
Auf kunstDerUnvernunft.live gibt es den Livestream & Chat und hier nun das Ergebnis für alle, die nicht dabei sein konnten und können.
Wir bewegen uns im Leben mit Familie, Freunden, Bekannten oder in Gruppen wie Vereinen. Wie sehr outen wir uns dort? Was zeigen wir, verstecken wir, wo wird es problematisch und was trauen wir den Leuten zu?
Ich verstehe so überhaupt nicht, wieso man etwas verstecken will? Was soll passieren, wenn ich einen Ring, Halsband oder sonst ein Symbol trage? Ich schlimmsten Fall werde ich angesprochen. Und dann? Geht die Welt unter? Nein. Reden die schlecht über mich? Ist mir völlig egal. Was ist es für ein Drama, wenn die Nachbarn irgendwas mitbekommen? Und? Ist doch völlig egal.
Ich dränge ja niemandem etwas auf. Wen es stört, der soll nicht hingucken. Es ist ja schließlich nur Kleidung, Zeichen oder Spielzeug was eventuell aus Taschen schaut.
Das einzige was nicht funktioniert, sind Zeichen bei Amtsträgern. Der Steuerzahler bezahlt den Lohn von diesen Menschen, also sollten sie sich angemessen kleiden und den Staat repräsentieren.
Im Arbeitsleben muss man einfach schauen, ob die Symbolik meine Karriere beeinflusst.
Hallöchen zusammen,
ich fand die Folge sehr interessant. Danke dafür erstmal. Selber habe auch gute Erfahrungen mit dem Outing gehabt. Allerdings nur ausgewählten Personen bzw. Freunden. Darunter selbst zwei Arbeitskolleginnen (sogar meine Chefin), die mittlerweile gute Freundinnen von mir sind. Beide haben es super gut aufgenommen und waren auch echt interessiert. Seitdem tausche ich mich mit ihnen auch regelmäßig aus.
Mein Fazit, es lohnt sich manchmal sich zu öffnen. Allerdings verstehe ich es wenn man in der Beziehung vorsichtig ist. Das bin ich auch, aber es lohnt zwischendurch mutig zu sein.
Viele Grüße
Fenriswolf
Zur KI-Bild-Diskussion (den Rest der Folge habe ich leider noch nicht gehört):
Danke für die Transparenz! Ich finde nachvollziehbar, dass für die von dir angesprochenen Alternativwege, die du schon probiert hast, der Aufwand einfach zu groß ist.
Ich möchte aber nochmal die Variante aufgreifen, die du auch schon manchmal ergriffen hast, die Community zum Beitragen von Bildern zum Thema aufrufen, zu denen sie natürlich die Rechte haben sollen. Ich hab das damals gerne gemacht und freue mich immernoch total, dass das Bild es geschafft hat. Ich verstehe total, dass auch dafür der Aufwand nicht jedes Mal zu schaffen ist, durch viele, vielleicht auch unpassende Einsendungen zu schauen, aber vielleicht ist es etwas, was du _manchmal_ schaffen kannst und möchtest. Ich denke, es würde sich lohnen.
@Nestor
Die angesprochene Politikerin war Gabriele Pauli. Sie war Landrätin im mittelfränkischen Fürth und man sagt sie habe den Sturz von Edmund Stoiber eingeleitet. Die Bilder in Latex erschienen im Jahr 2007 und besiegelten letztendlich ihre politische Karriere auf größerer Bühne. 2016 zog sie sich endgültig aus der Politik zurück.
@Sebastian
Frau Pauli wäre doch eine interessante Gesprächspartnerin :)
Herzliche Grüße
Sir
Ich lebe sehr ländlich und bin ich vielen Vereinen unterwegs. Unter anderem bin Ich Tambourmajorin in einem Spielmannszug und da eskalierte es einmal. Ich trage immer einen Ring der O, einen Halsreif und einen passenden Arm- und Fußreif aus Edelstahl - auch zur Uniform. Eine Person aus dem Verein war der Überzeugung meinen Befehlen nicht folgen zu müssen, weil ich „nur ein Subbie“ sei. In einem Vier-Augen-Gespräch habe ich dieser Person erklärt, dass ich zwar das Eigentum meines Mannes bin aber meine Befehle trotzdem wichtig und richtig sind. Außerdem habe ich der Person die Rangordnung im Verein erklärt und betont, dass ich nur auf die Anweisungen von meinem Ehemann reagiere und mich nicht von jedem einfach dominieren lasse. Seitdem gab es keine weiteren Zwischenfälle oder Kommentare zu meinem Schmuck. Ich vermute, dass ich durch die Vernetzung der Vereine untereinander jetzt überall geoutet bin. Ganz nach dem Motto; Gott sieht alles - dein Nachbar sieht mehr
Eine schöne Folge, nicht ganz so kontrovers und polarisierend wie zwei Wochen zuvor, aber ich fand es sehr informativ. Und optimistisch stimmender als ich erwartet hatte!
Die Politikerin im Latexkleid war übrigens Dorothee Bär von der CSU im Jahr 2019 bei einer Veranstaltung zur Verleihung des Deutschen Computerspielpreises. Hatte also nichts mit BDSM oder Fetisch zu tun.
Und ihrer Karriere hat es nicht wirklich sehr geschadet, sie ist aktuell Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt.
Gruß,
Nestor
Ich wurde mich gerne offentlich zu mein BDSM bekennen. Ich bin da aber sehr zurruckhaltend.
Ich bin nür "geouted" in der Community der Kunst der Unvernunft. In der Familie bin ich bei mein Brüder geouted, weil ich ihm getroffen habe auf eine Party in ein Dominastudio. Ich habe nach diesen Treffen mit ihm versucht zu Reden über das Thema aber er möchte das nicht.
Der Freundeskreis und sonstige Bekanntschaften ist getrennt nach Kinky und Vanilla.
Beruflich bin ich in eine Fuhrungsposition. Da ich in ein Gewerbe arbeitet das recht Konservativ ist, oder zu mindest klassisch Matchomassig auf gestellt ist. Halte ich es da sehr verborgen.
Ich wurde mich nie trauen das offentlich in den Podcast zu erzahlen, aber möchte das gerne Teilen da ich intressiert bin wie anderen damit umgehen in solche Situation?
Eine gute und Interessante Folge, sie hat mich dazu angeregt darüber nachzudenken wie es bei mir ist und wie ich dazu stehe.
Ich trage schon sehr lange den Ring der O. Nur den zu tragen ist relativ unproblematisch, ich wurde in all den Jahren wenig darauf angesprochen.
Es gibt eine Geschichte wo ich ihn mal als Eisbrecher mit Mädels in einer Bar genutzt habe, zu der Zeit war Shades of Grey gerade in aller Munde und ich konnte viele Fragen erläutern, aber auch erklären was an dem Buch nicht gut ist.
Mittlerweile trage ich öffentlich die KdU Pins, oder einen Pin eines Stammtisches mit Aufschrift "I ❤️ BDSM", Das KdU Lederarmband von Penumbra, oder anderen Lederschmuck den man in diese Richtung deuten kann.
Doch es gab auch eine Zeit da war das anders.
Mein erstes Outing hatte ich meiner Schwester gegenüber, es war recht kurzweilig und eine gute Freundin von uns beiden die mit dabei war, hatte deutlich mehr Fragen zu dem Thema als meine Schwester. Mittlerweile weiß ich auch das sich meine Schwester einfach generell schwer mit solchen Themen tut.
Mein zweites Outing hatte ich 2 guten Freunden gegenüber die ich seit der Berufsausbildung kenne und die immernoch sehr gute Freunde von mir sind.
Beide haben über die Jahre immermal wieder interessiert nachgefragt, wenn das Thema aufkam, auch Dinge zu mir Privat die ich in der Szene fremden Menschen ohne Probleme sagen kann, aber wo ich mich mit Freunden und Familie auch heute manchmal noch schwer tu. Ich möchte einfach nicht für Bilder in Köpfen sorgen, die ich im Anschluss dann nicht entfernen kann.
Beide Freunde waren auch ein paar Monate später teil der Geschichte wo der Ring der O als Eisbrecher in der Bar diente.
Mein drittes Outing war direkt einer größeren Gruppe Gegenüber. Und zwar spiele ich PC Spiele online. Dadurch hat sich eine Gruppe an Menschen gebildet die sehr wholesome für mich ist. Viele dieser Menschen sind wie ich Nerds und hatten teilweise ähnliche schwere wege wie ich während der Schulzeit, Nerd zu sein war damals einfach noch nicht so angesehen wie heute, es war gerade wenn du aufm Land groß geworden bist nicht normal Videospiele in der Freizeit zu spielen.
Jedenfalls haben wir angefangen uns 1 mal im Jahr ein Haus anzumieten und dort eine Woche zusammen zu verbringen. So im 3ten Jahr wurde ich dann mal gefragt was es denn für ein Ring sei den ich denn da trage. Ich hatte kurz abgewogen und dann beschlossen mich dieser Grp. gegenüber zu Outen, weil sie ist für mich eine so wichtige Grp. an Menschen geworden das ich diesen Aspekt von mir nicht mehr verheimlichen wollte. Aber sie waren auch soweit weg von mir das sie nicht unmittelbar Teil meines Lebens waren. Grundsätzlich wurde das gut aufgenommen und es gab auch Menschen aus dieser Grp. die sich dann mir gegenüber geoutet haben, dass es schon ein Interessantes Thema sei, ob ich da nicht mehr erzählen könnte. Ich schätze diese Grp. Sehr und mittlerweile war ich innerhalb dieser Grp. auch auf Hochzeiten, leider auch einer Beerdigung und anderen Feiern, oder mit ein paar von Ihnen auch aufm CSD, Mal eine Playparty mit jemandem aus der Grp. steht noch aus, aber zumindest mit jemandem der sich als Spicy Vanilla sieht ist auch das angedacht.
Ein viertes mir wichtiges Outing war meinen Eltern gegenüber. Dazu muss ich sagen das ich sehr Führsorgliche Eltern habe, die sich manchmal unnötig Sorgen machen. Ich behaupte immer meine Eltern sind die Prototyp Version heutiger Helikopter Eltern. Das erste was meine Mutter sagte war: oh Gott ich hoffe du tust dir nicht weh, meine Antwort darauf war, doch genau da liegt ein großer Kern meines BDSM's. 😁
Das Outing mit meinen Eltern war sehr theoretisch. Es ging viel um das Erklären was ist BDSM überhaupt und was für Sicherheitskonzepte gibt es da und ich habe einige Vorurteile aus dem Weg räumen müssen.
Wieder in der Gegenwart angekommen im heute hier und jetzt, bin ich in meiner Familie und im Freundeskreis einfach der Kinkguy der offen und "relativ unbeschwert" über alles reden kann. Ich fühle mich so wie ich bin akzeptiert, ich weiß aber auch das ich ein paar Menschen im Freundeskreis habe die das Tehma eher unangenehm finden und das ist für mich ok und ich nehme darauf Rücksicht. Nachwievor warne ich aber Menschen in meinem Freundeskreis vor was sie Fragen, weil ich antworte auch darauf und bin dann nicht für ihre Bilder im Kopf verantwortlich.
Wo ich eine Grenze ziehe sind Nachbarn und mein Arbeitsleben.
Über all die Jahre hinweg war für mich ein Outing im BDSM Kontext immer wichtiger als explizit zu sagen, ach ich bin im übrigen auch Bi, oder Pan, oder Queer, und Poly. Ich habe aber immer von Menschen gesprochen, nie von Geschlechtern. Der Hintergrund ist der das BDSM zu jeder Zeit Identitätsstiftender war und ist, als die Frage welche Geschlechtskonfiguration haben die Menschen mit denen ich das mache.
So ich hoffe ich konnte was zu dem Thema beitragen und wünsche allen Hörenden viel Erfolg bei euren Outings.
Erzählt Menschen davon, die meisten sind interessiert und werden euch akzeptieren.
LG. Iliand