
Diesmal war ich in Lübeck bei Ina und Lea… und wir haben diskutiert.
Die beiden machen beim SM Lübeck e.V. Vereinsarbeit, die weit über den Stammtisch im Hinterzimmer hinausgeht: Themenstammtische, Workshops, Beratung, Vermittlung zu Ärztinnen, Polizei und Ämtern, dazu Stände auf dem CSD und auf dem Weihnachtsmarkt. Die Gemeinnützigkeit haben sie im zweiten Anlauf bekommen, nachdem die Satzung vorher neunmal durch die Vorabprüfung gefallen war.
Wir sprechen darüber, warum es 2026 überhaupt noch Vereine und eine Szene braucht, wenn Social Media doch längst alles erklärt und kommerzielle Anbieter alles abdecken. Und darüber, wie viel BDSM die Öffentlichkeit sehen muss, sehen darf und wo die Grenze verläuft – zwischen Halsband und Ehering, zwischen Sichtbarkeit und Belästigung.
Ina und Lea erzählen von Eltern, denen wegen ihrer Sexualität die Erziehungsfähigkeit angezweifelt wurde, von einer Ärztin, die vor lauter Spuren die Diagnose übersehen hat, und von einer Fortbildung, nach der fast alle im Raum feststellten: irgendwas damit hatte ich wohl auch schon mal zu tun. Dabei geht es auch um Konsens und informierten Konsens – und um die Frage, ab wann das Erklären den Reiz totredet.
Außerdem geht es um den kleinsten gemeinsamen Nenner auf Partys, um Räume, in denen alles erlaubt sein darf, um Ehrenamt, Geld und Locations, und um die These, dass BDSM keine „Spielart“ ist, sondern eine sexuelle Identität.
Eine Folge über Vereinsarbeit, Sichtbarkeit, Gemeinnützigkeit, Konsens und die Frage, warum es Menschen braucht, die das alles machen.