Cover Lady Melody - Femdom mit Plan

Lady Melody - Femdom mit Plan

Niedlich und Böse

14.12.20
02:31
32.621
4
1440
Cover Lady Melody - Femdom mit Plan

Episodenblog

Wird geladen...
Niedlich und Böse

Lady Melody hat mich besucht. Und wir haben geredet.

Sie ist 36 und fühlt sich auf der aktiven Seite der Macht wohl. Wir sprechen über ihren Weg, Workshops, Partner und Spielpartner. Beantworten die Frage, warum der Käfig im Spielkeller so groß ist und ich dürfte in ihren Notizen und dem goldenen Buch des BDSM lesen. - Endlich.

Endlich widmet sich der Podcast auch dem Thema Feminisierung!

Dinge der Woche:

Ich dürfte in ihr geheimes Buch schauen. 2 Seiten darf ich hier sogar zeigen: Bildbeschreibung Bildbeschreibung

Der Spielkeller:

Es gibt eine kleine Bildergalerie aus dem Spielkeller: Jetzt öffnen

Kontakt zu Lady Melody:

Rückfragen zur Folge, Feedback und Kommentare (aber bitte keine Spielanfragen) könnt Ihr an ladymelody@gmx.de oder bei Joy an ladymelody83 stellen.

Bilder zur Folge

Kapitelmarken

00:00:00
Intro
00:00:38
Einleitung
00:01:22
JUHU: Eine halbe Million!
00:02:02
Keine Livesendungen mehr in 2020
00:02:35
Unvernunft XMAS 2020
00:04:16
Mitmachen XMAS 2020
00:05:55
Begrüßung
00:07:47
Wie ging's los?
00:09:26
Subphantasien
00:14:30
Onlinedating - Ein Schuss - Ein Treffer
00:21:27
SMJG?
00:23:07
Unkompliziert?
00:26:17
Anrede Herrin
00:32:20
Offene Beziehung
00:35:40
Der Deal in 2020
00:36:07
Wie Pärchensuche
00:40:24
Die erste Pärchensession
00:43:19
Feminisierung
00:46:11
Warum nicht gleich ein Mädel nehmen
00:48:55
Mehr Pärchen
00:52:13
Die ersten Alleingänge
00:59:32
Straponlehrstunde
01:03:12
Deine Lieblingssachen
01:03:28
NS
01:07:42
Der Spielkeller
01:10:00
Spielzimmer-Bild 1
01:10:30
Spielzimmer-Bild 2
01:11:00
Spielzimmer-Bild 3
01:11:30
Spielzimmer-Bild 4
01:12:00
Spielzimmer-Bild 5
01:15:00
Spielpartnergefühle
01:18:04
Femdomworkshops
01:19:27
Workshop in Graz
01:23:58
Ding der Woche 1: Das Script zum Workshop
01:37:00
Link: BDSM-Manufaktur.de
01:37:39
Die Klammern heißen Bindeclips
01:40:19
Laminiertes Papier
01:42:40
CFMN-Events entmystifiziert
01:48:03
Putzige Klamotten
01:52:42
Das Knastevent
01:55:00
Verweis auf KuK-Knastevent
02:01:51
Das Ding der Woche: Das Sessionplanungsbuch
02:03:51
02:07:11
Online spielen
02:11:20
Eine Doppelseite aus dem goldenen Buch
02:12:10
Ausflug ins Sutdio
02:16:48
Das will ich noch
02:17:09
Keuschhaltung ist unpraktisch
02:18:03
Rollenspielwochenende in der Ferienwohnung
02:19:39
24/7 ist doof
02:25:00
Verabschiedung mit Cliffhanger
Das Transcript wurde automatisch erzeugt und kann Fehler enthalten.
Sebastian Hallo und herzlich willkommen zur Kunst der Unvernunft, dem Podcast über BDSM und Kinky Menschen. Mein Name ist Sebastian Stix und mich hat Lady Melody besucht. Und wir haben geredet. Sie ist 36, kommt unüberhörbar aus dem süddeutschen Raum und fühlt sich auf der dominanten, süßen, niedlich-bösen Seite der Macht extrem wohl. Wir sprechen über ihren Weg bis hierher, über ihre Erfahrungen mit Partner, Spielpartnern und über den Spielkeller mit dem viel zu groß geratenen Käfig. Sie hat recht exzessiv Workshops besucht und bringt ganz viel Material dazu mit. Und ich dürfte sogar einen Blick in das berühmte goldene Buch des BDSM werfen. Ja, also lohnt sich. Und gleich geht's los, aber zwei Infos hab ich fix für euch noch. Die erste ist ein Dankeschön an euch, liebe Hörerinnen und Hörer. Es ist passiert. Wahnsinn, die Kunst der Unvernunft wurde vor ein paar Tagen das 500.000. Mal runtergeladen. Ich mag da heute einfach mal prollen und protzen. Hätte ich nie gedacht. und ich weiß, dass das an euch liegt. Ich habe euch immer wieder gebeten, empfehlt den Podcast weiter und macht und tut und lasst überall Zettelchen liegen und so weiter. Und das habt ihr gemacht. Und jetzt ist es einfach passiert. Eine halbe Million Downloads. Ich will gar nicht wissen, wie viele Menschen jetzt meine Stimme kennen. Wahnsinn. Also nochmal ganz, ganz großes Dankeschön. Das ist ein super Motivationsschub. Ihr habt gar keine Ahnung, was ich alles hier für Pläne habe. Ja, wo wir bei Plänen sind, gibt es noch eine schlechte Nachricht. Es ist jetzt gerade Dezember 2020, wir haben ja Corona-Pandemie und ja, es wird am 28. Dezember keine reguläre Unvernunftfolge geben, weil ich habe keine aufgenommen, weil Kontaktbeschränkungen und ja, mal gucken, wie das jetzt weitergeht. Und weil das ja Donnerstage sind, wird es an Heiligabend und Silvester auch keine Live-Sendung geben. Und ja, jetzt habe ich mir aber trotzdem was ausgedacht und suche Menschen, die da mitmachen möchten. Ich telefoniere ja ganz gerne und das mache ich in den nächsten Wochen auch. Das Dix ruft an und zwar Leute, die das okay finden. Ich möchte gerne mit euch plaudern über dies und das, über Kinky-Sachen, über was macht ihr gerade, was habt ihr im letzten Jahr erlebt, was verschenkt ihr denn zu Weihnachten? Gibt es vielleicht ein Kinky-Geschenk oder wird der Weihnachtsbaum statt mit Lametta mit Seil dekoriert? Das ist ja auch mal eine schöne Idee. Das möchte ich alles gerne wissen und das werden dann so ein, zwei oder drei sehr lange folgen. Von der ersten möchte ich, dass sie an Heiligabend erscheint mit Weihnachtsintro und allem Pipapo. Und ja, das heißt, ich rufe an und dann nehme ich das auch auf. Es gibt Leute, die werde ich einfach so anrufen, die werden nicht vorgewarnt. Da habe ich so eine fiese Liste von Menschen, von denen ich weiß, das wollen die. Die wissen es nur noch nicht. Und dann möchte ich aber auch zum Beispiel mit dir sprechen. Das heißt, das ist nicht live. Und wenn du entscheidest, dass du mir deine Nummer gibst und mir ganz grob sagst, wann es denn ein guter oder ein sehr schlechter Zeitpunkt wäre, bei dir anzurufen, dann kann es sein, dass ich dich einfach anrufe, wir plaudern und am Ende des Gesprächs entscheidest du ganz allein, ob du möchtest, ja, das kann man so senden oder eben nicht. Und wenn nicht, dann haben wir beide einfach ein nettes Gespräch gehabt zusammen, haben ein bisschen geplaudert, ist für mich auch sehr schön, hat dir vielleicht dann auch ein bisschen Spaß gemacht. Cool wäre es natürlich, wenn ich zufälligerweise Menschen erwische, die was weiß ich gerade beim Einkaufen sind, Und beim Kochen, was weiß ich, gerade die Gans verbrennen lassen haben. Das heißt, wir sprechen auch einfach ein bisschen über den Alltag von kinky Menschen. Kann man ja auch mal machen. Ich habe auch schon die erste Sub gehabt, die mir jetzt die Nummer ihres Doms geschickt hat und gesagt hat, ja, da kannst du mal anrufen. Ich bin sehr gespannt, was da passiert und ob sie das ausbaden muss. Das kann also spannend werden. Ja, ich fasse mich kurz. Um damit zu machen, kann man mir einfach eine E-Mail schicken oder eine Telegram-Nachricht oder bei Instagram eine Nachricht oder wo auch immer. Was ich ganz wichtig brauche, ist eine Telefonnummer und vielleicht eine grobe Info, mit welchem Namen ich dich ansprechen darf und vor allen Dingen, wann es jetzt nur gar und ganz ungünstig ist oder wann es geht. Also was weiß ich, Montag bis Freitag ab 20 Uhr, das kann zum Beispiel so eine Angabe sein. und keine Sorge, wenn ich anrufe und es geht gerade nicht, dann ist das völlig okay, dann vertagen wir uns einfach. Das macht dann auch nichts, da kann ich hartnäckig sein. Aber ich möchte das gerne mal probieren. Das ist also ein großes Experiment. Und ja, schauen wir mal. Ganz wichtig, ich bin freundlich, zerre niemanden in die Öffentlichkeit und vielleicht magst du, liebe Hörerin, lieber Hörer, mir vielleicht ein bisschen Vertrauen dagegen bringen, dass wir da was Schönes machen können zusammen, ganz spontan und dass wir so ein bisschen Unvernunft auch zwischen den Jahren den Menschen nach Hause bringen können, denn es werden wahrscheinlich ganz viele nicht im großen Familienkreis sitzen und dann hat man eben noch ein bisschen Unvernunft extra. Ja, nochmal ganz wichtig zu erwähnen, ob etwas gesendet wird, entscheidet mein Gegenüber, nicht ich und ich baue da auch keinen Druck auf. Schauen wir mal, ob das Experiment funktioniert. Ich habe mal durchgerechnet, so 20 Gesprächspartner werde ich wohl brauchen. Jetzt habe ich euch viel, viel zu lange von Lady Melody ferngehalten. Sie hat mich auch nicht warten lassen. Deshalb geht es jetzt endlich los mit Folge 42 mit Lady Melody. Ich habe Besuch bekommen von Lady Melody aus irgendwo tiefstem Süddeutschland. Schön, dass ich nicht fahren musste. Also deswegen nochmal noch viel mehr. Herzlich willkommen.
Lady Melody Hallo.
Sebastian Ja, wir haben gesprochen vor, ich weiß nicht, also wir haben jetzt November 2020 und wir haben uns im Februar mal unterhalten. Wir könnten ja mal irgendwie. Und dann gab es ja wenig Gelegenheiten und gar nichts. Mein Vorteil ist natürlich, dass alles, was du im Bereich BDSM gemacht hast, zwangsweise erstmal ein halbes Jahr pausieren musste.
Lady Melody Ja, auf jeden Fall.
Sebastian Ja, und das hilft mir wiederum. Nee, das hilft mir nicht. Mal gucken, also wir schauen mal, wie aktuell meine Aufzeichnungen von vor fast einem Jahr sind. Ich finde das total schön, dass du da bist. Und jetzt gucke ich mal, dass mein Gerät hier auch keinen Krach mehr macht. Das ist doch nicht zu fassen. Ich versuche dich mal vorzustellen. Du bist Mitte 30, kommst irgendwo aus Süddeutschland, so genau dürfen wir es sagen, und bist dominant.
Lady Melody Richtig, also dominant und sadistisch.
Sebastian Das muss sein, das muss gesagt werden.
Lady Melody Das muss gesagt werden, weil es dominant und sadistisch, ja, Sadismus überwiegt aber etwas.
Sebastian Okay, dann stelle ich dich nochmal richtig vor, du bist Sadistin und auch dominant.
Lady Melody Ja, es kommt immer drauf an, also bei manchen Spielpartnern eher dominant, bei anderen sadistisch, aber bei den meisten eher sadistisch, ja.
Sebastian Okay, also da haben wir schon die kleine Vorschau. Es gibt also Spielpartner, du hast trotzdem noch einen Mann zu Hause und da kommen wir noch auf alles mögliche. Wie immer, wir fangen ja so ein bisschen vorher an und ganz vorne an. Also irgendwie über den Spielkeller reden wir dann später. Also liebe Hörer, bleib dran. Es lohnt sich, das weiß ich jetzt schon. Ich freue mich auch schon drauf. Aber jetzt müssen wir erstmal hier die Statistik, nein, jetzt müssen wir erstmal von vorne anfangen. Ja, wie ging es denn los bei dir?
Lady Melody Also bei mir ging es los, ja, eigentlich schon ganz früh. Ich habe es eigentlich in der Pubertät gemerkt, okay, da ist irgendwas, was jetzt so neben der normalen Sexualität läuft. Also da waren auch schon diese Bilder im Kopf, eher so submissive Sachen. Also so, ja, das hat sich noch nicht geformt, aber ich habe gewusst, da ist irgendwas. Komm, aber, ja, ich bin auf so einem kleinen Dorf aufgewachsen, da geht man jetzt auch nicht zum nächstbesten hin und sagt, Joa, fessel mich, kann man da mal was ausprobieren. Also habe ich eigentlich zehn Jahre lang gar nichts gemacht. Ja, einfach so die normale Sexualität entdeckt und so mit Mitte 20 ungefähr wollte ich es auch mal ausprobieren. Also da gab es dann schon Internet. Also ich bin ja noch zu einer Zeit aufgewachsen, wo Internet also erst im Kommen war. Man konnte es nicht einfach so auf dem Joy oder auf irgendwelche Plattformen und Leute kennenlernen. Deswegen hat es sich wahrscheinlich auch später erst entwickelt.
Sebastian Lass mich mal fragen, also das sind also zehn Jahre, du hast gewusst, da ist was interessant, aber eben auch die submissive Seite, also die Fantasien waren in der Richtung.
Lady Melody Ja, das waren die ersten Fantasien. Also damals, ich wusste zwar, es gibt Dominas, aber ich konnte halt einfach so mit, also so Femdom, der Begriff selber, der ist mir dann erst später unter die Finger gekommen, wo ich dann meinen jetzigen Mann kennengelernt habe. Und auch so insgesamt die Begrifflichkeiten. Also BDSM, keine Ahnung bis dahin. Also ja, bewusst okay, es gibt SM. Es sind immer die, die man im Film kennt mit dem roten Knebelball, die dann am Kreuz hängen. Also einfach so dieses typische Klischee.
Sebastian Da mag ich so ein bisschen drauf kommen. Du hast also zehn Jahre deine Fantasien ausgefeilt, sage ich mal. Die entwickeln sich auch so ein bisschen. Aber eben auf dieser Seite. Da würde mich jetzt einfach interessieren, was hast du dir denn so vorgestellt, was interessant ist? Gibt es da noch Bilder, die du im Kopf rekonstruieren kannst?
Lady Melody Also ich kann mich so ein bisschen zurückerinnern. Also ich habe damals auch so leichte Geschichten aufgeschrieben, um das später wieder zu lesen. Und da fand ich es einfach dieses Wehrlossein, fand ich damals irgendwie faszinierend. Also irgendwo gefesselt und dann kommt irgendein Mann und dann kann man da Sachen erleben. Aber es war einfach nur im Kopf. Also in der Realität habe ich es nie ausgelebt. Ich habe auch immer irgendwie, wenn einer dominanter war, hat mir das eher zurückgeschreckt. Also das war jetzt keiner, der mich anzogen hat und ich gesagt habe, boah, cool, mit dem probiere ich das jetzt mal, da überwinde ich mich und fragte ihn einfach. Das war eigentlich tatsächlich nur im Kopf.
Sebastian Okay, aber das ist auch fies, wenn im Prinzip die Menschen, mit denen man das ausleben könnte, wenn die einen nicht anziehen.
Lady Melody Ja, gut, es waren auch einfach die Umstände. Man wächst in so einem kleinen Dorf auf, wo die Welt noch okay ist, wo jeder, der ein bisschen ab von der Norm, also einfach mal auf Fesseln steht oder etwas alternativ, selbst wenn er ein bisschen alternativer ausschaut, ist dann schon komplett No-Go und geht gar nicht. Und es ist jetzt kein katholisches, also so rein katholisches Dorf gewesen, aber es ist einfach anders als in der Stadt. Also da kennt jeder jeden und sofort, wenn einer irgendwie aus der Reihe getanzt hat, dann war man sofort im Dorfgespräch. Ja, hast du gehört, der hat was mit der gehabt und das geht ja gar nicht und da will man sich dann auch nicht öffnen, weil man möchte auch nicht in das Gespräch reinkommen und die nächstgrößere Stadt ohne Auto war damals noch schwierig. Ja, deswegen hat das Ganze so pausiert.
Sebastian Und also pausiert, weil deine ersten Vanilla-Beziehungen, die hattest du dann auch innerhalb der Community dort?
Lady Melody Naja, ich muss sagen, ich hatte nie eine wirkliche Beziehung. Also meine erste ernsthafte Beziehung hatte ich dann tatsächlich auch mit Mitte 20. Ich habe es mir vorher nicht vorstellen können. Klar wäre es schon mal nett gewesen, irgendwie einen Freund zu haben und jemand Festes, aber ich habe mich da auch nie wirklich festlegen können. Und es waren einfach zu viele, ich weiß nicht, ob man es sagen kann, ich war eher so der One-Night-Stand-Typ, also so, ja, den Spaß, aber die Verpflichtung dazu wollte ich eigentlich nicht.
Sebastian Das passt ja super zu dem Dorf, ne?
Lady Melody Ja.
Sebastian Also man fährt dann in die Stadt, hat ein bisschen Spaß und kommt wieder zurück und nichts ist gewesen, ne?
Lady Melody So in etwa. Also man versucht sich in der Öffentlichkeit möglichst unauffällig zu bewegen und trifft sich mit den Leuten halt einfach unter der Hand oder zu Zeiten, wo es halt einfach keiner mitkriegt, weil keiner da ist.
Sebastian Okay, jetzt hast du ja schon gesagt, Mitte 20 ist irgendwas passiert, da ging es los. Was hast du angestellt?
Lady Melody Ja, Mitte 20 ging es halt bei mir auch so los, dass die meisten irgendwie, also es ist so ein Alter, da geht man immer weg. Da zieht sich jeder in seine Partnerschaft zurück, versucht schon irgendwelche Häuser zu bauen und Kinder zu kriegen. Und auf dem Stand war ich einfach nicht. Und dann habe ich mal gedacht, okay, jetzt suche ich mal halt auch einen Partner. Im Idealfall, wo ich diese Fantasien einfach mal mit ausleben kann, weil sie sind ja da. Und die Gedanken wurden halt immer stärker und das Internet wurde immer besser. Und dann googelt man halt einfach mal so ein paar Seiten, man kommt auf diverse Bilder, es formt sich so in etwa, man sieht mal dieses komplette Spektrum, was es halt damals im Internet gab von BDSM. Ich bin dann auch auf verschiedene Plattformen gekommen, habe mich dann angemeldet, als Frau geht das ja eigentlich ziemlich gut, kostet ja nichts. Man kann auch mit jedem schreiben, man kann alles lesen. Und dann war ich eben auch auf einer Plattform. Habe halt da so ein bisschen rumgeschrieben. Am Anfang war ich dann noch als Devote angemeldet. Weil, wie gesagt, ich habe nicht gewusst, dass es Femdom sowas gibt. Ich habe immer nur Domina gesehen. Okay, professionelle Bereich, da wollte ich nichts damit zu tun haben, weil man das einfach so von den Gerüchten und was man halt aus dem Fernsehen so kennt, so krass war. Aber wenn man sich nicht auskennt, ja.
Sebastian Man guckt halt, was könnte schön sein. Also das finde ich auch gut, dass diese Selbstfindung, dass du der Sache erstmal auch die Möglichkeit eingeräumt hast zu gucken, was ist und was finde ich gut. Ja, wo kam das denn her? Hast du gesehen, es gibt Femdoms, aber dann bin ich das auch oder wie bist du da drauf gekommen?
Lady Melody Gar nicht. Also ich habe am Anfang tatsächlich mal mit einem Dom, der war schon 50, also ein gutes Stück älter als ich, haben wir so ein bisschen online gespielt, weil der hat auch gemeint, ja komm, treffen wir uns halt. Und ich habe gedacht, nee, jemanden aus dem Internet zu treffen, das ist bestimmt gefährlich.
Sebastian Ja, es sind alles Aliens dort, ich zahle gar nicht.
Lady Melody Man sieht es ja dann auch, ich hatte ja nur die Erfahrung aus dem Fernsehen und wenn dann wieder bei Tatort eine verschwunden ist, weil sie sich mit irgendeiner Internetbekanntschaft getroffen hat, die dann tot irgendwo aufgefunden war, war so ein bisschen abschreckend. Und ich habe dann auch mit verschiedenen dominanten Männern geschrieben. Der eine oder andere wäre dabei gewesen, dann wäre es fast zum Treffen gekommen. Aber die sind dann kurz vorm Treffen irgendwie komisch geworden. Die haben mir dann Fantasien erzählt. Ja, wir treffen uns auf dem McDonald's-Parkplatz. Und dann werfe ich dich bei mir in den Kofferraum und dann fahren wir los. Und du bist das ganze Wochenende bei mir. Und ich denke mir, nein.
Sebastian Oh, ja, wenn so ein Drehbuch dann kommt. Aber es ist ja schön, dass du dann auch da sagen konntest, Nee, Moment, das ist nicht mein Tempo und das ist auch nicht das, was ich möchte.
Lady Melody Nee, da war ich sofort in der Realität und habe mir gedacht, nee. Ja, und irgendwann…, War ich mir dann nicht mehr so sicher, weil ich dann auch schon gelesen habe, es gibt auch dominante Frauen und es gibt immer mehr Switcher und dann habe ich mir gedacht, was ist das Switcher? Dann habe ich mal geschaut, okay, man googelt das mal so, dann kommt man so auf die Idee, ja das sind die, die im BDSM unentschlossen sind. Da habe ich mir gedacht, ja dann ändern wir halt mal das Profil auf Switcher, weil das mit den dominanten Typen hat ja jetzt nicht so funktioniert. Vielleicht ist das als Switcher besser. Ja, und daraufhin hat mich dann mal jetziger Mann angeschrieben. Und wir sind auch ganz gut ins Gespräch gekommen, haben damals nur über ICQ geschrieben. WhatsApp gab es ja noch nicht und E-Mail war zu langsam und dann immer dieses Oh-Oh, wenn die Nachricht kam. Ja, und haben uns da auch Geschichten erzählt und wir haben dann tatsächlich zweimal telefoniert, bevor wir uns das erste Mal getroffen haben.
Sebastian Okay, das heißt, irgendwas war ganz anders bei ihm, dass du sofort gesagt hast, dem Menschen kann ich soweit vertrauen und das geht zügig.
Lady Melody Der hat einfach, ich weiß es nicht, also der war in dem, was er schreibt, schlüssig, er hat sie nicht widersprochen. Es war, ich weiß es nicht, das hat einfach gepasst und dann auch die Stimme am Telefon und so wie er sich am Telefon gegeben hat, hat einfach zum Text passt. Ich weiß nicht, das hat irgendwie so eine Vertrauensbasis geschafft und wir haben dann ausgemacht, okay, wir treffen uns jetzt mal öffentlich, einfach wir gehen mal essen.
Sebastian Nicht bei McDonalds.
Lady Melody Nicht bei McDonalds, nein. Wir waren damals noch in der Nudeloper, das war so eine Kette bei uns in der Nähe. Da waren wir eben essen und haben uns auch auf Anhieb verstanden. Also es hat sich angefühlt, das würden wir uns schon seit Jahren kennen, also so richtig vertraut.
Sebastian Hattet ihr da schon irgendwie eine Machtkonstellation ausgehandelt vorher oder irgendwas? Ja, ich bin auch Switcher oder irgendwas in der Richtung?
Lady Melody Nee, er war ja als Devote angemeldet und ja, er hat bis dahin, war mal auf ein, zwei Stammtischen und hat wohl mit der einen oder anderen nur so ein bisschen Spanking oder irgendwas ausprobiert, aber er war eigentlich im Prinzip Anfänger.
Sebastian Genauso wie du.
Lady Melody Genau wie ich, genau.
Sebastian Ja, optimal. Also ich finde immer, wenn wir mit zwei Menschen zusammentreffen, die auf demselben, ich sag mal, Kenntnisstadt sind und dann auch miteinander entdecken können, so was Besseres geht ja gar nicht. Also ich darf mal raten, also bis heute hast du das Subsein nie ausprobiert.
Lady Melody Und ausprobiert doch, aber dann erst wiederum zehn Jahre später, also jetzt vor zwei Jahren sozusagen.
Sebastian Okay, dann springen wir da mal dran vorbei jetzt. Ich habe ja so komische Notizen hier. Okay, also du hast deinen Mann kennengelernt, der war natürlich noch nicht dein Mann.
Lady Melody Nee.
Sebastian Ja, wie ging es, habt ihr dann zusammen entdeckt und was ist passiert, dass du dann auch den Einstieg gefunden hast für dich?
Lady Melody Also wir haben uns dann gleich am nächsten Wochenende nach dem ersten Treffen getroffen, da bin ich zu ihm gefahren, übers komplette Wochenende und dann haben wir gesagt, jetzt nimmt halt jeder mal mit, was er daheim hat und dann probieren wir einfach wild durcheinander. Also es gab noch kein Konzept, es stand nicht fest, wer wo was spielt. Für ihn war es schon immer klar, er ist Devote, er sucht eine Femdom und er ist einfach überhaupt nicht der dominante Part. Also ich sage mal, er ist reinrassig Devote bis heute, aber hat halt trotzdem mal versucht, weil ich gesagt habe, ich möchte es trotzdem mal probieren, schlag mich mal, fessel mich mal. und ja, das hat aber bei ihm einfach, also weil er einfach von der Art der Devote ist, es hat mir nichts gegeben, aber dafür, wenn ich es anders rum gemacht habe, wenn ich ihn ans Bett gefesselt habe und dann ihn bespielt habe oder ihm wehtan habe, das fand ich schon toll.
Sebastian Das Grinsen ist großartig gerade. Wenn ihr da mit eurem Spielkram dahin gefahren seid, was hast du denn eingepackt, weil im Prinzip so viel kannst du ja noch nicht gehabt haben.
Lady Melody Ich habe gar nichts gehabt. Ich glaube, das Einzige, was ich hatte, waren hohe schwarze Lederstiefel.
Sebastian Und das ist schon ein gutes Zubehör.
Lady Melody Und dann, was man halt so im Kleiderschrank hatte, so einen Lederrock. Und man kauft sich halt irgendwie so billig Modezeug, was irgendwie nach Fetisch ausschaut.
Sebastian Okay, aber jetzt noch kein Stuff in dem Sinne.
Lady Melody Nein, also ich hatte weder eine Peitsche noch einen Strap-on. Bis zu dem Zeitpunkt wusste ich noch gar nicht, was das ist. Spielsachen, gerade mal zwei Dildos. Ja, das war so meine Ausstattung. Und er kam dann eben mit einer Gärte und mit den ersten Baumwollseilen. Was hat er noch? Ein Paddel hat er, glaube ich, noch gehabt. Und mehr war er auch noch nicht. Aber nachdem wir es den ersten Abend so ein bisschen rumprobiert haben, haben wir uns am anderen Tag da ans Internet gesetzt und mal geschaut, okay, was gibt es alles, was können wir bestellen.
Sebastian Okay, das ist schön. Wir probieren erstmal mit dem Spielzeug rum und stellen fest, nein, wir brauchen Material.
Lady Melody Ja, genau. Und wir waren damals, er hat damals in einer größeren Stadt gewohnt, da gab es auch Beate Use. Das ist jetzt nicht so die Anlaufstelle für BDSMler, aber für jemanden, der es ausprobieren will, reicht das Zeug, was da drin liegt.
Sebastian Ja, es geht vor allem schnell. Man kann reingehen und dann hat man den Kram.
Lady Melody Genau. Das war die erste Anlaufstelle, bevor wir dann im Internet bestellt haben, da wir festgestellt haben, okay, Beate Use hat zwar ein paar Sachen, aber ja, ist jetzt so von der Qualität nicht das. Also das, ja, war ganz nett, sagen wir es mal so.
Sebastian Das sind so Sachen, ich glaube, es gab schon ganz gute Sachen, die waren dann maßlos überteuert. Und das andere Zeug, das war eher so dazu da, um es in der Sockenschublade zu verstecken, um jemanden zu erschrecken, wenn er mal da drin rumstöbert.
Lady Melody Ja, genau.
Sebastian Okay, das heißt aber, er ist der erste BDSM-er, den du wirklich dann real kennengelernt hast. Ja. Ein Schuss, ein Treffer.
Lady Melody Ja, sozusagen. Oder gute Auswahl getroffen, weil online kannte ich ja schon mehrere, aber es war halt der erste, mit dem es wirklich zum Treffen kam.
Sebastian Die Frage stelle ich ja immer. Also mit 25 ist man ja auch noch im besten SMJG-Alter. Hast du da irgendwas gefunden? Bist du da auf irgendwas gestoßen?
Lady Melody Ja, die SMJG, die war ungefähr zwei Fahrstunden von mir weg. Also da hätte ich damals bis München fahren müssen, da war die aktiv. Ich habe es von meinem Mann auch gewusst, da gibt es Stammtische, da kann man auch mal hin. Wir haben uns mal für einen angemeldet, aber den haben kurzfristig abgesagt, weil irgendwas dazwischen kam. Ja, die war eigentlich nie so mein Thema.
Sebastian Auch ansonsten wäre ja auch eine Überlegung, Leute kennenzulernen ist ja so ein Stammtisch vielleicht auch keine schlechte Idee. Hast du vorher nicht gemacht und habt ihr dann vielleicht auch erst später gemacht?
Lady Melody Ja, also auf die Idee, auf den Stammtisch zu gehen, da bin ich eigentlich gar nicht gekommen, weil ich immer dachte, Stammtisch, das sind nur lauter alte Menschen. Was will ich da?
Sebastian Ah, da kommt das Dorf wieder durch, ne?
Lady Melody Ja, genau. Also man ist so ein bisschen so vorbehaftet oder ja, Stammtisch, dann ist es mitten in der Lokalität. Wie schauen denn die aus, wenn man da hingeht? Sitzen die dann alle in ihren Fetischklamotten da? Was ist, wenn die mich schief anschauen? Ja, es waren einfach, mich hat mehr davon abgesteckt, anstatt da hinzugehen. Wo ich dann später auf meinem ersten Stammtisch war, habe ich gewusst, okay, das ist alles Schwachsinn. Das ist genau anders, als ich es mir vorgestellt habe.
Sebastian Ja, ich glaube, das ist genau der Haken. Dieser Begriff Stammtisch ist einfach nicht so gut.
Lady Melody Ja, man kennt es halt von den Eltern. Ja, wir gehen zum Kegelstammtisch.
Sebastian Oh, ja. Um Gottes willen. Viele lauter betrunkene Menschen.
Lady Melody Alte, lauter, betrunkene. Weil aus der Sicht von einem selber sind die Eltern immer alt.
Sebastian Ja, müssen sie ja. Das hört sich jetzt wunderbar an. Ihr seid ja zehn Jahre lang am Machen und es läuft alles. Ihr habt immer mehr Spielzeug angehäuft. Super. Das klingt jetzt so geradlinig und einfach und unkompliziert. Ich ahne irgendwie, dass das nicht so ist.
Lady Melody Nee, es ist nicht so.
Sebastian Okay. Zeug bestellt und ihr habt dann miteinander gespielt. Wie ist denn so die Entwicklung? Also man fängt an mit Fesseln, ein bisschen hauen und so, aber du hast ja dann irgendwann auch dich ein bisschen entwickelt und so ein bisschen rausgefunden, was mag ich eigentlich, was ist so mein Kink?
Lady Melody Genau. Er hat mich dann auch mal so grundsätzlich, also der hat mich schon versucht, so in die Richtung Femdom zu schieben, gerade wo er gemerkt hat, okay, ich habe da schon Interesse dran und ich bin auch irgendwie so der Typ dafür und ich habe mich dann auch damals im Joy angemeldet. Da gibt es ja auch viele Foren, wo man einfach nur mitlesen kann und habe halt da immer wieder neue Ideen gesehen, unter anderem auch, wie man eine Session aufbaut. Das war am Anfang so grundsätzlich das Problem, ja, Session, wie mache ich denn sowas? Habe dann da irgendwie gelesen, ja, da gibt es Rituale und am Anfang steigt man da ein und das könnte man so oder so machen und dann habe ich mich halt mal hingesetzt und dachte, okay, jetzt überlegen wir mal. Ich habe damals alleine in einer großen Wohnung gewohnt, hatte noch ein Zimmer übrig. Da habe ich dann ein Spielzimmer draus gemacht, also mit Deckenhaken und so einem Gästebett, wo man gut hinfesseln konnte. Das war sozusagen das erste Spielzimmer und halt überall, also was wir bis dahin an Spielzeug hatten, war halt an der Wand, Kängt, Tagweg, dass halt die Atmosphäre passt. Und dann haben wir wie so einen Thron gebastelt aus dem Stuhl. Dann haben wir so ein Samtding drüber geschmissen, dass es halt ausschaut wie Thron. und habe gedacht, okay, jetzt probieren wir das halt mit der Session. Also ich, die Herrin, sitze dann drin auf dem Thron und er muss anklopfen und reinkriechen und dann kriegt er sein Halsband. Und ja, also so diese typischen Elemente, was man halt immer so liest, wie man so eine Session aufbauen könnte. Ich brauche bis heute eigentlich immer nur den Anfang, wie starte ich und der Rest ergibt sich dann von allein.
Sebastian Okay, aber nachdem du ja da nun einen Plan geschmiedet hast, du hast einen Raum ausgestattet, du hast das alles gemacht, Das ist ja schon ein Drehbuch. Hat das so funktioniert? War das so erfüllend, wie erwartet?
Lady Melody Ja, also ich muss sagen, ich habe am Anfang tatsächlich eine komplette Session ausgearbeitet. Also die war auf dem Papier gestanden. Das war eigentlich wie so ein Drehbuch. Also für mich ist es im Kopf wie so ein Film abgelaufen, weil ich war mir einfach unsicher. Das hat mir halt die Sicherheit gegeben. Ich habe das Skript da liegen gehabt, ich habe nie reingeschaut. Und sobald man halt mal angefangen hat, ich bin von dem Skripto regelmäßig abgewichen, aber es hat halt einfach so die Sicherheit gegeben.
Sebastian Ja, ich weiß jetzt, was ich tue und ich weiß im Zweifel auch, was ich als nächstes tue, weil man steht ja manchmal dann so, okay, was jetzt?
Lady Melody Ja, genau.
Sebastian Jetzt steht sie am Kreuz, das habe ich mir immer so vorgestellt und jetzt steht sie da rum, was mache ich denn jetzt? Also diese Ratlosigkeit, jetzt habe ich mich in die Situation gebracht, jetzt muss ich da auch irgendwas tun. Wie hast du dich denn ansprechen lassen?
Lady Melody Tatsächlich mit Herren. Herren oder ... Nee, hat mich mit Herren angesprochen, ja.
Sebastian Ist das so das, womit du dich wohlfühlst?
Lady Melody Nee, also ich fand es am Anfang okay, muss so sein. Also am Anfang waren auch so viele Regeln, also gerade wenn man irgendwelche neuen Sachen ausprobiert hat. Ja, man guckt halt, wie machen es andere und dann, ja, man kommt sich vor, als müsste man so in so Gerüst eintauchen. Die machen das alle so, also muss ich das auch machen. Ich muss mich als Herrin ansprechen lassen, ich muss mich so oder so verhalten, ich muss die und die Klamotten anziehen. Am Anfang schlüpft man eigentlich mehr so in die Rolle, bevor man sie auslebt. Also zumindest war es bei mir so. Das hat sie aber später dann mit der Zeit immer mehr gelegt.
Sebastian Wie war denn das Feedback von ihm? Du hast da die perfekte Session ausgearbeitet, da war ein Skript, das konnte er nochmal zum Nachlesen haben, sag ich mal.
Lady Melody Nee, das hat er nicht gekriegt.
Sebastian Was war so sein Feedback bei der ganzen Geschichte?
Lady Melody Und ja, also die ersten Sessions, er war einfach nur froh, dass er jemanden hat, der es mit ihm auslebt und es kam selten Kritik, eigentlich nie. Ich meine, gut, er ist devot.
Sebastian Ja, da wäre doch gerade diese vergiftete Kritik, wie bei diesen Disney-Figuren immer. Da hast du mal den Bösewicht und dann hast du mal diesen Schergen daneben, der dann versucht ganz leicht Kritik zu üben, was immer mindestens komisch ist.
Lady Melody Ja gut, es kamen immer mal so Verbesserungsvorschläge. Ja, du, du hast doch das gemacht, könntest du mal das probieren? Aber so wirklich viel kam da nicht. Also er hat es eher so unterschwellig gemacht, indem er mir einfach so Forenbeiträge vorgesetzt hat. Ah, da hast du das schon gelesen, da ist wieder was Neues. Und ja, was halt schon von dem Spielzeug? Und hast du die Praxis schon mal gesehen? Also das ist nicht so eine direkte Kritik, sondern es kam halt einfach so, ja, lies mal da und schau mal da. Also so, dass ich selber meine Fantasie entwickle, dass er so wenig Einfluss wie möglich hat, aber mich trotzdem dahin stoßt, wie er es haben will.
Sebastian Also er will dich gar nicht beeinflussen, aber er will natürlich schon sagen, das wäre schön und dann musst du halt gucken, was du daraus machst. Und dann ist ja auch immer dieses Gefühl, mache ich jetzt nur noch das, was er von mir will oder mache ich das für mich? Also wie ist da so das Feeling?
Lady Melody Also gut, man muss sagen, am Anfang, also er hatte zumindest theoretische Erfahrung, war mir um Welten voraus. Also er liest viel. Er hat auch damals schon viele BDSM-Bücher gelesen und er hatte eigentlich schon eine konkrete Vorstellung, wie er sich als SAP gibt und wie diese ganze Welt funktioniert und ich war ja neu. Also er kam dann mit irgendwelchen Begriffen um die Ecke, so CBT und ich so, hä? Was? Jetzt nochmal? oder Femnormen oder halt so simple Sachen, die jetzt komplett geläufig sind. Ich habe nicht gewusst, was das sein soll. Also ich war halt komplett neu und ich war eigentlich froh, dass er mir dann doch immer wieder gesagt hat, ja, da kann ich nachlesen. Ich habe es immer wieder eingefordert. Ich habe auch zu ihm gesagt, ja, hast du wieder irgendein interessantes Forum irgendwo gesehen? Also wir haben halt am Anfang echt viel probiert und kommuniziert. Also bis ich einfach mal so im Thema war, dass ich wusste, boah, das gefällt mir und ich mache jetzt das, ob es jetzt ihm taugt oder nicht, ist mir jetzt in dem Moment egal, ich will das jetzt haben. Aber es kam halt erst mit der Zeit.
Sebastian Was waren denn die Sachen, auf die du gekommen bist, die er vielleicht jetzt auch gar nicht so toll fand oder die er jetzt nicht beigesteuert hat? Also diese erste eigene Erleuchtung, hoho, da kann man was machen.
Lady Melody Also ich glaube, wir haben uns am Anfang einfach gut ergänzt. Also er steht halt extrem auf Bondage. Gut, ist jetzt nicht so meins. Ich habe halt dann einfach Klebeband genommen und Klebeband finde ich absolut geil.
Sebastian Das muss ja wieder ab, ne? Inklusive Haare.
Lady Melody Natürlich muss das ab.
Sebastian Böse.
Lady Melody Ja, habe ich halt das kombiniert. Er wollte gefesselt sein, ich wollte nicht mit Seil, also habe ich Klebeband genommen und ja.
Sebastian Ja, aber es ist doch schön, wenn man dann auch ein bisschen was einbringt und sagen kann, okay, ich entwickle mich jetzt und das ist ja, glaube ich, auch dann so dieses Sodom und Gomorra, das ist, ja, ich sage der Herren, könntest du mal da was machen und dann macht sie es, aber dann macht sie das auf irgendeine krude Art und Weise, die total schrecklich geil ist. Also ich glaube, dieses, wenn dann die Augen groß werden in diesem Moment, das müsstest du sehr genossen haben.
Lady Melody Oh ja. Also ich muss sagen, er hat eigentlich das erste halbe Jahr mir immer, so unterwürfig so zugeschoben, was ich machen konnte und irgendwann hat er mich einfach machen lassen. Also wenn ich da jetzt nicht grob mit irgendwas daherkam, was ihm überhaupt nicht gefallen hat, dann konnte ich eigentlich mit ihm tun, was ich wollte. Gut, wir haben auch so die ersten Jahre nur diese so klassisch gespielt. Also es war jetzt nichts mit Strap-On oder was machen wir denn? CBT, solche Sachen haben wir gar nicht ausprobiert. Also das kam alles später mit anderen Spielpartnern dazu. Also er war tatsächlich nur fesseln, fixieren, das runterdrücken, Demütigung in sämtlichen Varianten, mal aus dem Napf essen, an der Leine rumführen, so Füße massieren. Wir haben dann irgendwann festgestellt, er hat auch so einen leichten Fußfetisch. Also er mag Füße. Und dann haben wir so Nippel ausprobiert. Da haben wir auch festgestellt, okay, da geht was. Also es ging so in die Richtung eigentlich.
Sebastian Okay. Gab es Ideen von ihm, die du erst mal abgelehnt hast, wo du gesagt hast, nee, also damit brauchst du gar nicht anfangen?
Lady Melody Nee, gar nichts. Also nichts, was mir spontan einfallen würde. Ah, doch. Eine Idee kam dann so nach vier, fünf Jahren, mit der ich am Anfang überhaupt nicht klarkommen bin. Und zwar kam er mit einer offenen Beziehung ums Eck.
Sebastian Okay, das ist natürlich vom Devoten. Wie stellte er sich diese offene Beziehung vor? Noch eine dominante Frau dazu?
Lady Melody Genau, also ich habe es mir am Anfang auch nicht vorstellen. Nein.
Sebastian Okay, also fünf Jahre habt ihr auf jeden Fall so das monogame BDSM-Idyll gelebt.
Lady Melody Genau, mit Höhen und Tiefen. Also wir hatten dann beide in der Zeit beruflich viel zu tun, also zwei Weiterbildungen, also jeder eine. Und also so ein bisschen eingeschlafen und so nach fünf Jahren kam halt eher mit der Idee, ja, was halten von einer offenen Beziehung? Und ich so, passt dir irgendwas an mir nicht?
Sebastian Ja, man nimmt das erstmal persönlich.
Lady Melody Ja, genau. Ich habe es extrem persönlich genommen. Ja, ich habe mal gedacht, gut, nach fünf Jahren, wir spielen gerade weniger, aber es ist auch einfach so beruflich und jetzt will er eine offene Beziehung. Wäre den Ansprüchen nimmer gerecht oder was? Und ja, er meinte mit offener Beziehung eigentlich, dass wir uns mit Paaren treffen könnten. Also, dass wir zu viert spielen. Er wollte einfach auch mal mit einer anderen Frau spielen und mal zuschauen, wie ich einen anderen Mann dominiere. Vielen Dank. Also das hat er unter einer offenen Beziehung damals verstanden.
Sebastian Okay, und deine Idee war natürlich, er will sich von einer anderen bespielen lassen.
Lady Melody Genau.
Sebastian Da hilft ja Kommunikation. Wie lange, wie viele Wochen hat das gedauert, bis ihr das raus hattet?
Lady Melody Eigentlich nur drei Stunden.
Sebastian Na, immerhin. Sehr gut.
Lady Melody Nee, er hat dann so seine Ansicht, er hat mir genau erklärt, wie er sich das vorstellt. Ich habe ihm gesagt, was ich da für Bedenken habe. Wir haben zusammen Regeln erarbeitet. Wie kann es funktionieren?
Sebastian Moment, das heißt, du hast dich sofort darauf eingelassen, als er das geäußert hat? Ja, mit einem Pärchen und dann wart ihr schon im Planungsmodus.
Lady Melody Ja, so in etwa.
Sebastian Okay, das ist unkompliziert.
Lady Melody Ja, wir sind beide so eher unkomplizierte Typen.
Sebastian Ja, vor allem pragmatisch, ne?
Lady Melody Ja, also ich wusste ja, dass okay, obwohl ich das Wort Pärchen gehört habe, war für mich alles andere okay. Keine andere Frau, passt schon. Klar, ist da in dem Paar eine andere Frau, aber es ist halt ein Paar.
Sebastian Ja, und du bist vor allem auch dabei.
Lady Melody Und ich bin dabei, genau.
Sebastian Und für dich gibt es auch noch ein Ablenkungsspielzeug.
Lady Melody Genau, ich habe noch was anderes, wo ich auch was probieren kann. Da kam dann die Feminisierung dazu bei dem anderen Typen. Also das war wieder eine Erweiterung dann eigentlich bei unserem ersten Pärchen, das wir dann getroffen haben.
Sebastian Okay, also wohnen wir, das bist du schon beim Treffen. Okay, das ging also relativ schnell. Hatte ja vielleicht schon jemanden ausgekundschaftet?
Lady Melody Nein.
Sebastian Okay, das wäre ja so, ne? Wie wäre es mit dem Pärchen, mit dem Pärchen, drei Stunden plaudern. Ich habe da übrigens wehen, die kommen Samstag. Ich gehe schon mal einkaufen fürs Kochen. Das könnte ich mir ja vorstellen.
Lady Melody Nee, das ist schnell. Vielleicht nochmal kurz zu dem Gespräch zurück von einer offenen Beziehung. Wir haben dann auch Regeln festgelegt, so ja, keiner bleibt über Nacht und jeder lernt den anderen Partner kennen, was jetzt mittlerweile eigentlich über den Haufen geschmissen worden ist. Nochmal fünf Jahre drauf. Genau, und mit den Regeln konnte ich eigentlich ganz gut leben.
Sebastian Lass mich mal kurz so einen kleinen Ausflug machen. Was ist heute, jetzt im Jahr 2020, euer Deal?
Lady Melody Unser Deal ist eigentlich nur, wenn mir der andere nicht passt oder ich irgendwie ein Störgefühl habe, dann reden wir drüber. Und ja.
Sebastian Aber ihr spielt jetzt beide in externen Beziehungen.
Lady Melody Ja.
Sebastian Okay. Ich mag ja nur mal so einen Ausblick geben, wohin wir jetzt so langsam, aber sicher wandern. Okay, Pärchen. Wie findet man denn Pärchen? Der muss ja auch die Konstellation zusammenpassen, dass das auch passt und nicht der Mann dominant ist und die Frau devot ist. alles mögliche, dann müssen die Spielarten irgendwie zusammenpassen, also das ist ja noch komplizierter als einen Spielpartner zu finden, weil man muss ja zwei Spielpartner finden, die auch miteinander dann gut sind, ich empfinde das als großes Problem, also ich kenne sehr, sehr wenige Paare, wo ich sagen würde, ach ja, da würde das, da kann ich mir das vorstellen, weil irgendwie entweder stört mich was, oder das Podcast-Subi stört was, also man muss immer genau gucken, schwierig.
Lady Melody Ja gut, wir haben uns am Anfang eigentlich nur auf den Aspekt Femdom-Paar beschränkt. Also wir haben gar nicht mal groß geguckt, okay, was haben die jetzt für Neigungen, würden die passen? Wir wollten einfach mal ein anderes Paar kennenlernen, das zumindest die gleiche Grundkonstellation gehabt hat. Das haben wir auch recht schnell gefunden. Wir haben mit denen dann auch über Joy damals geschrieben, beziehungsweise bei unserem ersten Treffen haben wir dann festgestellt, dass die Männer sich eigentlich ausgetauscht haben und die jeweils dachten, sie würden mit der anderen Frau schreiben. Weil meistens suchen ja die Männer dann den Kontakt. Und wir Frauen haben uns einfach vor dem Treffen nochmal kurz eingelesen in den Schriftverkehr, um einfach mal zu wissen, okay, was haben wir denn eigentlich geschrieben?
Sebastian Also ihr habt das wegdelegiert?
Lady Melody Ja, so mehr oder weniger.
Sebastian Wo habt ihr euch getroffen?
Lady Melody In einer Pizzeria bei uns um die Ecke.
Sebastian Okay, also erst mal zum Essen.
Lady Melody Nur zum Essen, genau.
Sebastian Alles klar. Ja, und dann sitzt man da. Wer war zuerst da? Ihr war zuerst da oder das andere Paar?
Lady Melody Wir haben uns vor der Tür getroffen und wir sind mehr oder weniger zeitgleich ankommen.
Sebastian Und wie ist das so, wenn man dann da plötzlich mal andere Menschen sieht, mit denen man ja prinzipiell erweitert ins Bett will?
Lady Melody Gut, ich habe mir da beim ersten Treffen überhaupt keine Gedanken gemacht. Ich habe mir gedacht, okay, fahr mal hin, schauen wir sie an, beschnuppern wir uns mal kurz. Was soll passieren? Wir sind beim Italiener. Danach, wenn es nichts ist, sehen wir uns nie wieder. Mein Mann war ziemlich aufgeregt. Also der ist heute auch noch sehr aufgeregt, wenn man neue Leute kennenlernt. Und ja, es war einfach, wie soll ich es beschreiben, als wenn ich mit einer Freundin Kaffee trinken gehen würde. Also es war jetzt zwar der Gedanke, ja, ich möchte mit denen spielen. Und ich muss dazu sagen, am Anfang war unser Spiel weniger sexuell. Also es wäre die Möglichkeit zum Partnertausch da gewesen, dass auch Sex stattfinden könnte. Aber ich weiß nicht, den haben wir irgendwie, weiß ich nicht, das habe ich irgendwie ausgeschlossen für mich selber. Vielleicht war es deswegen einfacher, jemanden kennenzulernen, weil ich wusste aber okay, da geht es nur ums Spielen, da geht es nicht um Sex. Also damals habe ich es nur irgendwie differenziert, das ist schwer zu beschreiben.
Sebastian Du hast ja mit ihr dann gesprochen wie mit einer Freundin, dann ist ja die Frage, mit wem haben die Jungs gesprochen? Haben die miteinander gequatscht oder ich kann mir das so ein bisschen vorstellen, dass die Jungs dann eher das Mädel auf der anderen Seite so ein bisschen im Blick haben und ja, also wo ist dieses Aufmerksamkeitslevel dabei?
Lady Melody Ja, also die haben uns zugehört. Wir haben uns zu viert unterhalten. Das war eigentlich eine gemütliche Runde. Am Anfang ging es natürlich so, ja, was macht ihr? Also eher so die normalen Sachen beruflich und ja, wo wohnst ihr? Habt ihr Kinder? Und irgendwann kam mal von ihm der Einwand oder der Kommentar, ja, ihr seid doch auch. Wie hat er gesagt? Er steht doch auch auf Schweinskram. und ich so, was? Ah ja, stimmt, deswegen haben wir uns ja eigentlich getroffen. Ja, und dann ging es halt dann in die Richtung weiter. Ja, was habt ihr für Spielzeug, was habt ihr schon gemacht? Und ja, war ein netter Abend.
Sebastian Okay, und dann gleich wieder verabredet, um mal loszulegen.
Lady Melody Nee, wir haben dann gesagt, okay, jeder kriegt mal für sich Bedenkzeit und wir schreiben uns dann einfach wieder und wenn es für beide Seiten gepasst hat, dann treffen wir uns.
Sebastian Ist das passiert?
Lady Melody Ja. Wir haben uns dann tatsächlich eine Woche später bei denen in der Wohnung getroffen und haben dann so unsere erste Session mal probiert. Also es hat in dem Moment so stattgefunden, dass sie mir ihren Mann vorgeführt hat, dass ich mal so ein Gefühl kriegt habe, ja, auf was steht er denn? Was kann man denn aus dem machen? Und da ist man aufgefallen, den kann man super feminisieren.
Sebastian Das ging mit deinem Mann nicht?
Lady Melody Nee, ging gar nicht. Also er empfindet Feminisierung wie Faschingskostüm, also er kann damit einfach nichts anfangen.
Sebastian Okay, also damit warst du überzeugt. Was war der Benefit für deinen Mann? Was konnte er erwarten, was er bei dir nicht gefunden hat?
Lady Melody Ja gut, das war eine andere Frau.
Sebastian Achso. Das geht also nur ums Bestäuben, ja?
Lady Melody Nee, also wir haben ja zu viert in einem Raum und haben, die erste Session war so mehr oder weniger parallel, also die hatten so großes Ausgabsofa, dass wir so Liegewiese umgebaut haben und dann haben wir die zwei draufgelegt, ich habe ihn gefesselt, sie hat meinen Mann gefesselt und ja, so einfache Sachen halt dann so mit Nippelklemmen und so diese Kratzdinger da, also nicht nur diese Rädchen, sondern da gibt es auch so Ja.
Sebastian Wie so eine Gartenhake, ne? Meinst du sowas?
Lady Melody Das ist was Kleines, wo man normalerweise, das macht man ja sauber, mit Bürsten.
Sebastian Ach so, ein blödes Ding, ja, diese fiesen.
Lady Melody Ja, so Badreiniger oder wie die Dinger mal heißen mögen. Oder mit der Tapetenrolle mal drüber. Also die mit diesen langen Stachen.
Sebastian Okay, ich merke schon, Baumarkt.
Lady Melody Ja, wir waren auch viel im Baumarkt.
Sebastian Okay, aber jetzt spielst du da mit jemandem, den du noch gar nicht kennst. der wurde ja mal kurz vorgeführt, aber du hast natürlich die Sicherheit, dass quasi eine Oberaufseherin da ist, die schon weiß, okay was ist möglich, was nicht, also auf der einen Seite die Sicherheit, auf der anderen Seite dieses Gefühl, welche Grenzen kann ich hier einhalten wie, ich finde das auch für mich immer sehr aufregend wenn da irgendwie, also wann immer ich mit jemandem Neues gespielt habe, war das so immer so ein, um Gottes Willen, du musst ganz genau aufpassen, auf ganz viele Signale hören, man ist halt aus diesem Alltags DOM-Modus völlig raus und total sensibel habe ich das Gefühl. Ist das, wenn du jetzt noch jemand daneben hast, der im Prinzip mehr Erfahrung mit deinem Spielzeug hat?
Lady Melody Gut, wir hatten von herein die Abmachung, wenn irgendwas ist, was komplett schief geht, greift einfach die andere Frau ein oder die Männer sagen von sich aus Stopp, also das geht gar nicht. Klar, es waren die ersten Sessions, man muss sich erstmal so ein bisschen beschnuppern und das mache ich eigentlich heute noch in den ersten Sessions, dass ich mich hinstelle und ganz klar sage, du, wenn irgendwas nett passt, sagen wir das. Ich meine, mittlerweile kann ich es ganz gut deuten, wenn es in die falsche Richtung läuft. Also es hat auch noch nie einer abbrochen, aber es ist einfach so herantasten.
Sebastian Lass mich mal so einen kleinen Ausflug zur Feminisierung machen, weil ich glaube, das ist im Podcast nur ganz, ganz wenig, Das Thema gewesen bislang, immer so am Rand und auch eher der freiwillige Aspekt, ich ziehe gerne Frauenklamotten an. Du siehst das auch so als, ja man lässt ihn oder ist das eher für dich so ein Mittel zur Erniedrigung, weil es dir gefällt, weil du das toll findest, wenn das sein muss?
Lady Melody Ich will das. Ich finde das total super, wenn ich irgendjemanden Frauenklamotten anziehen kann. Am besten ist er noch ein bisschen dicker und bärtig, dann schaut das super aus. Ich habe auch ganz viele Perücken und Kleider in sämtlichen Größen und Röckchen und am liebsten würde ich die Leute dann auch noch schminken und ich schicke die dann immer auf den Catwalk. Also die müssen dann für mich laufen. Gut, bei Männern ist die Schuhgröße immer so ein bisschen das Problem.
Sebastian Ach, da gibt es inzwischen ganz tolle Läden. Ich glaube, in Hamburg gibt es einen Laden, der hat alles in Größe. ich glaube bis 48 oder so ist das Größte, was die da haben. Da denkst du, boah, das sind aber auch Teile, da brauchst du einen Koffer für einen Schuh.
Lady Melody Ja, die kosten aber auch immer so viel. Da kann ich auch mal nicht schnell zu Deichmann und gucken, ah, Damenschuhe 43 für 40 Euro, nehm, mal mitpasst. In so einem Laden, da kriegst du wahrscheinlich einen Schuh für 40 Euro, wenn überhaupt.
Sebastian Auch das glaube ich eher nicht.
Lady Melody Nee, die sind...
Sebastian Okay, aber was ist so dein Reiz dahinter? Ich mag die jetzt einkleiden, ich mag mit denen jetzt machen, was ich will. Sollen die das gut finden oder sollen die das scheiße finden?
Lady Melody Also die müssen es nicht gut finden. Also natürlich wird es mir gut finden. Bei dem im speziellen Fall war es so, der fand es gut, der hatte dann auch immer ein KG dran, also so ein Keuschheitsgürtel und dem habe ich dann eine Klischee anzogen, dass man das sehen konnte, wie er da anfängt zu tropfen und zu suppern und hat halt so richtig schöne Spur während seinem Catwalk auf den Laminat gemacht und da lasse ich es mir natürlich nicht nehmen, dass er das dann aufschlecken muss. ja, ich gehe da voll drin auf. Also ich kann mich da hinstellen und sagen, ja, jetzt lauf noch mal eine Runde, ja, jetzt mach's besser, ja, was ist denn das jetzt da? Ja, weiß nicht, habt da Spaß dabei.
Sebastian Das ist ein schönes Thema, weil das ist ein neues Thema. Aber gut, jetzt bei der Geschichte, wo habt ihr denn bei diesem Pärchen Abend überhaupt auch die Klamotten eher hergenommen dafür? Habt ihr einfach was von euch genommen, das hat gepasst? Oder war denn?
Lady Melody Wir haben was von uns genommen.
Sebastian Okay, dann hat das schon mal, das hat einfach gepasst.
Lady Melody Das hat gepasst, also Also ja, wir haben jetzt keine Männer, die irgendwie von den Größen komplett ausfallen würden, dass sie zu dünn oder zu dick wären, aber ich meine so Nachthemd, das lässt sich ja dehnen oder man geht halt mal ganz kurz schnell zu irgendeinem Klamotten-Discounter und holt sich da für fünf Euro was. Für den Anfang tut es ja, also so zum Probieren.
Sebastian Also jetzt muss ich ja trotzdem einmal fragen, wenn du Männer in Frauenkleidung steckst, ist ja die Frage, warum nicht gleich Mädel nehmen.
Lady Melody Ja. Ja, das wäre ja.
Sebastian Weil die hat die Klamotten auch wenigstens, da sind die Schuhe billiger. Einfach so diese Abkürzung. Also ich mag so ein bisschen rausarbeiten, was so für dich der Reiz ist, warum dich das spitz macht, sag ich jetzt einfach mal. Was ist das, was dich kickt dabei?
Lady Melody Weil es außerhalb der Norm ist, was einfach anders ist, als es normalerweise sein sollte. Also man sieht eigentlich, also Männer sind... Ich sage mal, in der Gesellschaft eher schauen aus wie Männer, müssen stark sein und ich mag das halt einfach, okay, ich habe da so einen Mann, aber ich mache da jetzt einen Rollentausch draus. Ich möchte jetzt, dass er Frau ist, dass er, ich weiß jetzt nicht, ob ihn da sexuell ein bisschen verweichlichen will, ich kann es nicht erklären. Es ist schwierig.
Sebastian Sprichst du ihn dann auch als Mädel an?
Lady Melody Ja.
Sebastian Und vögelst ihn?
Lady Melody Damals noch nicht. Das kam später.
Sebastian Okay, ja, wobei Vögeln, da ist ja wieder das Drap-On-Thema die Frage, ob aktiv oder passiv. Das ist ja auch nochmal dabei. Okay, also das war aber doch das erste Mal, dass du das gemacht hast dann auch an dem Abend. Was hat denn dein Mann an neuen Spielarten mitgenommen an dem Abend?
Lady Melody Also sie konnte recht gut fesseln. Es war mit den Seilen geschickter, das hat ihm auf jeden Fall mehr, also ich glaube, da konnte er ziemlich gut was mitnehmen. Ich muss sagen, ich habe ihn kaum beobachtet. Also wir haben zwar danach darüber gesprochen, dass es halt einfach aufregend war und neu und mal jemand anders. Also er war begeistert, aber ich weiß nicht, was auf ihn Neues zukam. Gut, wir haben ihn auch mit feminisiert. Da hat er sehr schnell festgestellt, das ist nichts für ihn. Bei ihm hat es dann irgendwie keinen Spaß gemacht. Er hat zwar ganz nett ausgeschaut mit seiner blonden Perücke und seinem Kleidchen, aber war das nicht. Also es war für ihn weder demütigend, noch hat es ihn geil gemacht. Also er war so neutral einfach. Und dieses Neutrale, das ist … So.
Sebastian Ach ja, wenn sie das will, dann mache ich das jetzt halt mit. So ein gleichgültiges. Okay. Und den anderen Menschen, den hat es dann aber, ja, was hat es denn mit dem gemacht? Fand der das jetzt geil oder demütigend oder beides?
Lady Melody Ich glaube, das war so eine Mischung aus beidem. Also er mag, also feminisieren mag er eigentlich nicht, aber durch das, dass es jemand anders macht als seine Partnerin und das auch noch toll findet, fand es er auch wieder irgendwie geil gemacht.
Sebastian Liebe Hörerin, das könnt ihr jetzt nicht sehen, dieses Grinsen. Also dir geht da wirklich ein Herz bei auf. Großartig. Okay, Pärchenabend gehabt, war schön, habt ihr wiederholt. Und ja, das macht ihr jetzt bis heute so und alles ist schön.
Lady Melody Nein.
Sebastian Ah, verdammt. Okay, was ist passiert?
Lady Melody Man muss sagen, die haben sich auch über das Internet kennengelernt und zwischen denen lag eigentlich vom Wohnort her ganz Deutschland. Also eher Süddeutschland, sie eher hier die Gegend, Umgebung Bielefeld, Hannover die Richtung. Und deswegen waren die abwechselnd in Bayern und abwechselnd in Niedersachsen. Und dadurch, weil die Besuche hier oben immer länger wurden, hat es sich irgendwann verlaufen. Also wir schreiben zwar noch, aber wir haben uns jetzt bestimmt schon zwei, drei Jahre nochmal getroffen.
Sebastian Okay.
Lady Melody Gut, das hat sich aber auch in letzter Zeit einiges getan.
Sebastian Okay, mit dem einiges getan. Also was hat sich denn, also wann fing das denn an? Also ich kann ja schon mal vorgreifen, bei dir ist eine ganze Menge relativ schnell passiert. Was war denn da der Startschuss? Was habt ihr angestellt?
Lady Melody Also es ging dann weiter, nachdem wir das erste Paar troffen hatten, haben wir uns sozusagen Blut geleckt und dann kam auch ziemlich schnell das zweite Pärchen dazu, die sehr gerne Urlaub in Bayern machen, aber eigentlich auch eher so in der Mitte von Deutschland wohnen. Mit denen treffen wir uns eigentlich heute noch recht regelmäßig, also regelmäßig heißt zwei, dreimal im Jahr. Aber da macht es eigentlich auch jedes Mal sehr viel Spaß. Wenn wir die treffen, dann gehen wir halt auch in eine richtige SM-Location, haben da die Geräte da. Ihn kann ich auch feminisieren, also zumindest teilweise mit Klamotten und Perücke ist er noch nicht so ganz warm geworden. Das ist dann immer so ein halbes No-Go. Aber er hat ziemlich geile Schuhe. Also diese Pleaser-Stiefel. Für diejenigen, der der Name Pleaser was sagt. Frauen kennen es wahrscheinlich.
Sebastian Ich werde irgendeinen Link in die Shownotes packen. Da kann man dann mal rumgoogeln.
Lady Melody Ja, meistens vorne so ein Plateau und hinten so ein High Heel. Also so 20, 30 Zentimeter. Und da kann man mit dem Täschchen schon über den Catwalk laufen lassen.
Sebastian Aber du arbeitest langfristig dran, da noch ein bisschen weiter zu gehen?
Lady Melody Ja, also ich habe jetzt aktuell keinen in der Nähe, den ich feminisieren kann. Mich schreiben hin und wieder TVs an, aber da weiß ich nicht, das ist mir dann zu viel. Irgendwie, ich weiß es nicht.
Sebastian Die wollen das zu sehr.
Lady Melody Ja, wahrscheinlich deswegen.
Sebastian Die mögen das.
Lady Melody Und ja, da beschränkt es sich dann halt oder es ist dann der Fokus auf Feminisieren und für mich ist es einfach nur so Teil. Also ich möchte die ganze Welt außenrum auch, also ich möchte jetzt denjenigen für die ganze Session nicht nur feminisieren und ihn als Frau sehen, sondern für mich ist es einfach Teil davon. Wenn ich jetzt Lust habe, dass mir einer einen Catwalk macht, dann ziehe ich den die Schuhe an und sage, so jetzt lauf mal. Aber wenn ich dann keinen Bock mehr drauf habe, dann bin den ans Kreuz und schlagen oder nehme ihn mit dem Strap on. Aber da muss er in dem Fall jetzt nicht feminisiert sein. Also bei mir ist es immer so Lust und Laune. Und wenn ihr dann jemand habt.
Sebastian Verdiene das. Willkür.
Lady Melody Ja, Willkür. Willkür.
Sebastian Willkür ist eh immer das Allerbeste. Also das ist einfach total im Zweifel, wenn ich irgendwie blöde Entscheidungen treffe, kann ich auch mal sagen, nee, pass auf, das ist jetzt absichtlich Willkür. Und dann ist die Diskussion zu Ende. Seid ihr da hingekommen? Ihr habt euch gemeinsam mit Paaren getroffen und jetzt bist du da ja irgendwie vollkommen frei an. Was hat euch da, wie soll ich fast sagen, auseinandergebracht? Oder also, dass ihr auch weniger miteinander interagiert habt, du und dein Mann. Was ist da passiert?
Lady Melody Ja, ich würde sagen, umso mehr ich neu ausprobiert habe, habe ich mich einfach in eine andere Richtung entwickelt. Also er hat immer noch die Interessen, die er am Anfang gehabt hat, sehr stark bonded zu Entführungsgeschichten. Das ist so seine Welt in der devoten Welt und ich bin da irgendwie ausbrochen. Also Bondage, ja, kann ich zweckmäßig, soweit wie es sein muss, aber da kam dann auf einmal so Strap-on, CBT. Das ist das ganze andere Spektrum dazu, so ein bisschen Klinik und wir haben uns tatsächlich dann nochmal mit einem dritten Paar trafen und aus dem dritten Paar sind dann so die ersten Alleingänge entstanden. Und da kam dann irgendwann, also da habe ich mit ihm überhaupt nicht spielen können, weil er eigentlich dominant war, sie war Switcher. Und ja, zwischen uns, wir haben es auch gar nicht probiert. Da kam dann so raus, dass das die erste Femdom von meinem Mann war.
Sebastian Das kam dann raus?
Lady Melody Ja, irgendwann kam so die Frage, ja, hättest du irgendwie ein Problem damit, wenn ich mal allein mit ihr spiele? meine ich so, nö.
Sebastian Achso, sie war nicht vor dir die erste Femdom von deinem Mann? Also kannte sie ihn vorher schon?
Lady Melody Nee, nee, nee.
Sebastian Ah, okay, weil das klang jetzt so, dass er quasi eine alte Freundin jetzt wieder herbeigeholt hat.
Lady Melody Das war eben in dieser ganzen Suche mit diesen Pärchen, da sind wir halt auf dieses Pärchen gestoßen und ich bin am Anfang auch davon ausgegangen, ja, ist wie bei den anderen Pärchen, Femdom-Paar und ja, machen wir halt eine Session zusammen, aber das hat sich dann irgendwie auch beim Essen so ganz anders rauskristallisiert. Eher, ja, war BDSM begeistert, aber hat sie jetzt da nicht festlegen können, in welche Richtung und war also so eher unentschlossen. Sie mehr dominante Seite und hat halt einen Sub gesucht und gut, dann haben wir uns, also ich konnte mich darauf einlassen, ich fand sie sympathisch, sie war in meinem Alter, wir haben uns super verstanden. Die erste Session war tatsächlich zu dritt. Also da war ich mit dabei und dann habe ich gesehen, ja passt, was die mit dem macht. Soll sie, können meinetwegen auch allein spielen. Und dann, was ist das, das war dann okay für mich. Also da war dann nichts mehr mit Eifersucht. Nennt man es so, wie am Anfang, wo er kam und gesagt hat, boah, auf eine Beziehung. Sondern das hat sich einfach, da lagen dann zwei Jahre dazwischen. Das hat sich über den Zeitraum irgendwie abbaut.
Sebastian Aber als er dann das erste Mal weg war und du saßt zu Hause, was denkt man da, wenn man da hockt?
Lady Melody Gut, ich habe zu der Zeit nicht viel gedacht.
Sebastian Das ist in Ordnung, wenn man das mal zugibt, ja?
Lady Melody Nee, ich habe da keinen Kopf dafür gehabt. Ich habe in der Zeit auch wieder beruflich Prüfungen anstehen gehabt und habe mich einfach da vorbereitet drauf. Also indirekt war ich eigentlich froh, dass das Haus leer war. Dann konnte ich da in Ruhe lernen. Also mich hat es eigentlich nicht gestört, also zumindest nicht bewusst. Ich habe zwar mitgekriegt, okay, die schreiben recht viel, Die haben jeden Tag Kontakt. Das war neu, das kannte ich vorher nicht. Aber genau zu der gleichen Zeit haben wir unsere Hochzeit geplant. Also war für mich eh klar, wir heiraten und dann ist das Ding durch, den habe ich safe daheim. Also zumindest vom Kopf her war das dann, der will mich heiraten, der will mich garantiert nicht wegen einer anderen verlassen, der spielt mit der, soll das einen Spaß haben, passt.
Sebastian Ich habe implizit gedacht, ihr seid da schon verheiratet gewesen. Das ist ja spannend, also zu sagen, bevor man dann heiratet, dann auch die Beziehung zu öffnen und dann auch mit anderen was zu machen. Da mag ich mal fragen, was ist so das, was euch verbindet? Was ist das Element? Weil, also ja, BDSM, aber offenbar nicht nur, nicht komplett. Was ist das, wo du sagst, das macht uns zu uns?
Lady Melody Also auf jeden Fall BDSM, was halt mit der Zeit auch immer einen größeren Teil von unserem Leben eingenommen hat. Und es ist was, was wir zusammen machen und wo wir drüber reden können. Auch wenn wir nicht zusammen spielen, sondern jeder seine eigenen Geschichten hat. Wir können uns doch danach zusammensetzen und sagen, ja, wie war es denn bei dir? Ja, wie war es bei dir? Und ja, ich habe das Problem. Also wir funktionieren als Paar, obwohl wir eigentlich nicht mehr miteinander spielen. Aber dieses Paar-Ding ist ... fasziniert.
Sebastian Das ist wie zwei Berufstätige, die sich dann jeden Tag erzählen, wie es auf der Arbeit war und wie kann man das vielleicht lösen? Also meinst du, ist das so diese Art Gespräch?
Lady Melody Nee, also es ist einfach so die Faszination. Also er erzählt mal, was seine Dom mit ihm gemacht hat und ich denke, wow, cool, das können die auch mal ausprobieren und ja, ich weiß nicht, wie man es beschreiben kann.
Sebastian Was ist denn, wenn er Spuren mit nach Hause bringt? Ich meine, man muss die ja pflegen.
Lady Melody Er soll sich selber pflegen, ist seine Haut. Also er bringt, also jetzt hat er eine feste Dom, also eine andere als die damals von diesem Pärchen, das war seine erste, aber jetzt hat er seit ein paar Jahren eine feste und da kommen öfter mal schon richtig heftige Spuren mit. Also es ist blau und man sieht die Strümen und da ist er dann mal ganz stolz, da schau mal, was wir gemacht haben und ich so, ja toll. Und dann meinte er auch so, ja, du musst mich pflegen. Irgendwann ist mir da noch ein bisschen Alkohol drauf, das ein bisschen brennt.
Sebastian Ich sehe dann eine Partnerschaft. Ihr habt Mittel und Wege gefunden zu sagen, okay, wir kriegen beide genau das, was wir brauchen. Wobei wir sind auch gar nicht darauf eingegangen, wie deine ersten Alleingänge jetzt waren. Wir sind da zu Menschen gekommen. Und wie hast du losgelegt? Weil in der Regel ist es so bei Menschen, die mir davon erzielen, ist immer so, ja, dann hat er, egal ob Dom oder Sub, hat dann jemanden und dann ist das da alles gut geregelt und macht. Und die Mädels, mein Gott, die gehen dann auf Partys und sind weg und das und haben drei Spielpartner und hier und Action, krass. Tue ich dir jetzt Unrecht, wenn ich dir das unterstelle?
Lady Melody Ja, bei mir hat es anders angefangen. Also das war ja dieses eine Paar, wo es nicht passt hat, wo sie dann die erste Femdom von ihm war. Und ich ja, das war so diese Situation, Hochzeitsvorbereitung, Prüfungsvorbereitung, ich komplett im Stress, er am Spielen und irgendwie schlechtes Gewissen. habe ich zumindest den Eindruck gehabt. Und sie hat dann gesagt, ja, sie hätte da jemanden.
Sebastian Ach, das ist ja nett.
Lady Melody Ja, der sucht gerade eine Femdom. Sie kann mit ihm aus persönlichen Gründen nicht spielen, ob es ich mal probieren will. Und ich so, ja, gib mir noch zwei, drei Monate Zeit, bis dieser ganze Stress vorbei ist. Dann können wir drüber reden. Also ich wollte eigentlich am Anfang keinen eigenen Sub und vor allem jetzt nicht zu dieser Zeit. Und ja, zwei Wochen später, ja, der ist zufällig in der Nähe.
Sebastian Zufällig?
Lady Melody Ja, zufällig. Vor allem, er kommt aus Österreich und das zufällig sind mal drei Stunden. Ja, gut. Ja, sie wird an dem und dem Tag eine Session zu viert ausmachen, dann kann ich ihn mal kennenlernen und gleich mit ihm spielen und schauen, ob es passt. Und super, toll und machen wir halt. Und ich so, ja, wenn er denn schon mal da ist, meinetwegen.
Sebastian Das war jetzt aber nicht irgendwie eine Woche vor der Hochzeit.
Lady Melody Nein, das war drei Wochen nach der Hochzeit.
Sebastian Okay, ja, das passt dann aber, okay.
Lady Melody Also die Hochzeit war schon erledigt.
Sebastian Die scheint sehr unspektakulär gewesen zu sein.
Lady Melody Ja, das war nur Standesamt und die Hochzeit ist so ein eigenes Thema.
Sebastian Klingt nach steuerlichen Gründen. Okay, wir springen da mal rüber. Okay, also frisch verheiratet, anderen Kerl kennengelernt. Genau.
Lady Melody Genau, kam es an dem einen Tag zur ersten Session. Wir haben zu dritt schon auf ihn gewartet, weil er kam später. Kurz Kaffee trunken. Dann haben wir gedacht, wow. Schauen wir mal, was das jetzt wird. Und sie hat halt immer davon geschwärmt, wie toll Strap-On ist. Und ich so, habe ich noch nie gemacht, kannst du mir das mal zeigen? Kann man die Session dann vielleicht auch gleich dafür nutzen, dass wir das probieren? Mein Mann hat es auch nicht kannt vorher und ja, ich fand es eigentlich schon faszinierend, du kannst dir selber einen Schwanz umschnallen, steckst dir die Größe drauf, die brauchst, also super. und der Sub, der da kam, der stand da eben auch total drauf und sie hat das dann so unter der Hand so verdeckt im Spiel eingebaut. Also sie hat es mir gezeigt, also jetzt nicht so lehrhaftmäßig, sondern mehr so mit Gestik und Mimik, dass es eher nicht so wirklich mitkriegt, dass ich da komplett unerfahren bin. Ja, und ich fand das dann ganz cool und habe es an dem Tag aber selber noch nicht ausprobiert.
Sebastian Okay, Moment, sie hat es dir gezeigt, aber du hast es nicht probiert.
Lady Melody Sie hat mir gezeigt, wie es funktioniert. Also sie hatte den Strap-On dran, wir haben seinen Hintern genommen.
Sebastian Alles klar.
Lady Melody Und wie immer vorbereitet.
Sebastian Jetzt gestikulierst du hier so schön. Das müsste man eigentlich aufzeichnen, das wäre großartig. Das kann halt nur ich sehen.
Lady Melody Ich kann es beschreiben, aber nee.
Sebastian Also das heißt, du hast zugesehen.
Lady Melody Genau, ich habe zugesehen und ich fand es eigentlich ganz cool. Und ja, dann war die Session so vorbei. Wir waren danach noch essen, haben uns eigentlich recht gut verstanden.
Sebastian Ach, und dann erst mal Shopping?
Lady Melody Nee, dann erst mal so ein bisschen Nummern austauscht und geschrieben. Und dann haben wir gemerkt, ja, wir würden es gerne nochmal probieren, also nur zu zweit zu spielen. Also ich mit dem Neuen dann. Und das hat eigentlich auf Anhieb, weiß nicht, hat funktioniert. Also den habe ich bis heute auch noch. Ja, also das war so, ich weiß nicht, an den ersten Männern bleibe ich immer hängen. So mein erster Kontakt, den habe ich heiratet, meinen ersten eigenen Sub, der ist zwar jetzt kein Sub mehr, aber auf jeden Fall noch vorhanden.
Sebastian Wie, dir ist jetzt kein Sub mehr?
Lady Melody Ja, ich weiß nicht, ob ich...
Sebastian Was hast du angestellt?
Lady Melody Ich gar nichts. Also er war von Anfang an Switcher, er hatte auch eigene Subs und ja, so nach zwei Jahren hat er irgendwie so seine Devote. Ich habe eine gute Seite verloren. Ich weiß auch nicht. Also Strap-on und CBT gehen nach wie vor noch ganz gut. Also die Praktiken funktionieren nur. Es ist aber halt kein so richtiger unterwürfiger Suppen mehr.
Sebastian Das ist natürlich schade für dich.
Lady Melody Ja, es gibt andere Alternativen. Also mein Sadismus, da habe ich wieder einen anderen.
Sebastian Was ist so dein Lieblingszeug?
Lady Melody Also mit dem, der extrem maß so ist, da kann ich meinen Satismus natürlich ausleben. Den habe ich gern zu Spanking-Sessions oder extreme Nippelfolter. Mit dem habe ich... Auch schon mal NS ausprobiert. Also solche Sachen gehen mit dem ganz gut.
Sebastian Also diese grenzwertigeren Sachen.
Lady Melody Ja, die ein bisschen halt darin Sachen.
Sebastian Wenn du schon NS sagst, ja, was macht man da?
Lady Melody Ja, da pinkelt man einfach einen an, der am Boden liegt.
Sebastian Okay, also ich habe jetzt an Dinge gedacht, was weiß ich, ab in die Schüssel, ab ins Gefrierfach. Guten Appetit.
Lady Melody Nein.
Sebastian Okay, jetzt guckst du auch schon ein bisschen schräg.
Lady Melody Ja, weil das ist ein No-Go, also ein No-Go von ihr. Also sie hat gesagt, also trinken darf er das nur von ihr, ich darf ihn aber, den Rest des Körpers darf ich voll pissen. Also die sind auch ein Femme, sie ist eine Freundin von mir und das war eben die Abmachung, ja, ich kann, weil ich NS schon mal probieren wollte und keinen habe, mit dem ich es probieren konnte und er hat sich da so zur Verfügung gestellt und er hat sich gesagt, ja, ich darf ihn überall anpissen, nur trinken, nur von ihr. Deswegen mit Eiswürfeln und so haben wir noch nichts gemacht.
Sebastian Ich überlege jetzt, wie viel ich von mir jetzt preisgeben mag. Mal so rein hypothetisch, wenn man das das erste Mal probiert, kann man da? Stehst du doch da vor ihm, erwartet jetzt darauf, dass das irgendwie losgeht und ja.
Lady Melody Es dauert. Also du musst während der Session extrem viel trinken. Also ich habe das mit einer Spanking-Session verbunden, weil da konnte die eineinhalb Liter Wasser innerhalb von einer halben Stunde und irgendwann hat man den Druck auf der Blase und irgendwann kann man es auch nicht mehr zurückhalten Und ich fand es einfacher. Ich habe ihm dann in die Badewanne gelegt, eine Nylonstrumpfhose oder so eine schwarze Nylonstrumpfhose drüberzogen, weil ich dann für mich das Gefühl hatte, der sieht mich ja gar nicht. Ich habe mich übergestellt.
Sebastian Darfst nicht gucken.
Lady Melody Naja, also ich hatte einfach so, ja, durch das, dass das drüber war, war das wie eine Maske. Eine richtige Maske konnte ich ja nicht nehmen, weil ich fand es dann irgendwie nicht so hygienisch, wenn dann da irgendwas draufkommt. und ja.
Sebastian Ja, ist ja auch eine gute Idee, viel zu trinken, das verdünnt ja und dann riecht das auch nicht so rund.
Lady Melody Ja, genau. Also man muss sowieso viel trinken, ähm, Das ist also am besten auch schon einen Tag vorher, dass die Nieren so richtig schön durchgespült sind und dann einer Session selber, ja, dann einfach so eine eineinhalb Liter Flasche geht ganz gut. Und ich habe mir beim ersten Mal tatsächlich so über ihn gestellt, dass sein Kopf hinter mir war. Ich habe seine Füße gesehen. Also ich musste ihn auch nicht anschauen, weil es ist einfach so der Punkt, okay, jetzt lass laufen. Kommt nichts. Jetzt lass laufen. Ja, jetzt geht's. Nein. Ja, jetzt. Ja, und dann, wenn es einmal so paar so Tröpfchen, und dann geht's. Also dann ist es so, okay, egal, läuft.
Sebastian Ja, das ist ja auch für dich da eine Überwindung. Und das ist ja dann auch, du springst ja in dem Moment auch ganz viele gesellschaftliche Konventionen. Das macht man ja einfach nicht. Was ist so für dich das gute Gefühl dabei? Ich hab's hingekriegt, oder was ist das?
Lady Melody Ja, es war einfach so mal, weil das, ja, ihr wollt einfach wissen, wo der Reiz ist. Und ich habe dann für mich festgestellt, okay, es funktioniert technisch ganz gut, Aber durch das, dass es jetzt eher nur in der Badewanne liegt, war jetzt der Reiznetz so riesig. Ich habe dann natürlich wieder weitergesponnen und habe mir überlegt, okay, man könnte es ja auch so machen, dass man den vielleicht auch fließen legt, da irgendwas drunter legt, wo das aufsaugt, den da fixiert. Es gibt ja so Saugheber, da kann man ja fixieren auf allen Vieren und dann lasse ich es laufen. Dann hätte es ja wieder so ein bisschen mehr Drive drin.
Sebastian Also ein bisschen weniger Freiwilligkeit.
Lady Melody Genau, mehr Zwang. Da hätte ich dann wieder mehr Spaß. Aber dazu kam es bisher noch nie, weil das wollten wir jetzt dann eigentlich bei unserer nächsten Pre-Sylvester-Party bei uns im Keller machen, aber ich befürchte, das wird heuer nichts.
Sebastian Ja, wir haben jetzt noch gute anderthalb Monate.
Lady Melody Ja, die dürfen auch nicht einreisen. Die sind leider in einem anderen Land.
Sebastian Ja, das ist, also ich glaube irgendwann in 30 Jahren würde ich einfach sagen, die zwei Jahre sind völlig vergessen, das sind dann zwar die tollen Podcast-Jahre, aber naja, lass mich mal so ein bisschen aus deiner Vita so ein bisschen ausbrechen, es gibt also dieses Spielzimmer.
Lady Melody Ja, Spielkeller.
Sebastian Ein Spielkeller. Ja, Keller ist schon mal gut. Ich kenne relativ viele Menschen, die sich irgendwo ein Zimmer oder ein Keller oder irgendwas eingerichtet haben. Und ich glaube ein, zwei Mal wurde das ja auch schon gesagt. Ja, wenn das erstmal eingerichtet ist, dann benutzt das keiner. Das kommt ja in deinem Fall noch dazu, da du mit deinem Mann ja nicht wirklich spielst. Bedeutet das, dass ihr immer externe Leute für den Keller holt?
Lady Melody Ja, also wenn mein Spielpartner bei mir ist, sind wir eigentlich immer im Keller, Egal, ob wir jetzt da spielen oder ganz normal uns einfach durch den ganzen Raum vögeln, Also wir nutzen den Eine Freundin von mir, die bei mir in der Nähe wohnt, kommt mit ihrem Dom ab und zu mal rein oder der biete ich den einfach an dass ich den nutzen kann Ja, jetzt im Moment ist er tatsächlich etwas verweist Vielen Dank.
Sebastian Okay, aber vielleicht kannst du ja, also erstmal ist die Überlegung, darf ich, wenn die Folge draußen ist in die Show Notes, vielleicht ein Bild davon posten, ist das möglich?
Lady Melody Ja.
Sebastian Sehr gut. Okay, dann heißt das jetzt, liebe Hörerin, guckt da jetzt mal rein und dann seht ihr schon mal was. Und mich interessiert, okay, warum will ich denn einen eigenen Spielkeller haben? Wie groß ist der? Was steht da überhaupt drin? und habt ihr das gemeinsam eingerichtet und ja, was ist da noch nicht drin? Also du merkst schon, ich will alles dazu wissen zu dem Ding, weil ich habe hier über uns hängt der gute Deckenhaken, da ist ja Potenzial auch für mich, um was zu lernen.
Lady Melody Also so grundsätzlich ist der Spielkeller genauso groß wie mein Wohnzimmer, 45 Quadratmeter, also es ist identische Größe, wir können sogar in beiden Räumen spielen, aber im Spielkeller selber, der ist eher so länglich. im vorderen Teil ist eine Bar also die habe ich selber gebaut da ist unten die Möglichkeit das Käfig drin, da kann unten einer rein gegenüber von einer Bar ist eine rote Couch, also so richtig porno rot, in der Mitte von dem zwischen Bar und Theke haben wir einen Deckenhaken ein bisschen abseits davon ist eine Pole Dance Stange also das da vorne ist so der Lounge Bereich das ist.
Sebastian Dann auch dein Catwalk, auch von dem länglichen Raum her passt das sehr schön, ja.
Lady Melody Ja, da kann man ganz gut laufen. Natürlich Teppichboden, weil im Keller wir haben jetzt da keine Fußbodenheizung oder irgendwas drin. Es war auf dem Teppichboden einfach warm. Dann neben der Theke steht noch ein großer Käfig. Der ist allerdings etwas sehr groß geraten. Den habe ich in den falschen Maßen bestellt. Ja, passen aber drei Männer locker rein, ohne dass sie sich berühren müssen. Haben wir schon ausprobiert. Im Keller selber. Aber wenn man dann in den hinteren Teil geht, da gibt es so eine Traverse, wo man eigentlich Scheinwerfer aufhängen kann. Den habe ich da so einen Bogen reingemacht, da kann man ganz gut fesseln, mit einem Deckenhaken drüber zum Fixieren. Also gerade, wenn man meine Suspension, also ich nett, aber Leute, die fesseln, die können da die Leute aufhängen. Dann, was haben wir da hinten noch? Gerätschaften sind noch nicht so viele da, weil den Keller gibt es ja erst seit einem Jahr.
Sebastian Ja, immerhin.
Lady Melody Ja, den habe ich damals, also mein Mann hat schon auch mitgeholfen, aber so das handwerkliche Geschick liegt eher bei mir. Aber er ist ganz stolz drauf, er hat den Laminat verlegt.
Sebastian Das ist, und dann habt ihr Teppich drüber gelegt, ja?
Lady Melody Nein.
Sebastian Hat er das so schrecklich verlegt oder was?
Lady Melody Nein.
Sebastian Entschuldigung. Ach, hast du schön gemacht mit dem Laminat. Jetzt legst du da irgendwann Teppich drüber.
Lady Melody Jetzt legst du da irgendwann Teppich drüber.
Sebastian Entschuldigung.
Lady Melody Nee, wir haben diese großen Ikea-Floor-Teppiche da.
Sebastian Ah, die blöden Dinger, ja.
Lady Melody Ja, genau. In schwarz und in rot, so schön klischeehaft. Weißer Boden.
Sebastian Okay, der Raum ist auch sicher höher als zwei Meter.
Lady Melody Ja, der Raum hat ganz, also er ist kein typischer Keller, er hat eine Höhe von, ja was hat denn so, 2,50, 2,30, also hat ganz normale.
Sebastian Ja, 2,30 vermutlich, also wir haben jetzt hier 2,50 und unter mir der Keller hat auch 2,30.
Lady Melody Ne, da kommt schon ungefähr in den Raum hin, also 2,50.
Sebastian 2,50 hoher Keller, beneidenswert.
Lady Melody Ja, wir haben den extra so groß machen lassen, weil wir wollten ja ursprünglich keinen Keller und wir haben so Fertighaus obendrauf und wir haben dann auch gesagt, ja, wenn wir jetzt schon einen Keller haben müssen, dann nutzen wir den jetzt als Spielkeller und was kann ich machen, dass der normale Raumhöhe hat? Also die können den schon so hoch bauen.
Sebastian Ah, ihr habt beim Hausbau direkt daran gedacht.
Lady Melody Richtig. Ja.
Sebastian Wenn ihr das Ding letztes Jahr eingeweiht habt, Party gemacht zu Silvester, hast du schon gesagt?
Lady Melody Pre-Silvester-Party einen Tag vorher. Nein, Silvester hat ja immer keiner Zeit.
Sebastian Oh, okay. Wie viele Leute waren da?
Lady Melody Zehn bis zwölf. Also wir waren zu ... Vier, fünf, sechs Paare.
Sebastian Und dann alles die Paare, wo du mit den Leuten auch spielst? Oder wo kommen die Leute jetzt her? Weil wir haben noch gar nicht über Partys gesprochen, über Stammtische, über gar nichts davon. Also irgendwann musst du die Leute hernehmen. Du wirst ja kaum irgendwie im Joy reingeschrieben haben. Ja, wir haben uns jetzt so einen Keller gebaut und jetzt kommt mal irgendwer einen Tag vor Silvester, damit wir das einfach, ja, das macht man ja auch nicht.
Lady Melody Nee, nee, das ist tatsächlich so der Kinky-Freundeskreis, der sich so über die Jahre entwickelt hat. Die meisten kenne ich tatsächlich aus dem Joy oder dann eben von Stammtischen. Oder man hat sich schon mal auf einer Party gesehen und wahrgenommen, aber dann ist an einem Stammtisch erst ins Gespräch gekommen. Ja, du warst doch auch auf der Femdom-Party. Ja, genau. Und dann kommt man so ins Gespräch und macht mal was aus und dann entwickelt sich das einfach so.
Sebastian Und war ein voller Erfolg?
Lady Melody Ja.
Sebastian Sehr gut. Ja, cool. Wenn du dann wirklich sagen kannst, ich bin jetzt auf Locations und so nicht angewiesen, sondern ich habe jetzt den Keller und dann mache ich den voll. Ja gut, und jetzt ist er halt irgendwie verweist. Das ist erstmal dir hoch anzurechnen, weil es gibt ja ganz viele Menschen, die jetzt seit diesem Corona-Begin gesagt haben, naja, was Privates merkt ja keiner, dann machen wir trotzdem unseren Kram.
Lady Melody Nee, ich habe da ein bisschen Berührungsängste. Ich möchte auch momentan keinem körperlich zu nahe kommen. Also ich habe jetzt, also dieses ganze Jahr macht mir irgendwie, ich weiß es nicht, ich habe da, meine Lust liegt gerade irgendwie so ein bisschen auf Eis. Also sie ist zwar da, wenn ich darüber rede, ist alles super und toll und ich würde das auch sofort wieder machen wollen, aber dann schwingt halt immer so im Hinterkopf, ja, die Situation im Moment, weiß nicht.
Sebastian Wie ist das mit Spielpartnern jetzt seit März? Hast du da dann auch eher Abstand gehalten oder hast du gesagt, nee, das ist ein Kontakt, der geht?
Lady Melody Einen habe ich tatsächlich gesagt, dass der Kontakt, der geht, weil der ist selber daheim, kommt kaum unter Leute, berufsbedingt, jetzt im Moment daheim. Der muss, also wenn ich den nicht treffen kann, dann geht es. Also das war am Anfang vom Lockdown, also im März war es extrem schlimm. Also da war ich echt froh, dass ich dann nach acht Wochen mein Leben wieder rausfahren konnte. Und das ist aber auch mehr wie Spielpartner. Also es ist eigentlich eine ziemlich gute Freundschaft inzwischen draus geworden. Wir machen auch andere Sachen, anstatt nur zu spielen.
Sebastian Okay, da haben wir ja genau diesen Punkt, man spielt nur und dann irgendwann kommt ja doch immer mehr dabei raus. Und ich habe dann auch mal das Gefühl, selbst diese Spielpartnerschaften, also wer mir erzählt, ja Gefühle, das kann ich total gut trennen, wir spielen ja nur und da ist ja gar nichts. Ich gebe zu, dass ich das immer nicht so richtig glauben mag, denn wenn ich mit jemandem was Schönes mache und irgendwie die geilsten Dinge mache, dann muss ich diesen Menschen auf irgendeine Art und Weise mindestens gut finden. Das heißt, ich empfinde auch was für ihn. Und das ist er ja dann auch wert. Warum soll man denn dann auch sagen, dieser Mensch ist mir egal, das wäre ja irgendwie auch gelogen. Sonst würde man ja mit dem nichts machen. Wie ist so dieses mentale Setting für dich? Wie nah lässt du die Menschen an dich ran?
Lady Melody Ganz unterschiedlich. Also es gibt echt extrem wenige, die komplett nah an mich ranlassen. Das ist tatsächlich nur mein Mann und er. Und beim Rest habe ich einfach so, ja, das ist ein gewisses Sicherheitsabstand. Also wenn ich mich da bei jedem extrem nah darauf einlassen würde, dann wäre ich komplett in so einem mentalen Chaos. Dann würde ich mich wahrscheinlich gar nicht mehr auskennen, weil... Naja, es ist tatsächlich, also SM ist aber sehr viel Sexualität. Und sobald irgendwas sexuell passiert, da ist es zwangsläufig. Also mir kann keiner erzählen, ja, mir sind die alle egal, ich spiele ja nur mit denen und das höre ich von Männern auch immer öfter. Frauen sind sofort gefühlsmäßig irgendwie so ein bisschen behaftet, aber auch nicht. Also ist ganz komisch manchmal.
Sebastian Jetzt ist halt immer die Frage, was ist noch richtig, was kann ich moralisch auch für mich vertreten? Das ist ja mal gar nicht so einfach auseinanderzuziehen.
Lady Melody Na gut, was ich vielleicht dazu sagen kann, ich habe auch mit meinen Spielpartnern eigentlich keinen Sex. Das heißt, die kommen körperlich schon gar nicht so nah. Vielleicht ist es deswegen auch einfacher, da emotional von denen so ein bisschen Abstand zu halten. Also da habe ich tatsächlich nur mit diesem einen Spielpartner, den ich jetzt schon lange habe, auch so richtigen sexuellen Kontakt. Also Sex im klassischen Sinn, im klassischen Vanilla.
Sebastian Du wirst gefakt so rum.
Lady Melody Genau.
Sebastian Also bei Strap-On ist ja auch Sex.
Lady Melody Ja, ja. Ja, genau.
Sebastian Okay, interessant, ist dir Sex bei einer Session nicht wichtig oder warum ist das so?
Lady Melody Wenn es mich überkommt, kann ich auch mal jemanden vergewaltigen, aber meistens ist das nicht so. Das ist irgendwie eine Befriedigung auf einem ganz anderen Level, habe ich so den Eindruck. Ich weiß nicht, ich finde es dann irgendwie geiler, jetzt nicht seinen Schwanz zu benutzen, sondern ich nehme mir irgendwie diesen Magic Wand, setze mich zwei Meter vor ihn, dass er es halt irgendwo fixiert und muss mal zuschauen dabei. Das finde ich dann irgendwie befriedigender, als wenn ich mir jetzt auf ihn setze und mir es da machen würde.
Sebastian Also das geht dann wirklich immer um diese Kontrolle, um Macht. Das hören wir jetzt ja wirklich raus. Willkür. Und ich habe so ein bisschen das Gefühl, so ein Teufelchen sitzt dann bei dir auf der Schulter und sagt, ach komm, da geht noch was.
Lady Melody Das sitzt dann nicht nur, das steht neben mir. Das nimmt man manchmal bei der Hand.
Sebastian Naja gut, die roten Haare passen ja dazu. Also wir haben es jetzt komplett ausgeklammert, diese ganzen anderen öffentlichen Sachen. Also hast du schon gesagt, bist auf Stammtische gegangen und auch Partys und auch auf die CFMN-Partys, also Closed Female, Naked Male. Wann hast du damit angefangen? Das kann ja noch nicht so lange her sein eigentlich, ne?
Lady Melody Ne, Startschuss für das Ganze war tatsächlich der Zeitpunkt, wo ich meinen Spielpartner kennengelernt habe, weil das war erst der eigene Sub und das war einfach neu, es war irgendwie anders, der ist auf andere Sachen gestanden und ich habe mir gedacht, ich muss jetzt mehr Leute kennenlernen, er war auch recht aktiv. ich bin dann auch auf Workshops gegangen und so richtige Femdom-Workshops, wo man dann mit so drei, vier Frauen zusammensitzt und die sich austauschen über irgendwelche Techniken und was man macht.
Sebastian Femdom-Workshop?
Lady Melody Ja.
Sebastian Den kenne ich jetzt noch nicht. Also, da steht dann aber nicht ein Mann vorne und erklärt, wie es geht.
Lady Melody Nein.
Sebastian Ich würde es ja manchen Jungs fast zutrauen, dass sie dann sagen, ja, das ist Marktlücke, Femdoms, dafür gibt es keine Workshops, mache ich mal. Nein. Also, wie funktioniert so ein Workshop und worum geht es dabei? Das würde mich tatsächlich interessieren, also ganz ehrlich, weil das ist wie so ein DOM-Workshop, wie dominiert man eine Frau? Das kann ich mir gar nicht so sehr vorstellen, weil das Spektrum so breit ist, dass ich das nicht in so einen Workshop reinpacken könnte. Das wäre ein Studium über fünf Jahre.
Lady Melody Also es war damals in Graz, es ging zwei Tage lang. Das hat eine Lady angeboten, die hat auch so ein richtiges Handout gehabt. Das war so ein richtiges Buch, wie man es so von Schulungen eigentlich kennt. Und da hat man sich halt mit der Begrifflichkeit befasst und ja, was heißt Devotion, wo kommt es her. Also die hat da einfach ihr ganzes Wissen einfach mal in so ein Skript reingepackt und wir waren da bei ihr. Die hat auch eine Spiellocation gehabt, total geil ausgeschaut. Also es war auch so Keller und dann bist du unten an der Bar und so Lounge und überall Kreuze und also Wahnsinns-Ding da unten.
Sebastian Dann sitzt du da mit Stift und Papier und schreibst mit. Nee, das kann ja irgendwie nicht sein.
Lady Melody Ja, hat man auch. Also wir waren da so gemütliche Runde und ja, dann hat sie erzählt und hatte dann ihren eigenen Sklaven mit dabei. Da ging es dann auch darum, ja, wie kann ich jemanden führen, wie kann man Vertrauen schaffen, so Augen verbinden, so leichte Bonded-Sachen, so leicht Trampling. Wo kann ich hintreten, wo kann ich mich draufstellen? Also auch so ein bisschen körperliche Sachen mit dabei oder auch so Atemkontrolle mal kurz mit eingeworfen, weil sie selber ist Taucherin. Und er kennt sich halt dann mit der Atmung gut aus und sagt halt, ja, wenn der Brustkorb jetzt so macht, dann ist es gut.
Sebastian Ich dachte mir, dass ich jetzt andersrum gedacht habe, wenn der Brustkorb jetzt so macht, dann hörst du auf, nein, nein, Daniel ist super.
Lady Melody Ja, das war einfach so ein Rundumblick, also so einfach mal so komplett neu eintaucht, so das gibt es und das und da, also aus dem Workshop auch rausgegangen, da ging auch über 10, 12 Stunden, du warst fertig am Abend, aber es war einfach so, so ganz viele Reize von allen Seiten, alles mögliche neue und das kann ich ausprobieren.
Sebastian Ja, finde ich toll. Erstmal, man lernt andere Menschen kennen. Vielleicht gibt es die ja und ich habe es nur nicht mitbekommen. So Mail-Dom-Workshops zum Beispiel ist mir im Moment keiner vor die Füße gefallen. Ich weiß nicht, vielleicht sind auch Mädels da einfach kooperativer. Das kann ja auch sein. würde mich mal interessieren, aber so einen schönen Rundumblick dann mal zu kriegen, was kannst du, was lässt du, verschiedene Praktiken mal gucken und vielleicht auch so ein bisschen dieses und wenn Sub dann gerne die Praktik XY hätte, wie gehe ich damit um mit diesem Wunschzettel-Ding an, ne?
Lady Melody Ja, es war einfach mal so reinschnuppern in alle möglichen Praktiken, also vor allem, wenn man neu ist und selber noch nicht so viel ausprobiert hat und dann im Internet irgendwas sieht und boah, das möchte ich jetzt auch machen, aber geht das überhaupt, kann ich denn sowas machen und da habe ich halt jemanden da, Den kann ich auch fragen und sagen, ja, ich habe die und die Praktik gesehen. Könntest du mal zeigen, wie ich das am besten mache? Oder hast du da Erfahrung damit? Das ist auch so ein Erfahrungsaustausch. Also ich fand das schon spannend. Und es war jetzt auch nicht der einzige Workshop. Also der war jetzt rein Femdom. Und in Stuttgart gibt es auch eine, die BDSM-Workshops anbietet. Die ist auch gelernte Krankenschwester. Und da geht es halt dann um so spezielle Praktiken. Also die zeigt er dann, wie man schlägt. Da sind auch Männer mit in dem Workshop drin. Das ist für Männer und Frauen. Oder Folien, Bondage und die gibt da dann halt auch noch so ein bisschen anatomisches Wissen mit. oder ja, Technik. Also es ist auch einfach so, oder wenn man sich für Nadeln interessiert, aber überhaupt keine Ahnung davon hat und auch keinen kennt, wo man es machen kann, dann bietet sie so einen Workshop an zum Nadeln. Da kann man dann hin.
Sebastian Den hast du aber nicht gemacht.
Lady Melody Den habe ich noch nicht gemacht.
Sebastian Aber er steht auf dem Zettel, alles klar.
Lady Melody Ja, sobald ich mir mit diesen Kanülen anfreunden kann.
Sebastian Ich kann ja mal eine Kanüle hier auf den Tisch legen, nur dass sie mal da in deiner Nähe liegt. Einfach nur mal so.
Lady Melody Ja, schauen wir mal. Ja, ich finde es halt einfach spannend, wenn da jemand ist, der einem einfach Sachen mal aus seiner Perspektive zeigen kann, ohne dass ich jetzt da irgendwie eine Verbindlichkeit habe, ja, ich muss jetzt mit demjenigen spielen und das geht nur in Form von einer Session, sondern das ist halt dann wirklich, das ist wie eine Schulung, also Schulung könnte man es nennen.
Sebastian Ich finde diese Wissbegierigkeit, die du da mitbringst, das finde ich total entspannend, weil ich glaube, wenn du jemanden dominierst, dann weißt du in etwa, was du da tust, du hast dich darüber informiert, du hast dich da reingelesen und du hast einfach geschaut, dass du das handwerklich gut erledigst.
Lady Melody Ich hätte auch ein paar Skripte da, falls du mal reingucken willst.
Sebastian Das wäre ja ein Ding der Woche.
Lady Melody Ja, das ist eigentlich nicht das Ding der Woche, da habe ich noch was anderes.
Sebastian Ja, okay, dann nehmen wir das Skript. Dann nehmen wir das so als halbes Ding der Woche.
Lady Melody Als halbes Ding der Woche.
Sebastian Oh, war ja was. Okay, vielleicht kann man sagen, du bist hier bei mir in der Nähe, weil du auf einer Schulung bist.
Lady Melody Weil ich auf einer Schulung bin.
Sebastian Genau, und ich habe gedacht, okay, jetzt hat sie ein Ordner mitgebracht, da steht auch drauf irgendwas mit…, Kann ich das sagen, was da steht?
Lady Melody Ja.
Sebastian Einkommenssteuer...
Lady Melody Erklärung.
Sebastian Ach, Erklärung. Das ist auch Klaue, ne? Okay, das steht also auf.
Lady Melody Das muss schnell gehen.
Sebastian Ja, ja. Und wenn man den Ordner... Ich sollte bei meinem Steuerberater mal die Ordner durchführen, was da wirklich drin ist.
Lady Melody Also das sind zum Beispiel die Skripte von dem Femdom-Stammtisch. Also die hat das echt super gemacht.
Sebastian Das sieht mal richtig edel aus. Also ich habe hier wirklich Hochglanz mit Abheftmöglichkeiten natürlich.
Lady Melody Ja, die habe ich selber hingeklebt.
Sebastian Ach, die hast du selber hingeklebt. Das ist dein Ordnungs-Sinne. Hast du schon mal etwas aufräumen lassen?
Lady Melody Nee, weil die das nie so aufräumen, wie ich das haben will.
Sebastian Genau, das habe ich mir gedacht.
Lady Melody Denen müsste die Tod prügeln, dass das so klappt.
Sebastian Im Zweifel macht er die Bude leer und sagt, jetzt gibt es nichts mehr am falschen Ort.
Lady Melody Ah, da finde ich schon noch was.
Sebastian Also Dominanz in Submission Workshop Teil 1. die Göttin, Lady, Herren und das Ritual. Und dann gibt es nochmal Teil 2. Das sind aber richtig fette Bücher hier. Das hat Seitenzahlen.
Lady Melody Ja, man muss ja daheim nachlesen können.
Sebastian Ja, das sind also hier mal eben 112 Seiten. Und in dem anderen auch nochmal genauso dick. Also 200 Seiten. Das kriegt man beim Workshop ausgehändigt.
Lady Melody Also bei dem Workshop in Graz habe ich das gekriegt. Bei den anderen also es kommt immer drauf an. Bei den anderen habe ich dann so Papierskripte, aber das sind dann halt...
Sebastian Da steht auch schön dein Name da mit drauf. Ja, und du hast, das finde ich spannend, du hast ja so kleine Klebezettel drin. Ich werde hiervon unbedingt ein paar Fotos machen müssen. Das ist auch nicht einfach nur hier in Word mal ein bisschen Text zusammengekleppert, sondern das ist wirklich illustriert und, mein, ich kann es nicht beschreiben, aus urheberrechtlichen Gründen werden wir jetzt hier nicht irgendwie Screenshots oder Fotos oder eingescannte Versionen davon nehmen können. und ich finde das super, weil das ist schön kompakt, Facetten der Rollenverteilung Top-Down, Bottom-Up oder Topping Up-The-Button, Finde ich super.
Lady Melody Die hat da echt alles reingesteckt. Die war auch sehr authentisch. Die war super.
Sebastian Richtig ist, was Spaß macht. Der erste Eindruck zählt. Selbstbild und dominantes Auftreten. Ich lese hier nur mal so ein paar Überschriften. Da sind immer so kleine illustrierte Dinger mit dabei. Allein deswegen hat sich so ein Workshop ja schon gelohnt. Und hier hast du jetzt so ein lila Klebchen drin. Das ist auch schon ein bisschen ...
Lady Melody Abgenutzt.
Sebastian Ja, abgenutzt. Dirty Talk, der Schlüssel zur Fantasie. oder Blick, Mimik, Körper, Sprache und Gesten. Welcher dieser beiden Teile ist jetzt für dich der interessantere?
Lady Melody Nachdem das recht ziemlich am Anfang war, beides. Also so Dirty Talk kann ich eigentlich. Und dann, ja, Mimik und Gestik, man probiert halt ein bisschen damit zu spielen und ja, das habe ich dann tatsächlich mit meinem Mann nochmal ausprobiert, wie der da so drauf reagiert.
Sebastian Ja. Hier ist eine Notiz. Namen feierlich verleihen, Name ist wichtig.
Lady Melody Ja, da ging es eben darum, also er Sub hatte einen eigenen Spielnamen und dass das nicht einfach irgend so 0815-Ding ist, hat die da halt so ein richtiges Ritual draus gemacht. Also das kann man wie so eine Taufe machen oder man legt das Halsband hin und verleiht ihm dann sozusagen den Sklavennamen, ja, Kommt aber immer auf einen Spielpartner drauf an, ob das zu dem passt. Und ja, das ist, ja, also.
Sebastian Du hast mir das wirklich schön gemacht, weil ich habe ja, ich sage ja immer so, Ding der Woche, ein Buch ist zum Beispiel fürchterlich. Aber hier, dass ich das sehe, überall so Klebchen drin sind. Super. Nonverbale Zeichen. Also da merkt man schon so Sachen, wo du auch den Eindruck hast, da könnte ich mich verbessern. Da gucke ich mal rein. Ich glaube, hier könnte man eine Stunde durchblättern. Also es ist wirklich echt aufwendig gemacht, das Ding. Also ganz ehrlich, das muss ja ein teurer Workshop gewesen sein.
Lady Melody Ja, billig war nett.
Sebastian Ja, okay. Also da geht schon mal ordentlich was drauf für so einen Tag.
Lady Melody Aber das Geld war gut investiert. Also es hat auf jeden Fall Spaß gemacht.
Sebastian Der Sklave als nützliches Objekt. Schenke ihm ein Buch über Massagetechnik. Großartig. Ja, also wie gesagt, ich will jetzt hier gar nicht zu viel spoilern. Aber das ist schön. Also mit der Autorin von dem Ding würde ich ja, glaube ich, gerne mal sprechen. Hinterher gehe ich da wahrscheinlich raus und sage, Ich glaube, Gottes Willen, ich will mit Honne, aber.
Lady Melody Ich kann da den Namen da lassen.
Sebastian Ah, gucke an. Das größte Klebchen, das zweitgrößte ist hier auf der Seite. Wie war das mit dem Konditionieren? Was hast du denn mit Konditionieren am Hut?
Lady Melody Ja, ich habe mir gedacht, vielleicht kann man mal so ein paar Eigenarten andrainieren, dass die in den Alltag mit übergehen. Aber das hat leider nicht so funktioniert.
Sebastian Oh, was hättest du gern?
Lady Melody Ja, also das sind jetzt spezielle Sachen, die ich an meinem Mann getestet habe. Er ist ein bisschen unordentlich und ich habe mir gedacht, vielleicht kann man das irgendwie mit einer Konditionierung.
Sebastian Ja das geht in dem Bereich mit Unordnung, das geht nur mit Strafe und Strom.
Lady Melody Die einzige Konditionierung, die tatsächlich funktioniert hat, sobald ich mit der Hand aushol, duckt er sich. Weil dann meistens, also meistens lange ihn dann in Schritt oder er hält seine Hände so davor. Also das ist die einzige Konditionierung, die funktioniert hat.
Sebastian Okay, das willst du auch, diese Konditionierung.
Lady Melody Nee, die ist eher unabsichtlich.
Sebastian Ja, das ist so der Punkt, ich hatte das auch mal und das war, da habe ich mich sehr erschreckt. Da hat man so die Hand und möchte einfach im Gesicht streicheln und plötzlich siehst du, wie die Augen blinzeln und da zuckt der Mensch. Das empfand ich als ganz schwierig. Ich dachte, das geht in die falsche Richtung. Und da habe ich lange gebraucht, um zu gucken, wie kann ich das vermeiden und dann auch wieder das Vertrauen schaffen, dass ich jetzt nicht immer irgendwie ein unvorhersehbares Arschloch bin. Und auf der anderen Seite aber trotzdem eben genau im richtigen Moment, das zu sein, ich bin ein unvorhersehbares Arschloch, weil das ist ja das, was mir Spaß macht und auch meinem Gegenüber. Also da habe ich mich wirklich mal erschreckt, muss ich ganz ehrlich geschehen, dachte ich so, scheiße, das willst du nicht. Oh, Sklavenregeln. Das ist jetzt hier die letzte Marker. Siehst du, da würde ich anders agieren. Hier steht zum Beispiel, die Regel macht immer meine Herren. Da würde ich ja sagen, das Podcast-Subi hat sich Regeln bitte schön selber auszudenken. Und die müssen gut sein, damit ich sie auch haben will. Klappt überhaupt nicht. Weil... Aber ich würde versuchen, das outzusourcen. Weil dann wüsste ich ja, die sind geprüft und nützlich. Überhaupt würde ich gerne fast alles outsourcen. Okay, also du hast auch wirklich immer wieder was drinstehen hier. Tatsächlich, also so ein Werk habe ich noch nicht in der Hand gehabt. Ich kenne halt eher so diese Romane. Den Bereich Femininisierung hast du jetzt hier nicht markiert. Der fehlt hier drin in dieser Ausgabe oder wusstest du da einfach schon mehr?
Lady Melody Ich glaube, da wusste ich schon mehr. Das war nichts, was ich zu dem Zeitpunkt probieren wollte, weil ich es ja schon probiert hatte.
Sebastian Ich gucke nochmal in den zweiten Band rein. Entschuldigung, jetzt hast du mich abgelenkt.
Lady Melody Ich habe noch ganz viel davon, da sind auch noch Sachen.
Sebastian Ach du heilig, also du hast sämtliche Workshops da in diesem Ordner gesammelt?
Lady Melody Das sind alle Workshops in diesem Ordner.
Sebastian Also ein Ordner für mehrere tausend Euro. So ein Kleinwagen an Workshop-Material liegt jetzt hier vor mir.
Lady Melody Ja, in der Tat. Also die Workshops, die haben so um die 330 Euro pro Stück kostet. Ein Tag. Also es ist knackig.
Sebastian Gut, wenn du überlegst, was so berufliche Fortbildungen manchmal kosten. Ich habe neulich einen gehabt, der war deshalb bezahlbar, weil er nur noch online war. Aber ich wusste auch, okay, das sind irgendwie am Tag 2800 plus Hotel und so weiter, wo man sich auch denkt, muss ich das haben? Und da gucke ich dann sehr genau, ob ich das brauche. Und meistens stelle ich fest, ich kaufe mir lieber ein Buch. So ein blödes Klingenmark, aber da ist dann so ein ganz harter Punkt. Wenn ich da weiß, dann sind noch 20 Leute und einer, der einem das alles erklärt, dann muss die Expertise schon grausam gut sein. Ich mache davon ein paar Fotos, wenn ich den darf, beziehungsweise, ja, da wird niemand was dagegen haben. Die packe ich in die Show Notes rein, dass man das so ein bisschen sieht, wobei das würde ich wahrscheinlich sogar noch ein bisschen anonymisieren. Wir schauen mal, was wir da machen.
Lady Melody Also ich glaube, Cover geht, aber das andere ist so geistig, ist gut, das soll jetzt dann nicht irgendwie das Foto auftragen.
Sebastian Nein, also da gucken wir schon, dass wir das ordentlich hinkriegen. Das machen wir dann hinterher, aber du hast ja noch mehr. Ach, dieser Ordner ist toll.
Lady Melody Ich gebe dir den einfach mal komplett.
Sebastian Ich merke gerade, ich habe eine Vorliebe für dominante Menschen mit Leistungsordnern. Da kann man sich nämlich mal schnell reinfuchsen. Da hat man alles griffbereit. Oh, wie bist du so drauf? Ja, hier ist ein Ordner, da kannst du gucken. So, was haben wir denn da?
Lady Melody Das sind jetzt diese Stuttgarter Workshops.
Sebastian Okay. Sind das die Teilnehmer? Ach nee, das sind die Workshops. Ich wollte gerade sagen, es ist eine Teilnehmerliste mit Adressen. Nein, das hätte ich jetzt ungewöhnlich.
Lady Melody Geht, glaube ich, da hinten.
Sebastian Ah, da geht es langsam los. Okay, ein Lehrskript für das BDSM-Seminar Basic 1. Ich muss da mehr machen, weil das an mir einfach viel zu weit vorbeigeht alles. Also ich bin halt tatsächlich der Typ, der, man muss den ganzen Kram halt irgendwie auf irgendeine Art und Weise lernen, weil verraten will einem keiner so richtig was. Zumindest war das so auf anfänglichen Stammtischen meine Erfahrung, dass die ganzen anderen Doms einem immer nichts verraten wollen. Oder was einem verraten ist, grundsätzlich erstmal alle mit Vorsicht zu genießen.
Lady Melody Ja, weil sie sich selber irgendwo beibragt haben und es funktioniert irgendwie.
Sebastian Vielleicht wollen sie auch einfach nicht, dass man dann selber irgendwie da… Ja.
Lady Melody Man lässt sich so ungern in die Karten schauen.
Sebastian Genau. Wobei, also das mit dem Nadeln habe ich zum Beispiel von einer Frau gelernt. Die hat gesagt, komm mal vorbei. Ich habe das schon so auf dem Podcast erzählt, ich tue es nicht nochmal. Aber das war auch so ein Komma vorbei und dann vier Stunden später war ich völlig fertig mit den Nerven, aber hatte dann auch rausgefunden, warum finde ich das gut, was ist daran interessant und was eine Orange damit zu tun hat, das kriegst du auch noch irgendwann raus. Du machst das ja noch nicht.
Lady Melody Noch nicht, aber bald vielleicht. Bei ihr finde ich es halt gut, weil sie ist zum einen gelernte Krankenschwester und hat selber Domina Studio geleitet. Also ist für mich sozusagen vom Fach und kompetent. Und ja, es macht auch immer wahnsinnigen Spaß, wenn ich da oben bin. Und klar, die Workshops kosten Geld, aber man ist da zehn Stunden oben und der Gleichgesinnten befasst sich mit dem Thema, kann ausprobieren. Also ich finde einfach die Atmosphäre Wahnsinn. Deswegen mache ich so Workshops sogar.
Sebastian Keine störenden Subs dabei, ne?
Lady Melody Ja doch, man kann Subs mitnehmen, also man kann sein eigenes Übungsobjekt mitbringen.
Sebastian Ja.
Lady Melody Aber ich bin da immer ohne. Also sie stellt ja dann auch immer eins, an dem man ein bisschen rumprobieren kann.
Sebastian So, jetzt habe ich dich erwischt. Also Fixierung und Fesselspiele. Und dann habe ich hier so Sachen mit so grünen Smileys, also so Manschetten und Seile und Handschellen. Die haben schon noch ein gelbes Smileys, so ein leicht grimmiges und Ketten. So, und dann kommt auch so dieser Punkt, wo dann das traurige rote Smiley ist, nämlich beim Klebeband. Nicht geeignet, Verletzungsgefahr. So, so. Nix gelernt.
Lady Melody Nein, es kommt aufs Klebeband drauf an. Also es kann halt passieren, dass da die Haut mit runter geht, wenn man jetzt irgendein aggressives Panzertape nimmt, das sich in die Haut reinfrisst.
Sebastian Okay, also vielleicht für Menschen, die der Meinung sind, sie probieren das auch aus. Was würdest du denn nehmen?
Lady Melody Also ich habe bisher immer dieses schwarze Tesa-Band genommen. Also es ist schon was Stärkeres, gibt es auch ab und zu bei Aldi. Aber ich nehme Klebeband seit dem Workshop eigentlich nur noch zum Knebeln. Und wenn einer manchmal über die Lippen kommt, dann kommt halt nochmal so eine Bandage und dann das Klebeband drüber. Oder ich probiere es vorher mal an einer Stelle aus und an mir selber und dann sehe ja, wie das reagiert mit Schweiß. Oder wenn da nichts ist, dann passt.
Sebastian Es sind ja eher die Haare bei den Herren der Erschöpfung, die das Problem sind.
Lady Melody Oh, da gibt es auch Kaltwachsstreifen. Wenn man so ausversehen mit so einem Streifen auf so eine Brust fällt und, ups, muss abziehen. Sorry.
Sebastian Ich glaube, ich ziehe mir gerade nochmal schnell zwei Lagen über.
Lady Melody Ja, wenn die nicht enthart sind, so wie ich das haben will, dann müssen sie halt leiden. Macht aber auch schon.
Sebastian Wo kommst du gerade so ein bisschen zur Nebensache? weil ich blätter hier wirklich interessiert durch, weil ich finde das einfach schön, diese Abstracts. Also man kennt vielleicht vom Grimme, kennt man vielleicht das SM-Handbuch. Und ich würde sagen, dass allein dieser eine Workshop vom Seitenumfang her, mindestens genauso viel enthält. Und das ist auch wirklich, das ist wirklich ein Workshop. Also da sind wirklich hier wichtige Basisregeln, tatatata. Weil ich sehe gerade auf jeder Seite sind fünf Zeilen Copyright-Hinweis und bei den Doppelseiten sogar zweimal. Also wahrscheinlich darf ich nicht mal ein Wort daraus vorlesen.
Lady Melody Naja, sie hat es sich ja selber erarbeitet und verdient da Geld damit.
Sebastian Das ist völlig normal. Pass auf, wir machen das jetzt ganz einfach, damit man mich entweder wunderbar verklagen kann oder dass einfach dann klar ist, wenn jemanden das wirklich interessiert, da steht drauf bdsm-manufaktur.de. Also wenn einem das wirklich interessiert, da mal einfach drauf gucken und dann kann man auch in den Genuss von dem Zeug ja wahrscheinlich kommen. Und also ich muss das auch wirklich anerkennen, weil ich weiß, was das für eine Sauarbeit ist, so ein Ding da zusammenzustellen mit Illustrationen. Auch wieder hier sind ein bisschen weniger drin, aber auch einfach, ja, ganz viel Text, ganz viel Wissen, kompakt. Oh, und jetzt hast du ja so eine wunderbare, wie heißen diese Klemmen eigentlich? Du weißt es, du bist vom Pfad.
Lady Melody Keine Ahnung. Ich weiß tatsächlich nicht, wie die Dinger heißen, die habe ich da nur reingemacht, weil da diese Tacker-Klammer nicht drin war.
Sebastian Ja, es gibt ja diese viel zu krassen Klemmen, die also garantiert auch Gewebe zerstören, wo man also diese zwei Hebel erst umklappen muss, um die dann aufzukriegen. Wie heißen denn die Dinger?
Lady Melody Müsst ihr googeln? Krokodilsklammer? Nee, das sind wieder andere.
Sebastian Nee, das sind die mit den Zähnchen.
Lady Melody Das sind die einfach die schwarzen Dinger, die es auch im Bund gibt, aus dem Bürobedarf.
Sebastian Also diese Büroklammern für Profis, ne?
Lady Melody Genau.
Sebastian Okay. So, aber ich sehe schon, ne? Also hier ist wirklich eine ganze Menge dabei und auch Adressen, wo es dann weitergeht. Und ich sehe gerade, ich bin jetzt eben bei Basic 1 gewesen, jetzt bin ich bei Basic 3 beim Kurs.
Lady Melody Ja, vielleicht so ein bisschen durcheinander oder ich habe den zwei ja nicht gemacht, das kann auch sein.
Sebastian Ja gut, aber das baut halt wirklich aufeinander aus, also da kann man sich wirklich eine echt fette Ausbildung zusammensuchen.
Lady Melody Man kann die tatsächlich auch durcheinander machen, also es ist, man muss die jetzt nicht zwingend nach den, Also jeder Workshop ist für sich abgeschlossen. Gut, es gibt, glaube ich, so einen, wo es ums Schlagen geht und dann gibt es noch eine Erweiterung dazu. Das sollten wir vielleicht den ersten vorher machen, aber kommen wir mal aufs Thema drauf an.
Sebastian Ich bin jetzt schon bei Nummer 4. Also du hast die Dinger wirklich regelmäßig besucht. Jetzt ist ja meine Frage bei sowas immer, hält man das denn ein? Weil eigentlich, man macht ganz viele Workshops und da hat man das ganze Wissen und hat auch die ganzen Gefahren erklärt bekommen. Da macht man es ja doch anders, weil man in der Spielsituation spitz ist und tolle Sachen machen mag.
Lady Melody Naja, da funktionieren Männer wahrscheinlich anders wie Frauen, also bei mir läuft das Gehirn deswegen trotzdem noch mit Ja.
Sebastian Aber man geht ja trotzdem nochmal vielleicht einen Punkt drüber weil man hat ja gelernt, ja, da könnte in wenigen Fällen das und das passieren, deshalb lässt man das. Ach, heute ist keiner dieser Tage, wo man einer dieser wenigen Fälle ist. Also ich meine, der Podcast heißt ja schon Unvernunft um Himmels Willen, also da muss ich ja möglichst mal drauf eingehen.
Lady Melody Also ihr wisst jetzt nicht, was aus dem Workshop was man da extrem falsch machen müsste. Also man hat ja immer so Gespür, okay, das geht oder es geht nicht. Ja, dass jetzt zum Beispiel, wenn ich Würgespiele mache, demjenigen nicht seitlich die Adern zudrückt, weil ich das persönlich schon nicht mag, also diesen Carotisinus-Reflex da auslöst, das kann man ja bewusst machen. Mach ich aber nicht oder mag ich nicht und man muss halt wissen, wo man hinlangt, wenn man so Sachen macht. Ja, das hat man eigentlich schon immer im Hinterkopf. Man übt ja die Techniken. Also ich finde, nach so einem Workshop ist man auf der einen Seite vorsichtiger, auf der anderen Seite ist man sich der Gefahr bewusster.
Sebastian Ich mache dich gerade ein bisschen nervös. Ich habe dir gerade eine Seite ausgeheftet.
Lady Melody Lingammassage.
Sebastian Das hat einen Grund, dass wahrscheinlich diese Seite laminiert ist.
Lady Melody Das ist ein anderer Workshop gewesen.
Sebastian Ja, ja, aber…, Erklär mal, was ich hier rauf erfahre auf dieser Seite.
Lady Melody Auf der Seite erfährt man, ich glaube, da geht es nur um die Lingamassage, also um die Handmassage des männlichen Glieds sozusagen.
Sebastian Ja, das ist auch gleichzeitig die Erklärung, warum das laminiert ist, da bin ich sicher. Aber auf der Rückseite geht es mit der Prostatamassage weiter.
Lady Melody Genau, kann man abwischen, kann man so hinlegen, mal umblättern.
Sebastian Hast du das laminiert oder hast du das so bekommen?
Lady Melody Ne, das habe ich so bekommen. Okay.
Sebastian Also ich blätter hier mal durch, weil wir könnten stundenlang durcharbeiten. Vielleicht vergisst es ja hier. Und ich habe wirklich gedacht, als du gekommen bist, ach nee, die ist ja von der Schulung gekommen, die hat halt ihren komischen Steuerordner damit.
Lady Melody Ja genau, den schleppe ich hier mit rein.
Sebastian Keine Ahnung, ja. Also ich habe da echt drüber nachgedacht. Also ich könnte hier ganz viel querlesen. Es ist wirklich der Hammer, ne? Also hier wichtige abbindende Regeln habe ich hier zum Beispiel in der Seite, ne? Allerdings das Bild sieht natürlich, das sieht schon sehr nekrophil aus gerade.
Lady Melody Ja. Es ist halt zwei Propie.
Sebastian Ne? Aber ich ziehe jetzt wirklich mal was Filmdialog aus Fullmetal Jacket. Liebe Hörer, diese Folge geht heute ein bisschen länger.
Lady Melody Ach, das war die Vorbereitung fürs Knast-Event. Also das sind auch so ein paar so Vorbereitungssachen, also so eigenes Brainstorming ist auch mit drin, was jetzt nicht unbedingt aus dem Workshop ist. Ja, wobei aber das meiste sind Workshops verschiedene.
Sebastian Also wir merken schon, es wird hier heute komplex und viel und ich bin völlig begeistert.
Lady Melody Am Schluss schreibe ich einen Test, ich hoffe, du hast das alles genau angeschaut.
Sebastian Ja, natürlich. Wum schreiben wir denn mit dem Rohrstock, ja.
Lady Melody Och, mal schauen, was ich hier so finde.
Sebastian Moment, wir müssen uns nochmal drüber unterhalten, wer was findet.
Lady Melody Jede Küche hat was zum Schlagen.
Sebastian Okay, die letzte Seite lese ich jetzt nicht vor, obwohl spannend wäre Beispiel.
Lady Melody Ach genau, die gehört wieder zu den Heften. Das ist Exkurs.
Sebastian Ich klappe das jetzt mal zu. Ich werde gucken, dass ich ein paar Fotos davon mache.
Lady Melody Mhm.
Sebastian Wir haben eine ganz kleine Pause gemacht, damit wir nämlich irgendeinen Lieferdienst dazu bewegen können, uns hier was herzubringen. Dummerweise ist jetzt mein Spickzettel gerade vor dem Aufnahmezimmer, das heißt, ich bin jetzt völlig desorientiert. Aber ich wollte eben schon mal darauf kommen, also Workshops, die machen dir Spaß, die besuchst du und du wendest das auch an. Jetzt will ich aber doch nochmal auf diese sagenumwobenen CFN-Partys kommen. Oh, habe ich die jetzt richtig? CNFN, ne? Nein.
Lady Melody CFMN.
Sebastian Ist schöner, wenn du das sagst. Also angezogene Mädels, nackige Jungs. Da interessiert mich mal so erste Party in dem Bereich. Was überlegt man sich vorher und was findet man dort vor? Weil ich kann solche Partys ja nochmal aus Prinzip nicht besuchen. Es sei denn, oder nee, kann ich als Dom da hin? Muss halt nackig sein und verhau dann meine Suppe, die angezogen ist? Nee, das geht auch nicht, ne?
Lady Melody Ja, also in der Theorie geht's, weil du bist ja nackt und sie ist anzogen. Nur wenn dich da alle ein bisschen komisch anschauen. Weil das ist ja so eine verkappte Femdom-Party eigentlich, so eine CFMN.
Sebastian Ja, also da ich dort nicht hin kann, weil ich wegen meines Geschlechtes diskriminiert werde. Nein, wegen meiner Neigung. Nein, aber das schneide ich raus, weil das ist ja, ein Special Interest ist ja dafür da, dass man auch mal unter sich ist. Das muss es ja auch geben, weil das ist ja auch nur einheitsbrei. Okay, also was würde, was hatte ich auf so einer Party erwartet? Was war das so, also was glaubtest du, was du sehen wirst und was gab es dann?
Lady Melody Also eine CFMN-Party war tatsächlich die zweite Play-Party überhaupt, auf der ich war. Also das heißt, ich habe eigentlich schon so ein paar Erfahrungen gehabt, was mich erwarten könnte. Ja, dementsprechend bin ich eigentlich ohne Erwartungen rein. Und ja, es war jetzt nicht so, also, wie soll ich sagen, ich fand die Party insgesamt schlecht, aber es lag eher so an der Organisation, an der Location, am ganzen Drumherum, vielleicht habe ich auch einen schlechten Tag gehabt und habe das anders empfunden. Ich war bisher aber erst auf einer CFMN.
Sebastian Weil… Okay, was hat dich gestört? Was hat nicht funktioniert für dich?
Lady Melody Also ich fand die Party in der Beschreibung ganz cool, so ein moderierter Abend und man wird so durchgeleitet und war sehr ansprechend. Dann bin ich in die Location gekommen und ja, ich weiß nicht, ob das wirklich eine BDSM-Location ist oder ob die einfach nur dafür ausgerichtet war, dass man da eine Playparty drin macht. Zumindest der Spielbereich unten im Keller hat eher so gewirkt. Also da waren Geräte drin gestanden, da habe ich teilweise nicht gewusst, was ich mit denen anfangen soll, weil die ist teilweise so hochdesign, keine Ahnung. Ja gut, ich habe halt dann angefangen, irgendwie Leute da hinzufesseln. Das hat dann schon für mich funktioniert. Und ja, die Party ist zwar anmoderiert worden, aber irgendwie so kein, also das, was so am Anfang so versprochen wurde, kam irgendwie nicht. klar, gut, irgendwann kommt so der Flow, dass jeder so selber spielt. Ja, so kurz vor zwölf sind die meisten dann auch gegangen und da habe ich mir dann angeschlossen und ja.
Sebastian Okay, also was hättest du erwartet, dass man, also Begrüßungssekt, die Subs werden in den Keller geführt, müssen dort warten, werden präsentiert, also so dieses.
Lady Melody Das ist so eine klassische, also so ist die Femdom Party abgangen, auf der ich damals war. Das war die erste Party.
Sebastian Ah, okay, was frage ich auch nach der zweiten Party, ich blödmann. Okay, vielleicht war die erste Party einfach zu gut, ne. Das kann ja auch sein. Vielleicht hat die sich versaut. Okay, du warst auf einer Femdom-Party, also interessant. Ich hätte jetzt erwartet, dass deine erste Party irgend so eine organische, einfach so eine BDSM-Playnight ist, wo jeder mit jedem alles machen kann. Nö.
Lady Melody Nö, das hat sich da nicht so ergeben. Und mein Mann, also mit dem war ich damals auf der Femnon-Party. Da wollte er halt auf keine Gemischte. Ja, hat ihm wahrscheinlich nicht viel gegeben. In meinem München gibt es auch die Gemischten-Partys, gerade so diese Black-Shale-Party, wo ein bisschen von Maldoms überlagert ist.
Sebastian Ich schäbe mich ja schon.
Lady Melody Ja, die ist ganz nett, aber ich finde sie einfach überteuert zu voll. Und ich mag das Publikum nicht. Aber da bin ich vielleicht auch eigen dafür. Ich persönlich habe durch diese ganzen Partys festgestellt, ich mag es lieber eher im privaten Bereich, wenn nur maximal zehn Paare da sind, sprich 20 Leute in einem großen Raum, wo ich Platz habe, wo ich, wenn ich aushol, nicht irgendjemand anders, der vorbeiläuft oder zuschaut, ins Gesicht schlage. Und ja, ich bin eher so der private Spieler. Vielleicht hat es mir deswegen auf dieser CFMN auch nicht gefallen, weil es war halt einfach voll und ja.
Sebastian Also nicht persönlich vielleicht.
Lady Melody Ja, es war so unpersönlich.
Sebastian Okay, also so eine Massenparty, 400 Leute, gibt es ja auch in München. Es scheint nicht so deine Begeisterung auszulösen.
Lady Melody Ja, wenn es mehr so eine Tanzparty ist, es gibt ja auch diese Angel in Bonnet, die im Nero ist, das ist ja mehr so eine Gothic-Dance-Party, wo man nebenbei spielen kann. So was finde ich dann schon wieder toll, aber da gehe ich dann auch nicht zum Spielen hin, da gehe ich dann einfach nur so ein bisschen zum Tanzen und da gleichgesinnten, kann man auch ein bisschen Fetischkleidung tragen. Da ist man einfach so wie früher, wenn man weggegangen ist in der Disco, nur dass halt lauter, ich sage perverse in Anführungszeichen, da sind. Also dass man sich halt so in der eigenen Szene bewegt. Und das hat ja die großen Partys, die es da in München gibt auch, aber auf den war ich bisher noch nie.
Sebastian Lass mich mal auf Klamotten kommen, wo du schon sagst, Fetischkleidung. Also ich sehe dich jetzt, ich beschreibe mal, du trägst eine schwarze Hose, du trägst ein schwarzes Top und ein weißer Kragen und pinkfarbene Socken. Okay, ich überlege seit anderthalb Stunden, wie ich das erwähnen kann. Der Kragen, ist das so, trägst du den öfter?
Lady Melody Ja, den habe ich tatsächlich auch in der Arbeit an.
Sebastian Okay, also das ist so dein Markenzeichen.
Lady Melody Nee, aber ja, mir gefällt das einfach. Ich habe das in Sessions an, ich habe es in der Arbeit an, also privat und beruflich und ja, das ist halt einfach so ein Universalteil, das kann man immer anziehen und das ist auch nicht so warm, weil mir wird es ja grundsätzlich schnell warm, deswegen ist sowas wie Leder, Latex, Lack, da bin ich so, bah. Also es ist nicht so, dass ich es nicht mag. Gut, Latex riecht ein bisschen komisch und Gummi. Es fühlt sich ganz nett an, aber ich möchte da nicht drin reinstecken. Weil wenn ich sehe, wenn die Leute da länger drinstecken und dann läuft so die Soße raus, ich mag das einfach nicht.
Sebastian Okay, ich hätte jetzt erwartet, dass du da tatsächlich doch ein Faible für hast.
Lady Melody Ich habe einen anderen Faible.
Sebastian Der Kragen tatsächlich, der gibt ja so eine leicht, so eine uniforme Note einfach. So dieses, das hat so leicht was Offizielles. das ist jetzt schwierig, weil das würde man jetzt mit Alter in Verbindung bringen, aber das schon so diesen kleinen Touch, der sagt, ach guck mal, das ist jetzt von den 100 Leuten, das ist diejenige, die hat eher was zu sagen. Ich glaube, das ist auch beabsichtigt.
Lady Melody Ja, unbewusst beabsichtigt, ja, aber sowas drückt es tatsächlich auf.
Sebastian Unbewusst beabsichtigt, finde ich super. Ich glaube, das wird der Sendungstitel. Okay, was ist dein Fable, den du jetzt nicht gesagt hast?
Lady Melody Also neben den klassischen Klamotten, weil mein Mann hat einen Lederfetisch, spiele ich auch gern mal so eher in putzigen Sachen. Also ich habe dann einfach Dessous an und ich habe dann so Katzenöhrchen und so Katzenhandschuhe und mit denen dominiere ich dann einfach. Das ist aber auch was, was meinen Spielpartner anspricht und ich finde das super und dann gibt es dann so schwarz-rosa gestreifte Plüschsocken dazu. Ich meine, so einen rosa-Fäbel habe ich auch, also rosa-schwarz, die Kombination finde ich super und das kommt dann in Einsatz und da fühle ich mich wohl, da ist man ja zu warm, da kann ich mich bewegen.
Sebastian Also im Pyjama würdest du auch spielen, kein Problem, ne?
Lady Melody Ja, Pyjama habe ich nicht, aber ihr könnt auch in Top und kurzer Hose spielen, ja.
Sebastian Okay, das finde ich ja spannend, also gerade so in Verbindung dann auch mit Femdom und dann auch Feminisierung, das heißt, du hast das gemütliche Plüschzeug an, während dein Gegenüber dann die Spitzenbodys da tragen muss und hohen Schuhe und sonst was und du bist total entspannt und relaxed und ja, das ganze komplizierte Zeug, das lässt du dann tragen.
Lady Melody Ja, ich bin eigentlich immer ganz froh, wenn mein Gegenüber keinen Fetisch für irgendwas hat. Ich meine, wenn der natürlich sagt, ja, ich habe einen Lederfetisch, dann versuche ich natürlich, das auch optisch zu erfüllen. Dann kann ich jetzt nicht in den Plüschohren kommen. In den Plüschohren, wenn ich meinem Mann gegenüberstehe. Also der hat mir auch bei der letzten Session ausgelacht. Da hatte ich nämlich so schwarze Hasenohren, da war ich Bad Bunny und hatte so eine Schleife um den Hals und halt auch schwarze Dessous dazu und so schwarze Kniestrümpfe dazu. und da war ich gerade auf dem Weg in den Spielkeller zu meinem Spielpartner und da hat mir mein Mann auf dem Weg gesehen und der hat mir eigentlich nur ausgelacht. Das heißt, also mit dem könnt ihr jetzt so eigentlich nicht spielen. Der braucht Leder und Lederoptik, aber wenn es das Gegenüber zulässt, dann bin ich auch mal so unterwegs.
Sebastian Okay, also warum machst du das? Weil es dir persönlich gefällt oder weil es einen Effekt hat auf dein Gegenüber?
Lady Melody Weil es mir persönlich gefällt. Und also ich würde tatsächlich immer so in der Session rumlaufen, aber klar, mein Gegenüber muss auch so ein bisschen angefixt sein davon und bei meinem Spielpartner ist das in dem Moment so, wenn das so eine Kombination aus putzig und süß und böse ist, das hat für den irgendwie so einen besonderen Reiz und ich finde das halt einfach super, ich würde öfter so rumlaufen.
Sebastian Dieses niedliche Kuscheltier, wo dann diese Reißzähne rauskommen und dann hab's. Da sehe ich jetzt auch schon den Blick. Ich glaube, ich kann es langsam nachvollziehen.
Lady Melody Da war ich Bad Bunny und hab CBT gemacht. Dann hab ich so ein CBT-Tischchen eingespannt und wenn es ein bisschen auf einem rumgestiegen ist, also.
Sebastian Weil wir schon so schön lange aufnehmen und irgendwann wir eine Unterbrechung von diesem Pizzamann kriegen. Ich glaube, das zieht sich jetzt durch mehrere Folgen durch. Ich bin gespannt. Liebe Hörerinnen, ihr werdet sehen, wann wir hier eine Pause machen. Nein, ihr werdet es hören. Es gibt da noch so eine Sache, das Knast-Event. Du warst auf einem Knast-Event. Und ich vermute, du warst Wärterin.
Lady Melody Ja.
Sebastian Okay, wann, wieso? und warst du alleine dort oder hast du den passenden Heftding gleich mitgebracht?
Lady Melody Also ich war letztes Jahr da, das erste Mal, weil ich es immer schon mal ausprobieren wollte. Es ist so eine Art Rollenspiel, das geht über 24 Stunden. Das ist in so einer SM-Location, die nebendran so eine große Halle hat. Die Halle wurde umgebaut, da sind mit Bauzäunen die Zellen drin gewesen. Also es hat echt super ausgeschaut. Hat auch so einen Hochgang gehabt, wo man oben die Verhörzimmer hatte. Häftling selber habe ich keinen mitgenommen weil mir das einfach zu stressig war weil ich mir gedacht habe, ich möchte da hingehen ich möchte in diese Rolle als Wärter rein, den Neigungen entsprechend die Häftlinge da drin bearbeiten und verhören und wenn ich da jetzt meinen eigenen Spielpartner drin habe, an den ich vielleicht noch so ein bisschen emotional hänge, dann habe ich immer so ein Auge auf den und es stört mich und ich möchte da jetzt nicht immer denken müssen, oh Gott zu hören, schreien, was passiert da, sondern möchte einfach straight in die Rolle rein und habe halt zwei Freundinnen mitgenommen. Eine hatte ihren Partner dabei, die andere war auch als Single dabei und dann sind wir da so als Trio.
Sebastian Als Trio Infernale.
Lady Melody Genau.
Sebastian Also 24 Stunden, das heißt, okay, was hat man, man hat ja dann auch so einen gewissen Tagesablauf. Das heißt, man muss die dreimal füttern. Nein, muss man nicht.
Lady Melody Also das ging nachmittags los. Die Wärter sind ungefähr eine Stunde, bevor der erste Häftling Haftantritt hat, da. Wir kriegen eine Einweisung in die Locations, stehen uns um. Jeder hat verschiedene Uniformen, was er halt so hat, beziehungsweise es wurden ein paar Sachen gestellt. Dann gibt es so verschiedene Stationen. Also die Häftlinge selber haben tatsächlich ein paar Tage vorher wie so eine Ladung gekriegt zum Haftantritt. Die wurden dann vorne am Tor empfangen. Der Veranstalter hatte selber fünf Mitarbeiter dabei, die auf uns und auf alle so ein bisschen geschaut haben, aber auch mit einem Rollenspiel drin waren. Kam eben die erste Station zum Gefängnisdirektor. Das war der Veranstalter selber, haben sie halt alles so das Schriftliche, dass das alles Freiwilliges, so das Obligatorische gemacht. Dann ging es weiter zur Kleiderkammer.
Sebastian Da verweise ich mal ganz kurz auf die Folge letztes Jahr, ziemlich genau ein Jahr her mit dem Cook. Die haben auch so ein Knast-Event gemacht. Das machen die eigentlich auch jedes Jahr. Ich muss diesen Gag einfach nochmal erwähnen, weil ich das so schön fand. Und die eine, die auch Wärterin ist, da wurde dann auch beim Haftantritt dann erwähnt, warum ist man denn da, was ist das Vergehen, wegen dem man da ist. Und dann hat er gesagt, genau, sie heißt Unpassend ist ihr Nickname und sein Vergehen war, er hat auf Bilder von Unpassend gewichst und deshalb muss er in den Knast. Großartig, also das ist so rollspielmäßig so der Volltreffer. Also wen das da noch mehr interessiert, Stunde Knast, ihr werdet das worüber sprechen, nochmal die Folge vom KUK, einfach nochmal schauen. Irgendwie, ich packe das in die Show Notes rein. Entschuldigung, jetzt höre ich nur noch dir zu, was das angeht, aber ich musste das aus dem Kopf rauskriegen gerade.
Lady Melody Ja gut, man muss sagen, die Häftlinge wussten natürlich nicht, warum sie einsitzen. Also wir hatten dann beim Verhör die Akte und mussten das aus denen dann das Geständnis rausfoltern. Also war dann auch noch spannend.
Sebastian Ach so, also die wussten eigentlich, ach so, ihr habt ja so lange verhört, bis sie das gesagt haben, was in der Akte steht. Ja.
Lady Melody Ja, oder das gesagt haben, was wir hören wollten.
Sebastian Alle schuldig, ja.
Lady Melody Alle schuldig, natürlich alle schuldig. Also wir wollten einfach, dass sie Schuld eingestehen. Wir haben ihnen dann schon gesagt, was sie getan haben und es wird natürlich alles geleugnet. Und nein, ja gut. Und die Verhörräume, die waren auch so eingerichtet, als wenn man so mitten bei der Stasi in so einem Verhörzimmer sitzt. Also auch so ein bisschen geschichtlich belastet. Also wie man es sich halt so vorstellt in so einem Stasi-Gnost.
Sebastian Also so ein viel zu schwerer Holzschreibtisch mit Macken, da drauf eine viel zu helle Lampe und der Raum ist eh viel zu klein und stickig und ja, da ist man dann drin. Und ein unbequemer Stuhl.
Lady Melody Genau, oder gar keinen Stuhl, je nachdem. Ja, und dann haben die halt verschiedene Stationen durchlaufen. Ich war dann bei der Desinfektion mit meinen zwei Freundinnen. Wir hatten also den Gartenschlauch und die Kernseife zum Absprühen. und eine von denen ist Dolmetscher und kann halt verschiedene Sprachen und hat halt dann mal eine auf Italienisch niedergeschrien, weil wir gewusst haben, okay, die war Italienerin und hat das dann so ins Spiel mit eingebaut, weil es auf Deutsch nicht funktioniert hat.
Sebastian Oh, das ist ja großartig.
Lady Melody Mit der bin ich auch, sind wir gerade zum Überlegen, so ein paar Schlagworte auf Russisch, weil Russisch hört sich ja auch streng an für den nächsten Event. Das sind dann so Ideen, was dann danach kommen. Ja, was könnte mit dem machen? Das war ja, hat ja keiner gewusst, was auf uns zukommt. Also die Infos vorher waren ziemlich spärlich, aber gut, das soll natürlich auch aus der Situation rausspielen.
Sebastian Und das ist dir leicht gefallen?
Lady Melody Ja, das ging sehr schnell. Also den ersten zweimal angeschrien und ich war dabei. Das ist so Selbstläufer.
Sebastian Also 24 Stunden noch, die Desinfektion ist ja jetzt auch ein Teil, zum Aufnahmeritual.
Lady Melody Genau, das war Aufnahme und dann hatten die alle Einschluss Also die sind dann nochmal in die Station weitergekommen, Polaroid-Foto, das kam dann auf den Steckbrief mit den No-Gos und den Vorlieben und dann sind sie in die Zellen gekommen. Und wo dann alle eingeschlossen waren, haben sich die Wärter sozusagen in dem oberen Lichtgang versammelt. Die Häftlinge mussten alle raus an zwei Linien. Und dann hat eben der Gefängnisdirektor nochmal eine Ansprache gehalten. Und die durften dann für uns auch noch singen. Und dann ging es einfach los. Also wir hatten also ein Punktesystem, dass jeder ungefähr gleich oft drankam. Es gab so Aufkleberchen, die man dann einfach auf den Neigungsbogen draufklebt hat, dass man gewusst hat, okay, der hat jetzt schon fünf Punkte, der war jetzt schon fünfmal draußen, jetzt suchen wir uns einen, der nur einmal draußen war. Ja, und dann ging das so bis spät in die Nacht.
Sebastian Was für Vergehen gibt es denn da? Also wenn die jetzt da Einschluss haben, was können die da falsch machen, dass sie Punkte sammeln können?
Lady Melody Nee, die Punkte waren dafür da, wenn wir jetzt eins im Verhör rausholen und mit dem fertig waren, dann haben wir danach einen Punkt draufklebt, dann haben die anderen Wärter gewusst, okay, der ist schon mal bespaßt worden sozusagen.
Sebastian Ah, okay, also damit einfach das so gleichmäßig ist, also jetzt nicht Fehlverhalten.
Lady Melody Genau, nicht, dass einer jetzt 24 Stunden in seiner Zelle sitzt und keiner spielt mit ihm. Also das war eher so eine Kontrolle für die Wärter selber.
Sebastian So von der Geschlechtergeschichte, da hast du gesagt, eine Italienerin, gleichmäßig verteilt oder wie war das?
Lady Melody Nee, wir hatten, glaube ich, vier weibliche Häftlinge und der Rest waren männliche, Das durften so zwölf männliche gewesen sein.
Sebastian Okay, das heißt, du hast dort aber auch mit Mädels gespielt dann?
Lady Melody Nee, das hat sich nicht ergeben, weil wir hatten ja dann auch männliche Wetter. Ja, mit den Frauen habe ich nur gespielt, wenn es irgendwie so Gruppensachen gab, dass man sie rausgeholt hat zum Morgenlauf oder zum Sport. Also wir hatten auch einen Außenbereich mit dabei, da war natürlich Sichtschutz und abzäunt. Und ja, man überlegt sich ja so nette Sachen, was man denn so alles machen kann.
Sebastian Was ist denn so das, was dich daran so reizt? Weil so Rollenspiel ist ja eigentlich das Gegenteil von authentisch.
Lady Melody Ja, es ist einfach, man schlüpft einfach in so eine andere, also man kann es nicht kontrollieren, was passiert. Es ist alles so aus der, also es ist eher so spontan alles. Also man kann sich zwar vorher Gedanken machen, oh, was könnte ich tun? Aber man muss einfach so, ja, ich glaube, diese Spontanität, man nimmt diesen Neigungsbogen von dem Typ mit, schaut, okay, was kann ich mit dem machen und fängt dann einfach an.
Sebastian Was steht da so drauf?
Lady Melody Also da stand jetzt zum Beispiel drauf, be interessiert, dann habe ich gewusst, okay, da kann ich einen zweiten Mann dazu nehmen oder da standen dann so Schmerzlevel drauf, wobei wenn die, also es ging von 0 bis 5, wenn da jetzt ein Nippelschmerz 5 stand, hat man eigentlich gewusst, okay, auf 5 spielen wir jetzt nicht, wir fangen jetzt mal bei 3 an und gucken mal, weil das Schmerzempfinden ist ja bei jedem anders. Ja, und dann standen, ja, so Vorlieben standen auch drauf. Das konnte man dann als Belohnung einsetzen. Oder wir hatten auch eine Krankenstation dabei, so richtig ausgestattet mit Künstl, Stuhl und Bett. Und da war eine Schwester, die war vom Veranstalter, die musste bei den Klinik-Sessions immer dabei sein. und die hat halt die Kandidaten dann genadelt oder mal so Unterspritzung gemacht, also so typische Klinik-Sachen. Also da konnte man dann assistieren.
Sebastian Da merke ich, das grinsen wieder so ein bisschen. Also Klinik ist so, dass das fix dich gerade an.
Lady Melody Ja, wir haben eine kleine Penisblume gebaut mit Nadeln.
Sebastian Ja.
Lady Melody Das war toll.
Sebastian Ich springe nochmal so ein bisschen weiter Es gibt aber noch das eigentliche Ding der Woche und das will ich nicht vergessen, deshalb würde ich dich bitten, mich da mal zu erlösen Ich bin ein bisschen neugierig Ja.
Lady Melody Ich glaube das eigentliche Ding der Woche ist nach diesem Workshop-Ordner wahrscheinlich eher langweilig Es ist ein Buch Es hat wieder Klebchen Es ist tatsächlich dieses Buch, wo ja am Anfang die Session geplant habe. Das habe ich alles in so einem Buch festgehalten, da sind auch Gedanken dazu und was ist denn das hier?
Sebastian Der Trick ist ja bei dem Ding der Woche, dass du es mir geben musst.
Lady Melody Achso, da muss ich es dir geben. Das ist so mein goldenes Buch des BDSM, also das hat mich eigentlich von Anfang an begleitet.
Sebastian Ich habe es endlich in der Hand, das goldene Buch des BDSM. Es ist tatsächlich mit so goldenen Ornamenten verziert und es ist ansonsten violett, das könnte so ein Hexenkatalog sein. Wie gesagt, Klebchen in Pink und Babyblau, sehr schön. und alles handgeschrieben. Wirklich eine komplett goldene Seite, meine Herren. Okay, auch mit Datum, darf ich das sagen? 8.9.2010.
Lady Melody Ja, da habe ich angefangen, aktiv zu werden.
Sebastian Okay, also du gehst da aber schon wirklich sehr strukturiert durch. Also Begrüßung, Beschimpfung, Bestrafung. Oh, ich gucke jetzt, dass ich hier nicht zu viel sage. Regeln, die Lady macht die Regeln, sie kann Regeln aussetzen, ja natürlich. Dich. Große wären Regeln auch da, wenn man sie nicht selber außer Kraft setzen könnte. Dann hast du ein bisschen Brainstorming gemacht. Also ich merke schon, du gehst da wirklich hochprofessionell ran. Ich mag jetzt gar nicht so viel aus deiner Privatsphäre und auch aus der deines Mannes jetzt in dem Fall da vorlesen. Aber ich finde schon, man sieht auch, dass du mit verschiedenen Stiften geschrieben hast. Also wirklich nochmal was ergänzt hast, nochmal Gedanken hinzugefügt hast. Ui.
Lady Melody Es hat mir einfach die Sicherheit in den ersten Sessions geben und es ist einfach alles, was man da so, was man machen konnte und ja, es war.
Sebastian Die sich das richtig spielen, Puzzle zusammen bauen? Puzzle.
Lady Melody Puzzle auf Zeit.
Sebastian Ach.
Lady Melody Und unter erschwerten Bedingungen.
Sebastian Ja, das ist aber fies. Okay, und Konsequenz steht auch gleich bei, Liegestütze. Also Puzzle auf Zeit ist fies, weil wenn es auf Zeit ist, dann kriegt man es ja nicht hin.
Lady Melody Vor allem, wenn man jemanden hat, der keine räumliche Vorstellung hat und Puzzle schon gar nicht kann.
Sebastian Ja, okay. Und im Zweifel kannst du noch zeigen, guck mal, ich zeig dir mal, wie das geht. Und dann machst du das. Das hat eine Minute gedauert. Warum brauchst du dafür fünf? Da kommt ja dieser Erniedrigungsfaktor rein. Also ich bin jetzt hier gerade mal so die ersten fünf, sechs Seiten durch. Also die Stiftfarben ändern sich immer noch. Also da hast du wirklich ganz organisch viel hinzugefügt. Mal 15.10. Also das sind so wirklich ein paar Wochen jetzt am Anfang. Also ich finde es erstmal toll, dass ich das in die Hand nehmen kann. Was ist das hier? Das sind drei Versuche. Dann hast du was gemalt? Oder hast du Langeweile? Kann ja sein.
Lady Melody Das war ein Parcours. Das ist die Laufrichtung vom Parcours. Und das in der Mitte waren, keine Ahnung, Stationen oder so.
Sebastian Okay, hier Tagesablauf. Oh, Quickie-Sessions. Das finde ich auch spannend. Also wirklich, wie gesagt, es sagt Stopp, wenn ich hier zu viel erzähle. Aber hier Vampir, Spinner.
Lady Melody Das waren so diese 15 bis 30 Minuten Sessions, einfach mal so ein Einschub im Alltag. Einfach mal so spontan.
Sebastian Und das finde ich aber gut. Allein die Idee zu sagen, ich habe mir, wenn ich mal spontan irgendwas machen möchte, dann habe ich was und ich habe sogar noch Abwechslung. Man neigt ja dazu, dann Dinge, die gut zu funktionieren, zu wiederholen und du lässt da keine Ruhe. Ich überlege mir immer neue Sachen. Das sieht man hier einfach.
Lady Melody Ja, wo das Hirn einmal im Laufen war, da ging es halt so einmal angestoßen und das ist kein Ende mehr.
Sebastian Ja, ich sehe auch immer wieder hier Ideen, Ideen, Ideen. Also das ist ja der Kracher. Müssen wir mal gucken. Also vielleicht erlaubst du mir ja, dass ich da vielleicht so eine Doppelseite, die du vielleicht in Ruhe mal aussuchst. Vielleicht magst du davon ein Bild machen. Dann können wir das mit in die Show Notes packen, dass man so einen Eindruck kriegen kann. Ja, so ein leicht kritischer Blick. Vielleicht findest du ja eine Doppelseite, wo du sagst, das geht. Also da würde ich mich echt drüber freuen. Ich würde das Ding jetzt auch behalten, ganz ehrlich. Das ist super. Aus meiner persönlichen Sicht ist das so dieses goldene Buch, warum ich kein Sub bin. Weil mich genau all diesen Ideen und Gedanken auszusetzen, das ist ja für mich, oder stell es für dich vor. Stell dir vor, du hast eine dominante Person vor dir, mit der du jetzt spielen sollst und die hat so ein Buch. Das ist ja ein Albtraum.
Lady Melody Böse Buch des BDSM ist das.
Sebastian Ja, so jetzt gucke ich mal nochmal, du hast ja wieder die Klebchen drin. So, was haben wir denn? Hier haben wir doch eins. Okay, Aufgaben-Online-Play. Ah, da merkt man schon. Also du musst dann die Menschen auch auf Trab halten.
Lady Melody Ja, da ging es los, als ich dann den Spielpartner hatte. Also mit dem war ich ja auf Distanz. Wir wohnen ja fast drei Stunden auseinander. Da haben wir am Anfang viel online gemacht und da haben wir echt viel überlegt. Aber das kam auch.
Sebastian Wie weit siehst du denn so Online-Spiele als Überbrückung oder Ersatz oder ist das was ganz anderes? Also was ist das so für dich?
Lady Melody Also es verliert seinen Reiz über die Zeit. Wenn man es anfängt, so im ersten Jahr, fand ich es super und ich habe aber selber dann schon gemerkt, okay, er fordert jetzt keine Aufgaben ein in dem Sinn, dass er irgendwie quengelt und was haben will. Ich selber habe mir gedacht, boah, was kann ich jetzt schon wieder machen?
Sebastian Also, das ist gelangweilt. Das kann ich jetzt schon wieder machen.
Lady Melody Es ist so phasenweise, finde ich es ganz cool. Würde ich auch immer wieder mal machen. Aber wenn es halt so geballt ist und dann einfach über einen längeren Zeitraum anhält, sag mal, wenn es mal über ein Jahr rausgeht, dann ist irgendwann, ein Jahr ist schon lang für Online-Spiele zwischendrin.
Sebastian Ich empfinde ja so als den größten Reiz dabei, dieses, ich bin nicht physisch anwesend. Und der andere tut jetzt möglicherweise unangenehme Dinge, weil ich das sage. Und es gibt keine Möglichkeit, das A zu forcieren, zu überprüfen, dazu zu zwingen oder irgendwas. Es sei denn, man ist jetzt unfair und droht mit Liebesentzug. Und das ist so ein gewisser Machtrausch dann. Ich sage es und es passiert. Ich habe keine physische Einflussmöglichkeit. Also das finde ich ist dann doch schon reizvoll.
Lady Melody Naja, Beweismittel habe ich ja gekriegt. Also ich wollte dann entweder Videos, je nachdem, was das für eine Handlung war, oder Fotos davon. Also dass ich zumindest sehe, dass er es macht.
Sebastian Weil du es sehen willst oder weil du nicht vertraust?
Lady Melody Weil ich es sehen will. Braucht das Visuelle dazu. Ich kann ja nicht nur eine Aufgabe hinschicken und er schreibt, okay, habe ich jetzt gemacht, sondern ich möchte schon sehen, dass er es macht. Sonst hat das Online-Spielen ja überhaupt keinen Reiz.
Sebastian Okay, dann kriegst du so ein 5-Minuten-Video, das guckst du dir dann an und hast Spaß dabei oder du guckst es an?
Lady Melody Ja, ich schaue es an, habe Spaß dabei und dann kommen schon wieder die nächsten Ideen. Was können wir das nächste Mal besser machen?
Sebastian Okay, ja, das gibt ja nicht jeder zu, dass das ja auch den Benefit hat, dass das schlicht und einfach, dass das Ergebnis eine hervorragende Wichsvorlage sein kann.
Lady Melody Ja, also bevor ich mir jetzt irgend so ein SM-Porno reinziehe, wo ich die Leute nicht kenne, dann habe ich doch da einen persönlichen Bezug dazu.
Sebastian Du lässt ja den Porno zur einmaligen Verwendung produzieren.
Lady Melody Genau, ich lasse den Porno so drehen, wie ich den haben will. Bevor er da stundenlang im Internet irgendwelche Seiten durchsucht, dass ich einen Film finde, der mal so insgesamt in meine Vorstellungen geht. Das ist doch so viel einfacher.
Sebastian Also das ist ja auch schon wieder so ein Einblick in deine Welt. Oh, die letzte Seite? Nee, ist nicht die letzte, aber hier ist eine Tunnelspiele. Da hast du ein paar Ideen gesammelt. Angefangen bei Brennnesseln bis hin zu Tabasco. Guck gerade so auf die letzte Seite. Was haben wir hier? Training, PC, Muskel heißt das, glaube ich, ne?
Lady Melody Ja.
Sebastian Komme ich gerade drauf, um was es geht? Erste Woche, zweite Woche, dritte Woche, vierte Woche, fünfte Woche. Fünfte Woche steht nichts mehr.
Lady Melody Darf ich mal kurz gucken?
Sebastian Du darfst gucken, das ist dein Buch, um Gottes Willen.
Lady Melody Ja, ich habe das irgendwann mal da reingeschrieben. Ah, ihr wisst auch, welcher Muskel das ist. das ist der von einer Frau, das ist der da in einer Scheide sitzt, wo man, quasi Druck ausübt. Genau. Und wenn der gut trainiert ist, kann man den Schwanz nämlich bei einem Sex auch ein bisschen quetschen.
Sebastian Okay, und du hast das offenbar vier Wochen hast du da trainiert und dann hast du nachgelassen. Also du möchtest, ich sag hier mal, du möchtest also selbst mit der Pussy möchtest du quälen können.
Lady Melody Ja? Natürlich.
Sebastian Da kann man bestimmt Zähne implantieren. irgendwelche Piercings mit irgendwelchen... Naja. Psychische Dominanz... Ich blätter jetzt mal ein bisschen so bis zu den letzten Eintragungen. Ich vermute... Oh Gott, du hast ja wirklich... Das sind ja hunderte Seiten. Also mit dem Papier hast du es definitiv, ne? Es sind auch zwischendurch immer ein paar Seiten leer geblieben, damit du was ergänzen kannst.
Lady Melody Genau.
Sebastian Aber ist das voll? Ne, ach ja, hier ist ja ein Lesezeichen. Letzte Eintragung. Kniege für...
Lady Melody Ah, das weiß ich, da war... Ja. das steht da tatsächlich so dran, aber da ging es drum um ein Erziehungsspiel. Da habe ich eine Anfrage gehabt, das ging, aber das ist aus der Studiozeit. Ich weiß nicht, ob ich das dazu sagen soll.
Sebastian Okay, also es ist ein Rollenspiel im Bereich Erziehung. Ich glaube, so kann man das kurz gut sagen.
Lady Melody Ja, genau.
Sebastian Da sind so Grundregeln, bitte Danke sagen und sowas drin.
Lady Melody Genau.
Sebastian Ich bin das jetzt durchgeplättert, ich wünsche mir von dir eine Doppelseite davon veröffentlichen zu dürfen. Es wäre schön. Ich suche was raus. Das ist nicht schlimm, also liebe Hörer, guckt einfach rein, ob der was findet oder nicht, ich werde mich trotzdem bemühen, das zu kriegen, weil das ist total großartig, das fasst sich auch gut an und es ist auch ein Buch mit schweren Seiten, also das wiegt auch was, das ist so ein kleines Taschenbüchchen, das ist so ein bisschen wie Justine, was ich hier im Regal stehen habe, kleines Büchlein, unfassbar schwer, weil es unglaublich dünnes, stark gepresstes Papier ist und man sich auch denkt, das ist doch auch nicht wahr, das ist doch zum Quälen. Ich lege das jetzt mir wieder auf den Stapel hier. Also, danke schön dafür. Und weil ich merke, ich gehe jetzt von dem her mal gerade so ein bisschen weg, weil du hast jetzt gerade gesagt, Studio. Das ist so das letzte große Ding, was ich auf meinem Spickzettel habe. Und der Plan ist jetzt, dass wir darüber gesprochen haben werden, bevor es hier an der Tür klingelt. Weil das würde ich so ungern unterbrechen, das Thema. Du hast was im Studio gemacht.
Lady Melody Ja, nachdem ich ja die ganzen Workshops hatte und immer tiefer ins Thema rein bin, Da kam natürlich immer öfter der Gedanke, joa, könnte ich es ja auch mal professionell machen, kriege ich Geld dafür. Habe es dann tatsächlich ausprobiert. Also es ist aus meiner Sicht ein ziemlicher Aufwand, das Ganze in Gang zu bringen, weil man fährt nicht einfach ins Studio, kriegt das Geld für die Stunde und das war es dann. Es ist einfach so dieser ganze Verwaltungsakt, der da außen rum hängt. Ist Wahnsinn.
Sebastian Okay, Moment, also erstmal kommt so die Idee, damit könnte man ja was machen. Ich habe eine Fertigkeit und so kommst du außerdem zu Spielpartnern, die allerdings ja dann Kunden sind. Ich meine, das wird mich ja ganz abschrecken, weil die können ja schon äußern, was sie gerne wollen.
Lady Melody Ja, mein Reiz war eher mal weg vom normalen Standardspiel. Einfach mal, also ich habe mir halt vorgestellt, im Studio, wenn ich arbeite, kommen auch mal so exotischere Kunden, Spielpartner, ich nenne es mal Kunden auf mich zu.
Sebastian Was wäre denn exotisch?
Lady Melody Ja, exotisch wäre zum Beispiel so Edgeplay oder so Petplay oder so bestimmter Fetisch. Ich muss jetzt kein Kaviar oder die Richtung machen, weil das finde ich persönlich jetzt nicht so. Aber ja, es gibt auch dieses Adult Play mit diesen Riesenbabys. Einfach mal andere Bereiche kennenlernen, um zu schauen, okay, ist das was? Man liest es ja immer mal wieder, aber ich bin mit solchen Leuten noch nie in Berührung gekommen. Und einfach mal so ein bisschen der Austausch und ja, wie sind die so?
Sebastian Also das ist im Prinzip Forschung.
Lady Melody Ja genau, so eine neue Herausforderung eigentlich.
Sebastian So, wir haben ja einen ganz schnellen, spontanen Cut gemacht, weil der Lieferjunge ist dann doch gekommen und hat uns jetzt hier abgefüttert. Also ich bin tot und K.O. und inzwischen bin ich zumindest bei Rotwein angekommen. Du musst ja noch fahren.
Lady Melody Ja.
Sebastian Ich kann dir ein Gläschen mitgeben.
Lady Melody Wir haben eine ganze Flasche bei mir in einer Ferienwohnung.
Sebastian Ah, das ist ein Ort.
Lady Melody Sehr nette Gastfamilie.
Sebastian Oh ja, allerdings. Wobei, da weiß man immer nicht, was man kriegt. Ah, wo waren wir denn? Wo waren wir denn? Ich glaube, da dürfen wir auf gar keinen Fall schneiden an der Stelle. Das klingt so schön spontan und so ehrlich. Okay, du warst bei anderen Sachen mal ausprobieren, andere Kings kennenlernen, Dinge wie Ageplay und Adult Baby und sowas.
Lady Melody Ja, genau.
Sebastian Da hast du ein Fable für, das interessiert dich oder geht es da erst mal Neugier?
Lady Melody Einfach Neugier und zum einen war das die Neugier, einfach mal neue Sachen kennenzulernen, die jetzt nicht so alltäglich sind oder die man jetzt nicht ständig in der Szene findet. Und zum anderen ging es halt einfach darum, ja dieser Gedanke vom schnellen Geld kann mir ja dafür bezahlen lassen, deswegen Studio.
Sebastian Also das ist auch etwas, was dich reizt und das gibst du auch zu, das finde ich gut, dass du das zugibst.
Lady Melody Ja, es hat mich gereizt. Also im Kopf bin ich voll dabei, aber in der Realität, ich fand das, ich weiß nicht, entweder war ich einfach noch nicht bereit dafür oder ich hatte jedes Mal, wenn ich mich wieder eingebucht habe, ich habe nicht oft gearbeitet, ich hatte nur drei oder vier Studiotermine. jedes Mal einen Tag vorher, zwei Tage vorher schon die Gedanken, jetzt muss ich da hin und einen fixen hab ich, aber ich weiß ja nicht, was kommt. Also es ist immer so eine Anlaufzeit, bis man so einen gewissen Kundenstamm hat. Aber es war auch immer so eine Überwindung, so einen Tag vorher, am selben Tag, am liebsten würde ich es absagen, würde gar nicht hingehen. Es hat mir in dem Moment keinen Spaß mehr gemacht. Aber sobald ich einen Fuß in das Studio reingesetzt habe, war das vorbei und dann habe ich einfach funktioniert, aber...
Sebastian Ja, aber dann ist es eben Arbeit, ne? Und nicht mehr Privatvergnügen.
Lady Melody Ja.
Sebastian Also das war nur ein kurzer Ausflug, offenbar.
Lady Melody Das war einfach mal nur reinschnuppern, mal gucken, aber das ist nichts für mich.
Sebastian Aber trotzdem sind ja dann auch diese Neugier auf Kings, die du noch nicht kennst, die ist ja noch da.
Lady Melody Ja, die ist da.
Sebastian Also was sind so Dinge, wo du sagst, oh, das würde ich gerne mal testen oder probieren oder sehen, also wo ist der Horizont für dich noch zu erweitern?
Lady Melody Ja, BDSM ist ja so ein Riesengebiet. Also jetzt im Moment aus der Stimmung raus ist gerade schwierig zu sagen, wo es hingehen soll.
Sebastian Also ich kann dir dir mal ein paar Sachen vorschlagen einfach. Was du noch gar nicht erwähnt hast, hast du da Erfahrung Keuschhaltung?
Lady Melody Ja.
Sebastian Okay, oh, das klingt ja schon fast gelangweilt.
Lady Melody Das ist so eine super Männerfantasie, so halt mich über Monate Keusch, ich schicke dir den Schlüssel und verschließe mich und am besten Keuschhaltung während der Session, wo ich immer denke, ja, ich will da aber hin, das Ding, was da eingesperrt ist, ich will mit dem Teil spielen, ich möchte jetzt da keine Keuschhaltung haben. Ich bin einfach kein Keyholder. Ich bin einfach nicht der Typ für sowas. Ich habe es ausprobiert. Es ist nicht meins. Es ist so eine typische Männerfantasie. Und dann auf der anderen Seite gibt es dann auch noch Frauen, die sich keusch halten lassen wollen. Meine persönliche Meinung, absoluter Schwachsinn. Weil wenn eine Frau keusch ist und nicht jeden Tag den Reiz dazu kriegt, dann flacht es bei der ab, dann hat die keine Lust mehr.
Sebastian Das wäre dann auch bei dir so, das ist so auch deine, so funktionierst du auch. Okay, also das kann man bei dir vorhin mal vergessen, okay. Dieser ganze Bereich Rollenspiel, der scheint dich ja so ein bisschen anzufixen. Gibt es da vielleicht noch so ein paar Dinge, wo du sagst, oh ja, das können wir mal probieren?
Lady Melody Ja, das waren sogar so ein paar Dinge, sogar in Planung. Mit Freundinnen zusammen wollten wir uns eine Ferienwohnung mieten. Hatten wir schon eine in Kroatien mit Pool. Und wir haben uns vorher auf Google Maps immer die Location anguckt. Sind da irgendwelche Häuser, die das da reinziehen können? Ist das freistehend? Also es ist schwer, eine Location zu finden. Und da wollten wir eigentlich mal so übers Wochenende so ein BDSM-Rollenspiel machen. So, wir sind irgendwelche reichen Damen und laden uns so Poolboys ein. Oder so ein, ja, wie so ein Männerabend, nur halt andersrum. Also diese typischen Zigarren-Whiskey trinkenden Männerabende einfach mal geswitcht, dass die Frauen das sind. Also es ist eigentlich wie so eine O-Party, nur halt andersrum. Sowas konnten wir uns vorstellen. Oder wir halten uns irgendwo Sklaven, die man, vielleicht die einen eher so als Sklaven zum Bedienen, zum Putzen, zum Schlagen. Und dann haben wir nochmal so eine andere Sorte von Männern, die dann so die Poolboys sind. Also irgendwie so die Richtung, haben wir uns das mal vorgestellt. Aber das kam dann, das wäre letztes Jahr gewesen, kam dann aber leider nicht zustande. Und dieses Jahr ist da sowieso alles ausgefallen.
Sebastian Ja, gut. Aber das ist ja schon mal so ein Punkt. Also dieser Hang zum Rollenspiel tatsächlich, sich darauf einlassen und dann eben auch das Szenario über ein paar Tage auch durchziehen. Das scheint in der Markkriege, da kommt das Grinsen wieder durch.
Lady Melody Ja, wir hatten auch schon mal, in Österreich kann man so Burgzimmer mieten. Und wir hatten da Connections zu der Burg, dass wir da einen ganzen Teil davon nehmen konnten. und dann wollte man auch mal so ein mittelalterliches Rollenspiel auf BDSM nachspielen. Das war auch noch ein Gedanke, aber es ist halt auch so finanziell, wenn man da nur zu fünft oder zu zehnt ist, das war doch recht teuer.
Sebastian Ja, beim Rollenspiel ist das so, da kannst du ja nochmal Dinge tun, die du sonst nicht tun kannst. Ich glaube, gerade so Sachen wie Erniedrigung, da kann man nochmal mehr machen, weil man sich ja auch vielleicht in einem historischen Kontext bewegt, wo das halt normal war.
Lady Melody Ja, Mittelalter, raus auf den Marktplatz, rein in den Pranger und dann mal schön ausgepeitscht.
Sebastian Ja, ich glaube, damit kann man auch die eine oder andere Grenze, mentale Grenze so ein bisschen erweitern, weil es gibt bestimmte Dinge, wo man sagt, oh nee, da ist eine Grenze, da geht es nicht weiter. Aber weil es ja dann zum Szenario gehört, hat man ja nochmal eine Möglichkeit, das ein bisschen auszuweiten.
Lady Melody Ja, genau.
Sebastian Also man hat eine mentale Ausrede, sowohl als Sub als auch als Dom. Sondern nee, das gehört aber dazu. Das wurde halt so gemacht.
Lady Melody Ja genau, du musst mich jetzt das ganze Wochenende bedienen, weil du bist Knecht oder Markt. Da gibt es keine Widerrede. Das muss jetzt sein, weil das macht die Rolle.
Sebastian Okay, und ohne die Rolle geht das nicht? Oder würdest du dann sagen, nee, da brauche ich auch mal ein bisschen Entspannung?
Lady Melody Ja, ohne Rolle ging es auch. Aber dann sind wir wieder in so einem Session-Modus. Also da bin ich dann halt wieder so in der Rolle. Okay, da bin ich Herrin, da muss ich, wenn er nicht funktioniert, nachhelfen. Und so weiß er eigentlich, er ist Knecht. Und er hat einfach so seine feste Rolle und weiß, wie er sich ungefähr verhalten muss. Ja, da gibt es ja keine Pause dann einfach. Nach einer Session macht man irgendwann mal Pause. Und dann ist man wahrscheinlich auf Augenhöhe, also so ist es bei mir auf jeden Fall. Und dann geht man wieder so leicht in die Session rein. Und bei so einem Rollenspiel gibt es keine Pause. Also das geht von Anfang bis zu dem Endpunkt, was man sich gesetzt hat.
Sebastian Ja, das wäre jetzt so meine Frage gewesen. Also so eine 24-7-Top-Subbeziehung. Und das hattest du offenbar noch nicht und das strebst du auch gar nicht an.
Lady Melody Das reizt mich überhaupt nicht. Also ich finde es mal für einen bestimmten Zeitraum interessant. Also wir hatten auch schon mal so 24-7 Sessions, aber die gingen halt an sieben, acht Stunden. Das war halt mal ein so Tag, wo man gesagt hat, jetzt testen wir das mal so auf 24-7. Aber ich finde das für mich extrem anstrengend, wenn ich irgendwann mal durch bin und meine ganzen Bedürfnisse befriedigt sind, dann will ich mich einfach hinsetzen und möchte, dass der andere funktioniert und weiß, was ich will. Wenn es jetzt aber jemand ist, der dann fordert und mich dann reizt, dass ich ihn vielleicht noch bestrafe, weil Männer können ja gefühlt 24-7 durchspielen, Frauen haben irgendwo ihre Grenzen, dann ist das einfach so ja dann passt das einfach nicht mehr deswegen 24-7, ich habe auch oft schon so Beziehungen gehört die das dann zum Alltag ausleben, klar so selbst bei uns schwingt so leicht der Unterton mit aber wir sind ständig auf Augenhöhe das hat mit 24-7 überhaupt nichts zu tun aber ey, kannst du mir nicht vorstellen.
Sebastian Ich glaube das ist eine Definitionssache weil du hast ja jetzt uns beide hier eben auch beim Essen erlebt wir sind ja auch in diesem 24-7-Modus eigentlich immer so ein bisschen drin Aber das ist halt so unterschwellig da. Ich weiß nicht, wie viele Sachen du mitbekommen hast. Es gibt so einige Rituale, die jetzt in den Alltag einfach immer reinfließen bei uns. Ich sage jetzt mal nicht öffentlich welche. Aber wir haben da immer was. Und das funktioniert auch und das kriegt die Umgebung auch gar nicht so wirklich mit. Aber das ist natürlich keine Session, die jetzt über Monate geht, sondern es schwingt so ein bisschen mit und es ist immer da und man kann immer wieder darauf zugreifen. Wobei ich habe bei dir, so, das würde ich jetzt mal als Resümee ziehen, so das Gefühl, also wenn du spielst, dann bist du vorbereitet, dann gibt es Karacho und Action, das wird nicht langweilig und da gibst du dein ganzes Herzblut rein, aber dann muss auch irgendwann Ende sein, im Zweifel bist du dann die Person, die einen Orgasmus hat und sie sich rumdreht und sagt, jetzt leck mich alle mal am Arsch.
Lady Melody Ja, das könnte passieren.
Sebastian Okay, ich versuche mich jetzt in den nächsten Monaten nämlich hier ein bisschen darin, Gespräche zusammenzufassen. mal so in den Kern zu kommen. Aber ich finde das eine sehr schöne Einstellung, zu sagen, okay, das ist das, was mir gefällt, das ist das, was ich leisten kann. Sie wirkt da auf mich extrem zielstrebig und auch sehr reflektiert. Und das ist ein sehr, sehr schönes Gesamtpaket, was ich auch gar nicht so oft gehört habe bislang. Weil man möchte ja doch immer höher, schneller, weiter. Das möchtest du irgendwie auch. Aber auf so eine ganz, ich sage mal, perfide, strukturierte Art. Finde ich super.
Lady Melody Ja, ich muss ja nicht alles auf einmal machen.
Sebastian Nee, das Leiden geht länger, wenn man die Sachen nacheinander macht.
Lady Melody Wenn man sich für einzelne Sachen sehr viel Zeit lässt.
Sebastian Ja, also du hast Spaß. Liebe Hörer, ihr könnt das aber nicht sehen, aber hier ist ein lächelndes, grinsendes Wesen, je böser und abstrakter es wird, desto breiter wird das Lächeln hervorragend. Also ich kann mir schon vorstellen, dass Menschen unter dir wirklich fürchterlich leiden können.
Lady Melody Ja.
Sebastian Und das machen die sogar gerne. Okay. Ich empfinde das jetzt einfach als rundes Gesamtpaket. Und da würde ich jetzt einen Strich drunter machen, obwohl ich ja noch ein Nebenthema habe. Du würdest doch bestimmt mitmachen bei so einer Live-Sendung, wo man noch mal so ein bisschen Fragen, die jetzt aufkommen, wenn man die Sendung gehört hat, beantworten würdest.
Lady Melody Ja, klar.
Sebastian Wunderbar. Und dann nehmen wir nämlich uns diesen Termin vor. Und das habe ich mir jetzt auch schon notiert. Da reden wir dann noch darüber, was passiert, wenn du switchst. Ja, perfekter Cliphanger. Das heißt, man muss dann an einem Donnerstagabend um 20.30 Uhr reinhören, wenn Lady Melody erzählt, wie das denn mit dem Switchen ist und eventuell werden die alle enttäuscht sein oder hoch erfreut. Wir werden es sehen. Ich bedanke mich bei dir, dass du so offen und so lange mir hier jede Frage beantwortet hast. Toll. Vielen, vielen Dank.
Lady Melody Ja, bitte.
Sebastian Dir wünsche ich jetzt gute Heimreise und bis zum nächsten Mal. Mach's gut. Tschüss.
Lady Melody Ciao.

Kommentare & Fragen

Lexxi
26.06.24

Tolle Folge mit einer sehr sympathische Gästin. Bei den Subphantasien konnte ich mich auch gut reindenken 😇. Spannend wie dann der Weg von der eigentlich angedachten einen Seite auf Grund von mangelnden Möglichkeiten switchen kann, aber getreu dem Motto: wenn ich keinen find, mach ichs halt selbst 👍😅.
Interessant fand ich die vielen Workshops von denen erzählt wurde. Und der Keller ist natürlich mega cool! 😱 hoffentlich konnte der nach der Pandemie wieder häufiger genutzt werden! 😊

DerWahnsinn
27.12.20

<div>Wow, großes Kompliment! Ein sehr schönes, unterhaltsames und informatives Interview mit zwei wahnsinnig sympathischen, natürlichen Gesprächspartnern!</div>

Gäste

Alle Gäste bekommen hier einen Eintrag.
Auf dem Gästeprofil findest du alle weiteren Folgen der Person und Kontaktmöglichkeiten.

Avatar Lady Melody

Lady Melody




--:--:--
--:--:--