Sebastian
Hallo und guten Abend zur Unvernunft Live am 22. April 2021.
Ich begrüße euch mal wieder in dystopischen Zeiten. Und ja, das hier ist die
Live-Sendung von der Kunst der Unvernunft, dem Podcast über BDSM. Hier sprechen
Menschen, die das machen und daran Spaß haben. Folge Nummer 62 ist das hier. Ich
begrüße erstmal den Live-Chat. Schön, dass ihr da seid. Ihr werdet mir helfen,
über diesen Abend zu kommen und immer die richtigen Fragen zu stellen. Gleich in
ein paar Minuten geht es dann los mit Undine de Rivière. Da sprechen wir ein
bisschen über Hypnose. Da bin ich sehr gespannt, weil ich bin da ein völlig
unbeschriebenes Blatt und aufgrund des Vorgesprächs, was ich mit ihr hatte, ich
bin schon total heiß drauf. Gut, ja, danach wäre eigentlich ein Update fertig
Kein Museumsupdate
gewesen, der liebe Kurator Janus vom BDSM-Museum würde dann uns ein Update
geben, aber leider haben ihn die Zahnschmerzen ereilt und ja, deshalb wünsche
ich ihm jetzt hier mit nochmal ganz groß gute Besserung. gucken wir, dass das
ganz schnell wieder wird und dass du dann nächste Woche oder übernächste Woche
wann auch immer dabei sein kannst, wenn ich will ja wissen, nein, eigentlich,
ich weiß es ja schon, ich will verkünden, wie es mit dem Museum über BDSM in
Hamburg weitergeht da müssen wir einfach noch ein bisschen abwarten ja, dann
gibt es noch eine Schätzfrage, da könnt ihr wie immer den wunderbaren
Kaffeelöffel gewinnen und
anrufen könnt ihr dann eben auch das ist ja letzte Woche auch schon mal
passiert, da hat jemand angerufen und Und dazu muss ich noch mal einen kleinen
Update von Sayuri
Nachgang machen, da habe ich sehr, sehr viel Feedback bekommen, da hat mich
Sayuri angerufen und sie hat ein bisschen erzählt, dass sie ihren Dom das erste
Mal treffen wird und hui, da ging, ja das war einfach sehr emotional, weil da
sind im Chat und auch bei mir alle möglichen Warnlampen angegangen und und und
und ich habe unglaublich viel Feedback bekommen. Ich habe so viele Mails dazu
bekommen von euch. Wie geht es ihr? Was ist los? Was ist passiert am Wochenende?
Wirklich viel. Dann habe ich sie einfach nochmal gefragt und erstmal geht ihr
gut. Und sie hat mir ja was geschickt, dass ich hier einmal verlesen darf. Und
genau das mache ich jetzt auch. Also hier ein Update von Sayuri.
Liebe Unvernunft-Community, ich bin euch sehr dankbar für die unglaubliche
Unterstützung, die mir während und nach dem letzten Livestream letzte Woche von
euch entgegengebracht wurde. Dank eures Rückhalts habe ich mich getraut, mit
meinem Dom zu sprechen und obwohl er zuerst ein wenig überrascht war, schien er
die Botschaft tatsächlich verstanden zu haben. Dank dieses langen und
intensiven, sehr offenen Gesprächs hatten wir zum Glück auch ein sehr schönes
Wochenende. Wir haben für unser erstes Treffen samt erster Spielzeit einfach ein
paar Gänge zurückgeschaltet. Ich denke, das hat uns beiden sehr gut getan. Nur
mein Halsband, das habe ich behalten und ich fühle mich einfach zu wohl damit.
Für alle, die in der gleichen oder in einer ähnlichen Situation sein sollten,
wie ich es vor ein paar Tagen noch war. Tut bitte nichts, womit ihr euch unwohl
fühlt. Euer Dom ist euer Herr. Doch wenn ihr Dinge tut, die ihr nicht wollt,
könnt ihr eure Untergebenheit nicht genießen. Wenn ihr mit Dingen, die er oder
sie von euch verlangt, überfordert seid, führt das auf Dauer möglicherweise
dazu, dass ihr dicht macht oder davonlaufen wollt. Und das ist genau das
Gegenteil von dem, was Sinn der Sache ist. Es ist, wie Sebastian gesagt hat, er
ist nur Dom, solange du ihn dazu machst. Wenn ihr euch unwohl fühlt, sucht euch
jemanden, mit dem ihr darüber reden könnt. Ihr glaubt nicht, wie wohl das tut.
Ich wusste nicht einmal, wie tief das Ganze überhaupt saß, bis Dixis aus mir
herausgeholt hat. Und dafür bin ich ihm sehr dankbar. Bleibt euch selbst immer
treu und lasst euch nicht verbiegen. Habt euch lieb, Sayuri.
Okay, also wer sich Sorgen gemacht hat, ich hoffe, ihr seid jetzt ein bisschen
beruhigt. Und ich habe jetzt noch genau zwei Minuten Zeit, um bei Undine
anzurufen. Die Frau möchte ich ja nicht warten lassen, aber ich möchte auch
nicht zu früh dran sein. Was erzähle ich euch denn noch Schönes? Oh ja,
Einladung an Parteiangehörige der Grünen
ich habe eine seltsame Frage.
Grüße an...
Mal was zur Politik. Wie kinkfreundlich sind eigentlich die Grünen? Das wäre mir
hier sogar mal ein Gespräch mit einer parteiangehörigen Person wert. Ganz
ehrlich, ich kenne so viele Menschen in dieser Partei, die offen kinky sind. Da
muss es ja einen Grund geben. Mal gucken, wie politisch das dann wird. Aber das
würde mich doch interessieren, ob wir dann alle ins Gefängnis kommen. Okay, ich
glaube, ich gebe euch jetzt einfach noch mal ein kleines bisschen Musikgrüße.
Noch mal ganz schnell PageM und das Jaes. Das baut übrigens schon wieder was. Da
ist hier großes zu erwarten Grüße.
Und jetzt kriegt ihr Musik und dann komme ich gleich wieder mit meiner Gästin.
denn?
Gespräch mit Undine
So, liebes Publikum, ich habe mitgebracht Undine de Rivière. Hallo. Ah,
Undine de Rivière
Hallo, grüß dich.
Sebastian
schön, dass du da bist. Mein Gott, die Hälfte vom Publikum kennt dich auch schon
aus sonst woher, nur ich kannte dich vorher noch nicht so richtig. Das muss ich
heute unbedingt alles nachholen.
Undine de Rivière
Dein Publikum hat mich ja schließlich auch eingeladen. Ich kannte vorher auch
den Podcast nicht, aber ich fand allein schon den Namen großartig. Insofern
vielen Dank für die Einladung.
Sebastian
Ah, die Frau, die hier neben mir sitzt, die wird jetzt gerade strahlen, denn ich
habe ein halbes Jahr lang Namen angeschleppt und das war der erste und einzige,
wo sie gesagt hat, ja, das ist okay, den kannst du nehmen.
Ich habe alles angeschleppt, wie so ein Reutiger, und können wir das nehmen?
Undine de Rivière
Vielen Dank. Danke.
Sebastian
Nein, oh je. Ich stelle dich nochmal so ein bisschen vor, du kommst aus Hamburg,
bist 47 Jahre alt und ich habe hier stehen
Sex-Hypnotiseurin.
Undine de Rivière
Ja,
so kann man das auch nennen. Also hauptberuflich bin ich Sexworker tatsächlich,
also Kinky Escort nennen wir es mal so. Und im
Speziellen, also eins meiner Spezialgebiete ist die erotische
Hypnose und das mache ich also beruflich wie privat, das ist auch einer meiner
Hauptkinks persönlich und mache das schon ziemlich lange. Ja, mit
Sebastian
Wie lange machst du das schon?
Undine de Rivière
Hypnose beschäftige ich mich jetzt seit über 20 Jahren. Also ich habe mal bei
einem Auslandssemester bin ich von einem Spielpartner in einem SM-Club
darauf aufmerksam gemacht worden. Der hat mich gefragt, bist du schon mal
hypnotisiert worden? Bin ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Also da hatte ich gar
keine Ahnung davon, noch nie davon gehört. Also von Hypnose schon, aber nicht
von Hypnose zu Zwecken, ja zu erotischen Zwecken. und
der hat mich dann die ersten Male hypnotisiert. Ich fand das super spannend,
wollte das dann auch selber lernen und habe das dann mitgebracht. Also in der
deutschsprachigen Szene hat zu dem Zeitpunkt auch noch keiner was davon gehört.
Da gab es damals Riesendiskussionen, aber es ist ein super, super spannendes
Thema und ich bin total froh, dass sich das inzwischen schon so weit verbreitet
hat.
Sebastian
Ja, also ich bin schon ein paar Mal drauf gestoßen, aber ich fand das dann immer
so ein bisschen gruselig, so dieses Unterbewusstsein von Subbie rumbohren.
Mag ich das? Kann ich das? Ist das nicht fürchterlich gefährlich? Und ich habe
da immer so instinktiv so eine Achtung, so eine Vorsichtshaltung aufgebaut.
Vielleicht kriege ich die ja heute weg.
Undine de Rivière
Ich würde sagen, du tust es sowieso. Ob du es jetzt Hypnose nennst oder einen
anderen Namen gibst, Und vielleicht ist es tatsächlich sogar ein
bisschen, ja vielleicht reduziert das Risiken sogar, wenn du es
mehr ritualisieren kannst. Aber ich bin mir sicher, du hypnotisierst Menschen
schon.
Sebastian
Hm, verdammt. Tja, gut, dann kann ich wenigstens ein bisschen Kenntnis gewinnen.
Ich glaube, wir fangen mal ganz vorne an für die Menschen, die jetzt sagen,
okay, Hypnose kenne ich jetzt ja aus dem Fernsehen vielleicht oder aus
irgendeinem Roman. Kannst du einmal beschreiben, was denn das, ja, was das
überhaupt ist? Mist, der
Undine de Rivière
Also es gibt eine Menge Definitionen für Hypnose. Es hat was zu tun mit
konzentrierter Aufmerksamkeit und mit Veränderung der Realitätswahrnehmung.
Also grundsätzlich ist ja Wahrnehmung sowieso eine sehr, sehr
subjektive Sache und hängt in viel größerem Maße von unseren inneren Filtern
ab und von der Interpretationsfähigkeit unseres Gehirns als von dem, was
tatsächlich durch die Sinne reinkommt. Das heißt,
Realität wird konstruiert und wir können diese
Konstruktion der Realität verändern, wir können darauf Einfluss nehmen, sowohl
bei uns selbst als auch bei anderen Menschen und dadurch ist es möglich
Wahrnehmung auf eine Art und Weise zu beeinflussen, die auch Erotik erleichtert.
Also beispielsweise von einem stressigen Alltag in einen erotischen Flow zu
finden oder aber auch rein auf ein Triggerwort einen Orgasmus zu erleben
oder jemanden nur durch Kraft seines eigenen Geistes zu fesseln
oder zu knebeln. Das heißt, wenn jemand so davon überzeugt ist, dass er sich
nicht bewegen kann, dann sparst du dir die Seile, sondern kannst
jemanden nur durch Worte auch fesseln beispielsweise. Beispielsweise.
Sebastian
Der Top in mir bekommt gerade ganz leuchtende Augen, Möglichkeiten über
Möglichkeiten.
Also wirklich, also gerade auf einen Orgasmus, auf ein Kommando quasi, das ist
ja, also allein die Vorstellung, diese Macht zu haben und ist es denn überhaupt
eine Macht, die man dann hat, wenn man jemand hypnotisiert? Also inwieweit hängt
das von dem Einverständnis von beiden Beteiligten ab, dass das auch
funktioniert?
Undine de Rivière
Das ist natürlich auch wieder ein ganz, ganz weites Feld. Also man kann unter
Hypnose nichts machen, was die andere Person nicht will.
Sebastian
Entschuldigung.
Undine de Rivière
Wille ist aber eine ganz komplexe Geschichte und Menschen sind häufiger mal
davon überrascht, was sie in Hypnose zu tun bereit sind, was vielleicht Dinge
sind, von denen sie nicht wussten, dass sie sie wollen, weil sie einfach nicht
integriert sind. Das heißt dem Bewusstsein nicht zugänglich. Umgekehrt ist es
aber auch manchmal so, dass Menschen sich was ganz besonders wünschen oder
glauben sich das zu wünschen und haben dann aber innere Blockaden, die sie davon
abhalten, das umzusetzen.
Und insofern, du kannst nicht gegen tiefliegende Glaubenssätze
verstoßen. Ein ganz einfaches Beispiel. Ich hatte mal eine wirklich
wunderbare Frau in meinen Fingern und habe sie hypnotisiert und habe ihr
erzählt, wie viele Hände sie jetzt anfassen und was jetzt alles wunderbar
Schlimmes mit ihr passiert. Und sie hat sich da gewunden und gestöhnt und ich
habe ihr dann gesagt, wie wunderschön sie aussieht. Und dann habe ich gemerkt in
dem Moment, dass sie sich so ein bisschen verkrampft und die Stirn runzelt. Und
später habe ich erfahren, dass sie einfach ihre Körperwahrnehmung nicht
mit dem übereinstimmt, was ich jetzt so von außen gesehen habe. Und sie hat mir
das in dem Moment einfach nicht geglaubt. Das heißt, das ist eigentlich ein
trauriges Beispiel, aber ein Beispiel dafür, dass man auch Suggestionen in
Hypnose ablehnen kann, wenn sie einfach nicht ins eigene Weltbild passen. Und
wenn das zu häufig passiert, dann wird der sogenannte Rapport gestört, also das
Vertrauensverhältnis zwischen Hypnotiseur und Hypnotisand. Und im Zweifelsfall
kann dann derjenige, der in Hypnose ist, auch einfach die Augen aufmachen und
kann sagen, was erzählst du mir jetzt hier für einen Unsinn, da habe ich keine
Lust mehr. Das heißt, das Ganze ist ein gemeinsames Ding. Das ist ein, ich
vergleiche es gerne mit Tanzen, einer folgt und einer führt, aber auch die
Person, die folgt, bringt sich ein. Also das ist nicht so, dass jemand da jetzt
willenlos ist, das sagt tatsächlich auch die Wissenschaft. Also das ist der
Stand der Forschung, dass Menschen unter Hypnose nicht als ihres Willens beraubt
angesehen werden können, sondern da schon aktiv mitmachen müssen. Aber natürlich
kann man wie mit allen anderen Methoden in irgendeiner Form auch mit Hypnose
manipuliert und überrumpelt werden, aber tatsächlich nicht besser als ohne
Hypnose mit anderen Methoden.
Sebastian
Okay, also das heißt der, wie nennt man den Menschen, der hypnotisiert wird?
Gibt es dafür einen Namen?
Undine de Rivière
Hypnotisand, ja, Hypnotisand im Deutschen, ist das das beste Wort?
Sebastian
das schreibe ich mir jetzt hier auf, ein Fachbegriff, Hypnotisand.
Undine de Rivière
Wie Sand, ja genau.
Sebastian
Okay, aber das ist im Prinzip wie jetzt, wenn ich jetzt eine Session ohne
Hypnose habe, da habe ich ja auch so einen gewissen Konsens, den habe ich
hergestellt.
Innerhalb dem bewege ich mich und in dem Moment, wo ich dann beschließe, mit den
Glasscherben auf die Frau loszugehen, wird die auch sagen, du spinnst wohl und
dann ist vorbei.
Also das heißt, ich muss also vorher überzeugen, dass das, was wir dann
gemeinsam tun, dass das gut sein wird.
Undine de Rivière
mit dem Fingerschnippen kombinieren, was auch immer du da verankert hast bei der
Person und würdest du das jetzt aber auf einer vielbefahrenen Straße machen, so
in der Mitte und dann fröhlich lachend weghüpfen, dann kannst du damit rechnen,
dass da einfach der Selbstschutz einsetzt und
die Person dann aus dem Trigger schnell auch wieder raus ist. Also das ist
wirklich, der Geist denkt immer im Zusammenhängen und nimmt auch immer die
anderen Gegebenheiten wahr. Also deswegen ist es auch so, wenn du jetzt zum
Beispiel jetzt so einen posthypnotischen Trigger verankerst, können wir nachher
nochmal ein bisschen genauer drüber sprechen, was das überhaupt ist. Also dass
es ein bestimmtes Wort gibt, auf das die Person irgendetwas tun
möchte. Also wo dann so ein Verlangen ausgelöst wird, irgendwas zu tun oder
irgendein Gefühl.
Wenn das jetzt zufällig ausgelöst werden sollte, Also idealerweise verankert man
das so, dass das eine Kombination ist aus Berührung oder Wort oder wie auch
immer man das machen möchte. Also dass es nicht zufällig ausgelöst wird. Aber
wenn das zufällig ausgelöst wird in einem Kontext, in dem das jetzt gar nicht
passt, dann ist das so ein inneres Ohrenspitzen für einen Moment und durchaus
vielleicht erstmal so ein Huch-Moment.
Aber man kann auch in der Situation dann genau das wieder ablehnen und kann
sagen, nee, das war jetzt aber nicht so gemeint und es eben nicht ausführen und
dem nicht folgen.
Sebastian
Okay, also ich deute mal, das ist so ein sanfter Zwang. Also du hast ja gerade
gesagt, das Bedürfnis wird ausgelöst.
So ein bisschen wie, ich möchte mich irgendwo kratzen.
Undine de Rivière
Genau, das kann sich natürlich, ja,
Sebastian
Kann ich das so ein bisschen damit vergleichen?
Undine de Rivière
das kannst du damit vergleichen. Das ist ein ganz gutes Beispiel vielleicht. Der
Punkt ist, je mehr man dann versucht, so dagegen zu gehen, füttert man das dann
auch wieder mit Energie. Und gerade wenn man Lust hat auf das Spiel, ich bin
jetzt hilflos, also natürlich bin ich immer die Person, die das ausführt. Ich
bin die Person, die beispielsweise jetzt bei einer hypnotischen Bondage die
Muskeln so anspannt, dass es sich so anfühlt, als könnte ich mich nicht bewegen.
Also dass zum Beispiel ich den Arm ganz steif mache, weil ich die gegenläufigen
Muskeln beide anspanne oder umgekehrt, weil ich mich so sehr entspanne, dass ich
meine Muskeln nicht anspannen kann und mich nicht bewegen kann. Das kann man auf
verschiedene Arten umsetzen. Jedenfalls bin natürlich ich die verursachende
Person dieser Nichtbewegung und dieser Bondage. Aber Menschen können sich schon
ganz gut in solche fixen Ideen reinsteigern und so ein hypnotisches Phänomen
fühlt sich im Idealfall so an, als würde es von allein passieren. Das ist dann
unbewusst gesteuert, das heißt diese Bewegung oder Nichtbewegung ist dem
Bewusstsein in dem Moment nicht zugänglich und dann können wir natürlich die
Macht, wenn es uns geil macht, dem Hypnotiseur oder der Hypnotiseurin
zusprechen. Wenn du dir eine therapeutische Hypnose anschaust, da
bleibt die ganze Macht quasi beim Hypnotisanden. Da geht es darum, das ist die
Macht deines Unterbewusstseins, das kann das, das tut das, das findet die Lösung
und so weiter. Und jetzt gerade bei der BDSM-Hypnose, wenn man mit Machtgefälle
spielt, dann wird halt diese Macht dann an die hypnotisierende Person
übertragen. Und das kann sich schon durchaus subjektiv so anfühlen, als sei das
die andere Person, die das tut und als sei das fast so eine Art
Gedankenkontrolle, auch wenn es real natürlich nicht ist.
Sebastian
Okay, jetzt fängst du schon an, mir zu erzählen, wie sich das vielleicht anfühlt
oder welche Voraussetzungen das sind. Also ich wurde ja nie hypnotisiert,
deshalb kann ich mir das wirklich schlecht vorstellen.
Aber es ist so ein, ich überlege gerade, erleichtert das vielleicht, dass ich
das umgesetzt bekomme, was ich gerne möchte? Also du sagst ja, es gibt diese
Grenzen, ich kann immer noch entscheiden, über diese Grenzen gehe ich nicht
hinaus, da fühle ich mich unwohl, aber trotzdem hilft es mir doch so ein
bisschen über meinen Punkt rüber zu kommen und zu sagen, nee, ich wehre mich
jetzt nicht, ich bleibe jetzt stehen, weil ich fühle mich gefesselt.
Undine de Rivière
Also dass ich sie dann in dem Moment ausführe und dass ich das dann einfach
mache, auch ohne das kritisch zu hinterfragen. Also das ist auch eine der
Definitionen von Hypnose, dass so das kritische, logische Denkvermögen ein Stück
weit in den Hintergrund tritt und man mehr in so einem intuitiven Flow ist, was
sich auch super angenehm anfühlt übrigens. Deswegen mögen auch viele Menschen
einfach den Zustand von Trance und von Hypnose sehr gerne bis hin zu einem
Hypnose-Fetisch, wo dann wirklich Hypnose der
haupterotische Trigger ist, weil es sich einfach so toll anfühlt.
Sebastian
Ich versuche jetzt mal, meine Gedanken noch mal kurz ein bisschen zu sortieren.
Man sagt ja, wenn man schläft, dann ist dieses logische Denken so ein bisschen
zurückgesetzt, auch bei diesen Wachträumen.
Undine de Rivière
Es ist echt viel, ja.
Sebastian
Da geht da viel, aber Mathe funktioniert nicht.
Ist das so ein Traumzustand dann? Bisschen?
Undine de Rivière
Ja, nee, das ist tatsächlich nochmal anders. Also im Traum generierst du ja
deine komplette Realität selbst. Das ist nochmal ein etwas anderer Zustand, also
selbst in einem luziden Traum, in einem Klartraum, den du steuern kannst. Und
bei der Hypnose hast du ja noch eine Verbindung zur Außenwelt. Und wenn es jetzt
eine Hetero-Hypnose ist, also jemand anders hypnotisiert, keine Selbsthypnose,
dann hast du ja eine klare Verbindung noch zur Außenwelt. Also dann wird das ja
gesteuert durch eine andere Person, deine Realität in dem Moment.
Aber es ist schon ein besonderer
Zustand, sagen wir es mal so. Das ist so ein bisschen, wenn du morgens aufwachst
oder wenn du abends, bevor wir einschlafen, bist du meistens in so einem
Trance-Zustand, in dem du schon so halb träumst. Damit ist das ganz gut
vergleichbar. Also jeder Mensch kennt Trance-Zustände übrigens, die sind ganz
natürlich. Das heißt auch diese typische Autofahrer-Trance, dass du eine halbe
Stunde lang eine langweilige Strecke fährst und es passiert nicht viel und du
bist in Gedanken ganz woanders und dein Körper und dein Unterbewusstsein steuern
das Auto automatisch. Und man verpasst vielleicht die Ausfahrt, weil man so in
Gedanken war.
Passiert auch manchmal beim Zu-Fuß-Gehen. Also wenn du einen Arbeitsplatz
wechselst, kann es durchaus sein, dass du irgendwann mal eines Morgens völlig in
Gedanken den Weg zu deinem alten Arbeitsplatz spazierst und merkst das gar
nicht, bis du dort vor der Tür stehst. Und das ist auch ein Trance-Zustand. Dann
bin ich quasi nicht mehr besonders connected zur Außenwelt, außer dass ich dort
funktioniere, sondern bin ganz in meiner Innenwelt verhaftet.
Und das ist Trance. Aber auch wenn ich in ein Buch vertieft bin beispielsweise,
also wenn ich nicht mehr die Buchstaben sehe und nicht mehr Sätze lese,
sondern Bilder sehe und Stimmen höre, dann folge ich dort einer Suggestion.
Das heißt, dann erzeugt das, was in diesem Buch steht, bei mir
ein inneres Erleben bis hin zu Emotionen. Also, dass man mitgerissen ist von
der Geschichte, dass man mitfiebert. In Filmen passiert das natürlich auch im
Kino.
Sebastian
ich muss gerade leider sagen, bei Büchern habe ich das große Problem, dass mir
das nie passiert und nie gelingt.
Undine de Rivière
Oh,
Sebastian
Also ich sehe Buchstaben.
Undine de Rivière
okay.
Sebastian
Das ist tatsächlich mein Problem und das liegt wahrscheinlich auch am Job.
Das ist ein bisschen schade, weil ich beneide immer Menschen, die dann was lesen
können. Dann sehen die diese blühenden Landschaften von Tolkien und dann denke
ich mir immer, ja, ich sehe da einfach nur viel zu viel Text für viel zu wenig
Handlung.
Vielleicht bin ich da einfach unromantisch. Macht mich das für Hypnose
empfänglicher oder weniger?
Undine de Rivière
Ich weiß nicht, wie ist es bei Filmen?
Das ist nicht, es gibt, also es gibt Trance-Zustände.
Sebastian
Ja,
Undine de Rivière
Ich bin mir sicher, du findest auch oft, also jeder Mensch kann in Trance gehen,
das ist einfach total natürlich und jeder Mensch kann auch Suggestionen folgen.
Also Hypnose beruht auf ganz normalen sozialen und kognitiven Fähigkeiten, die
jeder Mensch hat. Das heißt, vielleicht kennst du es da nicht vom Lesen, aber
vielleicht kennst du andere Flow-Zustände.
Also hast du schon mal Pornos konsumiert in deinem Leben?
Sebastian
selbstverständlich. Das
Undine de Rivière
Haben die in irgendeiner Form eine physische Reaktion ausgelöst?
Sebastian
ist eine sehr nette Umschreibung. Ja, haben sie, sie wirken.
Undine de Rivière
Gut, dann bist du einer Suggestion gefolgt, weil das war ja nicht echt, was du
da gesehen hast, sondern das war wahrscheinlich ein halbwegs gutes Schauspiel.
Und das hat eine Wirkung gehabt, in dem Moment
haben Bilder von außen, eine fiktive Geschichte hat eine Wirkung gehabt auf dein
inneres Erleben und auf physische Reaktionen und auf Gefühle. Und das ist auch
ein Folgen einer Suggestion und ein Trance-Zustand. Guter Sex findet übrigens
immer in Trance statt. Das heißt, um guten
Sex zu haben, ist man in Trance. Das heißt, man denkt nicht mehr darüber nach,
dass die Decke gestrichen werden müsste oder ist sonst irgendwie abgelenkt,
sondern ist total konzentriert auf das eigene Kopfkino, auf das Gegenüber, auf
das Szenario, was man da aufbaut, wenn man ein Szenario aufbaut.
Und das ist auch mit einer der Gründe, warum Hypnose und Sex gut zusammenpassen,
weil man eben mit Hypnose so einen erotischen Flow sehr, sehr gut erzeugen kann,
wenn man vielleicht ansonsten Probleme hat, dort reinzufinden oder ihn eben
übernehmen und steuern kann. Und gerade im SM, wir suggerieren dauernd Sachen.
Also das ist, wenn du mit jemandem spielst, ja und
überhaupt,
Sebastian
Dieses Einflüstern vielleicht, deshalb
Undine de Rivière
also du definierst ja in dem Moment, definierst du ja die Realität deines
Gegenübers als Top. Also gerade wenn du mit Machtgefälle spielst, also nicht
einfach nur, was heißt nur, also nicht im Austausch von
Körpersensationen auf Augenhöhe, sondern gerade in dem Moment, wo du ein
Machtgefälle aufbaust, das ist ja auch nicht real, sondern das ist was, was in
den Köpfen der Menschen entsteht und was Gefühle auslöst. Und auch das ist ein
Trance-Zustand, das ist eine Suggestion und das ist eine veränderte
Realitätswahrnehmung, auf die sich beide Seiten einlassen, weil es einfach geil
ist. Und das kann man auch total toll mit Hypnose unterstützen.
Sebastian
machen wir das ja und du hast jetzt auch diesen Begriff der Suggestion so weit
ausgeweitet, dass da sich niemand mehr rausreden kann, zumindest keiner, der
diesen Podcast hört.
Undine de Rivière
Ja, es ist aber auch wirklich so.
Sebastian
also hast du uns jetzt alle erwischt jetzt bin ich ja so ein Pragmatiker
und jetzt habe ich natürlich hier die Frau sitzen und jetzt könnte ich sagen,
okay, jetzt schnipp und dann hypnotisiere ich sie mal so einfach geht es
vermutlich nicht
also ich würde vielleicht mal so ein bisschen gucken, magst du uns so einen
kleinen ja
eine kleine Hilfe geben also jetzt keine Anleitung, wie hypnotisiere ich Sub und
dann ist die gefesselt. Ich glaube, das ist einfach ein bisschen viel des Guten,
aber so ein kleiner Einstieg, wie man sich der Sache so ein bisschen annähern
kann.
Undine de Rivière
meinst praktisch. Also es gibt ganz, ganz viele Methoden, um in
Trance zu gehen und das sind die sogenannten Induktionen oder
Hypnoseeinleitungen. Am bekanntesten ist vielleicht diese Entspannungsinduktion,
also dass man die Augen schließt und sich auf den Atem konzentriert und dann
sich langsam immer mehr und mehr entspannt. Und das funktioniert für viele
Menschen sehr, sehr gut, gerade wenn sie so entspannungshungrig sind und das
sehr angenehm finden.
Und dann, wenn man in so einem entspannten und fokussierten Zustand ist, dann
kann man beispielsweise eine erotische Geschichte erzählen. Also einfach nur
erzählen in einer Geschichte, in der die Person, die hypnotisiert wird, die
Hauptrolle spielt. Also du gehst jetzt eine Treppe hinunter mit fünf Stufen, mit
jeder Zahl, die ich sage, gehst du eine Stufe hinunter und gehst tiefer
in diesen wunderbaren, entspannten Zustand und unten öffnet sich dann eine Tür
in einen wunderbaren Dungeon und dort sind alle deine Lieblingsspielzeuge und
jetzt lege ich dich drüber und binde dich fest und du kannst dich nicht
bewegen. Und dann beschreibe ich, was mit der Person dort passiert
und rege einfach darüber in diesem fokussierten, suggestiblen Zustand
sehr stark das Kopfkino an. Und das ist im Prinzip, ist das
Dirty Talk in Trance und das wird
dann als sehr, sehr real wahrgenommen, je nachdem wie gut die Fantasie und
Vorstellungskraft der Person schon ist, die du da hast, kann die dann wirklich
die Gerüche wahrnehmen dort und den Boden unter den Füßen spüren und die Schläge
auf dem Hintern und das Gefühl von Hilflosigkeit, wenn man sich nicht bewegen
kann beispielsweise. Beispielsweise. Und bis hin dazu, dass man in einem solchen
Zustand jemanden dann nur mit Worten nach und nach, dann jetzt vielleicht noch
nicht direkt auf Fingerschnippen, aber wirklich jemanden so erregen kann, dass
er oder sie nur durch diese Geschichte zum Orgasmus kommt. Und dann am Ende,
wenn man damit aufhören möchte, dann macht man wieder eine sogenannte Ausleitung
und sagt der Person, dass sie dann also immer jetzt immer wacher wird und sich
wieder bewegen kann und dann bei der letzten Zahl, ich zähle dann oft so von 1
bis 5, bei der letzten Zahl dann die Augen öffnen kann und wieder zurück ist um
hier und jetzt. Das ist eine ganz einfache hypnotische Traumreise. Was
diese Hypnoseeinleitung angeht, diese Induktion, gibt es unglaublich viele, weil
es einfach so viele Wege in Trance gibt. Man kann das darüber machen, dass man
beispielsweise sich auf eine Kerzenflamme konzentriert
oder auf einen Punkt irgendwo an der Wand oder beispielsweise auch auf irgendein
Körperteil, was man total toll findet. Also man kann Leute darüber in
Trance führen, dass man sich die Füße massieren lässt. Das tue ich persönlich
besonders gerne als Fußfetischistin. Das heißt, wenn ich einen Fußfetischisten
da vor mir knien habe, der mir die Füße massiert, dann erzähle ich ihm oder ihr
dabei, dass er sich ganz genau eben auf diese Berührung konzentrieren soll. Das
heißt, das muss nicht nur ein entspannter Zustand sein, in der die Person völlig
passiv ist, sondern das darf auch durchaus aktiv sein. Und dann gibt
es noch die sogenannten Blitzhypnosen. Das funktioniert darüber, dass man einen
Überraschungsmoment auslöst. Das ist auch so ein ganz natürliches Verhalten,
dass in dem Moment, wo du nicht weißt, was du jetzt machen sollst, weil es
gerade irgendwie unerwartet, was Unerwartetes passiert, beispielsweise, wenn ich
so tue, als würde ich jemandem die Hand geben, dann im letzten Moment die
Hand wegziehe und die dann mit der anderen Hand irgendwie komisch nehme und der
Person selber vor das Gesicht halte beispielsweise, das ist ein sogenannter
Pattern Interrupt. Das heißt, ich bringe ein gewohntes Bewegungsmuster
durcheinander. Das ist dann in dem Moment auch ein Trance-Zustand, weil dann
suchst du in dem Moment so nach, hä, was geht denn jetzt ab? Und wenn dann eine
Person da ist, der du grundsätzlich mal vertraust und die du für kompetent
hältst und die sagt, jetzt mach mal das und das, dann tust du das in einer
unerwarteten Situation. Und deshalb funktionieren diese Schnellinduktionen,
davon gibt es auch unglaublich viele.
Sebastian
Du bringst gerade unglaublich kompakt, unglaublich viel Information hier rein.
Undine de Rivière
Du wolltest Praxis haben. Ich habe noch mehr.
Sebastian
das kann ich mir vorstellen, um Gottes Willen.
Ich muss mal nochmal kurz ein bisschen zurückspulen. Die Sache mit der
Geschichte, mit dieser
Undine de Rivière
Ja, gern. Ja, völlig
Sebastian
das ist ja was, Hypnose ist ja, ich habe es ganz ganz am Anfang schon mal
gesagt, ja, das ist ja möglicherweise ein bisschen mit Gefahr verbunden und im
Unterbewusstsein rumrühren. Ich, wie gesagt, ich bin ein bisschen flapsig,
Entschuldigung, aber
Undine de Rivière
okay.
Sebastian
das erschien mir jetzt völlig locker und das kannst du ruhig machen, da kann gar
nichts passieren. Ich bringe jetzt auch endlich mal eine Frage aus dem Publikum
ein, weil die schreiben hier schon ganz viel und ich habe bisher alles
ignoriert.
Undine de Rivière
Prima. Ja,
Sebastian
Da hatte mich Page of Mine gefragt, gibt es Menschen, die man auf keinen Fall
hypnotisieren sollte? Und nach dem, was du jetzt eben gesagt hast, würde ich
sagen, Die gibt es ja nicht, die Frage ist ja nur die Dosis.
Undine de Rivière
doch, doch.
Sebastian
Okay, also wem erzähle ich keine Geschichten?
Undine de Rivière
Also es gibt Kontraindikationen für Hypnose. Das sind insbesondere,
wenn du psychische Erkrankungen hast, die mit einer Störung der
Realitätswahrnehmung einhergehen. Das ist im Allgemeinen also Schizophrenie mit
einer Neigung zu Psychosen und Borderline-Störungen.
Das heißt, wenn du jemanden hast, der ohnehin manchmal nicht so genau weiß, was
real ist und was nicht, dann ist es nicht sinnvoll, so jemanden in eine solch
intensiv erlebte Fantasiewelt zu führen, weil die Person dann unter Umständen
noch mehr durcheinander kommt oder Probleme hat, wieder zurückzufinden in die
Realität. Das heißt, da ist in vielen Fällen sogar klinische Hypnose
kontraindiziert. Das heißt, das würde man nicht mehr zu therapeutischen Zwecken
machen. Und so in der Freizeithypnose lassen wir da mal ganz die Finger von. Es
gibt noch mehr psychische Erkrankungen, wo man vorsichtig sein sollte. Also zum
Beispiel Leute mit dissoziativen Störungen sind sehr, sehr leicht
hypnotisierbar, haben aber auch öfter mal ein Problem mit der
Realitätswahrnehmung. Da muss man, also das würde ich nicht als absolute
Kontraindikation sehen, wenn man sich sehr gut kennt, aber da muss man sich auch
wirklich sehr gut kennen und genau wissen, mit wem man es da gerade zu tun hat.
Dann bei Depressionen muss man ein bisschen vorsichtig sein, worum es geht
bei den entsprechenden Suggestionen, weil du jemanden
damit auch in so eine, also zum Beispiel diese typischen depressiven Spiralen,
diese Gedankenschleifen, das ist an sich eine negative Selbsthypnose. Das heißt,
die Person denkt, es passiert irgendwas ganz Schlimmes und dann reagiert der
Körper darauf mit Stress, also auch so eine Panikattacke beispielsweise ist auch
eine Art Selbsthypnose. Und das fühlt sich dann schlimm an und dann kreisen die
Gedanken noch mehr. Also das ist so ein Kreisel aus physiologischer Reaktion und
Gedanken. Da muss man ein bisschen drauf aufpassen, worum es geht und was für
ein Thema man da macht, damit man da nicht jemanden triggert.
Und
dann gibt es noch ein, zwei
Kontraindikationen, was was physische Sachen angeht. Also bei Schwangerschaften
sollte man ein bisschen vorsichtig sein, vor allem bei Risikoschwangerschaften,
weil diese, also gerade mit tiefen Entspannungsverfahren, es gibt auch
Hypnobirthing, das heißt Hypnose wird durchaus in Schwangerschaften angewandt,
aber man kann damit eben auch Einfluss auf den Körper nehmen und sollte im
Zweifelsfall dann mal mit dem Arzt oder mit dem Therapeuten wie auch immer
absprechen, ob das jetzt in dem Fall solche tiefen Entspannungsgeschichten eine
gute Idee sind. Und dasselbe gilt für akute Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit
Thrombose-Neigung. Also in dem Moment, ich habe auch eine Gefäßentspannung und
wenn ich jetzt beispielsweise im Bett liegen muss und aufpasse, dass ich da
nicht, dass ich Bettruhe habe beispielsweise, dann ist auch so eine
Tiefenentspannung mit einer Hypnose nicht unbedingt optimal. Aber
das ist tatsächlich, das ist dann in schwerwiegenden Fällen. Also am wichtigsten
ist es wirklich bei psychischen Erkrankungen, die mit einer Realitätsstörung
einhergehen. Das ist eine Kontraindikation und das sollte man auch ernst nehmen.
Sebastian
Okay, das heißt, wenn ich jetzt in einer Beziehung bin, dann weiß
ich das in der Regel.
Wenn ich jetzt irgendwie auf einer Party unterwegs wäre und sage, jetzt kommt
mal alle her, hier wird mal hypnotisiert, das ist dann vielleicht keine gute
Idee, weil dann kenne ich die Menschen ja nicht. Ja,
Undine de Rivière
Man sollte zumindest vorher wirklich sagen, das und das und das sind gute
Gründe, das nicht zu tun. Also ich mache auch oft Gruppentransen mit größeren
Gruppen von Menschen. Aber es ist halt wichtig, dass man vorher eben über die
Kontraindikationen spricht und auch, dass man natürlich erzählt, worum es gehen
soll in der ganzen Geschichte. Denn es ist natürlich so, dass man kann auch
jederzeit eine Suggestion ablehnen, eben als Hypnotisant, aber manche Menschen
sind sich dessen nicht so bewusst. Also das ist auch so eine Frage von, wenn ich
davon überzeugt bin, dass ich wirklich hilflos bin, dann setze ich manchmal
vielleicht auch Sachen um, die ich vielleicht unangenehm finde. Das heißt, auch
da vorher aufzuklären, um welches Thema geht es eigentlich. Das ist auch recht
wichtig, also einfach eine Inhaltsangabe, bevor ich sowas mache.
Sebastian
ich merke, deine Stimme, ich will jetzt nicht sagen, die lullt mich so ein
bisschen ein, aber ich merke, ich bin entspannt und das ist wahrscheinlich nicht
mal unbeabsichtigt.
Undine de Rivière
Das ist noch gar nicht die Hypnose-Stimme.
Sebastian
Das ist noch gar nicht, vielleicht hören wir die ja noch, da muss ich
wahrscheinlich die Kopfhörer kurz weglegen. Oh je.
Okay, das heißt, ich bleibe mal konkret. Also wenn ich jetzt sage, okay, ich mag
mich damit näher beschäftigen, ich mag das ausprobieren. Ich gebe jetzt nochmal
zu, ich habe vor vielen Jahren mal so ein Büchlein in der Hand gehabt, das waren
so 60 Seiten und da las ich, dass das eigentlich, das geht alles total einfach,
da kannst du direkt mit anfangen, hier sind ein paar Übungen, mach das mal und
dann klappt das schon. Und dann war das auf 60 Seiten und zwar so DIN A6 Format,
dann war das Thema abgehandelt. Das kam mir ein bisschen komisch vor.
Wenn du das jetzt seit 20 Jahren machst, wie weit ist denn, also ich stelle mir
jetzt einfach gerade vor, Menschen probieren das. Da wird versucht, eine
Geschichte zu erzählen, da so ein bisschen reinzugehen und dann klappt das
nicht.
Soll ja auch passieren.
Was ist denn, also wie soll ich das sagen, lohnt es sich dran zu bleiben oder
gibt es einfach Menschen, da klappt es nicht oder vielleicht ist es auch eine
Paarkombination nicht geht. Also wo hört es dann auf, wo sollte ich sagen, nö,
sollte ich vielleicht bleiben lassen mit meinem Partner, ich komme da nicht
weiter. Das kann ja auch einfach mal passieren.
Undine de Rivière
Ja, das ist eine sehr gute Frage. Also grundsätzlich sind fast alle Menschen
hypnotisierbar. Aber es gibt natürlich, es gibt einfach so
Unmengen von verschiedenen Techniken, die man anwenden kann. Zum einen das, das
heißt, es geht erstmal darum zu gucken, was passt überhaupt, was funktioniert
für mich. Dann ist es häufig auch eine Frage der Übung. Das heißt auch in
Hypnose zu gehen oder Hypnose-Phänomene umzusetzen, ist eine Übungsfrage.
Und dann ist es manchmal aber auch wirklich eine Partner-Konstellation.
Manchmal funktioniert es besonders gut mit dem eigenen Partner, manchmal ist es
aber auch so ein bisschen wie den eigenen Kindern bei den Hausaufgaben zu
helfen. Dass man dann schon so ein, also weil es einfach vielleicht ein Bild
gibt, also ein Verhältnis, das dem jetzt widerspricht, viel an Hypnosis
auch so ein Ausstrahlen von Kompetenz. Das heißt, derjenige, der hypnotisiert,
führt eben bei diesem Tanz und die andere Person muss folgen, mögen und muss
darauf Lust haben. Und wenn da jetzt irgendwelche unterschwelligen
Partnerschaftsgeschichten da sind, vielleicht irgendwelche Vertrauensprobleme
der Vergangenheit, die nicht aufgearbeitet wurden, was auch immer, dann kommt
sowas manchmal ans Licht. Ich gebe auch schon lange Seminare zusammen mit einem
meiner Partner zum Thema Hypnose und wir haben das ganz, ganz oft, dass wir
versucht haben, die Paare, die dann da zu uns kommen, dazu zu kriegen, auch mal
mit anderen Leuten zu üben, gerade dann, wenn irgendwas zwischen denen öfter mal
nicht funktioniert. funktioniert. Und dann ist das oft so bei den zweitägigen
Seminaren, so am ersten Tag, weigern sie sich mit anderen Leuten was zu machen
und irgendwelche Sachen funktionieren nicht und offenbar wird dann
Samstagsabends, geht dann die Diskussion los, also da sind wir dann nicht
mehr dabei, aber sonntags wird dann mal getauscht und dann klappen die Sachen
häufig besser. Also das haben wir auch schon sehr, sehr oft erlebt.
Und dann ist es natürlich cool, einfach auch Erfahrungen und Erfolgserlebnisse
zu sammeln, bevor man dann wieder im Paar zusammenkommt und dann jetzt mit einem
neuen Selbstbewusstsein da dran geht und sagt, ich habe aber jetzt schon erlebt,
dass es funktioniert und dass ich Leute hypnotisiert habe, jetzt bin ich auch
davon überzeugt, dass ich das kann und das überträgt sich dann auch wieder auf
das Gegenüber. Es
Sebastian
Achso, also man hängt dann gar nicht in dieser Sackgasse, sondern okay. Ja,
interessant das zu nutzen.
Undine de Rivière
es gibt so viele Möglichkeiten. Ja, das, ach, ich
bemühe mich.
Sebastian
Du kriegst sie alle. Hallo. Ich
mal noch so ein bisschen hier in das rein, was das Publikum hier alles in den
Chat reinschmeißt. Es ist ein bisschen was.
Es ist wirklich eine Menge. Ich muss da mal ein bisschen durchscrollen, weil
manches ist auch gedoppelt.
Okay, und zwar eine Frage, die habe ich jetzt schon zweimal bekommen, und zwar
fragt Popcornbandit, ich fasse das mal zusammen, dass du vom Stand
der Wissenschaft sprichst und jetzt fragt er nach Quellen, die du nennen kannst,
auf die du dich berufst.
Vielleicht kann man da mal das ein bisschen zusammenfassen, weil klar, du kannst
jetzt keine 20, 30 Quellenangaben hier nennen. Ich bleibe erstmal dabei, wenn es
funktioniert, dann funktioniert das. Quelle erstmal egal. Aber kannst du ein
bisschen was dazu sagen, was da, ich sag mal, bewiesen ist, um es mal ganz
platt zu sagen?
Undine de Rivière
Jetzt in welcher Hinsicht genau? Genau, also eins meiner Lieblingsbücher zum
Thema Hypnose ist der Revenstorf, Hypnose in Psychosomatik und
Therapie oder so ähnlich heißt das, ich habe es jetzt gerade gar nicht im Kopf,
das ist ein riesen Wälzer und ein riesen Fachbuch, das ist im Prinzip voller
Metastudien zu verschiedenen Themen und ist so das Standardwerk im
deutschsprachigen Raum. Das heißt, wenn man tatsächlich einen wissenschaftlichen
Einstieg dazu haben möchte, was jetzt so der Stand der Forschung ist,
deutschsprachig, dann kann ich dieses Buch empfehlen. Kostet aber auch irgendwie
70, 80 Euro im Springer Verlag, glaube ich. Und
insofern ist es die Frage, also Stand der Forschung, wozu,
weil es gibt natürlich jede Menge Hypnoseforschung und es gibt auch jede Menge
spannende Theorien dazu, also auch kognitionspsychologisch, wie funktioniert es
überhaupt, was passiert da auch im Bewusstsein und da
gibt es natürlich auch verschiedene Ansätze.
Also es gibt einiges an Forschung und es ist definitiv so, dass Hypnose
existiert, dass Hypnose funktioniert, auch wenn teilweise immer noch über eine
allgemeingültige Definition von Hypnose beispielsweise gestritten wird, weil es
einfach so viele verschiedene Facetten hat, die ganze Geschichte und
man das von so vielen verschiedenen Wegen angehen kann. Also neurologisch,
hirnphysiologisch, kognitionspsychologisch.
Also was es beispielsweise gibt, ist Forschung dazu, dass man,
wenn man Hirnscans macht und Hirnaktivitäten misst, dass es sowas gibt
wie eine psychopathologische Lähmung, die also nicht davon
herrührt, dass jemand irgendwie Nervenschaden hat oder Muskelschaden oder so,
sondern einfach, dass das Gehirn das motorische Zentrum blockiert und deswegen
die Muskeln nicht angesteuert werden und deswegen die Person gelähmt ist. Und
das ist, ja
Sebastian
Also wie im Schlaf im Grunde, da bist du ja auch so ein Lähmungszustand.
Undine de Rivière
genau, so ein bisschen, genau, so kann man, damit kann man das vielleicht
vergleichen.
Sebastian
Ja,
Undine de Rivière
Auf jeden Fall läuft das darauf hinaus, dass das Gehirn das nicht ansteuern kann
in dem Moment. Und wenn du die Gehirnaktivität misst in einem
Hirnscan, ist die vergleichbar in solchen Fällen mit einer hypnotischen Lähmung,
also im Prinzip mit einer hypnotischen Bondage, in der ich die Person in Hypnose
davon überzeugt habe, dass sie sich nicht bewegen kann. Wohingegen, wenn die
Person einfach nur so tut, als könnte sie sich nicht bewegen, dann ist das
Aktivitätsmuster ein anderes. Das heißt, in einigen Fällen, also in denen es
jetzt Forschung dazu gibt, es gibt nicht nur die Lähmung, sondern auch noch
andere, also zum Beispiel so eine, also was ich
vorhin sagte, die Person hat ein starkes Bedürfnis, irgendwas zu tun auf ein
Triggerwort. Das ist vergleichbar mit einer Zwangsneurose, also wirklich mit
einer Zwangshandlung, bei der die Person nicht aufhören kann, darüber
nachzudenken, ob jetzt der Herd abgestellt war und fünfmal hingehen muss und
gucken muss. So ähnlich ist auch so ein hypnotisches Verlangen. Das
lässt einem einfach keine Ruhe. Natürlich kann man dagegen gehen, aber es ist
sehr unangenehm und das löst halt so ein Gefühl von irgendwas stimmt hier nicht
aus. Und das heißt, zu diesen ganzen hypnotischen Phänomenen gibt es
psychopathologische Äquivalente. Das heißt, der Unterschied zur Hypnose ist der,
dass du in der Hypnose eben das Ganze steuern kannst, dass der Hypnotiseur oder
die Hypnotiseurin da Einfluss hat. Aber ansonsten sind das also Sachen, die
im Gehirn, im Kopf passieren und von, ich tue jetzt mal so als ob, deutlich
unterscheidbar sind. Also so viel zur Forschung daran von einem Aspekt, aber es
gibt auch noch jede Menge andere.
Sebastian
ich zwinge dich ja jetzt hier auch so ein bisschen, das alles runterzubrechen,
auf kurze Zeit und ich sag mal ein bisschen oberflächlich einfach,
weil wir es ja wirklich allgemeinverständlich rüberbringen wollen.
Undine de Rivière
Ich
hoffe. Ich bin manchmal so ein bisschen betriebsblind, wenn ich irgendwo zu
kompliziert werde. Tu mir einen Gefallen und hake nach.
Sebastian
ich komme noch gut mit, aber das Dumme ist, wenn ich dir zuhöre, dann entstehen
hier immer Fragen, Fragen, Fragen, Fragen und das ist ein ganz fürchterlicher
Drang, den ich ja habe, um die dann loszuwerden und ich muss ja mal gucken, was
passt wo rein. Nein, ich bin gerade darauf gekommen, wenn die Menschen da im MRT
liegen und du kannst das nachweisen, dann heißt das aber auch für mich, ich
stelle mir vor, ich hypnotisiere jemanden, woran erkenne ich denn, dass der
Mensch jetzt in einer hypnotischen Trance drin ist? Ich kann ja nicht fragen,
bist du jetzt hypnotisiert? Kann ich machen, aber wahrscheinlich ist es dann
vorbei.
Undine de Rivière
Nicht unbedingt. Also wenn du jemanden kennst, der, also wenn du mit jemandem zu
tun hast, der sehr Hypnose erfahren ist und das selbst merkt und vielleicht
sogar selbst in Trance gehen kann, weil er einfach so viel Übung hat, dann
kannst du tatsächlich einfach fragen. Aber es gibt sogenannte Trance-Zeichen.
Das heißt, es treten nicht alle auf, aber du kannst von außen häufig sehen, dass
das Gesicht sich entspannt, dass der Schluckreflex sich verändert, entweder
stärker wird oder ganz aussetzt, dass sich die Durchblutung verändert. Also
beispielsweise rote Wangen kriegt oder rote Flecken am Hals. Es
treten manchmal REM-Zeichen auf, also die Augen bewegen sich hin und her oder
die Augenlider flattern oder die Augen rollen so nach hinten. Die Stimme
verändert sich manchmal, also das kennst du vielleicht auch, wenn man in
Sessions mit jemandem spielt, dass sich die Stimme so verändert, dass das so
eine ganz weiche Stimme wird. Genau, das ist im Endeffekt auch ein
Trance-Zeichen.
Sebastian
Passt alles zu einem ausgedehnten Spanking mit der Hand. Das passt alles gerade sehr
gut. Gut,
Undine de Rivière
gibt es übrigens Forschung, dass eine hypnotische Trance einem Subspace sehr
ähnlich ist. Da habe ich mich auch sehr gefreut, diese Studie zu finden, also
darüber, was Subspace im Gehirn auslöst. Und das ist verwandt mit einer
hypnotischen Trance, eine sogenannte transiente Hypofrontalität. Das heißt,
bestimmte Regionen des Frontallappens vom vorderen Gehirn sind unteraktiv
dann in dem Moment. Also das heißt, die kognitive Ratio ist ein Stückchen weit
runtergefahren und eben einfach durch Vertrauen in die andere Person ersetzt.
Sebastian
versuche hier gerade wirklich alles aufzunehmen.
Ich gucke so ein bisschen auf die Uhr und die sagt mir, um Gottes Willen, darf
ich dich ein bisschen anschieben heute? Also ein bisschen da jetzt, also pass
auf, ich nehme jetzt mal BDSM und Hypnose.
Undine de Rivière
Bitte, führe ich Folge.
Sebastian
Das ist ja gut. Das zitiere ich.
Ich nehme jetzt mal Hypnose und BDSM mal ganz konkret. Jetzt habe ich eine
Million Möglichkeiten.
Klar, der Orgasmus ist jetzt ein schönes Beispiel oder das Bondage und ich
stelle mir jetzt einfach vor zu überlegen, was kann ich tun? Ich kann ja nicht
immer von 0 auf 100 gehen, aber wenn es dann so ein bisschen weiter geht, was
kann ich denn eigentlich damit anstellen konkret? Ich
Undine de Rivière
Also du könntest zum Beispiel einfach damit anfangen, wenn dein Partner, deine
Partnerin sowieso schon in einem submissiven Zustand ist und auf allen Vieren,
auf einem Bock beispielsweise, aber nicht festgebunden ist, dann einfach mit den
Händen über die Arme und über die Hände und über die Handgelenke streifen und
einfach mit Überzeugung sagen, deine Hände können sich jetzt nicht mehr bewegen.
Die sind jetzt fest an diesem Punkt und egal, was ich jetzt mit dir mache, diese
Hände bleiben genau dort. Und die Wahrscheinlichkeit, dass sich das so anfühlt,
eine Mischung aus, ich will sie nicht mehr wegbewegen und ich kann sie nicht
mehr wegbewegen und ich weiß nicht genau, ob das jetzt ist, weil ich das geil
finde, dass es nicht mehr geht oder weil ich gerne gehorche oder was auch immer.
Also das kann so ein Mischmasch von Gefühlen sein. Auf jeden Fall wird diese
Suggestion die Bewegungsfreiheit deutlich einschränken. Und wahrscheinlich musst
du ziemlich vehement werden, mit was auch immer du der Person dann den Hintern
verhaust, bis das durchbrochen wird. Und alleine das ist schon Hypnose in
einer Session, ohne dass du irgendwie jetzt eine großartige Einleitung oder
irgendwas brauchst.
Sebastian
meine diesen Zustand, also nein, ich spiele auch damit dieses, du kannst dich
nicht bewegen, ich möchte, dass deine Hände da und da bleiben. Das sehe ich als
Anweisung. Vielleicht ist das schon ein Hypnoseerlebnis, was ich aber nicht
deuten konnte oder kann, weil ich freue mich dann darüber, dass mein Wort diese
Macht entfaltet. Das ist dann dieser Machtrausch, den ich dann habe, wenn ich
sage, das bleibt so und dann ist das toll.
Undine de Rivière
Oh ja.
Sebastian
Und ich unterstelle dann immer beim Spielen volles Bewusstsein und eine
rationale Entscheidung, die entscheidet, nein, die Hände bleiben da.
Möglicherweise liege ich da völlig falsch.
Undine de Rivière
Ja, aber kennst du das?
Sebastian
Falsch.
Undine de Rivière
Kennst du das oder hast du das schon mal erlebt, dass jemand in einem Subspace
nicht sprechen kann?
Ja, das ist auch ein ganz, ganz typisches Hypnose-Ding. In hypnotischen Trance
können ganz viele Menschen nicht sprechen. Aber wenn du dann in dem Moment
sagst, du kannst klar und deutlich sprechen, du kannst mir antworten, probier
mal aus, ob die Person nicht ganz einfach antwortet auf diese Suggestion. Weil
du in dem Moment wirklich die Realität definierst Und weil du diese Trance
übernehmen kannst und verbal verändern. Deswegen finde ich es tatsächlich so
cool,
wenn Leute, die SM machen, sich eben auch mit Hypnose beschäftigen, vielleicht
gar nicht unbedingt, um jetzt Hypnose als Praktik anzuwenden, sondern um einfach
solche natürlich auftretenden Trancen nutzen und einfacher
lenken zu können.
Also sowohl dort reinzufinden, ja genau, genau.
Sebastian
erkennen und interpretieren an der Stelle auch. Das
Undine de Rivière
Und eben im Zweifelsfall auch verändern. Also indem ich zum Beispiel
sage, du kannst dich jetzt wieder bewegen oder
du kannst jetzt auch wieder mit mir sprechen.
Oder auch um so eine Sache wieder auch leichter auszuleiten, also um jemandem
auch zu helfen, wieder zurückzukommen in dieses Hier und Jetzt. Manchmal sind ja
auch Menschen länger in diesem Space, als sie das wollen oder als es der
Situation angemessen ist, wenn man jetzt aus irgendwelchen Gründen die Party rum
ist und man muss jetzt nach Hause und die Person muss jetzt irgendwie wieder
klarkommen. Dann ist auch manchmal sind da hypnotische, also quasi eine
Ausleitung dieser Trance kann da sehr hilfreich sein.
Und ich meine, was du sicherlich auch schon mal erlebt hast, ist, dass jemand so
in diesem Film, in diesem Machtgefälle drin ist, dass er oder sie sein Safeword
vergisst. Da kann man sich ja auch nicht immer darauf verlassen, dass wirklich
die Ratio da hundertprozentig die ganze Zeit dabei ist und die Person im
Hinterkopf die ganze Zeit mitlaufen hat. Das ist nur ein Spiel, das ist nur ein
Spiel. Ich kann jederzeit sagen Stopp oder Rot oder was auch immer. Sondern da
kannst du dich als Top nie hundertprozentig drauf verlassen.
Sebastian
heißt aber, dass BDSM ganz oft schon ganz nah an Hypnose dran ist und wir
vermischen das eigentlich alles schon miteinander.
Undine de Rivière
Genau, ganz genau.
Sebastian
Das heißt, wenn ich mich mit Hypnose beschäftige, dann lerne ich eigentlich nur
ein bisschen besser zu verstehen, was ich als Top da überhaupt tue und bewirke.
Okay, spannend.
Undine de Rivière
Das ist auf jeden Fall, also gerade bei BDSM-Hypnose ist das ein ganz, ganz
wichtiger Aspekt, finde ich, ja. Aber wie gesagt, es gibt auch durchaus
erotische Hypnose ohne Machtgefälle, bei dem es einfach nur darum geht, eben
erotische Zustände auszulösen, die eben ein erotischer Flow und eine
erotische Trance sind und nicht unbedingt ein Machtgefälle. Und man kann
durchaus auch so Sachen machen wie Hypnose als Serviceleistung. Also du kannst
auch von einem submissiven Standpunkt aus einen aktiven hypnotisieren und der
Person beispielsweise helfen, leichter in ihren Top Space zu finden. Also auch
das ist eine Möglichkeit.
Sebastian
muss ich was erzählen, es tut mir leid. Das hat mir Jasmin vor, ich weiß nicht,
ein, zwei Monaten mal erzählt.
Undine de Rivière
Ja, bitte.
Sebastian
Und ich dachte, uff, das, also Jasmin hat erzählt im
Spiel, sie ist ja Brat, da legt sie Wert drauf, Grüße. Und sie kann
Top, kann Freeze bei Top setzen.
Und ich habe hier gesessen, ich muss es ja zugeben, dachte mir, um niemals, mit
mir wird sowas niemals gemacht, um Gottes Willen, im Gegenteil, der Frau würde
nicht Leviten lesen, wenn die mit so einem Quatsch ankommt, ja, Entschuldigung,
also, aber ich dachte, okay, da steckt eine Menge Power hinter, ja, damit kann
man eine Menge mitmachen, Aber um Himmels Willen, ich würde mich, also ich
garantiere, ich würde mich darüber hinwegsetzen oder ich würde das als
unglaubliche Provokation und Einladung zum ganz bösartigen Spiel sehen, wenn das
beabsichtigt ist, okay, aber ohne das jetzt mal zu werten, es ist eine
Möglichkeit und ich fand das unglaublich spannend, dass sowas geht, Wahnsinn,
das
Undine de Rivière
Ja, doch, durchaus.
Bei mir finde ich das ganz interessant. Ich habe ein paar Trigger, also ich bin
ja auch Simultanswitcher, also ich bin in sämtliche Richtungen da unterwegs,
sowohl hypnotisch Switch als auch BDSM Switch. Und ich finde das bei mir ganz
interessant. Ich habe ein paar Trigger, also SM-ige Trigger, zum Beispiel so
eine hypnotische Bondage, so ein Freeze-Trigger. Aber lustigerweise, wenn ich
aktiv bin und im Top-Space bin, dann ist niemand zu Hause, der auf diese Trigger
anspricht. Das heißt, da kann man triggern wie blöde.
Das kommt nicht mehr an, weil quasi dieser State, dieser Anteil von mir in dem
Moment überhaupt nicht zuhört, sondern ich in einem völlig anderen Headspace
bin. Das heißt, ich möchte jetzt nicht ausschließen, dass mich jemand so
überrumpeln könnte jetzt, wenn ich damit nicht rechne, von der passiven Seite,
auch während ich im aktiven Headspace bin, dass ich dafür einen Moment
innehalten würde. Aber also meine üblichen Trigger funktionieren dann
tatsächlich nicht. Das fand ich auch eine interessante Erkenntnis.
Sebastian
finde ich tatsächlich sehr spannend.
Undine de Rivière
Vor allem die Panik in den Augen meines Gegenübers, wenn es vorher
die Möglichkeit hatte, mich zu stoppen und gerade ist es dann nicht so.
Sebastian
Und ich würde jetzt,
ich
Undine de Rivière
Das finde ich auch sehr, sehr schön. Okay, das
Sebastian
gerade, wenn ich als Top ein Safeword bespreche, dann setze ich ja im Grunde
einen Trigger, dass man nämlich sagt, okay, das ist jetzt etwas, darauf hast du
aufzupassen, darauf zu achten und wenn mir so ein Wort entgegenkommt bei einer
Session, dann unterbricht das alles Denken erstmal, sondern oh Gott, das war das
Safeword und jetzt Plan B, jetzt wird anders.
Das scheint auch sowas zu sein.
Undine de Rivière
kann gut sein, ja.
Sebastian
Es bringt einen aus allem raus, wo man auch noch so gerade drin steckt. Jetzt
ist es so der Moment, wo man völlig umschaltet.
Undine de Rivière
Ja, das ist ein gutes Beispiel, ja.
Sebastian
Ja, wir haben noch gar nicht über dich gesprochen.
Ich muss mir ein paar, ein bisschen muss ich ja nochmal nachfragen. Also ich
überlege gerade den Gedanken, du merkst, jetzt fange ich an wahnsinnig zu
werden. Dann, zum Beispiel, Sub könnte ja auch mit einer Selbsthypnose
Top ein Geschenk machen. Zu sagen, hallo, ich habe da mal was
vorbereitet, wenn du das tust oder diesen und jenen Trigger bei mir auslöst,
dann wird dann das und das passieren. Induzieren.
Das müsste ja doch eine super Wirkung haben, weil das ist ja selbst induziert.
Undine de Rivière
Also Selbsthypnose ist grundsätzlich ein kleines bisschen schwieriger zu
erlernen, weil man ja gleichzeitig sozusagen den führenden und den folgenden
Part in sich selbst vereinen muss. Das heißt, man muss irgendwie mit einem Teil
seines Hirns noch klar genug da sein, um sich selbst so umstricken zu können
sozusagen oder um sich selbst Suggestionen geben zu können. Und ein Teil muss
aber so eine intuitive Offenheit haben, um das umzusetzen. Also ich kann das
mittlerweile sehr gut. Ich habe mir schon oft selbst Trigger gesetzt, manchmal
sogar unabsichtlich, indem ich darüber nachgedacht habe, wie ich eine andere
Person diesen Trigger bei mir setzen lassen wollen würde. Also sagen wir mal,
Motto, ich hätte gern das und das. Und dann überlegt habe, wie ich der anderen
Person erkläre, wie sie das, also welche Worte ich bräuchte, damit das
funktioniert. Und dann habe ich festgestellt, super, durch dieses intensive
Nachdenken darüber habe ich mir das jetzt selbst gesetzt. Also das ist möglich,
absolut. Absolut.
Was aber natürlich auch ganz einfach geht, ist, dass eine dritte Person dann
diese Hypnose auslöst. Also ich spiele total häufig mit Pärchen und setze dann
quasi einen Trigger bei einer Person, die dann aber ausgelöst werden kann durch
die andere Person. Also dass sozusagen das Machtgefälle zwischen den beiden
besteht und ich nur eine ausführende Kraft bin, wenn eben die beiden sich nicht
großartig mit Hypnose beschäftigen wollen, sondern einfach nur mit diesen
Triggern spielen möchten. Das ist auch eine Möglichkeit, die für Einsteiger ein
bisschen einfacher ist. Aber natürlich geht das grundsätzlich auch mit
Selbsthypnose. Also
Sebastian
Ja, ich merke gerade, egal in welche Richtung ich frage, es gibt immer noch mehr
Möglichkeiten. Also um das umfassend zu besprechen, brauchen wir hier
wahrscheinlich locker 60 Stunden.
Undine de Rivière
unser Einsteiger-Seminar dauert zwei Tage.
Sebastian
Wahnsinn. Wahnsinn.
Undine de Rivière
Das sind zweimal acht Stunden und dann hat man zumindest mal so die Basics. Und
dann kann man in die verschiedenen Anwendungen gehen. Insofern, ich glaube, ich
kann darüber jetzt mehrere Tage am Stück referieren.
Sebastian
Ja, das ist ein bisschen gemein gerade. Wir füttern die Menschen hier einfach
ein bisschen an und dann, du darfst gerne mal sagen, also du gibst diese
Seminare, die gibt es, du machst auch Online-Kurse, wenn ich das richtig im Kopf
habe. Es gibt da eine Webseite, ich hab dir, ja, musste ja, aber es
scheint auch da zu funktionieren.
Undine de Rivière
seit letztem Jahr nur noch, was bleibt einem anderes übrig?
Sebastian
Selbst bei einer schlechten Zoom-Konferenz scheint es noch zu funktionieren.
Undine de Rivière
Das funktioniert sehr gut. Ja, das funktioniert.
Sebastian
Wahrscheinlich sogar noch besser.
Undine de Rivière
Also man braucht im Prinzip nur die Möglichkeit der Kommunikation. Also es gibt
halt auch eine ganz, ganz große, lebendige Online-Community, also sowohl
internationale als auch im deutschsprachigen Raum. Es finden jetzt, ich war
jetzt glaube ich über die letzten Monate, ich war bestimmt auf fünf oder sechs
internationalen Erotik-Hypnose-Cons, die normalerweise eben irgendwo in den USA
stattfinden und eine in London und die normalerweise irgendwie über die halbe
Welt verteilt sind und hatte jetzt gerade die Möglichkeit mit ganz, ganz tollen
Dozenten und Lehrern und Buchautoren und so weiter mich auszutauschen. Das
heißt, das letzte Jahr war für mich auch lerntechnisch ganz, ganz wunderbar. Und
da wird auch sehr viel einfach über Discord beispielsweise, denn ganz viel findet
auf Discord statt, wird auch einfach über die Videochats hypnotisiert. Es
funktioniert sogar Texthypnose, also man kann jemanden auch nur über Textchat
hypnotisieren, wobei ich persönlich immer mein Gegenüber sehr gerne sehe. Das
ist vor allen Dingen, du kriegst halt wenig Feedback dann als Hypnotiseur und
ich bin ein großer Freund von, wenn es auf die Ferne dann per Videochat, aber
das ist wirklich ziemlich, ziemlich cool, was da alles möglich ist.
Sebastian
geht mir ja auch so ein bisschen so, wenn ich hier Folgen aufnehme, die normalen
Folgen, dann versuche ich immer mit den Menschen in einem Raum zu sitzen. Das
ist einfach nochmal eine ganz andere Ebene, eine andere Basis als irgendeine
Zoom-Konferenz oder ein Telefongespräch oder so.
Also ich kann diesen Unterschied schon sehen, aber die Chance, die wir halt
haben gerade, ist, dass man eben viel machen kann und nicht durch die Welt
jetten muss.
Undine de Rivière
Genau, ja, das stimmt.
Sebastian
Ich mag nochmal, weil es zweimal gefragt wurde, nochmal so einen kleinen
Abstecher machen, Spiele in Wachtrance, und zwar Age Play oder Pet Play.
Bei Pet Play habe ich auch immer selber Interesse am Thema.
Wie kann das da unterstützen? Jetzt,
Undine de Rivière
in vielerlei Hinsicht. Also von einfach einer hypnotischen
Transformation, also das kann man ganz, ganz wunderbar langsam aufbauen, dass
jemand so das Gefühl bekommt, langsam werden die Hände zu Pfoten und das Fell
wächst über den Kopf, den ganzen Rücken hinunter. Und man geht dann auf alle
Viere bis hin zu dem Moment, wo dann die Person versucht zu sprechen, kann sie
nur noch beispielsweise bellen oder miauen oder was auch immer.
Das heißt einfach ganz langsam und Stück für Stück in diesen Pet-Space
hineinzuwachsen, sich hinein zu transformieren und alleine das zu genießen. Das
ist ganz wunderbar, das mit Hypnose aufzubauen.
Dann kann es eben diesen, mit Hypnose kann man sehr schön eben
diese Ratio ein Stück weit runterfahren und ein großer Reiz des Pet Play ist ja
in diesem Urlaub für Menschsein. Das heißt einfach die höheren Denkfunktionen
mal ein Stückchen runterfahren und in einen Flow kommen, in eine Emotion kommen
und das ist sowieso auch schon wieder so ein hypnotischer
Zustand. Also das ist eh schon verwandt. Das heißt, wenn ich in Trance bin,
bin ich schon halb in dem, was auch an so einem Pet-Space interessant und
spannend und angenehm ist. Das heißt, das ist auch sehr, sehr verwandt. Und so
ähnlich ist es mit Age Play eben auch. Man kann mit Hypnose fantastische
Altersregressionen machen und eben jemanden in dem Fall, in den
meisten Fällen ist es dann eine fiktive, ideale Kindheit, zurückversetzen über
verschiedene Methoden. Also in der Hypnotherapie macht man sowas zu Zwecken des
inneren Wachstums oder zur Trauma-Bearbeitung, wie auch immer, da
eben in eine Altersregression und wieder zurückgehen in ein inneres Kind und so
weiter. Und das kann man natürlich in einer abgemilderten spielerischen Form
auch in der BDSM-Hypnose oder im Hypnose-Fetisch machen.
Da muss man halt ein bisschen schauen, ob da irgendwelche Minenfelder sind, die
man möglicherweise nicht, also die einfach nicht ins Spiel passen und
irgendwelche Erinnerungen, die man da vielleicht nicht anschubsen will. Aber
wenn man sich gut kennt, dann weiß man ja im Allgemeinen auch, in welche
Richtung man da gehen kann und in welche vielleicht lieber nicht.
Sebastian
wo du Minenfeld sagst, das muss auch nochmal gesagt werden, was kann denn schief
gehen und was mache ich dann? Das
Undine de Rivière
Also worüber ja viel gesprochen wird, sind diese sogenannten Abreaktionen. Das
bedeutet aber, das ist eigentlich auch nicht so schlimm, wie es sich anfühlt,
beziehungsweise wie es aussieht von außen so rum. Es fühlt sich nicht so schlimm
an, wie es von außen aussieht. Also was man ja kennt aus dem SM sind sogenannte
Abstürze. Das heißt, es wird irgendein Gefühl getriggert, was unvorhergesehen
war und wo man sich jetzt gerade mal nicht so gut fühlt. Das hat normalerweise
weniger mit der aktuellen Situation zu tun, als dass die aktuelle Situation an
irgendein unaufgelöstes und unausgelebtes Gefühl erinnert, was da
irgendwie so noch feststeckt sozusagen.
Und irgendeine unaufgelöste Situation kann man es vielleicht am besten nennen.
Und das kann mit Hypnose auch passieren. Das heißt, dass man an eine Emotion
drankommt oder an eine Erinnerung drankommt, die intensiv ist und mit der die
Beteiligten in dem Moment nicht gerechnet haben. Das Schöne ist, wenn jemand
suggestibel ist, kann ich die Person da auch wieder rausführen. Das heißt, in
dem Moment frage ich erst mal, ist das katharsisch für dich, möchtest du das
jetzt gerade ausleben, also vorausgesetzt, ich als Hypnotiseur komme damit auch
klar. Das kann natürlich auch sein, dass ich jetzt gerade sage, es wird mir zu
viel, dann kann ich natürlich auch eine Grenze setzen und kann sagen, wir gehen
jetzt mal raus aus dem Gefühl.
Die einfache Suggestion ist da, das Bild verblasst, wo auch immer ich jetzt
gerade bin in meinem Geist, dreh dich mal rum, geh mal aus der Situation raus,
konzentrier dich auf deinen Atem, also auch wieder eine Rückfokussierung in die
Realität, in den Körper. Körper, spüre mal, wo du atmest, atme mal mit mir,
folge mal meinem Atem, also darüber die Atmung zu beruhigen. Und diese Sache,
also eine Dissoziation, das Bild verblasst, ein Rausführen aus der Situation und
eine Ablenkung und Konzentration auf den Atem führt aus diesem
intensiven Gefühl raus. Aber wenn ich jetzt als Hypnotiseur erstmal damit
klarkomme und für mich okay ist, kann ich natürlich auch erstmal fragen, willst
du da jetzt gerade drin bleiben, ist das der richtige Moment, jetzt einfach mal
eine Runde zu heulen? Oder wollen wir das irgendwann später damit befassen? Und
dann hast du sehr, sehr viele Möglichkeiten, darauf eben Einfluss zu nehmen,
weil die Person ist ja in dem Moment gerade suggestibel und in einem Mindset dir
zu folgen. Und das ist eigentlich eine sehr, sehr gute Voraussetzung dafür. Ja,
Sebastian
finde ich schön, dass du auch sagst, ob ich dann damit klarkomme als aktiver
Part, weil man nimmt ja immer an, der Mensch hat die Situation unter Kontrolle,
der macht das und dann kommt der schon damit klar. Und ich glaube, manchmal
bringt man sich da aber auch selber einfach in Situationen rein, wo man auch
denkt, wollte ich jetzt hier überhaupt sein?
Und dass man dann auch einen Schritt zurückgehen kann.
Undine de Rivière
klar.
Sebastian
Das wird ja gerne vergessen.
Macht Rausch mehr immer so ein Ding, wenn es dann so ein Rausch wird, wo man
selber irgendwie blöde Sachen macht und dann einfach mal ein bisschen auf sich
gucken muss. Gehört auch dazu.
Oh, ich gucke mal ein bisschen durch. Wir quatschen hier schon eine Stunde und
gefühlt haben wir noch gar nicht richtig angefangen zu sprechen. Das ist ja
fürchterlich. Ich hätte jetzt nicht erwartet, dass das so ein weites Feld ist.
Doch ich habe es ein bisschen geahnt.
du hast nichts vor, können wir noch ein paar Stunden weitermachen,
gucken mal ich schaue jetzt nochmal ein bisschen gleich durch ob hier noch was
auf meinem Zettel da drauf steht, wo ich ein bisschen gucken muss
wir sind eben so ein bisschen davon weggekommen also wenn man jetzt anfängt
Mehr auf Hypnokink.de
also klar, ich kann bei dir ich sage jetzt auch einfach mal ganz dreist die
Webseite auf hypnokink.de kann ich mal ein bisschen stöbern und da kann ich
vielleicht auch einen Kurs buchen und da mal reingucken so, jetzt haben wir ein
bisschen Werbung gemacht aber das ist glaube ich völlig okay, dafür dass du dir
so viel viel Zeit nimmst heute und eben jetzt nichts aufnehmen kannst.
Undine de Rivière
Vielen Dank.
Sebastian
Aber wenn ich jetzt sage, ich mag da mit meinem Partner mal ein bisschen
einsteigen, du kannst dir vorstellen, ich bin ja so ein Klotz, ich gehe dann
einfach ins Wohnzimmer, gehe zu Subi und sage, so, pass auf, ich will dich jetzt
hypnotisieren. Ich habe da folgende Idee, wir machen das jetzt. Das ist
möglicherweise der falsche Ansatz.
Also wie kann ich, ich will ja nicht überzeugen, Aber wie bekomme ich es, wie
kann ich darüber sprechen, ohne das Ganze in so eine Ecke zu schieben und dann
blockieren beide, weil dann ist das auch nur so ein Teil von so einem
Machtgefälle, was irgendwie nicht funktionieren mag. Also wie kann ich da ein
bisschen sensibel an die Sache rangehen, vielleicht ist das die richtige Frage.
Undine de Rivière
Also ich zum Beispiel habe einen Hypnose-Fetisch dadurch entwickelt, dass ich
festgestellt habe, es macht alles im SM nur noch besser. Also ich komme
definitiv aus der SM-Subkultur. Ich habe jetzt keinen Hypnose-Fetisch wie manche
Menschen, bei denen das so das Erwachen ihrer Sexualität war. Also manche
Flagellanten haben in ihrer Kindheit Meuterei auf der Bounty gesehen und man
wurde festgefesselt und gepeitscht und da hatten sie dann ihr erstes erotisches
Erlebnis. Andere haben das Dschungelbuch gesehen und das war dann die Szene, wo
Kaa dann Mowgli hypnotisiert und das war dann das erste erotische Erlebnis und
die haben dann einen Hypnosefetisch in allererster Linie. Also bei mir kam quasi
der Hypnose-Fetisch sekundär darüber, dass ich festgestellt habe, alles, was ich
im SM mache, kann ich durch Hypnose intensiver und besser machen
und oft auch weniger gefährlich. Also beispielsweise, wenn ich auf solche
Überwältigungsspiele stehe, dann ist das mit einem
vertrauten Partner manchmal gar nicht so einfach. Aber wenn ich Hypnose nutze,
dann kann ich möglicherweise meinen Partner vergessen lassen, dass mein Partner
mein Partner ist oder umgekehrt. Das heißt, ich kann jemanden davon überzeugen,
dass ich der böse fremde Mensch bin, der die Person jetzt hier überwältigt und
kann möglicherweise auch mit Angst spielen. Natürlich muss man da auch ein
bisschen aufpassen und das langsam angehen lassen. Aber das ist möglich, da in
Szenarien einzutauchen, die auf anderem Wege entweder zu gefährlich
wären oder einfach auch nicht realistisch. Also ich kann beispielsweise Fetische
ausleben, die einfach nicht machbar sind, wie jetzt zum Beispiel so ein
Giantess-Fetisch, also sprich, ich werde von einer Riesen erdrückt, die da jetzt
auf meinem Gesicht oder sonst wo sitzt, wie auch immer. Also da gibt es ja auch
tolle Fetische, die einfach ansonsten nur in Fantasiegeschichten auslebbar sind
oder halt in einer erotischen Trance und in einem
intensivierten Kopfkino. Genau.
Insofern würde ich einfach von der Seite da rangehen und sagen, ich möchte jetzt
nicht irgendwas machen, womit ich dich jetzt überrumpel und was jetzt irgendwie
was völlig anderes ist, sondern einfach nur das, was wir sowieso schon haben und
was uns beiden Spaß macht, noch toller machen. Das
Sebastian
das klingt tatsächlich verführerisch.
Jetzt sind ja Sachen ja grenzengesetzt. Gibt es Dinge, wo du selbst noch, ich
sage es immer so blöd, wo du selbst scheiterst oder wo du sagst, das würde ich
selber, also du mit deinen Partnern, das würdest du gerne mal machen in dem
Bereich.
Und was vielleicht nicht gelingt oder wo die Umstände noch nicht gepasst haben,
gibt es da irgendwas, wo du sagst, oh ja, das wäre es, das wäre toll. Aber
Undine de Rivière
ist eine gute Frage. Also ich habe zum Beispiel unter den Menschen, mit denen
ich so regelmäßig und privat spiele, niemanden, der so gut Orgasmustrigger
umsetzen kann wie ich umgekehrt.
Aber ich habe natürlich, ich spiele ansonsten halt auch viel mit Menschen eben
auch beruflich und kann mich da sehr, sehr weit austoben. Also ich habe
durchaus jetzt viele Spielpartner, mit denen ich auch öfter und regelmäßiger
spiele und bin da, also kann mich da wirklich ganz gut ausleben. Ich selbst habe
beispielsweise, wenn wir bei den Orgasmustriggern mal bleiben, ich habe relativ
lang gebraucht, den selbst umzusetzen, also sehr viel gespielt, auch mit
unterschiedlichen Hypnotiseuren, bis ich quasi bei mir den Schalter im Kopf
gefunden habe. Aber das hat alles in allem, also habe ich mich jetzt nicht
ständig dran gesessen, aber so von den ersten Versuchen bis jetzt wirklich
Orgasmus auf Fingerschnippen beziehungsweise auf Triggerwort habe ich bestimmt
zwei Jahre gebraucht.
Das hat aber auch grundsätzlich einfach meine Sexualität wesentlich erweitert,
weil ich inzwischen wirklich keinen Grund mehr brauche, sondern nur noch eine
Ausrede zu kommen in beliebigen Situationen. Also ich kann jetzt eben auch
dadurch, dass ich mich eben so viel mit Hypnose beschäftigt habe und quasi weiß,
welches, also im Prinzip ist es so ein bisschen wie, ich kann mein Hirn direkt
triggern und stimulieren, völlig unabhängig von dem, was mein Körper gerade
macht. Und kann dann eben auch von wildesten Dingen kommen, zum Beispiel wenn
ich jemanden mit einem Flogger schlage, also alleine durch diese rhythmische
Bewegung und durch den Machtrausch kann ich eben mittlerweile auch kommen, von
ganz anderen Sachen ganz zu schweigen. Insofern würde ich sagen, das hat den
Aufwand und das Training durchaus gelohnt.
Sebastian
zwei Jahre hast du daran gearbeitet.
Undine de Rivière
ja, aber wie gesagt, jetzt auch nicht ständig, sondern spielerisch immer mal
wieder. Ich glaube,
das ist einer der Probleme, was manche Menschen haben, dass sie dazu verbissen
drangehen. Also dass sie sagen, ich habe ein ganz bestimmtes Ziel und das muss
sich jetzt genauso und so anfühlen, weil ich habe das irgendwo gesehen und das
muss jetzt bei mir genauso funktionieren. Und oft ist einfach auch der Weg das
Ziel und einfach zu genießen, was funktioniert und das
auszubauen und an anderen Sachen immer mal wieder von verschiedenen Winkeln dran
zu gehen. Ich habe zum Beispiel ewig gebraucht, bis ich Zahlen vergessen konnte.
Also das ist so ein Taschenspieler-Bühnentrick. Jeder Bühnenhypnotiseur lässt
jemanden auf der Bühne irgendwie elf Finger zählen, weil er eine Zahl
zwischendurch vergessen hat und nicht mehr weiß, dass zwischen der drei und der
fünf die vier noch war und zählt dann elf Finger und so weiter. Das können also
auch viele Leute echt gut umsetzen und ich habe total lang gebraucht, weil ich
eigentlich Naturwissenschaftlerin bin und Zahlen vergessen irgendwie überhaupt
nicht in mein Weltbild gepasst hat, bis ich dann wirklich ein inneres Bild für
mich gefunden habe, was total spielerisch war und wo es einfach nur so ein
Versteckspiel ging. Die Zahl war also nicht vergessen, sondern sie war einfach
nur vor meinem Bewusstsein versteckt und das war verknüpft mit irgendwie fast
wie ein Kinderspiel. Und das hat dann für mich funktioniert, das fand ich dann
gut. Und da geht es dann oft darum, einfach zu schauen, was ist das richtige
Bild, was ist die richtige Situation, was ist die richtige Technik, ohne
verbissen zu sein, das muss jetzt so und so funktionieren und so und so
aussehen. Also
Sebastian
Ich versuche den Nicknamen mal ordentlich vorzulesen. Lupidu
fragt, ob du diesen Orgasmustrigger, hast du das unter Anleitung gemacht? Gab es
da einen Mentor oder hast du ein Buch genutzt? Wie bist du da vorgegangen?
Undine de Rivière
um hypnotische Orgasmen auszulösen, da gibt es ganz verschiedene
Herangehensweisen. Am einfachsten ist es so, dass man erstmal in einem Zustand,
in dem man sowieso schon sehr erregt ist, quasi einen Orgasmus vorzieht. Also
wenn man sich so auf dem Plateau befindet durch physische Stimulation, dann
das verbal so zu unterstützen, dass man eben früher kommt, als
man normalerweise nur durch die physische Stimulation kommen würde. Das ist für
die meisten Menschen recht einfach. Und das eben immer mehr und mehr zu
trainieren, funktioniert recht gut. Gut, dann kann man das über eine
Erinnerung aufrufen, also indem man jemanden sich mit allen Sinnen in Trance in
eine Situation zurückversetzen lässt, in
der sie eben den Orgasmus erlebt hat, mitsamt der ganzen Erregungskurve. Also
das ist meistens einfacher, wenn man dann nicht in einem Kaltstart anfängt,
sondern wenn man auch in der Erinnerung, auch in der Suggestion das einfach
langsam aufbaut und durch die hypnotische Erregung, also hypnotisch ausgelöste
Erregung dann der Orgasmus natürlicherweise folgt, ist meistens angenehmer. Also
so ein Orgasmus auf Trigger ohne jede vorherige Einstimmung ist gar nicht mal
besonders angenehm, witzigerweise. Das ist dann so eine reflektorische, fast so
ein Knall im Kopf und so ein reflektorischer Stressabbau, der aber eigentlich
nicht mal besonders nett ist.
Sebastian
Das finde ich ja schon wieder gut.
Undine de Rivière
Also manchmal, ja,
Sebastian
Interessant. Du machst es mir gerade sehr schmackhaft.
Undine de Rivière
das sagt die Person, die das mit mir ständig macht auch.
Sebastian
Und jetzt ständig. Das heißt, du hast den Tag über den Tag verteilt, hast du
dann deine 10, 15, ja ich sag mal
Zwangsorgasmen. Das wird ja fürchterlich irgendwann.
Undine de Rivière
Nicht unbedingt ganz so
häufig, nein, aber gelegentlich wird ein Argument schon mal dadurch beendet.
Sebastian
Dann will man ja gar keine mehr. Dann gewöhnt man sich das ja ab.
Undine de Rivière
Das muss ich durchaus sagen, ja. Da bin ich dann auch manchmal ein bisschen
indigniert.
Sebastian
Also ich merke, ich bin so ein bisschen, ich sollte da sehr vorsichtig sein,
weil ich bin so der Typ, wenn ich da einen Knopf habe, zum Beispiel von
irgendeiner Fernbedienung, das ist ein roter Knopf, da muss ich
draufdrücken, wieder und wieder und wieder und wieder.
Undine de Rivière
Oh Gott, ja, super,
Sebastian
Um Gottes Willen. Die Frau rennt jetzt schreiend davon oder hat irgendwann
Ohropax oder ich weiß nicht, in den Ohren stecken, damit ich bloß keinen Quatsch
mache.
Undine de Rivière
großartig.
Sebastian
Oh, ich
hab noch eine Sache, wo ich vielleicht selber nochmal die Brücke finden kann.
Ich weiß, also du bist total toll, du antwortest auf jede Frage, egal wie platt
und egal wie neugierig ich bin, ich find das total toll von dir. Dankeschön.
Ich habe ja so meinen persönlichen kleinen Fetisch und der hat einfach den
schönen Namen Konditionierung. Und Hypnose scheint jetzt einfach eine Abkürzung
zu sein.
Undine de Rivière
Ja, genau.
Sebastian
Echt?
Undine de Rivière
Du machst quasi einen Kopfsprung ins Becken und bist dann schon ein paar Meter
weiter, als die, die anfangen erst am Rand zu schwimmen.
Ja, also du kannst, wenn du so einen Trigger verankerst, kannst du über Hypnose
den eben recht schnell, recht intensiv verankern.
Der Witz ist ja, Konditionierung ist ja nichts anderes als Lernen und das
funktioniert umso besser, also allein schon hirnphysiologisch, mit je mehr
Emotionen das Ganze verknüpft ist. Das heißt, was wir sehr, sehr schnell lernen,
sind Sachen, die entweder sehr unangenehm sind oder die sehr, sehr angenehm
sind, weil das so in unserem Leben die wichtigsten Dinge sind. Das heißt, die,
die angenehm sind, die lernen wir, damit wir sie wiederholen können und die, die
unangenehm sind, die lernen wir, dass wir sie zukünftig vermeiden können. Das
heißt, es ist dann entweder mit Ausschüttung von Adrenalin, Dopamin, Serotonin
und so weiter, diesen ganzen lustigen Neurotransmittern verknüpft. Und gerade
unter Dopamin lernt man extrem gut. Und was ich eben mit Hypnose machen kann,
ist dem Ganzen eine intensive Bedeutung geben, indem ich das
in ein emotionales Erleben einbette und indem ich das sehr eindringlich mache,
auch dem Unterbewusstsein. Und dadurch lerne ich sehr, sehr schnell und brauche
viel weniger Wiederholungen, als wenn ich das jetzt einfach aus dem Buch jetzt
mal lernen müsste und immer wieder, dass die Sachen irgendwie zusammengehören.
Sebastian
heißt, ich muss mich nicht entscheiden, entweder oder, sondern wenn ich beides
zusammenbringe so ein bisschen, dann kann ich meinen Fetisch behalten, aber habe
schnellere Erfolge.
Undine de Rivière
exakt also du fängst quasi mit der hypnose an und je öfter du diesen trigger zum
beispiel wenn wir jetzt von einem trigger sprechen je öfter du den auslöst und
er auch ausgeführt wird desto mehr konditioniert der sich dann anschließend und
wird wirklich zu so einer langzeit geschichte auch während wenn du jetzt was
also du kannst natürlich auch dekonditionieren. Wenn du jetzt irgendwas
auslöst, was die Person, also zum Beispiel ständig, wenn du jetzt diesen
Orgasmustrigger hast und den jetzt dauernd in irgendwelchen Situationen auslöst,
die total unpassend sind, wo dein Gegenüber dann entweder entgegen geht oder das
halt unterdrücken muss, weil es an sich nicht jetzt gerade passt, dann würdest
du es schwächen dadurch. Also du kannst es noch nicht wirklich, also nicht
stärker konditionieren. Aber wenn du das häufiger in Situationen machst, dann
wird das durch, wo es ausgeführt wird, wird das alleine durch die Verwendung
dann stärker noch konditioniert. Und das greift total ineinander, klar.
Sebastian
Ja, da muss ich mal ein bisschen erzählen. Wir haben hier die Kaffeeklingel, die
bekam ich vom Podcastsubbie geschenkt und dann, wenn ich da drauf drücke, bekomme
ich ein Cappuccino. Das scheitert allerdings ein bisschen dann, wenn dann abends
um elf irgendein Nachwuchs im Haus der Meinung ist, da mal ein paar Mal drauf zu
hämmern.
Undine de Rivière
das glaube ich.
Sebastian
Das ist ein bisschen problematisch. Ich brauche einen PIN-Code für das Ding.
Also deshalb sehe ich da so ein bisschen Möglichkeiten.
So, eine letzte noch, du merkst, ich komme von dir nicht los. Lady A fragt noch
eine Sache und zwar, wie stark spielt deine Intuition mit, um dein Gegenüber überhaupt zu
hypnotisieren?
Undine de Rivière
Aber meine Stimme und meine Worte, meine Worte purzeln dann so aus mir raus.
Lustigerweise ist es auch so, wenn ich beispielsweise ein MP3 aufnehme, habe ich
so gut wie keine Ähs oder irgendwelche Pausen, Zeichen oder
Füllworte, sondern das
fließt quasi aus mir raus. Also insofern bin ich da selbst in einem Flow-Zustand
und bin auch unbewusst und intuitiv gesteuert. Also für mich ist das wahnsinnig
wichtig, ja.
Sebastian
du Füllworte sagst, vielleicht kannst du mir mal irgendwann helfen, dieses ähm
ein bisschen wegzukriegen.
Daran scheitere ich jetzt seit zwei Jahren, aber ich arbeite dran. Es wird. Gut.
Undine, die Uhr tickt, ich habe hier noch ein bisschen was auf dem Zettel und
das Publikum, also sie haben eben im Chat einfach mal beschlossen, dass du bei
mir in einer normalen Sendung, also bei einer normalen Folge mal mit dabei sein
musst.
Sagen wir es mal so, wir besprechen das nicht jetzt, aber ich glaube, wir
sollten uns mal sehen und einfach mal ganz ausführlich sprechen. Ich glaube, das
würde mir sehr viel Spaß machen.
Undine de Rivière
Dann lass uns da gerne nochmal drüber unterhalten.
Sebastian
Das machen wir.
Undine de Rivière
Bin dafür.
Sebastian
Okay, und wenn es dann soweit ist, das ist ja mal die schöne Überraschung, ich
verrate ja immer nicht vorher, was hier im Podcast gemacht wird, sondern das ist
dann halt da.
Dann, wenn es soweit ist, dann ist es soweit oder auch nicht. Und wenn das jetzt
Corona-bedingt einfach zwei Jahre dauert, dann ist das leider so. Wir werden
sehen, ich bin da optimistisch.
Puh ich habe jetzt ganz viel Wissen, was ich morgen beim Schneiden mir nochmal
zuführen werde
beziehungsweise, das heißt Wissen gar nicht, ganz viele Ansätze und ganz viele
Anregungen von dir bekommen und ich glaube das Publikum auch, ich kann nur sagen
vielen, vielen Dank für deine Zeit und dass du wirklich ganz geduldig ja alle
meine Fallbeispiele
ja aufgenommen hast, ja vielen Dank.
Undine de Rivière
Ich kann mich auch nur bedanken für die Fragen, für deine und für die aus dem
Publikum. Und also ich habe jetzt auch gerade auf die Uhr geguckt, wow, habe ich
jetzt auch nicht auf dem Zettel gehabt. Sehr schön.
Sebastian
Ja das ist ja nicht schlimm ne, das waren wir beide beide im Flow, das hat auch
gut gepasst.
Undine de Rivière
Vielen Dank für das Gespräch.
Super, das ist genau veränderte Zeitwahrnehmung.
Sebastian
wünsche dir noch einen ganz wunderbaren Restabend, dass da tolle MP3s rausfallen
und nicht allzu viele Zwangsorgasmen
dazwischen funken, Entschuldigung. Aber das ist natürlich immer faszinierend.
Orgasmus, Knopfdruck, das ist ja das große Mysterium.
Undine de Rivière
Wohl wahr.
Sebastian
Okay,
Undine de Rivière
Macht Spaß.
Sebastian
noch eine schöne Zeit und wir hören bald voneinander.
Undine de Rivière
Du auch.
Sebastian
Mach's gut, tschüss.
Undine de Rivière
Ich danke dir.
Sebastian
Das
Undine de Rivière
Tschüss.
Sebastian
war Undine de Rivière
und ja, also erstmal vielen Dank, liebes Publikum, dass ihr da ganz fleißig
gefragt habt, ich habe nicht alles einbauen können, das war gar nicht so einfach
und ich schlage mal vor, wenn man Interesse hat, dann probiert man ein bisschen,
ansonsten schaut man bei ihr mal ein bisschen, man kann das ja offenbar lernen,
das ist mal das Schöne, gerade als Top, man kann alles mögliche lernen und dann
kann man, dann hat man einen tollen Skill.
Wo mache ich denn hier mal weiter? Ich glaube, ich sage jetzt erstmal die
wunderbare Telefonnummer. Für die Menschen, die später dazu gekommen sind und
jetzt darauf warten, dass wir was über das Museum hören, heute leider nicht.
Kurator Janus hat leider ein bisschen Zahnschmerzen bekommen, sogar ein bisschen
mehr und deshalb holen wir das einfach nach. Ich drücke die Daumen und sage
nochmal gute Besserung. Und jetzt sage ich erstmal die Rufnummer, die man hier
anrufen kann. Das ist die
05101-911-8952 und
wenn ihr möchtet, ruft ihr einfach an und wir sprechen ja über was ihr möchtet
und dann bin ich sehr gespannt, worum es heute geht. Das ist ja mal das
Spannende für mich, wenn ich da selber völlig unvorbereitet bin. Kann überhaupt
Hypnose gehen, kann über etwas, was ihr gerade erlebt oder was ihr gerade vermisst,
was momentan auch Corona-bedingt gerade passiert oder nicht, da bin ich völlig
offen. Ja, wenn jemand anruft, dann wird die Sendung ein bisschen kürzer. Wobei,
so kurz kann sie gar nicht mehr werden. Wir haben ja jetzt gerade schon ganz
lang gesprochen. Und bis hier jemand anruft, habe ich natürlich meinen tollen
Ausblick nächste Folge mit Nika
Zettel.
Ich mag mal mitteilen, ich habe die nächste Folge geschnitten.
Das Podcastsubbie hört sie jetzt gerade noch ein bisschen durch. Also nicht jetzt
gerade, aber so bis morgen Mittag ist sie hoffentlich fertig. Und dann sagt sie
mir, ob ich die denn so versenden kann oder nicht. Oder ob da noch ein bisschen
ein kleines Kram dran gemacht werden muss. Ich habe mich nämlich in alter
Tradition mit Nika zusammengesetzt vom Nika-Macht-Podcast und wir haben jetzt
keine Interview gemacht, wir haben einfach mal über ein Thema geredet und haben
einfach ein bisschen diskutiert und nachdem ich ja letztes Jahr schon so eine
Corona-Leute-Treffen-Zwangspause gemacht habe und dann diese Pause mit Nika
beendet habe, haben wir das dieses Jahr einfach wieder gemacht.
Also drückt mir ein bisschen die Daumen, dass das zeitlich passt, aber am
Montagmorgen um 1 Uhr könnte diese Folge erscheinen und ja, zwei weitere habe
ich auch noch aufgenommen und der Aufruf, Male-Subs mal im Gespräch zu haben,
hat funktioniert. Auch in den Folgen muss ich jetzt auch noch ein bisschen
schneiden. Ich würde sagen, die nächsten sechs Wochen sind gerettet und dann
habe ich schon Equipment für die nächste Aufnahme weggeschickt und dann sind
hier noch Termine und dann musste ich heute sogar ein bisschen verschieben, weil
das einfach alles gerade ein bisschen viel ist. Boah, also das geht wieder da
richtig, richtig los und das ist richtig schön und das habe ich auch so
gebraucht. Und jetzt klingelt es hier. Nein, es klingelt nicht. Ich bekomme hier
eine Nachricht und doch, da klingelt es. Ich gehe mal ran.
Anrufer Jens
Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich?
Jens
Ja, hi Sebastian, hier ist der Jens.
Sebastian
Hallo, Jens. Ein
Jens
Ja, oh Gott, mal ein bisschen lauter stellen, aber deine Anmoderation,
die hat gerade schon gepasst zum Thema Nika Macht, denn über den Podcast bin ich
überhaupt erst zu dir gekommen, denn meine Interessen sind
eher im Bereich Male-Subs, sind wir schon wieder in dem Thema des
Aktuelles bei dir und ja, meine Erfahrungen, die sehen einfach
so aus, dass ich bis
auf eine Beziehung, die so wirklich in den Bereich Dom-Sub ging, mich
bisher nur in Studios rausleben konnte. Und das ist natürlich jetzt schon ein
Jahr her, dass ich die Erfahrungen zuletzt machen konnte.
Sebastian
Jahr ist eine lange Zeit.
Das hat die Beziehung nicht funktioniert, weil BDSM dort keinen Platz gefunden
hat oder die Male-Sub-Position keinen Platz gefunden hat. Das muss man ja,
glaube ich, unterscheiden.
Jens
naja, das hat eigentlich alles seinen Platz gefunden,
aber die Themen links und rechts davon, die haben nicht so gut
funktioniert. Also, im Endeffekt musst du sagen, wir haben als Paar nicht
funktioniert, wir haben uns unterschiedlich weiterentwickelt und dann einfach
auch erlebt, dass das so nicht gut funktioniert und dadurch ging das in die
Brüche. Ja,
Sebastian
Gut, aber das ist natürlich so, dass man man ja trotzdem auch was erleben möchte
und auch muss. Ich meine, es gehört ja zu einem. Und dann ist ein Studio ja eine
adäquate Möglichkeit, ganz ehrlich.
Jens
klar.
Ja, das auf jeden Fall, denn naja, wenn du jetzt im Dating bist,
und das verstehe ich auch, finde ich gut, bin ich ein Befürworter davon, dass
man dann aufeinander eingeht und darüber spricht, was interessiert mich
eigentlich, was möchtest du haben, was möchte ich machen. Und wenn
du dafür bezahlst, muss ich ganz platt sagen, dann kannst du ja mehr oder
weniger mit einer gewissen Wunschliste dahin gehen und einfach sagen, ich
habe hier Dinge,
die gehen mir schon ganz lange durch den Kopf, die möchte ich jetzt einfach
erleben und lass uns das mal machen.
Sebastian
Ja, es bleibt eine Dienstleistung, wobei das natürlich so ein bisschen verquer
ist. Man geht dahin, sagt, ich möchte erleben und dann möchte man ja in eine Art
Zwangslage versetzt werden, um es dann auch wirklich zu erleben. Also ein
bisschen verquer ist es, aber im Grunde auch, wenn man privat BDSM auslebt, dann
kann man auch jederzeit sagen, hier Safeword und dann ist die Sache auch rum.
Also man hat ja immer eine gewisse Kontrolle, deshalb ist das gar nicht so
anders. Darf ich fragen, deine ersten Erfahrungen im Bereich BDSM, hast du die
in einem Studio gemacht?
Jens
Jetzt vielleicht mal ein bisschen mit Seilen arbeiten, mit
Dingen, wie die Partnerin sagt ganz genau, was ich jetzt zu tun habe.
Und natürlich auch so ein D/s-Gefälle, gerade im Schlafzimmer einfach,
aber nicht so unbedingt im Alltag. Aber das war natürlich alles relativ
easy und locker und hat sich dann erst so in
extremere Bereiche entwickelt, als ich wirklich ins Studios gegangen bin. Das
ist auf jeden Fall der Fall.
Sebastian
Darf ich fragen, wie alt du bist? Du kannst auch ein bisschen schummeln, ganz
genau musst du es nicht sagen. Nur so zum Einordnen.
Jens
Ja, nee, ich bin auch gerne ehrlich. Ich bin jetzt 33 und
hatte tatsächlich meine erste richtig feste Beziehung mit
21,
so ein bisschen Dating und, na, aber die erste wirklich,
ja, feste Beziehung, wenn ich das so formulieren würde, die war
mit dem Alter. Ja
Sebastian
gibt jetzt so eine Sache, da würde ich jetzt einfach die Gelegenheit nutzen
wollen.
Und das ist so, als du das erste Mal im Studio warst, da sind so für mich so,
das ist so ein ganz dunkles Feld, dieses ich beschließe, das mache ich, dann
gehe ich da hin, dann passiert da was.
Jens
klar.
Sebastian
Das sind ja so Geschichten, da kann ich auch selber aus keiner Erfahrung
sprechen.
Vielleicht erst mal der erste Punkt. Warum hast du beschlossen, ich gehe da
jetzt hin, ich rufe da an, ich mache einen Termin.
Was war so die Idee? Gab es vielleicht einen Fetisch oder etwas, was du ausleben
wolltest konkret und sagen, ich würde gerne mal XY machen, wie kriege ich da das
am besten? Was war so dein Antrieb und in welcher Situation warst du? So, gab
Jens
Erstmal muss ich natürlich sagen, ich war hyper nervös vor der ganzen
Angelegenheit. Du bezahlst quasi für Sexarbeit und
bist der junge Kerl aus gutem Haushalt und denkst dir, das
kann ich doch nicht machen. Aber ich hatte davor bestimmt ein
Jahr lang im Internet recherchiert, was gibt es hier in der Umgebung
für Studios, was sind auch die Ladies, die da im Studio
arbeiten. Denn ich weiß ja nicht, wie gut sich jetzt alle anderen
auskennen in dem Thema, aber zumindest vor Corona war
das immer ein wechselndes Publikum und die waren mal hier, mal da und du
kannst dann zum Beispiel auch auswählen oder machst dir Gedanken im Sinne von
der Sympathie, was das Profil angeht. Die Bilder und was
schreiben die Damen, welche Fetische die überhaupt anbieten und
Sebastian
es was Konkretes, wo du sagtest, das möchte ich?
Jens
ja, ein paar Dinge, also eigentlich
überhaupt mal wirklich professionell gefesselt werden, das kriegst
du da auf jeden Fall und unbeweglich zu sein in der Situation. Oder in der
Situation.
Und ich glaube, du hast das Thema vor ein, zwei
Podcasts angesprochen. Nadeln. Fand ich einfach total cool
und wollte das auch erleben. Und habe da zum Beispiel ganz konkret danach
geschaut. Ja,
Sebastian
Okay, dann würde ich jetzt, also wenn ich jetzt in der Position wäre, ich stelle
mir das jetzt so vor, man guckt da ein bisschen die Profile durch, dann ruft man
da an und sagt, hallo, ich bin Sebastian, ich möchte gerne mal gefesselt werden
und was mit Nadeln machen. Wann kriege ich denn meinen Termin?
Läuft das so? Nein. Oder doch?
Jens
so ungefähr.
Du musst einfach sagen, wer bist du, was möchtest du
haben, was stellst du dir terminlich ungefähr vor und dann wird
in der Profession der Tribut besprochen. Also,
ja, ganz krass und kalt. Was musst du pro Stunde bezahlen?
Ja, wird dir gesagt. Und in meiner Situation damals war das auch so, dass die
Dame dann auch gesagt hat, okay, wir machen einen Termin aus für den nächsten
Tag und ruf mich bitte nochmal mindestens zwei Stunden vorher an, um den Termin
zu bestätigen. Weil es einfach viele Kunden gibt, viele Interessenten, die
einfach mal anrufen aus gewissem Drang heraus, aber die
kommen dann nie.
Und ja, genau das habe ich
Sebastian
dann darf ich da mal.
Das ist eine Frage, die wollte mir Nika zum Beispiel nicht beantworten. Der
Tribut. Du musst jetzt keine konkrete Zahl sagen, aber da geistern immer so
Zahlen rum. Von 80 Euro die Stunde bis 1000 Euro die Stunde ist ja, habe ich
schon alles gehört. Was ist denn da realistisch?
Jens
80 Euro die Stunde und 1000 Euro sind definitiv unrealistisch.
Ich kann jetzt nur aus meiner persönlichen Situation sprechen. Da
waren das 250 Euro die Stunde. Ich hoffe, ich mache mich jetzt nicht unbeliebt
in der ganzen Szene.
Sebastian
Also bei mir definitiv nicht.
Jens
Aber ja.
Sebastian
Ich danke dir für diese Offenheit, ganz ehrlich.
Jens
Oh,
Sebastian
klingt auch irgendwie realistisch. Wenn ich überlege, was so ein Heizungsmonteur
kostet, der herkommt am Wochenende, der kostet bald auch nicht viel weniger.
Gut, der kommt auch am Wochenende nachts, aber das ist jetzt kein ganz
unrealistischer Wert, wo man sagen müsste, oh Gott, da werden die auch nicht
reich von.
Jens
kostet noch mehr. Ja, auf jeden Fall.
Sebastian
Das muss man auch ganz ehrlich sagen. Die sind ja auch nicht den ganzen Tag
ausgebucht.
Jens
und du musst auch bedenken, das geht dann quasi um die reine Sessionzeit. Also
Also du hast noch ein Vorgespräch auf jeden Fall, du bekommst Zeit zu duschen
und wirst dann in den Raum geführt. Und man muss ja auch
bedenken, die Damen oder das Personal, was vielleicht noch nebenbei
angestellt ist, muss ja nebenbei auch noch sauber machen.
Sebastian
natürlich.
Jens
gehört alles mit dazu, die Miete und hast du nicht gesehen, es
klingt nach viel Geld, aber es ist nicht easy. Easy.
Sebastian
Dafür erlebt man ja auch was.
Jens
Auf jeden Fall, ja.
Sebastian
Bei diesem ersten Besuch, also du hast dann angerufen, hast den Termin bestätigt
und bist hin und bist da locker reingeschlendert.
Jens
Nein, auf keinen Fall.
Sebastian
Ja, wie war es? Also vor der Tür rumgedrückt und dann hat man dich reingeholt?
Oder wie schwer ist es dir gefallen?
Jens
fällt dir vor allem dann schwer auf den Weg dorthin, wenn du im Auto sitzt und
vielleicht ganz profan nach einem Parkplatz suchst. Aber
als ich dann da war, aus dem Auto ausgestiegen bin, dann war ich so ein Stück
weit auf Autopilot und hatte in meinem Kopf einfach den Gedanken, Ja, okay,
jetzt habe ich es schon gemacht und jetzt ziehe ich es auch durch.
Sebastian
Da gehört auch ein bisschen Mut dazu.
Jens
Ja, vor allem, du hast ja im Hinterkopf, die Location ist zwar
nicht plakatiert und da ist keine große Leuchtreklame, aber du machst dir
natürlich Gedanken.
Sebastian
ja,
Jens
Die Leute, die hier in der Umgebung wohnen und die dich vom Balkon aus
aussteigen und da hinlaufen sehen, die wissen genau, was du vorhast. Genau.
Sebastian
okay.
Ja, du hast schon recht. Also das sind natürlich Gedanken, die man sich macht.
Ich vergleiche das gerade so ein bisschen am ersten Stammtisch, wo ich dann auch
erst mal so, wo sich auch der Magen so ein bisschen umdreht. Und dann geht
man aber einfach und dann geht man durch diese Tür und dann, man weiß nicht, was
einen erwartet.
Hat dich dann der Mensch, den du ausgesucht hast, dann direkt begrüßt? Wie
läuft das da ab? Kriegt man erstmal einen Kaffee vielleicht?
Jens
in meinem Fall war es so, dass der Mensch, den ich ausgesucht hatte, mich direkt
empfangen hatte, weil ich hatte ja einen Termin um eine bestimmte Uhrzeit und
ich habe auch den Eindruck, dass man sich da in den Etablissements Mühe gibt,
die Kunden voneinander zu trennen, dass man einfach nicht aufeinander stößt. Und
dann, na, ist halt ein gewisser Charme mit dabei.
Und dann ging es in das Zimmer zum Vorgespräch. Und ja, da
Sebastian
Oh, wie sieht denn dieses Zimmer aus?
Jens
Ähm,
Sebastian
Ist das sehr klein vielleicht? Ich kenne das von meinem Zahnarzt, der hat ein
Besprechungszimmer, das hat keine zwei Quadratmeter.
Jens
So ungefähr, ja, ja.
Sebastian
Irgendeine
das ist der Raum, der kein Geld verdient, deshalb ist der winzig.
Jens
Genau, der war relativ winzig. Aber schwarz tapeziert mit einem
schwarzen Vinylsofa. Abwaschbar. Ich habe keine Ahnung, ob das Absicht oder
Zufall war. aber, ja,
kleiner Raum mit Fotos an den Wänden von all den Damen, die mehr
oder weniger regelmäßig dort arbeiten.
Und dann kam sie zurück und hat einfach mal ganz platt gefragt, ja, auf was
stehst du denn? Was willst du denn haben?
Sebastian
Ach, wie nett. Das ist ja die super Frage, die baut ja jegliche Hemmung ab.
Jens
Genau, nee, also, ja,
Sebastian
Da sagt man ja gar nichts mehr.
Jens
ganz so schlimm war es vielleicht auch nicht, aber einfach, ne, konkret die
Frage, Wie lange magst du hierbleiben? Was möchtest du erleben? Und
wie viel Spielraum habe ich in dem, was ich mit dir anstellen werde?
Sebastian
Also wirklich so ein Gespräch, wo man wirklich erstmal, ganz klassisch, erstmal
gucken, was ist der Wunsch, was sind die Grenzen, auch vielleicht überfordert
man sich selbst. Selbst, ne?
Gerade mit den Nadeln, da hätte ich jetzt auch überlegt, wenn du jetzt sagst,
Mensch, das ist mein erster Besuch, das erste Mal, dass ich sowas mache und dann
kommst du mit Nadeln um die Ecke, da denke ich mir schon, wird vielleicht auch
jemand mal sagen, nee, das ist vielleicht ein bisschen viel für den Anfang oder,
also wie weit wird da Einfluss auf deine Wünsche genommen?
Jens
Denke relativ wenig. Also wenn du in einem Gespräch sitzt, dann hast du mehr
oder weniger die Freiheit, alles Mögliche zu erzählen. Denn die Dame, die vor
dir sitzt, die weiß ja jetzt auch nicht unbedingt, wie viel Erfahrung hast du
schon.
Sebastian
Ich spring
Jens
Also wenn jetzt jemand sagt, ich möchte die ultra harte Tour und ich möchte
eine Woche lang nicht mehr sitzen können, dann denkt die sich vielleicht auch,
ja okay, der kann schon was, der weiß, wovon er spricht. Und dann geht
es einfach auch darum, während der Session sich
gegenseitig zu beobachten, Fingerspitzengefühl zu haben und ich denke, das haben
die, verzeiht mir den Begriff, professionellen Damen dann schon irgendwie im
Blut und wissen, was sie da tun. Aber bei mir war einfach die Situation,
dass ich viele Fantasien im Kopf hatte, die ich nie so richtig ausleben konnte
und habe dann einfach gesagt, jetzt gehe ich dahin und spreche das einfach aus
und dann sehen wir, wo das hinführt.
Sebastian
mal so ein bisschen. Sind denn deine Wünsche denn in Erfüllung gegangen?
Jens
Ja, auf jeden Fall.
Sebastian
Okay, du bist wieder hin. Okay,
Jens
Ja, das bin ich auch. Also ich kann es jetzt nicht
abzählen, vor allem da mindestens ein Jahr schon dazwischen liegt, aber ich
denke, ich war fünfmal dort. Ja.
Sebastian
das ist noch überschaubar und klar, wenn das letzte Jahr gegangen wäre, wäre es
bestimmt öfter gewesen, aber immer mit denselben Wünschen oder ist
das dann wirklich so, okay und jetzt noch mehr, mehr, mehr jedes Mal? Also was
ist das, was man erwartet auch einfach? Und immer auch dieselbe
Person oder hast du da durchgewechselt? Du merkst, ich habe tausend Fragen,
entschuldige, dass ich da so unstrukturiert bin.
Jens
Nee, total gut. Bitte sag mir einfach, wenn ich eine Frage zwischendurch
vergesse, aber ich fange mal von hinten an. Das war tatsächlich die
gleiche Person immer, weil sich da einfach ein gewisses Vertrauensverhältnis
aufgebaut hat.
Wir waren auch mal nach den Sessions dann einfach, ja, du kannst
es nicht privat nennen, aber wir waren danach zum Beispiel in Bars und haben uns
einfach noch unterhalten, weil irgendwie eine Sympathie da war. Aber Achtung an
alle Zuhörer, bitte rechnet natürlich nicht damit, wenn ihr ins Studio geht.
Es ist immer noch eine Dienstleistung und das war einfach eine Konstellation, in
der es sich angeboten hat.
Sebastian
Und das war jetzt dann privat hinterher, also auch ohne, dass die Uhr getickt
hat.
Jens
Aber es war immer noch,
Ja, genau.
Sebastian
Okay.
Jens
Aber es war immer so zum späten Abend hin, wenn ich da kam.
Aber du musst dir natürlich bewusst sein, es ist immer noch eine
Transaktion, wenn da Geld im Spiel ist.
Sebastian
Ja, ich bin gerade ein bisschen verunsichert, weil ich denke mir, gerade im
Profibereich ist das ja vielleicht dann der Punkt, wo man halt sagt, nee, das
macht man eben auf gar keinen Fall miteinander.
Dass man dann hinterher nochmal ausgeht oder so. Das finde ich spannend gerade,
weil da hätte ich gesagt, ich hätte gedacht, das wäre ein Tabu.
Jens
vielleicht erzählt dir
Sebastian
Muss ich ehrlich sagen.
Jens
Nika dazu auch noch ein paar Takte, eventuell verrate ich jetzt schon
viel zu viel, aber wie gesagt, rechnet bitte nicht damit.
Ich denke, in dem Fall war es einfach eine gewisse Sympathie, ein Verständnis,
aber wir sind einfach was trinken gegangen und auch dann einfach
100% ohne, dass irgendwelche sexuellen Absichten dahinter waren.
Sebastian
Okay. Ja, also wie gesagt, an der Stelle muss man einfach ein bisschen schauen.
Also nicht damit rechnen, Dann hast du völlig recht. Und gut, auf der anderen
Seite, wenn das dann auch so funktioniert und du dann auch nicht anfängst, ich
sag mal, da zu stalken oder andersrum, das kann ja auch passieren. Man weiß,
wenn Menschen sich sympathisch finden, finden sie sich sympathisch.
Jens
klar. Die
Sebastian
Und dann ist halt die Frage, muss man diese Grenze auch künstlich ziehen?
Muss man schauen.
Ähm, okay, ähm, lass mich nochmal
Jens
Frage davor war, glaube ich, wie sich das weiterentwickelt hat.
Sebastian
die, die, die Steigerung, genau, also, also beim ersten Mal Seile und Nadeln,
okay, beim nächsten Mal also Ketten und, ähm, Speere, Entschuldigung,
es ist spät am Abend, ich, nein, aber, aber,
wo sagt man, okay, das, das, da mag ich mehr von?
Jens
Die Steigerung, genau.
Alles gut, alles gut, nein. Ja,
wir
haben dann, nein, wir nicht, kann ich nicht sagen, sondern es waren meine
Wünsche.
Ich wollte als nächstes zum Beispiel Elektrosex ausprobieren, Strom und
die Stimulation dadurch. Und das fand ich zum Beispiel
extrem cool, hat mir sehr gut gefallen. Eine andere Idee, die ich hatte,
und nochmal, das ist einfach der Vorteil davon, dass du in ein Studio gehst
und sagen kannst, was sind deine Interessen jetzt im Moment.
Also ein Ding, das ich erleben wollte, war Natursekt,
was einfach irgendwie so ein Kopfkino war bei mir. Und da habe ich dann aber auf
jeden Fall auch gemerkt, okay, Kopfkino cool, Realität nö.
Muss ich ganz ehrlich sagen. Wir hören uns noch?
Sebastian
Ja, wir hören uns noch, jetzt habe ich hier Mist gebaut, zu viele Knöpfe.
Jens
Alles gut.
Sebastian
Du kannst es ja gefahrlos dann auch ausprobieren und auch sagen, im Zweifel,
hier ist mein Safeword, jetzt hier mal stopp, das gefällt mir gerade gar nicht.
Du schmeckst mir nicht.
Jens
Ja. Du sagst es relativ direkt, aber ja, so ist
es im Endeffekt.
Ich wollte es ausprobieren, habe dann realisiert, oh, nein,
bitte, hör auf und dann ist es eben auch vorbei. Aber
Sebastian
Ja, die Sicherheit hat man ja dann hoffentlich auch.
Lass mich mal so einen Bogen ziehen gerade, wenn du jetzt, stell dir vor, du
hast eine Partnerin, mit der du das auch alles machen könntest. Man redet ja
auch miteinander und kommuniziert, was mag ich erleben und was nicht und dann
geht man ja da auch aufeinander ein.
Also hast du das schon erlebt? Kannst du da einen Vergleich ziehen? Ja,
Jens
ehrlich gesagt, nicht so ganz, weil die bisherige Erfahrung in der
Beziehung war einfach, wie
soll ich es ausdrücken, das waren die Schritte von Vanilla zu etwas kinky.
Und das ist jetzt einfach auch schon ein paar Jahre her.
Bei mir persönlich ist viel passiert.
Ich habe natürlich auch gedatet, aber ich war auch drei Jahre im Ausland und
da gab es gar keine Beziehungen bei mir, hatte ich auch keine Zeit
dafür. Aber das Kopfkino und die Gedanken und die Wünsche, die entwickeln sich
natürlich weiter.
Sebastian
die Frage, die so ein bisschen da schwebt, ist, ist das jetzt quasi etwas für
den Übergang, bis du eine Partnerin gefunden hast, mit der du das langfristig
auslebst oder sagst du, nee, das mit dem Studio, das ist gut, das funktioniert
für mich, das macht mir Spaß, ich habe auch nicht viel Aufwand hinterher und
vorher, sage ich mal, das tut mir gut, das mache ich so. Das kann ja auch eine
Perspektive sein, wo du sagst, okay, das ist genau die richtige Dosis für mich
und das soll sich vielleicht auch gar nicht ändern.
Jens
Ja, also es tut mir gut und das mache ich so, das hast du richtig ausgedrückt,
aber der mittel- bis langfristige Wunsch wäre natürlich wirklich
eine Partnerschaft zu finden, in der das funktioniert. Aber, ja,
da habe ich
einfach kein Glück, was es angeht. Es gibt natürlich die einschlägigen
Plattformen online, aber, ja, ich traue mich
zum einen nicht so ganz dahin, zum anderen findest du viel, auch den Joyclub, wo
du eigentlich erst mit einem kostenpflichtigen Abo wirklich was tun
kannst. und da bin ich noch ein wenig zurückhaltend und weiß nicht so ganz, ob
ich da dem Braten trauen möchte.
Sebastian
Also da kann ich dir jetzt erstmal Mut zureden. Also die Tatsache, dass du hier
angerufen hast und erzählst, sagt mir schon mal, also der Mut ist da und
klar, da ist natürlich ein anderer Aufwand, aber da ist natürlich dann auch das,
was dabei rauskommen kann, was ganz anderes.
Also wenn du sagst, gerade so Bondage interessiert mich, also ich würde ja dann
sagen, okay, es gibt ja unfassbar viele von diesen ganzen Fesseltreffs etc., die
kann man ja im Zweifel einfach mal besuchen, da geht es zwar, ich denke mal eher
um Techniken und was man da macht und um die Seile an sich, aber man kommt
natürlich mit Menschen in Kontakt dabei und naja, früher oder später
funkt das vielleicht auch einfach mal mit jemandem.
Jens
ja auch cool.
Sebastian
Das ist natürlich so eine Sache, da bin ich auch ein bisschen kritisch, also nur
über Plattformen da versuchen irgendwie, wenn man da eine initiale Mail
schreibt, was soll man da reinschreiben und dann muss das noch gut sein, dann
kommt vielleicht gar keine Antwort, dann ist man schnell frustriert. Ich glaube,
der Weg einfach so ein bisschen in die Community reinzugehen und zu sagen, okay,
ich bin jetzt einfach da und dann hat man zumindest, das ist so wie, ich
hoffe immer auf mein Lottogewinn, aber wenn ich nicht Lotto spiele, wird das
nichts. Und genauso in der Szene, wenn ich da unterwegs bin, dann besteht
einfach die Möglichkeit, dass da früher oder später auch mal was bei rauskommt.
Also die Möglichkeit besteht natürlich.
Und bis dahin, ganz ehrlich, Erfahrung sammeln, warum nicht im Studio? Spricht
ja überhaupt nichts gegen.
Jens
vor allem, ich meine, über Sexarbeit könnten wir jetzt stundenlang sprechen,
aber ich bin wirklich der Meinung, die Damen, die da arbeiten,
wissen relativ genau, was sie tun, wissen, in welcher Situation sie sind und
haben sich auch genau überlegt, ob sie das tun möchten oder nicht.
Sebastian
Natürlich.
Jens
Und da habe ich deutlich geringere Hemmungen dafür zu bezahlen für ihre
Zeit, als jetzt im normalen Straßenstrich, sagen wir einfach mal.
glaube, das hat eine andere Qualität.
Sebastian
Ja, wobei da ist natürlich die Frage des Anspruchs. Möchte ich meinem Gegenüber
auch die Gelegenheit geben, das an und mit mir zu lernen? Oder möchte ich da
einfach jemanden haben, der, ich sage mal, Profi ist und der schon seit 20
Jahren dabei ist? Also da ist natürlich gerade mit Anfang 30 die
Wahrscheinlichkeit geringer als, ich sage mal, in 20 Jahren. Da besteht eine
höhere Wahrscheinlichkeit, eine Beziehung mit jemandem einzugehen, der einfach
schon seit 20 Jahren dabei ist. Also das ist ein rein mathematisches Problem,
sag ich mal.
Jens
Ja.
Sebastian
Also das muss man so ein bisschen abwägen, glaube ich. Aber
klar, das ist natürlich so ein Punkt, das ist auch eine Zeitfrage. Wenn
du sagst, du arbeitest viel.
Und das ist ja das Gemeine beim BDSM, wenn man mal Blut geleckt hat. Man weiß,
wie das ist, wenn das schön verschnürt ist und das passt alles und es ist
ordentlich gemacht.
Diesen Schritt zurückzugehen und zu sagen, jetzt fange ich nochmal mit jemandem
bei Null an und wir diskutieren über die ersten Knoten.
Das Podcastsubbie muss ich mal loben, dass sie mit mir eine übermenschliche
Geduld aufgebracht hat.
Das ist natürlich auch nochmal so ein Punkt
Ja
Jens
ich meine, der Aspekt, gemeinsam Dinge zu lernen und zu erkunden, wenn man dann
weiß, dass die Interessen sich die Waage halten, das ist
natürlich nochmal was anderes.
Sebastian
Lass mich nochmal so ein bisschen ganz zurückgehen zu sagen, okay, ich bin
passiv ich bin Sub, das ist ja auch so eine Findungssache, man hat erstmal
dieses BDSM ist interessant und dann finde ich aber diese Seite gefällt mir gut
Die Rolle als Top kam für dich nie in Frage?
Jens
Auch irgendwie, also das ist jetzt vielleicht ein Punkt,
den ich relativ spät anspreche, aber ich bin
vielleicht auch in der Switcher-Rolle, ich kann es nicht sagen, aber ich hatte
auch schon eine Beziehung vor einem halben Jahr mit einer Dame,
die sehr, sehr submissiv war. Das war, als ich mal Ausland
gewohnt habe und ja, das war ein Date
über die typischen Plattformen.
Sebastian
Aha
Jens
Und dann kommst du einfach in den USA da in das Haus nach zwei Dates und du
sitzt auf dem Sofa und dann kommst du, hey, let me show you something.
Und dann gehst du in den Kellerraum und denkst dir erstens so, oh, haha, ja,
da könntest du mich gerne anketten.
Sebastian
Es
Jens
Und dann war aber eher die Antwort, nee, nee, nee, du, da
will ich hin.
Sebastian
ist ja auch fürchterlich Da ist das ganze Zeug da. Jetzt müsste die Frau nur
noch mal was machen und dann
sollst du da. Ja gut, aber das sind dann auch die Momente, wo man dann merkt,
okay,
ich beneide mein Gegenüber gerade um dessen Position. Okay, das ist so ein
Moment, wo man dann auch die eigene Position und die eigene Identität einfach so
ein bisschen feststellt. Ich glaube, das sind wirklich diese Schlüsselmomente,
die man dann auch manchmal im Leben hat.
Jens
also in dem Moment, ich konnte das schon, hatte Ideen im Kopf,
aber wenn du mich jetzt fragst, ob das so richtig die Erfüllung für mich war,
muss ich sagen, nein, ganz klar. Also war cool, war schön, es war eine
gewisse Art von Intimität und Zusammensein,
aber
es war einfach eher so 50 Grad Wassertemperatur anstatt 100 Grad.
Sebastian
Ja gut, aber das muss man auch einfach mal feststellen und dann kann man damit
auch was machen mit der Erkenntnis. Ich denke, das ist immer nicht verloren.
Genauso mit dem NS. Wenn du sagst, das schmeckt nicht, das mag ich gar nicht.
Dennoch ist es dann einfach eine Erfahrung und dann hat man die auch mal
gemacht.
Oh Gott, ich gucke auf die Uhr. Wir überziehen heute ein bisschen, das ist in
Ordnung.
Jetzt ist das ja seit einem Jahr nicht mehr möglich gewesen.
Ja, du geierst da ein bisschen drauf,
dass es wieder losgeht.
Tja, ja, Aussichten sehen da gerade relativ schlecht aus, fürchte ich, aber du
wartest jetzt geduldig. Das wäre jetzt auch der Moment, wo man sagen könnte,
dann suche ich mir privat jemanden. Einfach da zu warten ist ja auch blöd.
Jens
um hier ein wenig aus dem Quark zu kommen.
Sebastian
Ja, das ist, ich empfehle dir einfach den Schritt zu wagen, weil ganz ehrlich,
verlieren kannst du nix.
Manchmal gibt es so ein bisschen Berührungspunkte, das habe ich auch bei uns auf
dem Stammtisch dann gehabt, wenn jemand erzählt hat, ja, ich war im Studio und
so, dass die Leute da ein bisschen komisch drauf reagieren.
Aber ich glaube, das wird auch im Moment weniger und dass die Menschen dann
grundsätzlich ein bisschen offener sind
und tatsächlich gehe ich auch zum Friseur. Gut, das kann man jetzt vielleicht
nicht ganz vergleichen, aber an der Stelle, es ist halt einfach eine
Dienstleistung und die ist legitim
und auch da nimmt man ja Erfahrung mit, dass man so ein bisschen eine Ahnung
hat, was man will und das wird ja ganz oft auch vorausgesetzt, dass man so ein
bisschen Ahnung von sich hat,
um dann eben auch mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Ich würde dir da einfach
nur Mut zusprechen und zu sagen, komm, mach mal was und dann Dann guck mal.
Und ich glaube, wenn man auch nicht da rangeht mit, ich muss jetzt jemanden
finden, um sofort was auszuleben, sondern einfach um ein bisschen sich mit
Menschen zu umgeben, die vielleicht ähnliche Dinge mögen, Gesundheit, liebes
Podcastsubbie.
Wenn man da einfach ein bisschen, ich sag mal, Szeneluft schnuppert, ich glaube,
dann über kurz oder lang kann man doch gar nicht anders, als dass man dann
plötzlich Leute um sich rum hat, mit denen man sich gerne umgibt. Und ganz
ehrlich, früher oder später hat noch jeder irgendwie seine Hiebe bekommen.
Das ist halt einfach eine Frage von Geduld, glaube ich.
die Uhr tickt so ganz fürchterlich Jens, deshalb ich würde mich jetzt von dir
verabschieden, wenn du magst ich habe jetzt einmal hier ein bisschen was notiert
weil du kommst in meinen Lostopf für einen Kaffeebecher rein wenn du mir nochmal
eine Mail schicken darfst oder so, dass ich dir irgendwie auf den Zettel drauf
tun kann in den nächsten Tagen damit ich dich dann auch irgendwann kontaktieren
kann wenn ich da mal deinen Namen da ziehe wäre immer schade, wenn ich dann
irgendwie hier groß den Lostopf schwenke und dann kommt nichts bei raus das
würde ich gerne vermeiden, wenn du möchtest Wenn du nicht möchtest, auch kein
Problem, aber der Zettel liegt hier, muss nur noch ergänzt
Jens
Gerne, ich melde mich bei dir und ich möchte auch noch einen Kommentar
loswerden.
Sebastian
Ja, gerne.
Jens
Ich hatte nämlich nach dem letzten Live-Podcast mit der Sayuri dir
gespendet und gesagt, ich fand das total cool, wie du mit ihr umgegangen bist
und dein Kommentar darauf war, dass du das Geld für schnöden Technik-Kram
ausgeben möchtest.
Als Ingenieur nehme ich an dieser Formulierung Anstoß.
Mit schnöden Technik-Kram.
Die Schätzfrage
Sebastian
Ah, das ist immer so eine ganz fiese Sache, ne? Also Technik, das ist schnöder
Kram. Es funktioniert ja theoretisch auch alles und man kann ja immer noch mal
was optimieren, finde ich.
Jens
Ja, auf jeden Fall.
Sebastian
Und ganz ehrlich, ich habe bei Thomann im November eine Bestellung aufgegeben und
jetzt sollte das Zeug nächste, nein, diese Woche kommen, nachdem es dreimal
verschoben wurde und jetzt steht da wieder zwölf Wochen Lieferzeit, ne? Ich
werde wahnsinnig, ich bin sehr gespannt, aber Technik ist toll und damit kann
man auch schöne Dinge machen, wobei ich ganz ehrlich, ich habe jetzt erstmal
Kohle genommen, um einfach auch einen Gesprächspartner, um einfach mal ein
Bahnticket zu finanzieren, das ist total cool, dass ich sowas machen kann, also
einfach mal vielen Dank, das heißt, ich kann dich jetzt von meiner Liste hier
streichen, ich werde ja gleich die Unterstützer nochmal hier nennen der letzten
Woche, dann nenne ich dich jetzt nicht, tja, bist du mir
Jens
je, okay.
Oh, gemein. Okay.
Sebastian
jetzt hier kurz eine Schätzfrage einbauen.
Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du ganz schnell wieder in den Seilen hängst
und durch wehen und was auch immer.
Jens
Dankeschön.
Sebastian
Und ja, vielen, vielen Dank dafür, dass du angerufen hast.
Jens
ich danke dir für deine Zeit. Hat mich gefreut, mit dir zu sprechen.
Sebastian
Mich auch. Mach's gut. Tschüss.
Jens
Tschüss.
Sebastian
So, okay, dann machen wir das jetzt ganz schnell. Um Himmels Willen, schon, habe
ich überhaupt noch Publikum hier? Ich gucke mal. Ja, ein paar Menschen sind noch
da, das ist gut. Okay, ihr Lieben, ich habe natürlich immer noch und immer
wieder hier meine Kaffeelöffel. Ich nenne sie jetzt einfach Kaffeelöffel. Und
den möchte ich auch diese Woche wieder loswerden. Wer schon einen hat und keinen
Würdigung der UnterstützerInnen
mehr gewinnen möchte, der kann einfach mitraten. Aber am besten ein kleiner
Kommentar daneben, dass das außerhalb der Wertung ist. Und ich muss schnell was
finden heute und zwar ist meine Frage an euch, also die Schätzfrage, da könnt
ihr im Chat jetzt einfach reinschreiben, was ihr denkt und wer am nächsten dran
ist, gewinnt. Und zwar, die Frage lautet diese Woche, ich habe eben von Sayuri
am Anfang ja etwas verlesen und wenn ich hier mal was vorlese, dann kann ich das
ja auch nutzen. Wie viele Wörter waren das genau? Und zwar nicht unbedingt die,
die ich verlesen habe, sondern die, die auf meinem Zettel standen und ich habe
Wörter zählen lassen. Wenn ihr eine Ahnung habt, wie viele Worte ich da
vorgelesen habe, dann schreibt das jetzt einfach mal rein und der Mensch, der
gewinnt, bekommt von mir einen kleinen Umschlag mit ein paar netten
Unvernunft-Devotionalien, so ein paar Flyer-Aufkleber und natürlich den Koch-
und Bratlöffel. Ich kann ja aber nochmal ein Bild in den Chat reinposten und das
schicke ich dann einfach per Post raus und kommt in den nächsten Tagen an. Und
ja, dann wünsche ich viel Spaß damit, natürlich nur in der Küche und nirgendwo
anders. Okay, ihr ratet schon ganz fleißig. Währenddessen bedanke ich mich mal
ganz, ganz herzlich bei meinen Unterstützern der letzten Woche.
Und zwar bei Steady haben Ben, Per und Annette ein Abo abgeschlossen. Das heißt,
BDSM steht für...
da bekomme ich jeden Monat ein paar Euro von euch. Das hilft mir super beim
Plan. Vielen, vielen Dank. Dann habe ich von Jörg noch einen Gutschein bekommen
und Lara hat auch noch das Podcast-Konto ein bisschen aufgefüllt. Vielen, vielen
Dank, also ich kann hier wirklich sorgenfrei podcasten, dank euch, total toll.
Bitte weitermachen, bitte nicht aufhören, das hilft mir wirklich sehr und jetzt
gerade wenn ich hier ein bisschen Pläne schmiede zu sagen, wo kann man hinfahren
und so weiter und so fort, ihr wisst was Bahntickets kosten, dann hilft das
wirklich sehr. Vielen, vielen Dank.
Ja, und dann sage ich nochmal, wofür BDSM stehen kann. Diese Woche kann BDSM zum
Beispiel stehen für Bist du sicher mal so? Ich habe jetzt glaube ich noch etwa
100 von diesen Sprüchen übrig, danach muss ich mal neue einsammeln. Es wird
langsam schwierig, da Duplikate zu vermeiden. Und ich glaube, ich mache jetzt im
Chat mal einen Strich drunter.
So, Linie gezogen. Ah, Eleanor nehmen wir noch mit rein. Und ja, jetzt guckt das
Podcastsubbie, wer hier am nächsten dran ist. Und ja, dann gibt es einmal den
Koch- und Bratlöffel. So, zum Kaffee umrühren. Übrigens, wenn man die
Kaffeebecher vom Podcast hat, dann passt der Löffel ziemlich exakt rein. Das
heißt, man kann dann den Kaffee da drin teilen. Wenn man so rührt, wird ein
bisschen schwierig. Aber es geht schon irgendwie.
Okay, so.
Das Podcastsubbie hat schon rausgefunden. Wieso ist die denn heute so schnell?
Wahnsinn. Okay, am nächsten dran mit 275 ist Page of Mine. Hallo, sehr
schön, dass du gewonnen hast. Ich habe übrigens 274 Wörter verlesen. Das ist ja
quasi ein Volltreffer. Und ich glaube, deine Adresse, ich habe sie nirgendwo
mehr hier liegen. Einfach nochmal schicken und dann schicke ich dir nochmal ein.
Und was du dann damit tust, da kann ich nur sagen, ganz viel Spaß. Spaß.
Gratulation. So, nächste Woche übrigens, nee, nächste Woche ist es noch gar
nicht so weit, übernächste Woche, da gibt es dann wieder Kaffeebecher, die ich
aus der Lostrommel ziehe und jetzt ist Jens schon drin und dann gucken wir mal.
Puh, was haben wir noch? Ja, ich könnte euch noch sagen, wie das hier nächste
Woche weitergeht.
Wenn es klappt, dann gibt es am Montag am 26. eine neue reguläre
Folge der Kunst der Unvernunft und ab dann, wenn ich das ordentlich ich
hinkriege mit meiner Zeitplanung alle zwei Wochen eine weitere. Da freue ich
mich schon drauf, dass das endlich wieder klappt.
Ja, und dann hören wir uns dann am Donnerstag, den 29.04. wieder, um 20.30 Uhr,
wie immer. Vielleicht dann ja mit dem Kurator vom BDSM-Museum
oder
ja, und vielleicht noch einem weiteren Gast. Ich weiß es noch gar nicht. Meine
Planung ist noch nicht so weit gediehen. Ich sollte mit der Planung mal langsam
anfangen. Ich sage das so selten. Wenn ihr möchtet, folgt diesem Podcast, folgt
ihm bei Twitter, folgt ihm bei Instagram, folgt ihm bei Telegram oder wo ihr
wollt. Bei FetLife kann man sich auch dem Konto da anschließen. Dann kriegt ihr
alles mit, was so um den Podcast herum ein bisschen passiert.
Und generell, ich glaube, Kat Kristall hat irgendwie erst vor ein paar Monaten
ihr Twitter-Konto aktiviert und hat mich jetzt schon bei den Followern überholt.
Das kann es ja nicht sein. Ich sollte mir Nudepics posten. Nein, ganz ehrlich,
da kriegt ihr ja im Grunde auch nur Werbung, aber da kündige ich halt schon an,
was so ist und hin und wieder frage ich auch mal, was ich für bestimmte Themen,
was ich da an Fragestellungen mit einbauen soll. Und es wäre schön, wenn ihr
euch dem anschließen möchtet. Und ja, wie die ganzen Profile da heißen, im
Zweifel sucht ihr immer nach Kunst und Vernunft oder Kunst der und Vernunft, je
nachdem. Und dann findet ihr das nur bei Instagram. Da müsst ihr bitte vorher
einstellen, dass ihr 18 seid im Account, sonst seht ihr den Account nämlich
nicht. Da könnt ihr viel suchen, die zeigen euch nichts an. Gut, ich sehe schon,
Page freut sich, so ist gut.
dann würde ich sagen, diese Folge ist hiermit beendet. Ich hab mich super
gefreut, dass ihr so zahlreich mitgemacht habt, auch im Chat, dass ihr einfach
ganz, ganz viele Fragen gestellt habt. Ich konnte nicht alle einbauen, aber das
ist ja erstmal ein gutes Zeichen. Und ja, wir hören uns nächste Woche. Ich werd
jetzt noch ein bisschen lieb zum Podcastsubbie sein und mal schauen, ob ich es
irgendwie hier weghypnotisiert kriege. Mal gucken, was mir da so einfällt. Und
ja, vielen Dank nochmal an Undine de Rivière und an Jens. Und ja, ich glaub,
jetzt ist es rum. Jetzt muss ich mal diesen Intro-Knopf hier suchen Und ich
wünsche euch einfach noch einen schönen Restabend. Habt ein schönes Wochenende.
Macht's gut. Tschüss.
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