Sebastian
Hallo und guten Abend zur Unvernunft Live am 16. März 2023.
Begrüßung
Hallo, liebes Publikum im Chat und im Livestream und auch hallo die Menschen,
die es später im Podcast hören. Und ja, das hier ist Live-Folge Nummer 112 und
gelegentlich soll ich mich ja vorstellen, habe ich mir sagen lassen. Mein Name
ist Sebastian Stix und ja, mit dabei ist heute Abend der Tonmeister, der wacht
hier über den guten Ton. Vielen Dank dafür jetzt schon mal und er hat auch die
Musik für die Postshow und Pre-Show ausgesucht. Das ist eine nervtötende Aufgabe
Thema: Kinky Skills für die Karriere
und ich finde es toll, dass er sich dem mal gewidmet hat. Okay, ja, worüber
reden wir heute und wie funktioniert das hier überhaupt? Denn ich sehe, es gibt
neue Namen im Chat, das ist immer schön und deshalb werde ich hier alles erstmal
ordentlich erklären. Okay, Thema heute BDSM und Karriere
oder Kinky und Business. Und ja, worum geht es dabei? Geht es darum jetzt
mit BDSM irgendwie Karriere zu machen? Ja, nein. Es geht eigentlich darum, dass
wir ja mit BDSM unsere persönlichen Skills erweitern. Wir
lernen, wie wir miteinander umgehen, wie wir miteinander sprechen, wie wir
Grenzen setzen und wie wir ja hoffentlich einfach besser im Umgang mit
Menschen sind. Und wir haben ein Ventil, um bestimmte persönliche
Eigenheiten, zum Beispiel das tiefe Bedürfnis nach Devotion in einem sicheren
Rahmen auszuleben. Und das kann uns ja beruflich weiterhelfen. Und
möglicherweise ist die eine oder andere Fertigkeit im BDSM dazu geeignet, dann
im Beruf auch weiterzukommen. Sei es, dass man besser Menschen herumkommandieren
kann oder dass man eben für sich selbst besser eintreten kann.
Darüber sprechen wir heute. Also, inwieweit sind diese beiden überhaupt nicht
zueinander passenden Themen, nämlich Beruf und BDSM, dann eben doch zumindest,
naja, nicht vereinbar, aber inwieweit beeinflussen sie sich gegenseitig eben
doch und da bin ich mal sehr, sehr gespannt. Und wenn es da dann doch
Überschneidungen gibt, dann ist das heute natürlich auch etwas, was ich
interessant finde.
Diara schreibt schon im Chat, herzlich willkommen übrigens, das einzige was ihr
einfällt ist als Skill gute Kommunikation und ich glaube damit triffst du schon
den Nagel auf den Kopf und der Begriff Kommunikation ist ja so weit gefasst, das
kann ja unfassbar viele Dinge treffen. Okay, ich mache jetzt eine kleine
Bedienungsanleitung für die Live-Sendung. Funktioniert ganz einfach. Ich habe
schon Gäste vorgebrieft, mit denen werde ich gleich sprechen. Meine erste Gästin
rufe ich auch deshalb gleich selbst an, aber grundsätzlich könnt ihr, wenn ich
dann die Telefonnummer hier ansage und in den Chat schreibe, könnt ihr hier
einfach anrufen und dann sprechen wir einfach miteinander über das Thema und was
euch dazu einfällt. Und auch wenn ihr der Meinung seid, das ist überhaupt nicht
passend und das besteht alles eh nur aus Klischees, wunderbar, dann ruft ihr
bitte an und erzählt mir das und erzählt das den Menschen, denn ich möchte das
Thema natürlich von so vielen Seiten wie möglich beleuchten und eure Meinung da
einfach wiederfinden. Und ich glaube, es kann auch umgekehrt mal sein, Skills,
die man im Beruf lernt, vielleicht bei einer Fortbildung, vielleicht kann man
die auch ins BDSM einbauen. Also ich finde immer, dass Dinge in beide Richtungen
funktionieren.
Okay, ja, so einfach ist das. Wer hier anrufen möchte, einfach die Telefonnummer
dann wählen, wenn es soweit ist. Und ihr braucht hier euch nicht anmelden oder
registrieren oder irgendetwas. Das ist überhaupt nicht nötig. Es klingelt hier
dann einfach hoffentlich, wenn die Technik mitspielt. Und dann quatschen wir
miteinander. Und hinterher, alle Gäste bekommen ja von mir so ein Gästeprofil
auf der Podcast-Webseite, damit man zum Beispiel mit den Gästen Kontakt
aufnehmen kann oder eben auch genau nicht, Nämlich bekommt ihr von mir noch ein
kleines geheimes Passwort zugesteckt, bevor wir auflegen. Also wenn wir uns
verabschiedet haben, bitte nicht auflegen. Dann sage ich das kleine Passwort
noch und damit können dann meine Gäste sich ein Konto auf der Podcast-Webseite
machen und dann eben in Zukunft festlegen, wie sind ihre Social-Media-Profile
oder möchten sie die anonyme Kontaktfunktion des Podcasts nutzen. Das könnt ihr
dann selber festlegen und die Kontrolle darüber übernehmen. Müsst ihr nicht,
aber ihr könnt. Okay, und dann merke ich schon mal an, dass wir fast, na, drei
Fast 3 Jahre Unvernunft Live
Tage Abweichung, ein kleines Jubiläum haben. Wird jetzt nicht groß gefeiert,
vielleicht machen wir das in zwei Wochen. Aber am 19. März 2020, also vor drei
Jahren, erschien die Unvernunft Live Nummer 1.
Und es war wettermäßig im Prinzip genauso wie heute und der einzige Unterschied
war, ich war fürchterlich aufgeregt und inzwischen bin ich irgendwie ein
bisschen abgebrühter. Das macht es aber nicht weniger spannend. Spannend. Okay,
und ich glaube, jetzt wäre es an der Zeit, meine erste Gästin mal in die Folge
reinzuholen. Ich erwähne noch, später gibt es noch eine Schätzfrage und alles
Mögliche, aber ich glaube, jetzt fangen wir mit dem Thema einfach mal an. Ihr
könnt anrufen unter 051019118952. Die Nummer
poste ich jetzt auch in den Chat hinein. Und wer mit mir sprechen möchte, kann
genau das tun. Einfach mal die Nummer wählen. Und wenn ihr sagt, Mensch, das
Thema ist super, weil oder das Thema ist total doof, wegen, dann sagt ihr
einfach Bescheid. Und nein, ihr sagt nicht Bescheid, ihr ruft einfach an, dann
klingelt es hier und dann geht es gleich los. Und da klingelt es auch schon,
hervorragend.
Hallo, Sebastian hier, mit wem spreche ich?
Anruferin Amanda
Amanda
Hallo, hier ist Amanda.
Sebastian
Hallo Amanda, schön, dass du anrufst. Ich bin sehr gespannt, du bist die Erste
und bin gespannt, was du zum Thema sagen möchtest, BDSM und Karriere. Hat das
bei dir Überschneidung?
Amanda
Ich denke auf jeden Fall. Also, was ich dazu sagen muss, ich stehe gerade noch
am Anfang meiner beruflichen Karriere, aber ich bin jetzt seit einigen Jahren
Femdom und in dem Bereich unterwegs und ich würde auf jeden Fall sagen, dass
sich das so auf, ja, auch meine beruflichen Skills positiv ausgewirkt hat. Also,
gerade so im Bereich Führungskompetenz würde ich jetzt mal kurz zusammenfassen.
Sebastian
Okay, da bin ich gespannt. Da du sagst, du bist noch ganz am Anfang deiner
Karriere, darf ich grob fragen, wie alt du circa bist? Ich weiß, die Frage
stellt man nicht.
Amanda
ungefähr 30.
Sebastian
Ungefähr 30, okay. Und wie lange bist du schon als Femdom unterwegs?
Amanda
überlege gerade, was ist das, so zwei, drei Jahre ungefähr?
Sebastian
Okay, jetzt bin ich gespannt. Also inwieweit hat das für dich Vorteile oder
welche Skills hast du dabei mitgenommen, die du jetzt beruflich verwenden
kannst?
Amanda
Ja, also zum einen sehr selbstbewusstes Auftreten. Also ich war schon immer
eigentlich ein selbstbewusster Mensch, aber gerade durch irgendwie meine
Erfahrungen als Femdom habe ich gelernt, einfach noch mehr auf meine
Körpersprache zu achten, noch mehr selbstbewusst irgendwo aufzutreten und auch
meine Stimmlage zum Beispiel so zu verändern, dass ich einfach mehr respektiert
werde. Und ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass diese ganzen Erfahrungen,
die ich jetzt im BDSM sammeln konnte die letzten Jahre, an Stimmtraining, an
Körperhaltungstraining, was man ja automatisch irgendwie lernt, wenn man es halt
macht, ich glaube, dass ich die Chancen, so viel Führungskompetenz mir
anzueignen in so jungen Jahren im beruflichen Umfeld eher nicht gehabt hätte.
Leute,
fängt man ja eher weiter unten an in der Karriereleiter, würde ich jetzt mal
sagen.
Sebastian
Ja, gut, aber wenn man so ein bestimmtes Auftreten hat und ein bisschen
demonstriert, ich weiß, was ich möchte, ich mache den Mund auf, wenn es wichtig
ist im richtigen Moment und ich kann auch meine eigenen Bedürfnisse formulieren.
Amanda
Und
Sebastian
Das sind ja alles Dinge, die du, glaube ich, als Femdom dann auch wirklich immer
wieder trainiert und geübt hast. Dann hilft das natürlich, ganz klar. Logisch,
wenn man jetzt, ich sag mal so, mit 18 als Azubi da sitzt und macht den Mund so
weit auf, dann ist es schwierig, aber ganz ehrlich, wenn das der
Situation angemessen ist, dann kann dich das ja eigentlich nur voranbringen.
Amanda
denke auf jeden Fall
Sebastian
Ja, gibt es spezielle Dinge, die du auch verwendest, die du vielleicht auch beim
BDSM und im Beruf gezielt nutzt? Du hast schon gesagt, die Stimme ist so eine
Sache.
Amanda
Körperhaltung, ganz klar. Also ich habe gelernt, wie ich mich
groß machen kann und wie ich auch einfach eine Form von Dominanz oder auch
Selbstbewusstsein ausstrahlen kann. Und also ich muss sagen, wenn ich mich
irgendwie in Anfangstagen auf eine Session vorbereitet habe und mich dann extra
vorm Spiegel nochmal groß gemacht habe vor den ersten Sessions, weil ich
irgendwie nervös war. Das ist eine ähnliche Taktik, die ich jetzt anwende, wenn
ich ein Bewerbungsgespräch habe zum Beispiel. Und ja, also solche
Dinge. Also mein
Sebastian
Wie wirkt das denn auf die Menschen? Also erwarten die das eh von dir?
Amanda
letztes Bewerbungsgespräch war sehr, sehr positiv. Mir wurde irgendwie
zurückgemeldet so ein, wow, sie haben ihr Leben echt im Griff und wissen, was
sie wollen so ungefähr. Das war so das Feedback, was ich in dem
Bewerbungsgespräch bekommen habe.
Und ja, was ich denke, einfach daran lag, wie ich mich da verkaufen konnte.
Sebastian
Ja, ich glaube auch gerade im Bewerbungsgespräch ist so ein bisschen
Selbstbewusstsein, klarer Augenkontakt, eine ordentliche Haltung, weil man muss
ja diesen ersten Eindruck hinbekommen.
Amanda
Mhm.
Mhm.
Sebastian
Und wenn man da selbstsicher auftritt, weil man das gewöhnt ist, dann ist das
was ganz anderes, als wenn man da irgendwie schwitzend und stotternd, also wenn
man da wirklich von der Situation übermannt ist.
Amanda
Mhm.
Sebastian
Auf der anderen Seite ist das doch eine andere Situation, wenn du jetzt jemanden
hast, mit dem du spielst. Der will ja auf dich hören. Der will ja deine
Körperhaltung genießen.
Amanda
Kommt drauf an, wie bratty der ist. Aber ja.
Sebastian
Aber da ist natürlich dieses Wohlwollen da. Und jetzt im Business-Umfeld, da
hast du das natürlich eher nicht so. Also da sind die Leute bestenfalls neutral
eingestellt.
Amanda
Ja, aber ich glaube, dass das ja gerade das Gute ist, in Form von, dadurch, dass
ich im BDSM so viel positive Rückmeldung dafür bekommen habe, so selbstbewusst
aufzutreten, konnte ich das immer weiter verfeinern und üben. und hätte ich
quasi in den Jahren jetzt im beruflichen Kontext versucht, mir diese Skills
anzueignen, wäre ich ja auf viel, viel mehr Widerstand gestoßen, weil ich eben
vielleicht als zu jung wahrgenommen worden wäre, um so dominant aufzutreten. Und
dadurch konnte ich mir quasi über das BDSM hintenrum diese ganzen Skills schon
aneignen und kann sie dann quasi im Berufsleben im richtigen Moment aus der
Tasche zaubern und muss sie dann nicht erst lernen.
Sebastian
Ja, hast du da ein bisschen Schiss vielleicht auch da mal zu übertreiben?
Weil als Femdom, da darfst du dir ein bisschen mehr erlauben, sage ich mal.
Amanda
Ja, Angst davor habe ich nicht, Also weil, wenn ich einfach selbstbewusst sein
Ausstrahle erstmal von Körperhaltung her und vom Gesichtsausdruck her, denke ich
erstmal nicht, dass da irgendwas Negatives passiert. Also klar muss ich auf
meine Wortwahl achten mehr im Berufsleben und irgendwie auch auf das Wie und Was
ich da sage, so, natürlich, aber ja, also ich denke gerade Körperhaltung
und irgendwie Ausstrahlung sind beides Dinge, wo ich jetzt erstmal nicht denken
würde, dass mir das Nachteile bringt. bringt.
Sebastian
Ja, also,
Amanda
Also anders, ich würde auch in keinem Berufsumfeld arbeiten wollen, wo mir das
dann Nachteile bringt. Dann würde ich eher das Berufsumfeld wechseln, denke ich.
Sebastian
das ist nochmal die nächste Frage. Hat deine Berufswahl, also zumindest die
Position, die du anstrebst, ein bisschen was damit zu tun, dass du da auch
Führungsrolle einnehmen kannst? Ernst?
Amanda
Also ich fände eine Führungsrolle unglaublich spannend, hätte da große Lust
drauf. Ich merke aber, ich will eigentlich noch einen Schritt weiter. Also ich
bin auch gerade dabei, ich weiß nicht, wie gerne Werbung gesehen wird für
nebenberufliche Selbstständigkeit hier im Podcast.
Sebastian
Ach, du kannst einfach mal erzählen und dann gucken wir mal, was wir draus
machen.
Amanda
Darf ich
Ja, okay.
Sebastian
Im Zweifel schicke ich eine Rechnung für die Werbung.
Amanda
Okay,
machen wir so.
Sebastian
Nein, habe ich noch nie gemacht. Ich drohe es immer nur an, aber bisher habe ich
mich nicht getraut, das zu tun.
Amanda
Also weil es halt indirekt Werbung ist, wenn ich jetzt erzähle, was ich tue. Ich
mache mich gerade nebenberuflich selbstständig noch als Mediatorin.
Und ja, habe da halt auch viel mit Kommunikationskompetenz zu tun. Und
langfristig möchte ich gerne in einen Bereich, wo ich Trainings anbiete für
Unternehmen. Und da träume ich eigentlich langfristig von
Führungskompetenztrainings auch.
Sebastian
Ja,
Amanda
Und denke, dass mir da wiederum dann auch meine Erfahrungen und meine Skills,
auch meine Menschenkenntnis, die ich im BDSM gesammelt habe, Menschen richtig zu
lesen, dass mir das alles dabei sehr, sehr helfen wird.
Sebastian
also gucken wir doch mal umgekehrt. Inwieweit könnte ich auch Erfahrungen dabei
oder jetzt eben im Beruf dich auch wieder weiterbringen, BDSM besser zu machen?
Amanda
absolut.
Sebastian
Also was meinst du, was könnte damit reinspielen?
Amanda
Naja, im BDSM, also in der irgendwie im BDSM geht es auch ganz viel um
Kommunikation. Das schrieb ja vorhin auch schon jemand im Chat. Und gerade in
der Mediationsausbildung, das ist ja ein reines Kommunikation, also nein, kein
reines Kommunikationstraining, aber das hat sehr, sehr viele Anteile an
Kommunikationstraining. Und ich habe sehr viel darüber gelernt, ja, wie man auch
mit Menschen kommuniziert und wie man auch mit Menschen noch anders umgehen
kann. Und ich wende schon auch Dinge davon in meinem BDSM wiederum an.
Sebastian
also ich ahne gerade, dass man vielleicht so BDSM-Workshops als
berufliche Weiterbildung, da kann man doch einmal im Jahr ein paar Tage was
machen, ansetzen kann, weil man ja eben über Kommunikation ganz viel spricht.
Ich ahne Möglichkeiten und Geschäftsfelder.
Amanda
ich habe große, große Lust, hätte ich tatsächlich irgendwie auch so Workshops
anzubieten für BDSMler oder so. Da muss ich mal gucken so ein bisschen. Da ist
bei mir gerade so ein bisschen das Problem, wenn das einfach möglich wäre, dass
ich mich hinstelle und sage, hier, ich biete jetzt diese Workshops an, ohne dass
dann sich berufliches und mein BDSM-Leben vermischt, gerade was so ein Name
angeht und Werbung. Das sind tatsächlich gerade meine Hemmschwellen, aber Lust
hätte ich sofort, solche Workshops anzubieten.
Sebastian
das kann ich total nachvollziehen, diese Vermischung. Also willst du das ganz
strikt trennen oder sagen wir mal so, inwieweit dürfte das im Beruf auch mal
durchfunkeln, dass du auch Femdom bist?
Amanda
eher ungern, glaube ich. Also gerade, also vielleicht irgendwann mal, aber
gerade da ich am Anfang stehe, ist mir das wirklich wichtig, das noch zu
trennen. Und wenn ich jetzt mir vorstelle, ich biete irgendwie einen Online-Kurs
an zu irgendwas und dann taucht da mit dem Impressum mein Name auf,
finde ich schwierig dafür.
Sebastian
Ja, das ist ein Problem, das ich mit dir teile.
Amanda
Dafür,
Sebastian
Darüber spreche ich nachher auch noch ein bisschen. Habe ich nämlich ein Update
fürs Publikum.
Amanda
mhm, sehr
Sebastian
Jetzt habe ich fast den Faden verloren, aber ich habe ihn gerade noch wieder
gefunden.
Was jetzt in der Ausbildung, vermute ich mal die letzten Jahre, hat das da auch
schon so ein bisschen durchgeschlagen, weil da ist man ja eher
Wissensempfängerin und da muss man ja dann doch einfach mal hinnehmen, was man
so kriegt oder hat da das Selbstbestimmte auch schon was gebracht?
Amanda
gut,
es hat auf jeden Fall was gebracht, dass ich oft Dinge einfach eben nicht so
hinnehme, sondern quasi so biege und plane, wie es mir gut in den Kram passt
und da auch einfach Selbstbewusstsein zeige, also, dass ich auch jetzt zum
Beispiel, wenn mir irgendwie, weiß ich nicht, im Job irgendeine Aufgabe ist,
dann nicht sage, ja, ja, mache ich sofort, sondern einfach ganz klar sage, hier,
ich habe gerade so und so viele Kapazitäten, das mache ich bis übermorgen und
ähnlich auch im Rahmen der Weiterbildung, dass ich da einfach sehr gut, ja, sag
ich jetzt mal Zeitmanagement und auch, ja, so dieses wenn ich eine Session plane
oder wenn ich jetzt ein berufliches Projekt plane, das hat ja auch irgendwie
Ähnlichkeiten, was muss ich alles berücksichtigen, worauf muss ich achten, ich
muss spontan reagieren, wenn mir ein Sub abstürzt, genauso muss ich im
beruflichen Umfeld spontan reagieren, wenn da irgendwas schiefläuft und also
Sebastian
Das finde ich spannend mit dem Planen, weil im Grunde planst du immer das
Unmöglichste, weil Menschen sind ja immer so wenig vorhersehbar, wie ich finde.
Da gibt es immer ganz viele Überraschungen.
Amanda
mhm,
Sebastian
Aber ja klar, da hast du einfach Übung. Also ganz klar, einfach Erfahrung und
Übung und quasi bei deinem ersten Job schon, da weißt du schon eigentlich, wie
es läuft und kannst mit den Unwägbarkeiten umgehen.
Amanda
Ja, definitiv.
Sebastian
Jetzt gehe ich nochmal ein Stück zurück. Jetzt hast du als Femdom irgendwann
angefangen vor ein paar Jahren und wie hast du das gelernt?
Amanda
Mhm.
Sebastian
Vielleicht kommt das von der Ausbildung, also ich suche noch die Wechselwirkung
oder liegt dir das einfach im Blut?
Amanda
Also wie gesagt, ich denke, dass die Mediationsweiterbildung mir da viel
geholfen hat, was so Kommunikation angeht und Stimme und solche Dinge.
aber sonst war das einfach auch ja, eine Mischung aus Leidenschaft und Training,
also die Tendenz hatte ich schon immer irgendwie und dachte dann richtig
umzusetzen kam dann halt irgendwie auch ja, durch die Lust am Ausprobieren
durchs Training und auch durch ja, tolle Partnermenschen irgendwie mit denen ich
das zusammen aufleben konnte die mich da auch immer bestärkt haben
Sebastian
Ja, ich merke schon, deine Stimme, man hört schon deine Haltung. Wenn ich hier
so im Sessel so rumlungere, damit es betont gemütlich ist, merke ich schon, so
Sprechtempo und so, das ist alles so ein bisschen, das ist pointiert, das ist
auf den Punkt und das passt und ich kann mir das tatsächlich sehr gut
vorstellen, wie du, ich sag mal, ins Büro reinkommst und sagst, so, ich habe
einen Plan gemacht, ich bin vorbereitet, da, da, da, da, da, so und so und so
und für alle Katastrophen habe ich dann auch noch einen Zettel in der Schublade.
Oder, ja doch, das bringst du schon rüber. Also ich kann mir das vorstellen, wie
du auch beim ersten Bewerbungsgespräch dann quasi die Dinge in wenigen Minuten
auf den Tisch bringst.
Ist denn das mit Widerständen? Also das kann ich jetzt nochmal vertretungsweise
fürs Podcastsubbie hier reinbringen. Die ist, das darf ich verraten, in einer
Männerdomäne aktiv.
Und, ja, das hat gedauert und ich bin, also ich bin persönlich extrem stolz auf
sie, dass sie, das klingt jetzt echt blöd in diesem Podcast das so zu sagen,
aber ich finde das echt toll, dass sie ihre Position nicht nur erarbeitet hat,
sondern auch gefestigt hat und auffällt und mit Selbstbewusstsein einfach an die
Sache rangeht. Also absolut großartig und umso schöner finde ich ja, wenn sie
dann bei mir eben all das fallen lassen kann. Aber da behauptet sie und ich
behaupte es auch inzwischen oder ich bin mir sicher, ich bin ja nicht auf der
Arbeit am gucken immer, aber ich glaube, dass sie wirklich für sich selbst
eintritt und die kommunikative Fähigkeit hat, ganz klar ohne beleidigend zu
werden oder mürrisch oder motzig, sondern einfach ganz klar zu sagen, so ist es.
Also diese Realitäten, die auch zu formulieren. Und das unterstelle ich dir
jetzt auch einfach mal, dass du gar nicht so hinterm Berg hältst mit den
unangenehmen Sachen. Das müssen wir im BDSM ja auch ständig besprechen und
sagen, was war gut und was war nicht. Also diese, Entschuldigung, es wird ein
riesen Monolog. Entschuldigung, ich höre jetzt sofort auf. Es geht um diese
Kritikfähigkeit, die man ja zwangsläufig erlebt. Und wenn dein Sub sagt, das war
Mist, dann wirst du dich damit ja auseinandersetzen müssen.
Amanda
also das ist auf jeden Fall ein Feld, in dem ich wenig Probleme habe, sage ich
jetzt mal. Ich kann gut mit Kritik umgehen und da auch konstruktiv was daraus
ableiten, definitiv.
Sebastian
Okay, gibt es irgendwas, wo du sagst, das fehlt mir noch oder da habe ich eine
Schwäche und da kann ich noch was machen oder da kann ich vielleicht, da kann
mich BDSM auch noch selber weiterbringen? Das
Amanda
Gute
Frage. Also mir fällt jetzt auf Anhieb tatsächlich nichts ein.
Sebastian
macht gar nichts. Ich frage ja immer so lange, bis nichts mehr kommt, gebe ich
ja ehrlich zu. Und im Zweifel kann ich da auch ganz fürchterlich ins Blaue
hineinfragen.
Nein, aber das sind ja auch Dinge, die sich entwickeln. Und ich merke das ja bei
mir auch selber auch, dass irgendwie hat das alles Impact in alle Richtungen.
Aber so richtig formulieren, da müsste ich jetzt ehrlich gesagt auch
fürchterlich überlegen. Und wahrscheinlich ist die Hälfte davon dann dazu
gedichtet, weil man sich irgendwas aus den Fingern saugt.
Amanda, ich finde das super, du steigst ein mit Erfahrungen, die du eigentlich
auf dem Papier hättest gar nicht machen können vorher, ich glaube allein, dass
wenn man dann so deinen Lebenslauf wahrscheinlich liest, dann ist das schon mal
beeindruckend, weil die Leute natürlich gar nicht wissen, wo kommt es her und
umso schöner ist es, wenn es dann hoffentlich auch klappt oder hast du schon
eine Zusage?
Amanda
Nee, ich bin jetzt gerade noch, also ich stecke gerade am Ende des Studiums und
genau, die richtige Bewerbungsphase kommt dann so in einem Jahr, denke ich.
Sebastian
Okay, das heißt, du hast noch ein bisschen Zeit, da auch ein bisschen zu
experimentieren und Experimente zu machen und auszuprobieren.
Finde ich super, wie du dann, ja, ich wünsche dir da einfach ganz viel Erfolg
und dass du dann einfach die Position findest, die dir dann auch die Freiheit
gibt zu sagen, ah, da mache ich auch noch Workshops nebenbei, dass du da das
einfach weiter verfeinern kannst und ja, die Übungen, es bleibt in allen
Bereichen, da kann ja nur was Gutes bei rauskommen.
Amanda
Mhm, das hoffe ich
Sebastian
ich mag dir da echt die Daumen drücken, dass das einen super Weg geht.
Amanda
Danke.
Sebastian
Sehr gerne. Und wenn es ein Update gibt, weil du sagst, oh, du konntest das
jetzt noch mehr miteinander verbinden oder so, dann sag mir ruhig gerne mal
Bescheid zwischendurch. Das würde mich wie immer brennend interessieren, um
einfach mal zu gucken, was klappt oder was hat dann vielleicht auch einfach mal
keinen Anklang gefunden oder bei welchen Kollegen perlt das alles völlig ab. Das
kann ja auch mal sein.
Amanda
Mhm, mache ich.
Sebastian
Okay, du bleibst gleich noch ganz kurz dran und ich wünsche dir aber jetzt
schon mal einen wunderschönen Abend und viel Erfolg, auch gerade beim Studium.
Amanda
danke gleichfalls.
Sebastian
Mach's gut, tschüss.
Amanda
Danke, tschüss.
Sebastian
So ihr Lieben, da bin ich wieder und ja, das war doch schon mal ein schöner
Einstieg, davon gerne mehr. Also ich kann mir das tatsächlich gut vorstellen,
dass einfach diese Selbstsicherheit und das Experimentierfeld BDSM,
dass das gut ankommt. Jetzt ist es natürlich so, dass wenn ich jetzt zum
Beispiel im BDSM nicht Femdom bin, also nicht dominant, sondern eher Sub,
dann kann ich die Erfahrung ja schlecht mit in den Beruf reinnehmen. Also da ist
wahrscheinlich genau das Umgekehrte, dass ich dann eben eine Möglichkeit
brauche, um das zu wechseln. Schauen wir mal. Ich bin gespannt, wenn ihr
möchtet, könnt ihr mich einfach anrufen.
05101 911 8952 ist die Telefonnummer. Und da sprechen wir über
BDSM und Beruf und Karriere und inwieweit das einen Impact hat. Da jetzt
hier gerade, wer hat es geschrieben? Wer hat es geschrieben? Irgendwer schrieb
mal, ah, Deva schrieb, jetzt mal bitte einen Sub anrufen oder einen Subby.
Wäre gut. Gut, bis dahin allerdings habe ich einen Einspieler von euch, denn
Frau Katze hat mir etwas geschickt und das möchte ich euch nicht vorenthalten.
Einspieler Frau Katze
Frau Katze
Hallo, liebe Kunst-der-Unvernunft-Community. Ich wollte ganz kurz von meinen
Erfahrungen, was Beruf und BDSM angeht und positiven Auswirkungen darauf
erzählen. Ich bin Frau Katze, ich bin Devot und das
durch und durch. Also ich habe da so einen ganz tiefen Teil in mir, der einfach
Devot sein möchte. möchte. Und das wurde mir halt doch im
Job öfters mal zum Verhängnis, sag ich mal. Es wurde ausgenutzt oder
ja, keine gute Verhandlungsbasis war für mich da
und schwierig einfach. Seit ich jedoch
das Ganze so auslebe im BDSM und in einem
abgesteckten Rahmen, habe ich es geschafft, in meinem Berufsalltag stärker
aufzutreten, meine Wünsche und Interessen besser zu vertreten.
Vor allem, weil ich auch gelernt habe, wie wichtig es ist, seine eigenen
Interessen und Grenzen aufzuzeigen oder seine Interessen zu vertreten, seine
Grenzen aufzuzeigen. Dadurch, dass ich das so gebündelt ausleben kann, habe ich
das Gefühl, kann ich auch meine meine devote Seite, da wo sie einfach gerade
nicht von Vorteil ist, auch mal in eine Kiste packen und
weiß aber, dass diese devote Seite in einem sicheren Rahmen raus kann, wo
diese wertgeschätzt wird und mir nicht im Weg steht.
Sebastian
Das war Frau Katze und da mag ich ihr im Prinzip insofern
zustimmen, dass mir das einige Menschen erzählt haben. Es gibt einen Platz für
diese Seite und dann kann man sie da ausleben und
kann eben im Beruf, auch, sagen wir mal so, alles andere tun. Also dieses Yin
und Yang, diese Abwechslung in den Anforderungen, denen man am Tag so nachkommen
muss. Ich glaube, das kriegt sie ganz gut hin und ich finde das sehr, sehr
schön, dass sie das hier formuliert hat. Ja, wenn es euch genauso geht oder eben
ganz anders, dann immer her mit euren Anregungen, mit eurem
Feedback, mit eurem Input. Ich bin gespannt, inwieweit ihr das auch noch
einbauen könnt oder wollt oder müsst und es kann ja auch manchmal sein, dass ihr
sagt, boah, ich bin total, nehmen wir mal an, dominant, aber in meinem Beruf.
Boah, das ist alles so blöd ausgelegt, das fällt mir noch schwerer, der Beruf,
die Karriere, weil ich die Art und Weise, wie ich bin, da echt gar nicht mit
einbinden kann, weil das da einfach nur auf Probleme stößt. Auch das ist möglich
und ich bin gespannt unter 05101-911-8952.
Lasst uns drüber sprechen.
Ja, was kann ich denn erzählen? Also bei mir selbst? Nein, kann ich nicht
erzählen, denn hier klingelt das Telefon und das hat natürlich immer Vorrang.
Anruferin SallyMary
Hallo Sebastian hier, mit wem spreche ich?
SallyMary
Hallo Sebastian, hier ist SallyMary, grüß dich.
Sebastian
Hallo SallyMary.
SallyMary
Ja, ich dachte, ich rufe mal an, weil nach einer Devotensicht gefragt wurde.
Sebastian
Ja, sehr gerne.
SallyMary
Und ich glaube, ich liebe da so richtig das Klischee. Ich bin nämlich eine
devote Stewardess.
Sebastian
Okay, da
SallyMary
Und genau, ich wollte anrufen, weil ich eben sowohl positive als auch negative
Erfahrungen durch BDSM gemacht habe. Also ich glaube, das, was ich am
allermeisten gelernt habe, ist, ich habe einen sehr, sehr starken Praise Kink.
und ich neige dazu, viel zu tun, um diesen Praise Kink
bedient zu bekommen und vielleicht auch über meine Grenzen drüber zu gehen. Und
natürlich an Bord, wo es auch so eine Hierarchie gibt, habe ich auch oft dazu
geneigt, gefallen zu wollen. Und ich glaube, BDSM und ein guter
Dom haben mir beigebracht, dass es wichtig ist, dass ich diesen Praise Kink
nicht überhand gewinnen lasse und stattdessen meine Grenzen sowohl
als Sub als auch als Flugbegleiterin eben klar abstecke. Das
Sebastian
bin ich jetzt äußerst gespannt, weil das hat ja, also dieser Beruf, der hat ja
so ganz viele Aspekte. Auf der einen Seite habt ihr wirklich genau diese
Hierarchie, der Käpt'n ist der Käpt'n. Ich glaube, so ist es, sobald das Ding,
die Tür zu ist, gilt das uneingeschränkt. Auf der anderen Seite gegenüber dem
Passagieren bist du die Chefin. Also
SallyMary
würde ich so noch nicht mal sagen. Also natürlich, meine Airline würde wollen,
dass ich das so sage.
Aber ich habe auch im Umgang gerade mit diesem klassischen dominanten Passagier
erlebt, dass viele Kollegen anecken, weil sie versuchen, eine klare Linie zu
ziehen Und dass es manchmal mein Geschenk ist, dass ich kein Problem damit habe,
mich dem, solange es nicht um sicherheitsrelevante Sachen geht, ganz spontan
unterzuordnen.
Also ich bin eigentlich privat gar kein Fan davon, einfach nur mich dominant
unterzuordnen, sondern ich finde, Respekt muss sich verdient werden und es muss
sich verdient werden, dass ich mich unterordne. Aber an Bord, also ich bin First
Class Flugbegleiterin und gerade da hat man dann oft sehr, sehr, sehr fordernde
Gäste.
An Bord war es dann oft so, dass ich gerade dann eben gut diesem
dominanten Bedürfnis des Gesehenwerdens nachkommen konnte
und da auch so ein bisschen das dominante Ego streicheln konnte und da so ein
bisschen auch vielleicht Unmut habe vermeiden können.
Sebastian
da mag ich jetzt mal reinfragen, also vielleicht die Berufswahl, hat die schon
mit BDSM zu tun gehabt oder hat sich das erst hinterher herausgestellt? Ah, ich
bin Devote, dann werde ich Flugbegleiterin.
SallyMary
Oh Gott.
Sebastian
Keine Ahnung, hilf mir, erzähl mir.
SallyMary
Nee, also dass ich devot bin, das wusste ich, also ich glaube, das erzählen
viele Subs in deinem Podcast immer wieder, das wusste ich schon als Kind, als
Teenager. Mit den ersten sexuellen Erfahrungen war mir das klar. Und natürlich
war mir klar, dass ein Job mit Hierarchien für mich sehr angenehm sein würde.
Aber das war sicher nicht der ausschlaggebende Grund. Das war einer der Punkte,
weshalb es mir gefallen hat. Aber ich habe mich jetzt auch parallel zur
Fliegerei weitergebildet, dass ich den Job nicht ewig, zumindest in Vollzeit,
machen werde. Und ja, es war einer der Gründe. Aber ich sage mal so,
wäre das alles gewesen, dann wäre ich, glaube ich, ganz oft auch bitter
enttäuscht gewesen, wenn dann zum Beispiel Führungsstärke an Bord gefehlt hätte,
was ja auch mal vorkommen soll.
Sebastian
Ja, also gerade wenn die Situation nicht so toll ist, dann musst du ja wirklich
die Ansagen machen, im Zweifel alle raus, alle rausrufen. Das übst du ja, glaube
ich, auch regelmäßig.
SallyMary
Genau, ja.
Sebastian
An der Stelle, da muss die Stimme auch laut werden. Dann frage ich mal, fällt
dir das besonders schwer? Ist das so eine Situation, die du möglichst nicht
haben möchtest, weil das deinem Gemüt nicht entspricht?
SallyMary
Naja, ich glaube, bei einer Evakuierung oder auch bei medizinischen
Zwischenfällen, davon hatte ich zum Beispiel sehr, sehr viele,
schlechtes Fliegerkarma, ich weiß es auch nicht,
da ist dann, glaube ich, dieser Charakterzug an mir einfach nicht mehr wichtig,
sondern dann hat man Adrenalin im Körper und dann geht es ums Ganze und dann
kann man da auch die Stimme an den Tag legen, die es braucht. Schwieriger waren,
glaube ich, für mich die Ansagen. Ich habe extra ein Ansagentraining bei meiner
Airline gemacht, weil ich habe sowieso ein Problem mit meiner Stimme, deswegen
ist es schon schwierig für mich, bei einem Podcast anzurufen.
Sebastian
Okay, ich unterbreche mein liebes Publikum. Ich finde die Stimme toll. Was sagt
ihr? So, jetzt warten wir mal eine Minute ab und gucken, was da kommt. Ich bin
mir sicher, dass du nichts, aber auch gar nichts zu befürchten hast.
SallyMary
Das ist sehr lieb von dir, danke schön. Ich hatte immer die irrationale Angst,
eben dominant oder maskulin zu klingen, weil ich eben eine sehr feminine Frau
bin.
Ich weiß auch nicht, mir war es dann doppelt wichtig, eben auch wegen meiner
devoten Prägung, sehr weiblich einfach zu sein. und dann habe ich Ansagen an
Bord, wo mir wurde im O-Ton gesagt, ich hätte dir hingehaucht wie bei einer
Sex-Hotline.
Sebastian
Okay.
SallyMary
das war natürlich nicht das, was wir wollten.
Sebastian
Jetzt gehe ich mal den umgekehrten Weg. Inwieweit dein Training im Beruf, deine
Ausbildung, inwieweit hilft dir das auch gegenüber deinem Top? Ich weiß ja
nicht, ob es ein oder wie das bei dir funktioniert, aber inwieweit hilft dir das
da auch, einen wunderbaren Service als Sub zu bieten?
SallyMary
Also manchmal merke ich, dass so Formulierungen von an Bord durchkommen und dann
muss ich über mich selber lachen.
Sebastian
Okay, zum Beispiel?
SallyMary
Nach dem Motto, also ich nutze eigentlich nicht den, Ich nutze eigentlich nicht
den Pluralis Majestatis, wie auch immer. Ich sage
eigentlich Du, wenn ich mit einem Dom spiele.
Aber manchmal kommen dann Sätze von an Bord, wie zum Beispiel, was darf ich
Ihnen noch anbieten?
Oder womit kann ich Ihnen etwas Gutes tun? Und ich denke dann an die Situation
zurück, wo ich das das letzte Mal in einem ganz anderen Kontext genutzt habe.
oder umgekehrt an Bord, wenn ich den Satz benutze und denke, oh, das letzte Mal
habe ich das in einem sehr dreckigen Kontext gesagt.
Ja, das versüßt mir aber auch die Arbeit.
Sebastian
Ja, das glaube ich sofort, weil einfach die Gedanken dann auch einfach da sind.
SallyMary
Genau.
Sebastian
muss mal ganz ketzerisch fragen, ich weiß ja nicht, wie so die Anweisungen sind,
aber ist das so gewollt, dass ihr im
Flieger auch etwas devot auftretet? Kriegt ihr das in irgendeiner Form
beigebracht oder wird das gefordert?
SallyMary
Nein.
Sebastian
Ich weiß ja nicht, was da gesagt wird, wie man auftreten soll.
SallyMary
Gott.
Sebastian
Also ja, vermutlich sollen die Leute mit Respekt behandelt werden und gesiezt
werden und im Zweifel hat der Gast in der First Class auch immer recht, ich habe
keine Ahnung. Also inwieweit wird das auch forciert, dass ihr
so umgeht?
SallyMary
Also meine Airline stärkt uns extrem und sagt uns immer wieder, dass unsere
Meinung, unser Bauchgefühl, unsere Einschätzung der Situation ausschlaggebend
ist und dass wir jederzeit Herr der Lage und souverän bleiben müssen. Und
insofern ist meine Vorgehensweise, durchaus mal tendenziell
unterwürfig mit Gästen aufzutreten, wirklich rein auf das Service-Element
konzentriert und niemals, was sicherheitsrelevante Dinge angeht.
Sebastian
Ja, ich überlege gerade, was passiert, wenn dein Dom bei dir im Flieger sitzt.
SallyMary
Ich kenne trotzdem die Evakuierung besser als er. Insofern muss er dann einmal
zuhören.
Sebastian
Ja, ich kann mir gerade vorstellen, dass da dann zwei Dinge zusammenkommen.
SallyMary
Ja, sicherlich.
Sebastian
Also der Chat übrigens schreibt dir was von femininer und sexy Stimme und toll
anzuhören, also an der Stelle kann ich dich da nur bestärken.
SallyMary
Okay, Praise Kink aktiviert. Vielen Dank an alle.
Sebastian
Also du hast gesagt, du willst das nicht ewig machen.
Hast du schon eine Vorstellung, was du danach tun möchtest und kannst du das da
auch so ein bisschen mental mit reinnehmen oder eher was ganz anderes? Ja,
SallyMary
Also ich bin
Wirtschaftspsychologin jetzt, mache aber noch meinen Master darin und
ich möchte, es ist jetzt gerade so ein frischer Traum, ich weiß nicht, ob ich
das schaffe, aber ich möchte eigentlich Sexologin werden und das wäre
ein absoluter Traum, meine Leidenschaft für Sex,
meine Leidenschaft über das Thema zu sprechen, auch mit einem beruflichen Alltag
zu kombinieren
und ja, vielleicht wird das klappen, mal schauen.
Sebastian
das heißt, im Moment kannst du noch genießen, dass du so diese devote Ader, dass
du so ein bisschen diese Schnittmenge im Beruf ausleben kannst. Ansonsten geht
es in deinem weiteren beruflichen Werdegang dann doch eher ein bisschen darum,
Menschen zu führen oder ihnen Lösungen aufzuzeigen. Klar, mit Service, du kannst
ihnen auch noch ein Getränk bringen, wenn dir das Spaß macht. Aber vom Grundsatz
her geht das da so nicht mehr.
SallyMary
Genau, ja, ich bin gespannt, wie ich das meistern werde.
Sebastian
Mit der Sexologin muss ich mal ganz kurz fragen. Also ich habe gehört, in
Österreich ist das ein sechswöchiger Fernkurs am Wochenende und dann ist
man Sexologin.
Gibt es das in Deutschland inzwischen auch?
SallyMary
Ja, relativ neu, also das gibt es jetzt als Masterstudiengang. Man muss eben
schon einen gesundheitswissenschaftlichen oder psychologischen Grundstudiengang
absolviert haben, aber es ist halt sehr, sehr teuer. Also es ist ein privater
Master und man zahlt 20.000 Euro.
Sebastian
Boah, Wahnsinn.
SallyMary
Insofern ein teurer Traum. Also natürlich ist auch die kurze Ausbildung eine
Option, aber es ist ja auch noch ein neues, recht
Sebastian
Ja, einfach mal abwarten. Okay, jetzt gehe ich nochmal ein bisschen ins Thema
rein.
Wenn du so von der Grundintention gerne devot bist,
hat dir das auch schon mal Probleme bereitet? Haben das Leute ausgenutzt,
übertrieben oder konntest du im passenden Moment nicht Widerworte geben? Ist
aber schon mal passiert.
SallyMary
also ich habe es vorhin im Chat schon angesprochen, ich habe eben meinen Ring
der O immer zur Uniform an
und das ist natürlich ein bisschen kontrovers, dass ich das mache, aber für mich
ist es ein Teil von mir und bei vielen meiner Kollegen sieht man andere Formen
ihrer sexuellen Neigung. Also es ist ja kein Klischee, dass viele Flugbegleiter
schwul sind und das ist auch in Ordnung, wenn man ihnen das anmerkt. Und
insofern ist meine Argumentation, dass es in Ordnung ist, wenn man mir anmerkt,
dass ich devot bin.
Und dieser Ring, den hatte ich zu meinem Training an, als ich mich eben zur
First Class Flugbegleiterin weitergebildet habe. Und meine Trainerin hatte ein
wahnsinniges Problem mit mir und ich habe es nicht verstanden, weil ich habe
nichts gemacht. Also ich bin schon selbstkritisch, aber in dem Moment habe ich
einfach das Problem nicht nachvollziehen können und es gab dann eine recht große
Eskalation mit einer großen Bloßstellung auch meiner Person vor der gesamten
Trainingseinheit und dann haben wir also nochmal das private Gespräch gesucht,
also wir hatten dann auch Mediatoren und Teamleiter eingesetzt und auf einmal
sagte sie, das war ein richtiges Klischee, also sie war auch Flugbegleiterin und
sie sagte, mein Ex-Mann, das Schwein von Kapitän, und ich dachte schon so, oh
Gott, worum geht es denn jetzt hier,
hat mich für ein devotes Blondchen verlassen. Und da saß ich ihr gegenüber als
devotes Blondchen. Und ich hatte offensichtlich genau das Thema ihrer Trennung
getriggert und sie hatte meinen Ring erkannt und hatte all ihre Probleme von ihrer
Scheidung auf mich projiziert und im beruflichen Kontext an mir ausgelassen. Und
ja, es war eine sehr unschöne Erfahrung.
Sebastian
Okay, aber trotzdem trägst du den Ring. Wird der erkannt?
Okay, wenn den jemand erkennt, kommt das irgendwie zur Sprache oder?
SallyMary
Also teilweise kamen schon Kommentare wie schöner Ring oder der Ring passt zu
Ihnen oder was auch immer.
Oder auch mal sowas wie Lucky Guy, obwohl ich den Ring
auch als Single trage. Also ich bin Single
und beziehe ihn nicht auf einen Dom, sondern trage ihn halt allgemein als
Erkennungssymbol. Aber da wurde er halt so interpretiert, als würde das eine
Zugehörigkeit symbolisieren, was er auch sein kann.
Oder manchmal merke ich es auch einfach, wenn ein Gast sehr neutral mit mir
umgeht und dann fällt der Blick auf meine Hand und auf einmal, das ist ganz
witzig, es ist, als würde derjenige in den Domspace abtauchen und es verändert
sich der gesamte Habitus. Die Schultern gehen nach hinten, der Oberkörper
richtet sich auf, die Stimme wird tiefer, der Blick wird ernster, mehr
Augenkontakt wird aufgenommen und vielleicht teilweise noch ein schelmisches
Grinsen im Gesicht. Also manchmal sind es auch nur diese non-verbalen
Reaktionen, die man kriegt.
Sebastian
Ja, jetzt muss ich mal mit dem Klischee ankommen. Also der Ring der O, hat ja
eigentlich die Bedeutung, dass dann jeder Dom, der um dessen Bedeutung weiß, ja,
mit dir vögeln kann und darf. Ja, da kann man die eine Folge hören, wo es um
diese O-Events geht. Das ist jetzt nicht der Ring, sondern es gibt da noch einen
etwas anderen, aber im Grunde gilt das erstmal. Also theoretisch, das frage ich
dich jetzt einfach mal, weil ich die Gelegenheit bekomme,
hat ein Gast dann auch gesagt, er möchte von dem Ring Gebrauch machen und hat er
Erfolg.
Okay.
SallyMary
Nein, so interpretiere ich ihn auch für mich einfach nicht.
Also ich interpretiere ihn eher so, dass ich sage, ich
möchte, dass die Fronten von Anfang an geklärt sind, weil ich lange versucht
habe, mich auf eine Vanilla-Beziehung einzulassen und das nie geklappt hat. Und
ich mir gesagt habe, wenn ich je wieder einen Mann kennenlerne, je wieder, wie
das klingt, also ich bin Mitte 20, ich werde sicher wieder einen Mann
kennenlernen,
dann möchte ich aber, dass einfach die Sexualität definitiv passt.
Und das ist einer der Hauptgründe, dass ich ihn trage und einfach auch, weil ich
mir sage, ich bin gern bereit, über BDSM zu sprechen, wenn mich jemand darauf
anspricht, aufzuklären, offen zu sein mit meiner Sexualität, aber sicher nicht
als Spieleinladung. Also dafür muss ich jemanden erst respektieren und wirklich
auch seine Dominanz so empfinden, dass ich mich entsprechend unterwerfen möchte.
Sebastian
Sehr gut, ich habe jetzt auch wirklich jedes Klischee ausgepackt, was ich finden
konnte zum Thema Devote Und ja, nicht Flugbegleiterin, sondern wirklich zu
Stewardess, was ich finden konnte.
Jetzt haben wir ja beim BDSM natürlich diesen schönen Punkt, man muss Grenzen
setzen, man muss kommunizieren und einfach auch eigene Grenzen klar
machen.
Das schlägt sich das auch im Beruf dann nieder? Also merkst du, dass diese
Kompetenz vom Privaten auch im Beruflichen dann, wenn es drauf ankommt, jetzt
funktioniert?
SallyMary
Ja, also mit diesem Anerkennungsding, wo ich ganz zu Beginn drüber gesprochen
habe, habe ich es eben vom BDSM für die Fliegerei gelernt. Aber ansonsten habe
ich eher das Grenzensetzen durch die Fliegerei für BDSM gelernt, weil es mir bis
heute teilweise schwerfällt. Weil gerade wenn mein Gegenüber mir wichtig ist und
mir etwas bedeutet und ich mein Gegenüber einfach auch glücklich machen möchte,
dann habe ich manchmal noch ein großes Thema mit Grenzen. Da hilft bei mir dann
einfach viel Kommunikation und viel Vertrauen. Aber ja, da hilft mir tatsächlich
eher die Fliegerei im Privaten als umgekehrt.
Sebastian
Ja, das finde ich aber gut. Also wenn das wirklich so durchschlägt und du das
darauf verwenden kannst, ganz ehrlich, wo du das Wissen her hast oder wo die
Übung herkommt, um dann eben im BDSM auch für dich selber einzustehen, wo das
herkommt, spielt eigentlich keine Rolle. Hauptsache es ist da.
Und, ähm, das kann ja im Grunde, ja, Übung macht die Meisterin, ne, das ist
klar, äh, aber jetzt ist ja die Frage, ob auch eventuell, ähm, äh, ja,
bevor du dann bei der Airline aufhörst, gibt's noch irgendwas, wo du sagst, das,
das möchte ich dann nochmal erleben, irgendwas, wo dein, dein Praise Kink, wo
dein, dein, dein Defchenherz, oh Gott, Entschuldigung für den Begriff, wo das
nochmal höher schlägt, wo du sagst, ja, das, das wär's nochmal, weil das wär so
nochmal ein besonderes Erlebnis.
SallyMary
Also ich habe schon ein paar, ich sage mal, Pornophantasien
von Sex in Uniform oder was weiß ich was, wirklich wunderbar ausleben können,
für die ich wirklich sehr dankbar bin. Wenn ich mal irgendwie einen
gelangweilten Abend habe, sind die immer gutes Entertainment.
Aber was wirklich meine Neigung angeht, was ich da noch erleben möchte,
schwierig. Also Dinge wie Sex im
Flugzeug, die für die meisten Menschen so ein richtiges Lebensziel sind, so
dem Mile High Club beitreten. Ich glaube, wenn man erst mal so hinter die
schmutzigen Kulissen eines Flugzeugs geblickt hat, verliert das ganz schnell
seinen Reiz.
Insofern gibt es da, glaube ich, nicht mehr so viel, was ich unbedingt erleben
möchte.
Sebastian
Ach, ich stelle mir das gerade spannend vor, wenn der Autopilot da vorne am
Schreien ist, dass man irgendwas tun soll, während man sich da mit dem Kapitän
vergnügt. Das ist, glaube ich, ein ordentlicher Thrill. Kann man leider danach
nie wieder von irgendjemandem davon erzählen. Aber ansonsten, Entschuldigung,
ich habe gerade wieder im Kopf. So, meine letzte Frage, die ich noch hätte, weil
ich habe gerade auch überlegt, Mensch, ich säße im Flieger, gut, first class
werde ich mir nicht erlauben können, aber ich sitze im Flieger und merke, die
Flugbegleiterin trägt den Ring. Ring.
Soll man sagen, schöner Ring, soll man gar nichts sagen, einfach nett und
zuvorkommend sein oder, also wie könnte man dir den Tag versüßen und wirklich
dir und nicht im Allgemeinen, also wir geben jetzt hier keine Tipps, wie man
irgendwie Menschen mit dem Ring, wie man da umgehen soll, aber wo würdest du
sagen, das ist angenehm, das ist okay, das ist schön, weil du trägst den Ring ja
auch nicht einfach so, der soll ja auch gesehen werden. Ja,
SallyMary
Also wie du es gerade gesagt hast, einfach nett darauf angesprochen werden
in irgendeiner Form, finde ich unglaublich sympathisch, weil man sich am Ende
des Tages einfach nur zuzwinkert und weiß, ach, du bist also auch pervers.
Allein dieses Verbundenheitsgefühl ist was Schönes.
Und ich nenne das immer meine Leuchtturmpassagiere. Also manchmal hat man einen
Flug, der ist einfach nur anstrengend.
da ist es hart, da ist die Grundstimmung irgendwie schlecht. Aber da gibt es
dann immer ein, zwei Passagiere, auf die freut man sich, wenn man das nächste
Mal vorbeikommt. Und die reißen einfach den Flug für einen raus und sind dann
halt sozusagen der Leuchtturm.
Und würde mich jemand so positiv darauf ansprechen,
dann würde mir das Freude bereiten. Und ich würde sicher noch schmunzeln drüber
nachdenken, wenn ich abends im Hotelzimmer liege.
Sebastian
ich glaube, das ist der Punkt, also wenn ich irgendwo unterwegs bin und sehe
eine Person, die sich als Devote outet durch den Ring oder irgendetwas, dann ist
das eigentlich für mich so das Zeichen, okay, hier habe ich eine Person, die
möchte das zeigen, die hat das Selbstbewusstsein, das nicht verstecken zu müssen
oder zu wollen und sie ist offenbar fähig,
eben in diesem BDSM-Ideal für sich einzustehen und über eigene
Grenzen hinweg zu gehen. Also ich verbinde damit ganz viele positive
Eigenschaften, die eigentlich dazu führen, dass ich einfach besonders nett und
freundlich sein möchte und einfach sagen möchte, Mensch, toll, wir gehören beide
dazu, wir haben beide eine gewisse Leidenschaft, dann lasst uns doch einfach
nett miteinander umgehen und fertig. Mehr muss es ja auch gar nicht sein,
sondern einfach ein bisschen mehr Freundlichkeit, weil man hat schon mal eine
Gemeinsamkeit gefunden und das reicht ja auch, wenn das verbindet.
SallyMary
Genau,
Sebastian
Ich sehe mal die Uhr, wie sie tickt, das ist wunderbar, das freut mich heute
richtig, SallyMary. Mary, vielen, vielen Dank für die ganzen Einblicke, ich
musste jetzt auch einfach mal die Gelegenheit nutzen, das tut mir ein bisschen
leid, wenn ich da so dir auch ein Klischee nach dem anderen mal hingeworfen
habe, aber du hast das ganz wunderbar gemeistert und ich mag dir wirklich die
Daumen drücken, dass du noch a, tolle Dinge erlebst, b, dass du im richtigen
Moment für dich einstehst oder eben dann für dich auch mal nicht einstehst, dass
das so, wie es halt gerade passt und gut ist und dass du, wenn du da mit der
Ausbildung da weitermachst, dann auch genau das machen kannst, was du machen
möchtest.
SallyMary
Danke dir.
Sebastian
Sehr gerne. Bleib gleich noch kurz dran und ja, aber ich verabschiede mich schon
mal von dir und wenn du dann irgendwann nicht mehr bei der Airline bist und ganz
zügellos reden kannst und alles auspacken kannst, dann sagst du Bescheid, dann
reden wir mal weiter.
SallyMary
mache ich, auf jeden Fall.
Sebastian
Okay. Alles klar. Mach's gut. Tschüss.
SallyMary
Tschüss.
Sebastian
So ihr Lieben, jetzt habe ich mich ja klassisch verquatscht und jetzt muss ich
ein bisschen auf meinen Kalender achten, dass das hier auch genau funktioniert
mit den Anrufen. Ich habe mich ja diesmal vorbereitet
und habe noch zwei Gästinnen, mit denen ich heute Abend auf jeden Fall spreche.
So, jetzt muss ich ein bisschen überbrücken.
Liebes Publikum mal im Chat, sagt mir mal, habe ich hier zu viel
Flugbegleiterinnen-Klischees ausgepackt oder war es noch gerade so okay? Ich bin
mir ja nicht so sicher. Ja, aber ehrlich gesagt war das jetzt auch mal für mich
erhellend, weil bisher hatte ich immer nur schlecht gelaunte Flugbegleiterinnen
und Flugbegleiter. Aber das lag auch daran, dass ich immer in sehr vollen
Ferienfliegern saß. Und ich glaube, das ist nochmal eine ganz andere Stimmung,
wenn da die Touristen drin sitzen. So, ihr merkt, ich überbrücke die Zeit, weil
ich muss einmal die Telefonnummer meiner nächsten Gästin raussuchen. Und jetzt
habe ich sie gefunden.
KDM Shay schreibt, nee, war mega. Danke. Danke, da bin ich glücklich. Und jetzt
gucke ich doch mal, ob ich meine nächste Gästin jetzt ans Telefon bekomme. Wir
haben uns zwar erst in vier Minuten verabredet, aber vielleicht klappt es ja
jetzt schon. Und dann gucken wir mal, was da der berufliche Impact ist.
So ihr Lieben, da bin ich wieder und ich bin nicht allein, denn ich habe Gundula
Gespräch mit Gundula
mitgebracht. Hallo.
Gundula
Ja, hallo, grüß dich.
Sebastian
Ja, wir reden über BDSM und Karriere und Beruf und ja, dann wäre es einfach
ein Fehler gewesen, nicht mit dir zu sprechen an diesem Abend.
Gundula
Vielen Dank für die Einladung, finde ich toll.
Sebastian
Ja, sehr gerne.
Ja, man kennt, manche kennen vielleicht schon ein bisschen was, weil ich ja von
dir immer irgendwelche Kärtchen mit durch die Gegend schicke.
Was hast du mit BDSM zu tun?
Gundula
Also BDSM ist in erster Linie mal ein Teil in meinem Geschäft,
insofern, dass ich halt Tools verkaufe, Bondage-Seile, naja, alles, was
man so für Sex und Erotik gebrauchen kann. Ja,
Sebastian
Genau, du hast einen Laden. Ich sage Ihnen mal, wie er heißt, weil den kennt eh
jeder, Liebhabereien in Hannover. Und das finde ich ganz spannend, weil bei dir
ins Geschäft kommen Menschen, die entweder BDSM mögen, wie ich zum Beispiel,
oder es kommen eben auch Menschen, die mit BDSM vielleicht nichts am Hut haben,
sondern eher so ein bisschen, wie soll ich das sagen,
einfach ein aufregendes Sexleben erleben wollen und ein bisschen Zubehör
brauchen.
Gundula
genau. Zu mir kommen wirklich alle Arten von Menschen mit allen möglichen
Präferenzen.
Du kennst ja den Laden. Ich habe ja nicht nur Sexspielzeug und
BDSM-Tools. Ich habe auch Korsetts und Dessous und Clubbekleidung und
Accessoires und einen ganz kleinen Rest von DVDs.
Sebastian
DVDs, das gibt es noch.
Gundula
Ja, es gibt tatsächlich in letzter Zeit immer mal wieder Menschen, die möchten
eine DVD kaufen, die wollen nicht streamen.
Faszinierend.
Sebastian
Okay, ja,
Gundula
Ich habe gedacht, das wäre wirklich, ich brauche es nicht mehr einkaufen, aber
immer wieder doch fragt mich jemand danach. Und ich verkaufe natürlich nur
feministische, ich nenne die jetzt feministische Filme, also insofern
kleine, es handelt sich um irgendwas zwischen fünf und zehn Stück.
Sebastian
pass auf, also dich nehme ich wahr, als du bist in Hannover sehr aktiv,
also gerade als selbstständige Frau im Sexbusiness bist du aktiv und
ich weiß auch, dass gelegentlich bei dir Seminare stattfinden mit einem
gewissen Herrn Grümmer, habe ich gehört und das heißt also BDSM begegnet dir
ständig und immer wieder und auch die ganzen BDSM-erinnen. Und jetzt ist
eben auch, genau das ist der Punkt, das ist so ein bisschen meine Frage, wie
gehst du auf die Menschen zu, macht das einen Unterschied oder merkst du, dass
bei denen irgendwas anders ist oder dass du mit denen anders umgehen kannst und
inwieweit hilft dir dann auch das Kennen dieser Menschen weiter bei dir im
Beruf?
Gundula
Auch. Mhm.
Sebastian
Also gerade diese ganzen BDSM-Geschichten, wie wir reden und kommunizieren
ordentlich, inwieweit bringt dich das auch beruflich ein bisschen weiter, wenn
du vielleicht nicht nur in deinem Laden bist, sondern eben auch außerhalb und
mal, ich weiß nicht, auf dem Amt bist und etwas beantragen musst.
Gundula
Du meinst, was ich von den BDSMern gelernt habe, was mir im
beruflichen Leben nützt.
Genau, ich weiß, es ist das Thema. Ich habe darüber nachgedacht und ich finde es
wirklich schwer zu beantworten, weil ich glaube, ich bin ja eine sehr
alltagsdominante Frau.
Zumindest empfinden mich viele Menschen so, sagen wir mal so, Also unabhängig
von dem, ob ich so bin oder mich selbst so sehe. Also eine gewisse Dominanz
strahle ich für viele aus.
Und das hilft mir natürlich insofern, dass in meinem Laden Grenzen eingehalten
werden.
Also das habe ich aber, glaube ich, schon ehrlich gesagt mitgebracht. Und oder
generell durch den Laden musste ich das noch mehr lernen. klar zu kommunizieren,
wenn jemand meine Grenze überschreitet.
Und das ist natürlich, gefällt nicht jedem. Aber wenn mir jemand ungefragt seine
Sexgeschichten erzählen will, dann sage ich ganz freundlich, sorry,
aber das interessiert mich nicht.
Für mich geht es jetzt gerade um die Frage, welches Produkt brauchen Sie, suchen
Sie. Und Ihre privaten Sexgeschichten ist nicht mein Ding, möchte ich mir nicht
anhören.
Und dann sind viele ein bisschen überrascht, weil wieso? Ich bin doch hier im
Sexshop, da kann ich doch über Sex reden.
Ja, in Bezug auf...
Sebastian
Ja, ist aber auch ein Shop, dann muss man dafür bezahlen.
Gundula
Nee, fürs Reden muss niemand bezahlen. Nee, aber ich versuche es nochmal genau
so zu sagen. Also es geht, natürlich geht es dann um... Ich bin ja dazu da,
dass Menschen ihre sexuellen Fantasien ausleben können. In Bezug
auf, ich brauche noch ein Instrument dafür. Ich brauche noch irgendein Produkt
dafür, damit ich die Fantasie umsetzen kann. Was es nicht braucht, ist meine
persönliche Meinung dazu, meine persönlichen Erfahrungen dazu. Das
braucht es in meinen Augen nicht, sondern es braucht meine Expertise,
meine Kompetenz in Bezug auf die Produkte und den Umgang mit den Produkten.
Sebastian
ja,
Gundula
So, damit muss man auskennen. Aber es braucht nicht meine persönliche Geschichte
dazu und es braucht auch nicht die, und dann habe ich mit dem 75 cm
Flogger oder mit der neunschwänzigen in der Session das und das gemacht.
Interessiert mich nicht, will ich gar nicht wissen.
Sebastian
also da ist die Grenzziehung, ist genau der Punkt, genau der gehört dazu.
Gundula
Ja, weil das ist für mich, da ist die Grenzziehung, genau.
Sebastian
Die Leute kommen in den Laden, also
Gundula
Es sei denn, ich sage, erzähl mal, ich bin ganz gespannt. Das ist was anderes.
Dann hat es eine Aufforderung gegeben und dann, wenn der andere Mensch es
erzählen möchte, dann haben wir vielleicht auch ein spannendes Thema. Aber wenn
ich diese Aufforderung nicht setze, dann möchte ich mir das auch nicht anhören.
Sebastian
man könnte meinen, du hättest das BDSM-Handbuch gelesen, denn da würde das ja so
im Grunde drinstehen.
Zieh Grenzen, lade Leute ein, wenn du was möchtest oder eben sag, dass du es
nicht möchtest.
Also erstmal, also meinst du, das deckt sich?
Gundula
Ja, also erstmal ein gutes Gespür für mich selbst. Was ist mir angenehm, was ist
mir unangenehm? Und wenn mir
irgendwas unangenehm wird, dass ich das dann auch sage, ich merke gerade, das
Gespräch nimmt jetzt gerade die falsche Richtung. Ich möchte gerne nochmal
zurückkommen zum Produkt XY. Das ist meine Art, damit umzugehen. Und am
Anfang, würde ich sagen, in den ersten Jahren, war das schwieriger für mich, das
ganz klar zu äußern und das auch noch auf eine ruhige Art zu
äußern, die wiederum auch die andere Person nicht angreift. Weil man
muss ja nicht immer Boshaftigkeit unterstellen oder absichtliche
Provokationen. Es gibt natürlich Menschen, die gerne absichtlich provozieren,
ja, da muss man dann vielleicht die rote Karte deutlicher zeigen, aber die
meisten Menschen machen ja diese Grenzüberschreitungen, weil sie selber so da
drin sind, emotional.
Aber für mich ist es dann halt eine Grenzüberschreitung, wenn ich mir
Geschichten anhören soll über irgendwelche Sexerlebnisse, die mich aber
persönlich gerade gar nicht interessieren.
Sebastian
das heißt, wer zu dir in den Laden kommt und du fragst danach, das ist dann eine
Auszeichnung.
Gundula
Nein, das finde ich jetzt auch ein bisschen komisch,
weil das wäre jetzt so, ah, neuer Test, ich komme rein, mal sehen, ob Gundula
mich fragt, ah, ich bin jetzt die andere Klasse von Kunden, nee, nee, nee,
so ist es nicht. Sondern es hat damit zu tun, manchmal ergeben sich ja Gespräche
und dann geht es vielleicht wirklich auch um die Person,
weiß gar nicht genau, wie es jetzt, wo ich, wie es jetzt genau, aber es ist,
also ich möchte das auf keinen Fall verstanden haben als Auszeichnung oder, oder
sowas. Das finde ich, das fände ich jetzt ganz schräg.
Sebastian
ich merke, grundsätzlich, du bist da echt tough
und guckst auch mir gegenüber, du guckst genau, dass du im Wohlfühlbereich
bleibst und diese Grenzziehung, das machst du genau richtig. Also das
Publikum hat schon gemerkt, so ganz viel Privates plauderst du hier gar nicht
aus, aber ich glaube, das zeichnet dich auch genau aus, dass du da auf dein Wohl
achtest und da, ich sage mal so, egal was du dazu sagen magst, ich
würde dich in dem Bereich als Vorzeige BDSMerin einfach einordnen, weil bei dir
kann es einem nicht passieren, dass man daneben kommt.
Gundula
bin natürlich geboren.
Sebastian
Ja.
sag ja immer, wenn jemand was nicht erzählen will, dann fange ich an, so lange
zu raten, bis jemand Nein sagt.
Gundula
auch im Laden sehen. Und wir wissen alle, dass es Menschen gibt, die
gar keine Grenzen einhalten können.
Und dem möchte ich mich nicht aussetzen. Und das zweite ist ja, und das habe
ich, ich habe ja heute das Gäste-Profil ausgefüllt. Vielen Dank dafür auch.
Sebastian
Sehr gut.
Gundula
Und da habe ich es auch nochmal reingeschrieben. Ich mache das auch, weil meine
engsten, liebsten Menschen sich das so wünschen, dass von meinem privaten
Sexleben hier nichts ausgeplaudert wird. Deswegen bleibt es bei Andeutung.
Sebastian
Das ist in Ordnung. Aber jetzt habe ich genau einen Punkt, weil du hast ja
Kontakt zu Menschen außerhalb der BDSM-Bubble. Du hast nämlich Kontakt
zu, ich weiß nicht, zu irgendwelchen Vertretern, die dir Zeug verkaufen wollen.
Du musst dich eben auch mit anderen Selbstständigen, mit denen musst du umgehen.
Und wenn du jetzt überlegst, wenn Menschen dann klar, zum Beispiel wie
jetzt gerade SallyMary, sagen, ich trage den Ring der O, als Beispiel, würdest
du das als Risiko sehen und sagen, ne, also das hat im Business gar nichts zu
suchen, das schwächt mich, wenn die das spitz kriegen in dem Umfeld.
Gundula
ich möchte für niemand anders das beantworten. Ich für mich
persönlich, wenn ich das tragen möchte, weil ich mich genau so dazugehörig
fühle, dann würde ich das tun. Nun, natürlich muss man dann auch wissen, dass
das Reaktionen hervorruft und dann muss man wiederum auch wissen, wie kann ich
damit umgehen und ich habe gerade im Gespräch, also den Teil habe ich noch
mitbekommen, ich hatte vorher ein anderes Gespräch in einem anderen Podcast,
heute zufälligerweise Podcastabend, deswegen habe ich mich erst so spät
einklinken können leider und habe deswegen den Anfang heute verpasst, finde ich
ein bisschen schade.
Sebastian
Ja, du bist viel beschäftigt.
Gundula
Aber das habe ich gehört und ich habe verstanden, dass sie damit sehr gut umgeht
und damit umgehen kann Und dass sie sich freut, wenn sie da auf eine freundliche
Art angesprochen wird Wenn da sich ein Dom gleich irgendwas rausnehmen würde,
ja, dann würde ich auch mal sagen, er hat da irgendwie Grundlegendes nicht
verstanden Weil nach meinem Verständnis von BDSM geht es immer um Konsens,
also immer um Einvernehmlichkeit Und dazu braucht es ja erstmal ein klärendes
Gespräch, ein Kennenlernen und ein Ausloten. Das kann eben nicht so, ach ich
sehe, du bist so knienieder.
Sebastian
Ja, also ich gebe es ehrlich zu, ich wünsche mir bei meiner Stadtverwaltung
gerade, dass da jemand sehr devotes arbeiten würde.
Gundula
muss dann immer lachen. Sorry, aber es ist
Okay, okay, das ist jetzt was anderes.
Sebastian
Aber das ist dann ein Wunsch, der mir nicht erfüllt wird. Das ist eben so.
Gundula
Aber weißt du, das gehört doch auch genau dazu.
Sebastian
Aber
Gundula
Also für mich gehört es dazu, dass ich doch auch Grenzen ziehen kann zwischen
Privat und Business. Ich glaube, das muss doch jeder können in jedem Job.
Und auch, wie weit bin ich in meinem Job privat?
Wie weit teile ich alles mit KollegInnen?
Also ist das da adäquat? Fühle ich mich damit wohl? Oder gibt es dann
Vermischungen und dadurch auch eine andere Erwartungshaltung?
Ja.
Sebastian
ist ja der Grund, warum ich mit dir heute sprechen wollte, weil dein Job ist per
Definition, findet irgendwie gefühlt eine Vermischung statt. Und dennoch hast du
einen Weg gefunden, da ja einfach Profi zu sein und zu sagen, ich vermische es
eben nicht oder nicht offensichtlich. Okay, jetzt haben wir noch einen anderen
Tagesordnungspunkt, dass bei mir das ein bisschen am Herzen liegt, habe ich dann
auch gesagt, da möchte ich auch drüber sprechen. Im April bringst du nämlich
Menschen zusammen, sowohl kink als auch nicht kinky Menschen. Ich glaube,
sexpositiv war deine grundsätzliche Auslegung. Und ich finde, da muss man auch
nochmal ein, zwei, drei Sätze zu sagen. Ich gebe dir jetzt einfach ein bisschen
Sendezeit dafür und dann, tada, gibt es endlich mal wieder was zu erleben.
Gundula
Ein Club für unendliche Möglichkeiten. Dort finden ja viele Partys statt und
Veranstaltungen aus dem BDSM-Bereich, Fetisch-Bereich, aus dem
Sex-Positive-Kinky-Bereich, also von Partys über Kabarett, über
Burlesque-Shows, über, über.
Und auch Workshops finden dort statt und so weiter.
Sebastian
Aber im April findet, oh Gott, was war das, kink und kommerz? Ne, wie heißt das,
wie heißt das richtig? Richtig?
Gundula
Genau, so heißt es Kink, Kunst und Kommerz. Und das zeigt
schon das Spektrum. Wir werden am Sonntag, den 16.04. von 14 bis 18
Uhr der Club geöffnet sein, für alle, die kommen wollen und alle, die einfach
mal schauen wollen, was gibt es da. Und es wird natürlich eine Mischung sein aus
diesen drei genannten. Also es wird schon Ausrichtung Kinky sein, also
HändlerInnen werden da sein und HerstellerInnen von Produkten werden da sein
mit Clubwear, mit
Schlagwerkzeugen, mit Korsetts, mit
erotischer Literatur und so weiter und so fort. Für Männer und für Frauen,
für alle Menschen, möchte ich sagen.
Und dazu gibt es natürlich Getränke und Kaffee und Kuchen, weil es ist ja
schließlich Sonntag, Sonntagnachmittag.
Sebastian
Da gibt es natürlich Kuchen, selbstverständlich.
Gundula
Ich habe auf Kuchen bestanden, das ist mir wichtig am
Sonntagnachmittag.
Sebastian
Okay, ja, da hast du dich durchgesetzt, das ist mir klar.
Gundula
du, und da habe ich jetzt auch was Privates ausgeplaudert, siehst du, also,
Sebastian
Okay, also wenn der Laden sonntags auf ist, soll man dir einfach Kuchen
mitbringen. Okay,
Gundula
ist immer schön und natürlich wird es auch Eye-Candy geben, also es gibt zwei
Bondage-Shows, es gibt Burlesque-Aufführungen, also es wird jetzt nicht eine
reine, es wird ja auch als Pop-Up-Kinky-Store beworben.
Sebastian
Kink, Kunst und Kommerz eben, alles drei mit Menschen aus allen Bereichen und
das finde ich gut und das finde ich halt schön, dass du quasi deine beruflichen
Möglichkeiten nutzt, um eben da was auf die Beine zu stellen und das finde ich
immer gut und unterstützenswert und ich glaube am 16. April habe ich selber
nichts vor, ist ja ein Sonntag, mal gucken, ob ich da vielleicht ein bisschen
Kunst finde. Kinder.
Gundula
willkommen, außer Kinder.
Man muss es einfach so sagen.
Sebastian
Ja, ich kann mich auch erwachsen benehmen.
Okay.
Gundula
Bitte nicht zu sehr. Wir wollen ja auch Spaß haben. Aber ich definiere es lieber
so, dass alle ab 18 dürfen kommen.
Sebastian
wird bestimmt klappen, dass
die Leute einfach ein bisschen Spaß haben, einfach einen netten
Sonntagnachmittag haben. Und wie gesagt, ich finde es schön, dass du da dich
engagierst und da was machen magst. Und vielleicht kriege ich dann noch ein
bisschen mehr zum Thema Kink bei dir aus dir raus im privaten Gespräch. Mal
gucken, ob ich dich da erwische.
Gundula, vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast.
Gundula
sehr gerne.
Sebastian
Und ja, Ja, ich wünsche dir einfach ganz viel Erfolg und im Zweifel sehen wir
uns am 16. April im P32.
Gundula
Dann freue ich mich sehr und ich wünsche euch allen noch einen ganz wunderbaren
Abend.
Sebastian
Wunderbar,
danke dir, tschüss.
Gundula
Tschüss.
Gespräch mit Jasmin
Sebastian
So ihr Lieben, das war Gundula und ja, jetzt haben wir ja einen kleinen
Veranstaltungshinweis in die Sendung reingeschummelt, aber ich finde, neue
Sachen müssen auch einfach mal erzählt werden und da, wo es Menschen
zusammenbringt, das gehört auch einfach dazu. So, und jetzt habe ich noch eine
Gästin, die rufe ich jetzt gleich als nächstes an und da reden wir darüber,
darüber, wie denn eventuell BDSM dazu geeignet sein kann, auch beruflich
wirklich weiterzukommen. Und zwar unfassbar explizit und total offen. So nach
dem Motto, hey, ich mache BDSM, jetzt gib mir einen Job. Und wie sich das
anhört, erfahrt ihr gleich, sobald ich meine Gästin angerufen habe.
Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich denn? Nein, ich weiß es. Moin, hallo
Jasmin.
Jasmin
du hast mich erreicht.
Sebastian
Ich habe dich erreicht. Ich habe es aber auch wirklich maximal blöd geplant
heute, gebe ich ehrlich zu. Aber schön, dass es jetzt klappt. Hallo, wir reden
über Karriere, Business und der Grund, warum du nicht mehr jeden Donnerstag
zuhören kannst, ist wohl die Karriere, habe ich das Gefühl. Verdammt,
Jasmin
Nee, tatsächlich ist es diesmal kein Quiz, aber ich hätte drum geplant.
Sebastian
Kneipenquiz.
Jasmin
das kann man so sagen, auf jeden Fall.
Ich bin Community Managerin im Joyclub. Ich glaube,
Grunde habe ich auf Twitter eine Anzeige gesehen und mich daraufhin beworben.
Ich habe auch schon vorher als Community-Managerin gearbeitet, halt im
Spielebereich. Und ja, ich hatte einfach durch die Kunst-der-Unvernunft-Gruppe unter
anderem auch schon sehr viel, ich sage mal, Community-Management
freiwillig im Kink-Bereich gemacht und gemerkt, Das ist etwas, was ich durchaus
länger tun könnte und mir vorstellen könnte. Und sozusagen mit der Vorstellung
habe ich mich dann da beworben und bin genommen worden.
Sebastian
Okay, wie hat man denn da reagiert? Oh, super, klasse oder eher privat, es geht
uns hier nichts an.
Jasmin
Ja, also natürlich prinzipiell ist es etwas, was keinen Einfluss dahingehend
hat, ob ich hier da sozusagen was meine Qualifikationen sind. Aber die Kunst und
Die-Kunst-der-Unvernunft-Telegram-Gruppe stand zum Beispiel in den Bewerbungsunterlagen
mit drin. als Referenz, was ich Community-Management-mäßig so mache. Und es ist
halt hilfreich, sich mit den Dingen, die auf der Plattform stattfinden, auch
tatsächlich auszukennen und selber Mitglied der Community zu sein, bis zu einem
gewissen Grad. Also ich glaube, es war mir sozusagen als Fachkenntnis hilfreich
und ist mir auch jetzt noch hilfreich in der Praxis.
Sebastian
Schön, wenn das so eine Referenz ist. Da bin ich ja ein bisschen stolz drauf.
Wobei, gemacht und geschafft hast du das ja ganz alleine. Da habe ich eigentlich
gar nichts dazu beigetragen. Aber trotzdem.
Ja, jetzt bist du ja super offen umgegangen damit. Und hast gesagt, okay, hier,
Beruf. Ich habe mit BDSM zu tun. Nun, hast du da nicht irgendwie das Gefühl, das
könnte eher hinderlich sein, weil man ist ja doch Profi und professionell und
achtet darauf, Dinge zu trennen, so wie jetzt Gundula zum Beispiel, die ganz
klar eine sehr strikte Trennung macht und du sagst ja schon, das darfst du dich
ruhig ein bisschen vermischen oder liege ich da falsch?
Jasmin
Ja, also es ist natürlich auch die Frage, was für einen Beruf man hat. Ich sehe
halt Community-Management als einen, bei dem ich eben auch mich einbringen
möchte möchte in die Community, verstehen möchte, was die bewegt. Und insofern
ist es da eine Ressource, mich damit tatsächlich auszukennen und genuin darüber
sprechen zu können. Das hilft halt schon einfach auch zu verstehen und mit den
Leuten auf eine Ebene zu kommen. Also da sehe ich auch nichts Unprofessionelles
drin, wenn man selber sozusagen sein eigenes Produkt zu schätzen weiß. Man muss
halt aufpassen, das Produkt nicht in den Alltag zu tragen und gleichzeitig seine
Interessen natürlich weiterhin behalten zu können.
Sebastian
Ja, es ist so die Frage, welcher BDSM-Skill ist für deinen Job nützlich? Was
lässt dich deinem Beruf besser ausüben, weil du BDSM kennst, weil du da
Erfahrung gemacht hast?
Jasmin
Ich sage mal, man musste mir nicht erklären, was die ganzen BDSM-Rollen und all
das bedeuten. Das weiß ich schon mal. Man musste mir nicht erklären, wie man mit
Leuten konzipiell redet, was es da an Etikette in der Szene gibt.
Ich musste nicht erst lernen, was Partys sind, was es da für Konzepte gibt. Die
gängigen Clubs sind mir bekannt und ich bin auch in einigen schon gewesen. Also
die Szenekenntnis ist natürlich eine große Hilfe, genau wie halt auch einfach
Kontakte, dass ich eben nicht als vollends unbekannte Person da auftrete,
sondern eben manchmal auch einfach mit einer gemeinsamen Bekanntschaft da
reingehen kann, mit Leuten sprechen. Und ja, also im Alltag halt
Szenekenntnis, das Vokabular, das mitkommt, ist mir da, glaube ich, eine große
Hilfe. Und natürlich auch, dass ich mich ehrlich für Dinge begeistern kann, wenn
wir irgendwas BDSMiges als Aktion machen oder einen Preis haben, den wir
irgendwie verlosen wollen oder eben Artikel lesen kann und aus den Augen der
Szene betrachten. Also im Medienbusiness würde man sagen, die Stimme. Ich habe
halt eine BDSM-Stimme sozusagen. Ich kann da schreiben und lesen. Ich
Sebastian
Okay, war das dein Wunsch, in dem Bereich zu arbeiten? Weil so, weißt du ja
doch, den ganzen Tag hast du mit BDSM zwangsweise zu tun irgendwie. Das kann ja
jetzt auch irgendwie ein Problem sein, dass man da irgendwie so ein bisschen
müde wird. Gut.
Jasmin
bin ja eh eine Person, die Hobbys zum Beruf macht. Wer meine Folge schon gehört
hat, weiß, dass ich halt auch vorher im Spieldesign unterwegs war, obwohl ich
halt selber oder weil ich selber Freundin von Spielen bin. Und
ich mag es, wenn ich eine Leidenschaft für meinen Bereich, in dem ich arbeite,
haben kann. Das nimmt so viel Zeit von deinem eigenen Alltag ein, dass es da
super hilfreich ist, eine Identifikation zu haben und Spaß daran zu haben. Und
ich spiele ja nicht BDSM in meinem Alltag. Das ist halt so. Es ist halt auch
nicht, dass wir untereinander BDSM-lich interagieren, da in den Teams, sondern
es ist halt eben praktisch, dass womit ich arbeite, aber es ist halt
nicht dynamisch. Es fühlt sich ja noch sehr unterschiedlich an, wenn ich
freizeitlich mit BDSM-Leuten interagiere oder halt in einem Spiel
drin bin. Das ist ja was ganz anderes. Ich
Sebastian
Ja, ob es das leichter macht, wenn die Leute wissen, dass das
Community-Management Brat ist, das weiß ich nicht.
Jasmin
meine, mein Account heißt ServiceBrat da, also insofern, ich mache keinen
Hehl daraus, weil das zeigt ja, dass ich
auch wieder mit der Szene zu tun habe und ich brauche jetzt auch nicht so tun,
als könnte man nicht, was weiß ich, als Bottom-Rolle nicht moderieren oder
sowas.
Sebastian
Okay, das ist mutig.
Ja, im Gegenteil, das macht dich ja noch ein bisschen stärker zu sagen, ja, ich
bin im Prinzip bottom, aber bei dir jetzt gerade nicht.
Jasmin
dass
Sebastian
Lass mich mal die Wirkung in die andere Richtung anschauen. Jetzt hast du den
ganzen Tag damit zu tun, dann könnte man ja meinen, dass du privat jetzt weniger
BDSM möchtest oder dass du da einfach sagst, ich bin da so ausgelastet, da
reicht dann vielleicht die Session nicht mehr alle zwei Wochen, sondern
vielleicht nur noch alle sechs.
Kommt
Jasmin
tatsächlich das Spielbedürfnis ist nicht, dass es weniger wird. Ich habe mich
an manchen Momenten schon ein bisschen zurückgezogen aus der Moderation von der
Telegram-Gruppe, da habe ich aber auch ein großartiges Team an FreundInnen, die
mich da unterstützen, sodass es, glaube ich, nicht negativ auffällt, wenn ich
mal sage, nee, heute lasse ich die Moderation hier sein und interagiere da
einfach auf einer,
normalen
Mitgliedsebene. Das ist eher so, dass ich manchmal von der Community ein
bisschen Abstand brauche und mal was anderes mache wie ein Kneipenquiz.
Sebastian
Ja, ich will dich auch gar nicht zu lange davon abhalten. Und meine Frage ist
schon noch so ein bisschen, also wenn BDSM beruflich quasi um dich herum
schwirrt,
brauchst du es dann privat weniger?
Oder ist da manchmal auch einfach zu viel? Also nicht nur innerhalb der
Telegram-Gruppe, sondern auch wenn du jetzt, ich sag mal, eine Session planen
würdest oder so eine Verabredung, ein Date oder ein Partybesuch, sagst du da
eher mal, nee, das ist jetzt doch ein bisschen viel insgesamt?
Jasmin
Bisher nicht. Tatsächlich bin ich bisher, hat es mir die Lust daran, nicht
verdorben und ich kriege vielleicht eher mal mit, wenn Partys stattfinden.
Sebastian
Okay, also ich kann das auch tatsächlich auch nur unterschreiben, also den
Podcast hier zu machen und damit quasi alle zwei Wochen mindestens, nein,
eigentlich jeden Tag zwangsweise mit BDSM in Berührung zu kommen.
Das schürt eher nur so den kleinen,
ja, das macht mich wahnsinnig, also macht mich für das Podcast so wie ein
bisschen gefährlich, weil ich dann einfach zu oft zu komische Ideen habe. Also
das geht nicht weg, das kann ich auch unterschreiben.
Jasmin
Ja, ja, richtig.
Sebastian
aber heute Kneipenquiz, das heißt ganz un-BDSM-ig.
Jasmin
Ja, richtig.
Ist heute eine Sonderfolge zu Zeichentrick. Also tatsächlich sehr un-BDSM-ig
bisher.
Sebastian
Oha, oh Gott.
Wenn es mal ein BDSM-iges Thema ist, ich glaube, dann mag ich mal mitmachen. Da
hätte ich Spaß dran. Vielleicht weiß ich dann auch mal was.
Jasmin
glaube, das könnte ich veranstalten, BDSM-Kneipenquiz.
Mein Fachwissen ist tief genug.
Sebastian
Okay, ich bin gespannt. Wir sprechen dann, wenn es soweit ist.
Dann entlasse ich dich heute Abend erstmal, genieße ein paar Stunden ohne SM und
damit du morgen früh dann quasi im Job dann wieder dich mit Kinky-Themen
beschäftigen kannst und musst.
Jasmin
So, wir haben vier Tage Woche.
Sebastian
Lust.
Jasmin
Wir haben vier Tage Woche. Ich habe morgen einfach freien Tag.
Sebastian
Ja, das ist ja, du wirst mir gerade, du bist mir gerade so sympathisch geworden,
das kannst du dir nicht vorstellen.
Jasmin
Es ist nicht nur eine kinky Umgebung, in der ich arbeiten darf.
Sebastian
Vier-Tage-Woche.
Jasmin
und kink wird akzeptiert.
Sebastian
Wahnsinn. Ich arbeite da auch dran.
Jasmin
Man kann jetzt, ja, mach.
Sebastian
Also ich arbeite dran, eine Vier-Tage-Woche im Beruf zu haben, damit ich den
einen Extratag dann oder die anderthalb zwei Extratage mehr für den Podcast
verwenden kann. Also es wird keine Vier-Tage-Woche in dem Sinne bei mir werden,
also niemals.
Jasmin
habe auch einen Tag für die Kunst. Also sozusagen, ich mache da halt
Buchprojekte oder halt auch meinen Podcast bei eben, ja, anderen Kram, privaten
BDSM-Kram und ja, das funktioniert ganz gut.
Sebastian
Genau.
Jasmin
Also ich kann es
empfehlen.
Sebastian
Okay, also du bist offenbar und in jedem Fall, ich sag mal, angekommen und happy
und BDSM hat dir eine Tür eröffnet, die dir auch das Essen auf den Tisch bringt
und das finde ich doch wunderbar. Toll, so soll es sein. Dann hab noch einen
wunderschönen Abend und wir sprechen beim nächsten Update.
Jasmin
Auf jeden Fall. Dir auch einen wunderschönen Abend und allen anderen.
Sebastian
Ja, mach's gut, tschüss.
So ihr Lieben, das war Jasmin. Ich fand das jetzt auch mal wichtig, diese ganz
umgekehrte Rolle zu haben. Durch BDSM zum Job. Wow. Also
wenn ich überlege, so vor 20 Jahren, als ich in die Szene bin, da war so, also
gefühlt war BDSM auch nur anzudeuten im Beruf. Das war eine Sache,
das hätte ich mir nicht und niemals erlaubt. Inzwischen kann ich sagen, wenn
hier jemand ins Büro kommt, dann schreit das hier eigentlich nur nach BDSM,
allerdings habe ich auch weniger Kundenbesuch als eigentlich hier Aufnahmen im
Büro, von daher ist das so. Okay ihr Lieben, kurz vor 10, das heißt mit einer
Person mag ich heute auf jeden Fall noch sehr gerne sprechen, wenn ihr also was
zum Thema Kinky, Business, Karriere sagen möchtet, hier teilen
möchtet, dann äußerst gerne. Gerne. Die Telefonnummer ist die 0 5 1 0 1 9 1 1 8
9 5 2 und da könnt ihr jetzt einfach anrufen, dann sprechen wir drüber,
inwieweit hat euch Kink und BDSM und diese Skills, inwieweit hat euch das
beruflich weitergebracht oder vielleicht war es auch ein Hindernis. Wobei,
eigentlich haben wir heute schon fast alle Seiten gesehen. Was ich aber heute
noch gar nicht hatte. Ich habe heute noch mit keinem Mann gesprochen. Ein reiner
Mädelsabend. Spannend.
Ich glaube, da sollten wir noch ein bisschen was ergänzen. Stormwind hat sich
gerade hier im Chat wieder ein bisschen vorgedrängelt. Ja, da könnten wir mal
drüber sprechen, wenn du was zum Thema sagen möchtest. Sehr, sehr gerne.
Ansonsten darf ich hier ein bisschen überbrücken. wobei es gibt hier noch eine
Schätzfrage und es gibt hier noch dies und das und jenes und Wahnsinn,
Dies und das
vielleicht erzähle ich mal was von meiner Dies-und-Das-Liste, weil die habe ich
ja in letzter Zeit ein bisschen vernachlässigt und die muss ein bisschen kürzer
werden. Okay ihr Lieben, also erster Punkt ist, es gibt eine Folge, die werde
ich mit einer Ärztin aufnehmen, da dürftet ihr Fragen einreichen. Die Ärztin hat
inzwischen einen dicken Katalog bekommen mit ganz vielen Fragen und wühlt sich
gerade durch Literatur, um eben dann, wenn wir die Folge aufnehmen, auch ganz
kompetente Antworten geben zu können. Was mir aber aufgefallen ist und das mag
ich jetzt einfach mal so reinwerfen, wenn ich die Fragen da durchgucke. Da
werden Fragen gestellt zu CBT, zu Anal-Spielen und
Blut- und Breath Play und aber noch mehr CBT und übrigens noch mehr CBT und
Keuschhaltung.
Ich glaube nur ein oder zwei Fragen waren dabei, wo es darum ging, was ist denn
jetzt so mit einer Pussy? Was kann man denn damit machen? Ab wo wird es
gefährlich? Was ist möglich, was nicht? Also ganz ehrlich, sowohl die Jungs als
auch die Mädels haben sich da beim Fragestellen sehr deutlich vorsichtiger
gegenüber den männlichen Geschlechtsteilen gezeigt und das fand ich sehr
spannend. Und das werde ich in dieser Folge auf jeden Fall mal sehr intensiv
besprechen, warum eigentlich diese Wahrnehmung da so anders ist. Na gut, diesen
Gedanken musste ich einfach mal teilen. Dann muss ich natürlich immer mitteilen,
dass mein E-Mail-Postfach ein bisschen arg voll ist. Ich priorisiere da
inzwischen ein bisschen, ich beantworte alles, aber ich habe, ich glaube, drei
Monate Rückstand im Moment. Das ist alles gar nicht so einfach, aber ich kümmere
mich drum. Darum, alle im Zweifel haben allerdings auch immer aktuelle Folgen
und Aufnahmen einfach Priorität. Also ein Termin, der gemacht ist, eine Folge,
die aufgenommen wird und die Vorbereitung, das kommt halt immer als allererstes
und dann muss ich alles andere dem eben unterordnen. Seid mir da nicht böse,
wenn es lange dauert, die Mails gehen nicht verloren, das kann ich versprechen.
Und jetzt klingelt das Telefon, da gehe ich doch mal ran.
Anruferin Sayuri
Hallo Sebastian hier, mit wem spreche ich?
Sayuri
Hallo Sebastian, hier ist Sayuri schon wieder.
Sebastian
Hallo Sayuri, wir bleiben heute eine Mädelsrunde, bis auf mich.
Schön, dass du anrufst, ich bin sehr gespannt. Ich habe schon von dir im Chat
heute einiges gelesen, das heißt das Thema bewegt dich.
Sayuri
Jein, kann man sagen. Also ich dachte, ich
erzähle vielleicht noch eine kleine lustige Geschichte über meine
Bachelorarbeit.
Sebastian
Sehr gerne. Worum ging es in der Bachelorarbeit? Darfst du das sagen? Kannst du
das sagen?
Sayuri
Ich darf das sagen, aber ich bin mir nicht sicher, ob das Thema
in dieser Runde voller Informatiker so verstanden wird. Also
Sebastian
Pass auf, sag es einfach mal, wenn du möchtest, für die Informatiker und dann
interessiert mich natürlich die Geschichte, was der Grund ist, warum du anrufst.
Das
Sayuri
das Thema meiner Bachelorarbeit war Minnetopoi in modernen deutschsprachigen
Liebesliedern am Beispiel von Farin Urlaub und Herbert Grönemeyer. Es
Sebastian
finde ich schon wieder so großartig, dass ich das Ding lesen möchte.
Allein, wenn man die Texte von Farin Urlaub auseinandergenommen hat, was du
vermutlich dann getan hast, die haben mich manchmal ratlos zurückgelassen,
da wäre ich sehr gespannt.
Sayuri
war nur ein Text.
Sebastian
Das reicht bei ihm schon zum Teil. Na gut. Okay, was hat das mit
BDSM und Karriere zu tun? Jetzt bin ich gespannt.
Sayuri
Es gibt in dem Song von Herbert Grönemeyer, den ich in
meiner Bachelorarbeit habe, habe, gibt es vier Verse,
die mir ins Auge gesprungen sind, wo ich mir auch nicht verkneifen konnte, sie
näher zu analysieren. Ich kann sie einfach mal vorlesen
und dann merkst du vielleicht auch sofort, was ich meine.
Sebastian
Sehr gerne.
Sayuri
Und zwar steht da wörtlich, lass dich mein Meister sein? Ich werde
mich dir weihen. Kannst alles mit mir machen, was ich will.
Sebastian
Okay.
Das ist explizit. Kennt man den Text? Kennt man den Song?
Sayuri
Der Song heißt jetzt muss ich selber nachgucken.
Sebastian
Ist gar nicht schlimm.
Sayuri
Der
Sebastian
Mich interessiert, ob ich den im Radio vielleicht schon tausendmal gehört habe,
ohne es zu merken.
Sayuri
Song heißt nur noch so.
Sebastian
Okay, ich habe keine Ahnung, ob ich den schonmal gehört habe. Aber ich behaupte,
so einen Text nicht überhören zu können, ohne irgendwie an irgendwas zu denken.
Okay, so, jetzt hast du das da in deiner Diplomarbeit nochmal raus, nee,
Masterarbeit, Diplomarbeit, nee, äh, was war's?
Sayuri
Bachelorarbeit.
Sebastian
Bachelorarbeit, ja, jetzt heißt es jetzt Bachelor, ja, seit 15 Jahren heißt es
schon so, okay.
Jetzt hast du das da rausgezogen, wurde das bemerkt, dass du dich ausgerechnet
auf diese Zeilen bezogen hast?
Sayuri
Ja, also ich habe halt dann ungefähr eine halbe Seite lang
erklärt, ja das klingt nach
Verhandlungsdynamiken in SM und dann musste ich halt
auch, weil ich konnte ja nicht davon ausgehen, dass meine Gutachter kinky sind,
musste ich auch noch erklären, wenn man sich trifft, dann muss man verhandeln
und Grenzen abstecken und man kann aber natürlich auch
nicht davon ausgehen, dass Grönemeyer kinky ist, also liegt es in der Sichtweise
des Hörers, ob das so gelesen Und dann ist das Ganze irgendwie eine
Seite in meiner Bachelorarbeit geworden, wo ich nur über Kinky rede, obwohl das
Ganze eigentlich nicht das Thema meiner Bachelorarbeit war.
Sebastian
Okay, musstest du überlegen, ob du das da so drin lässt oder ob du dir nicht was
anderes aus den Fingern saugst?
Also, wie leicht ist dir das gefallen?
Sayuri
Weil ich es einmal gesehen hatte, konnte ich es nicht mehr ignorieren. Ich
Sebastian
Ja, aber du hättest ja auch sagen können, okay, ich mach was anderem und schmeiß
die Seite raus. Also, weil in dem Moment hast du ja deine Expertise ja nicht vor
deinen Gutachtern geoutet im Sinne von, ich kenn mich da ein bisschen aus.
Sayuri
glaube tatsächlich, sie haben es nicht verstanden. Also meine
Sebastian
Das ist immer gut, dann können sie ja nur sagen, ist gut.
Sayuri
Zweitgutachterin hat sich da elegant ausgeschwiegen, heißt entweder sie
hat es tatsächlich nicht verstanden oder sie hat es elegant ignoriert, aber in
meinem Erstgutachten, da steht so ein Satz über die sadomasochistischen
Posen von Minnesängern gegenüber der Minnedame, wo ich mir so denke,
er hat es irgendwie gelesen und irgendwo hingepackt,
aber offenbar nicht richtig verstanden.
Sebastian
Ja, aber gut, jetzt hast du in deinem Karriereplan das erste Mal, vermute ich
jetzt, BDSM erwähnt oder dich so ein bisschen den Bezug dazu hergestellt.
Willst du mehr davon? Also würdest du gern voll geoutet durch dein Berufsleben
gehen?
Sayuri
Also da ich im Moment anstrebe, nach dem
Masterstudium eine Doktorarbeit zu schreiben und dann in die Lehre zu gehen,
wäre das, glaube ich, nicht so die gute Idee. Hallo, ich bin die Frau Professor
und ich bin Kinky und übrigens heute Abend in dem und dem Club. Das
wäre nicht so die gute Idee.
Sebastian
Ja, also an der Stelle bist du dir einfach einig mit dir selbst, das wirst du
für dich behalten müssen.
Aber gibt es was, wo du sagst, BDSM wird mir ja da trotzdem nützlich sein in
meinem Werdegang.
Sayuri
Also ich habe so das Gefühl, das kam mir heute Abend auch schon auf,
dass einfach dadurch, dass ich diese Seite an mir gefunden habe und
auslebe, dass ich im Alltag viel ausgeglichener geworden bin, aus
selbstbewusster.
Sebastian
Okay, also da ist einfach auch diese Retrospektive auf dich selbst. Also du
kannst dich selbst einschätzen, du kannst selbst deine Stimmung, deine Art, wie
du mit dir selbst auch umgehst und auch anderen gegenüber auftrittst, das kannst
du sehen und damit arbeiten und damit auch beeinflussen. Ich vermute, das
wäre ein Skill, den du beruflich brauchst und wo BDSM natürlich extrem hilfreich
ist, sich selbst einfach anzusehen.
Okay, das ist die beste Zustimmung.
Okay, also das würde mich immer interessieren, wie viele kinky Menschen in ihren
Bachelor-, Masterarbeiten dann doch so einen kleinen Kink fallen
lassen, ohne es jetzt wirklich zu sagen, aber das muss mal eine eigene Folge
werden. Also wo haben Menschen Kink eingebaut, wo es eigentlich hätte nicht sein
müssen, aber weil man es halt kann. Das ist ja dann auch so ein kleines Wagnis
zu sagen, so ein bisschen gehe ich da mal ran ans Thema. Ich muss zwar nicht,
ich überlege auch gerade, ob ich beruflich möglicherweise Kink bei
Argumentationen gegenüber Kunden verwende. Ich befürchte ja, aber ich merke es
inzwischen selber nicht mehr. Das muss ich mal beobachten.
Darüber müssen wir reden. Wir haben hier keinen Konsens darüber hergestellt. Ich
glaube, das habe ich schon mal zu einem Kunden gesagt.
Okay.
Sayuri
Ja, ich
glaube, so etwas Ähnliches habe ich auch schon mal zu meiner Vorgesetzten
gesagt. Sie sagt, ich habe mal aus
einem Kurs von ihr eine Stunde übernommen, weil
ich ihren Studis beibringen sollte, wie man podcastet. Also, liebe
Studis, das ist ein Mikrofon, das ist ein Podcast, das ist ein RSS-Feed.
Und am Ende meinte sie irgendwas zu mir von wegen, das hast du sehr gut gemacht,
kannst du jetzt immer machen. Und dann habe ich gesagt, dafür habe ich aber
keinen Konsens gegeben, musst du mich besser bezahlen.
Sebastian
Ja, das ist in Ordnung.
Im Zweifel kannst du es ja immer noch absichtlich schlecht machen. Das ist dann
so ein bisschen die Brat, die man raushängen lässt.
Das ist, glaube ich, die Gefahr bei dem ganzen Thema heute Abend. Man kann
natürlich unfassbar viele Zusammenhänge beschwören, die es gar nicht gibt.
Auf der anderen Seite schlägt aber manches einfach durch und ich glaube, wir
haben uns ja auch, es müsste schon drei Jahre jetzt her sein, dass wir uns
kennengelernt haben. Ich würde dir jetzt auch eine, ja, genauso wie mir selbst
und eigentlich allen anderen auch so eine gewisse
Persönlichkeitsweiterentwicklung dank BDSM in eine Richtung unterstellen. Und
wenn wir dann zufällig Erfolg haben mit dem, was wir tun, dann können wir sagen,
BDSM hat uns weitergebracht. Und wenn wir keinen Erfolg haben, dann hat es halt
nichts miteinander zu tun. Also im Zweifel können wir das immer irgendwie
bewerten und gut hinstellen.
Nein, aber finde ich schön, ich würde tatsächlich gerne das trotzdem mal lesen,
wie du da Grönemeyer auseinandergenommen hast, vielleicht der Link zum Lied,
wenn du den nochmal in den Chat posten magst, wäre das nett, weil ich würde
gerne die Zeile einfach mal hören, denn gelegentlich mag ich einfach mal darauf
verweisen, dass das doch so viel Subkultur, nein, so viel Mainstream-Kultur ist,
dass es eh ständig erwähnt wird, auch in Mainstream-Medien und da hilft mir
sowas auch immer weiter.
Okay. So, Sayuri, vielen Dank, dass du das geteilt hast.
Und ich glaube, jetzt muss ich hier die Pflichtsachen des Podcasts machen und
dann muss ich die Sendung zu Ende bringen. Vielen Dank und ich wünsche dir
einfach ganz viel Erfolg und dass deine kinky Skills dich auch als Frau
Professorin weiterbringen.
Sayuri
Das ist lieb, aber es ist ja noch weit bis dahin.
Sebastian
Ja, ich mache den Podcast noch ein bisschen, kannst du irgendwann erzählen.
Mach's gut, tschüss.
Sayuri
Tschüss.
Sebastian
ein bisschen mutiger zu sein.
Okay.
Ihr habt schon gemerkt, ich habe heute nicht mit dem Podcastsubbie hier
konferiert. Das liegt auch einfach daran, dass die heute Morgen so früh
aufstehen musste, dass sie heute Abend Podcast frei bekommen hat. Obwohl ich ja
sagen muss, das Thema hat sie hier auf den Tisch gebracht, weil sie selbst wäre
das leuchtendste Beispiel und es ist eigentlich eine Schande, dass ich das
Podcastsubbie hier nicht als Gästin heute habe. Sehr schade. Aber ihr wisst ja,
sie spricht hier nicht. Da setzt sie mir Grenzen. Gut, so, und jetzt haben wir
Die Schätzfrage
eine Schätzfrage und ich muss mal überlegen, wie ich das hinbekomme. Ich glaube,
wir machen ein Experiment. Wir werden nämlich heute einfach mal versuchen, dass
das Publikum selbst versucht zu ermitteln, wer denn am nächsten an meiner
Antwort dran ist.
Okay, ich erkläre mal kurz, wie das funktioniert. Es gibt eine Schätzfrage. Ihr
im Chat könnt tippen, was die richtige Antwort ist. Und wer am nächsten dran
ist, der oder die Person gewinnt von mir ein kleines
Kunst-der-Unvernunft-Package. Besteht aus dem Pfannenwender, aus dem
Unvernunft-Memory-Game. Und ich glaube, ein Schlüsselband packe ich heute auch
noch dazu. So viele gibt es davon zwar nicht mehr. Und wenn ihr das nicht
gewinnen solltet, keine Sorge, das Schlüsselband zumindest, das könnt ihr bei
Baumwollseil einkaufen. So, damit haben wir jetzt genug Werbung für heute
gemacht. Da könnt ihr einfach Keyholder mal eingeben dort in die Suche und dann
findet ihr dieses wunderbare Schlüsselbändchen und es gibt eine Frage, die müsst
ihr beantworten, wenn ihr diese ganzen Dinge gewinnen wollt, da packe ich
inzwischen auch ein paar Postkarten dazu, die sind wunderschön geworden, die
neuen und zwar ist die Frage ganz einfach. Einfach, neuerdings können meine
Gäste hier ja ihr Gästeprofil übernehmen und selbst verändern, den Text und die
Verlinkung zu sozialen Netzwerken selbst anpassen. Und die Frage ist einfach,
wie viele Gäste haben inzwischen so ein eigenes Konto auf kunstderunvernunft.de
aufgemacht und nutzen dieses? Dieses. Ich muss das nochmal aktualisieren, weil
die Zahl hat sich während der Sendung schon verändert. Und ja, wenn ihr meint,
ihr wisst, wie viele diese Funktionen haben und nutzen, dann schreibt es einfach
mal in die Kommentare, äh, nicht in die Kommentare, sag ich denn hier in den
Chat rein und dann werden wir irgendwie ermitteln, wer am nächsten dran ist. So,
ich bin sehr gespannt, weil ich bin natürlich selber nicht dazu in der Lage, das
zu ermitteln. Wir schauen mal. Und während ihr da am Raten seid, mag ich
Würdigung der UnterstützerInnen
natürlich mich weiterhin dem Projekt Podcast-Unterstützung widmen, denn in den
letzten zwei Wochen haben Menschen den Podcast unterstützt. Und weil ich ein
bisschen erwähnt habe, dass mir Daueraufträge oder auch bei Paypal diese
monatlichen Dauerspenden am liebsten sind, weil sie am meisten bringen und für
mich gut planbar sind, seitdem ich das erwähnt habe, haben auch einige Menschen
gesagt, dass sie das machen und das auch in die Tat umgesetzt. Ich glaube
mindestens drei in den letzten zwei Wochen. Das finde ich super. Vielen Dank.
Und ich bedanke mich für die Unterstützer der letzten zwei Wochen. Das sind
nämlich zum Beispiel Peter, Itchy und Scratchy, seit Jahren dabei, Stefan,
Thomas, Katie, Jochen und Oliver. war. Und Paypal nutzen auch einige Menschen,
nämlich Kim, Carsten, Yvonne,
Silas, Melina, ich glaube Melina heißt sie, Ann-Kathrin, Michael und Maria.
Vielen Dank euch, dass ihr das hier unterstützt. Ich habe auch neue Podcast
Technik angeschafft, denn im April werde ich wohl eine Spezialfolge außer Haus
aufnehmen müssen. Da müssen wir ein bisschen mehr auffahren. Da muss ich sogar
den Tonmeister mitnehmen. Das wird eine richtig krasse Sache, aber ich habe noch
keine endgültige Zusage bekommen.
Und jetzt Jetzt mache ich mal langsam eine Linie unter den Chat, wobei ich warte
noch einen kleinen Moment.
Selbst der Tonmeister hat mitgeraten.
Wobei, jetzt sehe ich gerade, ich muss die Zahl korrigieren. Der Tonmeister
zählt ja nicht mit rein. Also, die Frage lautete, wie viele Menschen haben einen
Zugang zu ihrem eigenen Podcast-Gäste-Profil bisher.
Das ist ein bisschen schleppenbar. Ich muss die Leute auch erst einladen oder
ihnen Code geben oder sie müssen mich fragen oder sie müssen in der Sendung
mitmachen und, und, und. Aber die richtige Antwort ist 47. Da schreibe ich
meinen Chat dran. 47 ist die richtige Antwort.
Und jetzt ist die Frage, wer ist am nächsten dran gewesen? So, jetzt gucke ich
mal durch. Vielleicht versucht ihr im Chat mal rauszukriegen, wer da am nächsten
dran ist. Ich sehe hier eine 48 und das ist gar nicht so einfach
und aber 47 sehe ich auch, direkt ein Volltreffer. Ja, ich glaube da ist es ein
Volltreffer. Genau, Crunch hat genau getroffen, 47. Herzlichen Glückwunsch, du
bekommst Post von mir, wenn du möchtest. Ein
Unvernunft-Sorglos-Paket mit allem möglichen inklusive dem
Pfannenwender für Brat mit Herz.
Okay, so. Also 47 ist die richtige Antwort. Und Crunch, du kannst mich auf einem
Weg deiner Wahl anschreiben. Das kann sein Telegram, das kann sein was du
möchtest. Und ich sehe gerade Latexboy hat auch noch getroffen. Kann das sein?
Wo ist er, wo ist er, wo ist er? Hier werde ich natürlich nicht schneiden. Das
macht man ja nicht.
So. Gucke mal, wo sehe ich ihn?
Oh, so viele Antworten. Da, Latexboy hat tatsächlich auch getroffen. Da muss ich
wohl zweimal Post verschicken. Hervorragend. Sehr gut. Also, ihr beiden, schickt
mir auf einem Weg eurer Wahl einfach eine Postanschrift. Die verwende ich auch
nur für den Umschlag. Packt da ein paar schöne Dinge rein, steckt es in die Post
und dann solltet ihr in drei bis fünf Tagen Post von mir haben. Und
dann könnt ihr damit tun, was ihr möchtet. Zum Beispiel Memory spielen mit Subi
oder Top und mal gucken, wer dann gewinnt. Dann habt ihr gleich den
Pfannenwender, um damit Dinge zu tun.
So, okay. Gucke ich mal. Unterstützer erledigt. Schätzfrage
erledigt. Eine kleine FAQ habe ich gleich noch. Oh ja, es gibt was Neues zum
Der Stix und sein Künstlername
Thema Künstlername. Das ist ja ein Ding, das begleitet den Podcast auch seit
zweieinhalb Jahren.
Für die Menschen, die es nicht wissen, ich habe mal versucht bei meiner Gemeinde
zu sagen, hallo, ich mache ja den Podcast, würdet ihr nicht den Künstlername in
den Ausweis eintragen? Das würde mir einige Dinge im Leben erleichtern. Dann,
kurzum, wurde nicht bewilligt, dann sind wir vor Gericht gegangen, das Gericht
hat auch gesagt, nee, jetzt geht das Verfahren in die nächste Runde und die
Gegenseite hat heute, heute Mittag, deshalb muss ich das heute erwähnen, eine
Erwiderung geschrieben, warum denn eigentlich alles so toll sei und dass das
überhaupt nicht notwendig ist.
Und ich mag einfach mal drei Sätze zu zitieren, weil ich habe echt gedacht, am
Himmelswillen, warum tut ihr das?
Also, hochoffizielle Post, hoffentlich ist das Copyright-mäßig erlaubt, wobei,
wenn ich es gesungen vortrage, ist es ja wieder Kunst. Ich zitiere mal, was mir
geschrieben wurde, oder nein, nicht mir, dem Verwaltungsgericht.
Die Argumentation des Klägers, dass das anschließende Schneiden der Interviews
eine künstlerische Tätigkeit und eine eigene schöpferische Tätigkeit oder
Leistung darstellt, ist abzulehnen. Hierdurch entsteht kein neues, auf seiner
Tätigkeit beruhendes Werk, sondern lediglich die Aneinanderreihung der fremden
und eigenen Wahrnehmungen und Erfahrungen.
Mein Gott, dass dieses Thema, also es geht jetzt nur noch ums Prinzip, das
durchzukämpfen, inzwischen ist es mir ja fast egal, ne? Aber ganz ehrlich,
Aneinanderreihung von fremden Dingen, liebe Buchautoren oder liebe Dichter,
ihr schubst ja auch nur Buchstaben zusammen, es wird dünn für euch, ihr macht
vielleicht auch gar keine Kunst, also ganz schlimm.
der kleine Rant musste jetzt einfach nochmal sein es ist wirklich ein
unendliches Thema und ich möchte es eigentlich auch einfach nochmal gerne
abschließen zum Thema abschließen, ich kann auch sagen hört bitte in die
Folgen und Kommentare
aktuelle Folge rein mit Mistress Pain und Maze, ich habe selten so gelaunte
Gästinnen hier auf der Couch gehabt
die wirklich sogar wissen, wie man mit Lüsterklemmen böse Spiele spielen kann
und die einfach eine ganz ganz, ganz spannende Geschichte miteinander haben.
Hört euch diese Folge bloß an. Ich bin sehr stolz darauf, dass die beiden mit
dabei waren. Und ja, genießt die Folge, wenn ihr sie noch nicht gehört habt. Und
wie immer, kommentiert sie fleißig auf der Podcast-Webseite, dann können andere
eure Meinung sehen. Und meine Gästinnen freuen sich auch, wenn sie dann
mitbekommen, dass Menschen sich die Arbeit und Mühe gemacht haben, ein paar
Zeilen zu schreiben. Könnt ihr bei allen Folgen machen, einfach auf die Folge
gehen, kommentieren, anklicken und dann könnt ihr dazu sagen, was ihr gerne
möchtet.
So, okay. Ich frage mal den Tonmeister, habe ich noch was essentielles
Verabschiedung
vergessen?
Er hat mich ja darauf hingewiesen, dass ich hier bei der Verlosung ein bisschen
nicht aufgepasst habe. Es ist schon schwierig, wenn das Podcastsubbie nicht da
ist, dann artet das hier für mich tatsächlich in Stress aus. Was wäre ich nur
ohne sie, muss ich ganz ehrlich sagen. Und in zwei Wochen, da machen wir
übrigens einen offenen Themenabend, dann wird das
Podcastsubbie auch wieder mit dabei sein und dann werden wir einfach mal ganz
spontan gucken, wonach uns thematisch ist. Das heißt, am 30.
März, natürlich ein Donnerstag, sprechen wir über eure Themen. Also wenn ihr
sagt, Mensch, ich wollte immer schon ganz gern das und das loswerden oder ich
wollte schon immer gern über etwas sprechen, dann ist der 30. März das richtige
Datum und ihr könnt total entspannt dann einfach anrufen. Ihr könnt euch auch
gerne vorher bei mir melden und sagen, Mensch, ich würde gerne mitmachen, so und
so und so. Sprachnachrichten spiele ich ja auch gerne ein und dann könnt ihr
euch am 30. ganz ohne Themenvorgabe mit mir unterhalten,
über was ihr möchtet. Wobei, nicht ganz was ihr möchtet, mit BDSM sollte es
schon ein bisschen zu tun haben.
So, ich gucke mal, der Tonmeister sagt, er hätte gerne noch ein kleines
Minütchen Musik, bevor er irgendwie mit mir in die Postshow startet. Was das
ist, erfährt man allerdings auch nur, wenn man zufällig live zuhört und dann
einfach weiterhört.
FAQ - Gästeprofil auf der Webseite
Gut. Ach doch, eine kleine Sache habe ich noch, eine kleine FAQ.
Es gibt die Möglichkeit, sich zu registrieren auf der Webseite für Gäste, die
mitgemacht haben. Das wird später für alle möglich sein, aber ich mag wirklich
nur Daten haben, wenn es auch einen Mehrwert hat von Leuten. Also wenn die sich
mit ihrer E-Mail-Adresse da anmelden und registrieren, dann nur dann, wenn es
einen Sinn ergibt. Das heißt, ihr braucht gar nicht nach Einladungscodes bei mir
zu fragen, wenn ihr noch nie angerufen habt oder eine Folge mit mir aufgenommen
habt. Ihr könnt alles, wirklich alles auf der Webseite, was für euch da ist,
nutzen, ohne Registrierung, ohne irgendwo ein Konto anzulegen und auch soweit,
wie ich das sehe, ohne Tracking, soweit ich das unter Kontrolle habe, versuche
ich da immer so datenschutzkonform wie möglich zu sein. Also ihr habt keinen
Nachteil dadurch, wenn ihr das nicht macht, sondern ihr könnt die Webseite
einfach nutzen und im Zweifel hört ihr eh über einen ordentlichen Podcast-Player
und dann läuft das.
Stix, Beruf und Karriere Persönlich
Gut, so, ich glaube jetzt haben wir alles. Das ist ein schönes Thema. Also ich
mag dazu vielleicht doch nochmal was Persönliches beitragen.
Ich habe ja mit BDSM im Grunde angefangen, bevor ich überhaupt mit meinem Beruf
angefangen habe. Und ich hatte schon immer das Glück,
ja was heißt Glück, aber ich war schon immer relativ von meinen Fähigkeiten
überzeugt und konnte dann immer meine Kunden bei der Selbstständigkeit so ein
bisschen mitreißen. Ich glaube aber, dass BDSM mich persönlich dafür
sensibilisiert hat, dass die ganze Welt eben nicht meiner Meinung ist und dass
andere Menschen eben auch eine valide Meinung haben, die sie haben dürfen und
mit der ich mich gefälligst auseinanderzusetzen habe, egal ob ich was will oder
nicht. sondern auch die Meinung des Gegenübers ist genauso wichtig wie meine
eigene und dass man diesen Consent im Leben einfach herstellen muss. Egal ob
jetzt privat beim Spielen, auch wenn ich zu Besuch beim Podcastsubbie bin, dann
müssen wir uns darüber trotzdem einig sein. Genauso wie es für mich beruflich
wichtig ist, nicht einfach mein Ding zu tun und einfach über alles hinweg zu
gehen, sondern zu schauen, dass ich mit den Kollegen, mit den Partnern, mit
Kunden so umgehe, dass wir einfach auf Augenhöhe
ordentlich miteinander kommunizieren, dass wir auf allen Seiten Grenzen setzen
und ich glaube, das gelingt mir durch BDSM im Schnitt wesentlich besser und
dass ich dadurch mein Auskommen ein bisschen mehr gesichert habe durch diese
ganzen Skills.
So gesehen wunderbar und ja, der Podcast hat mich natürlich auch ein bisschen
weitergebracht zum Thema Reden, Reden, Reden. Inzwischen bin ich tatsächlich in
der Lage, ja auch mal mehr als 30 Sekunden ohne einen Anspielpartner, eine
Anspielpartnerin zu überstehen im Livestream, so dass mir der Arsch nicht gleich
auf Grundeis geht. Das hat mir auch einige Male weitergeholfen. Also mir
persönlich hat BDSM eine ganze Menge gebracht. Es gehört zu meiner
Persönlichkeit, es gehört zu mir und vielleicht vervollständigt das mich auch in
dem, was ich dann an anderer Stelle im Beruf tue und hilft mir ein bisschen
weiter, weil ich einfach die Muster wiedererkenne und nutzen kann, was ich eben
auch durch zum Beispiel euch im Publikum und auch euch, meine Gäste, alles
gelernt habe. Ich kann zwar nicht sagen, ich habe in der Folge mal das und das
gelernt, aber ich kann es manchmal erkennen und anwenden und deshalb liebes
Publikum, liebe GästInnen der letzten drei Jahre live und viereinhalb
Jahre Kunst der Unvernunft, vielen Dank dafür, dass ihr quasi meine Skills
für alles in meinem Leben verbessert. Großartig. So und das soll
genug Ausklang heute sein. Ich wünsche euch einen wunderschönen Restabend.
Macht's gut bis zum 30.
März um 20.30 Uhr mit einem freien Themenabend. Tschüss.
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