Coverbild Paula - Disziplin gesucht, Disziplin gefunden
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Paula
Disziplin gesucht, Disziplin gefunden

Paula - Disziplin gesucht, Disziplin gefunden

Regeln, Struktur und vor allem Disziplin

16.02.26
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Cover Paula - Disziplin gesucht, Disziplin gefunden

Episodenblog

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Regeln, Struktur und vor allem Disziplin

Diesmal hat mich Paula besucht… und wir haben geredet. Paula ist um die 30 Jahre alt, Switch und hat schon eine lange Reise hinter sich. Die ewige Suche nach Regeln, Struktur und Disziplin müsste für sub doch kein Problem sein. Doch so einfach ist das alles meistens nicht. Wir sprechen über die Zeit im Kloster in China, die Szene in Litauen und ihren Weg von der sub, die die Disziplin sucht, zur Top, die sehr genau weiß, was sie möchte. Ganz viel Beziehung, guter Sex, schwierige Neujustierung und der Wille das hinzukriegen, anzukommen und glücklich zu sein. Paula nimmt euch heute mit.

Auch neu: Die Folgen beginnen nun etwas anders und wir starten schneller mit der Folge durch.

Diese Folge wird unterstützt von:

Kapitelmarken

00:00:00
Intro
00:00:57
Einleitung
00:02:09
Begrüßung
00:03:34
Heute
00:05:33
BDSM entdecken
00:08:05
Kampfsport und die Rituale
00:12:47
Die Klosterschule in China
00:21:20
Durch die Liebe nach Litauen
00:29:51
Viele Dates in Lateuen
00:38:20
Stammtische DE vs. Litauen
00:43:58
Szene in Litauen heute
00:50:44
Der Mann: Back to Germany
01:11:10
Liebe und Erwartungen
01:26:12
Druck abbauen
01:29:48
Hallo Herr sub
01:34:35
Switch: Femdom-Party
01:58:36
Oben spielen
01:59:31
Erstes Date - Pizzadiebe
02:01:21
Das Ding der Woche: Sessionablaufplanliste
02:09:29
Was mit wem und Dynaiken
02:14:08
Regeln und Grenzen für die Femdom
02:23:24
Angekommen und wo geht's hin?
02:26:01
Die 8 Regeln
02:30:51
Team Top
02:34:03
Das Ding der Woche: Halsband
02:37:21
Das Ding der Woche: Das graue Buch
02:45:17
Geschenke für sub
02:47:31
Fazit
02:49:57
Shorts
02:53:03
Das A oder B-Spiel
03:00:25
Verabschiedung
Das Transcript wurde automatisch erzeugt und kann Fehler enthalten.
Trailer Die Selbstverständlichkeit, mit der er mich genommen hat, das war das, was mich gekickt hat. Sag mir nicht einfach nur Knie hin, sondern ich wollte wissen, wie. Wo haben die Hände zu sein? Und wenn meine Hände sich bewegen, dann hast du das mit einer disziplinarischen Maßnahme zu versehen. Und das wollte er gar nicht. Er wollte kinky Sex. Es kam der Punkt, wo BDSM ein Thema war, was man nach hinten geschoben hat. Dominant, einem Mann gegenüber zu sein. Ich glaube, das hättest du mir eine Woche vorher nicht sagen müssen. Ganz viel Feminisierung, Keuschaltung, Analspiele, Tagging. Auf dem Sofa sitzen und dominant aussehen zu müssen. Ich konnte das ja gar nicht. Wenn mein Sub mich zum Orgasmus gebracht hat, dann bin ich immer voll devot geworden. Struktur und Disziplin und klare Regeln.
Sebastian Hallo und herzlich willkommen zur Kunst der Unvernunft. Das eben war Paula, meine Gästin der heutigen Folge und ich bin Sebastian Stix. Hier spreche ich mit Menschen über ihren Kink, über BDSM, über Liebe, Lust, Leidenschaft, Sehnsucht, Geschichte und Zukunft. Wir haben dafür die Zeit. Jetzt habt ihr gerade das neue Intro gehört. Wir starten jetzt immer mit ein paar Zitaten direkt aus der Folge und keine Sorge, die Spoiler nicht mehr, als ich es hier nicht eh tun würde. Ich werde hier in Zukunft trotzdem das ein oder andere am Anfang sagen, aber im Grunde versuche ich das in die Folge direkt einzubauen. Mal sehen, ob mir das gelingen wird. Besucht gerne kunstderunvernunft.de, denn dort gibt es die Kommentarfunktion. Und wir haben total gerne Feedback. Bei der letzten Folge ist da richtig viel gekommen. Und es hat mir, dem Podcast sowie dem Team und natürlich dem Gast Spaß gemacht, das zu sehen und auch zum Teil darauf zu antworten. Also, wenn euch etwas in der Folge heute bewegt, überraschend ist oder ihr irgendetwas dazu loswerden wollt, dann könnt ihr das tun, gern auch anonym und das dauert wirklich nur eine Minute und gibt uns echt viel zurück. Und nun los geht's mit Folge 138 mit ganz viel Disziplin und vor allem mit Paula. Liebes Publikum, es ist Freitagmittag und vor gut anderthalb Stunden hat mich Paula besucht. Hallo.
Paula Hallo.
Sebastian Wir haben jetzt ein bisschen gequatscht über dies und das und irgendwann müssen wir ja mal anfangen. Ich stelle dich mal vor. 31 Jahre und Switcherin und hier. Und das ging relativ schnell jetzt. Wir haben das Vorgespräch wann geführt?
Paula Zwei Wochen ungefähr, ne?
Sebastian Ja, und dann warst du hier in der Gegend und dann haben wir gesagt, okay, alles klar, machen wir. Läuft. Manchmal geht es auch einfach schnell.
Paula Hat mich auch überrascht, aber sehr gefreut.
Sebastian Ja, also mich ebenso und wir haben so viele schöne Themen, über die wir heute reden können. Ich versuche das mal fürs Publikum zusammenzufassen. Da hätten wir die Klosterschule in China, wo Disziplin nicht nur ein Wort ist. Die Szene in Litauen, über die wir sprechen. Über deinen Mann reden wir und ich verrate jetzt schon mal, da bist du tendenziell eher unten. Aber das war gar nicht so einfach und ihr musstet euch da neu erden. Ich hoffe, ich habe das korrekt zusammengefasst. Wir werden detailliert drüber reden. Und dann gibt es da noch den Sub- und den Femmdom-Werkzeugkasten. Und noch tausend Nebenthemen. Das wird eine super spannende Folge. Ich freue mich.
Paula Ich freue mich auch. Ich bin sehr gespannt, worin das Gespräch uns heute führen wird.
Sebastian Ich hoffe zu all diesen Dingen, damit das Publikum auch nicht enttäuscht wird. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das irgendwie schief geht. Ich überlege, wir müssten ja theoretisch fangen wir immer ganz vorne an. Und ich würde aber gerne wissen, wenn du heute jemandem sagen musst, ich bin übrigens kinky und so sieht meine Vorlieben, mein Kinklife, mein Beziehungskonstrukt, wie sieht das aus? Könntest du das in wenigen Sätzen beschreiben, wenn du zum Beispiel auf dem Stammtisch oder so jemanden kennenlernst und der sagt, ach du machst BDSM, was denn so? Wie würdest du das beschreiben?
Paula Das kann ich. Ich bin Switcherin seit knapp ein Dreivierteljahren sind es jetzt. Das hat aber eine Weile gedauert, bis ich das so einfach sagen konnte. Also ich war vorher nur auf der Devoten-Seite unterwegs, nur submissiv und war eine von denen, die gesagt hat, wenn man BDSM macht, muss man sich für eine Rolle entscheiden, sonst macht man es nicht richtig. tatsächlich war das lange auch mein Glaubenssatz und das hat sich dann mehr oder weniger über Nacht komplett gewandelt und jetzt bin ich Switcherin, ich bin verheiratet mit meinem Mann und Dom und führe eine Spielbeziehung, seit ungefähr dann, in der ich die dominante Rolle einnehme und mein Hauptking ist, Disziplin.
Sebastian Disziplin. Sowohl oben als auch unten.
Paula Struktur, genau. Ja, oben und unten auf jeden Fall.
Sebastian Dann hoffe ich, dass ich dich heute ein bisschen durch unstrukturierte Aufnahme-Winkelzüge von der Struktur fernhalten kann. Dann kommst du bestimmt ins Reden.
Paula Du kannst ja dein Bestes.
Sebastian Ich werde mir total viel Mühe geben. Schöner Einstieg und ich überlege, ob ich dem Publikum noch mehr Vorab-Infos geben will. Ich sag mal so, nein, gebe ich euch jetzt nicht, ihr müsst halt zuhören. Und wir werden so lange reden, bis hier alles auf dem Tisch war. Und ich glaube, wir fangen dann tatsächlich doch vorne an. Das mit der Disziplin. Also das war in deiner ersten E-Mail stand das auch drin. Ja, ich war da in China in der Klosterschule. aha, okay und das erste Fragezeichen war und jetzt Kinky und möchte mit mir sprechen und, ich kenne das auch nur aus irgendwelchen Filmen, wo das auf der Heldenreise mal am Anfang steht, dass man da irgendwie 200 mal das gleiche machen muss und dann wird man innerlich gebrochen und geht gestärkt als Held oder Heldin daraus hervor. Das war meine erste Assoziation. Wieso und warum und wie alt warst du überhaupt, als du nach China gegangen bist?
Paula Ich war 18.
Sebastian Mutig.
Paula Einen Monat, einen Monat 18 und dann bin ich in den Flieger gestiegen. Es war aber schon klar, seit ich zwölf war, dass ich das mache. Damals war mein, also ich mache schon immer Kampfsport, seit ich denken kann. Also zumindest habe ich das immer gemacht, das ist tatsächlich in den letzten Jahren weniger geworden, aber das war seit ich sechs war immer ein großer Teil von meinem Leben. Und mit zwölf war mein damaliger Trainer ein halbes Jahr lang weg und hat sowas ähnliches gemacht. War in so einer Kampfkunst, in so einer Schule, allerdings in Amerika. Kam wieder und hat so toll davon erzählt, dass ich einfach gesagt habe, das mache ich, auch wenn ich groß bin. Den Gedanken habe ich einfach nie wieder verworfen und dann habe ich Abi gemacht und musste mich irgendwie für eine Uni entscheiden und dann war klar, ja, mache ich aber erst in einem Jahr, weil ich muss ja erst noch nach China.
Sebastian Gab es schon die Idee, irgendwie kinky zu sein? Gab es die schon vorher?
Paula Auf jeden Fall. Also meine Sexualität ist schon immer an Kink gekoppelt gewesen. Ich erinnere mich tatsächlich nicht an Sexualität ohne Schmerzen. Also ich habe mir von Anfang an, als ich so Masturbation für mich entdeckt habe, von Anfang an mit Schmerzen gearbeitet mit der Haarbürste. Ganz traditionell mit der Haarbürste. Ja, was hat man so? Also ich war, das muss irgendwann zwischen 12 und 14 gewesen sein. Das weiß ich noch, weil ich weiß, wo es war, also in welchem Zimmer. Bin ein paar Mal umgezogen als Kind und ich weiß aber noch, in welchem Zimmer ich damals war. Und das heißt, ich weiß, ich war so zwischen 12 und 14. Und dann habe ich ganz traditionell mit der Haarbürste mir selber so ein bisschen auf die Oberschenkel gehauen, auch in Schritt. Das war für mich damals normal, das habe ich halt so gemacht. So habe ich meinen eigenen Körper entdeckt.
Sebastian Aber für dich alleine alles?
Paula Das war noch für mich alleine, ja. Okay.
Sebastian Und auch als du 18 warst, war immer noch alles für dich alleine?
Paula Nee, ich hatte dann Sex mit meinem ersten, also zwar nicht mein erster Freund, aber mein erster Freund, mit dem ich eine Sexualität hatte, da war ich 17. Das war ziemlich Vanilla. Also ich habe das immer für mich alleine gemacht, dieses Kinkgedöns. Mein Sexleben war relativ normal. Ganz traditionell. Lange, die ersten Freunde waren Knutschen, dann war irgendwann mal ein bisschen mehr und dann mit 17 hat man sich irgendwann getraut, auch mal Sex zu haben. Aber das war, also wir haben da nie drüber geredet, das wäre mir auch nie in den Sinn gekommen, da irgendwie das zu erzählen, dass ich sowas toll finde oder dass ich irgendwie im Internet Geschichten lese, das habe ich damals nicht geteilt mit irgendjemandem.
Sebastian Okay, also das war wirklich dein privates Ding?
Paula Das war komplett mein privates Ding. Ganz, ganz, ganz viel in meinem Kopf stattgefunden.
Sebastian Dann muss ich mich natürlich jetzt dafür rechtfertigen, warum ich dann über den Weg nach China, warum das in diesem Podcast dazu gehört, weil eigentlich hat das ja mit BDSM überhaupt nichts zu tun.
Paula Ja, ich kann es dir aber erklären, weil der Grund, warum du es angesprochen hast, ist ja, weil ich es auch in meiner E-Mail beschrieben habe. Ich habe Kampfsport lieben gelernt von Sekunde 1 und was mich daran fasziniert hat oder was mich auch begeistert hat, war die Disziplin. Während andere Kinder in meinem Alter irgendwie Fußball gespielt haben oder Handball gespielt haben, bin ich halt zum Kampfsporttraining gegangen. Und mein damaliger Trainer war sehr, sehr streng. Und bei uns gab es ganz klare Regeln. Wir waren acht, neun Jahre alt. Und wer zu spät gekommen ist, neben der Matte auf dem harten Fußboden, auf den Fäusten so lange Liegestütze gemacht, bis er nicht mehr konnte, bevor er auf die Matte durfte.
Sebastian Das klingt total grausam.
Paula Hast du heute Tage nicht gemacht?
Sebastian Nein, nein, überhaupt nicht.
Paula In den frühen 2000ern war das noch okay. Zumindest hat keiner hinterfragt von uns nicht und von den Eltern auch nicht. Das ist halt so. Da wird man halt ein bisschen zurecht. Und das ist ja eine Kultur, das war ganz viel mit Verbeugen. Also ganz oft erzählen Leute ja so, es gab diese Filmszene. Da ist dann der Ritter vor der Königin niedergekniet und das hat irgendwas mit mir gemacht. Das habe ich das erste Mal gesehen, da hat sich jemand vor jemandem verbeugt, hat sich ehrerbietig gegeben und hat diese Person respektiert und auf einen höheren Stuhl. Das hatte ich halt von Anfang an. Wir sind jeden, bei jedem Training haben wir uns niedergekniet, Kopf auf den Boden. Man hat innegehalten, man kam wieder hoch, man war präsent, man hat seine Zeit in dieses Training investiert. Wenn der Trainer was gezeigt hat, haben alle abgekniet. Wenn man hochgegangen ist, gab es genaue Rituale. Es war ganz klar, in welcher Reihenfolge stehen wir. Nach Gürtelfarbe, nach Seniorität. Das war alles geregelt. Und das war eine Welt, in der ich mich sehr, sehr wohl gefühlt habe. Und die ich in meine Fantasien, in meine Sexfantasien, in meine King-Fantasien eingebaut habe.
Sebastian Ich überlege gerade, das war einfach ein glücklicher Zufall, dass du etwas gefunden hast, den Kampfsport. wo das, was nach dir ist, dass das quasi einen Raum bekommt. Und wenn du das dann zehn Jahre gemacht hast und dann auch voll im Thema drin warst, dann kann ich das tatsächlich nachvollziehen, dass man das nochmal intensivieren will.
Paula Ich meine, das mit China ist nicht unbedingt eine Kinky-Sache. Also aus der China-Sache ist dann mein Bedürfnis nach Kinky-Sex in der Realität gekommen. Also am Anfang gab es für mich das Kampfsporttraining, das war nichts Sexuelles, das war Training. Das hat mich aber glücklich gemacht. Das hat mir sehr, sehr viel Ruhe gegeben. Das hat mich geerdet. Das ist dieses Gefühl von Ankommen, dieses Gefühl von Sicherheit, was ich glaube, viele devote Menschen sich ja auch wünschen. Es gibt klare Regeln, es gibt klare Stufen, es gibt auch klare Konsequenzen. der wird bestraft. Natürlich war das nicht kinky, sondern eben mit Liegestützen oder anderen Sachen. Oder Aussitzen in die stille Ecke. Das gab es halt auch. Und das an sich habe ich aber nicht erotisiert. Aber ich habe das, wie gesagt, in meine erotischen Fantasien mit eingebaut. Ich habe mir also im Kopf Geschichten, Szenarien ausgemalt, wo ich in so einer Umgebung war, wo es dann aber um Sex ging.
Sebastian Aber das ist ja klar, dass man ein Setting, mit dem man sich wohlfühlt, dann da auch einbaut.
Paula Es war auch nicht, um Gottes Willen, keine Kindesmisshandlung. Das will ich damit überhaupt nicht sagen. Es war einfach streng. Es war strenges Kampfsporttraining. Es gab klare Regeln und wir hatten uns daran zu halten. Und ich habe natürlich auch sehr, sehr viel über körperliche Disziplin gelernt, klar. Und wie gesagt, dass ich nach China wollte, das war dann einfach so eine fixe Idee. Bin dann da hingekommen und habe zwei Jahre lang von morgens bis abends in einer Welt leben dürfen, wo alles genau so war, wie ich es wollte. Mit Ausnahme von Sex.
Sebastian Den gab es da nicht?
Paula Nur ganz heimlich.
Sebastian Das heißt, dafür gab es auch keine Regeln?
Paula Doch, natürlich gab es dafür.
Sebastian Nein, wirklich?
Paula Für den Sex nicht. Also die Regel für Sex war, gibt es nicht.
Sebastian Du hast Regeln gebrochen.
Paula Ich habe Regeln gebrochen, ja. Aber ich war auch noch jung und dumm. Also ich habe in China jemanden kennengelernt, einen Mitschüler, der kam aus Litauen, deswegen dann auch die Szene in Litauen, da habe ich dann angefangen.
Sebastian Okay, lass mich mal ganz kurz, also wir müssen darüber sprechen, nicht weil das Sexualität ist oder weil das in Kink rein spielt, aber weil das dem Publikum heute auch eine Idee davon gibt, was du mit Disziplin meinst. Vielleicht, kannst du vielleicht mal so grob einen Tag, also einen typischen geregelten Tag beschreiben, wo man mal so ein bisschen mitkriegt, was meinst du mit dieser Disziplin, weil der Begriff Disziplin, der ist sehr weitläufig und gerade im Bereich WDSM, da kann man mit Disziplin eine ganze Menge meinen, aber meistens nicht alles. Ich glaube, bei dir ist Disziplin die komplette Bandbreite, die der Begriff umfasst.
Paula Ja, also Leute, die beim Militär waren, können sich das, erkennen das vielleicht in Schritten weiter. Es ist, hat ähnliche Strukturen, es ist aber natürlich nicht, hat nichts mit Militär zu tun, sondern es ist spirituell. Aber von der Idee her ist es sehr, sehr ähnlich. Es gibt klare Hierarchien. Man hat seine Stellung und es gibt Dinge, die darf man, wenn man diese Stellung hat und es gibt Dinge, die darf man eben nicht tun. und ein typischer Tag fängt an um 5 Uhr, dann geht diese laute Prrrr-Klingel, dann wird aufgestanden, dann wird trainiert. Eine Stunde, es haben alle in Reihe und Glied zu stehen. Es ist genau vorgeschrieben, mit welchen Worten hat man seine Meister zu begrüßen, wer hat zuerst zu reden, wer steht vorne in der Reihe. Dann wird Training angesagt, während des Trainings ist Redeverbot, während des Trainings hat man sich nicht an die Wand zu lehnen, Man hat sich nicht inzusetzen ohne Erlaubnis. Man trainiert. Man hört nicht auf zu trainieren, bis gesagt wird, man... Darf eine Pause machen. Ich habe ganz am Anfang mal, darum sollten wir zehn Kilometer laufen mittags. Achso, ich sollte den Tagesablauf beschreiben. Training, Frühstück, Training, kurze Pause, Training, Mittagessen, längere Mittagspause, Training, Abendessen, Dusche, Schlafen.
Sebastian Wann ist Tagesfreizeit?
Paula Zwischen Duschen und Schlafen.
Sebastian Ah, okay.
Paula Mittagsschlaf war auch Ruhezeit. Mittagszeit war zwei Stunden Pause, aber in den Zimmern und am besten schlafen. War aber auch kein Problem, man war müde. Also es war jetzt nicht so, dass man was anderes machen wollte.
Sebastian Wenn einem alles so vorgegeben wird, so ein bisschen Augenmaß brauchst du ja dann doch, damit es noch menschlich ist. Man ist ja nicht jeder, jeder ist doch nicht jeden Tag gleich leistungsfähig oder fit. Und ist das tatsächlich so durchdacht, dass es ohne besonderes Augenmaß und Ausnahmeregelungen auskommt? Oder ist das also, ich mag nochmal diese Strenge und auch nochmal sehen, welche Priorität die Ordnung hat gegenüber der Menschen, die nun mal jeden Tag andere Menschen sind.
Paula Also ich glaube, das beschreibt auch sehr gut, was mich daran auch jetzt noch im BDSM-Kontext so unheimlich fasziniert. Natürlich ist man Mensch und natürlich hat man mal gute Tage, mal schlechte Tage, mal kann man nicht. Und das waren auch Menschen. Und wenn man da gesagt hat, so es tut mir leid, ich habe mein bestes Beispiel, man verletzt sich. Das ist immer wieder mal vorgekommen, man ist umgeknickt beim Laufen oder man hat sich beim Schlagen irgendwie einen Knöchel angedetscht oder so. Dann hat man natürlich selbstverständlich Ausnahmeregelungen und Pausen bekommen. Man musste halt immer im Rahmen des Möglichen das Beste geben. Und ich glaube, das ist es halt auch. Es war immer klar, jeden Tag, den du hier aufstehst, musst du die beste Version von dir sein. Und du musst darauf vertrauen, dass deine Meister, dass die, die über dir stehen, wissen, was das Beste für dich ist. Also natürlich in Kommunikation. Also eigentlich ist es genau wie eine gute BDS-Beziehung, nur ohne Sex. Du musst darauf vertrauen, dass die dir zuhören, dass sie dich ehrlich nehmen. Aber du weißt auch, wenn die sagen, du machst das, dann machst du das. Da gibt es kein, will ich nicht oder keine Ahnung, können wir nochmal über so, nein, das wird gemacht. Und es gibt gewisse Grundregeln, die setzen nicht aus. Und das ist etwas, das hat mich... Das gibt mir ein unheimliches Gefühl von Zufriedenheit, von Angekommensein und man verliert ja nicht seine Identität oder seine Position, sondern im Gegenteil, man kann sich ja jeden Tag selber wieder neu erfinden, weil man kann jeden Tag auftreten und sagen so und heute kann ich das schaffen, heute will ich das schaffen. Und die haben einen auch angefeuert. Also das war auch ein total tolles Miteinander, wo man gesagt hat, hey, du schaffst das, du kannst das. Aber wer sich nicht an die Regeln gehalten hat, hat abgewaschen. Und für 200 Leute Schalen und Essstäbchen abwaschen.
Sebastian Boah, ja. Wahrscheinlich von Hand.
Paula Natürlich von Hand. Es gab eine Schüssel, da waren die Schalen drin und es gab eine andere Schüssel. Wenn man es grob sauber gemacht hat, ich rede da aus Erfahrung, ich stand oft in der Küche. Ja, die Regel, die ich reden beim Training, die hat mich jedes Mal wieder geholt. Das war unfassbar unmöglich für mich, den Mund zu halten. Ich rede viel zu gerne. Und ich bin immer, ich war oft in der Küche. Aber das ist auch okay, das gehört dann dazu. Das ist dann, das ist, da gibt es auch kein Murren und kein, und es war klar, wenn du morgens fünf Minuten zu spät zum Training bist, dann bist du so lange im Kreis gelaufen, bis der Meister irgendwann gesagt hat, okay, darfst du zukommen.
Sebastian Inwieweit gehört es zu deiner Persönlichkeit, Regeln zu dehnen und zu brechen?
Paula Das ist absolut der Kern meiner Persönlichkeit.
Sebastian Sehr schön. Ich sag mal so, in den Filmen, und ich hab ja nichts anderes, das ist immer so, alles total streng und die meisten sind alle unerbittlich und keine Ahnung was, aber an dem Tag der Verabschiedung kommen dann die guten Worte.
Paula Nee, die kamen auch schon so. Also es war ein sehr, sehr liebevolles Miteinander. Das sind halt Mönche, die sind tiefenentspannt. Also das ist so. Die sind streng, gar keine Frage. Die lassen auch einfach keine Ausnahmen zu. Aber die sind nicht böse. Die schreien nicht oder sonst was. Die sagen Dinge und die erwarten, dass die passieren. Und die passieren dann halt auch. Weil es ist halt klar, dass es passiert, wenn die das sagen. Das ist eine Welt, das ist dieses Selbstverständliche, die haben das Sagen und wir haben zu folgen. Und das war's. Und das ist die Grundlage jeder Interaktion.
Sebastian Und du grinst über beide Ohren, das heißt, es sagt mir, am liebsten wärst du für immer da geblieben.
Paula Ja, tatsächlich, ja. Ich habe meine Eltern irgendwann angerufen und haben gesagt, ich habe meinen Studienplatz auch geschmissen und ich habe gesagt, ich bleibe jetzt hier. Und ich wollte auch, ich war, ich wollte ein halbes Jahr dahin. Daraus sind dann zwei Jahre geworden. Und ich war zwei Jahre da und dann bin ich mit dem Litauer, weil ich mich dann verliebt habe und jung war und man trifft Entscheidungen. Alles gut, sie haben mich dahin geführt, wo ich bin, aber ich glaube, hätte ich den nicht getroffen, wäre ich immer noch da.
Sebastian Ich bin jetzt froh, dass du ihn getroffen hast, sonst wärst du jetzt nicht hier. Ich bin mir gar nicht sicher, in dem Bereich, also in dieser Zeit, ob ich dazu Fragen stellen sollte oder möchte oder ob man da nochmal in die Tiefe gehen sollte. Da bin ich jetzt auf deine Expertise angewiesen. Gibt es was, wo du sagst, das ist nochmal wirklich, das muss hier nochmal erzählt werden oder es wird später noch wichtig?
Paula Nee, glaube ich gar nicht. Der Grund, warum ich das erwähnt habe, ist genau das, was du sagst. Disziplin, was heißt das? Was ist das? Also BDSM, es ist in diesem Akronym, ja egal, in diesem vier Buchstabenkürzel drin. D für entweder Dominanz oder Disziplin, wahrscheinlich verschiedene Interpretationen. Aber was ist Disziplin? Ist Disziplin Konsequenz für Strafe? Ist Disziplin klare Regeln, an die sich gehalten wird? Und für mich ist Disziplin einfach der Kern. Mir ist es völlig, und das meine ich ernst, völlig egal, was ich mache im BDSM-Kontext. Hauptsache es ist klar geregelt, wie es gemacht wird. Hauptsache es gibt klare Regeln. Wer hat das Sagen? Was sind die Grundregeln? Wie interagieren wir miteinander? Was passiert, wenn eine Ansage nicht ausgeführt wird? Das ist es, worauf es mir ankommt. Also Disziplin ist mein Kink. Und das habe ich halt versucht zu sagen, ich habe in dieser disziplinarischen Struktur gelebt, bin da rausgekommen, war wieder im Westen, war eine freie Person. Also im Sinne von, ich war vorher frei, mich hat da keiner gezwungen. Aber ich war plötzlich ja wieder, ich musste ja wieder meinen eigenen Lebensalltag bestimmen. Und ich war 20, ich war verliebt in einem fremden Land. Also ich bin dann mit ihm nach Litauen gegangen.
Sebastian Der war auch in der Klosterschule.
Paula Genau, der war auch in der Klosterschule.
Sebastian Wie schafft man es denn in dieser Zeit zwischen Abendessen und Schlafen gehen, so etwas wie Liebe und eine Beziehung bei der ganzen Disziplin irgendwie zusammenzubasteln?
Paula Über den Balkon.
Sebastian Aha.
Paula Ja, ich war die einzige Frau da und ich hatte ein Einzelzimmer. Und die anderen Jungs hatten alle Doppel- oder Mehrfachzimmer. Und er hatte irgendwann aber auch ein Einzelzimmer, weil sein Zimmergenosse früher abgereist ist oder keine Ahnung. Ich weiß nicht mehr genau, wie es dazukommen ist.
Sebastian Ah, die Mönche sind reihenweise an Herzinfarkten gestorben.
Paula Warum?
Sebastian Ja, wenn die das mitgekriegt hätten alles.
Paula Wir hätten einfach ordentlich auf den Deckel gekriegt.
Sebastian Aber ihr wurdet nie erwischt?
Paula Nein, wir wurden nie erwischt.
Sebastian Ich garantiere, die haben das alles gewusst, aber das ist dann der Punkt, wo sie dann eben sagen, schweigen.
Paula Ich kann natürlich nicht beschwören, dass sie es nicht wussten. Ich glaube aber, sie hätten uns tatsächlich zur Seite genommen, wenn sie es gewusst hätten. Das wäre meine Einschätzung gewesen. Weil sie schon sehr stark auf alles, was irgendwie nicht in Ordnung war, immer wieder eingegangen sind. Also zum Beispiel auch Essen auf den Zimmern durften wir nicht haben. Die haben das nicht durchgehen lassen, wenn du Kekse im Prank versteckt hast. Wenn die die gefunden haben. Es gab Stress. Das ist so. Also ich glaube, wenn die es gefunden hätten, hätten die es schon gesagt, aber ich weiß es nicht.
Sebastian Ihr habt euch verliebt in dieser Umgebung, das heißt ihr seid beide disziplinendiebend gewesen und du bist dann gegangen. Zum Abschied wenigstens hat man ja doch durchblickend lassen, ich gehe jetzt, weil da die Liebe zu meinem Zimmernachbarn oder ist das wirklich dort nicht Thema gewesen?
Paula Also die Leute wussten, dass wir sehr eng befreundet sind. Auch die anderen Schüler wussten das. Wir haben auch am Wochenende, wenn wir wirklich mal Zeit hatten, einen Tag frei hatten auf den Sonntag. Das ist jetzt nicht so, dass wir sieben Tage die Woche gar keine Freizeit hatten. Das hätte ich vielleicht noch dazwischen schieben sollen. Also die Sonntage haben zum Großteil uns gehört, wenn nicht gerade irgendwelche großen Reinigungen oder irgendwas anstand. Da sind wir viel lange spazieren gegangen. Wir haben in vielen Maisfeldern Sex gehabt. Lübchensex ähm wir haben versucht wir haben Dinge versucht ähm, Wir haben ehrlich darüber geredet. Es war aber ein sehr schwieriger Einstieg tatsächlich, weil das für ihn nicht wirklich, und ich wusste ja gar nichts, ich hatte ja gar keine Erfahrung. Ich hatte mit einer Person davor Sex gehabt und das war wirklich Vanillasex. Und wir haben Dinge versucht, aber das war alles nicht so.
Sebastian Okay, also der Entschluss steht, ab nach Litauen.
Paula Ja.
Sebastian Du bist wieder frei und orientierungslos. Ja. Und du bist ja nach wie vor irgendwie dann doch kinky oder hast jetzt plötzlich auch den Raum, um darüber nachzudenken. Also war das dir dann bewusst und war das auch mit der Person etwas, was du leben wolltest und konntest? Weil ihr wart ja beide Schüler. Das ist ja schwierig, wenn man doch den Meister gerne hätte. Also das erklär mir mal.
Paula Lustig, habe ich noch nie drüber nachgedacht. Ich habe tatsächlich nie Fantasien über meine Meister gehabt.
Sebastian Irgendwer muss die Disziplin ja vorgeben.
Paula Das wollte ich von ihm, ja. Er war auch ein sehr dominanter Typ. Also vom Mensch her einfach her. Er war auch älter als ich ein paar Jahre. Was viel ist. Ich war 20, er war glaube ich 26. Also schon, er hatte mehr Lebenserfahrung als ich. Definitiv. Ich hatte ja gar keine Lebenserfahrung. Ich habe bis dato zu Hause gelebt. Und dann habe ich zwei Jahre in der Klosterschule gelebt. Ich habe ja noch nie alleine gelebt. Ich wusste ja gar nicht, wie geht das.
Sebastian Also du bist da nach Litauen gegangen, auch dann zu ihm dann gezogen? Oder in eine eigene Wohnung?
Paula Wir haben zusammen eine Wohnung gehabt dann, ja. Und dann hat er mir den Lebensrhythmus vorgegeben. Er kannte die Sprache, ich kannte die nicht. ich konnte ja nichts. Ich wusste, ich kannte ja keinen, wir waren bei seiner Familie in der Nähe, ähm, Ich bin dann so in sein Leben eingestiegen und dann habe ich gedacht, das will ich auch und ich will mich von ihm leiten lassen und ich will mich von ihm führen lassen und er hat auch immer gesagt, dass er das will. er war aber nicht kinky. Ich glaube, er wollte eine folgsame Frau an seiner Seite, eine starke Frau. Das darf man ja nicht vergessen. Ich bin ja eine sehr starke, sowohl körperlich als auch mental starke Persönlichkeit, weil ich ja einfach schon immer jemand war, der selbst sicher durchs Leben gegangen ist durch meine, Kampfsportausbildung. Und das wusste er schon sehr zu schätzen. Aber er wollte natürlich trotzdem, dass gewisse Dinge dann eben, und ich dachte, das will ich auch. Das ist dann ja offensichtlich kinky. Also er hat mir dann den Rahmen vorgegeben, da haben wir auch drüber geredet. Aber es war eine Katastrophe.
Sebastian Das war für ihn, war das einfach, so hat das gesellschaftlich zu sein. Die Frau ist folgsam und stark. Und für dich hat das Ganze aber dann doch eine sexuelle Komponente.
Paula Genau, ich wollte kinky Sex. Scheiße. Und vor allen Dingen habe ich ihn auch gemerkt, dass ich ihn... Und das wird mich, dass es wiederholt sich in meinem Leben, diese Geschichte. Ich habe ihn dann als Alltagsmenschen kennengelernt. Und plötzlich habe ich all die Gründe gesehen, ihn nicht als diesen allwissenden, perfekten Menschen zu sehen, der mir natürlich die Regeln vorgeben kann. Weil ich habe ihn ja auch in all seinen Facetten gesehen, wo er nicht selber nicht weiter wusste, wo er selber Dinge vielleicht fehlentschieden hat. Und das habe ich in meinem Kopf nicht miteinander vereint gekriegt.
Sebastian Also du hast deinen kinky Sex nicht bekommen.
Paula Ich habe meinen kinky Sex nicht bekommen. Ich habe katastrophal schlechten Sex bekommen.
Sebastian Oje.
Paula Aber ist okay.
Sebastian Liebes Publikum, manchmal dauert das. Manchmal dauert das auch einmal im Zweifel fünf, sechs Jahre. Keine Ahnung. Trotzdem hast du es geschafft, in Litauen die Szene zu entdecken.
Paula Ja, wir haben uns dann getrennt nach einem Jahr. Ich bin aber in Litauen geblieben, weil ich angefangen hatte zu studieren. Ich musste ja irgendwas machen.
Sebastian Mit der Sprache bist du klar gekommen?
Paula Ich habe auf Englisch studiert.
Sebastian Okay.
Paula Die Sprache konnte ich, wie heute noch, ich kann Essen bestellen, ich kann im Notfall die Polizei rufen, ich kann lesen, also ich kenne mich aus, ich komme durch, durch den Alltag, aber ich kann keine politischen, oder so ein Gespräch könnte ich nicht führen. genau. Wir haben uns getrennt und ich bin dann da geblieben und bin dann in WGs gezogen und so, wie man das dann halt so macht als Studi, und hab dann über den Sommer quasi mich neu erfunden und bin dann einfach in einstiegige Foren gegangen und habe angefangen fremde Wänder zu treffen, in der Hoffnung, dass ich da ein Dombei finde. Also das war wirklich eine 180-Grad-Wendung. Okay. Vor allem. Der Drang war so groß.
Sebastian Und du wusstest auch, was du willst?
Paula Ich wusste genau, was ich wollte. Ich wusste es so genau. Das war ja das Problem. Ich wusste ja genau, was ich wollte. Ich wollte diese eine Sache. Ich wollte dieses Gefühl, was ich in China hatte, im Bett. Ich wusste ganz genau, was ich will.
Sebastian Kann ja nicht so schwer sein eigentlich. Okay, du hast Dates gehabt.
Paula Ich habe unfassbar viele Dates gehabt, ja.
Sebastian Und?
Paula Hm. Was und?
Sebastian Gab es Disziplin? Wurde das befriedigt?
Paula Unterschiedlich. Ich hatte auch da unfassbar viel schlechten Sex. Ich habe aber auch, da war ich ja dann 21. Es gibt ja immer mal wieder Gäste hier im Podcast, die erzählen, was sie alles so gemacht haben, wo du dann immer schon sagst, Leute, mach das nie. Das sollte man nicht tun. davon gibt es bei mir auch genug Storys und es gibt genug Dinge, wo ich sage, muss man nicht wiederholen.
Sebastian Ich frage ja immer so nach dem ersten Mal, wo man endlich dieses Gefühl, das man sich jahrelang vorgestellt hat und gesucht hat, wo man das wirklich mal merkt, also wo du wirklich mal dominanten, disziplinierten Sex, der Begriff ist toll, disziplinierten Sex mit Disziplin und diesem Ganzen, wo du das wirklich mal erlebt hast, wo du auch abgleichen konntest, Ja, das ist nicht nur eine wilde Fantasie, die es eh nicht gibt, sondern das ist wirklich das, was ich will. Magst du da was erzählen? Ich versuche mir das vorzustellen gerade, wie das trifft sich und dann gibt es klare Kommandos und es wurden vorher ganz viele Regeln gemacht und alles. Ich glaube nicht, dass es so war.
Paula Am Ende war es die Präsenz. Am Ende war es kein Zettel mit Regeln. Am Ende war es tatsächlich ein Mann, der mich einfach in Besitz genommen hat. Der einfach gesagt hat, ich bin jetzt hier und ich habe das Sagen. Und da haben wir nie drüber geredet. Das war klar. Aber wir sind spazieren gegangen, wir haben uns kennengelernt auf unserem ersten Date, wir hatten ein bisschen geschrieben. Es musste ja immer alles auf Englisch stattfinden und sein Englisch war so lala, also es war nicht so einfach tatsächlich irgendwie tiefe Gespräche zu führen. Aber er hatte schon ein Auftreten, wo ich gesagt habe, okay, das kann was werden.
Sebastian Da will ich brav sein, ja?
Paula Ja, tatsächlich. Und dann sind wir spazieren gegangen am Fluss entlang. Und dann hat er gesagt, hier, diese Weide, such dir einen aus. Nicht so fast. Also ja, wenn wir gleich zu dir gehen, dann such dir einen aus. Damit werde ich dir dann auf den Hintern hauen. Da musste ich mir meine eigene Weidengärte pflücken. Und er hat das nicht, es war einfach, es war keine Frage, das war kein, wäre das okay, wäre das denn, es war einfach ein, wir machen das jetzt. Das war überhaupt nicht, das war einfach wie selbstverständlich, das machen wir jetzt. Und das war so aufregend. Das war unfassbar aufregend.
Sebastian Liebes Publikum, ihr werdet jetzt wahrscheinlich zu Recht daran denken, ja, man muss da Gespräch führen. Ja, aber.
Paula Klar, muss man.
Sebastian Hätte es ja auch weglaufen können.
Paula Auf jeden Fall.
Sebastian Aber an der Stelle war es einfach so.
Paula Es war ein öffentlicher Ort. Ich war gecovert tatsächlich. Soweit war ich da schon. Dass jemand wusste, dass ich mich mit ihm treffe. und aber klar, natürlich, man hätte da anders noch dran reagieren können.
Sebastian Ja, ganz ehrlich, ist, wie es ist.
Paula Mit dem hatte ich mehrere Sessions und jede Session war sehr beeindruckend. Sehr beeindruckend. Es hat lange gedauert, bis ich über ihn hinweggekommen bin.
Sebastian Die Sache mit dem Stöckchen, ich nenne es jetzt mal despektierlich so, und dann macht er damit auch was. Also dann kommt ja nochmal dieses Schmerz und spüren dazu. Und jetzt durch den Kampfsport ist ja vielleicht Schmerz in deinem Hirn auch ein bisschen umgedeutet. Mit Schmerz ist Fühlen und Leben und Reaktion, also eine gewisse Fähigkeit Schmerz nicht als etwas plötzliches Autschi zu sehen, sondern als etwas bewusst wahrzunehmen, würde ich jetzt unterstellen. Aber trotzdem haut dir jemand aus einem sexuellen Kontext heraus auf den Hintern mit einem Werkzeug und das hinterlässt womöglich Spuren und tut weh und es passiert einfach gerade, das muss ich doch überrollt haben.
Paula Was mich überrollt hat, war die Selbstverständlichkeit, mit der er erwartet hat, dass ich genau das tue, was er sagt. Weil ich habe ja mir selber schon wehgetan, auch sexuell, mit besagter Haarbürste und auch später anderen Dingen. Ich habe auch mit meinem dann Ex-Partner, den ich aus China mitgenommen habe, ja versucht, kinky Sex zu haben. Also auch der hat mir weh getan. Und ja, Sex. Schmerz ist für mich nicht gleich Schmerz. Ich weiß, dass Schmerz als allererstes erstmal ein Warnsignal ist. Das habe ich halt gelernt. Das ist erstmal nur der Körper, der sagt, da könnte jetzt vielleicht was passieren. Also da ist nur nichts passiert, da könnte was passieren. Das ist ja erstmal der erste Schmerz. Von daher gebe ich dir recht. Für mich ist Schmerz sicherlich. Also ich bin sehr, sehr, sehr, sehr masochistisch. Ich liebe Schmerz im sexuellen Kontext. Aber der Schmerz war nicht das. Das war ja das, was ich sagte. Mir ist das total egal, was wir machen. Die Selbstverständlichkeit, mit der er diese Szene geführt hat, mit der er mich in diesem Zimmer, in diesem WG-Zimmer, wo ich gewohnt habe, genommen hat, mich übers Knie gelegt hat, und einfach erwartet hat, dass ich tue, was er will. Und ich wollte es für ihn tun. Das war das, was mich gekickt hat. Nicht die Gerte, die war nur Mittel zum Zweck. Und ein andern Mal, ein paar Wochen später, hat er gesagt, ich komme in meiner Mittagspause vorbei. Bist du zu Hause? Ich habe gesagt, ja. Er hat gesagt, koch doch was für uns. Ich kann nicht kochen, ich koche nicht gerne, aber gut, ich habe für ihn gekocht, ich habe irgendwas gekocht. Ich weiß auch ehrlich nicht mehr was. Ich war so ein Heffes. Und dann kommt er, geht in mein Zimmer, ich war noch in der Küche. Und dann komme ich mit diesen beiden Tellern in mein Zimmer und er sitzt da auf meinem Bett, weil ich hatte keinen Sofa, nimmt mir die Teller ab, packt mich an den Haaren, packt mich auf alle Viere, nimmt seinen Teller, stellt ihn auf meinen Rücken und isst. Und ich knie da auf allen Vieren als ein lebender Tisch mit meinem Essen, was da einfach kalt wird. Und ich war einfach nur, ich war hin und weg. Ich habe, glaube ich, selten so intensiv gefühlt. Und das ist, glaube ich, das, was ich meine, wenn ich sage, ich sehne mich oder ich liebe diese Selbstverständlichkeit des Machtgefälles. Der Disziplin zwischen zwei Menschen, das so ist es und es ist keine Diskussion. Wir wollen es nicht mal diskutieren. Wir brauchen es nicht diskutieren, weil es ist einfach so. Das war toll.
Sebastian Heißt aber auch, es muss ganz klar sein, dass es dann doch irgendwo Limits gibt und du musst darauf vertrauen können, dass dein Gegenüber in deinen Grenzen bleibt.
Paula Das habe ich später gelernt.
Sebastian Okay, ja, das ist immer der Haken.
Paula Das habe ich später gelernt, ja. Das war ein Treffen. Wir hatten, ich habe auch später gelernt, dass das immer dann verdammt gut funktioniert, wenn man sehr wenig miteinander zu tun hat, außer das. Wir hatten einfach nur das, wir hatten nicht wusste, was er beruflich macht, ja, aber wir haben noch nicht drüber geredet. Wir hatten keine Berührungspunkte außerhalb unserer Sessions. Wir haben uns verabredet, wir haben Kingy Stuff gemacht und dann haben wir wieder Tschüss gesagt.
Sebastian Okay, das heißt aber in dem Moment, wo du die Menschen mehr gesehen hast, also Alltag, dass sie auch Menschen sind, die auch mal traurig und auch mal schwach sind, das zerstört das alles so ein bisschen. Also im Grunde suchtest du eine Gottheit. Das schränkt das Feld ein bisschen ein.
Paula Ich habe ja gesagt, ich wusste ganz genau, was ich wollte.
Sebastian Boah, also ja, also wirklich, also ich würde an dem Moment, wo ich verstehe, dass ich suche keinen Menschen, sondern ich suche die Sache, klingt jetzt so gemeint, also ich würde Depressionen kriegen, weil das würde ausschließen, dass ich mit Menschen glücklich werde.
Paula Ich habe es zum Glück lange nicht verstanden. Also für mich war das halt so, wie man BDSM lebt. Also ich dachte halt, so ist das. Und ich war 21, ich war ungebunden. Ich habe mich durch die Weltgeschichte gefögelt. Ich hatte tolle Erlebnisse, ich hatte weniger tolle Erlebnisse. Und immer wenn ich was Tolles gefunden habe, habe ich mich gefreut. Und diese Dinge habe ich dann aber auch wieder verloren. Der war dann auch irgendwann weg und hatte wieder jemand anderen. Und das waren immer, das waren flüchtige Begegnungen. Mehr war das nie. Und die haben mich aber geprägt. Ich habe nie darüber nachgedacht, BDSM und Beziehung. Das war für mich abgehakt nach dem Desaster, was aus der China-Beziehung geworden ist. War mir klar, das funktioniert nicht. Wenn ich sehe, dass er auch nur ein Mensch ist, der Fehler macht, dann fühle ich mich dann nicht mehr so, als wenn ich mich da hingeben will.
Sebastian Also ich glaube, wenn Menschen merken, dass sie spannende Gedanken haben in dem Bereich, dann geht es ganz vielen wie dir. Dann ist ja die Sache das, was fasziniert, nicht unbedingt der Mensch dahinter. Und ich glaube, dieser Sprung, der ist relativ heftig. Jetzt hast du ja trotzdem irgendwie Kontakt zur Szene in Litauen gefunden. Ich muss mal überlegen, ich versuche das mal ein bisschen abzukürzen. Du hast in Deutschland Kinky-Szene kennengelernt?
Paula Nein.
Sebastian Inzwischen schon.
Paula Ach, mittlerweile, ja.
Sebastian Ich mach mal jetzt wirklich so einen Zeitsprung. Und in Litauen auch. So ein Stammtischvergleich Litauen-Deutschland. Könntest du mir Unterschiede eventuell erklären? Als kleinen Exkurs. Ich meine, das ist ja kein drittes Weltland oder so, das ist Europa, verdammte Axt. Oder ist es?
Paula Es ist Europa, es ist EU. Sie haben auch mittlerweile den Euro.
Sebastian Ich war jetzt nicht ganz sicher, ob es nur Europa oder schon EU ist, aber ja natürlich.
Paula Seit 2015 haben die den Euro.
Sebastian Genau, richtig. Sie haben sogar den Euro. Oh Gott, liebes Publikum, es tut mir leid. Ich habe mich nicht ordentlich vorbereitet. Okay, also kann ja gar nicht so anders sein.
Paula Du hast mich im Vorgespräch gefragt, da warst du das erste Mal in der Szene, da warst du ja bestimmt total enttäuscht. Stammtisch, BDSM-Stammtisch. klar, wenn man in Deutschland das erste Mal zum BDSM-Stammtisch geht, ist die Wahrscheinlichkeit, dass man über BDSM redet, relativ gering. Zumindest wenn man zu so einem typischen Gesprächsstammtisch geht. Vielleicht so ein bisschen, aber in erster Linie sitzen da einfach ein Haufen Leute und unterhalten sich über Dinge und mögen sich und haben zufällig alle das gleiche oder ein ähnliches Hobby im Bett.
Sebastian Getroffen nicht, nicht zufällig, aber ja. Und du hast vor allem auch so einen Querschnitt. Du hast alle Leute, du hast alle Berufe, alle sozialen Kasten, Du hast alle Kings, theoretisch, wenn der Stammtisch groß genug ist, hast du alles dabei. Ja. Total easy. Also schön bunt gemischt, Regenbogen fein.
Paula Das war damals, also man muss ja sagen, damals ist es zehn Jahre her. Da hat sich auch viel getan, aber damals war das noch ganz anders. Also ich war nicht enttäuscht, als ich in die Szene eingestiegen bin. Im Gegenteil, ich habe plötzlich wieder was ganz ähnliches gefunden. Wie das, was ich ja in China haben wollte. Und zwar eine Gesellschaft, in der klare Regeln galten. Wo ganz klar war, diese Person ist ein männlicher Dom. Das heißt, wenn du dich als devote Frau identifiziert hast und als devote Frau in diese Gruppe eingestiegen bist, dann hattest du dich dem dominanten Mann unterzuordnen. Nicht sexuell direkt, gar keine Frage. Man war nicht zum Anpacken für jeden. Aber wenn der gesagt hat, bring mir was zu trinken, dann hat man dem was zu trinken gebracht. Und man war nicht auf Augenhöhe miteinander. Da war irgendwo immer eine Hierarchie. Und ich bin da reingekommen mit jemandem, den ich getroffen habe im Internet. Der hat mich dann mitgenommen. Der war Teil der Orga. Und ich war sein hübsches Am-Arm-Hängsel. Ich konnte ja die Sprache nicht, ich konnte nicht mitreden. Ich habe einfach nur da gesessen und nervös gelächelt. Und habe dann in dieser Szene aber ganz, ganz, ganz viele tolle Erfahrungen machen dürfen. Viele Erfahrungen, die ich jetzt im Rückblick nicht mehr so gut finde. Ich habe zumindest das gefunden, von der ich dachte, das ist eine richtige BDSM-Szene. Jetzt rückblickend weiß ich, da sind manche Dinge gelaufen. Das ist vielleicht nicht mehr wirklich zeitgemäß. Das ist nicht in Ordnung. Heutzutage würde ich auch, wenn mich jemand auf dem Stammtisch ansprechen würde, ah du bist doch hier devot, hol mir mal was zu trinken. Dem würde ich aber was erzählen. Aber damals war das ja genau das, was ich wollte. Ich hatte ja wieder eine Struktur.
Sebastian Also du wolltest das damals, also heutzutage, obwohl du Struktur und Disziplin immer noch liebst, würdest du das nicht mehr wollen?
Paula Nein, das würde ich nicht mehr wollen. Ich bin mittlerweile so weit, dass mir, das ist jetzt die Evolution, die da durchgemacht ist. Natürlich, ich träume immer noch von so einer Gesellschaft, aber es sind wirklich Träume, es sind Fantasien und das ist gut, dass es Fantasien sind, weil wie du schon gesagt hast, eigentlich funktioniert es nicht in der Realität. In der Klosterschule in China hat es funktioniert, weil da waren wir alle für einen ganz bestimmten Grund. Da hat man in einer kleinen Bubble gelebt, da gab es nichts anderes außer diese Klosterschule. Wir haben ja dieses Gelände nicht verlassen.
Sebastian Es gibt keinen Alltag. Also wenn du den Alltag eliminierst, dann kannst du auch Dinge machen. Und das System ist offenbar hunderte Jahre so perfektioniert worden, dass Menschen das auch über einen längeren Zeitraum leisten können und mental ertragen können.
Paula Genau, es gibt Ruhezeiten, es gibt bewusste, geregelte Essenszeiten und es war klar, wenn hartes Training an dem Tag war, dann war am nächsten Tag das und das dran. Das war ja, wirklich ist es ja Jahrtausende einfach, was weitergegeben wird. Also man kann das sehr gut aushalten.
Sebastian Da ist ja kein Sadismus drin, im Sinne von, wir quälen die Leute und machen sie fertig.
Paula Sondern es ist ein… Es ist ein spiritueller Ort, das darf man nicht vergessen. Es ist irgendwo wirklich etwas Spirituelles, es ist etwas, wo man gemeinsam an einer Sache festhält, an eine Sache glaubt und alle sind der Meinung, das ist der Lebensweg, den wir gehen wollen. So wollen wir unser Leben gestalten. Das ist total utopisch, völlig utopisch.
Sebastian Jetzt hast du es eben schon mit einem Satz gesagt, das müssen wir auch nochmal hier zumindest erwähnen. Die Szene in Litauen ist heute eine etwas andere.
Paula Ja, ich bin nicht mehr aktiv, ich habe aber noch viele Freunde dort. Und ich habe gestern noch mit meiner Freundin aus Litauen telefoniert, aus der damaligen Zeit auch. Und sie hat gesagt, bitte, bitte, bitte erwähne. Wir haben mittlerweile auch ein Kinky Social, also einen offenen Kinky Nachmittag einmal im Monat, wo neue Leute in Jeans hinkommen können und sich erstmal erkundigen können. Die ganze Orga ist umgewechselt. Als ich da war, bestand die Orga aus einem Typen, der war Mitte 60, einem Typen, der war Ende 50. Deren Subs, die waren so Mitte 20, Anfang 30. Die waren aber irgendwie auch noch verheiratet. Also die waren aber nicht dabei, die Frauen. Es war alles Mail-Dom. Es gab ein paar jungen Doms, die wurden angelernt von den älteren Doms. Ja, das ist nicht mehr so. Also mittlerweile sind die auch kinky. Also es gibt LGBTQ, es gibt alles mögliche.
Sebastian Ja, es ist schön, dass sich das weiterentwickelt. Und ganz ehrlich, also wenn ich überlege, so 2007 meine Stammtischeinstiege, so weit weg sind die gar nicht. Also das Label Jungdom hatte ich da. Es war jetzt nicht so hierarchisch aufgebaut wie das jetzt. Aber ich kann so die Anklänge davon durchaus noch nachvollziehen.
Paula Also ich sage so spaßeshalber, glaube ich, so Litauen, die King-Community hängt so zehn Jahre hinter.
Sebastian Also ich glaube in zehn Jahren sind die… Die holen ganz schnell auf und die über Zweifel überholen sie uns auch ganz bald.
Paula Wahrscheinlich.
Sebastian Also da bin ich sogar ziemlich sicher, weil kleinere Communities einfach viel flexibler sind in ihrer Entwicklung als… Es ist.
Paula Eine sehr kleine Community. Wir waren damals 20 Leute und irgendwann hatte gezwungenermaßen jeder mit irgendwem mal irgendwie was gehabt. Das war einfach so. Ja, die Auswahl war klein.
Sebastian Aber Disziplin ist nur für Subda, ne? Also wie diszipliniert waren denn da die ganzen Meldums?
Paula Gar nicht.
Sebastian Saufen und Vögeln und die Mädels haben sich, und ich sag jetzt bewusst, Mädels haben sich gefälligst zu benehmen.
Paula Ja, das war so. Aber auch das war wieder, ich kannte die alle nicht persönlich. Ich kannte die immer nur im Kontext vom Stammtisch oder mal von einer Party für ein paar Stunden. Aber die wussten nie, ich konnte mich auch gar nicht mit denen unterhalten. Gerade die Älteren, die konnten ja nicht mehr Englisch. Die Jüngeren, die konnten Englisch. Da sind auch Freundschaften entstanden. Ja, wie gesagt, die eine Freundschaft bis heute. Beste Freundin. Klar, irgendwann habe ich gedacht, okay Paula, nicht alles, was glänzt, ist Gold. Guck da mal genauer hin. Dann kamen andere, neuere, ich war dann ja lange die neue, exotische Sub, das Vorführe-Event auf jeder Party. Konnte viel aushalten, man könnte richtig was mit mir machen.
Sebastian Das klingt alles nach Geschichte der Ohr so ein bisschen, ne? So ganz weit weg ist es jetzt nicht davon.
Paula Nee, es war von der Idee her, war es so. Wenn es eine Party war und man war als devote Frau auf der Party, dann wurde man auch von anderen Doms auf den Hintern gehauen. Oder wurde einfach in der Mitte angekettet und dann wurde halt mit einem rumgespielt.
Sebastian Also ich weiß jetzt schon die kritischen Kommentare unter der Folge. Das war Missbrauch, ihr könnt das doch nicht so romantisch und so mit dem Lächeln darstellen.
Paula Achso, ja, willst du?
Sebastian Ja, mach erst mal du, weil du warst ja dabei. Also wie siehst du das?
Paula Es war eine harte Lernkurve zu verstehen, dass ja…, Viel davon war nicht okay. Ich bin für mich der Meinung, ich bin mit Konsens da reingegangen. Ich bin mit den Dingen, die ich dort erfahren habe, ich will gar nicht sagen, die mir dort passiert sind, sondern die ich dort erlebt habe tatsächlich, bin ich für mich fein. Aber der Weckruf kam und es kamen neue Leute dazu. Und die Zeiten haben sich sehr krass geändert. Innerhalb von zwei Jahren hatten wir genau diese Debatten. Das geht nicht. Nur weil jemand neu dabei ist, kann man dem nicht, nur weil jemand sich als Devot identifiziert, kannst du den nicht einfach packen oder die. Das geht nicht. und es gab rege Diskussionen, die. Community hat sich ein Stück weit gespalten, es gab die alten, es gab die neuen, die neuen haben jetzt übernommen. Ich habe die Anfänge mitbekommen, also ich bin 2018 weggezogen aus Litauen und ich war vier Jahre aktiv oder drei Jahre aktiv in der Szene und ich habe die Anfänge vom Wechsel mitbekommen. Ich glaube, ja, man kann sagen, dass das nicht in Ordnung war, Aber ich glaube, das ist auch einfach ein Produkt der Zeit. Das ist jetzt mit dem Wissen, was wir jetzt heutzutage haben, kann ich darauf zurückblicken und sagen, das war nicht in Ordnung, wie die da gehandhabt haben, wie da mit einem umgegangen ist. Aber für damalige Zeiten, für meine Realität, die ich da erlebt habe, war es okay. Es war Konsens. Es ist vielleicht nicht mehr der Konsens, über den wir heute reden, aber es war Konsens. Ich war freiwillig da. Ich wurde da nicht hingeschleppt. Ich wurde nicht gezwungen, da hinzugehen. Mich hat keiner erpresst. Ich war freiwillig da und ich wusste, was mir dort passieren wird oder wie mit mir dort umgegangen wird.
Sebastian Ich muss einfach mal diese ganz simple Frage stellen. Hat es dir Spaß gemacht, dort zu sein? war es erfüllend und toll.
Paula Ja, es war toll. Es kamen später dann Fragen, die moralisch und ethische und merkwürdige Gespräche hervorgerufen haben. Aber für mich war diese Community alles, was ich dachte, was ich will. Und war es auch für eine Zeit lang wirklich. War schön. Also es war wirklich schön. Ich denke immer mit einem Freudestrahlen dran zurück.
Sebastian Ja, ich glaube, das ist einfach dieser Punkt, diese Draufsicht von außen, da vergleicht man sofort, was sind heute die Standards, wie ist es ideal, gilt hier einfach mal nicht. Das ist jetzt Teil deiner Geschichte und du bist offenbar, ich sehe es zumindest, mit einem großen Lächeln da rausgegangen und das ist auch erstmal in deinem Fall gar nicht dramatisch, weil es hat es dir ja nicht abgewöhnt oder so. Also es ist jetzt nicht darauf hinausgelaufen, dass dir bewusst wurde, was habe ich da angestellt, um Gottes Willen, ich schäme mich für meine Vergangenheit. Nein, es ist einfach Teil deines Wegs und dem bist du gegangen und ja, du bist auch dann nach Deutschland wieder zurückgekommen.
Paula Ja.
Sebastian Aber bevor wir darüber sprechen, machen wir eine kleine Pause und dann bin ich gespannt, wie es da weitergeht, weil ich habe da auch nur bruchstückhafte Informationen. Geht gleich weiter. Liebes Publikum, wir haben ein kleines Päuschen gemacht und haben diszipliniert rekapituliert. Das Wortspiel bitte entschuldigen. Du bist zurück nach Deutschland gekommen. Lass mich raten, ich weiß es ja eh, ein Mann war schuld.
Paula Ein Mann war schuld. Ich habe den gleichen Move nochmal gebracht. Ich bin für einen Mann an einen anderen Ort gezogen.
Sebastian Wie hast du den kennengelernt?
Paula FetLife.
Sebastian Ah, okay. Wie hat er dich denn da bezirzt?
Paula Ich habe ihn bezirzt. Es gibt eine Gruppe Autsch-Surfing bei Fatwatch.
Sebastian Ja, stimmt, die kenne ich.
Paula Und ich musste damals, also ich hatte noch zwei Semester Studium vor mir und musste in den Semesterferien im Sommer ein Praktikum machen für die Uni. Und habe mich dann entschieden, das Praktikum in Deutschland zu machen. und hab gedacht, in dem Zuge kannst du ja danach die Zeit, bevor das Semester wieder losgeht, eine kleine Reise durch Deutschland machen. Also Trampen, Bernhalter fahren und bei Leuten auf der Couch übernachten. Dann habe ich geguckt, was ist eine machbare Strecke an einem Tag mit Pernhalter fahren, was schaffst du? Und dann habe ich so einen gewissen Zeitraum, wo ich gewohnt habe und das Praktikum gemacht habe, einen gewissen Umkreis gesucht. Und habe dann bei Outsch-Surfing, in der Outsch-Surfing-Gruppe bei Fatlife seine Anzeige gefunden. Die war schon Jahre alt. Ich weiß gar nicht, wie viele Jahre war die schon alt. Ich habe ihn einfach angeschrieben. Und er erzählt bis heute gerne, da hat mich diese Frau aus Litauen auf Deutsch, aber ohne Umlaute, weil ich hatte ja eine englische Tastatur, aber auf mehr oder weniger gutem Deutsch. Ich hatte zu dem Zeitpunkt schon jahrelang kein Deutsch mehr geredet, außer mit der Familie. Und Englisch war meine gefühlte Muttersprache eigentlich. Deswegen war mein Deutsch gerade im Schriftlichen extremst holprig. Hat ihn angeschrieben und er war sich sicher, das war ein Spam. Bis er mich dann am Bahnhof eingesammelt hat. Da hat mich dann der Anhalter, also da wo ich mitgefahren bin, der Anhalter hat mich da rausgelassen und er hat mich da eingesammelt.
Sebastian Also der Plan war nur zu übernachten?
Paula Der Plan war zwei Nächte und dann weiter.
Sebastian Und sonst nichts weiter?
Paula Und aus den zwei Nächten sind drei Wochen gewonnen.
Sebastian Ja, jetzt bin ich gespannt.
Paula Die Couch war unbequem, sag ich mal. Die Couch war zu unbequem, ich musste im Bett übernachten, was soll ich tun?
Sebastian Also der Wille nach Disziplin war noch da? War da eine Andeutung davon da, dass das eventuell eine spannende Sache ist? Oder warum? Ich meine, das sind ja nicht allzu viele Stunden Zeit gewesen, dich davon zu überzeugen, dass die Couch eine Katastrophe ist.
Paula Ja, also wir haben uns natürlich kennengelernt und wir haben uns einfach nett unterhalten. Er war mir von Anfang an ein sehr sympathischer Mensch. Ruhig, in sich gelassen, in sich gelassen. Der war einfach ein Fels in der Brandung von Tag 1. Ich hatte ja wirklich nur vor ein Wochenende mit ihm zu verbringen. Und ich hatte absolut vor, kinky Spaß mit dem zu haben. Ich war ja immer noch in meiner Phase von No Attachments und Gib ihm und jede Erfahrung mitnehmen. Das habe ich ja jahrelang da bis zu dem Zeitpunkt schon gemacht. Und ich war immer noch bereit für Neues und für mehr und auf der Suche. Aber auf gar keinen Fall nach einer Beziehung. Also das war das allerletzte, was ich wollte. Wollte nie wieder eine Beziehung, weil in meinem Kopf war klar, BDSM und Beziehung, das funktioniert halt nicht zusammen. Das habe ich bei ihm auch nicht gesucht. Aber ich wusste, wenn das klickt, dann ist da auf jeden Fall das Potenzial, dass an dem Wochenende Kinky Spaß passiert. Und es hat geklickt und es hat ein bisschen mehr geklickt. Also ich bin noch weiter gereist, weil ich hatte schon den nächsten Stopp auch klar. Ich bin dann von da noch eine Station weiter, aber von da wieder zurück.
Sebastian Also wirklich so verknallt über beide Ohren?
Paula Nee, ich nicht. Ich fand ihn einfach nur unheimlich interessant, unheimlich toll. Aber ich mache manchmal so Dinge, wo man im Nachhinein denkt, unter Bewusstsein wusste sehr genau, was du da tust. Und zwar, ich habe an einem Ort, haben meine Eltern gelebt. Er hat in der Mitte zu der anderen Station gelebt, zwischen meinen Eltern und ich zeichne das gerade mit den Händen auf.
Sebastian Ja, das Publikum hört gespannt zu.
Paula Er hat genau auf halber Strecke gelebt, zwischen dem, wo ich dann als zweites hingefahren war und meinen Eltern. Und mein Vater ist 50 geworden.
Sebastian Da muss man hin.
Paula Da musste ich hin. Und dann habe ich einen Zwischenstopp bei ihm gemacht. Und dann habe ich ihm gesagt, ich fahre da hin. Und dann bekomme ich, während ich da war, eine Nachricht von ihm. Er ist auf dem Weg. und dann ist er einfach zu diesem Geburtstag gefahren, wo meine gesamte Familie war. Cousins, Cousinen, Tanten, Onkels, Omas, alle waren da. Mein Vater hatte alle Leute eingeladen. Es war eine riesen Gartenparty im Sommer.
Sebastian Es war doch bis zu dem Moment nur ein Dude, mit dem du ein Wochenende verbracht hast.
Paula Korrekt, dann schon ein zweites, aber ja. Der ist einfach gekommen.
Sebastian Allein diese Frechheit dürfte dich beeindruckt haben.
Paula Unfassbar.
Sebastian Und du hast ihn nicht weggeschickt.
Paula Ich habe ihn nicht weggeschickt. Ich war nervös ohne Hände. Ich habe gesagt, was machst du hier? Er hat seine beste Freundin mitgebracht. Das war sehr lustig. Er hat das mit seiner Freundin abgeklärt, mit seiner besten Freundin. Er hat gesagt, wäre das komisch, wenn ich da hinfahre? Und sie hat wohl gesagt, wenn du mich mitnimmst, nicht. Dann sind sie zum Zweiten aufgetaucht. Und dann musste er ja wieder fahren. Er ist an dem Abend dann wieder gefahren. Ich habe ihm einfach meinen Rucksack mitgegeben. Ich habe gesagt, nimmst du den schon mal mit? Dann muss ich den nicht, wenn ich dann wieder per Anhalter oder per Zug fahre, mit mir rumschleppen. Ich hatte ja so einen großen Reiserucksack. Habe ich ihm einfach gegeben. Und dann war klar, ich gehe wieder zu ihm.
Sebastian Liebes Publikum, ich muss einmal sagen, tut das alles nicht. Macht es nicht. Aber wenn es verfilmt wird, dann würde dranstehen, eine fantastische Reise.
Paula Es war toll. Es war ein spannender.
Sebastian Und der hat sich auch als netter Mensch herausgestellt.
Paula Ja, das hat er von Anfang an.
Sebastian Denn wir reden heute auch über ihn ganz viel, denn?
Paula Diesmal war es keine schlechte Entscheidung, umzuziehen für einen Mann. Aus der Beziehung ist dann meine Ehe geworden, unsere Ehe geworden. Wir sind seit fast drei Jahren jetzt verheiratet.
Sebastian Okay, ja, herzlichen Glückwunsch.
Paula Dankeschön.
Sebastian Also auch im Vorfeld hast du mit ihm abgesprochen, worüber wir alles sprechen können. liebes Publikum, das ist nicht so geradlinig wie ihr denkt, denn dein Hauptproblem ist ja noch da Disziplin ist geil, Und Menschen sind Alltag und sind tendenziell eher biologische Wesen, die nicht so diszipliniert sind. Also dein Problem ist ja nicht gelöst. Das wusstest du aber. Du wolltest einfach nur bei den Menschen sein und ja, geil, fühle ich mich wohl, ist toll, läuft. Oder war das, ich will bei dem Dom sein? Also war es die Person oder war es der Dom, der dich interessiert hat?
Paula Also in den Wochen war es ja noch drei Wochen nicht Alltag. Er musste zwar arbeiten und ich war tagsüber dann mal alleine, aber wir hatten uns ja noch überhaupt nicht kennengelernt. Wir haben uns ja kennengelernt auf eine Art und Weise, wir haben ja nicht gedatet oder so, wir haben einfach plötzlich drei Wochen zusammen gewohnt. ich in seiner Wohnung. Und er musste ja ganz normal arbeiten und abends und am Wochenende haben wir Dinge unternommen und ganz, ganz, ganz viel Kinky Sex gehabt. Und auch da war für mich aber noch nicht klar, dass das eine Beziehung wird. Das war immer noch ein Urlaubsabenteuer. Und das war toll. Und wir haben gematcht.
Sebastian Ich glaube, das ist eine tolle Einstellung, wirklich nicht zu sagen, okay, ich mache jetzt erstmal eine Beziehung und wenn dann alles eingetütet ist und die Beziehung eine Beziehung ist und dass man sich überall in der Familie vorgestellt hat, dann fängt man an mit dem Kinky Sex. Sondern nö, ein Abenteuer wird jetzt gemacht, Punkt. Was habt ihr denn miteinander überhaupt gemacht? Ich meine, das muss ja irgendwie sich unterschieden haben von allem, was du vorher erlebt hast.
Paula Ne, was sich unterschieden hat, war eher, ich habe mich dann verliebt, damit habe ich nicht gerechnet. Das ist mir vorher nicht passiert mit keinem der anderen Partner, die ich da irgendwie hatte oder so. Und er hat sich auch verliebt. Er hat sich, glaube ich, sehr schnell verliebt, sonst wäre er, glaube ich, nicht zu der Geburtstagsparty gekommen. Bei mir hat es ein bisschen länger gedauert, aber wir waren uns von Anfang an sehr, sehr sympathisch. Was haben wir miteinander gemacht? Ich weiß nicht mehr genau, was wir an diesen ersten Wochen gemacht haben.
Sebastian In welcher Art und Weise. Also ich überlege, ich versuche mir ehrlicherweise dich als Sub vorzustellen. Das finde ich gar nicht so einfach, weil theoretisch, du musst mein Bild bitte mal zerstören. Ich sehe dich da theoretisch irgendwo unten, du aber immer den Zeigefinger hebst, das entspricht nicht den Regeln und ich brauche die doch oder die müssen auch eingehalten werden. Also entschuldige bitte, das ist jetzt eine ganz miese Unterstellung, aber ich reite nochmal auf diese Suche nach Disziplin und Regeln und festen Konstrukten ein bisschen herum. Das muss dein Gegenüber ja können, sonst bist du ja nicht glücklich. Und das heißt, du musst auch Einfluss drauf nehmen und sagen, ich brauche das, ich will das und ich muss das auch äußern, dass ich das brauche und will. Das ist eine gemeine Frage, ich weiß das, aber irgendwie.
Paula Nee, das ist auch absolut eine berechtigte Frage. So ist es auch tatsächlich. Und das ist auch etwas, worüber wir gerne reden können.
Sebastian Bitte.
Paula Was nicht immer einfach ist und immer noch, also nicht einfach war und auch immer noch nicht einfach ist. In diesen ursprünglichen Kennenlernwochen, also man muss sagen, danach haben wir Fernbeziehungen geführt ein Jahr, weil ich bin ja wieder zurück und habe studiert. In diesen Wochen haben wir natürlich viel geredet und wir haben aber auch sehr viel Kinky-Sachen gemacht und ich weiß, dass für ihn so Momente wie tanzend auf dem Straßenfest, habe ich irgendwie getanzt für ihn, habe ich ihm was vorgetanzt in der Öffentlichkeit, was ganz feines, kleines, da spielte irgendwie Musik und ich habe mich ein paar Mal in so einem Sommerkleid einfach gedreht und so richtig so Momente, wo er einfach gesagt hat, wow, die Frau hat irgendwie Ausstrahlung und Spaß. im Leben und wir waren zusammen einkaufen und ich habe mich in den Einkaufswagen gesetzt und er hat mich durch den Supermarkt geschoben. Dinge, die man tun kann, wenn man in der Stadt nicht wohnt. Ich war ja, das ist einem egal, wer man sieht.
Sebastian Das war gar nicht so ein Vordergrund, dass dein Bedürfnis erfüllt wird, sondern es war einfach eine schöne, verliebte Zeit.
Paula Es war einfach eine tolle, aufregende Zeit. Wir hatten ganz viel Kink. Wir haben ganz viel sexy Sachen miteinander gemacht. Er hat mich in Ketten gelegt, er hat mich gefesselt, er hat mich gespankt, Und er hat mir jedes Mal, wenn ich den Klodeckel oben gelassen habe, eine Ohrfeige gegeben. Das war toll. Das war konsequent. Auch als ich später zu ihm gezogen bin, ein Jahr später. Mittlerweile lasse ich den Klodeckel nicht mehr oben. Das passiert mir nicht mehr. Nie.
Sebastian Du warst eben im Bad, ich könnte das jetzt kontrollieren.
Paula Kontrollier ist kein Problem, das ist mir ausgetrieben worden.
Sebastian Mir hat mal irgendwann jemand erklärt, den muss man oben lassen, damit der Nächste auch direkt auf einen Blick sieht, dass alles sauber ist. Deshalb muss man ihn oben lassen.
Paula Ich habe dazu keine Meinung. Er hat eine Meinung dazu und diese Meinung hat sich durchgesetzt.
Sebastian Okay, die ist maßgeblich. Okay, also da ist dann doch der Punkt. Also ich reite da immer noch so ein bisschen drauf rum, liebes Publikum, ich höre auch gleich auf damit, aber dieses, du suchst da etwas und…, Dann kommt das Leben dazwischen und dann ist das vielleicht gar nicht mehr so wichtig. Es muss nur ein Ansätzen da sein, aber er muss jetzt nicht von Tag 1 an die Klosterschule ersetzen, sage ich mal.
Paula Ich dachte ja nicht, dass er jetzt das Nonplusultra ist. Auch als ich wieder zurück in Litauen war. Ich habe nicht aufgehört, mich mit anderen Leuten zu treffen. Also wir waren da nicht irgendwie exklusiv oder so. Er war einfach ein toller Mann in meinem Leben und einer, mit dem ich plötzlich nicht nur mal eine Session haben wollte, sondern den ich auch als meinen Partner-DOM gesehen habe. Und er hat mir Aufgaben gegeben. Er hat mir Aufgaben gegeben. Jede Woche musste ich mich in ein stilles Eckchen knien und in eine Excel-Tabelle dann schreiben, worüber ich meditiert habe, über irgendein Thema. Es gibt eine Excel-Tabelle. Jede Woche musste ich das machen. Ich musste ihm jede Woche ein Foto schicken von mir an einem öffentlichen Ort, semi-öffentlichen Ort, ein Foto, was irgendwie so ein bisschen pervers ist. Sowas wie nachts auf dem Supermarkt, Parkplatz, im Mantel nichts drunter und dann kurz den Mantel gelüftet und ein Foto. und ich bin mit meiner Freundin auf Streichzüge durch die Stadt gegangen und wir haben versaute Fotos für ihn gemacht und es war toll und so haben wir Kontakt gehalten über das Jahr, er hat mich besucht, ich habe ihn besucht, er hat die Szene kennengelernt und sie sehr kritisch betrachtet mir die Augen geöffnet. Ich habe die Deutsche ich bin auf den deutschen Stammtisch gegangen wo er hingegangen ist im Café, wo man sich dann was bestellt hat und über die Arbeit geredet hat. Wir hatten ein sehr sanftes Kennenlernen. Also die ersten drei Wochen waren natürlich ganz, ganz intensiv, aber danach war es ein Jahr lang, Ja, reden miteinander, Videochatten, telefonieren, diese Aufgaben, diese klare Regeln. Ich hatte dieses typische, einmal in der Woche einen Buttplug tragen, solche Sachen und das hat er mir ja gegeben und das waren ja Regeln und das waren klare Regeln und das war toll. Und die habe ich auch gemacht.
Sebastian Also die Excel-Tabelle findet ihr, liebes Publikum, in Auszügen in den Shownotes.
Paula Mal gucken.
Sebastian Da ist was schwärzen, das ist okay. Wir brauchen ja Artefakte. Okay, aber dann, also eigentlich total schön. Also erstmal wirklich so wie so eine überstürzte Affäre angefangen, schon mal Spaß gehabt und dann aber durch die Distanz wirklich auch die Möglichkeit gehabt, sich kennenzulernen. Genau. Und der Alltag, dass er auch Alltag mitbringt oder eine Person ist, die unterschiedliche Tagesformen hat, das war gar nicht mehr so schlimm, ne?
Paula Das war ja gar nicht offensichtlich. Wir hatten ja keinen Alltag zusammen.
Sebastian Ja, aber er wird ja trotzdem erzählt haben, heute war es auf der Arbeit stressig oder irgendwie sowas.
Paula Ja, natürlich.
Sebastian Aber das heißt, er zeigt ja schon ein bisschen mehr von sich und auch, dass er nicht immer der Dom ist, der dich perfekt im Fokus hat. Aber das scheint mir nicht wichtig gewesen zu sein.
Paula Ich glaube, ich habe mir das lange, ich habe mir da lange keine Gedanken drüber gemacht. Ich hatte ja keinen Plan. Ich hatte ja nicht gesagt, das wird jetzt der Mann meines Lebens oder wir müssen jetzt irgendwie einen Weg finden, wie unsere Kings perfekt matchen, sondern ich hatte ja noch andere, wo ich mir dann Dinge geholt habe und mit ihm waren Dinge toll und andere Dinge toll. Und es war aber einfach, er war der Einzige, mit dem ich zusätzlich zum Kink Lust hatte, Kontakt zu haben, eine Bindung zu haben, miteinander zu gestalten und ihn kennenzulernen und zu wissen, was ihn bewegt. Und ich habe mir, jetzt rückblickend könnte ich das bestimmt analysieren, aber damals habe ich da überhaupt nicht dran nachgedacht. Also wirklich nicht. Das war einfach, wie es war. Und schwierig wurde es erst, als ich dann mit dem Studium fertig war. Und gesagt habe, ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich bin fertig mit dem Studium. Mich hält hier in Nittau jetzt nicht wirklich was. Ich würde wohl wieder nach Deutschland kommen. Und er gesagt hat, kannst du bei mir wohnen? Und ich gesagt habe, okay. Und dann bin ich bei ihm eingezogen. Und im Sommer 2018. Und ich hatte da dann aber nichts. Ich hatte wieder keine Freunde. Gut, die Sprache konnte ich diesmal. Ich hatte keine Freunde, ich kannte niemanden. Meine Familie war weit weg. Ich hatte ja nur ihn. Und er hatte natürlich sein ganzes Leben da, wo er schon gewohnt hat. Er hatte seinen Job, er hatte seine Freunde, seine Familie. Ich habe den ganzen Tag zu Hause gesessen. Ich hatte auch noch keinen Job zu dem Zeitpunkt und habe auf ihn gewartet, dass er von der Arbeit kommt und dass er mir Kink mit mir macht. Dass wir das machen, was wir zusammen machen.
Sebastian Das klingt total schrecklich. Wie so ein Hund, der den ganzen Tag aufs Härchen wartet und dann spiel mit mir.
Paula Ja, so war das. Und ich habe überhaupt nicht verstanden, was daran falsch ist. Ich wollte, ich habe gesagt, natürlich, das machen wir doch, das sind doch wir. Und ich habe ihn auf Knien erwartet, jeden Nachmittag und wollte dann, dass er irgendwas mit mir macht, mir Befehle gibt, Dinge mit mir tut.
Sebastian Er mehlt das als schwierige Situation vor, weil er hat auch so ein gewissen, er kriegt so den Erwartungsdruck. Aber das wäre für dich genug gewesen, das wäre deine Welt gewesen.
Paula Zu dem Zeitpunkt dachte ich, dass das funktionieren kann.
Sebastian Das wäre auch dein Wunsch gewesen.
Paula Das war mein Wunsch, ja. Mein Wunsch war also schon irgendwie wahrscheinlich was arbeiten. Der Grund, warum ich keine Arbeit hatte, war nicht, weil ich keine gefunden habe, sondern weil ich keine gesucht habe, weil ich gesagt habe, ich will nicht wieder denselben Fehler machen wie damals. Dass ich ja, In Litauen geblieben bin, weil als ich mit dem damaligen dann Schluss gemacht habe, schon mein Studium angefangen hatte und dann einfach da geblieben bin, weil ich wollte mich also nicht an diesen Ort binden und irgendwie eine Arbeit haben und dann plötzlich da landen, wo ich niemanden kenne, nur weil ich mal mit dem Mann zusammen war eine Zeit. Deswegen habe ich ganz klar gesagt, wir können das ausprobieren, aber das war im Nachhinein wahrscheinlich keine gute Idee.
Sebastian Wie lange ging das gut, dass du ihm die Nachmittage versüßen wolltest?
Paula Wir sagen heute rückblickend, das erste Jahr, wo wir zusammengelebt haben, war das schwerste. Weil meine Erwartung war natürlich, jetzt plötzlich hatte ich ja alles zurückgelassen, jetzt hatte ich ja nur noch ihn. Jetzt musste er ja alle meine Bedürfnisse erfüllen, das musste er ja vorher gar nicht. Jetzt musste er das und ich hatte viele Bedürfnisse. Ich wollte 24 sieben, ich wollte regeln, ich wollte Disziplin, ich wollte mir, dass er sagt, wie ich den Haushalt zu schmeißen habe. Ich wollte das alles für ihn tun. Ich wollte für ihn kochen, ich wollte für ihn putzen, aber ich wollte, dass er mir sagt, wie? Und das wollte er gar nicht. Er wollte kinky Sex. Er wollte Spaß haben.
Sebastian Du sagst das jetzt ständig. Was ist denn für dich kinky Sex um Himmels Willen? Sex mit an der Bettkante stoßen.
Paula Kinky Sex ist halt, also es gibt ja in Deutschland, das wusste ich auch nicht, aber tatsächlich ja eine Differenzierung zwischen BDSM und BDSM mit Sex. Es gibt ja eine ganze Gruppe von Menschen, die ihr BDSM strikt von Sex trennen.
Sebastian Ja.
Paula Ja, und Sex auf BDSM-Partys ist ja auch eher so eine Sache. So war ich aber nicht sozialisiert. In Litauen war BDSM und Swing eins. Da hat jeder mit jedem, das war klar. Jede Party hat in einer Orgie geendet.
Sebastian Okay, das klingt doch traumhaft.
Paula Das war auch einfach so. Also für ihn war BDSM etwas, was man zusammen mit Sexualität auslebt. Also sprich Spanking beim Sex oder als Vorspiel. Ein bisschen Choken, Haare ziehen, Dirty Talk. Bis heute ist er mit Abstand der beste Mensch im Dirty Talk, den ich kenne. Unfassbar, was der mir ins Ohr flüstern kann und tut. So war es alles. Und für mich war BDSM, sag mir genau, wie ich knien soll. Sag mir nicht einfach nur Knie hin, sondern ich wollte wissen, wie. Wo haben die Hände zu sein? Und wenn meine Hände sich bewegen, dann hast du das mit einer disziplinarischen Maßnahme zu versehen. Und wenn du das nicht tust, dann ist der magische Zauber für mich weg. Das funktioniert nicht. Und ich konnte sonst immer darüber hinwegsehen, wenn es nicht so perfekt war, weil ich ja dachte, okay gut, da war das jetzt so gut, da war das jetzt okay, ich konnte mir das zusammenstückeln. Und jetzt war er aber plötzlich die Person, von der ich alles wollte. Und ich hatte mich verliebt in ihn und mir war klar, das kann vielleicht was werden. Und ich wollte aber nicht darauf verzichten. Ich konnte mir nicht vorstellen, darauf zu verzichten.
Sebastian Ich muss nochmal fragen, hast du eine Ahnung, wo das herkommt, dass du wirklich so dieses unglaublich enge Korsett, dass du das…, Auch so wem enteinforderst, dass du ja sogar ein Jahr lang im Grunde deinen beruflichen Werdegang unterbrochen hast dafür, dass du gesagt hast, ich ordne alles dem unter, dass ich das kriege. Das ist Wahnsinn, ne?
Paula Ja, also ich habe das damals nicht so gesehen. Ich war ja immer noch nur 23 oder so, glaube ich, 24. Ich hatte ja noch keinen beruflichen Werdegang.
Sebastian Ja, ich finde es total toll, weil viele Menschen, die sortieren Kink, die priorisieren das super niedrig. Also dafür ist nur Raum, wenn alles andere erledigt ist, wenn alle Angelegenheiten erledigt sind, wenn die Steuer erledigt ist, wenn die Partnerperson damit fein ist und sowieso Zeit und Ruhe und nichts anderes ansteht. Und dann kann man den Unsinn machen. So, das ist so eine Priorisierung, davon höre ich relativ häufig. Und dass man eben sagen muss, nein, ja, dann wird halt irgendwas anderes nicht gemacht, aber dafür haben wir einen Abend zusammen zum Beispiel. Das ist schon etwas stärker, die Priorisierung. Wir nehmen uns Zeit, wir nehmen uns Zeit, wir nehmen sie woanders weg, ist die nächste Stufe. Und für dich ist ja wirklich das mit ganz weit oben gewesen.
Paula Zu dem Zeitpunkt auf jeden Fall. Das ist mittlerweile anders, ganz klar. Das hat sich verändert. Ich habe ja mittlerweile einen Job und eine Karriere. Ich bin angekommen im Alltag, im Erwachsensein. Ich muss aber sagen, und das weiß ich auch erst im Nachgang, weil er mir das auch gesagt hat und wenn ich jetzt zurückblicke, weiß ich das auch. Ich wollte das, aber ich habe nichts dafür getan. Ich habe außer mich dahin zu kniehen.
Sebastian Warst doch brav, das reicht doch.
Paula Nee, irgendwann war ich auch nicht mehr brav. Irgendwann war ich nur noch deprimiert, wollte es ihm aber auch nicht sagen. Ich dachte, wenn ich ihm sagen muss, was ich will, dann ist es ja nicht wieder das gleiche. Er muss doch wissen, was ich will. All das, all das, von dem man weiß, so funktioniert das nicht.
Sebastian Ich habe trotzdem geheiratet. Was für eine Kurzschlusshandlung muss das gewesen sein? Nein, also pass auf, das klingt jetzt wirklich für mich so, nach dem einen Jahr ist man, ist das der Feind im Bett. Das ist so ein, ich renne weg. Also das klingt wirklich nach, wir fahren mit Vollgas auf den Abgrund zu. Mein Gott, wie kann man das hinkriegen, so einen Mindswitch zu machen, ohne die Personen auszutauschen? Wow.
Paula Wenn ich jetzt Liebe sage, ist das zu cheesy?
Sebastian Nö, das ist okay. Aber Liebe allein löst noch, also Entschuldigung, das ist jetzt unruhbar, Liebe allein löst keine Probleme. Liebe ändert nur den Willen, sie zu lösen.
Paula Das klingt jetzt wirklich so, als wäre dieses erste Jahr eine Katastrophe gewesen. Aber wir hatten auch in diesem ersten Jahr viele tolle Erlebnisse miteinander. Wir hatten auch da vielen tollen Sex. Er hat auch da mir immer, wenn ich den Klodeckel oben gelassen habe, eine Ohrfeige verpasst und es war toll. Jedes Mal wieder, ja? Jedes Mal wieder konsequent. Und das war ja genau das, was ich wollte. Es war der feste Rahmen. Es war ganz klar. Wir haben beide nicht eine Sekunde daran gezweifelt. Und er hat nie die Regeln, die er dann aufgestellt hat, weil ich wollte, dass er sie aufstellt, hat er dann aber nie verfolgt, weil sie ihm nicht so wichtig waren. So. Ich habe aber auch nicht drauf gehört, was er will. Ich wusste ja, was ich will und ich dachte, er muss es erfüllen und er dachte auch irgendwie, er muss es erfüllen.
Sebastian Moment, ist nicht das, was er will, das, was maßgeblich ist in so einem Konstrukt?
Paula Aber er wollte nicht das Richtige.
Sebastian Oh, das könnte, also wenn es nicht so aus dem Zusammenhang wäre, wäre das ein Folgentitel? Er wollte nicht das Richtige. Ich kann das total nachvollziehen.
Paula Du sagst gerade schon, du hast eine schwere Zeit, dich mir als devote Person vorzustellen. Das war ja das genau, ich wusste halt genau, was ich wollte. Aber wie du schon gesagt hast, ich wollte nicht eine Person, ich wollte eine Sache. Und ich habe daran festgehalten und ich habe gesagt, ich will mich dir doch unterwerfen, nimm es doch einfach hin. Und er war so, ja, aber alles, was ich mache, ist irgendwie nicht richtig und dann mache ich das und dann bist du irgendwie schlecht gelaunt. Und dann, ja, aber, ne? Er so, ich sag dir doch, knie dich hin. Ich so, ja, aber das ist so lieblos. Ich will, dass du mir genau sagst, wie ich mich hinzuknien habe und wo meine Hände zu sein haben. Und wenn ich dann meine Hände bewege aus Unachtsamkeit oder weil du mir wehtust und ich mich wehre oder so, dann möchte ich, dass du das vollstreckst. Und dann hat er gesagt, ja, aber ich möchte eigentlich nur, dass du vor mir kniest. Ich finde das schön, wenn du vor mir kniest. Aber das war für mich nicht, das hatte gar keinen Sinn. Und ich habe mich nicht darauf eingelassen zu sagen, ja gut, wenn das seine Regeln sind, dann ist das okay. Sondern ich hatte ein genaues Bild davon, wie es zu sein hatte.
Sebastian Das ist eigentlich eine Sache, die total oft umgekehrt ist. Eigentlich hat man die Männer, die auf die Suche gehen, damit sie jemanden finden, der ihnen exakt das Szenario erfüllt. Und dann scheitern die ganz oft, weil sich dann die, wie gesagt, diesmal wirklich Männer, es gibt natürlich alle Farben, also es betrifft alle Personen, aber bei Männern ist es einfach, das Meme sage ich schon fast. Und dann fühlen sich die Frauen nicht gesehen, weil man sieht einfach nur in ihnen den Erfüllungsgehilfen. Also sie fühlen sich nur als Erfüllungsgehilfe und das ist total unromantisch und macht keinen Spaß. So könnte es ihm ja auch gegangen sein. Er ist eigentlich nur dazu da, damit dein King-Szenario erfüllt wird. Hast du so garantiert nicht gemeint, aber hat er sich vielleicht so gefühlt?
Paula Also wir haben natürlich viel drüber geredet, nicht zu dem Zeitpunkt, nicht so viel, wie wir es hätten sollen, aber jetzt im Nachgang und wie du schon sagst, wie heiratet man, wenn man so solche Zeit hat. Wir sind bei allem menschlich miteinander, komplett weg von Kink, passen wir einfach zusammen. Ich sage mal so, ich beobachte ihn so unheimlich gerne beim Leben. Ich finde ihn so spannend. Ich mag beobachten, wie er durchs Leben geht, was er tut, wie er sich entscheidet, wie er redet, wofür er einsteht. Seine Moral, sein moralischer Kompass, seine Werte, das sind alles Dinge. Intelligenz. Die machen ihn zu dem Menschen, mit dem ich mein Leben verbringen will. Aber das machen sie nicht zu dem Menschen, der meinen Kink so erfüllt, wie ich es vielleicht brauche, wie ich es vielleicht will. Und irgendwie hat das eine immer überwogen. Das war für uns auch beide immer klar. Also wir haben das durchgestanden, beide. Wir waren zwar unglücklich und irgendwie unzufrieden und gerade sexuell. Es kam der Punkt, wo BDSM ein Thema war, was fast schon schmerzhaft war. Was man nach hinten geschoben hat. Was man nicht auf den Tisch gebracht hat. In der Hoffnung.
Sebastian Ja, ich muss mal nochmal zwischenfragen, weil er wird ja auch, wenn du sagst, mehr, mehr, mehr, dann wird er ja auch mal was probiert haben. Also gab es mal den Punkt, wo er dann auch mal drüber war, wo du dann auch gemerkt hast, okay, es gibt dann doch ein Limit. Hast du jemals dein Limit gespürt?
Paula Mit ihm?
Sebastian Ja.
Paula Nee, höher, schneller, weiter war es nicht. Geregelt. mir ging es nicht ums höher schneller weiter mir ging es darum, dass es, konsequent, konsistent dass ich wusste, wie er oder was ich zu sein hatte als seine Sub, was er von mir erwartet hat, und gleichzeitig hat er es mir wahrscheinlich gesagt, durch Worte, durch Taten und ich habe es nicht gehört ja ich glaube.
Sebastian Das ist so die einzige Person, die genau wirklich weiß, was ich will Zu dem Zeitpunkt und jeder Zeit, die eine Person gibt es und zwar ist die immer in dem Spiegel vor meiner Nase und das ist die einzige Person und alle anderen können nur raten und orakeln und ja, ich werde kommunizieren müssen und auch einfach akzeptieren müssen, dass ich die Menschen nicht fernsteuern kann und das ist ein harter Prozess.
Paula Ja, es war ein ganz harter Prozess.
Sebastian Wie geht das? Weil ich glaube, in der Situation sind viele Menschen. Und das ist ja total schrecklich und verfahren die Situation. Und ja, wenn die Zuneigung, wenn die Liebe, die Zusammengehörigkeit so viel Energie freisetzt, dass man daran arbeiten will, dann heißt das noch lange nicht, dass man das auch kann. Wie habt ihr das hingekriegt, WDSM zu einem nicht belastenden Thema wiederzumachen?
Paula Also erst mal... hat einfach unsere Beziehung über die Zeit viel, viel, viel mehr Facetten bekommen. Ich bin zu ihm gegangen und mein ganzes Leben war Kink. Ich hatte drei Jahre lang intensivste Kink-Erfahrungen gemacht, Community-Erfahrungen. Ich habe nebenbei studiert und hauptberuflich Kink gemacht, muss man so sagen. Also wirklich. Und dann kam ich zu ihm, hatte nichts und das war es. Und dann habe ich einen Job gekriegt. Dann hatte ich auch plötzlich einen Alltag. Dann bin ich auch abends nach Hause gekommen und war müde und wollte nicht. Und dann hat sich das entwickelt. Dann sind wir umgezogen. Dann hatten wir eine familiärbedingte Geschichte, die sehr viel Zeit genommen hat, wo wir dann jemanden hatten, der bei uns gewohnt hat eine Zeit lang. Der hat in dem Zimmer geschlafen, was wir uns eigentlich als King-Zimmer vorgestellt hatten. Also wir hatten einfach plötzlich einen Alltag. Und wir haben in diesem Alltag sehr viel Spaß miteinander gehabt. Wir haben dieses King-Thema lange auf die Ruhebank gelegt. und in mir kam es halt immer wieder hoch. In mir hat es gebrodelt. Ich habe es...
Sebastian Ja, das ist ja schrecklich.
Paula ...deckel drauf. Wir waren beim Stammtisch. Wir sind regelmäßig zu Stammtischen gegangen. Wir hatten auch Sessions miteinander, gar keine Frage. Und wir hatten auch tolle Momente miteinander. Es ist nicht so, dass wir jetzt katastrophalen Kink hatten. Es war so, dass da diese Riesenblase über uns schwebte, wo ich gesagt habe, das will ich. Wo er gesagt hat, ich glaube ich nicht. Aber für dich vielleicht. Ja nee, wenn du es nur für mich machst, will ich es auch nicht. Ja okay. Und nun?
Sebastian Wäre ja eine Variante, dass man sich vielleicht doch noch so einen Kontakt außerhalb sucht, genau dafür.
Paula Ja, wir haben von Anfang an, hatte er noch oder hat er auch immer noch eine weitere Spielbeziehung. Also die war auch schon vor mir da. Das heißt, unsere Beziehung war schon immer irgendwie so ein bisschen offen. Aber für ihn war Eifersucht immer ein ganz großer Punkt. Und ich muss auch ehrlich sagen, ich habe das Thema manchmal weinend auf dem Sofa gesessen und gesagt, dann suche ich mir halt einen Dom. Dann müssen wir das vielleicht so machen. Und er hat gesagt, irgendwie tut es mir jetzt schon weh, darüber nachzudenken, aber vielleicht hast du recht. Aber ich habe es nie gemacht. Ich habe mir nie einen Dom gesucht. Ich will auch heute noch keinen anderen Dom.
Sebastian Ich halte mal fest, also in der gesamten Vita hast du bis heute das, was du seit frühester Kindheit im Grunde gesucht hast, immer noch nicht gekriegt und deine Limits erkennst du noch nicht.
Paula Naja, ich habe es ja bekommen ein Stück weit.
Sebastian Aber nicht stabil.
Paula Ja, also gut, was will ich denn? Das, was ich will, gibt es nicht. Das ist eine Fantasie. Und das ist auch gut, dass es eine Fantasie ist, weil wir leben in einer Welt, wo wir alle selbstbestimmte Menschen sind. Und ich habe es ja vorhin schon mal erwähnt, das, was ich in China da hatte, das war so eine Utopie. Das war eine kleine heile Welt, wo wir nichts mit der Welt da draußen zu tun hatten. Wir haben ja nichts mitgekriegt. Also da hätte mit Sicherheit der Dritte Weltkrieg ausbrechen können und wir hätten es nicht mitgekriegt. Wir haben wirklich auf dem Berg mitten im Nichts gewohnt. Und das, was ich mir da vorstelle, das funktioniert nicht in der Gesellschaft, in der wir leben, weil wir eben auch alle Menschen sind. Und weil ich ja auch jemand bin, der einen Job hat und den auch gerne mache und dann komme ich abends nach Hause und dann kann ich nicht immer funktionieren, weil ich lebe ja nicht nur in meiner 24-7-Welt. Also ich habe ja ein Leben außerhalb. Das wusste ich aber damals nicht. Ich habe lange Jahre gedacht, es geht und wir sind das Problem.
Sebastian Ganz oft in diesem Podcast, Haben Menschen lange gesucht und dann haben sie es irgendwann gefunden und so die Erfüllung. Und bei dir ist es jetzt einfach so, du hast irgendwann erkannt, das geht so mal zeitweise. Aber ja, deine Utopie, die ist nicht machbar oder nicht realistisch. Das finde ich fürchterlich, aber es ist immer realistisch. Also ich mag auch manche Sachen, finde ich total toll und stellt sich raus, das funktioniert einen Nachmittag, vielleicht sogar mal ein ganzes Wochenende in einem passenden Setting. Aber danach bin ich auch fertig und das oben spielend. Also so gerade so Disziplin und auf alles sehr genau achten und immer wachsam sein und nichts durchgehen lassen, was ja bedeutet, dass ich im Grunde gezwungen bin, alles zu ahnen, was sie anstellt. Und wenn sie es mit Vorsatz macht, ist das genauso. Also ich komme aus der Nummer dann auch nicht raus. Das heißt, ich sehe für mich als Rettungsanker dann wirklich die Zeitkomponente zu sagen, okay, zwölf Stunden, da alles und danach ist aber auch wieder Ruhe. Ist das ein Mittelweg für dich oder ist das dann auch nicht das, was du möchtest? Also die Dauerhaftigkeit, ist die ebenso wichtig wie die Sache an sich?
Paula Und wir haben das auch versucht, so eine Art intensivere Session, wo er dann auch versucht hat, der Dom zu sein, den ich mir dachte zu wünschen. Ich dachte lange, ich weiß, wie BDSM für mich funktioniert und ich brauche einfach jemanden, der das so mit mir ausleben will. Und es hat Jahre gedauert und wir sind immer noch in dem Prozess, wo ich feststelle, nein, BDSM kann etwas Wundervolles sein, einfach weil man es mit der Person erlebt, weil man gemeinsam was mit einer Person erlebt. Es war der Punkt, wo, wenn wir eine Session hatten. Ich schon angespannt in die Session reingegangen bin, weil ich darauf gewartet habe, dass etwas passiert, was nicht meinem Kopfkino entspricht und damit war die Session für mich gelaufen. Und das hat natürlich, das kann man sich ja vorstellen, was das für einen Druck gemacht hat in einer Session, was das auch für Enttäuschung mit sich gebracht hat in einer Session. Und dann gab es eine Zeit lang, dann waren wir lange Zeit aus dem Fesseln raus und er fesselt sehr gerne. Ich habe mit Fesseln nicht viel am Hut, lasse mich aber gerne von ihm fesseln. Dann war der Punkt, okay, er muss halt an Fesseln erstmal wieder reinkommen. Dann haben wir versucht, Übungsfesselungen zu machen auf Augenhöhe. Und ich habe einfach da gesessen wie so ein Kartoffelsack. und so, ja, dann üb halt so und dann hab ich gesagt.
Sebastian Ja, weil das ist doch nicht einfach.
Paula Ne ich war vor allen Dingen auch, er ist acht Jahre älter als ich ich bin jetzt so alt, wie er damals war und wenn ich jetzt auf mein damals zurückblicke und denke, wie er das damals schon gesehen hat, dass er das mitgemacht hat.
Sebastian Respekt also jetzt mal konkrete Maßnahmen, also ihr habt so viele Gespräche geführt, ihr müsst ja irgendwann drauf gekommen sein dass ihr bestimmte Dinge tut oder nicht tut damit ihr zusammen diese Anspannungen aus der Sache rauskriegt?
Paula Wir haben es lange irgendwie versucht, unter den Teppich zu kehren, tatsächlich. Es war so, dass es teilweise auch schwer war, in der King-Community unterwegs zu sein, weil man umgeben war von Leuten, die es vermeintlich irgendwie geschafft hatten, eine Beziehung. Und für uns war beide immer klar, es liegt an der Beziehung. Also es liegt an der Tatsache, dass wir einen Alltag miteinander haben. Also für mich war das zumindest gleich Glaube für ihn auch, weil wir hatten ja bewiesen, dass wir es gut konnten. Wir hatten ja fantastische Sessions gehabt. Ja, es sind Tränen geflossen. Es gab auch Momente, wo wir uns, wo ich... Wo ich einfach gemerkt habe, mein Bedürfnis nach Kink ist ganz anders, intensiver, fordernder als seins. Es kam auch der Punkt, wo ich ihn einmal zu viel abgewiesen habe. Wo er mich dann, weil ich gesagt habe, nein, ich will jetzt nichts anfangen, weil ich werde ja eh wieder enttäuscht. Und er kam irgendwann ja gut, was soll ich denn was anfangen, wenn du eh nein sagst. Dann kommt er nicht mehr. Dann sage ich, jetzt fühle ich mich aber ungewollt.
Sebastian Er hätte es irgendwie nicht richtig machen können, egal was er tut. und du hättest aus deiner Haut aber auch nicht rausgekonnt.
Paula Gut, wir hätten sicherlich beide besser und schneller kommunizieren können.
Sebastian Aber im Nachhinein ist das einfach zu sagen. Ja, das ist immer einfach zu sagen. Das muss man ja auch erst mal lernen und üben miteinander. Aber ihr seid zusammengeblieben, obwohl es ja doch eigentlich so ein Brocken ist, der eigentlich sagt, das hat ja eh keinen Sinn, das wird sich eh alles nicht erfüllen. Also nochmal die Frage, ich weiß, du kannst dazu was sagen. Wie habt ihr es geschafft, diesen Druck rauszukriegen, dass ihr doch bis heute eben da eine Einheit seid.
Paula Also sagen wir mal so, ich glaube, selbst wenn wir nicht diesen Weg eingeschlagen wären, den wir jetzt seit zwei Jahren eingeschlagen sind, wären wir noch zusammen. Für mich hat BDSM an Stellenwert verloren und das sage ich im positiven Sinne. Es ist eben nicht mehr mein kompletter Lebensmittelpunkt. Es ist jetzt dieser schöne Spice. Ich will den, ich brauche den, gar keine Frage, dass ich seit zwei Jahren wieder regelmäßig Sessions habe, die gewisse Dinge in mir befriedigen. hat sehr, sehr viel Gutes getan. Das würde er auch sofort beschwören. Ich bin ausgeglichener, ich bin ruhiger. Wir sind miteinander wieder entspannter. Wir haben unserer Sexualität jetzt einen neuen Raum gegeben. Wir können uns ganz anders entdecken, weil ich diesen Zwang ausgelagert habe.
Sebastian Ich gehe mal einen Punkt vorher ran. Du hast mir gesagt im Vorgespräch, und darauf wollte ich eigentlich kommen, das ist normal, aber jetzt mache ich das nicht, dass ich hier aus meinen Notizen zitiere. Also Konzentration auf die Sachen, die gemeinsam Spaß machen. Also wirklich so gemeinsam mal zehn Schritte zurückgehen.
Paula Aber das war nur möglich, weil ich ausgelagert habe. Weil ich diesen immensen Druck, den ich immer bei dem Thema BDSM verspürt habe, diesen Druck, den habe ich ausgelagert. Ich habe mittlerweile eine Spielbeziehung.
Sebastian Das war so herum. Entschuldigung, ich habe das ganz umgekehrt abgespeichert. Das erst habt ihr den, ich lasse das jetzt auch in der Aufnahme, also liebes Publikum, der Sticks hat überhaupt nicht aufgepasst im Vorgespräch offenbar. Okay, dann müssen wir über die Spielbeziehung reden.
Paula Es waren auch vorher schon Versuche. Es waren vorher schon gesagt, okay, wir reden hier von einer Zeitspanne von ungefähr fünf Jahren. Zwischen, wir haben uns kennengelernt und es hat gut funktioniert, bis hin zu jetzt vor zwei Jahren, wo das passiert ist. Dazwischen ist ganz viel passiert, ganz viel Alltag. Monatelang, wo Kink bei uns beiden kein Thema war. Auch einfach, weil andere Dinge wichtiger waren. Aber natürlich, wir haben ganz viele verschiedene Sachen versucht. Er hat versucht, das Kink so auszuleben, wie ich meinte, es zu wollen. Ich habe versucht, ihm, seinem Kink Raum zu geben, was er gerne wollte. Und es hat mal funktioniert. Wir hatten Höhepunkte. Wir hatten dann mal zwei Wochen lang, haben wir tolle Rituale zusammen erarbeitet und die durchleben. Und das war toll. Und es ist wieder eingeschlafen, weil es irgendwie doch nicht das gebracht hat. Und vor zwei Jahren bin ich extremst spontan auf eine Femdom Party gegangen.
Sebastian Das ist doch in deinem Universum, konnte das gar nicht vorgekommen sein. Also es war, die Frage hätte ich natürlich viel früher stellen müssen. Es war für dich immer klar und auch zu jener Zeit, ich bin unten. Punkt. Was hast du denn über andere dominante Frauen gedacht?
Paula Achso, das war nie ein Problem für mich. Es war nie ein Problem, dass es Femdoms gab und Meldoms. Es gab nur, für mich war klar, eine Person ist eine Sache. Entweder man ist dominant oder man ist devot. Also man kann, ich habe nie einen Unterschied gemacht zwischen männlichen und weiblichen Doms oder Subs. Das war mir Schnuppe. Mir war nur wichtig, was bist du? Das bist du jetzt. Also entweder ordnest du dich unter oder du forderst einen unter zu ordnen.
Sebastian Okay, und du bist dahin und das aber auch in einer Phase, wo du und dein Mann, wo ihr immer noch in diesem wirklich schwierigen Prozess wart, wir müssen irgendwie rauskriegen, was wir teilen können und was uns gefällt und Spaß macht und wie das geht.
Paula Genau, wie können wir ein erfülltes Sexleben haben mit Kink, also dass Kink für uns beide dazugehört, das war nie die Frage, aber wo ist der gemeinsame Nenner und ich konnte immer noch nicht loslassen. Ich war mir immer noch sehr sicher, dass ich weiß, was ich will. Ein Stück weit.
Sebastian Magst du es nochmal sagen, du wolltest?
Paula Struktur und Disziplin und klare Regeln. Und am liebsten so ein kleines bisschen 24-7 reingestreut.
Sebastian Das sind doch alle Dinge, die du sagst. Also nicht, ich wollte Struktur erfahren. Ich wollte Disziplin spüren. Das hast du alles nicht gesagt. Es geht immer nur in die Tatsache an sich.
Paula Das weiß ich jetzt auch.
Sebastian Das ist auch sprachlich total spannend. Ich will Struktur. Nicht, ich will Struktur kriegen. Das sagst du gar nicht. Das ist Wahnsinn.
Paula Ich dachte lange, dass ich auf jeden Fall und nur, am unteren Ende einer Hierarchie stehen möchte.
Sebastian Warum?
Paula Weil ich es nur so kannte vielleicht.
Sebastian Die Kaiserin Ambitionen haben. Anspruch.
Paula Wenn mein Mann das hört, lacht er sich wahrscheinlich kaputt. Ich war schon immer so ein bisschen eine Königin. Definitiv. Gar keine Frage. Aber ich habe es mir lange nicht selber eingestanden. Ich hatte keine Ambitionen. So kannte ich Struktur und so wollte ich Struktur. Und ich bin ja auch sehr masochistisch und ich bin auch bewusst Zwitscherin und nicht Femdom. Weil ich garantiert weiß, diese Seite von mir, die will auch da sein, die ist auch da. Und wenn mein Mann, wenn wir abends auf dem Sofa liegen und er piegst mich in die Seite oder er zieht mich ran und küsst mich fordernd, dann macht das immer noch Schmetterlinge im Bauch. Das ist nicht weg.
Sebastian Bevor wir gleich über die Sache mit der Femdom-Party sprechen. Wenn man so viel miteinander redet und austentert und aushandelt. Wäre es zumindest eine denkbare Idee gewesen, dass ihr mal miteinander die Rollen tauscht?
Paula Für mich nie. Das ist ja das Verrückte. Vielleicht, wenn man das jetzt so hört, klingt das ja so, als wäre ich mir vielleicht unsicher gewesen, ob ich ihn als meinen Dom überhaupt will. Aber das habe ich tatsächlich nie in Frage gestellt. Vielleicht kategorisiere ich immer noch in meinem Kopf, aber er ist für mich immer noch jemand, der eine dominante Ausstrahlung hat. Also ich spüre diese dominante Ausstrahlung von ihm. Ich möchte, ich kann mir nicht vorstellen, ihn zu dominieren, sondern wenn ich ihn sehe, dann bekomme ich diesen Vibe, dass ich von ihm dominiert werden will. Er spricht quasi die Sub in mir an.
Sebastian Automatisch immer.
Paula Mein Sub spricht die Dom in mir an.
Sebastian Okay.
Paula Genau.
Sebastian Und über den Sub müssen wir jetzt reden.
Paula Können wir.
Sebastian Machen aber eine kleine Pause. Liebes Publikum, wieder eine kleine Pause, wieder ein bisschen Smalltalk zwischendurch. Paula, ich glaube, ich habe dich ein bisschen überrascht.
Paula Ja.
Sebastian Ja, sehr gut, aber wir verraten nicht womit. Haha. Okay, ihr habt in die Gleichung eine dritte Person eingefügt. Eigentlich eine vierte, wenn man die Spielbeziehung deines Mannes, die auch dauerhaft besteht, noch irgendwie mit reinpackt. Vielleicht noch einen Satz dazu. Die gab es, die gibt es, aber das berührt dich gar nicht so sehr.
Paula Was heißt, das berührt mich nicht. Ich mag sie sehr gerne als Person. Es sind auch schon Dinge zu dritt passiert. Die beiden machen Dinge zusammen, die nicht unbedingt so meins sind. Das ist von daher sehr, also ja, die gab es einfach schon immer. Das ist völlig in Ordnung für mich.
Sebastian Also Inventar.
Paula Oh Gott.
Sebastian Kannst du nochmal grüßen?
Paula Nein, eine wundervolle Person.
Sebastian Sehr schön, das wollte ich aus dir rausholen. Gut, okay. Also eine vierte Person kommt in die Gleichung Wie denn das? Denn unten sein ist ja keine Option für dich.
Paula Genau, also diese Idee, ich gehe auf den Femnom-Abend, kam, weil ich gesagt habe, es kribbelt mir in den Fingern. Ich glaube, mir kribbelt es in den Fingern. Ich sage mal spaßeshalber, vielleicht habe ich auch zu lange dann eine Kampfsportpause gehabt, dass ich mal wieder jemanden verprügeln musste. Aber ich habe irgendwie gedacht, ich mache das mal. Ich war natürlich total aufgeregt, wusste überhaupt nicht, was ich da soll. Ich war sowas von überzeugt davon, dass ich mein Leben lang Devot sein werde, submissiv sein werde. Ich wollte keine Femdom sein. Aber es war ja wie gesagt immer mal, es gab Phasen, da war BDSM für uns kein großes Problemthema, da haben wir eine schöne Sexualität miteinander gehabt, die auch immer irgendwie kinky war und es gab Phasen, da hat es in mir gebrodelt und ich wollte mehr und wir sind wieder aneinander geeckt und konnten irgendwie nicht richtig miteinander reden. Keiner konnte so richtig formulieren, was er will. Es waren auch zu dem Zeitpunkt schon viele Verletzungen passiert, emotionale Hürden, die wir irgendwie mitgenommen hatten und das waren alles, ja BDSM war einfach wirklich jahrelang ein Thema, was wir beide wollten, was aber zwischen uns immer wieder schwierig war. Und dann habe ich gesagt, ich glaube, ich würde mal auf die Party gehen. Und die Beziehung zu öffnen, da hatten wir ja schon, also erstmal war das gar nicht der Plan von der Party.
Sebastian Bleib bitte mal bei der Party. Also da ist eine Party und wo kommt der Gedanke her, ich würde da gerne mal hingehen? Freunde, Bekannte oder einfach Langeweile?
Paula Ne, eine befreundete Femmnam von mir und eine andere befreundete Frau, also zwei Mädels, haben die organisiert. Und die haben die angekündigt auf dem Stammtisch und ich habe mit zwei devoten Menschen, einer Frau und einem Mann, bei dem Stammtisch zusammengesessen und die haben darüber geredet, ob sie da hingehen. Sie ist lesbisch, er steht auf Frauen, war also für beide das perfekte Event, beide als Single-Supp-Support. Und ich habe gesagt, oh, vielleicht komme ich ja auch vorbei. Und die so, hä? Als Supp? Ich so, nö, als Dom. Einfach nur so dahin geredet. Und in dem Moment habe ich gedacht, ja, warum mache ich nicht?
Sebastian Das sind die Momente, wo man sich selber irgendetwas sagen hört, ne?
Paula Ja, und dann hat der eine auch noch gesagt, ja, also wenn du kommst, ich würde mich dir, glaube ich, zur Verfügung stellen. Und ich so, okay. Und dann haben wir das wieder vergessen. Und dann kam der Tag und ich hatte mich angemeldet. Und bis zu dem, so eine halbe Stunde vorher, war ich mir nicht sicher, ob ich gehe oder nicht. Ich war sehr, sehr aufgeregt. Dann habe ich es einfach gemacht.
Sebastian Okay, also du bist da aufgetaucht.
Paula Ich bin einfach aufgetaucht und ich kannte ja die ganzen Leute.
Sebastian Und dadurch, also waren dort auf der Party auch weibliche Subs oder war das wirklich so, also als Frau dort aufzutauchen bedeutete man, es spielt oben? War das so gesetzt oder nicht?
Paula Da waren auch sehr weibliche Subs, unter anderem ja auch das Mädel von dem Schlaftisch.
Sebastian Okay, also du hättest also noch durchaus als Sub durchgehen können, wer hätte der Abend hergegeben?
Paula Ja, definitiv. Und ich habe auch, also das war dann richtig so organisiert, dass die ganzen Femdoms auf der Couch gesessen haben und die Supps mussten sich alle vorstellen. Und die ganze Zeit, während ich da gesessen habe, habe ich mich so fehl am Platz gefühlt und gedacht, ich würde jetzt viel lieber da in der Mitte knien und mich vorstellen, als hier auf dem Sofa sitzen und dominant aussehen zu müssen. Ich konnte das ja gar nicht.
Sebastian Will ich das mal zeigen, dominant auszusehen? Entschuldigung. Warte.
Paula Ich bin böse.
Sebastian Okay, liebes Publikum, ich mache solche Kalauer eigentlich. Es sah jetzt ein bisschen aus, als sähst du auf dem Klo.
Paula Ich bin böse.
Sebastian Nein, also ich will das gar nicht veralbern, um Gottes Willen, aber ja, das ist wahrscheinlich eine echt schräge Situation.
Paula Total. Und die kannten mich da ja auch alle als Femsub seit Jahren. Also seit Jahren war ich ja als Sub bekannt und unterwegs. Und plötzlich habe ich mich da einfach zu den ganzen dominanten Frauen gesetzt. Es war schon sehr lustig. Ich war sehr aufgeregt. Und ich habe an dem Abend vier Menschen den Hintern versohlt. Und es war toll. Und ich habe danach drei Wochen lang nicht geschlafen. Es war eine Wiedergeburt.
Sebastian Was hast du aus dem Nichts heraus?
Paula Also ich konnte, also...
Sebastian Waren da schon mal vorher irgendwelche Fantasien in die Richtung im Kopf? Gab es schon mal irgendwas? Hast du vorher überhaupt schon mal im erotischen Kontext jemandem den Hintern verhauen?
Paula Ich baue meine eigenen Vlogger. Und das schon immer. und dadurch kann ich mit dem Vlogger gut umgehen, weil ich das probiert habe. Mit meiner Freundin aus Litauen, die ich in der Szene da kennengelernt habe. Wir sind gegenseitig, wir switchen schon immer miteinander, aber ohne Machtdynamik. Nur Topping und Bottom, also nur ich hau dich, du haust mich für Testzwecke. Aber durchaus bis zum Blau werden.
Sebastian Aber nicht so, dass es so eine erotische knisternde Spannung gibt, sondern einfach eine technische Geschichte.
Paula Genau, wir haben einfach nur Okay.
Sebastian Jetzt bist du auf der Party und jetzt wird ja auch von dir in deiner Stellung als Frau, als Femdom erwartet, dass du auch dominant bist.
Paula Das hat sich angefühlt wie Spielen. Es war...
Sebastian Ja, soll das doch.
Paula Nein, aber wie aufgesetzt, wie... Ich weiß auch nicht, aber gleichzeitig war es perfekt. Also ich wusste ja, was ich tue. Ich wusste auch, das war kein krasses Spiel oder so. Also das war tatsächlich die erste Person, die ich mir nach oben genommen habe, war diese Person, die mir auf dem Stammtisch gesagt hätte, ich würde mich dir zur Verfügung stellen. Das ist auch die Person, die jetzt seit fast zwei Jahren meint. Ach, ja natürlich.
Sebastian Na natürlich. Also du lässt auch nicht locker. Wenn der Haken einmal hängt, dann hängt er.
Paula Also ich würde mich dir zur Verfügung stellen, das ist schon eine ziemlich gute… Ja.
Sebastian Das ist eine schöne Einladung. Das heißt, du kannst jetzt dann doch endlich Struktur und Disziplin und Ordnung haben in deinem Leben. Nur anders.
Paula Genau, in meinem BDSM. Also in meinem Leben. Ja, in meinem Leben. Ich kann mein BDSM ausleben.
Sebastian Ich fand das im Vorgespräch super spannend, also der total krasse Plottwist zu dieses, der King ist da, irgendwie wollte es immer nicht. Ja und dann einfach mal die Perspektive, die Position wechseln und siehe da, als hättest du das Ding umkreist.
Paula Ja, wahrscheinlich hätte ich das schon viel früher machen sollen, aber es war ja gar nicht in meinem Horizont. Ich bin ja gar nicht auf die Idee gekommen, dass ich switchen könnte. Das wäre jenseits aller Möglichkeiten.
Sebastian Okay, also hat an dem Abend einfach bei dir nochmal neu gefunkt, nochmal BDSM neu entdecken.
Paula Ja, es war wirklich wie das erste Mal eine Session haben. Es war, alles hat wieder geleuchtet, jede Synapse im Kopf war an. Es war aufregend, es war Adrenalin pur. Auch wenn es sich angefühlt hat, wie irgendwie so eine Maske aufsetzen. war es gleichzeitig einfach nur toll, genau das zu tun. Also ich habe ja da nicht, auf dieser Party nicht unbedingt wahnsinnig viel Struktur oder Disziplin in die Sessions reingebracht, aber schon, so wie ich es mir vorgestellt habe. Ich habe den Subs, mit denen ich da gespielt habe, gesagt, wie sie zu knien haben. Und ich habe das so lange korrigiert, bis es mir gefallen hat. Und das ist ja etwas, das wollte ich als Sub immer haben. Und ich wollte ja, dass ich einen dominanten Partner habe, der das genau so lange ausreizt, bis es ihm gefällt.
Sebastian Wie fanden die das denn? Nur weil das dein Kink ist, muss das jetzt nicht deren Kink sein und irgendwann sind die wahrscheinlich entweder sehr genervt oder fanden das toll, dass endlich mal eine konsequente, dominante Frau da ist, die auch wirklich auf die Details achtet.
Paula Ich glaube, das ist denen gar nicht so bewusst geworden. Das war ja nur eine Partysache. Also mein Subjetz, der weiß das ja. Aber ... Damals war das einfach, wir haben einfach eine Session gehabt und ich war halt die dominante Frau und ich habe ihm halt Dinge gesagt und er hat sie gemacht.
Sebastian Ich habe das Gefühl, immer wenn so entscheidende Dinge in deinem Leben passieren, dann sind die passiert, dann hast du sie einfach gemacht. Das waren dann keine Dinge, die du großartig durchdacht hast.
Paula Kann das sein? Ja, ich glaube vielleicht intuitives Bauchgefühl. Keine Ahnung, kann man das so nennen? Intuition. Ich sage das auch so. Ich weiß natürlich, dass ich das schon forciert habe und dass ich das gemacht habe, aber tatsächlich fühlt es sich oft so an, als wäre das einfach passiert.
Sebastian Ja, vielleicht, wenn ich so einen 100 Meter Lauf mache, man kann die ersten 80 Meter ganz gemütlich gehen, dann 15 Meter, ach 19 Meter einfach mal überspringen und dann den letzten Schritt ganz schnell gehen. Vielleicht so, ich stelle mir das gerade so vor, aber Gott, was soll ich da deuten, liebes Publikum, ich weiß, ich störe euch nur, während sie erzählt, aber wirklich dieses auf der Party dann Dinge machen und dann auch dieses Machtgefühl zu spüren. Du hast dich auch heute für den Kaffeebecher machtsüchtig entschieden.
Paula Ja.
Sebastian Also ... Also was hat das mit dir gemacht? Weil du hast ja offenbar, also wenn ich dir das jetzt so glauben kann, bis vor eine Stunde vor der Party nicht geahnt, dass oben für dich eine Position sein kann, die irgendwie interessant ist.
Paula Ja, das stimmt. Ich bin auf die Party gegangen, weil ich dachte dann, weil es mir den Finger, also wirklich, weil es mir den Finger gejuckt hatte. Weil ich Lust hatte, jemanden im Hintern zu versohlen. Im schönen BDSM-Konsens. Ich hatte da Lust zu. Ich weiß nicht warum. Es war da. Und dass ich aber Lust daran empfinden kann, dominant einem Mann gegenüber zu sein. Ich glaube, das hättest du mir eine Woche vorher nicht sagen müssen.
Sebastian Wie ist das so?
Paula Toll. Ganz toll. Ich bin unheimlich gerne Switch. Ich habe so viel verpasst. Es ist okay. Ich habe ja auch ganz viel Tolles erlebt als reine FemSup. Aber die Welt von BDSM ist so bunt, so groß. Man kann so viel machen. Es ist so bescheuert zu sagen, das geht nicht. Nein, das passt nicht. Und ich meine, das ganze BDSM-Drama, sagen wir mal, oder die ganzen Schwierigkeiten, die ich mit meinem Mann hatte die Jahre, oder die mein Mann und ich ja zusammen hatten, kam ja daraus, dass ich gesagt habe, ich weiß, wie mein BDSM funktioniert und wir müssen das jetzt bitte irgendwie hinkriegen. Und ich lag einfach falsch. Es stimmt nicht. BDSM ist, was man daraus macht. Es muss Spaß machen. Man muss den gemeinsamen Nenner finden und diesen gemeinsamen Nenner zelebrieren bis zum Umfallen. Und das kann so toll sein. Und das habe ich da erst verstanden.
Sebastian Hast du auf der Party Spaß? Und dann kommst du irgendwann nach Hause und erzählst deinem Mann.
Paula Ja, an dem Abend, ne? Nicht irgendwann an dem Abend.
Sebastian Ja, kommst nach Hause und erzählst deinem Mann, übrigens, das ist doch alles ein bisschen anders gewesen und ich wurde gerade neu geboren. Der muss ja die Krise gekriegt haben, ich meine, weil er ist ja nicht dabei und diese Transformation hat er nicht miterlebt. Da sehe ich ja eher Konfliktpotenzial oder Erleichterung.
Paula Ich glaube, zu dem Zeitpunkt weder noch. Zu dem Zeitpunkt war es einfach nur, ich bin nach Hause gekommen. Er hat ja schon geschlafen, es war nachts um drei oder so. Ich habe kein Auge zugetan. Ich hatte nur Adrenalin im Blut. Und dann bin ich morgens aufgestanden und dann habe ich ihm das erzählt. Und du merkst ja, wie ich erzähle, wenn ich aufgeregt bin. Wie ein Wasserfall. Und ich habe ihm alles erzählt. Und wow, und wow, und wow. Und er saß da und war so, okay, ja, ein bisschen TMI. Er muss jetzt nicht wissen, was man mit männlichen Genitalien anstellen kann, will er bis heute nicht wissen. Dabei kann man damit so viele tolle Dinge tun. Aber er hat ja gesehen, wie glücklich mich das gemacht hat. Er hat gesehen, wie ich daran aufgegangen bin. Und als ich dann keine paar Tage später gesagt habe, ich treffe diesen einen da wieder, wir gehen jetzt was essen, hat er gesagt, okay, mach das, wenn das für dich das Richtige ist. Und das war ganz viel Austarieren am Anfang. Gar keine Frage. Das war nicht einfach. Eifersucht, für ihn sowieso ein Thema. Letztendlich weniger als erwartet, hat er selber irgendwann gesagt. Er hat gesagt, das war deutlich weniger als gedacht. Liegt vielleicht daran, dass ich mit meinem Sub Dinge tue, an denen er ja kein Interesse hat. Also das will er ja gar nicht machen. Was hat er eifersüchtig zu sein? Vielleicht liegt es daran.
Sebastian Du hast mich ja gebeten, dass ich mal genauer frage. Was für Dinge tust du mit deinem Sub?
Paula Feminisierung. Ganz viel Feminisierung. Immer mehr Feminisierung. Keuschaltung von Tag 1. Analspiele. Tagging. Disziplin-Struktur-Aufgaben.
Sebastian Ich wollte gerade sagen, irgendwie kommt das nicht, ja?
Paula Ja gut, also das Disziplin-Struktur-Aufgaben, da hätte mein Mann in der Theorie ja keine Probleme mit, nur an der Praxis hapert es ja irgendwie bei uns, aber das sind die Dinge, die ich mit meinem Sub tue, wo mein Mann sagt, ja von mir aus bitte.
Sebastian Ich kann dein Mann da total verstehen mit der Eifersucht. Auf der anderen Seite ist das jetzt natürlich etwas, das beschäftigt dich und jetzt nimmst du damit auch eine Last oder eine Erwartungshaltung von deinem Mann runter? Oder war das trotzdem noch so dieses, ja, also treffe ich mich einmal alle x Tage, dazwischen ist das Problem zwischen uns aber immer noch, weil du sollst ja gefälligst auch dominant mir gegenüber sein und das muss ja, das ist ja nicht weg. Also, es ist ja Switch und nicht Seite gewechselt.
Paula Es hat einfach ganz viel Druck rausgenommen von meiner Seite. Ich hatte ja jetzt eine Möglichkeit und hab die ja auch immer noch. Das, von dem ich ausgehe, das ist mein WDSM, ist. Und ich sage das auch mit einem Lächeln, weil es entwickelt sich so sehr. Ich bin ja auch, ich lerne ja auch noch dazu. Ich glaube nicht mehr, dass ich die Weisheit mit dem Löffel gefressen habe. Aber das dachte ich lange Jahre. Ich glaube, das ist auch normal, wenn man Anfang 20 ist, Mitte 20 ist. Von mir aus auch noch mit Ende 20. Ja, und in erster Linie hat es Druck rausgenommen und hat die Türen geöffnet, dafür zu sagen, okay, vielleicht können wir beide ja für uns Kink neu Ich hatte ja schon so viel plötzlich neu definiert. Lass uns doch das machen, was uns Spaß macht. Und in dem Zuge ist mir auch aufgefallen, dass es in unseren Diskussionen oder in unseren Momenten ganz oft darum ging, was will ich? Welche von meinen Bedürfnissen werden gerade nicht befriedigt? Ob ich es nicht gehört habe oder ob er es nicht gesagt habe, ich kann es nicht mehr sagen im Nachhinein. Aber seine Bedürfnisse, die waren irgendwie ganz selten Mittelpunkt.
Sebastian Was waren oder sind seine Bedürfnisse?
Paula Er mag zum Beispiel ganz gerne Latex, so Rubber Doll mäßig, so einfach Frauen, die, ja so, er könnte es besser beschreiben, aber wahrscheinlich so ein bisschen so objektifiziert, aber trotzdem sexy weiblich. So was mag er. Krasse Schminke. So ein bisschen Sexdoll mäßig. Das findet er total erotisch. Und ja, er hat mir mal eine Rubbermaske gekauft und er hat mich mal, ich schminke mich halt nicht, also ich bin keine Person, die sich schminkt, aber er hat mich mal geschminkt. Aber es hat mich halt nicht wirklich gekickt, so jetzt irgendwie geschminkt zu sein. Und ich habe wahrscheinlich unterschwellig gedacht, ja gut, wenn ich nicht kriege, was ich will, ich weiß es nicht.
Sebastian Er hätte sich das ja wirklich nehmen können und auch immer wieder. Und er hätte das ja auch mit ins Feld führen können. Das sind meine Bedürfnisse, das sind deine. Ich kümmere mich um deine, wenn du dich um meine kümmerst. Aber das hat er nie getan. Da war er immer zurückhaltend offenbar.
Paula Genau, er ist ein sehr zurückhaltender, sehr ruhiger Mensch. Ich war vielleicht auch einfach ein bisschen fordernd mit meinen Sachen, dass er gedacht hat, okay, jetzt mit seinen Sachen um die Ecke kommen ist vielleicht der falsche Zeitpunkt. Vielleicht hat er es auch ein paar Mal erwähnt und ich habe es überhört.
Sebastian Aber jetzt ist der Raum dafür. Also plötzlich ist da ein Raum…, Auch mal ihn zu hören. Ich habe manchmal das Gefühl, verkehrte Welt heute, aber nein, es ist genau die Welt, wie sie ist und es ist spannend.
Paula Also es ist einfach, wir haben jetzt die Möglichkeit oder ich sehe jetzt die Möglichkeit und er nimmt sie zum Glück an, gemeinsam zu entdecken, was funktioniert für uns und nicht, was erwarten wir voneinander, sondern wer sind wir, was bringen wir mit an den Tisch, BDSM mäßig und was kann daraus werden. Und das ist ein sehr langsamer Prozess, aber kein mühsamer Prozess, sondern es ist ein schöner Prozess. Und es entsteht eine andere Art von Intimität und BDSM. Und ich habe letztes Jahr einen Latexrock gekauft und habe den einfach mit nach Hause genommen und habe mir den angezogen und habe gesagt, du willst mir doch jetzt bestimmt den Hintern versohlen in dem Rock. Und das wollte er dann auch. Und dann hat er mich festgemacht, gefesselt. und ich habe nicht einmal daran gedacht, jetzt hat er mir nicht gesagt, wie genau ich mich hinstellen soll, sondern ich war einfach entspannt und habe mich darüber gefreut, dass er mich gerade bestimmt unfassbar toll findet in diesem Rock und das war ein Gefühl, das, hatte ich ja nicht mehr mit ihm gehabt.
Sebastian Ich finde das total schön, dass dann wirklich auch dieses, dass da neue Räume entstehen, ne? Also man hätte diese Folge hier in der Dramaturgie machen können, dieses und dann hat sie sich in ihrer Verzweiflung einen anderen gesucht und sogar die Seiten gewechselt, weil nix geht. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Irgendwie Nähe durch, dass du deinem Bedürfnis nachgehen kannst und dass du dadurch Platz für Neues hast. Finde ich total schön. Ich will das ja eigentlich gar nicht so bewerten, aber liebes Publikum, ich schmelze gerade so ein bisschen dahin.
Paula Ja, ich auch. Immer wieder. Tatsächlich.
Sebastian Okay, das ist jetzt wie lange her? Zwei Jahre etwa, ne?
Paula Ja, im April sind zwei Jahre.
Sebastian Okay. Das heißt wirklich, ihr habt das für euch komplett neu definiert.
Paula Wir sind noch dabei. Wir sind definitiv noch mit dabei. Also das ist nichts Abgeschlossenes. Wir haben definitiv immer noch Raum für mehr Kink in unserem Leben. Mehr Sex. Es gibt sogar Momente, wo ich denke, dadurch, dass ich mir das sehr regelmäßig an anderer Stelle hole, ist das vielleicht ein bisschen zu viel Druck raus. müssten wir vielleicht noch mal wieder ein bisschen, wir sind nun mal seit acht Jahren zusammen, wir haben eine sehr komfortable, wundervolle Alltagsroutine. Die Zeit muss man sich nehmen. Nimmt man sich die Zeit, wenn man weiß, naja gut, am Samstag kann ich ja wieder Kink machen, ist dann nicht vielleicht doch das Sofa bequemer. Aber das können wir auf einmal miteinander kommunizieren, ohne diesen Ballast, ohne diesen Gefühlsturm, der über einen hereinbricht. Vorher war das Gefühl so, oh Gott, spreche ich das Thema jetzt an, ich mache ja da diese Welle mit auf. Jetzt können wir abends auf dem Couch liegen und fast schon darüber lachen, dass wir sagen, eigentlich könnte man.
Sebastian Also ich finde allein diesen Schritt zu sagen, nicht nur meine Bedürfnisse werden nicht befriedigt, sondern in seiner Abwesenheit, ich überlege mir was, ich kümmere mich darum, ich besorge den Rock und fahre nach Hause mit dem, ich mache jetzt was, was für ihn bestimmt toll sein wird. Also allein dieser Perspektivwechsel, da rieche ich so ein ganz kleines bisschen ein schlechtes Gewissen. So, jetzt muss ich ihm aber auch wieder was Gutes tun. Gibt's das?
Paula Nee, im Gegenteil. Es war eine Erkenntnis, dass ich mich, glaube ich, sehr lange darauf ausgeruht habe, dass ich gesagt habe, ich habe dir doch immer gesagt, was ich will und ich habe doch alles getan, was ich tun muss. Jetzt seh zu, dass diese BDSM-Dynamik läuft. Du bist der Dom, ich habe dir alles gesagt, was du wissen musst, was ich will, was meine Grenzen, meine Tabus, was meine Wünsche sind, mach doch was. Und er hat nichts gemacht oder nicht das Richtige gemacht. Und dass ich aber vielleicht auch was machen kann, dass ich vielleicht auch diese Dynamik ins Leben rufen kann, diese Dynamik mitgestalten kann, ohne zu toppen, sondern einfach, weil ich ihm zuhöre, weiß, was ihm gefällt und das habe ich halt nie gemacht.
Sebastian Das ist aber fast normal. Ich kenne das jetzt nur aus der FemSup-Mail-Dom-Perspektive. Wenn Sub dient oder tut, was ihr gesagt wird oder sich an die Regeln hält, dann ist das ja ihr Geschenk. Das ist damit abschließend erledigt. Und ich weiß gar nicht, ich habe es eben in der Pause einmal erwähnt. Wenn nicht, muss ich es hier passend schneiden. Also wenn ich es schon mal erwähnt habe. dieses, wenn Femsub einen King nicht teilt, dann ist der im Grunde tabu. Wenn ich sage, als Top-Suit, das würde ich gerne machen und ich sage, nee, das finde ich nicht gut, das mag ich nicht, dann ist die Sache im Grunde raus. Was ja auch völlig in Ordnung ist, wenn man es ja doch im Concept irgendwie herstellt. Aber als Top versucht man ja schon eher die Bedürfnisse, sich gegenüber zu erfüllen. Das ist total verkehrte Welt im Prinzip zwischen Top und Sub. Top erfüllt die Bedürfnisse von Sub und Sub hat halt die Verpflichtung, die Sachen auch so umzusetzen, die den eigenen Bedürfnissen eh schon entsprechen und damit ist ja alles für alle fein. Eigentlich ist BDSM und diese ganze Machtdynamik total falsch und kaputt.
Paula Ich denke, dafür wirst du bestimmt ganz viel Applaus in den Kopf.
Sebastian Ja genau, ich werde, ja, man kann das natürlich kaputtreden, wie man will, aber so im Kern. Habt ihr eine Lösung gefunden, zufällig gefunden oder ihr seid auf eine Lösung, entdeckt ist vielleicht der Punkt, die euch wieder in allen Bereichen näher zusammenbringt. Schön.
Paula Also das war auch keine bewusste Entscheidung, sondern wir versuchen es jetzt halt mal irgendwie anders.
Sebastian Das hört sich bisher gut an.
Paula Ja.
Sebastian Und auch dein Mann ist auch eingeladen, ich wiederhole das jetzt sogar mal on tape, er kriegt die Folge ja auch vorher zu hören. Und wenn er was ergänzen möchte oder so ein paar Sätze, dann können wir die hier natürlich an die Folge dranhängen. Die Einladung ist ausgesprochen.
Paula Aber ja. Er wird wahrscheinlich erklären, was genau er an Latex und so vielleicht gut findet.
Sebastian Kann er sehr gerne machen, ist gar kein Problem. Da höre ich dann auch nochmal doppelt genau hin. Okay, aber jetzt ist da auch noch Sub. Der ist ja nicht nur einfach da, sondern mit dem verbringst du ja auch Zeit. Und wie ist denn das? Das ist ja quasi nochmal ganz von vorne anfangen. Willkommen in einer neuen Welt. Da ist ein Mann, der sagt, sag mir, was ich zu tun habe. Gib mir Struktur, gib mir Disziplin. Oh Gott, das ist doch Anforderung, das ist doch Druck.
Paula Also ich habe, glaube ich, das war, glaube ich, ein bisschen anders. Da war ein Mann und wir haben uns auf der Party. wir kannten uns schon vorher vom Stammtisch, hatten aber nie viel miteinander zu tun, haben dann auf der Party miteinander gespielt. Dann habe ich ihn angeschrieben, gefragt, wie es ihm geht, Aftercare-mäßig, wie sein Hintern sich wohlfühlt. Dann haben wir uns getroffen und dann. Habe ich klar gemacht. Das klingt unheimlich cheesy. Aber dann habe ich mir überlegt, okay, was will ich aus dieser, was wird das, warum treffe ich den jetzt hier, was will ich davon? Und dann waren wir Pizza essen an dem ersten Abend. Und ich war aufgeregt und er war aufgeregt mit Sicherheit. Es war klar, vielleicht geht es nachher zu ihm oder auch nicht oder keine Ahnung. Dann haben wir da gesessen und dann haben wir gegessen und uns erhalten und ein bisschen ausgelotet. Und dann habe ich irgendwann gesagt, ich glaube, wollen wir gehen? Dann hat er gesagt, ja, klar. Dann sind wir aufgestanden und rausgegangen. Dann hat er gesagt, ähm, hast du bezahlt? Und ich bin weitergegangen und habe gesagt, komm. Dann habe ich ihn anguckt und ich habe gesagt, es wird der Tag kommen, wenn ich sage, geh, dann wirst du nicht mehr hinterfragen, ob ich gezahlt habe oder nicht. Und damit war der Grundstein für die Beziehung gesetzt. Und das ist bis heute einer der Schachzüge, auf die ich am allerstolzesten bin. Und er weiß bis heute nicht, wie es passiert ist und ich werde den Teufel tun, es zu verraten.
Sebastian Wir sind ja hier unter uns. Nein.
Paula Auch er wird die Folge zu hören bekommen, vermute ich.
Sebastian Wir sind ja hier unter uns. Du kannst ihm ja verbieten, jetzt die Stelle zu hören und dann kannst du immer kontrollieren, ob er die Stelle gehört hat. Kannst du sagen, von Minute da bis da darfst du nicht zuhören.
Paula Ja, genau.
Sebastian Na gut, okay, da muss ich nachgehen, ja.
Paula Ja, da musst du nachgehen.
Sebastian Ich soll doch immer sagen, wenn ich mehr wissen will.
Paula Darfst du an der Stelle gerne sagen und an der Stelle sage, ich erzähle dir alles, aber das ist mein Geheimnis.
Sebastian Okay, also schon planvoll.
Paula Das war sehr geplant, das war extremst durchgeplant. Ich hatte mir für die erste Session, habe ich mir Lists, Zeile für Zeile aufgeschrieben, was passieren wird.
Sebastian Das ist bestimmt noch existent.
Paula Willst du sehen?
Sebastian Ja, aber sehr gerne. Das ist unser Ding der Woche.
Paula Es ist eins von den Dingen der Woche.
Sebastian Ja, sehr gerne. Dann, wo musst du hin? Wo musst du ran? Das Kabel ist lang genug. Den kann ich dir rüberreichen, wenn du magst. Ich komme gerade dran. Oha. Jetzt bin ich gespannt. Exakt aufgeschrieben, was. So. Ja.
Paula Also ich habe mehrere Dinge der Woche.
Sebastian Wir werden die übliche Zeit nicht einhalten, wie sich das gehört. Okay, du hast hier ein...
Paula Oh, komm, hier ist noch der.
Sebastian Du hast hier ein braunes, ein ledereingebundenes Büchlein.
Paula Selbst gemacht.
Sebastian Zeig es mir.
Paula Aber du darfst es nicht selbstständig aufmachen. Ich darf es nicht selbstständig aufmachen.
Sebastian Okay, ich habe es in der Hand, da sind auf jeden Fall zwei Schriftzeichen drauf.
Paula Chinesische, genau.
Sebastian Was bedeuten die Ordnung und Disziplin?
Paula Wissen.
Sebastian Wissen?
Paula Wissen.
Sebastian Das ist genauso hart.
Paula Ja.
Sebastian Und ich darf nicht reingucken.
Paula Ich mache es dir an der richtigen Stelle auf. Aber du wirst es wahrscheinlich gar nicht lesen können. Aber du kannst es zumindest versuchen und sonst lese ich es dir vor.
Sebastian Ich spicke trotzdem. Also ich habe zumindest eine Unvernunft-Postkarte da drin gesehen und einen Aufkleber. Sehr schön.
Paula Mein Sob bekommt regelmäßig Paketchen von dir und er hat mir das, habe ich mir geklaut.
Sebastian Er bekommt regelmäßig Paketchen von mir, okay. Heute kannst du ihm was mitbringen.
Paula So, ja genau, also es sind ganz viele Sachen drin.
Sebastian Ja.
Paula Aber das ist der Sessionplan von der ersten Session.
Sebastian Ich fahre mir mal deine Schrift an.
Paula Versuch es mal, ich glaube nicht, dass du es lesen werden kannst.
Sebastian Ja, also jedes zweite Wort ist lesbar. Oh mein Gott. Nein, die Schrift ist gar nicht schlecht, aber es ist so, sie ist weit weg von meiner.
Paula Ja, alles gut.
Sebastian Okay, es ist auf jeden Fall Liebesbuchkling, es ist eine Doppelseite DIN A5 mit zwölf Punkten. Also die Nummerierung kann ich tatsächlich, nein, 14 Punkten sogar, da unten geht es noch weiter, da war meine Hand drauf. Achso, und umblättern darf ich nicht.
Paula Darfst du ruhig, da geht es weiter für die nächste Session, eine paar Woche später. Die ersten Sessions sind alle geplant gewesen.
Sebastian Ab da gibt es, du hast die Sessions geplant.
Paula Alle geplant gewesen.
Sebastian Nein, nein.
Paula Hier gibt es einen Satz, da steht, wie sonst, er ist nämlich ziemlich brav. Ich wollte ihm eine Ohrfeige geben und ich habe mir einen Plan zurechtgelegt, wie ich ihm eine Ohrfeige geben kann.
Sebastian Dann eine Ohrfeige, okay.
Paula Wie sonst, er ist nämlich ziemlich brav.
Sebastian Oh weia. Okay, das kenne ich so noch nicht, dass man das so plant. Das heißt ja mal spontan.
Paula Nein, ich habe es sehr geplant. Mittlerweile nicht mehr, aber die ersten Sessions waren.
Sebastian Okay, aber warum hast du das geplant?
Paula Weil ich nervös ohne Ende war.
Sebastian Konntest du diesen Plan, diesen 14-Punkte-Plan, konntest du den so umsetzen? Hat das geklappt?
Paula Fast wortwörtlich.
Sebastian Möchtest du ein bisschen was davon? Du kannst doch das ganze Dokument verlesen.
Paula Die ganzen Dokumente nicht.
Sebastian Aber… Punkt 1 ist schon mal vielleicht wichtig.
Paula Punkt 1. Ankommen, Wohnung zeigen lassen.
Sebastian So, ab da stellt sich mir schon die Frage, okay, wenn man die Wohnung vorher gar nicht kennt, dann kann man ja gar nicht weiter planen. Aber okay, das ist nur so. Es kann ja auch sein, dass er keinen Bart hat, weil das irgendwie auf dem Subterrain oder so ist. Keine Ahnung, aber gut, okay, mutig. Lies einfach mal davon alles vor, was du gerne möchtest. Und ist das dann in den Show Notes ein Bild davon?
Paula Von hier kann ich machen. Wer es versuchen will zu entziffern, kann das gerne tun.
Sebastian Ja, wunderbar. Das Transkript-Team ist großartig in sowas.
Paula Punkt zwei, umziehen, während er draußen warten muss. Und da merkst du schon, ich wusste ja nicht, in welchem Raum ich mich möglicherweise umziehen kann.
Sebastian Ja, und was ist draußen? Wenn du dich im Schlafzimmer umziehst, ist der Flur draußen und umgekehrt, ja?
Paula Habe ich so durchgezogen. Ich habe mich im Bad umgezogen und er musste draußen vor der Tür stehen.
Sebastian Was zieht man denn an für seine erste Session?
Paula Ich war extra vorher einkaufen. Ich hatte mir alles neu gekauft, von der Unterhose über alles.
Sebastian Okay.
Paula Ja, ich war... zehn Jahre lang Sub gewesen. Ich wusste genau, wie BDSM zu funktionieren hat. Und jetzt musste ich das irgendwie sein.
Sebastian Das muss für ihn auch großartig gewesen sein, weil er wird das ja auch gemerkt haben, dass du dich da neu eingekleidet hast. Die Sachen riechen dann ja auch noch neu.
Paula Die haben wahrscheinlich sehr neu gerochen.
Sebastian Das muss ja wirklich für ihn auch ein Wahnsinn sein. Wenn er das gemerkt hat, dann ist das ja so, boah, die treibt hier richtig Aufwand, krass. Du kannst gerne weiterlesen, wenn du selbst den Ziffern kannst.
Paula Also der nächste Punkt ist so nicht passiert, aber da steht, ihn darauf hinweisen, dass er overdressed ist und schauen, ob er fragt, bevor er die Rollos runter machen will. Also nach dem Motto, ich wollte ihn auffordern, sich auszuziehen und dann gucken, ob er merkt, oh, die Rollos sind ja auch, wenn ich mich jetzt ausziehe, dann können die Nachbarn ja reingucken, ob er mich fragt, ob er die Rollos runter machen darf oder ob er es selber macht oder ob er es von sich ausmacht.
Sebastian Du hast Fallen mit eingebaut, okay.
Paula Dann steht in einem großen Kasten, wichtig, Ausrufzeichen, Unterhosen anlassen, damit ich nachher schauen kann, wie er sie auch wegräumt. Ich wollte ihm eine Falle stellen, wenn er seine Klamotten nicht ordentlich faltet, dass ich ihm dann die quasi wieder hinwerfen kann und sagen kann, faltet die nochmal ordentlich. Ich habe jedes Mal noch ein Kischee rausgenommen.
Sebastian Ja, man merkt aber, da ist so dieses Ordnung und Disziplin, das ist da schon Teil, ne?
Paula Ich habe aber in ihm ein Match gefunden. Also der ist so ordentlich. Man merkt es ja auf der zweiten Seite.
Sebastian Es gibt diesen Ikea-Werbespot, wo sie auf dem Bett liegt und sich räkelt und er macht seinen großen Pax-Kleiderschrank auf und alles ist perfekt ordentlich beleuchtet und es ist total abtörnt. Weiter.
Paula Dann sollte er mir Sachen zeigen aus seiner Spielzeugschublade. Ich wusste, dass er eine hatte, hatten wir drüber gesprochen.
Sebastian Hast du Spielzeug mit hingebracht?
Paula Nee, das habe ich hier komplett ihm überlassen.
Sebastian Okay.
Paula Doch, einen, das stimmt gar nicht. Einen gummiüberzogenen Rohrstock habe ich. Den haben wir auch bis heute noch. Den habe ich mitgebracht. Auch neu gekauft. Ja, genau. Und dann steht hier halt, ich weiß nicht mehr genau, ich kann das tatsächlich sehr schlecht sagen, aber hier steht, dann Höschen in den Mund stecken für falsches Sprechen. Oder falls er spricht, wenn nicht erlaubt. Und ihm dann nur aus dem Mund nehmen, damit er antworten kann. Und dann soll er es selber wieder reinstecken. Also ich wollte ihn quasi...
Sebastian Du hast das wirklich genauestens durchgeplant. Das kenne ich so nicht. Meine grundsätzliche Frage, wer hat denn die Sachen zu haben? Also ich kenne immer, dass die Doms mit dem Koffer durch die Gegend rollen, weil die die Sachen besitzen und so braucht eigentlich nichts. Und du siehst es jetzt umgekehrt.
Paula Ja, es ist alles bei ihm. Ja, aber das ist für mich auch wichtig, weil zu Hause bin ich die submissive Frau meines Mannes und in seiner Wohnung bin ich.
Sebastian Du nimmst nicht das Spielzeug deines Mannes mit?
Paula Nein, unser Spielzeug meinst du? Nein. Das ist alles für mich getrennt. Das ist schon immer so auch von Anfang an gewesen. Das war am Anfang sehr wichtig für mich, für den Kopf. Mittlerweile ist es einfach das, was sich richtig anfühlt.
Sebastian Doch, auch die Klamotten, trennst du die auch?
Paula Ja, meine Klamotten sind auch bei meinem Sub, die ich da anziehe.
Sebastian Okay, also wirklich auch bis zur Unterhose ist alles dort. Dann hat er ja auch was, was er waschen kann. Das ist natürlich alles Handwäsche. Ja, okay. Also mit so einem Plan daran zu gehen, also ich finde das auf der einen Seite total großartig, sich so ganz viele Gedanken zu machen, auf der anderen Seite sehe ich dich schon, wie du hin und wieder nochmal das Büchlein zückst. Was war denn der nächste Punkt?
Paula Ich habe ihn dann ja geschickt ins Schlafzimmer und dann habe ich halt gelesen. Und dann habe ich ihn auf den Boden gepackt und er muss hinknien und Kopf auf den Boden und dann habe ich gelesen. Das hat er nicht mitgekriegt.
Sebastian Ich glaube nicht, dass er es mitgekriegt hat. Ganz ehrlich, das ist ja eine Strategie, um auch dann in dieser Situation einfach ein bisschen Sicherheit zu gewinnen.
Paula Ja, am Anfang war das nur für Sicherheit. Mittlerweile mache ich das gar nicht mehr.
Sebastian Genau, für ihn ist es ja auch schön zu sehen, er hat sich vorbereitet und er wusste ja, du musst quasi in die Rolle auch erstmal reinfinden, da reinlernen. Dass er dich als Top akzeptiert, weil er kannte dich ja auch als Sub vorher, war das irgendwie mal Gesprächsthema oder irgendeine Art von Problem oder irgendetwas?
Paula Ich habe mir da sehr viele Gedanken drüber gemacht am Anfang. noch sehr oft war ich sehr unsicher, habe ihn viel gefragt, wie das ist. War mir selber auch, bis ich wirklich öffentlich gesagt habe, ich bin Switch, sind auch noch Wochen oder sogar Monate ins Land gegangen, bis ich das auf dem Stammtisch dann auch wirklich verkündet habe.
Sebastian Meistens wissen es alle anderen vor einem.
Paula Natürlich. Ich war ja auf der Party.
Sebastian Hat er dich nochmal in der Subrolle gesehen?
Paula Ja.
Sebastian Das geht, weil ich glaube da ist so ein bisschen so, ich vergöttere diese Person und bete sie an und jetzt ist die da irgendwie jemand untergeordnet, das passt doch gar nicht ins Bild. Also dass das geht, ja?
Paula Er ist, was das angeht, sowas von unkompliziert. Das ist wirklich für alles. Also der, ich auch am Anfang war ja gar nicht klar, wie weit geht das? Können wir uns regelmäßig sehen? Ist das nur BDSM? Wird das Freundschaft? Ich wollte das am Anfang ganz strikt trennen. Ich wollte wieder das, was ich ja schon kannte, was funktioniert hat. Eine Beziehung, wo wir nur BDSM machen und ansonsten nichts voneinander wissen. Das wusste ich ja, das geht ja. Halt jetzt mit mir auf der Dom-Seite. Aber ansonsten dachte ich, wenn ich den Alltag wieder mit reinbringe, funktioniert das wieder nicht. Wird kaputt gehen.
Sebastian Und?
Paula Also wir haben ja keinen Alltag in dem Sinne miteinander. Aber trotz alledem sind wir alltäglich miteinander in Kontakt. Ich weiß, was bei ihm privat los ist, familiär los ist, arbeitstechnisch los ist. Er weiß, was bei mir los ist. Ich rede mit meinem Mann über Dinge, wo ich mit meinem Sub irgendwie, ja, das Gefühl habe, wie war das, da muss ich nochmal drüber reden. Und mit meinem Sub rede ich über meinen Mann, wenn ich sage, oh, da war eine Geschichte, das ist irgendwie, das verarbeite ich gerade oder so. Also das ist ein, das verschwimmt ineinander. Die beiden sehen sich relativ selten, aber wir haben auch schon Abende zu dritt verbracht. Also nicht kinky Abende, aber einfach Abende. Obwohl, es war schon sehr amüsant. Mein Mann hat mir mal ein Elektro-Armand an den Halsband an den Arm gepackt und mein Sub saß rechts von mir und mein Mann hat drauf gedrückt und ich habe dann jedes Mal den Schmerz in den Arm von meinem Sub gechannellt. Da hatten wir alle sehr viel Spaß. Das sind so Dinge.
Sebastian Wo man eigentlich sagt, das kann ja gar nicht funktionieren, gut gehen. Ja, wie würdest du die Beziehung zu deinem Mann, die ist klar, er ist ein Mann, dein Mittelpunkt, die Person, mit der du deinen Alltag verbringen möchtest und willst, mit der du ein Haus gebaut hast. Was ist die Beziehung zu deinem, wie würdest du das beschreiben?
Paula Ich habe meinen Mann am Anfang irgendwann mal gefragt, woher weiß man eigentlich, ob man jemanden liebt? Und hat auch gesagt, keine Ahnung. Da ist eine sehr innige Bindung zwischen mir und meinem Sub. Es wäre sehr, sehr, sehr schwer zu verkraften, wenn das, was wir haben oder auch unsere Beziehung auseinander geht. Also es wäre etwas, er ist mir ans Herz gewachsen, er gehört für mich mit dazu.
Sebastian Hat er noch jemanden?
Paula Zumindest nicht, dass ich wüsste. Nein, hat er nicht. Es hatte auch vorher niemanden und er wusste aber von Anfang an, in welche Beziehung er da reinkommt. Das war für ihn überraschenderweise irgendwie immer klar. Ich hatte am Anfang ganz doll Angst, dass ich gedacht habe, boah, wenn ich ihm zu viel kleinen Finger und dann, wo ziehe ich da den Weg? Und ich wollte die Gefühle außen vor lassen und ich habe ihm sogar gesagt, denk gar nicht dran, dich in mich zu verlieben und ich war so ganz auf Abstand und das war alles gar kein Problem. Auch am Anfang war ich ganz vorsichtig. Da habe ich meinen Mann immer so gefragt, wäre das okay, wenn ich da hingehe? Und er sagt, wenn du mich immer so bedrückt fragst, dann denke ich immer, das ist irgendwas Schlimmes.
Sebastian Sag doch einfach so.
Paula Hey, geh da hin. Und ich dachte immer, ja, aber ich will dich ja jetzt nicht irgendwie übergehen. Und vielleicht hattest du ja vor, dass wir was am Wochenende zusammen machen. Und ich war ja so aufgeregt. Am Anfang wollte ich ja über nichts anderes reden, außer über meine neu entdeckte Fremdome-Ära.
Sebastian Genau, das ist halt das Problem. Man will ja den Partner da auch nicht damit überfahren, dass es woanders so viel besser ist. Das will man ja auch auf keinen Fall. Auch wenn es in dem Moment natürlich so ist, weil es neu und interessant ist. Genau.
Paula Und ich hatte nie das Gefühl, dass er das denkt. Aber man selber denkt ja doch irgendwie so ein bisschen, ich darf da jetzt nicht zu enthusiastisch drüber reden. Aber das hat sich alles eingependelt. Es hat lange gedauert, aber es hat sich alles mittlerweile eingependelt. Es ist total komfortabel. Es ist klar, dass ich in regelmäßigen Abständen dahin gehe.
Sebastian Was für Abstände sind das?
Paula Einmal in der Woche.
Sebastian Okay.
Paula Gibt es Regeln?
Sebastian Also so Tabus, wo es schon heißt, das machst du mal bitte nicht mit deinem Sub oder beziehungsweise wo auch dein Sub sagt, das ist vielleicht unser Ding. Also gibt es Dinge, wo du schon nochmal bei einzelnen Sachen eine gewisse Exklusivität bekommst? ja, einhalten musst?
Paula Mein Mann und ich haben abgeklärt, was okay ist und was nicht. Und meinen so mehr oder weniger vorvollendete Tatsachen gestellt. Weil das ist für mich klar. Das funktioniert nicht, wenn mein Mann sagt, nein. Das würde für mich nicht funktionieren. Das wäre auch, das ist so.
Sebastian Was sind die Limits?
Paula Unsere Limits. Das sind unsere Limits. Jetzt ist voll gemein. Ich habe gesagt, du kannst mir die ganzen Detailfragen stellen.
Sebastian Wenn ich das mache, sagst du, nee.
Paula Stell mal die richtige Detailfrage.
Sebastian Okay, die richtige Detailfrage ist eigentlich, okay, also an welchen Stellen war es denn überhaupt nötig, da Grenzen zu ziehen? Also ich gehe nicht davon aus, dass es sowas gibt, wie ja, also in Sessions wird das und das nicht gemacht. Aber also ich würde jetzt einfach mal orakeln und du sagst mir mal, ob ich da völlig falsch liege. So, wenn es so gemeinsame Paarrituale gibt, was weiß ich, so ein gemeinsames Hobby, tanzen oder sowas. Dass man halt schon sagt, können wir das bitte, dass das unseres bleibt. Also das, wo auch die Qualitätspaarzeit nochmal herkommt.
Paula Geht es in die Richtung? Nee, es geht schon eher. Es gibt ein paar sexuelle Limits, die wir uns gesetzt haben.
Sebastian Okay.
Paula Aber ich glaube nicht, dass das in Stein gemeißelt ist. Das ist das nicht. Das ist eher so dieses, er muss halt gucken. Gerade am Anfang hat mein Mann gesagt, er weiß nicht so richtig, wie es mit Eifersucht sein wird. Ich sage, gut, dann gehen wir so weit, wie du das Gefühl hast, das könnte sein, passen. Und ich habe das für mich, glaube ich, relativ klar, wie weit die eine Beziehung geht, wie weit die andere Beziehung geht, wo Überschneidungen stattfinden. Das ist so. Und ab und zu kommt das mal wieder hoch. Das ist so. Ab und zu gibt es mal Momente, wo ich das Gefühl habe, oh, habe ich jetzt gerade die Balance irgendwie richtig getroffen. Aber das ist es A wert, dieses Komplizierte, was dabei manchmal ist. Und B, habe ich auch das Glück, dass ich mit beiden Männern sehr offen darüber reden kann.
Sebastian Im schlimmsten Fall könntest du sogar beide an einen Tisch setzen und sagen, wir klären das zu dritt.
Paula Ja, doch ginge, aber solche Situationen hatten wir noch gar nicht.
Sebastian Gibt es was, wo du merkst, an manchen Stellen fällt es auch schwer, Grenzen einzuhalten. Gerade so im Eifer des Gefechts, dass man sich darauf verdammt. Und dann ist die Frage, hält man sich dran? Oder wenn man es nicht getan hat, beichtet man schnell und wie?
Paula Also man hält sich, ich halte mich dran. Das ist so, ja, es gibt Momente, aber das ist nichts Dramatisches. Es gab natürlich, also viel interessanter ist zum Beispiel am Anfang, du hast ja mein Skript jetzt, ich habe ja erzählt, ein bisschen was rausgelesen. Warum habe ich mich daran so geklammert? Weil ich ganz doll Angst hatte, sobald ich in einem BDSM-Setting bin, meine devote Seite rauskommt. Und das ist am Anfang mit steigender Lust passiert.
Sebastian Okay.
Paula Wenn mein Sub mich am Anfang zum Orgasmus gebracht hat, dann bin ich immer voll devot geworden. Im Kopf. Und bis ich geschnallt habe, dass ich ihm ja sagen kann, lass das oder mach das anders. Ich dachte halt, ich muss das jetzt. Er macht schon. Er nimmt sich jetzt. Also er bringt mich schon, wie er will, zum Orgasmus.
Sebastian Du, das ist ja deine Freiheit dann auch zu entscheiden, dass er das entscheiden darf, oh Gott.
Paula Nee, das war wirklich, das war so ein Mindfuck. Ich habe da gelegen, was geht jetzt ab? Das war ganz, ich war das so gewohnt. Also sexuelle Lust war so an Submissiv und an Devote sein gekoppelt. Das habe ich gar nicht entkoppelt gekriegt.
Sebastian Das hat sich geändert?
Paula Ja, das kriege ich mittlerweile sehr gut. Tatsächlich, ich kann beides.
Sebastian Also es ist so ein bisschen, ist das immer noch eine Rolle, die du aktiv einnehmen musst oder ist das doch schon eher eine natürliche Handlung, wenn dein Sub da ist?
Paula Es ist mittlerweile natürlich gekommen. Wir haben am Anfang ganz doll überlegt, wie können wir den Eingang in eine Session möglichst einfach für mich gestalten, von diesem mehr oder weniger auf Augenhöhe in eine Session rein. Und das brauchen wir nicht mehr.
Sebastian Dreh das mal den Spieß um. Welche Bedürfnisse hat denn dein Sub, wo du möglicherweise noch nicht laut genug zugehört hast?
Paula Ich glaube, den Fehler habe ich nicht nochmal gemacht. Wir reden sehr, sehr viel über seine Bedürfnisse und er hat zum Glück sehr viele Bedürfnisse.
Sebastian Er hat sehr viele Bedürfnisse, okay.
Paula Thema Keuschhaltung. War von Anfang an.
Sebastian Das ist ein 24-Stunden-Job.
Paula Ja, war von Anfang an klar.
Sebastian Was ist mit deinen Bedürfnissen in der Konstellation? Weil da läuft man ja wieder Gefahr, auch da nicht aufzupassen.
Paula Struktur, Disziplin, Regeln.
Sebastian So einfach.
Paula Und das in genau dem Umfang, wie ich es will. Und es ist verdammt anstrengend. Es ist unfassbar anstrengend. Aber es gibt mir alles. Und es ist es wert.
Sebastian Wenn du dein Sub wärst, würdest du das denn richtig machen, das mit der Struktur und Disziplin? Also wäre das ausreichend? Oder würdest du deinen eigenen Anspruch selbst nicht erfüllen?
Paula Ich glaube tatsächlich, wenn ich meine eigene DOM wäre, reden wir darüber jetzt, Ich glaube, ich hätte immer noch einen höheren Anspruch als Sub. Ich glaube, die Sub in mir ist nicht, die ist zu weit abgedriftet in die Fantasie.
Sebastian Okay, aber ihm reicht es ja. Und er hat wahrscheinlich alle Mühe, da irgendwie mitzukommen.
Paula Also was das angeht, er macht das mit. Er macht das bestimmt auch gerne. Ich glaube auch, dass es ihm gefällt. Also ich glaube, es gibt wenig devote Menschen oder submissive Menschen, die nicht das toll finden, wenn sie das Gefühl haben, der dominante Part gibt sich Mühe, Struktur, Regeln. Gut, eine Session Stück für Stück planen ist natürlich jetzt eher ungewöhnlich, aber ... Das hat er auch schon oft gesagt. Er sagt, das ist ja toll. Du machst dir ja die Mühe. Du strukturierst. Und er bringt mir die Impulse. Von ihm kommen die Impulse. Impuls Feminisierung und dann nehme ich das Thema und gehe. Das wäre interessant.
Sebastian Das heißt, er kann seinen Wunschzettel formulieren und kann sich darauf verlassen, dass du auf alles anspringst.
Paula Auf vieles.
Sebastian Oder wo sagst du, das ist jetzt vielleicht auch doch nicht deins. Also wo bräuchte es vielleicht noch die Zwei-Zap oder so? Oder hast du auch vielleicht eine Anregung mitgenommen, bist du da mit nach Hause gegangen? Finde ich jetzt da oben nicht toll, aber unten ist das vielleicht eine Idee. Man sammelt ja Ideen überall ein.
Paula Ich bin meinem Mann und Dom gegenüber einfach mittlerweile viel kulanter, weil ich einfach jetzt weiß, wie anstrengend das ist. Nippel sind so eine Sache. Mein Mann hat eine Nippelfaszination, die ich nie verstanden habe. Jetzt verstehe ich sie, weil jetzt habe ich auch eine Nippelfaszination. Wir sind ein tolles Spielzeug an einem Sub. Solche Sachen. Es hat auch für viele unheimlich lustige Momente zwischen mir und meinem Mann gesorgt, wo er sagte, siehst du, ich versuche dir das seit Jahren zu sagen. Aha, jetzt verstehe ich das.
Sebastian Ja, okay. Er profitiert tatsächlich ganz faktisch davon, dass du da mehr Erfahrungen machst.
Paula Ich glaube, wir profitieren beide davon. Unsere Beziehung profitiert. Alle drei profitieren, glaube ich, davon. Ist einfach gerade schön.
Sebastian Gibt es irgendwas, wo du sagst, Naja, seitdem das mag ich jetzt zum Beispiel mit meinem Mann nicht mehr so, weil ich kann das Setting so nicht mehr fühlen. Also gibt es irgendwas, wovon du eher Abstand nehmen möchtest oder auch eher vielleicht? Es gibt ja manchmal so Sachen, wo man sich denkt so, hat sich doch irgendwie im Kopf was verändert. Das ist ja normal. Es muss gar nichts mit deinem Sub zu tun haben tatsächlich, aber kann es.
Paula Nee, eher das Gegenteil. Aber ich weiß nicht, wenn ich das jetzt sage und mein Mann das hört, ich habe ihm das noch gar nicht gesagt. Das ist ganz frisch.
Sebastian Musst du entscheiden.
Paula Mein Sub mag unheimlich gerne alles anale. Ich bin auf der Devoten-Seite einfach, das ist, ich habe da am Anfang das mit dem Plug für ihn gemacht und ich weiß, dass er sehr gerne auch anal spielt und hat das auch immer wieder versucht. Und ich bin da nie reingekommen und es war für mich nie irgendwie so, und jetzt sehe ich ja, wie viel Spaß das machen kann auf beiden Seiten. Also ich sehe auch, wie viel Spaß es meinem Sub macht. Ich merke, wie viel Spaß es mir macht. Aber ich glaube, ich wäre irgendwann mal bereit, das Thema nochmal anzugehen. Oh, jetzt habe ich mich aber wirklich hier. Jetzt hast du mich so weit. Oh, jetzt laufe ich rot an.
Sebastian Dankeschön.
Paula Liebes Publikum, Sebastian grinst gerade sehr selbst zufrieden.
Sebastian Nein, das stimmt überhaupt nicht. Ich würde niemals irgendwie. Also in dem Problem, mir wurde in der Pause wirklich aufgetragen, frag ruhig intensiver, das ist okay, sonst erzähl ich nichts und schwurbel nur. Okay, Auftrag erfüllt. Das heißt, du bist jetzt doch endlich mal irgendwo angekommen.
Paula Ich glaube, ich habe eine schöne Basis jetzt. Vorher war das sehr... Hat sich fast schon so ein bisschen verloren. Die Ansatzpunkte haben gefehlt. Man hat gefühlt alles ausprobiert. Man hat hier dann wieder Rituale eingeführt, ob das vielleicht klappt. Oder, oder, oder. Alles versucht, gemeinsam Kink zu finden. Und jetzt haben wir irgendwie wieder eine Basis, von der wir starten können von vorne. Ein bisschen, ich will nicht sagen unbelastet, aber befreit. Und haben ja auch schon gestartet. Also nicht starten können, sondern in den letzten zwei Jahren. Da ist noch viel Entwicklungspotenzial. Ich bin noch nicht am Ende. Von beiden nicht. Also das Thema Cookholding, die Folge mit Gilbert Bach war sehr passend gerade. Spannender Punkt für uns.
Sebastian Ja, in der Dreierkonstellation. Aber nicht in der Konstellation.
Paula Darüber haben wir noch gar nicht drüber. Obwohl, naja.
Sebastian Ich frage uns, wo soll der Weg hingehen? Also wenn ich jetzt mal drei, vier Jahre in die Zukunft schaue, was könntest du dir vorstellen, was wäre so, es muss nicht realistisch sein, aber was wäre so eine Richtung, in die du gerne gehen möchtest, wo möchtest du hin, wo möchtest du sein?
Paula Also auf meiner Femdom-Seite würde ich sagen, das läuft alles schon sehr gut. Da ist noch Bewegung drin. Ich bekomme das vom BDSM, was ich wollte, was ich immer wollte. Ich mache jetzt die Regeln. Also es ist egal, auf welcher Seite ich stehe. Hauptsache ich lebe in einem Konstrukt aus Regeln und Disziplin und klarer Hierarchie. Es gibt Dinge, die wird mein Sub nie tun. Egal was. Er hat mir einmal auf den Hintern gehauen aus Spaß und ich habe klipp und klar gemacht, dass das nicht passieren wird. nie, unter keinen Umständen. Und solche Sachen gibt es viele, wo ich einfach gesagt habe, wir können auf Augenhöhe miteinander reden, von mir aus, gar kein Problem.
Sebastian Von mir aus.
Paula Wie gesagt, ich bin ja mittlerweile auch realitätsnah. Aber es gibt gewisse Dinge und die sind nicht anfechtbar. Da besteht dieses Machtgefälle und das ist zu einem gewissen Punkt unanfechtbar.
Sebastian Zum Beispiel bei welchen Dingen denn noch? Tu ja, was mir aufgetragen wird und stelle die richtigen Fragen.
Paula Naja, es gibt zum Beispiel, also wir haben ganz viele Sachen, die sich auch so eingeschlichen haben. Also wir haben auch Regeln, acht Regeln haben wir, die haben wir auch beschlossen am Ende, gibt es auch Notizen von mir zu.
Sebastian Auch die in den Shownotes.
Paula Da sind auch Regeln dabei, die nie zum Tragen gekommen sind.
Sebastian Du darfst schwärzen.
Paula Ja, aber die acht Regeln kenne ich natürlich auswendig. Er kennt sie übrigens. Da hat er sich selber ins Knie geschossen. Er hat sie wundervoll kompliziert ausformuliert, die acht Regeln und aufgeschrieben. Ganz blumig. Dann dürfte er sie auswendig lernen.
Sebastian Also in Reimform. Nee, Reimform würde es ja einfacher machen.
Paula Nein, also die Regel ist, wenn er mir etwas übergibt, dann auf Knien und mit gesamten Blick. So lange, bis ich das genommen habe. Und die Regel, die er daraus gemacht hat, ist himmlisch. Ein ganzer Paragraf.
Sebastian Hast du den da oder im Kopf?
Paula Ja.
Sebastian Okay, dann los. Ich bin gespannt. Und er kann jetzt...
Paula Ob ich die jetzt im Kopf bohre? Das ist jetzt richtig gemein. Jetzt lacht er sich kaputt.
Sebastian Er hat sie wahrscheinlich so gut auswendig gelernt, dass er jetzt auch prüfen kann.
Paula Definitiv, der kann die auswendig, ja.
Sebastian Dass er im Zweifel prüfen kann, ob du sie richtig vorliest.
Paula Auf jeden Fall, wenn Sub der Top-Güter übergibt, wie zum Beispiel Lebensmittel und so weiter. Also es ist wirklich, es ist fantastisch. Nein, ich kann es nicht auswendig.
Sebastian Reicht mir mal das Salz, wird so ein Drama am Frühstückstisch, wenn man alle zwei Minuten sagt, reich mir mal. Oh Gott, ja.
Paula Genau, es gibt die Regel, dass er nicht anfängt zu essen, bevor ich anfange zu essen. Kleinigkeiten.
Sebastian Die würde ich mir überlegen, diese Regel.
Paula Funktioniert gut seit zwei Jahren.
Sebastian Ja, ja, ja.
Paula Was denn?
Sebastian Was passiert? Ich und Frau gehen irgendwo auf einen Stammtisch in irgendeiner Stadt. Und man bestellt da ja Essen. Und mein Essen kommt als erstes. Von dem ganzen Riesentisch irgendwie. Und ihr Essen kommt als erstes. Und meins kommt und kommt und kommt nicht. Und dann, wir kannten die Leute alle gar nicht. Und dann steht das Essen vor ihr und wird kalt. Und mein Essen kommt und kommt nicht. Und dann hast du neben ihr eine Frau, spricht sie und sagt, ist du das nicht? Doch, doch, ich warte noch. Du musst doch essen. Verbietet der dir das Essen? Dann hängst du da so, dann klaust du mal eine Pommes bei ihr. Oh nein, solange ich mein Essen nicht habe, habe ich offenbar nicht angefangen zu essen. Dann zieht sie die Regel sehr gut selbst durch. Liebe Grüße, liebes Podcast. Das hat mich echt vor eine Herausforderung gestellt. Dann war ich erleichtert, als mein Essen endlich kam.
Paula Das würde ich nicht zulassen tatsächlich. Ich bin ja, ich mache die Regeln und wenn ich entscheide, die Regel gilt jetzt nicht, dann gilt sie nicht.
Sebastian Das habe ich festgestellt, dass ich die Kompetenz offenbar nicht immer habe.
Paula Aber das ist für mich, das ist ja das, was ich meine. Das oberste Gesetz in unserer Beziehung ist, ich lege die Spielregeln fest. Er hat Mitspracherecht, er kann mit diskutieren, gar keine Frage. Und wenn ich eine Regel mache, dann gilt die für ihn so lange, bis ich was anderes sage. Aber ich habe jederzeit das Recht zu sagen, iss jetzt. Aber von sich aus fängt er nicht an zu essen, bevor ich.
Sebastian Hast du das alles gelernt?
Paula Kopfkino. Ganz, ganz viel Kopfkino. Echt?
Sebastian Ich hätte jetzt auf das Kloster getippt.
Paula Im Kloster habe ich natürlich gelernt, wie Disziplin und Hierarchie und Struktur funktioniert. Das habe ich aber nicht nur im Kloster gelernt, das habe ich auch davor schon beim Kampfsport gelernt. Und dann natürlich weiterentwickelt im Kopfkino. Und nicht nur im Kopfkino, ich habe ja auch meinem Mann immer wieder versucht zu erklären, was ich will. Und wir haben ja auch Versuche unternommen. Und er hat ja auch, wir haben ja auch solche Sessions miteinander erlebt. Es war halt immer nur nicht so wirklich sein Kink. Und es ist sehr schwer, einen Kink für jemanden aufrechtzuerleben, wenn es nicht aufrechtzuerhalten auf Dauer, wenn es nicht wirklich dein Kink ist.
Sebastian Hast du dich schon mal bei deinem Mann darüber beschwert, dass das ganz schön kompliziert und anstrengend ist, oben zu sein?
Paula Ja.
Sebastian Was hat er gesagt?
Paula Er findet das toll, natürlich. Es ist fünf Jahre, wo ich ihm gesagt habe, mach's doch einfach. Und jetzt stehe ich da und sage, oh, das ist anstrengend.
Sebastian Hat er da auch mal einen guten Rat für dich?
Paula Ich frage ihn auf und zu Sachen, ja. Also was heißt guten Rat, das ist ja nicht wirklich dasselbe, aber ... Es ist, wir haben plötzlich ein ganz neues Thema, über das wir reden können. Wir können darüber reden, wie es ist, als Top zu sein, wie es ist, da jemanden vor sich zu haben und irgendwie gleichzeitig im Moment sein zu wollen, aufpassen zu müssen, dass diese Person gut geht, zu überlegen, was mache ich als nächstes, zu gucken, dass um und herum alles sicher ist. Es ist eine absolute mentale Überforderung, so eine Session zu dominieren und dabei auch noch Spaß zu haben.
Sebastian Jetzt darf man nicht vergessen.
Paula Das ist echt schwierig. Und ja, da können wir natürlich drüber reden und fachsimpeln.
Sebastian Also ich habe mal ein Pärchen kennengelernt, da sind beide top gewesen. Und ja, das ist dann wirklich krass, weil ich habe dann mit einer Person mal gesprochen, die mit den beiden gespielt hat. Und die sagte, das ist was völlig anderes, weil da ist nicht einfach eine Session, da hat sich jemand was ausgedacht und geplant. Sondern offenbar hat es vorab mehrere Meetings gegeben, was mit ihm, also der Subperson, dann zu passieren hat. Und da ist ein unglaublich, immer etwas unglaublich Geschliffenes bei rausgekommen, weil sich offenbar die halbe Hölle zusammengetan hat, um ihn einen schönen oder schlimmen Abend zu bescheren. Das fand ich sehr interessant, wie viel das ausmacht, weil Top sein ist ja an sich ganz oder fast immer eigentlich so ein Einzelgängertum. Da hast du gerade mit deinem Mann nochmal eine Extra-Ressource, die dir nochmal echt so ein bisschen Extra-Spice gibt.
Paula Ja, und auch zwischen uns natürlich wieder eine Kommunikation öffnet und eine Bindung. Und ich habe zum Beispiel auch gelernt, wie viel es mir gibt, wenn mein Sub aktiv ist, Dinge tut, aktiv an mich heranträgt, so sagt, hey, das ist etwas, das interessiert mich. Erst dann aber in meine Hand lässt, ob ich darauf reagiere oder nicht. Oh, ganz ohne Druck. Das war das Gegenteil von dem, was ich mit meinem Mann gemacht habe jahrelang. Ich habe ihm jahrelang gesagt, so das will ich machen und mach das.
Sebastian Also ich mag das vielleicht nicht ganz so stehen lassen. Also du hast jetzt sehr oft gesagt, ich hatte gedacht, ich habe Druck gemacht, ich habe nicht zugehört. Sehr, sehr selbstkritisch. Ich glaube, man muss da immer auch sehen, das gehören immer zwei dazu. natürlich, ja ja und hat nicht funktioniert und das finde ich total spannend das finde ich total schön an dieser Aufnahme heute dieses, nein, dieser, nicht nur der unbedingte Wille, sondern auch diese Bereitschaft, auch die mentale Bereitschaft zu sagen nee, wir machen da was dran gemeinsam und wir finden unseren Weg und darauf vielleicht auch zu vertrauen, das finde ich total schön und da können sich glaube ich viele Menschen, die ja auch davon inspirieren lassen Es ist.
Paula Auf jeden Fall gehören zwei dazu. Ich merke halt, in letzter Zeit setze ich mich halt mehr damit auseinander und reflektiere vielleicht, deswegen ist es gerade in meinem Kopf sehr prominent, was ich gefühlt gewünscht hätte, was ich damals vielleicht schon anders gemacht hätte, deswegen kommt das vielleicht heraus. Das andere ist natürlich, er ist nicht hier. Das heißt, es ist natürlich, finde ich, ein bisschen fairer, wenn ich erzähle, wie ich, also was ich vielleicht hätte anders machen können, als zu sagen können, er müsste aber und hätte aber. Aber natürlich haben wir beide an vielen Stellen nicht so kommuniziert, wie wir hätten kommunizieren müssen. An vielen Stellen Dinge ruhen gelassen, an vielen Stellen Dinge einfach auch ausgesessen.
Sebastian Das ist ja auch ein Lernprozess. Niemand, also weder top noch sub noch irgendwie kinky Person. Man kann das ganze Internet leerlesen, aber Erfahrung, auch dieser Lernprozess, ich glaube, da muss man doch ein bisschen durch. Wenn man Glück hat, funktionieren viele Dinge intuitiv total super und manchmal halt nicht. Und ja, harte Schule scheint ja offenbar dein Ding zu sein. Offenbar auch da.
Paula Vielleicht kann jeder, genau.
Sebastian Gibt es noch ein Ding der Woche?
Paula Es gibt noch zwei Dinge der Woche.
Sebastian Dann kümmern wir uns jetzt mal um die, denn die Uhr sagt mir, ja, so ganz langsam habe ich hier noch die ein oder andere Podcast-Tradition.
Paula Okay.
Sebastian So, was haben wir da?
Paula Also das eine ist ein sentimentales Ding der Woche.
Sebastian Oh ja.
Paula Halsband, was mein Mann mir damals noch nicht mal geschenkt hat nach diesen ersten drei Wochen und was ich das ganze Jahr getragen habe.
Sebastian Es ist ein Lederhalsband. Das sieht auch deutlich getragen aus. Was ist das für ein Fleck auf der Innenseite? Alles gut. Das ist ja meine Aufgabe, Fragen zu stehen.
Paula Genau. Das ist schon lange in der Schublade. Das trage ich nicht mehr. Ich habe so einen Alltag getragen.
Sebastian Es ist auch wirklich das Metall, also in Herzform, also ein Ring, der die beiden Hälften verbindet in Herzform und auf der Rückseite auch wirklich deutlich angelaufen. Also das hast du ganz sicher ein Jahr getragen.
Paula Das habe ich ein Jahr lang.
Sebastian Immer?
Paula Immer, Tag und Nacht.
Sebastian Unter der Dusche?
Paula Nee, tatsächlich nicht.
Sebastian Es hat einen Druckknopf. Also es ist jetzt nicht super massiv. Also es lässt sich auch gut tragen.
Paula Ja, total bequem.
Sebastian Okay, das hast du wie lange nicht mehr getragen?
Paula Boah, sechs Jahre bestimmt.
Sebastian Okay.
Paula Aber das war das, was er mir damals geschenkt hat und was mich ein Jahr lang jeden Tag in der Fernbeziehung daran erinnert hat, dass er irgendwie da ist. Da waren wir ja noch gar nicht exklusiv zusammen, aber ich habe es nie abgenommen. Ich finde, das ist ein schönes Symbol. Du trägst am linken Arm ein.
Sebastian Ein Arm reif.
Paula Genau, seit 2020 ist es getauscht worden durch was Permanentes.
Sebastian Achso, wie permanent ist das denn?
Paula Nein, das ist mit Inburschlüssel.
Sebastian Okay, man kann es öffnen. Okay.
Paula Genau.
Sebastian Also das Halsband, da habe ich langsam auch das Gefühl, das nimmt so ein bisschen ab als Symbol. Also Menschen fangen damit an und dann irgendwann suchen sie sich dann noch was anderes, was, ich weiß nicht, alltagskompatibler ist oder individueller ist. Halsband im Prinzip, klingt jetzt gemein, kann ja jeder.
Paula Ja, ich wollte einfach kein Halsband, das war mir dann doch ein bisschen zu offensichtlich.
Sebastian Ist ja auch berufsmäßig so eine Sache und je nachdem, was für eine Position man ist, ist das vielleicht auch einfach ungeeignet.
Paula Ja, aber den trage ich immer, den trage ich wirklich 24-7.
Sebastian Okay, ich gebe das mal respektvoll zurück.
Paula Danke schön.
Sebastian Bilder davon nehme ich natürlich gerne für die Shownotes, damit wir das auch wirklich zeigen können.
Paula Das ist einfach eine Erinnerung.
Sebastian Würdest du das nochmal zum Spaß tragen?
Paula Jetzt?
Sebastian Nein, generell.
Paula Ja, was heißt zum Spaß? Also ich würde es für ihn auf jeden Fall nochmal tragen. Ich glaube, aber es passt nicht mehr. Es war schon sehr Maßange...
Sebastian Ja, da gibt es auch nichts zum Einstellen.
Paula Das war genau meine Halsgröße. Das würde, glaube ich, noch passen, aber es wäre zumindest nicht mehr bequem.
Sebastian Gut, aber es wurde umgetauscht. Also die nicht irgendwann weggenommen, sondern, okay, weil das wäre ja auch ein fieser Akt an der Stelle.
Paula Nein, ich wollte es einfach auch dann, als ich in den Beruf eingestiegen bin, halt logischerweise nicht mehr den ganzen Tag tragen. Das hat nicht zu meiner Professionalität irgendwie in meinem Kopf gepasst. Das ist ja schon sehr offensichtlich und sehr niedlich. Und dann ist der gekommen, genau. Das ist mein Verlobungs. Also wir haben uns verlobt. Okay. Lange verlobt und dann haben wir geheiratet.
Sebastian Ja, das lange verlobt, das kenne ich, ja. Okay, da gibt es noch ein Büchlein. Ein graues diesmal.
Paula Ein ganz langweiliges graues Buch.
Sebastian Das heißt ja nicht, dass der Inhalt langweilig ist.
Paula Nee, mit Sicherheit nicht. Ich glaube, es wird dir gefallen. Ich habe lange überlegt, was nehme ich mit. Also dieses, das Sessionbuch, das ist mein Buch. Das ist auch, wie gesagt, wirklich nur meine Notizen. Das hier ist ein Geschenk an meinen Sub.
Sebastian Okay, das hast du von ihm entliehen für heute?
Paula Ja, das habe ich ihm weggenommen.
Sebastian Ich habe es fraurig. Okay. Das ist ein Ausbruch auch schön von der Haptik. Also damit hast du es irgendwie, ne?
Paula Ja, ich mag Bücher sehr gerne. Er hat auch ein Buch, wo er reinschreibt.
Sebastian Okay.
Paula Ja.
Sebastian So, dann schauen wir doch mal. Ich blätter es mal auf.
Paula Ja.
Sebastian Da kommt das Deckblatt, eng beschrieben.
Paula Ja. Ich kann dir auch gerne erklären, was es ist.
Sebastian Okay, es ist ein Datum immer mit dran. Erster Eintrag, 20.04.25. Ich lese jetzt nicht alles im Detail, weil das geht mich ja im Zweifel nichts an.
Paula Alles gut.
Sebastian Aber es gibt sogar handgemalte Tabellen.
Paula Nein, also das ist ein Aufgabenbuch.
Sebastian Ja.
Paula Jedes Mal, wenn ich möchte, sage ich ihm hier, nimm das Buch, schlag es auf Seite 1 auf. Das ist vorne nur der Einleitungstext. Und los geht's. Und du kannst das Spiel gerne spielen. Die erste Frage ist.
Sebastian In welcher Stimmung bist du heute?
Paula Die Optionen.
Sebastian Die Optionen, das musst du mir erklären.
Paula Also, das ist die Frage, die ich ihm stelle. Und er hat zwei Optionen.
Sebastian Ach so.
Paula In welcher Stimmung bist du heute? Alles für My Lady, dann wächst er auf Seite 2. Oder?
Sebastian Auch Subs haben mal Pausen verdient, Seite 47. Ah.
Paula Und da spielt er durch und irgendwo landet er an einer Aufgabe. Und dann vermerken wir das hier. Und er ist jetzt ziemlich genau bei der Hälfte.
Sebastian Okay, also alles für My Lady, Seite 2. Ich blätter um auf Seite 2.
Paula Immer die richtige Entscheidung.
Sebastian Natürlich. So. Wie sieht es mit der zeitlichen Einteilung aus? Alles auf einmal oder auf die nächsten Tage verteilt? Ich nehme mal die nächsten. Alles auf einmal, komm immer drauf. So, Seite 3 heißt Seite 3. Oh, da hast du aber lange dran getüftelt, ne?
Paula Kannst du ja mal grob nennen.
Sebastian Das ist alles handgeschrieben. So, Seite 3. So. Welche Aussage sagt dir gerade er zu? Sei brav und tu, was ich dir sage, Seite 5 oder ich genieße deine Kreativität und Eigeninitiative, mein Zap. Nehme ich natürlich Seite 5. Okay, so. Oh, das ist ja großartig. Hast du echt Zeit investiert?
Paula Naja, ich habe vorinvestiert. Du hast in der Live-Aufgabensendung gesagt, oh, wie anstrengend, sich immer Aufgaben überlegen zu müssen.
Sebastian Also ich habe jetzt mehrmals umgeblättert und bin noch bei keiner konkreten Aufgabe. Ich bin immer nur bei Fragen. So, Seite 5. Welchen Fokus möchtest du heute setzen? Persönliche Entwicklung oder unsere Beziehung? Warum ist da ein X dran?
Paula Weil er die Option schon ausgereizt hat.
Sebastian Also wenn er die einmal benutzt hat.
Paula Dann ist die durch. Nee, nicht einmal, aber das ist ja ein Baumstruktur, wie so ein typisches Baumdiagramm. Und irgendwann landet er ja unten. Und das geht halt, irgendwann kann er ja den Weg nicht mehr gehen.
Sebastian Ach, ist das böse. Okay, nehmen wir mal persönliche Entwicklung. Seite 9. Ich blätter weiter zu Seite 9. Liebes Publikum, das finde ich gerade total spannend. Das hört sich so gelangweilt an, aber nein, ist es überhaupt nicht. Aber ich muss halt gleichzeitig blättern und durchgucken. So, du hast die Wahl. Oh, das kann ich das.
Paula Kannst du nicht lesen?
Sebastian Nicht ganz sicher.
Paula Neu und ungewiss?
Sebastian Ach, neu. Ja, okay. Neu und ungewiss oder bedeutsam und bekannt. Ne, bekannt. Bekannt und? Ja, ach, du musst selber gucken.
Paula Gewohnt, bekannt und gewohnt.
Sebastian Deine Schrift ist gar nicht schlecht, weil wir haben hier schlechtes Licht. So, Seite 17 nehme ich natürlich. Die hat er zwar schon durch?
Paula Ja, die hat er schon durch. Er will nichts Bekanntes, er will nur Neues.
Sebastian So, okay, Seite 17. Okay, das darfst du jetzt.
Paula Du darfst die Aufgabe gerne lesen, die Antworten vielleicht nicht. Also die hat er ja schon gemacht, aber die Aufgabe darfst du gerne lesen.
Sebastian Hier war er noch nicht, ne?
Paula Doch, hier war er schon. Das sind schon seine Antworten.
Sebastian Ah.
Paula Deswegen, also du darfst die Aufgabe gerne nicht.
Sebastian Okay, nenn mir drei Dinge im BDSM-Kontext, die du praktizieren würdest, die aber Überwindung kosten. Ich entscheide dann, welche Sache wir ausprobieren. Okay. Das sind aber drei. Der hat aber Mumm, alles klar.
Paula Der hat richtig Mumm. Der fordert mich.
Sebastian Also ich übersetze das mal fürs Publikum, was hier steht. Scheiße. ganz große Scheiße und um Himmels Willen.
Paula Ja, und das geht so weiter.
Sebastian Herzlichen Glückwunsch. Das ist so ein Buch, das ist strukturiertes um Kopf und Kragen reden lassen. Das ist dein Humor, ja. Oh weia, ich gebe es mal zurück, obwohl ich, also wow.
Paula Also es ist wirklich, es geht durch.
Sebastian Ja, das PDF hängen wir an die Folge. Das müsste man eigentlich, das kann man ja auch online zusammenbauen, das könnte man eigentlich auf die Podcast-Webseite drauf machen, so ein System.
Paula Das Buch haben wir jetzt seit April letzten Jahr und wir sind die Hälfte durch. Das heißt, es mussten ja lauter Aufgaben sein, von denen ich mir sicher bin, dass die auch, weil er entscheidet ja im Endeffekt. Das ist ja für mich auch total aufregend, weil ich weiß ja auch nicht, was da rumkommt.
Sebastian Aber er dürfte alles mal durchblättern, also er weiß, was auf ihn zukommt.
Paula Nein, er blättert nicht.
Sebastian Okay, gibt's da, magst du vielleicht noch ein, zwei Auszüge zu Aufgaben, die du gestellt hast, nochmal hergeben, die du ausgewählt hast, vielleicht aus dem Kopf auch, Das ist völlig in Ordnung, dass man so eine Orientierung hat.
Paula Da ist ganz unterschiedliche Sachen dabei. Da ist, mache draußen irgendwo demütige Fotos für mich. Ich bewerte die dann mit Punkten. Und wenn du nicht genug Punkte kriegst, gibst du eine Strafe. Da ist drin, lerne mir die Fingernägel zu lackieren. Da ist drin, also die erste Frage war ja am Anfang, auch Subs haben wir eine Pause verdient. Da steht dann, du darfst das dreimal, diese Optionen gehen. Und dann hat er da drei Gutscheine. Einen Gutschein für eine Massage mit Happy End. Da sind Aufgaben drin, dass er was in sein Buch schreiben soll, Aufsätze schreiben soll. Da war drin, eine seiner Daueraufgaben ist es, dass er mir jeden Morgen in einem bestimmten Zeitspanne muss er mir ein Foto schicken mit einem Gruß. Schon mehr oder weniger seit Anfang an. Und da ist eine Aufgabe drin, wo drin steht, dass Pünktlichkeit ja eine schöne Tugend ist und dass er das jetzt gerne unter Beweis stellen kann, indem er mir die nächste Woche Punkt 7 Uhr diese Nachricht schickt.
Sebastian Also Punkt 7 Uhr.
Paula Und zwar immer noch mit einer weiteren Tugend, die einen guten Sub ausmacht und wie er der Meinung ist, dass er diese Tugend schon erfüllt.
Sebastian Da springt er voll drauf an. Was hat er denn gesagt, als du mir das Buch in die Hand gedrückt hast? Toll? oder eine Herausforderung.
Paula Sowohl als auch. Ich glaube, er weiß natürlich zu schätzen die Mühe und das Gedankengut, was da reinfließt. Und das ist mir auch wichtig. Also mir ist ganz wichtig, dass das BDSM zwischen uns Spaß macht, aber eine ernste Sache ist, wenn das Sinn macht. Also das funktioniert für mich nicht als wir gucken mal, wir sind ein bisschen kinky. Sondern, Ich will, dass das unsere Dynamik ist und ich will diese Dynamik am Leben erhalten und ich tue, was ich meine, dafür tun zu müssen. Und das ist eine Sache davon. Weil da kann ich jetzt, ich habe mir die Mühe gemacht und jetzt kann ich da jederzeit darauf zurückgreifen. Ich möchte mal wieder, dass er die nächsten Wochen ein bisschen mehr an mich denkt. Kein Problem, wir holen das Buch raus. Da ist eine Aufgabe drin, die hat ihm das Genick gebrochen. Da weiß ich jetzt nicht öffentlich, aber da kämpft er bis heute dran. die hätte ich gar nicht erwartet, dass das etwas ist, was so schwierig ist.
Sebastian Ja gut, aber das ist ja das Schöne, es ist ja dann doch miteinander spielen und eben auch sehen, was passiert.
Paula Genau, es sind auch Aufgaben dabei, die für mich meine Komfortzone durchbrechen.
Sebastian Zum Beispiel?
Paula Natürlich das, was du gerade vorgelesen hast.
Sebastian Wir müssen dem Publikum ja was sagen, es ist schön, wenn ich das weiß.
Paula Ja gut, aber ich habe ihm gesagt, er soll Dinge aufschreiben, die ihn Überwindung kosten und eins davon probieren wir dann aus. Damit habe ich mich ja festgelegt, dass er quasi vorgeben kann, was unser nächstes großes Abenteuer wird.
Sebastian Ich mache jetzt etwas, was ich eigentlich gar nicht tun sollte. Aber ich kram mal in der Schublade rum, in einer Tüte, die ich hier habe. Das sollte ich wirklich eigentlich nicht tun. Ich schenke das deinem Sub, wenn er es nicht schon hat.
Paula Hat er nicht.
Sebastian Ja, sehr gut. Paula kann ja irgendwann im Blog unter der Folge schreiben, was sie da eigentlich bekommen hat, wenn es die Komfortzone erreicht und wenn auch der Sub das vielleicht schreiben möchten oder nicht. Ja, hatte ich gerade hier.
Paula Jetzt weiß ich auf jeden Fall, was du ausprobieren würdest.
Sebastian Was ich ausprobieren würde?
Paula Naja, es standen drei Dinge.
Sebastian Das war schon eine tödliche Liste. Liebes Publikum, jetzt haben wir euch natürlich total geärgert. Schaut einfach gelegentlich mal auf kunst-und-vernunft.de in die Folge. Da gibt es das Blog zur Folge und da kann Paula und auch ihr Sub auf Auftrag Dinge hinzufügen und einfach was unter die Folge schreiben. Und ich glaube, wenn dein Mann möchte, kann ich dem auch die Möglichkeit geben. Das heißt, ihr hättet alle drei die Möglichkeit, was ins Blog zu schreiben und damit die Folge im Prinzip zu ergänzen auf schriftliche Art und Weise. Bilder gehen auch.
Paula Ja, also ich mache auf jeden Fall Bilder von dem Buch, von den Fragen, dass man sich das vielleicht besser vorstellen kann. Ich glaube, man muss es halt einmal erlebt und man muss, um es verstehen, wie es so funktioniert, muss man es vielleicht einmal gesehen haben. Und ja, das ist einfach ein schönes Tool, was ich jetzt habe. Einer deiner Punkte war ja auch Werkzeugkasten einer Femdom.
Sebastian Ja, definitiv.
Paula Das ist mein Werkzeugkasten. Also ich nutze meine Kreativität, um unserem Spiel Struktur zu geben. Selbst dann, wenn ich vielleicht nicht die Energie habe, diese Struktur aufrecht zu erhalten, weil gerade viel los ist oder so. Ich habe halt auch nicht immer die perfekte Idee für eine Aufgabe. Aber hiermit habe ich immer was, worauf wir zurückgreifen können. Und es ist trotzdem sehr individuell auf ihn und uns abgestimmt. Und das merke ich halt. Ich merke halt, ich möchte das und ich weiß aber auch jetzt, und das habe ich jetzt gelernt, ich muss mehr tun, als mich hinzustellen und zu sagen, ich will das. Ich muss auch was dafür tun.
Sebastian Also ich merke, du gibst dir unglaublich Mühe, dass es für alle gut wird. Es wird nicht immer gut sein, weil das Leben natürlich da ist, aber ich glaube jetzt, ich glaube es war ganz gut, dass wir auch so kurzfristig aufgenommen haben, weil ich habe dich jetzt in ziemlich genau der Stimmung erwischt, in der du auch beim Vorgespräch warst. Das ist manchmal leider nicht so. Da muss man sich wieder so ein bisschen neue austarieren und auch eventuell die Themen ein bisschen bearbeiten. Aber das war jetzt echt gut. Die Uhr sagt mir, ich habe ja gesagt, wir machen so alle dreiviertel Stunde mal eine Pause. Da steht jetzt eine Stunde 19 auf der Uhr. Wenn du jetzt keinen großen Punkt hast, wo du sagst, der muss ja dringend noch in die Folge rein, dann würde ich gleich noch gerne zwei kleine Traditionen mit dir vor Ende der Folge durchführen. Ordnung und Struktur gehört dazu, können wir nicht überspringen. Oder du sagst, wir müssen noch über was reden. Ich habe nichts mehr auf dem Zettel tatsächlich.
Paula Nein, ich glaube auch, wir haben das gesagt. Ich meine, es war ja so ein bisschen am Anfang so ein bisschen, worüber reden wir? Klar, wir reden über mich, das war klar. Und dann kam die Idee auf, eben auch vielleicht so ein bisschen wirklich darüber zu reden, wie es ist, wenn die Liebe und der Kink vielleicht nicht unbedingt auf dieselbe Person fallen oder im ersten Moment vielleicht nicht oder wie man sich vor allen Dingen auch weiterentwickelt. und ich hoffe, dass wenn man diese Folge hört, dass man dann auch das als etwas Positives mitnimmt. Zu sagen, es ist völlig okay, wenn es mal nicht, Immer funkt, wenn es mal nicht klappt, wenn man daran arbeiten muss, wenn man ausprobieren muss, neu entdecken muss, egal, nach Jahren einfach mal was anderes machen muss und dass das Spaß machen kann und dass das aber auch schwierig ist und dass man, weiß jeder, wie das immer sagt, dass aber Kommunikation ist so wichtig und gute Kommunikation ist manchmal verdammt schwer und die braucht man manchmal lange.
Sebastian Das sind ja im Grunde schon die perfekten Abschlussworte.
Paula Sorry, aber das war mir einfach nochmal.
Sebastian Ja, also eigentlich ist ja, was macht denn daran so Spaß? Das ganze Fühlen und Erleben und auch die Überraschung macht Spaß. Und Überraschungen und andere Entwicklungen, die man nicht vorhersehen konnte, davon gab es ja genug. Interessanterweise ist das technisch gesehen das Gegenteil deines Kings. Ordnung und Struktur sind das Gegenteil von Überraschungen, aber irgendwie kannst du mit Überraschungen doch was anfangen. ich habe hier noch ein paar Dinge aufgeschrieben, die sogenannten Shorts, das muss jetzt auch sein wir müssen ja die Dinge abhaken, die auf dem Zettel stehen und ich habe mir das ein oder andere notiert und da hätte ich gerne so kurze Statements von dir, und ich fange einfach mal an.
Paula Bondage, ähm selber nie was mit am Hut gehabt ähm, Ich könnte mir vorstellen, dass meine zukünftige Sub-Seite als Bunny zur Verfügung stehen wird, häufiger als sie es in der Vergangenheit getan hat. Das ist etwas, was meinem Mann sehr viel Spaß macht und was ich gerne mit ihm entdecken möchte.
Sebastian Ich glaube, er wird die Folge lieben, weil du hier ganz viele Geschenke machst. Frauen.
Paula Oh, ist okay.
Sebastian Gibt es Zufälle?
Paula Oh Gott. Ja. Man muss sie aber ergreifen. Man muss sie nehmen. Dinge passieren durchaus zufälliger. Aber sie werden zum Schicksal, wenn man sie dann auch ergreift.
Sebastian Stress.
Paula Lebe ich für. Also ich glaube, wenn man von außen auf mein Leben gucken würde, ist es unfassbar stressig. Ich bin immer auf Achse.
Sebastian Zeitprobleme.
Paula Ja, genug. Ja, genug, aber sie sind es wert. Und natürlich, mein Tag könnte locker 48 Stunden haben. Ich mache viel zu viele Dinge viel zu gerne und es gehört dazu.
Sebastian Urlaub im Kloster, vielleicht in China?
Paula Nein. Wenn, dann wieder ganz.
Sebastian Okay. Eine Woche, zwei, vier, halbes Jahr?
Paula Ja.
Sebastian Okay. Improvisieren.
Paula Kann ich mittlerweile.
Sebastian Überforderungsjunkie.
Paula Ja. Gerne.
Sebastian Kontrollverlust.
Paula Uh.
Sebastian Das passt bei dir. Das musst du zweimal beantworten.
Paula Ja, genau. Ein klares Jein. Ich will das Gefühl haben, dass ich die Kontrolle verliere. Ich will aber dann im gleichen Moment wissen, dass sie auf gar keinen Fall auf der anderen Seite verloren ist. Vielleicht auch das größte Geschenk im BDSM-Kontext. Wenn jemand bereit ist, mit einem die Kontrolle zu verlieren. Nicht einfach.
Sebastian Okay, mein letzter. Haben wir nämlich überhaupt nicht drüber gesprochen. Spuren.
Paula Beste.
Sebastian Okay.
Paula Ich habe wirklich short geantwortet. Ich habe mein Bestes gegeben.
Sebastian Hast du gemacht?
Paula Nicht mal einen Satz teilweise.
Sebastian Manche Menschen, die fangen wirklich lange Monologe an. Das hast du bei dir vielleicht schon ein bisschen zu kurz, aber ich akzeptiere da ja alles. Hauptsache es kommt was. Okay. Das Letzte. Das A- oder B-Spiel. Ich war ehrlich gesagt gar nicht so kreativ hierbei, aber das Schöne ist ja, ich bin ja vorbereitet, ich habe die Fragen einmal entworfen und kann immer wieder darauf zurückgreifen, was sehr praktisch ist. Hm, Du kennst es ja schon für das Publikum, die es nicht kennen, was eigentlich alle sollten es kennen. Ich habe hier ein paar Begriffspaare, 43 Stück diesmal und Paula bitte ich darum, sich zu entscheiden für das eine oder andere und zwar möglichst spontan und aus dem Bauch heraus. Und wir legen einfach mal los, Eule oder Lerche.
Paula Eule.
Sebastian Dann war das also nicht zu spät heute, um Elfi anzufangen, ja?
Paula Also tatsächlich hat nichts damit zu tun, wenn es darum geht, Katze, immer schlaft. Ich mag Eulen einfach, wenn ich mich entscheiden muss, dann Eulen, aber hat damit nichts zu tun, ich bin kein Nachtmensch, ich werde um 9 Uhr müde.
Sebastian Okay, Konsens oder Risiko?
Paula Konsens.
Sebastian Erst Fragen oder lieber danach um Verzeihung bitten?
Paula Erst Fragen.
Sebastian D oder S?
Paula D.
Sebastian Gemütlich oder gefordert?
Paula Gefordert.
Sebastian Küssen oder kuscheln?
Paula Kuscheln.
Sebastian Detailplanung oder prickelnde Ungewissheit?
Paula Detailplanung.
Sebastian Materialschlacht oder Minimalismus?
Paula Materialschlacht.
Sebastian Eigentlich müsste ich dich bitten, wenn die Sub- und Top-Seite unterschiedlich antworten wollen, nein, nein, du musst dich für eins entscheiden.
Paula Das wäre ja easy. Das wäre dann ja wirklich easy.
Sebastian Okay, Sommer oder Winter?
Paula Sommer.
Sebastian Drinnen oder draußen?
Paula Drinnen.
Sebastian Jetzt wenig oder später mehr?
Paula Jetzt mehr.
Sebastian Jetzt wenig oder später mehr?
Paula Oh. Später mehr. Aber ich hasse warten.
Sebastian Fifty Shades oder Geschichte der O?
Paula Geschichte der O.
Sebastian Buch oder Film?
Paula Buch.
Sebastian Dialog oder Camschot?
Paula Camschot.
Sebastian Oben oder unten?
Paula Unmöglich zu beantworten.
Sebastian Oben oder unten?
Paula Ah, unten.
Sebastian Motiviert oder gezwungen? Motiviert Fegen oder wischen? Dieser Ausdruck, manchmal wünsche ich mir doch ein Videopodcast.
Paula Fegen. Ich kann nicht wischen. Ich kann es nicht. Ich glaube, danach ist es dreckiger als vorher.
Sebastian Okay. Das kann man üben, wenn man Anleitung hat und ein bisschen Zeit. Bett gemacht oder schnell in den Tag?
Paula Schnell in den Tag.
Sebastian Nie mehr Sex oder nie mehr BDSM?
Paula Nie mehr Sex.
Sebastian Unter vier Augen oder mehr?
Paula Mehr.
Sebastian Safe word oder kein Safe word?
Paula Safe word.
Sebastian Kekse oder Chips?
Paula Kekse.
Sebastian Aftercare oder auf zu neuen Abenteuern?
Paula Aftercare.
Sebastian Baden oder duschen?
Paula Duschen.
Sebastian Warm oder kalt?
Paula Warm.
Sebastian Zu Hause oder auswärts?
Paula Zu Hause.
Sebastian Orgasmus oder Verweigerung?
Paula Okay, da muss ich jetzt anders antworten. Das kann ich nicht. als Sub-Orgasmus und als Dom-Verweigerung.
Sebastian Ja, aber als Sub findest du eh alles tendenziell gut, was dir aufgetragen wird. Also geht ja Verweigerung bei beiden.
Paula Ich werd echt brammig, wenn ich verweigert werde. Ja, Verweigerung. Aber das ist keine Anspielung an meinen Dom. Das ist mir ganz wichtig.
Sebastian Du hast es gesagt.
Paula Das ist ganz wichtig. Das ist das schlimmste Folter.
Sebastian Ja, was soll ich sagen? Das müsst ihr ja untereinander austentern. Schriftlich oder mündlich?
Paula Schriftlich.
Sebastian Ritual oder Improvisation?
Paula Ritual.
Sebastian Kuschelsex oder Benutzungsorgie?
Paula Benutzungsorgie? Was ist das denn? Aber ja, will ich. Klingt gut.
Sebastian Gut, wunderbar. Das reicht doch für dich. Filmabend oder essen gehen?
Paula Essen gehen.
Sebastian Wie hast du noch gleich bezahlt? Was hast du gesagt?
Paula Ja, vergiss es.
Sebastian Kochen oder bestellen?
Paula Kochen lassen.
Sebastian Steht hier nicht.
Paula Kochen lassen, in Klammern.
Sebastian Hund oder Katze?
Paula Katze.
Sebastian Oh, jetzt geht hier der Akku vom Tablet gerade leer, aber das passt noch. Wasser oder Softdrink?
Paula Wasser.
Sebastian Ansprüche stellen oder befriedigen?
Paula Stellen.
Sebastian Intim Rasur oder Frisur?
Paula Frisur.
Sebastian Am Wochenende oder jetzt gleich sofort?
Paula Am Wochenende.
Sebastian Spiegel oder Selfie-Cam?
Paula Was?
Sebastian Es gibt Menschen, die stellen sich morgens vor den Spiegel und andere sitzen in der Bahn und nehmen das Handy und gucken sich selbst an. Also Spiegel oder Selfie-Cam?
Paula Wenn, dann Spiegel.
Sebastian Tease and Denial oder Tease and Release?
Paula Genau das Gleiche. Als Dom Tease and Denial und als Sub Tease and Release, wenn überhaupt. Tease and Release ist okay, wenn dann Release kommt.
Sebastian Und du hast dich jetzt für was entschieden? Also Tease hast du schon mal dich entschieden?
Paula Tease.
Sebastian Einfach nur Tease, ja?
Paula Einfach nur Tease.
Sebastian Das lasse ich ausnahmsweise gelten.
Paula Oh, danke schön. Oh Gott, danke schön. Ich habe mich schon genug reingeritten.
Sebastian Nein, also Tease ist auf jeden Fall abgehakt. Denial oder Release? Nein, Entschuldigung. So, chatten oder anrufen?
Paula Anrufen.
Sebastian Oder Sprachnachrichten?
Paula Anrufen.
Sebastian Akku immer voll oder Powerbank immer dabei?
Paula Akku immer voll.
Sebastian Verein oder Verschwörung?
Paula Ein Verein.
Sebastian Auto oder Bahn?
Paula Auto.
Sebastian Oder Fahrrad?
Paula Auto.
Sebastian Regeln einhalten oder Regeln dehnen?
Paula Regeln einhalten wollen und sie dann ein bisschen dehnen.
Sebastian Also dehnen, das überwiegt. Okay, Brett oder brav?
Paula Brav.
Sebastian Ich glaube dir kein Wort. Moral oder Unvernunft?
Paula Ah, Unvernunft, natürlich.
Sebastian Du hast es geschafft.
Paula Das war wirklich noch viel schlimmer. Ich habe ja schon gedacht, das wird schlimm. Ich weiß ja, dass du das spielst. Ich weiß ja auch, was für Fragen kommen. Und ich habe mir schon gedacht, vor einigen, ich wüsste auch verrecken nicht, wie ich es antworten soll.
Sebastian Ich gebe zu, für das Switchende Person ist das schwieriger.
Paula Ja, das ist echt gemein.
Sebastian Das Spiel macht auch sehr viel mehr Spaß.
Paula Das ist so schön, weil ich dich amüsiert habe.
Sebastian Nein, also mich musst du nicht amüsieren. Ich glaube, die Menschen, die das hören, die freuen sich ein bisschen. Und ja, die können sich durchaus die Frage gefallen lassen, was würden sie sagen. Vielleicht werde ich das Spiel auch mal irgendwann auf die Webseite draufpacken und dann kann man mit so riesigen Statistiken auswerten oder so. Hui, da fallen mir schon wieder Dinge ein. Zeit, wenn man die Zeit dafür hätte. Hui, Paula, im Prinzip hast du schon das perfekte Fazit von dir gegeben. Ich glaube, also wenn du möchtest, ich gebe dir einfach gerne die Gelegenheit, nachdem ich mich gleich verabschiedet habe, nochmal was den Menschen zu sagen, die a zuhören und b von dir dominiert oder von dir submissiert werden. Ist das eine richtige Verwendung des Wortes? Weiß ich nicht. Also du bekommst gleich das letzte Wort, das heißt, ich verabschiede mich jetzt einmal ganz schnell und sage, liebes Publikum, mir hat diese Aufnahme sehr viel Spaß gemacht, wenn ihr bisher immer nicht sicher seid, oh, switchende Person, wie kann man denn auf diese schiefe Bahn geraten? Jetzt wisst ihr es. Und offenbar macht es sehr viel Spaß und kann sehr, sehr, sehr schön sein. Wirklich eine schöne Aufnahme, auch teilweise mit nicht so schönem Inhalt. Aber ich glaube, das gehört einfach dazu und das ist total ehrlich und dafür bedanke ich mich vielmals. Toll, dass du da warst, Paula. Und noch ganz schnell der Hinweis, kunstderunvernunft.de, Bilder, Shownotes, Kapitelmarken, Transkript, wir enden das Transkript-Team, es schafft sogar ein perfektes Transkript und natürlich weitere Blogbeiträge und Ergänzung geschrieben von Paula, Sob, Dom, wer auch immer. Ganz, ganz viel. Und kommentiert bitte die Folge, wenn ihr da irgendwas zu sagen möchtet, sehr, sehr gerne. Und Paula kann euch auch antworten. So, Paula, die letzten Worte gehören dir. Ich weiß, du kannst am Stück reden. Ich verabschiede mich, liebes Publikum. Macht's gut von meiner Seite. Und jetzt Paula.
Paula Ja, dann sage ich auch erst mal Dankeschön. Das war wirklich ein sehr angenehmer Mittag und Nachmittag. Ich war sehr aufgeregt davor, habe ich kein Heer rausgemacht. Und das war wirklich eine sehr schöne und angenehme Atmosphäre. Danke auch an meinen Mann und meinen Sub, weil ich habe natürlich mit denen vorher auch darüber geredet, was wir hier besprechen können und dürfen und ich glaube, das war teilweise wichtig, dass wir diese Themen auch angesprochen haben. Ich hoffe, wenn ihr diesen Podcast gehört habt, dass er euch gefallen hat. Mir hat es auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht und ich kann jetzt auch beruhigt ins Wochenende starten, auf jeden Fall. Gut, dann sage ich auch an dieser Stelle Tschüss und vielen Dank fürs Zuhören.

Kommentare & Fragen

08.03.26
John Placebo

Paula wollte eine Art von haus und Lust Puppe sein mit Spuren tragen dabei und war für ihren Mann am Anfang rein da

Heute hat sie gelernt und ihre Einstellung angepasst

Litauen klingt nach der perfekten Welt für den männer Überschuss in den deutschen Foren die sich damit identifizieren können aber nicht vergessen suchen und finden braucht auch ein stix für sein Podcast deshalb bleibt bitte hier im Land

08.03.26
John Placebo

Frage an Paula direkt mal

Gab es auch Meditation im Umfeld der Mönche für euch alle da

Ein Gleichgewicht in dem Rahmen sollte das eigentlich dabei auch in Sich rein hören dabei haben

08.03.26
John Placebo

Das neue intro ist auch deutlich besser so deshalb danke dem Team das ihr es hoffentlich so nun gemacht und beibehalten werdet hoffentlich
Wenn das subby die Idee hatte ursprünglich einfach auch genial das Sebastian dich gefunden hat

08.03.26
John Placebo

Lebender Tisch ohne Sicherheit in Kleidung kann auch wenn zb Pfeffer fehlt gleich bestraft werden der Po ist ja gleich da leider ist was Paula gekocht hat vergessen worden aber die Situation ist für die kinky Welt ein gutes Beispiel

08.03.26
John Placebo

Frage von Sebastian war perfekt formuliert

Disziplin im täglichen Umgang mit Kampfsport und BDSM ist auch gut von Paula kombiniert worden

Mönche und harter Alltag aus dem Film Beispiel so zu hören ist perfekt und vor allem gender frei

( Z. B. Regelblutung bei der Frau und dafür eben Verletzungen war ein perfekter Blick darauf)

08.03.26
John Placebo

Kampfsport und Ehre kennt kaum einer heute noch deshalb einfach Respekt für Paula das sie es durchmachen durfte und auch durchgehalten hat gerade bei der zum Anfang harten Lehren

( Ich habe auch 3 Jahre und 7 Monate Kampfsport gemacht mit auch Wettkampf kämpfen)

08.03.26
John Placebo

An dem Sonntag ist nun Sebastian Tag und die folge hier ist nur der Anfang und ich werde zwischen drin meine Gedanken teilen was ich von Disziplin so sehe und wenn es vielleicht anstößig sein sollte es ist nur meine Meinung nicht allgemein gesehen!!

07.03.26
lille_tøsen

Wow, was für eine irre tolle Folge! Wenn nicht sogar die beste ever.

Vielen Dank liebe Paula (inkl. den Menschen im Hintergrund). Es war mir ein Fest dir zuzuhören und auf deine beeindruckende Geschichte zurück zu blicken. Ich freue mich sehr für dich, dass du dich über die Jahre so toll entwickelt hast und weiterhin neugierig aus Leben mit all seinen Facetten bleibst.

Ich ziehe meinen Hut vor eurer Dreierkonstellation und wünsche euch alles erdenklich Liebe und Gute!!

Falls Dom und Sub doch noch etwas beisteuern möchten sehe ich das hier sehr gerne. Falls nicht ist es natürlich auch völlig in Ordnung.

Beste Grüße
lille_tøsen

28.02.26
Hugovonderblechwiese

Guten Abend Paula und Guten Abend DarkEyesM,

da ich hier noch nicht so lange registriert bin und mit den Regeln hier und ob es üblich ist, auf eine Antwort zu einem Kommentar wieder zu antworten, doch ich möchte mich einfach nur bei Dir, Paula und bei Dir, DarkEyesM, für Eure Antworten auf meinen Kommentar bedanken.
Das war herzerwärmend. Auf der einen Seite bei Paula die Aussage, den Sub liebgewonnen zu haben, auf der anderen Seite das Statement von DarkEyesM, dass er genau seine Position kennt, dass er diese Dynamik so genießt.
Ich gebe zu, ein klein wenig neidisch zu sein, doch nur sehr wenig, denn es ist eben auch wunderbar, dass da alle Beteiligten gut miteinander klarkommen.
Liebe wird halt nicht weniger, wenn man sie teilt.
Noch einmal herzlichen Dank für die Antworten. Ich wünsche Euch nur das Beste.

24.02.26
Michaelsharko

Hallo Paula, das ist ein Super Podcast mit Dir. Du Du hast so frisch und authentisch erzählt. Man meinte mit im Raum zu sitzen. Als Sklave der einige Jahre quasi zeitweise über 5 Jahre in einer SM Familie (1 Herrin, 1 Dom 3 Sklaven und 2 Sklavinnen) kann ich das mit der Ordnung und Struktur nachvollziehen. Unsere Herrin war da auch extrem konsequent und wer nicht ordentlich parierte bekam den Rohrstock zu spüren als Strafe. Beim BDSM Spiel dagegen kam er kaum zum Einsstz. Nur durch die Einhaltung der Regeln überdauerte diese SM Familie die Jahre. Danke für Deinen Bericht. Michaelsharko

Paula
04.03.26
Hallo Michaelsharko,
es freut mich sehr, dass dir der Podcast gefallen hat und muss sagen die Konstellation, die du beschreibst klingt sehr interessant, aber auch ziemlich herausfordernd (für alle Beteikigten?). Das Disziplin in einer BDSM Beziehung auch außerhalb der aktiven Sessions eine wichtige Rolle spielt, das geht mir genauso. Eben ein kleines bisschen 24/7 :)
24.02.26
Ksenia

Ein wirklich tolles Gespräch. Es hat mich sehr angesprochen, weil ich Disziplin auch durch den Sport erst ganz "unschuldig" nicht nur als Mittel zum Erfolg, sondern als etwas kennengelernt habe, das mir einfach sehr gut tut. Diese Selbstkenntnis hat mir den späteren BDSM-Einstieg erleichtert, aber die zielstrebige Art, mit der Paula diese Neigung oft verfolgt hat, ist noch mal was anderes. Es ist ein Vergnügen, dieser sehr gut erzählten Geschichte und ihren ganzen Wendungen zu lauschen.
Da mich der Anfang besonders berührt hat, noch eine Nachfrage: Im China-Kapitel setzt Paula dazu an, von einem Erlebnis bei einem 10-km-Lauf zu berichten, wechselt aber dann zur Schilderung des Tagesablaufs. Ist uns da etwas Erzählenswertes entgangen? Wenn ja, würde ich mich über einen kleinen Nachtrag sehr freuen.

Paula
04.03.26
Hallo Ksenia,

wie schön von jemandem zu hören, dass es dieses Erleben der Disziplin eben auch ganz "unschuldig" (wie du so schön sagst) auch bei anderen gibt und das daraus im BDSM Kontext gezehrt werden kann. Ich hab in den Tagen nach der Podcast Aufnahme viel an die Zeit in China und meine ersten BDSM Erfahrungen zurückgedacht (so ein Gespräch mach wohl doch etwas nostalgisch) und glaube der Einfluss des Sportes auf meine Persönlichkeit und mein Selbstbild ist noch viel größer als mir bewusst war... spannend.

Die Gesichte die ich abgebrochen habe ist weniger spannend ;) Es war ein Beispiel für einen Moment in dem ich meinte meine Grenzen erreicht zu haben und von meinem Meister "motiviert" wurde dann doch um einiges mehr zu leisten als ich meinte zu können. Es ging Sebastian ja unter anderem um die Frage ob man da immer funktionieren muss, und wie das geht, wo wir doch alle auch nur Menschen sind. Manchmal ist es eben eine Frage der "Motivation" (ich weiß, sehr ominös dieses Wort so in Anführungszeichen...)
23.02.26
uuupssosorry

Hi Paula, du hast mich sehr inspiriert! Vielen Dank für deine Offenheit!
Ich wollte meinem Freund eine "gute Sub" werden, aber ziemlich schnell war klar, dass ich eine viel bessere Domme sein kann. Jetzt stehe ich hier mit viel Lust, Selbstbewußsein und Leidenschaft für die bisher gemachten Erfahrungen, aber mit immer noch viel zu wenig Ideen für die Zukunft. Ich bin sehr neu im BDSM und zu meinen Lieblingsbereichen - Dominanz und Disziplin- finde ich wenig ansprechende Informationen. Darum wollte ich dich fragen, ob du dein Aufgaben-Flussdiagramm mit mir in einem lesbaren Format teilen würdest?
Vielleicht bei Insta unter diesem Namen?
Liebe Grüße von Uuupssosorry

Paula
04.03.26
Hallöchen Uuupssosorry,

sehr, sehr gerne würde ich das mit die Teilen und dir damit hoffentlich ein paar schöne Ideen geben auf denen du aufbauen kannst! Auch ich finde es echt nicht immer einfach gute Infos im Netz zu finden. Die Beschreibungen und Vorschläge passen dann immer so fast, aber eben doch nicht ganz zu dem was ich mir vorstelle.

Über Instagram teilen ist leider keine Option, aber schreib mich hier gerne per Nachricht an und wir können Telegram, Mail o.ä austauschen :)
22.02.26
Sandalamander

Liebe Paula, Chapeau!

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll und versuche mich mal zu sortieren. Deine Stimme hat mich abgeholt. Sie hat etwas, das ich gar nicht beschreiben kann. Aber diese ruhige und klare Erzählweise mit der gleichzeitig so tiefgründigen Stimmfarbe. Wirklich berührend. Ich habe mich in so vielen Dingen wiedergefunden, obwohl ich, hätte man mir das vor der Folge gesagt, niemals von mir erwartet hätte, dass mich insbesondere die Disziplin so abholen könnte. Da sich bei mir auch immer wieder dominante Phantasien einschleichen, wenn auch sicher deutlich weniger ausgeprägt, kann ich auch das gut nachvollziehen. Auch die Tatsache, dass die Bedürfnisse des Partners im eigenen Mindset manchmal etwas zu wenig Raum finden, kenne ich nur zu gut. Alles in allem habe ich die Folge mal wieder inhaliert! Vielen vielen Dank, für diese wundervolle Folge. Ich bin auch immer wieder von dieser wundervollen Moderationsweise von Sebastian beeindruckt. Einfach ein tolles Stück Podcast!

Paula
04.03.26
Hallo Sandalamander,
ich habe beim Lesen deines Kommentars ein breites Lächeln im Gesicht. Vielen Dank für die Blumen und es freut mich sehr, dass dir die Disziplin so viel mehr gegeben hat als gedacht. Sie ist und bleibt mein liebster Kink. Deine/Eure Podcast Folge hat mich damals unglaublich beeindruckt und ich fühle mich geehrt, dass du dich in Teilen in meinem Erlebnissen wiederfinden konntest. Auch wenn es nicht immer die Schönen sind. Aber ich glaube, du kannst sehr gut nachvollziehen wie lohnenswert es sein kann, dran zu bleiben.
Solltest du deinen dominanten Neigungen mal folgen wollen wünsche ich dir viel Erfolg und vor allem Spaß (es lohnt sich *zwinker*)!
21.02.26
Mark

Hallo Paula,

Ich habe nun alle Folgen des Podcasts gehört und dabei viele spannende Menschen erlebt.
Du, Dein Wunsch und Drang nach Disziplin hat in mir etwas ausgelöst von das ich bisher in meinem Kopf nicht zu fassen bekam. Ich werde darüber sicher noch viel nachdenken und ich "fürchte" dass ich dann manches von diesen Gedanken auch umsetzen möchte...werde.
Danke für dieses Interview, danke für Deine Art zu sprechen, zu erzählen, danke für Deine Ehrlichkeit.
Du hast mich sehr inspiriert.
Ich wünsche Dir alles Gute und beneide Deinen Spielpartner....um Dich, um Deine Disziplin.

Liebe Grüße, Mark

Paula
22.02.26
Hallo Mark,
dein Kommentar hat mich sehr gerührt und ich freue mich unheimlich, dass ich vielleicht in Worte fassen konnte, was du selbst nicht ausformulieren konntest.
Ich wünsche dir alles Gute und noch ganz viel Inspiration auf deinem Weg!

Liebe Grüße, Paula
20.02.26
Hugovonderblechwiese

Inzwischen habe ich mehr als 90 % des Podcasts gehört und finde, es ist eine sehr interessante Entwicklung, die sich da über die Zeit bei Paula entwickelt hat.
Eine Spannung ist mir besonders im Gedächtnis geblieben, nämlich auf der einen Seite ihre Ansage an ihren Sub "Verlieb Dich bloß nicht in mich" und auf der anderen Seite ihr Statement, dass er ihr "ans Herz gewachsen" sei.
Hier würde ich gern wissen, wie der Sub sich damit fühlt.
Denn eine andere Beziehung hat er ja laut ihrer Aussage nicht.

Paula
22.02.26
Mein Plan war es, ihn auf Abstand zu halten, aus ganz verschiedenen Gründen, die jetzt alle keine Rolle mehr spielen, weil wir uns lieb gewonnen haben und (für mich überraschenderweise) dennoch eine erfüllende BDSM Dynamik leben können.
Aber du wolltest ja vom sub hören. Du wünscht dir was, ich liefer gerne bzw. lasse den sub liefern.
Hier also in seinen eigenen Worten (ich schwöre ich habe nicht mit der Gerte neben ihm gestanden!):

"Ich hatte bereits vorher Beziehungen (Vanilla) und mir hat in diesen fast immer etwas gefehlt.
Paula hat es geschafft mir das Gefühl und die Sicherheit zu geben, dass Sie wirklich mich sieht und dass ich Ihr vollkommen vertrauen kann. Sie akzeptiert mich wie ich bin und gibt mir im genau richtigen Maß „Regeln, Ordnung und Struktur“. Ich gefalle Ihr gerne und bin stets bestrebt Ihr alles recht zu machen. Wenn es aber mal nicht klappt oder ich über die Stränge schlage, bekomme ich die Quittung, die ich verdient habe und bekomme meinen Platz erneut gezeigt.
Ich schätze mich sehr glücklich Ihr gehören zu dürfen und bin sehr dankbar, dass es diese Möglichkeit gibt. Ich schätze jeden Moment den ich mit Ihr verbringen darf und natürlich vermisse ich sie auch manchmal, wenn wir uns nicht sehen. Trotzdem ist Sie immer an meiner Seite (auch wenn Sie nicht Vorort ist!).
Ich respektiere die Beziehung, welche Paula und Ihr Ehemann haben und gönne beiden sehr, dass sie Ihre Art des BDSM neu definieren können und freue mich sogar ein wenig darüber, dass ich vielleicht ein bisschen „Schuld“ daran bin.
Eifersüchtig bin ich bestimmt nicht. Ich schätze es sehr das wir alle ehrlich und respektvoll miteinander umgehen können. Ich respektiere die Grenzen von den beiden und sie respektieren meine.
Ich hoffe das beantwortet Deine Frage.
Viele Grüße, DarkEyesM"
20.02.26
DeCurious

Liebe Paula, was soll man sagen... einfach der Hammer. Ich wünsche dir, dass du deine Geschichte farbenfroh und facettenreich weiter leben und gestalten kannst. Ich hoffe dein nächster Podcast Einsatz wird nicht das letzte mal gewesen sein, dass du etwas daraus erzählt haben wirst.
Liebe Grüße
DeCurious

Paula
22.02.26
Vielen lieben Dank, DeCurious. Wenn es mal wieder ein Live Thema gibt zu dem ich meine was zu sagen zu haben, melde ich mich bestimmt noch mal... auch wenn das jedes Mal mit gaaanz viel Herzklopfen und Aufregung verbunden war.
19.02.26
Niemand

Eine tolle Folge. Gut, dass ihr so viel Zeit hattet ausführlich zu sprechen. Es hat sehr viel Spass gemacht dir zuzuhören und deinen Weg zu verfolgen.

Paula
22.02.26
Vielen Dank für deine lieben Worte und es freut mich wirklich sehr, dass es dir gefallen hat!
19.02.26
Azutopsi

Was für ein toller Lebenslauf und was für eine schöne Geschichte.
Wiedersprechen muss ich allerdings das sich auf 'allen' deutschen Stammtischen über alles andere als Kink unterhalten wird. Bei unserem geht es zu einem hohen Anteil um Kink, Partys, Spielzeug und Praktiken.
Ich bin erst bei der Hälfte der Folge angekommen und freue mich schon auf die zweite.

Paula
22.02.26
Da hast du absolut recht! Das habe ich vielleicht für dramaturgische Effekte etwas überspitzt dargestellt, verzeih ;) Ich habe mittlerweile tolle Stammtische kennengelernt bei denen sich die Orga viel Mühe gibt Themen aufzubereiten und BDSM in den Fokus zu setzten und das wird super gut angenommen. Am Ende machts wie immer wahrscheinlich die Mischung.

Ich hoffe die zweite Hälfte hat dir ebenso gefallen :)
18.02.26
Porot

Guten Abend zusammen! Ich kann mich leider nicht erinnern, wie ich überhaupt zu diesem Podcast gekommen bin, doch als ich heute Morgen ins Auto stieg und mein Handy sich mit dem Auto verknüpfte, ging diese Folge an. Dafür bin ich dankbar. Denn ich liebe Paulas Stimme und ich finde es großartig, wie angenehm ehrlich ihr beide, Sebastian und Paula, miteinander gesprochen habt. Ich fühlte mich abgeholt und weniger einsam in dem Bestreben, jemanden zu finden, der meinen Vorstellungen entspricht, mir den Po zu versohlen. Bislang habe ich noch keine Frau gefunden, mit der ich über meine Wünsche und Vorstellungen wirklich sprechen konnte und die meisten älteren Männer, die mir dann väterlich den Po versohlten, verfolgen natürlich ihre eigenen Pläne. Die von dir geschilderten Erlebnisse Paula und auch die Andeutungen, was nicht gut geklappt hat, habe ich zwar so nicht erlebt, doch dumme Situationen haben sich auch ergeben, ich habe mich bspw. von einem mir unbekannten Mann in dessen Keller, ohne jemandem Dritten davon zu erzählen, an eine Werkbank binden lassen, spltterfaser nackt und er hat mir dann wirklich ordentlich .... Worauf ich hinaus möchte ist, die Suche nach dem passenden Partner/der Partnerin ist halt nicht einfach, doch nicht aufgeben zahlt sich aus und kann sehr, sehr schön werden. Das ist jedenfalls mein Fazit, nachdem ich euch und dieser langen Folge zugehört habe. Vielen herzlichen Dank für diese schönen Lauschmomente, Peter

Paula
22.02.26
Es freur mich sehr dass dir das Gespräch zwischen Sebastian und mir genauso gefallen hat wie mir auch :) Es war wirklich eine schöne Atmosphäre bei ihm und er weiß genau, was die Richtigen Fragen sind!

Dein Fazit gefällt mir sehr und ich kann dem nur zustimmen. Und die Suche nach dem/der "Richtigen" nicht zu ernst nehmen vielleicht? Dinge einfach mal auf sich zukommen lassen und schöne Momente zulassen ohne Angst zu haben, sie gleich wieder zu verlieren... obwohl ein Patentrezept gibt es da wohl (leider) eher nicht. Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute :)
18.02.26
Luzifer Woff

3 Stunden ... Mann o Mann ...

Paula
22.02.26
... und 2 Minuten ;)
17.02.26
Maguloch

Vor dem Einschlafen mit ins Kloster gehört… ja und dann war die Nacht natürlich gelaufen!
Diese ganzen nicht ernst gemeinten Podcatcher-Timeout-Verlängerung hätte ich mir sowas von sparen können.

Vielen lieben Dank Paula und Sebastian für diese wunderbare Portrait 🫶

Paula
17.02.26
Es freut mich sehr, dass dir die Folge trotz Schlafmangel gefallen hat!
17.02.26
SimonP

Ich bin zwar erst bei ca 50% der Folge angelangt aber ich habe teilweise ein schmunzeln im Gesicht beim zuhören als Mr Stix sagte es klingt nach "Ring der O" wie Paula die erste hälfte ihres BDSM Lebensstiels beschreibt. In meinem Kopf klang es auch eher ihrem Wunsch nach "GOR" mit einem mix aus "Ring der O". Aber pers. finde ich es Interessant wie sich die Entwicklung von "submissive" zu "switcher" und ich würde es Überspitzt sagen auch die Beziehung gerettet hat. Da es für mich so klang vor der Metamorphose zu "Switch" klang es in der Beziehung eher so als stände sie kurz vor den Aus.

Ich freue mich aber pers. das sie vor einiger Zeit ihren Weg gefunden hat und dies sie nun zu 100% erfüllt.

Paula
17.02.26
Gor, O... ganz ehrlich, hauptsache eine "heile" Welt in der jeder und jede seinen Platz kennt :D Das war der Traum (und ist es ehrlicherweise immer noch). Tatsächlich liebäugel ich schon lange mit der Welt der Rollenspiele und könnte mir vorstellen, dass ich dort noch ganz viel zu entdecken habe, was der sub in mir viel Befriedigung gibt. So eine High Protocoll Party fände ich auch mal sehr spannend!

Die Beziehung zu meinem Mann war zu dem Zeitpunkt, als ich das switchen begonnen habe, keines Wegs kurz vor dem aus. Nur das mit dem BDSM, das war etwas "im aus". Aber sie hat ganz neue Facetten bekommen und wir haben mittlerweile wieder ein bisschen mehr Spielraum gewonnen :)
17.02.26
dini_dark.7.0

Holla die Waldfee... beim hören der zweiten Hälfte dieser Folge war ich mindestens genauso aufgeregt, neugierig, überrascht, enthusiastisch, perplex, begeistert, verwundert, überwältigt, überfragt, verwirrt, amüsiert und durcheinander wie Sebastian Stix im Gespräch, als Paula "ihre Wiedergeburt" als Femdom hatte.
Jahrelang absolut devot und dann Bääähm jemand mit dem sie all das machen konnte, was ihr bei ihrem Dom und Mann im BDSM fehlte...
Boah, was für eine Ehe. Faszinierend. Ich könnte das glaube ich nicht. Aber so dachte ja auch Paula jahrelang... Sag niemals nie.
Plötzlich poly, plötzlich switch. Krass.
Ich finde es trotz aller Verwirrung richtig schön zu hören, dass die BDSM Beziehung zwischen Paula und ihrem Mann jetzt ganz neu und erfüllend funktioniert. Win Win für offenbar alle.
In diesem Gespräch mit all dieser Facette stellt Sebastian Stix wirklich genau die richtigen Fragen, damit dieses Gespräch so intensiv und ehrlich wurde.
Ich denke viele Hörer haben jetzt sehr viel nachzudenken und zu sinnieren.
Auch wenn ich nach wie vor für mich denke: nein, das kann doch nicht, das geht doch nicht...
Ich bin submissiv und absolut monogam. Und sehr zufrieden mit meinem Mann und Dom. Vielleicht bin ich deshalb so angetan und begeistert und überrascht von Paulas Geschichte.
Ich wünsche Paula und ihrem Mann und Spielpartner alles Gute. Danke für die Folge!

Paula
17.02.26
Ich habe sehr gehofft, dass du nach der zweiten Hälfte zuhören nochmal wiederkommst und schreibst :D Danke für die lieben Worte und Wünsche.
Und wenn die Mischung aus Sebastians tollen Fragen und meinen verwirrenden Antworten dir ein schönes Hörerlebnis gebracht haben, dann freut mich das umso mehr!

Und ja, sag niemals nie, das unterschreibe ich genau so. So viel (ungeahntes) Gutes kann passsieren wenn man über den eigenen Tellerrand blickt.

Liebe Grüße, auch an den Mann und Dom
16.02.26
Fernando

Was für eine tolle Folge. Man hört was für eine Reise die Paula gemacht hat und dan die Erkentnis; BDSM ist was man draus macht. Es müss Späss machen.

Sie hatte bis dahin ganz tolle Erlebnisse glaube ich, aber die Offenbarung kommt als sie sichselber zu gesteht das die Welt des BDSM's so viel mehr ist. Der Werdegang ist tol. Die Suche wo bei das Ziel sie fasst ihre Beziehung erstickt hat bis zu Erkenntnis das die Reise dahin schon schön sein kan. Sie ist so reflektiert.

Ich wunsche sie das sie noch ganz viele tolle Erlebnisse hat mit ihr Mann und ihr Spielpartner.

Paula
17.02.26
Es freut mich wirlklich sehr, dass das Fazit ist, welches du mir aus dieser Folge zusprichst. Es mag verrückt klingen, aber diese Erleuchtung das BDSM sein kann, was man daraus macht, und man Spaß haben kann ohne Perfektion... die habe ich erst vor ganz kurzem gehabt.

Es ist schön zu lesen, dass ich das offenbar dennoch in Worte fassen konnte und freue mich wenn es dann auch noch Spaß macht beim zuhören. Denn auf den Spaß kommt es ja scheinbar an *zwinker*
16.02.26
new-honeybee

Also ich habe ja in den vergangenen zwei Jahren hier sämtliche Folgen angehört, es gibt keine die ich nicht kenne, diese hier wollte ich eigentlich gar nicht hören wegen des Bildes, das so gar nicht meinem Sub-wesen entspricht, dann habe ich es aber doch getan und es hat mich dermaßen geflasht, ich bin erst in der Hälfte, heute morgen hatte ich das Tablet mit ins Bad weil ich unbedingt weiter hören musste und da kam die Stelle wo sie einem Dom als Tisch dient für sein Essen, das gab von mir einen Aufschrei (!!!) und jaja-Ausrufe, denn etwas ähnliches hatte ich mit meinem irgendwie immer noch Dom erlebt, zuvor hatte ich behauptet ,solche Sklaven Dinge, wie ich es nannte, niemals machen zu wollen sondern wegzulaufen und dann war es sowas von wunderschön, bei ihm war es die kaffeetasse die auf meinem Rücken stand und mit dem noch heißen Kaffeelöffel wurde ich gestreichelt oh mein Gott, dieses machtgefälle, was habe ich es genossen! Jedenfalls bei dieser Szene musste ich spontan das Bad verlassen und "ihm" eine hektische sprachnachricht schicken wie sehr mich das abgeholt hat! Und jetzt gespannt weiter hören, wie jemand, der so sehr sich unten fühlt oder fühlte wie ich selbst, auf die andere Seite switchen konnte, ich bin sehr begeistert von diesem Beitrag ich glaube fast das könnte mein lieblingsbeitrag werden von allen

Paula
17.02.26
Wie cool, dass du auch mal so ein fast identisches Erlebnis hattest! Und dich dann auch noch in den beschriebenen Gefühlen wiedergefunden hast, das freut mich sehr. Wer hätte gedacht dass Tisch sein so erfüllend sein kann... wir beide wohl nicht :D

Ich hoffe die zweite Hälfte des Podcast gefällt dir ebenso gut und vielleicht gibt es ja noch ein paar mehr aufschreiende "jaja"- Momente *grins*
16.02.26
dini_dark.7.0

Wow, was für eine neue interessante Folge. Die neue Einleitung mit den Zitaten steigert die Vorfreude und Neugierde auf das Gespräch noch viel mehr.

Ich bin wirklich sehr beeindruckt von Paula. Sie findet viele treffende Beschreibungen ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Der Wunsch nach Regeln und Disziplin. Zuckerbrot und Peitsche... ich konnte viele Parallelen feststellen und stellenweise richtig mitfühlen.

Aktuell habe ich die Folge erst zur Hälfte gehört und freue mich auf die letzten Themen. Paulas Geschichte ist absolut spannend und beeindruckend. Könnte eine meiner liebsten Folgen werden. Ich verstehe vieles einfach zuuuu gut. Auch wenn ich aktuell noch immer der Auffassung bin, das man entweder submissiv oder dominant ist. Daher sehe ich es ähnlich wie Paula (bevor sie es anders erlebt hat), dass man doch nicht einfach switchen kann...

16.02.26
Luftwunder

wunderschöner Podcast klasse geschichte

Paula
17.02.26
Es freut mich sehr, dass der Podcast dir gefallen hat :)

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