Person sitzt auf Bett und hebt abwehrend die Hand, während unscharf Seile im Vordergrund zu sehen sind
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Live · 12.02.22 · 133min · 11.814 Downloads · 109

Unvernunft Live 10.02.2022 - Wenn BDSM nicht gelebt werden kann

BDSM nicht verfügbar? Was nun?

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Intro

Begrüßung

Sebastian Hallo und guten Abend zur Unvernunft Live am 10. Februar 2022 und ja, mein Name ist Sebastian Stix, das hier ist schon Folge Nummer 89, also Live-Folge Nummer 89 und heute gibt es ein etwas ernsteres Thema, das werden wir sehen und ja, ich begrüße erstmal ganz lieb den Chat. Hallo, schön, dass ihr da seid. Für euch habe ich auch eine Schätzfrage mitgebracht und auch eine Neuerung, die ich umsetzen möchte. Und ja, ansonsten, all liebes Publikum, auch schön, dass ihr da seid, die ja einfach nur zuhört, ob jetzt live oder jetzt später am Podcast-Abspielgerät. Das wird eine spannende Sendung, pickepacke voll. Ich glaube, das ist die aufwendigste Unvernunft Live, die ich seit sehr langer Zeit gemacht habe. Denn ich habe seit Montag bestimmt acht, neun Stunden telefoniert und mit Menschen gechattet zum Thema. Und ich hoffe, ich kriege das heute hier alles entsprechend unter. Okay, so, Thema heute, wenn BDSM im Leben fehlt.

Thema: Wenn BDSM im Leben fehlt

Normalerweise spreche ich ja im Podcast mit Menschen, die BDSM erleben. Die erzählen dann ganz viel, was sie machen und wie sie das machen und seit wann sie das machen und manchmal hat das ja auch immer ein bisschen gedauert und ja, dieses Mal möchte ich eigentlich mit den Menschen sprechen, bei denen das nicht gelingt. Ich habe ein bisschen was vorbereitet, denn ich glaube, dass sehr viele Menschen, die den Podcast hören, dass die BDSM eben nicht ausleben können. Und da gibt es verschiedene Gründe. Zum Beispiel, ich habe mal ein paar notiert, da ist der Partner oder die Partnerin und man teilt einfach das ganze Leben, Verantwortung, Haus, Haustiere und nicht zuletzt natürlich Kinder. Und dieser geliebte Mensch teilt diese Leidenschaft einfach nicht oder kaum. Und ja, dem Menschen kann man wohl kaum einen Vorwurf machen, dass er irgendwie nicht BDSM machen möchte. Aber was macht das mit einem selbst? Das ist einfach ein heftiges Dilemma. Und ja, die Frage ist einfach, was kann man tun? Und habe ich das Recht, BDSM zu verlangen, um glücklich zu sein? Das ist eine schwierige Frage und es kann aber auch sein, dass man jemanden gefunden hat, mit dem man kinky Sachen machen kann, nur eben nicht die gleichen. Also was macht Sub, wenn sie eher total auf Latex abfährt und Top das einfach nicht möchte und da gar nichts macht. Auch das kann ja sein, dass man dann BDSM nicht in der Intensität oder in der Facette auslebt, die man eigentlich haben möchte. Dann gibt es natürlich noch den Beruf, das öffentliche Amt, denn die Gesellschaft erwartet einen Vorzeigemenschen und wenn ich da Karriereambitionen habe, dann werde ich vielleicht auch mal so ein bisschen durchleuchtet. Kann ich mir da erlauben, zum Beispiel auch außerhalb der eigenen vier Wände, irgendwas mit BDSM zu tun zu haben? Lasse ich es dann lieber, wenn das so eine Gefahr für mich darstellt und verzichte lieber? Kann ich das? Dann ist da noch die Gesundheit, körperlich oder psychisch. Das kann auch dem entgegenstehen, das so zu machen, wie man möchte. Klar, irgendwas mit BDSM kann man machen, aber wenn ich einen speziellen Wunsch habe, dann kann es schon mal schwierig werden und dann geht das eben nicht. Und das letzte ist eigentlich eine Geschichte, wo man sich selbst so ein bisschen, ja, nicht im Wege steht, möchte ich gar nicht sagen, sondern wo man das mit sich selbst moralisch einfach nicht ausmachen kann. Ja, BDSM ist spannend, ich kann das auch irgendwie medial konsumieren. Aber dass ich das mache, kann ich das tun? Das ist ja auch nochmal eine Geschichte. Und wenn ich es dann ausprobiere, öffne ich dann vielleicht die Büchse der Pandora und komme einfach gar nicht mehr davon los. Dann lasse ich das mit dem Ausprobieren doch lieber sein. Also ihr merkt, das sind so ein paar Beispiele, die ich heute Abend meine. Heute ist nicht gemeint das Thema, mir fehlt ein Partner, eine Partnerin, weil habe ich noch nicht gefunden. Das müssen wir an einem anderen Abend machen, sondern ich möchte da an der Stelle das heute ein bisschen abgrenzen, seid mir da nicht böse, aber das wird sonst noch komplexer und noch größer das Thema. Ja, was steht noch auf meiner Liste? Gerade zu dem ersten Punkt mit dem Partner, da hört man ja ganz gern, man muss ja nur sein Leben ändern, trennen, Job kündigen, Freundeskreis austauschen, das klingt alles so einfach, aber das heißt ja, dass BDSM ein Opfer ist, was man zu erbringen hat und zwar unter Umständen ein sehr großes Opfer. Das muss man auch erstmal beurteilen und vielleicht ist da ja auch wirklich ein Leidensdruck oder es ist halt was, wo man sagt, dann mache ich das halt nicht und dann tut mir das auch nicht weh. Das kann ja auch sein, dass es gar nicht so einschneidend ist und dass ihr euch vielleicht auch dagegen entschieden habt, BDSM auszuleben. Für alle gilt, und das ist glaube ich heute Abend die Botschaft, die ich jetzt schon mal so ein bisschen verraten möchte, ihr seid nicht allein. Nein. Und heute geht es erstmal ums Zuhören. Was ist los bei euch? Was ist eben nicht los bei euch? Und habt ihr Wege gefunden, damit umzugehen? Ich bin mir auch bewusst, dass das ein Thema ist, bei dem ja nun heute Menschen zu Wort kommen sollen, die ja eher nicht die Menschen sind, die bei einer Live-Sendung anrufen. Deshalb habe ich das die letzten Tage ein bisschen vorbereitet und habe hier auch Gäste schon mal so ein bisschen vorgebrieft, die ich heute anrufen darf. Es wird aber auch die Gelegenheit geben, dass man hier einfach anruft. Ja, und dann gibt es noch so eine ganz spezielle Ausnahme, das mache ich eigentlich sehr ungern. Wer mir jetzt nichts per Audiobotschaft schicken wollte und auch hier nicht direkt sprechen wollte, ihr konntet mir Nachrichten schicken und ich habe mir heute Morgen die Zeit genommen, die einfach mal einzulesen. Die kann ich heute Abend auch einspielen. So fremde Texte aus dem Stegreif vorlesen, gerade wenn wenig Zeit ist, das ist echt nicht meine Stärke. Ich finde, das ist nicht ganz so toll gelungen. Ich werde das versuchen, heute Abend hier so ein bisschen mit reinzumischen. Wenn das nicht gelingt, dann werde ich die aber auf jeden Fall ganz am Ende der Live-Sendung nochmal einspielen. Denn da haben sich Menschen offenbart und ich finde, das sollte man nicht unterschlagen. Gut, heute wird es eher ruhig und wir sprechen über das, was uns fehlt. Und auch das ist manchmal wichtig.

Sebastian Geschichte

Jetzt habt ihr meinen riesen Monolog gehört, ihr Lieben. Es tut mir ein bisschen leid, aber ohne das ging es auch einfach nicht. denn mir ist das Thema auch sehr wichtig, denn ja, ich habe auch mal, das ist lange, lange her, aber ich habe auch eine recht lange Pause gemacht und ich habe drunter gelitten, ehrlich gesagt, und es ging eben nicht weg und vielleicht kann ich das heute Abend auch noch so ein bisschen nachverarbeiten. Okay, ich habe meiner ersten Gästin versprochen, dass ich gegen 20.40 Uhr vermutlich mit meinem Monolog durch bin und sie anrufen werde und ich werde genau das tun. Noch kurz an den Chat, ihr Lieben, wenn ihr möchtet, stellt Rückfragen, schreibt auch eure Meinung da rein. Das Podcast-Subi wird den wie immer perfekt überwachen und mir das dann alles entsprechend zuspielen. Dann gucken wir, dass wir das Angebot bekommen. Ich glaube, heute möchte ich einfach, dass alle Meinungen und ja, alles, was ihr zu sagen habt, auch irgendwie gehört wird. Ich werde mir Mühe geben, das zu ermöglichen. So, und weil ich jetzt erstmal eine Telefonverbindung aufbauen muss, ihr ahnt es, werde ich jetzt erstmal euch ein bisschen Musik geben und wir hören uns gleich wieder.

Gespräch mit Mila

So ihr Lieben, da bin ich wieder und ich habe Mila mitgebracht, hallo.
Mila Hallo Sebastian.
Sebastian Ja, du hast dich im Vorfeld bei mir gemeldet, als ich das Thema kundgetan habe. Und ja, das betrifft dich auch ein bisschen, also du kannst BDSM nicht so leben, wie du möchtest.
Mila stimmt, ja.
Sebastian Okay, magst du ein bisschen die Situation erklären?
Mila Gerne. Es ist so, dass ich eben vor circa eineinhalb Jahren einen Menschen kennengelernt habe und den einfach so normal kennengelernt habe, ohne irgendwelche Hintergründe oder Hintergedanken. Und dieses Kennenlernen hat dann zu einer Beziehung geführt, die ich eben jetzt mit ihm führe, die monogam ist. Und ja, irgendwann kam für mich natürlich auch das Thema BDSM ins Spiel. Also ich habe den dann schon darauf angesprochen und habe dem so ein bisschen erzählt, habe auch den Podcast gezeigt und so. Und dann hat sich schon herauskristallisiert, dass das eben nicht seins ist.
Sebastian Okay, ärgerlich. Darf ich kurz zum Einordnen dich fragen, wie alt du circa bist?
Mila Ja, ich bin 22 mittlerweile.
Sebastian Okay, so, jetzt hast du den Menschen getroffen, ihr seid da schon am Machen. Wie war denn seine Reaktion? Also, oder wie hast du versucht, ihm zu erklären, was du eigentlich möchtest? Und das muss ich jetzt nochmal fragen. Möchtest du eher oben oder eher unten spielen?
Mila Ich spiele eigentlich eher unten.
Sebastian Okay. Und hast du auch schon Erfahrung gesammelt?
Mila Ja, habe auch in der vorherigen Beziehung ziemlich dolle gespielt, würde ich mal sagen. Ja, er
Sebastian Okay, aber ja, wo die Liebe halt hinfällt, ne? Und dann passiert das. Ja, was hat er gesagt? Also, du hast gesagt, hier, BDSM. Und was war die Reaktion darauf?
Mila eigentlich ziemlich neutral reagiert, er ist auch einfach so ein Mensch, nimmt ganz, ganz viel einfach hin und kann auch ganz, ganz viel akzeptieren. Konnte er da auch und war jetzt, ich will nicht sagen, abgeneigt, aber auch nicht so, also ich würde sagen, sagen, echt neutral und hat da schon gefragt, also wie ich das so gelebt habe und wie das so kam und dann habe ich ihm die Folge mit dir gezeigt, die ich vor zwei Jahren oder so gedreht habe und dann war er schon sprachlos erst mal, nicht
Sebastian Ja, das glaube ich. Also er hatte auch selber keine Berührungspunkte damit.
Mila wirklich, nee.
Sebastian Okay, jetzt gibt es ja dann die zwei Optionen. Kann ja neutral sein, aber klar, wir würden heute nicht sprechen, wenn ihm das Herz aufgegangen wäre und er total losgelegt hätte. Ja, was ist passiert? Also habt ihr ein bisschen was ausprobiert oder was habt ihr gemacht?
Mila Zum Ausprobieren kam es dann gar nicht so wirklich, also man lernt sich ja dann erst mal so kennen, dass es dann überhaupt mal zu irgendwas kommt, dauert ja immer alles alles ein bisschen. Und dann irgendwann kam ich nochmal und hab gemeint, ja, willst du das nicht mal gern ausprobieren? Und dann meinte er so, ja, okay, solange ich dich nicht hauen muss.
Sebastian Okay, ist wahrscheinlich ein Problem für dich.
Mila Ja, das ist schon so eigentlich für mich sehr, sehr viel und das gibt mir, glaube ich, mit am meisten. Und ja, dann hab ich das irgendwann nochmal angeschnitten und hab gemeint, in dem Moment, ja, okay, hab dann erstmal überlegt und dann hab ich gemerkt, okay, okay, vielleicht geht das aber auch einfach gar nicht mit ihm. weiß ich nicht. Irgendwann kam ich dann halt an den Punkt und konnte es mir halt nicht mehr so vorstellen, wie ich es gelebt habe. Einfach, weil ja der große Punkt schon weggefallen ist. Und dann hatte ich keine Ideen mehr, wo ich gedacht habe, das würde mich noch reizen.
Sebastian das ist natürlich erstmal gut, dass du respektierst. Er sagt, ja hier, das möchte ich auf keinen Fall und da hast du jetzt auch gar nicht die Strategie, ach das mache ich ihm schon irgendwie schmackhaft, sondern das akzeptierst du, das ist ja schon mal super. Super. Wobei, ist natürlich schlecht für dich. Das heißt aber, das gesamte BDSM-Spektrum, und das ist ja riesig, da findet ihr nicht zueinander.
Mila Nee, also es kamen dann so ein paar Momente. Natürlich, die kommen halt einfach mit der Zeit. Aber so wirklich, dass ich sage, wir spielen Oder da ist was, wo ich Machtgefälle spüre oder so. Das ist einfach nett. Ja, nee.
Sebastian Okay, jetzt haben wir ganz viel darüber gesprochen, was nicht geht, aber du bist ja mit dem Menschen zusammen. Das heißt, es ist ja eben so eine Beziehung mehr als, oh, jetzt muss ich mal zum BDSM machen. Das habe ich jetzt auch in den letzten Tagen mehrfach gehört. Ja, muss man sich ja trennen, wenn das nicht geht. Oder man muss die Beziehung öffnen. So ganz einfach, so flapsig, das ist doch die Lösung. Beides kommt für dich nicht in Frage. Ja, was bindet euch aneinander und ja, was siehst du? Weil das ist ja doch ein Einschnitt für dich, wenn du schon kennengelernt hast, auf was du verzichten musst.
Mila Ja, es ist, ich glaube, man lernt mit ganz, ganz viel umzugehen. Also ich habe auch immer gesagt, ja, wenn mein Partner das nicht mitmacht, dann bin ich halt raus, weil ich brauche das. Offensichtlich geht es auch ohne. Ich finde, ich ziehe halt ganz viel aus so kleinen Momenten für mich selbst raus. Mein Standpunkt war immer und ist auch sehr deutlich manchmal noch, dass jeder Mensch irgendwie BDSM-ig ist. Also irgendwas, also ich glaube nicht, dass ganz viele Menschen irgendwie, die kein BDSM betreiben, nur Blümchen sind, sondern ich glaube, dass wirklich irgendjemand, da hast du ja trotzdem noch ein bisschen vielleicht eine dominante Seite, die du vielleicht auch brauchst, einfach um im Leben klarzukommen. Und wenn die manchmal rauskommt oder er vielleicht doch mal so eine Hand fester in meinen Nacken legt, einfach vielleicht auch, um mich zu massieren, keine Ahnung, ich genieße das dann. Und da diese kleinen Momente genieße ich und versuche da so viel wie möglich rauszuziehen, einfach für mich selbst.
Sebastian Das bedeutet aber, dass er sich gar nicht bewusst, dass er den Kink dann doch hin und wieder ein bisschen erfüllt.
Mila Nee, und wenn man ihn darauf anspricht, will er das auch gar nicht hören. dann ist es eher so, ja, genieße es halt, füge es halt an.
Sebastian Ja, ist ja für ihn auch nicht einfach. Dann hat er eine Freundin, die sagt, hier, mach dies und das und jenes und schlag, hau mich und so weiter. Klar, wenn er das nicht möchte, dann ist das zu akzeptieren, Punkt.
Mila Genau.
Sebastian Aber das heißt, du hast dich jetzt, ja, du bist jetzt in dieser Situation. Meinst du, das geht auch langfristig? Also nehmen wir mal an, das wird jetzt ganz fest und dann baut ihr euer gemeinsames Leben auf. Meinst du, dass du BDSM, dass du dafür immer darauf verzichten könntest?
Mila Für immer ist es so.
Sebastian ist eine schwere Frage, du musst sie nicht beantworten.
Mila Ja, ich glaube, dass für immer so ein breites Ding ist und man weiß nie, was kommt. Und ich glaube auch einfach, dass wenn es so sein soll, dann wird es kommen, egal auf welche Weise. Und wenn es nicht kommen soll, wird es nicht kommen. Und vielleicht ist es mit ihm, dass es kommt. Wie gesagt, ich bin 22. man weiß nie was das Leben so bringt natürlich hoffe ich das, dass wir eine Zukunft haben, dass es alles top wird und vielleicht sogar irgendwann er das annehmen kann und das vielleicht ausbauen kann und das vielleicht echt schön wird noch oder noch schöner wird aber das lasse ich mir einfach offen weil wenn ich das hoffe, habe ich ja wieder eine Erwartungshaltung Nee,
Sebastian Ja, das ist so die Frage, inwieweit du da immer wieder das Gespräch suchst, ob man da einen Kompromiss finden kann. Es scheint so zu sein, dass es jetzt nicht so super akut für dich ist, dass du jetzt gerade den Druck hast, dass du das jetzt unbedingt brauchst. Aber man strebt ja schon an, dass man ein Miteinander hat und auch Kompromisse eingeht, auch eher dann den Kompromiss eingeht. Das ist immer das Schwierige an der ganzen Geschichte. Ist halt schwierig. Also ich sehe da auch immer keine Lösung zu einem fürchterlichen Dilemma. Aber du hast die Hoffnung definitiv noch nicht aufgegeben.
Mila also man weiß echt nie und ich glaube auch, wie du schon sagst so wichtig ist es. Also es ist schon wichtig, aber es ist einfach aktuell auch so, vielleicht auch weil ich die Jahre vor ihm ziemlich oft und ziemlich aktiv gespielt habe und auch einen festen Spielpartner hatte, dass ich da zum Glück echt viel ausprobieren konnte. Natürlich weiß ich, was mir fehlt. Das ist natürlich an manchen Tagen echt schlimm, wo ich mir denke, das wäre jetzt echt toll. Aber genau an solchen Tagen kommt er dann dann echt zufällig und fast vielleicht mal fester in den Nacken oder, keine Ahnung, zieht mal in den Haaren oder so. Einfach so kleine Momente, wo ich mir dann denke, okay, das hat vielleicht gerade gerettet, die Situation.
Sebastian Vielleicht noch so zum Abschluss, weil du merkst, ich mache heute so etwas kürzere Gespräche, weil ich natürlich auch keine Lösung mit dir jetzt diskutieren kann und auch nicht möchte, weil sonst hättest du ja schon eine, wenn das so einfach wäre.
Mila Klar, ja.
Sebastian Ja, ich finde es immer interessant, wenn man einem Menschen, der damit nichts zu tun hat, dann sagt hier, das ist BDSM, mach mal. Und ich bin mir manchmal nicht sicher, ob wir dann einfach mit zu viel auf einmal kommen und das vielleicht den Menschen schon verschreckt. Kannst du dich noch ein bisschen an dieses Gespräch erinnern, wie du, womit du das eröffnet hast und wie du versucht hast, ihm ja das zu erklären?
Mila Ja, wir lagen ganz entspannt abends im Bett und haben uns eigentlich über alles Mögliche unterhalten. Und dann habe ich ihm gesagt, ich will dir gerne was zeigen. Und ich will, dass du unvoreingenommen bist. Und es ist tatsächlich der Podcast gewesen, weil ich nicht wusste, wie ich es erklären soll. Und ich hole das halt auch immer echt zur Hilfe, weil ich immer denke, da kommen so viele tolle Meinungen und auch, dass du es immer so toll erklärst. Also verfolge dich ja auch weiterhin und auch die ganzen Telegram-Gruppen. Und dann habe ich ihm eine Folge angemacht. Ich glaube, sogar meine. Ja, dann habe ich so gemeint, ich will, dass du da jetzt erstmal zuhörst und wenn du dafür offen bist, reden wir da drüber. Ja, und dann hat er natürlich gefragt, wie ich das meine, also wie es sich aussah. Und dann habe ich ihm halt davon erzählt, dass ich hatte damals einen festen Partner und da habe ich das und das und das gemacht. Aber das muss natürlich nicht von Anfang an sein. Also ich habe auch gleich gesagt, das ist natürlich, das hat ja auch aufgebaut auf Du machst ja nicht abrupt von jetzt auf gleich zu 100 Prozent alles, was du da super toll findest, sondern jeder tastet sich ja in einer neuen Beziehung ran und jedes Mal neu. Und dass man da auch ganz, ganz langsam anfangen muss und kann und dass er da alle Fragen stellen kann, die er eben vielleicht hat. und habe versucht, das so ziemlich, also klar, meine Folge war vielleicht auch ein bisschen krass, weil ich halt eben auch zwei Jahre da in der Zeit viel gespielt habe, aber so mir ist das, das war halt ich und ich glaube, dass man das am besten beschreiben kann, einfach wenn man ehrlich ist. Gute
Sebastian Ja, definitiv. Also es dem Partner zu verschweigen, das ist ja auch eher keine Lösung. Da in diesem Gespräch, hast du ihn mal gefragt, was er vielleicht abseits von Vanilla-Sex, ob es da etwas gibt, wo er eventuell Fantasien hat? Gab es da ein Gespräch auch in seine Richtung auf seine Bedürfnisse?
Mila Frage. Ich glaube, wir haben mal generell darüber geredet, was er sich so generell vorstellt, aber das ist ziemlich schon auf Vanilla-Basis geblieben, einfach weil er auch so der Meinung ist, er ist richtig Gentleman, er ist richtig lieb und dann sagt er, er hat immer gesagt, ja das können wir gerne tun, aber nur wenn du wirklich willst, so. Ja, also er ist halt echt lieb und vielleicht auch ein bisschen zu lieb dafür.
Sebastian Ja, aber du liebst den ja. Also von daher ist das ja auch schon genau richtig.
Mila Ja,
Sebastian Aus dem Chat kommt ja eine Frage von Black BDSM Forest. Und zwar, wie oft sprecht ihr über das Thema? Täglich, wöchentlich, monatlich? Und jetzt auch von mir nochmal. Also ist das Gespräch abgeschlossen oder ist das was, was du immer wieder mal auch ansprichst?
Mila und das Gespräch ist nicht abgeschlossen, weil es halt auch einfach, das gehört ja auch zu mir, Also dann würde ich ja einen Teil von mir einfach weglassen wollen, wenn ich das abschließen würde und aufgeben würde. Das Gespräch kommt teilweise echt unregelmäßig. Also ich weiß nicht, vielleicht haben wir im November das letzte Mal so darüber geredet. Ich habe irgendwann zum Schluss mal gesagt, ich hätte gerne ein Halsband. So als kleinen Hoffnungsschimmer. Also ich probiere es halt alle paar Monate mal mit was anderem. Und ich dachte, vielleicht würde ihm sowas gefallen, so ein Halsband. Und mittlerweile habe ich ein Halsband. und natürlich hat es noch nicht diesen Stellenwert wie für andere BDSM. Aber es kam irgendwann mal das Kommentar, ja, ich will eins oder möchte sich gerne eins aussuchen, wo hinten kein Druckknopf ist, sondern eine Schnalle, damit er dran ziehen kann. Und dann war ich ein bisschen sprachlos, weil ich damit natürlich nicht gerechnet hatte, weil so kommt ja nichts davon.
Sebastian Ja, also
Mila Und deswegen so Momente lassen mich dann halt hoffen und natürlich rede ich manchmal so und nebenbei mal davon.
Sebastian das ist so ein, vielleicht, er gewöhnt sich vielleicht noch ein bisschen an den Gedanken. Das muss ja nicht gleich das Hauen sein, sondern so ein Halsband, das sieht ja auch einfach schön aus.
Mila Genau.
Sebastian Ja, also ich werde das heute Abend noch mit ein paar weiteren Menschen ein bisschen diskutieren, weiß ich gar nicht, aber das ist ein schwieriges Ding, aber ich merke schon, dir liegt was an deinem Partner, du möchtest das mit ihm ausleben und du bist da auch bereit, einfach auch im Zweifel lange zu warten und gibst die Hoffnung nicht auf.
Mila Genau, ja.
Sebastian Hm. Okay, das heißt, ich drücke dir, nein, ich drücke euch die Daumen, dass ihr einen Weg findet, wie ihr für euch beide, weil da ist er ja, seine Bedürfnisse sind ja genauso wichtig, dass die Bedürfnisse von euch beiden, dass die erfüllt werden können und dass ihr da einfach glücklich seid und schöne Dinge miteinander machen könnt. Und vielleicht entdeckst du dabei ja auch eine ganz andere Art von BDSM, von Sexualität, mit der du vorher gar nicht gerechnet hast. Vielleicht geht es ja auch ohne Hauen oder vielleicht gibt es andere Dinge, die ihr gut finden könnt. Wer weiß.
Mila Vielen Dank. Ja, das stimmt.
Sebastian Okay. Alles klar, Mila. Dann bedanke ich mich. Toll, dass du heute den Anfang hier gemacht hast. Und ja, sehr, sehr gerne.
Mila Danke auch. Schön, dass ich hier sein durfte.
Sebastian Und sollte er das ja mal hören, Grüße. Und wie gesagt, da muss er sich gar keine Vorwürfe machen. Man muss ja nichts machen, was man nicht mag. Man muss halt nur einfach Kompromisse miteinander finden. Gut. Okay, dann wünsche ich dir noch einen schönen Abend und wir hören bestimmt mal wieder voneinander. Mach's gut.
Mila Gleichfalls. Danke. Tschüss.
Sebastian Tschüss. Tschüss. So ihr Lieben, das war Mila. Ja, es ist immer so, ne. Genau, das ist der Punkt. Ich kann dazu gar nicht so viel sagen, aber das ist nicht schlimm, denn ich habe ja noch mehr Menschen und ich glaube, so wie Mila geht es ganz vielen. Und, ja, da muss man einfach mal schauen, wie sich das entwickelt. Ja, das klingt jetzt nach einer langen Zeit. Ich habe allerdings auch von Menschen gehört, da sind es eher 10, 20, 30 Jahre, wo die Partner aneinander arbeiten oder wo sie einen Kompromiss suchen. Das ist natürlich nochmal ein ganz heftiger Unterschied. Muss man schauen. Und ich habe noch einem Menschen versprochen, dass ich mich heute Abend bei ihm melden werde. Und genau das werde ich jetzt tun. Und ja, Antis, liebes Publikum, ich werde euch nochmal ein bisschen Musik geben, damit ich die Verbindung aufbauen kann. Und dann hören wir uns gleich wieder. Wieder.

Gespräch mit M.

Liebes Publikum, ich habe jetzt M mitgebracht. Hallo.
M. Hallo, servus. Grüß dich.
Sebastian So, ich darf über dich sagen, Mitte 30, verheiratet.
M. Genau. Ja. Also ich bin seit fast einem Jahrzehnt oder über einem Jahrzehnt mit meiner Freundin, inzwischen Frau zusammen. Ja, genau.
Sebastian Gratulation.
M. auf, das kann sagen. Ja, danke, danke, danke.
Sebastian Okay. Ja, wie ist das mit dem BDSM bei dir? Funktioniert das, wie du möchtest? Ich vermute ja leider nein. Nein.
M. Ja, nicht so ganz. Also wir spielen schon hin und wieder, aber halt nicht so oft, wie ich mir das vielleicht vorstellen würde und generell das ganze Thema ist einfach sehr schwierig bei uns.
Sebastian Okay. Dann frage ich erst mal so in die Richtung, dein Kink, bist du eher oben, eher unten? Wie spielst du?
M. Unten.
Sebastian Unten.
M. Unten, ja.
Sebastian Okay. Und ihr seid jetzt über zehn Jahre zusammen. Wann hast du dich deiner Partnerin geöffnet?
M. das ist eigentlich das Kontroverse an der Geschichte, gleich an dem ersten Abend, wo wir uns, an dem Abend, wo wir uns kennengelernt haben, hat sie mich gefragt, wie ich dazu stehe und ob ich drauf stehe.
Sebastian Ja, das hört sich hervorragend an.
M. Hervorragend, ja klar, sicher. Ich war ganz aus dem Häuschen. Ja, ich weiß das schon immer, wie ich bin und was ich will und dachte mir in dem Moment so, ja, jetzt oder nie und habe natürlich dann gleich alles erzählt.
Sebastian Okay, was hast du ihr erzählt?
M. Also, Also, dass ich eben auf die bösen Mädchen stehe und dass ich gerne ein bisschen verhauen werde und Machtgefälle spüre und solche Sachen.
Sebastian Okay, da sie ja damit um die Ecke kam, da kann ja jetzt nur noch das einzige Problem sein, dass sie vielleicht selber Sub ist.
M. Ja, nee, das tatsächlich nicht. Also wir haben das auch mal ausprobiert, dass das Sie unten war, das ging auch. Also ich muss dazu sagen, ich bin etwas switchig drauf, aber Tendenz natürlich auch unten. Und ja, nee, also Sub ist sie tatsächlich nicht. Sie ist, wenn, dann schon eher dominant. Und das ist eigentlich auch so ihr Auftreten.
Sebastian Okay, also ich bin im Moment noch auf dem Stand, wo ich sagen kann, Mensch, 6er im Lotto, super.
M. Ja, ja, das dachte ich mir da auch. Das ist jetzt zehn Jahre her. Wie gesagt, ich habe das am ersten Abend, an der ersten Nacht gleich alles erzählt und sie war auch gleich ganz begeistert und hat gesagt, super, das probieren wir jetzt aus. Und dann haben wir uns gleich ausprobiert am ersten Abend, so ein bisschen, und das war natürlich alles großartig, ich habe natürlich gedacht, wunderbar, jetzt reiten wir in den Sonnenuntergang und alles wird gut.
Sebastian War das deine erste BDSM-Erfahrung?
M. Ja, also ich habe schon meiner Freundin davor die High Heels geleckt, sage ich jetzt mal. Aber die konnte mit nicht so viel anfangen und die war auch sonst, naja, es hat ja nicht so gepasst. sie war letztendlich die erste Person, mit der ich das ausgelebt habe und der ich wirklich davon erzählt habe.
Sebastian Okay. Ausprobiert. Großartig. Sonnenuntergang.
M. Genau.
Sebastian Was ist passiert?
M. Ja, sie hat mir gesagt, sie möchte das ausprobieren und sie interessiert sich dafür, sie weiß aber noch nicht, ob sie draufsteht und ob sie das machen möchte. Gut, okay.
Sebastian Achso, das heißt, sie war also neugierig, hat davon gehört.
M. Okay, sie hat damit vorher schon anscheinend Beziehungen gehabt, also nicht Beziehungen, Kontakt und Erfahrung gehabt.
Sebastian Okay,
M. Sie hat eine Zeit in Hamburg gewohnt, irgendwo auf St. Pauli und hat da wohl irgendwie Kontakte gehabt. Anscheinend hat man da recht schnell Kontakt in diese Richtung. Eigentlich nicht, hat sie anscheinend einiges gesehen und war dann irgendwie so ein bisschen angefixt anscheinend. Gut, habe ich mir gedacht, mir soll es recht sein, umso besser.
Sebastian also ihr habt am ersten Abend miteinander gespielt. Offenbarung. Und ja, wie ging es weiter? Hat es ihr vielleicht einfach nicht gefallen oder hat es ihr keinen Spaß gemacht? Vielleicht kann ja auch sein, sie hat es probiert und es war nichts.
M. Ja, das hat sie mir auch so gesagt, sie will das eben ausprobieren und sie wird mir dann mitteilen, ob das was für sie ist und ob sie das machen will. Okay, gut, die ersten Wochen, Monate gingen ins Land. Ich habe alles Mögliche an Spielzeug und Sachen gekauft und habe auch alles benutzt ausgiebig. Und irgendwann, nach ein paar Wochen, erzählte mir dann ziemlich genau der O-Ton, ja, du, also, ich habe mich entschlossen, dass ich nicht draufstehe. Uff.
Sebastian Oh, okay.
M. Oh, ja, das ist...
Sebastian Das ist auf jeden Fall mal eine ehrliche Aussage.
M. Okay, ja, absolut, absolut,
Sebastian Ist besser, als irgendwelche Ausreden zu suchen. Aber was hast du da gedacht in dem Moment?
M. ja. Ja, gut, das war natürlich ganz am Anfang, da war ich natürlich auch noch super verliebt und da war alles klasse und da habe ich mir gedacht, ja, geil, dann spiele ich halt eben nie wieder, aber hoffentlich kann ich diese Frau behalten, dieses Mädel. Und
Sebastian Ja,
M. das ist ja auch letztendlich der Grund, warum ich so lange mit ihr zusammen bin und auch mit ihr zusammenbleiben will, weil sie absolut großartig ist. Sie ist für mich die beste, tollste und schönste Frau, die ich mir vorstellen kann. Und wenn das alles so nicht gewesen wäre, gut, wir haben natürlich auch unsere Schwierigkeiten, das ist ganz normal, aber wenn das alles nicht so gewesen wäre, dann wären wir wahrscheinlich auch nicht mehr zusammen.
Sebastian ich weiß nicht, ob das Vor- oder Nachteil ist.
M. Tja, das ist die Frage.
Sebastian Ihr spielt seitdem gar nicht mehr miteinander.
M. das stimmt nicht, wir spielen schon es gibt immer wieder mal so Phasen da geht es überhaupt nicht also wenn ich Phasen sage, mehr so in Jahren da geht gar nichts, also vielleicht so ein, zwei Mal im Jahr und dann auch nur ganz schwierig, also davor drüber reden, danach drüber reden, schwierig eigentlich nicht möglich gewesen, zeitweise
Sebastian Das ist natürlich für dich jetzt auch schwierig, weil du hast ja den Menschen, mit dem du das erlebt hast.
M. ja
Sebastian Den siehst du ja jeden Tag, das heißt du, ja und das ist natürlich auch die Frage, also gibt es einen Zeitraum, also ich sag mal so, gibt es einen Tag, Woche, Monat, wo du dann nicht dran denkst, ich würde mit ihr so gerne oder ist das ständig und immer wieder da?
M. Schon, glaub ich. ja, also man wird ja auch älter, man wird sich ja auch dessen bewusst, was man eigentlich möchte und man hat natürlich auch damit zu tun, man beschäftigt sich natürlich immer mehr damit und ich habe auch viel deinen Podcast gehört und sehe halt auch, wie andere Menschen leben und da ist es halt nicht so, oh fuck, ich muss alles verstecken, ich kann über nichts reden, sondern nein, die leben das einfach und sind glücklich damit und das gönne ich natürlich von ganzem Herzen jedem Menschen. Aber ich denke mir halt, fuck, ich will das auch. Ich will auch so leben. Wenn du dann irgendwie hörst, keine Ahnung, SMJG-Stammtisch hingegangen und nach ein paar Monaten oder nach gewisser Zeit hat sich irgendwas ergeben. Da denkst du, ja fuck, so einfach theoretisch, einfach wäre es gewesen. Aber
Sebastian Ja gut, aber das war damals, das ist ja nie zu spät, was zu ändern.
M. war halt nicht mein Ja, ja.
Sebastian Ist sie sich denn bewusst, wie wichtig das für dich ist?
M. Ja, ist sie. Also es war die ersten fünf, sechs Jahre unserer Beziehung weiß ich es nicht genau. Ja, doch, eigentlich schon. Aber so die letzte Zeit, gerade auch jetzt, wo ich viel deinen Podcast höre und einfach mitbekomme, wie andere Leute leben und wie es anderen Leuten damit geht, habe ich einfach so ein Verlangen danach aufgebaut, dass ich habe gesagt, ich kann das nicht mehr verstecken. Ich will das auch nicht mehr verstecken. Wir können so nicht mehr weitermachen. Und das ist ein eine gewisse neue Offenheit bei uns eingekehrt. Wir haben dann doch irgendwann mal drüber geredet und sie ist offener geworden in den Themen. Sie blockt es nicht mehr ab. Sie hat selber gesagt, sie hat das eine Zeit lang kategorisch komplett abgeblockt, weil sie es einfach glaube ich auch nicht sehen wollte. Aber letzter Zeit ist mehr Offenheit da. Ich weiß nicht, wie lang das anhält. Ob das anhält, das weiß ich nicht.
Sebastian das ist natürlich schwierig, weil in dieser Zeit der Offenheit willst du natürlich dann so viel wie möglich mitnehmen und ich glaube, da kannst du gar nichts dran machen, dann übst du natürlich, auch wenn du es selber gar nicht merkst, du übst natürlich unheimlichen Druck aus und dadurch wird das Thema immer präsenter, das war gestern so toll, das war so super und lass uns morgen gleich wieder und dann blockt sie noch mehr und dann ist das so eine Spirale, die dann wieder ins Nichts reingeht.
M. ja. Ja, natürlich, absolut. Das sagt sie Ja, ja, ja, genau. Ja, ich weiß, genau.
Sebastian Auf der anderen Seite, sie liebt dich ja auch und ihr ist ja auch wichtig, dass du glücklich bist und dass deine Bedürfnisse erfüllt sind, aber vielleicht geht es einfach nicht.
M. dann ja. Ich will ihr überhaupt gar keinen Vorwurf machen. Das nützt auch nichts. Ich kann ihr auch keinen Vorwurf machen. Darum geht es auch mir überhaupt nicht.
Sebastian Ja, es ist natürlich, ja,
M. Ja, und das genauso, wie du gesagt hast. Die Büchse der Pandora ist dann halt irgendwann mal geöffnet und dann sprudelt es aus dir heraus. Ich meine, das sind Sachen, die gehören halt zu mir. Es ist halt ein Teil von mir. Und das ist wichtig.
Sebastian ja.
M. Und ja, keine Ahnung. Klar könnte man nur sagen, ja, steige dich in nichts rein und komm mal wieder klar auf dein Leben. Ja. Es geht nicht so einfach. Und wenn einmal dieses Verlangen in dir ausgelöst ist, ich kann es immer nur damit vergleichen, das ist wie ein Feuer, das in dir brennt und das dir sämtlichen Sauerstoff zum Atmen nimmt. Und dann hast du diesen Menschen, der sitzt jeden Tag neben dir auf der Couch und du kannst einfach, du weißt genau, wenn ich jetzt anfange davon, mache ich es noch schlimmer. Dann kriege ich es noch weniger.
Sebastian Ja, aber wenn sich da nichts ändert, dann geht es dir einfach nur immer schlechter. Also wenn das so bleibt wie jetzt, was meinst du, was könnte passieren?
M. Ja, natürlich.
Sebastian Also ich will das jetzt nicht beschreien, aber was geht dir so im Kopf rum?
M. weiß es nicht.
Sebastian Ich meine, du kannst ja, also ich, auch das ist jetzt wieder flapsig und viel einfacher gemeint. Man kann natürlich sagen, ich breche das alles ab oder ich suche mir eine Affäre und Spielpartner oder ich, keine Ahnung, gucke jeden Tag ausreichend Pornografie.
M. Ja, also
Sebastian Nein, also es ist so, also es gäbe ja so, wenn man das ganz nüchtern aus der Ferne betrachtet, gäbe es ja, ich sag mal, Lösungen, dein Problem zu lösen, aber ich glaube, da ist auch dann einfach die Moral, die dem entgegensteht, ne?
M. Pornografie, ja, so habe ich mich die letzten acht, neun Jahre, zehn Jahre über Wasser gehalten, letztendlich, aber irgendwann bin ich an den Punkt gekommen, das geht schon länger so und es wird immer stärker, mir gibt es nichts mehr, mir das visuell anzuschauen, es gibt mir nichts mehr. Ja, das ist nett, klar, das sind hübsche Menschen, die tun dann interessante Dinge, aber es gibt mir nichts mehr. Es gibt mir nicht diese Befriedigung. Es kann es nicht auslösen. Es kann mir das nicht beschaffen.
Sebastian Ja, und dann ist dann, ja, das heißt, der Druck auf dich von dir wächst und wächst und du willst ihn natürlich nicht weitergeben, um so auch das bisschen, was vielleicht da ist, dann auch nicht auch noch kaputt zu machen.
M. Ja, genau. Genau.
Sebastian Boah, auch das wieder, so ein Dilemma, ne? Und, ja, also,
M. Ja.
Sebastian du bist ja in der Not. Was hast du dir überlegt? Was könntest du tun? Oder kommt es jetzt einzig und allein auf sie an und hoffentlich steht sie morgen in der Tür und sagt, ach du, ich habe mir das überlegt, komm, wir machen jetzt richtig. Es wird vermutlich ja nicht passieren, leider. Leider.
M. ich weiß es nicht. Wie gesagt, wir haben darüber gesprochen und ich habe das Gefühl, jetzt hat sich ein bisschen was getan. Ich hoffe, dass das so bleibt. Aber ich will eigentlich keine andere und letztendlich habe ich natürlich auch viel zu verlieren. Ich meine, ich mag ja mein Leben, wie ich es habe. Wir haben ja alles. Wenn man uns von außen betrachtet, kann man sagen, hey, denen geht es echt gut. Die haben ein schönes Haus, die haben einen wunderbaren kleinen Hund. Die haben beide gute Jobs. denen müsste es doch gut gehen, was haben die sich zu beschweren? Aber so leicht ist es halt leider einfach nicht.
Sebastian Ja, das ist dann auch,
M. Und so schwierig ist es dann auch letztendlich.
Sebastian ja, das ist dann so die Abwägung, wie wichtig ist BDSM in meiner Abwägung zu, wie wichtig ist mir der Rest meines Lebens, ne?
M. Tja, das
Sebastian BDSM ist ja ein Teil von dir und nicht alles, ne? Aber, na, wenn der fehlt, dann, ja, ist das halt schwierig.
M. ja, das stimmt. Eben.
Sebastian Schwierig. Also ich würde ja sagen, das Positive ist ja schon mal, aus irgendeinem Grund kommt sie dir ein Stück weit entgegen.
M. Ja,
Sebastian Und ich glaube, das ist etwas, ich glaube, das muss man einfach auch wertschätzen und respektieren.
M. sie liebt mich ja auch.
Sebastian Aber das nützt natürlich auch, ehrlich gesagt, nichts, wenn sie dir da entgegenkommt und ihr macht das keinen Spaß.
M. Tue ich, tue ich, absolut.
Sebastian Das ist ja, das ist ja, vielleicht
M. Ja, das ist für mich auch so ein Punkt. ja, da muss ich mal dazusagen, mit Spaß, also ich habe sie neulich mal gefragt, hab ich gesagt, hast du Lust, dann am Nachmittag zu spielen? Da hat sie mich ganz empört angeschaut und gesagt, ich habe nie Lust zu spielen. Sag ich, ja, okay, aber ich habe Spaß daran zu spielen. Sag ich, was hast du gerade gesagt? Und das sind halt so Sachen, wenn wir dann spielen, ist es ja auch wirklich gut. Ich meine, die kann das ja. Und das ist ja das, was mich am meisten kaputt macht im Kopf. Die kann es ja. Bloß irgendwie will sie halt nicht. Das ist nicht, dass du jetzt sagen musst, ja, hier, komm, das benutzt man so und so und das das macht man so und so. Nee, nee, das weiß die alles.
Sebastian ist auch in ihr einfach auch, vielleicht hat sie auch selber damit zu kämpfen, dass sie, das vielleicht ja, vielleicht ja, wie ich sag mal, zumindest gefällt ihr, dass es dir gefällt.
M. Ja, da,
Sebastian Und dann ist einfach die Frage, was hat sie für Bedenken und Ängste, wo sie sagt, sie möchte das nicht, weil sie gefällt sich vielleicht selber dabei nicht.
M. das sagt sie ja.
Sebastian Das ist natürlich eine Sache, das kann ich jetzt nicht beurteilen, aber ist ganz schwierig.
M. Nee, ist schon klar, natürlich.
Sebastian Also ich wiederhole auch gerade nochmal diesen Aufruf. Wenn ein Mensch, der nicht BDSM-affin ist, sagt, er möchte mal mit mir eine Folge aufnehmen. Ich mache alles möglich. Ich mache jeden Kompromiss dafür, weil ich finde, diese Perspektive, die ist halt auch total wichtig. Und ganz ehrlich, wir können ja nicht verlangen und sagen, jetzt bespiel mich.
M. nicht.
Sebastian Also, ja, auch da, mir war das schon irgendwie klar, dass ich heute zu niemandem irgendwie ein Fazit oder irgendwas sagen kann. Generell sehe ich so ein bisschen, ihr geht ein bisschen vielleicht aufeinander zu und vielleicht, wenn du schaffst, dass ihr die Basis findet oder dass sie vielleicht auch den, ja, dass du herausfindest, wo sie eigentlich sagt, oh, das findet sie gut.
M. Ja.
Sebastian Vielleicht lässt sich ja dann doch da ein Kompromiss finden, aber vielleicht
M. Ja. Darüber müsste man, da müsste man halt mal anfangen, darüber zu reden, ne. bloß wenn ich halt dann das Gespräch suche, habe ich halt immer die Angst, sie sagt seit einiger Zeit, ja, wir können über alles reden, aber ich traue es mich halt nicht so ganz, ich traue den Frieden noch nicht so ganz, weil, jetzt was
Sebastian vielleicht ist auch ein Stück Papier ein Kommunikationsweg für euch. Ja,
M. habe ich auch probiert, das ist halt der nächste Punkt, sowas liegt dann immer, sowas liegt dann ewig rum, und dann kommt es in Vergessenheit, zumindest bei ihr, bei mir natürlich nicht, ich sitze dann da zu Hause und sage mir, jetzt lest es, komm, lest es, mach das, mach das, Und man fühlt sich halt auch nicht gesehen dabei. Und das ist das, wo ich dann auch echt irgendwann mal grantig werde und sauer und bumm, dann explodiere ich. Und sie weiß gar nicht, warum. Sie sagt, wieso bist du denn jetzt so ausgerastet?
Sebastian natürlich.
M. Aber das ist schon auch toxisch für die Beziehung. Dieses sich nicht gesehen fühlen. Das ist das Schlimmste eigentlich für mich. Okay,
Sebastian Das muss man schauen. Wie gesagt, lösen werden wir es natürlich heute nicht können, aber auch da gilt wieder, du bist da nicht allein und du hast ja jetzt mit Mila auch gemerkt, egal welches Geschlecht und Liebe ist halt schon eine krasse Triebfeder und da ist BDSM vielleicht auch erstmal nicht so wichtig.
M. Nein, das verlange ich gar nicht. Das war
Sebastian und da gibt es halt andere Sachen.
M. Anfang unserer Beziehung so. Ich wollte sie ja unbedingt haben und behalten. Sie ist ja wirklich, ja, ich liebe sie ja von ganzem Herzen. Auch nach zehn Jahren. Und das ist einer der Gründe, warum wir so lange zusammen sind, trotz Streitereien. Wir haben es immer geschafft, uns wieder neu ineinander zu verlieben.
Sebastian Der Chat ist auch recht ruhig. Die können auch nichts dazu sagen im Grunde.
M. Ja, alles gut. Das habe ich gar nicht erwartet.
Sebastian Ja, also erstmal ganz vielen lieben Dank, dass du das teilst und das ist vielleicht, du hast auch gesagt, im Podcast siehst du, wie immer alles so toll ist.
M. Ja, gerne.
Sebastian Das ist natürlich auch so, auch bei den Pärchen, die BDSM leben und viel ausleben, die haben auch Krach miteinander. Dann halt vielleicht nicht wegen BDSM, sondern die haben haben dann eben das, wo du in Harmonie lebst, das ist bei denen dann Asche und Sodom und Gomorra.
M. Ja, na klar. Ja, wer weiß.
Sebastian Das ist natürlich ja so ein bisschen verzerrter Podcast, weil natürlich sprechen Menschen eher über die schönen Dinge. Vielleicht kann ich dir da so den Trost geben, irgendeinen Ärger haben wir alle am Hals.
M. Richtig. Das stimmt. Das ist richtig.
Sebastian Und wenn es das Müll rausbringen ist. Aber irgendwas ist immer
M. Das würde ich ja gerne machen. Nur wenn ich sagen würde, bring den Müll raus. Okay, super, gerne. Was ist das
Sebastian ja, aber da ist dann der Punkt, da würdest du, jede leicht dominante Geste ist dann für dich schon eine Einladung zum Spielen und dann ist natürlich sie ist ja auch nicht blöd, sie lernt dann ja auch, da ist einfach die Frage wie kann es so sein dass es ihr gefällt, was sie tut und dass du nichts von ihr verlangst, was sie nicht kann
M. Ja, die nicht blöd. weiß.
Sebastian werden wir sehen ich spreche heute noch mit ein paar mehr Menschen, vielleicht finden wir ja noch irgendwie einen Impuls in irgendeine Richtung die vielleicht irgendwie hilfreich ist, wir werden sehen
M. Cool.
Sebastian okay, also vielen vielen Dank, dass du hier mitgemacht hast und Und ich drücke dir sehr, sehr gerne und ich drücke dir alle Daumen, dass du glücklich und zufrieden wirst.
M. Ich habe zu danken. war schön, mal mit jemandem zu sprechen. Danke. Danke dir.
Sebastian Sehr gerne. Tschüss.
M. Ciao.
Sebastian So ihr Lieben, das war M. Und es ist einfach so ein bisschen verzwickt. Aber ihr merkt schon, da gehen Menschen doch so ein bisschen aufeinander zu. Aber ist natürlich klar, wenn man jahrelang hungert, dann will man auch einfach viel. Und ich glaube, das ist absolut verständlich, wenn man da, ja, wenn er sich da einfach viel aufgestaut hat. So, ich mache einen ganz kleinen Moment noch, dann rufe ich hier gleich die nächste Person an. Ich werde jetzt auch nochmal einen Schluck trinken. Muss übrigens gestehen, das habe ich noch nicht richtig gewürdigt. Ich habe hier ein wunderschönes Gin-Glas und ein Gastgeschenk von Sarah und Clemens, weil das glaube ich ein Reform-Gin ist das heute. Spannendes Etikett, ist auf jeden Fall sehr lecker. Das ist jetzt keine Werbung, aber es ist ein bisschen Abwechslung einfach, sonst hänge ich ja immer bei einer Sorte und heute ist mal was anderes dran. Und jetzt gucken wir mal ein bisschen, wie läuft das weiter. Also ihr merkt, verfahren ist es immer. Und jetzt gucken wir mal weiter. Ich habe hier noch eine Person, die ich jetzt anrufe. Ihr kennt das schon. Ich mache jetzt ein bisschen Musik an und melde mich gleich zurück. Und ich gucke halt so ein bisschen heute auf die Uhr, dass ich alles unterkriegen kann und dann auch noch Menschen zuhören. Also bis gleich.

Gespräch mit Jasi

So, liebes Publikum, ich habe Jasi mitgebracht, hallo.
Jasi Hallo.
Sebastian Ja, wir haben auch die Tage schon vorher ein bisschen telefoniert und ich habe hier als Notiz stehen, du hast dich entschieden, BDSM nicht auszuleben.
Jasi ich habe mich bewusst dazu entschieden, da ich psychisch erkrankt bin, kann man einfach mal so sagen.
Sebastian ich darf sagen, wie alt du bist. 18 Jahre steht hier auf meinem Zettel. Und das ist natürlich jetzt schon eine Entscheidung, die kommt natürlich früh. Ui, aber du möchtest BDSM ausleben, das ist eigentlich deine Neigung oder deine Sexualität.
Jasi würde ich sagen. Es ist halt nur jetzt momentan noch nicht der richtige Zeitpunkt dazu. Also man muss wissen, ich bin schon fünf Jahre in Therapie. kann man es einfach mal sagen. Und ich habe dann auch, das hatte ich ja erzählt, dass ich mit meinem Arzt darüber gesprochen hatte. Mein Arzt kennt sich ja damit ein bisschen aus mit dem Thema. Und dann haben wir darüber geredet und haben ganz klar auch entschieden, dass das jetzt noch nicht der richtige Zeitpunkt ist.
Sebastian Okay, das heißt, du hast mit deinem Arzt gesprochen, hast gesagt, Doc, ich möchte BDSM machen. Kann ich mir das so vorstellen? Also ich stelle mir gerade meinen Hausarzt vor, der Mann ist, der ist doch garantiert schon 70, guck mal das Podcast so wie an. Der ist so, naja, noch nicht, okay, aber der ist rund um die Uhr in dieser Praxis und ich weiß nicht, ich glaube, ich würde es ihm sagen, aber nicht so. Okay, also du hast ein gutes Vertrauensverhältnis zu deinem Arzt.
Jasi Ja, also dadurch, dass ich ihn schon viele Jahre kenne, bei ihm viele Jahre bin und auch wegen meiner Erkrankung dort bin, kennt er mich sehr gut und da weiß ich, da kann ich alles erzählen, da werde ich nicht verurteilt. und haben dann eben darüber geredet und haben halt einfach, da ich, wie gesagt, so ein paar Macken habe, die mit BDSM schwer vereinbar sind, eigentlich nicht vereinbar sind, haben wir dann gesagt, so, nee, das ist jetzt nichts, was momentan der richtige Weg ist.
Sebastian Okay, das heißt, er weiß, was BDSM ist. Gut, das ist ein Mediziner, die haben schon alles gesehen, sagt man immer. Und du hast ihm gesagt, was du gerne ausleben möchtest, also auch so an Praktiken. Magst du vielleicht, ich weiß es sehr privat, aber magst du ein Beispiel nennen, wo du sagst, das wäre was, wo du sagst, oh ja, das wünsche ich mir?
Jasi Ja, natürlich, also ich kann immer nur davon reden, was ich mir vorstelle, meine fantasien und so ist schwierig grundsätzlich möchte ich viele dinge ausprobieren was mich vor allem reizt ist zum einen Bondage aber halt vor allem auch D/s also finde ich super interessant ja also ich weiß nicht wie finde ich diese art von, ja und da ist es halt für mich einfach schwierig, weil ich nicht weiß, ob mich das nicht in meiner ganzen Komponente zurückwerfen würde, ja.
Sebastian Hm, ja, du hast ja gesagt, das ist eine psychische Erkrankung und also erstmal ist es, ich finde es schon mal gut, dass du mit ihm darüber gesprochen hast, denn ich kenne mehrere Menschen, die, ich weiß nicht, die besuchen schon sehr lange einen Therapeuten, erzählen denen alles, wirklich alles und da wird bis in die Kindheit alles umgegraben, aber die würden im Leben nicht auf die Idee kommen, dass die irgendwie eine Beziehung im Bereich BDSM, D/s und TPE haben. Das ist dann, das sparen sie immer aus und da denke ich mal so, um Himmels Willen, das ist ein Therapeut, dem musst du doch sagen, was dich bewegt, damit er dann da eventuell auch dir eine Perspektive geben kann. Also wenn ich zum Arzt gehe und sage dem nicht, dass der Fuß ab ist und sage nur, ich habe so Kopfschmerzen, ich habe so Kopfschmerzen, dann gehe ich da raus und der Fuß ist immer noch ab. Also Entschuldigung, das finde ich toll, dass du da die Karten auf den Tisch gelegt hast und hat er gesagt, das macht man nicht? Oder das, oder, also, ja, ich merke es, ich rede mich in Rage.
Jasi Nee, nee. Nee, nee, also als erstes, ich glaube, jeder hat da so seine bestimmten Macken, wenn er in Behandlung ist aufgrund seiner psychischen Erkrankung, dass er was nicht erzählt zum Beispiel. Ich habe vier Jahre lang gebraucht, um die Namen meiner Freunde zu nennen. Ich habe immer nur beschrieben, wer sie sind. Da hat jeder so seine Macken. Und zum anderen, nein, er war da sehr, sehr ruhig, hat mit mir drüber geredet, hat mir aber halt auch ganz klar gesagt, dass er gewisse Risiken sieht. Ich kann ja einfach mal auf so ein paar Dinge eingehen, dass ich zum Beispiel auch einfach Menschen anziehe, zum Beispiel auch Narzissten. Ich sage mal anziehen mit Absicht, weil es so ein bisschen mir vorkommt. Aber andere psychisch kranke Menschen oder Menschen auch mit Drogenproblemen. Und das ist halt schwierig, wenn man solche Menschen anzieht, da eine richtige, gesunde Beziehung aufzubauen. Und weil er das auch in meiner Vergangenheit schon mitbekommen hat, Ja, es
Sebastian Okay, also er würde nicht generell von BDSM abraten, sondern er sagt, das ist für dich vielleicht im Moment nicht unbedingt gut, also es hat Risiken. Ärzte sagen das ja so, das hat ein Risiko, die sagen ja nicht, mach das nicht.
Jasi ein Risiko, zum Beispiel eben das, dass ich, weil ich einfach nicht, also nicht aus einer gesunden Perspektive urteilen kann, würde ich jetzt mal sagen. Weil, ja, würde ich mal sagen, hat es einfach für mich Risiken. Aber zum Beispiel halt auch, dass zum Beispiel ich würde nicht garantieren können, das ist glaube ich der Hauptpunkt, dass ich Stopp sagen könnte oder wenn irgendwas wäre, dass ich, bei mir ist es oftmals, dass wenn etwas zu weit geht, dass ich erstarre oder nichts tue. Und wenn mein Partner, meine Partnerin das nicht weiß, kann das problematisch werden, nicht nur für mich, sondern auch für die gegenüberstehende Person, weil das ja bei der auch im Nachhinein Probleme auslösen könnte oder sonstiges.
Sebastian Ja, okay, also es geht um Selbstschutz und Schutz deines Gegenübers. Ja, aber er hat gesagt, jetzt nicht. Also es gibt eine Prognose, eine Aussicht, das kann alles werden, du musst nur ein bisschen Geduld haben. Habe ich das richtig verstanden?
Jasi Ja, also wie gesagt, das sind jetzt, wie gesagt, schon fünf Jahre. Ich kann mich, glaube ich, noch ein paar Jahre in Geduld üben, je nachdem. Vielleicht gibt es irgendwann einen langsamen Weg dahin, dass ich das einfach in ganz, ganz kleinen, vielen Schritten machen muss. aber das ja es ist schwer abzusehen wie lang und wieso das ist halt mal geht es besser mal geht es schlechter so ist es leider ja
Sebastian Und du hast dich entschieden, du möchtest das Risiko nicht eingehen. Okay, das ist natürlich so eine Sache, weil wenn es in dir drin steckt, dann ist es ja, das ist aber so, ich kenne ja natürlich alle Details nicht, aber da ist natürlich der Gedanke, kann es vielleicht sein, dass du das auch abzulehnen hast, dass das eventuell auch vielleicht gerade das Gegenteil bewirkt. Ist das etwas, was ihr thematisiert habt?
Jasi das tatsächlich nicht nein aber ich ja ich glaube es natürlich ich muss sagen es ist auch in dem mehr ich versuche von diesem thema abzuwenden desto schwieriger ist es deswegen versuche ich mir schon irgendwo mit mir also mir selber irgendwo den raum zu geben zum beispiel ja gehört zu werden also mir tut es persönlich gut dass ich mit meinem arzt darüber reden kann ja einfach weil wenn ich dem thema gar keinen raum lasse dann habe ich gefühl würde das ganz schief gehen dann würde ich mir irgendjemanden suchen weil das ist jetzt nicht schwer wenn man auf den seiten angemeldet ist angebote kriegt man aber
Sebastian Ja, da muss man natürlich überlegen, kannst du auch andere Wege geben. Es muss ja auch nicht immer gleich eine ganze Beziehung sein. Also ich mag dir da jetzt nichts einreden, aber ich kann mir natürlich schon niederschwellige Angebote vorstellen, wie ich sag mal so ein Tüdel-Treffen, wo 20 Mann in einem Raum sind und wo man im Zweifel sich das ansieht und ein bisschen probiert. Aber das will ich dir jetzt nicht einreden. Aber ich denke mir mal, es gibt ja dann doch immer noch mal einen Mittelweg. Also dir wurde abgeraten, dich überhaupt damit zu beschäftigen oder?
Jasi nein nein das war nicht seine intention wie gesagt er hat auch ganz klar gesagt wenn ich fragen hätte könnte ich kommen wenn irgendwas wäre also fragen stellen wenn er wenn er und er sie eventuell beantworten kann ja ja
Sebastian Also ich finde es spannend. Also du bist dir dessen bewusst und hast da auch einen Überblick drüber und du hörst ja offenbar auch diesen Podcast. Podcast.
Jasi ja also kann man auch dazu sagen also wenn jetzt also ich könnte mir sogar vorstellen irgendwann mal zu einem stammtisch zu gehen einfach nur um leute kennen zu lernen also ich weiß noch nicht wie lange wie viel zeit es braucht aber einfach nur leute kennen zu lernen und mich so an die Atmosphäre zu gewöhnen zum Beispiel, so an die Menschen.
Sebastian Ja, man muss ja auch nicht alleine hingehen, man kann sich ja auch jemanden suchen, mit dem man garantiert nichts macht, einfach damit man jemanden da hat, der im Zweifel auch einem beiseite steht und im Zweifel auch das nötige Nein auch mal ausspricht. Kann ja auch ein Weg sein. Von Elfer habe ich im Chat eine Frage, ob du datest, also ob du überhaupt Dates hast oder ob das dann ausschließlich mit Vanilla Menschen ist.
Jasi Tatsächlich date ich nicht. Also ich sage mal so, wenn sich irgendwas ergibt, dass ich mich mal irgendwie mit jemandem treffe, dann schon. Aber wirklich, dass ich jetzt sage, hier Tinder und mir jetzt Leute suche, nein. Also das ist eigentlich gar nichts. Also muss halt schon sagen, dass es bei mir so weit geht, dass ich wirklich auch Probleme habe mit Berührungen, mit bestimmten Berührungen. Das ist für viele Menschen, also jetzt zum Beispiel an die Schulter fassen und solche Sachen, da kriege ich persönlich, das ist für mich nicht so einfach.
Sebastian Ja, das heißt, das Ziel ist, dass du das Rüstzeug hast, um um da auch, ich sag mal, toleranter zu sein gegenüber allem, damit du dann eben auch den klaren Kopf behältst, um die Entscheidung, die man beim BDSM irgendwie treffen muss, auch zu sagen, nein oder doch, oder auch mal eine Situation zu überdenken, dass du dazu fähig bist.
Jasi dass ich dazu fähig bin, dass ich Herr der Lage bin, dass ich vor allem auch nicht hier dann irgendwie komisch abrutsche, also mit abrutschen, wie soll ich das beschreiben, dass zum Beispiel, wenn man jetzt, also man muss sagen, ich bin ja unten, also so würde ich mich einsortieren würde ich jetzt mal sagen und wenn ich als abrutschendes gemeint zum beispiel wie soll ich sagen wenn ich eine bestrafung bekommt und dass ich dann diese bestrafung wirklich dann sehr persönlich also persönlich nehmen kann man kann ich das so sagen dieses dass es nicht mehr auf dieser spielebene ist ja
Sebastian Ja, also ich glaube, wir müssen gar nicht so tief da jetzt drin rumwühlen in einzelnen Ängsten, also es sind ja Ängste, es ist die Angst, dass es dir nicht gut tut und wir wollen ja BDSM machen, damit es uns gut geht und das ist ja dann genau das Gegenteil. Da hast du ein bisschen was vor dir.
Jasi ja ja
Sebastian Ja, also das ist doch schon mal schön, also das positive Denken, das hast du schon mal und du bist dir der Lage bewusst, du bist dir auch bewusst, woran du arbeiten musst und dann ist es vielleicht tatsächlich, wenn du da gut betreut dann auch einfach eine Frage der Zeit, dann kann man ja wirklich in kleinen Schritten einfach ausprobieren und dann eben auch erstmal feststellen, ob BDSM, ob dir das Spaß macht und was dir davon Spaß macht, denn es gibt tausend Sachen, BDSM Sachen, die mir persönlich keinen Spaß machen und dann gibt es ein paar Sachen, die machen mir Spaß, also das muss man ja auch erstmal rausfinden und ich glaube gerade diese Testingphase ist einfach sehr, sehr schwierig.
Jasi das
Sebastian Ich sage erstmal Dankeschön, dass du das hier auch geteilt hast. Auch da wieder der Satz, du bist da garantiert nicht alleine mit.
Jasi weiß ich das
Sebastian Finde ich total großartig und ich drücke dir einfach die Daumen, dass irgendwann der Tag kommt, wo du sagst, so und jetzt bin ich bereit, die nächsten Schritte zu gehen und dann wünsche ich dir auch, dass die einfach toll sind und dass die Erfahrung dann einfach eine schöne ist. Ja,
Jasi hoffe ich auch danke für dass ich das so ein bisschen teilen durfte dass ich vielleicht auch anderen ein bisschen mut machen konnte sei es jetzt halt es langsam anzugehen sei es zur therapie zu gehen ich kann nur sagen das Das bringt was. Ist jetzt vielleicht ein harter Weg, aber irgendwann wird es.
Sebastian da bin ich ganz sicher. Du bist ganz jung, da gibt es noch so viele Möglichkeiten, da kann auch alles passieren. Also da kannst du ganz optimistisch sein. Okay, ich wünsche dir einen wunderbaren Abend und einfach, dass sich das alles in die für dich richtige Richtung entwickelt.
Jasi Dankeschön, dir auch. Tschüss.
Sebastian Sehr gerne, tschüss. So ihr Lieben, das ist eine harte Entscheidung. Ärztlicher Rat und dann auch ausdiskutiert und zu sagen, mach das jetzt mal nicht. Schon schwierig, ich weiß auch nicht, ob ich das akzeptieren würde, wenn mein Hausarzt sagen würde, lassen Sie das. Ich glaube, ich würde einfach den Arzt wechseln. Naja, also da wäre ich dann einfach zu trotzig wahrscheinlich. Muss man schauen. Ihr Lieben, damit ihr so ein bisschen wisst, wie das weitergeht. Also eine Person habe ich hier noch auf meiner Anrufliste und ich sehe, es ist 20 vor 10 und ich möchte ja auch noch mit Thomas unbedingt heute sprechen. Das heißt, ich rufe jetzt die nächste Person an und dann gucken wir mal, ob wir das nicht noch hinkriegen, dass ich mit Thomas spreche und dass wir dann dieses Telefon hier einfach mal anmachen. Ich gebe euch dann die Nummer, dass wir noch ein paar Gespräche führen und ich sage jetzt schon mal, die Sachen, die ich vorher aufgesprochen habe, die hänge ich einfach ganz hinten an die Folge dran nach der Verabschiedung. Das werde ich heute nicht unterkriegen. Aber so ist das manchmal. Ich habe ehrlich gesagt damit gerechnet, dass ich heute hier alleine bin und niemand redet. Und jetzt bekommt ihr nochmal ein bisschen Musik und wir hören uns gleich.

Gespräch mit Svenja

Ihr Lieben, ich habe das Podcastsubbie gerade rausgeschickt, denn sie soll Getränkenachschub holen. Und weil sie das beste Podcastsubbie der Welt ist, tut sie das auch gerade. Ich habe aber jemanden mitgebracht. Svenja, hallo.
Svenja Hallo, ich
Sebastian So, ich habe hier stehen, erste Erfahrung gemacht. Dann steht hier ganz viel Vanilla auf meinem Zettel. Okay, also BDSM hast du oder hast du nicht?
Svenja habe BDSM, ja.
Sebastian Sehr gut, gratuliere.
Svenja Ja, ich hatte es nur lange Zeit nicht.
Sebastian Okay, magst du ein bisschen erzählen, wie ist es dazu gekommen, dass du aufgehört hast oder gar nicht erst angefangen hast?
Svenja Also als ich eine Zeit lang Single war, vor, naja, so bummelig 13 Jahren oder so, da habe ich da so ein paar Sachen ausprobiert. Wusste aber auch nicht mal wirklich, dass das BDSM war am Anfang. Habe ich dann so mit der Zeit herausbekommen, weil mir dann auch jemand diesen Begriff genannt hat. Und damals hat das Internet tatsächlich noch nicht so viel ausgespuckt. Und ja, habe dann aber tatsächlich die SZ entdeckt und ja, habe mich dann mit Leuten getroffen und ja, so erste Erfahrungen gemacht und es war super spannend. Aber ja, habe auch eine schlechte Erfahrung gemacht und das erst mal wieder beiseite geschoben. Und dann hat mich das aber nicht so losgelassen. Und ja, und irgendwann bin ich aber wieder in eine Vanilla-Beziehung gerutscht, weil für mich war das auch immer so, ich habe mich immer so für nicht normal empfunden. Also es war für mich immer, eigentlich sollte das nicht sein. Und ja, Mitte
Sebastian Wie alt warst du da?
Svenja 20.
Sebastian Hm. Okay, und du hast es ausprobiert, aber irgendwie kamst du dir komisch vor damit.
Svenja Ja, also erst wirklich, ich wusste nicht, bin ich krank, bin ich gestört? Irgendwie, was stimmt mit mir nicht? Und ich hatte halt wirklich niemanden, mit dem ich drüber reden konnte. Oder ja, irgendwie auch Gleichaltrige. Also irgendwie sowas wie SMJG, da bin ich überhaupt nicht drauf gestoßen. Ich weiß gar nicht, gab es die damals schon?
Sebastian Ja, die gibt es schon seit Anfang, seit 2000 gibt es die schon, aber ganz ehrlich, man kommt ja nicht mal auf die Idee, dass es sowas geben könnte.
Svenja Hab den
Sebastian Aber als du die SZ gefunden hast, überleg mal, da gab es dann plötzlich eine Riesenplattform und da sind alle so wie du. Das müsste dir ja geholfen haben.
Svenja irgendwie nicht getrackt, ich weiß auch nicht.
Sebastian Okay.
Svenja Das war ganz schwierig für mich. Also für mich war das auch zum Beispiel so, ich hatte immer so, okay, Ziel vor Augen war, jemanden kennen, also einen Mann und dann eine Familie gründen und irgendwie ein schönes Heim einrichten und ja, das ist irgendwie so, naja, was mir vorgelebt wurde und was anderes kannte ich nicht und das wollte ich unbedingt schon immer und das war für mich nicht vereinbar mit diesen seltsamen Wünschen, die ich hatte sozusagen oder diesen Gelüsten oder wie auch immer, wie ich das damals betrachtet hatte und ja, das war echt schwierig für mich und Und ja, habe dann auch immer nur nach Vanilla-Partnern gesucht. Also diese ein, zwei Jahre, wo ich mich so ein bisschen ausprobiert habe, das war toll. Aber ich habe niemals in Erwägung gezogen, dass man eine Partnerschaft in dem Kontext auch haben könnte.
Sebastian Manchmal will man auch etwas nicht sehen.
Svenja kann sein, ja.
Sebastian ja, vielleicht deine Bedürfnisse, was waren deine Bedürfnisse? Also im Moment bist du für mich noch so top, da ist noch alles möglich. Also was hast du gemerkt, das macht dir Spaß, das möchtest du erleben und ausleben?
Svenja Also für mich war, also im Nachhinein weiß ich, war schon immer Sub. Und ich wollte, dass jemand quasi die Übermacht hat, sozusagen. Und also wirklich dieses Machtgefälle kann ich jetzt ausdrücken, damals nicht. Und ich wollte, dass jemand mir Dinge antut sozusagen. Und dabei bin ich jetzt nicht mal unbedingt maso. Und ja,
Sebastian Also Kontrollverlust und dass einfach Dinge passieren, auf die du keinen Einfluss hast und das ist okay.
Svenja genau. Also dass ich einfach nicht mehr die Macht habe, dass ich völlig unterlegen bin.
Sebastian Jetzt hast du aber eine Vanilla-Person kennengelernt und Und
Svenja Ja, ich war dann wieder in einer Vanilla-Beziehung. und ja, die gingen auch über fünf Jahre und wir haben auch ein Haus gebaut und alles und habe aber immer, ja, ja, genau, richtig,
Sebastian ja, so wie es im Lehrbuch steht. Bau ein Haus, mache Kinder, steige einen Job irgendwie auf oder bleib Hausfrau. Wie das halt so im goldenen Buch des Lebens steht, um Gottes Willen. Zwei Autos vor der Tür, in der Vorstadt.
Svenja ja, ein Hund kam dann noch, ne, ja, natürlich, ja,
Sebastian Entschuldigung. Ja, natürlich. Entschuldigung. Das will ich gar nicht. Das sind ja alles völlig legitime Wünsche. Ich will das ja gar nicht ins Lächerliche ziehen. Aber man rutscht da so rein.
Svenja genau und ich habe aber auch immer wieder gemerkt, Also ungefähr alle halbe Jahr habe ich voll den Rappel gekriegt. Da waren diese Sehnsüchte, diese Wünsche, Bedürfnisse total wieder da. Und ich wusste nicht, wohin mit mir. Und dann habe ich doch wieder online ein bisschen geschaut und heimlich ein bisschen online gespielt. Und es hat mir aber nicht richtig was gegeben. Und ja gut, irgendwann war die Beziehung hin, aus anderen Gründen. Das hatte damit nichts zu tun. Und ja, dann bin ich in die nächste Vanilla-Beziehung gerutscht. War so übergangslos quasi.
Sebastian Okay. Okay, das heißt, du hast deinem Partner nie gesagt, hier, mach mal.
Svenja Der wusste von gar nichts.
Sebastian warum nicht?
Svenja Nein, weil, ja,
Sebastian Ich meine, das ist doch total wichtig, dass der Mensch das erfährt.
Svenja aber dieser Mensch war sehr, sehr konservativ irgendwie.
Sebastian sind manchmal die Schlimmsten.
Svenja Ja, aber dem hätte ich das nicht sagen können.
Sebastian Okay, und dann die nächste Vanilla-Beziehung.
Svenja Ja, das war ein Mensch, oder ist ein Mensch, mit dem bin ich auch jetzt noch zusammen. Und den ich schon sehr lange kannte durch den Sport. Und ja, irgendwann wurde halt mehr draus. Und jetzt muss ich überlegen, nach drei Jahren habe ich mich dann durch Zufall ihm gegenüber geoutet.
Sebastian Wie denn das? Browser-Verlauf? Oder durch Zufall heißt es ja versehentlich.
Svenja Ja, tatsächlich. Ja, also ich musste mich dann im Prinzip outen, weil ich habe auf dem Joyclub ein Profil schon lange und das lag halt brach. Und ja, immer wenn ich dann mal so ein bisschen Bedürfnis hatte, naja, dann hat man da zumindest mal ein bisschen hin und her geschrieben mit jemandem. und ich habe dann zufällig entdeckt, dass er da ein Profil hat, aber auch ganz Vanilla. Okay, entweder ich kriege jetzt hier in der Beziehung irgendwas nicht mit oder das ist ganz, ganz alt und das ist, bevor wir zusammen gewesen sind. Letzteres war zum Glück der Fall, aber ich habe ihn darauf angesprochen und habe dann ihm aber auch erklären müssen, warum ich denn da nun war. Aber ich konnte auch nicht aushalten, das jetzt alles irgendwie tot zu schweigen. Und dann habe ich ihm halt alles erzählt. Er wusste, dass ich früher so ein paar Sachen in die Richtung ausprobiert habe. Aber da habe ich mich dann vollends geoutet und habe auch gesagt, es kommt immer wieder und ich habe da irgendwie so Sehnsüchte. Und dann hat er gesagt, ja, das ist doch alles völlig in Ordnung. Und ich liebe dich so, wie du bist. Und das ist doch gut so und du bist gut so. Und wenn du das brauchst, dann musst du das machen. Und wenn das nicht mit mir geht, dann muss er das mit jemand anderem machen.
Sebastian Ach was.
Svenja Ja, also es war das Unglaublichste, was ich gehört hatte bis dahin. Ja, also das im
Sebastian Okay. Also, dass es mit ihm aber nicht ging, das war dann schon irgendwie klar. Oder, oder, hm.
Svenja ersten Moment, ja, weil das für ihn was völlig Fremdes war.
Sebastian Gut, aber er nimmt hin, das ist dein Bedürfnis, das brauchst du und sagt, okay, mach.
Svenja Ja, genau.
Sebastian Das ist ja ein toller Schritt. Also, Wahnsinn.
Svenja absolut.
Sebastian Hm.
Svenja Und ich habe dann auch gemacht, habe dann auf derselben Plattform jemanden kennengelernt und erst mal in einem Café getroffen, habe mich zum ersten Mal im Leben dann auch covern lassen.
Sebastian Sehr vernünftig.
Svenja Aber auch nur, weil er gesagt hat, ich soll das tun.
Sebastian okay, also da wirklich extrem fürsorglich.
Svenja Ja.
Sebastian Guck, dass du glücklich bist, dass du das auslebst, aber mach es gefälligst sicher und komm wieder nach Hause.
Svenja Ach so, ja, nee, das mit dem Covern hat derjenige gesagt, der an mir spielen wollte.
Sebastian Ach so, ah, okay.
Svenja So, ja.
Sebastian Ja gut, aber auch schon mal ein gutes Zeichen.
Svenja Ja, und mit dem habe ich mich dann kurze Zeit darauf in einem Hotel getroffen. Und ja, als es dann so auf den Tag zuging, da hat mein Partner, ja, dem ging es nicht so gut damit, dann plötzlich. Und auch nach diesem Treffen ging es ihm gar nicht gut. Und ich habe im Nachhinein gedacht, gut, unsere Beziehung war noch nicht gefestigt genug, weil einfach sehr viel los war davor. Und er hatte sehr große Verlustängste und hat gesagt, nee, das geht so nicht. Das kann ich nicht aushalten, dass jemand solche Dinge mit dir macht und überhaupt, dass du jemand anderes triffst. Und ich möchte versuchen, dass wir das zusammen machen. Und dann hat er sich ganz viel angelesen und ganz viel im Internet informiert und angeschaut und Spielzeuge und alles gekauft. Und dann hatten wir tatsächlich zusammen unsere erste Session.
Sebastian wie war es?
Svenja Also die ersten zwei, drei waren wirklich großartig.
Sebastian schön.
Svenja Ich muss ja auch sagen, ich war völlig ausgehungert. Das war alles völlig neu. Und ja, das war wirklich toll. Und ja, aber nachher, weiß nicht, irgendwie kam es nachher einfach so, das passt so nicht so wirklich. Und ich habe auch einfach gemerkt, er ist nicht wirklich dominant. Er hat so ein bisschen Spaß daran, mir weh zu tun. Aber wenn ich nicht so in diesem Machtgefälle drin bin, dann kann ich Schmerzen so schlecht aushalten, dass das nachher einfach nicht mehr ging. Und dann, nein,
Sebastian Also ihr seid einfach nicht kompatibel, was das angeht.
Svenja also es ist auch, ich habe ihn auch irgendwann gefragt, ich so, was gibt dir das, gibt es dir überhaupt was, nehme ich dir etwas weg, wenn wir das jetzt nicht mehr miteinander machen? Und er meinte, nein, ich mache das nur für dich. Und mir macht es Spaß, wenn du Spaß hast. Ich so, okay, gut, dann lassen wir das jetzt. So, das ging einfach nicht ich
Sebastian Okay, und jetzt ist aber da wieder die Option, mit jemand anderem das zu machen, womit es ihm ja nicht gut geht. Wie habt ihr das gelöst?
Svenja habe dann irgendwie nach ein paar monaten gesagt na gut das war dann insgesamt später ja irgendwie mir fehlt wirklich total was und wenn Mann nicht geht geht vielleicht mit einer frau ich hatte das schon mal so bisschen abgeklopft und ja und das könnten wir dann noch mal versuchen naja habe ich versucht eine dominante frau zu finden was tatsächlich nicht so einfach ist als Frau und ja, da habe ich dann ja auch jemanden getroffen und das war ganz toll, aber ist dann nicht zum Spielen gekommen und ja, hab dann gesucht und gesucht und irgendwann dachte ich so, naja, irgendwie doch gern wieder mit demjenigen von damals spielen und ja, hab dann mit meinem Freund gesprochen, wir hatten in der Zeit auch unsere unsere Beziehung geöffnet und irgendwie, weil er gerne mal Paare treffen wollte. Naja, und irgendwie war alles ein bisschen lockerer, unsere Beziehung war gefestigter und ja, ich konnte dann irgendwann auch wieder meinen Spielpartner treffen, von damals, also den durfte ich wieder kontaktieren und weil ich gesagt habe, das passte menschlich einfach so gut, das war so unglaublich damals, ja und inzwischen spielen wir wieder miteinander.
Sebastian Okay, also ihr habt einen Weg gefunden, also euch allen ist wichtig, sowohl dir als auch deinem Partner und offenbar auch deinem Spielpartner, dass das funktioniert. Das ist kein Gegeneinander, natürlich vermute ich, dein Partner wird das nicht toll finden, aber er lässt dich glücklich sein, sage ich mal. Ist das richtig formuliert?
Svenja Also, ja, er ist tatsächlich inzwischen damit so einverstanden, hat damit kein Problem. Und wenn ich nach Hause komme, also Stimmung ist ganz normal, super. Und ja, also nach allen Treffen, die jetzt zuletzt waren, war immer alles total in Ordnung. Und er stellt auch keine Fragen. Manchmal so am Anfang hat er gefragt, ja, was macht ihr denn eigentlich so? Und ja, oder magst du nicht so drüber reden? Ich so, nee, irgendwie ist das so meins und das mag ich jetzt nicht so von erzählen. Und das hat er auch so akzeptiert. Und ich habe hier echt einen Menschen zu Hause, der einfach großartig ist und damit ganz, ganz toll umgeht. Und ich habe ganz, ganz großes Glück.
Sebastian Ja, offenbar. Also ich kann nur gratulieren. Langer Weg und es hat offenbar auch gedauert, aber es gibt einen Weg und ich höre dir das so an, er hat zwar vielleicht Verlustängste, aber offenbar je mehr er dich das ausleben lässt, desto mehr liebst du diesen Menschen. Menschen, schön,
Svenja Ja, ich bin wirklich glücklich, dass ich das so machen darf und ihn trotzdem behalten darf.
Sebastian ja, ich wüsste dem jetzt gerade gar nichts mehr hinzuzufügen, das ist gerade einfach mal so der, der, der positive Punkt des Abends, sag ich mal, find ich echt schön und du, du hörst dich auch glücklich an und, ja, dann kann ich doch nur hoffen, dass das genauso wie jetzt einfach schön ist und dass du glücklich sein kannst und dass das, dass das einfach tut.
Svenja das hoffe ich auch. Ich würde mir ein bisschen mehr wünschen. Das ist mir von der Frequenz her zu wenig, aber wer weiß.
Sebastian Ja, aber manchmal ist es auch so, dass dadurch, dass es ein bisschen eingeschränkt ist, dass es eben nicht oft genug ist, aber dann doch immer wieder ist. Vielleicht ist es dadurch auch, dadurch bleibt es vielleicht auch genau spannend.
Svenja Ja,
Sebastian Das kann es ja auch sein, wenn man immer kann und da nichts gegenspricht. Ich glaube, selbst die schönste Schokolade schmeckt einem irgendwann nicht mehr. Naja, also ich versuche natürlich immer alles positiv zu sehen.
Svenja das stimmt. Also,
Sebastian Ich sehe gerade übrigens im Chat, dass eine Svenja in derselben Situation wie du ist und sich mit dir gerne austauschen würde. Sie heißt tatsächlich auch Svenja.
Svenja Okay. Ja.
Sebastian Generell für alle, die jetzt heute mitmachen und auch die Menschen im Chat, also wenn ihr da Kontakt miteinander aufnehmen wollt, ich vermittle das gerne. Ich habe von allen Menschen, mit denen ich bisher gesprochen habe, irgendwie Kontaktdaten. Das ist glaube ich auch für dich okay, wenn ich da was weiterleite an
Svenja Ja. Na klar.
Sebastian Wunderbar, okay. Okay, gut. Nein, also dann hoffe ich einfach, dass auch dein Partner mit der Situation so glücklich ist und dass er da nicht unter die Räder kommt.
Svenja Ja,
Sebastian Das ist ja mal diese ganz schwierige Situation und dass er dir da ehrlich gegenüber ist und sagt, wenn ihm was stört. Und dann kann ich einfach nur die Daumen drücken und einfach hoffen, dass es eigentlich genauso bleibt, wie es jetzt ist.
Svenja danke schön.
Sebastian Ja, sehr gerne. Dann, liebe Svenja, die Uhr.
Svenja Ja, ja, klar.
Sebastian Aber vielen, vielen Dank, dass du das hier geteilt hast.
Svenja Ja, gerne.
Sebastian Total schön. Und jetzt werde ich mal gucken, ob ich den Thomas hier in die Leitung reinkriege.
Svenja Ja, ich bin gespannt.
Sebastian Ja, ich auch. Alles klar. Dann ganz viel Spaß noch.
Svenja Ja, danke, tschüss.
Sebastian Mach's gut. Tschüss. So kann es auch gehen. So, ich habe schon gesagt, ich werde mal gucken, ob ich den Thomas kriege in die Leitung. Irgendwo habe ich auch seine Telefonnummer. Die muss ich mal suchen. Die darf ich hier natürlich nicht laut vorlesen. Ach, da ist sie auch schon. Dann werde ich jetzt die Nummer mal wählen. Ihr kennt es schon. Es gibt schon wieder Musik. Und dann hören wir uns gleich mal an, was der Fachmann dazu sagt. Ich bin selber sehr gespannt.

Gespräch mit Thomas

So ihr Lieben, ich habe Thomas mitgebracht, hallo.
Thomas Guten Abend. Jetzt
Sebastian So, wir haben schon mal eine Folge miteinander aufgenommen, ich glaube die 35 war es. Tja, sie heißt auf jeden Fall so wie du und da haben wir schon mal lange, lange gesprochen über den Geist und die Psyche und auch wie du dazu stehst, du bist selber BDSM-er, du bist allerdings auch mehr als Laie, wie kann ich dich da richtig bezeichnen?
Thomas von der Berufsbezeichnung her, sag einfach Psychodackel, dann weiß jeder, was gemeint ist.
Sebastian Psychodackel, alles klar Soll ich das auch so in die Shownotes reinschreiben, ja?
Thomas von mir aus schreibt das auch so richtig unter vielen.
Sebastian ist überhaupt kein Problem Okay, dann schreibe ich Psychodackel rein, da muss ich mal eine Notiz machen Psychodackel, mal gucken, wie man das richtig schreibt Okay Ja, du hast schon ein bisschen mit reingehört heute, ich glaube, du hast alles gehört und bei dir in der Praxis hat es auch schon Menschen gegeben mit ähnlichen Problemen Also du hast eine Praxis, da kann man hinkommen, kann mit dir sprechen und ja, für BDSMer oder sind das einfach ein paar unter vielen?
Thomas Aber dieses Thema kommt halt immer wieder mal so aufs Tapet. Ich bin selber verwundert, dass Menschen bei mir relativ schnell die Karten auf den Tisch legen. Das mag vielleicht auch an meiner Ausstrahlung liegen, weil ich nicht den Eindruck vermittle, dass ich solchen Sachen unaufgeschlossen gegenüberstehe. Ich
Sebastian Okay, also das heißt den Zugang hast du, wenn jetzt, ich meine das ist ja, wir merken das heute Abend, das ist so ein bisschen komprimiert in die Richtung, mein Partner teilt meine Leidenschaft für BDSM nicht. Was sagst du jemandem, der das sagt? Ich will das machen, mein Partner, meine Partnerin aber nicht. Und dann, ja, sagst du, trennen sie sich. Ich weiß ja nicht, gerade wenn man bei dir auf der Couch liegt, Zeit ist Geld, dann muss man schneller raten, Entschuldigung. Nein, Humor beiseite. Was rätst du den Menschen oder wie gehst du überhaupt damit um? Denn mir ist es heute sichtlich schwergefallen, den Menschen irgendeine Art von Rat zu geben, weil ich habe keinen. Na toll, ich
Thomas muss ja in dem, was ich mache, mit den Menschen ergebnisoffen bleiben. Ich darf ja nicht schon ein Ergebnis im Kopf haben, was dabei rauskommen soll. Also muss ich erst mal Fragen stellen. Fragen wie, wie hast du versucht, es ihm oder ihr zu vermitteln? Im Grunde Dinge, die heute Abend auch in den ganzen, mir sind ein paar Sachen aufgefallen. Nein, ich hole jetzt nicht so weit aus, sonst dauert das alles viel zu lange. Nein,
Sebastian unterbreche dich einfach seltener, dann hast du mehr Redezeit, dann kannst du ein bisschen ausholen.
Thomas unterbrechen, Fragen stellen.
Sebastian Okay, das ist vielleicht mal der Punkt, also ich habe die Vermutung, dass wenn das in mir seit Jahren gärt und dann öffne ich mich meinem Partner, habe ich überhaupt eine Chance, das so rüberzubringen, dass mein Gegenüber nicht wie vom Bus überfahren ist. Also
Thomas Gehen wir mal auf diese Geschichte ein. Wir brauchen ja irgendeine theoretische Konstellation, an der man sowas festmachen kann, um das Ganze so ein bisschen zu beleuchten. Theoretisch kann
Sebastian dann nimmst du mal mich und das Podcastsubbie. Sie steht total drauf und ich überhaupt nicht. Ich bin jetzt mal für den Moment absolut Vanilla. Ja, also das ist, ey, Frauen schlagen, ey, das geht gar nicht. Gotteswillen, das machen nur Perverse. So, Entschuldigung. Nein, also das wäre jetzt mal so die Konstellation. Könntest du sie coachen, dass sie mir, mit mir reden kann und dass ich das auch verstehen kann? Geht das?
Thomas Faktor mit ins Spiel bringen, nämlich wie ist die Intimität zwischen uns. Und mit Intimität meine ich jetzt nicht Sex, sondern man muss hingucken, Intimität ist ein Gefühl, das kommt, wenn Intimität da ist. Dann sollte das Subbie, da
Sebastian Ja, du musst leider bei dem Namen bleiben heute, es tut mir leid.
Thomas muss sie einen Weg finden, dir ihre Wünsche zu vermitteln, ein Gesicht von, eigentlich was ganz Konkretes, gerade in der Konstellation, also wenn Frau draufsteht und Mann nicht draufsteht.
Sebastian Okay.
Thomas Männer, die meisten jedenfalls, wie das bei den ganz Jungen ist heutzutage, weiß ich nicht mehr, zumindest mal so meine Generation, ich bin älter, ich glaube Männer haben oftmals ein Problem damit, der Partner oder was einen gesichtsverlustig,
Sebastian pass auf, ganz kurz, sie hat mir gerade geschrieben, du darfst ihren Namen heute Abend benutzen. Aber du dürftest, das ist eine große Ehre.
Thomas fürchterlich auf BDSM, wenn du der klassische Mann wärst, mit allen neurotischen Strukturen, die Männer so ausmachen, dann würdest du als erstes mal fragen, Generell
Sebastian Ja, okay,
Thomas nicht mit Gesichtsverlust.
Sebastian das kriege ich auch nicht, also das ist dann auch permanent, also das wieder rauszukriegen, diesen Gedanken, das ist schwierig, sagst du.
Thomas Da werden sämtliche Abwehrmechanismen aktiviert, um das eigene Ich nicht in Frage zu
Sebastian Okay, das heißt aber, du sagst so beim Mann und Frauen können damit besser umgehen?
Thomas stellen. Tja, jetzt muss ich eine Lanze für Frauen brechen. Wir sind da einfach differenzierter und sind eher in der Lage, auf der emotionalen Ebene zu sein als Männer. Männer sind Pragmatiker, Macher. Das ist auch Ausnahmen. Um Gottes Willen will ich gar nicht in Abrede stellen. Aber grundsätzlich sind Männer erstmal die Macher. Wenn dann eine Frau daherkommt und sagt, du, ich hätte da gerne was anderes, dann stellt der Mann erstmal seine Fähigkeiten in Frage. Dann steht er da im kurzen Hemd und wird sämtliche Abwehrmechanismen aktivieren, sich selber nicht in Frage
Sebastian Okay, das heißt aber, sie kann es ihm ja vielleicht anders verkaufen. haben schon gehört, wenn so ein Griff in den Nacken kommt, dann kann man das ja so deuten und dann ist der Gesichtsverlust eben nicht da, aber er kriegt auch gar nicht mit, dass er gerade eine sexuelle Handlung vornimmt. das ein Weg?
Thomas vermittelt. Das, was du gerade machst, das ist schön, das gefällt mir, das macht mich an und könnte man das durchaus öffnen. Aber wie sage ich es? Und jetzt sind wir beim Primärproblem, nämlich vermittelt werden, woher soll der andere das wissen? Uns Männern ja oft, dass wir telepathische Fähigkeiten haben. Dem ist leider nicht so. Und
Sebastian Ich hab die. Okay, vielleicht müssen wir ein bisschen von dem Geschlechterstereotyp ein bisschen rauskommen. Du sagst ja, es gibt Ausnahmen. Das haben wir ja heute Abend auch schon gehört. Das kann in die eine oder andere Richtung gehen.
Thomas nicht so schnell die Abwehrmechanismen hoch, außer natürlich, wenn so eine Handlung in diese BDSM-Richtung total gegen Werte und Moral verstößt. Ja, dann wird es so, dass
Sebastian Okay, wir nehmen jetzt mal an, so ein bisschen Offenheit ist da und dieses Erstgespräch hat es nicht komplett versaut. Jetzt ist ja ja trotzdem noch dieses, also rätst du eher dazu, dass die Menschen was miteinander machen oder es gibt ja noch den Ausweg zu sagen, ja dann holt man sich das eben woanders, also das alles zu öffnen. Also wohin, ich sag mal quantitativ, also wenn du jetzt mal die letzten x Jahre zurückschaust, wozu würdest du eher raten, tendenziell, ohne jetzt auf Einzelfälle einzugehen? Okay, also es gibt keine einfache Lösung.
Thomas immer wieder der Faktor kommt, ohne dass man mit. Da ist es ganz wichtig, dass man angstfrei miteinander reden kann und dass keine Themen ausgeklammert werden, die Unterhaltung frei, jeder Mensch. Und wenn man für sich die Entscheidung trifft, ich lasse das jetzt bleiben, weil mir der Mensch, der mir gegenüber sitzt, wichtiger ist, als ich habe oder auf der Triebebene passiert. Ja, das kann funktionieren. Die
Sebastian Wenn die Lebensqualität eingeschränkt ist, sage ich mal. Also bis wohin ist so der Punkt, wo man, also wenn ich sage, okay, ich lasse das bleiben, wo ist der Punkt, wo ich vielleicht doch mehr Hilfe suchen sollte und darauf reagieren sollte, was mein Geist, mein Wesen mir sagt. Also wie weit sollte ich es in mich reinfressen? Also
Thomas Energie wird sich andere Wege suchen.
Sebastian eine Alternativhandlung, also ich mache stattdessen Sport. Das funktioniert?
Thomas Man kann das nicht verallgemeinern. Jeder Mensch ist individuell. Es ist immer unterschiedlich. Aber das ist ja so ein klassischer intrapsychischer Mechanismus. Wenn uns etwas fehlt, suchen wir uns Alternativen. Jetzt muss man natürlich noch gucken, sieht man das Ganze jetzt aus der tiefenpsychologischen Sicht oder Ersatz her, ist es doch, wenn das völlig unmöglich ist. Am Anfang hat jemand gesagt, irgendwann platzt die Bombe. Nee, weil wir doch in der Lage sind, unsere psychischen Energien zu lenken. Jo, wenn ich mich also nicht aktiv mit BDSM beschäftigen kann, dann tue ich es passiv,
Sebastian Okay, aber das scheint mir nicht gesund zu sein, dass man dann, also diese Ausweichhandlung, ich könnte ja auch mein Leben ändern. Ich glaube, es geht ganz viel um diese Gewichtung. Wie wichtig ist es mir das und was bin ich bereit dafür zu tun? Und wenn ich das nicht bin, dann muss ich damit leben, so verstehe ich das gerade. Ja,
Thomas innerpsychisches Gleichgewicht wiederherstellen kann. Jo, dann ist es doch okay. Dafür sind diese Mechanismen ja da, damit wir in ganz andere Richtungen gehen. Man kann es projizieren. Jeder
Sebastian klingt alles fürchterlich, ehrlich gesagt, für mich.
Thomas von uns, jeden Tag. Ganz gesunde Mechanismen. Problematisch wird das nur, wenn einer dieser Mechanismen so sehr in den Vordergrund tritt.
Sebastian Ich persönlich würde eher viel früher sagen, man sucht sich Hilfe, zum Beispiel eine Paartherapie, wo man vielleicht auch lernt, mit dem Partner zu kommunizieren, damit diese ganzen Mechanismen erst gar nicht greifen müssen. Also ich glaube, das ist so, deine Perspektive ist ja ein bisschen, die Menschen kommen wahrscheinlich zu dir, wenn es sehr spät ist, wenn der Leidensdruck sehr hoch ist. Und durch diese Perspektive ist natürlich, da musst du immer von diesem Punkt ansetzen, gibt es etwas, was, ja, also wenn man merkt, okay, ich bin in einer Beziehung, das ist alles noch frisch, der Leidensdruck ist noch jetzt gar nicht so da, sondern ich merke, das ist nicht kompatibel. Ist es sinnvoll zu sagen, okay, präventiv, bevor es schlimm wird und mir wirklich schlecht geht, kann ich da etwas tun? Also ich sage mal, das ist wirklich so ein Familientherapeut mal als Beispiel, dass man sagt, ihr Partner, lasst uns da hingehen, damit wir einfach mal miteinander das Reden hinkriegen. Ist das eine Variante?
Thomas Darum geht es ja in der Konsequenz immer. Und zwar auf dieser Ebene, die ich vorhin schon mal angesprochen habe. Also, dass man angstfrei miteinander redet und nicht, wie vorhin, glaube ich, geschrieben, als wenn man in eine Tankstelle geht und ein Streichholz anzündet
Sebastian Ja, da sind natürlich viele Emotionen mit drin.
Thomas sagt, was auch,
Sebastian Pass auf, ich gucke wieder auf die Uhr und es ist immer wieder das Gleiche. Ich muss irgendwie mit diesen Live-Sendungen früher anfangen, habe ich das Gefühl. ich mag noch mit vielleicht ein, zwei Menschen, wenn sie anrufen möchten, mag ich gerne auch noch ein bisschen sprechen. Erstmal vielen Dank an dich. Also du hast jetzt mir nicht die Hoffnung gemacht, die ich gehofft habe, aber es ist eben kompliziert. Deshalb müssen wir uns dem Thema ja auch heute widmen. Na gut, okay, alles klar. Dann vielen, vielen Dank für deine Zeit und dass ich dich ansprechen dürfte. Und ich wünsche dir viel Erfolg. Mach's gut. Tschüss.
Thomas ciao. Ja,
Sebastian So, ihr Lieben, das war Thomas. Ja, also da nehmen wir jetzt auch einiges von mit. Das ist, es bleibt, ja, es ist und bleibt einfach kompliziert. Und es ist dann doch immer wieder absolut individuell, was eine Lösung sein kann. Oje, kompliziert, mein Gott. So, ihr Lieben, es ist jetzt hier 22.14 Uhr. Es gibt eine Telefonnummer. Und wenn ihr sagt, ihr möchtet spontan mit mir sprechen, dann ruft die doch gerne an. 0 5 1 0 1 9 1 1 8 9 5 2 ist die Nummer. Mir wäre es lieb, wenn wir nicht zu sehr Bezug auf die einzelnen anderen Gesprächsteilnehmer heute nehmen, weil ich glaube, das ist immer ganz schwer mit diesen 10, 15 Minuten Ausschnitten da ein externes Urteil zu bilden. Das heißt, ich möchte gerne mit euch, über euch sprechen. Das wäre mir ganz lieb. Okay, und falls jetzt hier nicht sofort

Sponsoren für Schätzfrage gesucht

das Telefon klingelt, ich habe ja Möglichkeiten, Es gibt heute wieder eine Schätzfrage und dazu habe ich noch ein kleines Vorwort, nämlich ich möchte das ein bisschen ausbauen. Es gibt ja nach wie vor den wunderschönen Kochlöffel von mir zu gewinnen und ich poste mal in den Chat das schöne Bild dazu. Dazu kann man was schätzen. Ich würde allerdings auch in Zukunft das ein bisschen ausbauen wollen, das heißt ich würde gerne ein, zwei, drei Sponsoren finden, die etwas produzieren, die irgendeinen BDSM-Onlineshop haben oder ein spezielles Ding. Ich würde dann auch sagen, was es und woher es ist, was ich dann eben hier mit verlosen kann. Das fände ich ganz schick. Und wenn ihr da jemanden kennt oder da jemand gerade zuhört und sagt, oh ja, super, das ist billige Werbung. Ganz so billig wird es nicht. Ich gebe zu, ich bin teuer. Aber generell bin ich dafür Gespräche offen, weil da habt ihr auch ein bisschen was davon und ich kann ein bisschen mehr in die Pakete packen.

Die Schätzfrage

Okay, so, ihr ratet im Chat jetzt einfach mal, was passen könnte, denn ich habe heute in die Podcast-Statistik geguckt und mal geschaut, aus wie vielen Ländern der Podcast so gedownloadet wurde in den letzten dreieinhalb Jahren. Das ist natürlich nicht super genau, aber immerhin, ich habe schon gesehen, China ist auf Platz 33, dort sind wir offenbar noch nicht geblockt, sehr schön. Und die Frage ist, aus wie vielen Ländern wurde die Kunst der Unvernunft bisher abgerufen? Und jetzt könnt ihr einfach raten, jeder bitte nur einmal im Chat, das wäre ganz nett. Und das Podcastsubbie wird dann ermitteln, wer am nächsten dran ist. Ja, und dann gibt es von mir Post. Ich brauche dann eine Adresse auf irgendeinem Weg, egal ob Telegram oder E-Mail. Ihr wisst ja, wie das geht. Dann brauche ich eine Adresse von euch, die schreibe ich auf den Umschlag und vernichte sie danach natürlich. Und dann bekommt ihr einen schicken Umschlag mit Fun-Wender, ein paar Kärtchen, was so alles da mit reinpasst. Okay, während ihr ratet, gehe ich doch mal meinen schicken Sendeplan hier mal ganz schnell durch. Nein, ich gehe nicht durch. Ich gehe einfach mal ans Telefon.

Gespräch mit Sonne

Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich?
Sonne hallo Sebastian, hier ist die Sonne.
Sebastian Hallo, Sonne. hast du doch noch angerufen.
Sonne Ja, ich habe die ganze Zeit gewartet, weil du geredet hast und dann ist mir erst der Groschen gefallen.
Sebastian Ja. Ja, man muss auch manchmal einladen. Wir machen das jetzt so. Ich mache jetzt im Chat einmal kurz eine Linie. Du bist jetzt die Person, die jetzt gerade das Gewinnspiel quasi mit im Anruf drin hat und ich habe jetzt die Linie gemacht, ihr wart einfach heute ein bisschen langsam und das Podcastsubbie guckt mal und entscheidet und schreibt mir das zwischendurch. Sprechen wir erstmal und wenn wir fertig sind, dann sagen wir, wer hier was gewinnt. Also, Sonne, ich weiß von dir schon ein ganz kleines bisschen was, aber vielleicht magst du mal erzählen, wie ist es dir ergangen?
Sonne Ja, gerne. Also ich bin 29 und ich bin Sub seit ungefähr einem Jahr und mein Partner und ich, wir sind beide verheiratet und leben halt in offenen Beziehungen jetzt oder in offenen Ehen. Und ja, wir haben auch beide zwei Kinder, was natürlich so das Miteinanderleben jetzt nicht, unser Ausleben nicht einfach macht. Aber der Weg dahin war ja natürlich auch schon etwas steinig, beziehungsweise musste man halt diese ganzen Punkte, über die es jetzt auch schon die ganze Zeit ging, ja erstmal meistern.
Sebastian Okay, das heißt, du bist verheiratet, er ist verheiratet, aber ihr nicht miteinander und ihr habt euch irgendwie gefunden und das heißt, dein Partner mag nicht.
Sonne Ja, genau. Also bei mir war es jetzt nicht so, dass ich seit zehn Jahren irgendwie weiß, okay, ich stehe jetzt auf BDSM und mein Partner halt nicht, sondern bei mir war es irgendwie so unterschwellig, so irgendwie fehlt was, aber ich weiß auch gar nicht so was. Ich bin jetzt mit meinem Mann schon, seitdem ich 17 bin, zusammen, also jetzt schon über zehn Jahre. Und natürlich gab es da auch manche Krisen und irgendwie war halt immer aber auch einfach die Liebe da klar, beziehungsweise dass es einfach auch nicht ohne einander ging, aber irgendwas hat halt gefehlt und dann haben wir auch darüber geredet und dann war es schon größtenteils wegen mir, dass wir gesagt haben, okay gut, dann öffnen wir jetzt mal unsere Ehe und gucken halt, was halt noch so ist, beziehungsweise was wir erleben wollen oder was uns interessiert in diese Richtung und dann war ich halt erstmal so, okay, neugierig, offen für alles, was gibt es denn überhaupt noch? Tantra, wie gesagt, BDSM und alles Mögliche, habe mich dann auf so einer schönen Plattform angemeldet und das kam dann wirklich durch Zufall. Ich hatte vorher, also wenn man mich gefragt hätte, hätte ich natürlich gewusst, okay, es gibt SM, aber was es da noch für andere Dinge gibt, keine Ahnung. Und das kam aber dann halt wirklich mit meinem jetzigen Partner, dass wir das zusammen, also dass ich das durch ihn eigentlich so alles erfahren beziehungsweise erleben durfte.
Sebastian Okay, also du hast jemanden kennengelernt und der hat dir gezeigt, guck mal, es gibt BDSM und das wird dir Spaß machen.
Sonne Ja, so ungefähr.
Sebastian Ja, das ist ja hervorragend. Also das heißt, es ist alles in Butter bei dir.
Sonne Ja, natürlich
Sebastian Ich muss natürlich darauf kommen, also der Abend ist ja heute ein bisschen von, ein bisschen ruhiger geprägt, um das mal vorsichtig zu sagen. Also das heißt, das passt einfach. Mit deinem Mann funktioniert das, mit deinem BDSM-Partner oder sage ich jetzt einfach Dom, das läuft. Also es ist ja auch so dieses Thema, kannst du BDSM so ausleben, wie du es möchtest oder gibt es da Einschränkungen?
Sonne es schwierig, weil wir ja beide unser Familienleben haben. Wir haben beide zwei Kinder, meine sind auch noch relativ klein. Und da ist natürlich der Alltag einfach von dem Familienleben und den Kindern geprägt, von den Aufgaben, die man halt hat als Mama und Papa. Aber wir haben da schon, also wir haben auf jeden Fall großes Glück, dass das so passt, dass wir halt dieselbe Lebenskonstellation haben und dass bei ihm jetzt schon länger so ist, dass er halt bei ihnen die Ehe halt offen war. Und das bei mir ja erst jetzt so kam. Und natürlich war es am Anfang auch nicht einfach für meinen Mann, das erstmal so, okay, was machst du da jetzt, was treibst du da jetzt. Aber für ihn wäre das halt auch gar nicht. Also auch als ich mit ihm darüber geredet habe, worum es denn da so ging, da konnte er sich das überhaupt nicht vorstellen, dass das irgendwas für ihn ist. Und dann war das am Anfang natürlich ein bisschen komisch, aber er wollte auch immer wissen und ich war da auch immer offen und habe ihm halt erzählt. Und da bin ich jetzt auch dankbar, weil für den Teil mit wie intensiv wir das ausleben können. Also klar, wir wohnen jetzt auch noch 140, also mein Dom und ich, wir wohnen 140 Kilometer entfernt. Das heißt, wir können uns auch mal spontan sehen, aber halt nicht so oft und in irgendwelchen Räumlichkeiten, was wir uns wünschen würden. Aber ich habe zum Beispiel auch täglich meine Aufgaben, dass wir da auch so ein bisschen Nähe und Beziehung zueinander haben.
Sebastian Okay, ja, also ich sage 140 Kilometer, das ist auf jeden Fall genug Zeit, auf jeden Fall eine Stunde, in der man sich gut überlegen kann, das tue ich gerade und sich dann entscheiden kann, ja, ich komme am Ziel auch an. Okay, gibt es was, wo du sagst, na, das ist vielleicht, also du merkst, ich gucke jetzt gerade auf die dunklen Seiten, aber gibt es was, wo du sagst, das hätte ich schon gerne und das geht halt nicht, das liegt halt an der Konstellation oder sagst du, du bist mit dir da im Gleichgewicht?
Sonne Manchmal würde ich mir schon gerne wünschen, dass es halt einfach mehr noch im Alltag... Also es geht ja nicht, weil klar, jeder hat seine Familie und wir lieben unsere Familie auch und wollen das auch nicht aufgeben. Aber ja, manchmal, wenn ich dann auch schon den Podcast gehört habe, einfach dann natürlich jemand, die Beziehung wirklich so zueinander zusammenleben halt können und sich dann auch einfach mal, du kommst jetzt zu mir oder ich komme zu dir und dann können wir irgendwie, wenn wir Bock haben, halt irgendwie noch eine Session haben oder irgendwie nur abends zusammen irgendwie sein und dann gucken, was sich entwickelt so oder halt auch immer öfters das Machtgefühl haben. Das ist dann schon manchmal der Wunsch einfach da.
Sebastian Mhm. Ja, aber auch da, wenn etwas nicht immer verfügbar ist, dann bleibt es ja auch besonders lange interessant. Das kann ich ja mal als Positives dazu sagen. Okay, aber da merkt man offenbar, du hast mit deinem Mann einfach eine Basis, ihr könnt miteinander reden, ihr könnt schauen, welche Bedürfnisse haben wir und auf dieser Ebene scheint es einfach zu funktionieren und dann ist das doch einfach ein gelungenes Beispiel für, es geht, auch wenn es mit dem eigenen Partner vielleicht nicht geht.
Sonne bin ich auch sehr dankbar, dass das jetzt so alles geklappt hat, funktioniert. Ja,
Sebastian das ist ein Geschenk von ihm an dich, was halt nicht jeder hat. Also das ist einfach eine ganz klare Sache. Vielleicht mal, um nochmal darauf einzugehen, also stell dir vor, er würde jetzt sagen, das geht nicht mehr. Könntest du dich dran halten? Würdest du das wollen? Also was wäre das für ein Verlust?
Sonne wäre schlimm. Also es wäre wirklich jetzt, wo es ja gerade funktioniert und gut ist, beziehungsweise ich es ja auch erst sozusagen seit einem Jahr habe, Also erst kennengelernt habe, aber das sofort ja auch so war, ach, das war wirklich die Erleuchtung, jetzt weiß ich irgendwie, was mir gefehlt hat. Und das jetzt wieder aufzugeben, wäre irgendwie, ja, wäre schon schlimm. Also ich wüsste nicht, wie ich jetzt damit umgehen sollte, weil klar, möchte ich meine, ja, nee, aber es ist wirklich, ja, ich weiß, also die Neigung beziehungsweise das, was mir gefehlt hat, das möchte ich jetzt natürlich nicht mehr missen einfach.
Sebastian will ich jetzt auch gar nicht herbeireden. Das ist aber so ein bisschen... Okay, ja, das ist dann jetzt diese Angst vor der Büchse der Pandora. Die kann man an dir schon merken. Wenn man es probiert hat und gemacht hat, dann will man auch. Oh, bist du noch da? Meine Gästin, die Sonne, die ist leider weg. Vielleicht magst du sie noch mal anrufen. Ansonsten kann man es auch einfach so mal dabei belassen bei... Schön, hat geklappt. ist ein schönes Beispiel. Ihr Lieben, ich mag euch noch sagen, wer am nächsten dran ist. Wer hat gewonnen? Unmanierlich hat gewonnen. Herzlichen Glückwunsch. Du bekommst von mir Post, wenn du mir eine Adresse schickst, denn du hast 112 Länder geschätzt und der Podcast wird tatsächlich in 124 Ländern gehört oder wurde er runtergeladen bisher. Und jetzt klingelt es nochmal. Hallo, Sebastian hier.
Sonne hier ist die Sonne nochmal. Ich wurde, glaube ich, gerade rausgeschmissen oder so. Ich weiß es nicht.
Sebastian Ja, keine Ahnung, plötzlich war einfach Stille in der Leitung.
Sonne Ja, bei mir auch.
Sebastian Fürchterlich. Aber ich habe die Zeit genutzt und habe, unmanierlich zur Gewinnerin oder zum Gewinner, ich weiß gar nicht. Ich glaube, es ist eine, ich lege mich mal fest, ich glaube, es ist eine, wenn ich falsch liege, Entschuldigung, hat gewonnen, also Post von mir. Okay. Nein, aber im Grunde passt und du hast jetzt einfach ganz viel Glück, du hast einen Partner, der dir das ermöglicht. Wunderbar, da ist vielleicht auch das Glück so ein bisschen, dass ihr erst geöffnet habt und dann hast du es entdeckt. wenn es andersrum gewesen wäre, wer weiß, welche Mechanismen da gewirkt hätten. Vielleicht noch eine etwas intime Frage, du musst sie nicht beantworten, aber es könnte ja sein, dein Ehemann, macht der vielleicht mit jemand anderem jetzt BDSM?
Sonne Nein, nein.
Sebastian Okay. Es kann ja sein, dass ihr das beide extern entdeckt, um dann irgendwann dann miteinander, darüber würde ich dann sehr gerne sprechen, ehrlich gesagt. Nein, aber es, okay. Man weiß ja nicht, was ist.
Sonne Was noch passieren kann, keine Ahnung, aber irgendwie manchmal ist es auch so, dass man kennt sich jetzt irgendwie schon über zehn Jahre und dann ist es irgendwie so, ich glaube, ich finde gerade nicht die richtigen Worte dafür, es ist einfach, wenn er es jetzt ausprobieren würde und das toll finden würde, ja, keine Ahnung, ob man es dann ausprobieren könnte ich weiß es nicht aber wahrscheinlich meint
Sebastian Okay, hier noch eine Frage zum Abschluss von The Raven. Erzählt ihr untereinander, was ihr spielt? Also was ihr macht?
Sonne er jetzt mal meinem partner denke ich jetzt mal
Sebastian Genau, also kommst du nach Hause und sagst, hey, ich hab das und das gemacht. Und er kommt nach Hause und sagt, ja, ich hab das und das gemacht.
Sonne also ich bei mir ist so dass mein mann halt schon am anfang wissen wollte was halt so abgeht also und ich meine es lässt sich halt auch nicht ganz vermeiden, dass er dann mal irgendwelche, was heißt vermeiden? Ich könnte es vermeiden, indem ich sage, es gibt keine Spuren irgendwie auf mir, die man halt sieht, also nur am Hintern oder so. Aber es ist kein Problem für ihn. Und wenn ich dann irgendwie mal am Bein oder irgendwo irgendwas habe und dann guckt er, manchmal guckt er sich das auch an und sagt dann so, oh ja, ist ja diesmal nicht so schlimm oder, oh ja.
Sebastian also ihr habt ja da einen humorvollen Umgang miteinander.
Sonne Ja, sehr. Und da bin ich auch total dankbar dafür, dass es jetzt halt so ist. Am Anfang war es schon so, ich würde gerne schon mehr wissen. Aber dann hat er, glaube ich, auch gemerkt, ach ja, das brauche ich auch jetzt nicht unbedingt. Aber halt auch so für tägliche Aufgaben, wenn ich da irgendwie jetzt immer sagen müsste, ja, ich mache jetzt halt noch irgendwas anderes oder so. Wenn ich dann irgendwie eine Aufgabe habe, dann wäre das irgendwie auch anstrengender im Alltag, wenn ich sage, ja, es ist halt so. Also ich bin da halt auch sehr dankbar, dass er das mitträgt und dass es für ihn okay ist, dass ich halt in meiner D/s-Beziehung halt mein tägliches Protokoll, meine Aufgaben habe und die halt dann auch mache.
Sebastian Vielleicht noch so als allerletzte Frage, und dann muss ich ja wirklich aufhören. Meinst du, dass dein Mann davon profitiert, dass du diesen, ich sag mal, diesen Ausgleich hast?
Sonne Weil, wie du schon sagst, ich bin auch, also weil es einfach, weil ich ja auch, also ich bin, ich merke es an mir, dass ich ausgeglichener bin, weil irgendwie jetzt so ein Puzzleteil, was immer gefehlt hat, jetzt da ist. Und ja, auf jeden Fall.
Sebastian Okay. Liebe Sonne, dann, pass auf, dann hiermit meine Anweisung, bitte weiterscheinen.
Sonne Dankeschön.
Sebastian Entschuldigung, das Wortspiel habe ich seit fünf Minuten im Kopf. Das musst du jetzt einmal raus. Ich wünsche dir eine ganz tolle Zeit und ja, dass das genau so weiter funktioniert. Und ja, einfach schön.
Sonne Dankeschön.
Sebastian Ja, wunderbar. Dann mach's gut und schönen Abend dir noch.
Sonne ja, wünsche ich dir auch.
Sebastian Tschüss.
Sonne Tschüss.

Aufruf: Fragen an Sexualmediziner

Sebastian Aber ihr Lieben, ihr merkt, ich gebe hier ein bisschen Gas. Ihr kriegt jetzt noch eine kleine Verabschiedung von mir, bevor hier niemand mehr zuhört. Denn eine Sache habe ich hier noch und die ist relativ wichtig. Ich werde nämlich in ein, zwei Monaten mit jemandem eine Folge aufnehmen. Ich mache jetzt sogar extra eine Kapitelmarke hierfür, damit ich das auch wiederfinde. Und zwar habe ich mit Dr. Jörg Signerski-Krieger gesprochen. Der Mensch hat eine Menge Titel. Leiter der Ambulanz für Sexualmedizin und Sexualtherapie. Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Also, Wahnsinn. Und ich habe mit den Menschen ein bisschen gesprochen und wir werden, ja, was werden wir machen? Interview? Gar nicht mal so, sondern eine Diskussion und er ist auch kein Experte für BDSM, zumindest habe ich das bisher noch nicht so verstanden, aber da geht es eben ganz viel um Sexualität, um ja, um Bedürfnisse und was macht das mit uns? Man hat den vielleicht schon im Zeit-Podcast gehört, da gibt es noch, er ist da relativ aktiv und durch glückliche Fügung haben wir einen Termin gefunden und werden miteinander sprechen. Und von euch möchte ich gerne Fragen haben. Er hat auch explizit darum gebeten, also wenn ihr Fragestellungen habt, die ihr an ihn stellen möchtet als Sexualtherapeut, dann immer her damit. Ich werde die sammeln, ich werde sie konsolidieren und das alles entsprechend vorbereiten, dass wenn ich dann in Göttingen in der Klinik sitze, dass ich dann eben auch schlaue Fragen zu stellen habe. Könnt ihr einfach schreiben an sebastian@kunstderunvernunft.de und wie gesagt, ich sammle das ein, was mir ganz wichtig wäre, ist, wenn ihr erwähnt, ob ich euch beim Namen nennen darf oder Nicknamen, ansonsten lasse ich das mal so lange anonym, bis ihr gesagt habt, ja, du darfst ruhig XY sagen, dass ich das damit unterbringen kann. Also wenn ihr da Fragen habt im Bereich Sexualmedizin, dann einfach schicken und ich werde gucken, dass ich sie alle gestellt kriege.

AMA - Ask me anything

Okay, ansonsten, wenn ihr mich mal ganz anonym kontaktieren wollt, ich poste den Link auch nochmal in den Chat rein. Es gibt so ein Ask-me-anything-Formular, da könnt ihr einfach reinschreiben, was ihr wollt und das geht auch ohne, dass ihr mir eine E-Mail-Adresse offenbart oder irgendwas. Also wenn ihr irgendwas haben möchtet, was ich in den Podcast mit integriere oder wenn ihr einfach eine anonyme Aussage treffen wollt, dort könnt ihr das machen, ohne dass ihr jetzt da auch einen Kanal, dass ich euch dann zurückschreiben kann, entscheidet ihr einfach und klickt mal drauf. Werdet ihr schon sehen, steht auch in den Shownotes der Link als AMA, also Ask Me Anything könnt ihr nutzen.

Würdigung der UnterstützerInnen

Gut, so, eine Sache mag ich nicht vergessen. Ich habe wirklich diese Woche auch ein bisschen von meiner echten Arbeitszeit, die ich für meinen Hauptjob nutze, ein bisschen was abgezwackt, damit ich diese Sendung vorbereiten konnte. Das war nicht so gut, das werde ich dann morgen nacharbeiten müssen, aber trotzdem geht das. Und ich habe die Freiheit, das zu machen, weil, ihr ahnt es, weil ganz viele von euch diesen Podcast wunderbar unterstützen. Und dafür sage ich in jeder Live-Sendung vielen, vielen, vielen Dank. Und ja, in den letzten zwei Wochen sind ein paar Menschen, ja, waren fleißig und haben Daueraufträge, PayPal-Daueraufträge oder einfach eine Einzelüberweisung gemacht. Und deshalb bedanke ich mich heute bei Carolina, Annette, Markus und Wilke, Sabrina, Alexandra, Clemens, Tina, bei Andreas und Stefan, bei Annika, Sabine, Peter und nochmal Stefan, bei Itchy und Scratchy, die müssen natürlich immer genannt werden, das Podcastsubbie lächelt auch wieder, sehr schön, bei Rachel, Madeleine und Thomas. und ja, PayPal, das geht ja noch gar nicht so lange. Funktioniert aber auch wunderbar. Auch den Button und Link findet ihr alles auf der Webseite in den Shownotes. Das haben genutzt Angelina Wolfgang, der Hutmacher79, Simon, der schreibt übrigens, vielen Dank für deine geile Arbeit. Das habe ich so auch noch nicht gelesen, danke. Bei Carsten, Tina, Martin und Gerd. Dank euch kann ich das machen, dank euch kann ich in Züge steigen oder hier, was habe ich diese Woche bekommen? Einen neuen Kopfhörerverstärker. Dafür muss das Podcastsubbie morgen auch ein paar Kabel löten für mich. Das wird sie ganz wunderbar machen, ich weiß das. Damit ich das hier noch ein bisschen schöner kriege und damit ich ein bisschen unabhängiger von irgendwelchen fiesen Powerbanks bin, die irgendwann immer mal leer gehen bei Aufnahmen. Also das geht alles dank euch und deshalb vielen, vielen Dank, dass ihr den Podcast unterstützt. Und wenn ihr ihn noch nicht unterstützt und denkt euch, ich habe vielleicht zwei, drei Euro im Monat über, auch das ist ein Betrag, der hilft wirklich, weil wenn das viele Menschen machen, Dann kommt viel zusammen und dann kann ich hier ganz wunderbare Dinge tun. Deshalb schaut ruhig auf kunstderunvernunft.de, da gibt es so einen Unterstützen-Button und dann schaut mal, was euch da gefällt. Das geht übrigens auch ohne Bargeld.

Vorverabschiedung

Ich glaube, jetzt für den Moment, für heute reicht es. Das war jetzt ein ruhiger Abend mit positiven Sachen, mit Dingen, die, ja, wie soll ich sagen, wirklich ein Dilemma sind, wo man echt schauen muss. Ich glaube aber, dass ein bisschen Optimismus da angebracht ist. Ins Gespräch kommen, Wege suchen und erstmal vielleicht die Basis herstellen kann helfen, muss es natürlich immer nicht. Ich glaube, da kommt es einfach ganz viel auf Fingerspitzengefühl an und dass man schaut, wie sich das entwickelt. Ich würde auf jeden Fall niemandem raten zu sagen, BDSM, das wird nie wieder was, so schwarz sollte man nicht sehen und ich glaube, man kann sich auch ein bisschen darauf vorbereiten, das mit seinem Partner zu besprechen, ich weiß es nicht. Ich habe heute keine Patentlösung, ich kann nur sagen, es gibt viele Menschen, bei denen es nicht so einfach ist und ich bin dankbar, dass ich BDSM ausleben darf. Ich drücke einfach allen die Daumen und glaube auch, dass früher oder später findet sich ein Weg, also bitte nicht aufgeben. Gut, so, dann streichen wir mal das Thema für heute. Ich mag euch noch sagen,

Vorschau

die nächste Live-Sendung gibt es am 24. Februar. Vorher erscheint noch am 21. eine Folge mit Madame Charlotte, die ich glaube, ich habe eben sogar während dieser Sendung das Okay bekommen, dass ich die senden darf. Sie ist hier in Hannover eine echte Größe und seit 19 Jahren, darf ich Domina sagen? Nein, sage ich jetzt nicht. Disziplinarian. Und ich habe sie im Sanktum in ihrem Studio besucht und sie ist eine Wahnsinns-Gastgeberin und das ist eine richtig schöne Folge geworden. Sie fängt so langsam an und dann steigert sie sich bis zum Ende immer weiter und weiter und weiter und ich freue mich, wenn ich die veröffentlichen kann. Also die bekommt ihr am 21. zu hören, am 24. hören wir uns wieder live. Ja und dann gibt es noch ein paar Aufnahmetermine, ein bisschen was wurde verschoben, Covid ist ja da, also die Zeiten sind nach wie vor utopisch, aber ich arbeite dran, dass der Folgenvorrat nicht ausgeht. Und ja, nun gucke ich nochmal in meine Liste. Ne, sieht alles gut aus. Achso, zu Schmerzblatt vielleicht noch ein, zwei Worte. Ich kann ja nicht sehen, was ihr euch da so schreibt. Es gab ja diese Geschichte mit den E-Mails vor zwei Wochen. Ich sehe aber durchaus, dass E-Mails geschickt wurden, wenn Menschen sich da gefunden haben und das was wird. Sagt ruhig mal Bescheid. Ich möchte das gerne mit euch irgendwie feiern, wenn wir hier ein paar Menschen miteinander bekannt machen konnten. So, und in der Podcast-Version, die ab Samstag gehört, da sind jetzt im Anschluss noch vier Beiträge, die ich eingelesen habe, mit drin, die könnt ihr dann einfach hören, jetzt heute Abend live werde ich das leider nicht einspielen können, weil dann müsste ich ja daneben sitzen, das funktioniert leider nicht, aber für alle Menschen, die jetzt live dabei waren, vielen Dank, lieber Chat, das beste Publikum der Welt auf euch ist immer Verlass, schön, dass ihr mit dabei wart und ich wünsche euch noch eine gute Nacht und Bis in zwei Wochen. Macht's gut. Tschüss. Und

Verabschiedung

jetzt nochmal die zweite Verabschiedung für die Menschen, die das als Podcast-Version hören. Es gibt jetzt nur ein halbes Outro und dann spiele ich euch nochmal vier Einsendungen ein. Die nehmt ihr einfach mal so zur Kenntnis, wie sie sind, denn das sind Geschichten. Und ich finde, wenn Menschen sich die Mühe machen, mir das zu schreiben, dann müssen sie auch erzählt werden. Macht's gut. Bis zum nächsten Mal. Und wie versprochen habe ich jetzt hier noch vier Texte, die ich jetzt frei vorlese. Der erste Text von einer Sie, 33 Jahre alt und los geht's.

Ergänzung Text 1

Mein Partner oder auch Ex-Dom, ja du liest richtig, denn wir sind immer noch ein Paar, sind 14 Tage vor Pandemie und nach mehreren Jahren Fernbeziehung zusammengezogen. Das Sterben vom D/s, was wir vorher über Jahre mühsam aufgebaut haben, kam schleichend, für mich dann aber in dem Moment plötzlich. Zuerst fielen die Rituale, dann die kleineren Gesten und zum Schluss die Sessions. Bei letzterem kam es meinerseits durch kaltes Abbrechen von seiner Seite aus aufgrund mangelnder Lust am Spiel zu mehreren Abstürzen. Danach lag das Thema mehrere Monate auf Eis, wir schoben es beide auf den Stress. Zusammenziehen, Jobwechsel beiderseits, Lockdown 24/7 aufeinander hocken. Als die Impfungen begannen und es die ersten Lockerungen gab, dachten wir, dass wir uns mal zusammensetzen und darüber reden, wie wir unser BDSM von nun an gestalten wollen. Jeder von uns sollte eine Liste schreiben mit Vorstellung und so weiter. Ich tat dies, aber seine Liste blieb leer. Er eröffnete mir in sich keinerlei Lust auf BDSM mehr zu spüren, könnte sich aber nicht erklären, wo das herkommt. Es traf mich wie ein Schlag und in mir brach etwas. Nein, in mir brach viel zusammen. Viel verändert hat sich an der Situation bis heute nicht. Es gab ein, zwei klägliche Sessionversuche, bei denen ich merkte, dass er sich zwingt, was bei mir wiederum zu abstürzen führte. Dann habe ich versucht, das ganze Thema Kink aus meinem Leben zu verbannen. Das hielt wenige Monate, dann kam es als Wunsch aber wieder hoch. Und wenn, nur als Gefühl wesentliche Anteile meiner Persönlichkeit verstecken zu müssen. Unsere Beziehung ist keinesfalls schlecht, aber eben nun Vanilla. Und was soll ich sagen? Ich kann ihn nicht als meinen Dom oder Ex-Dom sehen. Ich konzentriere mich auf das, was gut läuft, weiß aber auch, dass ich eben nicht Vanilla bin. Unsere Beziehung würde Außenkontakte zulassen, aber überstürzen möchte ich dahingehend auch nichts. Ich konzentriere mich derzeit auf andere Aspekte. Auf Job, den Aufbau eines neuen Freundeskreises, auf unsere Alltags-Vanilla-Ebene. Ich möchte nicht auf BDSM verzichten, dafür bin ich noch zu jung, aber ich weiß noch nicht, in welcher Form es je wieder mit diesem Menschen möglich sein wird. Ich vertraue jetzt einfach mal auf das Leben, was mir immer im passenden Moment gezeigt hat, was richtig ist. Viele Grüße. Ich soll noch ergänzen, dass sie sich bewusst dafür entschieden hat, die Situation erst einmal genau so anzunehmen, wie sie ist und dass sie ihren Partner liebt, auch wenn keine Dom-Sub-Liebe mehr da ist. Es ist eben nur eine andere Art.

Ergänzung Text 2

Der zweite Text ein bisschen kürzer von Katrin29. Liebes Kunst-der-Unvernunft-Team, ich habe leider dieses Problem, dass mein Freund acht Jahre Beziehung nicht auf BDSM steht. Ich weiß schon seit ein paar Jahren, dass ich total darauf stehe, gefesselt, gespankt und in Angst versetzt oder gedemütigt zu werden und habe mich nach sieben Jahren Beziehung endlich getraut, es meinem Freund zu sagen. Er war anfangs auch sehr offen für Neues und ich habe diverse Spielzeuge gekauft. Bondage-Set unter der Matratze, Leder-Paddle, SM-Kerzen und so weiter und so fort. Leider war es immer so, dass ich die Initiative ergreife und ihm genau sagen musste, was und in welcher Reihenfolge ich in der Session erleben wollte. Von seiner Seite aus kamen weder Ideen noch Performance, was mich als Sub natürlich wahnsinnig gestört hat. Ich habe mich dann dazu entschieden, BDSM nicht mit meinem Freund auszuleben. Die Folge war eine offene Beziehung und meine Anmeldung bei einem BDSM-Forum. Getrieben von ein wenig Verzweiflung und enormer Neugier habe ich dann sehr viel Zeit in diesem Forum verbracht und mit sehr vielen Menschen geschrieben, bis sich dann einer herauskristallisiert hat, mit dem ich mich auch treffen möchte. Dieser Schritt erforderte sehr viel Mut, da ich nicht zu den Menschen gehöre, die sich leichtfertig mit Internetbekanntschaften treffen, schon gar nicht mit dominanten Sadisten. Mittlerweile führe ich eine glückliche Spielbeziehung. Weder mein Freundeskreis noch mein Familienkreis wissen davon. Mein Freund will alles geheim halten, was dazu führt, dass ich im Endeffekt mit niemandem meiner Vertrauten darüber reden kann. Ich denke, die meisten werden sich vorstellen können, wie dermaßen unbefriedigend das ist, wenn man nicht über das sprechen kann, was einem den größten Spaß seines Lebens bereitet. Ja, vielen Dank an Katrin für diesen Text.

Ergänzung Text 3

Jetzt habe ich noch einen von Masona. Hallo Sebastian, auch wenn es wahrscheinlich nicht exakt zum Thema passt, wollte ich deinen Aufruf jetzt mal nutzen, um dir endlich mal ein aufrichtiges Dankeschön zukommen zu lassen für den ganzen Aufwand, die Liebe und alles, was du schon lange in die Erstellung des Podcasts steckst. Ich verfolge ihn jetzt, glaube ich, schon seit Folge 8 oder 9 und es wird nicht langweilig. Außerdem hat er im Nachhinein betrachtet nicht unerheblich dazu beigetragen, mich selbst mit meinen Fantasien und Neigungen auseinanderzusetzen und sie inzwischen immerhin weitestgehend zu akzeptieren. Entsprechende Gedanken hatte ich zwar schon lange davor, so seit Beginn der Pubertät, und erotische Geschichten gelesen habe ich auch nicht wenige, dass man diese ganzen Ideen und Dinge tatsächlich verwirklichen kann. Das kam mir allerdings sehr lange nicht in den Sinn. Es gab natürlich einzelne Versuche zu experimentieren, jedoch ist da aufgrund einer sehr konservativen Grundeinstellung meinerseits mit Moralfragen, Gewissensbissen danach und mangelnder Kommunikation mit dem Spielpartner kaum längerfristiges draus geworden. Durch deinen unterhaltsamen Podcast habe ich dann nach und nach wirklich realisiert, dass es Menschen gibt, die das tatsächlich leben und ausleben und dass Klischees wie zum Beispiel Lack und Leder oder schweigsame Unterwürfigkeit bei Weitem nicht immer vertreten sein müssen und es viel mehr als schwarz und weiß gibt und durch die regelmäßig erscheinenden süchtig machenden Folgen konnte ich das alles jetzt nicht mehr so richtig verdrängen und alle paar Monate bis Jahre nur ankratzen. Ja, was soll ich sagen? Ich bin nun seit einem knappen Jahr glücklich vergeben, kann mit meinem Freund immer noch langsam und auch nach wie vor mit den ein oder anderen Gewissensproblemen und einigen Diskussionen, es wird aber besser, diese wunderbar faszinierende und vielseitige Welt erkunden und mein Kinky-Freundeskreis wächst. Vielen Dank, mach weiter so. Liebe Grüße, Masona. So

Ergänzung Text 4

und jetzt habe ich hier noch den letzten Text, der ist ein bisschen länger, von Martin. meine Fetischneigung. Leder, Handschuh, Stiefel. Meine erste Freundin, mit der ich auch die ersten sexuellen Kontakte hatte, hatte eines Tages den Wunsch, ich möge sie doch bitte ans Bett fesseln beim Sex. Das war für mich wie eine Art Erweckung, weil sie im Gegenzug auch mich gefesselt hat. Aus heutiger Sicht ist das für mich ein fast unglaublicher Zufall, dass eine erste sexuelle Partnerin auch solche Neigungen hatte wie ich, da diese ja doch eher selten sind. Die DDR war zu dem Zeitpunkt im Vergehen und es gab für uns dann dann Zugang zu der großen und auch bunten Sexualität. Ich konnte plötzlich in Bildern oder im Fernsehen sehen, was diese Dinge in meinem Kopf bedeuten, die ich empfand, für die ich aber keine klaren Bilder hatte. Ohne diese Pornografie hätte ich meine Neigung nie in Bilder oder konkrete Wünsche einordnen können, die mir bis dahin nur im Kopf herumgeschwirrt sind. Ich wusste jedoch auch, dass ich mit diesen Fantasien und Sehnsüchten nicht das Normale empfinde, weshalb ich in gewisser Weise seit Anbeginn meiner Sexualität mich auch für meine Neigung geschämt bzw. sie versteckt habe. Die erste Liebe ging zu Ende und einige Jahre später lernte ich meine jetzige Frau kennen, mit der ich seit über 20 Jahren verheiratet bin. Wir führen eine eigentlich harmonische Beziehung mit einer breiten gemeinsamen Basis. Von Anfang an war ich jedoch über die Sexualität in dieser Beziehung nicht so recht glücklich. Meine Frau ist in dieser Hinsicht sehr passiv und ideenlos. Ich habe versucht, sie vorsichtig mit meinen Wünschen bekannt zu machen. Sie hat darauf immer sehr abwehrend reagiert. Das hat mich sehr unglücklich und später auch sehr verzweifelt sein lassen. Nach zehn Jahren habe ich ihr deshalb einen Brief geschrieben und ihr meine Wünsche und Empfindungen darin geschildert. Weil sie überhaupt nicht darauf reagiert hat, habe ich mich daraufhin in eine Affäre gestürzt. Mit dieser Frau hatte ich erstmalig in meinem Leben das Gefühl, dass ich nicht einen Teil von mir ständig verhungern lasse. Unsere Sehnsüchte ergänzten sich zwar nicht perfekt, aber wir waren bereit, auf die Wünsche des anderen einzugehen und sehr offen den anderen zu entdecken. Trotz der erfüllten Sexualität mit dieser Frau hat mich immer das schlechte Gewissen gegenüber meiner Frau und der Familie gequält. Deshalb habe ich die Affäre nach zwei Jahren dann beendet. Ich habe weiter gehofft, dass meine Frau vielleicht doch ein wenig auf meine Neigung eingehen könnte. Eine Zeit lang war dies auch ansatzweise der Fall, aber irgendwann brach es völlig ab. Zehn Jahre nach meinem ersten Versuch habe ich ihr dann noch einmal geschrieben und versucht darzustellen, wie es mir damit geht. Sie hat mir auch einen Brief geantwortet. Große Hoffnung folgte daraus jedoch nicht. Für sie ist das alles befremdlich. Sie meint, dass wir wohl Kompromisse hinnehmen müssten. Ich frage mich, wie ich dann weiter mein Leben zubringen werde. Im Prinzip gehe ich schon seit 30 Jahren in der Beziehung mit ihr den Kompromiss ein, einen Teil von mir austrocknen zu lassen. Manchmal quält mich das doch sehr. Und mit jedem Jahr, dass ich älter werde, ich bin jetzt 54, realisiere ich, dass die Hoffnung auf Änderung kleiner wird, weil die Zeit einfach abläuft. Deshalb frage ich mich, was dieses Leben mit unerfüllter Sexualität mit einem Menschen macht oder wie man damit umzugehen lernen kann. Denn eines Tages, wenn das Leben zu Ende geht, will jeder mit dem Gefühl aus der Welt treten, dass es gut war und nicht mit dem Kram, dass man so vieles nicht erreichen konnte. Andererseits denke ich mir, wird man sein Leben dann nicht an anderen Dingen messen als an der eigenen Sexualität. Wenn man mich jetzt fragt, ob ich unglücklich bin, würde ich dies nicht bestätigen. Ich hatte eine wunderbare Zeit als Familienvater mit zwei tollen Jungs. Das wäre ohne meine Frau nicht möglich gewesen. Dafür bin ich ihr sehr dankbar. Ich bin gesund, ich habe meinen Auskommen und keine besonderen Sorgen. Aber glücklich bin ich eben auch nicht, zumindest nicht überwiegend. Es nagt halt etwas in mir. Ja, meiner Frau bin ich nicht böse. Rückblickend war mir doch von Anfang an bewusst, dass es ein Problem gibt. Ich hätte das gleich thematisieren müssen und dann eventuell auch bald die Beziehung beenden müssen. Das schlechte Gewissen ihr gegenüber hält mich auch mit davon ab, jetzt noch die Eskalation zu suchen. Eine Trennung, die dann oft als logische Konsequenz geraten wird, ist ja für alle Beteiligten eine emotionale, soziale und letztlich auch finanzielle Katastrophe bis ins Rentenalter für das Paar, für die Kinder, für ganze Freundeskreise. Ob man damit glücklich wird, zumal man dann ja auch nicht automatisch sexuell zufriedener ist. In erster Linie wird man wohl erstmal ziemlich alleine sein. Für manche mag das feige wirken oder unentschlossen. Ich denke aber, dass ich da einfach auch mein Päckchen zu tragen habe. Ich bin ja nicht völlig unwissend in diese Situation gekommen. Ich glaube auch nicht, dass meine Frau mit dieser Situation unglücklich ist. Im Gegenteil, ich lasse sie jetzt in Ruhe in Bezug auf meine Wünsche und mache meine Probleme mit mir selbst aus. Sicher führt das nicht zu einer hundertprozentigen, tiefen und wirklich intimen Beziehung. In gewisser Hinsicht bleiben wir eben immer nur an der Oberfläche. Das ist schon schade, aber mehr ist in so einer Beziehung nicht drin. Vielleicht ist das aber auch alles Selbstbetrug. Was wäre, wenn ich morgen eine Frau treffen würde, die so wäre, wie ich es mir gewünscht hätte, dass meine Frau so sein könnte? Würde ich dann einfach die Beziehung abbrechen, weil ja ein neues Ufer in Sicht wäre und nicht nur ein ungewisser Ozean? Ich weiß es nicht. Das wäre dann schon sehr schäbig, oder? Wie gesagt, ich könnte endlos darüber reden. Letztendlich muss jeder selbst seinen Weg finden. Ich freue mich aber, dass es heute viel mehr Möglichkeiten gibt, BDSM zu entdecken, zu thematisieren, zu besprechen. Das lässt mir die Hoffnung, dass sich junge Menschen weniger als meine Generation mit solchen Konflikten beladen muss. Letztendlich trägt der Podcast dazu bei. Gutes Gelingen für die Live-Folge. Liebe Grüße, Martin. Martin. So, liebes Publikum, das war der letzte Text. Ich lasse die jetzt absichtlich unkommentiert so stehen. Vielen, vielen Dank für die Einsender und ich hoffe, ich konnte das halbwegs vernünftig vortragen. Und jetzt beende ich die Sendung endgültig, spiele das Outro ein, verabschiede mich von euch, macht's gut, bis in zwei Wochen. Tschüss.


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