Sukie - Gehorsam mit Anspruch

Über die Magie von Dominanz

19.02.24
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Shownotes

Über die Magie von Dominanz

Mich hat Sukie besucht und wir haben geredet.

Sie ist 59 Jahre alt, kommt aus dem Süden und sammelt seit etwa 10 Jahren Erfahrungen mit BDSM.

Dominanz zieht sie magisch an und nicht nur Gehorsam kann und ich möchte sie geben. Die Sache mit der Dominanz ist aber dann doch nicht ganz so einfach. Was ist denn das und wann ist eine Person überhaupt überzeugend Dominant und wie passt das mit den Best-Pratices der respektvollen Dom-Person zusammen?

Wir sprechen über das Entdecken, Plattformen für "unkomplizierte Sextreffen", Beziehungen und warum Selbstbewusstsein und Erfahrung für Sub nicht nur Vorteilhaft sein können.

Links zur Folge

Kapitelmarken

00:00:00
Intro
00:00:37
Einleitung
00:02:58
Begrüßung
00:03:26
Submissive Alpha Female
00:05:51
Hallo BDSM
00:06:42
Kurzgeschichte bei Bookrix
00:13:15
Google doch mal nach BDSM...
00:18:16
Dein Kink
00:20:20
Erste Anzeichen
00:25:16
Los geht's: Erstmal Mann verlassen
00:29:02
Die erste Session
00:37:19
Ausgetauscht
00:39:11
Poly gegen Dienen, Besitzen, Gehören
00:45:20
Niveauprobleme
00:46:56
Nummer 4 hat sich hochgeschlafen
00:51:34
Vom Alltag eingeholt
00:58:32
Community
01:09:39
Spielen unter meiner Würde
01:12:08
Partnersuche und Ansprüche
01:27:43
Switchen
01:34:38
Wenn Köche backen
01:42:23
Das Ding der Woche: Halsband
01:46:28
Die goldene Triskele
01:49:14
Halsreif verliehen bekommen
01:53:32
Wir werden nicht jünger
01:57:39
Strafen
02:10:03
Erziehung
02:14:27
Shorts
02:17:32
Das A oder B-Spiel
02:22:12
Verabschiedung
Das Transcript wurde von Lexxi bearbeitet. - Vielen Dank!
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Sebastian (Podcastintro) Hallo und herzlich willkommen zur Kunst der Unvernunft. Hier sprechen Menschen über BDSM. Was tun sie da eigentlich? Was ist ihre Motivation überhaupt? Warum macht diese unvernünftige Sache eigentlich so viel Spaß? Mein Name ist Sebastian Stix. Ich bin selbst aktiver BDSMer und liebe es, mit Menschen über BDSM zu sprechen. Gut, dass ich da diesen Podcast habe. Diesmal habe ich Besuch von Sukie bekommen. Sie ist 59 Jahre alt, kommt aus dem Süden und sammelt seit etwa 10 Jahren Erfahrungen mit BDSM. Dominanz zieht sie wirklich magisch an und nicht nur gehorsam kann und möchte sie geben. Die Sache mit der Dominanz ist dann aber doch nicht so einfach, denn das ist nicht so richtig fassbar. Was ist das denn und wann ist eine Person überhaupt überzeugend dominant und wie passt das mit den Best Practices der respektvollen Dom Person zusammen? Wir sprechen über das Entdecken, Plattformen für unkomplizierte Sextreffen, Beziehungen und warum Selbstbewusstsein und Erfahrung für Sub nicht nur vorteilhaft sein kann. In der Folge selbst habe ich versprochen, dass ich hier einen kleinen Teaser einbaue, wie man Sukie beim ersten Date wirklich kriegt. Das wird auch verraten. Zum Ende hin spielen wir dann natürlich das kleine A- oder B-Spiel und es gibt meine nicht ja ganz ernst gemeinte flammende Rede für Strafen und Konsequenzen, den Kit, der die Gesellschaft zusammenhält. Danke Sukie, dass ich das hier mal aus der Argumentations-Mottenkiste auspacken konnte. Seht es als Humor. Jetzt habe ich noch einen Tipp für die UnterstützerInnen. Wenn du die Kunst der Unvernunft im Jahr 2023 unterstützt hast, dann jetzt genau zuhören. Wir verschicken wieder Postkarten oder so. Besuche also bitte bis Mitte März 2024 kunstderunvernunft.de. Dort findest du ganz oben, ganz prominent, einen Button zu einem Formular und dort kannst du deine Anschrift hinterlassen, damit auch für dich ein Umschlag bis Ende März, denke ich mal, in die Post geht. Aber nun geht's endlich los. Hört selbst. Folge 109 mit Sukie. Liebes Publikum, es ist Samstagmittag, der erste Tag mit richtig schön Sonne. Jetzt ist sie hinter den Wolken verschwunden, wie sich das gehört, denn wir wollen hier gedämpftes Licht im Aufnahmeraum. Ja und wir, das bin einmal ich, Sebastian Stix und mir gegenüber sitzt Sukiee, hallo.
Sukie Hallo Sebastian.
Sebastian Ja, ich stelle dich kurz vor, 59 Jahre alt, Region Heidelberg und seit circa 10 Jahren kinky.
Sukie Ja, das ist richtig.
Sebastian Wunderbar, sehr gut. Dann haben meine Aufzeichnungen schon mal geklappt, dann habe ich schon den richtigen Sendeplan und du hast mich angeschrieben, ich glaube es war, ja doch einige Monate ist es her und da stand dann im Betreff schon der Begriff Submissive Alpha Sub. Darüber wolltest du gerne sprechen. Dann habe ich gesagt, okay, Submissive Alpha Sub, was könnte sie denn damit meinen? Dann habe ich deine Mail gelesen und dachte mir ach ja, ist ein spannendes Thema, aber vielleicht magst du da mal erklären, was du damit meinst mit dem Begriff.
Sukie Also ich selbst nenne es ja submissive Alpha Female. Also es geht eigentlich darum, dass ich eine starke, selbstständige Frau bin, die aber in gewissen Stunden tatsächlich ihre komplette Macht abgeben möchte, aber die sich nicht jedem Dom hingeben kann oder nicht jedem Mann hingeben kann. Ich brauche da gewisse Kriterien. Also ich muss die Dominanz des Mannes schon spüren. Und ich will mich jetzt nicht als sapiosexuell outen, aber ich brauche so ein bisschen Hirn und Intelligenz brauche ich.
Sebastian Okay, pass auf, das Witzige ist, das klingt jetzt für mich nach der normalsten Definition, die man haben kann. Weil eigentlich ist es ja genau das, es soll der Kopf angesprochen werden, du möchtest eine selbstbestimmte Person sein, die dann quasi die Kontrolle darüber hat, wann sie die Kontrolle abgeben kann und will und wie.
Sukie Genau so.
Sebastian Allerdings und das ist ja so ein Punkt, offenbar ist das ein Thema und darüber werden wir heute ein bisschen sprechen und gucken, warum es denn sein könnte, dass es auch anders sein sollte, also warum diese Positionierung überhaupt notwendig ist im BDSM. Aber dazu kommen wir erst viel später, du weißt ja es geht hier, du hast ja einige Folgen schon gehört es geht hier erstmal so langsam los und wir finden ins Thema rein und liebes Publikum natürlich wird es heute wieder ein Ding der Woche geben, die Shorts und das, niegelnagel fast neue A oder B Spiel, was wir spielen werden und du bist dann damit die erste Gästin, die weiß, worum es da geht Angie hat das ganz toll gemacht, aber die wusste nicht, was ihr bevorsteht, du hast da da schon einen kleinen Vorsprung.
Sukie Okay.
Sebastian Mal gucken, ob ich dich trotzdem ein bisschen aufs Glatteis führen kann. Ja, jetzt habe ich schon gesagt, seit zehn Jahren kinky. Warum denn nicht seit 30 Jahren? Also wie ist das gekommen, dass du BDSM gefunden hast und warum ist das nicht früher passiert? Wie sah dein Leben aus?
Sukie Also tatsächlich habe ich ein ganz klassisches Leben groß geworden in einer Familie mit drei Schwestern. Mann kennengelernt, geheiratet, Kind gekriegt, Haus gebaut. Und dann habe ich über das Internet ein Browser-Game angefangen. Und dort in dem Spiel hat man natürlich auch eine Chatfunktion und auch eine Gilde, in der man drin ist. Man kann national mit allen Mitgliedern, die gerade online sind, chatten. Man kann mit seiner Gilde chatten. und da habe ich einen Mann kennengelernt, ganz unbedarft, der gesagt hat, hier hast du mal einen Link, lese dir das doch mal durch, das könnte dir gefallen. Und dann bin ich auf einer Seite gelandet, wo Hobbyautoren ihre Kurzgeschichten geschrieben haben. Und seine Geschichte war eine von einem Herrn mit zwei Sklavinnen. Und da dachte ich, wow, das will ich auch.
Sebastian Okay, also der Autor hat dir geschrieben, in einem Browser-Game, das hatte ich hier so auch noch nicht. Klingt so ein bisschen nach Grepolis oder so was. Ich will glaube ich gar nicht wissen, welches Spiel das war. Okay, also er hat selbst geschrieben und hat das verbreitet, speziell auch an dich. Hat er dir gesagt, warum er das ausgerechnet dir geschickt hat?
Sukie Nee, eigentlich nicht. Also er muss wohl irgendwie meine submissive Ader im Chat erkannt haben oder vielleicht wollte er auch einfach nur ein bisschen dick auftragen. Also warum er es ausgerechnet mir geschickt hat, weiß ich nicht. Tatsächlich war es aber auch so, dass er der Rechtschreibung nicht so sehr mächtig war und ich dann ganz viele seiner Geschichten nochmal gelesen und korrigiert habe,
Sebastian Gott der Arme
Sukie bevor er sie online gestellt hat. Also er wollte das auch. Also er hat es mir geschickt, ich habe sie dann korrigiert und dann hat er sie online gestellt.
Sebastian Gibt es diesen Link oder gibt es diese Geschichte noch?
Sukie Ich gehe mal davon aus, die Webseite heißt Bookrix und ich gehe mal davon aus, dass es das noch gibt. Ich war da bestimmt seit vielen Jahren nicht mehr online.
Sebastian Wenn es das noch gibt, wenn du diese Geschichte nochmal auftun kannst, ich würde sie gerne als Artefakt in die Shownotes verlinken, weil das ist ja schon mal ganz spannend, wenn man so ein bisschen nachvollziehen kann, was hat denn so den, wo ist der Funke hergekommen? Also, liebes Publikum, ich sage es jetzt einmal und zum Schluss noch einmal schaut in die Shownotes, da gibt es alles Also zumindest alles, dem ich habhaft werden konnte und vielleicht auch den Link zu dieser Geschichte. Okay, vielleicht gehe ich da nochmal ein bisschen näher drauf ein. Egal wie unbedarft man ist, so ein bisschen, dass es SM gibt und die Ruf-mich-an-Fee im Fernsehen, das hat man ja alles schon mal mitbekommen. Das hat aber nie bei dir so ein Gefühl ausgelöst von, das ist interessant oder Mittelalter, man besucht irgendeine Burg, du hast gesagt "Kind gemacht", das heißt man ist auch mal in irgendeinem Schloss gewesen, hat vielleicht den Folterkeller angeguckt. Es gab nie irgendeinen Impuls, der gesagt hat, interessant?
Sukie Nee, tatsächlich nie. Also ich bin da wirklich dazu gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Ich war, ich war, völlig überrascht von mir selbst und auch am Anfang völlig überfordert mit der Tatsache, dass es so was, da wusste ich ja, selbst da war für mich noch nicht klar, dass es BDSM ist.
Sebastian Lass mich da nochmal ein bisschen weiter. Du hast jetzt gesagt, ein Herr mit zwei Sklaven. Weißt du noch so, was hat dich angesprochen? Also das will ich auch, kann ja auch sein, dass du der Herr sein magst oder dass du sagst, ach der hat da so schön die Outfits beschrieben, das ist irgendwie spannend. Also es ist ja manchmal auch gar nicht so klar, was einen anspricht in der Geschichte. Hast du noch eine Ahnung, bei welchen Aspekten hier schwindlig geworden ist?
Sukie Es ging tatsächlich um den Gehorsam dieser Sklavinnen. Also er hat ihnen Aufgaben gegeben und die haben sie gemacht. Ich weiß nicht mehr genau, um was es in der Geschichte ging. Aber es ging mir darum, eben diesen Gehorsam, den diese Mädchen da an den Tag gelegt haben und wie er sie behandelt hat. Also das hat mich irgendwie gekickt. Da habe ich gedacht, ja, das könnte ich mir für mich auch vorstellen.
Sebastian Sehr sexuell oder doch eher, ja?
Sukie Ja, sehr sexuell.
Sebastian Okay, so, also erwischt. Da ist die Geschichte. Du liest das. Ist ja auch erstmal nur Fiktion. Also wir hätten auch das Schweigen der Lämmer lesen können. Und vor zehn Jahren hätte es sogar auch schon Shades of Grey gegeben, wenn ich das richtig sehe. Könnte gerade so in dem Zeitraum, doch, doch, das müsste in dem Zeitraum.
Sukie Später, ja.
Sebastian Ja, also könnte etwa in dem Zeitraum etwa sein, aber es ist halt noch nicht so ein Massenphänomen. So, okay, du hast was gefunden. Hast du ihn dann gefragt? Um Gottes Willen, was ist das? Erzähl mir mehr oder wie bist du vorgegangen?
Sukie Also zu der Zeit, ich muss das jetzt mal chronologisch in die Reihe bringen.
Sebastian Ja bitte, ich mag Chronologien.
Sukie Zu der Zeit war ich noch verheiratet. Ich habe dann mit ihm darüber gesprochen und habe geschrieben auch, also wir haben ja nur über diesen Chat kommuniziert, Dass mir das gefällt und dass mir auch der Inhalt der Geschichte gefällt und habe dann auch mir tatsächlich in diesem Forum ein Profil erstellt, habe noch ganz viele andere Geschichten von anderen Schreibern gelesen, habe selbst welche geschrieben. Auch wenn ich die heute lese, denke ich, wie bescheuert. Aber das ist ja manchmal so, dass man sich am Anfang das so heroisch vorstellt.
Sebastian Links in den Shownotes. *Sukiee lacht*
Sukie Und habe auch mit ganz vielen anderen Menschen geschrieben, die diese Geschichten geschrieben haben. Also habe da quasi auch so Freundschaften entwickelt mit anderen BDSM-Schreibern und habe auch eigene Geschichten geschrieben, die ich dann auch meinem Mann damals gezeigt habe. Der war völlig überfordert damit und hat gemeint, das wäre ja Pornografie, so was will er gar nicht lesen. Ja, da war dann für mich auch ziemlich schnell klar, dass die Ehe hier ein Ende hat.
Sebastian Aufgrund dessen?
Sukie Auch, ja.
Sebastian Ich wollte gerade sagen, es gibt ja meistens noch tausend andere Gründe, aber dann kommt halt nochmal dieser Tropfen dazu. Also in dem Moment, wo du selbst Autorin wirst, ist dir ja schon klar, das ist BDSM und das ist das. Oder hast du es irgendwie geschafft, dich da blind zu sein auf dem Auge?
Sukie Da war ich immer noch blind auf dem Auge, da wusste ich wirklich noch nicht, wie sich das nennt, dass es so was gibt. Da habe ich mich noch für einen Exoten gehalten, habe mich dann irgendwann einer Freundin geoutet und habe gesagt, hier guck mal, diese Geschichten habe ich gelesen und diese Geschichten habe ich geschrieben und ich weiß gar nicht, wie ich damit umgehen soll. Und dann hat sie mir damals den Hinweis gegeben, ja dann geh doch mal ins Internet und dann geh mal auf diese Pornoseiten und dann gib da mal BDSM ein. Und dann habe ich gesagt, ach was soll denn das sein, wieso BDSM? Sagt sie, geh einfach mal, guck dir die Filmchen an und dann reden wir nochmal. mal.
Sebastian Das ist natürlich so ne Sache. Also ich sag mal, wenn du sagst Geschichten und Gehorsam und jetzt googelst du oder du suchst Pornos und gibst BDSM ein, dann findet man ja eine Menge. Aber Handlung und ja, der Begriff Gehorsam, den finde ich übrigens sehr schön. Bin mir nicht bewusst, dass ich da mal mehr gefunden hätte. Das ist eine andere Welt, ne?
Sukie Ja, tatsächlich, die Filmchen, die man da findet, die haben mehr mit SM zu tun als mit DS. Oft ging es einfach darum, dass Frauen irgendwo hingebunden werden und ihnen überall Klammern hingemacht werden und sie dann ausgepeitscht werden. Also die Filmchen, die ich mir damals vor zehn Jahren angeguckt habe. Ich habe dann nicht weiter die Filmchen angeguckt, sondern habe tatsächlich den Suchbegriff BDSM dann auch mal gegoogelt und habe da alles gelesen, was ich darüber gefunden habe und habe mich da schlau gemacht.
Sebastian Jetzt gibt es ja zwei Möglichkeiten. Oh, das ist genau meins und so viele Gedanken, die ich vorher nicht imstande war zu denken. Oder, oh Gott, das auch noch und das auch noch. Um Gottes Willen, das ist vielleicht doch ein bisschen viel. Nein. Also was war so der Eindruck? Weil ich glaube, mit jeder Stunde, die man liest, hat man auch so einen Tag, den man es verdauen muss, gefühlt.
Sukie Nee, tatsächlich habe ich mich, in dem Moment, wo ich einen Namen dafür hatte, habe ich mich angekommen gefühlt. Habe mich nicht mehr als Exot gefühlt. Habe gesagt, jippie, es gibt mehr wie mich. Es gibt mehr, ja, damals hatte ich noch den Begriff Sklavin, den würde ich heute nicht mehr verwenden. Aber es gibt Frauen wie mich, die das gerne ertragen möchten, die gerne dienen möchten, die gerne, ja, submissiv sein möchten und habe mich sofort angenommen und angekommen gefühlt.
Sebastian Was sind so die ersten Dinge oder die ersten neuen Eindrücke, die du gefunden hast, an denen du wirklich kleben geblieben bist, wo du gesagt hast, oh. Das ist ja noch viel besser als alles, was ich vorher im Kopf hatte. Also gerade wenn du aus so einer Fiktion-Welt kommst, wo man schreibt und wo man Fiktion liest, dann ist das ja oft auch ein bisschen, ich sag mal, drüber. Und das Problem an echten oder an real ausgelebten BDSM ist, man muss ja schon so ein paar Ideen und Regeln einhalten, damit das dann auch tatsächlich funktioniert. Es ist ja nicht damit getan zu sagen, okay, ich mache jetzt bei Ebay eine Auktion, da versteigere ich mich selbst und dann gehöre ich dem, der halt die 500 Euro geboten hat für zwei Wochen und dann putze ich bei dem oder so. Also es ist ja nicht damit getan, das funktioniert in einer fiktionalen Geschichte, aber wenn es dann darum geht, das auch zu erleben, dann kommt ja ganz viel BDSM-Sozialisation auf einen zu und das nimmt ja auch oft so ein bisschen den Zauber vielleicht, ach da muss ich drüber reden vorher, ich will auch gar nicht reden, ich will benutzt werden. Weißt du, was ich meine?
Sukie Ja, ja und tatsächlich war das überhaupt gar kein Thema. Das ist wie bei allen, die genau wissen, wie es geht mit Covern und allem drum und dran und sich trotzdem nicht dran halten.
Sebastian Ah, ja.
Sukie Also was mich halt am meisten an diesen Geschichten und an der Möglichkeit gekickt hat, war die Dominanz der Männer, dass sie bestimmen. Was gemacht wird, wie es gemacht wird und es auch durchziehen. Und auch, was für mich immer ein Thema war, war auch die und ist auch heute noch die sexuelle Komponente dabei. Das war in den Jahren vorher, war das eher nicht gewollt. Und auf einmal gab es da eine Möglichkeit, gehorsam zu sein und ge- bzw. missbraucht zu werden. Ja, und das hat mich, das hat mich irgendwie total gekickt und ja, da bin ich dann auch auf die Suche gegangen, also nach Männern und Menschen, die mir jetzt so was geben können.
Sebastian Du hast jetzt viel gelesen, viel Wissen, aber probiert noch nicht.
Sukie Nein, noch nicht.
Sebastian Okay, vielleicht mag ich mal so ein bisschen gucken, wenn du jetzt dem Publikum erklären möchtest oder müsstest, was ist dein Kink? Na, was heißt müsstest, du musst es jetzt erklären. Was ist so dein Kink? Also welche Praktiken und welche Spielarten sind so deine Favoriten? Wo sagst du, das ist schön, da geht mir das Herz auf?
Sukie Mein Kink ist tatsächlich alles, was mit Seilen zu tun hat oder mit Fixierung allgemein. Also ich möchte eigentlich nicht mehr bestimmen können, was mit mir passiert. Und ich bin da auch so ein Stück weit eine Reaktionsfetischistin. Also alles, wo ich merke, wenn ich das tue, das gefällt ihm oder der dominanten Person, da geht mir das Herz eigentlich auf. Also ich bin da Dienerin wirklich.
Sebastian Die Befriedigung deines Partners.
Sukie Ja, ist mir sehr wichtig. Seinen Kink zu befriedigen quasi.
Sebastian Rituale und DS, wie wichtig ist das Mindspace im Kopf und dass das auch ritualisiert ist?
Sukie Gar nicht. Ich hatte selten eine feste Beziehung im DS-Kontext und deswegen haben sich da nie irgendwelche Rituale manifestiert. Das war,...ne, haben wir nie gebraucht. Das meiste waren reine Spielbeziehungen, teilweise auch mit gebundenen Männern. Da gibt es dann keine Rituale. Du kommst und es geht los.
Sebastian Das ist ja ein Ritual. *Sukiee lacht*
Sukie Ja, natürlich. Also manchmal habe ich dann auch gefragt, wie hättest du mich denn gerne? Wie würdest du mich gerne sehen, wenn du zur Tür reinkommst? Und ja, im Sklavenoutfit, also Halterlose und Highheels, mehr nicht. Oder ein anderer hatte mir Fesseln mitgebracht, Lederfesseln für Hände und Füße. Und dann hat er gesagt, du brauchst nichts anhaben, nur diese Manschetten um Hände und Füße. Und das habe ich dann auch so gemacht. Das war immer so mein Ritual, quasi dann doch ein Ritual, um mich auf einen Besuch und auf die Devotion einzustellen.
Sebastian Ist das sehr aufregend gewesen?
Sukie Oh ja, total.
Sebastian Und man macht ja Dinge, die man eigentlich nicht tun würde. Also ohne jetzt deinen Ex-Mann da irgendwie irgendwas werten zu wollen, aber wenn der gesagt hätte, mach das mal, zieh mal Halterlose an und sonst nix und sei mal bereit, wäre das was gewesen oder fehlt ja der ganze Kontext drumherum oder wäre das was gewesen, wo du ihm den Vogel gezeigt hättest?
Sukie Nee, das hätte ich tatsächlich gemacht, aber das hätte er nie gesagt.
Sebastian Ja, okay.
Sukie Also da, da war er zu asexuell und zu verklemmt. Also der, er konnte mit Sexualität nicht wirklich was anfangen und ich war, als ich meine Devotion erkannt hab und gemerkt habe, dass ich da mehr bin und mehr brauche, da habe ich mich so zurück erinnert. Wie war ich eigentlich vor der Ehe? Und wie war ich eigentlich als Teenager? Und, äh, musste mir dann eingestehen, dass ich schon immer sexuell sehr aktiv war. Also ich habe nicht meinen ersten Freund geheiratet. *beide lachen* Ich kann auch keine Zahl nennen, wie viele Männer ich vor meiner Ehe hatte. Es waren ne Menge und musste mir auch eingestehen, dass ich auch immer auf sehr große, dunkelhaarige Männer gestanden bin. Also immer so auf diesen, diesen vermeintlich gefährlichen Typ Mann.
Sebastian Achso, ja, mit dem man ins Bett geht, aber den man nicht heiratet halt. Also auch da ist quasi voll das Klischee.
Sukie Der Bad Boy.
Sebastian Ja, genau. Okay, aber da ist ja eventuell dann doch schon so ein kleiner Funke da gewesen, so dieses, wenn die dann einfach mal wollen und du willst vielleicht nicht so und dann macht man trotzdem Sex, dann ist das irgendwie auch wieder gut.
Sukie Ja.
Sebastian Das gab es auch schon, ja?
Sukie Ja, also nein, das gab es nie, weil ich immer wollte.
Sebastian Ja, okay, das ist natürlich ein Haken. Gut, da suche ich natürlich schon so, ob das wirklich so eine 180-Grad-Wende bei dir war oder ob das, ob dann doch schon mal irgendwie, wenn man danach sucht, na klar, wenn man sucht, wird man immer finden, aber wie viele Dinge man ja wiederentdeckt, die früher mal da waren und dann waren die halt einfach 10, 15 Jahre weg und plötzlich sind sie wieder da und dann aber richtig. Das ist ja dann auch so eine Befreiung, sage ich mal.
Sukie Also tatsächlich fängt man natürlich an, darüber nachzudenken, warum lasse ich mir jetzt so gerne den Hintern verhauen, warum bin ich gerne devot und dann überlegt man, wo kommt das her, wie hat sich das entwickelt, war ich schon immer so und dann denkt man darüber nach, ganz früher…, In der Schulzeit beim Indianer- und Cowboy-Spiel wollte ich immer der Cowboy sein, der an den Marterpfahl gefesselt wird. Also schon da war eigentlich die Veranlagung dazu da und beim Entdecken meiner Sexualität, beim Spielen mit mir selbst, hatte ich tatsächlich auch Vergewaltigungsfantasien. Aber das ist irgendwie so, das hat dann aufgehört und das hat man dann abgelegt und hat es vergessen und das kommt erst ganz viel später, dann kommt es wieder hoch und denkt, ja stimmt, da war was. Ja, eigentlich warste schon immer so. *Sukiee lacht*
Sebastian Ja, das Leben hat auch einfach manchmal andere Prioritäten und das ist ja jetzt auch nicht gesellschaftlich gewollt, dass man dann über seine, ich nenne es mal Wichsfantasien, dann redet und sagt, ich habe mir da vorgestellt, Vergewaltigung und so weiter. Das ist ja auch nichts, was man groß austauscht. Das sind ja so diese Dinge, wo Menschen für sich ganz allein, ja, mit dem Ding in ihrem Kopf umgehen und tja, dann war das so.
Sukie Das war ja auch in der Zeit, wo es noch kein Internet gab, wo es in den 70er, Anfang der 80er da war man ja, gar nicht so aufgeklärt, wie die Jugend heute ist.
Sebastian Ja, aber ich glaube, die haben auch hart damit zu kämpfen, dass ihnen so viel offen steht. Also ich bin mir nicht sicher, ob es besser ist, keine Information zu haben oder alle Informationen zu haben. Ganz ernsthaft, ich glaube, das eine ist genauso schwer wie das andere, denn wenn ich tausend Möglichkeiten habe, dann habe ich ein Problem, die fünf zu finden, die zu mir passen. Es ist so oder so, ich glaube, es ist für niemanden ganz einfach. Es heißt, man wird wirklich mit der Nase drauf gestupst und hat den richtigen Moment und die richtige Situation erwischt. Da mag ich mal eine Lanze für die googelnde Generation Z einfach mal brechen. Ich glaube wirklich nicht, dass es einfacher ist. Aber gut, ich habe jetzt eben natürlich verzögert. Du wolltest mich ja gerade erzählen, dass du das erste Mal auch Dinge in die Tat umgesetzt hast und dafür Menschen gefunden hast. Wie bist du an den Plan ran gegangen? Ich finde jetzt jemand, der böse zu mir ist.
Sukie Also tatsächlich habe ich ja erstmal meinen Mann verlassen, erstmal mich selber eingerichtet, mich neu orientiert, einen neuen Weg für mich gesucht und dann habe ich mich auf einer Plattform, auf einer Dating-Plattform angemeldet.
Sebastian Und im Moment hast du erstmal, bevor du was probiert hast, erstmal dein Leben quasi, ja, abgebrochen, umgekrempelt, also wirklich ganz ordentliches Schlachtfeld hinterlassen.
Sukie Ich wusste, ich will den Weg gehen, aber ich wollte und konnte meinen Mann da nicht betrügen oder so. Er hätte das nicht akzeptiert. Er hat es zwar Hinterher hat er gesagt, wir hätten die Ehe öffnen können, aber ich wusste, damit kann er nicht umgehen. Also das hätte nicht funktioniert.
Sebastian Es gibt so einen schönen Begriff, den du mir im Vorgespräch gesagt hast, den fand ich super. Du hast eine Plattform für unkomplizierte Sextreffen genutzt. *Sukiee lacht* Ich habe diesen Begriff hier zweimal auf dem Zettel stehen, weil ich den, der ist herrlich. Also nicht so Plattformen wie Joy oder Fetlife, sondern eher so Plattformen, die tatsächlich noch spezieller sind.
Sukie Ja, Casual Date, also C-Date. Da findest du alle möglichen Formen der Sexualität. Da kannst du ganz unkompliziert, ich will heute Abend Sex, ich such mir einen raus und dann kriegst du das. Da sind natürlich sehr viel verheiratete, gebundene Männer auch, weil es eben um diesen Casual Sex geht.
Sebastian Aber jetzt allein schon die Überlegung, ich melde mich jetzt dort an und biete mich feil. Ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass das dieses Mindset ist. Das ist ja auch schon mal so ein Schritt.
Sukie Ich habe mich ja nicht wirklich feil geboten, ich habe ja gesucht.
Sebastian Damit du dann benutzt werden kannst.
Sukie Das war ja zu dem Zeitpunkt noch gar nicht so, ja ich wollte einfach einen Mann finden, der dominanter ist, der ein Macher ist, da wusste ich ja selber noch nicht so recht, was kann BDSM, was macht es mit mir, was kann er mit mir machen, das wusste ich ja noch gar nicht. Also ich habe nur nach einem Mann gesucht, der Dominanz ausgestrahlt hat, der also in seinem Profiltext quasi auch so was wie Dominanz stehen hatte. Das war für mich so der Überbegriff.
Sebastian Also wenn die reinschreiben, ich bin ein dominanter Mann, ich nehme mir was ich will, dann hätte er dich damit schon kriegen können.
Sukie Dann habe ich "hier" geschrien, ja. *Sukie lacht*
Sebastian Okay. Gut, du hast dich angemeldet, du hast gesucht, du hast Profile durchstöbert, du wurdest wahrscheinlich auch ständig angeschrieben.
Sukie Ja und fand das total irre. Ich war quasi in meine Jugend versetzt, zurückversetzt. *beide lachen* Ich habe alles ausprobiert, alle an mich herangelassen. Alle Vorsichtsmaßnahmen, außer, ich habe mich immer covern lassen, also das muss ich sagen, wenn ich irgendwo hingefahren bin oder so, eine Freundin von mir wusste immer, wo ich bin, mit wem ich mich treffe, woher ich diesen Mann kennengelernt habe, also kannte auch meine Passwörter für den PC und für die Webseiten und so. Also das war klar, ich war immer gecovert, aber ich habe alle Vorsichtsmaßnahmen fallen lassen und bin irgendwo hingefahren und habe mich da benutzen lassen.
Sebastian Machen wir mal den Realitätscheck. Es ist ja immer so, der erste ist ja immer der spannendste, weil da kannst du ja aufgrund Null Erfahrung gar nichts filtern. Du hast jemanden angeschrieben, dann hat der gesagt, ja passt und dann bist du hingefahren und hast dir den Hintern versohlen lassen. Super. Kann man, nein? *Sukie lacht* Das ist ja immer das Schöne, wenn ich spekuliere, das verleitet immer dazu, Sachen richtig zu stellen. Okay, also das erste Mal Realität und dein Traum, für den du dein Leben umgekrempelt hast, soll jetzt und heute Abend in Erfüllung gehen. Wie hat sich das angebahnt, wie ist es passiert?
Sukie Also zunächst einmal, ja klar, wir haben eine Weile hin und her geschrieben. Wir haben uns dann erstmal, so wie sich das gehört, an einem öffentlichen Ort getroffen, haben einen Abend in einem Café beziehungsweise in einem Restaurant verbracht, haben uns unterhalten, haben einen Kaffee getrunken, haben was gegessen und haben dann festgestellt, dass es passt zwischenmenschlich, dass wir uns wiedersehen möchten. Ich habe seine Dominanz akzeptiert und war natürlich neugierig, ich hätte zu dem Zeitpunkt alles akzeptiert. Wir sind dann
Sebastian Moment, was wollte er denn? Was hat er gesagt, was er sich vorstellt? Und was hast du auch formulieren können? Entschuldigung, liebes Publikum, jetzt habe ich zum falschen Zeitpunkt ein Gummibärchen in den Mund gesteckt. Man soll ja nicht essen beim Aufnehmen. Doch. Egal. Also was hast du in den Ring geworfen an Möglichkeiten und auch was hat ihn interessiert, was wollte er gern haben oder was hat er sich vorgestellt oder wie hat er dich umgeteasert? Wenn man so einen Abend im Café verbringt, ich weiß das selber, da kann man eine ganze Menge Kapitulationen aushandeln.
Sukie Ich kann es dir nicht mehr sagen, das ist so Ewigkeiten her. Also ich weiß, dass wir über Kleiderordnung gesprochen haben, weil als ich das erste Mal zu ihm gefahren bin, hatte ich eine Korsage an. Und Halterlose, nein, kann ich nicht mehr sagen. Ich weiß, ich hatte eine Korsage an, das war von ihm so gewollt. Aber ich kann dir nicht mehr sagen, ob wir über Sexpraktiken oder BDSM-Praktiken gesprochen haben explizit. Ich war ja völlig überfordert, weil ich war ja, ich hatte ja überhaupt gar keine Erfahrung und muss sagen, das hat er aber sehr gut gemacht. Also er hat mich eingeladen, hat gesagt, dann und dann bist du da, ich war super pünktlich, die Haustür war angelehnt, hinter der Haustür lag eine Augenbinde, die habe ich angelegt und stand dann da praktisch und habe gewartet.
Sebastian Also er hatte durchaus schon Vorerfahrung.
Sukie Er hatte Erfahrung, er hatte vorher schon eine Beziehung mit einer submissiven Frau, er wusste genau, auf was er sich einlässt. Er wusste genau, dass ich keine Erfahrung hatte und hat mich da ganz langsam ran geführt.
Sebastian Also das ist auf der einen Seite sehr schön, wenn, klingt wirklich, als ob du da an der Stelle auch Glück mit der Person hattest. Es ist natürlich so, wenn jemand noch gar keine Erfahrung hat, dann ist es natürlich, das klingt jetzt böse, aber es ist dann relativ einfach zu beeindrucken. Da macht so eine Kleidervorschrift und so eine Augenbinde schon eine Menge Hui.
Sukie Ja.
Sebastian Okay. Du hast dich drauf eingelassen, heute soll es passieren, du kommst da rein, du bist pünktlich. Heute warst du übrigens auch sehr pünktlich, hervorragend, vielen Dank, und jetzt gehts du da rein und trägst die Korsage, und die spürt man ja durchaus, du legst die Augenbinde an, Was geht einem in dem Moment durch den Kopf?
Sukie Gar nichts. Also ich habe damals, glaube ich, das erste Mal diese Ruhe der Devotion gemerkt, gespürt. Man rutscht in die Devote-Phase und wird ganz ruhig. Ganz ruhig, brav und gehorsam. Also man legt alles ab, man hört auf zu denken einfach.
Sebastian Okay, also auch gar keine bösen Stimmen, so was mache ich hier? Noch kann ich weg.
Sukie Das kommt später.
Sebastian Okay. *Sukie lacht* Okay, das ist ja ein Zeichen dafür, dass du dich durchaus gut vorbereitet hast und dass auch wirklich in dir drin das alles so aufgeräumt ist, dass du also wirklich sagen kannst, okay, jetzt gehe ich, um Turdus mal zu zitieren, den nächsten logischen Schritt und das passt schon so. Also vom Tempo scheint das auch dann genau richtig gewesen zu sein.
Sukie Er war tatsächlich der richtige Mann, um mich da quasi einzuführen. Es gab später noch jemanden, der noch richtiger war, aber fürs erste Mal war dieser Mensch der Richtige.
Sebastian Was ist denn passiert an dem Abend? Magst du, du musst ja jetzt nicht alle Details erzählen, aber mich interessiert natürlich schon so, was ist grob passiert und wie warst du hinterher drauf?
Sukie Klar hat er mich ins Schlafzimmer geführt, hat mich langsam ausgezogen, hat mich ein bisschen hier gezwickt, da ein bisschen gezwickt und hat mich dann aufs Bett knien lassen und hat hinter mir seinen Gürtel aus der Hose gezogen. Und ich habe dieses Geräusch gehört und wusste genau, was es ist. Und dachte, wenn er mich damit jetzt schlägt. Und dann schreie ich laut auf und laufe hier weg. Und dann hat er mich da mit geschlagen und ich fand es so geil. *beide lachen*
Sebastian Okay
Sukie Da habe ich auch meine Liebe für Leder auch entdeckt. Also weil er, er war auch, er mochte Leder gern. Da habe ich gemerkt, dass mir das unheimlich gut tut, wenn er mir mit dem Ledergürtel den Arsch versohlt. Also ich habe diese Spuren, die habe ich glaube ich drei Wochen gehabt oder so was. Also es war nicht arg, es war rot einfach nur. Aber ich habe immer wieder hingucken müssen und immer wieder, wow, geil. *Sukie lacht*
Sebastian Warst du einen Abend da oder übernacht dann auch?
Sukie Nein, nein, ich war nur einen Abend da. Ich bin am Abend noch nach Hause gefahren.
Sebastian Okay, jetzt ist ja dieses, der Abend ist fertig, er ist offenbar gelungen. Jetzt sitzt du im Auto nach Hause.
Sukie Ja.
Sebastian Ja. Um Gottes Willen, was habe ich da gerade erlebt? Also ich kenne das selbst, dieses Gefühl, dass man dann viel Zeit im Auto verbringt. Das ist dann immer nachts, man muss aufpassen, dass man nicht allzu viele Rehe überfährt dabei und man muss so halb aufmerksam sein, man ist so ein bisschen fertig, man ist aber, man fühlt sich so ein bisschen betrunken, finde ich, also so, man schwebt so ein bisschen und denkt sich, boah, was habe ich heute erlebt was war das heute für ein Tag, das kann man niemals jemandem erzählen, das ist ja unfassbar.
Sukie Tatsächlich ist das so, du fährst dann heim und denkst, mein Gott, war das geil. Und du schwebst so auf Wolke sieben und überlegst schon insgeheim, wem kann ich das überhaupt erzählen? Mit wem kann ich darüber sprechen? Und es war ja mein neu entdecktes Leben, mein neu entdecktes Ich, mein neues Ich. Und ich war total, ja, euphorisch und wollte der ganzen Welt davon erzählen, was für tolle Sachen ich mache und was mir beinahe das Genick gebrochen hätte. *Sukie lacht* Ähm, ja, und hatte aber Gott sei Dank da wirklich diese Freundin, die mir damals den Tipp mit dem BDSM gegeben hat, mit der konnte ich immer über alles sprechen, die habe ich dann noch aus dem Auto angerufen und gesagt, hier, das und das habe ich gerade erlebt und das war so geil. Und sie "Ja, gell?".
Sebastian Okay. Ja, gell. Okay, also du hast eine Verbündete gehabt, schon mal sehr gut. Wie lange hat das gehalten, diese Euphorie?
Sukie Ja, also diese komplette Euphorie vielleicht nen Tag, aber immer wenn ich dann die Spuren nochmal angeguckt habe, dann kam das nochmal so, dann hat es nochmal so hoch geblitzt. Also ich quasi kannste sagen, so lange wie man die Spuren gesehen hat, also zwei Wochen oder so, hat es dann schon angedauert.
Sebastian Hast du den Menschen nochmal getroffen?
Sukie Tatsächlich habe ich ihn noch ein weiteres Mal getroffen und dann hat er diese Beziehung, wie man es auch immer nennen will, beendet, weil er gesagt hat, ja er hat seine frühere Sub, die ja mit der Schluss war angeblich, ist wieder zurückgekommen und er hat sich jetzt mit ihr wieder zusammengetan und er kann mich jetzt nicht mehr sehen. Ähm
Sebastian Na super, gleich ausgetauscht.
Sukie Ja, ja, ja, das ist so mein Credo.
Sebastian Da bricht doch die Welt zusammen in dem Moment, weil da hat man endlich den Menschen gefunden, der das offenbar auch gar nicht schlecht macht und einem "Bähm!" ja, diese neue Welt endlich erlebbar macht und dann sagt er nach zweimal nö.
Sukie Ja, das ist, das ist leider sehr schade gewesen, und, aber auch mein Glück, weil mir das dann quasi wieder Raum gegeben hat, neue Menschen kennenzulernen. Und mich da weiter auf die Suche zu begeben. Und da habe ich dann jemanden kennengelernt, der mir die Liebe zu den Seilen beigebracht hat.
Sebastian Wieder über die Plattform?
Sukie Wieder über die Plattform und der hat auch tatsächlich vorher angefragt, ob ich, ob er Seile mitbringen dürfe und ob es für mich in Ordnung wäre, wenn er mich fesseln würde und dann habe ich gesagt, Na ja, er kann mich in alles verwickeln. Da hat eine tolle Freundschaft angefangen. Also es war mein erster ernstzunehmender Dom, der mich wirklich in die Welt des BDSM eingeführt hat. Der mich vom Rehkitz zur Ricke gemacht hat quasi.
Sebastian Jetzt sagst du aber, es ist ein Freund geworden. Also vielleicht auch nicht die romantische Sauerei, die du dir vorgestellt hast.
Sukie Einer der verheirateten Männer, der eben nur ab und zu bei mir sein konnte. Und es war auch eine Zeit, in der ich Polyamor gelebt habe. Das heißt, ich hatte drei Männer gleichzeitig, die aber alle voneinander wussten. Also das war so eine Abmachung. Ich habe, als ich…, mein neues Leben angefangen habe, habe ich gesagt, ich will nie wieder einen Orgasmus vortäuschen. Ich will nie wieder irgendwas sagen, was nicht wahr ist. Ich will einfach "Ich" sein. Ich will einfach wahrhaftig sein. Ich will nicht schwindeln. Ich will nichts vortäuschen. Und das halte ich bis heute so. Und es war mir wichtig, dass diese drei Männer wussten, das es, also jeder von ihnen wusste, dass es noch zwei andere gibt und die fanden das sogar ganz witzig und haben sich gegenseitig Grüße ausgerichtet. Wenn ich irgendwo einen blauen Fleck hatte, hieß es, ja warst du wieder bei dem und dem, sag dir mal einen schönen Gruß, er soll das nächste Mal ein bisschen besser aufpassen.
Sebastian Okay, also die Plattform hat offenbar den Vorteil, dass sie entspannte Menschen hervorbringt oder heranspielt. Jetzt gibt es ja nochmal so eine romantische Sichtweise, die haben viele Menschen dieses, also ich nehme mal die alten Begriffe, Sklavin dienen, heißt aber auch Besitz und Gehören. Und jetzt ist es ja gar nicht so einfach, "ich will dir gehören", "mach mit mir was du willst", "ich bin deins", du merkst diese Formulierung. Die passen jetzt natürlich nicht zu Poly, das ist dann eher so, also das kann man auch alles in Kink und Fetisch verwandeln, indem man sagt, Na ja, es geht ja eigentlich darum, "benutzt zu werden" zum Beispiel. Ich weiß nicht mit dem Begriff, dein Blick ist gerade, der sagt mir nicht positiv oder negativ. Ja doch, jetzt lachst du, okay. Also das ist natürlich so ein Konflikt, der auf der einen Seite sagt, ich will "gehören" und "Besitz sein", auf der anderen Seite aber auch dieses, ein Ding, was von vielen benutzt werden kann. Ich werfe dir jetzt die Sachen erstmal hin, dann kannst du was draus machen. Oder aber, dass du auch gesagt hast, nee Moment, jetzt bin ich dran. Und ich nutze die Möglichkeiten in Klammern Männer. Also dieses, wie viel wolltest du und wie viel wolltest du geben?
Sukie Ich wollte alles. *lacht* Ich war so neugierig, ich war so geil drauf, alles zu erfahren, alles zu lernen. Ich wollte, diese drei Männer oder diese Poly-Beziehung, die nicht alle, das waren nicht alles BDSMer. Jeder und jeder der Männer, die ich getroffen habe in der Zeit danach, hatte ja was ganz Eigenes. Und ähm, Aber da war dieser eine, dieser Rigger mit den Seilen, wenn der gesagt hätte, "du gehörst mir", hätte ich alle Anderen gehen lassen. Also es war nicht mein ausgesprochener Wunsch, Poly zu sein. Ich kann auch sehr gut monogam leben, ich muss das nicht. Also hab nur in der Zeit, ähm Ich war so euphorisch über meinen neuen Weg, dass ich alles genutzt habe, was was ging. Und ähm, also...
Sebastian Und es hat dir auch niemand Grenzen gesetzt.
Sukie Nein, hat niemand. Hat keiner gesagt, "das darfst du nicht" oder "das sollst du nicht" oder sonst irgendwas. Also in der Zeit nicht, nein.
Sebastian Hat das gefehlt? Das dir jemand sagt so und das ist jetzt die Grenze, das ist das Limit oder mach mal nicht mehr?
Sukie Nee, tatsächlich nicht. Also die einzige Grenze, die ich in der Zeit, und da denke ich oft drüber nach, ich habe im Grunde ein großes Tabu und das sind Ohrfeigen. Das geht bei mir gar nicht. Und, ähm
Sebastian Das gilt auch bis heute?
Sukie Das gilt bis heute. Es hat ein Mensch hat es geschafft, dass ich vor ihm kniete und ihn gebeten habe, mich zu ohrfeigen. Und er hat "Nein" gesagt. Er hat gesagt, nein, ich tue das nicht. Ich wusste, dass er das gerne machen möchte, aber er hat gesagt, ich tue das nicht, damit binde ich dich an mich. Und mehr, als uns beiden gut tut. Ja, das war das einzige Mal, dass ich da so fest verwurzelt war an jemanden, dass ich alles getan hätte, um ihn an mich zu binden.
Sebastian Ja, also ich merke dieses intensive Erleben, diese intensiven romantischen Gefühle in dem Moment und auf der anderen Seite aber auch dieser Drang, ich möchte jetzt alles erleben. Ich stelle mir das relativ stressig vor, das alles zu koordinieren, weil auch die meisten Menschen haben am Wochenende Zeit und dann hast du gleich drei und so ein Monat hat nur vier Wochenenden und dann müssen die Spuren ja auch erstmal halbwegs verheilen.
Sukie Die gebundenen Männer haben am Wochenende keine Zeit.
Sebastian Stimmt, ja. *Sukie lacht*
Sukie Die sind am Wochenende bei Frau und Kinder.
Sebastian Okay, also es klingt ja relativ wild. Also was war so der kürzeste Abstand zwischen zwei Menschen, mit denen du gespielt hast? Haben die sich am selben Tag noch die Klinke in die Hand gegeben? Also ich mag einfach mal so ein bisschen die Logistik dahinter auch mal erfragen.
Sukie Nee, also das war, ja der kürzeste Abstand war vielleicht zwei, drei Tage oder so was.
Sebastian Okay.
Sukie Ich war so neugierig, ich habe alles ausprobiert. Also, als Das darf man vielleicht gar nicht sagen, aber als die drei Männer gleichzeitig im Sommerurlaub waren, habe ich mir sogar eine Urlaubsvertretung gesucht. *Sukie lacht* Hab ihn sogar so genannt und der war auch total klasse und in den drei Wochen, wo die nicht da waren, kam er einmal die Woche, hat mich bespielt und fand es auch in Ordnung für sich und für mich war es auch in Ordnung und danach habe ich ihn nie wieder gesehen.
Sebastian Okay, also stellen wir schon mal fest, also als Frau ist es offenbar tatsächlich, es ist offenbar genauso einfach, Menschen zu finden, wie immer behauptet wird. Wie oft musstest du denn filtern? Wie oft waren Knalltüten dabei, wo du echt gesagt hast, um Gottes Willen, weil je mehr man sich weiterentwickelt und je mehr man probiert und auch je mehr Erfahrung man hat, desto wählerischer wird man doch. Und dann gibt es ja Menschen, gerade Frauen, die sagen, ich finde niemanden mehr. Was natürlich damit zusammenhängt, dass man natürlich schon eher eine evolutionäre Verbesserung sucht. Der letzte war so, da hat mir noch das und das gefehlt, beim nächsten wäre es eigentlich ganz schön, wenn das wäre. Und damit wird es immer schwieriger und schwieriger, das Unicorn, Grüße an Sonne, mal zu finden und jemanden zu finden, mit dem man spielen kann und will. War das jemals ein Problem?
Sukie Ja. Das ist im Moment ein sehr großes Problem. In dieser neugierigen Phase, in dieser Findungsphase habe ich ja quasi jeden an mich herangelassen, habe alles ausprobiert, egal was es war, ich habe es mitgemacht, egal was er wollte, ich habe es gemacht, um dann für mich rauszufinden, Nee, also das brauche ich nicht nochmal. So Erniedrigungen oder am Halsband auf allen Vieren durch die Wohnung gezogen zu werden oder so, wo ich dann wusste, nee, das brauchst du nicht, das ist gar nicht so deins. Und je mehr ich über mich selbst erfahren habe, was ich brauche und was nicht und was mich kickt und umso schwieriger wurde es, den richtigen Mann zu finden.
Sebastian Warum hat das mit den dreien denn geendet?
Sukie Es kam Nummer vier und hat sich hochgeschlafen.
Sebastian Okay, Nummer vier hat sie alle ersetzt. Das muss ja ein Mensch gewesen sein.
Sukie Tatsächlich war er ein absoluter Beginner. Er hatte keine Ahnung von BDSM, aber er war sehr neugierig und wollte alles erleben und alles ausprobieren mit mir zusammen. und sein Vorteil war wirklich, dass er wirklich in der Nähe gewohnt hat und nicht verheiratet war, also verfügbar war, auch unter der Woche, auch an den Wochenenden und mit mir auch in Urlaub fahren wollte. Ja und er behauptet selber immer heute noch, er hat sich damals hoch geschlafen. Also und da ist auch quasi meine erste feste BDSM-Beziehung draus geworden.
Sebastian Wie viele Jahre hattest du dann schon Erfahrung gehabt? Jetzt sag nicht drei Wochen! Das wäre mir ein bisschen schnell. Ein Jahr?
Sukie Ein Jahr, ungefähr ein Jahr.
Sebastian Okay, also lose Bekanntschaften mit viel Leidenschaft abgehakt, nächster Schritt Beziehung. Ich bin gespannt.
Sukie Also tatsächlich war das am Anfang, musste ich ihm viel erlauben. Ja, du darfst mich schlagen. Ja, du darfst ruhig ein bisschen fester zuschlagen. Ja, du kannst das und das machen. Und nein, das geht gar nicht. Das meiste war eigentlich ja. Er war intuitiv, habe ich sofort seine Dominanz gespürt. Wir haben dann auch Stammtische besucht und haben uns da auch weitergebildet. Er war sehr neugierig. Wir haben Shibari, also Fesselkurse besucht. Er wollte da unbedingt auch mir das geben, was ich so gerne wollte. Eben dieses "Gefesseltsein". Wir haben Seile gekauft. Er ist dann in der Zwischenzeit umgezogen gewesen. Wir haben ein Spielzimmer eingerichtet und das ging ungefähr so fünf Jahre. Und dann hat er irgendwann gemeint, er hat keine Lust mehr auf Machtgefälle. Er hat jetzt eine Vanilla-Frau kennengelernt und ich kann jetzt gehen. Er beendet die Freundschaft. Also er beendet die Beziehung.
Sebastian Boah, ok, also hast gleich den großen Hammer raus geholt. Puh... Also jetzt guck ich mal, also das Ende ist schon mal scheiße, Punkt. Aber vielleicht kann man da nochmal so ein bisschen die schönen Aspekte finden. Du hast ja jetzt eine feste, exklusive Ansprechperson für alle BDSM-Sachen. Erstmal ist der Punkt, wenn er keine Ahnung hatte und Dominanz ja so anziehend für dich ist, war er denn wenigstens dominant?
Sukie Ja, ich musste seine Dominanz immer so ein klein bisschen aus ihm raus kitzeln. Tatsächlich würde ich heute sagen, er war auch so eine Art Poser. Also wenn wir unterwegs waren auf nem Stammtisch oder auf einer Veranstaltung, dann war er sehr dominant. Zu Hause eher nicht. Also wir hatten quasi eine Beziehung auf Augenhöhe, die nur in den Sessions das Machtgefälle zugelassen haben. Und das ist auch was, was uns beiden gut getan hat.
Sebastian Also das war auch so gewollt?
Sukie Das war so gewollt, ja.
Sebastian Okay, ich habe hier noch eine Notiz stehen, Fantasie 24-7-Total-Konstruktion. War das zumindest mal eine Fantasie oder eine Idee zu sagen, oh…, Nur noch unten.
Sukie Nein, 24-7 funktioniert für mich gar nicht. Ich muss im Job, im Beruf, muss ich sehr dominant auftreten. Ich sage, wo es lang geht. Ich habe das Sagen, ich bestimme, wann was erledigt wird. Da kann ich nicht dann irgendwie eine Nachricht erhalten, mach mal ein Bild von deiner Möse. Das geht einfach nicht. Das bringt mich aus meinem Konzept. Das macht mich eher wütend.
Sebastian Also du bist auch eher so ein Präsenzmensch, also spielen ja, aber dann bitte, wenn du Zeit und Raum dafür hast und nicht dann, wenn irgendwer da angelaufen kommt und sagt, mach mal.
Sukie Ja, also das, ja, ich muss, ich möchte bei meiner Arbeit voll da sein, Ansprechpartner sein für alle, Problemlöser sein und dann will ich, weil ich nun mal im Außendienst arbeite, am Freitag nach Hause kommen und will sagen, so jetzt, ich nichts mehr verantwortlich, du mach mal.
Sebastian Und das kann man dann ja bis Sonntagabend machen und dann sind das ja schon mal drei Tage, 24, also 24/3.
Sukie Ja, aber da geht es ja dann auch so um Sachen wie, was wollen wir am Wochenende unternehmen, lass uns einkaufen, was wollen wir kochen, also da ist das ja eher schon so auf Augenhöhe, das wollte er auch gar nicht. Er wollte gar nicht der Bestimmer und der Bespaßer sein von mir, er wollte ja auch von mir bespaßt werden, also von daher war das dann freitags so, dass wir eben erstmal das Wochenende eingeläutet haben und dann beschlossen haben, was machen wir dieses Wochenende alles, was steht auf dem Programm. und dann ging's los.
Sebastian Ja, aber das ist eigentlich spannend, wenn man dann sagt, okay, man hat jemand Festes und man hat im Prinzip auch feste Zeit, also man hat einfach jede Woche Zeit, dann spielt man weniger, ne?
Sukie Ja.
Sebastian Hat dir das gefehlt?
Sukie Also am Anfang war ja noch alles neu, auch für ihn sehr neu und da war er auch sehr neugierig und da haben wir noch sehr oft und sehr regelmäßig gespielt. So mit der Zeit hat uns der Alltag einfach eingeholt und dann wurden die Sessions eher mal durch normalen Kuschelsex ersetzt und da musste ich dann manchmal schon bitten drum und sagen, ich bräuchte mal wieder so ne richtig, so ne richtig harte Session. Und dann haben wir dann auch versucht, das alles so ein bisschen aufzupeppen, indem wir gesagt haben, okay, du gehst jetzt ins Bad und ich lege aus dem Spielzeugschrank alles raus, womit ich möchte, dass du heute Abend mit mir spielst. Das haben wir so zwei, drei, fünf Mal gemacht. Und das war auch ganz witzig jedes Mal und war auch sehr gut jedes Mal. Aber ja, es wurde immer seltener und seichter.
Sebastian Also wenn er dann nach fünf Jahren das beendet hat, dann war es im Grunde offenbar auch eh an der Zeit.
Sukie Also tatsächlich ja. Was ich damals nicht wusste, was ich heute weiß, wir waren lange Zeit zusammen und ich bin immer noch der Meinung, wir waren ein super Paar und ich habe ihn tatsächlich geliebt. Und das konnte ich mir damals nicht eingestehen. Das habe ich erst im Nachhinein hab ich das erst festgestellt für mich, dass er wirklich ein Mann war, mit dem ich hätte alt werden können.
Sebastian Ich mag nochmal so ein bisschen auf das Emotionale schauen. Wenn ich da jetzt mehrere Spielpartner habe, dann... Dann mache ich Sachen. Wenn ich mit jemandem zusammenlebe, Alltag teile, lebe, liebe, leide sozusagen, ist dann auch, also braucht man dann überhaupt noch so viel Action, damit es sich so intensiv anfühlt oder ist durch diese Beziehung zueinander, diese Innigkeit, diese Nähe, ist das vielleicht dadurch einfach an sich schon mal besser und hat einen gewissen Bonus? Oder schlechter, weil man kennt sich ja leider, es ist halt nicht mehr so aufregend?
Sukie Nee, also man braucht, eine Session muss sogar noch ein Ticken härter sein. Also wenn du nur Gelegenheitssex hast oder Gelegenheitssessions, dann ist ja, bereitest du dich ja darauf vor, du machst was aus, du setzt den Rahmen, du setzt die Zeit. Es ist von Anfang an klar, das wird eine tolle Session oder du hoffst es natürlich. Aber wenn du zusammenlebst und da ein Alltag da ist und du beschließt jetzt heute Abend wollen wir mal wieder eine Session machen, dann muss es da echt noch einen drauf setzen, um aus dem Alltag raus zukommen. Also wir haben da auch wirklich dann versucht, die Hirne abzuschalten und im BDSM-Modus zu agieren und den Alltag außen vor zu lassen. Ich denke, wenn du in so einer Beziehung lebst, muss so eine Session sogar noch ein Stück fantastischer sein.
Sebastian Das klingt so ein bisschen, als nutze sich das auch so ein bisschen ab? Also ist vielleicht die Vielfalt der Menschen vielleicht auch gerade aufregend und gut?
Sukie Ja doch, also die Vielfalt der Menschen ist natürlich sehr aufregend, aber gibt dir halt auch keine Sicherheit. Du bist ständig auf der Suche nach dem nächsten Date, nach dem nächsten Partner. Du versuchst natürlich auch Partner mehrere Male zu treffen, was gar nicht so einfach ist, weil Ghosting gerade ganz groß geschrieben wird. Wenn du einen festen Partner hast, dann gibt es dir auch ein Stück Sicherheit.
Sebastian Ja, aber das heißt aber auch, wenn heute nicht, dann halt morgen, dann ist es auch nicht mehr so dringend.
Sukie Ja, wenn heute nicht, dann halt morgen und dafür halt nur Kuschelsex.
Sebastian Merkst du, mit Kuschelsex kriegt man dich nicht.
Sukie Ne? Nein, nein, nicht wirklich.
Sebastian Ja, aber ist das nicht auch eine Form von Dienen? Ja, wenn er Kuschelsex will, dann kriegt er den. Du dienst ja. Man kann sich alles schön reden,
Sukie Ja, eben.
Sebastian sogar Kuschelsex. Jetzt sind wir so bei sechs, sieben Jahre Kinky-Life angekommen. Jetzt verändern sich ja Dinge. Ich mag nochmal fragen, beim ersten Mal waren ja diese Spuren und dann hast du dir die noch tagelang angeguckt und großartig. Funktioniert das noch mit den Spuren oder hat sich da der Körper angepasst?
Sukie Das funktioniert immer noch oder wieder. Also der Körper passt sich ja allem an was du mit ihm machst. Und wenn du dann lange nicht spielst und dann kommt nochmal einer mit einer Bullwhip ums Eck, dann hast du am nächsten Tag überall am Bauch und an den Oberschenkeln kleine rote Punkte, wo du genau weißt, das war die Bullwhip. Die guckst du dir dann immer wieder an. Also das ist tatsächlich wieder ganz interessant im Moment.
Sebastian Okay, also das funktioniert noch wie am Anfang. Ja.
Sukie Ja, ich möchte noch was zu Nummer vier sagen. Er konnte mir vom Intellekt her, er war ein sehr starker, selbstbewusster, selbstsicherer Mann mit sehr viel Stil und er hat so ein bisschen die Messlatte für alle anderen auch hochgelegt.
Sebastian Na super, ne? *Sukie lacht*
Sukie Erst war da der Super Dom, der die Messlatte für alle Doms hochgelegt hat und dann war Nummer vier, der die Messlatte für mögliche Partner sehr hochgelegt hat.
Sebastian Ja, jetzt ist das natürlich ein Problem. Es muss immer besser und besser werden. Tja, also Nummer vier hat dich nach fünf Jahren abgesetzt. Ja, wie geht es weiter? Altes Muster, C-Dates und Daten, Daten, Daten. Aber nein, du hattest ja eigentlich eine Sache, war anders. Du hattest nämlich jetzt durch Stammtische und diese Shibari-Treffen und Kurse, hattest du natürlich jetzt auch Zugriff auf eine Community mit Menschen, wo du hingehen kannst. Das ist natürlich ein Vorteil.
Sukie Ja, tatsächlich habe ich dann erst eine Weile meine Wunden geleckt und erst mal gesagt, ihr könnt mich alle mal, ich will überhaupt nie wieder einen Mann haben. Das geht ja wohl gar nicht, mich einfach so abzuservieren für eine Vanilla. Und dann habe ich beschlossen, Na ja, wenn du nur vorm Rechner sitzt, dann passiert mal gleich gar nichts. Du musst rausgehen. Und dann habe ich erst mal Stammtische besucht. Da hab ich mir, das mache ich jetzt ungefähr seit zwei Jahren. Dass ich regelmäßig zu einem Stammtisch gehe, wo ich sofort herzlich aufgenommen wurde und auch da sehr schnell Zugang zu der Community hatte und durch diesen Stammtisch auf Veranstaltungen gegangen bin, Kinky-Veranstaltungen, BDSM-Veranstaltungen und mein Netzwerk baut sich gerade auf. Also ist gerade dabei, größer zu werden. Ich bin ein sehr offener Mensch. Ich gehe sehr offen auf Menschen zu und wenn mich ein Thema interessiert, dann gehe ich da hin und frage denjenigen. Ich habe jemanden getroffen, der Hypnose macht, auch BDSM-Hypnose. Den habe ich angesprochen und habe gesagt, ich finde das Thema total interessant. Mit dem werde ich mich in den nächsten Wochen und Monaten treffen. Ich werde mit dem auch mal nach Mainz fahren auf einen Hypnose-Stammtisch. Ich habe jemanden kennengelernt, der auf den verschiedenen Messen auch Aussteller ist und finde das total interessant und habe da jetzt auch schon manches mal ausgeholfen, zum Beispiel auf der BoFeWo in Hofheim.
Sebastian Waren wir am selben Tag am selben Ort? Und haben uns nicht gesehen
Sukie Ja, waren wir, nein, haben wir nicht, weil ich hab an dem Tag gearbeitet, als du da warst. Ich habe dich nur so zwischendurch mal ab und zu gehört, bin auch mal hingelaufen, habe mal geguckt, aha, so sieht er aus, alles klar,
Sebastian Oh Gott!
Sukie bin wieder zurück gelaufen.
Sebastian Komm, verrat mal, welcher Stand war es?
Sukie Lumia.
Sebastian Oha, den muss ich offenbar übersehen haben. Was machen die?
Sukie Die macht so, wie soll ich das sagen, aus Leder und Metall, deswegen L-U-M-I-A, also kinky Accessoires aus Leder und Metall.
Sebastian Okay, also aus irgendeinem Grunde, ich war der Meinung, ich hätte alle Stände gesehen und auch im Kopf behalten, offenbar nicht. Muss ich wohl nochmal zu einer Messe gehen, offenbar gibt es noch mehr zu sehen. Ja, wobei ich war da auch echt anderthalb Tage in diesem Tunnelblick. Oh Gott, oh Gott, was mache ich hier? Auch ein schönes Gefühl. Jetzt hast du aber dieses Treffen auf Community, da mag ich mal drauf eingehen. Du hast ja in der düsteren Ecke des Internets die Herren gefunden und da ist ja im Prinzip die Interaktion immer du und der Kerl. Und dazu noch die Idee, in die Google ausspuckt, auch okay In dem Moment, wo ich auf den Stammtisch gehe, sehe ich ja auch Menschen, Lebenskonzepte, Dinge, die sie tun, die sie im Alltag tun, wie sie miteinander umgehen. Da sehe ich, wie Menschen miteinander befreundet sind, wie Menschen einfach miteinander random spielen und ich weiß nicht, was alles. Ich finde, da wird nochmal so ein bisschen was durcheinandergewirbelt im Kopf. Weil einfach diese Community, weißt du, so ein Stammtisch ist eigentlich total schräg. Man geht da hin und die Menschen, die sich dort treffen, die würden sich im Alltag oft niemals begegnen. Ihre einzige Gemeinsamkeit ist im Grunde, dass sie irgendwie kinky sind. Aus allen Gesellschaftsschichten und Gruppen, altersmäßig ist es meistens auch relativ, also zumindest weiter gestreut als beim, was weiß ich, beim, was gibt es denn da, den Sparverein. Hier diese Vereine, die dann die gemeinsame Spardose haben. Wie heißt denn das? Sparkästchen. Oh Gott, ob das noch jemand kennt?
Sukie Kenne ich nicht, nein.
Sebastian Wer es nicht kennt, google es bitte. Es ist wirklich genauso schräg, wie es aussieht. Aber man trifft auch Menschen, da ist wirklich nur dieses gemeinsame Interesse. Und dann ist es aber dann doch nur ein Stammtisch. Das ist jetzt nicht irgendwie ein Verein, wo man dann eine Ausfahrt macht oder so. Also, wie soll ich sagen, wenn du im Schwimmverein bist, dann gehst du zusammen schwimmen. Wenn du jetzt BDSM-Stammtisch besuchst, heißt das noch nicht, dass du mit den Leuten BDSM machst. Das ist ja nochmal eine etwas andere Zusammenwürfelung von Menschen. Was hat sich da mit deinem Blick auf das Miteinander auch verändert und wo hast du auch gesehen, ach das kann ja auch ganz anders gehen als in diesem traditionellen Bild. Ganz ehrlich, er Dom, sie Sub Das war ja eigentlich die einzige Realität, die du so kanntest.
Sukie Also ich kannte auch devote Männer natürlich, aber ich habe natürlich auf den Stammtischen und auch auf den Veranstaltungen noch sehr viel mehr devote Männer kennengelernt, weil mir die ständig am Rockzipfel hingen. Das ist mein Los. *Sukie lacht*
Sebastian Und auch andere devote Frauen, da kann man sich ja plötzlich mal vergleichen. Auch spannend.
Sukie Ja, ich hatte vorher schon die Möglichkeit, mich auch mit ein oder zwei devoten Frauen zu vergleichen oder zu unterhalten. Aber da tatsächlich, jetzt muss ich mal frag...lass mich überlegen, wie viele devote Frauen ich kennengelernt habe. Ich glaube, das ist vielleicht eine Handvoll oder so. Also tatsächlich gehe ich auch zu einem Stammtisch, zu einem reinen Frauenstammtisch, der nennt sich Schlampenbrunch. Der ist einmal im Monat in Mannheim und da unterhalten wir uns wirklich, also wir Frauen, Frauen untereinander unterhalten sich ja viel ehrlicher und viel offener über jedes Thema, als das in so einer gemischten Gemeinschaft.
Sebastian Warum macht ihr so was?
Sukie Weil wir es können. Weil wir mehr Wörter haben. *Sukie lacht*
Sebastian Also bei mir darfst du alle Wörter benutzen, die du hast. Ja, aber guck mal, gerade diese Situation, da ist dann der Kerl weg, du bist quasi implizit auf der Suche oder bereit für Neues. Jetzt bist du auf dem Stammtisch, da kommt jemand rein. Und du weißt, der ist ungebunden und jetzt sind da noch andere Mädels. Also da entsteht ja auch so eine Konkurrenzsituation oder so, weiß ich jetzt nicht. Aber weißt du, was ich meine? Da ist so ein, es ist nicht mehr eine Eins-zu-eins-Situation, sondern du musst in einer Gruppe interagieren.
Sukie Ja.
Sebastian Ja. Ist das nicht anstrengend irgendwo?
Sukie Nö, das fällt mir total leicht. Also in der Gruppe, also das Leben im Stammtisch fällt mir total leicht und es gab da auch nie irgendwie eine Konkurrenz. Es gibt einzelne Herren dort, die auch dominant sind, mit denen unterhalte ich mich auch, aber mehr würde daraus nicht werden. Also wir treffen uns auch manchmal auf Veranstaltungen oder Messen unabhängig voneinander und nee, also der Stammtisch ist für mich einfach ne, ne Community von Leuten, die genauso ticken wie ich und wo man sich ganz offen über Themen unterhalten kann. Ich habe manchmal, wenn ich eine Frage hatte, wo ich dachte, oh, da hast du jetzt das und das erlebt, da bist du mal gespannt, das sprichst du mal beim Stammtisch an. Und dann spreche ich das so ganz offen, einfach so die Leute, die gerade gegenüber von mir sitzen, man wechselt ja immer mal den Platz bei so einem Stammtisch. Und dann werfe ich das einfach mal in den Raum und lasse mal die Dynamik einfach wirken, was da dabei rauskommt. So wie du mit deinen Live-Podcasts. Du wirfst ein Thema in den Raum und die Leute machen da was draus. Und das mache ich dann manchmal so beim Stammtisch und spreche ein Thema an und ziehe dann für mich das raus, was mir da in der Situation vielleicht weitergeht.
Sebastian So ein Stammtisch-Vampir, verstehe. Also als ich in die Community rein gewachsen bin, habe ich eine Sache gelernt. Für mich war BDSM immer etwas recht. Das hatte eine gewisse Ernsthaftigkeit und das wurde mir auch auf meinem ersten Stammtisch auch immer so verkauft. Die jungen Leute, die machen ja gar kein ernsthaftes BDSM. Ernsthaft im Sinne von, das hat was mit "fester Bindung" zu tun und sehr "starren Konstrukten" und einem möglichst "strengen Protokoll" und wenn das eingehalten wird, dann ist das auch "besonders lobenswert". Du merkst, das Vokabular ist schon spannend. Und dann traf ich aber auch Menschen, die einfach so, ja mein Gott, da haben wir uns halt irgendwie auf dem Fernsehabend getroffen und dann hat mal der mit dem gespielt und die mit dem und so weiter und so fort. Also wo dann aus diesem ernsthaften BDSM, was eine ganz tiefe Verbundenheit und ich weiß nicht was hat, wo daraus auch so eine Leichtigkeit kam, dieses das macht Spaß, das können wir auch einfach mal miteinander machen. Das war für mich ein kleiner Kulturschock, das erstmal zu sehen und dann auch damit rein zuwachsen zu sagen, ja ist okay, passt, kann man machen. Wie sieht das für dich aus?
Sukie Gerade diese Leichtigkeit, die genieße ich eigentlich. Das hat mir zum Beispiel in der festen Beziehung mit Nummer vier, da war das sehr, sehr starr und auch er war sehr strukturiert und starr. Und meine Schwestern haben immer gesagt, er hat einen Stock im Arsch. Als dann die Beziehung vorbei war, habe ich auf einmal gemerkt, wie meine Leichtigkeit zurückgekommen ist und ich wieder viel offener und viel mehr Spaß an allem hatte und viel offener auf die Leute zugehen konnte, das ist das, was mir gerade auch auf Veranstaltungen dann oft leicht fällt, dass ich dann einfach reinkomme. Du kommst ja normalerweise an, dann ziehst du dich erst mal um. Du hast ja meistens dann irgendwie eine Korsage und einen Rock an oder so was. Dann gehst du dich erst mal umziehen. Dann muss ich ja immer jemanden finden, der mir die Korsage schnürt. Das heißt, schon in der Umkleidekabine habe ich die ersten Kontakte. Wer kann mir die Korsage schnüren? Und dann findet sich immer jemand, der mir dann auch die Stiefel anzieht. Oh, Herrin, darf ich dir die Stiefel zumachen? Lass ich dann natürlich auch mit mir machen. Strecke ich meinen Fuß hin und sage, bitte anziehen. *Sukie lacht* Dann komme ich rein in den Raum und bam, ich bin da. Hallo Leute, schön euch zu sehen.
Sebastian Ja gut, aber, okay, das ist so grundsätzlich interaktiv, aber würdest du einfach Einfach irgendwie sagen, wenn jemand zu dir kommt und sagt, Mensch, wir haben uns ja auf dem Schlammtisch schon ein paar Mal nett unterhalten, du magst ja Seile ganz gern, ich würde gerne mal ein bisschen was probieren. Hast du Zeit, hast du Lust?
Sukie Ja.
Sebastian Also ganz entspannt, ist gar kein Thema.
Sukie Ganz entspannt. Hab ich tatsächlich jemanden
Sebastian Es braucht also gar keinen Beziehungsballast um BDSM zu haben für dich?
Sukie Nein, brauche ich nicht. Was ich brauche, ist einen starken Partner. Also ich kann sehr gut mit einer Freundschaft plus umgehen. Was ich wirklich brauche, ist seine Stärke.
Sebastian Okay, da müssen wir mal ein bisschen auf diesen Dominanzbegriff rumreiten. Weil wenn das alles leicht und locker flockig ist, beißt sich das nicht mit dem Konzept von, du möchtest diese Dominanz spüren? Weil die ist ja tendenziell eher weniger leicht und locker und flockig, sondern die ist ja dann schon eher, das ist dann so der Moment, wo dann doch eine gewisse Ernsthaftigkeit kommt. So, ach, lass uns mal spielen gehen. mhm, Umschwung und jetzt hältst du mal ordentlich still.
Sukie Mhm, kann ich.
Sebastian Das macht auch nichts kaputt oder so.
Sukie Ja, also nein, da möchte ich dir was erzählen. Es war zwei Wochen her oder so was. Ich habe schon länger jemanden kennengelernt und ich bin auf eine Veranstaltung gegangen und dachte, heute Abend gehst du nicht unbespielt nach Hause. Heute Abend brauchst du einfach Hautkontakt. Und ich hatte auch schon vorher locker mit jemandem geschrieben und er hat gesagt, komm, ich freue mich, dich wiederzusehen. Lass uns doch einen Kaffee zusammen trinken. Und gesagt, getan. Wir haben uns auf der Veranstaltung getroffen und haben dann auch gesagt, ja, lass uns mal zusammen ein bisschen was spielen. Ich wusste, dass er Switcher ist und hatte bei ihm nicht das Gefühl, ihm voll vertrauen zu können. Er war selber unsicher, so ein, ja ich nenne sie gerne so Wischiwaschi-Doms. Also er hat
Sebastian Oh nicht nett der Begriff.
Sukie Nein, er hat gestammelt, er wusste gar nicht, was er will. Ich habe dann aber gedacht, na komm, ich brauche es heute, ich lasse ihn trotzdem ran. Und dann hat er so ein bisschen auf mir rum.
Sebastian Ich bin, in meinem Kopf, bildest sich gerade der Begriff, *beide lachen* spielen unter meiner Würde, ja?
Sukie Ja, genau. Das war Spielen unter meiner Würde und das habe ich, als er dann nach einer halben Stunde mit mir fertig war, hat er dann gemeint, du darfst jetzt auf die Knie gehen und mir die Füße küssen. Und dann habe ich ihn angeguckt und habe gesagt, "Nein". Okay, dann darfst du trotzdem auf die Knie gehen und mir einen blasen. Und dann habe ich ihn noch größer angeguckt und habe gesagt, "Nein". Und dann hat er gesagt, okay, du bist eine Frau, die weiß, was sie will. Und ich, "Ja". Und damit war dieser Abend und diese Session für uns beide beendet.
Sebastian Das ist auch eine wichtige Erfahrung. Aber jetzt kommen wir diesem Begriff Submissive Alpha Female langsam mal ein bisschen näher. Aber du hast dich drauf eingelassen, du hast das probiert, festgestellt, passt nicht, ist okay. Ist es schon so weit, dass wir mal überlegen, ja, was und wen und wie suchst du und warum ist das so kompliziert und verdammt nochmal so schwierig? Also was macht dich zu dieser komplizierten Sub, die offenbar zu hohe Ansprüche hat? Ich weiß, *Sukie lacht* es ist provokant, ich gebe es ja zu, Aber woran scheiterts? Jetzt hast du schon unter deiner Würde gespielt. Das Problem ist, würde es so eine Sache, wenn man die hoch einschätzt, dann wird es schwer, darüber zu kommen. Im Prinzip suchst du jemanden, der dich packt. Und der weiß, was er will und der Erfahrung hat, der die richtigen Knöpfe drückt. Da, da, da, da, da. Und auch diese Leichtigkeit. Deine Erfahrung ist da gerade ein Problem, ne?
Sukie Ja, wobei ich immer der Meinung war, ich habe gar nicht so viel Erfahrung, aber ich glaube, die ist doch ziemlich groß, die Erfahrung. Aber ich kann mich auch auf einen Anfänger wieder einlassen. Also es ist wirklich "unter meiner Würde", ich bin nicht kompliziert. Nein, solange du tust, was ich sage, haben wir kein Problem.
Sebastian Vielleicht ist genau das der Haken, ja.
Sukie Nein, nein, nein.
Sebastian Aber wirklich mal zu schauen, das war ja vor zehn Jahren relativ easy. Da hast du ja die Kerle geklickt und dann hast du auch drei parallel. Und ganz ehrlich, man könnte jetzt natürlich sagen, wir schieben es einfach aufs Alter. Das glaube ich bei dir aber mal gar nicht. Ja, also was macht es so schwierig? Lehnst du sie jetzt einfach reihenweise ab oder haben sie Angst vor dir, weil du zum Beispiel, ist ja auch so ein Punkt, wenn man in so einem, in der Community, auf einer Party, auf dem Stammtisch selbstbewusst auftritt, dann entspricht man ja nicht mehr diesem, oh die liebe, brave, kleine Sub, die da in der Ecke sitzt, die packe ich mir. Sondern wenn du da schon ordentlich gesettelt bist und interagierst, dann kann ich mir vorstellen, das wirkt schon mal automatisch abschreckend. Also wie jagst du deinen Jäger? Vielleicht ist das so die Überlegung. Und woran scheitert es im Grunde?
Sukie Also es scheitert wohl, ich kann es mir selber nicht erklären. Also ich treffe natürlich Menschen, die auch an mir interessiert sind. Ich gehe auch mit denen Kaffee trinken. Ich habe nach wie vor sehr viele Dates und manchmal kommt es auch zu einem zweiten Date, manchmal kommt es auch zu nichts mehr. Na ja, manchmal bedanke ich mich für den schönen Tag oder für die Einladung, sage aber mehr als eine Freundschaft kann ich dir nicht anbieten, weil ich es einfach nicht erkenne, weil Männer immer mit ihrer Größe, ihrem Alter und ihrem Gewicht schummeln. Ich weiß, Frauen tun das auch, aber weißt du, du denkst, da kommt jetzt ein Adonis ums Eck und dann kommt ein kleines krummes Männlein an. Also, ähm, ja,
Sebastian Wie oberflächlich.
Sukie Ja, sorry.
Sebastian Nein, du ganz ehrlich, wenn das da an der Stelle schon hapert, bei denen lehnst du dann ab und sagst nee oder sind das die Jungs?
Sukie Sowohl als auch. Also auch ich werde abgelehnt. Ganz oft hält man mich für eine Brat, die ja provozieren möchte. Aber das will ich doch gar nicht. Ich will das gar nicht. Ich will seine Dominanz anerkennen. Und dann möchte ich einfach gehorsam sein. Und das kann ich auch.
Sebastian Ja, wie geht denn das? Also wir nehmen mal an, du triffst jetzt jemanden heute Abend vielleicht noch, gut heute nicht, morgen Abend hast du ein Date, triffst dich mit jemandem, der hat schon gesagt, dass er dominant ist und er hat auch wieder im Alter noch irgendwie mit Figur geschummelt, alles im Prinzip Metadaten sind okay, kinky ist er auch, das ist ja auch irgendwie nicht unwichtig. Und jetzt sitzt man da im Café und jetzt ist schon mal der erste Punkt, wer bestellt was und für wen und so weiter und so fort. Also was müsste man denn tun, um dich zu überzeugen? Ich habe dir einen Tee bestellt. No-Go, oder "oh, der ist aber dominant, der hat für mich bestellt".
Sukie Ja, also ein Tee wäre jetzt nicht die richtige Wahl, aber ja, was müsste es, nein, Dominanz strahlt man aus. Also, die, die...
Sebastian Ist aber nicht messbar.
Sukie Nein, ist nicht messbar. Ich weiß es nicht, woran man das merkt. Also, schaut er dir in die Augen, wenn er mit dir spricht oder stammelt er rum? Wie offen geht er mit dem Thema Kink überhaupt um? Also natürlich spreche ich auch bei so einem ersten Date den Kink an. Ich spreche BDSM an. Ich spreche sehr offen über alles. Ich habe kein Problem, Sachen wie Schwanz oder Ficken in den Mund zu nehmen. Wir sind alle erwachsen, wir können offen über alles sprechen. Ich sage natürlich nicht und das und das und das und das möchte ich gerne haben, sondern ich versuche ihm Raum zu geben, damit er sagen kann, was er möchte.
Sebastian Aber da ist vielleicht genau, oh, das ist aber boshaft. Ich gebe dir jetzt Raum, damit du dich frei entfalten kannst, damit du mich dann kriegst. Bums, die Sache ist doch schon zum Scheitern verurteilt. Also nein, ich mag mich auch gar nicht lustig machen darüber. Das ist sauschwer.
Sukie Du schaffst es gerade.
Sebastian Nein, du hast natürlich, du hast natürlich ein ordentliches Päcken Erfahrung. Das heißt, dich zu beeindrucken, ist natürlich nicht einfach. Weil du kannst das alles in den Mund nehmen. Man kann dich nicht damit beeindrucken, dass man Möse sagt, weil das ist einfach ein entspanntes Thema für dich. Und Dominanz ist von der Definition her wahrscheinlich viel komplizierter, weil das mag sein, dass man das ausstrahlt. Aber eigentlich ist das ja ein, ich bin Herr der Lage. Wenn jemand weniger Erfahrung hat als du oder auch vielleicht einfach aufgeregt ist in der Situation und nicht so entspannt. Ist die Person das ja in dem Moment nicht. Das kann sie aber noch werden. Nee, dir ist das schon wichtig zu sagen, wenn ich jetzt jemand finde, dann soll das aber auch gefälligst passen. Du bist jetzt nicht bereit, ein Jahr lang in eine Person rein zu investieren, damit sie das "Dominantsein" dann irgendwann vielleicht auf wundersame Weise doch lernt.
Sukie Ach, du weißt genau wie ich, dass man "Dominantsein" nicht lernen kann. *Sukie lacht*
Sebastian Würde ich so nicht behaupten.
Sukie Nein, also ja, natürlich ist jeder bei so einem ersten Date aufgeregt, auch ich bin aufgeregt.
Sebastian Vielleicht bist du nicht aufgeregt genug. Liebes Publikum, das ist jetzt so diese Part-Diskussion, weil diese Situation, man lernt sich kennen. Ich versuche natürlich jetzt so ein bisschen exemplarisch daran zu gehen, du bist mir hoffentlich nicht böse. Es ist für beide Seiten, glaube ich, kompliziert.
Sukie Ja, du schaffst es gerade, dass ich mich im Kopf und Kragen rede.
Sebastian Bitte, ich bin mal ganz still, red dich bitte um Kopf und Kragen.
Sukie Genau. Dominanz ist nicht lernbar. Wenn mir jemand gegenüber sitzt und frei mit mir sprechen kann, ohne dass er rumstammelt und äh äh äh sagt oder so was. Er muss nicht für mich bestellen, er muss auch nicht für mich bezahlen. Wenn er das gerne tun möchte, darf er das. Also ich bin jetzt keine Emanze, die sagt, aber ich zahle meine Rechnung selber. Nein, wie erkennt man Dominanz? Ein Macher. Ich habe eine Idee und ich setze sie um. Ich habe einen Job, ich stehe mit beiden Beinen im Leben, ich bin kein, ja, wie soll ich das sagen? Es ist schwer zu definieren, woran erkennt man Dominanz, was ist Dominanz? Sie drückt sich auf vielerlei Weise aus. Sie muss auf mich wirken, der Mensch muss auf mich wirken.
Sebastian Eventuell wird es auch dadurch kompliziert, dass natürlich die ganze Consent-Diskussion ja momentan nochmal ganz besonders groß ist und man kann nicht einfach über jemand bestimmen, auch und schon gar nicht im BDSM-Kontext, da muss erstmal sich auf neutralem Boden kennengelernt werden, es muss Verhandlungen stattfinden. Und ein bisschen Zurückhaltung. Also wenn ich in diesem Podcast den Tipp geben würde, geht auf ein Date und dann lasst mal die Dominanz, betont sie mal ordentlich, Jungs. Dann würde ich wahrscheinlich relativ schnell von Menschen, die das dann auch so probiert haben, die Info bekommen, ich habe eine geklebt bekommen. Ich weiß genau, was du sagen möchtest. Und mir fällt es auch schwer, da die Worte zu finden. Aber ich glaube, es ist momentan so ein ein Ding innerhalb der Community, Dass man sich nicht, ich sag mal, alt, weiß und männlich präsentiert, weil das einfach nicht so angebracht ist. Und eventuell macht es dann ein bisschen schwieriger, dann auch dieses dominante Auftreten zu haben, weil man eben ja, weil es einem vielleicht auch wichtig ist, der Abend, das Date. Also ich mag ein bisschen Verständnis für die Herren der Schöpfung an der Stelle einfach mal, was gesellschaftlich da gerade so alles zu beachten ist. Ja, da mag ich die Lanze einfach mal so ein bisschen brechen.
Sukie Tatsächlich bin ich auch durchaus in der Lage und auch mehr als bereit dafür, über meinen Tellerrand hinaus zu blicken. Jeder Mensch oder jeder Mann, den ich kennenlerne, der hat bei mir alle Chancen. Ich lehne nicht kategorisch ab, ich hasse es, oberflächlich zu sein. Du bist zu klein oder du bist zu dick oder du hast dies oder das.
Sebastian Du bist nicht dominant genug. *Sukie lacht* Entschuldige bitte, es lag mir so auf der Zunge. Also vielleicht gehen wir mal ein ganz Stück zurück. Was suchst du? Was willst du? Willst du eine Partnerschaft, wenn die Menschen zusammenleben, Spielzimmer, Partys, Community und großartige Orgasmen, wilden Sex und viel Leiden?
Sukie Genau das, alles, der Reihe nach.
Sebastian Und das bitte oft und viel. So, und bestenfalls hat er intellektuell auch noch oft genug Recht.
Sukie Ja.
Sebastian Vielleicht bist du zu gut. *Sukie lacht*
Sukie Nein, ich bin ein Mensch, der sich sehr stark und sehr gerne eigentlich auf seinen Partner einrichtet, also Wie soll ich das sagen? Ich gehe auf die Wünsche und Anforderungen des Partners sehr stark ein. Ist er jemand, der jetzt einen Gummifetisch hat oder so was, dann kann ich das mit ihm leben. Es ist nicht unbedingt meins, ich brauche es nicht, aber wenn er es unbedingt braucht, dann kann ich das mit ihm machen.
Sebastian Oder was willst du geben? Vielleicht ist das auch nochmal so ein Punkt. Also was ist so das Ding, was du in die Waagschale werfen willst, wo du sagst, ja davon habe ich genug. Hingabe, kann ich drauf werfen.
Sukie Ja, also Hingabe habe ich eine Menge. Was bringe ich mit? Ich bin eine starke, selbstbewusste Frau, die aber auch jede Menge Hingabe und Macht besitzt, die sie abgeben kann. Also ich kann es nicht erklären.
Sebastian Ich glaube eigentlich ist es total einfach, wenn man davon überzeugt ist, dass du schon tun wirst, was man sagt. Denn dann wird es auch so passieren. Wenn die Person überzeugt davon ist und du dir das auch abnimmst, dann passt das schon.
Sukie Ja, aber jetzt ist es mal genau umgekehrt. Du sagst, ich selektiere, weil ich sage, wenn ich so jemanden treffe, dann muss er seine Dominanz beweisen. So, jetzt war ich aber vor 14 Tagen auf einer Veranstaltung in Mannheim und dann sind wir da in einer Gruppe zusammengestanden und dann ist da ein Paar dazu gekommen und die haben mich neu kennengelernt, die anderen kannten sich schon, sie haben mich neu kennengelernt und dann guckt der Mann mich an und sagt, was bist du eigentlich, Dom oder Sub? Und dann sage ich, hallo, ich trage extra ein Schmuckhalsband, um zu signalisieren, ich bin Sub. Und warum muss er überhaupt noch fragen?
Sebastian Die Frage ist höflich. Also ich frage das auch öfter als ich sollte, weil ich gelernt habe, man irrt sich da auch ganz schnell mal oder eine Person ist auch einfach da sehr flexibel und das ändert sich jeden Tag. Also die Schublade, ich packe jemanden wegen seines Halsschmuckes da in eine Schublade, da würde ich nicht mehr drauf wetten. Also die Frage zu stellen ist ja erstmal höflich.
Sukie Aber das heißt auch im Umkehrschluss, er hat meine Submissivität nicht erkannt.
Sebastian Ja.
Sukie So wie ich vielleicht bei einem ersten Kennenlernen die Dominanz des Mannes nicht erkennen kann, so hat er meine Submissivität nicht erkannt.
Sebastian Es ist auf beiden Seiten genau das gleiche Problem im Grunde, ne?
Sukie Ja.
Sebastian Schwierig. Ich wollte das Thema eigentlich gar nicht so auseinander ziselieren, aber es ist natürlich schon groß und eigene Wünsche, Vorstellungen. Die Magie ist ja gerade, wenn man auf Partnersuche ist, dieses, dann passt, plötzlich passt es einfach. Man kann gar nicht sagen, warum es passt an und der klägliche Versuch, das jetzt hier auf verschiedene Faktoren runter zubrechen, das war mir schon vorher klar, dass das scheitern muss, aber ich glaube, da damit muss man einfach leben. Man trifft Menschen und dann irgendwann passt es halt und wenn man ganz frisch dabei ist im BDSM, dann passt halt, dann ist halt viel mehr, viel beeindruckender. Und das ist vielleicht so eine, kann man sagen, Abstumpfung?
Sukie Nein, meine Erfahrung hat mir sehr deutlich gezeigt, was ich brauche und was ich auf keinen Fall brauche. Und das ist ja keine Abstumpfung, das ist eigentlich eher eine Verfeinerung.
Sebastian Ja, aber du nimmst halt nicht mehr alles. Also vielleicht, von so gesehen, auch der Drang jetzt endlich was zu probieren, der hilft natürlich über die, den Markel an der Person hinweg zu sehen.
Sukie Ja.
Sebastian Und an der Stelle ist es ja auch gut, wenn du da sorgfältig suchst und dir die Menschen anschaust und sie auch dich anschauen. Wenn jemand zu dir Ja sagt, "Oh ja lass uns was machen, das ist alles total toll" äh und die Person fühlt das überhaupt nicht Nicht, dann merkst du selber, das klappt dann ja trotzdem wieder nicht, ne? Auch wenn das im ersten Moment vielleicht schön aussieht, es sieht halt nur schön aus, aber es ist es nicht. Ich würde gern mit dir ein bisschen über die Alternative reden. Du könntest ja auch einfach oben spielen.
Sukie Ja, auch das habe ich versucht. Ähm...
Sebastian Wir machen genau jetzt ne Pause und dann fangen wir damit nochmal an, denn wir haben schon wieder eine Dreiviertelstunde.
Sukie Okay. (Pausenintro)
Sebastian Ja Sukie, wir machen immer diese 3x45 Minuten Aufnahmerunden, das werden wir heute definitiv überziehen, aber ich habe gerade schon in der Pause versprochen, ich werde das jetzt ein bisschen straffen, nicht mehr ganz so sehr bohren.
Sukie Das ist gut so.
Sebastian Aber bei einer Sache muss ich dann doch nochmal bohren, wir haben ja eben schon mal angefangen mit, ja wenn unten nicht geht, dann gibt es ja noch im BDSM die wunderbare Möglichkeit oben oder beides, wie wäre es mit Switcher?
Sukie Also das ist tatsächlich ein Thema, wo ich gerade vor ein paar Wochen das erste Mal drüber gestolpert bin und wo ich mich gerade so ein bisschen verloren habe. Also, ich möchte ein klein bisschen weiter ausholen, ich habe das schon mal vor einem Jahr, habe ich schon mal jemanden gefesselt, gebondagt, einfach nur eine Oberkörperfesselung angelegt, weil er wissen wollte, wie sich das anfühlt. Einen dominanten Mann, wo ich gesagt habe, vertraue mir mal, ich zeige dir mal, wie sich das anfühlt. Und dieser Mann hat mir so viel Vertrauen entgegengebracht, dass mich das echt gekickt hat.
Sebastian Blutgeleckt.
Sukie Ja, wirklich blutgeleckt. Der musste dann gehen. Ich muss heute noch sagen, der Arsch hatte noch einen Anschlusstermin und ist dann weggegangen. *Sebastian lacht* Und ich stand da und war total angefixt und dachte, was mache ich denn jetzt? Also ich war wirklich und hab das dann aber wieder zur Seite gelegt und hab das vor kurzem nochmal aufleben lassen, weil ich mich von jemandem auf einer Veranstaltung hab bondagen lassen und war mit seiner Seilführung nicht einverstanden.
Sebastian So eine bist du ja.
Sukie Nein, nein, nein, nein, nein. Der ist um mich rumgetanzt. Der hat diese Dynamik, die beim Fesseln entsteht, diese Nähe und so, hat er überhaupt nicht wahrgenommen. Und ich habe mich da wie ein Objekt gefühlt, aber nicht wie, ja wie eine Sub, sondern ich habe mich nicht wahrgenommen gefühlt beim Fesseln. Und dann habe ich zu ihm gesagt, du …. Und lass uns das nochmal, ich würde da gerne dir so ein, zwei Sachen zeigen, so zum Bondagen und so und komm doch mal bei mir vorbei auf einen Kaffee, ist eine Kaffee-Lüge und ich zeige dir mal ein bisschen was, ich möchte dir ein bisschen was zur Seilführung erzählen. Und dann fand er das eine ganz tolle Idee und ich wusste auch, dass das Switcher ist und dann habe ich ihn gefesselt und er war so natürlich devot, also dass mich auch das wieder total weggekickt hat. Es war nicht dieser Machtrausch, von dem immer alle reden, weil ich meine Macht irgendwie gar nicht wahrgenommen habe. Ich habe einfach nur diese Fürsorge für ihn wahrgenommen. Also ich bin mal, wir haben zwei, drei Sachen gefesselt und ich bin mal zwischendurch, bin ich mal rausgegangen, bin auf Toilette gegangen, habe mich ein bisschen frisch gemacht, habe mir die Hände gewaschen und wie ich wiederkam, kniete der in Sklavenposition nackt in meinem Wohnzimmer auf dem Teppich. Und dann dachte ich, wow, was mache ich denn jetzt mit dem? Also es war irgendwie, es war, ich habe mich total klasse gefühlt und auch er hat sich sichtlich sehr wohl gefühlt bei mir in seiner Rolle, in seiner devoten Rolle. Ich habe mich dann erstmal vor ihn hingesetzt, habe ihn eine Weile angeguckt und dachte, okay, Mann, was mache ich jetzt mit dir? Ich weiß ja gar nicht, was ich tun soll. Und ich habe ihn dann. Trotzdem gefesselt und habe ihm auch gut getan, habe ihm auch ein bisschen weh getan, habe mal meine Fingernägel und mein Nadelrad und mein Flogger und alles an ihm ausprobiert und er fand es toll. Er ist da dran aufgegangen, aber weiter konnte ich nicht gehen, weil meine Dominanz beschränkt sich ausschließlich auf SM. Aber zu DS, da fehlt mir, da fehlt mir ein Stückchen Dominanz.
Sebastian Ja aber Moment, aber es hat dir Spaß gemacht, mit ihm zu interagieren.
Sukie Es hat mir Spaß gemacht und es ist tatsächlich von meinem Kopf direkt in den Schritt gegangen. Also das hat mich selber ein bisschen erschreckt und ich bin da hinterher tatsächlich fast wie so was in so einen Dom-Drop gefallen, weil ich habe ihn zwar hinterher aufgefangen, habe ihn in die Decke gewickelt, wir sind auf dem Sofa gesessen, er lag auf meinem Schoß, ich habe ihn gestreichelt und habe ihn runterkommen lassen von seinem Flug und aber hinterher habe ich dann gedacht, oh Gott, hast du überhaupt, hast du ihn überhaupt richtig warm gemacht? Hat er dir überhaupt sein Konsens gegeben, ihm weh zu tun? War das überhaupt in Ordnung? Und da sind mir dann auf einmal diese ganzen Konsens-Sachen wieder eingefallen, wo ich dachte, die habe ich mir überhaupt nicht geholt. Aber er hat reagiert. Er hat gut reagiert. Also er wollte das auch. Dann habe ich mir überlegt, er ist Switcher. Wir haben schon mal andersrum gespielt. Er hat seine Bullwhip an mir ausprobiert. Wie kann ich jemals wieder diesem Mann devot gegenüberstehen, wo ich ihn doch eben noch gefesselt an meinen Deckenhaken hängen hatte und ihm den Arsch versohlt habe.
Sebastian Ja und wie geht das?
Sukie Ich weiß es noch nicht. Ich habe ihn gefragt. Er hat gesagt, also hinterher, wir haben gesprochen und dann hat er gesagt, ich dachte, du bist nicht dominant. Und dann sage ich, nein, bin ich auch gar nicht. Ja, aber das, was wir gerade gemacht haben, das war sehr dominant. Dann habe ich gesagt, ich habe einfach nur auf dich reagiert. Ich bin da auch so ein Reaktionsfetischist. Ich habe einfach nur auf das reagiert, was du mir gegeben hast, wie du dich verhalten hast. Und wenn er irgendwas selbst machen wollte, wenn er mir irgendwie helfen wollte, dann habe ich immer nur zu ihm gesagt, *ksks* du machst gar nichts, ich mache alles. Lass mich machen.
Sebastian Ich werfe jetzt mal so den Angelhaken aus. Vielleicht bist du ja gar keine Sub mehr.
Sukie Aber ich möchte doch so gerne Sub sein.
Sebastian Ja und ich möchte gerne Weltklasse-Pianist sein. Oder auch noch besser, ich möchte gerne Bondage-Meister sein.
Sukie Ja.
Sebastian Ich bin ich nicht. Nein, also wir haben, liebes Publikum, nochmal so ein kleiner Einwurf, bevor wir hier angefangen haben aufzunehmen, hast du mir eröffnet, dass so ein bisschen so die Überlegung ist, ja kann ich denn noch Sub sein, wenn ich dann irgendwann auch mal dominant bin? Und ich glaube, mein Bild war gar nicht schlecht. Ich habe den Weltklasse-Koch. Der kocht super. Und nur weil er irgendwann mal einen Teig zusammenrührt und einen Kuchen backt, ist er dadurch nicht weniger Koch. Er hat dann halt mal gebacken, aber er ist trotzdem immer noch der Koch. Doch, also ich glaube, dass man als Sub auch mal dominant sein kann, ohne dadurch weniger Sub zu sein und als Top genauso kann man auch mal unten spielen, ohne dass man dadurch weniger dominant oder Top ist. Ich glaube nicht, dass das eine vom anderen was wegnimmt, sondern nur eine Erweiterung ist. Das Einzige, was das wegnimmt, ist, wenn man die Zeit aufteilt, wenn man sagt, okay, ich mache jetzt 50-50, dann müssen die 50 Prozent irgendwo herkommen. So, das ist jetzt meine persönliche Meinung. Sukie, ich bin gespannt, ob du dem folgen kannst und magst oder ob du der Sache aus Prinzip nicht folgen willst.
Sukie Das weiß ich tatsächlich noch nicht, ob ich dem folgen kann, ob ich jemals nochmal dominant sein kann. Ich meine, dazu gehört ja eben auch die Bereitschaft des Gegenübers, unten zu spielen.
Sebastian Scheitert es da an Menschen?
Sukie Nö, Nö, Gelegenheiten hätte ich genug.
Sebastian Siehst du genau, wunderbar.
Sukie Devote Männer habe ich immer irgendwie im Schlepptau, die ziehe ich ja magisch an. Eigentlich machen mich devote Männer nicht wirklich an. Also mein BDSM ist sexuell geprägt und das ist genau das, was ich eben schon sagte. SM kann ich, aber DS kann ich nicht. Also ich kann sie fesseln und kann ihnen den Arsch verhauen, aber dann weiß ich nicht mehr weiter.
Sebastian Dann könntest du ihm ja sagen und jetzt übernimmst du jetzt deine Aufgabe als Sub ist, dass du jetzt oben bist und mich durchvögelst, bis ich nicht mehr will. So, zack. Da kann er nicht gegen verstoßen, er muss durchziehen und tada, da hast du deine Session, bei der wahrscheinlich eine Nummer, aus der du nicht rauskommst.
Sukie Der würde mich dann vögeln und sagen, ist das so recht, Herrin? Ist das so, wie du das willst? Nein, um Gottes Willen.
Sebastian Du sagst ihm, dass er das nicht sagen darf. Oh Gott. Ja, nein, wie gesagt, man findet immer eine logische Lösung für alles, das heißt nicht, dass das gefühlsmäßig funktioniert. Hättest du Angst vor dem Schritt zu sagen, komm, dann switche ich halt auch mal ein bisschen?
Sukie Weiß es noch nicht. Also im ersten Moment hat es mir ein bisschen Angst gemacht. Ich kaue da jetzt schon zwei, drei Wochen drauf rum und weiß noch nicht, wo es mich hinführt. Ja, Angst nicht, Respekt davor, weil es natürlich nochmal ein größerer Schritt ist, weil ich ja zehn Jahre lang mich darauf hingearbeitet habe, eine gute Sub zu werden. Und jetzt auf einmal soll ich eine gute Dom sein, das weiß ich noch nicht, wie ich das, und ich will.
Sebastian Vielleicht erstmal Switch.
Sukie Ja, aber oben spielen bedeutet sehr viel, ja, Verantwortung auch und viel Arbeit. Also man muss sich ja wenigstens so ein klein bisschen ein Konzept überlegen, was will ich denn heute machen.
Sebastian Nö.
Sukie Nein?
Sebastian Also scheiße sein geht eigentlich auch ohne Vorbereitung. Also *beide lachen*
Sukie Ja, aber das will ich ja gar nicht. Genau, das ist der Aspekt, da sehe ich mich ja auch, selbst wenn ich dominant bin und oben spiele, ist es ja mein Bestreben, dem Sub das zu geben, was er braucht. Also da bin ich ja dann doch wieder die Dienerin, die Dienstleisterin des Gegenparts.
Sebastian Wir kommen in der Welt aller dominanten Menschen. Wir wollen unserem Gegenüber was Gutes tun.
Sukie Nö. Nicht alle.
Sebastian Also der Punkt ist der zeitliche Horizont. Langfristig gesehen schon, denn wir wollen mit der Person ja auch wieder spielen. Das heißt, die muss das irgendwie früher oder später mal gut gefunden haben. Also soll sie zumindest, damit man das wiederholen kann. Also ich glaube, das heißt ja immer so geben und nehmen. Ich glaube nicht, dass es nötig ist, dass eine Person gibt und die andere nimmt. Also das gibt es natürlich, aber mittels oder langfristig ist es ja so, dass es durchaus im BDSM möglich ist, dass beide nehmen. Also der Benefiz kommt ja bei beiden an, sonst würde man das ja nicht machen. Ja, so und das kann zwar in der konkreten Situation mal ein deutliches Ungleichgewicht sein, aber so im Nachhinein sollte es eigentlich für beide hinterher ein schönes Erlebnis gewesen sein. Der Grund ist erstmal egal. Das ist so meine Idee. Also man muss nicht das eine gegen das andere eintauschen. Man kann halt mehr haben. Also es gibt ja auch durchaus Personen, die sagen, ja, ich bin Switch, ich habe einen Top, dem diene ich bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter und ich habe noch einen Sub und das ist überhaupt kein Problem, wenn man zu dritt unterwegs ist, dann kann der Sub irgendwie gequält werden bis zum Gehtnichtmehr und ihr Top steht daneben und sagt, mach nochmal mehr, das sieht gut aus, gefällt mir. Da sind alle Aspekte drin. Ein unglaubliches Kuddelmuddel an Gefühlen und Emotionen, weil man in dem Moment zwei Rollen gleichzeitig einnimmt. Aber wenn es den Leuten Spaß macht, warum denn nicht? Und da wird ja nichts weggenommen. Dadurch ist man ja nicht weniger Sub.
Sukie Ja, also ich habe ja auch schon mal mit zwei Tops gespielt und ich habe auch immer wieder Anfragen von Paaren, als zweite Sub irgendwo dazu zu kommen, die ich eigentlich immer kategorisch abgelehnt habe, weil ich ja eigentlich nicht teilen will.
Sebastian Okay, das ist ein Aspekt, der völlig valide. Also ich will dir das ja auch gar nicht einreden, aber dieses Entscheiden, welchen Weg gehe ich? Ich glaube, du kannst jeden Tag, jeden Morgen entscheiden, welchen Weg du gehst.
Sukie Ich lasse mich einfach treiben.
Sebastian Und machst doch, was du willst, ne.
Sukie Ja, mache ich eh.
Sebastian Jetzt habe ich aber versprochen, dass wir es ein bisschen kürzer fassen. Also hast du vielleicht so die Abschlussfrage, also durchaus oben spielen, du scheinst dazu fähig zu sein.
Sukie Bis zu einem gewissen Grad, ja.
Sebastian Gut, das ist ja Übungssache. Und das macht auch durchaus Spaß. Es ist also eine Option.
Sukie Ja.
Sebastian Das heißt, du hast doch nur gewonnen. Hast du jetzt nichts verloren dadurch?
Sukie Nein, nein, nein, verloren habe ich nichts. Also, ja. Verloren hab ich meine Sicherheit habe ich verloren. Meine Sicherheit immer zu sagen, ich bin eine Sub und geht weg, ihr devoten Männer, ihr könnt mir nichts, ihr bringt mir nichts.
Sebastian Ja, das ist natürlich auch dieses, wie möchte ich mich im Spiegel sehen. Und das ist natürlich nochmal eine ganz eigene Geschichte, dieses Selbst-Ich. Ja, das kann ich total nachvollziehen, dass das natürlich dann doch erschüttert wird.
Sukie Ja.
Sebastian Auf der anderen Seite, das, was man im Spiegel sieht, das lässt sich mit ein bisschen Make-up und einem anderen Outfit halt relativ schnell ändern. So ein Erlebnis, das bleibt ein bisschen länger im Kopf.
Sukie Ja, ja und auch meine Outfits für Events und Partys richten sich sehr stark nach meinem Gefühl. Also wie fühle ich mich an dem Tag, wie möchte ich auftreten? Und die waren wohl in letzter Zeit eher etwas dominant.
Sebastian Okay. Wir wollen es nicht vergessen, das Ding der Woche. Es gibt so was. Ich bin sehr gespannt. Inzwischen ist es schon, wird es dunkel draußen. Das heißt, ich mache jetzt dann doch dieses unfassbar hässliche Flutlicht hier drin an, damit ich auch genau sehe und fotografieren kann, was du hier anschleppst. Ich gucke noch nicht, ich gucke noch nicht. Und jetzt haben wir hier Licht. Kaltweiße Leuchten. Und ich sehe ein Halsband und ich höre ein Halsband.
Sukie Du hörst ein Halsband, das war
Sebastian Und was für ein Halsband!
Sukie Das erste und einzige, was ich jemals
Sebastian Darf ichs nehmen?
Sukie natürlich, ähm, was ich jemals bekommen habe von einem Tüftler, der ganz viel mit diesen Bändern gemacht hat. Der
Sebastian Das sieht so ein bisschen aus wie diese Schwerlastgurtspanner.
Sukie Genau ja, das waren alles so Schwerlastgurte, mit denen hat er praktisch seinen SM gelebt, nicht mit Seilen oder Ketten oder so was, sondern der hat alles mit Schwerlastgurten gemacht und hat die vernäht und in alle möglichen Formen gebracht.
Sebastian Also Farbe so leicht fliederviolett. Es hat einen großen Klettverschluss. Ich mache nochmal dieses schöne Geräusch. Achtung mal. Ratsch. Also allein dieses Geräusch schon. Also wenn man das Halsband abnimmt und die Session ist vorbei, dann ist das ist wirklich genau das Signal. So jetzt ist es rum. Das bringt dich raus. Und das hat zwei Ringe drin und vorne eine Plakette und die ist auch leicht abgerundet. Also da steht Sukie und man sieht auch, dass die Buchstaben hier einzeln von Hand rein gestanzt wurden. Die sind nicht ganz 100% gerade, sondern das ist wirklich selbst gemacht und sehr, sehr schön und sehr stabil und so einen Klettverschluss, den sollte man nicht unterschätzen. Ich mach's nochmal, weil es so schön ist. *Ratscht* Ah, das ist mal ein Halsband und das ist auch relativ dick und voluminös.
Sukie Das hält was aus.
Sebastian Wie ist es dazu gekommen?
Sukie Ja, tatsächlich hatte ich eine Zeit lang eben diesen Tüftler und Bastler, der alles aus diesen Gurten gemacht hat und dieses Halsband hatte nicht so sehr den symbolischen Wert, wie mehr den praktischen Wert, weil eben an diesen Ringen rechts und links da super Seile festgemacht werden konnten.
Sebastian Ah, ja natürlich.
Sukie Da konntest du die Handschellen oben reinklicken, ähm, oder eben Seile dran festmachen, das ist nicht so sehr, das Halsband an sich, sondern als Symbol, sondern eben als Accessoire um was dran zu befestigen *Ratsch, Sebastian spielt im Hintergrund an dem Klettverschluss rum*
Sebastian Ich mach gerade mal ein paar Bilder für die Shownotes, auch natürlich vom Klettverschluss Okay, also es hat einen praktischen Aspekt es ist quasi ein Anker
Sukie Ja.
Sebastian Und es hält auch aber trotzdem wurde dir irgendwann mal dieses Halsband umgelegt mit hier, das hat jetzt einen Sinn und da ist auch dein Name vorne drauf. Also es ist doch ein persönliches Ding und du hast es heute mitgebracht. Also welchen emotionalen Wert hat es?
Sukie Es hat in dem Sinne den Wert, dass es das einzige Halsband ist, was mir je von einem Dom verliehen wurde. Also ich hatte nie wieder jemanden, der mir ein Halsband geschenkt hat oder was in der Richtung, was unsere Zugehörigkeit zu BDSM oder überhaupt symbolisiert hat. Und dann dachte ich mir, ja das ist eigentlich das einzige Ding der Woche, was ich überhaupt mitbringen könnte, weil es eben einzigartig ist und weil mein Name drauf steht.
Sebastian Hättest du gerne ein Halsband verliehen bekommen? Oder ein Halsreif oder generell so ein Symbol deiner Unterwerfung.
Sukie Ja, hätte ich, ja.
Sebastian Auch für den Alltag?
Sukie Ja, hätte ich auch kein Problem. Also ich trage das ganze Jahr über eine Triskele.
Sebastian Ja, ich starre da schon stundenlang drauf, die goldene Triskele um den Hals.
Sukie Ja, es hat mich tatsächlich auch noch nie jemand darauf angesprochen. Also ich trage die das ganze Jahr offen auch bei der Arbeit immer diese Triskele. Irgendwer kam mal und hatte gemeint, ah du trägst keltisches Kulturgut mit dir rum und das symbolisiert die Erde. Und ich, ja, ja, alles klar. Aber es hat noch nie jemand den Bezug zu BDSM oder zu Bondage dadurch hergestellt irgendwie.
Sebastian Die Triskele kannst du abnehmen. Wenn ich dürfte, hätte ich gerne ein Foto davon. Dann würde ich das dem Publikum auch zeigen, weil so was sieht man auch selten. Also ich würde sehr deutlich drauf kommen, dass das was mit BDSM zu tun hat. Aber das bin halt auch ich. Die Frage ist ja auch, wer quatscht schon mal jemanden dazu an. So, ich werde die jetzt vorsichtig mal nehmen. Die ist also wirklich auch aus Metall.
Sukie Jetzt ist sie natürlich nicht poliert.
Sebastian Das ist ja eine alte Tradition, dass diese Bilder in den Shownotes eben genau das sind. Bilder in Shownotes, also Schnappschüsse. Aber ich glaube, das sieht gar nicht schlecht. Ich dachte, ja, der Abstand passt ganz gut. So, schau mal. Ich zeige dir mal das Bild. Darf ich das so verwenden? Das sieht doch ganz schick aus.
Sukie Ja, das sieht gut aus.
Sebastian Sehr schön, wunderbar. Und die trägst du immer und keiner quatscht dich drauf. Da muss man mehr auffahren. Da braucht man wahrscheinlich T-Shirts, auf denen drauf steht Sub oder vielleicht doch den Standard Edelstahl Halsreif. Wie wäre es denn mit dem?
Sukie Wäre auch in Ordnung. Aber ja, dazu gehört natürlich eine gewisse Bindung. Also du wirst ja jetzt nicht auf die Idee gekommen, mir einen Halsreif zu schenken. Also da gehört ja eine Verbindung, eine Bindung dazu und die hatte ich so in der Vergangenheit nicht.
Sebastian Eine schöne Idee, ich gucke mal, ob ich irgendwo günstig irgendwelche Kordelhalsreife herkriege, die kann ich dann allen Gästen schenken. Sagen so, bis jetzt "Sub Der Unvernunft" oder so, mal sehen, wie lange es dauert, bis ich einen auf die Nase kriege dafür. Spätestens vom Podcastsubbie. Ja, natürlich, also ich will das gar nicht veralbern, aber also diese Symbolik, das ist ja dann doch wirklich ganz tiefes DS-Gefüge wieder, wo es dich dann hinzieht.
Sukie Ja.
Sebastian Dauerhaft zu zeigen, ich gehöre dazu jemandem - immer.
Sukie Ja, würde ich machen, würde mir gefallen.
Sebastian Mhm. Sehr ärgerlich, dass es keiner gemacht hat bisher. Wussten die das einfach nicht oder hatten die keinen Bock drauf?
Sukie Ich glaube, das war denen einfach nicht wichtig.
Sebastian Okay.
Sukie Oder zu manchen war vielleicht auch die Verbindung nicht lang genug, nicht tief genug. Oft haben mich diese Männer einfach nur ein paar Wochen begleitet. Ja, es war einfach nicht wichtig genug. Dieses DS-Gefüge war nicht, ist nicht tief genug gegangen.
Sebastian Also in die Richtung sollte es dann schon gehen. Also wirklich auch dieses Besitz anzeigen, Zugehörigkeit anzeigen. Ja, ich kann mir vorstellen, das ist wieder das Bild im Spiegel. Man schaut rein und sieht das und ach, guck an, ich gehöre da zu ihm. Dass das ist durchaus ich sehe es dir auch an das fehlt dir tatsächlich aber eigentlich das ist ja eigentlich nur eine Zeitfrage, und so einen Wunsch kann man ja auch kaum abschlagen finde ich also wenn jemand, wenn das Podcastsubbie zu mir sagt, ich möchte gerne ein Halsreif für dich tragen dann sage ich selbstverständlich das ist jetzt nicht das Problem, Da bin ich dann schnell dabei.
Sukie Okay.
Sebastian Was geht damit einher? Welche Verantwortung?
Sukie Für mich ne Verantwortung?
Sebastian Nein, nein, für dein Gegenüber. Also was bindet er sich ans Bein, wenn er dir einen Halsreif umlegt und sagt, so, den Schlüssel behalte ich.
Sukie Oh, das ist jetzt eine schwierige Frage. Eigentlich bindet er sich nichts ans Bein. Er kann nur gewinnen dadurch.
Sebastian Das Schöne ist ja, da wärst du nicht die Erste, die das macht. Wenn du jemanden kennenlernst, Dann kannst du dem natürlich den Link zur Folge geben und sagen, hör dir den Schmunzes an. Allein, wenn der hinterher sagt, ich hab die ganze Folge gehört, dann weißt du schon mal, okay, der ist dir verfallen, weil diese Folgen sind lang und wer bereitet sich schon so lange auf ein Date vor? Und dann sind diese ganzen Informationen gestreut. Also du kannst jetzt quasi durch die Hintertür Menschen, die dich kennenlernen, Tipps geben und da die Folge gar nicht mehr so lange geht, müssen sie auch viel gehört haben, um jetzt quasi die Geheimtipps von dir zu bekommen. Gibt es da was, wo du sagst, damit kriegt man dich immer?
Sukie Wow. Nee. Also, womit kriegt man mich immer? Nee, da könnte ich jetzt gar nichts zu sagen. Also jetzt mal von BDSM-Praktiken abgesehen, wo man mich immer mitkriegen kann, ist selbstsicheres Auftreten eigentlich. Also nee, kann ich nichts zu sagen.
Sebastian Gut, das heißt, mit deinem Einverständnis werde ich in die Einleitung zur Folge rein sprechen und womit man Sukie immer kriegt, erfahrt ihr so etwa im dritten Drittel der Folge. Und jetzt ist hier der Moment der Enttäuschung. Nein, kriegt man nicht. Klar, es ist natürlich eine zwischenmenschliche Sache und darauf kommt es ja immer an und da kann man auch nicht sagen, das klappt immer. Wäre spannend gewesen, wenn das bei dir so wäre. Es ist kompliziert, würde ich mal zusammenfassen.
Sukie Ja, das ist es durchaus. Ich meine, wenn es einfach wäre, also einfach kann jeder, aber wenn es einfach wäre, dann wäre ich nicht jetzt schon so lange auf der Suche nach einem passenden Partner für mich. Ich werde ja auch nicht jünger, ich bin keine 25 mehr, ich habe gewisse Ansprüche an einen Partner und ja, es ist wirklich sehr kompliziert und auch das, wie du vorhin so schön sagtest, das Spielen unter meinem Niveau, Also auch das gehört dazu eigentlich zu meinem Konzept, weil ich habe ja immer mal wieder auch auf der Partnersuche die Strategie geändert. Sex beim ersten Date ja, Sex beim ersten Date auf keinen Fall, seinen Kleidungswünschen entsprechen ja, seinen Kleidungswünschen entsprechen auf keinen Fall. Ich ziehe das an, wozu ich Lust habe und nicht, was er mir vorschreibt. Ja, aber auch immer mal wieder habe ich die Strategie geändert, um zu zeigen, auch das bin ich, das kann ich, das will ich. Aber funktioniert hat es nicht.
Sebastian Ist da inzwischen ein gewisser Druck hinter, ich muss jetzt langsam mal jemand finden, weil ich spreche es jetzt auch nochmal an, jünger wirst du nicht.
Sukie Ich bin da tatsächlich zwiegespalten. Also ich würde gerne jemanden finden, Mit dem ich die nächsten Jahre verbringen kann. Ich würde ungern die Freiheiten, die ich jetzt habe, mal hier, mal da, mal dort und das Netzwerk, was ich mir aufgebaut habe, das würde ich tatsächlich ungern dafür aufgeben müssen. Aber ja, da bin ich ein bisschen zwiegespalten. Also ich habe im Moment sehr viel Spaß, weil ich irgendwann beschlossen habe, ich warte auf niemanden mehr, ich ziehe jetzt mein Ding durch und wer Schritt halten kann, der ist gerne eingeladen, wer nicht, bleibt auf der Strecke. Und da sind ein paar hinten runtergefallen, die nicht mit Schritt halten konnten und dieses, ja, ich ziehe jetzt mein Ding durch, das macht mir Spaß, da habe ich richtig Spaß und baue mir dieses Netzwerk auf, aber ja, eine feste Partnerschaft würde das vielleicht etwas ausbremsen. Also ich bin da zwiegespalten.
Sebastian Ich finde das ja toll zu sagen, ich mache da jetzt mein Ding, ich meine, dass da jemand mitgeht, Das muss ja nicht das klassische Konzept sein, verliebt, verlobt, verheiratet und dann irgendwann Sargdeckel drauf und unter die Erde. Irgendwie so, ja. Ja, so, dieses Konzept, das ist gut, dass du nicht mehr sagst, ich bin jetzt bereit, alles aufzugeben, damit ich genau das habe, sondern der Anspruch lautet, ich habe ein Leben, ich habe einen Wert, ich habe was zu geben und ich möchte das nicht allein, ich möchte mit jemandem Zusammenspaß haben. Vielleicht ist das eine Formulierung, die passt?
Sukie Ja, genau, jetzt hast du es schön zusammengefasst.
Sebastian Na endlich. Also das ist eigentlich doch der natürlichste Wunsch der Welt. Ich glaube, das macht dich auch wählerischer und schwieriger, weil du durchaus auch auf dich den Blick hast. Was aber dann ja eigentlich andersrum bedeuten muss, dass du als Sub, wenn du glücklich bist, dann bist du wirklich glücklich. Und das ist, glaube ich, das Maximale, was man sich wünschen kann, wenn man eine Sub hat, dass die dann auch in sich ruhend glücklich happy ist.
Sukie In ihrer Rolle aufgeht.
Sebastian Ja. Ja. Fürchte, das wird einfach so lange dauern, wie es dauert und dann ist es plötzlich da. Und du wirst natürlich ganz ähm, ich such den Begriff, da oben war der Begriff, wo war er noch gleich, gehorsamst, das Blog zu dieser Folge befüllen mit Updates.
Sukie Tatsächlich sag ich immer, ich muss noch eine Menge Frösche küssen, bis ich meinen Prinzen bekomme.
Sebastian Aber Aber irgendwann wird der Tag kommen, da hast du dann plötzlich zwei Prinzen, da hast du wieder andere Probleme. Also es ist ja immer, irgendwas ist ja immer. Ich glaube, diese Folge ist auch mal ganz schön, weil es geht nicht immer nur den Jungs so, man findet ja niemanden zum Spielen, keine Sub und so weiter. Ich glaube, das ist wirklich einfach ne Sache... Das kommt dann halt, wenn es soweit ist und leider kann man das nicht erzwingen und das ist vom Geschlecht, Alter und Ausrichtung, Neigung etc. Ich glaube, dass es davon unabhängig ist, mal schnell jemanden zum Spielen zu finden. Die Erfahrung hast du gemacht, das geht fix. Und jetzt guckst du halt, dass du nochmal einen Volltreffer landest und da spricht ja nichts dagegen.
Sukie Jemand, der mehr als zwei, drei, fünf Mal mit mir spielen will, der auch bereit ist, ja eine Bindung einzugehen.
Sebastian Kann natürlich jetzt sein, dass du mir nicht verraten hast, dass du irgendwie total den krassen Fetisch hast, wo dann jeder abgesprungen ist. Das weiß ich, dass du irgendwie gern möchtest, dass dein Top irgendwie von dir Kaffee gemacht kriegst oder packst du irgendwelchen Unkrautvernichter rein oder so was. Keine Ahnung.
Sukie Nein, nein, nein.
Sebastian Keine düsteren Geheimnisse?
Sukie Nein, keine düsteren Geheimnisse.
Sebastian Ach, schade. Das fände ich ja auch mal spannend. Na gut. Wir kommen jetzt so langsam Richtung Ende. Ich frage natürlich immer, Gibt es noch Dinge, wo du sagst, das muss ich unbedingt noch erzählen, das muss in diese Folge rein. Gibt es noch ein Erlebnis oder irgendeine Begebenheit oder ein Aha-Erlebnis in deiner BDSM-Karriere, wo du sagst, ja, das würde einfach fehlen, wenn es fehlt.
Sukie Ich weiß nicht, ob du das jetzt nachher raus schneidest. Es gibt tatsächlich was, worüber ich gerne sprechen würde und zwar sind das Strafen.
Sebastian Strafen, Grüße an Talazard, ich habe lange nicht mehr darüber gesprochen, lass uns gerne über Strafen reden.
Sukie Ich finde Strafen fürchterlich. Ich brauche keine Strafen. Also wenn mich jemand bestrafen möchte, dann muss er ja vorher eine Regel aufstellen. Wenn du das tust, dann bekommst du die und die Strafe. Und dann muss ich gegen diese Regel verstoßen und dann muss er auch die Konsequenz besitzen, das durchzuziehen. Und das finde ich alles so. Dappisch, kindlich, also kindisch. Ich bin keine Brat. Wenn mir jemand eine Regel aufstellt, dann halte ich mich dran. Und wenn ich das nicht kann, dann habe ich einen Grund dafür und dann will ich nicht dafür bestraft werden. Also ich finde, Strafen sind was ganz fürchterliches. Genauso wie Erziehung. Also da hat meine Mutter schon ihren Teil dazu beigetragen, da brauche ich nicht auch noch einen Mann dazu.
Also hast du Erfahrung gemacht mit Strafe? Im BDSM Kontext?einmal.
Sukie Also ich habe tatsächlich einmal, da bin ich zu spät gekommen und dann kam ich rein, er hat mich sofort gepackt, übers Knie gelegt und mir den Arsch versohlt. Und das hat mich einfach nur wütend gemacht. Ich habe geschrien und gestrampelt, weil er vorher nicht angedeutet hat, wenn du zu spät kommst, bekommst du den Arsch fast voll. Und das hat mich, wo ich dann dachte, das kann jetzt nicht sein. Also ja, ich bin eigentlich fast überpünktlich.
Sebastian Willkür ist doch spannend.
Sukie Nein, Willkür ist nicht spannend.
Sebastian Du willst, dass, Moment, willst du einen planbaren Dom? *Sukie lacht* Also ich nehme mal den Argumentationsfaden auf. Also wir haben ja Strafen, Regeln, Konsequenzen. Erstmal ist ja Strafe der Vorteil, dass viel Fehlverhalten damit geahndet wird und damit ist die Sache, ich sag mal bereinigt. da mal dieser schöne Begriff oder die Floskel vergeben und vergessen.
Sukie Ja.
Sebastian Was ja an sich gut ist, weil damit kann man mit einer Sache erstmal abschließen. Das spricht ja dafür, dass man also quasi nicht dieses ja und damals hast du das und das, sondern Konsequenz, Sache erledigt, vergeben. Finde ich, also ich ist jetzt pro Strafe. So, nächster Punkt, was spricht noch dafür? Ich mag diesen Satz so gerne, Ich brauche keine Gründe, aber wenn ich sie habe, macht es noch ein bisschen mehr Spaß. Was spricht denn dagegen, Top, einen Grund zu geben, noch ein bisschen boshafter zu sein?
Sukie Im Grunde nichts, aber, aber, da brauch ich, das kann er auch so. Also da muss ich nicht vorher gegen eine Regel verstoßen. Die Freiheit hat er.
Sebastian Ja, aber für ihn mental. Überleg mal. Dann kann er reagieren.
Sukie Aber ich möchte ihm doch keinen Grund geben, mich zu bestrafen.
Sebastian Ja aber es wäre ja ein Dienst an ihm, dass er sich leichter mental austoben kann.
Sukie