Auf kunstDerUnvernunft.live gibt es den Livestream & Chat und hier nun das Ergebnis für alle, die nicht dabei sein konnten und können.
Aller Anfang ist aufregend und manchmal herausfordernd. Erfahrung ist hilfreich. Aber wie kommt man dort hin? Dominanz, Führen, Oben spielen. Nur wenige Menschen machen intuitiv alles richtig. Wie war dein Anfang? Wie sah die Lernkurve aus? Wie geduldig und hilfreich sub? Und liebe Subbies: Ist es nicht toll, dein Gegenüber wachsen zu sehen?
Mir fehlt in dieser Folge die Abgrenzung zwischen erlernen und entwickeln.
Wissen allein erzeugt noch keine Dominanz.
Nur weil ein Mensch etwas gelernt hat, bedeutet das noch lange nicht, dass er dieses Wissen auch authentisch umsetzen kann. Zwischen dem Erlernen von Informationen und der tatsächlichen Entwicklung einer dominanten Persönlichkeit liegt ein großer Unterschied.
Entwicklung bedeutet, dass Wissen in Haltung, Verhalten und persönliche Reife übergeht. Sie zeigt sich darin, wie jemand handelt, kommuniziert, Verantwortung übernimmt und mit Druck, Emotionen und Unsicherheit umgeht. Dominanz entsteht daher nicht durch das bloße Ansammeln von Wissen oder das Beherrschen einzelner Techniken. Sie wächst aus Erfahrung, Selbstreflexion und persönlicher Reifung. Erst wenn theoretisches Wissen, praktische Kompetenz, Selbstbewusstsein und soziale Sensibilität zusammenkommen, kann sich daraus eine stabile dominante Persönlichkeit entwickeln.
Zudem empfinde ich die Vergleiche beziehungsweise das theoretische Heranziehen von Menschen, die selbst gar keine Dominanz ausüben möchten, nur um theoretisch darüber zu spekulieren, ob sie es denn könnten, als wenig zielführend. Für mich bringt das die Sache und das Thema nicht wirklich weiter.
Aus meiner Sicht ist das so, als würden wir darüber diskutieren, ob Menschen ohne masochistische Veranlagung lernen könnten, Schmerzen zu erotisieren. Natürlich kann man darüber theoretisieren, doch die eigentliche Frage bleibt doch, ob eine solche Veranlagung oder innere Ausrichtung überhaupt vorhanden ist.
Herzliche Grüße
Sir
Was ist „naturdominant“?
Der Begriff ist (soweit ich ich erinnere) tatsächlich nicht so oft in der Sendung gefallen, sondern eher im Chat während der Live-Sendung präsent gewesen.
Ich gebe zu: Ich mag den Begriff nicht! Daher ist meine Beschreibung auch erstmal sehr subjektiv-wertend!
Ich lese den Begriff i.d.R. im Zusammenhang mit (männlichen) Doms; entweder als Selbstzuschreibung, die auf mich wie eine Selbstüberhöhung wirkt (nur mein BDSM ist das „echte“ BDSM, nicht gespielt, sondern gelebt!), gerne mal auch gleichzeitig im Zusammenhang mit der Suche nach willigen (gerne unerfahrenen) weiblichen Subs. Alternativ als idealisierte Wunschvorstellung von Subs, entweder auf der Suche oder ihren Dom romantisierend auf ein Podest stellend – unabhängig davon, ob er seine „Naturdominanz“ nun tatsächlich naturgegeben von Geburt an mit sich herum trägt oder sie vielleicht doch gelernt hat, BEVOR sie ihn gefunden hat…
Wenn ich mal versuche, es ein wenig sachlicher zu sehen, wie KÖNNTE der Begriff gemeint sein?
Ich gehe hier immer vom BDSM-Kontext aus!
Naturdominant in diesem Sinne ist vielleicht jemand, der auf natürliche Weise dominant wirkt (oder Dominanz ausstrahlt oder umsetzt), der sich nicht sichtbar Mühe geben muss, mit einer gewissen Leichtigkeit agiert. Sichtlich spontan, ohne langes Nachdenken. Vielleicht auch mit Ausstrahlung, „Charisma“.
Aber ist das „natürlich“? Oder kann das vielleicht doch gelernt sein? Durch jahrelange Erfahrung und Übung? Oder einfach nur Arroganz und übersteigertes Selbstbewusstsein, kombiniert mit stilvoller Kleidung und Eloquenz? Bezieht sich das dann auch immer auf BDSM?
Achtet die Person eigentlich auf Einvernehmlichkeit? Und wenn nicht, ist es dann immer noch „Naturdominanz“ im BDSM-Verständnis?
Ich habe heute leider nur dein Anfang der Live-Sendung hören können, aber immerhin mitbekommen, dass beim nächsten freien Themenabend die Diskussion weitergehen darf.
Vielleicht bin ich dabei :-)
Das Sebastian versucht hat professionelle Sexworker da mit rein zu bringen fand ich zum Teil hilfreich zum Teil aber auch völlig unpassend.
Diese müssen ja das darstellen was die Kunden wollen und dabei möglichst authentisch wirken so als wären sie tatsächlich exakt so dominant wie die dafür bezahlende Person es sich wünscht.
Ihr privater Kink kann dabei durchaus einen Überlappbereich haben aber das ist erstmal für den Job nicht wichtig.
Ich bin im Grunde bei @philipp97.
Es ist das eine, sich für dominant zu halten; und das andere auch so wahrgenommen zu werden. Meiner Erfahrung nach gibt es (insbesondere) Männer, die einen Raum treten, und wissentlich oder unwissentlich Dominanz ausstrahlen wollen. Auf mich aber als „arrogantes Arsch“ wirken. Und andere, die ohne großes getunte durch ihre Präsenz dafür sorgen, dass ich mir vorstellen kann, mich zu unterwerfen. Es muss nicht laut oder gar körperlich werden, damit ich mich jmd. Unterordnen möchte.
Trotzdem: ich denke, Dominanz kann erlernt werden, wenn das Interesse da ist. -> intrinsisch.
Da bin ich ganz beim Stix. Wenn ich etwas nicht will/ mich etwas gar nicht interessiert, dann werde ich es nie wirklich lernen. Dann wird auch das Schauspiel wahrscheinlich nie wirklich gut werden.
Ich fand die Diskussion zur Frage von Rollen und sozialen Beziehungen in dieser Folge leider sehr sehr schlecht.
Ich kann die Kritik von Sayuri deshalb wertvoll. Und ich hatte das Gefühl, dass sie dann nicht ausreichend Zeit und Raum beommen hat.
Und da geht es nicht nur um den meiner Meinung nach grotesken Begriff "Naturdominanz" alleine. Auch wenn sich daran eben zeigt, was passiert, wenn man komplexe soziale Beziehungen einer grundlegenden "Natur" unterwerfen will.
Wir haben alle unsere Rollen und Verhaltensweisen gelernt. Manche kennen dominate Rollen besser. Manche haben mehr Spaß daran. Aber am Ende ist das alles eine komplexe soziale Beziehung, die auch immer das Gegenüber braucht. Dominanz ist Kommunikation. Die ist immer geschlossen.
Und das Verständnis von "Schauspiel" erscheint mir als jemand der zeitweise auf der Bühne steht auch unterkomplex. Schauspiel ist nicht "falsch" Schauspiel geht, wenn es gelingen soll immer von innen nach außen. Es geht von einer Haltung aus, von Beziehungen. Und von Emotionen. Erst dann kommt die Form, die Gestik, die Köpersprache, der Ausdruck.
Schauspiel ist da nicht anders als jede andere soziale Beziehung. Außer, dass es nicht wir sind, die Rolle und Haltung bestimmen. Die wird einem gegeben. Da ist man nicht sich selbst.
Vielleicht wäre es Mal gut jemanden einzuladen, der auch eine Schauspielausbildung hat und Bezug zum Thema. Ich glaube das könnte viel an Verständnis bringen. Und auch eine Idee, dass vieles was im BDSM "Spiel" ist da nicht grundlegend anders funktioniert. Es geht darum eine Rolle zu leben. In Beziehung. Und mit Spaß daran.
@Sebastian Stix:
Ich denke, "naturdominant" oder "Naturdominanz" beschreibt ganz einfach ein Gefühl oder eine Wahrnehmung. Für Gefühle fehlen einem oft die Worte. Vor allem Subs nehmen Dominanz wahr und reagieren darauf. Ganz individuell. Genauso individuell zeigt sich auch Dominanz. Es ist doch nur ein Wort, ich denke alle wissen was es beschreiben soll. Hier gibt es ja nun auch so viele Kommentare zur Folge, die alle irgendwie stimmig und richtig sind. Richtig toll, ich lese die Beiträge und Meinungen sehr gerne und mit Begeisterung.
Andere alternative Begriffe können führungsstark, authentisch, raumeinnehmend oder präsent sein. Ich mag den Begriff "naturdominant"; er stört mich nicht. Der Begriff gefällt mir sogar und passt zu meinem Top.
Lg dini_dark.7.0
Für mich steht "naturdominant" symbolisch für die Position "Nein, Dominanz kann man nicht lernen". Was ja irgendwo auch eine romantische ist, also das eigene Machtgefälle und die Position von Dom als unausweichlich und gegeben zu framen. Aber für mich gibt es da auch immer die Metaebene, wo Dom auch eine vollständige Person mit Unsicherheiten ist und Erfahrungen macht und daraus lernen kann.
Darum widerspreche ich, wenn Leute es ernsthaft vertreten, siehe meinen Post darunter.
Ausnahmsweise ein Kommentar von mir:
Der Begriff Naturdominant ist (laut Transcript) nur 2 mal gefallen, bevor Sayuri eingestiegen ist. Ich ahne aber, dass der Begriff an sich sehr "belastet" ist. - Spannend!
Ich glaube, es gibt hier verschiedene Interpretationen des Wortes die arg aufeinanderprallen. Ich persönlich wünsche mir gerne Feedback zum Begriff, wie ihr ihn versteht und welches konkrete Wort ein besserer Ausdruck für diese Definition sein kann.
Ich empfinde den Begriff "naturdominant" im Kontext von BDSM sehr schwierig.
Das geht schon damit los wer hier eigentlich wie definieren sollte was genau im BDSM Kontext Dominanz sein soll. Wenn man sich jetzt nicht gerade auf die Definition aus dem "Goldenen Buch des BDSM" bezieht, dann bedeutet Dominanz sehr individuell für jeden Menschen etwas anderes.
Person A ist (im BDSM) gegenüber Person B dominant. Heißt doch letztlich die beiden haben ihre Art der Dominanz für sich gefunden und einen gemeinsamen Weg entdeckt sich auszuleben. Und dabei ist es vollkommen irrelevant ob außenstehende das Machtverhältnis in dieser Konstellation genauso sehen oder nicht.
Kann Mensch Dominanz erlernen?
Auch das geht dann erst einmal los mit der Frage was Dominanz überhaupt sein soll. Definition von Dominanz: siehe oben.
Was jeder Mensch lernen kann ist das Handwerkszeug im Sinne von praktischem wie mache ich was und mit welchen Hilfsmitteln.
Was auch jeder Mensch lernen (vielleicht besser entwickeln) kann: seine/ihre eigene persönliche Art und Weise herauszufinden wie Mensch für sich den Kink Dominanz ausleben kann und möchte.
Was es mit Sicherheit nicht gibt: den einen Weg, die eine Schulung für Dominanz und wenn Mensch die durchlaufen hat dann ist Mensch der/ die perfekte Dom.
Um nochmal auf den Begriff "naturdominant" zurückzukommen. Ja, es gibt diese Konstellationen wo Person A auf Person B trifft und es sind von Beginn an Vibes da und Person A fühlt, daß sie sich jetzt gerne Person B unterwerfen möchte.
Aber sollte man hier wirklich von "naturdominat" sprechen?
Ist es nicht einfach so, daß sich in diesem Fall zwei Menschen gefunden haben die einfach mappen?
Noch eine themenfremde Anekdote zu Dominanz allgemein:
Es gibt Menschen, die treten sehr dominant auf, gegenüber manchen wirkt das und gegenüber manchen wirkt das nicht. Was oft übersehen wird: neben der verbalen Sprache sendet der Körper eine Vielzahl von Signalen aus, die beim Gegenüber (meist unterbewußt) wahrgenommen werden. Und genau diese Wahrnehmung ist häufig der Grund ob Dominanz im Einzelfall funktioniert oder nicht.
Pferde sind zB im lesen dieser Körpersignale um ein vielfaches besser als Menschen und lassen sich da auch nicht belügen. Eine Tatsache die in Führungskräfte-Seminaren mit Pferden oft für große Überraschungen sorgt wenn jemand der als sehr dominant gilt dann vom Pferd erklärt bekommt, daß er das nicht wirklich ist…
Man hört viel von "Naturdominant" aber nie etwas von "Naturrigger".
Dabei kann man auch für emotionales BDSM einiges lernen und sollte es denke ich auch. Ich glaube allen ist geholfen "dominieren" als ein Skillset zu verstehen, das man auch erweitern und vertiefen kann.
Gleichzeitig wünsche ich mir davon wegzukommen, die Identität "Dom" mit alltäglichem dominanten Auftreten gleichzusetzen, nur weil der Begriff in der Alltagssprache gebräuchlicher und positiver belegt ist als "submissiv". Auch hinter eine Grenze von Skill oder äußerer Wahrnehmung möchte ich das Label Dom nicht sehen, es darf ruhig auch ein Bedürfnis und einen Wunsch ausdrücken. Leute müssen nicht erfahren sein und entsprechend auch nicht über Erfahrung lügen, wenn sie ihnen fehlt.
Was ich auch einen relevanten Aspekt finde ist, bei wem Dominanz im Alltag belohnt wird. Also wer naturdominant erscheinen kann, weil es der gewohnte und erprobte Modus ist, den man nicht verlassen muss. Frauen und andere marginalisierte Gruppen werden ja gesellschaftlich eher dafür bestraft sich dominant zu zeigen oder werden anders wahrgenommen, dann nicht sympathisch sondern zickig etc.
Darum ist "naturdominant" auch ein Ausdruck von Prägung und Privilegien, den man Leuten durchaus gönnen kann, aber auch Menschen, die im Leben bisher nicht die Gelegenheit hatten zu dominieren, können es mit Einvernehmen tun und schnell an den Punkt kommen, wo sie sich damit wohl fühlen. Aber ich bin für Raum für schüchterne, introvertierte, traumatisierte, marginalisierte, unerfahrene Doms. Und wenn man den aufmachen will, dann ist es auch ein Raum zum lernen und erproben.
Puuhh, das war ja eine besondere Sendung - nicht nur bezogen auf das, was man gehört hat, sondern auch auf den Chat, ich habe ja live mitgehört und gelesen.
Ich gebe zu: Auch ich war genervt! Es ging vom ersten Anruf an nur noch um die Frage, ob man Dominanz lernen könne und das eigentliche Thema, WIE man die Dinge gelernt hat, kam gar nicht mehr vor. Schade eigentlich, dazu gäbe es mit Sicherheit viel zu erzählen! Ganz abgesehen von den Glaubenssätzen zur „Naturdominanz“ und ähnlichen, ich sage mal „Trigger-Begriffen“, die von manchen zum Glaubenssatz erhoben werden…
Aber zum Thema möchte ich auch was Inhaltliches schreiben;
Ich sehe bei der Diskussion über „Dominanz lernen“ drei Ebenen, und hier rede ich immer von Dominanz im Sinne BDSM und/oder sexuell betrachtet.
In der Ebene 1 ist Dominanz eine Veranlagung oder Neigung, mit dieser Neigung trägt man das Bedürfnis in sich, Dominanz auszuüben und in der aktiven Rolle zu erleben. Das ist etwas, das man meiner Meinung nicht lernen kann, sondern das trägt man entweder in sich ODER man entwickelt diese Neigung im Laufe seines Lebens – auch letzteres würde ich nicht ausschließen.
In der Ebene 2 ist Dominanz eine Fähigkeit; und zwar die Fähigkeit, Dominanz auszuleben, auszuüben, um das Bedürfnis bzw. die Neigung von Ebene 1 befriedigend zu erfüllen. Da kann man eine Menge lernen: z.B. die psychologischen Zusammenhänge und Dynamiken, kleinere oder auch größere Tricks, um die entsprechende Wirkung bei einem Subbie zu erzielen, Mindfuck, was auch immer. Organisation einer Session: Worauf muss ich achten, damit eine Session überhaupt funktioniert? Wer gerne mit Strafen oder Impact spielt: Mit welchem Schlagwerkzeug kann oder darf ich wie fest auf welche Stelle am Körper schlagen? Hier fallen den Hörer:innen wahrscheinlich noch viele andere Beispiele ein.
WIE und WO man solche Themen lernen kann, das könnte in einem eventuellen Teil 2 dieser Live-Sendung ein Thema sein. Mir fallen da schon einige Möglichkeiten ein, wie man alleine oder mit anderen so etwas lernen kann: Bücher, Workshops, persönliches Coaching oder Mentoring, einfaches Zuschauen bei Playparties, das Hören von Podcasts. Oder ganz einfach: Ausprobieren – in der IT-Branchen Try and Error genannt. Da lernt man vermutlich sehr intensiv durch Feedback von Subbie.
Ebene 3 ist dann die praktische Ausübung von Dominanz. Im Gegensatz zu Ebene 2 geht das nicht ohne mindestens eine weitere Person, denn Dominanz ergibt keinen Sinn ohne jemanden, der „unten spielt“, also für die Wirkung von Dominanz empfänglich ist.
Ebene 3 ist damit einerseits das Ziel, für das man lernt, als auch selbst eine Lern-Möglichkeit, ein Weg der Weiterentwicklung und des Erkenntnisgewinns – nämlich durch das Aufbauen von Erfahrung. Der Übergang von der Theorie zur Praxis.
Kann man also Dominanz lernen? Ich sage ganz klar: Ja, kann man! Man kann Wirkungszusammenhänge, Handwerkszeug, Handlungsoptionen, vielleicht auch Kreativität lernen! Zum einen in der Theorie und auch durch die Praxis, also Aufbau von Erfahrung.
Aber Voraussetzung ist definitiv eine Motivation, dies lernen und ausleben zu wollen. Meist wird dies die persönliche Neigung zur Dominanz sein. Aber wenn ich mich an die Folge mit Sandalamander und Madam zurückerinnere: SIE lebt ihre Dominanz für IHN aus, NICHT weil es ihre Neigung ist. Und es funktioniert offenbar – auch wenn es wohl ein langer und nicht einfacher Weg war.
Ich gehe davon aus, dass JEDE(R) Dom (egal welches Geschlecht) irgendwann seine erste D/s-Beziehung, seine erste Session hatte. Und wer kann von sich behaupten, da schon alles gewusst zu haben, da schon perfekt gewesen zu sein?
Das Thema hatte viel Potential und ich hatte mir spannende Momente erhofft. Leider war es dann unreflektierter als ich mir gewünscht hätte, am Ende war ich richtig genervt, aber schön, dass jetzt in den Kommentaren noch einige interessante Aspekte genannt werden. Schade. Wo ward ihr als Anrufende?
Schade, dass Jacky und ich diese Folge verpasst und erst gestern auf der Rückfahrt vom Urlaub im Auto gehört haben.
Hier meine Gedanken dazu:
In der Podcast-Folge mit Jacky und mir (Folge 118) sagte Sebastian er empfinde uns beide als starke, dominante Persönlichkeiten. Ich habe widersprochen, weil ich mich so garnicht für dominant halte, aber durchaus für eine starke Persönlichkeit. Ich bin selbstbewusst und zumindest auf den Gebieten in denen ich mich auskenne auch ziemlich selbstsicher, vielleicht manchmal auch ein bisschen arrogant. Und Sebastian ist auch nicht der einzige, der mir gespiegelt hat ich sei dominant.
Warum glaube ich also, ich sei nicht dominant? Warum spiele ich nicht oben, wenn das doch offenbar meine Veranlagung ist? Bin ich vielleicht sogar "naturdominant"?
Ich habe tatsächlich als Dom angefangen, weil ich Anfang der Neunziger nichts anderes kannte und dachte, ein Mann der kinky Sachen mag, muss dominant sein. Ich habe schon nach den ersten realen Erfahrungen mit BDSM-Partnerinnen gemerkt, dass ich viel lieber unten spiele.
Daher muss Dominanz meiner Meinung nach noch einen Aspekt haben, der über Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit, einen gewissen gesunden Egoismus und die Fähigkeit sich durchzusetzen hinausgeht.
Für mich hat dieser Aspekt mit Menschenführung zu tun. Dominanz im BDSM-Kontext ist für mich nicht das rücksichtslose Durchsetzen eigener Interessen bei dem alle anderen nur Mittel zum Zweck und letztlich austauschbar und damit egal sind. Sondern Dominanz ist für mich die Veranlagung andere Menschen führen zu wollen, Verantwortung für jemand anderen zu übernehmen, bis dahin ihn zu kontrollieren oder sogar völlig zu beherrschen und sich diesem Menschen gegenüber durchsetzen zu können und vor allem auch zu wollen.
Warum Veranlagung? Ich weiss nicht, ob das angeboren ist, eine frühkindliche Prägung oder einfach Sozialisation. Ich glaube jeder hat in seiner Persönlichkeit dominante und devote Anteile. Aber da wo der dominante Anteil im Vordergrund steht, vielleicht auch nur phasenweise, besteht das Bedürfnis zu führen. Es macht Spaß und fühlt sich richtig, quasi natürlich an. Dieses Gefühl hatte ich noch nie. Klar hat oben spielen mir auch schon mal Spaß gemacht. Aber es hat sich nie richtig angefühlt. Ich war immer froh, wenn ich die Kontrolle und Verantwortung wieder abgeben durfte. Ich glaube, dass es Dominanz ausmacht, dass sich dieses Kontrolle und Verantwortung haben für die den dominanten Menschen einfach richtig und natürlich anfühlt. Deswegen bin auch der Ansicht, dass dies eine Veranlagung ist, wie immer sie entstanden ist, die sich nicht erlernen lässt.
Erlernen lässt sich das Handwerkszeug, Menschenführung. Ich habe das selbst mal bewusst gelernt. Ich kann das auch. Aber ich habe nicht das Bedürfnis es auszuleben bzw. anzuwenden. Ich fühle mich unwohl in dieser Rolle, weil meine devote Seite einfach meistens überwiegt. Ich habe gelernt mit diesem Unwohlsein zu leben und auch es zu überspielen. Aber die Führungsposition ist nichts was mich glücklich macht und was ich im BDSM-Kontext wollen würde.
Daher ist Dominanz für mich in erster Linie die Neigung oder Veranlagung andere Führen zu wollen. Die dominante Ausstrahlung hat ganz viel mit Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit zu tun und damit, was die wahrnehmende Person für sich mit Dominanz verbindet. Das ist, glaube ich, höchstindividuell. Und ob Dominanz funktioniert, hängt vor allem von dem Beherrschen des "Handwerks" Menschenführung oder Umgang miteinander ab. Das kann man lernen, selbst wenn man kein bisschen "naturdominant" ist.
Liebe Grüße vom Zebra
Was für eine tolle Folge und du könntest mit diesem Thema vermutlich noch mindestens 4 weitere füllen. Es war spannend, den vielen unterschiedlichen Meinungen und Theorien zu lauschen.
Aus meiner Erfahrung heraus würde ich schon sagen, dass Dominanz auch zu einem gewissen Anteil erlernbar ist. Aber es steckt definitiv auch in einem. Manchmal ist man sich dessen einfach nur nicht bewusst und es braucht einen kleinen Schubs. Ist die Lust und das Bewusstsein dafür dann erst einmal geweckt, dann kann man die Kunst der Dominanz durchaus wachsen lassen. Mit entsprechender Erfahrung werden die Fähigkeiten mehr und mehr ausgebaut, wenn man es denn wirklich möchte. Es findet also (automatisch) ein Lernprozess statt. Für mich ganz persönlich ist die Erkundung meiner Dominanz eine Art Reise und diese wird wohl nie enden.
Auch ist die Dominanz für mich auf jeden Fall ein ganz persönliches Empfinden. Nicht jeder wirkt nach außen offensichtlich dominant. Deshalb ist diese Person nicht weniger dominant, als jemand dem sich sofort alle unterwerfen wollen. Es sind mitunter nur kleine Nuancen, kleine Noten und diese müssen im bestem Fall dem Partner gefallen. Ich bin eine Liebhaberin von Caring Domination und die ist für viele nach außen hin nicht gleich ersichtlich. Muss es auch gar nicht sein, Hauptsache mein Partner ist mir und meiner Art von Dominanz gegenüber aufmerksam.
Alles andere ist doch eigentlich egal.
Wow Sebastian,
dass hast du hervorragend aufgefangen. Hut ab!
Wie lernt man? Das ist hinreichend erforscht, in der Entwicklubgspsychologie.Es gibt das Zusammenspiel aus Anlage, Umwelt und Selbststeuerung zu gleichen Teilen.
Natürlich lassen sich die Anteile ausgleichen.
Zitat: Die Moderne Entwicklungspsychologie betrachtet den Menschen somit als aktiven Gestalter seiner eigenen Entwicklung im Rahmen seiner genetischen Vorraussetzungen und seiner Umweltbedingungen.
Somit ist vieles Möglich mit einem eigen Willen, sprich Interesse und auch mit der richtigen Unterstützung und Ermunterung von außen und mit Geduld. Jedoch kann die Anlage nicht völlig kompensiert werden. Das ist nicht möglich.
Sicher kann mit dem Willen und Unterstützung Vieles möglich werden. Das hab ich selbst erlebt, jedoch nicht Alles.
Somit herzliche Grüße, ARsSally
Ich stelle immer wieder fest, dass Souveränität im Auftreten oder in einer Handlung oft als (Natur-)Dominanz wahrgenommen oder mit ihr gleichgesetzt wird.
Diese Souveränität ist durchaus lernbar, und wenn man eine bestimmte Technik oder Praktik ausreichend verstanden hat und geübt hat, kann man sie souverän anwenden.
Zur Dominanz fehlt trotzdem noch das Gegenstück, denn ein Individuum kann nur einem anderen gegenüber dominant sein, wenn letzteres diese Dominanz anerkennt und sich ihr unterwirft. Egal, wie souverän man auftritt, solange sich niemand unterwirft, wird man auch niemanden gegenüber dominant sein.
Natürlich gibt es auch Situationen, in denen die Dominanz durch äußere Umstände gegeben ist (oder sollte), wie z.B. in Lehrer-Schüler-Konstellationen, oder zwischen Chef und Mitarbeitenden.
Fehlt es dort an Souveränität auf der dominanten Seite, wird dies oft durch Lautstärke und Wutausbrüche ausgeglichen, aber das soll hier nicht weiter Thema sein.
Für ein „erfüllendes Spiel“ (im BDSM Kontext) fehlt aber neben der Souveränität auf der oben spielenden Seite und der Hingabe unten in meiner Welt noch eine Zutat: Sub muss sehen, hören, spüren, riechen,… dass es Dom Lust bereitet. Und hier liegt der Hase im Pfeffer: Auch wenn man das Auftreten, die Technik usw. lernen kann, muss man die Lust erleben und real fühlen, und DAS kann man nicht lernen. Wer oben spielend keine Lust (egal in welcher Form) bei dem empfindet, was er/sie mit der anderen Person anstellt, der/die betreibt höchstens ein (möglicherweise sogar recht gutes) Schauspiel, aber in meiner Welt kann das kein (für alle Beteiligten erfüllender) BDSM sein.
Klar kann man das lernen. Meinelady z.b vom Stino zur Lady vom softy zur Dominaten Frau. Vom dirty stalk bis hin zum spanking bis hin zum ns
Spannende Folge. Um die Frage kann man "Dominanz lernen" zu beantworten sollte man erst definieren was man mit Dominant meint. Wen man mit Dominanz meint das es die Person ist der Richtung vom Spiel bestimmt, dan kan es auch die unten spielende Person sein.
Die Folge mit Paula zeigt das schön. Bei ihr dominiert die Richtung wohin das spiel gehen sol. Da zeigt sich das ein Positionswechsel den Weg zum Gluck sein kan.
Wen man mit Dominanz die oben spielende Person meint dan kan man das durchaus lernen. Man kan die Tools bsw. die Technik lernen. Wen man die Dominanz im Sinne von obenspielende Person annimmt, da komt es auf Authentisität an. Es ist ein Gefuhl das die Spielpartner dabei haben. Wen das nicht von alle gefuhlt wird funktioniert das nicht.
Wie so oft im BDSM komt es auf die perspektive an und wie man die Grenzen definiert. Was ich als Dominant empfinde ist kan jemand anders als gar nicht Dominant empfinden. Das ist wie das Schmerzempfinden, das ist auch für jede Person anders.
Ist Dominanz die Rolle oder Position die man einnimmt? Oder meint man mit Dominanz die Person die die Fuhrung übernimmt oder den Ton angibt?
Hi, Live verpasst hier mal ein Gedanke und meine Erfahrung.
Ursprünglich wollte ich Diominant sein, weil es ein safespace war. jeder merkte das es nicht ist und Heute bin ich dermaßen submessiv. Ich hatte einen "Spiel"partner der sich akls dominant beschrieb und selber so sah, und er war es null. Im alltag bin ich wahnsinnig dominant, meistens. Ich denke es gibt skills die man klernen kann, aber Charaktereigenschaften, wie man als Mensch ist, verkörpert man und in meiner Vorstellung verkörpert der, die, das Dom es vollkommen und wenn es eine suptikle Art hat. Manchen sieht man es nicht an, aber es steckt in denen. Wenn man aber so gar nicht Typ dominant ist, kann man üben wie man möchte, man wird aus einer maus keinen Elefanten bauen, außer man nimmt statt einer Maus, als Gegenüber eine Fliege... Also alles eine Art der Betrachtung, der Vorstellung des Gegenübers und der Einstellung. Und ob ein Mensch als dominant angesehen wird, entcheidet der supmessive Part. Aber in der Natur angelegte Eigenschaften wird man nüben können, aber nie so ausleben wie ein Mensch dem es in die Wiege gelegt ist....
Ein Fisch wird nicht vollumfänglich laufen lernen und
Aber das ist nur meine Meinung und meine Erfahrung. Bleibt die Frage, was macht für dich Dominanz aus, wie beschreibt man die, woran misst man die, wie macht man sie fest und bei welcher Art fühlt man sich wohl und so wird jeder seine eigene Antwort finden und auch auf die Frage unterschiedlich antworten. Noch ein gedanke, es gibt Fertigkeiten und Fähigkeiten, Fähigkeiten sind veranlagt, Fertigkeiten kann man lernen laut Lehrbuch. Wo setzt man Dominanz an. die Fähiigkeit zur Dominanz kann man haben und es ist nicht erlernbar, die Fertigkeit degegen schon.
LG
Ich liebe die „Kunst der Unvernunft“. Diese Folge hat mich aber so richtig genervt, weil fast alle Sprecher eine arrogante Deutungshoheit gefordert haben. Fast alles, was gesagt wurde widerspricht meinem Gefühl und meinen Erfahrungen.
Ich liebe die BDSM-Szene auch vor allem deshalb, weil sie in weiten Teilen undogmatisch, divers, Gender- und Body-positiv ist. In dieser Sendung war das eher nicht der Fall.
Lass mich ein kurzen Gedankenexperiment machen:
Wir machen eine Häufigkeitsverteilung der Erwartungen an einen Dom, aus Sub-Sicht gesehen, das wird eine Art Gaussverteilung sein. Ganz rechts die Doms, denen sich jeder Sub unterwerfen würde, ganz links die, die so submissiv sind, dass sich ihnen echt niemand unterwerfen kann.
Aus Sub-Sicht ist es dann doch nur entscheidend, ob der Dom dominanter ist als ich, damit ich mich unterwerfen will! Das Fazit wäre dann, dass in diesem Spektrum nur zwei Voraussetzungen erfüllt werden müssten:
1. Ich will mich unterwerfen.
2. Der Dom muss diese Unterwerfung annehmen und etwas dominanter sein als ich.
Wäre es falsch anzunehmen, dass es dann eher auf die Position im Spektrum ankommt, als die Frage zu benantworten, ob man „das lernen kann“.
So gesehen, könnte dann fast jeder eine Art Switch sein, was ich sehr schön finde, obwohl ich mich nicht so bezeichnen würde.
Das blöde, häufig verwendete Wort „Veranlagung“ finde ich sowas von „Kleinanzeigenlingo“, dass ich echt kotzen könnte.
Ich habe diese Folge fast zweimal komplett gehört, da ich Donnerstagabend wieder im Zug saß und der Stream leider ein paar mal, natürlich da wo es wirklich interessant war, ausgestiegen ist. Irgendwie hab ich trotz (vielleicht auch gerade wegen) doppelt hören, das Gefühl, ich bin nicht schlauer als vorher ;)
Für mich ist Dominanz ein Teil der Persönlichkeit, der mehr oder weniger spürbar bzw. merklich für andere vorhanden ist. Das heißt aber nicht, dass sich die Dominanz eines Menschen auf andere gleich auswirkt. Wir sind schließlich alle individuell.
Auch glaube ich, dass man dominant sein/wirken lernen kann, aber hier kommt es auch darauf, wie viel Dominanz steckt bereits in einem und wie verhalte ich mich in diesen Situationen. Jemand hatte ja die Führungslehrgänge und -coachings angesprochen...die Inhalte müssen dann halt auch umgesetzt werden, sonst kann es dabei bleiben, dass nur die Position das Gefälle bestimmt, ich die Person aber sonst nicht ernst nehme....
Das lässt sich auch auf das "kinky"-Leben übertragen.
Ich bin (bisher) rein als Sub aktiv, wenn ich jetzt plötzlich oben spielen müsste, würde ich mich als "Top" und nicht als dominant bezeichnen. Um jemand ans Bett zu fesseln und zu hauen oder ein Halsband anzulegen, etc. braucht es keine Dominanz, sondern nur einvernehmliche Absprache zwischen den Beteiligten. Wenn das Halsband aber bedeutet "Du bist meins" und das Machtgefälle Dom zu sub/dev im Mittelpunkt steht, halte ich die oben genannte vorhandene spürbare Dominanz für sehr wichtig. Sollte diese bei Dom nicht merklich vorhanden sein, kann er/sie sicher mit der Zeit dominantes Auftreten lernen, wobei hier eine (ergebnis-)offene Kommunikation notwendig ist, dass das dominante Verhalten dann auch glaubhaft rüberkommt und nicht (zu) aufgesetzt wirkt und sub/dev sich in ihrer/seiner Rolle gänzlich ernst genommen fühlt. Das Thema regt auf alle Fälle zum Nachdenken an ;)
@Sebastian: Ich konnte es am Donnerstag leider nicht mehr in den Chat schreiben, weil ich da schnell umsteigen musst:. Ich habe bisher auch meistens das Intro geskippt, finde das neue aber cool. Das hat direkt richtig neugierig gemacht :)
Oh la la! Hitzige Debatten zum Thema Dominanz und zum Erlernen von dominanten Handlungen und Gesten oder der Naturdominanz. Ich hätte nicht gedacht, dass das Thema so sehr polarisiert.
Ich für mich (Sub) empfinde es so: tritt ein Mann mit seinem Wesen und seiner Art so auf, das ich instinktiv fasziniert bin und das Bedürfnis empfinde mich dieser Person unterwerfen zu können, dann ist dieser Mann in meinen Augen (natur-) dominant.
Ein Sender und ein Empfänger, ganz unbewusst passiert da etwas. Ich kann Gretchens Schilderung sehr gut nachvollziehen.
Eine abwechslungsreiche Folge, die bestimmt noch nicht zuende erzählt ist.
Lg dini_dark.7.0
Was für ein tolles kontroverses Thema bei der Frage "muss man es in sich haben oder kann man es lernen"
Ich denke man muss es selber spüren und wollen (und das sollte man sich nicht von Dritten absprechen lassen) und dann lernt man die feinheiten der Ausführung mit einer passenden Partnerperson die das auch sieht und nicht anzweifelt.
Nach etwas nachdenken, bin ich zu folgendem Schluss gekommen:
Man muss zwei Begriffe unterscheiden, Dominant und Dominanz.
Dies sind unterschiedliche Dinge.
Um Dominanz ausüben zu können, muss man in jedem Fall Dominant sein.
Dem zu Folge kann man Dominanz tatsächlich erlernen, vorausgesetzt, man hat das Bedürfnis in sich, Dominant zu sein.
Ein weiterer Streitpunkt in der Sendung, war der Begriff: natürliche Dominanz.
Wenn ein "Kerl" in eine "Veranstaltung" hereinplatz, und sich auf führt wie ein Platzhirsch, so ist das definitiv keine natürliche Dominanz, sondern ein aufgeplusterter möchte gerne.
Natürlich Dominant ist jemand, den sieht man, und man bekommt direkt das Bedürfnis, auf die Knie zu gehn, und mit freude alles zu tun, was gewünscht wird ...