Unvernunft LIVE v. 15.05. - Literatur-Rope-Bombing

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Sebastian Freitagabend, der 15. Mai, irgendwie sind jetzt fast zwei Monate vergangen, dass es die Unvernunft live gibt. Wer hätte es gedacht? Ich hätte es nicht gedacht, dass das so lange läuft und dann müssen wir doch die Menschen ein bisschen bei der Stange halten. Und ja, ich habe heute zwei Gäste schon mal vorbereitet, über die reden wir dann gleich. Außerdem habe ich das schon in Social Media heute so ein bisschen verkündet. Ich habe endlich meinen Baumwollseil-Überraschungspaket bekommen und ja, es wird was zum Verlosen geben, nämlich drei Dinge. Das werde ich dann über die nächsten, sagen wir mal, zweieinhalb, drei Wochen strecken und alle Anrufer, die hier live in die Sendung reinkommen, die kommen da mit in den Topf rein. Wie das genau funktioniert, erzähle ich dann, wenn es soweit ist. Ja, ansonsten haben wir heute noch einen kleinen Bonus. Ganz am Ende der Sendung versuche ich mich mal als Hörbuchsprecher, darüber reden wir dann auch später, über diesen Versuch, dieses Experiment. Ja, und ich glaube, wir fangen jetzt einfach mal an mit dem ersten Gast und ich begrüße Plumbum, hallo.
Plumbum Moin, moin. Ja,
Sebastian So, es hat geklappt, ich entschuldige mich schon mal vorab, weil ich hatte dir eigentlich für Dienstag zugesagt, dann habe ich die Sendung versehentlich voll geräumt und das tat mir total leid, aber jetzt haben wir es ja geschafft, super.
Plumbum kein Problem, man ist ja flexibel.
Sebastian Ja, das ist wunderbar. Das macht es mir auch so einfach, weil diese ganze Sendungsplanung, das geht manchmal so ein bisschen im Chaos einfach unter. Das ist immer der Wahnsinn. Okay, du bist aus Hamburg, 36 Jahre alt. Ich sage meinem WhatsApp, dass es noch mal aufhört, solche Geräusche zu machen. Wunderbar. Und ja, wer bist du? Erzähl was über dich.
Plumbum Ja, ich bin SMer und das eigentlich quasi schon, solange ich zurückdenken kann. Ich bin ziemlich aktiv in der Hamburger Szene. Ich bezeichne mich selbst als Hedonist. Also ich spiele weder besonders oben noch unten, sondern ich mache einfach das, was mir Spaß macht. Oft ende ich dabei auf der aktiven Seite, aber ich mache eigentlich auch so ziemlich alles, was ich aktiv mache, gerne passiv.
Sebastian Okay, also völlig flexibel. Das heißt, du kannst das gesamte Spektrum ausprobieren. Finde ich gut.
Plumbum Im Idealfall ja.
Sebastian Okay, so, dann immer die Anfängerfrage. Seit wann dabei?
Plumbum Ja, also so ziemlich seit ich volljährig bin in der Szene aktiv und davor halt quasi so im Privaten.
Sebastian Okay, davor im Privaten. Mhm, okay,
Plumbum Naja, das heißt halt in der eigenen Wohnung, wo man halt noch nicht auf Partys und Stammtische durfte. Und da ich ja jetzt halt schon 36 Jahre alt bin, war das quasi auch vor der SMJG.
Sebastian ja, ich überlege gerade, aber, ja, nee, die müsste ziemlich genau dann, als du 18, 19 geworden bist, müsste es die dann gegeben haben. Blödes Timing, ne? Naja, gut. Okay, was ich auch noch sagen kann, darf, soll, ist, du bezeichnest dich als non-binary.
Plumbum Ja,
Sebastian Magst du das einmal ausführen?
Plumbum ich kann mich halt nicht so richtig mit der klassischen männlichen Rolle identifizieren. Ich könnte sagen, ich crossdresse gerne, also ich ziehe gerne Frauenklamotten an, aber im Grunde sind das halt alles meine Klamotten, die ich anziehe und ob das jetzt eben weißer Tennisrock ist oder eine Jeans oder sowas, das sind ja alles meine Klamotten. Also sehe ich mich eigentlich eher so als non-binary, weil ich mich nicht richtig in irgendeine geschlechterrolle einfinden mag über
Sebastian Okay, und zum Glück können wir das inzwischen, kann man das heutzutage auch inzwischen tatsächlich einfach mal vernünftig ausleben, ohne dass das irgendwie einen Zwang dazu gibt. Da hat sich ja in den letzten Jahren tatsächlich ein bisschen was getan. Hast du jetzt gemerkt, dass sich da auch rechtlich was getan hat? Also spürbar für dich?
Plumbum jetzt nicht unbedingt für mich also ich hatte noch nie wirklich probleme damit so akzeptiert zu werden aber das liegt vielleicht auch daran dass ich einfach ein wunderbaren freundeskreis habe ja
Sebastian Ja, und wenn man den hat, dann gibt es da eh, ja, das ist ein Rückhalt, den braucht man. Wenn man den hat, dann wird vieles einfacher, denke ich mal. Okay. Ja, worüber können wir sprechen? Also ich habe hier als erste Notiz stehen, Kleiderschrank, Doppelpunkt, alles. Und dann drei Ausrufezeichen.
Plumbum wie gesagt also ich ziehe gerne an was mir gefällt und das ist grundsätzlich sehr vieles also in der regel habe ich mehr klamotten in meinem kleiderschrank und mehr auswahl als die frauen mit denen ich so zusammen bin als männer sowieso in der regel einfach weil ich ja wirklich so gerne kreuz und quer alles mögliche an klamotten mag und das ist auch ein großes thema für mich als ich in die szene gekommen bin war ich halt so ganz typisch männlich rumheulen das ist für männer ja kaum was schönes zum anziehen gibt und die tollen klamotten haben immer nur die frauen bis sie dann irgendwann das selbstbewusstsein gefasst habe einfach die tollen klamotten für die frauen selbst anzuziehen und das sind halt so Sachen, die mir immer wieder auffallen, dass sehr viele Leute, also Männer oder Leute, die sich halt irgendwie so in diese männliche Rolle einfinden, oft sagen so, ja, es gibt ja nichts zum Anziehen, nichts Vernünftiges für Partys und so. Und dem mag ich immer sehr gerne widersprechen. Es gibt da eben ein paar große Quellen. Einmal eben, wenn einem was an Frauen gefällt, kann man sich halt auch da in den Stil halten. Und dann, wenn man sich mit seiner Geschlechterrolle relativ wohl fühlt, warum nicht einfach in den vielen schwulen Läden einkaufen? Also die Homosexuellen haben auf jeden Fall Geschmack und ich weiß nicht, warum Heterosexuelle sich da nicht so bedienen. Also man muss ja nicht unbedingt schwul sein, um sich gut anzuziehen.
Sebastian Nee, muss man nicht. Auf der anderen Seite, dann hast du so einen Menschen wie mich, der sagt, ach, ich gehe auf eine Party, dann kümmern wir uns darum, dass das Podcastsubbie was Schönes anzuziehen hat und ich habe ja meinen Anzug. Thema erledigt. Wobei, seit einem halben Jahr besitze ich tatsächlich eine richtig coole Krawatte. Immerhin.
Plumbum Immerhin, ja. Ja, aber es ist ja eben so die Frage, will man einfach irgendwie in der Masse untergehen oder möchte man auch mal herausstechen? Also ich habe inzwischen sehr zu schätzen gelernt, dass ich auch Komplimente für meine Klamotten kriege. Und das egal, ob ich jetzt männlich oder weiblich wahrgenommen werde oder komplett geschlechtslos. Also einfach dadurch, dass ich eben das anziehe, was mir gerade gefällt, merken viele Leute schon, dass es halt auch einfach geht. Und ich habe schon öfters gehört, dass ich irgendwie so eine kleine Vorbildrolle da einnehme, eben weil ich eben anziehe, was mir gefällt und dann das auch ausstrahle.
Sebastian das heißt aber auch, du investierst Zeit und Geld da rein und dann wird das auch. Ich glaube, da bin ich immer zu ungeduldig. Ich bin tatsächlich der Typ, der hingeht in den Laden und sagt, hier, die Hose habe ich schon mal gekauft, ich will jetzt genau die gleiche in der gleichen Größe, bitte. Ich weiß, das ist eine fürchterliche Provokation gerade Okay
Plumbum Na ja, ich meine, was so meine Alltagsklamotten angeht, trage ich eigentlich auch immer den gleichen Typ von Hosen. Also da bin ich auch relativ unkreativ. Aber ich nutze halt eben vor allem die Gelegenheit zum Ausgehen immer dann auch dick aufzutragen. Also zum Beispiel mache ich gerne mal so kinky Urlaube mit eben Freunden, die halt auch eben kinky sind. Und dann nehme nehme ich mir dann vor, dass ich halt eine Woche oder so keine normalen Klamotten anziehe, sondern jeden Tag irgendwas anderes Extravagantes. Und das lässt sich auch locker durchziehen.
Sebastian Wenn du jetzt auf Partys gehst Also du sagst, du möchtest herausstechen
Plumbum Ja, es macht auf jeden Fall Spaß. Also vor allem, wenn nicht nur meine Begleitung irgendwie Komplimente für ihr Outfit bekommt, sondern ich genauso. Dann passt man ja auch irgendwie ein bisschen besser zusammen.
Sebastian Ja, aber wäre es nicht dein Wunsch, dass es alle so machen wie du Wobei, dann stichst du ja nicht raus
Plumbum Es würde Partys... Dann steche ich nicht mehr raus, aber dann würden Partys auf jeden Fall bunter werden. Also ich will jetzt nicht alle verdammen, die ich sag mal unkreativ, nur beim Anzug auf eine Party gehen. Wenn man sich darin wohlfühlt, warum nicht? Also letztendlich muss man ja anziehen, worin man sich wohlfühlt und was einem gefällt. Und es gibt auch genügend Leute, die einfach total auf Anzüge stehen. Also denen sei das ja auch gegönnt. Ich will ja keinen Fetisch oder sowas schlechtreden. Genauso wie Uniformen oder sowas ist jetzt nicht unbedingt meins. Aber wem es gefällt, der soll es halt tragen.
Sebastian Okay
Plumbum Das ist eben so die Sache. Ich habe halt gemerkt, es ist relativ schwer, mit einem Anzug irgendwie noch kreativ rauszustechen. Also wenn man jetzt schon eine besondere krawatte hat dann vielleicht wirklich eine richtig gut sitzende hose eine weste vielleicht sogar ein korsett dazu jackett dann kann man auch aus dem anzug einiges machen aber das ist eben erst so der anfang
Sebastian glaube, wir werden uns lieber nicht auf einer Party begegnen Ja, ganz ehrlich Neuer Anzug steht definitiv mal an, aber ich hab mir mir gesagt, Mensch, den nächsten will ich mir maßfertigen lassen und meine Figur verändert sich im Laufe der Jahreszeiten, also kann ich das wohl irgendwie auf lange Sicht vergessen. Ha, wunderbar.
Plumbum wobei ich auch da tipps geben kann es gibt sehr gute Konfektionsschneider für hochzeitsmoden und hochzeitmoden umfassen ja immer auch das ganze Das ganze Spektrum, also vom kleinen Geldbeutel bis zum großen Geldbeutel. Jeder kann ja heiraten. Und da kriegt man auch sehr gut so Maßkonfektionsanzüge, die eben auch sehr, sehr schick aussehen.
Sebastian Naja, genau sowas meine ich, aber wie gesagt, da geht es jetzt immer ein bisschen darum, der muss mir dann im Sommer wie im Winter passen. Aber gut, da bin ich ein bisschen komisch. Ich habe halt das, was mich schmückt, das läuft halt dann neben mir her oder am besten einen halben Schritt hinter mir. Jetzt machst du aber auch BDSM, manchmal oben, manchmal unten. Was tust du denn und was tust du vor allen Dingen nicht?
Plumbum Was ich nicht tue, kann ich glaube ich schnell beantworten. Die Liste ist ziemlich kurz. Ich habe keinen Sex mit Kindern, Tieren und Toten. Ansonsten tue ich wohl so ziemlich alles.
Sebastian ich habe hier irgendwie mir aufgeschrieben, ohne D/s.
Plumbum Ja, ich finde das D/s-Thema immer ein bisschen schwierig. Also grundsätzlich kann man natürlich sich darüber streiten, was ist D/s jetzt eigentlich. Ich finde, es ist eine Sache, die man schwer allgemein definieren kann, weil es immer eine Sache ist, die zwischen den beteiligten Leuten direkt abgeklärt werden muss. Meine Freundin hat mich letztens auch gefragt, ist das jetzt eigentlich D/s, was du machst oder was davon ist D/s? Und ich musste da auch erstmal noch ein bisschen überlegen. Aber ich habe dann für mich den Entschluss gefasst, D/s ist für mich dann in dem Sinne, wenn ich etwas sage und sie es tut und ich da keine Gewalt für brauche.
Sebastian Okay, und du möchtest lieber Gewalt brauchen.
Plumbum Ich spiele schon sehr gerne körperlich. Also dieses körperlich überwältigen, rangeln, raufen und sowas, das macht schon sehr viel Spaß, ja.
Sebastian Okay.
Plumbum Ansonsten ein paar große meiner Vorlieben sind auch Objektifizierung und Device Bondage.
Sebastian Okay, Device Bondage, das ist ein Begriff, den kennt nicht jeder. Magst du ihn erklären?
Plumbum Na klar, das ist im Grunde sowas, wie House of Gord das berühmt gemacht hat. Und zwar baut man sich Gerätschaften, wo man halt Menschen darauf fixieren kann. Sehr praktisch sind also diese Rohrsysteme, wie sie auch im Gerüstbau verwendet werden. Die sind super günstig und kann man sehr einfach bekommen und daraus alle möglichen Arten von Fesselgestellen machen. Also so das klassische Andreaskreuz Kreuz ist halt ein Kreuz, es steht irgendwo an der Wand. Aber wenn du aus dem Andreaskreuz jetzt innerhalb von ein paar Minuten auch einen Pranger machen kannst oder irgendein Bock-mäßiges Ding oder sowas, das ist schon ganz lustig. Nö,
Sebastian Okay, ich kenne die Videos auch und dazu habe ich mal ein paar Fragen. Die erste Frage war nämlich, ich dachte immer, das Zeug muss irgendwie verschweißt oder aufwendig verschraubt werden. Das scheint nicht so zu sein.
Plumbum da reicht eigentlich ein einfacher Sechskantschlüssel. Die Gerüste sind ja auch alle nur verschraubt und es ist immer nur eine Schraube pro Gelenk quasi.
Sebastian Okay, und die zweite Frage, die ich habe, ist bei den Dingern, die sind ja so Auflageflächen. Also ich kenne da die Videos, die Frau hängt da drauf in so halb kniender Position, dann ist da nochmal so eine Stange irgendwie über den Rücken, damit sie ja nicht hochkommt und hier noch was und da noch was.
Plumbum auch
Sebastian Also sagen wir mal so, das ist der Inbegriff des Unbequemen für mich.
Plumbum es geht eigentlich also ein bisschen unbequem soll es ja sein wenn es zu bequem wird wird es ja auch wieder langweilig aber es macht ja irgendwie dann auch den reiz aus ist jetzt vielleicht nicht unbedingt so wintertauglich aber spätestens wenn es insgesamt ein bisschen wärmer wird dann mag man den kalten stahl ja auch am körper haben
Sebastian Okay, und da hast du, ich sage mal, wenn du jetzt irgendwie auf eine Party gehst, hast du ja jetzt nicht eine Reisetasche mit Gerüstbauerzeug dabei.
Plumbum das leider noch nicht aber durchaus mal ich würde es nicht ausschließen also ich habe Ich habe tatsächlich schon mal für private Partys den Kofferraum vollgeladen mit so einem Zeugs und das wirklich durch die Gegend gekarrt.
Sebastian Noch nicht. nicht.
Plumbum Und es kam auch ganz gut an. Also es war ganz lustig und viele wollten das mal ausprobieren. Aber was man so dann dabei hat auf Partys, ist durchaus einfach mal so eine Reisetasche voll mit Ledergurten. Dass du eben irgendwie Tische, Bänke oder sonst irgendwie was nutzen kannst, um da Menschen dran zu fixieren. Ganz einfach ein paar Gurte drum, fertig. Fertig.
Sebastian das ist eine gute Idee, die sind auch relativ leicht. Ich schleppe da immer so einen kleinen Amboss irgendwie in der Tasche mit mir rum. Wir versuchen das immer zu reduzieren inzwischen, dass wir nicht mehr mit diesem Rollkoffer auf eine Party müssen oder so. Hatten wir eh nie, aber so eine Reisetasche und da ist dann alles drin, weil man weiß ja vorher nicht, wonach es einem, wonach einem ist. Und das ist dann immer schon ziemlich gruselig. Was
Plumbum Ja, was ich da auch mal gebracht habe vor einigen Jahren, ist das jetzt schon her, da hatte ich gerade so Kettenbondage sehr für mich entdeckt und dann so wie einfach komplett in Ketten gelegt mit auf die Party genommen. Also die Arme hat da glaube ich 20 Kilo Stahlketten rumgetragen, die ich dann natürlich auf der Party auch dann beliebig nutzen konnte, um sie irgendwie zu fesseln oder andere Menschen damit irgendwie zu bespaßen und sowas.
Sebastian jetzt gerade an so Nobildiskus denkt mit ihrem Metalldetektor.
Plumbum Nee, das
Sebastian Keine Chance.
Plumbum wäre aufgeleuchtet Das
Sebastian Okay, ähm, Jetzt spielst du aber auch mal oben, mal unten. Da muss ich ja, da muss ich immer diese Frage stellen. Ist das für den Abend festgelegt oder gegenüber einer Person oder mach das auch mal Switch und dann baust du noch das Gerüst auf und zehn Minuten später hängst du selber drauf. Das
Plumbum kann durchaus passieren Also ich meine, nicht jeder ist da wirklich gewillt, so viel Hand anzulegen und Mühe und Ideen reinzustecken Also ich baue mir auch oftmals das selbst, woran ich dann selbst gefoltert werde Und gerade auch so in Kombination mit dem Raufen und Überwältigungsspielen und sowas kann es auch einfach mal während des Spielens switchen Also ich hab schon
Sebastian finde ich ist eine schöne Kombination. Da kriegt man quasi, wenn man spielen will, also aktiv, dann kriegt man quasi noch den Spielplatz aufgebaut. Finde ich super. Super. Ich denke gerade so ein bisschen an diese Kindergerüste, die es früher mal gab, als ich noch klein war.
Plumbum warum auch nicht
Sebastian Da stand jetzt in jedem zweiten Garten, dann kennst du jetzt diese Rohrdinger in bunt mit diesen Platten drauf. Ja, so in der Richtung stelle ich mir das gerade vor. Das ist einfach sehr organisch, weil man kann einfach bauen, was man will.
Plumbum so ein bisschen so nur eben in Edelstahl sieht es bei mir im wohnzimmer auch manchmal aus aus
Sebastian Ja, ich muss das Wohnzimmer mal besuchen. Ja, du merkst, ich komme da so ein bisschen immer drauf zurück. Also ich sehe so ein leichtes Gesamtkunstwerk. Da sind die Klamotten, da ist das Switchen, da ist das Zubehör. Das finde ich schon ziemlich cool. Darf ich mal fragen, wie machst du das jetzt im Moment seit acht Wochen? Hockst du ja zu Hause rum.
Plumbum habe anfang des jahres jemand neues kennengelernt und bin dann quasi zur isolationszeit spontan mit ihr zusammengezogen also wir dachten eigentlich erst das wird ja nur irgendwie so zwei drei wochen dauern und kann ja nichts passieren jetzt haben wir uns irgendwie ganz gut dran gewöhnt, also leben wir eigentlich so jetzt zu zweit ganz gut und machen halt das Beste draus.
Sebastian Ja, da kann ich ja nur gratulieren.
Plumbum Ja, danke.
Sebastian Ja, ein
Plumbum Und ansonsten kann man sich ja mit Abstandsspaziergängen mit anderen Leuten noch treffen und sowas. Man hat ja durchaus auch Möglichkeiten, noch irgendwie ein bisschen sozial zu sein.
Sebastian bisschen was geht natürlich, aber ich halte natürlich immer Ausschau nach, nach wann geht sowas wie eine Party wieder oder ein Stammtisch oder irgendwas und ich sehe das einfach nicht. Das macht mich persönlich immer so ein bisschen kirre, weil so lange muss ich ja noch Live-Sendungen machen. Das macht unglaublichen Spaß, aber ich dachte auch am Anfang, ja, das machst du jetzt mal drei Wochen und es wird zum festen Ablauf der Woche, zweimal die Woche sich hier hinzusetzen und zu sagen, ja, das machen wir jetzt, läuft. Wie
Plumbum ich habe auch letztes Jahr ein Rauftreffen ins Leben gerufen, wo ich mich halt so mit Leuten im Park treffe, zum quasi prügeln. Und das wollte ich natürlich dieses Jahr ganz groß weitermachen. Wir haben uns auch schon nach Turnhallen umgesehen und sowas alles, um die feuchte Jahreszeit zu überstehen. Aber das fällt jetzt natürlich auch alles aus.
Sebastian funktioniert denn ein Rauftreffen? Das finde ich gerade sehr spannend. Was tue ich da und was muss ich mitbringen?
Plumbum Ich kann da immer empfehlen, auf mein FetLife-Profil zu gehen. Da habe ich irgendwo auch so einen Text dazu, wo ich so ein bisschen Regeln aufgeschrieben habe, die ich aufgestellt habe. Wir treffen uns halt einfach auf eine Wiese, meistens irgendwie ein öffentlicher Park oder sowas, legen da ein paar Decken hin, machen Picknick und dann fangen wir an, uns zu verhauen. Also im Grunde hauen wir uns nicht wirklich, sondern es ist eigentlich eher so Bodenkampf, was so die Hauptsache ausmacht. Also jeder, der mal wirklich in der Schlägerei war, weiß, dass echte Schlägereien meistens sowieso auf dem Boden enden. Und das ist halt genau das, was wir dann da machen. Ich habe so ein paar Regeln, wie dass halt nur zwei Leute gleichzeitig kämpfen und kein kratzen beißen treten schläge möglichst nur mit der flachen hand und wir haben noch ein paar weitere einschränkungen aber alle diese einschränkungen sind halt mehr so eine Servierempfehlung und nicht wirklich verbindlich weil wenn jetzt zwei leute untereinander sagen so hey ich will jetzt mal mit der Takedowns üben dann können die natürlich auch Takedowns üben also im grunde sind da alle freiheiten die man sich so haben kann sind ja alles erwachsene leute das
Sebastian Ja, ja, aber genau das ist der Punkt. Da sind erwachsene Leute, jetzt ist das aber im Park, sind da auch noch andere erwachsene Leute. Das macht doch Probleme. Oder habt ihr da einen stehen, der, ich sag mal, entweder Schmiere steht oder die Passanten beruhigt?
Plumbum Das ist bisher noch niemandem sauer aufgestoßen. Also wir sind ja in der Regel auch eine größere Gruppe. Keine Ahnung, ich glaube, wir waren jetzt so um die 10, 12 Leute durchaus mal. Und da ja nur zwei zur Zeit quasi kämpfen und die anderen drumherum sitzen, Musik hören, was essen und picknicken und zugucken, hat man eben so diese Sicherheit der Gruppe. Es ist ja auch ähnlich wie beim Bondage-Picnic. Sobald es nicht nur zwei Leute sind, die es machen, sondern eben eine ganze Gruppe, hat man eben diese Sicherheit der Gruppe und die Passanten kümmern sich da gar nicht mehr drum. Also wir haben da auch Familien, die neben uns picknicken und Kinder, die drum herum spielen und alles mögliche. Und es hat jetzt noch keiner irgendwie Bedenken geäußert.
Sebastian Okay. Wow. Hätte ich jetzt gar nicht gedacht, dass das so problemfrei geht. Vielleicht liegt es an Hamburg. Mag ich mir in meiner Stadt hier nicht vorstellen. Hm.
Plumbum Den
Sebastian Wie ist denn da der BDSM-Kontext? Gibt es den da oder ist das davon losgelöst?
Plumbum gibt es durchaus auch. Also einige der Rauftreffen sind auch schon zu Fesseltreffen geworden, weil einfach ein paar Leute dann angefangen haben, Menschen an Bäume zu hängen und sowas. Und dann wurde es halt eben ein Raufen und Fesseln. Und ich fand das auch sehr gut, dass eben insgesamt so mit mit Bondage-Picnic und sowas zu kombinieren. Und ansonsten kann man das natürlich auch so ein bisschen weiter entweder zum Kuscheln oder zum Sexuellen hintreiben, wenn man sich dann nach dem Rauftreffen irgendwo bei jemandem noch in der Wohnung trifft und da dann eben weiter kuschelt, wenn die Sonne untergeht.
Sebastian Okay, aber nicht weiter rauft. Sonst hast du ja irgendwann die Nachbarn, die fragen, was ist los? Nein.
Plumbum Ich habe sehr tolerante Nachbarn und einen großen Sofa.
Sebastian Okay, dann passt das. Ich habe hier einen Begriff stehen, den konnte ich nicht genau einordnen. Rope Bombing.
Plumbum Ja, Rope Bombing ist im Grunde das, was ja schon mit dem Bondage-Picnic so losgeht. Man geht einfach irgendwo hin und befesselt jemanden irgendwo, wo man es sonst so nicht erwarten würde. Also, keine Ahnung, irgendwo in der Innenstadt an der Alster oder sowas hängt plötzlich ein Mensch an der Laterne. Das ist so ähnlich, wie ist denn das andere? Es gab ja noch so mehr, wo Leute irgendwie so in der Öffentlichkeit die Trampen eingehekelt haben oder sowas.
Sebastian ja, wenn die da irgendwas einstricken. Ja, ja, wo dann? Also ich, wie? Ja, das ist so die Weiterentwicklung des Klopapierschoners.
Plumbum Und das Gleiche kann man ja eben auch mit Seilen machen, dass man einfach da, wo es irgendwie ein bisschen unerwartet ist, mal Menschen hinfesselt.
Sebastian Okay, ja. Ja, ihr sollt mal, wenn ich durch die Stadt gehe und würde das sehen, ich fände es natürlich cool, aber das liegt natürlich auch daran, dass ich das so oder so schon gut finde. Was geht denn da und was geht denn da vor allen Dingen nicht?
Plumbum Also was nicht geht, ist natürlich, wenn es jetzt wirklich zu sexuell wird und irgendwie mit Genitalien raus oder Nacktheit oder sowas zu sehr gespielt wird, das sollte man natürlich vermeiden, weil man will ja die Leute auch nicht wirklich irgendwie belästigen. also es war ja kein unbeteiligter irgendwie so eine szene mit reingezogen werden aber auf der anderen seite haben wir bisher eigentlich auch nur gutes feedback bekommen also sowohl eben mit bondage das irgendwie mal leute vorbeikommen fragen so tut das nicht weh und dann sagst du halt tut überhaupt nicht wie fragen sie halt das Bunny was dann da hängt so macht eigentlich nur spaß und ansonsten freuen sich die leute einfach das mal zu sehen und sind interessiert und bisher haben sie höchstens gesagt, dass es halt gut aussieht. Genauso wie wenn man mit Latex in der Öffentlichkeit unterwegs ist.
Sebastian Ja, es ist so ein bisschen, also bei Bondage, wenn es schön gemacht ist, dann kann ich das auch immer noch unter dem Begriff Kunst, ich sag mal, verkaufen, wenn es sein muss. Ich habe hier vom Bratapfel, habe ich hier eine Frage. Übrigens Fragen darf der Chat, den habe ich auch noch gar nicht begrüßt. Lieber Chat hiermit seist du begrüßt, die dürft ihr gerne stellen. Drängt Rope Bombing nicht Unbeteiligten ohne Einvernehmen den eigenen Kink auf? Sag ich mal ja.
Plumbum Ja, das ist immer so ein bisschen ein schwieriges Thema. Einerseits natürlich schon, andererseits, was ist das genau, was man da anderen aufdrängt? Man drängt jemanden auf, dass man halt Cowboy und Indianer spielt als Erwachsene. Finde ich jetzt eigentlich nicht wirklich weiter verwerflich oder schlimm. Also es gibt auch Leute, die stehen auf Turnschuhe oder auf Wollpullis oder sowas. Heißt das jetzt, jeder der Turnschuhe oder Wollpullis trägt, drängt anderen seinen Kink auf? Schwierig.
Sebastian Ja, ich sag mal so, ich hab so ein bisschen drüber nachgedacht und dachte mir, okay, eigentlich jeder, der sich in der Öffentlichkeit irgendwie bewegt, der interagiert auch mit der Öffentlichkeit. Wer mit seinem Hund Gassi geht und der Hund sieht groß und bedrohlich aus und zieht an der Leine und läuft dann irgendwie Leuten vorbei, die gehen auch vielleicht mal einen Schritt zur Seite oder so, ist halt so. Wer mit dem Auto fährt, ganz ehrlich, der stinkt auch seine Nachbarschaft ein. Also ich versuche da nicht das zu verharmlosen, aber einen Vergleich zu ziehen, wer draußen ist, interagiert. So und jetzt ist dann die Frage, wo ist jetzt die Grenze, wo kann ich nicht mehr interagieren oder wo überschreite ich jetzt was. Und da scheint mir, ja das Sexuelle, das ist eine gesellschaftliche Grenze, immer noch, mal gucken, ob die irgendwann nochmal fällt zu sein. Nein, Seile als solche, ich sag mal, solange die eingebondagete Person nicht hilfeschreiend an der Laterne hängt und sagt, die wollen mir hier was antun, glaube ich, sind da keine Probleme. Glaube ich.
Plumbum Es ist ja eher das Gegenteil der Fall. Die Person lächelt und lacht ja höchstens, beziehungsweise es ist in der Regel ja eher eine lustige, spaßige Sache, was man da macht. Und das Sexuelle wird da eigentlich komplett rausgelassen. Also ich meine, man kann natürlich nicht wirklich sagen, ob irgendjemand jetzt feucht wird untenrum oder so. Aber solange man das auch nicht wirklich sieht oder auffällt, sehe ich da kein großes Problem. Im Grunde ist es ja wirklich einfach nur eine Kunstform. Und es gibt ja auch viele Künstler, die andere Formen von Interventionen in der Öffentlichkeit machen. Und ich finde, dass sowas wie Seilbondage eben da auch als Kunstform eigentlich anerkannt gehört. Also ich trete auch gerne auf dem CSD mit auf, mit Seilen und mit anderen Dingen, um es eben einfach vielen Leuten irgendwo ein bisschen nahe bringen zu können.
Sebastian Ich habe da noch gar keine negativen, naserümpfenden Erfahrungen.
Plumbum Bisher, vielleicht soll ich sagen, zum Glück noch nicht. Es gab mal so eine Situation, da waren wir in einer Gruppe in Latex unterwegs in der Stadt und haben halt Fotos gemacht. Und da kamen ein paar Teenager irgendwie in einem Auto vorbeigefahren und haben halt kurz irgendwie was gebrüllt und sind schnell weitergefahren. Aber das war es dann jetzt auch. Ich hatte eher so das Gegenteil, wie gesagt, dass Leute ankommen und neugierig sind und fragen, was das denn ist, was man da macht und ob sie mitmachen können und ob die das nicht auch mal ausprobieren könnten. Dann empfehle ich halt immer den Tüdeltreff. Hallo und dass sie da mal vorbeischauen und das war es dann eigentlich. Jetzt ist es sogar eher das Gegenteil. Ich hatte mal ein Erlebnis, da war ich halt mit meiner damaligen Freundin am Hafen und habe da Fotos gemacht und so in der Ferne sah ich irgendwie eine alte Frau, wahrscheinlich mit ihrer Enkeltochter oder sowas, auf uns zukommen. Und ja, die Enkeltochter vielleicht irgendwie Anfang 20 und die alte Frau bestimmt irgendwie irgendwas jenseits 70. Da dachte ich schon so, oh je, das könnte jetzt kritisch werden, und so meine Freundin komplett in Latex mit Ballet Heels und allem drum und dran und hast du nicht gesehen. Und die Alte kommt quasi auf uns zugestürmt
Sebastian Die alte, ja.
Plumbum und überschüttet uns mit Komplimenten, wie toll das denn aussieht und wie schön das ist und wie sie sich freut, dass sie das mal so sehen kann und meint dann eben auch zu der jungen Dame so, und das würde dir doch auch stehen und mach doch auch mal sowas.
Sebastian ist ja großartig.
Plumbum Doch, genau so. Ja, und ich bin da immer wieder überrascht. Also ich glaube, die Menschen sind eigentlich eigentlich gar nicht so verklemmt, wie man immer befürchtet. Und allgemein ist es ja so, dass man sich immer viel mehr Gedanken darüber macht, was andere über einen denken, als dass andere wirklich was über einen denken.
Sebastian Ja, ich motiviere den Chat nochmal kurz. Wenn ihr was wissen wollt, dann fragt es jetzt. Ihr seid zahlreich, so wenig Fragen kann ich mir gar nicht vorstellen. Ich mag aber auch nochmal sagen, ich habe manchmal so das Gefühl, dass diese Zurückhaltung von BDSM in der Öffentlichkeit, ich bin nicht sicher, ob die hausgemacht ist. Wir denken nur, weil wir unseren Kink kennen, dass wir damit auf Ablehnung stoßen werden und deshalb verstecken wir es besonders gut. anstatt dass wir halt sagen, okay, loten wir doch mal die Grenzen aus, wie weit können wir gehen was können wir machen kann ich meine Fetischklamotten in der Fußgängerzone tragen ja, nein, warum nicht warum geht es also ich weiß immer gar nicht, muss man das wirklich komplett aus der Öffentlichkeit raushalten glaube ich nämlich gar
Plumbum Eben, das ist halt auch mein Gedanke. Und wie gesagt, gerade zum CSD lebe ich das gerne volle Kante öffentlich aus und laufe da eben mit und kläre eben auch am Stand immer wieder auf und sowas. Aber auch insgesamt ist es wahrscheinlich so ein Mix aus. Man versucht natürlich irgendwie Rücksicht zu nehmen und niemanden irgendwie ungefragt seinen Kink aufzudrängen. Aber auf der anderen Seite sind viele Menschen auch gerade eben in Großstädten und hier im Westen eben super tolerant und stören sich da halt wenig dran. Und
Sebastian wie ist denn das, wenn nehmen wir mal an, hast da ein Mädel oder hängst selber an der Laterne Jetzt kommt jemand vorbei und sagt, das belästigt mich jetzt, aber das möchte ich hier nicht sehen, das finde ich nicht gut. Wie würdest du denn da reagieren?
Plumbum das hatte ich so noch nicht. Aber was ich tun würde, wäre wahrscheinlich einfach dann mich entschuldigen und sagen so, ja okay, dann packen wir halt die Sachen zusammen und gehen woanders hin. Also es ist ja eben, wie gesagt, das Ding, wenn sich jemand dadurch gestört fühlt, will ich mich auch nicht aufdrängen.
Sebastian okay. Ja gut, aber das ist ja, wenn man dann sich nicht hinstellt und sagt, ich muss jetzt aber und ich will das aber hier und das ist mein Recht und jetzt gehen sie weiter. Ich glaube, wenn das so eine kooperative Geschichte ist, ja, was sollen die Leute dann auch noch sagen, ne? Lady A mag was wissen. Wo war das mit der Latex-Gruppe?
Plumbum Also ich war da jetzt schon ein paar Mal in Hamburg an verschiedenen Orten, von Jungfernstieg Landungsbrücken über HafenCity, aber eben auch mal in Berlin zum Beispiel.
Sebastian Ja, ich habe das Gefühl, da mancher möchte das auch mal entdecken. Da kann man eigentlich nur die ganze Nacht durch Hamburg spazieren gehen und hoffen, dass einem zufällig mal etwas vor das Auge kommt.
Plumbum ich habe auch schon öfters so um den Hauptbahnhof Richtung Berliner Tor und sowas einfach so Leute in Latexhosen durch die Gegend laufen sehen. Es ist halt einfach so die Gegend. Ich nehme das jetzt natürlich immer als Gelegenheit, dann auch mal Bilder von den Outfits zu machen und die Outfits dann eben auch in der Öffentlichkeit zu zeigen. Aber es gibt auch relativ viele Leute, wenn man halt wirklich mal hinguckt und drauf achtet, die es eben einfach so tragen. Ich glaube nicht, dass die immer alle irgendwie an einem Dienstagabend unterwegs sind, gerade zu einer Party.
Sebastian Ja, wobei Klamotten tragen ist ja immer das eine, in dem und wo man so eine Art Spielinteraktion hat, ist das ja noch mal was anderes. Also, so wie verhauen mit einem Stöckchen, das geht dann zum Beispiel nicht mehr, glaube ich.
Plumbum Aber so wie Verhauen mit einem Stöckchen in der Öffentlichkeit ist das sowieso fragwürdig, weil wie interpretieren das die Leute eben? Also wo es Richtung Gewalt geht und dann am besten noch Gewalt gegen Frauen, sehe ich das dann auch schon wieder ein bisschen kritisch.
Sebastian Ja, achso, umgekehrt geht's.
Plumbum Ist
Sebastian Also wenn Subi mich mit dem Regenschirm verhaut, dann werde ich noch beim Wegrennen aufgehalten, damit ich bloß nicht wegrennen kann.
Plumbum wahrscheinlich sozial akzeptierter. Aber auch nochmal, was es mit dem Latex tragen in der Öffentlichkeit angeht. Ich hatte auch ursprünglich mal geplant, dieses Jahr ein Latex-Picnic zu machen, quasi analog zum Bondage-Picnic, wo dann eben eingeladen sind, möglichst viele Leute, die eben dann ihre Latex-Klamotten mal in der Öffentlichkeit tragen. Also vielleicht auch so ein bisschen in Richtung Latex-Flash-Mob.
Sebastian das finde ich cool.
Plumbum Eben einfach wieder auch aus dem Gedanken heraus, dass man in einer Gruppe natürlich sehr viele Dinge machen kann, die man alleine oder zu zweit nicht kann. Einfach weil die Gruppe immer die Sicherheit gibt.
Sebastian Das ist jetzt in dem ganzen BDSM-Szene-Bereich ein bisschen schwierig, aber ich bin ja immer der Meinung, sobald man irgendwen hat, der eine möglichst große, prominente Kamera auf irgendetwas draufhält, dann wird die Umgebung es legalisieren, weil, ach, die machen da was für einen Film. Das sind ja die Studenten mit dem Filmprojekt. Das kann man im Bereich BDSM immer so schlecht machen, finde ich.
Plumbum Ja, funktioniert auch sehr gut. Wir haben tatsächlich auch mal eine Aktion gemacht auf dem Hamburger Dom, also großes Volksfest, wo wir eben dann mit Gasmasken und schwarzen Klamotten durch die Gegend gelaufen sind. Hatten eine Kamera dabei und sogar extra vorher eine Drehgenehmigung der Stadt organisiert, hat sich keiner für interessiert. Wir haben höchstens irgendwie so ein paar Zurufe bekommen mit irgendwie coole Outfits und ihr seid ja gut gekleidet. Aber niemand wollte die Drehgenehmigung sehen, nicht mal die Leute von den verschiedenen Dombuden oder Ständen. Alle fanden es eigentlich nur cool.
Sebastian Okay. Kriegt man so eine Drehgenehmigung einfach so?
Plumbum Ja, tatsächlich schon. Also es gibt da bestimmte Stellen bei den Städten, die man anschreiben kann, um eben so eine Drehgenehmigung zu kriegen. Man füllt ein Formular aus, wer man ist, was man macht und wo man es macht und welchen Zeitraum. Die sagen dann, dann, jo, okay, und dann geht's ab.
Sebastian Okay, also das kann man mal als kleine Rückversicherung kann man das immer mal brauchen. Gerade wenn ich irgendeine Rape-Game plane und jemand in den Kofferraum packen will, ist das vielleicht gar nicht so blöd, das zu haben und vorher mal der Polizei zu sagen, dass da was gemacht wird und die Passanten, die jetzt anrufen, können ignoriert werden.
Plumbum Ja, soweit hab ich's noch nicht getrieben. Wär ich gespannt, was die Polizei dazu sagst, wenn du da anrufst, aber wär vielleicht nicht die schlechteste Idee, bevor man dann eben verhaftet wird oder das Sondereinsatzkommando vor der Tür steht.
Sebastian Sagen wir mal so, wenn das irgendwer mal probiert hat und durchexerziert hat, möge er mal Bescheid sagen, was da passiert oder nicht passiert. Ich bin da auf die Geschichte sehr gespannt. So, ich gucke mal. Ich gucke A auf die Uhr. Oh Gott, schon wieder. Ich gucke immer auf die Uhr und es ist immer grausam. Es gibt so ein paar Sachen, wurden noch geschrieben hier, M und A oder A und M, das hat hier komisch kopiert. M und A ist es. Ob du einen Instagram-Account hast, da möchte jemand Bilder sehen von dir. Hast du einen? Nein. Ja,
Plumbum Ja, ich hab einen Instagram-Account, aber ich vernachlässige den so total. Viel mehr sieht man von mir auf FetLife. Aber auch das habe ich in letzter Zeit so gut wie gar nicht gepflegt. Ich gebe mir Mühe, dass da demnächst mal wieder ein bisschen mehr kommt.
Sebastian wenn du magst, kannst du Nicknamen natürlich gerne sagen, wenn du das magst, dann kann dich da jeder jetzt suchen.
Plumbum Ja, Plumbum.
Sebastian So einfach.
Plumbum Auf Instagram müsste es Jens Plumbum sein, glaube ich. Aber wie gesagt, das meiste gibt es auf FetLife zu sehen.
Sebastian Okay. So, jetzt pass auf, jetzt wird gleich der Chat plötzlich leer und ruhig, weil sie alle bei FetLife irgendwie rumsuchen.
Plumbum Gerne.
Sebastian Warum geht es bei den Aktionen, möchte Kätzchen gern wissen. Also geht es um Exhibitionismus oder warum wählt ihr die Öffentlichkeit als Ort?
Plumbum Exhibitionismus würde ich jetzt so gar nicht mal primär sagen. Wir ziehen da jetzt nicht unbedingt irgendwie was Sexuelles draus, dass wir in der Öffentlichkeit sind. Es ist mir einfach so ein Nervenkitzel, spielen mit der Neugier und irgendwo ja auch das Ganze normaler zu machen. Also ich mag die Sachen, die ich mag, auch gerne so ein bisschen aus dieser Schmuddelecke und dem Verborgenen rausziehen und dass es irgendwie verboten ist. einfach, weil natürlich auch je mehr Leute sich dafür interessieren, desto mehr Angebot gibt's auch. Also es ist quasi so ein bisschen Werbung in eigener Sache. Je mehr Leute irgendwie ein Latex-Fetisch für sich entdecken, desto eher kommt vielleicht mal bei H&M geile Catsuits ins Geschäft.
Sebastian Okay. Du hast jetzt nicht nebenbei noch einen Latexladen und gewinnst auf die Art Kunden. Wäre ja clever.
Plumbum Nee, noch nicht. Ich hab ein paar Freunde, die da in dem Bereich aktiv sind, aber für die hab ich jetzt noch keine Werbung gemacht.
Sebastian Ja, da Freunde zu haben, das hilft vielleicht auch ein bisschen bei den Kosten. Ja, ist nicht ganz billig das Zeug, aber gut, ist halt dann geil, wenn es auf der Haut ist.
Plumbum absolut.
Sebastian Darf ich mal eine ganz doofe Frage stellen? Ich habe noch nie selber Latex getragen.
Plumbum Na klar.
Sebastian Nun ist es ja nun mal so, dass ich als Kerl nun mal Haare am Körper habe, mehr oder minder viel. Müssen die vorher ab?
Plumbum Nein, die Haare können dranbleiben und ich bevorzuge es mit Silikonöl. Man kann auch Babypuder nehmen, beziehungsweise Talkumpuder. Man benutzt halt irgendwie eine Art von Gleitmittel zwischen seiner Haut und dem Gummi. Also vorher ölst du dich halt ordentlich ein und da stören die Haare dann auch gar nicht.
Sebastian Moment, aber das heißt, das Zeug einfach anziehen, so à la Supergirl oder Superman mal zack und das Zeug überziehen, irgendwo in der dunklen Ecke geht nicht. Das erfordert ein bisschen Vorbereitung. Das heißt, du kannst ja, wenn du sagst, wir gehen da mal in den Park, da kann man sich ja nicht mal schnell in den Park irgendwo umziehen.
Plumbum Gab es tatsächlich auch schon mit mal irgendwo im Park umziehen ist aber eher die Ausnahme. Meistens ziehen wir uns halt zu Hause an, steigen dann ins Auto und fahren dann dahin, wo wir hin wollen. Es gibt noch die Möglichkeit, chloriertes Latex zu verwenden. Das kann man auch ohne Gleitmittel anziehen. Glänzt aber nicht ganz so schön und ist ein bisschen schwieriger zu reparieren.
Sebastian Ja, okay. Mir fällt da gerade was ein, das ist jetzt auch schon wieder zehn Jahre her, da hatten wir einen Stammtischbesucher, der kam auch mal im Komplett-Latex-Outfit, was echt cool war und der hat aber im Prinzip jede Woche erzählt, dass er auf dem Weg nach Hause, irgendwie 45 Kilometer, also durch den Ort durchgefahren und da musst du dir vorstellen, so einen alten Audi 70er Jahre, so ein großes Schiff, ne? Und da in dem kompletten Outfit und jedes Mal wird er angehalten, wenn da Polizeikontrolle ist und jedes Mal muss er erklären und dies und das und hat im Kofferraum das ganze Spielzeug. Aber es ist offenbar, ist da ein gewisser Reiz, sich das mal genauer anzugucken.
Plumbum Interessant. Mit der Polizei habe ich so noch keine Konfrontationen gehabt. Jetzt zum Anfang der großen C-Krise hatte ich einmal die Situation, wo noch nicht ganz klar war, wo trägt man jetzt Masken, wo nicht und wie und was. Einfach mal Spaß draus gemacht und bin mit Gasmaske Auto gefahren. Eine Zeit lang fuhr dann so ein Polizeiwagen neben mir her und meine Beifahrerin wurde schon so ein bisschen ängstlich, dass wir gleich angehalten werden und kontrolliert. Aber irgendwann guckte dann so der Beifahrer vom Polizeiwagen zu uns rüber und lächelte einfach nur und dann fuhren sie weg.
Sebastian okay. Da würde ich ja jetzt sagen, hier Vermummungsverbot am Steuer.
Plumbum Bist du noch da?
Sebastian Ich bin noch da. Ja, hörst du mich nicht mehr? Ich bin noch da.
Plumbum Ah, okay, es war eben auf einmal so still.
Sebastian Ja, manchmal ist die Verbindung ein bisschen komisch, aber die berappelt sich meistens wieder. Wie ist denn das mit einem Vermummungsverbot am Steuer?
Plumbum meine Erfahrung mit der Polizei?
Sebastian Das kannst du ja eigentlich nicht mehr bringen.
Plumbum Nee, eigentlich nicht. Also im Grunde war das da auch schon strafrechtlich so ein bisschen schwierig. Es gab jetzt ja auch Präzedenzfälle, dass Leute eben mit ihrer Corona-Maske dann angehalten wurden und Strafe zahlen mussten, weil sie ja eben vermummt am Steuer saßen. Aber zu der Zeit war das halt noch nicht so weit.
Sebastian Okay, also das mal nicht nachmachen, zumindest nicht im Moment. Ganz blöde Frage. So eine Gasmaske hast du ja noch mal im Haus. Die haben sich ja in den letzten Wochen viele Menschen gewünscht. Bist du mit der jetzt aber nicht einkaufen gegangen.
Plumbum Doch, natürlich. Natürlich. Also
Sebastian ich noch nicht gesehen tatsächlich hier bei mir. Finde ich ja großartig.
Plumbum es gibt auch auf Fetlife so ein Bild, wo wir mit Gasmasken vorm Klopapierregal stehen. Aber auch da ist natürlich wieder die Sache, es bietet nicht wirklich den Schutz, den man jetzt haben will, weil man will ja mit den Masken vor allem auch die anderen Leute schützen. Bei so einer Gasmaske hast du natürlich nur den Filter vorm Einatmenventil und nicht vorm Ausatmen.
Sebastian Okay, ja gut. Dann müsstest du jetzt noch so einen Stoffmundschutz noch vor die Gasmaske packen. Mhm.
Plumbum Also es sind nicht unbedingt die Gasmasken, die man jetzt zur Zeit halt wirklich tragen sollte Aber einfach so als Gag haben wir das durchaus mal genutzt Was wir jetzt noch nicht gemacht haben, war damit wirklich mal U-Bahn fahren oder so Aber das ist dann eben auch wieder so die Sache mit Das könnte dann Leuten irgendwie komisch vorkommen Aber so im Supermarkt mit Gasmaske und sowas rumlaufen, da hat keiner wirklich nachgeguckt
Sebastian Das fällt mir noch ein zu diesem ich sag mal Bondage-Attacks oder wie hieß es? Rope-Bombing. Ich habe neulich ein Bild gesehen in der U-Bahn an dem Gestänge hing da ein Mädel und dann dachte ich mir, ja, da sehe ich das aber anders, weil da können die Leute, die drumherum stehen, ja nicht ausweichen.
Plumbum Rope-Bombing, ja
Sebastian Die sitzen dann da mit im Wagen. du das machen oder eher nicht?
Plumbum habe da so ein paar Berliner im erweiterten Freundeskreis, die sowas gerne machen. Ich denke auch Berlin ist da nochmal etwas toleranter als Hamburg und grundsätzlich sehe ich auch da kein so großes Problem, weil warum, wieso sollte man da überhaupt ausweichen wollen? Also es tut einem ja keiner was. Ob ich jetzt, keine Ahnung, irgendeinen Typen im neon-orangenen Pulli hässlich finde und dem irgendwie ausweiche, weil ich da von Augenkrebs kriege oder ob mir das nicht gefällt, was ich da sonst so sehe. Das sehe ich alles relativ.
Sebastian Also ich sehe da tatsächlich die Menschen, die das gerne machen würden, aber aufgrund persönlicher Situationen nicht können. Die sehe ich wahrscheinlich als die Menschen, die das am meisten stört, weil die natürlich dann das, was sie unbedingt wollen, nochmal vorgelebt kriegen. Also mit denen habe ich dann sogar wirklich Mitgefühl.
Plumbum Ja, das kannst du natürlich gut haben, dass das eben auch irgendwo eine Neidsache ist. Und ich meine, auf der anderen Seite bin ich natürlich auch wirklich in einer sehr luxuriösen Situation, dass ich mit meinen Kinks wirklich ganz offen umgehen kann. Also mich stört es jetzt auch nicht, wenn meine Arbeitskollegen was davon wissen oder Freunde oder Familie oder sowas. Also ich bin weithin geoutet eben als Perverser und Polyamor und habe da überhaupt keine Probleme mit.
Sebastian Ja, das ist doch mal eine wirklich luxuriöse Situation. Dann machen wir jetzt Folgendes. Wir werden uns in Hamburg einfach mal treffen. Wie auch immer wir das hinkriegen. Mir hat tatsächlich das Podcastsubbie gerade hier nochmal reingeschrieben, die Zeit 21.15 Uhr. Sie hat damit recht tatsächlich, weil wir wollen jetzt hier nicht bis 2 Uhr nachts irgendwie Sendung machen und ich habe immer das Gefühl, das kommt noch dazu irgendwann. Vielleicht bei der letzten, da höre ich erst dann auf, wenn keiner mehr reden will.
Plumbum können wir gerne mal persönlich dann fortsetzen und vielleicht leiten wir dich dann auch mal ein. Also ich habe tatsächlich auch zu dem virtuellen Stammtisch, den es ja so um diesen Podcast herum gibt, der mittwochs stattfindet, mal so eine kleine Modenschau gemacht und ein paar Klamottenempfehlungen ausgesprochen. Das könnte sich ja nochmal wiederholen.
Sebastian Ich habe langsam das Gefühl, dass bei diesen Stammtischtreffen und bei dieser Telegram-Gruppe, Dass da im Hintergrund irgendwas brodelt und irgendwann bin ich irgendwo und 20 Menschen stehen um mich rum und sagen, wir haben da mal was vorbereitet. Und dann stehe ich da. Ich habe da so ein bisschen Angst vor. Gucken wir mal.
Plumbum Du hoffst es doch nur.
Sebastian Okay. Ich glaube, ich gehe nie wieder aus dem Haus. So. Vielen, vielen, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast und dass das endlich mal geklappt hat vor allen Dingen.
Plumbum Ja, sehr gerne.
Sebastian und ja, ich habe jetzt hier noch der Safety Dance für dich, was ich spielen kann und soll
Plumbum Kann
Sebastian und ja, dann machen wir gleich weiter, ich verabschiede mich von dir und wenn es irgendwelche Updates gibt, dann immer her damit da freue ich mich immer drüber und ja, wenn es dann die Möglichkeit gibt, dass wir uns mal voll über die Füße laufen, dann machen wir das doch einfach, Hamburg ist ja jetzt auch nicht so weit vielleicht kommst du ja auch mal nach Hannover, ist ja auch schön hier, das
Plumbum gerne machen und packe dann das Gerüst ein.
Sebastian organisiere ich, dass du das sogar auf dem Stammtisch aufbauen kannst, machen wir ein schönes Eckchen für dich und dann kannst du mal da was machen. Im Zweifel können wir sagen, ja, die Heizungsbauer sind da. Das muss so. Ich spiele das jetzt langsam ein, verabschiede mich von dir. Mach's gut und wir hören voneinander.
Plumbum Tschüss. Einen
Sebastian So, das war die Musik, die ja kein Mensch im Feed hören kann. Geht gleich weiter, wobei doch eine Sache habe ich noch. Ich möchte Ullrich ganz lieb heute zum Geburtstag gratulieren. Ich habe ihn nämlich noch nicht angerufen. Als mir das eben einfiel, habe ich festgestellt, ich hänge jetzt hier im Livestream fest und kann jetzt nicht mal eben anrufen und sagen, alles Gute. Aber Ullrich hört bestimmt zu und wenn nicht, dann muss ich ihn nochmal drauf stupsen. Stupst du ihn doch mal drauf, liebes Podcastsubbie, damit er auch noch heute seinen Ehrentag hat. Ansonsten tralala, alles Gute, herzlichen Glückwunsch. So, und ich begrüße meinen nächsten Gast. Ich begrüße die Tanja. Hallo.
Tanja Russ Sebastian.
Sebastian So, du bist ja so ein ganz normaler Mensch. Ich darf deinen vollen Namen sagen, zumindest den, den ich hier stehen habe.
Tanja Russ du, ja.
Sebastian Tanja Russ, 51, aus dem Pott und
Tanja Russ Richtig?
Sebastian du machst BDSM, oben oder unten.
Tanja Russ Unten. Ich bin Sub.
Sebastian Okay, und du schreibst.
Tanja Russ Ja, ich schreibe BDSM-Liebesromane. Seit 2016 ist mein erster Roman rausgekommen. Inzwischen gibt es drei Romane und ein Kurzgeschichtenband von mir.
Sebastian Okay, so, ich verrate jetzt schon mal was. Also wie gesagt, verraten habe ich es ja schon. Ich habe versucht, von dir was einzulesen. Wir werden das ganz am Ende der Sendung einspielen und dann bekommst du die Datei auch und kannst damit auch machen, was du magst. Sagen wir es mal so, manchmal muss ich auch rausfinden, was kann ich denn noch nicht oder nicht und wir werden sehen. Mal gucken, was dann die Hörer am Ende dazu sagen.
Tanja Russ Also ich fand das gar nicht so schlecht.
Sebastian Du fandst das gar nicht so schlecht.
Tanja Russ Nein, das war schon gut.
Sebastian Also offenbar, also quatschen kann ich offenbar, aber irgendwas lesen, dass es nicht nach Kinderbuch klingt, das scheint eine Fähigkeit zu sein. Die fehlt mir noch, aber du hast mich immerhin ausprobieren lassen.
Tanja Russ Ja, das ist auch nicht einfach. Also ich übe da auch gerade dran. Also richtig vorlesen, dass das interessant ist, richtig betonen, Pausen machen und so, das ist ganz schön schwer, habe ich auch festgestellt. Und ich finde, du machst das super.
Sebastian Ja, dankeschön. Die anderen werden das in ca. 2 Stunden etwa erfahren. Es sind auch nur 10 Minuten. So, aber jetzt wollen wir dich erst mal ein bisschen aufrollen.
Tanja Russ Ja, okay.
Sebastian Also ich kann ja hier meinen wunderbaren Spickzettel durchgehen. Erster Punkt, so wird man pervers. Doppelpunkt, Ausrufezeichen, Fragezeichen. Okay, wie ist es dir passiert? Also
Tanja Russ Das ist immer so süß. Wie wurde ich pervers? Ja, also tatsächlich hatte ich die ersten perversen Träume und Gedanken schon in der Pubertät. Schon bevor ich tatsächlich real einen Freund hatte, bevor ich meine ersten praktischen Erfahrungen gemacht hatte, habe ich davon geträumt, fremdbestimmt zu sein. Ich habe mir das immer so vorgestellt, wie eine mittelalterliche Stadt mit einem Burgtor. und ich bin also durch dieses Tor so in meinen Gedanken so ganz bewusst durchgegangen und habe mir dann immer vorgestellt, dass ich halt, wenn ich dann innerhalb dieser Stadtmauern bin, ja also fremdbestimmt werde, keinen eigenen Willen quasi mehr habe und jeder so mit mir machen kann, was er so möchte. Wobei meine Gedanken damals jetzt auch nicht so sehr in die Tiefe gingen, Wie gesagt, das war viel Theorie und so eine Fantasie, wie gesagt, so in der Pubertät halt.
Sebastian das ist eher so eine Fantasie, um möglichst schnell Druck abzubauen. Das
Tanja Russ Meine ersten praktischen Erfahrungen mit Jungs damals, also ich muss dazu sagen, ich bin ja 51. Also als ich so in dem Alter war, gab es noch kein Internet. Ich hatte also von BDSM noch nie was gehört. Meine ersten praktischen Erfahrungen mit Jungs waren dann auch so ganz normal, also ganz Vanilla, ganz nett soweit. Das ging dann erst los eigentlich mit 25 und da habe ich dann einen Freund gehabt, mit dem war auch alles erst so Vanilla und wir waren schon ein Jahr zusammen. Da haben wir dann den Film Basic Instinct geguckt und da gibt es ja diese Szene, wo wo der männliche Hauptdarsteller ans Bett gefesselt wird und dann die Sharon Stone irgendwie mit so einem Eisbügel anfängt zu agieren. Und der
Sebastian ist super, ja, klasse.
Tanja Russ Eispickel war jetzt nicht das Tolle da dran, sondern dieses Fesseln ans Bett, wo mein Freund damals meinte, das macht mich jetzt irgendwie total an. Dann habe ich gesagt, jo, mich auch. Und da ist er erst mal vor Überraschung fast vom Sofa gefallen, weil ich wirke nicht pervers, keine
Sebastian wie wirkt man denn auch pervers? Also, wie sieht ein Mensch aus?
Tanja Russ Ahnung.
Sebastian Das ist aber eine schwere Frage. Okay, also du hast ihn dann erstmal überfahren.
Tanja Russ Und dann haben wir also ganz langsam angefangen, also es war so, dass er, also zu dem Zeitpunkt, als wir dann, da war ich wie gesagt 25, er auch, da gab es schon Internet, nur ich hatte gerade meinen ersten Computer zu der Zeit, Also ich hatte mich da noch nicht so eingelesen und angeklinkt ins Internet, dass ich jetzt irgendwas über BDSM gefunden hätte oder so. Aber er halt schon. Er hatte dann halt so theoretisches Wissen, hat sich ein paar Bildchen angeguckt, ein paar Filmchen vielleicht. Du wusstest immerhin mehr als ich damals und wir haben also dann angefangen ganz langsam zu spielen, ein bisschen fesseln, ein bisschen Augen verbinden, dann kam irgendwann halt die Gerte dazu und er hat auch dann BDSM-Spielzeug gebaut, was weiß ich, Spreizstangen, wir haben viel mit Ketten und Karabinern gemacht. Ja, war eine tolle Zeit, muss ich sagen. Also wir haben ganz langsam in unserem eigenen Tempo experimentiert und ausprobiert und das sehr genossen. Das war schön.
Sebastian Okay. Habt ihr da nur ihr beide miteinander was ausprobiert oder gab es da auch Kontakt zu anderen?
Tanja Russ Ne, also zu der Zeit und mit diesem Freund habe ich tatsächlich nur wir beide miteinander. Wir hatten auch keinen Kontakt zu anderen BDSMlern oder so. Also, ja, wir waren auch nicht in der Szene, sondern einfach nur wir beide.
Sebastian Okay. So, jetzt kann ich aber verraten, mit diesem Menschen bist du nicht mehr liiert.
Tanja Russ Nein, lange nicht mehr.
Sebastian Lange nicht mehr, ja, okay.
Tanja Russ Ja, also es ging so sieben Jahre, war eine tolle Zeit, aber irgendwann war es halt auch mal vorbei. Ja,
Sebastian Und jetzt bist du aber trotzdem bestens versorgt. Ja,
Tanja Russ ja. Also ich spiele aktiv. Wieder, muss man sagen. Also ich habe lange Zeit nicht gespielt, hatte also auch einen Partner, der nicht auf BDSM steht und ja, dann habe ich das eben auch gelassen. und irgendwann vermisst man das. Also am Anfang hat man das nichts ausgemacht. Wenn man so richtig verliebt ist, dann fehlt das nicht so sehr. Aber mit den Jahren wird das immer schwieriger zu verzichten.
Sebastian also es baut sich so ein innerer Druck irgendwie auf. Man weiß erst gar nicht, warum und wieso. Und ich teile dem Podcastsubbie kurz mit. Es zieht übrigens. Danke.
Tanja Russ kennst dazu?
Sebastian Ja, nee, wenn die Tür hier auf ist, dann setzt sich das irgendwie so eiskalt in den Rücken rein. Und beim letzten Mal habe ich das, da haben wir jetzt ein bisschen Missverständnis, hat es auch gerumst, das liegt hier an der Tür.
Tanja Russ Ah ja, ja, ich habe es gehört.
Sebastian Vermutlich hat sie die einfach nur aufgelassen, damit ich hier nicht so ein Störgeräusch habe. Sehr liebevoll. Ja. Nein, aber genau, da ist dieser Druck. Ich hatte mal die Theorie, das ist lange her, dass wenn man das alles mal ausprobiert hat und gemacht hat und getan hat, dann hat man das ja erlebt, dann kann man das abhaken in seinem Leben und dann könnte man auch danach ohne. Offenbar geht das halt nicht.
Tanja Russ Also ich habe auch gedacht, das ginge ohne. Also das war eine schöne Zeit vorher und hatte auch danach noch mal einen Spielpartner also nach dieser nach diesem ersten freund und ja wie gesagt irgendwann habe ich dann einen Mann kennen gelernt dass nicht mochte und ja gut habe ich gedacht okay dann lassen wir es eben da war mir der mann auch zu dem zeitpunkt wichtiger und man hat also ich hatte irgendwann das gefühl als wäre ich irgendwie von einem teil meiner persönlichkeit abgeschnitten, als hätte ich irgendwas amputiert oder so. Ja, und da baut sich ein ziemlicher Druck auf und ich habe auch gemerkt, also ich habe irgendwann dann angefangen zu schreiben, das war 2016, weil ich gedacht habe, ich muss irgendwie diesen Druck loswerden. Und dann habe ich gedacht, okay, vielleicht schaffe ich das ja, indem ich dann BDSM-Romane schreibe. Das alleine...
Sebastian Ein wunderschöner Übergang gerade. Da muss ich ja gar keine Fragen mehr stellen. Aber tatsächlich, um Druck abzubauen. Alles
Tanja Russ Ja, also Also um meine Fantasien halt irgendwie, ja zumindest so in meinem Kopf rauszuleben, sag ich mal. Wenn das auch zu dem Zeitpunkt real noch nicht ging. Aber eben, ja, um mich so ein bisschen auszutoben. Wenn auch nur auf dem Blatt Papier zu dem Zeitpunkt.
Sebastian Ja. Kann man denn darüber schreiben, wonach man Sehnsucht hat? Ist das einfacher oder ist das eher schwieriger? Bevor
Tanja Russ Nee, das kann ich ganz gut eigentlich. Also man kann auch gut schreiben, wenn man eine erfüllte Session hinter sich hat, so ist es nicht. Aber so eine Sehnsucht zu beschreiben geht auch sehr gut. Also tatsächlich sind die Fantasien dann glaube ich noch ein bisschen wilder und noch ein bisschen intensiver, als wenn man aktiv ist teilweise.
Sebastian wir da so ein bisschen inhaltlich einsteigen. D/s ist Magie. Mag wissen, wie lange du es denn jetzt effektiv ohne BDSM ausgehalten hast?
Tanja Russ Ja, so zehn Jahre waren das.
Sebastian Zehn Jahre. Oh, das ist
Tanja Russ Ja, das war ein Brett. Inzwischen lebe ich es wieder aus und merke aber auch bei mir selber, seit ich es wieder auslebe, ich bin selbstsicherer geworden, ich bin viel mehr bei mir. als ich also das war ich vorher nicht das habe ich selber gar nicht so gemerkt aber das ist echt so also da ist wirklich ein teil der persönlichkeit die man nicht ausleben den ich nicht ausleben konnte und das hat sich auch ausgewirkt ja
Sebastian Okay. Gehen wir mal so ein bisschen ins Inhaltliche. Also du schreibst tatsächlich nicht Texte oder kleine Geschichten, sondern du schreibst Bücher. Die kann man kaufen. Und die sind auch dick und da hat man ganz schön was zu lesen.
Tanja Russ also so ich sag mal so 270 bis 300 seiten sind das sind schon meine romane also
Sebastian und jetzt ist ja die Frage, für wen? Also für dich, für Vanillas, für, ja, also wer ist deine Zielgruppe?
Tanja Russ erst mal für jeden den das thema interessiert, natürlich. Also ich freue mich über jeden Leser. Meine Zielgruppe sind aber schon irgendwo BDSMler.
Sebastian Okay. Ja, also ich habe gemerkt, in der einen Geschichte, da ist auch ein Abschnitt bei, das hast du offenbar immer mit drin, so einen kleinen Abschnitt, wo du du erklärst, dass der Konsens hergestellt wird.
Tanja Russ Ja, das ist mir wichtig. Also ein zweiter Grund, warum ich damals angefangen habe zu schreiben, war, ich habe also zu der Zeit damals auch sehr gerne BDSM-Romane gelesen. Da hatte ich für mich das Problem, dass damals, 2014, 2015, mir immer diese Mischung, die ich mag, fehlte. Also entweder ich lese einen BDSM-Liebesroman, das sind dann wirklich Liebesromane, wo dann ganz kurz mal angerissen wird, meinetwegen er nahm die Gerte, verschwand ins Schlafzimmer und machte die Tür zu oder so. und am nächsten morgen kommt das so wie dann mit einem grinsen aus dem schlafzimmer oder so wo ich mir also als leser dann überlegen kann was passiert ist in der nacht hinter der verschlossenen schlafzimmertür ist zwar sind meistens nette stories gehen mir persönlich aber nicht weit genug weil wenn ich lese interessiert mich auch die fantasie des autors möchte gerne wissen was dass der sich denkt, was da jetzt gerade hinter der Tür passiert ist.
Sebastian und das beschreibst du ja dann auch in allen Einzelheiten, was da hinter der
Tanja Russ Und dann gab es halt noch diese Romane, ich sage mal diese BDSM-Groschen-Romane, wirklich mit haarsträubenden Fantasien, die einfach keine Pornografie und verantwortungslos und für mein Empfinden einfach nicht schön sind. und genau
Sebastian Ja, das ist dieses, er hat sie an den Brüsten aufgehängt und vier Stunden da baumeln lassen und ihre Schreie genossen.
Tanja Russ genauso also wo ich immer denke kann jetzt nicht wahr sein was ist denn jetzt daran erotisch was ist daran schön es mag auch für sowas fans geben aber das war eben nicht meine mischung und dann habe ich gedacht okay ich versuche einfach mal was zu schreiben was meine mischung ist und guck einfach mal ob so leute gibt außer mir denen das gefällt meiner mischung also Also ich habe Romantik drin, ich habe also immer eine Beziehung drin, Protagonisten, die sich entwickeln, aber eben auch viel Sex, eine Session von vorne bis hinten und in allen Details beschrieben. Das gehört für mich dazu.
Sebastian Ja, also ich habe ja auch so schöne Notizen, das hast du mir gesagt, nach fünf Seiten ist Schluss mit lustig. Also du kommst auch schon noch zum Thema. Nehmen wir nochmal diesen anderen Roman, von dem wir jetzt nicht reden wollen, Aber ich glaube, da passiert erstmal 300 Seiten nix.
Tanja Russ richtig. richtig also
Sebastian Und das ist halt so, das
Tanja Russ ich glaube genau ja also und das ist mir schon mal zu viel also
Sebastian kostet halt Zeit.
Tanja Russ bei mir muss ich schon irgendwie auf den ersten keine ahnung zehn seiten möglichst einmal gekracht haben und wenn ich nur irgendwie Traum wiedergebe, weil die Protagonisten in ihrer Beziehung vielleicht doch noch nicht so soweit sind, dass ich jetzt da eine tolle Session beschreiben könnte. Aber zumindest irgendwie eine Session ist in den ersten zehn Seiten schon drin. Gewöhnlich.
Sebastian Das ist halt immer die Frage, wie baue ich das ein, dass es nicht so platt wirkt.
Tanja Russ Ja, das geht.
Sebastian Ja, wenn du das sagst, dass das geht, also ganz ehrlich, sagen wir mal so, das, was ich mal geschrieben habe, das bezieht sich immer darauf, dass ich einfach die Session beschreibe und eben kein Theater drumherum und dann ist das eben auf den Punkt, aber da weiß ich auch, für wen ich das dann schreibe, das dann für einen Menschen, damit er für einen Moment das nachvollziehen kann und dann ist gut. Gut, du hast ja noch so einen kleinen Teufel da im Hintergrund sitzen, nämlich du hast ja tatsächlich ein Lektorat, jemand, der dir also sagt, wie du das bitte umschreiben darfst.
Tanja Russ Ja, also es sind Vorschläge natürlich, aber ich bin halt immer sehr dankbar und offen, wenn mir das Lektorat sagt, guck mal hier, da hast du irgendwie Sätze doppelt oder das kannst du wohl nicht machen oder so, dann bin ich meistens, also bin ich normalerweise bemüht, so zu ändern, dass das vernünftig ist.
Sebastian Okay. So, worüber würdest du denn nicht schreiben? Oder wo sagst du, nee, das geht nicht? Worüber kann ich nicht schreiben? Weil es dir nicht liegt oder weil du sagst, da gibt es irgendwelche Grenzen, die man nicht überschreiten sollte. Ist
Tanja Russ Also, ja gute Frage. Also ich versuche immer sehr deutlich zu machen, dass meine Protagonisten einen gemeinsamen Consent haben, dass sie eine vertrauensvolle Beziehung miteinander haben. Das muss nicht immer eine Liebesbeziehung sein, aber irgendwo eine D/s-Beziehung. Halt, dass sie einander vertrauen und sich gut kennen und verantwortungsvoll spielen können. Das ist mir wichtig.
Sebastian es dir wichtig, damit du nicht angreifbar bist? Oder, also die Frage ist einfach, ob du damit da nicht so ein völlig idealisiertes Bild zeichnest.
Tanja Russ Das mag sein, aber das ist irgendwo mein BDSM auch. Also idealisiert vielleicht, aber ich würde niemals mit einem Dom spielen, dem ich nicht vertrauen kann. Und genauso ist das auch mit meinen Büchern. Das ist auch irgendwo eine Botschaft, weil ich höre also immer wieder so in den sozialen Medien auch von Subs, die von Missbrauch sprechen, von Doms, die zu weit gegangen sind. Ja, wo ich immer denke, Mädels, warum lasst ihr euch das gefallen? Und warum stellt ihr da nicht vorher einen Konsens her, dass klar ist, bis hierhin und nicht weiter? Leider Gottes hört man das oft und machen das nicht viele. Oder das heißt, das machen genug, aber man hört immer wieder halt das, ne,
Sebastian es melden sich halt die, bei denen es nicht geklappt hat.
Tanja Russ naja, klar, also die, die happy sind, die melden sich natürlich nicht, das
Sebastian Wobei hier im Podcast funktioniert das recht gut, dass sich die Menschen melden, die happy sind. Das finde ich immer sehr schön.
Tanja Russ Das ist gut.
Sebastian Katinchen mag wissen, ob du einen Verlag hast oder ob du die Bücher als Self-Publisher vertreibst.
Tanja Russ Ne, ich hab einen Verlag.
Sebastian So, da wird man ja reich mit, ne? Das ist ja Sex und Sex sells.
Tanja Russ Ja, schön wär's. Wobei, also erstens, man wird nicht reich, also so viel verdient man, also man verdient höchstens einen Euro an so einem Buch, an so einem Verkauften. Und zum Zweiten, eigentlich geht's mir da gar nicht drum. Also ich möchte gerne, dass meine Bücher gekauft werden, weil ich möchte gerne gelesen werden. Mir geht es eigentlich weniger ums Geld, muss ich sagen, oder eigentlich gar nicht ums Geld.
Sebastian das liegt aber wahrscheinlich daran, dass du nicht davon leben musst.
Tanja Russ Weil, das stimmt ja, ich habe natürlich noch einen Hauptberuf, ich könnte auch nicht davon leben. Jetzt habe ich den Faden verloren.
Sebastian Okay, du hast noch einen Hauptberuf, reicht ja erstmal als Info. Das heißt, du kannst schreiben, so viel oder so wenig du möchtest. Du hast möglicherweise einen Dom, der dir auch mal eine Seite diktiert und sagt, das bringst du jetzt bitte so an der Lektorin vorbei.
Tanja Russ Ja, ist bisher noch nicht passiert, aber sehr gut, versucht wird's.
Sebastian wenn der Stil dann völlig anders ist. Also du hast wahrscheinlich das gleiche Problem, was ich auch habe. Wenn ich so gucke, nehmen wir mal, bei mir ist es jetzt iTunes, bei dir wird es Amazon sein. Die Leute schreiben recht wenige Rezensionen, weil sie natürlich dann dort mit ihrem Account oder Klarnamen dann auftauchen. Und das ist ja schwierig. Also wie halten das da deine Leser? Wie weit äußern die sich oder wie viel?
Tanja Russ ist leider so. Also mit Rezensionen wird recht sparsam umgegangen in dem Bereich. Also es gibt unheimlich viele Leute, die mir irgendwie bei Twitter oder bei Instagram oder bei Facebook irgendwie sagen, Mensch, ich habe dein Buch gelesen, ich fand das ganz toll und manchmal traue ich mich dann nicht immer, Aber manchmal traue ich mich dann auch zu sagen, schreib doch mal eine Rezension auf Amazon oder so. Und dann kommt man, nee, das kann ich nicht, weil da ist dann mein realer Account und dann sehen die Leute, dass ich sowas Perverses lese und das geht nicht, weil das mit meiner realen Realität, also mit meiner realen Person verbunden ist. Ja gut, das muss man dann halt akzeptieren. Nur für uns Autoren sind Rezensionen halt das A und O. Ohne eine Rezension, ja, das ist, die anderen Leser, die ein Buch suchen, die stöbern halt und gucken, wer denn schon mal was Gutes hat drüber geschrieben und wenn da nichts steht, dann kaufen die das auch nicht. Das ist leider so.
Sebastian Ja, das ist so ein bisschen, es ist halt automatisch so ein bisschen schmutzig, wenn ich dann öffentlich und auch googelbar, das ist ja immer das Problem, irgendwie der nächste Chef googelt mich, dann findet er auch die Rezension, die ich geschrieben habe, also schreibe ich natürlich Rezensionen, wo ich das Produkt meines neuen Arbeitgebers natürlich perfekt lobe.
Tanja Russ Ja.
Sebastian So, ich habe hier noch ein paar schöne Fragen. So, was haben wir denn da? Handelt da, nein, handeln deine Figuren in den Büchern nach den langweiligen Stereotypen, Charakteren und voraussehbar klischeebehafter Handlung geprägt? Wie erklärst du dir, dass trotzdem Bücher wie Fifty Shades of Grey Erfolg haben? Ja, wie erklärst du dir das? Und sind deine Protagonisten anders? das?
Tanja Russ Ja, also ich sag mal so, Fifty Shades of Grey, das Buch, hatte deshalb Erfolg, weil die Autorin irgendwie bei einem großen Verlag ja auch irgendwie gearbeitet hat und die das so, die so viel Promotion dafür gemacht haben, dass das halt so ein Selbstläufer wurde. Dann ist das natürlich eine sehr weichgespülte Variante, die sehr massentauglich ist, Fifty Shades of Grey. Also jede Hausfrau meint jetzt, nur weil sie mal einen Klaps auf den Hintern gekriegt hat, sie wäre eine BDSMlerin. Finde ich schwierig, muss ich sagen, weil das eben auch so weichgespült wird, halt alles das Thema.
Sebastian Oder darf ich da an der Stelle mal nochmal fragen, weil wir sind so wenig auf deinen eigenen BDSM eingegangen. Gibt es denn Sachen, die du schon gemacht hast, die du nicht schreiben würdest? Weil die nicht, ja, sagen wir mal, zu wenig Konsens sind oder zu sehr, ja, nicht gut vermittelbar sind, dass man die macht?
Tanja Russ Also alles, was ich selber erlebt habe, findet sich auch irgendwo in meinen Büchern wieder. In meinen Büchern ist sowieso sehr viel von mir. Also auch in meinen Charakteren findet sich sehr viel von mir wieder. Im Gegenteil, ich habe in meinen Büchern auch so ein oder zwei Sachen, die ich selbst noch nicht erlebt habe, die ich recherchiert habe. Aber im Großen und Ganzen habe ich das, was ich da so schreibe, bis auf ein paar wenige Sachen auch schon selber erlebt. Und ich glaube auch, dass man das, also dass ein BDSMler den Unterschied merkt.
Sebastian Okay.
Tanja Russ Also zum Beispiel zwischen einem Fifty Shades of Grey, wo die Autorin keine Ahnung von Tuten und Blasen hat und auch teilweise sehr schlecht recherchiert, finde ich.
Sebastian wollen das ja jetzt nicht bashen.
Tanja Russ ja okay ja
Sebastian Wir wissen alle, wie Reden wir doch einfach von so so anderen Romanen für den Massenmarkt. Ich mag das Wort nicht so oft im Podcast haben, diesen Titel.
Tanja Russ hast ja recht ja
Sebastian Ja, das ist schlimm. Aber es ist ein Maßstab, an dem man sich irgendwie messen muss, ne?
Tanja Russ und es ist ätzend also ich habe vor zwei drei wochen habe ich also zehn von meinem neuen buch zehn ebooks verlost und dann müssen die die Leute quasi wie so eine Art kleine Bewerbung schreiben, warum sie jetzt dieses Buch gewinnen wollen. Und dann kamen da wirklich zwei, die dann geschrieben haben, ja, ich habe das bewusste Buch gelesen und ich fand das toll und deswegen möchte ich jetzt nochmal einen BDSM-Roman lesen. Ich habe überlegt, beim Lesen verdrehe ich dann die Augen, als Kommentar schreibe ich dann dazu, Nicht jeder BDSM-Roman möchte diesem Buch nacheifern und dann habe ich ihn trotzdem verlost, weil ich die Herausforderung haben wollte.
Sebastian die haben es nicht gekriegt.
Tanja Russ Ich wollte hören, ob das jetzt schlechter war oder besser oder anders und ja, hat auch geklappt.
Sebastian Das Podcastsubbie hat ausnahmsweise auch mal eine Frage und mag wissen, es ist schwer, einen Verlag zu finden dafür.
Tanja Russ vermutlich also ich hatte glück muss ich sagen also erstmal ganz kurz erzählen es gab also einen großen verlag wo ich selber früher auch gerne bücher von gelesen habe also eigentlich BDSM-Liebesromane so Frauenromane also eigentlich so was wohl was dann vor der schlafzimmertür auch dann ausgeblendet wird. Da hatte ich meinen Roman hingeschickt, mein Manuskript, und habe so gedacht, die werden sich ja melden irgendwann und werden mir sagen, ob sie ihn haben wollen oder nicht. Und dann habe ich gewartet. Einen Monat, zwei Monate, drei Monate, vier Monate. Und dann habe habe ich irgendwann mal eine andere Autorin angeschrieben, die schon mehr Bücher rausgebracht hatte, und habe die gefragt, wie ist denn das, wie lange wartet man denn, bis so ein Verlag sich mal meldet? Und die sagte dann, wenn die das Manuskript nicht angefordert haben, dann kann das schon mal so sechs Monate dauern. Dann habe ich sechs Monate gewartet und es kam nichts. Also ich habe bis heute keine Antwort von denen gekriegt, das ist jetzt vier Jahre her, fünf. Und dann war ich erst mal ziemlich frustriert, weil ich hätte mir zumindest ein Nein-Danke gewünscht. Sie hätten es ja jetzt nicht mit Jubelschreien nehmen müssen, aber eine Reaktion wäre schon schön gewesen. Und dann habe ich mir gedacht, okay, dann mache ich es eben selber. Dann wollte ich im Eigenverlag bzw. Self-Publishing machen und hatte mich so weiter mit der Materie auch schon beschäftigt und hatte das alles schon soweit vorbereitet. und jetzt bin ich halt teilweise auch ein bisschen unsicher. Und dann habe ich so kurz bevor ich es wirklich hochgeladen habe bei Amazon, dann habe ich gedacht, ja, und wenn jetzt das doch nicht gut ist, was machst du dann? Dann hauen die Leute dir dieses Buch um die Ohren. Dann habe ich mich doch irgendwie nicht getraut und dann habe ich nach kleineren Verlagen gesucht im Internet und habe dann auch einen gefunden, der mir halt so von der Webseite, von dem, was ich da so gelesen habe, sympathisch war. Und dann habe ich gedacht, okay, ich versuche das einfach mal. Und da habe ich dann nach zwei Wochen eine Antwort gekriegt. Also ich hatte einen Kapitel hingeschickt, und zwar dasselbe Kapitel, was ich auch vor sechs Monaten an den großen Verlag geschickt hatte. Und nach zwei Wochen kam die Antwort, wir hätten gerne das ganze Manuskript. Und noch zwei Wochen später kam dann die Antwort, jo, wir nehmen das. Also ja, beim zweiten Mal.
Sebastian Oh, das ist ja super.
Tanja Russ Also es gibt wirklich Leute, die suchen lange. Es war einfach Glück. Ich habe einfach zufälligerweise den richtigen Verlag gefunden, mit dem ich auch heute noch super zusammenarbeite.
Sebastian Okay.
Tanja Russ Das ist ein richtig schönes, vertrauensvolles Arbeiten.
Sebastian und damit haben wir die Frage von Silvi, die brauche ich jetzt nicht mehr vorlesen, obwohl sie eine geschrieben hat. Die haben wir aber, da wird quasi schon beantwortet. die habe ich erst später gesehen. Bevor wir ja so langsam zum Ende hinkommen, da gibt es noch so, ich habe hier noch eine Anekdote stehen, der mag ich aber nicht vorgreifen, aber irgendwas mit der Freundin von irgendwem und Buch gelesen und das will ich nochmal, das muss nochmal in die Welt, finde ich.
Tanja Russ Ja, okay. Also mein erster Roman, Brombeerfesseln, nachdem der dann einfach rausgekommen war, hat das zufälligerweise ein Bekannter von mir mitgekriegt, dass ich halt diesen Roman geschrieben habe, Vanilla-Mann. und sie hat dann gesagt, ja, also das ist jetzt eigentlich nicht so meins, dieses Thema, aber weil du das geschrieben hast, interessiert mich das trotzdem, ich will das Buch lesen. Na gut, dann hätte er das gelesen, dann hat er dann auch gesagt, ich gebe dir auch ein Feedback und dann habe ich ein Feedback bekommen und dann kam so als erster Satz, also das ist nicht meins, dieses BDSM und das geht ja auch gar nicht, aber ich fand es toll geschrieben und ich fand es auch erregend. Dann habe ich erst überlegt, ob ich jetzt zu diesem, das geht ja auch gar nicht, irgendwie was sagen sollte. Aber dann habe ich gedacht, ach, warum soll ich jetzt irgendwie einem Vanilla-Mann was vom BDSM erzählen, wenn er nicht will, dann lasse ich das einfach mal so stehen und freue mich darüber, dass ihm das Buch trotzdem gefallen hat. Gut, und dann habe ich den ein paar Monate später nochmal wieder gesehen und da sagte er zu mir, jetzt hat meine frau das auch gelesen das buch und ich habe ja noch gesagt als sie das genommen hat kannst du ja lesen aber das geht überhaupt nicht und dann hat ihr das gelesen und hat ihm gesagt doch das geht und dann haben die beiden angefangen zu experimentieren und ja also die sind 25 jahre verheiratet also auch anfang 50 und herzlich bei mir bedankt dafür dass dass dieses Buch neuen Schwung in sein Schlafzimmer gebracht hat. Und das fand ich so toll. Das war so ein schönes Kompliment. Also da kann ich mich heute noch dran hochziehen. Da freue ich mich total drüber, über so ein Feedback.
Sebastian das ist sowieso so ein Feedback, wenn dann Menschen miteinander was angefangen haben. Das ist natürlich ein Zeichen dafür, dass die vorher nie miteinander darüber geredet haben, was sie mal im Bett eigentlich wollen. oder nicht ausreichend und ja, wenn das den Anstoß gibt, das ist auch super, ne.
Tanja Russ das war total schön.
Sebastian mal erwähnen, ich gucke nochmal kurz, ob ich den Menschen finde, ich habe heute eine Nachricht bei Instagram bekommen, da hat mir auch jemand geschrieben, ich sage jetzt keinen Namen, aber ja, gestern hat sie das erste Mal eine Session gehabt und ist total glücklich und happy und ja, im Prinzip hat da der Podcast eben auch so ein bisschen den Anstoß gegeben in die Richtung und da denke ich mir immer so, oh, das geht runter wie Öl, das ist Das ist ja total klasse.
Tanja Russ Das ist toll, ne?
Sebastian Das ist so schön, wenn Menschen dann was erleben.
Tanja Russ Ja.
Sebastian Das ist einfach super. Mein Gott, das ist zwar nicht das Ziel des Ganzen, aber wenn das dann passiert, dann freut man sich einfach.
Tanja Russ Ja, total.
Sebastian So, die Uhr tickt und sie tickt. So, jetzt sage ich noch mal was. Dann muss ich das nämlich nachher nicht erwähnen. Ich bin ja da auf dich zugekommen, habe gesagt, hier, pass auf, gib mir noch mal eine Geschichte. Und dann ganz großkotzig, dann lese ich die mal ein. Das wird schon gut klingen. Meine Stimme, da traue ich inzwischen auch ein bisschen über den Weg. Das wird schon klappen. Und dann hast du gesagt, ja, kein Problem, hast mir auch wirklich was geschickt. Und dann habe ich gelesen. Und dann hat auch das Podcastsubbie gesagt, das ist ja was Schönes, das hast du wie ein Kinderbuch betont, das hast du ja toll gemacht. Und genau so war es auch tatsächlich. Und dann habe ich dich noch mal ein bisschen getriezt, habe gesagt, schick mir doch mal was anderes. Und du hast mir dann noch zwei Geschichten geschickt. Und ich habe sie vorbereitet, sie ist fertig, sie ist da und sie ist okay eingelesen.
Tanja Russ Ja.
Sebastian Das ist aus Brombeerfesseln tatsächlich. Tatsächlich. Aber auch da, ganz ehrlich, es ist wirklich nicht meine Fähigkeit. Ich habe da rumprobiert und auch da war das wieder schwierig für mich. Und dann habe ich einen befreundeten Autoren gefragt, habe gesagt, wie machst du das denn bei deinen Lesungen? Und dann hat der mir gesagt, ja, er schreibt da ganz viel um, weil was zum Lesen gedacht ist und was zum Vorlesen gedacht ist, das sind zwei unterschiedliche Dinge. und dann habe ich das umgeschrieben, die Geschichte von dir. Also ich habe die Formulierung geändert, habe manche Sachen weggelassen und du hast trotzdem, obwohl ich wirklich, ich glaube, an fast jedem Satz irgendwas rumgeschraubt habe, hast du gesagt, das ist okay. Und das finde ich ganz toll. Das heißt, wenn die Hörer das nachher dann am Ende der Folge hören, das entspricht nicht eins zu eins dem, wie du es geschrieben hast. Das entspricht so, das ist so die Interpretation von Sebastian, der das so ein bisschen durch seinen einmal durchgeschoben hat. Ich muss mal gucken, ob ich das die nächsten Jahre einfach noch mal ein bisschen übe. Heute ist es ein Versuch, aber weil ich halt Zeit reingesteckt habe, habe ich mir überlegt, komm, dann veröffentliche ich das auch. Eine Geschichte ist ja auch schön, die könnte man, kann man auch direkt nachspielen heute Abend, wenn man das möchte, wenn irgendwie in einem Haus wohnt mit mehreren Etagen, der kann das heute Abend nachspielen und dann hätte ich gerne die Berichte dazu.
Tanja Russ Ja, die möchte ich aber auch hören.
Sebastian also das muss ich dazu einfach ganz klar da sagen, aber man wächst ja mit seinen Herausforderungen und das ist eben so.
Tanja Russ Also es ist tatsächlich ganz, ganz schwer, dieses Vorlesen. Also ich versuche oder ich habe vor Corona angefangen, Lesungen mit Lesungen vorzubereiten. Aber jetzt geht das natürlich alles im Moment nicht. und habe auch festgestellt, dass das ganz, ganz schwer ist. Also ich habe inzwischen auch ein Vorleseseminar besucht und ich lerne also auch immer noch. Das ist echt nicht mit einem Mal runterlesen getan,
Sebastian Ne, ist
Tanja Russ falls dich das tröstet.
Sebastian Ja, ich
Tanja Russ Aber ich glaube, du hast Potenzial, wirklich.
Sebastian hab Potenzial. Das will man als Mann natürlich hören.
Tanja Russ Ja.
Sebastian Du hast Potenzial. Sehr gut. Ja, also da, wenn da jetzt dann hinterher ein bisschen Kritik kommt, ganz ehrlich, dann möge man das Buch einfach selber nochmal lesen und dann kann man dann nochmal entscheiden, ob es daran liegt, was ich daraus gemacht habe oder ob es am Buch liegt. Das kann natürlich auch sein. Da sind ja die Geschmäcker einfach unterschiedlich. Aber ich finde, man muss einfach immer Dinge machen und gerade diese Zeit, wo man viel zu Hause rumsitzt, da kann man auch einfach mal Experimente machen. Diese Live-Sendung ist ja auch so ein Experiment gewesen. Und gut, das ist mir irgendwie wesentlich leichter gefallen.
Tanja Russ Und eins, das richtig gut geklappt hat.
Sebastian Ja, irgendwie schon. Ich bin zwar immer noch todnervös jedes Mal so ein bisschen die fünf Minuten, bevor es losgeht, aber das ist eben so. Ja, liebe Tanja,
Tanja Russ war auch tot, wenn du das sagst. Ja.
Sebastian dann, wenn du nichts mehr hast, was wir jetzt hier unbedingt noch unterbringen wollen und müssen, dann würde ich dich tatsächlich schon verabschieden.
Tanja Russ Okay. Okay. Ja, nee, ich hab jetzt nicht mehr.
Sebastian Gut, das ist doch gut.
Tanja Russ Ich wüsste jetzt nicht.
Sebastian Du kriegst nachher ja noch mal die 10 Minuten, dann gucken wir mal, was kommt. Und ich schicke dir eh noch mal die Datei, mit der kannst du wirklich machen, was du willst.
Tanja Russ Ja, das mach ich auch.
Sebastian mal gucken, wenn die mich wieder einholt.
Tanja Russ Die kommen auf jeden Fall auf meine Webseite.
Sebastian wo war Ja, ach, das wird schon gehen. Ich habe ja sogar einen Soundeffekt drin in der Mitte. der jetzt so gut war, das weiß ich noch nicht.
Tanja Russ Knall.
Sebastian Aber das ist halt das Spielkind in
Tanja Russ Doch, der war gut. Nein, der war gut.
Sebastian Okay, ja, dann würde ich sagen, wir bleiben einfach eh in Kontakt und dann gucken wir mal und vielleicht begegnen wir uns ja auf irgendeiner Buchmesse mal, die sollen ja auch mal wieder irgendwas stattfinden
Tanja Russ Ja. Ja, sehr gerne. Ja, wenn mal wieder eine kommt.
Sebastian und dann
Tanja Russ Genau.
Sebastian wenn du das mit dem Leseseminar, wenn du das so richtig gut drauf hast, dann ersetzen wir den Teil von mir vielleicht einfach durch deinen und dann passt das.
Tanja Russ Okay.
Sebastian Dann wünsche ich dir noch einen schönen Restabend. Ich werde jetzt hier einmal auflegen, gleich spiele ich für dich Summer of '69 und vorher gibt es noch zwei, drei Hinweise an die Hörer, damit wir hier noch so ein bisschen den Flow der Sendung auch noch hinkriegen. Alles klar.
Tanja Russ Ja, dankeschön. Dann verabschiede ich mich und bin gleich wieder im Chat.
Sebastian sehr gerne. Mach's
Tanja Russ Okay, tschüss.
Sebastian Ja, alles klar. Tschüss. So, das war Tanja. Musik geht gleich los. Vorher erzähle ich aber nochmal ganz fix, wie das jetzt hier mit den Anrufern funktioniert. Ich habe es ja am Anfang nicht erwähnt. Also, wir haben hier die Möglichkeit, ein Call-In zu machen. Das heißt, Menschen können anrufen, sobald das nächste Lied halbwegs läuft. Dann kann man sogar mit mir sprechen, bevor das Ganze auf Sendung geht. Und die Nummer sage ich auch gleich. Ich habe hier ein bisschen Zubehör bekommen und wir werden das verlosen. Da haben wir uns überlegt, Mensch, was haben wir denn hier? Weil ich habe ja nicht einen Teil bekommen, sondern gleich drei. Ich werde jetzt auch mal ein Bild in den Chat da rein posten. Dann kann er mal gucken, um was es eigentlich geht. Das ist so ein Stück Seil mit Anleitung zum Fesseln übrigens. Also das perfekte Produkt für mich. Dann haben wir noch so ein schönes Nadelrad, so ein Wartenberg-Rad und Nippelsauger, also so Schraubsauggeräte. sehen. Ich habe das auch alles ausgepackt und das Siegel gebrochen, aber ich verspreche, es wird unbenutzt sein. Und jeder Mensch, der jetzt hier anruft in den nächsten zweieinhalb, drei Wochen, der kommt bei mir in die Losbox und kann sich aber aussuchen, was er gewinnen will. Also ich mache das dann so, jeder hat drei Lose und kann dann sagen, okay, ich will, ist mir egal was, dann kommt in jeden dieser drei Töpfe, für jeden dieser drei Sachen kommt da einfach das Los rein. Oder er sagt, nein, ich will unbedingt das Seil haben, dann nehmen wir seine drei Zettel und schmeißen den da rein. Das klingt jetzt alles ein bisschen kompliziert, aber wir werden das alles regeln und dann gucke ich, dass ich das Zeug unter die Menschen bringe und das ist auch gar nicht billig, habe ich gesehen. Also da habe ich ja schon ein schlechtes Gewissen. Aber es ist schönes Zeug und das muss auf jeden Fall weg, denn wenn es hier viel zu lange rumliegt, dann werde ich es doch irgendwann benutzen. Also spätestens vier Wochen muss das hier wirklich verschickt sein und verschwunden sein. Was darf, muss ich noch sagen, rechtlich muss ich noch sagen, es gibt für jeden nur einen Gewinn, also wenn man in allen drei Kisten drin ist und ich ziehe jemanden zweimal, der kann leider nur einmal gewinnen. So, wir wollen ja auch ein bisschen Gerechtigkeit haben. So, wie kommt man da ran? Man ruft hier an, man ist in der Sendung, erzählt ein bisschen was, plaudert ein bisschen mit mir und so wie in den letzten Wochen eben auch. Ich sage mal die Nummer, das ist die 05101-911-8952 und wer da einfach jetzt anruft, der kommt bei mir hier in die Sendung, wir unterhalten uns über was ihr wollt, es spielt keine Rolle. Ich bin natürlich ein bisschen neugierig, vielleicht kann ich mal ein Thema vorgeben, was hat der Podcast bewirkt? Hast du jemanden kennengelernt oder mit irgendwelchen Leuten interagiert, über irgendwelche Themen gesprochen, was Neues ausprobiert? Vielleicht ist das ja heute mal ein Thema, probieren wir es mal aus. Und jetzt spiele ich erst mal Summer of '69 und dann gucken wir mal so in guten drei Minuten, ob ich hier jemand in der Leitung habe oder nicht. Die Musik ist zu Ende und es gab ganz viele Anrufer und einen Menschen habe ich annehmen können, mehr geht leider nicht. Und ich begrüße die Isis, hallo.
Isis wunderschönen guten Abend, lieber Sebastian. Hast
Sebastian So, ich habe schon eben gefragt, als die Musik noch lief, Isis, ist das richtig? Und du sagtest ja, wie die Göttin. Und ja, wunderbar. Du bist Mitte 40, darf ich sagen, hoffentlich, wenn nicht ist es zu spät.
Isis du natürlich. Ja,
Sebastian Und, ähm, ja, worüber sprechen wir?
Isis wir sprechen über mein Leben, meine Entwicklung in dem letzten halben, dreiviertel Jahr. Sehr, sehr spannend. Also ich war mein ganzes Leben irgendwie immer brave Hausfrau, Tochter, Abiturientin, halt so Klassikerin. Ich hatte zwar immer wahnsinnig viel Spaß an Sex, aber war immer so ein No-Go, zumindest denke ich mal in unserer Generation war das doch immer noch so ein bisschen hinter vorgehaltener Hand und habe jetzt wirklich durch Zufall, durch einen Glücksgriff nach der Trennung von meinem Ehemann, ich habe tatsächlich geheiratet vor drei Jahren und wir haben uns letztes Jahr im August getrennt, mich komplett neu entdeckt.
Sebastian was war da der Anstoß oder, also da du ja mit BDSM offenbar zu tun hast, ähm, wo kam's her?
Isis Ich weiß, ich höre deinen Podcast schon von Anfang an mit. Wie alle sagen, ich hatte das schon immer in mir, habe das auch wirklich reflektiert, habe viele Erfahrungen in meiner Kindheit, Jugend gehabt, die rückwirkend BDSM-lastig waren, habe das aber nie so für mich verstanden. Nur als Beispiel, es gibt Fotos von mir als 19-Jährige, wo ich Halsband getragen habe, weil es mir einfach gefallen hat. Ich konnte aber diesen Kontext nie herstellen. Ja, und irgendwie kam es dann halt jetzt tatsächlich dazu, dass ich festgestellt habe, das ist doch eine Lebensform, die ich gerne fortführen würde oder ausbauen möchte.
Sebastian Okay, dann frage ich doch erst mal, spielst du oben oder unten?
Isis Sehr spannende Frage. Also eigentlich bin ich die Sub mit einem sehr großen Hang nach oben. Also ich bin so, ich glaube, der klassische Switcher. Ich finde mich da gerade. Ich finde mich ja generell gerade. Ich glaube, ich spiele beides vor
Sebastian Okay, ja, das ist doch wunderbar, also alle Möglichkeiten. Und du hast jetzt, wann jetzt tatsächlich angefangen, mit jemandem das bewusst zu leben oder zu spielen?
Isis einem halben Jahr.
Sebastian Vor einem halben Jahr, okay.
Isis Also
Sebastian Okay,
Isis ganz frisch, ganz neu, die Beziehung gibt es auch nicht mehr. Ich habe jetzt gerade seit ganz frisch einen neuen Partner, der meine Dualität akzeptiert. Also ich muss dazu sagen, ja, wie gesagt, ich lebe in meinem Privatleben eine sehr dominante Seite, die ich eben auch nicht immer von meinem Privatleben trennen kann und möchte. Deswegen ist so diese Dualität, ich liebe es, mich hinzugeben und mich fallen lassen zu können, aber eben auch, ich kann auch die Peitsche auspacken. Und deswegen möchte ich so gerne beide Seiten bespielen. Ich
Sebastian Und ja, das hat funktioniert. Also wie kommt man denn zu dem ersten Mensch, mit dem man dann auch tatsächlich spielen kann? Das ist ja immer nicht so einfach. Zumindest da gibt es viele Menschen, die klagen darüber, dass sie niemanden finden.
Isis glaube, wir Frauen haben da relativ wenig Probleme.
Sebastian Meinst du? Wie
Isis Also Joyclub, Tinder habe ich beides regelmäßig wieder abgestellt, weil es mir zu anstrengend wurde, weil die Flut einfach zu groß war. Also die Auswahl ist definitiv da. Ja,
Sebastian hast du da jemanden ausgewählt? Also du musst ja irgendwie ihn dann reingelassen haben und gesagt haben, okay, der ist interessant, der Mensch. Ah,
Isis spannende Frage. Ich glaube, wenn man in einem, klingt jetzt auch blöd, alter ist, wie wir es sind, kannst du relativ schnell die Spreu vom Weizen trennen. Da stellst du zwei, drei, also auch wenn du unerfahren bist, so wie ich, da muss einfach nur Menschen erfahren sein. Zwei, drei gezielte Fragen und du weißt genau, ob dein Gegenüber real ist und wirklich existiert und das lebt, was es propagiert oder ob es ein Fake-Account ist. Also
Sebastian okay. Und wonach hast du gesucht? Also was waren so die Dinge, wo du sagtest, also das muss mein Gegenüber aber schon haben, damit das interessant wird.
Isis ich habe tatsächlich nach einem dominanten Partner gesucht, der jedoch akzeptiert, dass ich eben auch die zweite Seite in mir trage, mein zweites Gesicht, mein Zwilling, ich bin Zwilling und das lebe ich auch tatsächlich. Tatsächlich, ja, und das ging eigentlich relativ einfach, weil, muss ich dir nicht sagen, du fragst zwei, drei Sachen ab und jemand, der sagt, ja, nee, akzeptiere ich nicht und du hast mich sofort mit sie anzusprechen und nee, funktioniert das bei mir einfach so nicht.
Sebastian Okay, und das hat jetzt auch, ja, gab es nur positive Überraschungen jetzt und Erlebnisse? Oder, ja, also wie hat sich das für dich dargestellt jetzt die letzten sechs Monate?
Isis Anstrengend, schwierig. Schwierig.
Sebastian Oh, okay.
Isis Ja, weil du einfach, da sind wir jetzt bei dem Klassiker, du kriegst über die diversen Portale als Frau, wenn du da online bist, ungefragt Schwanzbilder. Ja, hi, ich bin der Harry, das ist mein Schwanz.
Sebastian Ja, das ist doch immerhin, muss man nicht so viel lesen, ne?
Isis Ja, aber es ist halt nicht unbedingt die Basis. Ich weiß, also ich komme aus der Medizinbranche, ich weiß, wie Penisse aussehen. Danke für das Gespräch. Ist nicht so unbedingt das, was ich mir für einen Einstieg für eine Beziehung wünsche.
Sebastian Also ich kann ja, ich kann dich beruhigen, ich habe auch schon Schwanzbilder geschickt bekommen.
Isis Ach, das freut mich.
Sebastian Zwar nicht auf dem Podcast-Account, da muss ich immer noch gestehen, dass das unglaublich ist, wie diszipliniert die Menschen sind, was die sich für eine Mühe geben, wenn die mir eine Mail schicken, wo ich denke, mein Gott, das ist ein bisschen kürzer, hätte es auch getan, du musst gar nicht so höflich und so förmlich sein, mein Gott, aber ich freue mich trotzdem jedes Mal wieder.
Isis Ja, aber ein bisschen Höflichkeit und Förmlichkeit wäre dann schon angebracht.
Sebastian Ja, man freut sich auch drüber, gar keine Frage.
Isis Und nicht mit, hi, ich bin der Harry und das ist mein Dick. Ja, also, sei mir nicht böse, aus dem Alter bin ich raus. Ich weiß, wie Schwänze aussehen.
Sebastian Okay, also ein Foto vom Gesicht wäre vielleicht spannender, wenn die Leute kein Gesichtsbild irgendwie im Profil drinstehen haben, dann wäre das doch so ein bisschen,
Isis Richtig. Oder einfach eine nette Aussage oder eine nette Ansprache und nicht irgendwie im zweiten Chatverlauf eben das Schwanzbild.
Sebastian okay. Aber du hast trotzdem dennoch jemanden gefunden, wo du sagst, okay, das passt, das funktioniert und hast dann, ich sage mal so, irgendwann kommt ja immer der Moment, da kriegt man das erste Mal was auf den Popo.
Isis Ja, hatten wir schon.
Sebastian Und wie ist das so in dem Moment? Weil das widerspricht deiner Erziehung ja dann durchaus auch ein bisschen, auch deinem Bild von dir selbst erst mal
Isis Da gebe ich dir recht, ist sehr, sehr spannend. Aber ich kann mich da tatsächlich komplett fallen lassen. Aber sehr lustig, immer mit einem Grinsen im Gesicht. Also wurde schon bemängelt. Du grinst ja immer noch.
Sebastian bemängelt.
Isis Du zuckst fast weg, aber du grinst noch. Ja, ich grinse noch, weil es mir gefällt. Aber weil ich drüber, also ich, ja, nein, ich stehe nicht drüber, ich habe Spaß dran, mir gefällt das, ich werde auch sexuell erregt dabei, aber ich grinse halt dabei.
Sebastian gut, das ist ja auch, das ist jetzt dann die Frage, ob dein Gegenüber das möchte. Auf der anderen Seite, wenn du damit signalisierst, das gefällt dir, dann kann das ja schon mal nicht so schlecht sein. Wie weit bist du denn in diesem, das ist so momentan immer so Thema Konsens und auch die Theorie bei dem Ganzen, die dahinter steht. Hast du dich da eingelesen oder wo kam das alles her?
Isis Ja, ich habe mich natürlich, also ich habe meinen ersten, ich nenne es jetzt mal ganz böse, meinen ersten Kerl eben vor einem halben Jahr kennengelernt. Es ging relativ schnell, war sehr, sehr schön, war sehr, sehr heftig, hat leider sehr abrupt und sehr unschön geendet. Natürlich, ich meine, wir sind ja keine 20 mehr, habe ich mich angefangen, sehr schnell in die Thematik einzulesen, mich damit zu beschäftigen. War zauberhaft, also coole Nummer, weil ich irgendwie ständig Kopfkino hatte und in jeder freien Minute mit dem Handy auf diversen einschlägigen Seiten unterwegs war, um mir Infos zu holen. Und ja,
Sebastian ich warte noch darauf, dass irgendwer erzählt.
Isis gebe
Sebastian Also ich würde BDSM ja manchmal so ein bisschen mit Beschaffungskriminalität vergleichen, weil man irgendwie in unmöglichen Momenten doch nochmal aufs Handy linst, ob da eine Antwort gekommen ist. Und wie so ein Teenager agiert man da plötzlich wieder, ne?
Isis ich dir völlig recht, ja, genau, man ist wieder 16 und hat irgendwie keine Ahnung vom Vögeln, also gefühlt und
Sebastian Ja.
Isis frickert sich da komplett neu rein und es ist wahnsinnig spannend und sorgt also auch am Arbeitsplatz, So kann ich jetzt von mir reden für Momente, wo du sagst, gerade ein ungünstiger Moment, um jetzt nass zu werden. Aber ist halt so, weil wir haben jetzt gerade in der Mittagspause in diversen Foren gelesen und sich irgendwie wieder schlau gemacht und du kriegst wieder Kopfkino. Ja, spannend. Erstaunlich.
Sebastian Okay, wo soll es denn hingehen? Gibt es was, wo du sagst, oh, das möchte ich total gern erleben? Also gibt es irgendwas, wo du sagst, dein Kopfkino, das ist noch hungrig, das muss noch sein.
Isis Also mein Kopfkino wäre jetzt einfach schon mal wirklich richtig gut gefickt. Entschuldige bitte den Ausdruck.
Sebastian Du kannst das hier sagen, das ist kein Problem.
Isis Das weiß ich. Und das ist zauberhaft, wenn das einfach mal mit dem richtigen Partner, ich sage jetzt bewusst Partner, nicht Dom klappen würde, weil ich ja wie gesagt wahnsinnig gerne beide Seiten bespielen möchte. Und wenn das jetzt einfach mal so hinhaut und wir die Möglichkeit haben, das so auszuleben wie Arschloch, ich mir das vorstelle, ja, und man vielleicht auch irgendwann sich wieder daten kann oder auf Veranstaltungen gehen kann und ich da einfach tatsächlich anfangen kann, mich so auszutoben, wie ich das gerne möchte.
Sebastian Okay, ja, an der Stelle drücke ich doch einfach mal die Daumen, dass das auch klappt und dass das auch bald klappt und funktioniert. Dem steht ja im Grunde nichts im Weg.
Isis Nein, also bis auf Covid-19 und Partyverbot steht mir momentan zum Glück nichts im Weg.
Sebastian Ja, das wird ja irgendwann rumgehen.
Isis Ja, ja, alles gut.
Sebastian Ich weiß nicht, bist du gerade im Chat tatsächlich auch mit drin?
Isis Ja, bin ich natürlich auch.
Sebastian Ja, wunderbar, also wenn sich da jemand findet, einfach mal anschreiben. Bitte keine Dickpics schicken. Funktioniert nicht. Wobei, ich würde tatsächlich einfach aus Trotz sagen, so jetzt kriegst du aber, und dann nicht nur eins, sondern 200 von den Bildern.
Isis Nein,
Sebastian Und dazu die Info.
Isis die kommen in meine Sammlung, alles gut.
Sebastian Genau.
Isis Ich habe schon einen ganzen Ordner davon.
Sebastian dazu die Info. Und da irgendwo in einem der 200 Bilder ist auch ein Gesichtsfoto von mir. Du kannst die jetzt alle einzeln öffnen. Viel Spaß.
Isis Ich danke dir, Sebastian. Wundervoll.
Sebastian Ja, also da ist es ganz ehrlich. Da bin ich dann auch wieder so ein bisschen so man muss ja immer irgendwie Quatsch machen und irgendwie ein bisschen bekloppt sein.
Isis Nein, ich bin da ja auch völlig tiefenentspannt, ja. Und ich antworte auch auf diese Bilder meistens tiefenentspannt, ja. Dann kriegen die halt ein Foto von meiner, weiß nicht, Zimmerpflanze zurück oder so.
Sebastian Das ist eine gute Idee tatsächlich.
Isis Ja, also man kann das ja auch sehr entspannt beantworten. Und man muss es ja auch nicht immer persönlich nehmen. Nur es ist halt einfach so die Nummer, hey, Leute, Kerle, ich weiß, wie ein Schwanz aussieht. Und darum geht es mir ja gerade eigentlich gar nicht. Mir geht es um das emotionale Kopfkino und nicht um euren Penis, ja.
Sebastian Ja, das ist aber, ich glaube, das ist an der Stelle auch Unbeholfenheit oder das ist halt eine Grenzüberschreitung, wo man auch da ein bisschen Kopfkino hat, oh, ich schicke jetzt dieses Bild und weiß, kann ich nicht genau, vielleicht kann ja mal jemand hier anrufen, der irgendwie sagt, hier, ich schicke irgendwie am Tag 20 Leuten meinen Penisbild und erklärt mal, warum er das tut und wie die Erfolgsquote ist, denn ich glaube, die gibt es.
Isis Natürlich gibt es sie bestimmt und ich habe auch kein Thema, ich bin jetzt auch mal ehrlich, ja, ich habe auch kein Thema damit, wenn ich mit einem Typen irgendwie schon zweimal telefoniert habe und seit drei Tagen, fünf Tagen schreibe und man schickt sich irgendwie erotische Bildchen hin und her und irgendwann kommt dann das Penisbild, ja, ist eine ganz andere Ebene, aber so dieses, hallo, ich bin der Klaus und das ist mein Penis, ja,
Sebastian das ist ja dann auch trotzdem mal, das ist ja wenigstens mal witzig, da kann man mal in der Mittagspause mal herzhaft lachen. Hier, Gentledom schreibt was, klingt immer wieder toll, wenn Menschen, egal welchen Alters, durch BDSM aufblühen, man spürt echt die Vorfreude und Freude und da stimme ich auch einfach mal zu.
Isis Dankeschön, mach
Sebastian Wir machen jetzt folgendes, Ich werde dich jetzt schon verabschieden. Ich gucke, dass ich so ein paar Menschen auch hier in die Sendung reinlassen kann.
Isis das, das
Sebastian Wenn du möchtest, du schickst mir bitte, bitte eine E-Mail mit einem Musikwunsch, den ich beim nächsten Mal für dich spielen kann.
Isis mache ich von Herzen gerne, Sebastian,
Sebastian Wunderbar. Und dann hast du drei Lose von mir. Die darfst du jetzt verteilen auf ein Nadelrad, ein wirklich schönes Baumwollseil und auf so Nippelsauggeräte. Und da kannst du sagen, hier alles in einen Topf oder gleichmäßig verteilen, wie du möchtest. Das kannst du mir jetzt sagen, dann notiert das Podcastsubbie, so wie das fleißig.
Isis schön, verteilt es gleichmäßig.
Sebastian Okay, einmal gleichmäßig verteilen, wird gemacht. Und trotzdem brauche ich eine E-Mail von dir, damit ich dann, wenn du gezogen wirst, damit ich dir auch irgendwas zukommen lassen kann. Okay. Komm mal her. Du hast das noch nicht gehört, aber den kriegst du jetzt. Einen ganz dicken Knutsch. Der ist von Isis. machen wir. Und ich drücke dir einfach die Daumen, dass du ganz viele schöne Dinge erlebst. Und ja, vielleicht sprechen wir uns dann nochmal wieder, vielleicht in einem Jahr. Ja, und dann erzählst du mal, was so passiert ist in der Zwischenzeit. Und da bin ich schon sehr gespannt drauf.
Isis Ich freue mich drauf. Einen schönen Abend noch.
Sebastian dir auch.
Isis Bis dann.
Sebastian Tschüss.
Isis Bye. Ciao.
Sebastian So, das war die Isis. Ach, schön. Ich finde das immer schön, wenn Menschen das entdecken und sich einfach nochmal so wieder, einfach so richtig, ja, wenn sie einfach Spaß haben, ne? So, jetzt haben eben mehrere Menschen angerufen. Ich sehe jetzt in der Liste, ich glaube, fünf oder sechs oder so. Ich würde sagen, Leitung ist wieder offen. Ansonsten würde ich hier mit Rückrufen anfangen. Okay, da habe ich doch einen. Ich stelle mir jetzt einfach mal hier eine Nummer ein. So, gucken wir mal, ob der Mensch rangeht. Der kriegt wahrscheinlich erstmal einen Riesenschreck, wenn er plötzlich hier live auf Sendung ist. Wir gucken mal, es klingelt und tutet ganz fürchterlich laut.
Ches Hallo. Cool.
Sebastian Hallo, hier ist Sebastian und du bist live auf Sendung bei der Kunst der Unvernunft.
Ches Hat geklappt.
Sebastian Hat geklappt, ja. Ja, hi, mit wem spreche ich?
Ches Ich bin Ches. Also im Chat heiße ich Ches. Ja, und ich bin eine der vielen Neulinge, die im Dunstkreis deines Podcasts so abhängen.
Sebastian eine der vielen Neulinge. Okay, so, okay, wo kommen denn die ganzen Neulinge her?
Ches also ich habe immer das Gefühl, soll ich überhaupt anrufen? Ich habe so viel gar nicht zu erzählen. Und dann rufen teilweise noch andere, die neu sind, an. Und dann denke ich mir, okay, eigentlich wurde schon alles gesagt, was ich sagen könnte. Und dann hattest du vorhin gefragt, was eigentlich der Podcast selber für eine Bedeutung hat. Da dachte ich mir, ey, dazu kann ich was sagen.
Sebastian so, also dadurch, dass ich jetzt ein Thema in den Raum geworfen habe, dadurch fällt es leichter anzurufen. Ich dachte, das schränkt das immer nur ein, interessant.
Ches Einmal war das da auch, aber dann hat es diesmal geklappt. Das
Sebastian okay, ja, dann, okay, dann frage ich doch einfach mal, welche Bedeutung hat es denn?
Ches war quasi für mich so die Brücke, zu dem ich interessiere mich dafür und ich traue mich mal in die Szene, weil es fällt mir teilweise online noch schwerer, Kontakte zu knüpfen als im Real Life, aber auch im Real Life schwer.
Sebastian Ja,
Ches Ja, dann habe ich halt angefangen mit einem sehr guten Freund, der in der Szene aktiv ist, das ein bisschen auszuleben. Aber habe mich nie getraut, da irgendwie was zu machen. Und ja, dann wurde halt in deinem Podcast und auch bei Coco und Marc so schön von den vielen Menschen erzählt. Und so viele Menschen haben so schöne Sachen erzählt. Und da dachte ich, boah, da will ich Teil dieser Szene sein. und habe dann die SMJG angeschrieben und dann kam Corona.
Sebastian ja, und dann kam Corona. Darf ich erst mal fragen, wie alt bist du eigentlich? Darf ich das fragen? Jetzt
Ches Ja, natürlich, ich bin 22. Ganz
Sebastian notiere ich mir hier natürlich. Okay, du hast es also noch auf keinen Stammtisch geschafft, weil der Shutdown kam quasi genau zum falschen Zeitpunkt.
Ches genau, ja, leider.
Sebastian Okay, wie hast du das jetzt überbrückt? Ah
Ches Naja, durch den Podcast und durch Menschen, die den auch hören und eine gewisse Telegram-Gruppe gegründet haben.
Sebastian ja, die gewisse Gruppe.
Ches Ja, ja, kann
Sebastian Alles gut. Gut, okay, also du bist also jetzt im Gespräch und kriegst am Tag auch etwa tausendmal auf deinem Handy irgendeine Nachricht, dass irgendwer was geschrieben hat, juhu.
Ches Ich kann gar nicht alles lesen.
Sebastian Ja gut, man muss ja auch nicht alles lesen, aber inwieweit, also ist ein Stammtischersatz, kannst du ja nicht sagen, hast ja noch keinen besucht, ne?
Ches Ja, also es werden ja so Zoom-Stammtische da immer mal wieder gemacht und ist halt auch schön, weil man dann mit Leuten reden kann und die Leute direkt fragen kann, aber es ist halt irgendwie was anderes, so mal so Einzelgespräche zu führen, sich so zu verquatschen, weil teilweise sind da über 20 sind es auf jeden Fall meistens und dann, ja, ist halt ein Thema. Macht Spaß, aber ich würde halt gerne so auch Leute in Einzelgespräche verwickeln.
Sebastian Ja, das ist natürlich so ein Stammtisch, da hast du dann jemanden neben dir sitzen und gegenüber von dir und rechts und links und überhaupt und willst du mit den Leuten, willst du Fragen stellen, willst du erzählen oder was brennt dir denn so auf der Seele, wo du sagst, darüber will ich sprechen?
Ches Ja, beides. Also es ist natürlich, ich bin noch nicht mal seit einem Jahr dabei, also probiere das so aus und einerseits ist so dieser Drang, ey, ich will Leuten darüber reden, wie geil ich das finde und andererseits will ich halt von ganz vielen Leuten hören, was die so machen und wie die das sehen und ja, boah,
Sebastian Was findest du denn so geil? Was interessiert dich denn? Was ist denn das, wo du sagst, das ist total spannend? Du
Ches ist schwierig, weil ich gar noch nicht so viel ausprobieren konnte. Aber ich, oh
Sebastian ja Kopfkino bestimmt.
Ches ja, also,
Sebastian sehr diskret danach zu fragen, ich gebe es ja zu.
Ches ja, also vor allem so Machtverhältnisse, das ist eigentlich gar nicht so konkret, was wir da machen, sondern einfach so dieses, ich habe dieses Machtverhältnis, ich ordne mich unter und schalte dabei meinen Kopf komplett ab. Das finde ich super. Und langsam merke ich, dass ich bestimmte Dinge mag, von denen ich nicht dachte, dass ich die mögen würde. Ich hätte zum Beispiel nicht gedacht, dass ich auf Schmerzen stehe. Auch wenn ich wusste, dass ich BDSM an sich gut finde, kam das mit dem Schmerz erst irgendwann. Irgendwann.
Sebastian also es ist dann so die Frage, ich weiß nicht, da führt manchmal, glaube ich, eins zum anderen. Da ist dieses, ich kriege Befehle und dann handele ich danach, aber dann kommt der nächste Gedanke ist, ich mache das auch mal nicht, weil wer ist denn das überhaupt? Und dann muss der ja aktiv werden. Ich glaube, da kommt so eine ganze Kaskade an Gedanken immer nacheinander und am Ende des Ganzen steht immer irgendwie, man kriegt Hau.
Ches Ja gut, da habe ich das Glück, dass ich meinem aktuellen Spielpartner, das ist auch mein bester Freund, sehr nahe stehe und der da sehr vorsichtig immer war und immer, wenn wir etwas Neues gemacht haben, erst mal gefragt hat, wollen wir das machen und so langsam herangetastet hat. Und da habe ich schon ziemlich Glück, dass ich den getroffen habe. Ich glaube, ohne den hätte ich das auch nie entdeckt. Das
Sebastian Okay, also er hatte eher dann so die Idee, komm, lass mal was machen? Oder wie kam es denn so zu einer ersten Spielsituation?
Ches kam ein bisschen damit, ich bin jetzt seit fast vier Jahren in einer Vanilla-Beziehung und wir sind beide sehr unerfahren allgemein sexuell, haben dann irgendwann gedacht, wir wollen mal die Beziehung öffnen, dass wir Erfahrung sammeln können. Ja, und ich hatte mit diesem Freund schon sehr viel über das Thema BDSM geredet. Und dann habe ich ihn quasi sehr schüchtern gefragt, du, könnten wir das vielleicht auch mal machen? Und am Anfang war ich so schüchtern, als er mich dann gefragt hat, was findest du denn interessant, war ich so überfordert. Also, naja, so Fesseln zum Beispiel. Das war das Erste, was mir eingefallen ist. Und dann kam er mit den Ideen so ein bisschen. Ja, okay. Ja, und dann nach einiger Zeit bin ich eben auf die Podcasts gestoßen. Und dann ging es richtig gut. Dann kam ich mit meinen Ideen und meinem Input. Und können wir das machen? Können wir das machen? Und da kommen wir gar nicht hinterher. Ja,
Sebastian Okay, also ja, das ist so, ja, fängt langsam an, aber wenn man dann diese Schwelle überschreitet, dass man selber auch Ideen entwickelt und einfließen lässt. ist. Wobei auf der anderen Seite ist natürlich dann dein Spielpartner der Mensch, wo du sagst, hier, guck mal, ich hab wieder eine neue Idee, komm, mach mal. Ja, was sagt der denn dazu? kommt auch irgendwann an seine Grenzen und sagt, hier, Moment, mach nicht ganz so schnell, bitte.
Ches ich habe wirklich mal eine Liste geschrieben, damit er da mal raufgucken kann, falls er mal wieder eine Inspiration braucht.
Sebastian Hast du die da? Würdest du die verlesen? Entschuldigung. Ich bin immer unglaublich neugierig.
Ches Die ist auf dem Handy. Ich gucke mal, ob das klappt, wenn ich Lautsprecher mache.
Sebastian Oh, bitte kein Lautsprecher, dann verzichten wir lieber auf die Liste, als dass wir dieses Lautsprecher-Geklirre hier haben.
Ches Okay, also klingt gerade schlecht.
Sebastian Es geht. Es ist okay.
Ches Okay, dann mache ich es gleich wieder aus, wenn ich die gefunden habe. Ja,
Sebastian Du wirst Du musst ja bestimmt wissen, was da so draufsteht. Du musst die ja jetzt nicht komplett vorlesen. Das wäre ja jetzt auch ein bisschen privat. Ach, lies.
Ches also unter anderem steht so ein Jagd-Szenario drauf, was ich gerne mal machen würde, was halt nur geht, wenn irgendwie mal, weiß ich nicht, ein abgelegenes Waldstück hat. Also ich werde gejagt und gefangen, ja, und
Sebastian Und dann genommen.
Ches dann, ja, dann liegt das in der Fantasie meines Partners, was er da machen will. Wie
Sebastian was ist da jetzt für dich der Reiz? Ich meine, das ist Wald und Sommer und da sind Mücken und möglicherweise hast du ja nichts an und es piekst alles. Also jetzt so rein vernünftig gesehen, ist das doch ein höchst unsexiges Szenario.
Ches kommst du bitte auch vernünftig?
Sebastian Ja, gute Frage.
Ches Nein, einfach dieser Kick, dieses, man läuft weg, man wird gejagt und irgendwann, man weiß ganz genau, man will ja eigentlich auch verlieren, Man will gefangen werden, aber das
Sebastian Ja,
Ches mit den Mücken und dem Pieksen, das war jetzt noch gar nicht so drin. Aber ich glaube, das muss man halt mitleben, ne?
Sebastian ich würde mich jetzt auch wirklich schlecht fühlen, wenn ich dir das jetzt, deine Fantasie quasi schlecht geredet hätte mit einem Satz.
Ches Nee, nee.
Sebastian Aber jetzt, ich komme immer mal wieder zur Einordnung, wenn du sagst, okay, ich spiele unten, ich bin Sub, ist das alles oder sagst du, ach komm, die andere Seite ist ja auch irgendwie spannend.
Ches Irgendwie schon. Aber ich fühle mich da irgendwie nicht sicher genug, dass ich jetzt sagen würde, ich habe einen Menschen unter mir. Und ja, es ist, glaube ich, auch so ein bisschen eine Verantwortung, die man hat, vor der ich mich ein bisschen scheue.
Sebastian Ja, aber auf der anderen Seite würdest du den Menschen ja was Gutes tun, denn dein Spielpartner hat ja auch dich unter sich und das gefällt dir ja.
Ches Ja, also ich habe auch schon mal mit dem Gedanken gespielt, aber ich glaube, ich würde da gerne noch ein bisschen länger einfach Erfahrungen unten sammeln, bevor ich da mich dran traue.
Sebastian Okay, das ist ja kein Problem. Ich sag noch was hier, M&A schreibt, was ist, wenn sie aus Versehen zu gut im Weglaufen ist? Ich glaube, das passiert dir nicht, ne? Dann stolpert man im Zweifel nochmal.
Ches Ja, genau. Dann bin ich vielleicht mal umgeknickt und kann nicht mehr so schnell laufen oder sowas.
Sebastian Oh, da musst du aufpassen, wenn dein Gegenüber dann besonders fürsorglich ist, sagt er, ja, oh Gott, jetzt kümmern wir uns erstmal um deinen verstauchten Knöchel und dann ist alles ganz liebevoll.
Ches Oh ja, stimmt.
Sebastian Und alle Vorbereitungen sind für die Katz.
Ches Das ist
Sebastian Es gibt so viele Möglichkeiten, wie sowas in die Richtung gehen kann, die irgendwie nicht so geplant ist? Ist ja auch die Frage, wenn man so ein Drehbuch hat, ist ja auch wieder blöd. Du hast schon ganz richtig gesagt, das obliegt dann deinem Gegenüber, was dann passiert. Ich glaube, das ist auch die einzige Möglichkeit, wie sowas auch tatsächlich Spaß machen kann.
Ches eine der ersten Erfahrungen, die ich dann gemacht habe. Wenn man zu viel Drehbuch im Kopf hat, dann klappt gar nichts. Wir
Sebastian Und das mag ich jetzt noch wissen, bevor ich mich hier von dir verabschieden muss. Was für ein Drehbuch hast du denn da im Kopf gehabt? Ja
Ches wollten einfach so ein Rollenspiel ausprobieren, so dieses klischeehafte Schulmädchen-Rollenspiel. Aber ich wollte meinen Partner in einer bestimmten Art spielen sehen. Er hat sich irgendwie was anderes vorgestellt, wie er spielt. Ich wollte ihn halt als sehr überdominant, ich weiß nicht, ob das das richtige Wort ist, Ich wollte einfach ein größeres Machtgefälle vom Anfang an haben als er. Ich wollte mehr so dieses, man verführt das Mädchen mit Schmeicheleien oder so und danach kommt erst die Erniedrigung. Und ich wollte von Anfang an das klar, wie wir zueinander stehen. Und das hat mich irgendwie ein bisschen rausgeworfen. Und wenn es nicht raus war, war er raus. Und was
Sebastian gut, aber so eine Erfahrung muss man glaube ich machen, damit man ja dann eben auch gucken kann, wie kann ich das vermeiden. Aber ist natürlich dann auch blöd, wenn dann die Fantasien dann so ein bisschen aneinander vorbeigehen, das gebe ich auch ehrlich zu.
Ches ich auch jetzt in der Zeit gelernt habe, zu kommunizieren, also noch mehr zu kommunizieren. Also BDSM ist Kommunikationstraining.
Sebastian das glaube ich auch tatsächlich. Ich glaube auch, dass die 10, 12 Jahre Stammtisch mir echt geholfen haben, diesen Podcast hier zu machen, weil man sitzt halt jede Woche da und quatscht vier Stunden über irgendwas mit Leuten, was theoretisch ein Thema ist, über das man normalerweise nicht mit Menschen, die man nicht kennt, redet.
Ches Ja,
Sebastian Und ja, liebe Ches, ich würde sagen, ich mache hier die Leitung mal wieder so ein bisschen frei, aber ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du unglaublich viel Spaß hast und Erfahrungen sammeln kannst und dass die SMJG auch bald wieder verfügbar ist und dass du dann einfach mal mit Leuten so quatschen kannst, wie du magst, dass du alle Fragen stellen kannst. Und ich drücke dir einfach die Daumen.
Ches Dank.
Sebastian Bevor du auflegst, auch von dir hätte ich gerne eine E-Mail mit einem Musikwunsch. Du darfst dir aussuchen, was du möchtest.
Ches Oh, okay.
Sebastian Und natürlich schmeiße ich dich auch in ein bis drei Losboxen. Du musst mir nur sagen, in welche. Was würdest du gerne ausprobieren? Ich habe hier ein wunderschönes Seil, ein Nadelrad und diese Nippelsauger.
Ches Eigentlich alles.
Sebastian Eigentlich alles. Dann schmeiße ich dich in alle drei Töpfe rein.
Ches Super, danke.
Sebastian gucken wir mal, was passiert.
Ches Ja,
Sebastian Alles klar. Okay, dann mach's gut. und hab einfach noch einen schönen Abend.
Ches du auch. Tschüss.
Sebastian Tschüss. So, das war Ches. Die Leitung ist natürlich jetzt wieder frei. Ich mache jetzt folgendes, ich spiele jetzt einmal Musik und weil Temel beim letzten Mal angerufen hat, hatte sie natürlich wieder einen Musikwunsch und dann spiele ich mal wieder etwas für Temel. Ich muss es nur finden. Tja, wo ist es denn? Ich glaube, das da ist. Ich glaube, Delight war es. Das müsste Temel jetzt im Chat mal zwischendurch bestätigen, weil ich habe keinen Namen dran geschrieben. Und Und entweder meldet sich jetzt jemand in den nächsten vier Minuten, so ist es tatsächlich, oder ich rufe jemand von dieser Anrufliste an, denn mir ist eben aufgefallen, nein, nicht mir, dem Podcastsubbie wie es aufgefallen ist, vielleicht sollte ich die Leute nicht on-air anrufen, wenn die sich nämlich aus Reflex mit Nachnamen melden, ist das ganz blöd. Also rufe ich jetzt, mache ich Rückrufe jetzt nur noch, während Musik läuft. Ist das ja vielleicht irgendwie sinnvoll. Man lernt ja nie aus. So, jetzt spielen wir Delight. Bis gleich. Ich habe Tessa mitgebracht, die hat nämlich angerufen. Und, ähm, ja, wir haben schon ein bisschen gequatscht, wir hatten ja ein paar Minuten Zeit, ihr Mann hat nämlich ihr offensichtlich gesagt, sie soll anrufen und er will nämlich das Seil abstauben, das wird er kriegen, ähm, wenn er denn aus dem Lostopf kommt, oder nein, sie. Sie, äh, Tessa, hallo.
Tessa Ja, ich darf das jetzt ausbaden, ne?
Sebastian worüber sp... Du musst das ausbaden.
Tessa Ich muss das ausbaden.
Sebastian Wenn du jetzt einfach auflegst, wäre es gemein.
Tessa Er sitzt hier neben mir und grinst.
Sebastian Ja, Grüße.
Tessa Still, still, sagt er, seid still. Ich grüße mal.
Sebastian Wir haben vor ein paar Monaten sogar mal so ein kleines Vorgespräch gemacht. Das heißt, den Spickzettel habe ich jetzt schon wieder rausgesucht, aber du bestimmst, worüber wir heute reden.
Tessa Ja, weiß ich gar nicht. Ich musste ja nur anrufen, weil der Mann mit in den Lostopf wollte. Ja, worüber reden wir?
Sebastian Vielleicht redet der Mann dann einfach mit mir, wenn er unbedingt wollte.
Tessa Nee, wollte er ja nicht. Ich muss ja.
Sebastian das
Tessa Ja, wir können ruhig das Thema aufgreifen, dass du dieses, was macht der Podcast so mit einem macht?
Sebastian also wir stellen erstmal fest, du bist, äh, ich darf sagen, wie alt du bist, ne?
Tessa Ja, darfst du.
Sebastian bist 35 und sub.
Tessa Ja, genau.
Sebastian Okay, und der Mann ist halt der Dom im Haus und deshalb hat er dich ans Telefon geschickt.
Tessa Ja, Chef halt, ne?
Sebastian Ja, gut, kann er ja so machen, ne?
Tessa Ja, so ist das. Deswegen, ja, wird weiter delegiert, ne?
Sebastian Ja, so, dann gucke ich doch mal, was habe ich hier stehen. Also ich habe hier stehen, ihr seid seit 10 Jahren ein Paar
Tessa Ja, genau.
Sebastian ihr habt 4 Kinder.
Tessa Genau. Und spielen aber jetzt erst wieder seit einem Jahr, nee, nicht ganz, ne? Weniger, ein halbes Jahr, dreiviertel Jahr. Ja, ist
Sebastian Okay, dann greife ich doch mal das Thema auf. Wie schafft man es, zu spielen, wenn Kinder im Haus sind?
Tessa gar nicht so einfach. Das ist, ja, also wir spielen halt viel, wenn die Kinder schlafen. Die Kinderzimmer sind weit genug weg, als dass sie uns hoffentlich nicht hören. Maximal der Größte, der 14-Jährige, könnte vielleicht mal was hören. Hat bisher noch nicht danach gefragt. Wir werden jetzt auch nicht danach fragen. Und ja, unsere Deko haben wir als Mittelalter-Deko, in Anführungszeichen, haben wir als Mittelalter-Deko verkauft. Das haben die auch so hingenommen.
Sebastian deshalb sind diese Mittelalter-Märkte immer so voll, weil das einfach Horden von Eltern tarnen müssen.
Tessa Ja, genau. Irgendwie muss man den Kindern das ja verkaufen. Also zumindest den Kleineren. Und die ganz Große, ich habe noch eine 18-Jährige, die weiß es. Die will es nicht wissen, aber die weiß es. Die habe ich ja im Podcast sogar schon mal empfohlen.
Sebastian den hast du ihr empfohlen.
Tessa Ja, da ging es in der Folge um, mit der Autorin, glaube ich, war das, mit der sexuellen Identität.
Sebastian Ja,
Tessa Die fand ich für mich sehr spannend und die hat mich in so eine kleine Sinnkrise gestürzt. Welche Sexualität habe ich denn eigentlich? Bin ich asexuell oder was bin ich denn eigentlich? Mit dem Ergebnis, ich bin eher so reaktionssexuell. und dass es öffentlicher und offener, freier zum Thema gemacht werden sollte. Das war ja so eins der Kernthemen da und das habe ich an sie weitergeleitet. Ich weiß, du willst das gerade überhaupt gar nicht hören und willst auch nicht mit mir darüber reden, aber es ist was, was für Jugendliche vielleicht ganz wichtig ist, dass sie von Anfang an frei damit umgehen dürfen und in Zeiten von dem bösen Buch, Das Buch, ich sage es jetzt nicht, wissen sie ja eh grundsätzlich, was es ist und worum es geht.
Sebastian Also ich greife das nochmal auf. Das war Leonhard Stahlmann. Da ging es um das, sie hat ein Buch geschrieben.
Tessa meinte ich jetzt nicht, ich meinte das andere böse Buch, dessen Namen nicht genannt werden darf.
Sebastian das Buch meintest du. Okay, Entschuldigung, da habe ich das jetzt missverstanden.
Tessa Aber ja, da wissen die jungen Leute, viele junge Leute ja ohnehin, dass es das gibt und was das, so grob zumindest.
Sebastian Alles klar, okay. Okay,
Tessa Die weiß ich nicht, die Variante wissen sie. Und ja, sie weiß es natürlich auch, sie hat die Bücher auch gelesen. Und ja,
Sebastian Vampir-Roman und der BDSM-Roman, ne?
Tessa genau.
Sebastian Ja, okay, aber bleiben wir mal bei dir und bei euch.
Tessa Ja, Twilight, genau.
Sebastian Das heißt, ihr habt jetzt, ihr habt eine Pause gemacht, aber ihr seid irgendwie wieder eingestiegen oder wie kann ich das jetzt verstehen?
Tessa Also naja, eigentlich habe ich selbst mit 23, 24 BDSM kennengelernt, eher aus Versehen, total zufällig.
Sebastian Aus Versehen.
Tessa Ja, tatsächlich aus Versehen. Ich habe mich eigentlich mit so Frauen unterhalten, weil ich nicht verstehen konnte, warum die das machen. Also es wollte überhaupt nicht in meinen emanzipierten Kopf, wieso Frau das macht. Und habe angefangen, mich mit dieser Welt auseinanderzusetzen.
Sebastian Ja,
Tessa Und je mehr ich mich damit auseinandergesetzt habe, umso mehr gefallen habe ich daran gefunden und verstanden, warum, und bin hängen geblieben und ja, so bin ich da reingeraten. Also gar nicht unbedingt aus einer eigenen, wo ich sage, ich hatte schon immer Fantasien als Kind oder so, das kann ich jetzt so nicht sagen, sondern tatsächlich eher aus Versehen reingestolpert und da geblieben. Auch gut, ne?
Sebastian also das finde ich tatsächlich spannend, weil, das haben mir schon mehr Menschen erzählt, dass sie dann jemand, jemand anderes hat erzählt, was er da so macht und das war dann so spannend oder ist irgendwie im Kopf hängen geblieben, dass man dann weiter danach gesucht hat, ne?
Tessa Ja, dass man anfängt sich, ja, also ich bin, den Joyclub darf man ja glaube ich nennen, ne?
Sebastian ne?
Tessa Und wenn man da so unterwegs ist auf den Seiten, dann, man landet automatisch immer irgendwann auch im BDSM-Bereich und ich habe halt versucht, also ich habe mich zu der Zeit ganz generell sehr viel mit mir und meiner Sexualität auseinandergesetzt und auch mit den ganzen Spielarten, die es so gibt, auch mit dem NS-Bereich und so. Ich wollte einfach verstehen, warum Menschen so ticken und warum die das machen und ja, und manches blieb hängen und manches nicht und ja, BDSM war eben ein sehr großes Thema dann irgendwann und ja.
Sebastian und warum machen Menschen das? Hast du eine Antwort auf diese Frage gefunden?
Tessa Bei BDSM, warum sind Menschen pervers? Nein. Das nicht. Aber im NS-Bereich zum Beispiel, da gibt es dann natürlich, warum sie das mögen. Klar gibt es da Antworten drauf.
Sebastian Okay, warum mögen Menschen NS?
Tessa Ja, Ja, weil es warm ist, weil es prickelt, weil es manche des Tabubruchs wegen, also es gibt verschiedene, genau wie im BDSM, verschiedene Beweggründe, aber das waren so die Antworten, die ich bekommen habe. Das warme, prickelnde Gefühl auf der Haut war eins davon. Kann ich nicht nachvollziehen, das ist einfach nicht meine Welt, aber ich kann nachvollziehen, dass andere das so sehen zum Beispiel.
Sebastian Ja gut, aber dass man diese Toleranz hat und sagt, okay, du hast deine Beweggründe, etwas gut zu finden, dann hab Spaß damit, das ist ja immer erstmal schön, ne?
Tessa War das verständlich? Ja. Ja, und das war so, ja, ich habe, und das habe ich mit ganz vielen sexuellen Bereichen gemacht vor der Zeit und habe eben versucht, in den Gruppen aktiv zu sein und mich damit auseinanderzusetzen. Und so bin ich beim BDSM hängen geblieben.
Sebastian Okay, und jetzt aber, jetzt könntest du nicht mehr ohne.
Tessa Nee, jetzt nicht mehr. Also ich habe es dann eine Weile gemacht, weiß ich nicht, ein, zwei Jahre circa. Und dann, ja, gab es eine böse Trennung. Und wie es halt manchmal so läuft im Leben. Dann habe ich meinen jetzigen Mann kennengelernt. Da war das am Anfang ganz, ganz, ganz cooles Thema und dann irgendwie nicht mehr. Dann war es weg.
Sebastian Oh.
Tessa Und dann kamen die Kinder und ja, dann kam ja auch meine Therapie. Also es gibt halt bei mir auch noch einen Hintergrund, einen Borderline-Hintergrund und so. Wir könnten eine ganze Sendung füllen, deswegen lassen wir es raus jetzt gerade.
Sebastian wir ja machen, aber ich glaube, heute bleiben wir so thematisch ein bisschen eng begrenzt.
Tessa Genau, weil das die Zeit nicht... Und ja, es gab halt so ein paar Gründe, warum wir nicht gespielt haben. Aber es hat gefehlt immer. Also nie so richtig bewusst, aber es hat immer gefehlt. Es war ähnlich, wie Tanja Russ es gerade gesagt hat. Man merkt einfach, es fehlt was. Ich habe auch immer mehr und mehr Dominanz eingefordert. Und ja, ich finde, da trifft das Vanilleeis wieder ganz gut. Das ist okay, das kann man tun, das ist ganz lecker, aber halt nichts Besonderes. Und ja, da hat immer so der Kick gefehlt. Ja,
Sebastian Ja, das ist ja auch diese Einordnung, dass man sagt, das ist eine eine sexuelle Identität, denn wenn ich es weglasse, geht es mir schlecht. Und zwar auch körperlich und seelisch schlecht.
Tessa das würde ich jetzt so nicht, so krass würde ich es jetzt nicht sagen bei mir, aber es fehlte immer irgendwas. In dieser ganzen Beziehung fehlte irgendwie was. Ja, heute wissen wir was.
Sebastian Jetzt haben wir einen Vor- und einen Nachteil. Wir haben ein Vorgespräch geführt, hatten wir sogar einen Aufnahmetermin schon geplant. Ich glaube, so weit waren wir noch nicht gekommen.
Tessa Nee, so weit waren wir nicht gekommen, genau, weil das so ein bisschen schwierig war, ja.
Sebastian genau. Da steht auch was drauf, dass ich sage mal nur der Hobby-Tischler
Tessa Der Hobby-Tischler, ja. Ich wusste nicht, ob wir Werbung machen dürfen.
Sebastian nein,
Tessa Deswegen habe ich es jetzt raus.
Sebastian Nein, also sagen wir mal so, da ist jemand im Haus, der baut Dinge für böse Menschen,
Tessa Ja, genau, der baut Möbel.
Sebastian wie mich, und da wir werden, wenn wir diese Sendung endlich aufnehmen, und das wird uns ja wohl irgendwann gelingen, wenn wir, es lockert sich ja gerade alles wieder, das Dumme ist nur irgendwie meine, die möglichen Sendungstermine, ich glaube, ich müsste mal drei Monate Urlaub nehmen und jeden Tag rumfahren.
Tessa Ja.
Sebastian Das wird, sobald das wieder alles offen ist, werde ich anfangen und dann geht das Planen los und dann muss ich einfach mal gucken, nach welchem Modus ich das mache und ich habe das Gefühl, das wird eine fürchterliche Ungerechtigkeit für die zwei Drittel der Menschen, die ich nicht als erstes anrufe, aber ich glaube, ich telefoniere die Menschen dann einfach ab und gucke einfach mal, wer sagt, jo, passt, hab Zeit
Tessa Ja, das
Sebastian und dann gucken wir, was da rumkommt, also da graust es mir ehrlich gesagt noch vor und dann kann ich ja verstehen, wenn jemand sagt, ne, dann habe ich keine Lust mehr, aber so die, das ist theoretisch,
Tessa Naja, man weiß aber ja auch, dass das viele sind und dass man die Termine auch irgendwie koordinieren muss. Das ist ja...
Sebastian es tut mir so ein bisschen leid, weil ich habe das eigentlich immer so, ich habe das so schön gemacht, dass ich nur maximal, ich sag mal, so viele Vorgespräche gemacht habe, so etwa ein Viertel mehr, als ich tatsächlich dann auch an Folgen aufnehmen kann, dass das so ein bisschen dann auch funktioniert und das ist halt in den letzten Wochen wirklich aus dem Ruder gelaufen, muss ich ehrlich sagen.
Tessa Ja, und dann kam Corona.
Sebastian danke. Ja, das ist, naja.
Tessa Ja, und jetzt nichts funktioniert mehr.
Sebastian Aber so ist das eben.
Tessa Ja, naja.
Sebastian Wir machen das so, wir unterhalten uns dann nochmal sehr, sehr lang und sehr ausführlich mit euch beiden, nämlich unterhalte ich mich und dann gehen wir auf alle Themen nochmal ganz kurz ein, weil ich gucke so ein bisschen auf die Uhr und die sagt mir, ich will ja hier noch von der Tanja auch nochmal 10 Minuten was einspielen.
Tessa Ja. Ja, du wirst ja noch was vorlesen.
Sebastian ja, wenn ich das jetzt live machen würde, ganz ehrlich, oh Gott, ja, ich, also
Tessa Ah, das wäre aber auch mal was. Also die Hörer würden das auf jeden Fall begrüßen, behaupte ich jetzt mal so.
Sebastian da brauche ich noch irgendwelche, bevor
Tessa Der Chat kann sich ja mal dazu äußern. Ich denke, die Hörer würden das auch live begrüßen.
Sebastian der Tag kommt, dass ich das mache, muss mein Hausarzt mir einen verdammt guten Cocktail mischen, dass mir alles gleichgültig ist in dem Bereich. Weil ich tatsächlich,
Tessa Das wäre dann der Auftrag an die Podcastsubbie.
Sebastian ja, genau, die rührt mir dann was zusammen. Nein, die versorgt mich mit tollen Getränken.
Tessa Genau, die müsste den Kopf heben.
Sebastian Aber nein, also ich muss ganz ehrlich gestehen, so Vorlesen ist nie mein Ding gewesen. Aber durch die Kinder hat man irgendwann angefangen, diese Kinderbücher vorzulesen. Denkt man, oh, jetzt kann ich es ja mit dem Lesen. Aber man lernt dann eben auch, dass das was anderes ist.
Tessa Das ist nochmal was anderes, ja, das glaube ich auch.
Sebastian Ich glaube, es
Tessa glaube, ich kenne die Szene sogar. Ich bin mal gespannt, ob es die ist, wo ich denke,
Sebastian fängt an, dass er sein Auto vor der Tür parkt.
Tessa was du gleich liest. ja, und irgendwie im Treppenhaus und so, ich glaube, ich kenne die Szene.
Sebastian Wir wollen ja nicht spoilern, ne? Auf jeden Fall, ne?
Tessa Ja, genau.
Sebastian Ah, sehr gut. Also das Buch ist schon mal bekannt. Sehr gut.
Tessa Ja.
Sebastian Dann würde ich mich jetzt tatsächlich fürs Erste von dir verabschieden. In der Losbox seid ihr jetzt drin, ihr beiden. Vielleicht ruft dein Mann ja auch nochmal an.
Tessa Also Ziel ist erreicht. Der traut sich nicht.
Sebastian traut sich nicht. Ach komm, er hat mich eingeladen zum Aufnehmen vorbeizukommen, dann ist das hier
Tessa Also er kann ja gar nicht hören. Stimmt, er kann dich ja nicht hören. Er hört ja nur, was ich sage. Aber er hat gerade moniert,
Sebastian Jetzt wollen wir ihn nicht ärgern.
Tessa Dass er ja gar nicht weiß, worüber wir reden. Nein. Hätte er selber anrufen können. Ja. Ja, schicke ich rüber. Juhu. Gut, dann schönen Abend. Ja.
Sebastian Tschüss.
Tessa Tschüss. Tschüss. Am
Sebastian So, jetzt keine weitere Musik, denn ich habe jetzt doch noch mal jemanden mit in der Leitung, weil ich nämlich der lieben Mila eben gesagt habe, hier, ich rufe dich gleich noch mal zurück. Und dann kam ein neuer Anruf rein und hin und her und sowieso. Und das wäre jetzt ein bisschen unfair, ihr zu sagen, ich rufe zurück, und dann kommt sie gar nicht mehr zum Zug. Also, hallo, Mila. So, wir haben dich schon mal gehört. Am Dienstag.
Mila Dienstag.
Sebastian Und du rufst eigentlich nur an, weil du in die Losbox rein möchtest, ne?
Mila Ja, weil, ja.
Sebastian Ja. So, aber so einfach kommst du mir natürlich nicht davon. Erstmal frage ich, was darf es denn sein?
Mila Dachte ich mir schon. Diese Nippeldinger.
Sebastian Die Nippeldinger. Schreibe ich auf. Dreimal Nippeldinger, ja. Gut.
Mila Genau, ja.
Sebastian So, ich mag nochmal erwähnen, Tessa hat eben gefragt, was ist denn das für ein Seil? Dann haben wir das recherchiert. Gerade ist es übrigens vier Seile à 3 Meter mit 8 Millimeter Durchmesser. Produktinformation zu Ende. So. Jetzt warst du Dienstag dabei. Gab es irgendwelches Feedback oder hast du mit irgendwem drüber gesprochen oder was ist passiert seit Dienstag? Es waren ja nur drei Tage.
Mila aber in diesen drei Tagen ist mein Gehirn so auf Hochtouren gefahren. Es war der Wahnsinn. Ich bin in diese Telegram-Gruppe abends noch reingegangen. Ich habe in dieser Nacht eine halbe Stunde geschlafen, weil ich das alles verarbeiten musste. Es war krank. Also wirklich, es war echt krass. Ich saß da und habe fast geheult, weil ich so überfordert war. Mit dieser ganzen Informationsschlacht, die dann auf mich eingeprasselt ist. Und am Mittwoch war ich gleich auf meinem ersten Online-Stammtisch. Danke dafür. Und dann war es sowieso rum. Also seitdem vollkommen Überforderung.
Sebastian Okay.
Mila Es
Sebastian Ich muss mal ganz kurz fragen, ich kriege hier gerade die Info, da ist irgendein Echo im Ton, das kommt aber glaube ich nicht von dir. Ich kann es gerade nicht orten. Sekunde, ich muss mal ganz kurz rückfragen, was los ist. Okay, lässt sich jetzt nicht so schnell rauskriegen. Wenn der Chat sich jetzt hier nicht fürchterlich beschwert, dass alles völlig verechot ist, die Aufnahme scheint in Ordnung zu sein, dann klappt das schon. Okay, du hast deinen ersten Online-Stammtisch gemacht. Und? Was passiert da?
Mila war der Hammer. Es war unglaublich tolle Meinungen, tolle Einsichten. Ganz viel, ja, das geht nicht, was du, also nicht, das geht nicht. Aber so, da liegst du nicht so ganz richtig und die Ansicht ist nicht so ganz richtig, denn es ist so und so. Und zum Beispiel typisch, ich habe immer dieses Wort gesagt, die typische Sub. Irgendwann sagte jemand, sag das doch nicht immer.
Sebastian Die typische Sub.
Mila Die gibt es gar nicht. Und dann habe ich darüber nachgedacht und das war also Wahnsinn. Es waren so viele Sachen und so viele Eindrücke da. Auch von männlichen Subis, mit denen man reden konnte, war echt krass, war echt Hammer. Und
Sebastian Okay, ja, ich sag mal, das hab ich manchmal auch das Gefühl, man wird so ein bisschen, man kommt in die Szene und dann hat man so ein paar, man hat sich was angelesen, man hat sich Dinge überlegt und dann prasselt alles auf einen ein und man kriegt quasi einmal so eine Gehirnwäsche und kriegt einfach gesagt, so, pass mal auf, vergiss alles, was du gelernt hast, ist es ja doch alles nochmal ganz anders.
Mila das ist echt Hammerkrass. Also es ist super cool, aber auch sehr, sehr krass und ziemlich viel Aufarbeitung.
Sebastian Okay, ja, aber offenbar macht der Prozess dir ja Spaß. Spaß.
Mila Auf jeden Fall. Also ich bin nur noch am Telefonieren mit meinen Freunden, um da irgendwie das loszuwerden. Ich schreibe ganz viele Sachen auf. Ich bin so ein Mensch, ich muss alles aufs Blatt bringen, damit es aus meinem Kopf rausgeht.
Sebastian Okay, ja.
Mila Und ganz viele Eindrücke. Ja, auf
Sebastian Ja, aber dann genieß doch die Zeit einfach, auch dass du dich austauschen kannst. Das ist ja auch immer ganz wichtig.
Mila jeden Fall. Auf
Sebastian So ein paar Menschen, die hören den Podcast und die können sich so gar nicht austauschen und da versuche ich auch mal so ein bisschen zu vermitteln, dass sie eben nicht alleine sind. Und es gibt ganz viele Menschen, sie müssen sich nur so ein bisschen trauen und ein bisschen suchen, dass sie eine Community finden. Es gibt eigentlich, glaube ich, für jeden auch die richtige Community. Aber damit einsam zu Hause zu sitzen und das ist natürlich schwer. Und wenn man dann noch den Podcast hört, dann würde ich ja schlechte Laune kriegen, ehrlich gesagt, wenn ich das dann alles so mit mir selbst ausmachen muss. Deshalb, ich finde es immer toll, wenn die Szene füreinander da ist. Das finde ich einfach toll.
Mila jeden Fall. Und jetzt kann ich es noch weniger erwarten, auf den SMJG-Stammtisch zu gehen, wenn er wieder auf ist. Da muss ich zwar eine Stunde fahren, aber es ist mir egal.
Sebastian Ja, dann fährst du halt eine Stunde, dann ist das eben so.
Mila Richtig.
Sebastian Alles klar.
Mila Genau.
Sebastian So, wir haben zwar Freitagabend. Also die Sendung wird tatsächlich erst im frühestens 20 Minuten wirklich zu Ende sein. Bevor das aber niemand mehr hört, will ich sagen, du bist in der Losbox drin, einen Musikwunsch hast du auch noch frei, den schickst du mir einfach kurz per Mail, such dir was Schönes aus.
Mila Lied von letzter Woche dann einspielen, dass es dann nicht lief. Also glaube ich zumindest, also vom Dienstag.
Sebastian Das klären wir noch.
Mila Da muss ich nichts ändern.
Sebastian Habe ich das nicht gespielt?
Mila Genau.
Sebastian Gar nicht?
Mila Nee.
Sebastian Da war irgendwas.
Mila Nee, nicht, dass ich wüsste.
Sebastian Dann wird das nachgeholt.
Mila Da kam, glaube ich, ein Anruf rein, glaube ich.
Sebastian Ah, und ich dachte, ich hätte es dann hinterher gespielt. Irgendwas war da
Mila Ich habe es noch nicht gehört, ich weiß es nicht.
Sebastian Gut.
Mila Kann auch sein, vielleicht.
Sebastian Wir kriegen das raus. Kein Problem.
Mila Genau.
Sebastian Okay. Lied von letzter Woche. Gut. Kriegen wir doch hin. So. Okay. Ich wünsche dir einen schönen Abend. Mach's gut und danke, dass du angerufen hast und noch geduldig auf den Rückruf gewartet hast. Super.
Mila Danke von dir.
Sebastian Okay. Dann mach's gut. Tschüss. Das war jetzt aber auch versprochen und ehrlich der letzte Anrufer. hier rebellieren hier im Chat schon, sie wollen endlich ihre Gute-Nacht-Geschichte haben. Ist immer schön, wenn man so ein bisschen was zum Teasen hat. So, dann werde ich jetzt hier mal meine Liste noch mal kurz abarbeiten. Was haben wir denn? Unterstützer gab es diesmal noch keine diese Woche. Ein Ausblick auf Dienstag. Nächste Sendung gibt es am Dienstag, den, ich glaube, ist der 19. Der ist es, der 19. um 20.30 Uhr. Und da geht es unter anderem um Glaube und BDSM. Da habe ich einen ganz tollen Gast, der da erzählen wird, da freue ich mich schon richtig drauf und jetzt habe ich noch so eine kleine Geschichte von nebenbei, denn wir haben ja hier kein CSD in Hannover dieses Jahr, aber die machen so eine Art Online-Event und dann wurde ich gefragt, ob ich nicht ja, die BDSMer in Hannover wurden gefragt, ob sie vielleicht so einen kleinen Videogruß beisteuern würden, wo man dann in die Kamera sagt, BDSM ist Punkt, Punkt, Punkt und dann sagt man da irgendwas ist Lebenslust, ist ist Freude, ist dies, ist das, ist jenes und natürlich habe ich und das Podcastsubbie haben auch ein kleines Video beigesteuert. Da hört man sogar das Podcastsubbie und ich werde mal gucken, dass ich das morgen, übermorgen irgendwie mal bei Twitter oder Instagram mit reinpacke. Das heißt, ein Video mit mir und dem Podcastsubbie, wo wir beide reden. Lasst euch überraschen. Es geht nur 13 Sekunden, aber ich finde, sowas kann man ruhig teilen und das ist auch in Ordnung. Mal gucken, ob ich gleich hier Ärger kriegt dafür. So. Und jetzt, jetzt gucken wir mal, ob ich das eingespielt kriege. Ich schaue mal, ob das mit dem Soundboard klappt, denn ich habe noch nie so eine lange Datei eingespielt. Das geht jetzt 9 Minuten 56. Und ja, ich verabschiede mich schon mal von euch. Wünsche euch einen wunderschönen Abend. Wir hören uns am Dienstag. Da machen wir auch mit der Losbox und allem Pipapo weiter. Und ja, freue mich einfach, dass ihr alle den Podcast so treu hört, dass ihr das weiter sagt und dass ihr ihr einfach dabei seid, dass der Chat mich so toll unterstützt und, ach, danke schön. Das macht immer noch und immer wieder richtig toll Spaß und dann mache ich sogar so einen Quatsch und sage hier, ich lese was ein und haue es raus und, ja, los geht's. Jetzt nicht wundern, dass die Stimme anders ist, es kommt aus der Konserve. Schönen Abend euch. Tschüss. Brombeerfesseln, ein BDSM Liebesroman. Erschienen im November 2016. Autorin Tanja Russ, im Schwarze Zeilen Verlag. Montagabend parkte Lukas seinen Wagen vor Leas Haustür. Er nahm seine Sporttasche vom Beifahrersitz, in der sich einige Hilfsmittel befanden. Die wollte er in der nächsten halben Stunde zum Einsatz bringen. Er war sicher, sie würde überrascht sein. Dass es ihr gefallen würde, glaubte er eher nicht, aber er war gespannt auf ihre Reaktion. Würde sie sich ihm unterwerfen, tun, was er verlangte, oder würde sie einen Ausweg suchen und seinen Plänen entkommen? Adrenalin schoss durch seine Adern und ließ ihn die drei Stockwerke zu ihrer Wohnung ohne jegliche Anstrengung zurücklegen. Er grinste in sich hinein, als er den Wohnungsschlüssel im Schloss stecken sah. Wie vereinbart. Er zückte dennoch sein Handy und schrieb ihr eine SMS. Lea, was soll das? Deine Tür ist zu, ich komme nicht rein. Er musste nicht lange warten, kaum eine Minute später kam die Antwort. Schlüssel steckt. Er schrieb wieder zurück. Willst du mich vor der Tür stehen lassen? Mach auf, sonst gehe ich wieder. In Gedanken begann er zu zählen. Bei zehn öffnete sich die Tür einen Spalt weit. Eine fast nackte Frau, nichts weiter am Körper als Nylons, High Heels, Hand- und Fußmanschetten und sein Halsband. Da bist du ja endlich Baby. Du siehst so heiß aus. Er wusste, dass seine Stimme ihr eine Gänsehaut in die Wirbelsäule jagen würde. Er zog sie fest in seine Arme, überfiel sie mit einem hungrigen Kuss, erraubte ihr den Atem, bis sie nichts mehr um sich herum wahrnahm, außer ihn. Dann zog er sie ins Treppenhaus, schloss die Tür und nahm den Schlüssel an sich, drängte sie mit seinem Körper gegen die Wand. Erst als der Rauputz unangenehm an ihrer Haut kratzte, kam sie zur Besinnung. Lukas, was machst du da? fragte sie bang, als ihr klar wurde, wo sie sich jetzt befanden. Er genoss ihre Beklommenheit und lächelte sie sie unschuldig an. Nimm die Arme runter. Lukas, nein, meine Nachbarn, sie werden uns sehen. Ihre Stimme war nur noch ein panisches Zischen. Nicht, wenn du dich jetzt ruhig verhältst und keinen Mucks von dir gibst. Du musst lernen, dich unter Kontrolle zu halten. Arme eng an den Körper. Seine Stimme war nicht mehr als ein Hauch an ihrem Ohr, doch trotzdem lag sämtliche Autorität in seinem Befehl. Ein zufriedenes Lächeln zupfte an seinen Mundwinkeln, als sie seiner Anordnung tatsächlich nachkam. Das Gefühl der Macht, das er über diese Frau besaß, pulsierte in ihm. Er fühlte sich wunderbar lebendig. Diese Mischung aus Panik und Ergebenheit in ihren Augen, das machte ihn geil. Das war der Kick, den er brauchte. Er öffnete seine Sporttasche und nahm ein Hanfseil heraus. Er legte es ihr um die Taille, schlang es fest um ihren Leib und ihre Unterarme und verknotete es schließlich sorgfältig. Nicht unbedingt sehr einfallsreich, aber effektiv. Er nahm auch noch den Gummiball aus der Tasche und flüsterte sanft. Mund auf. Mit weit aufgerissenen Augen schüttelte Lea stumm den Kopf. Er wartete und sah sie ruhig mit seinem eiskalten Blick an. Sie wich seinen Blick aus, ihr Körper zitterte und zögerlich öffnete sie ihren Mund. Zärtlich drückte er den Ball hinein, küsste ihre Mundwinkel und schloss das Band hinter ihrem Kopf. Er küsste die empfindliche Stelle hinter ihrem Ohr, leckte mit der Zunge über ihren Hals und sie erschauderte. Spreiz deine Beine und sie gehorchte dem Befehl ohne zu zögern. So ist es gut. Wenn du die Beine auch nur ein Zentimeter ohne Erlaubnis bewegst, werde ich dich hart bestrafen. Ich rate dir, lass es nicht so weit kommen. Er küsste ihr Schlüsselbein bahnte sich einen Weg zwischen ihren Brüsten und zwickte mit den Zähnen sachte in die zarte Haut. Seine Lippen fanden ihren Nippel, an dem er abwechselnd fest saugte und sanft leckte. Ihre Atmung beschleunigte sich und er verlor sich in ihrem Geruch und ihrem Geschmack. Doch ein Teil von ihm blieb wachsam. Er vergaß nicht, wo sie sich befanden, lauschte aufmerksam nach Geräuschen im Haus. Falls nötig, würde er sie vor fremden Blicken schützen und sie in die Sicherheit ihrer Wohnung bringen. Ihr Körper, diese Wachsamkeit, alles vereinte sich für ihn zu einem Rausch. Er kontrollierte diese Frau und die Umgebung. Er war Herr der Lage. Im Treppenhaus war es so dunkel, dass er gerade noch die sanften Kurven und die schönen Gesichtszüge seiner Sklavin erkennen konnte. Sie hatte die Augen geschlossen, sich der Situation ergeben und doch sagte ihm ihre Gänsehaut, sie hatte nicht vergessen, wo sie jetzt war. In aller Ruhe leckte er über ihr Schlüsselbein, ihre Brust, biss einmal kurz, aber kräftig in ihre Knospe und genoss ihr heftiges Zucken. Er leckte weiter, über ihre Rippen hin zu ihrem flachen Bauch. Er ging in die Knie und nahm eine der geschwollenen Lippen sanft zwischen seine Zähne und ließ sie wieder los. Lea keuchte. Psst, Selbstkontrolle, sei leise. Seine Zunge drang in ihre nasse Spalte ein und sie zuckte heftig und machte einen kleinen Ausfallschritt, als er einige gezielte Schläge auf ihre Perle abfeuerte. Er griff so fest in die Innenseite ihres Oberschenkels, dass sie ein Wimmern nicht unterdrücken konnte und sie wich noch einen Schritt zurück. Wieder kniff er zu, schaute sie von unten her streng an und hielt zwei Finger in die Luft. Sie erbebte. Er sah ihr an, wie viel Mühe es sie kostete, ruhig stehen zu bleiben. Dennoch, sie riss sich zusammen und bewegte sich keinen Millimeter. Er küßte die Stelle an ihrem Schenkel, die er gerade noch so rüde behandelt hatte, und ließ seine Zunge wieder genüsslich in ihre Weiblichkeit eindringen. Er saugte, er leckte, er küßte und ihre Beine zitterten. Er reizte sie immer weiter, stoppte jedoch, denn kommen sollte sie noch nicht. Da war ein Licht. Im Augenwinkel sah er es unter der Tür der Nachbarn scheinen. Das war eben noch nicht da. Auch Lea sah es und ihr Körper wurde stocksteif. Sie hielt den Atem an. Lukas horchte auf die Geräusche aus der Nachbarwohnung und machte langsam weiter. Schritte waren zu hören. Kamen sie näher zur Wohnungstür? Lukas hielt jetzt auch inne und wartete. Die Schritte wurden leiser und das Licht erlosch. Lea löste sich aus ihrer Starre und holte tief Luft. Ihr Zittern war sofort wieder da. Lukas wusste genau, was er ihr hier antat. Die Angst, entdeckt zu werden, zur Bewegungsunfähigkeit verdammt, gereizt und von ihm kontrolliert und kein Ventil, diese Anspannung abzubauen. Das Adrenalin in ihr staute sich und sie war unfähig zu kommen. Auch wenn seine Zunge sie immer weiter dazu drängte, so in die Enge getrieben, drohten ihr, die Synapsen einfach durchzubrennen. Kein Ausweg. Und Lukas suhlte sich in ihrer Hilflosigkeit, ihrer Gier und er genoss es. Sein Schwanz war so hart, es tat weh, wie er sich gegen seine Hose drückte. Doch hielt er sich zurück, kostete jede Sekunde aus und wartete. Etwas in ihm sagte, es ist noch nicht so weit. Das ist noch nicht das Ende. Ein Schlüssel. Die Haustür im Erdgeschoss öffnete sich und Lea wurde erneut steif wie ein Brett. Das Licht im Flur ging an. Lukas stand auf, drängte sie fester an die Wand, packte ihre Taille fest und überlegte. Sollten sie schnell nach oben auf den Dachboden flüchten? Stimmen schnitten seine Gedanken ab. Ich muss noch die Wäsche auf dem Dachboden abnehmen. Der Dachboden. Vorbei an Lukas und Lea. Er griff Leas Hinterbacken, presste seinen stahlharten Körper noch mehr gegen sie und hielt sie fest, damit sie ruhig blieb. Ach, kannst du das nicht morgen früh erledigen? Ich muss dir unbedingt von meinem Date gestern erzählen. Ich platze, wenn ich noch länger warten muss. Der Typ, der war so toll. Schritte, Stufe für Stufe kamen sie näher. Lukas musste eine Entscheidung treffen. Du hast recht, ich kann die Wäsche auch morgen früh noch abnehmen. Bin ja auch schon ganz gespannt, was du zu erzählen hast. Ein Schlüssel, ein Schloss, eine Tür ging auf und wieder zu. Es wurde totenstill im Flur. Jetzt hielt Lukas nichts mehr. Hektisch öffnete er seine Jeans und zog sie hastig herunter. Er packte Leas Taille und hob sie hoch. Ihre Beine schlangen sich wie von selbst um ihn und im gleichen Moment rammte er seinen Schwanz in ihr nasses, bebendes Fleisch. Schon nach drei kraftvollen Stößen erbebte sie, Ihre Muskeln verkrampften sich und er stieß erneut zu. Einmal, zweimal, dreimal glitt er tief in ihren zuckenden Körper, schloss seine Augen, bog seinen Hinterkopf in den Nacken und drückte sein Becken fest gegen sie. Ihre ekstatischen Krämpfe massierten sein Schwert und alles um ihn herum löste sich auf. Ende des Auszugs. Wer mehr lesen möchte, findet den Roman Brombeerfesseln und weitere Bücher und E-Books der Autorin überall, wo es Bücher gibt.