Cover Pure Kink - Eine Dokumentation über Kink

Pure Kink - Eine Dokumentation über Kink

Ideen, Produktion, Marketing... Wie geht das?

17.04.22
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Cover Pure Kink - Eine Dokumentation über Kink

Episodenblog

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Ideen, Produktion, Marketing... Wie geht das?

Heute ist alles etwas anders! Ich habe mich online mit den Leuten von Pure-Kink zusammgengeschaltet und wir haben geredet. Sandra, Swen und Sebastian haben eine Doku-Reihe über Kink geschaffen und wir sprechen über das "Wieso", "Wie" und alles rund um den Weg von der Idee bis zur fertigen Dokumentation.

Ihr erfahrt was Playshootings sind, worum es überhaupt geht und was an dieser Dokumentation anders ist.

Diese Folge hatte letzten Donnerstag Weltpremiere als Livesendung (als es keine Livesendung gab). Lyz und Lars aus dem Publikum haben sich dabei gemeldet und für uns die Dokumentation gesehen und eine Audiorezension verfasst. Die findet ihr am Ende der Folge.

Den Trailer findet ihr hier (Youtube):

An dieser Stelle kann ein Youtube-Video angezeigt werden. Dabei wird eine Verbindung zu den Servern von Youtube hergestellt und es können persönliche Daten an Youtube übertragen werden. Indem Du auf Abspielen klickst, stimmst Du dem zu.

Die Dokumentation findet ihr hier: Instagram Webseite

Kapitelmarken

00:00:00
Intro
00:00:37
Begrüßung
00:02:22
Neue Podcastwebseite
kunstderunvernunft.de ..
00:04:03
Vorstellungsrunde
00:05:54
00:07:14
Trailer und der Plan
www.youtube.com .. watch
00:10:19
Was ist ein Playshoot?
00:12:21
Alle Kinky?
00:14:33
Konzept machen
00:19:43
Auf zur Aufnahme
00:26:53
Für die Kamera
00:31:54
Wer dokumentiert wen?
00:33:39
Der Filmhund
00:36:11
Nahbarkeit
00:37:30
Aftercare für alle
00:40:23
Zu Professionell?
00:45:53
Konflikte im Team
00:49:52
Der Dreh ist das Kleinste daran
00:50:48
Klingeling
00:54:33
Reaktionen auf sich selbst
00:57:13
Eitelkeit
00:59:02
Stipendium und Regeln
01:01:52
Wie kommt man ran?
01:04:55
15 Minuten-Version?
01:07:50
Themaische Grenzen
01:11:15
Feedback
01:16:02
Mitmachen
01:22:26
Das Liebe Geld
01:27:47
Das fehlt in Pornos
01:29:48
Letzte Worte
01:32:25
Verabschiedung
01:33:34
01:38:07
Rezension von Lars
01:41:54
Outro
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Sebastian Hallo und herzlich willkommen zur Kunst der Unvernunft, dem Podcast, in dem Menschen über BDSM sprechen. Mein Name ist Sebastian Stix und das hier ist Folge Nummer 71. Und ja, diesmal ist der Modus ein bisschen anders. Ihr kennt das ja, alle zwei Wochen gibt es eine klassische Folge und alle zwei Wochen versetzt gibt es eine Live-Folge. Und da ich einfach eine Woche im Osterurlaub war, hat das nicht so ganz geklappt. Es gab keine Live-Folge oder doch, es gab eine und zwar genau diese, die ihr jetzt hört. Denn wir haben einfach live eine Weltpremiere gemacht von Folge Nummer 71 mit Pure. Da habe ich mit Sandra, Sebastian und Sven gesprochen und die haben eine Dokumentation über Kink gemacht. Über Playshoots, was das genau ist, das erklären die drei euch gleich. Und ja, wie macht man sowas? Wie macht man eine Dokumentation mit Bild und Ton? Wie läuft das so ein Konzept? Wie funktioniert das mit Protagonisten, die mitmachen? Wie vertreibt man das Ganze eigentlich? Ist das eigentlich ein harter Job oder ist das alles total easy? Das werdet ihr alles gleich erfahren. Und weil das Ganze ja schon mal live lief, haben wir dann auch gleich ein paar Menschen gefragt, ob sie sich das angucken würden und eine Rezension verfassen würden. Und am Ende dieser Folge gibt es von Lars und Liz jeweils eine Audio-Rezension. Die ist hinten dran gehängt. Und dann könnt ihr mal hören, wie ein Mensch, der das einfach gesehen hat, was die Menschen dazu sagen, wie sie das empfinden. Weil natürlich ist es so, dass die drei und auch ich ja natürlich ein bisschen voreingenommen sind und da war es einfach nochmal wichtig, eine möglichst unvoreingenommene Meinung hier in dieser Folge mit zu integrieren. Deshalb ganz vielen lieben Dank, Lars und Liz, dass ihr da was geschickt habt und euch die Mühe gemacht habt. Ja und jetzt gibt es eigentlich gar nicht mehr viel zu sagen. Ab jetzt geht es wieder ganz normal weiter mit Live-Folgen und Aufnahmeterminen und allem Möglichen. Und ich wünsche euch jetzt ganz viel Spaß. Ach doch, eine Sache hätte ich noch ein bisschen Hausmeisterei. Es ist soweit. Es gibt die neue Kunst der Unvernunft-Webseite. Und da gibt es jetzt endlich alle Folgen, sortiert nach Live und Nicht-Live. Und ihr könnt die dort abspielen, könnt in die Kapitelmarken rumspringen. Alles ein bisschen schöner und aufgeräumter. Und vor allem auch mit der Möglichkeit, Kommentare zu hinterlassen. Die sind jetzt auch wesentlich prominenter dort. Und das würde mich ganz doll freuen, wenn ihr einfach die Webseite euch mal anschaut, nutzt, mir auch dazu Feedback gebt und vor allen Dingen auch mit den Folgen ein bisschen spielt. Also kommentiert sie ruhig und wenn ihr mit Menschen Kontakt aufnehmen wollt, die da mitgemacht haben, dann mit etwas Glück, ich habe fast alle zusammen, könnt ihr dann dort einfach bei allen Folgen in die Gästeliste klicken und könnt dann die Leute direkt anschreiben und dann wird denen das per E-Mail entsprechend weitergeleitet. Das wird noch ein bisschen ausgebaut. Und ja, wenn ihr in der Kunst der Unvernunft mitgemacht habt und ich habe euch da noch nicht verknüpft, dann gebt mir noch mal einen Hint, damit ich das machen kann. Damit dann möglichst alle Menschen, alle Gäste dort verlinkt sind und dass man eben da Kontakt aufbauen kann und das möglichst so datenschutzkonform wie möglich. Und was an der Webseite noch weiter passiert, es wird eine ganze Menge sein in den nächsten Monaten. Aber ich bin jetzt erst mal stolz, dass ich es nach fast vier Jahren endlich geschafft habe, das mal ein bisschen schön zu machen. So, und jetzt geht es aber weiter mit Folge Nummer 71, mit Sandra, mit Sebastian, mit Sven von Pure über eine Gangdokumentation. Hallo liebes Publikum, willkommen bei der Kunst der Unvonunft. Spezial, heute machen wir was anderes, denn ich habe Pure da, nein nicht da, aber wir haben uns irgendwie verbunden und ich begrüße hier drei Menschen. Ich fange mal ganz vorne links an hier. Sandra, eure Hoheit, hallo.
Sandra Hallo, soll ich mich kurz vorstellen?
Sebastian Ja, sehr gerne.
Sandra Ja, ich bin Sandra, in der Szene auch als Peppermind unterwegs. Genau, ja, jetzt schon seit gut acht Jahren in der Seil- und BDSM-Szene aktiv. Und gemeinsam mit den anderen zwei Gästen habe ich ein tolles Projekt gestartet, von dem ich heute berichten werde, mit den anderen beiden zusammen.
Sebastian Genau, die anderen beiden. Dann habe ich hier noch Sir Sven. Hallo.
Swen Ja, ich bin Sven Brandy, in der CD kennt man mich als Carnival Pictures und ja, ich bin Fotograf und Kommunikationsdesigner und das ist auch mit ein Part von mir, den ich in der Dokumentation mit erfülle und ich freue mich heute hier zu sein.
Sebastian Ja, und dann vielleicht sage ich zu dir noch, du bist die Person, die das Kunst der Unvernunft Podcast Logo erschaffen hat. Endlich mal bekommt der Mensch hier eine Stimme im Podcast. Sehr gut. Vielen Dank dafür übrigens nochmal. Und dann habe ich den Menschen, zu dem ich keinen Namenszusatz bekommen habe, einfach nur Sebastian, aber ein sehr schöner Name. Hallo.
Sebastian Salvor Genau, Sebastian Solva, hallo, ich bin Editorialfotograf und Videojournalist in Stuttgart und genau, ich fotografiere und filme für überregionale Medien hier in der Region und bundesweit und ja, bin der journalistische Teil dieses Projekts.
Sebastian Okay, das heißt, heute ist es ein bisschen anders. Heute geht es also um Kultur und zwar Kultur, die sogar so kulturell wertvoll ist, dass sie gefördert wird. So viel kann ich schon mal sagen. Vielleicht muss ich das Publikum noch ein bisschen einstimmen. Darf ich es mal ganz böse sagen? Ihr habt einen Porno gemacht, den man im Netz gucken kann. So, jetzt widerstreckt mir bitte.
Sandra Aber für manche einen ist das bestimmt auch ein Porno, ja.
Sebastian Ja, aber was habt ihr angestellt? Also vielleicht mal einen ganz kurzen Überblick zu, was ist bei jetzt rausgekommen und dann gucken wir mal, wie das entstanden ist und warum es das überhaupt gibt.
Sebastian Salvor Also auf jeden Fall ist es eine Reportage und eine dokumentarische Arbeit und zwar zum Thema BDSM und Kink.
Sandra Genau und der Hintergrund ist so ein bisschen, das hatten wir auch ein bisschen im Vorgespräch schon mal so festgestellt, Sebastian, dass wir es eigentlich auch ähnlich herangehen wie du an die Sache, dass wir vor allem Menschen erzählen wollen. Also der Fokus wirklich erstmal auf der Person liegt, wer sie ist und was sie so auslebt und dann eben auch, ja, welche Emotionen sie motivieren, wie sie das Ganze erlebt, das den Leuten einfach näher zu bringen.
Sebastian Okay, jetzt sind wir schon beim Inhaltlichen. Wir gehen jetzt mal davon aus, die Menschen, die das hier hören, die haben noch nichts gesehen. Vielleicht während die jetzt zuhören, die können ja mal irgendwas googeln oder so oder ich werde einfach einen Trailer verlinken. Ich glaube, das kann ich machen. Und ja, Dokumentation trifft es wahrscheinlich eher, aber man sieht nackte Menschen, nicht mal nackt, aber man sieht Menschen, die BDSM machen und ich habe dann überlegt, Mensch, was ist denn das? Habe überlegt, was sehe ich da überhaupt und fand das ein bisschen merkwürdig, weil ich dachte, Dokumentation, aber dann seid ihr auch irgendwie dabei mit drin und das war spannend und ich glaube, ich mag einfach mal wissen, warum macht man das? Warum tut man sich das an? dass man nicht nur Ton macht, das mache ich ja auch, aber mit Bild und Menschen. Also wo kommt die Idee her und was hatte die eigentlich vor zu tun? Vielleicht ist das die wichtigste Frage. Was wollte die ursprünglich und ist das dabei auch herausgekommen?
Swen Ja, also die Ursprungsidee war eigentlich, dass wir eine Dokumentation über das Playshooting machen wollten. Und die Idee kam von mir einfach, weil ich im Laufe der Jahre sehr viele interessante Menschen getroffen habe, die sehr viel zu erzählen hatten. Es waren sehr viele interessante Menschen aus jeder Gesellschaftsschicht. Und ich fand es eigentlich schade, dass ich dann eigentlich nur in Anführungszeichen Fotos davon hatte und dann kam die Idee auf, dass man doch davon eigentlich auch eine Dokumentation machen könnte. Darauf folgend hatte ich dann auf Instagram aufgerufen, auch für einen Videojournalisten und dann hat sich Sebastian gemeldet und wir hatten uns getroffen, Männerdate, laue Sommernacht, auf ein Bierchen, hatten uns ausgetauscht und wir waren sofort auf einer Wellenlänge und ich fand es auch sehr gut, vielleicht ergänzt es der Sebastian dann später auch noch unsere Unterhaltung auch über diese, sag ich jetzt mal, kontroverse Kink-Nicht-Kink-Perspektive auf BDSM oder auf BDSM-Ausführungen aus den verschiedenen Gesellschaftsschichten und Erfahrungsgraden dann heraus.
Sebastian Salvor Naja, als allererstes hast du mal gesagt, Sven, dass ich doch eigentlich eine sehr seriöse Arbeit machen würde, wie das denn zusammenpassen würde mit so einer Dokumentation. Und ja, dann habe ich ihm natürlich erstmal erklärt, dass natürlich zum journalistischen Arbeit alles gehört, vom ganz arm bis ganz reich. Überall guckt man hin und ja, dass ich schon sehr, sehr lange auch, Newt fotografiere und genau, dass ich aber natürlich unter meinem öffentlichen Profil natürlich meine Arbeit als Journalist veröffentliche und dass ich aber auch freie Arbeit mache.
Sebastian Vielleicht muss ich Sven bei dir nochmal einhaken kurz, du hast eben von einem Playshoot gesprochen ich weiß, das ist ein Begriff, den kennt jetzt nicht jeder, was kann man sich darunter vorstellen?
Swen Unter Play-Shooting kann man sich kurz gesagt vorstellen, dass es reelle BDSM-Sex-Positiv-Fetisch-Ausführungen stattfinden, die fotografisch oder filmisch begleitet werden oder auch vom aktiven Filmer und Fotograf angeleitet werden oder auch ausgeführt werden. Und man das in dieser Ausführung dann auch so festhält. Also es muss nicht immer zwingend in diesem Kontext passieren, tut es aber letztendlich dann doch. Also man kann es auch in wirklich verschiedenen Graden sehen, von harmlos bis ein bisschen, ich sage jetzt mal, ambitionierter dann.
Sebastian Okay, also es ist aber nicht so, dass der Fotograf kann zwar anleiten, aber im Grunde das Spiel, das findet halt statt und es wird dabei fotografiert? Oder ist das Bild, was dabei entsteht, schon im Vordergrund von dem, was man haben möchte?
Swen Es gibt verschiedene Methoden und Variationen, wo man aktiv und passiv einhergehen kann. Das heißt zum Beispiel, dass man aktiv spielt und die Fotografie mitgeführt wird und man eben vom Spiel Bilder macht, die dann eben auch sehr authentisch sind. Weil es ja ein wirklich realistisches Spiel ist, aber man kann auch die Kamera als, ich sag jetzt mal, als Mittelpunkt, als Integrationsmittel nehmen für ein Spiel und es können quasi dann beide Seiten anvisiert werden. A, Content-orientiert, also ich mache einen Play-Shoot, um an authentische Bilder zu kommen, oder B, Experience-orientiert, ich spiele primär und ich lasse es zu, dass fotografiert wird. Geht beides.
Sebastian Und das Ganze... Ja, nur als Foto zu haben, kann ich mir vorstellen. Da wird immer, man kann mit Bildern sehr viel transportieren, aber wenn es eben ein Bild ist, ist es natürlich schöner, wenn es viele pro Sekunde sind. Sebastian, ich habe erfahren, dass du im Gegensatz zu den anderen beiden nicht kinky drauf bist. Und jetzt kommt da so ein Sven mit Ideen zu kinky Sachen um die Ecke. Du hast dich dort auf seinen Aufruf aktiv bei ihm gemeldet? Oder wie war das?
Sebastian Salvor Ich folgte Sven schon sehr lange seine Arbeit und war immer sehr fasziniert von dem starken Ausdruck seiner Bilder. Also in der Fotografie, was ich ja schon seit Ewigzeiten mache, ist es einfach immer das Ziel in einem starken Ausdruck, dass die Bilder transzendieren, dass sie etwas transportieren an Emotionen. Und deswegen kenne ich seine Werke schon sehr, sehr lange. Und als er dann bei Instagram da Aufruf gestartet hat, ja, hier irgendwie, er würde gerne Dokumentation machen und so, dafür jemanden habe ich die Hand gehoben und dann auch noch erfahren, dass er tatsächlich einen Ort weiter lebt und somit wir auch noch, genau, einfach mal eben ein Bierchen miteinander trinken konnten. Und ja, so bin ich ihm schon öfters quasi visuell begegnet und dann auch mal in persona.
Sebastian Okay, aber ich mag nochmal so ein bisschen drauf rum reiben, du bist kein BDSM-er.
Sebastian Salvor Genau, also ich bin ich würde mich jetzt nicht als Kinky bezeichnen im Sinne von dass ich da, das öffentlich irgendwie mache so wie jetzt zum Beispiel die beiden, das ist alles meine Privatsache, aber, Und tatsächlich habe ich so ein bisschen den Blick von außen bei dem Projekt.
Sebastian Das finde ich ja total spannend daran eigentlich, dass du nochmal den Blick hast, den wir drei quasi nicht mehr haben können, weil wir einfach so super involviert sind. Und wenn du dann noch den journalistischen Teil beiträgst, dann ist das glaube ich auch genau das, was es braucht. Klingt ja einfach. Play-Shoot, Model suchen, paar Leute suchen, Kamera hinstellen, spielen.
Sebastian Salvor Im Endeffekt haben wir uns natürlich am Anfang erstmal zusammensetzen müssen und überlegen, aus welcher Perspektive erzählen wir das, wie erzählen wir das. Wir haben erstmal als allererstes festgelegt, dass das immer ein Film von uns dreien ist. Das ist nicht so, ich bin jetzt hier derjenige, der die Kamera führt und den Schnitt macht, ja. Aber wir betonen immer, das war von Anfang an sehr schnell klar, wir seinen Film von uns dreien. Auch wenn jetzt nicht die Sunny die Kamera führt. Und Ähnliches ist es einfach von uns. Und im Team haben sich dann natürlich Aufgaben herauskristallisiert. Also der Sven ist einfach, was die Fotografie angeht, was die Emotionen auch von den Bildern angeht, da ganz weit vorne und die Sunny arbeitet inhaltlich sehr, sehr stark und so haben wir dann einfach festgelegt, okay, wo sind unsere Stärken, was können wir und vor allem irgendwie, dass wir auf jeden Fall die Personen sprechen lassen wollen. Und auch als Ziel ist eigentlich eher auch ein nicht kinky Publikum. Also tatsächlich freuen wir uns natürlich darüber, wenn das in der Szene einen guten Anklang findet. Aber es war uns schon wichtig, dass einfach Menschen so wie ich jetzt, dass da einfach einen Einblick bekommen, der nicht so Affe im Zoo ist, der nicht quasi... Einfach so ein Gaffen ist wie bei RTL oder anderen Sendern, sondern quasi sehr tief und nah an den Personen dran, aber nicht so ein voyeuristisch. Es geht eher um das Erleben der Person und weniger um ist die Praktik jetzt hier 1A ausgeführt oder super sauber oder was kann man denn noch Abgefahrenes machen.
Sebastian Ja, hatte Sandra ja eben auch schon erwähnt, auch wie der Podcast hier selbst, mehr Fokus auf die Person und gar nicht so sehr darauf, was sie eigentlich macht. Und ich glaube, da kommt auch immer was Schönes bei raus, weil Menschen machen das ja nochmal gerne. Und die Emotionen, die entsteht ja dabei, wenn man jetzt einfach nur zeigt, wie haut man. Ja, es ist halt schön, es ist halt sehr technisch. Kann man auch physikalische Gleichungen daneben schreiben und einblenden. Ihr habt euch getroffen, du und Sven. Und wie habt ihr festgestellt, was wollt ihr machen? Also wie habt ihr das Konzept ausgearbeitet? Was wolltet ihr, was hinterher entsteht dabei? Hattet ihr die Bilder schon direkt im Kopf? Oder wie war da die Entwicklung? Weil man kann ja nicht einfach sofort loslegen, rausgehen, Kamera und Gib ihm.
Swen Als erster Bestandteil muss man natürlich ansprechen, dass aus dieser Idee, eine Dokumentation über ein Play-Shooting zu machen, eigentlich nur der Anfang, die Geburtsstunde eigentlich von unserem ganzen Projekt war. Also wir hatten dann auch zu dritt festgestellt, dass das ganze Konstrukt und die ganze Szene und das alles viel mehr Potenzial hat, dass man viel mehr festhalten kann, dass die Szene ja schön bunt ist und eigentlich ganzheitlich sehr viel zu erzählen hat mit den ganzen Protagonisten und wir dann eigentlich uns einig waren, dass es definitiv nicht bei einem Play-Shootings-Dokumentationsteil bleiben wird.
Sandra Ja, das hat dann eigentlich auch recht schnell so eine... Eigendynamik entwickelt. Also am Anfang würde ich sagen, war es auch erstmal so ein Experiment, dass wir einfach erstmal auch ausprobieren wollten, okay, funktioniert das überhaupt, dass wir uns jetzt da hinstellen und eine Doku machen und kommt da was Gescheites bei raus? Und das ist zum Beispiel natürlich auch mit der Grund, warum wir da auch sehr nah noch bei uns geblieben sind. Also die erste Folge haben wir sozusagen in Swams Familiengarten gemacht.
Sebastian Ich habe mich schon gefragt, wo das ist. Also ich habe das ja nebenbei gelaufen.
Sandra Wo dann auch blöderweise ein Flugplatz in der Nähe war und wir dann jedes Mal unterbrechen mussten, wenn das Flugzeug vorbeigeflogen ist. Da gibt es auch so eine kleine, witzige Szene zu. Und deswegen sind wir dann auch erst mal bei Sven und mir geblieben, was wir machen. Und die Protagonistin, die Dieter, ist ja auch eine Freundin von uns, die uns auch schon öfters besucht haben, mit der wir schon öfters gespielt oder Sven auch mit ihr geshootet hatte. Und dadurch war das natürlich erst mal so ein bisschen entspannter, weil wenn man sich dann schon kennt, Also Sebastian kam noch so als neuer Körper, sage ich mal dazu, aber wir hatten uns ja auch vorher schon ein paar Mal zu dritt getroffen. Das heißt, wir konnten da erstmal unter uns sein und ein bisschen ausprobieren und auch ein bisschen schauen, okay, kriegen wir dann hier überhaupt was Sinnvolles zustande.
Sebastian Was mich ja interessiert, ich meine das Ganze geht circa 45 Minuten, wenn ich das richtig im Kopf habe. Ich empfinde das ja als Podcaster als eine sehr stramme Zeitplanung. In 45 Minuten kann ich quasi nichts erzählen. Das ist ja auch die Kunst, das da so ein bisschen reinzupacken. Diese erste Folge, habt ihr die an einem Tag produzieren können? Wie stelle ich mir das Setting so vom Aufwand her vor? Denn man sieht natürlich Menschen, die Dinge machen. Dann wird in die Kamera gesprochen. Das wird ein bisschen erklärt. Das ist dann der dokumentarische Teil. Aber ja, wie stelle ich mir vor, wie ihr das vom Ablauf her geplant habt? Wie war das Wetter? Also ich mag einfach mal ein bisschen mitkommen in die Aufnahme. Also ich mag mal mitkommen zu dem, was man jetzt nicht sieht, wenn man das Ergebnis sieht.
Sandra Da mache ich mal den Anfang. Also wir haben das an zwei Tagen tatsächlich gemacht und wir wollten es draußen machen, weil Sven seine Shootings ja überwiegend auch draußen macht und gleichzeitig natürlich auch an einem Ort, wo wir ungestört sind, weil wir uns nämlich schon gedacht haben, sonst arbeitet Sven ja oft auch im Wald. Aber da hat man ja auch immer Publikum. Und dementsprechend, ja, auf so einem Privatgrundstück geht es dann einigermaßen. Wir hatten auch sehr Glück, dass das Wetter gut war. Ich glaube, am zweiten Tag war es ein bisschen kühler. Und das Konzept war von vornherein so, dass wir definitiv Sessions filmen wollten, weil wir denken, dass gerade auch in den Sessions am meisten Emotionen transportiert werden, weil man eben dieses Wechselbad der Gefühle wirklich miterlebt, also man so diesen Blick von außen auf das Geschehen hat und dann wollten wir auch so ein bisschen die Innenwelt spiegeln und das haben wir durch ergänzende Interviews gemacht sozusagen.
Sebastian Vielleicht beschreibe ich mal fürs Publikum so ein bisschen, was man erstmal sieht in den ersten Minuten. Man sieht Sven, man sieht dich spielen mit der Dieter, aber auch immer wieder mal mit der Kamera hantieren und eben ein Bild machen und dann werden dann auch die Bilder eingeblendet. Das ist ja ein schönes Stilmittel, einmal zu zeigen, wie entsteht das, was hinterher auf dem Foto ist und das finde ich tatsächlich auch überraschend, Und was dann auf dem Foto dabei herauskommt, während das Bewegtbild, das sieht entspannt und ruhig aus und gechillt. Und das Foto, was dabei rauskommt, da ist dann viel mehr Ausdruck drin. Das hat mich tatsächlich gewundert, dass das Standbild viel mehr Ausdruck mitbringt, als das Video dazu eigentlich. Kann der mir das erklären, wieso das so sein kann? Weil ich dachte eigentlich immer, Bewegtbild ist natürlich dem einzelnen Foto absolut überlegen.
Swen Also ich finde, das ist eine sehr gute Frage. Ich glaube, es kommt auch ein bisschen immer auf den Situationen an, weil ich glaube, es kann ein Bewegtbild auch mehr Drama transportieren als dann letztendlich das Bild. Ich glaube, dass eben die kleinen Details recht viel ausmachen können. Das heißt, welche Perspektive wähle ich, welche, wie motiviere ich das Model nochmal, weil es, Ich habe ja auch sehr oft die Kamera in einer komplett anderen Perspektive, wie jetzt letztendlich Sebastians Kameraperspektive ist. Und daran kann man auch sehen, dass zum Beispiel auch Nähe, also Distanz, Nähe, Spiel und Perspektive in der Kunst oder auch in der Fotografie sehr viel ausmachen kann.
Sandra Ich denke vielleicht, dass es auch so ein bisschen dieser Geschichte bei BDSM, glaube ich, geschuldet ist, ist, dass BDSM ja auch ganz viel im Kopf stattfindet. Also es ist ja diese Welt, in die man selber eintaucht, wenn man sich in dieses Szenario begibt und diese Welt ist ja teilweise, auch gerade wenn man in diesen Space eintritt, viel intensiver. Und dann sieht das manchmal von außen eigentlich so nett und harmlos aus. Also wir haben ja auch schon öfters mal so ein bisschen die Rückmeldung bekommen, wenn Sven und ich zusammengeschutet haben, dass es immer sehr nett ist, uns zuzugucken, wie wir da so rumwuseln und so weiter. Aber die Person in der Session, das Model oder der Bottom, der ist ja in seinem ganz eigenen Film sozusagen. Und ich glaube, das ist vielleicht genau das, was da so zum Ausdruck kommt, dass es irgendwie von außen gar nicht so schlimm aussieht, wie man sich das vorstellt, aber dass diese innere Intensität halt trotzdem real ist.
Swen Man muss auch noch dazu erwähnen, dass ja die nonverbale Kommunikation, vielleicht die kleine Technik, die im Spiel heraus geschieht, Und vielleicht auch natürlich den Protagonisten auf eine ganz eigene Art belegt und das Kopfkino zum Starten bringt. Das, was man vielleicht von außen, von der zweiten, dritten Reihe gar nicht so erkennen kann.
Sebastian Salvor Das hat sich auf jeden Fall als Stilmittel extrem etabliert bei uns. Also wir haben einfach als erstes nochmal schwarz-weiß. Also alle gefilmten Szenen, das Bewegtbild ist in Farbe und diese Fotos sind einfach schwarz-weiß und setzen sich damit natürlich nochmal extrem ab. Man hat einfach auch diesen eingefrorenen Moment, einfach mal genauer anzusehen und es wird einfach so herausgehoben. Und genau, in der ersten Folge geht es natürlich jetzt gerne schwerpunktmäßig schon sehr um das Thema Playshooting. In den darauffolgenden Folgen haben wir das Stilmittel beibehalten, das Sven parallel fotografiert hat, während ich gefilmt habe. Und ja, um auch einfach diese Momente nochmal so herauszulösen.
Sebastian Ja, ich muss ja mal da den Gegensatz nochmal sehen. King.com und Co. Da habe ich ja dieses, es wird der Film gemacht und dann habe ich immer wieder mal Blitzlicht, damit sie dann die Marketingbilder zwischendurch schießen. Und das ist halt, das gehört ja offenbar dazu, das machen die halt so. Und hier habe ich aber was, da ist das kein störendes Element mehr, sondern es ist ganz klar, es wird gezeigt, wie Fotos entstehen. Und es wird aber auch gezeigt, was hinter den Bildern ist. Also ich finde diese gesamten Mischung finde ich an sich sehr schön, dem kann man einfach gut zusehen. Und man sieht ja auch, das ist die Dieter, sie driftet so schön weg. Und das kann ich auf dem Bild wiederum nicht einfangen. Also ich finde diese Mischung aus Bild, Bewegtbild und dann eben aber auch dem Kommentar dazu, wenn ihr dann einzeln nochmal jeweils sprecht, das finde ich extrem vollständig, sage ich mal. Das ist schon fast, als wäre man dabei und hat eben hinterher das Ergebnis gesehen.
Sebastian Salvor Deswegen auch tatsächlich ein Interview davor, vorm Play, das eher die Themen auf die Meta-Ebene hebt, wo man einfach nochmal konzentrierter nachfragen kann und dann immer ein Interview nach jedem Spiel, sodass das Erlebte auch nochmal ganz frisch einfach aufgenommen wird.
Sebastian Sandra, ich mag mal von dir wissen, es gibt ja eine Szene, ich spreche heute erstmal nur über Folge 1, weil ich kenne auch nur Folge 1, aber man muss ja auch Lust auf mehr haben. Machst du Bondage? Wie oft hast du es probiert oder war das ein Versuch und das hat geklappt? Also das muss dann ja auch irgendwie schon gut aussehen. Wie weit ist da so der Anspruch, es wird jetzt aufgenommen, das wird gezeigt? Wie oft fängt man von vorne an und macht das nicht eventuell dann doch wieder alles kaputt?
Sandra Nee, sowas gibt es jetzt tatsächlich nicht. Ich würde sagen, dass ich da tatsächlich auch schon so ein bisschen durch die regelmäßigen Shootings mit Sven erprobt bin. Also wir haben da auch so unseren gemeinsamen Arbeitsrhythmus sozusagen entwickelt und für uns ist das Hauptziel eigentlich, also auch für mich als fesselnder Part tatsächlich, dass das Mindset des Models oder des Bottoms nicht gestört wird. Also ich denke, die Bilder und auch die Session an sich, die lebt ja davon, dass die Person in diesem Film ist, also in diesem Space. Und wenn man natürlich jetzt immer sagen würde zwischendurch, oh, jetzt stell dich mal so hin oder mach mal so oder ach nee, jetzt machen wir das nochmal weg, dann würde das Mindset ja gestört werden. Und dann wäre die Person abgelenkt und wäre nicht mehr in ihrem Film sozusagen. Und deswegen, was wir uns eigentlich vorher eher überlegen, Sven und ich, ist so eine Art Dramaturgie, ja, also dass wir so eine Art Grundgeschichte uns überlegen und auch mit verschiedenen Optionen, die zur Verfügung stehen, was man machen könnte sozusagen, aber das ist eigentlich recht frei. Also es gibt ein Thema, zum Beispiel eben das Thema Fesseln am Hashira oder Pfahl und dann gibt es so grob, also so grob mache ich mir Gedanken, wie es sein könnte, aber das, was dann letztendlich entsteht, entsteht so frei aus der Interaktion heraus.
Sebastian Also kein Drehbuch, auf dem alles genau, wenn es draufsteht. Jetzt einmal 45 Grad Drehung, Kamera zoomt ran, dann nochmal zurück, dann Seil einmal rumlegen. Es gibt kein Buch.
Swen Wo das so drin steht. Das muss man wirklich auch vor Sebastian und Hut abnehmen. Also es ist auch wirklich sehr harte Arbeit für den Kameramann, weil er muss wirklich instantly die Situation einfangen, weil das Spiel in unserer Dokumentation die erste Priorität hat. Also das Spiel wird nicht unterbrochen. Es soll in seiner Natur entstehen und der Flow soll einfach stattfinden. Und alles, was drumherum dokumentiert wird, ist untergeordnet dem Spiel. Und das soll einfach auch nach dem Prinzip meiner Play-Shootings, sage ich jetzt mal, einfach aufzeigen und auch die Authentizität nochmal ein bisschen unterstreichen, also das wirkliche Spiel auch darstellen. Und nur so haben wir auch die Möglichkeit, wirklich authentische Bilder einzufangen, wenn wir auch das Spiel an sich respektieren, so wie es in der Realität geschieht.
Sandra Und das ist dann ja auch so ein bisschen, also man kann ja, es ist auch so eine Frage so der Stimmung. Also ich denke, dass Authentizität auch so ein bisschen davon lebt, dass Emotionen da sein dürfen, die gerade sind. Und das ist zum Beispiel so ein Ding, was mich zum Beispiel auch gerade so an vielen Pornofilmen oder zum Beispiel auch King.com so ein bisschen stört. Da ist der Narrativ sehr oft so ein bisschen vorgegeben. Es ist immer so ein bisschen hart, Angst, vielleicht noch so erotisch. Aber dass man mal so ein Lachen hört oder irgendwie so ein Spaß dabei ist, das passiert halt eher selten. So und wir sagen halt, bei uns sind halt alle Emotionen erlaubt, also es gibt natürlich zum Beispiel auch in der Doku härtere Szenen, wie zum Beispiel diese Spanking-Szene wo sie ja auch wirklich sehr an ihre Grenzen gekommen ist, aber dann gibt es halt auch sehr, ja schon fast, verspielte Szenen, wie das mit der Schaukel, wo wir sie dann eindrehen, was ja auch eigentlich mehr wie so ein, ja, lustiges Spiel wo man vielleicht auch schon so ein bisschen drüber ist aber ich glaube, ja, jeder der authentisch klingelt, kennt das auch, dass man manchmal einfach so lustig drauf ist, dass man dann auch einfach auf dumme Ideen kommt, sage ich mal.
Sebastian Salvor Ja, der dokumentarische Ansatz ist ja auch, dass man nicht irgendwie ein Skript hat, das man irgendwie vorgibt, sondern dass man einfach zusieht, was passiert dort jetzt. Und dann erst im Edit, also quasi im Schnitt, dort tut man dem Ganzen natürlich dann auch so einen Drive geben, sodass es dann einfach irgendwie die eine Wicklung passt dann zu der anderen und, gibt dann einfach den schönen Flow mit den Kommentaren und den Offtexten.
Sebastian Ja, ich glaube, das ist wirklich das Ergebnis, dass man sieht, wie Menschen spielen und ich habe mich gefragt, Sebastian, dokumentierst du eventuell einfach dann die drei anderen, also Sven, Sandra und die Dieter und die machen halt einen Play-Shoot, aber du bist derjenige, der das dokumentiert und lässt die mal alle machen.
Sebastian Salvor Genau.
Sebastian War das deine Rolle?
Sebastian Salvor So funktioniert das als Videojournalist, dass man einfach da in der beobachtenden Position ist und erst bei den Interviews, da kann man dann eingreifen und sagen, hier kannst du mir das nochmal anders erklären, da könntest du das nochmal irgendwie beschreiben. Aber während des Plays, während eines Ereignisses wird quasi nicht eingegriffen, sondern quasi beobachtet.
Sebastian Die Interviews, habt ihr die direkt hinterher gemacht oder wie viel Zeit ist da vergangen, um auch runterzukommen?
Sandra Also wir haben einen Blog vorher aufgenommen, also so die üblichen Eckdaten sozusagen. Wir wollen ja unsere Protagonisten auch immer ein bisschen vorstellen und auch die Neigung ein bisschen vorstellen. Und dann haben wir tatsächlich direkt nach den Spielszenen Interviews gemacht, unmittelbar danach. Wird die Person dann wieder, also kurz nach einem Aftercare natürlich, also die Person konnte natürlich erstmal ein bisschen runterkommen, aber definitiv jetzt nicht zu viel Zeit verstreichen lassen. Einfach weil die Emotionen und die Eindrücke dann noch ganz frisch sind sozusagen und man dann manchmal auch noch mal eine ganz andere Tonspur auch bekommt, weil die Sachen auch auf der emotionalen Ebene viel zugänglicher sind, wenn man sie gerade erlebt hat.
Sebastian Ich habe eine Frage mitgebracht. Da ist ein Hund. Wessen Hund ist das? Und warum rennt der immer durch den Film? Wie heißt der? Also der Star des Films ist quasi schon auserkoren. Es tut mir leid. Aber ich habe das zwei Menschen gezeigt und gesagt, guck dir das mal an.
Swen Ja, also der Hund, das war Pius, er ist leider verstorben. Man erkennt vielleicht auch auf dem Film, dass er ein bisschen unkoordiniert war. Es lag einfach daran, dass er in der Endphase einer Demenz war und er eigentlich nicht mehr so viel wahrnehmen konnte. Zudem war er auch fast blind und schwerhörig. Und ja, das war einfach Pyrs mein und unser Wegbegleiter 17 Jahre lang und man kann auch mit Fug und Recht behaupten, er war auch ein bisschen kinky und er hat auf jeden Fall sehr viel gesehen.
Sandra Es gibt ein lustiges Meme, wo man einen Hund sieht vor einem gefesselten Paar und dieser Hund sieht genauso aus wie Pyrs und da haben wir schon öfters mal dieses Meme geschickt bekommen und es wurde uns gefragt, ob wir das sind und unser Hund, aber nein, das sieht einfach nur genauso aus.
Swen Aber man muss sagen, Pürs war auch ein Fetischist, er stand auf Damenunterwäsche und jedes Mal, wenn irgendwie gebrauchte Damenunterwäsche irgendwie frei herumlag, hat er sich die natürlich gegriffen. Und ein Mentorationsartikel. Ja, das war auch Vertrauen. Ja.
Sebastian Oh, weia. Ja, aber finde ich schön, weil das bricht der Sache so ein bisschen noch. Diese Ernsthaftigkeit nimmt es da noch mal raus. Also es ist ernsthaft auf der einen Seite, auf der anderen Seite ist es so locker und beschwingt.
Sebastian Salvor Ja, man soll auch sehen, dass es einfach gemacht ist. Also es ist ja, ich war ja trotzdem anwesend und dann darf das auch in einer modernen Reportage, darf auch der Macher oder auch einfach Szenen drin sein, die einfach beim Machen entstehen. Und es muss nicht alles irgendwie rausgeschnitten werden, was irgendwie jetzt nicht ganz exakt zum Thema passt. auch die Sunny erwähnt, Flugzeuge, die eigentlich Hubschrauber sind oder andersrum. Und ja, und sowas gibt dem Ganzen was sehr, sehr nahes und menschliches. Und deswegen darf sowas auch in meinem Verständnis drin bleiben.
Swen Ja, absolut. Also wir waren uns auch alle dann einig, dass wir das eigentlich beibehalten wollen in den folgenden Folgen, dass diese sogenannten, Outtakes mit auch ein Bestandteil der Doku sein darf.
Sandra Ich glaube, ein Wort, was da, glaube ich, für mich sehr im Zentrum steht, wie wir Sachen erzählen wollen, ist Nahbarkeit. Also, dass wir wirklich möchten, dass die Menschen menschlich rüberkommen. Und ich glaube, das ist auch was der Szene sehr gut tut, der BDSM-Szene einfach eine gewisse Nahbarkeit, dass es nicht mehr so diese Objektifizierung ist von wegen der Gummisklave, die Domina, das hat halt alles sowas Entmenschlichendes und natürlich mit einem gewissen Grad und die Objektifizierung finden wir in einem gewissen Kontext natürlich auch alle toll, aber ich denke, gerade wenn man nicht in diesem Kontext ist und Dinge verstehen möchte, dann ist diese Nahbarkeit einfach ganz wichtig und auch ein Stück weit diese Möglichkeit der Identifikation mit den Figuren.
Sebastian Ja, ihr nehmt einfach das Publikum mit. Und dadurch die einzelnen Elemente, die jetzt da zusammenspielen, kommt da einfach nochmal so ein Blick durchs Schlüsselloch einfach bei raus. Wie entstehen solche Bilder eigentlich? Wie wirken die? Was ist da eigentlich passiert? Was mich noch interessiert ist, Aftercare für die Dieter? Okay, aber wie sieht es da mit euch aus? Also wie weit Sven und Sandra, wie weit muss mit ihr erstmal runterkommen? Und dann noch ganz spannend natürlich der Mensch hinter der Kamera, Sebastian, auch du, ich meine, du siehst das, leicht distanzierte Perspektive wahrscheinlich, aber trotzdem siehst du ja dann doch, ich sag mal, Autounfall. Also wie war das? Wie kommt man da runter und wie nimmt man das wahr?
Sebastian Salvor Also tatsächlich war das für mich nach dem ersten Set dringend notwendig, auch als Filmer Aftercare zu bekommen von der Sunny. Sogar mittendrin musste ich da mal zu ihr kommen und sagen, ob das jetzt wirklich so okay ist, dass der Sven einer anderen Frau vor laufender Kamera in den Schritt fasst und wie das denn jetzt sein kann für sie. Und sie mir dann erstmal erklärte, dass das ja alles besprochen ist und dass es alles Grenzen gibt, wo es in Ordnung ist und wo es nicht mehr in Ordnung ist und das für sie in Ordnung ist. Und das ist auch tatsächlich das Spannende, was ich auch mitnehme für meine Nude-Fotografie, dass einfach vorher einfach Dinge besprochen werden und man nicht so, wie man das ja klassischerweise macht, ja, irgendwie lass uns mal fotografieren irgendwie, ja, okay, die Bilder finde ich gut, die Bilder findet sie gut. Und man dann aber relativ schnell am Set auch, ja, aus Versehen und ohne das zu wollen über Grenzen gehen. Und wenn man vorher so etwas sehr, sehr klar abspricht, ist es natürlich viel, viel besser. Also das nehme ich auch tatsächlich für mich mit.
Swen Ja, absolut. Also man muss auch sagen, dass durch die Play-Shoot-Erfahrung, die ja mittlerweile über 15 Jahre jetzt stattfinden, wir oder ich, wir uns ein System und auch Methoden entwickelt haben, um den Content wirklich auf einem guten Niveau zu halten. Also wir fangen an mit ausführlichen Gesprächen, mit Fragebögen. Nach den Fragebögen behandeln wir wiederum auch ein intensives Gespräch über die einzelnen Punkte, die vielleicht ein bisschen kritisch werden könnten. Also es geschieht sehr viel vor einem Playshooting und es geschieht auch sehr viel vor unserer Dokumentation, weil Sicherheit ist uns natürlich stets wichtig und wir wollen natürlich auch, dass jeder, der an der Dokumentation teilnimmt, passiv wie aktiv, natürlich da auch bestmöglich geschützt ist.
Sebastian Aber das habt ihr ja jetzt ja nicht mit dokumentiert. Das wäre ja nochmal eigentlich spannend gewesen, diese ganzen Sachen davor, dann auch diese Absprachen, dass die nochmal explizit mit in der Dokumentation enthalten sind.
Sebastian Salvor Tatsächlich in den, gerade in der dritten Folge wird das dann nochmal deutlicher. Und ich muss auch sagen, die erste Folge war absolut und auch die zweite eigentlich ein absoluter Pilot. Also man muss sagen, wir haben einfach mal angefangen, wir haben das mal ausprobiert. Und ich muss sagen, auch jetzt so zur dritten Folge, da geht das schon in eine Richtung, wo wir auch solche Themen viel mehr drin haben. Auch, dass einfach Vorbesprechung mehr mit drin ist. Und auch jetzt dieses Jahr werden wir nochmal drei Folgen herausbringen und setzen uns da jetzt auch gerade nochmal in der Klausur zusammen, um einfach genau solche Themen zu besprechen. Wie können wir das noch redaktioneller machen? Wie könnten wir solche Vorgespräche nochmal mit reinnehmen?
Sandra Wir hatten es halt tatsächlich sogar vor, das Vorgespräch auch noch zu filmen, aber wir haben es einfach nicht mehr, also wir haben es einfach nicht mehr geschafft irgendwie. Wir haben dann diese ganzen Sets gefilmt und dann war irgendwann die Luft auch so ein bisschen raus und dann hatten wir auch schon so viel Material, dass wir es dann einfach tatsächlich, ja, uns für später irgendwie aufgehoben haben. Ich denke, das, was man jetzt wirklich sagen kann, was sich auch über die Zeit jetzt und über die Folgen so entwickelt, ist, dass wir konzeptioneller werden. Also, dass wir mehr versuchen, einen roten Faden reinzubringen, mehr darüber nachdenken, was wollen wir filmen, also außerhalb von gewissen Themen und Sessions, sodass wir das noch ein bisschen konzeptuell besser auch im Vorfeld schon erarbeiten.
Sebastian Da sehe ich aber natürlich die Gefahr, dass das dann so ein 0815 wird. Also wir haben ein Konzept und dann machen wir eine neue Folge, die muss da wieder reinpassen. Also wo seht ihr die Grenze, bis wohin dürft ihr ein Konzept erarbeiten und wo muss es dann aber auch frei bleiben? Also wenn ihr zu professionell wird, dann nehmt ihr der Sache ja dann doch die Leichtigkeit.
Swen Also ich verstehe den Ansatz, also es ist auch an sich eine gute Frage, aber ich sehe da diese Gefahr weniger, weil das geschehen ist. Also das Spiel, wir greifen ja nicht ins Spiel ein, wir geben dem Spiel nur einen Rahmen. Das ist ja auch das eigentliche Prinzip des Play-Shootings, dass ein Spielrahmen entworfen wird, aber das Spielfeld bleibt unangetastet. Und so wollen wir es eigentlich auch bei den Dokumentationen beibehalten, dass das Spiel Maximum von den Protagonisten ausgeführt wird und wir das einfach nur dokumentieren.
Sandra Genau, wir schaffen sozusagen den Rahmen um das Ganze drumherum.
Sebastian Salvor Ich würde auch sagen, das ist eher in Richtung, dass man das noch ein bisschen feiner schleift. Also dass man einfach noch ein bisschen optimiert im Sinne von, okay, in Folge 3 hatten wir gesehen, das ist hervorragend, wenn man so mitbekommt, wie die Protagonistinnen vorher schon mal ein bisschen sich besprechen und schon mal ein bisschen, okay, wie sieht es denn heute für dich aus? Und so etwas dann mitzunehmen, ist ja nicht eine Veränderung im Sinne von, dass das jetzt irgendwie inszeniert ist, sondern tatsächlich einfach nur eine Erweiterung und vor allem die Perspektive, also gerade, dass wir noch mehr schärfen, noch näher an die Personen rangehen, dass wir die Erzählperspektive einfach noch stärker ausarbeiten, sehe ich eigentlich eher als Bereicherung.
Sebastian Lass mich mal auf die Postproduktion ein bisschen schauen. Ich meine, man hat dann volle SD-Karten mit Videomaterial, es ist alles da und diese knapp 45 Minuten oder sind wahrscheinlich ziemlich genau 45 Minuten, das war eine Zielmark, die musste eingehalten werden?
Sebastian Salvor Nein, also auf gar keinen Fall. Wir hatten keine Live-Vorgaben. Also wir haben eine Kooperation mit Joyclub, die fanden nach einem ersten Screening das alles ziemlich gut und haben gesagt, hey, wir würden uns da über eine Partnerschaft mit euch freuen. Ja, aber wir haben nirgendwo Vorgaben. Das hätten auch 35 Minuten sein können. Oder halt jetzt wie die letzte Folge halt über 50 Minuten. Das ist nicht das. Da gab es keine Vorgaben für uns. und da lassen wir uns auch nicht vorschreiben. 45 Minuten ist für eine Dokumentation eine gute Sache, gibt es sehr oft, ist eigentlich eine sehr beliebte Sache im Dokumentarischen. Genau, also Vorgehensweise war tatsächlich so, dass ich halt den Dokumentarismus, quasi schon mal eine Favoriten-Auswahl gemacht habe, den ersten Schnitt zusammengesetzt habe. Und dann haben wir das im Team uns angeguckt. Die beiden, Sven und Sunny, haben mir da Feedback gegeben. Und ja, da muss ich auch sagen, da hat sich seit der ersten Folge echt viel entwickelt. Also eigentlich bin ich ja Einzelkämpfer. Ich bin als Fotograf und als Videoshonist, ist man halt, ich entscheide das alles. Genauso wie der Sven eigentlich in seiner Kunst ja auch immer selber für sich allein entscheidet. Und jetzt auf einmal sind wir ein Team. Und ich sage es dir, das hat echt, echt mindestens jetzt die drei Monate gebraucht, in denen wir die drei Folgen geschnitten haben, wo wir echt gelernt haben, wie arbeitet man als Team gut zusammen. Und da gab es mehr als einmal Beef und wieder Friede. Und da haben wir wirklich, wirklich an uns arbeiten müssen und an unseren Strukturen, bis wir jetzt mittlerweile da sehr, sehr effektiv zusammenarbeiten.
Sebastian Gibt es ein Beispiel, wo es dann wirklich krachen musste, weil, ich weiß nicht, Sven sagt, das muss rein. Du sagst, nein, das darf auf keinen Fall rein. Oder wie stelle ich mir das vor und wie schlichtet man das im Endeffekt? Also, das finde ich sehr schwierig, weil man hat ja, alle haben unterschiedliche Aspekte, die für sie persönlich wichtig sind.
Swen Ich glaube, ich gebe hier das Wort an unserem Moderator oder an Sunny weiter, weil ich glaube, Sunny war genau in diesen Situationen, glaube ich, ein sehr wichtiger Part, die zu einem die schlichtende Rolle, aber auch die Mediatorrolle so übernommen hat. Und ich glaube, auch in diesem Fall übergeben wir der Sunny das Wort oder was weißt du, Sebastian?
Sandra Ja gut, ich meine, also ich glaube, die Punkte, wo es halt mal wirklich gekracht hat, war, wenn wir alle so unter Zeitdruck standen. Wir haben, also ich würde sagen, der Hauptaspekt, den wir wirklich mitnehmen, ist, dass wir es vom Umfang her komplett unterschätzt haben und deswegen auch zeitweise mal wirklich unter Stress waren. Und das waren dann auch die Punkte, wo es dann öfters mal gekracht hat, weil sich dann jemand vielleicht auch nicht so gesehen gefühlt hat oder weil es dann Unstimmigkeiten gab. Und ja, ich habe da so ein bisschen auch manchmal so diese Vermittlerpositionen eingenommen. Und man muss ja sagen, Sven und ich, wir kennen uns ja schon sehr lange. Wir haben ja schon sehr viel auch Projekte zusammen gemacht. Und da jetzt natürlich noch eine dritte Person, also wir sind da so ein bisschen eingespielt und dann noch eine dritte Person mit reinzubringen. Das ist natürlich auch erstmal so ein Prozess. Also man muss so zusammenwachsen. Und ja, im Zweifelsfall ist meistens die Lösung, dass wir alle mal kurz alle auf Abstand gehen und sagen, jetzt findet erstmal jeder wieder zu sich. Und dann sprechen wir nochmal drüber, wenn wir uns alle ein bisschen beruhigt haben.
Sebastian Salvor Ja, also tatsächlich inhaltlich waren die Auseinandersetzungen gar nicht so. Also das lief eigentlich alles eigentlich relativ gut. Und tatsächlich beim Schneiden, du guckst die Szene wirklich tausende Mal an und freust dich eigentlich darüber, wenn von außen mal... Jemand sich anguckt und sagt, hey, da könnte noch was verbessert werden oder hier, guck doch mal da. Das war gar nicht so das Thema. Es waren eher so Sachen wie, wer gibt jetzt hier Feedback? Also es hat sich als hervorragend herausgestellt, dass erst die Sunny und der Sven ihr Feedback sammeln und dann die Sunny mit mir das Feedback bespricht. Solche Sachen sind eher tatsächlich, dass dann einfach, der Sven ist einfach ein Künstler, den ich sehr, sehr, ja, einfach richtig gut finde und sehr, sehr schätze. Aber das hat halt dann auch zufolge, so wie bei mir ja auch, dass man dann halt schon einfach auch eine sehr, sehr starke Meinung hat. Und wie die Sunny sagte, wenn dann halt der Druck hoch ist und wir hatten das wirklich unterschätzt, dass wir in drei Monaten drei Dokumentationen geschnitten und produziert haben, also Postproduktion, das ist einfach Wahnsinn. Und das führt dann halt oft zu solchen Sachen, Dass man sich dann auf einmal darüber aufregt, dass irgendwie die Nachrichten im Messenger irgendwie so abgehackt sind und irgendwelche ewigen Sprachnachrichten, wo man sich, wenn man unter Druck ist, einfach wahnsinnig drüber stört. Und da mussten wir einfach eher zu Methoden finden, wie in welcher Reihenfolge wird was gemacht und wie wird kommuniziert.
Sebastian Ja gut, erstmal Teambuilding. Du müsstest ja meinen, dass die Aufnahme als solches, das Shooting als solches schon die Teambuildende Maßnahme ist, weil es ja für euch auch alle Emotionen mit reinpackt.
Sebastian Salvor Also der Dreh ist das allerkleinste. Also wenn wir da zwei Tage haben, also der Dreh, das ist überhaupt zu vernachlässig. Also das sind zwei Tage. Mittlerweile machen wir für die nächsten Produktionen, haben wir gemerkt, okay, wir müssen da schon mehr auch zeigen. Also wir haben gemerkt, beim ersten Dreh hat es halt hervorragend geklappt mit der Location. Die Location hat uns viel gegeben. Wir haben zwei Protagonisten, wir haben also zwei aktive Teile, die dann quasi sehr, sehr viele unterschiedliche Szenen uns zeigen. Und bei den Folgen darauf haben wir gemerkt, okay, wir brauchen einfach genau das. Wir brauchen unterschiedliche Szenen, unterschiedliche Situationen und das kriegt man nicht unbedingt an zwei Tagen hin. Das war wirklich in der ersten Folge absoluter Glücksfall, dass es so geklappt hat. Also in Zukunft wird das tatsächlich auch mehrere Tage sein und ja, da ist dann einfach auch mehr Zeit zu erzählen oder weiter zu erzählen.
Sebastian Liebes Publikum, das Schöne ist, es ist jetzt nach 18 Uhr, das heißt, ich kann mir jetzt ein Getränk bestellen und ich habe heute eine Absprache mit dem Podcast, Subi, und die lautet so. Und angeblich kommt jetzt demnächst ein Getränk. Ich bin gespannt, ob das funktioniert. Ja, ich mache es. Ein bisschen 24-7 ist immer schön. So. Okay, liebes Publikum, außerdem, wir haben ein bisschen technische Schwierigkeiten gehabt. Der Sven war mal zwischendurch weg. Das sage ich jetzt auch nur, damit ich das im Zweifel so schneiden kann, dass alles schön wird.
Swen Das, was ich auf jeden Fall nochmal sagen wollte, ist... Ich musste ja da mal einhaken. Ich habe ganze Zeit die Hand gehoben und keiner hat mich irgendwie wahrgenommen hier.
Sebastian Das lasse ich jetzt alles umgeschnitten so drin oder ist das eben so?
Swen Ton, Ton, nimmst du doch auf. Also das, was ich auch hinzufügen will, ist klar, Teambuilding. Wir hatten sehr wichtige Prozesse, wir hatten auch Faktoren, die von außen kamen. Und das, was man eben auch sagen muss, es hat sich immer wieder eine neue Aufgabe herauskristallisiert, mit denen wir im Vorfeld nie gerechnet haben. Und das hat uns meistens auch noch vor unseren Deadlines noch zusätzlich unter Druck gesetzt dann auch.
Sebastian Wer hat euch denn die Deadlines gegeben?
Sebastian Salvor Also wir haben uns selber die Deadlines gegeben, aber dann mussten wir auch liefern, weil das Ganze ja dann bei Jog Club in die Mediathek sollte. Und ja, wenn man das mal versprochen hat, dann muss man das ja auch halten.
Sebastian Ja, definitiv. Wobei die sind gewöhnt, mit Künstlern zusammenzuarbeiten. Ah, da kommt das Podcast, Subi. Hier wurde schon gefragt, wie du eigentlich aussiehst. Magst du mal in die Kamera winken? oder reicht das?
Sandra Hallo.
Sebastian Und jetzt raus. Ah, so, jetzt habe ich mein Getränk, alles wird gut.
Swen Was gibt es denn heute, Sebastian?
Sebastian Es gibt Gin Tonic mit einem mir unbekannten Gin.
Sebastian Salvor Ich will auch.
Sebastian Natürlich ein Publikumsgeschenk und, oh, ist aber lecker.
Sandra Man kann auch so Botanicals oder solche Sachen reinführen, was sehr geil ist, zum Beispiel Thymian, Rosmarin, Zitronenthymian.
Sebastian Nein, kann man nicht, das muss ich jedes Mal da rausangeln, das ist fürchterlich.
Sandra Das ist ein tolles Aroma.
Sebastian Ich habe wirklich schon in der Live-Sendung gesessen und dann hatte ich dann auch, ich glaube, es war Rosmarin und den hatte ich dann dazwischen den Zähnen und den Fummeln gewesen, weil ich dachte, man hört das. Nein, nein, einfach nur das Getränk und kein Eis.
Sebastian Salvor Also ich will auch ein Video so wie wir uns dann Getränke gibt.
Sebastian Ich muss jetzt die Klingel wegstellen, weil das macht so einen Spaß, da mal drauf zu drücken, aber dann bekomme ich so viel Alkohol, dass ich umkippe. Man muss das dann ja auch trinken, wenn es serviert wird. Eine Frage zum Schnitt habe ich noch. Die Protagonistin, zumindest in der ersten Folge und auch in den weiteren. Sehen die das dann auch nochmal? Haben die da mitbestimmen dürfen? Und was macht ihr, wenn die sagen, ja, das war für euch die schönste Szene, aber will ich nicht drin haben. Also wie weit gab es da ein Mitbestimmungsrecht und auch da eine Absprache?
Sebastian Salvor Es gab vorher, die Absprache, dass das veröffentlicht wird und sehr genaue Vorbesprechung, was wir damit machen möchten. Aber es gab Deshalb dann in der Kreation im Schnitt war das unsere Entscheidung, wie das Werk dann wird. Am Schluss haben die das natürlich gesehen, ganz klar. Und bis dato waren auch alle sehr zufrieden.
Sebastian Wie ist denn die Reaktion gewesen, wenn die Menschen das zum ersten Mal sehen? Die sehen ja sich selbst, wie sie spielen und das in einer tollen Qualität und einem nicht schlecht ausgeleuchteten Handyvideo. Und das ist aufwendig gemacht. Ich meine, da würde ich die Kamera draufhalten. Das Reaction-Video, wenn die Menschen ihre eigene Folge sehen.
Sebastian Salvor Gute Idee. Aber tatsächlich war es bei der D-D-Teil glaube ich so, dass es wirklich... Dass sie da sehr begeistert war und das kam eigentlich ganz gut an. Aber das Ziel ist ja eigentlich nicht, sie jetzt happy zu machen, dass sie möglichst toll da ausgeleuchtet und hin und her steht, sondern es geht ja um den Inhalt, es geht um die Aussage des Ganzen, das Erleben von ihr und sie als Person und nicht darum, irgendwelche Eitelkeiten zu befriedigen. Das ist bei dem Redaktionellen ja eh so, dass man versucht, Und einfach den Inhalt nach vorne zu stellen.
Swen Ja, absolut. Das kann ich nur so unterstreichen. Es ist ja auch mit ein Philosophie-Punkt vom Play-Shooten, dass die Realität ja oft aus der Sicht der Gesellschaft ja nicht unbedingt das Superschöne ist, sondern es ist eher das Authentische. Die Emotion zeigt ja die Gefühlswelt oder die Situation so auf, wie sie im Moment ist und das ist eigentlich beim Playshooten als auch in unserer Dokumentation das erste Ziel. Wir wollen Authentizität und wir wollen aber auch gleichzeitig, dass die Außenwelt akzeptiert, dass die Authentizität nicht immer à la Gucci und sonst was aussieht, sondern dass es durchaus seine Vielfalt und seine Facetten haben darf, so wie es eben aussieht. Und das ist auch komplett so in Ordnung.
Sebastian Salvor Und da treffen sich tatsächlich auch die künstlerischen Aufnahmen vom Sven und die redaktionellen Sachen von mir, dass es einfach wiederum um den starken Ausdruck geht und weniger darum, dass es perfekt ausgeleuchtet oder perfekt glatt ist.
Sandra Wir wollen ja auch trotzdem, dass die Person natürlich gut rüberkommt. Also wir würden jetzt auch keine total unvorteilhaften Aufnahmen irgendwie machen. Also wir versuchen eigentlich schon die schönsten Szenen rauszuholen. Das ist für uns eigentlich vor allem emotionsstarke Szenen, ausdrucksstarke Szenen und dann natürlich vielleicht auch mal so kleine Sachen, so kleine Outtakes, die das vielleicht auch ein bisschen authentisch wirken lassen. Nein, wir haben gerade schon festgestellt, dass wahrscheinlich unser eitelster Mitprotagonist der Sven war, weil wir wegen ihm tatsächlich eine Szene nicht verwenden durften, die wir beide unbedingt drin haben wollten. Aber Sven mochte nicht, wie er darin aussieht.
Sebastian Okay, also ganz ehrlich, du rennst da in so einer dreiviertel kurzen Hose und barfuß durch die Gegend, ja? Wo ist denn das Problem?
Swen Nein, man muss einfach dazu sagen, das war die Hochzeit von Covid und da war ich nicht so in Form. Und nee, das muss ich wirklich sagen, das stimmt. Es ist nicht immer einfach als Creator, sage ich jetzt mal, dann sich selbst zu sehen, weil ich bin eigentlich eher kamerascheu und ja, der Sebastian hebt die Hand.
Sebastian Salvor Tatsächlich ist eine Aufgabe als Fotograf, Also nicht nur das Fotografieren oder Dirigieren, sondern tatsächlich auch die diplomatische Mission zwischen den Personen und ihrem Abbild. Also daher kenne ich das natürlich schon aus der Fotografie, dass man tatsächlich sich einfach selber anders sieht als die Kamera. Da konnten wir dann aber auch eine Lösung finden.
Sandra Wir haben halt beide acht Kilo mehr gewogen, als die Aufnahmen waren. Und dann haben wir uns das ein Jahr später angeguckt. Und dann Sven und ich beide so, waren wir fett. Also wir waren nicht wirklich fett, aber der Unterschied hat sich schon eine Bergwahl gemacht.
Sebastian Also noch haben wir die Corona-Ausrede, die nehme ich momentan auch für mich in Anspruch. Und ja, es dauert einfach seine Zeit. Ich hatte eben das Wort Authentizität mehrfach gehört. Und jetzt ist es ja nochmal so, das ist ja jetzt kein Hardcore-Porno, sondern eine Dokumentation. Und die soll ja durchaus auch vorzeigbar sein. Und jetzt gibt es noch einen Punkt. Ihr habt ein Stipendium des Ministeriums für Wissenschaft und Forschung Baden-Württemberg hier bekommen. Habe ich das so richtig gesagt? Ich hoffe.
Swen Und Kunst.
Sebastian Und Kunst auch noch. Das ist, glaube ich, das Wichtigste. Aber die Frage ist, da hängen ja gewisse Regeln dran. Da könnt ihr ja nicht machen, was ihr wollt. Also gab es da Vorgaben, Dinge, die ihr auch vielleicht jugendschutzmäßig oder so einhalten musstet, auch was den Joyclub angeht? Was heißt, also da überschreitet ihr eine Grenze und das darf halt einfach nicht sein. Also woran musstet ihr euch halten? Welche Regeln gab es?
Sebastian Salvor Also ich hatte den Antrag gestellt zusammen mit dem Team und da steht eigentlich nur drin, dass es ein Corona-Stipendium ist für Künstler. Und wir haben das Projekt beschrieben und exakt so, wie wir es dann auch ausführen wollten, mit Fotografie und Video. Und das wurde so genehmigt, da wurden auch nicht nachgefragt. Also da waren wir eigentlich sehr, sehr frei, wie sich das für solche Projekte eigentlich auch für künstlerische, redaktionelle Projekte gehört. Und nö, wir sollten halt nur überall erwähnen, dass wir dort gefördert wurden. Und das, lieber Sebastian, hast du ja gerade getan. Bei Joy Club haben wir tatsächlich den Punkt, dass ja, manche Themen einfach, dass Joy Club manche Themen in der Mediathek nicht haben möchte. Aber prinzipiell sind wir frei zu filmen, um die Themen zu bearbeiten, die wir möchten.
Sandra Genau, aber da gab es jetzt bisher auch noch keine Probleme mit den Themen, die wir gedreht haben. Also wir haben da jetzt auch von außen, also wir haben jetzt nicht durch irgendeine Förderung oder Geldgeber irgendwelche Beschränkungen zum Glück, das ist uns auch eigentlich sehr wichtig. Also wir gucken immer, wenn wir, also Geld möchte ich mal auch vorab sagen, es ist halt einfach sehr wichtig für so ein Projekt finanzielle Mittel zur Verfügung zu haben und man muss wirklich sagen, dieses Stipendium, das war schon ein kleiner Segen, weil wir konnten halt Geld ausgeben, ohne dass jemand von uns in Vorleistung gehen musste und das läppert sich eben, das weißt du ja sicherlich auch mit deinem Podcast. Dann kommt hier Webseite, kostet Geld, dann da, dann willst du den Leuten was geben. Das heißt, du hast halt natürlich Produktionskosten.
Sebastian Da habe ich natürlich den Vorteil, ich werde vom besten Publikum der Welt gefördert. Das ist natürlich super. Aber klar, wenn man anfängt, dann muss man erst mal dafür einstehen. Und es ist natürlich toll, wenn es da Möglichkeiten gibt. Ich mag nochmal einen ganz wichtigen Punkt erwähnen. Wir reden und reden darüber, aber das Publikum weiß, ja, Joy Club, die zeigen es. Aber ja, wie kommt man ran? Also was muss ich tun? Was muss ich haben, damit ich das auch sehen kann, was ich hier gerade beschrieben bekomme?
Sandra Also jetzt aktuell gibt es sozusagen unsere Filme zum Leinen und Kaufen in der Joyclub-Mediathek. Da braucht man ein Profil auf Joyclub, um das tatsächlich da sehen zu können. Wir arbeiten tatsächlich aber auch noch an anderen Vertriebswegen. Und jetzt ist tatsächlich der Punkt, wo wir doch die meiste Einschränkung haben von außen her, nämlich darin, dass es tatsächlich aktuell nicht so einfach ist, Filme mit, ich sage mal, erotischem Inhalt anzunehmen. Zu vertreiben und tatsächlich auch mit BDSM-Inhalten. Das heißt, wir arbeiten gerade dabei, jetzt auch noch einen eigenen, also andere Vertriebswege aufzubauen. Aber es ist tatsächlich aktuell nicht so einfach, wenn man Bilder mit expliziten Inhalten hat. Weil zum Beispiel auf YouTube wird man eben ganz, ganz schnell gesperrt.
Sebastian Ja, also YouTube fällt aus, klar. Ja, ist tatsächlich eine ganz schwierige Geschichte eigentlich, wie man das hinbekommt. Ich glaube, es ist eine Nische, das geht. Ich kann mir ja vorstellen, ein Vertrieb auf DVD oder bei Amazon und sowas. Also die großen Portale. Habt ihr da Ambitionen? Wie viel Arbeit macht das? Und welche Klinken muss man dafür eigentlich putzen? Also die öffentlich-rechtlichen würde ich ja sehen. Aber da müsstet ihr wahrscheinlich sehr viel noch mal rausschneiden.
Swen Wir haben mehrere Strategien. Wir wollen zu einem natürlich unser Content Ü18 auch weiterhin der Szene zur Verfügung stellen. Wir wollen vielleicht, wenn man das so nennen darf, auf ManyVids einen Kanal aufbauen. Wir wollen aber auch haptisch ein bisschen mehr tätig werden. Wir sind in Kontakt mit mehreren Instituten, ein Vororts-Screening abzuhalten mit einer Diskussionsrunde über diese Topics, die in der Dokumentation stattfinden, wie zum Beispiel Teil 3 Switching and Edgeplay. Da gibt es dann eine Podiumsrunde, zum Beispiel im IKSK Berlin, wenn man das so nennen darf. Und wir haben einige Kontakte zu mehreren Instituten, wie zum Beispiel das Spektrum in Reykjavik in Island. Da werden wir unsere Englischfolge der dritten Folge screenen. Und auch an kommunalen Kinos sind wir dran. Also wir wollen jetzt nicht nur rein über diese Portale gehen. Wir wollen auch wirklich haptisch greifbar sein und das vor Ort machen. Und das ein bisschen mehr als Event und auch als Diskussionsrunde sehen wollen.
Sebastian Wir haben ja so ein schönes kleines Programmkino in Hannover. Das Apollo ist ein ganz tolles Ding mit dem besten Popcorn der Welt, muss ich mal sagen. Die haben immer mal auch so einen Vorfilm. Sehr schön. Ich habe mir die letzten Tage schon vorgestellt, ich kann mir das vorstellen, dass die das tatsächlich Samstagabend dann beim Spätfilmen dann zeigen, aber die würden halt sagen, dampft das mal runter auf 15 Minuten. Was würdet ihr denn dazu sagen? Wenn geht das, würdet ihr das machen? Also dafür ist das Publikum halt sehr breit und ihr habt eine Zielgruppe, die ihr sonst nie erwischen würdet. Also ist es euch das wert, da wirklich zu kürzen und rauszunehmen, um Publikum zu erreichen?
Sebastian Salvor Also dieselben Diskussionen haben wir ja auch in Bezug auf Festivals. Wir werden jetzt auf einige Filmfestivals damit gehen. Und da hatten wir natürlich im Team auch die Diskussion, okay, zeigen wir das jetzt so, wie wir es machen wollen, nämlich so 45 Minuten im Schnitt oder dampfen wir das ein. Also ich kann mir schon vorstellen, dass es eine kürzere Version gibt, mal von einem, aber jetzt erstmal treten wir mit den Vollversionen an. Abgesehen davon werden wir auch auf der BoundCon vertreten sein, aber dazu kann der Sven und Sandy vielleicht noch was erzählen.
Swen Ja, also diese verkürzte Version von vielleicht 15 Minuten kann natürlich das ganze Spektrum der Dokumentation kaum widerspiegeln. Das heißt, in unseren Augen ist es dann eigentlich eher ein Teaser oder ein Trailer, der den eigentlichen Film bewerben soll oder ich meine, uns liegt ja sehr viel im Educator Bereich, das ist ja auch ein bisschen der Sinn der Dokumentation, dass Leute, verschiedene Perspektiven bekommen, dass man vielleicht anregt für eine Diskussion, und dass sie ich oder auch wir sehen da eben das in 5 oder 10 Minuten runterkomprimiert ein bisschen, schwer, das heißt es kommt immer drauf an, was wir, dokumentieren und wie viele Minuten wir zur Verfügung haben. Also schaffen wir das in einer gewissen Zeit und das sind eben 10 oder 15 Minuten schon sehr sehr sehr komprimiert für einen ursprünglichen 45 Minuten Film.
Sandra Genau, aber wir sind auch so ein bisschen wir wollen auch so ein bisschen ausprobieren und experimentieren. Wir haben ja auch schon noch ein bisschen Material was ja jetzt noch nicht in Folgen verarbeitet ist und wir haben auch tatsächlich so Ideen dass du zum Beispiel aus dem ein Material vielleicht mal so einen kleinen Kurzfilm machen oder sowas. Genau. Oder dass wir vielleicht auch mal einzelne Sessions als Film veröffentlichen. Also da sind wir auch so ein bisschen am Experimentieren, wenn wir die Zeit und die Kapazität haben, auch noch andere Filmformate, sage ich mal, auszuprobieren. Also wäre es schon auch denkbar, dass wir vielleicht da wirklich mal einen 15-Minuten-Film beisteuern können für Hannover.
Sebastian Okay, ich bin gespannt. Also mal sehen, wann mir das noch vor die Füße rennt. Also ich habe das Gefühl, das kann sich jetzt ausbreiten. Thematisch mag ich nochmal wissen, also ihr macht jetzt noch drei Folgen dieses Jahr, gibt es so ein Thema, wo ihr sagt, das können wir eigentlich nicht machen, aber wir würden gerne. Also gibt es da was, wo ihr heiß drauf seid und wo ihr vielleicht im Team sagt, ja Sven, möchtest du das sicher haben und Sebastian sagt, da muss ich nicht dabei sein. Also gibt es irgendwas, wo er sagt, auch inhaltlich geile Idee, geile Sache, aber es gibt Grenzen auch innerhalb des Teams oder eben auch nach außen hin oder auch, wo man einfach keine Gäste, oder etwas, wo man auch keine Protagonisten für findet.
Swen Also ich finde, wir besprechen das eigentlich sehr gut im Team, was wir behandeln wollen. Natürlich haben wir auch unterschiedliche Präferenzen oder auch Ideen, aber wir müssen erstmal im Team unsere Ziele erreichen, wir müssen unsere wirtschaftlichen Ziele erreichen. Wir müssen viele Ziele erreichen und natürlich haben wir auch wirklich künstlerische Ideen, die aber dann eben auch, sag ich jetzt mal, nach hinten stehen müssen, die wir vielleicht mal behandeln können, wenn wir ein bisschen unsere Hauptziele erreicht haben. Aber wir sind schon, sage ich jetzt mal, grundsätzlich sehr flexibel, was Ideen betrifft.
Sandra Genau, also ich würde da auch die Grenze für mich zum Beispiel jetzt nicht bei irgendeiner bestimmten Praktik ziehen, weil ich denke, man hat ja auch Gestaltungsmöglichkeiten, wie man was erzählt oder zeigt, sondern meine Grenze wäre tatsächlich irgendwie, wenn ich mich mit einem Protagonisten unwohl fühlen würde, zum Beispiel von der Art und Weise, wie er das betreibt. Vielleicht, wenn es ein Ansatz ist, wo man vielleicht auch nicht weiß, ist da jetzt die Einvernehmlichkeit wirklich gegeben oder ist das so safe und sane, was da so passiert, sage ich mal. Also das wäre, glaube ich, eher so ein Knackpunkt, wo ich eine Grenze ziehen würde, wenn ich sagen würde, das ist jetzt ein Protagonist. Da stände ich jetzt nicht dahinter, dass wir den zeigen oder diese Plattform verschaffen.
Sebastian Es kann ja auch mal sein, dass ihr hinterher nach dem Dreh sagt, das machen wir lieber nicht aus irgendwelchen Gründen oder der Protagonist sagt, ich fühle mich nicht wohl damit. Das Risiko habt ihr ja im gewissen Bereich.
Swen Ja, das kann natürlich schon im Dreh passieren, so eine Situation. Aber eigentlich ist unser, ich will jetzt mal sagen, Casting und auch unsere Vorarbeit qualitativ schon sehr gut. Und genau diesen Aspekt ziehen wir immer wieder neu bei jedem Protagonisten auf unseren Tagesplan, dass wir wissen, ist es sicher, Wie ist die Philosophie des Protagonisten? Wie gehen wir mit Sicherheit und Einvernehmlichkeit um? Und das ist wirklich uns ein sehr, sehr wichtiges Anliegen, was wir bis jetzt sehr gut herausgefiltert haben.
Sebastian Salvor Wichtig ist uns bei der Protagonisten-Auswahl auf jeden Fall auch eine mögliche große Diversität, dass wir einfach viele unterschiedliche Themen aus unterschiedlichsten Perspektiven betrachten, dass wir auch einfach nicht so Stereotypen nachrennen.
Sebastian Was mich interessiert, das ist ja jetzt schon ein bisschen draußen, das heißt, das haben schon Menschen gesehen. Wie ist denn das Feedback, was ihr so bekommt? Also was sagen die Menschen zu dem, was sie sehen? Und ja, am liebsten hätte ich natürlich, dass ihr jetzt hier Leserbriefe vorlest, aber was kriegt ihr an Feedback zurückgemeldet, auch positiv wie vielleicht auch negativ? Oder was gibt es vielleicht auch für Wünsche aus dem Publikum?
Sandra Also eigentlich war jetzt die Resonanz erstmal sehr positiv. Ich glaube, das meiste Feedback haben wir halt tatsächlich auch in Bezug auf die erste Folge erhalten, weil wir da ja auch, also bevor wir die auch in die Mediathek gegeben haben, gab es ein Screening von einem Publikum via Zoom, wo dann auch im Nachhinein so eine Diskussion war mit den Leuten. Und wo wir auch extra um Feedback gebeten haben, weil wir eben das ja dann auch nochmal überarbeitet haben. Und ja, da ging es so ein bisschen für uns auch darum, okay, das, was wir uns jetzt hier ausgedacht haben in so einem Jahr und zusammengeschustert haben, wie wirkt das denn auf die Menschen da draußen? Und da war eigentlich das Feedback sehr positiv. Also es gab auch so ein paar Punkte, wo wir auch immer noch so ein bisschen nachdenken müssen, gerade so Fachbegriffe, die so auftauchen und die Frage auch, wie viel wollen wir jetzt da irgendwie erklären, wenn Fachbegriffe auftauchen? Weil es soll ja irgendwie nachvollziehbar sein, aber gleichzeitig soll es keine technische Aufklärungsdoku sein, sondern mehr den Fokus auf das Erleben tun. Ja, so sind wir da eigentlich auch so ständig im Entwicklungsprozess, sage ich mal.
Sebastian Da fallen mir jetzt Untertitel für Nicht-Kingstar ein, wo man das alles nochmal erklärt hat.
Sandra Aber wir hatten verschiedene, wir haben sehr verschiedene.
Swen Mit Erklärtafeln hatten wir die Ideen.
Sebastian Eine Unterbrechung harter, Schnitt, Einblendung, die drei Fakten, Spanking ist da, da, da, da, da und weiter geht's. Mit so richtig krasser Musik drunter.
Swen BDSM-Lexikon.
Sebastian Oh Gottes Willen. Ja, man will ja alle mitnehmen. Vielleicht ist da nochmal die Frage, für wen ist das eigentlich?
Sebastian Salvor Ja, tatsächlich hat der Nicht-Kingster da aber auch an dem Punkt gesagt, dass wir das nicht brauchen, dass wir keine Erklärtafeln brauchen. Wer Hashira erklärt haben möchte, kann das gerne googeln. Aber das Thema kommt zum Beispiel immer wieder. Die Sunny hat auch noch berichtet davon, dass auch eine Bekannte, die nicht in der Szene ist, irgendwie doch sehr schnell gemerkt hat bei dem Ansehen des Films, dass, Dass es eher um die Person geht und weniger um Effekthascherei. Sunny, kannst du dich da an das Feedback ändern?
Sandra Ja, genau, das war meine Schwägerin sozusagen. Sie fand es zumindest sehr nachvollziehbar und ich glaube, das ist vielleicht auch der Punkt, auf den wir so ein bisschen hinaus möchten. Wir werden jetzt, also natürlich möchten wir auf jeden Fall, dass die Szene hinter uns ist also wir möchten schon eine Doku machen, wo die Szene auch sagt okay, da finden wir uns wieder und da fühlen wir uns jetzt nicht so objektifiziert, und wir möchten aber auch eben die Leute erreichen die noch nicht drin sind, aber dem Thema gegenüber offen sind, also die total ablehnend dem gegenüberstehen, die wird man sowieso eher weniger erreichen. Aber ich persönlich denke ja immer, dass gerade so diese Grundmotivation hinter BDSM, dass das eigentlich jeder kennt. Ich glaube, jeder kennt irgendwie mal so dieses Bedürfnis, sich fallen lassen zu wollen, auch in einem sexuellen Kontext. Oder loslassen zu wollen. Und ich denke, dass es genau dieser, emotionale Grad ist, den wir so ein bisschen bei den Leuten erwecken wollen, also dass sie so ein bisschen diese emotionale Dimension, die sie vielleicht auch von ihrer eigenen Fantasie und Sexualität kennen, da wiederfinden und vielleicht auch das anschauen und sagen, oh, da hätte ich ja vielleicht auch mal Lust, mich vielleicht mal mit Augen verbunden in den Raum fühlen zu lassen, ohne zu wissen, was mich da erwartet oder solche Dinge vielleicht auch wirklich mal auszuprobieren und das ist ja schon BDSM-Light, sozusagen, also da fängt es ja eigentlich schon an.
Sebastian Wird das mit den einzelnen Folgen anspruchsvoller fürs Publikum? Also Folge 1, da sehe ich, da wird gefesselt, da wird gespankt und dann baut das aufeinander auf oder ist es egal, wo ich einsteige?
Sandra Das ist eigentlich egal.
Sebastian Einfache Antwort, schön.
Sandra Aber Folge 3 ist schon ein bisschen härter. Härter.
Sebastian Okay, jetzt stelle ich mir vor, ich sehe das und denke mir, oh Mensch, ich möchte mal mitmachen. Also für Menschen, die sagen, oh ja, das wäre was für mich. Was sollten die jetzt tun und was erwartet die Menschen? Außer, dass sie natürlich dann hinterher gefilmt wurden, dass das geschnitten wurde und veröffentlicht wird. Aber was passiert, wenn ich jetzt Sebastian Zick sage, Mensch, ich will auch. Was passiert?
Sebastian Salvor Ja, als erstes würden wir dich darauf hinweisen, dass wir auch gerne dein Gesicht dabei sehen möchten. Und da an dem Punkt steigen natürlich dann schon einige aus, verständlich, aber uns ist halt wichtig, die Person zu zeigen, so wie sie ist. Und deswegen wäre das schon mal so die erste Hürde. Und dann ist es meistens so, dass Sunny und Sven da natürlich einfach ein großes, einfach sehr, sehr viele Leute kennen und daraus natürlich das auch rekrutieren.
Sandra Genau, und wenn dann jemand für uns interessant ist, dann gibt es eigentlich erstmal so ein, dann gibt es für uns so ein redaktionelles Austauschgespräch, wo wir uns dann erstmal Gedanken machen, was könnte uns an der Person überhaupt interessieren, je nachdem, was wir dann über die Person schon wissen. Und wir etablieren es jetzt gerade auch, dass es dann auch erstmal zu dritten Vorgespräch mit dem Protagonisten gibt, wo wir sozusagen auch abklären, welche Themen uns interessieren würden, dass die andere Person uns auch sagen kann, was sie überhaupt bereit ist, vor der Kamera zu zeigen und mit uns zu teilen und dann werden eben gewisse Rahmenbedingungen einfach auch besprochen, wo wir drehen, wie lange, welche Zeit und so weiter.
Sebastian Okay, das heißt, Ich komme aber nicht mit einer Idee zu euch und sage, das will ich, sondern das wird gemeinsam entwickelt.
Sebastian Salvor Es ist keine Auftragsarbeit. Also es ist einfach ganz klar so, dass wir ein Thema haben. Wir suchen für dieses Thema Protagonisten. Also man kann sich bei uns eigentlich nicht bewerben wie für ein Fotoshooting. Hey, ich hätte mal Lust, da ein Projekt zu machen. Man kann natürlich da natürlich Themen vorschlagen, ganz klar. Aber eigentlich haben wir ein Thema und suchen danach die Protagonisten aus.
Sandra Ja, oder manchmal haben wir halt auch wirklich so Protagonisten, wo wir denken, die finden wir so spannend, die würden wir sehr gern mal begleiten.
Swen Oder wir suchen speziell nach einem Thema. Zum Beispiel Queer und Queer ist dann das Hauptthema oder Feminismus oder Sexwork. Und dann fragen wir uns, wen kennen wir? Wen kennen wir und dann suchen wir danach die Leute aus. Wir haben natürlich schon auch unsere Agenda, wo wir sagen, das sind interessante Themen, die wollen wir ein bisschen behandeln. Also es gibt mehrere Richtungen, wie wir agieren dann auch.
Sebastian Salvor Ja Sebastian, oder würdest du dir vorschlagen, dass wir da auch mal so eine Themenliste veröffentlichen oder wie würdest du das sehen?
Sebastian Ja, ich weiß das ja beim Podcast, wie schwierig es ist, Menschen zu finden. Ich führe ja doch recht viele Vorgespräche und ja, der Fokus liegt auf der Person, wobei ich natürlich immer einen gewissen Mix haben mag. Mir am Herzen liegt ja auch immer, Macher zu zeigen. Das mache ich jetzt gerade ein bisschen mehr im Moment, also euch zum Beispiel. Und einfach zu sehen, dass, ja, wir haben Szene, wir können irgendwo hingehen, wir können etwas konsumieren, also Inhalte, ob das Geschichten, Bücher oder eben Dokumentationen oder Partys oder sonst irgendwas sind, das muss ja irgendwo herkommen. Und ich glaube, dieser Begriff Szene, der beinhaltet ja für mich das gesamte Spektrum. Und Themen sind eigentlich immer nachgelagert. Denn egal, wo ich hingehe, ich gehe nirgendwo für ein Thema hin. Also gehe ich auf eine Party? Ja. Oder gehe ich hin, um Spaß zu haben und nicht wegen des Themas eigentlich. Und auch wenn ich jetzt zum Beispiel so eine Dokumentation angucke, dann mache ich das, um mich anregen zu lassen. Aber das Thema ist mir dabei gar nicht so wichtig, es sei denn, ich möchte jetzt was lernen. Wenn ich jetzt Bondage-Knoten lernen will, ist vermutlich die Pure-Kink-Documentation wahrscheinlich einfach gerade nicht die richtige.
Sandra Ich glaube, dass wir schon auch sehr, sehr stark irgendwie so nach, ja, schon auch ein bisschen danach gucken, welche Menschen oder Protagonisten interessieren uns. Wobei man auch sagen muss, dass es nicht immer Leute sind, die so aus unserem Kreis sind, sondern wir verfolgen ja auch einfach viele Leute. Und bei diesem Podcast zum Beispiel sind wir auch auf den Dan gestoßen, mit dem wir dann auch ein bisschen kooperiert haben. Und der ist ja jetzt zum Beispiel dann auch der Protagonist unserer zweiten Folge.
Sebastian Dan Apus Monozeros, das Publikum des Podcasts kennt ihn. Der ist toll, den muss ich jetzt endlich besuchen. Mit der Bondage. Okay, ich habe jetzt hier genau 90 Minuten Aufnahme stehen. Davon bleibt nicht ganz so viel übrig. Aber jetzt mag ich nochmal wissen, all diese Dinge, die mir nicht einfallen, zu fragen. Was für Dinge mögt ihr noch erzählen, die ich eigentlich hätte wissen wollen?
Sandra Wie oft darf man Schlampe sagen, ohne als ...
Sebastian Die Kamera, die ins Wasser gefallen ist, ich weiß es nicht. Also so glatt ist das ja dann doch nicht. Also was mag ich wissen?
Swen Ich glaube, es ist unser philosophischer Ansatz der Dokumentation genügend rübergekommen. Wie seht ihr das? Also dass wir natürlich auch ein Aufklärungscharakter, also eine Motivation unserer ist ja auch, dass wir gegensätzlich der RTL und ProSieben-Formate eigentlich das erste King-Dokumentation-Format ist, was aus der Mitte der Szene kommt und nicht aus dem externen Bereich und versucht, in die Szene hereinzukommen.
Sandra Ja, das stimmt. Das muss man immer wirklich nochmal so rausstellen.
Swen Das muss man also rausstellen, glaube ich.
Sebastian Ja, stimmt. Also die Öffentlich-Rechtlichen, da wurde ich in den letzten Jahren ein paar Mal positiv überrascht, aber...
Swen Die haben sich gebessert, ja.
Sebastian Es ist natürlich von draußen drauf geschaut. Bei euch finde ich ja die Mischung schön. Zwei Kingstar plus der Dokumentarist. Und dadurch entsteht eine schöne Mischung, finde ich. Und das Ergebnis ist einfach sehenswert. Und jetzt müssen wir mal dem Publikum irgendwie sagen, wie man da rankommt. Also Joy Club kann man reingehen, aber das ist nicht frei in der Mediathek. Man muss es kaufen, ne?
Sandra Man muss es kaufen und leihen, ja.
Sebastian Okay, aber das ist bezahlbar. Wir machen hier voll den Verbraucherhinweis jetzt. Was kostet so eine Folge?
Sandra Oh Gott, das muss ich jetzt mal selber nachgucken. Oder hast du dir die Preise gezahlt?
Swen Soweit ich weiß, kostet ein Kauf 14,95 und ich glaube eine Laie 5,99.
Sebastian Okay, also das muss man schon wollen. Absolut. Das ist natürlich auch mal so eine Sache, wo man überlegt, will man es nicht doch verfügbar machen? Also gibt es den Plan, es irgendwann frei zu machen?
Sandra Ähm, nee. Also wir möchten tatsächlich damit Einnahmen generieren, weil wir wollen, dass das Projekt sich halt irgendwann auch trägt. Also man muss es jetzt einfach wirklich mal sagen, es gibt schon andere Versuche, auch Dokumentationen aus der Szene zu machen. Und wir wurden auch schon auf andere Projekte hingewiesen, aber die sind tatsächlich ein Stück weit bisher immer gescheitert, weil es am Geld, weil keine Gelder da waren. So, und das ist halt nun mal das Ding, wenn man unabhängig sein möchte und das ist ja zum Beispiel auch wirklich so mit der Musik, ja, also es sind so simple Sachen, wir sind sogar bei der Musik so, dass wir einen eigenen Künstler haben, den wir dafür auch bezahlen, dass er uns Musik zur Verfügung stellt, dass wir da auch keine rechtlichen Probleme haben. Und das sind halt alles so Kostenpunkte, wo das Geld halt irgendwo herkommen muss. Und wir hatten natürlich schon das Glück, dass wir jetzt diese Förderung bekommen haben. Aber wir möchten natürlich irgendwann auch so weit sein, dass sich das Projekt dann auch trägt.
Swen Genau, absolut richtig. Man muss auch einfach dazu sagen, dass es uns sehr wichtig ist, dass wir sehr unabhängig sind, weil wir können eben unsere wirklichen annehmbaren Preise für ein Screening nur gewährleisten, weil wir unabhängig agieren. Also ich sage jetzt einfach mal fernab von GEMA und so weiter. Das heißt, wir versuchen in sich einen Kreis zu schließen, der eben auch anderen gut tut, Aber dafür brauchen wir natürlich auch Gelder, die uns auch wieder die Möglichkeit gibt, wieder zu produzieren und auch Künstlern das Geld zu geben, die uns entgegenkommen dann.
Sebastian Salvor Also man unterstützt ein tolles Projekt, wenn man diese Folgen streamt und somit können wir dann auch wiederum allen Künstlern, alle Künstler fair bezahlen. Und ja, es ist eigentlich definitiv so, dass die Produktionskosten damit gedeckt werden und keine großen Gewinne daraus erzielt werden.
Sebastian Naja, das denkt man immer ganz schnell, aber wenn ich dann gucke, was kostet es einen Arbeitnehmer einen Monat über zu beschäftigen, dann sind die Summen plötzlich mal ganz andere. Also ich habe da immer nichts gegen. Wenn jemand was tut und da auch Arbeit reinsteckt und das auch professionell macht und auch die Leute wie zum Beispiel die Menschen, die Musik macht, ordentlich bezahlt, dann hat das eben auch einen gewissen Wert und das gehört einfach dazu. Das sehe ich beim Podcast ja auch genauso. Es ist zwar ein Hobby, die Kunst der Unvernunft, aber alles, was so drumherum ist, das soll schon irgendwie fair sein. Und nichts ist schlimmer, als wenn man sich da das solch irgendwie zusammen kopiert. Und ganz ehrlich, ein Handwerker würde ich auch nicht sagen, mach es mal umsonst. Und genauso sieht es eigentlich bei medialen Geschichten auch aus. Also das Preisbewusstsein muss halt da sein, da muss man eben gucken, aber ganz ehrlich, was bekomme ich, wenn ich das sehe? Ich bekomme 45 Minuten einen Einblick in etwas, was ich so noch nicht gesehen habe, es ist schön, also ästhetisch, es passiert aber auch etwas, was berührt und ich weiß, dass die Interessen, die jetzt dahinterstehen von irgendwelchen größeren Anbietern, dass die eher in den Hintergrund treten, das geht um die Sache an sich und das finde ich sehr schön. Und wenn man auf Festivals oder auf Kink-Veranstaltungen da ein bisschen was zu sehen bekommt, dann ist das doch sehr schön. Und wenn man dann mehr möchte, dann weiß man jetzt, wo man das kriegt. Ich packe natürlich den Link auch in die Shownotes rein, dass das auch irgendwo auffindbar wird.
Sebastian Salvor Das hast du sehr schön gesagt, Sebastian.
Sebastian Ja, ne?
Sandra Wunderbar.
Sebastian Ich schneide das jetzt nicht. Das ist kein böser Sarkasmus von mir.
Sandra Nee, nee.
Sebastian Aber ich finde, es muss mehr geben. Und wenn BDSM in die Gesellschaft soll, dann muss es auch was geben. Und es muss auch nicht immer Hardcore-Content sein, den es dann bei Pornhub gibt. Sondern es darf eben auch mal was sein, was verdaulicher ist, um das mal so zu sagen. Und vielleicht kann man das sogar nutzen, die Dokumentation, um Menschen zu zeigen, guck mal, ich mag BDSM. dann guck dir das an, dann verstehst du mich.
Swen Genau, wir wollen ja auch Vorurteile abbauen mit der Dokumentation. Das war mit einer Hauptmotivation von uns, dass wir einen Brückenschlag aus der Szene in Richtung Nichtsszene machen, um in den Dialog zu kommen. Oder auch vielleicht für die Interessierte den Hügel nicht so schwer zu machen. Dass man ihnen einfach auch die Hand reicht irgendwo. Einfach für die Interessierten, dass es komplett in Ordnung ist.
Sandra Ich wollte auch einfach sagen, dass ich es generell wichtig finde, einfach Sexualität authentisch zu zeigen. Und ich glaube, das ist das, was zum Beispiel in vielen Pornos auch fehlt. Hatte ich ja vorhin auch schon angedeutet. Da sieht man oftmals auch emotional nur ein Spektrum. Aber dass es auch mal so kleine Panen gibt, dass man mal in Gelächter verfällt, dass man das Weinen da ist, das Lachen da ist, dass man mal albern ist. Das gehört halt irgendwie alles, finde ich, zu authentischer Sexualität dazu. Und ich finde, so sollte man Sexualität auch gezeigt bekommen.
Swen Absolut, ja.
Sebastian Also ganz ehrlich, ich werde die nächste Aufnahme haben, ist da gar nicht mehr lange her, da werde ich mal lernen, wie Vanillasex eigentlich funktioniert.
Sebastian Salvor Also da muss ich jetzt auch mal gleich mal eingreifen. Also ich finde das diskriminierend, dieses Vanilla.
Sebastian Nicht Vanilla, Leute, Sex. Also Sex ohne BDL, wie nennt man das denn? Hast du einen guten Begriff dafür?
Sebastian Salvor Woher willst du denn jetzt wissen, wie Vanilla oder Nicht-Vanilla ich bin?
Sebastian Das weiß ich nicht, aber ich bin mir sicher, das verändert sich im Leben ein bisschen noch. Also von daher, irgendwann in deinem Leben wird mal eine BDSM-igere Phase da gewesen sein oder da sein. Keine Ahnung, ich rede mir das ja immer schön. Nein, aber ich glaube tatsächlich, da ist so viel in Bewegung und es ist auch die Frage, wenn ich BDSMer bin, sehe ich überall BDSM-Praktiken. Wenn ich nicht BDSMer bin, dann sehe ich erst sehr spät die BDSMigen Anteile in dem, was ich eigentlich tue. Also das ist wirklich immer eine Frage der Perspektive. Und ich glaube auch in der Dokumentation ist so, der Punkt, wo es dann wirklich nach BDSM aussieht, der kommt, finde ich, relativ spät erst. Also das kann man alles noch als nicht BDSM bis zu einem gewissen Grad sehen und dann kommen halt irgendwann die Seile. Dann ist es halt vorbei.
Sandra Die Seile kommen aber schon im zweiten Set.
Sebastian Das geht halt schnell.
Swen Das heißt, Sebastian überspringt meine Szene komplett.
Sebastian Ich sag jetzt nicht beim ersten Mal, ob ich geskippt habe oder nicht. Ihr drei, Zeit für letzte Worte. Wenn ihr mögt und danach verabschiede ich euch und dann drücken wir hier Stopp und dann haben wir es geschafft und dann können wir uns dem restlichen Abend hingeben.
Swen Ja, also ich möchte mich erst mal bedanken, die Möglichkeit gehabt zu haben, hier beim Podcast mitwirken zu dürfen oder wir auch als Team. Zudem möchte ich auch einfach mal unsere Protagonisten nochmal einen Dank aussprechen dafür, für den Mut und auch für die Qualität, weil ich sehe in allen Folgen einen sehr hohen Qualitätsansatz, und auch einen Education-Ansatz. Zudem unsere Übersetzer, unsere Voice-Over-Leute, aber auch unseren Music-Artisten Magnutze aus Berlin, möchte ich auch nochmal sagen, dass er eine wirklich dufte Type ist und dass er einfach gute Qualität abliefert und ohne diesen kleinen Team wären wir jetzt natürlich auch nicht da, wo wir jetzt sind. Das heißt, einfach mal auf einem Level, wo wir uns vor einem Jahr, glaube ich, nicht gesehen hätten. Und das ist eigentlich das, was ich sagen will und will eigentlich direkt weitergeben an den Nächsten.
Sebastian Sandra.
Sandra Der Nächste, Sandra.
Sebastian Ja, also ich glaube.
Sandra Ich habe inhaltlich schon eigentlich alles gesagt, was ich sagen will. Es hat mir auf jeden Fall auch wieder Spaß gemacht, dabei zu sein und Sebastian mal nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen.
Sebastian Und das Podcast-Subi zu sehen.
Sandra Und das Podcast-Subi.
Sebastian Ja, ganz kurz.
Sandra Und ja, ich, und ich hoffe, wir können mal wieder dabei sein.
Sebastian Aber da bitten wir euch dann in Einzelgesprächen eurer Psyche ganz tief rein. Ja, Sebastian, jetzt ist es so. Sebastian und Sebastian haben die letzten Worte, also du zuerst.
Sebastian Salvor So sieht es aus, Bastian. Ja, also erstmal vielen Dank für deine Zeit und für das Interesse. Ja, ich muss sagen, als jemand, der nicht aus der Szene kommt, für mich ist das sehr, sehr bereichernd, das mit Sven und Sunny machen zu dürfen. Und bin da einfach sehr, sehr dankbar, diese Einblicke zu bekommen und Menschen zu erleben, die einfach bereit sind, uns einfach teilhaben zu lassen.
Sebastian Ja, dann kann ich auch nur noch sagen, vielen lieben Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt, dass wir es geschafft haben, einen Termin zu finden, dass die Technik, wir werden sehen, wie gut es funktioniert, mitgespielt hat, so halbwegs zumindest. Das ist ja hier Tradition, dass die immer um die Ohren fliegt. Macht bloß weiter. Also erschafft Dinge, zeigt BDSM der Welt, zeigt richtiges BDSM der Welt und nicht irgendwelche Dinge, wo fürchterliche Sachen passieren und dann kommt da schlimmer Kinofilm bei raus. Zeigt, wie es ist, dokumentiert es, haltet die Kamera drauf, zeigt Menschen, die für die BDSM genauso eine Leidenschaft ist wie für die meisten von euch drei und, ja, hat mir einfach ganz viel Spaß gemacht und an das Publikum muss ich natürlich auch ein paar Worte richten, die werden das mich zum Teil am Donnerstagabend hier mit Live-Chat verfolgt haben. Ja, so schön, dass ihr euch Zeit genommen habt und live eine Aufzeichnung hört. So ist das eben, wenn Urlaub ist. Vielen, vielen Dank und ja, habt eine schöne Zeit und bis demnächst auf jeden Fall wieder.
Sebastian Salvor Und raus.
Swen Dankeschön.
Sandra Ciao.
Lyzz Hallo, hier ist Liz. Ich habe gerade die Folge mit Dedita gesehen und bin noch ganz beschwingend, denn ich konnte mich da wirklich sehr gut reinversetzen. Und es ist ja für mich noch eine ganz... Ich habe gerade erst angefangen, alle möglichen Themen in dem Bereich zu erkunden und fühle mich zu Naturmaterialien besonders stark hingezogen. Aber da es bisher sehr kalt war, haben wir viel drin gespielt bisher. Aber die Folge macht richtig, richtig Lust, irgendwie auch was draußen zu unternehmen, macht zwar Lust auf Sommer. Und genau, ich habe mich da sehr gut einfühlen können, habe auch in manchen Situationen richtig mitgelitten und mitgefiebert. Ich fand es richtig angenehm, wie die Protagonisten, die alle Beteiligten miteinander umgegangen sind. Also ich finde, das Spiegel zeigt ein sehr schönes Bild und auch für mich wirklich genau das, was ich am BDSM irgendwie toll und schön und spannend finde, so umsichtig miteinander umzugehen und auf die Bedürfnisse so einzugehen. Die jeder andere hat, sich auch Zeit zu nehmen. Und ja, ich denke schon, dass das auch ein schönes Bild für jemanden transportiert, der mit dem Thema bisher noch gar keine Erfahrung gemacht hat, dass es so diese gewisse Dominanz ausstrahlt auch gerade der Kommentar den sie gegeben hat, meinte als sie da in die Suspension gegangen sind dass sie nicht aufgefordert wurde aufzustehen, sondern dieser Griff in die Haare und das nach oben ziehen so ein bisschen diese nonverbale Kommunikation und eben miteinander in Kontakt zu sein, das fand ich sehr angenehm dass sie da wirklich so auch Aspekte angesprochen hat, die einen reizen können an diesem Thema. Und ja, also es werden wirklich viele Facetten beleuchtet. Das fand ich sehr schön und auch eben, obwohl es ja vielleicht gar nicht so wahnsinnig ästhetische Bilder sind. Also es geht ja eben nicht nur darum, irgendwie um superschöne Materialien, so ein glattes Leder oder Latex oder so, sondern eben diese Naturmaterialien sind ja auch ein bisschen störrisch und eben nicht immer so, ja haben eben nicht immer so eine Ästhetik in dem Sinne. Aber ich finde, dadurch nimmt es der Sache tatsächlich so ein bisschen die Schärfe und den Biss und vermittelt eine sehr spielerische Herangehensweise an das Thema. Das fand ich sehr angenehm. Auch musikalisch finde ich es total schön abgestimmt. In manchen Punkten, wenn das wenn so sagt, stopp, und stoppt die Musik. Das hat für mich ein sehr rundes Bild ergeben insgesamt. Ich kann mir das richtig gut vorstellen, dass das auch andere Menschen anspricht, die mit dem Thema bisher nicht so viel zu tun hatten. Mich hat es auf jeden Fall total tief berührt. Ich weiß nicht genau, wie das dominante Menschen sehen, aber ich habe mich mit der Didita total gut identifizieren können. Und mich hat es sehr angesprochen und mir gleich so ein bisschen Lust gemacht auf verschiedene Spielarten. Ja, also ich kann gar nicht so viel Kritik äußern. Mir fällt zumindest jetzt gerade keine ein. Ja, ich bin sehr, ich fand es wirklich sehr schön und ich hoffe, dass es, ja, die weiteren Folgen ebenso stimmig sind und dass es gut angenommen wird, auch von Menschen, die vielleicht eben noch nicht so viele Berührungspunkte haben. Und auch in der Community ein Bild, also wirklich von was vermittelt. Für mich ist es von einem King und von einer Art BDSM, die Rücksicht aufeinander nimmt, die in einem sehr ausgewogenen Verhältnis steht. Das würde ich mir davon erhoffen, dass es wirklich verschiedenen Gruppen anspricht. Also insgesamt sehr schön. Vielen Dank und ja, ich bin gespannt, was da noch passiert und noch weitere Folgen. Tschüss.
Lars Guten Tag, ich bin der Lars aus Lemko und möchte eine kurze Rezession über den Film der Pure Documentary Raya Nummer 1 geben. Im Klappentext steht was von Submission. Es geht um Erniedrigung und Objektifizierung. Das interessiert mich, weil das möchte ich auch gerne erleben. So, und deswegen habe ich mir den Film angeguckt. Bin vom ersten Augenblick total geflasht. Nicht das, was ich erwartet hatte. In erster Linie erstmal ein, ja, wie sagt man immer so schön, ein Actionfilm, wo viel geboten wird, nur noch Spitzen gezeigt werden, die man meistens selbst gar nicht erreichen kann. Und dann denkt man wieder, wie soll das gehen? Wie kann das gehen? Aber ich möchte es doch. Nein, dieser Film ist ganz anders. Es ist halt eine Dokumentation. Die ruhige Kameraführung, die super Auflösung, die Wahl des Ortes, wo das alles passiert, Die nimmt einen mit. Man ist nicht ein Zuschauer, sondern man ist dabei. Man erfährt es, als wäre man wirklich neben diesem gesamten Schauplatz. Man lebt sich damit rein. Die Personen, die dort spielen vor der Kamera, spielen es mit einer Tiefe, mit einer Inbrunst. Ja, das ist kein Spiel, das ist Leben. Das ist echt. Wie es sich für eine Dokumentation gehört? Unwahrscheinlich. Nicht plakativ, nicht vorgeführt, nicht immer die Kamera suchend oder selbst darstellend. Nein, es wird gelebt und wir sind dabei. Wir können einfach zugucken, wir können es miterleben, wir sind damit mittendrin. Was dort gezeigt wird, hat auch seine besonderen Sachen. Also einmal im Hintergrund werden immer Tonschnipsel eingeblendet, wo die Spielenden noch Erklärungen geben, wenn sich was nicht von alleine erklärt, was sie empfinden, warum sie so drauf sind, warum sie das machen. Es wird gespielt ohne großen Materialaufwand. Man ist einfach in einem Garten bei schönem Wetter und benutzt das, was um einen herum ist. Man nimmt Steine, man nimmt Büsche, man nimmt Zweige. Es ist einfach schön. Es ist unglaublich, wie einfach das geht. Natürlich bleibt die Erotik nicht zurück. Auch für den Betrachter. Man kann viel Haut sehen, aber es ist nicht plakativ. Es ist nicht vorführend. Es ist einfach erlebend. Es ist eigentlich wunderbar, super schön. Und deswegen, ja, es gibt verschiedene Situationen, es spielen verschiedene Leute, verschiedene Spielchen. Manchmal spielen sich auch alle drei zusammen. Ja, und dann ist es ruckzuck vorbei. 45 Minuten, das geht schnell. Man möchte es wieder erleben. Man guckt sich den Film nochmal an. Man sieht wieder Sachen, die man vorher gar nicht wahrgenommen hat. Es ist wunderbar. Eine schöne Dokumentation. Macht auf jeden Fall neugierig auf die weiteren Folgen, die da noch schon vorhanden sind oder noch erscheinen. Ich möchte sie alle erleben. Es ist einfach nur schön. Ja, einen besonderen Hinweis möchte ich nochmal geben. Der Tonmeister hat ein super Werk abgeliefert. Ich habe schon lange keinen Film mehr gesehen oder gehört, muss man sagen, wo man so eine Ausgewogenheit im Ton hat. Hintergrundgeräusche, Vordergrundgeräusche, die gewollt sind, Nebengeräusche, die die Stimmung perfekt machen. Das Ganze zu mehr als 100% authentisch machen, wunderbar abgemischt, die gesamte Kameraführung auch, Bildführung, wunderbar geschnitten, super viel Ruhe drin, Ausgewogenheit, wunderbar. Ein Hut ab an das ganze Team, habt ihr super gemacht und Editha, du hast das toll rübergebracht, ohne dich zu zustrippen, muss man sagen. Danke für alles, hat mich sehr gefreut, der Lars aus Lemko.

Kommentare & Fragen

Lexxi
02.04.24

Ein tolles Projekt und wirklich interessant einmal aufgezeigt zu bekommen, was eigentlich alles hinter "so einem kleinen Filmchen" an Arbeit, Kreativität und Zeit steckt. Es hat Spaß gemacht euch zu zuhören, der Trailer macht neugierig!

Lieber @Sebastian, auch wenn ich es vollkommen nachvollziehen kann, warum die Drei zur Deckung ihrer Kosten einen kleinen Opolus aufrufen und man deshalb das Ergebnis (leider) nicht einfach sehen kann, bin an dieser Stelle so so dankbar dafür, dass du diesen Podcast kostenlos zur Verfügung stellst!!!!!! Und ich hoffe dein "weltbestes Publikum" ermöglicht es dir noch lange deine Kosten zu decken, damit wir deinen tollen Podcasts weiterhin kostenlos hören können! *DANKE*

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