Sebastian
Freitagabend, der 15. Mai, irgendwie sind jetzt fast zwei Monate vergangen, dass
es die Unvernunft live gibt. Wer hätte es gedacht? Ich hätte es nicht gedacht,
dass das so lange läuft und dann müssen wir doch die Menschen ein bisschen bei
der Stange halten. Und ja, ich habe heute zwei Gäste schon mal vorbereitet,
über die reden wir dann gleich. Außerdem habe ich das schon in Social Media
heute so ein bisschen verkündet. Ich habe endlich meinen
Baumwollseil-Überraschungspaket bekommen und ja, es wird was zum Verlosen geben,
nämlich drei Dinge.
Das werde ich dann über die nächsten, sagen wir mal, zweieinhalb, drei Wochen
strecken und alle Anrufer, die hier live in die Sendung reinkommen, die kommen
da mit in den Topf rein. Wie das genau funktioniert, erzähle ich dann, wenn es
soweit ist.
Ja, ansonsten haben wir heute noch einen kleinen Bonus. Ganz am Ende der Sendung
versuche ich mich mal als Hörbuchsprecher, darüber reden wir dann auch später,
über diesen Versuch, dieses Experiment.
Plumbum
Ja, und ich glaube, wir fangen jetzt einfach mal an mit dem ersten Gast und ich
begrüße Plumbum, hallo.
Plumbum
Moin, moin. Ja,
Sebastian
So, es hat geklappt, ich entschuldige mich schon mal vorab, weil ich hatte dir
eigentlich für Dienstag zugesagt, dann habe ich die Sendung versehentlich voll
geräumt und das tat mir total leid, aber jetzt haben wir es ja geschafft, super.
Plumbum
kein Problem, man ist ja flexibel.
Sebastian
Ja, das ist wunderbar. Das macht es mir auch so einfach, weil diese ganze
Sendungsplanung, das geht manchmal so ein bisschen im Chaos einfach unter. Das
ist immer der Wahnsinn.
Okay, du bist aus Hamburg, 36 Jahre alt. Ich sage meinem WhatsApp, dass es noch
mal aufhört, solche Geräusche zu machen. Wunderbar. Und ja, wer bist du? Erzähl
was über dich.
Plumbum
Ja, ich bin SMer und das eigentlich quasi schon, solange ich
zurückdenken kann. Ich bin ziemlich aktiv in der Hamburger Szene. Ich bezeichne
mich selbst als Hedonist. Also ich spiele weder besonders oben noch unten,
sondern ich mache einfach das, was mir Spaß macht.
Oft ende ich dabei auf der aktiven Seite, aber ich mache eigentlich auch so
ziemlich alles, was ich aktiv mache, gerne passiv.
Sebastian
Okay, also völlig flexibel. Das heißt, du kannst das gesamte Spektrum
ausprobieren.
Finde ich gut.
Plumbum
Im Idealfall ja.
Sebastian
Okay, so, dann immer die Anfängerfrage. Seit wann dabei?
Plumbum
Ja, also so ziemlich seit ich volljährig bin in der Szene aktiv und
davor halt quasi so im Privaten.
Sebastian
Okay, davor im Privaten.
Mhm, okay,
Plumbum
Naja, das heißt halt in der eigenen Wohnung, wo man halt noch nicht auf Partys
und Stammtische durfte. Und da ich ja jetzt halt schon 36 Jahre alt bin, war das
quasi auch vor der SMJG.
Sebastian
ja, ich überlege gerade, aber, ja, nee, die müsste ziemlich genau dann, als du
18, 19 geworden bist, müsste es die dann gegeben haben. Blödes Timing, ne? Naja,
gut.
Okay, was ich auch noch sagen kann, darf, soll, ist, du bezeichnest dich als
non-binary.
Plumbum
Ja,
Sebastian
Magst du das einmal ausführen?
Plumbum
ich kann mich halt nicht so richtig mit der klassischen männlichen Rolle
identifizieren. Ich könnte sagen, ich crossdresse gerne, also ich ziehe gerne
Frauenklamotten an, aber im Grunde sind das halt alles meine Klamotten, die ich
anziehe und ob das jetzt eben weißer Tennisrock ist oder eine Jeans oder sowas,
das sind ja alles meine Klamotten. Also
sehe ich mich eigentlich eher so als non-binary, weil ich mich nicht richtig in
irgendeine geschlechterrolle einfinden mag über
Sebastian
Okay, und zum Glück können wir das inzwischen, kann man das heutzutage auch
inzwischen tatsächlich
einfach mal vernünftig ausleben, ohne dass das irgendwie einen Zwang dazu gibt.
Da hat sich ja in den letzten Jahren tatsächlich ein bisschen was getan. Hast du
jetzt gemerkt, dass sich da auch rechtlich was getan hat? Also spürbar für dich?
Plumbum
jetzt nicht unbedingt für mich also ich hatte noch nie wirklich probleme damit
so akzeptiert zu werden aber das liegt vielleicht auch daran dass ich einfach
ein wunderbaren freundeskreis habe ja
Sebastian
Ja, und wenn man den hat, dann gibt es da eh, ja, das ist ein Rückhalt, den
braucht man. Wenn man den hat, dann wird vieles einfacher, denke ich mal.
Okay.
Ja, worüber können wir sprechen? Also ich habe hier als erste Notiz stehen,
Kleiderschrank, Doppelpunkt, alles. Und dann drei Ausrufezeichen.
Plumbum
wie gesagt also ich ziehe gerne an was mir gefällt und das ist grundsätzlich
sehr vieles also in der regel habe ich mehr klamotten in meinem kleiderschrank
und mehr auswahl als die frauen mit denen ich so zusammen bin als männer sowieso
in der regel einfach weil ich ja wirklich so gerne kreuz und quer alles mögliche
an klamotten mag und das ist auch ein großes thema für mich als ich in die szene
gekommen bin war ich halt so ganz typisch männlich rumheulen das ist für männer
ja kaum was schönes zum anziehen gibt und die tollen klamotten haben immer nur
die frauen bis sie dann irgendwann das selbstbewusstsein gefasst habe einfach
die tollen klamotten für die frauen selbst anzuziehen und das sind halt so
Sachen, die mir immer wieder auffallen, dass sehr viele Leute, also Männer oder
Leute, die sich halt irgendwie so in diese männliche Rolle einfinden, oft sagen
so, ja, es gibt ja nichts zum Anziehen, nichts Vernünftiges für Partys und so.
Und dem mag ich immer sehr gerne widersprechen. Es gibt da eben ein paar große
Quellen. Einmal eben, wenn einem was an Frauen gefällt, kann man sich halt auch
da in den Stil halten. Und dann, wenn man sich mit seiner Geschlechterrolle
relativ wohl fühlt, warum nicht einfach in den vielen schwulen Läden einkaufen?
Also die Homosexuellen haben auf jeden Fall Geschmack und ich weiß nicht, warum
Heterosexuelle sich da nicht so bedienen. Also man muss ja nicht unbedingt
schwul sein, um sich gut anzuziehen.
Sebastian
Nee, muss man nicht. Auf der anderen Seite, dann hast du so einen Menschen wie
mich, der sagt, ach, ich gehe auf eine Party, dann kümmern wir uns darum, dass
das Podcastsubbie was Schönes anzuziehen hat und ich habe ja meinen Anzug.
Thema erledigt. Wobei, seit einem halben Jahr besitze ich tatsächlich eine
richtig coole Krawatte. Immerhin.
Plumbum
Immerhin, ja. Ja, aber es ist ja eben so die Frage, will man einfach irgendwie
in der Masse untergehen oder möchte man auch mal herausstechen? Also ich habe
inzwischen sehr zu schätzen gelernt, dass ich auch Komplimente für meine
Klamotten kriege. Und das egal, ob ich jetzt männlich oder weiblich wahrgenommen
werde oder komplett geschlechtslos. Also einfach dadurch, dass ich eben das
anziehe, was mir gerade gefällt, merken viele Leute schon, dass es halt
auch einfach geht. Und ich habe schon öfters gehört, dass ich irgendwie so eine
kleine Vorbildrolle da einnehme, eben weil ich eben anziehe, was mir gefällt und
dann das auch ausstrahle.
Sebastian
das heißt aber auch, du investierst Zeit und Geld da rein und dann wird das
auch. Ich glaube, da bin ich immer zu ungeduldig. Ich bin tatsächlich der Typ,
der hingeht in den Laden und sagt, hier, die Hose habe ich schon mal gekauft,
ich will jetzt genau die gleiche in der gleichen Größe, bitte.
Ich weiß, das ist eine fürchterliche Provokation gerade
Okay
Plumbum
Na ja, ich meine, was so meine Alltagsklamotten angeht, trage ich eigentlich
auch immer den gleichen Typ von Hosen. Also da bin ich auch relativ unkreativ.
Aber ich nutze halt eben vor allem die Gelegenheit zum Ausgehen immer dann auch
dick aufzutragen. Also zum Beispiel mache ich gerne mal so kinky Urlaube mit
eben Freunden, die halt auch eben kinky sind. Und dann nehme nehme ich mir dann
vor, dass ich halt eine Woche oder so keine normalen Klamotten anziehe, sondern
jeden Tag irgendwas anderes Extravagantes.
Und das lässt sich auch locker durchziehen.
Sebastian
Wenn du jetzt auf Partys gehst Also du sagst, du möchtest herausstechen
Plumbum
Ja,
es macht auf jeden Fall Spaß. Also vor allem, wenn nicht nur meine Begleitung
irgendwie Komplimente für ihr Outfit bekommt, sondern ich genauso. Dann passt
man ja auch irgendwie ein bisschen besser zusammen.
Sebastian
Ja, aber wäre es nicht dein Wunsch, dass es alle so machen wie du
Wobei, dann stichst du ja nicht raus
Plumbum
Es würde Partys... Dann steche ich nicht mehr raus, aber dann würden Partys auf
jeden Fall bunter werden. Also ich will jetzt nicht alle verdammen, die ich sag
mal unkreativ, nur beim Anzug auf eine Party gehen. Wenn man sich darin
wohlfühlt, warum nicht? Also letztendlich muss man ja anziehen, worin man sich
wohlfühlt und was einem gefällt. Und es gibt auch genügend Leute, die einfach
total auf Anzüge stehen. Also denen sei das ja auch gegönnt. Ich will ja keinen
Fetisch oder sowas schlechtreden. Genauso wie Uniformen oder sowas ist jetzt
nicht unbedingt meins. Aber wem es gefällt, der soll es halt tragen.
Sebastian
Okay
Plumbum
Das ist eben so die Sache. Ich habe halt gemerkt, es ist relativ schwer, mit
einem Anzug irgendwie noch kreativ rauszustechen. Also wenn man jetzt schon eine
besondere krawatte hat dann vielleicht wirklich eine richtig gut sitzende hose
eine weste vielleicht sogar ein korsett dazu jackett dann kann man auch aus dem
anzug einiges machen aber das ist eben erst so der anfang
Sebastian
glaube, wir werden uns lieber nicht auf einer Party begegnen
Ja, ganz ehrlich Neuer Anzug steht definitiv mal an, aber ich hab mir mir
gesagt, Mensch, den nächsten will ich mir maßfertigen lassen und meine Figur
verändert sich im Laufe der Jahreszeiten, also kann ich das wohl irgendwie auf
lange Sicht vergessen. Ha, wunderbar.
Plumbum
wobei ich auch da tipps geben kann es gibt sehr gute
Konfektionsschneider für hochzeitsmoden und
hochzeitmoden umfassen ja immer auch das ganze Das ganze Spektrum, also vom
kleinen Geldbeutel bis zum großen Geldbeutel. Jeder kann ja heiraten. Und da
kriegt man auch sehr gut so Maßkonfektionsanzüge, die eben auch sehr, sehr
schick aussehen.
Sebastian
Naja, genau sowas meine ich, aber wie gesagt, da geht es jetzt immer ein
bisschen darum, der muss mir dann im Sommer wie im Winter passen. Aber gut, da
bin ich ein bisschen komisch. Ich habe halt das, was mich schmückt, das läuft
halt dann neben mir her oder am besten einen halben Schritt hinter mir.
Jetzt machst du aber auch BDSM, manchmal oben, manchmal unten. Was tust du denn
und was tust du vor allen Dingen nicht?
Plumbum
Was ich nicht tue, kann ich glaube ich schnell beantworten. Die Liste ist
ziemlich kurz. Ich habe keinen Sex mit Kindern, Tieren und Toten.
Ansonsten tue ich wohl so ziemlich alles.
Sebastian
ich habe hier irgendwie mir aufgeschrieben, ohne D/s.
Plumbum
Ja, ich finde das D/s-Thema immer ein bisschen schwierig. Also grundsätzlich
kann man natürlich sich darüber streiten, was ist D/s jetzt eigentlich. Ich
finde, es ist eine Sache, die man schwer allgemein definieren kann, weil es
immer eine Sache ist, die zwischen den beteiligten Leuten direkt abgeklärt
werden muss. Meine Freundin hat mich letztens auch gefragt, ist das jetzt
eigentlich D/s, was du machst oder was davon ist D/s? Und ich musste da auch
erstmal noch ein bisschen überlegen. Aber ich habe dann für mich den Entschluss
gefasst, D/s ist für mich dann in dem Sinne, wenn ich etwas sage und sie es tut
und ich da keine Gewalt für brauche.
Sebastian
Okay, und du möchtest lieber Gewalt brauchen.
Plumbum
Ich spiele schon sehr gerne körperlich. Also dieses körperlich überwältigen,
rangeln, raufen und sowas, das macht schon sehr viel Spaß, ja.
Sebastian
Okay.
Plumbum
Ansonsten ein paar große meiner Vorlieben sind auch Objektifizierung und
Device Bondage.
Sebastian
Okay, Device Bondage, das ist ein Begriff, den kennt nicht jeder.
Magst du ihn erklären?
Plumbum
Na klar, das ist im Grunde sowas, wie House of Gord das berühmt gemacht hat. Und
zwar baut man sich Gerätschaften, wo man halt Menschen darauf fixieren kann.
Sehr praktisch sind also diese Rohrsysteme, wie sie auch im Gerüstbau verwendet
werden. Die sind super günstig und kann man sehr einfach bekommen und daraus
alle möglichen Arten von Fesselgestellen machen. Also so das klassische Andreaskreuz
Kreuz ist halt ein Kreuz, es steht irgendwo an der Wand. Aber wenn du aus dem
Andreaskreuz jetzt innerhalb von ein paar Minuten auch einen Pranger machen
kannst oder irgendein Bock-mäßiges Ding oder sowas, das ist schon ganz
lustig. Nö,
Sebastian
Okay, ich kenne die Videos auch und dazu habe ich mal ein paar Fragen. Die erste
Frage war nämlich, ich dachte immer, das Zeug muss irgendwie verschweißt oder
aufwendig verschraubt werden.
Das scheint nicht so zu sein.
Plumbum
da reicht eigentlich ein einfacher Sechskantschlüssel. Die Gerüste sind ja auch
alle nur verschraubt und es ist immer nur eine Schraube pro Gelenk quasi.
Sebastian
Okay, und die zweite Frage, die ich habe, ist bei den Dingern, die sind ja so
Auflageflächen. Also ich kenne da die Videos, die Frau hängt da drauf in so halb
kniender Position, dann ist da nochmal so eine Stange irgendwie über den Rücken,
damit sie ja nicht hochkommt und hier noch was und da noch was.
Plumbum
auch
Sebastian
Also sagen wir mal so, das ist der Inbegriff des Unbequemen für mich.
Plumbum
es geht eigentlich also ein bisschen unbequem soll es ja sein wenn es zu bequem
wird wird es ja auch wieder langweilig aber es macht ja irgendwie dann auch den
reiz aus ist jetzt vielleicht nicht unbedingt so wintertauglich aber spätestens
wenn es insgesamt ein bisschen wärmer wird dann mag man den kalten stahl ja auch
am körper haben
Sebastian
Okay, und da hast du, ich sage mal, wenn du jetzt irgendwie auf eine Party
gehst, hast du ja jetzt nicht eine Reisetasche mit Gerüstbauerzeug dabei.
Plumbum
das leider noch nicht aber durchaus mal ich würde es nicht
ausschließen also ich habe Ich habe tatsächlich schon mal für private Partys den
Kofferraum vollgeladen mit so einem Zeugs und das wirklich durch die Gegend
gekarrt.
Sebastian
Noch nicht. nicht.
Plumbum
Und es kam auch ganz gut an. Also es war ganz lustig und viele wollten das mal
ausprobieren.
Aber was man so dann dabei hat auf Partys, ist durchaus einfach mal so eine
Reisetasche voll mit Ledergurten. Dass du eben irgendwie Tische, Bänke oder
sonst irgendwie was nutzen kannst, um da Menschen dran zu fixieren. Ganz einfach
ein paar Gurte drum, fertig. Fertig.
Sebastian
das ist eine gute Idee, die sind auch relativ leicht. Ich schleppe da immer so
einen kleinen Amboss irgendwie in der Tasche mit mir rum.
Wir versuchen das immer zu reduzieren inzwischen, dass wir nicht mehr mit diesem
Rollkoffer auf eine Party müssen oder so. Hatten wir eh nie, aber so eine
Reisetasche und da ist dann alles drin, weil man weiß ja vorher nicht, wonach es
einem, wonach einem ist. Und das ist dann immer schon ziemlich gruselig. Was
Plumbum
Ja, was ich da auch mal gebracht habe vor einigen Jahren, ist das jetzt schon
her, da hatte ich gerade so Kettenbondage sehr für mich entdeckt und
dann so wie einfach komplett in Ketten gelegt mit auf die Party genommen. Also
die Arme hat da glaube ich 20 Kilo Stahlketten rumgetragen, die ich dann
natürlich auf der Party auch dann beliebig nutzen konnte, um sie irgendwie zu
fesseln oder andere Menschen damit irgendwie zu bespaßen und sowas.
Sebastian
jetzt gerade an so Nobildiskus denkt mit ihrem Metalldetektor.
Plumbum
Nee, das
Sebastian
Keine Chance.
Plumbum
wäre aufgeleuchtet Das
Sebastian
Okay, ähm,
Jetzt spielst du aber auch mal oben, mal unten. Da muss ich ja, da muss ich
immer diese Frage stellen. Ist das für den Abend festgelegt oder gegenüber einer
Person oder mach das auch mal Switch und dann baust
du noch das Gerüst auf und zehn Minuten später hängst du selber drauf. Das
Plumbum
kann durchaus passieren Also ich meine, nicht jeder ist da wirklich gewillt, so
viel Hand anzulegen und Mühe und Ideen reinzustecken Also ich baue mir auch
oftmals das selbst, woran ich dann selbst gefoltert werde Und gerade auch so in
Kombination mit dem Raufen und Überwältigungsspielen und sowas
kann es auch einfach mal während des Spielens switchen Also ich hab schon
Sebastian
finde ich ist eine schöne Kombination. Da kriegt man quasi, wenn man spielen
will, also aktiv, dann kriegt man quasi noch den Spielplatz aufgebaut. Finde ich
super. Super.
Ich denke gerade so ein bisschen an diese Kindergerüste, die es früher mal gab,
als ich noch klein war.
Plumbum
warum auch nicht
Sebastian
Da stand jetzt in jedem zweiten Garten, dann kennst du jetzt diese Rohrdinger in
bunt mit diesen Platten drauf.
Ja, so in der Richtung stelle ich mir das gerade vor. Das ist einfach sehr
organisch, weil man kann einfach bauen, was man will.
Plumbum
so ein bisschen so nur eben in Edelstahl sieht es bei mir im wohnzimmer auch manchmal aus
aus
Sebastian
Ja, ich muss das Wohnzimmer mal besuchen.
Ja, du merkst, ich komme da so ein bisschen immer drauf zurück. Also ich sehe so
ein leichtes Gesamtkunstwerk. Da sind die Klamotten, da ist das Switchen, da ist
das Zubehör.
Das finde ich schon ziemlich cool.
Darf ich mal fragen, wie machst du das jetzt im Moment seit acht Wochen? Hockst
du ja zu Hause rum.
Plumbum
habe anfang des jahres jemand neues kennengelernt und bin dann quasi zur
isolationszeit spontan mit ihr zusammengezogen also wir dachten eigentlich erst
das wird ja nur irgendwie so zwei drei wochen dauern und kann ja nichts
passieren jetzt haben wir uns irgendwie ganz gut dran gewöhnt, also leben
wir eigentlich so jetzt zu zweit ganz gut und machen halt das Beste draus.
Sebastian
Ja, da kann ich ja nur gratulieren.
Plumbum
Ja, danke.
Sebastian
Ja, ein
Plumbum
Und ansonsten kann man sich ja mit Abstandsspaziergängen mit anderen Leuten noch
treffen und sowas.
Man hat ja durchaus auch Möglichkeiten, noch irgendwie ein bisschen sozial zu
sein.
Sebastian
bisschen was geht natürlich, aber ich halte natürlich immer Ausschau nach, nach
wann geht sowas wie eine Party wieder oder ein Stammtisch oder irgendwas und ich
sehe das einfach nicht. Das macht mich persönlich immer so ein bisschen kirre,
weil so lange muss ich ja noch Live-Sendungen machen. Das macht unglaublichen
Spaß, aber ich dachte auch am Anfang, ja, das machst du jetzt mal drei Wochen
und es wird zum festen Ablauf der Woche, zweimal die Woche sich hier hinzusetzen
und zu sagen, ja, das machen wir jetzt, läuft. Wie
Plumbum
ich habe auch letztes Jahr ein Rauftreffen ins Leben gerufen, wo ich mich halt
so mit Leuten im Park treffe, zum quasi prügeln.
Und das wollte ich natürlich dieses Jahr ganz groß weitermachen. Wir haben uns
auch schon nach Turnhallen umgesehen und sowas alles, um die feuchte Jahreszeit
zu überstehen. Aber das fällt jetzt natürlich auch alles aus.
Sebastian
funktioniert denn ein Rauftreffen? Das finde ich gerade sehr spannend.
Was tue ich da und was muss ich mitbringen?
Plumbum
Ich kann da immer empfehlen, auf mein FetLife-Profil zu gehen. Da habe ich
irgendwo auch so einen Text dazu, wo ich so ein bisschen Regeln aufgeschrieben
habe, die ich aufgestellt habe. Wir treffen uns halt einfach auf eine Wiese,
meistens irgendwie ein öffentlicher Park oder sowas, legen da ein paar Decken
hin, machen Picknick und dann fangen wir an, uns zu verhauen. Also im Grunde
hauen wir uns nicht wirklich, sondern es ist eigentlich eher so Bodenkampf, was
so die Hauptsache ausmacht. Also jeder, der mal wirklich in der Schlägerei war,
weiß, dass echte Schlägereien meistens sowieso auf dem Boden enden.
Und das ist halt genau das, was wir dann da machen. Ich habe so ein paar Regeln,
wie dass halt nur zwei Leute gleichzeitig kämpfen und kein kratzen
beißen treten schläge möglichst nur mit der flachen hand und
wir haben noch ein paar weitere einschränkungen aber alle diese einschränkungen
sind halt mehr so eine Servierempfehlung und nicht wirklich verbindlich weil
wenn jetzt zwei leute untereinander sagen so hey ich will jetzt mal mit der
Takedowns üben dann können die natürlich auch Takedowns üben also im grunde sind
da alle freiheiten die man sich so haben kann sind ja alles erwachsene leute das
Sebastian
Ja, ja, aber genau das ist der Punkt. Da sind erwachsene Leute, jetzt ist das
aber im Park, sind da auch noch andere erwachsene Leute. Das macht doch
Probleme. Oder habt ihr da einen stehen, der, ich sag mal, entweder Schmiere
steht oder die Passanten beruhigt?
Plumbum
Das ist bisher noch niemandem sauer aufgestoßen. Also wir sind ja in der Regel
auch eine größere Gruppe. Keine Ahnung, ich glaube, wir waren jetzt so um die
10, 12 Leute durchaus mal.
Und da ja nur zwei zur Zeit quasi kämpfen und die anderen drumherum sitzen,
Musik hören, was essen und picknicken und zugucken, hat man eben so diese
Sicherheit der Gruppe. Es ist ja auch ähnlich wie beim Bondage-Picnic. Sobald es
nicht nur zwei Leute sind, die es machen, sondern eben eine ganze Gruppe, hat
man eben diese Sicherheit der Gruppe und die Passanten kümmern sich da gar nicht
mehr drum. Also wir haben da auch Familien, die neben uns picknicken und Kinder,
die drum herum spielen und alles mögliche. Und es hat jetzt noch keiner
irgendwie Bedenken geäußert.
Sebastian
Okay. Wow. Hätte ich jetzt gar nicht gedacht, dass das so problemfrei geht.
Vielleicht liegt es an Hamburg.
Mag ich mir in meiner Stadt hier nicht vorstellen. Hm.
Plumbum
Den
Sebastian
Wie ist denn da der BDSM-Kontext? Gibt es den da oder ist das davon losgelöst?
Plumbum
gibt es durchaus auch. Also einige der Rauftreffen sind auch schon zu
Fesseltreffen geworden, weil einfach ein paar Leute dann angefangen haben,
Menschen an Bäume zu hängen und sowas. Und dann wurde es halt eben ein Raufen
und Fesseln. Und ich fand das auch sehr gut, dass eben insgesamt so mit mit
Bondage-Picnic und sowas zu kombinieren.
Und ansonsten kann man das natürlich auch so ein bisschen weiter
entweder zum Kuscheln oder zum Sexuellen hintreiben, wenn man sich dann nach dem
Rauftreffen irgendwo bei jemandem noch in der Wohnung trifft und da dann eben
weiter kuschelt, wenn die Sonne untergeht.
Sebastian
Okay, aber nicht weiter rauft. Sonst hast du ja irgendwann die Nachbarn, die
fragen, was ist los?
Nein.
Plumbum
Ich habe sehr tolerante Nachbarn und einen großen Sofa.
Sebastian
Okay, dann passt das.
Ich habe hier einen Begriff stehen, den konnte ich nicht genau einordnen.
Rope Bombing.
Plumbum
Ja, Rope Bombing ist im Grunde das, was ja schon mit dem Bondage-Picnic so
losgeht. Man geht einfach irgendwo hin und befesselt jemanden irgendwo, wo man
es sonst so nicht erwarten würde. Also, keine Ahnung, irgendwo in der Innenstadt
an der Alster oder sowas hängt plötzlich ein Mensch an der Laterne. Das ist so
ähnlich, wie ist denn das andere? Es gab ja noch so mehr, wo
Leute irgendwie so in der Öffentlichkeit die Trampen eingehekelt haben oder
sowas.
Sebastian
ja, wenn die da irgendwas einstricken. Ja, ja, wo dann? Also ich, wie? Ja, das
ist so die Weiterentwicklung des Klopapierschoners.
Plumbum
Und das Gleiche kann man ja eben auch mit Seilen machen, dass man einfach da, wo
es irgendwie ein bisschen unerwartet ist, mal Menschen hinfesselt.
Sebastian
Okay, ja. Ja, ihr sollt mal, wenn ich durch die Stadt gehe und würde das sehen,
ich fände es natürlich cool, aber das liegt natürlich auch daran, dass ich das
so oder so schon gut finde.
Was geht denn da und was geht denn da vor allen Dingen nicht?
Plumbum
Also was nicht geht, ist natürlich, wenn es jetzt wirklich zu sexuell wird und
irgendwie mit Genitalien raus oder Nacktheit oder sowas zu sehr gespielt wird,
das sollte man natürlich vermeiden, weil man will ja die Leute auch nicht
wirklich irgendwie belästigen. also es war ja kein unbeteiligter irgendwie so
eine szene mit reingezogen werden aber auf der anderen seite haben wir bisher
eigentlich auch nur gutes feedback bekommen also sowohl eben mit bondage das
irgendwie mal leute vorbeikommen fragen so tut das nicht weh und dann sagst du
halt tut überhaupt nicht wie fragen sie halt das Bunny was dann da hängt so
macht eigentlich nur spaß und ansonsten freuen sich die leute einfach das
mal zu sehen und sind interessiert und bisher haben sie höchstens gesagt, dass
es halt gut aussieht. Genauso wie wenn man mit Latex in der Öffentlichkeit
unterwegs ist.
Sebastian
Ja, es ist so ein bisschen, also bei Bondage, wenn es schön gemacht ist, dann
kann ich das auch immer noch unter dem Begriff Kunst, ich sag mal, verkaufen,
wenn es sein muss.
Ich habe hier vom Bratapfel, habe ich hier eine Frage. Übrigens Fragen darf der
Chat, den habe ich auch noch gar nicht begrüßt. Lieber Chat hiermit seist du
begrüßt, die dürft ihr gerne stellen.
Drängt Rope Bombing nicht Unbeteiligten ohne Einvernehmen den eigenen Kink auf?
Sag ich mal ja.
Plumbum
Ja, das ist immer so ein bisschen ein schwieriges Thema. Einerseits natürlich
schon, andererseits, was ist das genau, was man da anderen
aufdrängt? Man drängt jemanden auf, dass man halt Cowboy und Indianer spielt als
Erwachsene. Finde ich jetzt eigentlich nicht wirklich weiter verwerflich oder
schlimm. Also es gibt auch Leute, die stehen auf Turnschuhe oder auf Wollpullis
oder sowas.
Heißt das jetzt, jeder der Turnschuhe oder Wollpullis trägt, drängt anderen
seinen Kink auf?
Schwierig.
Sebastian
Ja, ich sag mal so, ich hab so ein bisschen drüber nachgedacht und dachte mir,
okay, eigentlich jeder, der sich in der Öffentlichkeit irgendwie bewegt, der
interagiert auch mit der Öffentlichkeit. Wer mit seinem Hund Gassi geht und der
Hund sieht groß und bedrohlich aus und zieht an der Leine und läuft dann
irgendwie Leuten vorbei, die gehen auch vielleicht mal einen Schritt zur Seite
oder so, ist halt so. Wer mit dem Auto fährt, ganz ehrlich, der stinkt auch
seine Nachbarschaft ein. Also ich versuche da nicht das zu verharmlosen, aber
einen Vergleich zu ziehen, wer draußen ist, interagiert. So und jetzt ist dann
die Frage, wo ist jetzt die Grenze, wo kann ich nicht mehr interagieren oder wo
überschreite ich jetzt was. Und da scheint mir, ja das Sexuelle, das ist eine
gesellschaftliche Grenze, immer noch, mal gucken, ob die irgendwann nochmal
fällt zu sein. Nein, Seile als solche, ich sag mal, solange die
eingebondagete Person nicht hilfeschreiend an der Laterne hängt und sagt, die
wollen mir hier was antun, glaube ich, sind da keine Probleme. Glaube ich.
Plumbum
Es ist ja eher das Gegenteil der Fall. Die Person lächelt und lacht ja
höchstens, beziehungsweise es ist in der Regel ja eher eine lustige, spaßige
Sache, was man da macht. Und das Sexuelle wird da eigentlich komplett
rausgelassen. Also ich meine, man kann natürlich nicht wirklich sagen, ob
irgendjemand jetzt feucht wird untenrum oder so. Aber solange man das auch nicht
wirklich sieht oder auffällt, sehe ich da kein großes Problem. Im Grunde ist es
ja wirklich einfach nur eine Kunstform. Und es gibt ja auch viele Künstler, die
andere Formen von Interventionen in der Öffentlichkeit machen. Und ich finde,
dass sowas wie Seilbondage eben da auch als Kunstform eigentlich anerkannt
gehört. Also ich trete auch gerne auf dem CSD mit auf, mit Seilen und mit
anderen Dingen, um es eben einfach vielen Leuten irgendwo ein bisschen nahe
bringen zu können.
Sebastian
Ich
habe da noch gar keine negativen, naserümpfenden Erfahrungen.
Plumbum
Bisher, vielleicht soll ich sagen, zum Glück noch nicht. Es gab mal so eine
Situation, da waren wir in einer Gruppe in Latex unterwegs in der Stadt und
haben halt Fotos gemacht. Und da kamen ein paar Teenager irgendwie in einem Auto
vorbeigefahren und haben halt kurz irgendwie was gebrüllt und sind schnell
weitergefahren. Aber das war es dann jetzt auch. Ich hatte eher so das
Gegenteil, wie gesagt, dass Leute ankommen und neugierig sind und fragen, was
das denn ist, was man da macht und ob sie mitmachen können und ob die das nicht
auch mal ausprobieren könnten. Dann empfehle ich halt immer den Tüdeltreff.
Hallo
und dass sie da mal vorbeischauen und das war es dann eigentlich.
Jetzt ist es sogar eher das Gegenteil. Ich hatte mal ein Erlebnis, da war ich
halt mit meiner damaligen Freundin am Hafen und habe da Fotos gemacht und so in
der Ferne sah ich irgendwie eine alte Frau, wahrscheinlich mit ihrer
Enkeltochter oder sowas, auf uns zukommen.
Und ja, die Enkeltochter vielleicht irgendwie Anfang 20 und die alte Frau
bestimmt irgendwie irgendwas jenseits 70. Da dachte ich schon so, oh je, das
könnte jetzt kritisch werden, und so meine Freundin komplett in Latex mit
Ballet Heels und allem drum und dran und hast du nicht gesehen.
Und die Alte kommt quasi auf uns zugestürmt
Sebastian
Die alte, ja.
Plumbum
und überschüttet uns mit Komplimenten, wie toll das denn aussieht und wie schön
das ist und wie sie sich freut, dass sie das mal so sehen kann und meint dann
eben auch zu der jungen Dame so, und das würde dir doch auch stehen und mach
doch auch mal sowas.
Sebastian
ist ja großartig.
Plumbum
Doch, genau so.
Ja, und ich bin da immer wieder überrascht. Also ich glaube, die Menschen sind
eigentlich eigentlich gar nicht so verklemmt, wie man immer befürchtet. Und
allgemein ist es ja so, dass man sich immer viel mehr Gedanken darüber macht,
was andere über einen denken, als dass andere wirklich was über einen denken.
Sebastian
Ja, ich motiviere den Chat nochmal kurz. Wenn ihr was wissen wollt, dann fragt
es jetzt. Ihr seid zahlreich, so wenig Fragen kann ich mir gar nicht vorstellen.
Ich mag aber auch nochmal sagen, ich habe manchmal so das Gefühl, dass diese
Zurückhaltung von BDSM in der Öffentlichkeit, ich bin nicht sicher, ob die
hausgemacht ist. Wir denken nur, weil wir unseren Kink kennen, dass wir damit
auf Ablehnung stoßen werden und deshalb verstecken wir es besonders gut.
anstatt dass wir halt sagen, okay, loten wir doch mal die Grenzen aus, wie
weit können wir gehen was können wir machen kann ich meine Fetischklamotten in
der Fußgängerzone tragen
ja, nein, warum nicht warum geht es
also ich weiß immer gar nicht, muss man das wirklich komplett aus der
Öffentlichkeit raushalten glaube ich nämlich gar
Plumbum
Eben, das ist halt auch mein Gedanke. Und wie gesagt, gerade zum CSD lebe ich
das gerne volle Kante öffentlich aus und laufe da eben mit und kläre eben auch
am Stand immer wieder auf und sowas. Aber auch insgesamt ist es wahrscheinlich
so ein Mix aus. Man versucht natürlich irgendwie Rücksicht zu nehmen und
niemanden irgendwie ungefragt seinen Kink aufzudrängen. Aber auf der anderen
Seite sind viele Menschen auch gerade eben in Großstädten und hier im Westen
eben super tolerant und stören sich da halt wenig dran. Und
Sebastian
wie ist denn das, wenn nehmen wir mal an, hast da ein Mädel oder hängst selber
an der Laterne Jetzt kommt jemand vorbei und sagt, das belästigt mich jetzt,
aber das möchte ich hier nicht sehen, das finde ich nicht gut. Wie würdest du
denn da reagieren?
Plumbum
das hatte ich so noch nicht. Aber was ich tun würde, wäre wahrscheinlich einfach
dann mich entschuldigen und sagen so, ja okay, dann packen wir halt die Sachen
zusammen und gehen woanders hin.
Also es ist ja eben, wie gesagt, das Ding, wenn sich jemand dadurch gestört
fühlt, will ich mich auch nicht aufdrängen.
Sebastian
okay. Ja gut, aber das ist ja, wenn man dann sich nicht hinstellt und sagt, ich
muss jetzt aber und ich will das aber hier und das ist mein Recht und jetzt
gehen sie weiter. Ich glaube, wenn das so eine kooperative Geschichte ist, ja,
was sollen die Leute dann auch noch sagen, ne?
Lady A mag was wissen. Wo war das mit der Latex-Gruppe?
Plumbum
Also ich war da jetzt schon ein paar Mal in Hamburg an verschiedenen Orten, von
Jungfernstieg Landungsbrücken über HafenCity, aber eben auch mal in Berlin
zum Beispiel.
Sebastian
Ja, ich habe das Gefühl,
da mancher möchte das auch mal entdecken.
Da kann man eigentlich nur die ganze Nacht durch Hamburg spazieren gehen und
hoffen, dass einem zufällig mal etwas vor das Auge kommt.
Plumbum
ich habe auch schon öfters so um den Hauptbahnhof Richtung Berliner
Tor und sowas einfach so Leute in Latexhosen durch die Gegend laufen sehen.
Es ist halt einfach so die Gegend. Ich nehme das jetzt natürlich immer als
Gelegenheit, dann auch mal Bilder von den Outfits zu machen und die Outfits dann
eben auch in der Öffentlichkeit zu zeigen. Aber es gibt auch relativ viele
Leute, wenn man halt wirklich mal hinguckt und drauf achtet, die es eben einfach
so tragen. Ich glaube nicht, dass die immer alle irgendwie an einem
Dienstagabend unterwegs sind, gerade zu einer Party.
Sebastian
Ja, wobei Klamotten tragen ist ja immer das eine, in dem und wo man so eine Art
Spielinteraktion hat, ist das ja noch mal was anderes. Also, so wie
verhauen mit einem Stöckchen, das geht dann zum Beispiel nicht mehr, glaube ich.
Plumbum
Aber so wie Verhauen mit einem Stöckchen in der Öffentlichkeit ist das sowieso
fragwürdig, weil wie interpretieren das die Leute eben?
Also wo es Richtung Gewalt geht und dann am besten noch Gewalt gegen Frauen,
sehe ich das dann auch schon wieder ein bisschen kritisch.
Sebastian
Ja, achso, umgekehrt geht's.
Plumbum
Ist
Sebastian
Also wenn Subi mich mit dem Regenschirm verhaut,
dann werde ich noch beim Wegrennen aufgehalten, damit ich bloß nicht wegrennen
kann.
Plumbum
wahrscheinlich sozial
akzeptierter. Aber auch nochmal, was es mit dem Latex tragen in der
Öffentlichkeit angeht. Ich hatte auch ursprünglich mal geplant, dieses Jahr ein
Latex-Picnic zu machen, quasi analog zum Bondage-Picnic, wo dann eben eingeladen
sind, möglichst viele Leute, die eben dann ihre Latex-Klamotten mal in der
Öffentlichkeit tragen. Also vielleicht auch so ein bisschen in Richtung
Latex-Flash-Mob.
Sebastian
das finde ich cool.
Plumbum
Eben einfach wieder auch aus dem Gedanken heraus, dass man in einer Gruppe
natürlich sehr viele Dinge machen kann, die man alleine oder zu zweit nicht
kann. Einfach weil die Gruppe immer die Sicherheit gibt.
Sebastian
Das ist jetzt in dem ganzen BDSM-Szene-Bereich ein bisschen schwierig, aber ich
bin ja immer der Meinung, sobald man irgendwen hat, der eine möglichst große,
prominente Kamera auf irgendetwas draufhält, dann wird die Umgebung es
legalisieren, weil, ach, die machen da was für einen Film. Das sind ja die
Studenten mit dem Filmprojekt. Das kann man im Bereich BDSM immer so schlecht
machen, finde ich.
Plumbum
Ja, funktioniert auch sehr gut. Wir haben tatsächlich auch mal eine Aktion
gemacht auf dem Hamburger Dom, also großes Volksfest, wo wir eben dann mit
Gasmasken und schwarzen Klamotten durch die Gegend gelaufen sind. Hatten eine
Kamera dabei und sogar extra vorher eine Drehgenehmigung der Stadt organisiert,
hat sich keiner für interessiert. Wir haben höchstens irgendwie so ein paar
Zurufe bekommen mit irgendwie coole Outfits und ihr seid ja gut gekleidet. Aber
niemand wollte die Drehgenehmigung sehen, nicht mal die Leute von den
verschiedenen Dombuden oder Ständen. Alle fanden es eigentlich nur cool.
Sebastian
Okay.
Kriegt man so eine Drehgenehmigung einfach so?
Plumbum
Ja, tatsächlich schon. Also es gibt da bestimmte Stellen bei den Städten, die
man anschreiben kann, um eben so eine Drehgenehmigung zu kriegen. Man füllt ein
Formular aus, wer man ist, was man macht und wo man es macht und welchen
Zeitraum. Die sagen dann, dann, jo, okay, und dann geht's ab.
Sebastian
Okay, also das kann man mal als kleine Rückversicherung kann man das immer mal
brauchen. Gerade wenn ich irgendeine
Rape-Game plane und jemand in den Kofferraum packen will, ist das vielleicht gar
nicht so blöd, das zu haben und vorher mal der Polizei zu sagen, dass da was
gemacht wird und die Passanten, die jetzt anrufen, können ignoriert werden.
Plumbum
Ja, soweit hab ich's noch nicht getrieben.
Wär ich gespannt, was die Polizei dazu sagst, wenn du da anrufst, aber
wär vielleicht nicht die schlechteste Idee, bevor man dann eben verhaftet wird
oder das Sondereinsatzkommando vor der Tür steht.
Sebastian
Sagen wir mal so, wenn das irgendwer mal probiert hat und durchexerziert hat,
möge er mal Bescheid sagen, was da passiert oder nicht passiert. Ich bin da auf
die Geschichte sehr gespannt.
So, ich gucke mal. Ich gucke A auf die Uhr. Oh Gott, schon wieder. Ich gucke
immer auf die Uhr und es ist immer grausam. Es gibt so ein paar Sachen, wurden
noch geschrieben hier, M und A oder A und M, das hat hier komisch kopiert. M und
A ist es.
Ob du einen Instagram-Account hast, da möchte jemand Bilder sehen von dir. Hast
du einen? Nein. Ja,
Plumbum
Ja, ich hab einen Instagram-Account, aber ich vernachlässige den so total.
Viel mehr sieht man von mir auf FetLife.
Aber auch das habe ich in letzter Zeit so gut wie gar nicht gepflegt. Ich gebe
mir Mühe, dass da demnächst mal wieder ein bisschen mehr kommt.
Sebastian
wenn du magst, kannst du Nicknamen natürlich gerne sagen, wenn du das magst,
dann kann dich da jeder jetzt suchen.
Plumbum
Ja, Plumbum.
Sebastian
So einfach.
Plumbum
Auf Instagram müsste es Jens Plumbum sein, glaube ich. Aber wie gesagt, das
meiste gibt es auf FetLife zu sehen.
Sebastian
Okay. So, jetzt pass auf, jetzt wird gleich der Chat plötzlich leer und ruhig,
weil sie alle bei FetLife irgendwie rumsuchen.
Plumbum
Gerne.
Sebastian
Warum geht es bei den Aktionen, möchte Kätzchen gern wissen. Also geht es um
Exhibitionismus oder warum wählt ihr die Öffentlichkeit als Ort?
Plumbum
Exhibitionismus würde ich jetzt so gar nicht mal primär sagen. Wir ziehen da
jetzt nicht unbedingt irgendwie was Sexuelles draus, dass wir in der
Öffentlichkeit sind. Es ist mir einfach so ein Nervenkitzel, spielen mit der
Neugier und irgendwo ja auch das Ganze normaler zu machen. Also
ich mag die Sachen, die ich mag, auch gerne so ein bisschen aus dieser
Schmuddelecke und dem Verborgenen rausziehen und dass es irgendwie verboten ist.
einfach, weil natürlich auch je mehr Leute sich dafür interessieren, desto mehr
Angebot gibt's auch. Also es ist quasi so ein bisschen Werbung in eigener Sache.
Je mehr Leute irgendwie ein Latex-Fetisch für sich entdecken, desto eher kommt
vielleicht mal bei H&M geile Catsuits ins Geschäft.
Sebastian
Okay.
Du hast jetzt nicht nebenbei noch einen Latexladen und gewinnst auf die Art
Kunden. Wäre ja clever.
Plumbum
Nee, noch nicht. Ich hab ein paar Freunde, die da in dem Bereich aktiv sind,
aber für die hab ich jetzt noch keine Werbung gemacht.
Sebastian
Ja, da Freunde zu haben, das hilft vielleicht auch ein bisschen bei den Kosten.
Ja, ist nicht ganz billig das Zeug, aber gut, ist halt dann geil, wenn es auf
der Haut ist.
Plumbum
absolut.
Sebastian
Darf ich mal eine ganz doofe Frage stellen? Ich habe noch nie selber Latex
getragen.
Plumbum
Na klar.
Sebastian
Nun ist es ja nun mal so, dass ich als Kerl nun mal Haare am Körper habe, mehr
oder minder viel.
Müssen die vorher ab?
Plumbum
Nein, die Haare können dranbleiben und ich bevorzuge es mit Silikonöl. Man kann
auch Babypuder nehmen, beziehungsweise Talkumpuder.
Man benutzt halt irgendwie eine Art von Gleitmittel zwischen seiner Haut und dem
Gummi. Also vorher ölst du dich halt ordentlich ein und da stören die Haare dann
auch gar nicht.
Sebastian
Moment, aber das heißt, das Zeug einfach anziehen, so à la Supergirl oder
Superman mal zack und das Zeug überziehen, irgendwo in der dunklen Ecke geht
nicht. Das erfordert ein bisschen Vorbereitung. Das heißt, du kannst ja, wenn du
sagst, wir gehen da mal in den Park, da kann man sich ja nicht mal schnell in
den Park irgendwo umziehen.
Plumbum
Gab es tatsächlich auch schon mit mal irgendwo im Park umziehen ist aber eher
die Ausnahme. Meistens ziehen wir uns halt zu Hause an, steigen dann ins Auto
und fahren dann dahin, wo wir hin wollen.
Es gibt noch die Möglichkeit, chloriertes Latex zu verwenden. Das kann man
auch ohne Gleitmittel anziehen. Glänzt aber nicht ganz so schön und ist ein
bisschen schwieriger zu reparieren.
Sebastian
Ja, okay.
Mir fällt da gerade was ein, das ist jetzt auch schon wieder zehn Jahre her, da
hatten wir einen Stammtischbesucher, der kam auch mal im Komplett-Latex-Outfit,
was echt cool war und der hat aber im Prinzip jede Woche erzählt, dass er auf
dem Weg nach Hause, irgendwie 45 Kilometer, also durch den Ort durchgefahren und
da musst du dir vorstellen, so einen alten Audi 70er Jahre, so ein großes
Schiff, ne? Und da in dem kompletten Outfit und jedes Mal wird er angehalten,
wenn da Polizeikontrolle ist und jedes Mal muss er erklären und dies und das und
hat im Kofferraum das ganze Spielzeug.
Aber es ist offenbar, ist da ein gewisser Reiz, sich das mal genauer anzugucken.
Plumbum
Interessant. Mit der Polizei habe ich so noch keine Konfrontationen gehabt.
Jetzt zum Anfang der großen C-Krise hatte ich einmal die Situation, wo noch
nicht ganz klar war, wo trägt man jetzt Masken, wo nicht und wie und was.
Einfach mal Spaß draus gemacht und bin mit Gasmaske Auto gefahren. Eine Zeit
lang fuhr dann so ein Polizeiwagen neben mir her und meine Beifahrerin wurde
schon so ein bisschen ängstlich, dass wir gleich angehalten werden und
kontrolliert. Aber irgendwann guckte dann so der Beifahrer vom Polizeiwagen zu
uns rüber und lächelte einfach nur und dann fuhren sie weg.
Sebastian
okay. Da würde ich ja jetzt sagen, hier Vermummungsverbot am Steuer.
Plumbum
Bist du noch da?
Sebastian
Ich bin noch da. Ja, hörst du mich nicht mehr?
Ich bin noch da.
Plumbum
Ah, okay, es war eben auf einmal so still.
Sebastian
Ja, manchmal ist die Verbindung ein bisschen komisch, aber die berappelt sich
meistens wieder.
Wie ist denn das mit einem Vermummungsverbot am Steuer?
Plumbum
meine Erfahrung mit der Polizei?
Sebastian
Das kannst du ja eigentlich nicht mehr bringen.
Plumbum
Nee, eigentlich nicht. Also im Grunde war das da auch schon strafrechtlich so
ein bisschen schwierig.
Es gab jetzt ja auch Präzedenzfälle, dass Leute eben mit ihrer Corona-Maske dann
angehalten wurden und Strafe zahlen mussten, weil sie ja eben vermummt am Steuer
saßen. Aber zu der Zeit war das halt noch nicht so weit.
Sebastian
Okay, also das mal nicht nachmachen, zumindest nicht im Moment.
Ganz blöde Frage. So eine Gasmaske hast du ja noch mal im Haus. Die haben sich
ja in den letzten Wochen viele Menschen gewünscht. Bist du mit der jetzt aber nicht
einkaufen gegangen.
Plumbum
Doch, natürlich. Natürlich. Also
Sebastian
ich noch nicht gesehen tatsächlich hier bei mir.
Finde ich ja großartig.
Plumbum
es gibt auch auf Fetlife so ein Bild, wo wir mit Gasmasken vorm Klopapierregal
stehen. Aber auch da ist natürlich wieder die Sache, es bietet nicht wirklich
den Schutz, den man jetzt haben will, weil man will ja mit den Masken vor allem
auch die anderen Leute schützen. Bei so einer Gasmaske hast du natürlich nur den
Filter vorm Einatmenventil und nicht vorm Ausatmen.
Sebastian
Okay, ja gut. Dann müsstest du jetzt noch so einen Stoffmundschutz noch vor die
Gasmaske packen.
Mhm.
Plumbum
Also es sind nicht unbedingt die Gasmasken, die man jetzt zur Zeit halt wirklich
tragen sollte Aber einfach so als Gag haben wir das durchaus mal genutzt Was wir
jetzt noch nicht gemacht haben, war damit wirklich mal U-Bahn fahren oder so
Aber das ist dann eben auch wieder so die Sache mit Das könnte dann Leuten
irgendwie komisch vorkommen Aber so im Supermarkt mit Gasmaske und sowas
rumlaufen, da hat keiner wirklich nachgeguckt
Sebastian
Das fällt mir noch ein zu diesem ich sag mal Bondage-Attacks oder wie hieß es?
Rope-Bombing. Ich habe neulich ein Bild gesehen in der U-Bahn an dem Gestänge
hing da ein Mädel und dann dachte ich mir, ja, da sehe ich das aber anders, weil
da können die Leute, die drumherum stehen, ja nicht ausweichen.
Plumbum
Rope-Bombing, ja
Sebastian
Die sitzen dann da mit im Wagen.
du das machen oder eher nicht?
Plumbum
habe da so ein paar Berliner im erweiterten Freundeskreis, die sowas gerne
machen. Ich denke auch Berlin ist da nochmal etwas toleranter als Hamburg und
grundsätzlich sehe ich auch da kein so großes Problem, weil warum, wieso
sollte man da überhaupt ausweichen wollen? Also es tut einem ja keiner was. Ob
ich jetzt, keine Ahnung, irgendeinen Typen im neon-orangenen Pulli hässlich
finde und dem irgendwie ausweiche, weil ich da von Augenkrebs kriege oder ob mir
das nicht gefällt, was ich da sonst so sehe. Das sehe ich alles relativ.
Sebastian
Also ich sehe da tatsächlich die Menschen, die das gerne machen würden, aber
aufgrund persönlicher Situationen nicht können. Die sehe ich wahrscheinlich als
die Menschen, die das am meisten stört, weil die natürlich dann das, was sie
unbedingt wollen, nochmal vorgelebt kriegen.
Also mit denen habe ich dann sogar wirklich Mitgefühl.
Plumbum
Ja, das kannst du natürlich gut haben, dass das eben auch irgendwo eine
Neidsache ist. Und ich meine, auf der anderen Seite bin ich natürlich auch
wirklich in einer sehr luxuriösen Situation, dass ich mit meinen Kinks wirklich
ganz offen umgehen kann. Also mich stört es jetzt auch nicht, wenn meine
Arbeitskollegen was davon wissen
oder Freunde oder Familie oder sowas. Also ich bin weithin geoutet eben als
Perverser und Polyamor
und habe da überhaupt keine Probleme mit.
Sebastian
Ja, das ist doch mal eine wirklich luxuriöse Situation. Dann machen wir jetzt
Folgendes. Wir werden uns in Hamburg einfach mal treffen. Wie auch immer wir das
hinkriegen. Mir hat tatsächlich das Podcastsubbie gerade hier nochmal
reingeschrieben, die Zeit 21.15 Uhr. Sie hat damit recht tatsächlich, weil wir
wollen jetzt hier nicht bis 2 Uhr nachts irgendwie Sendung machen und ich habe
immer das Gefühl, das kommt noch dazu irgendwann. Vielleicht bei der letzten, da
höre ich erst dann auf, wenn keiner mehr reden will.
Plumbum
können wir gerne mal persönlich dann fortsetzen und vielleicht leiten wir dich
dann auch mal ein. Also ich habe tatsächlich auch zu dem virtuellen Stammtisch,
den es ja so um diesen Podcast herum gibt, der mittwochs stattfindet, mal so
eine kleine Modenschau gemacht und ein paar Klamottenempfehlungen ausgesprochen.
Das könnte sich ja nochmal wiederholen.
Sebastian
Ich habe langsam das Gefühl, dass bei diesen Stammtischtreffen und bei dieser
Telegram-Gruppe, Dass da im Hintergrund irgendwas brodelt und irgendwann bin
ich irgendwo und 20 Menschen stehen um mich rum und sagen, wir haben da mal was
vorbereitet. Und dann stehe ich da. Ich habe da so ein bisschen Angst vor.
Gucken wir mal.
Plumbum
Du hoffst es doch nur.
Sebastian
Okay. Ich glaube, ich gehe nie wieder aus dem Haus. So.
Vielen, vielen, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast und dass das
endlich mal geklappt hat vor allen Dingen.
Plumbum
Ja, sehr gerne.
Sebastian
und ja, ich habe jetzt hier noch der Safety Dance für dich, was ich spielen kann
und soll
Plumbum
Kann
Sebastian
und ja, dann machen wir gleich weiter, ich verabschiede mich von dir und wenn es
irgendwelche Updates gibt, dann immer her damit da freue ich mich immer drüber
und ja, wenn es dann die Möglichkeit gibt, dass wir uns mal voll über die Füße
laufen, dann machen wir das doch einfach, Hamburg ist ja jetzt auch nicht so
weit vielleicht kommst du ja auch mal nach Hannover, ist ja auch schön hier, das
Plumbum
gerne machen und packe dann das Gerüst ein.
Sebastian
organisiere ich, dass du das sogar auf dem Stammtisch aufbauen kannst, machen
wir ein schönes Eckchen für dich und dann kannst du mal da was machen. Im
Zweifel können wir sagen, ja, die Heizungsbauer sind da. Das muss so.
Ich spiele das jetzt langsam ein, verabschiede mich von dir. Mach's gut und wir
hören voneinander.
Plumbum
Tschüss. Einen
Geburtstagsgrüße Ullrich
Sebastian
So, das war die Musik, die ja kein Mensch im Feed hören kann. Geht gleich
weiter, wobei doch eine Sache habe ich noch. Ich möchte Ullrich ganz lieb heute
zum Geburtstag gratulieren. Ich habe ihn nämlich noch nicht angerufen. Als mir
das eben einfiel, habe ich festgestellt, ich hänge jetzt hier im Livestream fest
und kann jetzt nicht mal eben anrufen und sagen, alles Gute. Aber Ullrich hört
bestimmt zu und wenn nicht, dann muss ich ihn nochmal drauf stupsen. Stupst du
ihn doch mal drauf, liebes Podcastsubbie, damit er auch noch heute seinen
Ehrentag hat. Ansonsten tralala, alles Gute, herzlichen Glückwunsch. So, und ich
Tanja Russ
begrüße meinen nächsten Gast. Ich begrüße die Tanja. Hallo.
Tanja Russ
Sebastian.
Sebastian
So, du bist ja so ein ganz normaler Mensch. Ich darf deinen vollen Namen sagen,
zumindest den, den ich hier stehen habe.
Tanja Russ
du, ja.
Sebastian
Tanja Russ, 51, aus dem Pott und
Tanja Russ
Richtig?
Sebastian
du machst BDSM, oben
oder unten.
Tanja Russ
Unten. Ich bin Sub.
Sebastian
Okay, und du schreibst.
Tanja Russ
Ja, ich schreibe BDSM-Liebesromane. Seit 2016
ist mein erster Roman rausgekommen. Inzwischen gibt es drei
Romane und ein Kurzgeschichtenband von mir.
Sebastian
Okay, so, ich verrate jetzt schon mal was.
Also wie gesagt, verraten habe ich es ja schon. Ich habe versucht, von dir was
einzulesen. Wir werden das ganz am Ende der Sendung einspielen und dann bekommst
du die Datei auch und kannst damit auch machen, was du magst. Sagen wir es mal
so, manchmal muss ich auch rausfinden, was kann ich denn noch nicht oder nicht
und wir werden sehen. Mal gucken, was dann die Hörer am Ende dazu sagen.
Tanja Russ
Also ich fand das gar nicht so schlecht.
Sebastian
Du fandst das gar nicht so schlecht.
Tanja Russ
Nein, das war schon gut.
Sebastian
Also offenbar, also quatschen kann ich offenbar, aber irgendwas lesen, dass es
nicht nach Kinderbuch klingt, das scheint eine Fähigkeit zu sein. Die fehlt mir
noch, aber du hast mich immerhin ausprobieren lassen.
Tanja Russ
Ja, das ist auch nicht einfach. Also ich übe da auch gerade dran. Also richtig
vorlesen, dass das interessant ist, richtig betonen, Pausen machen und so, das
ist ganz schön schwer, habe ich auch festgestellt. Und ich finde, du machst das
super.
Sebastian
Ja, dankeschön. Die anderen werden das in ca. 2 Stunden etwa erfahren. Es sind
auch nur 10 Minuten. So, aber jetzt wollen wir dich erst mal ein bisschen
aufrollen.
Tanja Russ
Ja, okay.
Sebastian
Also ich kann ja hier meinen wunderbaren Spickzettel durchgehen. Erster Punkt,
so wird man pervers. Doppelpunkt, Ausrufezeichen, Fragezeichen. Okay, wie ist es
dir passiert? Also
Tanja Russ
Das ist immer so süß. Wie wurde ich pervers? Ja, also tatsächlich hatte ich die
ersten perversen Träume und Gedanken schon in der
Pubertät. Schon bevor ich tatsächlich real einen
Freund hatte, bevor ich meine ersten praktischen Erfahrungen gemacht
hatte,
habe ich davon geträumt, fremdbestimmt zu sein.
Ich habe mir das immer so vorgestellt, wie eine mittelalterliche Stadt
mit einem Burgtor. und ich bin also durch dieses Tor so
in meinen Gedanken so ganz bewusst durchgegangen und habe mir dann immer
vorgestellt, dass ich halt, wenn ich dann innerhalb dieser Stadtmauern bin,
ja also fremdbestimmt werde, keinen eigenen Willen quasi mehr
habe und jeder so mit mir machen kann, was er so möchte.
Wobei meine Gedanken damals jetzt auch nicht so sehr in die Tiefe gingen, Wie
gesagt, das war viel Theorie und
so eine Fantasie, wie
gesagt, so in der Pubertät halt.
Sebastian
das ist eher so eine Fantasie, um möglichst schnell Druck abzubauen. Das
Tanja Russ
Meine ersten praktischen Erfahrungen mit Jungs damals, also ich muss dazu sagen,
ich bin ja 51. Also als ich so in dem Alter war, gab es noch kein Internet.
Ich hatte also von BDSM noch nie was gehört.
Meine ersten praktischen Erfahrungen mit Jungs waren dann auch so ganz normal,
also ganz Vanilla, ganz nett soweit.
Das ging dann erst los eigentlich mit 25 und da habe ich dann einen
Freund gehabt, mit dem war auch alles erst so Vanilla und wir
waren schon ein Jahr zusammen. Da haben wir dann den Film Basic Instinct geguckt
und da gibt es ja diese Szene, wo wo der
männliche Hauptdarsteller
ans Bett gefesselt wird und dann die Sharon Stone irgendwie mit so einem
Eisbügel anfängt zu agieren.
Und der
Sebastian
ist super, ja, klasse.
Tanja Russ
Eispickel war jetzt nicht das Tolle da dran, sondern dieses
Fesseln ans Bett, wo mein Freund damals meinte, das macht mich jetzt
irgendwie total an. Dann habe ich gesagt, jo, mich auch. Und da ist er erst mal
vor Überraschung fast vom Sofa gefallen, weil ich wirke nicht pervers,
keine
Sebastian
wie wirkt man denn auch pervers? Also, wie sieht ein Mensch aus?
Tanja Russ
Ahnung.
Sebastian
Das ist aber eine schwere Frage. Okay, also du hast ihn dann erstmal überfahren.
Tanja Russ
Und dann haben wir also ganz langsam angefangen, also es war so, dass er, also
zu dem Zeitpunkt, als wir dann, da war ich wie gesagt 25, er auch, da gab es
schon Internet, nur ich hatte gerade meinen ersten Computer zu der Zeit, Also
ich hatte mich da noch nicht so eingelesen und angeklinkt ins Internet,
dass ich jetzt irgendwas über BDSM gefunden hätte oder so. Aber er halt schon.
Er hatte dann halt so theoretisches Wissen, hat sich ein paar Bildchen angeguckt,
ein paar Filmchen vielleicht. Du wusstest immerhin mehr als ich damals und wir
haben also dann angefangen ganz langsam zu spielen, ein bisschen
fesseln, ein bisschen Augen verbinden, dann kam irgendwann halt die Gerte dazu
und er hat auch dann BDSM-Spielzeug gebaut, was weiß
ich, Spreizstangen, wir haben viel mit Ketten und Karabinern gemacht.
Ja, war eine tolle Zeit, muss ich sagen. Also wir haben ganz langsam in unserem
eigenen Tempo experimentiert und ausprobiert und das sehr
genossen. Das war schön.
Sebastian
Okay.
Habt ihr da nur ihr beide miteinander was ausprobiert oder gab es da auch
Kontakt zu anderen?
Tanja Russ
Ne, also zu der Zeit und mit diesem Freund habe ich tatsächlich nur
wir beide miteinander. Wir hatten auch keinen Kontakt zu anderen BDSMlern
oder so. Also, ja, wir waren auch nicht in der Szene, sondern einfach nur wir
beide.
Sebastian
Okay. So, jetzt kann ich aber verraten, mit diesem Menschen bist du nicht mehr
liiert.
Tanja Russ
Nein, lange nicht mehr.
Sebastian
Lange nicht mehr, ja, okay.
Tanja Russ
Ja, also es ging so sieben Jahre, war eine tolle Zeit, aber irgendwann war es
halt auch mal vorbei. Ja,
Sebastian
Und jetzt bist du aber trotzdem bestens versorgt. Ja,
Tanja Russ
ja.
Also ich spiele aktiv.
Wieder, muss man sagen. Also ich habe lange Zeit
nicht gespielt, hatte also auch einen Partner, der nicht auf BDSM
steht und ja, dann habe ich das eben auch gelassen.
und irgendwann vermisst man das. Also am Anfang hat man das nichts ausgemacht.
Wenn man so richtig verliebt ist, dann fehlt das nicht so sehr. Aber mit den
Jahren wird das immer schwieriger zu verzichten.
Sebastian
also es baut sich so ein innerer Druck irgendwie auf. Man weiß erst gar nicht,
warum und wieso.
Und ich teile dem Podcastsubbie kurz mit. Es zieht übrigens.
Danke.
Tanja Russ
kennst dazu?
Sebastian
Ja, nee, wenn die Tür hier auf ist, dann setzt sich das irgendwie so eiskalt in
den Rücken rein. Und beim letzten Mal habe ich das, da haben wir jetzt ein
bisschen Missverständnis, hat es auch gerumst, das liegt hier an der Tür.
Tanja Russ
Ah ja,
ja, ich habe es gehört.
Sebastian
Vermutlich hat sie die einfach nur aufgelassen, damit ich hier nicht so ein
Störgeräusch habe. Sehr liebevoll.
Ja.
Nein, aber genau, da ist dieser Druck. Ich hatte mal die Theorie, das ist lange
her, dass wenn man das alles mal ausprobiert hat und gemacht hat und getan hat,
dann hat man das ja erlebt, dann kann man das abhaken in seinem Leben und dann
könnte man auch danach ohne. Offenbar geht das halt nicht.
Tanja Russ
Also ich habe auch gedacht, das ginge ohne. Also das war eine schöne Zeit vorher
und hatte auch danach noch mal einen Spielpartner also nach dieser nach diesem
ersten freund und ja wie gesagt irgendwann habe ich dann einen Mann kennen gelernt dass
nicht mochte und ja gut habe ich gedacht okay dann lassen wir es eben
da war mir der mann auch zu dem zeitpunkt wichtiger und
man hat also ich hatte irgendwann das gefühl als wäre ich irgendwie
von einem teil meiner persönlichkeit abgeschnitten, als hätte ich irgendwas
amputiert oder so.
Ja, und da baut sich ein ziemlicher Druck auf und ich habe auch gemerkt,
also ich habe irgendwann dann angefangen zu schreiben, das war 2016, weil ich
gedacht habe, ich muss irgendwie diesen Druck loswerden. Und dann habe ich
gedacht, okay, vielleicht schaffe ich das ja, indem ich dann BDSM-Romane
schreibe.
Das alleine...
Sebastian
Ein wunderschöner Übergang gerade. Da muss ich ja gar keine Fragen mehr stellen.
Aber tatsächlich, um Druck abzubauen. Alles
Tanja Russ
Ja, also Also um meine Fantasien halt irgendwie, ja zumindest
so in meinem Kopf rauszuleben, sag ich mal. Wenn das auch zu dem Zeitpunkt real
noch nicht ging. Aber eben, ja, um mich so ein bisschen auszutoben.
Wenn auch nur auf dem Blatt Papier zu dem Zeitpunkt.
Sebastian
Ja.
Kann man denn darüber
schreiben, wonach man Sehnsucht hat? Ist das einfacher oder ist das eher
schwieriger? Bevor
Tanja Russ
Nee, das kann ich ganz gut eigentlich.
Also man kann auch gut schreiben, wenn man eine erfüllte Session hinter sich
hat, so ist es nicht.
Aber so eine Sehnsucht zu beschreiben geht auch sehr gut. Also
tatsächlich sind die Fantasien dann glaube ich noch ein bisschen wilder und noch
ein bisschen intensiver, als wenn man aktiv ist teilweise.
Sebastian
wir da so ein bisschen inhaltlich einsteigen. D/s ist Magie. Mag wissen, wie
lange du es denn jetzt effektiv ohne BDSM ausgehalten hast?
Tanja Russ
Ja, so zehn Jahre waren das.
Sebastian
Zehn Jahre. Oh, das ist
Tanja Russ
Ja, das war ein Brett.
Inzwischen lebe ich es wieder aus und merke aber auch bei mir selber, seit ich
es wieder auslebe, ich bin selbstsicherer geworden, ich bin viel mehr
bei mir. als ich also das war ich vorher nicht das habe ich selber gar nicht so
gemerkt aber das ist echt so also da ist wirklich ein teil der persönlichkeit
die man nicht ausleben den ich nicht ausleben konnte und das hat sich auch
ausgewirkt ja
Sebastian
Okay.
Gehen wir mal so ein bisschen ins Inhaltliche. Also du schreibst tatsächlich
nicht Texte oder kleine Geschichten, sondern du schreibst Bücher. Die kann man
kaufen.
Und die sind auch dick und da hat man ganz schön was zu lesen.
Tanja Russ
also so ich sag mal so 270 bis 300 seiten sind das sind schon meine
romane also
Sebastian
und jetzt ist ja die Frage, für wen? Also für dich, für Vanillas,
für, ja, also wer ist deine Zielgruppe?
Tanja Russ
erst mal für jeden den das thema interessiert, natürlich. Also ich freue mich
über jeden Leser.
Meine Zielgruppe sind aber schon irgendwo BDSMler.
Sebastian
Okay.
Ja, also ich habe gemerkt, in der einen Geschichte,
da ist auch ein Abschnitt bei, das hast du offenbar immer mit drin, so einen
kleinen Abschnitt, wo du du erklärst, dass der Konsens hergestellt wird.
Tanja Russ
Ja, das ist mir wichtig. Also ein zweiter Grund, warum ich damals
angefangen habe zu schreiben, war, ich habe also zu der Zeit damals auch
sehr gerne BDSM-Romane gelesen.
Da hatte ich für mich das Problem, dass damals, 2014,
2015, mir immer diese Mischung, die ich mag,
fehlte. Also entweder ich lese einen BDSM-Liebesroman, das sind dann wirklich
Liebesromane, wo dann ganz kurz mal angerissen wird,
meinetwegen er nahm die Gerte, verschwand ins Schlafzimmer und machte die Tür zu
oder so. und am nächsten morgen kommt das so wie dann mit einem grinsen aus dem
schlafzimmer oder so wo ich mir also als leser dann überlegen kann was
passiert ist in der nacht hinter der verschlossenen schlafzimmertür ist zwar
sind meistens nette stories gehen mir persönlich aber nicht weit genug weil
wenn ich lese interessiert mich auch die fantasie des autors möchte gerne wissen
was dass der sich denkt, was da jetzt gerade hinter der Tür passiert ist.
Sebastian
und das beschreibst du ja dann auch in allen Einzelheiten, was da hinter der
Tanja Russ
Und dann
gab es halt noch diese Romane,
ich sage mal diese BDSM-Groschen-Romane, wirklich mit haarsträubenden
Fantasien, die einfach keine Pornografie und
verantwortungslos und für mein Empfinden einfach nicht
schön sind. und genau
Sebastian
Ja, das ist dieses, er hat sie an den Brüsten aufgehängt und vier Stunden da
baumeln lassen und ihre Schreie genossen.
Tanja Russ
genauso also wo ich immer denke kann jetzt nicht wahr sein
was ist denn jetzt daran erotisch was ist daran schön es mag auch für sowas
fans geben aber das war eben nicht meine mischung und dann habe ich gedacht okay
ich versuche einfach mal was zu schreiben was meine mischung ist und guck
einfach mal ob so leute gibt außer mir denen das gefällt meiner mischung also
Also ich habe Romantik drin, ich habe also immer eine Beziehung drin,
Protagonisten, die sich entwickeln, aber eben auch viel Sex,
eine Session von vorne bis hinten und in allen Details
beschrieben.
Das gehört für mich dazu.
Sebastian
Ja, also ich habe ja auch so schöne Notizen, das hast du mir gesagt, nach fünf
Seiten ist Schluss mit lustig. Also du kommst auch schon noch zum Thema.
Nehmen wir nochmal diesen anderen Roman, von dem wir jetzt nicht reden wollen,
Aber ich glaube, da passiert erstmal 300 Seiten nix.
Tanja Russ
richtig. richtig also
Sebastian
Und das ist halt so, das
Tanja Russ
ich glaube genau ja also und das
ist mir schon mal zu viel also
Sebastian
kostet halt Zeit.
Tanja Russ
bei mir muss ich schon irgendwie auf den ersten keine ahnung zehn seiten
möglichst einmal gekracht haben und wenn ich nur irgendwie
Traum wiedergebe, weil die Protagonisten in ihrer Beziehung
vielleicht doch noch nicht so soweit sind, dass ich jetzt da eine tolle Session
beschreiben könnte. Aber zumindest irgendwie eine Session ist in den ersten zehn
Seiten schon drin. Gewöhnlich.
Sebastian
Das ist halt immer die Frage, wie baue ich das ein, dass es nicht so platt
wirkt.
Tanja Russ
Ja, das geht.
Sebastian
Ja, wenn du das sagst, dass das geht, also ganz ehrlich, sagen wir mal so, das,
was ich mal geschrieben habe, das bezieht sich immer darauf, dass ich einfach
die Session beschreibe und eben kein Theater drumherum und dann ist das eben auf
den Punkt, aber da weiß ich auch, für wen ich das dann schreibe, das dann für
einen Menschen, damit er für einen Moment das nachvollziehen kann und dann ist
gut. Gut, du hast ja noch so einen kleinen Teufel da im Hintergrund sitzen,
nämlich du hast ja tatsächlich ein Lektorat, jemand, der dir also sagt, wie du
das bitte umschreiben darfst.
Tanja Russ
Ja,
also es sind Vorschläge natürlich, aber ich bin halt immer sehr
dankbar und offen, wenn mir das Lektorat sagt,
guck mal hier, da hast du irgendwie Sätze doppelt oder das kannst du wohl nicht
machen oder so, dann bin ich meistens, also bin ich normalerweise bemüht, so zu
ändern, dass das vernünftig ist.
Sebastian
Okay.
So, worüber würdest du denn nicht schreiben? Oder wo sagst du, nee, das geht
nicht?
Worüber kann ich nicht schreiben? Weil es dir nicht liegt oder weil du sagst, da
gibt es irgendwelche Grenzen, die man nicht überschreiten sollte. Ist
Tanja Russ
Also, ja gute Frage. Also ich versuche
immer sehr deutlich zu machen, dass meine Protagonisten einen gemeinsamen
Consent haben, dass sie eine vertrauensvolle Beziehung miteinander haben. Das
muss nicht immer eine Liebesbeziehung sein, aber irgendwo eine D/s-Beziehung.
Halt, dass sie einander vertrauen und sich gut kennen und
verantwortungsvoll spielen können. Das ist mir wichtig.
Sebastian
es dir wichtig, damit du nicht angreifbar bist? Oder, also die
Frage ist einfach, ob du damit da nicht so ein völlig idealisiertes Bild
zeichnest.
Tanja Russ
Das mag sein, aber das ist irgendwo mein BDSM
auch. Also idealisiert vielleicht, aber ich würde niemals
mit einem Dom spielen, dem ich nicht vertrauen kann. Und genauso
ist das auch mit meinen Büchern. Das ist auch irgendwo eine Botschaft, weil ich
höre also immer wieder so in den sozialen Medien auch von Subs, die
von Missbrauch sprechen, von Doms, die zu
weit gegangen sind.
Ja, wo ich immer denke, Mädels, warum lasst ihr euch das gefallen? Und warum
stellt ihr da nicht vorher einen Konsens her, dass klar ist, bis hierhin und
nicht weiter?
Leider Gottes hört man das oft und machen das nicht viele. Oder das heißt, das
machen genug, aber man hört immer wieder halt
das, ne,
Sebastian
es melden sich halt die, bei denen es nicht geklappt hat.
Tanja Russ
naja, klar, also die, die happy sind, die melden sich natürlich nicht, das
Sebastian
Wobei hier im Podcast funktioniert das recht gut, dass sich die Menschen melden,
die happy sind. Das finde ich immer sehr schön.
Tanja Russ
Das ist gut.
Sebastian
Katinchen mag wissen, ob du einen Verlag hast oder ob du die Bücher als
Self-Publisher vertreibst.
Tanja Russ
Ne, ich hab einen Verlag.
Sebastian
So, da wird man ja reich mit, ne? Das ist ja Sex und Sex sells.
Tanja Russ
Ja,
schön wär's.
Wobei, also erstens, man wird nicht reich, also so viel verdient man, also man
verdient höchstens einen Euro an so einem Buch, an so einem Verkauften. Und zum
Zweiten,
eigentlich geht's mir da gar nicht drum. Also ich möchte gerne, dass meine
Bücher gekauft werden, weil ich möchte gerne gelesen werden. Mir geht es
eigentlich weniger ums Geld, muss ich sagen, oder eigentlich gar nicht ums Geld.
Sebastian
das liegt aber wahrscheinlich daran, dass du nicht davon leben musst.
Tanja Russ
Weil,
das stimmt ja, ich habe natürlich noch einen Hauptberuf, ich könnte auch nicht
davon leben.
Jetzt habe ich den Faden verloren.
Sebastian
Okay, du hast noch einen Hauptberuf, reicht ja erstmal als Info. Das heißt, du
kannst schreiben, so viel oder so wenig du möchtest. Du hast möglicherweise
einen Dom, der dir auch mal eine Seite diktiert und sagt, das bringst du
jetzt bitte so an der Lektorin vorbei.
Tanja Russ
Ja, ist bisher noch nicht passiert, aber sehr gut, versucht wird's.
Sebastian
wenn der Stil dann völlig anders ist.
Also du hast wahrscheinlich das gleiche Problem, was ich auch habe. Wenn ich so
gucke, nehmen wir mal, bei mir ist es jetzt iTunes, bei dir wird es Amazon sein.
Die Leute schreiben recht wenige Rezensionen, weil sie natürlich dann dort mit
ihrem Account oder Klarnamen dann auftauchen. Und das ist ja schwierig. Also
wie halten das da deine Leser? Wie weit äußern die sich oder wie viel?
Tanja Russ
ist leider so. Also mit Rezensionen wird recht sparsam
umgegangen in dem Bereich. Also es gibt unheimlich viele Leute, die mir
irgendwie bei Twitter oder bei Instagram oder bei Facebook irgendwie sagen,
Mensch, ich habe dein Buch gelesen, ich fand das ganz toll und manchmal traue
ich mich dann nicht immer, Aber manchmal traue ich mich dann auch zu sagen,
schreib doch mal eine Rezension auf Amazon oder so. Und dann kommt man, nee,
das kann ich nicht, weil da ist dann mein realer Account und dann sehen die
Leute, dass ich sowas Perverses lese und das geht nicht, weil das mit meiner
realen Realität, also mit meiner realen Person verbunden ist. Ja gut, das muss
man dann halt akzeptieren. Nur für uns Autoren sind
Rezensionen halt das A und O. Ohne eine Rezension,
ja, das ist, die anderen Leser, die ein Buch
suchen, die stöbern halt und gucken, wer denn schon mal was Gutes hat drüber
geschrieben und wenn da nichts steht, dann kaufen die das auch nicht. Das ist
leider so.
Sebastian
Ja, das ist so ein bisschen, es ist halt automatisch so ein bisschen schmutzig,
wenn ich dann öffentlich und auch googelbar, das ist ja immer das Problem,
irgendwie der nächste Chef googelt mich, dann findet er auch die Rezension, die
ich geschrieben habe, also schreibe ich natürlich Rezensionen, wo ich das
Produkt meines neuen Arbeitgebers natürlich perfekt lobe.
Tanja Russ
Ja.
Sebastian
So, ich habe hier noch ein paar schöne Fragen. So, was haben wir denn da?
Handelt da, nein, handeln deine Figuren in den Büchern nach den langweiligen
Stereotypen, Charakteren und voraussehbar klischeebehafter Handlung geprägt? Wie
erklärst du dir, dass trotzdem Bücher wie Fifty Shades of Grey Erfolg haben? Ja,
wie erklärst du dir das? Und sind deine Protagonisten anders? das?
Tanja Russ
Ja, also ich sag mal so, Fifty Shades of Grey, das Buch, hatte deshalb Erfolg,
weil die Autorin irgendwie bei einem großen Verlag ja auch irgendwie gearbeitet
hat und die das so, die so viel Promotion dafür gemacht haben, dass
das halt so ein Selbstläufer wurde.
Dann ist das natürlich eine sehr weichgespülte Variante, die sehr massentauglich
ist, Fifty Shades of Grey. Also jede Hausfrau meint jetzt, nur weil sie mal
einen Klaps auf den Hintern gekriegt hat, sie wäre eine BDSMlerin.
Finde ich schwierig, muss ich sagen, weil das eben auch so weichgespült wird,
halt alles das Thema.
Sebastian
Oder darf ich da an der Stelle mal nochmal fragen, weil wir sind so wenig auf
deinen eigenen BDSM eingegangen. Gibt es denn Sachen, die du schon gemacht hast,
die du nicht schreiben würdest? Weil die nicht, ja, sagen wir mal, zu wenig
Konsens sind oder zu sehr,
ja, nicht gut vermittelbar sind, dass man die macht?
Tanja Russ
Also alles, was ich selber erlebt habe, findet sich auch irgendwo in meinen
Büchern wieder. In meinen Büchern ist sowieso sehr viel von mir. Also auch in
meinen Charakteren findet sich sehr viel von mir wieder.
Im Gegenteil, ich habe in meinen Büchern auch so ein oder zwei Sachen, die ich
selbst noch nicht erlebt habe, die ich recherchiert habe. Aber im Großen und
Ganzen habe ich das, was ich da so schreibe, bis auf ein paar wenige Sachen auch
schon selber erlebt. Und ich glaube auch, dass man das, also dass ein BDSMler
den Unterschied merkt.
Sebastian
Okay.
Tanja Russ
Also zum Beispiel zwischen einem Fifty Shades of Grey, wo die Autorin keine
Ahnung von Tuten und Blasen hat und auch teilweise sehr schlecht recherchiert,
finde ich.
Sebastian
wollen das ja jetzt nicht
bashen.
Tanja Russ
ja okay ja
Sebastian
Wir wissen alle, wie
Reden wir doch einfach von so so anderen Romanen für den Massenmarkt.
Ich mag das Wort nicht so oft im Podcast haben, diesen Titel.
Tanja Russ
hast ja recht ja
Sebastian
Ja, das ist schlimm. Aber es ist ein Maßstab, an dem man sich irgendwie messen
muss, ne?
Tanja Russ
und es ist ätzend also ich habe vor zwei drei wochen habe
ich also zehn von meinem neuen buch zehn
ebooks verlost und dann müssen die die Leute quasi wie so eine Art kleine
Bewerbung schreiben, warum sie jetzt dieses Buch gewinnen wollen. Und dann kamen
da wirklich zwei, die dann geschrieben haben, ja, ich habe das bewusste Buch
gelesen und ich fand das toll und deswegen möchte ich jetzt nochmal einen
BDSM-Roman lesen. Ich habe überlegt, beim
Lesen verdrehe ich dann die Augen, als Kommentar schreibe ich dann dazu, Nicht
jeder BDSM-Roman möchte diesem Buch nacheifern und dann
habe ich ihn trotzdem verlost, weil ich die Herausforderung haben wollte.
Sebastian
die haben es nicht gekriegt.
Tanja Russ
Ich wollte hören, ob das jetzt schlechter war oder besser oder anders
und ja, hat auch geklappt.
Sebastian
Das Podcastsubbie hat ausnahmsweise auch mal eine Frage und mag wissen, es ist
schwer, einen Verlag zu finden dafür.
Tanja Russ
vermutlich also ich hatte glück muss ich sagen also erstmal ganz kurz erzählen
es gab also einen großen verlag wo ich selber früher auch gerne bücher von
gelesen habe also eigentlich BDSM-Liebesromane so Frauenromane also eigentlich
so was wohl was dann vor der schlafzimmertür auch dann ausgeblendet wird.
Da hatte ich meinen Roman hingeschickt, mein Manuskript, und habe so
gedacht, die werden sich ja melden irgendwann und werden mir sagen, ob sie
ihn haben wollen oder nicht. Und dann habe ich gewartet.
Einen Monat, zwei Monate, drei Monate, vier Monate. Und dann
habe habe ich irgendwann mal eine andere Autorin angeschrieben, die schon mehr
Bücher rausgebracht hatte, und habe die gefragt, wie ist denn das, wie lange
wartet man denn, bis so ein Verlag sich mal meldet? Und die sagte dann,
wenn die das Manuskript nicht angefordert haben, dann kann das schon mal so
sechs Monate dauern. Dann habe ich sechs Monate gewartet und es kam nichts. Also
ich habe bis heute keine Antwort von denen gekriegt, das ist jetzt vier Jahre
her, fünf.
Und dann war ich erst mal ziemlich frustriert, weil ich hätte mir zumindest ein
Nein-Danke gewünscht. Sie hätten es ja jetzt nicht mit Jubelschreien nehmen
müssen, aber eine Reaktion wäre schon schön gewesen. Und dann habe ich mir
gedacht, okay, dann mache ich es eben selber. Dann wollte ich im Eigenverlag
bzw. Self-Publishing machen und hatte mich so weiter mit der
Materie auch schon beschäftigt und hatte das alles schon soweit vorbereitet. und
jetzt bin ich halt teilweise auch ein bisschen unsicher.
Und dann habe ich so kurz bevor ich es wirklich hochgeladen habe bei Amazon,
dann habe ich gedacht, ja, und wenn jetzt das doch nicht gut ist, was machst du
dann? Dann hauen die Leute dir dieses Buch um die Ohren. Dann habe ich mich doch
irgendwie nicht getraut und dann habe ich nach kleineren Verlagen gesucht im
Internet und habe dann auch einen gefunden, der mir halt so von der Webseite,
von dem, was ich da so gelesen habe, sympathisch war. Und dann habe ich gedacht,
okay, ich versuche das einfach mal.
Und da habe ich dann nach zwei Wochen eine Antwort gekriegt. Also ich hatte
einen Kapitel hingeschickt, und zwar dasselbe Kapitel, was ich auch vor sechs
Monaten an den großen Verlag geschickt hatte.
Und nach zwei Wochen kam die Antwort, wir hätten gerne das ganze Manuskript. Und
noch zwei Wochen später kam dann die Antwort, jo, wir nehmen das. Also ja, beim
zweiten Mal.
Sebastian
Oh, das ist ja super.
Tanja Russ
Also es gibt wirklich Leute, die suchen lange.
Es war einfach Glück. Ich habe einfach zufälligerweise den richtigen Verlag
gefunden, mit dem ich auch heute noch super zusammenarbeite.
Sebastian
Okay.
Tanja Russ
Das ist ein richtig schönes, vertrauensvolles Arbeiten.
Sebastian
und damit haben wir die Frage von Silvi, die brauche ich jetzt nicht mehr
vorlesen, obwohl sie eine geschrieben hat. Die haben wir aber, da wird quasi
schon beantwortet. die habe ich erst später gesehen.
Bevor wir ja so langsam zum Ende hinkommen, da gibt es noch so, ich habe hier
noch eine Anekdote stehen, der mag ich aber nicht vorgreifen, aber irgendwas mit
der Freundin von irgendwem und Buch gelesen und das will ich nochmal, das muss
nochmal in die Welt, finde ich.
Tanja Russ
Ja,
okay. Also mein erster Roman, Brombeerfesseln,
nachdem der dann einfach rausgekommen war, hat das
zufälligerweise ein Bekannter von mir mitgekriegt, dass ich halt diesen Roman
geschrieben habe, Vanilla-Mann.
und sie hat dann gesagt, ja, also das ist jetzt eigentlich nicht so meins,
dieses Thema, aber weil du das geschrieben hast, interessiert mich das trotzdem,
ich will das Buch lesen. Na gut, dann hätte er das gelesen, dann hat er dann
auch gesagt, ich gebe dir auch ein Feedback und dann habe ich ein Feedback
bekommen und dann kam so als erster Satz, also das ist nicht meins, dieses
BDSM und das geht ja auch gar nicht, aber ich fand es toll geschrieben und ich
fand es auch erregend.
Dann habe ich erst überlegt, ob ich jetzt zu diesem, das geht ja auch gar nicht,
irgendwie was sagen sollte.
Aber dann habe ich gedacht, ach, warum soll ich jetzt irgendwie einem
Vanilla-Mann was vom BDSM erzählen, wenn er nicht will, dann lasse ich das
einfach mal so stehen und freue mich darüber, dass ihm das Buch trotzdem
gefallen hat.
Gut, und dann habe ich den ein paar Monate später nochmal wieder gesehen
und da sagte er zu mir,
jetzt hat meine frau das auch gelesen das buch und ich habe ja noch gesagt als
sie das genommen hat kannst du ja lesen aber das geht überhaupt nicht und dann
hat ihr das gelesen und hat ihm gesagt doch das geht und dann haben die beiden
angefangen zu experimentieren und ja also die sind 25 jahre
verheiratet also auch anfang 50 und herzlich bei mir bedankt dafür
dass dass dieses Buch neuen Schwung in sein Schlafzimmer gebracht hat.
Und das fand ich so toll. Das war so ein schönes Kompliment. Also da kann ich
mich heute noch dran hochziehen. Da freue ich mich total drüber, über so ein
Feedback.
Sebastian
das ist sowieso so ein Feedback, wenn dann Menschen miteinander was angefangen
haben. Das ist natürlich ein Zeichen dafür, dass die vorher nie miteinander
darüber geredet haben, was sie mal im Bett eigentlich wollen.
oder nicht ausreichend und ja, wenn das den Anstoß gibt, das ist auch super, ne.
Tanja Russ
das war total schön.
Sebastian
mal erwähnen, ich gucke nochmal kurz, ob ich den Menschen finde, ich habe heute
eine Nachricht bei Instagram bekommen, da hat mir auch jemand geschrieben,
ich sage jetzt keinen Namen, aber ja, gestern hat sie das erste Mal eine Session
gehabt und ist total glücklich und happy und ja, im Prinzip hat da der Podcast
eben auch so ein bisschen den Anstoß gegeben in die Richtung und da denke ich
mir immer so, oh, das geht runter wie Öl, das ist Das ist ja total klasse.
Tanja Russ
Das ist toll, ne?
Sebastian
Das ist so schön, wenn Menschen dann was erleben.
Tanja Russ
Ja.
Sebastian
Das ist einfach super. Mein Gott, das ist zwar nicht das Ziel des Ganzen, aber
wenn das dann passiert, dann freut man sich einfach.
Tanja Russ
Ja, total.
Sebastian
So, die Uhr tickt und sie tickt. So, jetzt sage ich noch mal was. Dann muss ich
das nämlich nachher nicht erwähnen.
Ich bin ja da auf dich zugekommen, habe gesagt, hier, pass auf, gib mir noch mal
eine Geschichte. Und dann ganz großkotzig, dann lese ich die mal ein. Das wird
schon gut klingen. Meine Stimme, da traue ich inzwischen auch ein bisschen über
den Weg. Das wird schon klappen. Und dann hast du gesagt, ja, kein Problem, hast
mir auch wirklich was geschickt.
Und dann habe ich gelesen. Und dann hat auch das Podcastsubbie gesagt, das ist
ja was Schönes, das hast du wie ein Kinderbuch betont, das hast du ja toll
gemacht. Und genau so war es auch tatsächlich. Und dann habe ich dich noch mal
ein bisschen getriezt, habe gesagt, schick mir doch mal was anderes. Und du hast
mir dann noch zwei Geschichten geschickt. Und ich habe sie vorbereitet, sie ist
fertig, sie ist da und sie ist okay eingelesen.
Tanja Russ
Ja.
Sebastian
Das ist aus Brombeerfesseln tatsächlich. Tatsächlich. Aber auch da, ganz
ehrlich, es ist wirklich nicht meine Fähigkeit. Ich habe da rumprobiert und auch
da war das wieder schwierig für mich. Und dann habe ich einen befreundeten
Autoren gefragt, habe gesagt, wie machst du das denn bei deinen Lesungen? Und
dann hat der mir gesagt, ja, er schreibt da ganz viel um, weil was zum Lesen
gedacht ist und was zum Vorlesen gedacht ist, das sind zwei unterschiedliche
Dinge. und dann habe ich das umgeschrieben, die Geschichte von dir. Also ich
habe die Formulierung geändert, habe manche Sachen weggelassen und du hast
trotzdem, obwohl ich wirklich, ich glaube, an fast jedem Satz irgendwas
rumgeschraubt habe, hast du gesagt, das ist okay. Und das finde ich ganz toll.
Das heißt, wenn die Hörer das nachher dann am Ende der Folge hören, das
entspricht nicht eins zu eins dem, wie du es geschrieben hast. Das entspricht
so, das ist so die Interpretation von Sebastian, der das so ein bisschen durch
seinen
einmal durchgeschoben hat.
Ich muss mal gucken, ob ich das die nächsten Jahre einfach noch mal ein bisschen
übe. Heute ist es ein Versuch, aber weil ich halt Zeit reingesteckt habe, habe
ich mir überlegt, komm, dann veröffentliche ich das auch.
Eine Geschichte ist ja auch schön, die könnte man, kann man auch direkt
nachspielen heute Abend, wenn man das möchte, wenn irgendwie in einem Haus wohnt
mit mehreren Etagen, der kann das heute Abend nachspielen und dann hätte ich
gerne die Berichte dazu.
Tanja Russ
Ja, die möchte ich aber auch hören.
Sebastian
also das muss ich dazu einfach ganz klar da sagen, aber man wächst ja mit seinen
Herausforderungen und das ist eben so.
Tanja Russ
Also es ist tatsächlich ganz, ganz schwer, dieses Vorlesen. Also ich versuche
oder ich habe vor Corona angefangen, Lesungen mit Lesungen
vorzubereiten. Aber jetzt geht das natürlich alles im Moment nicht. und habe
auch festgestellt, dass das ganz, ganz schwer ist. Also ich habe inzwischen auch
ein Vorleseseminar besucht und ich lerne also auch immer noch. Das ist echt
nicht mit einem Mal runterlesen getan,
Sebastian
Ne, ist
Tanja Russ
falls dich das tröstet.
Sebastian
Ja, ich
Tanja Russ
Aber ich glaube, du hast Potenzial, wirklich.
Sebastian
hab Potenzial. Das will man als Mann natürlich hören.
Tanja Russ
Ja.
Sebastian
Du hast Potenzial. Sehr gut.
Ja, also da, wenn da jetzt dann hinterher ein bisschen Kritik kommt, ganz
ehrlich, dann möge man das Buch einfach selber nochmal lesen und dann kann man
dann nochmal entscheiden, ob es daran liegt, was ich daraus gemacht habe oder ob
es am Buch liegt. Das kann natürlich auch sein. Da sind ja die Geschmäcker
einfach unterschiedlich.
Aber ich finde, man muss einfach immer Dinge machen und gerade diese Zeit, wo
man viel zu Hause rumsitzt, da kann man auch einfach mal Experimente machen.
Diese Live-Sendung ist ja auch so ein Experiment gewesen.
Und gut, das ist mir irgendwie wesentlich leichter gefallen.
Tanja Russ
Und eins, das richtig gut geklappt hat.
Sebastian
Ja, irgendwie schon. Ich bin zwar immer noch todnervös jedes Mal so ein bisschen
die fünf Minuten, bevor es losgeht, aber das ist eben so.
Ja, liebe Tanja,
Tanja Russ
war auch tot, wenn du das sagst. Ja.
Sebastian
dann, wenn du nichts mehr hast, was wir jetzt hier unbedingt noch unterbringen
wollen und müssen, dann würde ich dich tatsächlich schon verabschieden.
Tanja Russ
Okay. Okay. Ja, nee, ich hab jetzt nicht mehr.
Sebastian
Gut, das ist doch gut.
Tanja Russ
Ich wüsste jetzt nicht.
Sebastian
Du kriegst nachher ja noch mal die 10 Minuten, dann gucken wir mal, was kommt.
Und ich schicke dir eh noch mal die Datei, mit der kannst du wirklich machen,
was du willst.
Tanja Russ
Ja, das mach ich auch.
Sebastian
mal gucken, wenn die mich wieder einholt.
Tanja Russ
Die kommen auf jeden Fall auf meine Webseite.
Sebastian
wo war
Ja, ach, das wird schon gehen. Ich habe ja sogar einen Soundeffekt drin in der
Mitte.
der jetzt so gut war, das weiß ich noch nicht.
Tanja Russ
Knall.
Sebastian
Aber das ist halt das Spielkind in
Tanja Russ
Doch, der war gut.
Nein, der war gut.
Sebastian
Okay, ja, dann würde ich sagen, wir bleiben einfach eh in Kontakt und dann
gucken wir mal und vielleicht begegnen wir uns ja auf irgendeiner Buchmesse mal,
die sollen ja auch mal wieder irgendwas stattfinden
Tanja Russ
Ja.
Ja, sehr gerne. Ja, wenn mal wieder eine kommt.
Sebastian
und dann
Tanja Russ
Genau.
Sebastian
wenn du das mit dem Leseseminar, wenn du das so richtig gut drauf hast, dann
ersetzen wir den Teil von mir vielleicht einfach durch deinen und dann passt
das.
Tanja Russ
Okay.
Sebastian
Dann wünsche ich dir noch einen schönen Restabend. Ich werde jetzt hier einmal
auflegen, gleich spiele ich für dich Summer of '69 und vorher gibt es noch zwei,
drei Hinweise an die Hörer, damit wir hier noch so ein bisschen den Flow der
Sendung auch noch hinkriegen. Alles klar.
Tanja Russ
Ja, dankeschön. Dann verabschiede ich mich und bin
gleich wieder im Chat.
Sebastian
sehr gerne. Mach's
Tanja Russ
Okay, tschüss.
Sebastian
Ja, alles klar. Tschüss.
So, das war Tanja. Musik geht gleich los. Vorher erzähle ich aber nochmal ganz
fix, wie das jetzt hier mit den Anrufern funktioniert. Ich habe es ja am Anfang
nicht erwähnt. Also, wir haben hier die Möglichkeit, ein Call-In zu machen. Das
heißt, Menschen können anrufen, sobald das nächste Lied halbwegs läuft. Dann
kann man sogar mit mir sprechen, bevor das Ganze auf Sendung geht. Und die
Nummer sage ich auch gleich.
Ich habe hier ein bisschen Zubehör bekommen und wir werden das verlosen. Da
haben wir uns überlegt, Mensch, was haben wir denn hier? Weil ich habe ja nicht
einen Teil bekommen, sondern gleich drei. Ich werde jetzt auch mal ein Bild in
den Chat da rein posten. Dann kann er mal gucken, um was es eigentlich geht.
Das ist so ein Stück Seil mit Anleitung zum Fesseln übrigens. Also das perfekte
Produkt für mich.
Dann haben wir noch so ein schönes Nadelrad, so ein Wartenberg-Rad und
Nippelsauger, also so Schraubsauggeräte. sehen. Ich habe das auch alles
ausgepackt und das Siegel gebrochen, aber ich verspreche, es wird unbenutzt
sein. Und jeder Mensch, der jetzt hier anruft in den nächsten zweieinhalb, drei
Wochen, der kommt bei mir in die Losbox und kann sich aber aussuchen, was er
gewinnen will. Also ich mache das dann so, jeder hat drei
Lose und kann dann sagen, okay, ich will, ist mir egal was, dann kommt in jeden
dieser drei Töpfe, für jeden dieser drei Sachen kommt da einfach das Los rein.
Oder er sagt, nein, ich will unbedingt das Seil haben, dann nehmen wir seine
drei Zettel und schmeißen den da rein. Das klingt jetzt alles ein bisschen
kompliziert, aber wir werden das alles regeln und dann gucke ich, dass ich das
Zeug unter die Menschen bringe und das ist auch gar nicht billig, habe ich
gesehen. Also da habe ich ja schon ein schlechtes Gewissen.
Aber es ist schönes Zeug und
das muss auf jeden Fall weg, denn wenn es hier viel zu lange
rumliegt, dann werde ich es doch irgendwann benutzen. Also spätestens vier
Wochen muss das hier wirklich verschickt sein und verschwunden sein. Was darf,
muss ich noch sagen, rechtlich muss ich noch sagen, es gibt für jeden nur einen
Gewinn, also wenn man in allen drei Kisten drin ist und ich ziehe jemanden
zweimal, der kann leider nur einmal gewinnen. So, wir wollen ja auch ein
bisschen Gerechtigkeit haben. So, wie kommt man da ran? Man ruft hier an, man
ist in der Sendung, erzählt ein bisschen was, plaudert ein bisschen mit mir und
so wie in den letzten Wochen eben auch. Ich sage mal die Nummer, das ist die
05101-911-8952 und
wer da einfach jetzt anruft, der kommt bei mir hier in die Sendung, wir
unterhalten uns über was ihr wollt, es spielt keine Rolle. Ich bin natürlich ein
bisschen neugierig, vielleicht kann ich mal ein Thema vorgeben, was hat der
Podcast bewirkt? Hast du jemanden kennengelernt oder mit irgendwelchen Leuten
interagiert, über irgendwelche Themen gesprochen, was Neues ausprobiert?
Vielleicht ist das ja heute mal ein Thema, probieren wir es mal aus. Und jetzt
spiele ich erst mal Summer of '69 und dann gucken wir mal so in guten drei
Minuten, ob ich hier jemand in der Leitung habe oder nicht.
Anruferin 1: Isis
Die Musik ist zu Ende und es gab ganz viele Anrufer und einen Menschen habe ich
annehmen können, mehr geht leider nicht. Und ich begrüße die Isis, hallo.
Isis
wunderschönen guten Abend, lieber Sebastian. Hast
Sebastian
So, ich habe schon eben gefragt, als die Musik noch lief, Isis, ist das richtig?
Und du sagtest ja, wie die Göttin. Und ja, wunderbar.
Du bist Mitte 40, darf ich sagen, hoffentlich, wenn nicht ist es zu spät.
Isis
du natürlich.
Ja,
Sebastian
Und, ähm, ja, worüber sprechen wir?
Isis
wir sprechen über mein Leben, meine Entwicklung in
dem letzten halben, dreiviertel Jahr. Sehr, sehr spannend. Also ich war mein
ganzes Leben irgendwie immer brave Hausfrau,
Tochter, Abiturientin, halt so Klassikerin.
Ich hatte zwar immer wahnsinnig viel Spaß an Sex, aber war immer so ein
No-Go, zumindest denke ich mal in unserer Generation war das doch immer noch so
ein bisschen hinter vorgehaltener Hand und habe jetzt wirklich durch Zufall,
durch einen Glücksgriff nach der Trennung von meinem Ehemann, ich habe
tatsächlich geheiratet vor drei Jahren und wir haben uns letztes Jahr im August
getrennt, mich komplett neu entdeckt.
Sebastian
was war da der Anstoß oder, also da du ja mit BDSM offenbar zu tun hast, ähm, wo
kam's her?
Isis
Ich weiß, ich höre deinen Podcast schon von Anfang an mit. Wie alle sagen,
ich hatte das schon immer in mir, habe das auch wirklich reflektiert, habe
viele Erfahrungen in meiner Kindheit, Jugend gehabt, die
rückwirkend BDSM-lastig waren, habe das aber nie so für mich
verstanden. Nur als Beispiel, es gibt Fotos von mir als
19-Jährige, wo ich Halsband getragen habe, weil es mir einfach gefallen hat. Ich
konnte aber diesen Kontext nie herstellen.
Ja, und irgendwie kam es dann halt jetzt tatsächlich dazu,
dass ich festgestellt habe, das ist doch eine Lebensform, die ich
gerne fortführen würde oder ausbauen möchte.
Sebastian
Okay, dann frage ich doch erst mal, spielst du oben oder unten?
Isis
Sehr spannende Frage. Also eigentlich bin ich die Sub mit
einem sehr großen Hang nach oben. Also ich bin so, ich glaube, der klassische
Switcher. Ich finde mich da gerade. Ich finde mich ja generell gerade. Ich
glaube, ich spiele beides vor
Sebastian
Okay, ja, das ist doch wunderbar, also alle Möglichkeiten. Und du hast jetzt,
wann jetzt tatsächlich angefangen, mit jemandem das bewusst zu leben oder zu
spielen?
Isis
einem halben Jahr.
Sebastian
Vor einem halben Jahr, okay.
Isis
Also
Sebastian
Okay,
Isis
ganz frisch, ganz neu, die Beziehung gibt es auch nicht mehr.
Ich habe jetzt gerade seit ganz frisch einen neuen Partner, der meine
Dualität akzeptiert.
Also ich muss dazu sagen, ja, wie gesagt, ich lebe in meinem Privatleben eine
sehr dominante Seite, die ich eben auch nicht immer von meinem Privatleben
trennen kann und möchte. Deswegen ist so diese Dualität,
ich liebe es, mich hinzugeben und mich fallen lassen zu können, aber eben auch,
ich kann auch die Peitsche auspacken. Und deswegen möchte ich so gerne beide
Seiten bespielen. Ich
Sebastian
Und ja,
das hat funktioniert. Also wie kommt man denn zu dem ersten Mensch, mit dem man
dann auch tatsächlich spielen kann? Das ist ja immer nicht so einfach. Zumindest
da gibt es viele Menschen, die klagen darüber, dass sie niemanden finden.
Isis
glaube, wir Frauen haben da relativ wenig Probleme.
Sebastian
Meinst du? Wie
Isis
Also Joyclub, Tinder habe
ich beides regelmäßig wieder abgestellt,
weil es mir zu anstrengend wurde, weil die Flut einfach zu groß war.
Also die Auswahl ist definitiv da. Ja,
Sebastian
hast du da jemanden ausgewählt? Also du musst ja irgendwie ihn dann reingelassen
haben und gesagt haben, okay, der ist interessant, der Mensch. Ah,
Isis
spannende Frage.
Ich glaube, wenn man in einem, klingt jetzt auch blöd, alter ist, wie wir es
sind, kannst du relativ schnell die Spreu vom Weizen trennen. Da stellst du
zwei, drei, also auch wenn du unerfahren bist, so wie ich, da muss einfach nur
Menschen erfahren sein. Zwei, drei gezielte Fragen und du weißt genau,
ob dein Gegenüber real ist und wirklich
existiert und das lebt, was es propagiert oder ob es
ein Fake-Account ist. Also
Sebastian
okay. Und wonach hast du gesucht? Also was waren so die Dinge, wo du sagtest,
also das muss mein Gegenüber aber schon haben, damit das interessant wird.
Isis
ich habe tatsächlich nach einem dominanten Partner gesucht, der jedoch
akzeptiert, dass ich eben auch die zweite Seite in mir trage, mein
zweites Gesicht, mein Zwilling, ich bin Zwilling und das lebe ich auch
tatsächlich. Tatsächlich, ja, und das ging eigentlich relativ einfach,
weil, muss ich dir nicht sagen, du fragst zwei, drei Sachen ab und
jemand, der sagt, ja, nee, akzeptiere ich nicht und du hast mich sofort mit sie
anzusprechen und nee, funktioniert das bei mir einfach so
nicht.
Sebastian
Okay, und das hat jetzt auch, ja, gab es nur positive
Überraschungen jetzt und Erlebnisse? Oder, ja, also wie hat sich das für dich
dargestellt jetzt die letzten sechs Monate?
Isis
Anstrengend, schwierig. Schwierig.
Sebastian
Oh, okay.
Isis
Ja, weil du einfach, da sind wir jetzt bei dem Klassiker, du kriegst über die
diversen Portale als Frau, wenn du da online bist,
ungefragt Schwanzbilder. Ja, hi, ich bin der Harry,
das ist mein Schwanz.
Sebastian
Ja, das ist doch immerhin, muss man nicht so viel lesen, ne?
Isis
Ja, aber es ist halt nicht unbedingt die Basis. Ich weiß, also ich komme aus der
Medizinbranche, ich weiß, wie Penisse aussehen. Danke für das Gespräch. Ist
nicht so unbedingt das, was ich mir für einen Einstieg für eine Beziehung
wünsche.
Sebastian
Also ich kann ja, ich kann dich beruhigen, ich habe auch schon Schwanzbilder
geschickt bekommen.
Isis
Ach, das freut mich.
Sebastian
Zwar nicht auf dem Podcast-Account, da muss ich immer noch gestehen, dass das
unglaublich ist, wie diszipliniert die Menschen sind, was die sich für eine Mühe
geben, wenn die mir eine Mail schicken, wo ich denke, mein Gott, das ist ein
bisschen kürzer, hätte es auch getan, du musst gar nicht so höflich und so
förmlich sein, mein Gott, aber ich freue mich trotzdem jedes Mal wieder.
Isis
Ja, aber ein bisschen Höflichkeit und Förmlichkeit wäre dann schon angebracht.
Sebastian
Ja, man freut sich auch drüber, gar keine Frage.
Isis
Und nicht mit, hi, ich bin der Harry und das ist mein Dick. Ja, also, sei
mir nicht böse, aus dem Alter bin ich raus.
Ich weiß, wie Schwänze aussehen.
Sebastian
Okay, also ein Foto vom Gesicht wäre vielleicht spannender, wenn die Leute kein
Gesichtsbild irgendwie im Profil drinstehen haben, dann wäre das doch so ein
bisschen,
Isis
Richtig. Oder einfach eine nette Aussage oder eine nette Ansprache und nicht
irgendwie im zweiten Chatverlauf eben das Schwanzbild.
Sebastian
okay.
Aber du hast trotzdem dennoch jemanden gefunden, wo du sagst, okay, das passt,
das funktioniert und hast dann, ich sage mal so, irgendwann kommt ja immer der
Moment, da kriegt man das erste Mal was auf den Popo.
Isis
Ja, hatten wir schon.
Sebastian
Und wie ist das so in dem Moment? Weil das widerspricht deiner Erziehung ja dann
durchaus auch ein bisschen, auch deinem Bild von dir selbst erst mal
Isis
Da gebe ich dir recht, ist sehr, sehr spannend. Aber ich kann mich da
tatsächlich komplett fallen lassen. Aber sehr lustig, immer mit einem Grinsen im
Gesicht. Also wurde schon bemängelt. Du grinst ja immer noch.
Sebastian
bemängelt.
Isis
Du zuckst fast weg, aber du grinst noch. Ja, ich
grinse noch, weil es mir gefällt. Aber weil ich drüber, also ich,
ja, nein, ich stehe nicht drüber, ich habe Spaß dran, mir gefällt das,
ich werde auch sexuell erregt dabei, aber
ich grinse halt dabei.
Sebastian
gut, das ist ja auch, das ist jetzt dann die Frage, ob dein Gegenüber das
möchte. Auf der anderen Seite, wenn du damit signalisierst, das gefällt dir,
dann kann das ja schon mal nicht so schlecht sein.
Wie weit bist du denn in diesem, das ist so momentan immer so Thema Konsens und
auch die Theorie bei dem Ganzen, die dahinter steht. Hast du dich da eingelesen
oder wo kam das alles her?
Isis
Ja, ich habe mich natürlich, also ich habe meinen ersten, ich nenne es jetzt mal
ganz böse, meinen ersten Kerl eben vor einem halben Jahr kennengelernt. Es ging
relativ schnell, war sehr, sehr schön, war sehr, sehr heftig, hat leider sehr
abrupt und sehr unschön geendet. Natürlich, ich meine, wir sind ja keine 20
mehr, habe ich mich angefangen, sehr schnell in die Thematik einzulesen, mich
damit zu beschäftigen. War zauberhaft, also coole Nummer, weil ich irgendwie
ständig Kopfkino hatte und in jeder freien Minute mit dem Handy auf diversen
einschlägigen Seiten unterwegs war, um mir Infos zu holen. Und
ja,
Sebastian
ich warte noch darauf, dass irgendwer erzählt.
Isis
gebe
Sebastian
Also ich würde BDSM ja manchmal so ein bisschen mit Beschaffungskriminalität
vergleichen, weil man irgendwie in unmöglichen Momenten doch nochmal aufs Handy
linst, ob da eine Antwort gekommen ist. Und wie so ein Teenager agiert man da
plötzlich wieder, ne?
Isis
ich dir völlig recht, ja, genau, man ist wieder 16
und hat irgendwie keine Ahnung vom Vögeln, also gefühlt und
Sebastian
Ja.
Isis
frickert sich da komplett neu rein und es ist wahnsinnig spannend und
sorgt also auch am Arbeitsplatz, So kann ich jetzt von mir reden für Momente, wo
du sagst, gerade ein ungünstiger Moment, um jetzt nass zu werden.
Aber ist halt so, weil wir haben jetzt gerade in der Mittagspause in diversen
Foren gelesen und sich irgendwie wieder schlau gemacht und du kriegst wieder
Kopfkino. Ja, spannend. Erstaunlich.
Sebastian
Okay, wo soll es denn hingehen? Gibt es was, wo du sagst, oh, das möchte ich
total gern erleben?
Also gibt es irgendwas, wo du sagst, dein Kopfkino, das ist noch hungrig, das
muss noch sein.
Isis
Also mein Kopfkino wäre jetzt einfach schon mal wirklich richtig gut gefickt.
Entschuldige bitte den Ausdruck.
Sebastian
Du kannst das hier sagen, das ist kein Problem.
Isis
Das weiß ich. Und das ist zauberhaft, wenn das einfach mal mit dem richtigen
Partner,
ich sage jetzt bewusst Partner, nicht Dom klappen würde, weil ich ja wie gesagt
wahnsinnig gerne beide Seiten bespielen möchte. Und wenn das jetzt einfach mal
so hinhaut und wir die Möglichkeit haben, das so auszuleben
wie Arschloch,
ich mir das vorstelle,
ja,
und man vielleicht auch irgendwann sich wieder daten kann oder auf
Veranstaltungen gehen kann und ich da einfach tatsächlich anfangen kann, mich so
auszutoben, wie ich das gerne möchte.
Sebastian
Okay, ja, an der Stelle drücke ich doch einfach mal die Daumen, dass das auch
klappt und dass das auch bald klappt und funktioniert.
Dem steht ja im Grunde nichts im Weg.
Isis
Nein, also bis auf Covid-19 und Partyverbot steht mir momentan zum
Glück nichts im Weg.
Sebastian
Ja, das wird ja irgendwann rumgehen.
Isis
Ja, ja, alles gut.
Sebastian
Ich weiß nicht, bist du gerade im Chat tatsächlich auch mit drin?
Isis
Ja, bin ich natürlich auch.
Sebastian
Ja, wunderbar, also wenn sich da jemand findet, einfach mal anschreiben. Bitte
keine Dickpics schicken. Funktioniert nicht. Wobei, ich würde tatsächlich
einfach aus Trotz sagen, so jetzt kriegst du aber, und dann nicht nur eins,
sondern 200 von den Bildern.
Isis
Nein,
Sebastian
Und dazu die Info.
Isis
die kommen in meine Sammlung, alles gut.
Sebastian
Genau.
Isis
Ich habe schon einen ganzen Ordner davon.
Sebastian
dazu die Info. Und da irgendwo in einem der 200 Bilder ist auch ein
Gesichtsfoto von mir. Du kannst die jetzt alle einzeln öffnen. Viel Spaß.
Isis
Ich danke dir, Sebastian.
Wundervoll.
Sebastian
Ja, also da ist es ganz ehrlich. Da bin ich dann auch wieder so ein bisschen so
man muss ja immer irgendwie Quatsch machen und irgendwie ein bisschen bekloppt
sein.
Isis
Nein, ich bin da ja auch völlig tiefenentspannt, ja. Und ich antworte auch auf
diese Bilder meistens tiefenentspannt, ja. Dann kriegen die halt ein Foto von
meiner, weiß nicht, Zimmerpflanze zurück oder so.
Sebastian
Das ist eine gute Idee tatsächlich.
Isis
Ja, also
man kann das ja auch sehr entspannt beantworten. Und man muss es ja auch nicht
immer persönlich nehmen. Nur es ist halt einfach so die Nummer, hey, Leute,
Kerle, ich weiß, wie ein Schwanz aussieht. Und darum geht es mir ja gerade
eigentlich gar nicht. Mir geht es um das emotionale Kopfkino und nicht um euren
Penis, ja.
Sebastian
Ja, das ist aber, ich glaube, das ist an der Stelle auch
Unbeholfenheit oder das ist halt eine Grenzüberschreitung, wo man auch da ein
bisschen Kopfkino hat, oh, ich schicke jetzt dieses Bild und weiß, kann ich
nicht genau, vielleicht kann ja mal jemand hier anrufen, der irgendwie sagt,
hier, ich schicke irgendwie am Tag 20 Leuten meinen Penisbild und
erklärt mal, warum er das tut und wie die Erfolgsquote ist, denn ich glaube, die
gibt es.
Isis
Natürlich gibt es sie bestimmt und ich habe auch kein Thema, ich bin jetzt auch
mal ehrlich, ja, ich habe auch kein Thema damit, wenn ich mit einem Typen
irgendwie schon zweimal telefoniert habe und seit drei Tagen, fünf
Tagen schreibe und man schickt sich irgendwie erotische Bildchen hin und her und
irgendwann kommt dann das Penisbild, ja, ist eine
ganz andere Ebene, aber so dieses, hallo, ich bin der Klaus und das ist mein
Penis, ja,
Sebastian
das ist ja dann auch trotzdem mal, das ist ja wenigstens mal witzig, da kann man
mal in der Mittagspause mal herzhaft lachen.
Hier, Gentledom schreibt was, klingt immer wieder toll, wenn Menschen, egal
welchen Alters, durch BDSM aufblühen, man spürt echt die Vorfreude und Freude
und da stimme ich auch einfach mal zu.
Isis
Dankeschön, mach
Sebastian
Wir machen jetzt folgendes, Ich werde dich jetzt schon verabschieden. Ich gucke,
dass ich so ein paar Menschen auch hier in die Sendung reinlassen kann.
Isis
das, das
Sebastian
Wenn du möchtest, du schickst mir bitte, bitte eine E-Mail mit einem
Musikwunsch, den ich beim nächsten Mal für dich spielen kann.
Isis
mache ich von Herzen gerne, Sebastian,
Sebastian
Wunderbar. Und dann hast du drei Lose von mir. Die darfst du jetzt verteilen auf
ein Nadelrad, ein wirklich schönes Baumwollseil und auf so Nippelsauggeräte.
Und da kannst du sagen, hier alles in einen Topf oder gleichmäßig verteilen, wie
du möchtest. Das kannst du mir jetzt sagen, dann notiert das Podcastsubbie, so wie das
fleißig.
Isis
schön, verteilt es gleichmäßig.
Sebastian
Okay, einmal gleichmäßig verteilen, wird gemacht. Und trotzdem brauche ich eine
E-Mail von dir, damit ich dann, wenn du gezogen wirst, damit ich dir auch
irgendwas zukommen lassen kann.
Okay.
Komm mal her.
Du hast das noch nicht gehört, aber den kriegst du jetzt. Einen ganz dicken
Knutsch.
Der ist von Isis.
machen wir. Und ich drücke dir einfach die Daumen, dass du ganz viele schöne
Dinge erlebst. Und ja, vielleicht sprechen wir uns dann nochmal wieder,
vielleicht in einem Jahr. Ja, und dann erzählst du mal, was so passiert ist in
der Zwischenzeit. Und da bin ich schon sehr gespannt drauf.
Isis
Ich freue mich drauf. Einen schönen Abend noch.
Sebastian
dir auch.
Isis
Bis dann.
Sebastian
Tschüss.
Isis
Bye. Ciao.
Sebastian
So, das war die Isis. Ach, schön. Ich finde das immer schön, wenn Menschen das
entdecken und sich einfach nochmal so wieder, einfach so richtig, ja,
wenn sie einfach Spaß haben, ne?
So, jetzt haben eben mehrere Menschen angerufen. Ich sehe jetzt in der Liste,
ich glaube, fünf oder sechs oder so. Ich würde sagen, Leitung ist wieder offen.
Ansonsten würde ich hier mit Rückrufen anfangen.
Okay, da habe ich doch einen. Ich stelle mir jetzt einfach mal hier eine Nummer
ein.
So, gucken wir mal, ob der Mensch rangeht. Der kriegt wahrscheinlich erstmal
einen Riesenschreck, wenn er plötzlich hier live auf Sendung ist. Wir gucken
mal, es klingelt und tutet ganz fürchterlich laut.
Anruferin 2: Ches
Ches
Hallo. Cool.
Sebastian
Hallo, hier ist Sebastian und du bist live auf Sendung bei der Kunst der
Unvernunft.
Ches
Hat geklappt.
Sebastian
Hat geklappt, ja. Ja, hi, mit wem spreche ich?
Ches
Ich bin Ches.
Also im Chat heiße ich Ches.
Ja, und ich bin eine der vielen Neulinge, die im Dunstkreis deines
Podcasts so abhängen.
Sebastian
eine der vielen Neulinge. Okay, so, okay, wo kommen denn die ganzen Neulinge
her?
Ches
also ich habe immer das Gefühl, soll ich überhaupt anrufen? Ich habe so viel gar
nicht zu erzählen. Und dann rufen teilweise noch andere, die neu sind, an.
Und dann denke ich mir, okay, eigentlich wurde schon alles gesagt, was ich sagen
könnte.
Und dann hattest du vorhin gefragt, was eigentlich der Podcast selber für eine
Bedeutung hat. Da dachte ich mir, ey, dazu kann ich was sagen.
Sebastian
so, also dadurch, dass ich jetzt ein Thema in den Raum geworfen habe, dadurch
fällt es leichter anzurufen. Ich dachte, das schränkt das immer nur ein,
interessant.
Ches
Einmal war das da auch, aber dann hat es diesmal geklappt. Das
Sebastian
okay, ja, dann, okay, dann frage ich doch einfach mal, welche Bedeutung hat es
denn?
Ches
war quasi für mich so die Brücke, zu dem ich interessiere mich dafür und ich
traue mich mal in die Szene, weil es fällt mir teilweise online noch
schwerer, Kontakte zu knüpfen als im Real Life, aber auch im Real Life schwer.
Sebastian
Ja,
Ches
Ja, dann habe ich halt angefangen mit einem sehr guten
Freund, der in der Szene aktiv ist, das ein bisschen auszuleben. Aber habe
mich nie getraut, da irgendwie was zu machen.
Und ja,
dann wurde halt in deinem Podcast und auch bei Coco und Marc so schön von den
vielen Menschen erzählt. Und so viele Menschen haben so schöne Sachen erzählt.
Und da dachte ich, boah, da will ich Teil dieser Szene sein. und habe dann die
SMJG angeschrieben und dann kam Corona.
Sebastian
ja, und dann kam Corona. Darf ich erst mal fragen, wie alt bist du eigentlich?
Darf ich das fragen? Jetzt
Ches
Ja, natürlich, ich bin 22. Ganz
Sebastian
notiere ich mir hier natürlich. Okay, du hast es also noch auf keinen Stammtisch
geschafft, weil der Shutdown kam quasi genau zum falschen Zeitpunkt.
Ches
genau, ja, leider.
Sebastian
Okay, wie hast du das jetzt überbrückt? Ah
Ches
Naja, durch den Podcast und durch Menschen, die den auch hören und eine
gewisse Telegram-Gruppe gegründet haben.
Sebastian
ja, die gewisse Gruppe.
Ches
Ja, ja, kann
Sebastian
Alles gut. Gut, okay, also du bist also jetzt im Gespräch und kriegst am Tag
auch etwa tausendmal auf deinem Handy irgendeine Nachricht, dass irgendwer was
geschrieben hat, juhu.
Ches
Ich kann gar nicht alles lesen.
Sebastian
Ja gut, man muss ja auch nicht alles lesen, aber inwieweit,
also ist ein Stammtischersatz, kannst du ja nicht sagen, hast ja noch keinen
besucht, ne?
Ches
Ja, also es werden ja so Zoom-Stammtische da immer mal wieder gemacht
und ist halt auch schön, weil man dann mit Leuten reden kann und die Leute
direkt fragen kann, aber es ist halt irgendwie was anderes, so mal so
Einzelgespräche zu führen,
sich so zu verquatschen, weil teilweise sind da über
20 sind es auf jeden Fall meistens und dann, ja, ist halt ein Thema.
Macht Spaß, aber ich würde halt gerne so auch Leute
in Einzelgespräche verwickeln.
Sebastian
Ja, das ist natürlich so ein Stammtisch, da hast du dann jemanden neben dir
sitzen und gegenüber von dir und rechts und links und überhaupt und willst du
mit den Leuten, willst du Fragen stellen, willst du erzählen oder was brennt dir
denn so auf der Seele, wo du sagst, darüber will ich sprechen?
Ches
Ja, beides. Also es ist natürlich, ich bin noch nicht mal seit einem Jahr dabei,
also probiere das so aus und einerseits ist so dieser Drang, ey, ich will Leuten
darüber reden, wie geil ich das finde und andererseits will ich halt von ganz
vielen Leuten hören, was die so machen und wie
die das sehen und ja, boah,
Sebastian
Was findest du denn so geil? Was interessiert dich denn? Was ist denn das, wo du
sagst, das ist total spannend? Du
Ches
ist
schwierig, weil ich gar noch nicht so viel ausprobieren konnte. Aber ich,
oh
Sebastian
ja Kopfkino bestimmt.
Ches
ja, also,
Sebastian
sehr diskret danach zu fragen, ich gebe es ja zu.
Ches
ja, also vor allem so
Machtverhältnisse, das ist eigentlich gar nicht so konkret, was wir da machen,
sondern einfach so dieses, ich habe dieses Machtverhältnis, ich ordne mich unter
und schalte dabei meinen Kopf komplett ab.
Das finde ich super. Und langsam merke ich, dass ich bestimmte Dinge mag, von
denen ich nicht dachte, dass ich die mögen würde.
Ich hätte zum Beispiel nicht gedacht, dass ich auf Schmerzen stehe. Auch wenn
ich wusste, dass ich BDSM an sich gut finde,
kam das mit dem Schmerz erst irgendwann. Irgendwann.
Sebastian
also es ist dann so die Frage, ich weiß nicht, da führt manchmal, glaube ich,
eins zum anderen. Da ist dieses, ich kriege Befehle und dann handele ich danach,
aber dann kommt der nächste Gedanke ist, ich mache das auch mal nicht, weil wer
ist denn das überhaupt? Und dann muss der ja aktiv werden. Ich glaube, da kommt
so eine ganze Kaskade an Gedanken immer nacheinander und am Ende des Ganzen
steht immer irgendwie, man kriegt Hau.
Ches
Ja gut, da
habe ich das Glück, dass ich meinem aktuellen Spielpartner, das ist auch mein
bester Freund, sehr nahe stehe und der da sehr vorsichtig immer war und
immer, wenn wir etwas Neues gemacht haben, erst mal gefragt hat, wollen wir das
machen und so langsam herangetastet hat. Und da habe ich schon ziemlich Glück,
dass ich den getroffen habe. Ich glaube, ohne den hätte ich das auch nie
entdeckt. Das
Sebastian
Okay, also er hatte eher dann so die Idee, komm, lass mal was machen? Oder wie
kam es denn so zu einer ersten Spielsituation?
Ches
kam ein bisschen damit, ich bin jetzt seit fast vier Jahren in einer
Vanilla-Beziehung und wir sind beide sehr unerfahren allgemein sexuell,
haben dann irgendwann gedacht, wir wollen mal die Beziehung öffnen, dass wir
Erfahrung sammeln können.
Ja, und ich hatte mit diesem Freund schon sehr viel über das Thema BDSM geredet.
Und dann habe ich ihn quasi sehr schüchtern gefragt, du,
könnten wir das vielleicht auch mal machen?
Und am Anfang war ich so schüchtern, als er mich dann gefragt hat, was findest
du denn interessant, war ich so überfordert.
Also, naja, so Fesseln zum Beispiel. Das war das
Erste, was mir eingefallen ist. Und dann kam er mit den Ideen so ein bisschen.
Ja, okay. Ja, und dann nach einiger Zeit bin ich eben auf die Podcasts gestoßen.
Und dann ging es richtig gut. Dann kam ich mit meinen Ideen und meinem Input.
Und können wir das machen? Können wir das machen? Und da kommen wir gar nicht
hinterher. Ja,
Sebastian
Okay, also ja, das ist so, ja, fängt langsam an, aber wenn man dann diese
Schwelle überschreitet, dass man selber auch Ideen entwickelt und einfließen
lässt. ist. Wobei auf der anderen Seite ist natürlich dann dein Spielpartner der
Mensch, wo du sagst, hier, guck mal, ich hab wieder eine neue Idee, komm, mach
mal. Ja, was sagt der denn dazu?
kommt auch irgendwann an seine Grenzen und sagt, hier,
Moment, mach nicht ganz so schnell, bitte.
Ches
ich habe wirklich mal eine Liste geschrieben, damit er da mal raufgucken kann,
falls er mal wieder eine Inspiration braucht.
Sebastian
Hast du die da? Würdest du die verlesen? Entschuldigung. Ich bin immer
unglaublich neugierig.
Ches
Die ist auf dem Handy. Ich gucke mal, ob das klappt, wenn ich Lautsprecher
mache.
Sebastian
Oh, bitte kein Lautsprecher, dann verzichten wir lieber auf die Liste, als dass
wir dieses Lautsprecher-Geklirre hier haben.
Ches
Okay, also klingt gerade schlecht.
Sebastian
Es geht. Es ist okay.
Ches
Okay, dann mache ich es gleich wieder aus, wenn ich die gefunden habe. Ja,
Sebastian
Du wirst Du musst ja bestimmt wissen, was da so draufsteht. Du musst die ja
jetzt nicht komplett vorlesen. Das wäre ja jetzt auch ein bisschen privat. Ach,
lies.
Ches
also unter anderem steht so ein Jagd-Szenario drauf, was ich gerne mal machen
würde, was halt nur geht, wenn irgendwie mal,
weiß ich nicht, ein abgelegenes Waldstück hat. Also ich werde gejagt und
gefangen, ja,
und
Sebastian
Und dann genommen.
Ches
dann, ja, dann liegt das in der
Fantasie meines Partners, was er da machen will. Wie
Sebastian
was ist da jetzt für dich der Reiz? Ich meine, das ist Wald und Sommer und da
sind Mücken und möglicherweise hast du ja nichts an und es piekst alles.
Also jetzt so rein vernünftig gesehen, ist das doch ein höchst unsexiges
Szenario.
Ches
kommst du bitte auch vernünftig?
Sebastian
Ja, gute Frage.
Ches
Nein, einfach dieser Kick, dieses, man
läuft weg, man wird gejagt und irgendwann, man weiß ganz genau,
man will ja eigentlich auch verlieren, Man will gefangen werden, aber das
Sebastian
Ja,
Ches
mit den Mücken und dem Pieksen, das war jetzt noch gar nicht so drin. Aber ich
glaube, das muss man halt mitleben, ne?
Sebastian
ich würde mich jetzt auch wirklich schlecht fühlen, wenn ich dir das jetzt,
deine Fantasie quasi schlecht geredet hätte mit einem Satz.
Ches
Nee, nee.
Sebastian
Aber jetzt, ich komme immer mal wieder zur Einordnung, wenn du sagst, okay, ich
spiele unten, ich bin Sub, ist das alles oder sagst du, ach komm, die andere
Seite ist ja auch irgendwie spannend.
Ches
Irgendwie schon. Aber ich fühle mich da irgendwie nicht sicher genug, dass ich
jetzt sagen würde, ich habe einen Menschen unter mir.
Und ja,
es ist, glaube ich, auch so ein bisschen eine Verantwortung, die man hat, vor
der ich mich ein bisschen scheue.
Sebastian
Ja, aber auf der anderen Seite würdest du den Menschen ja was Gutes tun, denn
dein Spielpartner hat ja auch dich unter sich und das gefällt dir ja.
Ches
Ja, also ich habe auch schon mal mit dem Gedanken gespielt, aber ich glaube, ich
würde da gerne noch ein bisschen länger einfach Erfahrungen unten sammeln, bevor
ich da mich dran traue.
Sebastian
Okay, das ist ja kein Problem. Ich sag noch was hier, M&A schreibt, was ist,
wenn sie aus Versehen zu gut im Weglaufen ist?
Ich glaube, das passiert dir nicht, ne? Dann stolpert man im Zweifel nochmal.
Ches
Ja, genau.
Dann bin ich vielleicht mal umgeknickt und kann nicht mehr so schnell laufen
oder sowas.
Sebastian
Oh, da musst du aufpassen, wenn dein Gegenüber dann besonders fürsorglich ist,
sagt er, ja, oh Gott, jetzt kümmern wir uns erstmal um deinen verstauchten
Knöchel und dann ist alles ganz liebevoll.
Ches
Oh
ja, stimmt.
Sebastian
Und alle Vorbereitungen sind für die Katz.
Ches
Das ist
Sebastian
Es gibt so viele Möglichkeiten, wie sowas in die Richtung gehen kann, die irgendwie
nicht so geplant ist? Ist ja auch die Frage, wenn man so ein Drehbuch hat, ist
ja auch wieder blöd. Du hast schon ganz richtig gesagt, das obliegt dann deinem
Gegenüber, was dann passiert. Ich glaube, das ist auch die einzige Möglichkeit,
wie sowas auch tatsächlich Spaß machen kann.
Ches
eine der ersten Erfahrungen, die ich dann gemacht habe. Wenn man zu viel
Drehbuch im Kopf hat, dann klappt gar nichts. Wir
Sebastian
Und das mag ich jetzt noch wissen, bevor ich mich hier von dir verabschieden
muss. Was für ein Drehbuch hast du denn da im Kopf gehabt? Ja
Ches
wollten einfach so ein Rollenspiel ausprobieren, so dieses klischeehafte
Schulmädchen-Rollenspiel. Aber ich wollte meinen Partner in einer bestimmten Art
spielen sehen.
Er hat sich irgendwie was anderes vorgestellt, wie er spielt. Ich wollte ihn
halt als sehr überdominant, ich weiß nicht, ob das das
richtige Wort ist, Ich wollte einfach ein größeres Machtgefälle
vom Anfang an haben als er. Ich wollte mehr so dieses, man verführt das Mädchen
mit Schmeicheleien oder so und danach kommt erst die Erniedrigung. Und ich
wollte von Anfang an das
klar, wie wir zueinander stehen. Und das
hat mich irgendwie ein bisschen rausgeworfen. Und wenn es nicht raus war, war er
raus. Und was
Sebastian
gut, aber so eine Erfahrung muss man glaube ich machen, damit man ja dann eben
auch gucken kann, wie kann ich das vermeiden.
Aber ist natürlich dann auch blöd, wenn dann die Fantasien dann so ein bisschen
aneinander vorbeigehen, das gebe ich auch ehrlich zu.
Ches
ich auch jetzt in der Zeit gelernt habe, zu kommunizieren, also noch mehr zu
kommunizieren. Also BDSM ist Kommunikationstraining.
Sebastian
das glaube ich auch tatsächlich. Ich glaube auch, dass die 10, 12 Jahre
Stammtisch mir echt geholfen haben, diesen Podcast hier zu machen, weil man
sitzt halt jede Woche da und quatscht vier Stunden über irgendwas mit Leuten,
was theoretisch ein Thema ist, über das man normalerweise nicht mit Menschen,
die man nicht kennt, redet.
Ches
Ja,
Sebastian
Und ja, liebe Ches, ich würde sagen, ich mache hier die Leitung mal wieder so
ein bisschen frei, aber ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du unglaublich viel
Spaß hast und Erfahrungen sammeln kannst und dass die SMJG auch bald wieder
verfügbar ist und dass du dann einfach mal mit Leuten so quatschen kannst, wie
du magst, dass du alle Fragen stellen kannst.
Und ich drücke dir einfach die Daumen.
Ches
Dank.
Sebastian
Bevor du auflegst, auch von dir hätte ich gerne eine E-Mail mit einem
Musikwunsch. Du darfst dir aussuchen, was du möchtest.
Ches
Oh, okay.
Sebastian
Und natürlich schmeiße ich dich auch in ein bis drei Losboxen. Du musst mir nur
sagen, in welche.
Was würdest du gerne ausprobieren? Ich habe hier ein wunderschönes Seil, ein
Nadelrad und diese Nippelsauger.
Ches
Eigentlich alles.
Sebastian
Eigentlich alles. Dann schmeiße ich dich in alle drei Töpfe rein.
Ches
Super, danke.
Sebastian
gucken wir mal, was passiert.
Ches
Ja,
Sebastian
Alles klar.
Okay, dann mach's gut. und hab einfach noch einen schönen Abend.
Ches
du auch. Tschüss.
Sebastian
Tschüss.
So, das war Ches. Die Leitung ist natürlich jetzt wieder frei. Ich mache jetzt
folgendes, ich spiele jetzt einmal Musik und weil Temel beim letzten Mal
angerufen hat, hatte sie natürlich wieder einen Musikwunsch und dann spiele ich
mal wieder etwas für Temel.
Ich muss es nur finden.
Tja, wo ist es denn? Ich glaube, das da ist. Ich glaube, Delight war es. Das
müsste Temel jetzt im Chat mal zwischendurch bestätigen, weil ich habe keinen
Namen dran geschrieben. Und Und entweder meldet sich jetzt jemand in den
nächsten vier Minuten, so ist es tatsächlich, oder ich rufe jemand von dieser
Anrufliste an, denn mir ist eben aufgefallen, nein, nicht mir, dem Podcastsubbie
wie es aufgefallen ist, vielleicht sollte ich die Leute nicht on-air anrufen,
wenn die sich nämlich aus Reflex mit Nachnamen melden, ist das ganz blöd. Also
rufe ich jetzt, mache ich Rückrufe jetzt nur noch, während Musik läuft. Ist das
ja vielleicht irgendwie sinnvoll.
Man lernt ja nie aus. So, jetzt spielen wir Delight. Bis gleich.
Anruferin 3: Tessa
Ich habe Tessa mitgebracht, die hat nämlich angerufen. Und, ähm,
ja, wir haben schon ein bisschen gequatscht, wir hatten ja ein paar Minuten
Zeit, ihr Mann hat nämlich ihr offensichtlich gesagt, sie soll anrufen und er
will nämlich das Seil abstauben, das wird er kriegen, ähm, wenn er denn aus dem
Lostopf kommt, oder nein, sie. Sie, äh, Tessa, hallo.
Tessa
Ja, ich darf das jetzt ausbaden, ne?
Sebastian
worüber sp... Du musst das ausbaden.
Tessa
Ich muss das ausbaden.
Sebastian
Wenn du jetzt einfach auflegst, wäre es gemein.
Tessa
Er sitzt hier neben mir und grinst.
Sebastian
Ja, Grüße.
Tessa
Still, still, sagt er, seid still. Ich grüße mal.
Sebastian
Wir haben vor ein paar Monaten sogar mal so ein kleines Vorgespräch gemacht. Das
heißt, den Spickzettel habe ich jetzt schon wieder rausgesucht, aber du
bestimmst, worüber wir heute reden.
Tessa
Ja, weiß ich gar nicht. Ich musste ja nur anrufen, weil der Mann mit in den
Lostopf wollte.
Ja, worüber reden wir?
Sebastian
Vielleicht redet der Mann dann einfach mit mir, wenn er unbedingt wollte.
Tessa
Nee, wollte er ja nicht. Ich muss ja.
Sebastian
das
Tessa
Ja, wir können ruhig das Thema aufgreifen, dass du dieses,
was macht der Podcast so mit einem macht?
Sebastian
also wir stellen erstmal fest, du bist, äh, ich darf sagen, wie alt du bist, ne?
Tessa
Ja, darfst du.
Sebastian
bist 35 und sub.
Tessa
Ja, genau.
Sebastian
Okay, und der Mann ist halt der Dom im Haus und deshalb hat er dich ans Telefon
geschickt.
Tessa
Ja, Chef halt, ne?
Sebastian
Ja, gut, kann er ja so machen, ne?
Tessa
Ja, so ist das. Deswegen, ja, wird weiter delegiert, ne?
Sebastian
Ja, so, dann gucke ich doch mal, was habe ich hier stehen. Also ich habe hier
stehen, ihr seid seit 10 Jahren ein Paar
Tessa
Ja, genau.
Sebastian
ihr habt 4 Kinder.
Tessa
Genau. Und spielen aber jetzt erst wieder seit einem Jahr, nee, nicht ganz, ne?
Weniger, ein halbes Jahr, dreiviertel Jahr. Ja, ist
Sebastian
Okay, dann greife ich doch mal das Thema auf. Wie schafft man es, zu spielen,
wenn Kinder im Haus sind?
Tessa
gar nicht so einfach. Das ist, ja, also wir spielen halt viel, wenn die Kinder
schlafen. Die Kinderzimmer sind weit genug weg, als dass sie uns hoffentlich
nicht hören. Maximal der Größte, der 14-Jährige, könnte vielleicht mal was
hören. Hat bisher noch nicht danach gefragt.
Wir werden jetzt auch nicht danach fragen.
Und ja, unsere Deko haben wir als Mittelalter-Deko, in Anführungszeichen, haben
wir als Mittelalter-Deko verkauft. Das haben die auch so hingenommen.
Sebastian
deshalb sind diese Mittelalter-Märkte immer so voll, weil das einfach Horden von
Eltern tarnen müssen.
Tessa
Ja, genau. Irgendwie muss man den Kindern das ja verkaufen.
Also zumindest den Kleineren.
Und die ganz Große, ich habe noch eine 18-Jährige, die weiß es. Die will es
nicht wissen, aber die weiß es. Die habe ich ja im Podcast sogar schon mal
empfohlen.
Sebastian
den hast du ihr empfohlen.
Tessa
Ja, da ging es in der Folge um, mit der Autorin, glaube ich, war das, mit der
sexuellen Identität.
Sebastian
Ja,
Tessa
Die fand ich für mich sehr spannend und die hat mich in so eine kleine Sinnkrise
gestürzt. Welche Sexualität habe ich denn eigentlich?
Bin ich asexuell oder was bin ich denn eigentlich? Mit dem Ergebnis, ich bin
eher so reaktionssexuell.
und dass es öffentlicher und offener, freier zum
Thema gemacht werden sollte. Das war ja so eins der Kernthemen da und das habe
ich an sie weitergeleitet.
Ich weiß, du willst das gerade überhaupt gar nicht hören und willst auch nicht
mit mir darüber reden, aber es ist was, was für Jugendliche vielleicht ganz
wichtig ist, dass sie von Anfang an frei damit umgehen dürfen und in Zeiten von
dem bösen Buch, Das Buch, ich sage es jetzt nicht, wissen sie ja eh
grundsätzlich, was es ist und worum es geht.
Sebastian
Also ich greife das nochmal auf. Das war Leonhard Stahlmann. Da ging es um das,
sie hat ein Buch geschrieben.
Tessa
meinte ich jetzt nicht, ich meinte das andere böse Buch, dessen Namen nicht
genannt werden darf.
Sebastian
das Buch meintest du. Okay, Entschuldigung, da habe ich das jetzt
missverstanden.
Tessa
Aber ja, da wissen die jungen Leute, viele junge Leute ja ohnehin, dass
es das gibt und was das, so grob zumindest.
Sebastian
Alles klar, okay. Okay,
Tessa
Die weiß ich nicht, die Variante wissen sie. Und ja, sie weiß es natürlich auch,
sie hat die Bücher auch gelesen. Und ja,
Sebastian
Vampir-Roman und der BDSM-Roman, ne?
Tessa
genau.
Sebastian
Ja, okay, aber bleiben wir mal bei dir und bei euch.
Tessa
Ja, Twilight, genau.
Sebastian
Das heißt, ihr habt jetzt, ihr habt eine Pause gemacht, aber ihr seid irgendwie
wieder eingestiegen oder wie kann ich das jetzt verstehen?
Tessa
Also naja, eigentlich habe ich selbst mit 23, 24 BDSM
kennengelernt, eher aus Versehen, total zufällig.
Sebastian
Aus Versehen.
Tessa
Ja, tatsächlich aus Versehen. Ich habe mich eigentlich mit so Frauen unterhalten,
weil ich nicht verstehen konnte, warum die das machen. Also es wollte überhaupt
nicht in meinen emanzipierten Kopf, wieso Frau das macht. Und habe angefangen,
mich mit dieser Welt auseinanderzusetzen.
Sebastian
Ja,
Tessa
Und je mehr ich mich damit auseinandergesetzt habe, umso mehr gefallen habe ich
daran gefunden und verstanden, warum, und bin hängen geblieben und ja, so
bin ich da reingeraten. Also gar nicht unbedingt aus einer eigenen, wo ich sage,
ich hatte schon immer Fantasien als Kind oder so, das kann ich jetzt so nicht
sagen,
sondern tatsächlich eher aus Versehen reingestolpert und da geblieben. Auch gut,
ne?
Sebastian
also das finde ich tatsächlich spannend, weil, das haben mir schon mehr Menschen
erzählt, dass sie dann jemand, jemand anderes hat erzählt, was er da so macht
und das war dann so spannend oder ist irgendwie im Kopf hängen geblieben, dass
man dann weiter danach gesucht hat, ne?
Tessa
Ja, dass man anfängt sich, ja, also ich bin, den Joyclub darf man ja glaube
ich nennen, ne?
Sebastian
ne?
Tessa
Und wenn man da so unterwegs ist auf den Seiten, dann, man landet automatisch
immer irgendwann auch im BDSM-Bereich und ich habe halt versucht, also ich habe
mich zu der Zeit ganz generell sehr viel mit mir und meiner Sexualität
auseinandergesetzt und auch mit den ganzen Spielarten, die es so gibt, auch mit
dem NS-Bereich und so. Ich wollte einfach verstehen, warum Menschen so ticken
und warum die das machen und ja, und manches blieb hängen und manches nicht und
ja, BDSM war eben ein sehr großes Thema dann irgendwann und ja.
Sebastian
und warum machen Menschen das? Hast du eine Antwort auf diese Frage gefunden?
Tessa
Bei BDSM, warum sind Menschen pervers? Nein.
Das nicht. Aber im NS-Bereich zum Beispiel, da gibt es dann natürlich, warum sie
das mögen. Klar gibt es da Antworten drauf.
Sebastian
Okay, warum mögen Menschen NS?
Tessa
Ja, Ja, weil es warm ist, weil es prickelt, weil es manche des Tabubruchs wegen,
also es gibt verschiedene, genau wie im BDSM, verschiedene Beweggründe, aber das
waren so die Antworten, die ich bekommen habe. Das warme, prickelnde Gefühl auf
der Haut war eins davon.
Kann ich nicht nachvollziehen, das ist einfach nicht meine Welt, aber ich kann
nachvollziehen, dass andere das so sehen zum Beispiel.
Sebastian
Ja gut, aber dass man diese Toleranz hat und sagt, okay, du hast deine
Beweggründe, etwas gut zu finden, dann hab Spaß damit, das ist ja immer erstmal
schön, ne?
Tessa
War das verständlich?
Ja. Ja, und das war so, ja, ich habe, und das habe ich mit ganz vielen
sexuellen Bereichen gemacht vor der Zeit und habe eben versucht, in den Gruppen
aktiv zu sein und mich damit auseinanderzusetzen. Und so bin ich beim BDSM
hängen geblieben.
Sebastian
Okay, und jetzt aber, jetzt könntest du nicht mehr ohne.
Tessa
Nee, jetzt nicht mehr. Also ich habe es dann eine Weile gemacht, weiß ich nicht,
ein, zwei Jahre circa. Und dann, ja, gab es eine böse Trennung. Und wie es halt
manchmal so läuft im Leben. Dann habe ich meinen jetzigen Mann kennengelernt. Da
war das am Anfang ganz, ganz, ganz cooles Thema und dann irgendwie nicht mehr.
Dann war es weg.
Sebastian
Oh.
Tessa
Und dann kamen die Kinder und ja, dann kam ja auch meine Therapie. Also es gibt
halt bei mir auch noch einen Hintergrund, einen Borderline-Hintergrund und so.
Wir könnten eine ganze Sendung füllen, deswegen lassen wir es raus jetzt gerade.
Sebastian
wir ja machen, aber ich glaube, heute bleiben wir so thematisch ein bisschen eng
begrenzt.
Tessa
Genau, weil das die Zeit nicht... Und ja, es gab halt so ein paar Gründe, warum
wir nicht gespielt haben. Aber es hat gefehlt immer. Also nie so richtig
bewusst, aber es hat immer gefehlt. Es war ähnlich, wie Tanja Russ es gerade
gesagt hat. Man merkt einfach, es fehlt was. Ich habe auch immer mehr und mehr
Dominanz eingefordert. Und ja, ich finde, da trifft das Vanilleeis wieder ganz
gut. Das ist okay, das kann man tun, das ist ganz lecker, aber halt
nichts Besonderes. Und ja, da hat immer so der Kick gefehlt. Ja,
Sebastian
Ja, das ist ja auch diese Einordnung, dass man sagt, das ist eine eine sexuelle
Identität, denn wenn ich es weglasse, geht es mir schlecht. Und zwar auch
körperlich und seelisch schlecht.
Tessa
das würde ich jetzt so nicht, so krass würde ich es jetzt nicht sagen bei mir,
aber es fehlte immer irgendwas. In dieser ganzen Beziehung fehlte irgendwie was.
Ja,
heute wissen wir was.
Sebastian
Jetzt haben wir einen Vor- und einen Nachteil. Wir haben ein Vorgespräch
geführt, hatten wir sogar einen Aufnahmetermin schon geplant. Ich glaube, so
weit waren wir noch nicht gekommen.
Tessa
Nee, so weit waren wir nicht gekommen, genau, weil das so ein bisschen
schwierig war, ja.
Sebastian
genau. Da steht auch was drauf, dass
ich sage mal nur
der Hobby-Tischler
Tessa
Der Hobby-Tischler, ja.
Ich wusste nicht, ob wir Werbung machen dürfen.
Sebastian
nein,
Tessa
Deswegen habe ich es jetzt raus.
Sebastian
Nein, also sagen wir mal so, da ist jemand im Haus, der baut Dinge für böse
Menschen,
Tessa
Ja, genau, der baut Möbel.
Sebastian
wie mich, und da wir werden, wenn wir diese Sendung endlich aufnehmen, und das
wird uns ja wohl irgendwann gelingen, wenn wir, es lockert sich ja gerade alles
wieder, das Dumme ist nur irgendwie meine, die möglichen Sendungstermine, ich
glaube, ich müsste mal drei Monate Urlaub nehmen und jeden Tag rumfahren.
Tessa
Ja.
Sebastian
Das wird, sobald das wieder alles offen ist, werde ich anfangen und dann geht
das Planen los und dann muss ich einfach mal gucken, nach welchem Modus ich das
mache und ich habe das Gefühl, das wird eine fürchterliche Ungerechtigkeit für
die zwei Drittel der Menschen, die ich nicht als erstes anrufe, aber ich glaube,
ich telefoniere die Menschen dann einfach ab und gucke einfach mal, wer sagt,
jo, passt, hab Zeit
Tessa
Ja, das
Sebastian
und dann gucken wir, was da rumkommt, also da graust es mir ehrlich gesagt noch
vor und dann kann ich ja verstehen, wenn jemand sagt, ne, dann habe ich keine
Lust mehr,
aber so die, das ist theoretisch,
Tessa
Naja, man weiß aber ja auch, dass das viele sind und dass man die Termine auch
irgendwie koordinieren muss. Das ist ja...
Sebastian
es tut mir so ein bisschen leid, weil ich habe das eigentlich immer so, ich habe
das so schön gemacht, dass ich nur maximal, ich sag mal, so viele Vorgespräche gemacht
habe, so etwa ein Viertel mehr, als ich tatsächlich dann auch an Folgen
aufnehmen kann, dass das so ein bisschen dann auch funktioniert und das ist halt
in den letzten Wochen wirklich aus dem Ruder gelaufen, muss ich ehrlich sagen.
Tessa
Ja, und dann kam Corona.
Sebastian
danke. Ja, das ist, naja.
Tessa
Ja, und jetzt nichts funktioniert mehr.
Sebastian
Aber so ist das eben.
Tessa
Ja, naja.
Sebastian
Wir machen das so, wir unterhalten uns dann nochmal sehr, sehr lang und sehr
ausführlich mit euch beiden, nämlich unterhalte ich mich und dann gehen wir auf
alle Themen nochmal ganz kurz ein, weil ich gucke so ein bisschen auf die Uhr
und die sagt mir, ich will ja hier noch von der Tanja auch nochmal 10 Minuten
was einspielen.
Tessa
Ja.
Ja,
du wirst ja noch was vorlesen.
Sebastian
ja, wenn ich das jetzt live machen würde, ganz ehrlich, oh Gott, ja, ich, also
Tessa
Ah, das wäre aber auch mal was. Also die Hörer würden das auf jeden Fall
begrüßen, behaupte ich jetzt mal so.
Sebastian
da brauche ich noch irgendwelche, bevor
Tessa
Der Chat kann sich ja mal dazu äußern. Ich denke, die Hörer würden das auch live
begrüßen.
Sebastian
der Tag kommt, dass ich das mache, muss mein Hausarzt mir einen verdammt guten
Cocktail mischen, dass mir alles gleichgültig ist in dem Bereich. Weil ich
tatsächlich,
Tessa
Das wäre dann der Auftrag an die Podcastsubbie.
Sebastian
ja, genau, die rührt mir dann was zusammen. Nein, die versorgt mich mit tollen
Getränken.
Tessa
Genau, die müsste den Kopf heben.
Sebastian
Aber nein,
also ich muss ganz ehrlich gestehen, so Vorlesen ist nie mein Ding gewesen. Aber
durch die Kinder hat man irgendwann angefangen, diese Kinderbücher vorzulesen.
Denkt man, oh, jetzt kann ich es ja mit dem Lesen. Aber man lernt dann eben
auch, dass das was anderes ist.
Tessa
Das ist nochmal was anderes, ja, das glaube ich auch.
Sebastian
Ich glaube, es
Tessa
glaube, ich kenne die Szene sogar. Ich bin mal gespannt, ob es die ist, wo ich
denke,
Sebastian
fängt an, dass er sein Auto vor der Tür parkt.
Tessa
was du gleich liest.
ja, und irgendwie im Treppenhaus und so, ich glaube, ich kenne die Szene.
Sebastian
Wir wollen ja nicht spoilern, ne? Auf jeden Fall, ne?
Tessa
Ja, genau.
Sebastian
Ah, sehr gut. Also das Buch ist schon mal bekannt. Sehr gut.
Tessa
Ja.
Sebastian
Dann würde ich mich jetzt tatsächlich fürs Erste von dir verabschieden. In der
Losbox seid ihr jetzt drin, ihr beiden. Vielleicht ruft dein Mann ja auch
nochmal an.
Tessa
Also Ziel ist erreicht. Der traut sich nicht.
Sebastian
traut sich nicht. Ach komm, er hat mich eingeladen zum Aufnehmen vorbeizukommen,
dann ist das hier
Tessa
Also er kann ja gar nicht hören. Stimmt, er kann dich ja nicht hören. Er hört ja
nur, was ich sage.
Aber er hat gerade moniert,
Sebastian
Jetzt
wollen wir ihn nicht ärgern.
Tessa
Dass er ja gar nicht weiß, worüber wir reden. Nein. Hätte er selber anrufen
können.
Ja.
Ja, schicke ich rüber.
Juhu. Gut, dann schönen Abend. Ja.
Sebastian
Tschüss.
Tessa
Tschüss. Tschüss. Am
Anruferin 4: Mila
Sebastian
So, jetzt keine weitere Musik, denn ich habe jetzt doch noch mal jemanden mit in
der Leitung, weil ich nämlich der lieben Mila eben gesagt habe, hier, ich rufe
dich gleich noch mal zurück. Und dann kam ein neuer Anruf rein und hin und her
und sowieso. Und das wäre jetzt ein bisschen unfair, ihr zu sagen, ich rufe
zurück, und dann kommt sie gar nicht mehr zum Zug. Also, hallo, Mila.
So, wir haben dich schon mal gehört.
Am Dienstag.
Mila
Dienstag.
Sebastian
Und du rufst eigentlich nur an, weil du in die Losbox rein möchtest, ne?
Mila
Ja, weil, ja.
Sebastian
Ja. So, aber so einfach kommst du mir natürlich nicht davon. Erstmal frage ich,
was darf es denn sein?
Mila
Dachte ich mir schon.
Diese Nippeldinger.
Sebastian
Die Nippeldinger. Schreibe ich auf. Dreimal Nippeldinger, ja. Gut.
Mila
Genau, ja.
Sebastian
So, ich mag nochmal erwähnen, Tessa hat eben gefragt, was ist denn das für ein
Seil? Dann haben wir das recherchiert. Gerade ist es übrigens vier Seile à 3
Meter mit 8 Millimeter Durchmesser. Produktinformation zu Ende. So.
Jetzt warst du Dienstag dabei. Gab es irgendwelches Feedback oder hast du mit
irgendwem drüber gesprochen oder was ist passiert seit Dienstag? Es waren ja nur
drei Tage.
Mila
aber in diesen drei Tagen ist mein Gehirn so auf Hochtouren gefahren. Es war der
Wahnsinn. Ich bin in diese Telegram-Gruppe abends noch reingegangen. Ich habe in
dieser Nacht eine halbe Stunde geschlafen, weil ich das alles verarbeiten
musste.
Es war krank. Also wirklich, es war echt krass. Ich saß da und habe fast
geheult, weil ich so überfordert war. Mit dieser ganzen Informationsschlacht,
die dann auf mich eingeprasselt ist. Und am Mittwoch war ich gleich auf meinem
ersten Online-Stammtisch. Danke dafür.
Und dann war es sowieso rum. Also seitdem vollkommen Überforderung.
Sebastian
Okay.
Mila
Es
Sebastian
Ich muss mal ganz kurz fragen, ich kriege hier gerade die Info, da ist irgendein
Echo im Ton, das kommt aber glaube ich nicht von dir.
Ich kann es gerade nicht orten. Sekunde, ich muss mal ganz kurz rückfragen, was
los ist. Okay, lässt sich jetzt nicht so schnell rauskriegen. Wenn der Chat sich
jetzt hier nicht fürchterlich beschwert, dass alles völlig verechot ist, die
Aufnahme scheint in Ordnung zu sein, dann klappt das schon. Okay, du hast deinen
ersten Online-Stammtisch gemacht. Und?
Was passiert da?
Mila
war der Hammer. Es war unglaublich tolle Meinungen, tolle Einsichten.
Ganz viel, ja, das geht nicht, was du, also nicht, das geht nicht. Aber so, da
liegst du nicht so ganz richtig und die Ansicht ist nicht so ganz richtig, denn
es ist so und so. Und zum Beispiel typisch, ich habe immer dieses Wort gesagt,
die typische Sub. Irgendwann sagte jemand, sag das doch nicht immer.
Sebastian
Die typische Sub.
Mila
Die gibt es gar nicht.
Und dann habe ich darüber nachgedacht und das war also Wahnsinn. Es waren so
viele Sachen und so viele Eindrücke da. Auch von männlichen Subis, mit denen man
reden konnte, war echt krass, war echt Hammer. Und
Sebastian
Okay, ja, ich sag mal, das hab ich manchmal auch das Gefühl, man wird so ein
bisschen, man kommt in die Szene und dann hat man so ein paar, man hat sich was
angelesen, man hat sich Dinge überlegt und dann prasselt alles auf einen ein und
man kriegt quasi einmal so eine Gehirnwäsche und kriegt einfach gesagt, so, pass
mal auf, vergiss alles, was du gelernt hast, ist es ja doch alles nochmal ganz
anders.
Mila
das ist echt Hammerkrass. Also es ist super cool, aber auch sehr, sehr krass und
ziemlich viel Aufarbeitung.
Sebastian
Okay, ja, aber offenbar macht der Prozess dir ja Spaß. Spaß.
Mila
Auf jeden Fall. Also ich bin nur noch am Telefonieren mit meinen Freunden, um da
irgendwie das loszuwerden. Ich schreibe ganz viele Sachen auf. Ich bin so ein
Mensch, ich muss alles aufs Blatt bringen, damit es aus meinem Kopf rausgeht.
Sebastian
Okay, ja.
Mila
Und ganz viele Eindrücke. Ja, auf
Sebastian
Ja, aber dann genieß doch die Zeit einfach, auch dass du dich austauschen
kannst. Das ist ja auch immer ganz wichtig.
Mila
jeden Fall. Auf
Sebastian
So ein paar Menschen, die hören den Podcast und die können sich so gar nicht
austauschen und da versuche ich auch mal so ein bisschen zu vermitteln, dass sie
eben nicht alleine sind. Und es gibt ganz viele Menschen, sie müssen sich nur so
ein bisschen trauen und ein bisschen suchen, dass sie eine Community finden. Es
gibt eigentlich, glaube ich, für jeden auch die richtige Community.
Aber damit einsam zu Hause zu sitzen und das ist natürlich schwer. Und wenn man
dann noch den Podcast hört, dann würde ich ja schlechte Laune kriegen, ehrlich
gesagt, wenn ich das dann alles so mit mir selbst ausmachen muss.
Deshalb, ich finde es immer toll, wenn die Szene füreinander da ist. Das finde
ich einfach toll.
Mila
jeden Fall. Und jetzt kann ich es noch weniger erwarten, auf den SMJG-Stammtisch
zu gehen, wenn er wieder auf ist. Da muss ich zwar eine Stunde fahren, aber es
ist mir egal.
Sebastian
Ja, dann fährst du halt eine Stunde, dann ist das eben so.
Mila
Richtig.
Sebastian
Alles klar.
Mila
Genau.
Sebastian
So, wir haben zwar Freitagabend. Also die Sendung wird tatsächlich erst im
frühestens 20 Minuten wirklich zu Ende sein. Bevor das aber niemand mehr hört,
will ich sagen, du bist in der Losbox drin, einen Musikwunsch hast du auch noch
frei, den schickst du mir einfach kurz per Mail, such dir was Schönes aus.
Mila
Lied von letzter Woche dann einspielen, dass es dann nicht lief. Also glaube ich
zumindest, also vom Dienstag.
Sebastian
Das klären wir noch.
Mila
Da muss ich nichts ändern.
Sebastian
Habe ich das nicht gespielt?
Mila
Genau.
Sebastian
Gar nicht?
Mila
Nee.
Sebastian
Da war irgendwas.
Mila
Nee, nicht, dass ich wüsste.
Sebastian
Dann wird das nachgeholt.
Mila
Da kam, glaube ich, ein Anruf rein, glaube ich.
Sebastian
Ah, und ich dachte, ich hätte es dann hinterher gespielt. Irgendwas war da
Mila
Ich habe es noch nicht gehört, ich weiß es nicht.
Sebastian
Gut.
Mila
Kann auch sein, vielleicht.
Sebastian
Wir kriegen das raus. Kein Problem.
Mila
Genau.
Sebastian
Okay. Lied von letzter Woche. Gut. Kriegen wir doch
hin. So. Okay. Ich wünsche dir einen schönen Abend. Mach's gut und danke, dass
du angerufen hast und noch geduldig auf den Rückruf gewartet hast. Super.
Mila
Danke von dir.
Sebastian
Okay. Dann mach's gut. Tschüss.
Das war jetzt aber auch versprochen und ehrlich der letzte Anrufer.
hier rebellieren hier im Chat schon, sie wollen endlich ihre
Verabschiedung
Gute-Nacht-Geschichte haben.
Ist immer schön, wenn man so ein bisschen was zum Teasen hat. So, dann werde ich
jetzt hier mal meine Liste noch mal kurz abarbeiten. Was haben wir denn?
Unterstützer gab es diesmal noch keine diese Woche.
Ein Ausblick auf Dienstag. Nächste Sendung gibt es am Dienstag, den, ich glaube,
ist der 19. Der ist es, der 19. um 20.30 Uhr. Und da geht es unter anderem um
Glaube und BDSM. Da habe ich einen ganz tollen Gast, der da erzählen wird, da
freue ich mich schon richtig drauf
und jetzt habe ich noch so eine kleine Geschichte von nebenbei, denn wir haben
ja hier kein CSD in Hannover dieses Jahr, aber die machen so eine Art
Online-Event und dann wurde ich gefragt, ob ich nicht ja, die BDSMer in Hannover
wurden gefragt, ob sie vielleicht so einen kleinen Videogruß beisteuern würden,
wo man dann in die Kamera sagt, BDSM ist Punkt, Punkt, Punkt und dann sagt man
da irgendwas ist Lebenslust, ist ist Freude, ist dies, ist das, ist jenes und
natürlich habe ich und das Podcastsubbie haben auch ein kleines Video
beigesteuert. Da hört man sogar das Podcastsubbie und ich werde mal gucken, dass
ich das morgen, übermorgen irgendwie mal bei Twitter oder Instagram mit
reinpacke. Das heißt, ein Video mit mir und dem Podcastsubbie, wo wir beide
reden. Lasst euch überraschen. Es geht nur 13 Sekunden, aber ich finde, sowas
kann man ruhig teilen und das ist auch in Ordnung.
Mal gucken, ob ich gleich hier Ärger kriegt dafür.
So. Und jetzt, jetzt gucken wir mal, ob ich das eingespielt kriege. Ich schaue
mal, ob das mit dem Soundboard klappt, denn ich habe noch nie so eine lange
Datei eingespielt. Das geht jetzt 9 Minuten 56. Und ja, ich verabschiede mich
schon mal von euch. Wünsche euch einen wunderschönen Abend. Wir hören uns am
Dienstag. Da machen wir auch mit der Losbox und allem Pipapo weiter. Und ja,
freue mich einfach, dass ihr alle den Podcast so treu hört, dass ihr das weiter
sagt und dass ihr ihr einfach dabei seid, dass der Chat mich so toll unterstützt
und, ach, danke schön. Das macht immer noch und immer wieder richtig toll Spaß
und dann mache ich sogar so einen Quatsch und sage hier, ich lese was ein und
haue es raus und, ja, los geht's. Jetzt nicht wundern, dass die Stimme anders
ist, es kommt aus der Konserve. Schönen Abend euch. Tschüss.
Brombeerfesseln, ein BDSM Liebesroman. Erschienen im November 2016.
Brombeerfesseln - Auszug Kapitel 11
Autorin Tanja Russ, im Schwarze Zeilen Verlag.
Montagabend parkte Lukas seinen Wagen vor Leas Haustür. Er nahm seine
Sporttasche vom Beifahrersitz, in der sich einige Hilfsmittel befanden. Die
wollte er in der nächsten halben Stunde zum Einsatz bringen. Er war sicher, sie
würde überrascht sein. Dass es ihr gefallen würde, glaubte er eher nicht, aber
er war gespannt auf ihre Reaktion. Würde sie sich ihm unterwerfen, tun, was er
verlangte, oder würde sie einen Ausweg suchen und seinen Plänen entkommen?
Adrenalin schoss durch seine Adern und ließ ihn die drei Stockwerke zu ihrer
Wohnung ohne jegliche Anstrengung zurücklegen. Er grinste in sich hinein, als er
den Wohnungsschlüssel im Schloss stecken sah. Wie vereinbart. Er zückte dennoch
sein Handy und schrieb ihr eine SMS.
Lea, was soll das? Deine Tür ist zu, ich komme nicht rein. Er musste nicht lange
warten, kaum eine Minute später kam die Antwort.
Schlüssel steckt. Er schrieb wieder zurück. Willst du mich vor der Tür
stehen lassen? Mach auf, sonst gehe ich wieder. In Gedanken begann er zu zählen.
Bei zehn öffnete sich die Tür einen Spalt weit. Eine fast nackte Frau, nichts
weiter am Körper als Nylons, High Heels, Hand- und Fußmanschetten und sein
Halsband. Da bist du ja endlich Baby. Du siehst so heiß aus.
Er wusste, dass seine Stimme ihr eine Gänsehaut in die Wirbelsäule jagen
würde. Er zog sie fest in seine Arme, überfiel sie mit einem hungrigen Kuss,
erraubte ihr den Atem, bis sie nichts mehr um sich herum wahrnahm, außer ihn.
Dann zog er sie ins Treppenhaus, schloss die Tür und nahm den Schlüssel an sich,
drängte sie mit seinem Körper gegen die Wand. Erst als der Rauputz unangenehm
an ihrer Haut kratzte, kam sie zur Besinnung. Lukas, was machst du da? fragte
sie bang, als ihr klar wurde, wo sie sich jetzt befanden.
Er genoss ihre Beklommenheit und lächelte sie sie unschuldig an. Nimm die Arme
runter. Lukas, nein, meine Nachbarn, sie werden uns sehen. Ihre Stimme war nur
noch ein panisches Zischen. Nicht, wenn du dich jetzt ruhig verhältst und keinen
Mucks von dir gibst. Du musst lernen, dich unter Kontrolle zu halten. Arme eng
an den Körper. Seine Stimme war nicht mehr als ein Hauch an ihrem Ohr,
doch trotzdem lag sämtliche Autorität in seinem Befehl. Ein zufriedenes Lächeln
zupfte an seinen Mundwinkeln, als sie seiner Anordnung tatsächlich nachkam. Das
Gefühl der Macht, das er über diese Frau besaß, pulsierte in ihm. Er fühlte sich
wunderbar lebendig. Diese Mischung aus Panik und Ergebenheit in ihren Augen, das
machte ihn geil. Das war der Kick, den er brauchte. Er öffnete seine Sporttasche
und nahm ein Hanfseil heraus. Er legte es ihr um die Taille, schlang es fest um
ihren Leib und ihre Unterarme und verknotete es schließlich sorgfältig. Nicht
unbedingt sehr einfallsreich, aber effektiv. Er nahm auch noch den Gummiball aus
der Tasche und flüsterte sanft. Mund auf. Mit weit aufgerissenen Augen
schüttelte Lea stumm den Kopf. Er wartete und sah sie ruhig mit seinem eiskalten
Blick an. Sie wich seinen Blick aus, ihr Körper zitterte und zögerlich öffnete
sie ihren Mund. Zärtlich drückte er den Ball hinein, küsste ihre
Mundwinkel und schloss das Band hinter ihrem Kopf. Er küsste die empfindliche
Stelle hinter ihrem Ohr, leckte mit der Zunge über ihren Hals und sie
erschauderte.
Spreiz deine Beine und sie gehorchte dem Befehl ohne zu zögern. So ist es gut.
Wenn du die Beine auch nur ein Zentimeter ohne Erlaubnis bewegst, werde ich dich
hart bestrafen. Ich rate dir, lass es nicht so weit kommen. Er küsste ihr
Schlüsselbein bahnte sich einen Weg zwischen ihren Brüsten und zwickte mit den
Zähnen sachte in die zarte Haut. Seine Lippen fanden ihren Nippel, an dem er
abwechselnd fest saugte und sanft leckte. Ihre Atmung beschleunigte sich und er
verlor sich in ihrem Geruch und ihrem Geschmack. Doch ein Teil von ihm blieb
wachsam. Er vergaß nicht, wo sie sich befanden, lauschte aufmerksam nach
Geräuschen im Haus. Falls nötig, würde er sie vor fremden Blicken schützen und
sie in die Sicherheit ihrer Wohnung bringen. Ihr Körper, diese Wachsamkeit,
alles vereinte sich für ihn zu einem Rausch. Er kontrollierte diese Frau und die
Umgebung. Er war Herr der Lage. Im Treppenhaus war es so dunkel, dass er gerade
noch die sanften Kurven und die schönen Gesichtszüge seiner Sklavin erkennen
konnte. Sie hatte die Augen geschlossen, sich der Situation ergeben und doch
sagte ihm ihre Gänsehaut, sie hatte nicht vergessen, wo sie jetzt war. In aller
Ruhe leckte er über ihr Schlüsselbein, ihre Brust, biss einmal kurz, aber kräftig
in ihre Knospe und genoss ihr heftiges Zucken. Er leckte weiter, über ihre
Rippen hin zu ihrem flachen Bauch. Er ging in die Knie und nahm eine der
geschwollenen Lippen sanft zwischen seine Zähne und ließ sie wieder los. Lea
keuchte.
Psst, Selbstkontrolle, sei leise. Seine Zunge drang in ihre nasse Spalte ein und
sie zuckte heftig und machte einen kleinen Ausfallschritt, als er einige
gezielte Schläge auf ihre Perle abfeuerte. Er griff so fest in die Innenseite
ihres Oberschenkels, dass sie ein Wimmern nicht unterdrücken konnte und sie wich
noch einen Schritt zurück. Wieder kniff er zu, schaute sie von unten her streng
an und hielt zwei Finger in die Luft. Sie erbebte. Er sah ihr an, wie viel
Mühe es sie kostete, ruhig stehen zu bleiben. Dennoch, sie riss sich zusammen
und bewegte sich keinen Millimeter. Er küßte die Stelle an ihrem Schenkel, die
er gerade noch so rüde behandelt hatte, und ließ seine Zunge wieder genüsslich
in ihre Weiblichkeit eindringen. Er saugte, er leckte, er küßte
und ihre Beine zitterten.
Er reizte sie immer weiter, stoppte jedoch, denn kommen sollte sie noch nicht.
Da war ein Licht. Im Augenwinkel sah er es unter der Tür der Nachbarn scheinen. Das
war eben noch nicht da. Auch Lea sah es und ihr Körper wurde stocksteif. Sie
hielt den Atem an. Lukas horchte auf die Geräusche aus der Nachbarwohnung und
machte langsam weiter. Schritte waren zu hören. Kamen sie näher zur Wohnungstür?
Lukas hielt jetzt auch inne und wartete. Die Schritte wurden leiser und das
Licht erlosch. Lea löste sich aus ihrer Starre und holte tief Luft. Ihr Zittern
war sofort wieder da. Lukas wusste genau, was er ihr hier antat. Die Angst,
entdeckt zu werden, zur Bewegungsunfähigkeit verdammt, gereizt und von ihm
kontrolliert und kein Ventil, diese Anspannung abzubauen. Das Adrenalin in ihr
staute sich und sie war unfähig zu kommen. Auch wenn seine Zunge sie immer
weiter dazu drängte, so in die Enge getrieben, drohten ihr, die Synapsen einfach
durchzubrennen. Kein Ausweg. Und Lukas suhlte sich in ihrer Hilflosigkeit, ihrer
Gier und er genoss es. Sein Schwanz war so hart, es tat weh, wie er sich gegen
seine Hose drückte. Doch hielt er sich zurück, kostete jede Sekunde aus und
wartete. Etwas in ihm sagte, es ist noch nicht so weit. Das ist noch nicht das
Ende.
Ein Schlüssel. Die Haustür im Erdgeschoss öffnete sich und Lea wurde erneut
steif wie ein Brett. Das Licht im Flur ging an. Lukas stand auf, drängte sie
fester an die Wand, packte ihre Taille fest und überlegte. Sollten sie schnell
nach oben auf den Dachboden flüchten? Stimmen schnitten seine Gedanken ab. Ich
muss noch die Wäsche auf dem Dachboden abnehmen.
Der Dachboden. Vorbei an Lukas und Lea. Er griff Leas Hinterbacken, presste
seinen stahlharten Körper noch mehr gegen sie und hielt sie fest, damit sie ruhig
blieb.
Ach, kannst du das nicht morgen früh erledigen? Ich muss dir unbedingt von
meinem Date gestern erzählen. Ich platze, wenn ich noch länger warten muss. Der
Typ, der war so toll.
Schritte, Stufe für Stufe kamen sie näher. Lukas musste eine Entscheidung
treffen. Du hast recht, ich kann die Wäsche auch morgen früh noch abnehmen. Bin
ja auch schon ganz gespannt, was du zu erzählen hast.
Ein Schlüssel, ein Schloss, eine Tür ging auf und wieder zu. Es wurde
totenstill im Flur. Jetzt hielt Lukas nichts mehr. Hektisch öffnete er seine
Jeans und zog sie hastig herunter. Er packte Leas Taille und hob sie hoch. Ihre
Beine schlangen sich wie von selbst um ihn und im gleichen Moment rammte er
seinen Schwanz in ihr nasses, bebendes Fleisch. Schon nach drei kraftvollen
Stößen erbebte sie, Ihre Muskeln verkrampften sich und er stieß erneut zu.
Einmal, zweimal, dreimal glitt er tief in ihren zuckenden Körper, schloss
seine Augen, bog seinen Hinterkopf in den Nacken und drückte sein Becken fest
gegen sie. Ihre ekstatischen Krämpfe massierten sein Schwert und alles um ihn
herum löste sich auf. Ende
des Auszugs. Wer
mehr lesen möchte, findet den Roman Brombeerfesseln und weitere Bücher und
E-Books der Autorin überall, wo es Bücher gibt.
Outro
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