Und dann habe ich gesagt, ja, okay, dann bis hierhin und nicht weiter. Ist ja völlig in Ordnung.
Sebastian Ja, finde ich aber gut, wenn sie sich da dann auch abgrenzen konnte, wenn sie sagen konnte, okay, das reicht mir jetzt.
AnruferIn Ja, deswegen, das ist völlig in Ordnung, also, ja.
Sebastian Okay.
AnruferIn Nee.
Sebastian Brad Mischen, ich kann nur sagen, vielen Dank, gute Erfahrungen gemacht. Du gehst damit auch echt mutig um, muss ich sagen. Also, ich würde so Sauna oder der Umkleidebereich, also, nee, nee, da wäre ich ein bisschen vorsichtiger. Aber das ist ja das Schöne, dass wir da unterschiedlich mit umgehen und offenbar, ja, auch bei dir wieder. Also bis auf eine Person, das ist interessant beim Ehesklaven, auch eine Person, die ihm relativ nahe stand oder auch bei dir eine Person, die relativ nahe steht, da ist es dann mal nicht gut gelaufen. Vielleicht ist Nähe auch eine Sache, die die Sache schwieriger macht. Da muss ich mal drauf rumdenken. Ich bedanke mich ganz herzlich für deinen Anruf.
AnruferIn Ja, sehr gerne. Dann einen schönen Abend noch.
Sebastian Dankeschön.
AnruferIn Und ich höre noch gespannt zu.
Sebastian Ja, sehr gerne. Mach's gut. Tschüss.
AnruferIn Bis dann. Ciao.
Sebastian So ihr Lieben, das war Brad Mischen und es geht hier auch gleich weiter. Ich werfe mal die nächste Umfrage hin. Wir wollen das ja ordentlich austesten heute hier und ich weiß, dass wir gleich jemand anrufen. Und auf die Frage, ob ich schon mal auf mein Kennzeichen angesprochen wurde, kann ich schon mal Ja sagen. Ich bin gespannt. So und es klingelt. Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich?
AnruferIn Turtus, schönen guten Abend.
Sebastian Turtus, hallo. Bei dir bin ich ja jetzt gespannt. Wie ist das in der Provinz, in der du lebst?
AnruferIn Wissen die Nachbarn Bescheid? Die Nachbarn sind tatsächlich, wie auch bei dir, die einzigen, wo ich versuche, mich ein bisschen zurückzuhalten. Einfach weil Wohnungen wechselt man nicht so schnell und mit denen muss man halt irgendwie auf zumindest halbwegs neutralem Punkt auskommen. Also da werfe ich mir schon mal was über, bevor ich irgendwie rausgehe, den Müll wegbringen oder in den Waschkeller, in den Gemeinschaftskeller oder sowas. Aber ansonsten bin ich da ziemlich gnadenlos und völlig entspannt mit und habe auch, wie andere Leute, noch nie größere Probleme bekommen.
Sebastian Okay, also was wären denn größere Probleme?
AnruferIn Naja, dass mich irgendwo jemand, der mich mit Hundehalsband in der Öffentlichkeit rumlaufen sieht, anpöbelt, irgendeinen blöden Spruch drückt oder irgend sowas. Ich hatte ein oder zwei Menschen, die inzwischen nicht mehr ganz so enge Freunde, sondern nur noch Bekannte sind, die damit nicht so ganz gut klarkamen. Aber auch da denke ich mir inzwischen, ja, wer mich nicht so nimmt, wie ich bin, der braucht mich halt auch gar nicht zu nehmen. Ich habe genügend Leute, die mich so nehmen, wie ich bin.
Sebastian Ja, also gerade, das bist du schon jetzt die dritte Person, also Menschen, die einem eh relativ nah sind, die sind eher empfindlich, habe ich das Gefühl. Interessant.
AnruferIn Es war ein einziger von, lass es 10 oder 15 Stück sein oder sowas, der damit nicht klarkam, der halt auch ein, sagen wir, ein etwas konservativeres Weltbild hatte.
Sebastian Okay, und das, okay, aber wie hat das erfahren? Hast du es ihm erzählt und erzählen wollen?
AnruferIn Ich habe es ihm irgendwann mal erzählt.
Sebastian Okay, und dann war wo oder wie war die Reaktion?
AnruferIn Nee, dann war, das ist schon ein bisschen seltsam irgendwie, ich komme damit nicht klar, aber wenn es dich glücklich macht, danach hatten wir dann auch nicht mehr ganz so viel miteinander zu tun, was aber auch glaube ich daran lag, dass wir uns auch in anderen Aspekten unseres Lebens auseinandergelebt haben, bin ich inzwischen auch gar nicht so traurig drum. In den meisten Fällen habe ich gar keine Reaktion. Also man kann wirklich mit quietschfarbenen, sehr großen Hundehalsbändern rumrennen, ohne dass es Leute größer stört oder auffällt. Es fragt auch nur ganz, ganz selten mal jemand nach. Und so die Erfahrung ist, je jünger die Menschen sind, umso besser kommen sie damit klar und am besten kommen damit Kinder klar. Das ist ganz erstaunlich.
Sebastian Ja gut, die gehen ja auch völlig vorurteilsfrei an die Sache ran. Meistens sind Eltern das Problem. Okay, also das Halsband ist es. Also ich weiß, wenn ich mal Leute in der Öffentlichkeit sehe, die irgendwie im Halsband rumrennen oder wobei Halsband ist immer schwierig, gerade bei jungen Leuten, das kann auch der Joker sein, also ich kann dann auch oft nicht einschätzen, ob das jetzt was mit King zu tun hat oder ob das ein Modus das wahr ist, aber ich merke schon, ich gucke da schon mal hinterher und drauf, weil ich denke, ach guck an und hier und in der Umgebung und so selbstbewusst und also ich nehme das schon wahr. Also derjenige, der starrt und guckt, muss ich ja ehrlich zugeben, das bin ich. Und gar nicht die anderen Menschen drumherum. Und das kann natürlich dran liegen, weil ich anfange zu interpretieren. Aber, hm, ist die Frage. Also die Leute, die hinterhergucken, sind das dann die, die eher wissend sind. Was würdest du sagen?
AnruferIn Jein, es sind teilweise sogar, glaube ich, die, die meinen zu wissen oder die das ein oder andere an Stereotypen im Kopf haben. Also eine der beeindruckend und gleichzeitig lustigsten Halsbandgeschichten, die ich je hatte, war mal auf irgendeinem Pfadfinder-Geländespiel, ein 14- oder 15-jähriges Kind, das ich noch nie gesehen hatte, sieht mich, weil ich da halt gerade irgendeine Station mache, legt da ein bisschen den Kopf schief, guckt mich und mein Halsband an und fragt, Besitz oder Mode? Und dann denkt es einen Moment und sagt, nein, lass mich überlegen, es ist glaube ich eher Mode, weil wenn es Besitz wäre, wäre es ja abgeschlossen. Und ich sagte so, Kind, das ist jetzt gerade zwar sehr Klischee, aber um diesen Zusammenhang einem Erwachsenen zu erklären, hätte ich jetzt wahrscheinlich 45 Minuten gebraucht.
Sebastian Okay, aber da haben wir jetzt den Punkt. Also bei Kindern machst du nicht halt oder bei Jugendlichen halt.
AnruferIn Ich meine, dadurch, dass bei mir das Ehrenamt in der Freizeit Pfadfinder ist, sehen mich auch sehr häufig Kinder damit rumlaufen und da ist mit dem Verein abgesprochen, bis zur Altersklasse von 16 ist das ein modisches Accessoire, was auch durchaus sehr hübsch ist. Da hängt auch diese Hundemarke dran, die für mich ganz, ganz wichtig ist, was ein persönliches Erinnerungsstück ist. Ab 16 gab es irgendwann mal die Absprache mit dem Vereinsvorstand. Darf man das erwähnen, dass es BDSM gibt? Aber wenn Kinder nachfragen oder genauere Details wissen wollen, dann schickt man sie im Zweifelsfalle zur SMJG. Und ab 18 darf ich darüber auch Details erzählen, wenn Leute neugierig sind und Fragen beantworten, weil am besten von Leuten die Ahnung haben.
Sebastian Okay, das heißt, das ist aber bis zum Vorstand hoch eskaliert und musste besprochen werden.
AnruferIn Nee, das ist gar nicht mal so eskaliert, sondern das ist von mir aus ausgegangen mit, ich hätte da gerne eine Lösung, auf die wir uns einigen, bevor es irgendwo aufklatscht, weil es Eltern seltsam finden oder sowas. Also es ist im positiven Sinne eskaliert tatsächlich.
Sebastian Okay, fanden es Eltern schon mal seltsam?
AnruferIn Bisher tatsächlich nicht. Die haben sich daran gewöhnt, dass ich halt der bin, der mit dem Runde als Band der Rundemarken rumrennt.
Sebastian Okay, also darf ich sagen, aus welchem Bundesland du kommst?
AnruferIn Hessen.
Sebastian Okay, also ich wusste jetzt nicht, ob ich das sagen darf. Also ich komme ja auch aus der Gegend und ich habe manchmal das Gefühl, dass so im mittelländlichen hessischen Bereich die Leute lassen, also ja, die mögen alle sehr konservativ sein, aber sie lassen den Leuten ihren Spleen. Also ich kenne das aus meiner Jugend und Kindheit und auch so jungen Erwachsenenalter, dieses ganz oft sind Leute ein bisschen schräg. Der eine rennt mit dem Hut rum, der andere immer mit der Lederjacke, der nächste fährt einen Leichenwagen, hatte ich bei mir auch in der Straße.
AnruferIn Kann ich bestätigen, ja.
Sebastian Irgendso ein Spleen darf da... Zumindest da, wo ich jetzt gewohnt habe, irgendeinen Spleen darf da jeder haben. Es wird im Dorf drüber getratscht. Das darf man nicht vergessen. Das machen sie trotzdem. Aber den Spleen lassen sie den Leuten und sie sperren sie auch nicht aus oder weg oder halten sie von ihnen fern, sondern das ist halt der, der das macht oder die, die das macht. Und die eine Nachbarin, das weiß ich noch, die hat immer Sonnenbaden in Nackig im Garten. Und ehrlicherweise die einzige Person, die das anstößig fand, war meine Mutter. Ansonsten, soll die doch machen. Ihr Garten, fertig. Ja, und meine Mutter ist auch, glaube ich, die einzige Person, die ich kenne, die immer ganz komisch wird, wenn ich dann irgendwie sage, ich mache da so einen Podcast.
AnruferIn Ich glaube, das Geheimnis ist, man darf Leuten nicht auf den Keks damit gehen und darf sie nicht, wie es vorhin ja auch schon hieß, nicht ungefragt mit Informationen überhäufen, die sie vielleicht gar nicht wissen wollen. Wenn Leute von sich aus fragen, ist das ist völlig okay, dann kann man auch mal ein bisschen detaillierter erzählen. Aber man sollte halt, egal wem, im Nahfeld und der Öffentlichkeit mit dem, was man da tut, nicht ungefragt auf den Keks gehen. Und dann kann man halt auch wirklich, wie du schon sagtest, seinen Spleen ausleben. Ich sage ja immer hier in der Gegend gerne, Mittelhessen ist ja schon sehr nah an Mittelalter. Das muss man manchmal ja schon sagen.
Sebastian Die Gebäude sind zumindest zum Teil sehr alt und schön.
AnruferIn Ja, auch das.
Sebastian Ja, also ich finde, es hat ja auch einen Vorteil, also wenn man so eine Marke hat, also Marke als, ja, also ein Halsband trägt mit Marke, als Marke, wenn man als Marke auftritt, sag ich mal, das ist auch ganz schön, wenn man wird wiedererkannt in der Tankstelle, am Kiosk, im Supermarkt, die Leute erkennen einen wieder und das ist ja auch gar nicht so doof, hab ich das Gefühl.
AnruferIn Gerade wenn man sich nicht daneben benimmt und halbwegs einen positiven Eindruck hinterlässt, ja klar, also auch wenn es darum geht, dass man mal neue Leute irgendwo trifft, die gar nicht mal aus dem Hobby-Kontext kommen müssen oder sowas, kann man halt einfach sagen, wenn ich dich am Bahnsteig abhole, wir haben uns vorher noch nicht gesehen, ich bin der Einzige, der mit dem Hundehalsband rumrennt. Meistens. Ich habe zumindest noch keinen anderen gesehen, ich warte darauf, dass mir genau das passiert.
Sebastian Möchtest du noch was hinzufügen?
AnruferIn Ich glaube, wir hatten das im Chat auch schon, dass es da diese Abstufungen gibt von, oh Gott, oh Gott, wenn mich jemand sieht bis zu, es ist mir einfach völlig egal. Und ich habe ja schon geschrieben, ich habe kürzlich ganz bewusst zehnjähriges Jubiläum rumlaufen mit Halsband in der Öffentlichkeit gefeiert. Und ich hatte halt wirklich auch in den ersten Wochen oder sowas so Dinge. Ich fahre im Auto, sehe, hinter mir ist ein Polizeiwagen und ich denke mir, oh Gott, wenn der dich jetzt anhält und kontrolliert, fast angefangen im Auto wilde Umkleideaktionen während der Fahrt zu halten. Aus Panik, jemand könnte das sehen. Ja, das hat sich dann halt langsam entwickelt bis zu, ich war letztens irgendwie mit einer kinky Freundin im örtlichen Tierfuttergeschäft. Sie kauft Katzenfutter, ich bin in der Hunderecke, weil was will ich mit Katzenfutter finde? Ein hübsches Halsband, gehe damit zur Kasse, unterhalte mich in der Kassenschlange mit ihr so, ob die Größe wohl passt oder nicht. die Kassiererin möchte natürlich hilfreich sein und fragt, für was für eine Rasse ist es denn? Und ich meine, ich trage es selbst. Das hat sie so völlig aus dem Konzept gebracht, dass sie vergessen hat, mich zu fragen, ob ich was fürs Tierheim spenden will, was sie jeden Kunden fragen musste. Und dazwischen hatte ich tatsächlich in zehn Jahren in allen Abstufungen lustige Anekdoten.
Sebastian Okay, ja, also ich muss ja zu, also solange du, wenn du Hundefutter noch kaufst und sagst, ich esse das selbst, ich glaube, dann würde sogar ich als Verkäufer da die Krise kriegen.
AnruferIn Dann ist es schwierig, ja.
Sebastian Aber so weit gehst du da nicht.
AnruferIn Nee, so weit gehe ich nicht und wir hatten es auch im Chat schon irgendwie, manches ist so offensichtlich, dass Leute es nicht sehen. Also ich stand an dieser Kasse vor ihr, während ich natürlich ein anderes Halsband schon getragen habe. Also es hätte ihr auffallen können, aber nein, warum sollte man da hingucken?
Sebastian Ja gut, aber auf der anderen Seite, die wollen ja auch professionell sein. Und stell dir mal vor, sie irrt sich da und das wäre wirklich für einen Hund, dann hat sie dich ja schlecht beraten.
AnruferIn Ja, natürlich. Also ich fand es auch total knuffig, aber man merkte halt, okay, die Dame hat auch was fürs Leben gelernt dabei.
Sebastian Musst du noch ein paar Halsbänder bei ihr kaufen, dann gewöhnt sie sich dran.
AnruferIn Ja, also ich werde definitiv da wieder vorbeigehen und ich vermute mal fast, wenn ich das nächste Mal da aufkreuze, sie wird mich bestimmt erkennen, selbst wenn ich ein anderes Halsband trage, als das, was ich da gekauft habe.
Sebastian Ob sie dich dann fragt, ob du was für Stierheim spenden möchtest, da bin ich gespannt, das würde mich interessieren. Bitte kommentieren unter der Folge.
AnruferIn Werde ich auf alle Fälle tun, ja.
Sebastian Wunderbar. Turus, ich lasse mal die nächste Person hier in die Sendung rein. Ich wünsche dir einen wunderschönen Abend.
AnruferIn Ebenso. Tschüss.
Sebastian Tschüss. So ihr Lieben, das war Todus. Wir gehen noch einen Schritt weiter. Also ich sage es nochmal, das ist heute nicht repräsentativ. Wir rufen natürlich eher Menschen an, die sichtbar sind und sein wollen und auch sein können. Das ist ja auch mal eine Sache, die man nicht unbedingt unter Kontrolle hat. Ich bin gespannt. So, wir haben es nochmal mit einer Umfrage probiert. Wurdet ihr schon mal auf ein Kennzeichen angesprochen? Und diesmal haben wir klar 60% ja, 41% nein, weil das war keine Mehrfachumfrage. Und da funktioniert das jetzt auch in das Transparent. So, und jetzt klingelt es wieder. Ich gehe mal ran, so viele Anrufer machen wir heute gar nicht mehr. Hallo, Sebastian hier, mit wem spreche ich?
AnruferIn Ja, hallo, hier ist Mermaid.
Sebastian Mermaid, hallo, herzlich willkommen bei der Unvernunft. Wie ist das bei dir? Wissen es alle?
AnruferIn Nein, das wissen die wenigsten.
Sebastian Okay, wo, in welchem Kontext fühlst du dich ja sicher oder bereit, das Preis zu geben und wo magst du es lieber versteckt halten?
AnruferIn Also natürlich bei der Arbeit halte ich das versteckt und ich halte es auch bei vielen Freunden versteckt. Angefangen oder zum BDSM gekommen bin ich ja darüber, dass wir unsere Vanilla-Beziehung, Ehe geöffnet haben und ich dann zufällig in dieses Thema gelangte. Und ja, das war ja schon ein Problem, dass wir unsere Beziehung überhaupt geöffnet haben für ganz viele.
Sebastian Wie habt ihr das erzählt? Wer sind ganz viele? Also Freunde und Freundinnen? Was erzählt man denen?
AnruferIn Naja, wir waren am Anfang ganz euphorisch und dachten, ja, wir öffnen jetzt mal die Beziehung und wir gucken mal, was passiert. Und ganz viele waren sehr erschrocken bis hin zu Bemerkungen von Freundinnen, aber mein Mann lässt in Ruhe. Und ja, dann wird man so nach und nach, wird man eingedämpft sozusagen mit der Euphorie und dem Erzählen können und wollen. Und ja, das ist ein bisschen schade, weil dadurch habe ich oft das Gefühl, ich muss viel von mir verstecken und kann nicht ganz ich sein. Und ich bin eigentlich jemand, der sehr gerne sehr authentisch ist und das fällt dann schwer.
Sebastian Was heißt verstecken? Also gar nichts mehr erwähnen oder also okay, also da musst du dann wirklich so tun, als gäbe es nichts.
AnruferIn Genau, dann, also es ist wie, als würde dieser Teil von mir nicht existieren.
Sebastian Ja, schade. Und da weitere Versuche lohnen sich wahrscheinlich nicht.
AnruferIn Nee, weil es auch... Ja, ich finde halt, wenn Menschen sowas noch nicht erlebt haben und überhaupt nicht kinky unterwegs sind und für sowas offen sind, ja, merkst du relativ schnell, wenn du beim ersten Mal was davon erzählst, ob die irgendwie nachfragen, interessiert sind und sagen, ach echt, oh wow, erzähl mal. Und du merkst aber halt auch ganz schnell, wenn welche sagen, äh, ja, äh, ja. Und dann bist du lieber wieder still und redest davon nicht.
Sebastian Okay. Gibt es auch Leute, wo es positiv war, wo die Leute gesagt haben, oh ja, finde ich cool oder hast du die Erfahrung gar nicht gemacht?
AnruferIn Doch, gibt es auch ein paar, aber es ist auch so, dass ich nicht das Gefühl habe, wenn wir uns dann wieder treffen, dass sie nochmal nachfragen, dass sie sagen, erzähl doch mal, was hast du Neues erlebt oder wie ist das jetzt oder ist das immer noch wichtig für dich? Da wird nicht viel nachgefragt. Manchmal denke ich, sie wollen nicht zu intim nachfragen oder sind irgendwie vorsichtig und trauen sich vielleicht selber nicht.
Sebastian Ja, natürlich. Das ist natürlich auch so ein Punkt. Ich würde jetzt auch beim Bäcker nicht fragen, das wäre ja übergriffig auch, da zu fragen, wie halten Sie es im Bett? Das würde ich niemals machen, um Gottes Willen. Ja, selbst wenn die Person da einen Halsreif hat, dann würde ich mir sehr tunlichst überlegen, ob ich dazu einen Ton sage oder nicht, weil da will ich ja auch nicht übergriffig sein. Also das ist ja auch für die Menschen dann auch so eine Geschichte so ein bisschen schwierig, weil wie schnell hat man einen blöden Kommentar gemacht, obwohl man das gar nicht wollte, weil man irgendwie Quatsch erzählt hat. Also da kann ich die Menschen schon verstehen, dass sie da beim Nachfragen Schwierigkeiten haben und sie kriegen ja wahrscheinlich auch mit, dass du da zurückhaltend bist.
AnruferIn Ja, klar. Also es ist ja, auch als das losging, war ich ja selber auch so ein bisschen, nicht erschrocken, aber erstaunt und finde auch bis heute manchmal noch gar nicht so die richtigen Worte dafür, für jemanden, der nicht kinky ist oder der das nicht erlebt oder kennt. Und da ist es, ich finde es ganz oft schwierig zu erklären, so wie fühlt sich das an, wenn ich in diesen Subspace reinkomme und von diesem Rauschen, von diesem Glücksgefühl zu erzählen, das ist schwierig in Worte zu fassen für mich. Und da würde ich manche gerne mehr mit reinholen können, aber bis jetzt ist mir das noch nicht so gut gelungen.
Sebastian Ja, ich glaube, das ist dann auch, man muss ja auch ein bisschen üben, um das dann auch zu erzählen. Und in was für einem Lebensbereich, jetzt abgesehen von der Arbeit, wo sagst du, also da würde ich auf gar keinen Fall, also ich sag mal, die Familienfeier versuche ich ja immer noch mal hier reinzuwerfen, irgendeine Hochzeit oder, gut, Beerdigung lasse ich mal außen vor, aber irgendein freudiges Familienfest, der 80. Geburtstag der Oma XY oder Tante oder sowas, also willst du sagen, nee, also da auf gar keinen Fall, da lasse ich gar nichts durchblicken oder vielleicht doch so ein bisschen wenigstens.
AnruferIn Nein, auf gar keinen Fall. Also weil die wissen ja noch nicht mal, dass wir in einer offenen Beziehung leben. Also das ist ja schon, also da fängt ja schon sozusagen der Cut an.
Sebastian Also auch gar nicht so ein verstecktes Zeichen, vielleicht so ein modisches Accessoire, vielleicht irgendwas, also so eine kleine Heimlichkeit, wo man schon Bescheid wissen muss, um es zu merken. Also der Ring der O ist natürlich jetzt der Klassiker, aber oder ein etwas auftragenderes Halsgeschmeide, was ein bisschen mehr, was aber eigentlich auch noch zulässt, dass man sagen kann, nö, nö, das ist halt Schmuck, habe ich von ihm bekommen, ich unterstehe jetzt mal, dass es dein Mann ist.
AnruferIn Nein, eben nicht, das ist ja das.
Sebastian Entschuldige bitte.
AnruferIn Also dann müsste ich ja gleichzeitig outen, dass ich das lebe mit einem, der nicht mein Mann ist.
Sebastian Okay, ja.
AnruferIn Das ist ja das.
Sebastian Okay, gut. Ich glaube, das sprengt die Sache nochmal ein bisschen mehr. Das finde ich auch tatsächlich spannend. Da kommen wahrscheinlich eher mehr Fragen noch. Schwierig.
AnruferIn Ja, genau.
Sebastian Also wie ist die ideale Welt? Also was, wenn du frei könntest, wie du möchtest, wenn du wüsstest, damit können alle umgehen oder du würdest jetzt nichts Negatives hören, das wäre halt so wie, ich sag mal, wirklich so dieses, wie, ja, ich gehe halt zum Yoga. Also wenn du wüsstest, die Leute würden das genau so auffassen oder nicht, nicht jeder muss es mögen, nicht jeder muss es machen, aber mein Gott, das machen halt Leute. Also, wenn das so wäre, was wäre so deine Idealvorstellung, wie du damit umgehen kannst? Würdest du es jedem erzählen wollen, ausschweifend? Oder wäre das so, man erwähnt es einmal und dann ist dein Bedürfnis nach Mitteilung auch, ich sag mal, erschöpft?
AnruferIn Ich glaube, ich würde es viel mehr mitteilen und ich wäre der glücklichste Mensch der Welt. Weil ich nicht immer das Gefühl hätte, ich muss was verstecken von mir.
Sebastian Wie ist das denn in einer fremden Stadt? Ich sage mal Urlaub, Wochenendtrip, irgend sowas. Wie weit kannst du da dann auch, was das angeht, öffentlich freier agieren?
AnruferIn Ja, das geht. Das geht. Also in bestimmten Settings und wenn ich weg bin von alten Bekannten, dann klar, dann geht das. Und ich habe natürlich auch neue Freundschaften gefunden, mit denen ich mich darüber austauschen kann. Und das sind immer meine schönsten Treffen und meine schönsten Begegnungen ich habe eine Freundin, die lebt das auch und das ist immer wie so wir sind wie so ein sprudelnder Wasserfall und können uns davon erzählen und das ist wunderschön da bin ich halt dran zu gucken, ich möchte meinen alten Freundeskreis nicht ganz aufgeben aber natürlich verschiebt sich das Und die Zeitfenster, die man hat, sind ja nur begrenzt im Leben. Und da irgendwie zu gucken, dass ich eben genügend andere kinky Leute treffe, mit denen ich mich darüber austauschen kann.
Sebastian Das ist ein spannender Punkt. Es verschiebt sich, ich meine, ich habe es ja selber gemerkt, der Freundeskreis verschiebt sich in einem Bereich, wo Leute ähnlich drauf sind. Wenn das bei ganz vielen Dingen so ist im Leben, dann hast du wirklich überall diese Bubbles und eigentlich entgeht einem eine ganze Menge, wenn man nicht offen für so ziemlich alles ist. Muss ich mal drüber nachdenken, auch ich als kinky Person was entgeht mir alles, welche ich sag mal kreise weil ich eventuell anderen Sachen gegenüber nicht offen bin ich muss so viel nachdenken nach dieser Folge, ist ja fürchterlich, da ruft gerade noch eine Person an, weil es 22.10 Uhr schon ist, würde ich die tatsächlich mal in die Sendung lassen, ich bedanke mich ganz herzlich für deinen Anruf und ich drücke dir die Daumen dass, die Freiheit und Und das Feedback auf Erzählen, auf was durchblicken lassen, dass das immer positiv ausgeht.
AnruferIn Vielen Dank, das wünsche ich dir auch.
Sebastian Danke, tschüss.
AnruferIn Tschüss.
Sebastian Kompliziert, kompliziert. So, ein kurzes Gespräch mache ich noch und dann machen wir mit ein paar Traditionen weiter. Mal sehen wir nicht dran ab. Hallo, Sebastian hier, mit wem spreche ich?
AnruferIn Ach schon, das hat ja geklappt. Hallo, hallo, Lady Luxuria mal wieder.
Sebastian Lady Luxuria, hallo. Ich bin gespannt. Wir machen jetzt ein relativ kurzes Gespräch. Fünf Minuten nehme ich mal als Limit, damit wir hier noch irgendwie zum Ende kommen heute. Also ganz schnell, was möchtest du erzählen?
AnruferIn Einfach schneller reden, okay.
Sebastian Das geht auch.
AnruferIn Ich hab tatsächlich irgendwann mal, da meine Eltern ist das weiter weg, wohnt als ich jetzt, meine Eltern besucht und auf dem Weg dahin in Chemnitz so einen kleinen Zwischenstopp gemacht, mit einem Sub mich getroffen. Und wir waren dann so im Play-Apartment, haben gespielt und dann hatte ich natürlich, weil ich ja nicht weiß, was da alles so da ist, mein Spielköfferchen mit und hab da halt auch am, paar längere Spielgeräte, so eine Gärte und einen Rohrstock so mit drin gehabt. Aber ich habe schon extra die ganz kürzesten genommen, die ich finden konnte. Damit das alles nicht so sperrig ist, weil ich ja wusste, wenn ich nach Hause zu meinen Eltern komme, mein Papa hatte irgendwie einen Termin für den TÜV klar gemacht, ich muss am nächsten Tag meine Auto zum TÜV fahren.
Sebastian Okay. Und er kann es sehen.
AnruferIn Naja, soll ja nicht unbedingt das Zeug im Auto liegen bleiben, also habe ich gedacht, Ich dachte, gut, bringst du es nachts noch, nachdem man alle Hallo gesagt hatte, den Kram, den Koffer schnell ins Haus. Und es gab in dem Zimmer, wo ich übernachtet habe, in der alten Wohnung von meinem Bruder, so ein kleines Kapüffchen, wo ich dachte, gut, da geht jetzt wahrscheinlich keiner rein. Stellst du es da hin?
Sebastian Ja, denkst du.
AnruferIn Ja, genau. Und am nächsten Tag kam ich halt noch vom TÜV-Termin wieder. Und meine Mama so, ich muss mal mit dir reden. Wurde ich so, ach du Scheiße. Ja. Ich musste da mal das Kämmerchen und ich habe da so einen Koffer gefunden. Da guckten so Sachen raus. Ist der deine?
Sebastian Ja, nee. Natürlich ist es nicht deine. Der ist da von alleine hingekommen. Ja, das ist natürlich, oh Gott, das kann ich mir auch vorstellen. Das muss ja für beide fürchterlich sein.
AnruferIn Oh, fuck. Ja, ist dann wohl mein. Und dann saßen wir da so auf der Bettkante Ich nehme meine Mama neben mir und frage mich dann so, ja, machst du das? Also mit meinem jetzigen Mann damals, Freund. Ich so, nee, nicht mit dem, nicht mit dem zusammen. Haha, okay. Ich meinte dann halt von mir aus, ich mache das mit anderen Leuten. Ach so, aber bist du dann diejenige, also die, die da so verhauen wird oder wie? Ich bin auf jeden Fall die, die die Gerte, also den Stiel in der Hand hat und die Schlaufe von der Leine in der Hand hat. Und das Witzige war, meine Mama schien mit dieser Antwort wesentlich erleichterter und wesentlich zufriedener zu sein, als wenn ich was anderes gesagt hätte.
Sebastian Ja, gut. Ja, okay. Aber du wurdest schon mal direkt ins Gebet genommen.
AnruferIn Also das war es nicht, aber ich fand tatsächlich die Reaktion von meiner Mama halt ganz witzig, dass sie halt gefragt hat, bist du diejenige, die verhauen wird oder bist du diejenige, die die austeilt? Und als sie sagte, ich teile aus, war das Erleichterung bei ihr. Und es war für sie fein. Okay, dann ist ja gut.
Sebastian Das kann ich mir bei der Generation tatsächlich vorstellen. Ich glaube, da sind auch eine Menge Implikationen und eigene Erfahrungen. Da steckt eine Menge drin. Aber lass mich mal, weil wir eben gar nicht so viel Zeit haben, nochmal den Schwung kriegen. Also in welchem privaten Kontext, also ich rede jetzt hier auch wieder vom Verein, von irgendwie irgendwas beim Sport, bei den Nachbarn, wo sagst du, das ist okay, dann lasse ich das durchblicken, durch Symbole, durch Klamotten, durch ich erzähle und wo sagst du, nee, da auf keinen Fall.
AnruferIn Also ich war früher in der Kirche wesentlich aktiver. Kirche, da war das einfach raus. Auf Arbeit, ich arbeite mit Kindern, ist raus. In meiner Freizeit bin ich allerdings als ehrenamtlich auch auf so einer Art Kinderfreizeit zum Mittelalter, historisches Rollenspiel. Die Kinder, die dort quasi hinkommen, Da ist es komplett raus. Und dann gibt es aber halt so von jugendlich bis junge Erwachsene bis ältere Generation, die halt Teamer dort sind. Und ja, dann sitzt man halt abends auch nochmal zusammen oder klatscht nochmal den Tag, spricht sich ab, was am nächsten Tag ist. Und so zwischendurch kommen halt dann schon mal ein paar flapsige Kommentare. Und es gibt halt, da gab es halt Leute so, da wusste ich, okay, mit denen geht das, da kann man zweideutige Kommentare machen. Da wurde halt auch mal irgendwie mal vorsichtig was rangefragt und irgendwie wie die Situation es mal ergeben hat, in einem Hissenspiel bin ich halt auch mal mit einer Peitsche aufgelaufen und habe gesagt, ja, ich bringe eine mit, ich habe eine zu Hause.
Sebastian Ja gut, aber im Mittelalter-Kontext, da geht ja eh noch mal ganz anders was, weil das ein ganz anderer Kontext ist.
AnruferIn Eben.
Sebastian Da geht eine Menge, glaube ich, oder sind die eher konservativer, als ich denke?
AnruferIn Ja, nein, vielleicht. Also ich glaube, das kann sehr unterschiedlich sein. Also es gibt Leute, die sind da wahrscheinlich ein bisschen Open-Minder und es gibt Leute, die sind dann trotzdem auch sehr konservativ, also sehr unterschiedlich. Das Witzige ist, in dieser Freizeit war halt einer von den Teamern, die kannte ich schon, seitdem der fünf war und irgendwann so mit 13, 14 fing das an, dass der auch so bei den. Zweitleutigen Witzen mitgelacht hat und immer wieder gesagt hat, es ist okay, du kannst das, du musst nicht wegen mir aufhören. Ich bin von zu Hause einiges gewöhnt. Als ich mal so 16 war, gab es halt mal so eine Situation, da haben wir mal etwas ausführlicher gequatscht. Wir haben da mal, Nachmittag abends mal zusammen im Zelt gehockt und ein bisschen geredet. Und unter anderem so ein Tag, wo ich halt Freitag auch auf... Nee, Samstag ist immer so rödeln, werkeln und so im Spiegelände. Und manchmal Samstag, wenn ich auf Party war, habe ich halt den Kopf auch nach innen. Also du sag mal, du hast ja manchmal so Sachen auch vielleicht noch mit Maximilien, vielleicht mal was irgendwo erklären und zeigen. Da war der so 16. Und ich habe gesagt, pass auf, ich kann dir einiges zeigen. Das ist okay für mich. Ich kann dir auch dazu was sagen, also fachlich in dem Sinne. Ich werde den Teufel tun, dir das zeigen und noch ausführlicher im Sexuellen erklären. Wenn du 18 bist, dann nehme ich dich meinetwegen mit auf eine Party und dann erkläre ich dir auf den praktischen Teil an irgendjemanden, nicht an dir.
Sebastian Okay, das hättest du nicht wirklich getan. Also gut, an der Stelle, man hat ja zum Glück, wir haben ja die Ausweichmöglichkeit. Ich kann immer sagen, smjg.org, geh dahin, fertig und dann Thema durch. Aber ja, ich finde das so schwierig, weil auf der einen Seite, man hat dann selber die Begeisterung oder fragt mal jemand, dann kann man ein bisschen was erzählen auf der einen Seite. auf der anderen Seite nicht zu viel und wem? Und wenn unter 18, also da würde ich auch, da wäre ich persönlich auch äußerst vorsichtig. Ich glaube, die einzige Botschaft, die ich vermitteln würde, wäre, wenn du da Interesse hast, das ist okay. Das kannst du haben, das ist in Ordnung, das ist nichts Dramatisches, aber wir reden jetzt nicht drüber. So würde ich das wahrscheinlich machen.
AnruferIn Da habe ich tatsächlich eher an die SFJG verwiesen, als das mal durchblickte so ein bisschen. Dort bei der Person da auf ähm, An der Schiene war es so, dass ich den ja schon ganz, ganz lange kannte, von klein auf, und so seinen Werdegang auch mitgekriegt habe und wusste wirklich, wie der drauf ist und wusste, dass der das ernst meint. Ich wusste auch, dass der reif und verantwortungsgenug ein Stück weit ist, wesentlich reifer als manch anderer in dem Alter und konnte das in dem Sinne sagen, okay, wie gesagt, ich kann dir ein paar Sachen zeigen, also was ist eine Peitsche, was ist eine Gärte, was ist ein Seil. Damit kann man Bondage machen, damit kann man jemanden hauen, vorzugsweise auf dem Hintern oder Oberschenkel, aber mehr habe ich jetzt in dem Sinne nicht wirklich erzählt. Ich habe gesagt, alles andere, frag mich, wenn du 18 bist, dann geh mal die Sachen noch genauer durch oder ich denke mir, dann ist es mir egal, dann ist es okay, dann ist es für mich vom Alter her und von allem und vom Rechtlichen her zu versehen.
Sebastian Ich glaube, die Grundbotschaft muss sein, das ist nicht schlimm, du musst dich dafür nicht schämen, informiere dich bitte weiter und das im Zweifel woanders. Ich glaube, die Botschaft, die geht immer. So, die Zeit, die Zeit, sie rennt und rennt. Ich bin nicht froh. Ja, so gehört dazu. Mir macht das Spaß. Ich wünsche dir einen wunderschönen Abend und noch viele positive Erfahrungen und dass, ja, dass deine, ja, dass du ja wirklich, wenn du gefragt wirst, dass die Leute dann wirklich aus positiver Neugier fragen und nicht um sich danach irgendwie zu verurteilen. Ich wünsche dir...
AnruferIn Aber wir sagen das nicht dem Papa.
Sebastian Oh Gott. Ich wünsche dir einen schönen Abend. Mach's gut. Tschüss. Ah, okay. Jo. So, die Uhr rennt so wunderschön. Ich habe noch zwei kleine Einspieler mitgebracht und die sind nicht lang, deshalb werde ich euch die auch nochmal kredenzen. Das Dumme ist, ich habe die jetzt, einen habe ich eingesprochen, einen habe ich direkt als Audio bekommen. Das Dumme ist, ich weiß nicht, welcher welcher ist. Ich vermute mal, das hier ist die richtige, die Dateien heißen nämlich Master und Master 001. Immerhin hat er die nicht überschrieben. Da habe ich einen Fehler gemacht. Ich glaube, das ist der. Den einen habe ich heute Nachmittag noch bekommen. Den habe ich noch ganz kurz, bevor der Stream hier startete, habe ich den dann kurz einfach eingesprochen als Text. Ich spiele es einfach mal ab und erzähle euch danach noch, von wem das Ganze ist.
Einspieler Ich bin sehr ängstlich, was ein Outing außerhalb der Szene angeht. Da ich aber weiß, dass es meinem Mann sehr viel bedeutet, dass ich den Halsreif 24-7 trage, mache ich das. Zur Arbeit ist ein Ringanhänger durch einen anderen unverfänglichen Anhänger ersetzt, aber eben nur da. Mit Sprüchen wie, oh da kann dein Mann dich ja in der Küche festketten, durch Vermieter, Vater etc. Komme ich noch einigermaßen klar. Aber als ich auf einem Vereinsfest beim Kuchenverkauf von einem Kunden angesprochen worden bin, ob er mir das, also seine Bestellung, jetzt hätte befehlen müssen, hat mich das ziemlich aus der Bahn geworfen. Ich habe lange gebraucht zu akzeptieren, dass er einfach ein übergriffiger Idiot war und ich dem nicht so viel Bedeutung beimessen sollte. Im Verein könnten einige wissen, was es bedeutet. Wir sind aber nie darauf angesprochen worden. Ob hinter unserem Rücken vielleicht doch mal gesprochen oder gelästert wird, kann ich zwar nicht sagen, aber die Leute sind dort zum überwiegenden Teil sehr offen. Wahrscheinlich hat mir die Buffervo auch deswegen so gut gefallen, weil es so familiär ist.
Sebastian Das war der Einspieler, gesprochen ausnahmsweise von mir, von Monsti. Vielen Dank dafür. Kleiner Hinweis, wenn ihr Einspieler schicken wollt für Live-Sendungen, das könnt ihr jetzt tun über die Podcast-Webseite direkt. Da findet ihr ab sofort eine Möglichkeit zu allen geplanten Live-Sendungen, die könnt ihr einfach anklicken, ja entweder eine Datei hochzuladen, dann kriege ich die hier perfekt so aufbereitet, dass ich sie direkt weiterverarbeiten kann. Oder ihr habt auch die Möglichkeit, direkt auf der Podcast-Seite das aufzunehmen. Da wählt ihr die Sendung aus, dann wird einmal gefragt, welches Mikrofon. Am Handy wird das dann als Handy-Mikrofon einfach sein. Dann habt ihr einen Aufnahme-Button, könnt das nochmal hören, könnt es auch selber runterladen und dann könnt ihr das einfach losschicken. Das heißt, ihr braucht keine externe App mehr oder irgendwas. Probiert das gerne mal aus. Kunstderunvernunft.de ist der Link. Und ansonsten findet ihr den auch immer, wenn ihr auf die Live-Sendung klickt. Da ist das mal jetzt mit verlinkt. Bin mal gespannt, ob das angenommen wird. Ist nämlich eigentlich eine ganz schöne Möglichkeit, da mitzumachen. Dann habe ich noch einen Einspieler von Eterag. Den hat er mir auch vor ein paar Tagen geschickt und den spiele ich euch jetzt.
AnruferIn Hallo ihr liebenden Wesen da draußen, hier ist Eterak aus Koblenz, die meisten kennen mich unter Pablo. Ich habe vor knapp vier Jahren einen Stammtisch gegründet namens Kinky Koblenz, haben mit sechs Leuten angefangen, inzwischen sind wir regelmäßig 25 Leute. Es kommen immer zwei bis vier neue tolle interessante Wesen dazu. Ob die bleiben, das ist immer so eine Sache, muss man auch ehrlich sagen. Ich habe schon immer zu den Perversen gehört, meine Freunde wussten es immer, aber ich hatte keinen Namen dazu damals. Als es mir bekannt wurde, wie man das Ganze nennt, habe ich mich natürlich dazu auch bekannt. Und da merkte man schon die Veränderung im Umfeld. Die Freunde, die haben aufgepasst, was sie sagten, wie sie was sagten. Das Ganze gesagt hat irgendwie Gewicht bekommen von deren Seite aus. Und nach der Zeit haben sie sich einfach von mir distanziert. Man kann wirklich sagen, so knapp 80, 90 Prozent meines Umfelds hat sich von mir verabschiedet. Sehr traurig, aber ich muss sagen, ich lebe ehrlich damit. Ich kann endlich offen und ehrlich sein den anderen gegenüber. Natürlich wissen auch meine Kollegen darüber Bescheid, aber sie sprechen es nicht drauf an. Ich gehe mal davon aus, dass ich einfach keine Angrifffläche biete und eigentlich eher Aufklärung leiste. Wenn man so transparent lebt wie ich, muss man auch entsprechend auf sein Umfeld achten, sprich auf sein Kind, auf seinen Ehepartner, Partnerin. Und ich muss sagen, ich habe Gott sei Dank noch nichts gehört gehabt, dass meine Partnerin oder mein Kind irgendwie durch meine Art und Weise, durch das Outing benachteiligt worden ist. Bin ich sehr froh drum. Ich kriege nur so mit, dass ab und zu ich gefragt werde. Hier, du kennst dich doch damit aus. Könntest du mal helfen oder hättest du einen Rat für mich oder einen Ansprechpartner für mich? Das kam auch schon mal vor. Aber damit muss man als sensibel mit umgehen, weil sonst zieht man die Personen ja unfreiwillig mit ins Feuer rein. Und das musste auch nicht sein. Bei einem Stammtischtreffen von mir kam es auch mal vor, dass ganz zufällig ein Arbeitskollege von mir erschienen ist. Als er mich sah, war er natürlich entsprechend erschrocken. Aber ich nahm den auf Seite, hab mit dem gesprochen gehabt, dass alles cool ist, dass er keine Angst haben muss, man muss es nicht breittreten und, und, und. Und danach war die Sache gelutscht. Also er kam immer wieder, er wusste, er kann mir vertrauen, wir sind in derselben Bubble. Also wieso sollte man das im Arbeitsumfeld weiter ausdiskutieren oder, oder, oder. Also daher würde ich auch keine Angst haben, auf irgendwelche Treffen zu gehen, wenn man in derselben Bubble ist.
Sebastian So ihr Lieben, das war Etarag, oje, da sage ich jetzt mal gar nichts zu, also ich versuche das Thema mal zusammenzufassen, also heute und hier Erfahrungen generell überwiegend positiv, kinky Menschen, zumindest die, die heute mit mir gesprochen haben, die wollen sichtbar sein, die wollen raus, die wollen zeigen, die wollen. Ich bin da, das klappt nicht immer, offenbar mit Menschen, die einem eher näher stehen, weniger gut und ansonsten haben wir aber einfach, ich sag mal mental offenbar viel damit zu tun, zu überlegen, wem sagen wir was, wem nicht und wo können wir so ein bisschen durchblitzen lassen und ja, irgendwo dieser Grusel zwischen, oh Gott, ich zeig hier was, werde ich darauf angesprochen, um Gottes Willen, das ist ja auch so ein bisschen der Thrill dahinter, oder ich möchte darauf angesprochen werden, weil ich möchte drüber reden. Oftmals hilft es, wenn man eine Kinky-Community, eine Bubble, einen Freundeskreis hat, wo man reden kann, dann fällt es ein bisschen leichter, woanders zurückhaltender zu sein, behaupte ich jetzt einfach mal, aber ich glaube, wir haben das Thema heute ganz schön begleitet, wenn ihr möchtet, wenn ihr das jetzt im Podcast hört, schreibt gerne was unter die Folge auf kunstderunvernunft.de, die Kommentarspalt ist dafür da, da könnt ihr eure Meinung dazu schreiben, das Es geht auch ohne Konto und unter einem Namen eurer Wahl, also ihr müsst euch da nicht anmelden und registrieren, sondern ihr könnt da einfach erzählen, was euch betrifft, was eure Meinung ist, was eure Erfahrungen sind, auch wenn ihr heute Abend hier nicht angerufen habt. Ich hoffe ja, dass wir das trotzdem ganz gut abgebildet haben. 22.27 Uhr, also spät und eine kleine Tradition habe ich hier natürlich noch und das ist die übliche Schätzfrage. Ihr Lieben, ihr kennt es schon und ich bin immer wieder auf der Suche jetzt zum 170. Mal nach einer Frage, die ihr nicht einfach so beantworten könnt, damit ihr schön raten müsst und wer am nächsten dran ist, der kann hier etwas gewinnen. Auch das ist eine alte Tradition, die ich niemals loswerden werde. Aber was ich losgeworden bin, ist das Einpacken des Pfannenwenders. Auf dem steht übrigens für Brat mit Herz. Den könnt ihr nämlich gewinnen und ein bisschen Podcast-Gedöns packen wir auch dazu. Was heißt, wir, das Podcast-Ubi packt jetzt ein, seitdem sehen die Sachen so viel schöner aus, wenn sie verpackt sind. Da hat sich der Online-Shop schon gelohnt, jetzt wird alles, was hier rausgeht, schön verpackt. Apropos, wenn ihr Kaffeebecher haben möchtet, shop.kunstunvernunft.de und ein paar T-Shirts haben wir auch noch, die müssen wir jetzt loswerden, wir drucken davon auch keine mehr nach. Letzte Gelegenheit jetzt sozusagen. Das war der Werbevlog und jetzt stelle ich euch einfach mal eine Schätzfrage, im Chat werdet ihr die sehen, ihr könnt dann einfach mal antworten, was ihr glaubt und dann gucken wir mal, wer am nächsten dran ist. Und ich habe eine schöne Frage rausgesucht, da hat mir die Verwandtschaft geholfen, die Frage rauszufinden. Ich habe nämlich wieder in Statistiken gewühlt und die Frage lautet, auf kunst-der-und-vornunft.de könnt ihr Podcast folgen, direkt auf der Webseite hören. Wie oft wurde im Januar auf Play geklickt? Heißt jetzt nicht, wie viele Folgen waren das, sondern wie oft wurde der Button, auf dem Play draufsteht, geklickt? Wenn man also Pause macht und Wiedergabe drückt, dann sind es halt zwei Ereignisse. So genau tracken wir das nicht, wir tracken nur Ereignisse, aber eben keine Menschen. Wir wollen ja den Datenschutz auch ein bisschen beachten. Wenn ihr eine Ahnung habt, wie oft das im Januar passiert ist, dann ... Ja, dann schreibt das jetzt mal da in dieses schöne Widget rein und auch das traditionell, ich bedanke mich hier an dieser Stelle immer ganz herzlich bei den Menschen, die das möglich machen, die also dafür sorgen, dass wir hier tatsächlich absolut unabhängig die Kunst der Unvernunft machen können. Also wir sind nicht abhängig auf den Goodwill und dass wir passende Folgen machen, damit wir den Sponsor XY hier halten können oder dass wir irgendwelche Vorschriften von irgendwelchen Mediaagenturen oder so einhalten müssen. Wir haben ja auch kein Produzententeam im Hintergrund, was sagt, wir müssen jetzt aber mehr massentauglich werden, damit die Zahlen steigen. Nein, die Kunst der Umslumpf kann genau so gemacht werden, wie wir es für richtig halten und das geht nur, weil Menschen diesen Podcast ganz freiwillig und ohne, dass sie irgendeine Gegenleistung kriegen, unterstützen, die also uns was in den Hut werfen und uns zum Beispiel ein Getränk ausgeben. Gerne als Dauerauftrag aufs Bankkonto, das ist für uns die günstigste Möglichkeit, geht aber auch per Paypal und ja, also wenn ihr dieses Projekt unterstützen möchtet, tut es sehr, sehr gerne. In den letzten Wochen hat es ein paar Verwerfungen gegeben, einige Menschen haben das storniert, ein paar sind wieder dazugekommen. Ich sage mal so, ich kann so ein bisschen die wirtschaftliche Lage, kann ich daran tatsächlich ein bisschen ablesen. Aber auf jeden Fall haben Menschen das neu gemacht und wer den Podcast unterstützt auf irgendeine Art und Weise, der kann sich in die Hall of Fame eintragen auf der Webseite. Und da begrüße ich heute zum ersten Mal ganz neu Birkenaufguss und seile mich an. Herzlich willkommen in der Hall of Fame. Schön, dass ihr euch eingetragen habt. Wir erwähnen nämlich hier nur Unterstützer, die... Tatsächlich auch angeklickt haben, dass sie das gerne möchten, dass wir sie erwähnen unter dem Namen, den sie auch eintragen. Also keine Sorge, wir lesen hier nichts von Kontoauszügen vor. Das kommt nicht vor. Ich bedanke mich auch ganz herzlich bei Borsäure, bei Hyazinth, bei, wer hat sich denn noch einmal aktualisiert? Bei, hatten wir schon, bei Curio bedanke ich mich ganz herzlich, bei Friendly & More. Und dann sagen wir noch ein paar Namen. Vielen Dank auch an Lachs. Vielen Dank für deine Unterstützung. an Miststücken meines Herrn. Und wen haben wir noch? Wen haben wir noch? An Aveline, Migas und Crunch. Auch an dich vielen Dank. An Poggy oder Kinky Pond, je nachdem. An Nachtalbriger und ein paar Namen mag ich noch sagen. Ich scroll hier noch ein bisschen. An Taranis und Inana, Initium Novum, Fernando. Und wen haben wir noch? Nehmen wir mal hier auf der Liste noch ein paar Namen. Vielen Dank an Ajudo und Submissiveness. Also vielen Dank an euch und natürlich die vielen, vielen anderen Menschen, die diesen Podcast möglich machen und so dauerhaft auch unterstützen. Manche werfen hier schon seit Jahren, jeden Monat was in den Hut. Das ist immer wieder beeindruckend. Wenn ich dann da alle paar Tage aufs Konto gucke, denke ich mir, mein Gott, was haben wir da angestellt, dass das Menschen so wichtig ist, dass sie da auch was hergeben. Es ist total großartig. Und jetzt gucke ich mal, ob ein paar Menschen bei der Schätzfrage mitgemacht haben. Ja, haben sie. 76 Menschen haben geraten, wie oft der Playbutton im Januar geklickt wurde. Ich sehe da schon sehr große Zahlen. Ich sehe auch zweimal die 1. Also die 1 ist definitiv sehr weit weg von der Antwort. Das kann ich euch schon verraten. Ich beende mal die Schätzfrage und dann gucken wir mal, für wen das Podcast so wie einen Umschlag packt. Der ist natürlich neutral und wenn du gewinnst oder am nächsten dran bist, dann kannst du gleich direkt auf den Button drücken, kannst uns deine Postanschrift geben. Den benutzen wir auch nur ein einziges Mal, um hier den Umschlag zu beschriften und dann läuft das. So, ich gucke mal, wer am nächsten dran ist, denn tatsächlich wurde 8397 mal auf Play geklickt im Januar und am nächsten dran ist Sub Y mit 9435 hast du geschätzt und damit bist du wirklich am nächsten dran. Wie weit bist du weg? 1038, die Differenz nach heute war der aber weit weg. Herzlichen Glückwunsch. Du kannst jetzt deine Adresse hinterlassen und dann wird das Podcast so wie in den nächsten drei, vier Tagen den Umschlag fertig machen. Und meistens ist der auch ganz gut gefüllt. Und dann bekommst du Post von uns. Herzlichen Glückwunsch. So, dann gucke ich mal, was ich hier noch erzählen muss und will und kann. Ich könnte noch was zum Thema KI-Bilder sagen. Doch, das sage ich jetzt noch. Da habe ich tatsächlich in den letzten Wochen und Monaten immer wieder mal so ein bisschen ... Feedback bekommen. Manche sagen, oh, das ist schön, das sieht gut aus und manche sagen, ey, nee, das geht gar nicht und damit dreist du Künstlern ihre Lebensgrundlage und missbrauchst deren Material und, ich finde jetzt einfach mal, man muss das doch mal adressieren, warum machen wir das eigentlich so oder warum mache ich das so und warum haben wir hier keine Künstler, die wir hier unterstützen oder dass wir uns hier mit irgendwelchen Fotografen zusammentun oder Bildagenturen um diese Bilder für die Live-Sendung und Nur um die geht es hinzubekommen. Und ja, da mag ich mal erzählen, wir haben wirklich viel ausprobiert. Also ich hatte hier von Bildagenturen zum Beispiel einen Zugang, der kostet natürlich jeden Monat Geld, dafür kann man sich zehn Bilder runterladen, stellt sich raus. Also ich finde nicht zu jedem Thema was, dann hat man irgendwann auch, wenn da viele Millionen Bilder in den Agenturlisten sind, im Grunde findet man immer dieselben Bilder, es sind also gar nicht so viele im Kinky-Kontext und spätestens an dem Punkt, wo es hieß, ja Moment, wenn du das auf dem Podcast-Cover benutzt, dann ist das ja eine logoartige Verwendung. Da zahlst du bitte mindestens 70 Euro R300 pro Bild. Aber so sicher sagen mag uns unsere Rechtsabteilung das auch nicht. Ab da wurde es dann schon schwierig. Ich gehe davon aus, das ist eine Verwendung, die ist okay. Aber es gibt ganz viele Einschränkungen. Und gerade wenn Menschen zu sehen sind, dann muss der Kontext positiv sein, weil die Models nicht in einem falschen Licht dargestellt werden dürfen und, und, und. Weil so relativ teuer, wenig ergiebig, muss ich sagen, und rechtlich eventuell etwas wackelig. Also das war nicht so gut. Und dann haben wir noch die Geschichte mit befreundeten Fotografen zum Beispiel. Wir haben ganz viele Menschen tatsächlich, die ja ihre Bildarchive geöffnet haben und gesagt, hier Sebastian, ich habe ganz viel Material, da kannst du dir was rausholen, das ist kein Problem. Ist toll, leider schlecht verschlagwortet und man ist dann stundenlang dabei, Material zu sichten und ich hatte dann... Und Schwierigkeiten, auch was zu finden, was nämlich super jugendfrei ist, das muss es nämlich sein. Und wenn ich was gefunden habe, dann hatte ich das dann tatsächlich auch mehrmals in Folge, dass dann hieß, ja, nee, das Bild bitte nicht, das Model, mit dem habe ich die Vereinbarung nicht, also dieses Bild nun gerade nicht. Oder ja, kannst du machen, aber bitte kein Logo auf das Bild machen, die Rechte gebe ich dir nicht. Also es war immer relativ schwierig. Da wäre auch gern Geld geflossen, aber ich habe dann teilweise drei, vier, fünf, sechs Stunden damit verbracht, irgendwie Bildmaterial zu suchen, was doch nicht gepasst hat. Da ist KI, so blöd es klingt, die beste Möglichkeit, das zu illustrieren und die Notwendigkeit sehe ich halt leider Gottes einfach auch, weil wenn die Folgen keine ordentlichen Cover kriegen, Dann gehen die Klickraten einfach unterirdisch weit runter. Also das wird dann auch vom möglichen Publikum direkt abgestraft. Das Coverbild macht wirklich eine Menge Unterschied. Und ich sehe im Moment ehrlicherweise keine Alternative dazu. Es ist trotzdem anstrengend, weil diese ganzen Anbieter sehr darauf bedacht sind, dass man eben keinen Kinky-Kontext zeigt, aber es ist, sage ich mal, eine Lösung, die machbar ist und die auch tatsächlich praktikabel ist. Alles andere ist im Moment vom Aufwand her einfach zu schwierig und macht zu viele Probleme und wenn man dann nachträglich ein Coverbild entfernen muss, weil es eben, weil das Model sich selber erkannt hat nach ein paar Monaten und gesagt hat. Da möchte ich aber nicht zu sehen sein oder ich möchte das auf dem Bild, die der Name ausgeschrieben ist und alles mögliche, das ist so viel Zeit, die ich dann nicht mehr in Aufnahmen stecken kann. Auch wenn da guter Wille ist es ist halt rechtlich und auch absprachemäßig, man möchte ja fair zu allen sein. Grausig und tatsächlich nicht zu leisten, muss ich ganz ehrlich zugeben und das ist eben der Kompromiss, ob da mal was Neues kommt, werde ich sehen, aber wir geben uns auf jeden Fall Mühe, dass man vor allem auch erkennt, dass es offensichtlich KI generiert und dass wir hier nicht irgendwie mit zu realen Bildern irgendwie vorspiegeln, dass irgendwas passiert wäre, oder dass wir irgendwie da echte Bilder verwenden, also ich finde diese Erkennbarkeit, die muss quasi selbsterklärend sein. So, das mal zu dem Thema, das habe ich jetzt einmal gesagt, ich gebe es so, ich bin nicht ganz selber, also selber mit der Erklärung auch nicht zufrieden, aber es ist tatsächlich im Moment der Weg, der, ich sage mal funktioniert und der Kompromiss, den ich einfach eingehen muss und ich glaube, persönlich, ich nehme niemanden etwas weg, der dann kreative Arbeit geleistet hätte, denn wenn ich jetzt hier zum Beispiel jemand hätte, wo ich sage, pass auf, in drei Tagen habe ich das Thema, ist jetzt gerade erst entstanden, geh auf die Pirsch, such dir Models, mach ein passendes Foto, bitte 100% jugendfrei und vielleicht auch ein bisschen divers, nicht immer die Frau in Bondage, so schön das Motiv sein mag, das ist übrigens das, was ich dann zum Großteil gefunden habe, in den privaten Archiven zumindest. Also wenn es ein bisschen diverser sein soll, dann wird es tatsächlich auch schon sehr schwierig, wenn ihr mal durch einen FetLife-Feed durchguckt, schaut mal, ob ihr mal Bilder seht, die zu den letzten Folgen gepasst hätten, ob ihr da spontan was findet, die dann auch noch jugendfrei sind. Ich glaube, es wird euch schwerfallen. So, das mal als Einblick aus der Podcast-Macherei. In zwei Wochen, am 19.03. machen wir hier einen offenen Themenabend. Da nehmen wir uns eigentlich allen Themen an. Also wenn ihr irgendwas erzählen möchtet, dann ist das der richtige Moment. Dafür könnt ihr auch die neue Einspieler-Funktion probieren, kunstderunvernunft.de slash Einspieler. Und einmal Luft holen gerade. Und da widmen wir uns auch nochmal dem Nachgang zum Thema hier Dominanzlernen. Also wenn ihr da sagt, da hätte ich gern was zu gesagt oder ich bin total unzufrieden mit der Folge, ich möchte da nochmal was zu sagen, gerne. Das muss auch nicht bequem sein. Ich mag den Diskurs und ich mag es auch die Auseinandersetzung zu haben, wenn man auch ganz unterschiedliche Meinungen hat. Also bitte fühlt euch da eingeladen zu diskutieren. Die einzige Grenze ist, wir üben Toleranz für jede Perspektive und wir schauen, dass wir freundlich und respektvoll miteinander umgehen. Und ansonsten ist einfach jede Meinung erlaubt und darf auch gesagt werden und will auch gehört werden. Das ist ja vollkommen klar. Deshalb machen wir das Ganze hier ja auch. Heute hat das, wie ich finde, extrem gut funktioniert. Und jetzt geht mir gerade die Luft aus, ich muss mal eine Pause machen, deshalb erzähle ich euch noch, dass die nächsten zwei Folgen habe ich schon aufgenommen. Ich muss sie noch schneiden, bei der einen bin ich jetzt auch erst heute dazu gekommen, mal die erste Stunde zu schneiden, das hat mir schon selber sehr gut gefallen. Da kann ich euch schon mal so ein bisschen sagen, dass wir in, na wann erscheint die Folge, heute haben wir den fünften, da erscheint die Folge am 16. Erscheint eine Folge, da wird es sehr wahrscheinlich unter anderem auch um Asexualität und BDSM gehen. Also wenn ihr da in dem Bereich mal etwas hören und wissen möchtet oder eine Perspektive hören möchtet, die hört man ja nicht allzu oft, dann ist das die richtige Folge für euch. So, letzte Woche bin ich noch in den Norden gefahren und ich kann so viel erzählen. Mein Gott, ich glaube, jetzt wird es mal Zeit, die Sendung zu beenden, denn es ist schon 22.41 Uhr, also wahnsinnig spät. Das Podcast, so mir jetzt auch schon ganz große Augen, zu Recht. Du bist ja auch vor mir aufgestanden, so zwei Stunden. Ihr Lieben, ich wünsche euch einen wunderschönen Abend. Das hat mir heute richtig Spaß gemacht und ich bedanke mich ganz herzlich bei Sascha, bei Lille Thösen, der Tischler, Alex, bei Ehe-Sklave, Brad Mission, Turdus, Mermaid und Lady Luxuria. Schön, dass ihr mitgemacht habt, dass ihr angerufen habt. Und ja, der Talasar fragt schon, ob es eine kleine Postshow gibt. Die gibt es natürlich, aber die gibt es erst in etwa drei, vier Minuten. Und die gehören natürlich nur Menschen, die heute Abend live dabei sind. Es lohnt sich also auch am 19.03. Dabei zu sein, um 20.30 Uhr in der Unvernunft live, dann mit einem offenen Themenabend. Und nun suche ich mal die Datei Intro, da ist sie und die spiele ich euch jetzt mal ein. Habt eine wunderschöne Zeit und bis in zwei Wochen. Tschüss.

Kommentare & Fragen

20.03.26
Autschi

Ich verstehe so überhaupt nicht, wieso man etwas verstecken will? Was soll passieren, wenn ich einen Ring, Halsband oder sonst ein Symbol trage? Ich schlimmsten Fall werde ich angesprochen. Und dann? Geht die Welt unter? Nein. Reden die schlecht über mich? Ist mir völlig egal. Was ist es für ein Drama, wenn die Nachbarn irgendwas mitbekommen? Und? Ist doch völlig egal.
Ich dränge ja niemandem etwas auf. Wen es stört, der soll nicht hingucken. Es ist ja schließlich nur Kleidung, Zeichen oder Spielzeug was eventuell aus Taschen schaut.

Das einzige was nicht funktioniert, sind Zeichen bei Amtsträgern. Der Steuerzahler bezahlt den Lohn von diesen Menschen, also sollten sie sich angemessen kleiden und den Staat repräsentieren.

Im Arbeitsleben muss man einfach schauen, ob die Symbolik meine Karriere beeinflusst.

19.03.26
Fenriswolf

Hallöchen zusammen,
ich fand die Folge sehr interessant. Danke dafür erstmal. Selber habe auch gute Erfahrungen mit dem Outing gehabt. Allerdings nur ausgewählten Personen bzw. Freunden. Darunter selbst zwei Arbeitskolleginnen (sogar meine Chefin), die mittlerweile gute Freundinnen von mir sind. Beide haben es super gut aufgenommen und waren auch echt interessiert. Seitdem tausche ich mich mit ihnen auch regelmäßig aus.
Mein Fazit, es lohnt sich manchmal sich zu öffnen. Allerdings verstehe ich es wenn man in der Beziehung vorsichtig ist. Das bin ich auch, aber es lohnt zwischendurch mutig zu sein.
Viele Grüße
Fenriswolf

16.03.26
IraMohn

Zur KI-Bild-Diskussion (den Rest der Folge habe ich leider noch nicht gehört):
Danke für die Transparenz! Ich finde nachvollziehbar, dass für die von dir angesprochenen Alternativwege, die du schon probiert hast, der Aufwand einfach zu groß ist.

Ich möchte aber nochmal die Variante aufgreifen, die du auch schon manchmal ergriffen hast, die Community zum Beitragen von Bildern zum Thema aufrufen, zu denen sie natürlich die Rechte haben sollen. Ich hab das damals gerne gemacht und freue mich immernoch total, dass das Bild es geschafft hat. Ich verstehe total, dass auch dafür der Aufwand nicht jedes Mal zu schaffen ist, durch viele, vielleicht auch unpassende Einsendungen zu schauen, aber vielleicht ist es etwas, was du _manchmal_ schaffen kannst und möchtest. Ich denke, es würde sich lohnen.

Sebastian Stix
16.03.26
Lohnen würde es sich bestimmt. Mir liegt es einfach nicht (vielen) Leuten dann absagen zu erteilen und das allen zu erklären. Da Bildrechte nicht gut nachprüfbar sind, kommen eigentlich nur noch Profis für die Herausgabe in Frage (Haftung, falls die Rechte doch nicht passen). Und ab da wird es wirklich eklig. Ausnahmen sind immer Willkommen. Selbst der tolle Schnappschuss kann von sonstwo kommen. Wir sind da nicht leichtfertig an die Sache herangegangen.
11.03.26
Sir

@Nestor

Die angesprochene Politikerin war Gabriele Pauli. Sie war Landrätin im mittelfränkischen Fürth und man sagt sie habe den Sturz von Edmund Stoiber eingeleitet. Die Bilder in Latex erschienen im Jahr 2007 und besiegelten letztendlich ihre politische Karriere auf größerer Bühne. 2016 zog sie sich endgültig aus der Politik zurück.

@Sebastian
Frau Pauli wäre doch eine interessante Gesprächspartnerin :)

Herzliche Grüße
Sir

10.03.26
FräuleinLena

Ich lebe sehr ländlich und bin ich vielen Vereinen unterwegs. Unter anderem bin Ich Tambourmajorin in einem Spielmannszug und da eskalierte es einmal. Ich trage immer einen Ring der O, einen Halsreif und einen passenden Arm- und Fußreif aus Edelstahl - auch zur Uniform. Eine Person aus dem Verein war der Überzeugung meinen Befehlen nicht folgen zu müssen, weil ich „nur ein Subbie“ sei. In einem Vier-Augen-Gespräch habe ich dieser Person erklärt, dass ich zwar das Eigentum meines Mannes bin aber meine Befehle trotzdem wichtig und richtig sind. Außerdem habe ich der Person die Rangordnung im Verein erklärt und betont, dass ich nur auf die Anweisungen von meinem Ehemann reagiere und mich nicht von jedem einfach dominieren lasse. Seitdem gab es keine weiteren Zwischenfälle oder Kommentare zu meinem Schmuck. Ich vermute, dass ich durch die Vernetzung der Vereine untereinander jetzt überall geoutet bin. Ganz nach dem Motto; Gott sieht alles - dein Nachbar sieht mehr

10.03.26
Nestor_und_Meli

Eine schöne Folge, nicht ganz so kontrovers und polarisierend wie zwei Wochen zuvor, aber ich fand es sehr informativ. Und optimistisch stimmender als ich erwartet hatte!

Die Politikerin im Latexkleid war übrigens Dorothee Bär von der CSU im Jahr 2019 bei einer Veranstaltung zur Verleihung des Deutschen Computerspielpreises. Hatte also nichts mit BDSM oder Fetisch zu tun.

Und ihrer Karriere hat es nicht wirklich sehr geschadet, sie ist aktuell Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

Gruß,
Nestor

10.03.26
Fernando

Ich wurde mich gerne offentlich zu mein BDSM bekennen. Ich bin da aber sehr zurruckhaltend.

Ich bin nür "geouted" in der Community der Kunst der Unvernunft. In der Familie bin ich bei mein Brüder geouted, weil ich ihm getroffen habe auf eine Party in ein Dominastudio. Ich habe nach diesen Treffen mit ihm versucht zu Reden über das Thema aber er möchte das nicht.

Der Freundeskreis und sonstige Bekanntschaften ist getrennt nach Kinky und Vanilla.

Beruflich bin ich in eine Fuhrungsposition. Da ich in ein Gewerbe arbeitet das recht Konservativ ist, oder zu mindest klassisch Matchomassig auf gestellt ist. Halte ich es da sehr verborgen.

Ich wurde mich nie trauen das offentlich in den Podcast zu erzahlen, aber möchte das gerne Teilen da ich intressiert bin wie anderen damit umgehen in solche Situation?

10.03.26
Iliand

Eine gute und Interessante Folge, sie hat mich dazu angeregt darüber nachzudenken wie es bei mir ist und wie ich dazu stehe.

Ich trage schon sehr lange den Ring der O. Nur den zu tragen ist relativ unproblematisch, ich wurde in all den Jahren wenig darauf angesprochen.
Es gibt eine Geschichte wo ich ihn mal als Eisbrecher mit Mädels in einer Bar genutzt habe, zu der Zeit war Shades of Grey gerade in aller Munde und ich konnte viele Fragen erläutern, aber auch erklären was an dem Buch nicht gut ist.

Mittlerweile trage ich öffentlich die KdU Pins, oder einen Pin eines Stammtisches mit Aufschrift "I ❤️ BDSM", Das KdU Lederarmband von Penumbra, oder anderen Lederschmuck den man in diese Richtung deuten kann.
Doch es gab auch eine Zeit da war das anders.

Mein erstes Outing hatte ich meiner Schwester gegenüber, es war recht kurzweilig und eine gute Freundin von uns beiden die mit dabei war, hatte deutlich mehr Fragen zu dem Thema als meine Schwester. Mittlerweile weiß ich auch das sich meine Schwester einfach generell schwer mit solchen Themen tut.

Mein zweites Outing hatte ich 2 guten Freunden gegenüber die ich seit der Berufsausbildung kenne und die immernoch sehr gute Freunde von mir sind.
Beide haben über die Jahre immermal wieder interessiert nachgefragt, wenn das Thema aufkam, auch Dinge zu mir Privat die ich in der Szene fremden Menschen ohne Probleme sagen kann, aber wo ich mich mit Freunden und Familie auch heute manchmal noch schwer tu. Ich möchte einfach nicht für Bilder in Köpfen sorgen, die ich im Anschluss dann nicht entfernen kann.
Beide Freunde waren auch ein paar Monate später teil der Geschichte wo der Ring der O als Eisbrecher in der Bar diente.

Mein drittes Outing war direkt einer größeren Gruppe Gegenüber. Und zwar spiele ich PC Spiele online. Dadurch hat sich eine Gruppe an Menschen gebildet die sehr wholesome für mich ist. Viele dieser Menschen sind wie ich Nerds und hatten teilweise ähnliche schwere wege wie ich während der Schulzeit, Nerd zu sein war damals einfach noch nicht so angesehen wie heute, es war gerade wenn du aufm Land groß geworden bist nicht normal Videospiele in der Freizeit zu spielen.
Jedenfalls haben wir angefangen uns 1 mal im Jahr ein Haus anzumieten und dort eine Woche zusammen zu verbringen. So im 3ten Jahr wurde ich dann mal gefragt was es denn für ein Ring sei den ich denn da trage. Ich hatte kurz abgewogen und dann beschlossen mich dieser Grp. gegenüber zu Outen, weil sie ist für mich eine so wichtige Grp. an Menschen geworden das ich diesen Aspekt von mir nicht mehr verheimlichen wollte. Aber sie waren auch soweit weg von mir das sie nicht unmittelbar Teil meines Lebens waren. Grundsätzlich wurde das gut aufgenommen und es gab auch Menschen aus dieser Grp. die sich dann mir gegenüber geoutet haben, dass es schon ein Interessantes Thema sei, ob ich da nicht mehr erzählen könnte. Ich schätze diese Grp. Sehr und mittlerweile war ich innerhalb dieser Grp. auch auf Hochzeiten, leider auch einer Beerdigung und anderen Feiern, oder mit ein paar von Ihnen auch aufm CSD, Mal eine Playparty mit jemandem aus der Grp. steht noch aus, aber zumindest mit jemandem der sich als Spicy Vanilla sieht ist auch das angedacht.

Ein viertes mir wichtiges Outing war meinen Eltern gegenüber. Dazu muss ich sagen das ich sehr Führsorgliche Eltern habe, die sich manchmal unnötig Sorgen machen. Ich behaupte immer meine Eltern sind die Prototyp Version heutiger Helikopter Eltern. Das erste was meine Mutter sagte war: oh Gott ich hoffe du tust dir nicht weh, meine Antwort darauf war, doch genau da liegt ein großer Kern meines BDSM's. 😁
Das Outing mit meinen Eltern war sehr theoretisch. Es ging viel um das Erklären was ist BDSM überhaupt und was für Sicherheitskonzepte gibt es da und ich habe einige Vorurteile aus dem Weg räumen müssen.

Wieder in der Gegenwart angekommen im heute hier und jetzt, bin ich in meiner Familie und im Freundeskreis einfach der Kinkguy der offen und "relativ unbeschwert" über alles reden kann. Ich fühle mich so wie ich bin akzeptiert, ich weiß aber auch das ich ein paar Menschen im Freundeskreis habe die das Tehma eher unangenehm finden und das ist für mich ok und ich nehme darauf Rücksicht. Nachwievor warne ich aber Menschen in meinem Freundeskreis vor was sie Fragen, weil ich antworte auch darauf und bin dann nicht für ihre Bilder im Kopf verantwortlich.

Wo ich eine Grenze ziehe sind Nachbarn und mein Arbeitsleben.

Über all die Jahre hinweg war für mich ein Outing im BDSM Kontext immer wichtiger als explizit zu sagen, ach ich bin im übrigen auch Bi, oder Pan, oder Queer, und Poly. Ich habe aber immer von Menschen gesprochen, nie von Geschlechtern. Der Hintergrund ist der das BDSM zu jeder Zeit Identitätsstiftender war und ist, als die Frage welche Geschlechtskonfiguration haben die Menschen mit denen ich das mache.

So ich hoffe ich konnte was zu dem Thema beitragen und wünsche allen Hörenden viel Erfolg bei euren Outings.
Erzählt Menschen davon, die meisten sind interessiert und werden euch akzeptieren.
LG. Iliand

Gäste

Avatar Bratmission
4 3 Live
Avatar Ehesklave
4 2 Live
Avatar Etarag
4 1 Live
Meermaid Avatarbild
7 2 Live
Avatar Monsti
2 1 Live
Sascha Avatarbild
9 7 Live
turdus Avatarbild
7 1 Unvernunft 6 Live


--:--:--
--:--:--