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Sebastian
Hallo und guten Abend zur Unvernunft Live Nummer 33. Siehe da, ich habe
schon mal einen gerade ins Leere rein moderiert, hat wunderbar gar nicht
geklappt. Ach, hier ist so viel Leben, das könnt ihr euch nicht vorstellen.
Uff, ich habe auch überlegt, ob ich diese Sendung möglicherweise heute mal
absage, weil es ist wirklich so viel los. Dann habe ich mich aber an meinen Gast
erinnert, der heute Abend mit dabei ist, der Daniel. Und da habe ich gedacht,
ach komm, das machen wir und das klappt schon irgendwie. Also wenn ich heute ein
bisschen verplant bin, ist halt viel los.
Ich erkläre erstmal kurz, wie das funktioniert, worum es hier geht. Das dauert
so zwei, drei Minuten und dann hole ich meinen Gast dazu. Und wenn der Chat, den
ich jetzt hiermit herzlich begrüße, mir jetzt noch mitteilt, dass etwas zu hören
ist, dann bin ich glücklich. Schreibt mal was.
Okay,
der Modus ist eigentlich ganz einfach. Ich telefoniere gleich mit einem Gast.
Dazu kann der Chat Fragen stellen. Da geht es um die vorletzte Folge über
das Thema Religion, Glaube und Kirche. Und ja, dann besprechen wir das noch ein
bisschen, ein paar Ergänzungen zur Folge, was da so reingehört. Und danach mache
ich das Telefon an und dann könnt ihr hier anrufen. Die Nummer sage ich dann.
Und klar, unser Metathema ist eh immer BDSM und wie Menschen das so ausleben,
egal wie das eben aussieht. Okay, so, noch zwei, drei kleine
organisatorische Sachen. Das Erste, das muss ich mal am Anfang sagen, damit das
auch wirklich jeder mitkriegt,
Prozesskostenhilfe, es genügt. Also das Podcast-Kriegsgerichtsanwaltskassenkonto
ist jetzt prall gefüllt. Vielen, vielen, vielen Dank. Jetzt genügt das erst mal
und den Rest schieße ich dann im Zweifel noch selber dazu, wenn da was sein
sollte noch. Aber danke, danke, danke, das habt ihr toll gemacht.
Genügt, wirklich. Also alles was jetzt ist, das müsste ich euch zurückschicken
und das ist ja irgendwie auch noch Quatsch. Okay, dann gibt es ein paar Hörer,
die würden heute am liebsten schon über die Folge mit Thomas sprechen und die
ist ja jetzt erst vor vier Tagen erschienen, die haben noch gar nicht so viele
Menschen gehört, da habe ich ganz viel Feedback schon bekommen, polarisiert so
ein kleines bisschen, manchmal auch ein kleines bisschen mehr für den einen oder
anderen. Dann, das möchte ich heute nicht zum Thema machen, denn wir haben heute
einfach ein anderes Thema und wir nehmen uns dann aber die entsprechende Zeit
und werden das nochmal richtig aufarbeiten. Da habt noch ein bisschen Geduld,
dass das auch passt und dass ich mich da auch ein bisschen drauf vorbereiten
kann, denn ich mag bei der einen oder anderen Kritik auch nochmal hören, was
genau das Problem ist.
So, siehe da, die Technik funktioniert manchmal auch einfach so. Ich begrüße
Daniel, hi! Hi.
Daniel
Schönen Abend.
Sebastian
So. Oh, du klingst aber gelöst heute. Oh,
Daniel
Ja, bestimmt. Ja, ich trinke gerade Johannisbeer-Schorle. Das hilft.
Sebastian
siehst du, da hast du mir was voraus. Ich habe heute hier nur ein stilles Glas
Leitungswasser im Moment, aber ich kann natürlich was bestellen, wenn mir nach
was anderem ist. Im Moment genügt das aber.
Okay, die Schorle zur Feier des Abends. Sehr gut. Gut.
Wollen wir kurz erklären für die Menschen, die soll es ja geben, die die Folge
mit uns beiden nicht gehört haben, worüber wir gesprochen haben.
Daniel
Wenn du denkst, dass es gut ist, klar.
Sebastian
Ich denke, egal was du sagst, es wird schon gut sein.
Also pass auf, ich kann immer nur mit Schlagworten dienen. Ich kann immer sagen,
Glaube, Kirche, Religion, bam, fertig. Dann wird das alles gesagt, Sendung zu
Ende. Ende.
Daniel
Perfekt, super.
Sebastian
Okay, dann bedanke ich mich bei dir. Schönen Restabend noch.
Daniel
Ja, schönen Abend noch.
Sebastian
Nein.
Daniel
Das Problem ist, ich habe die Folge nur nicht gehört.
Jedenfalls nur ganz kleine Teile und ich kann mich nicht mehr an alles erinnern.
Sebastian
Oha. Das ist aber gar nicht schlimm, glaube ich.
Du warst ja zum Glück bei der Aufnahme dabei.
Hoffe ich.
Daniel
Ja, genau.
Sebastian
Okay, wir sind beide ein bisschen lustig heute. Das ist in Ordnung.
Okay, also ich fasse es mal ganz grob zusammen und ich kriege auch gerade die
Info, du warst sehr leise. Das kann ich aber ändern.
Ich fasse ganz grob zusammen, wir haben gesprochen über Kirchenglaube, Religion
und BDSM, ist das kombinierbar, was ist diese Sache mit diesem ominösen Konsens
und wozu brauche ich den und überhaupt, ob ich in die Hölle komme, das hast du
mir ja auch beantwortet und das mit einem klaren Ja beantwortet. So, Ketzer.
Entschuldigung.
Daniel
Du bist der Ketzer, ich nicht.
Sebastian
Ja.
Daniel
Ich bin ja immer brav. Ich komme ja in den Himmel. Stimmt.
Sebastian
Du kommst in den Himmel, obwohl du BDSM machst, alles klar.
Ich rufe jetzt einfach mal den Chat auf, wenn ihr die Folge gehört habt und da
euch irgendwas interessiert hat oder ihr ihr sagt, das war mir nicht ganz klar,
formuliert es und dann gucken wir, ob du was dazu sagen kannst, denn ich kann
ja naturgemäß nichts dazu sagen, denn mit dem Glauben, da habe ich es ja nicht
so.
Daniel
Und übrigens Eros, Philia und Agape.
Sebastian
Ja, die drei waren es. Magst du sie nochmal beschreiben? Also Eros ist klar, die
Sünde.
Daniel
Eros, nicht die Sünde, nein, Eros, das Begehren, das, was man haben will. Das
ist Eros und dann haben wir die Philia, die freundschaftliche Liebe und dann die
Agape, die selbstlose Liebe.
Die dann philosophisch am tollsten ist und in der Theologie oder in der Religion
dann eben die Liebe in Verbindung zu Gott ist.
Sebastian
Ja, also ich habe das tatsächlich in der Folge auch nicht ergänzt hinterher,
weil ich war da gar nicht so sicher, ob das da hingehört an die Stelle und dann
habe ich dann von drei Leuten das Feedback bekommen, die mir alle drei Sachen
gesagt haben. Also Eros, Phili und Agape.
Daniel
Philia.
Sebastian
Philia, ich müsste es aufschreiben.
Wahnsinn.
Okay, ich kann mal so ein bisschen zusammenfassen, was ich so an Feedback
bekommen habe.
Und dann kann man da vielleicht nochmal drauf eingehen. Ein Punkt war ganz klar,
dass du ein unverschämtes Glück haben musst mit deiner Kirchengemeinde, wenn die
da so weltoffen ist und so fortschrittlich.
Und ich glaube, ich mag das nochmal wiederholen, also man kann die wechseln und
suchen und dahin gehen, wo es einem passt.
Genau.
Achso, und du bist übrigens der, der evangelischen Konfession angehört. Ich
glaube, das habe ich jetzt noch gar nicht erwähnt.
Daniel
Und da kann man wirklich eben einfach formlos einen Brief schicken an die
Gemeinde, in die man will, und dann wird das beschlossen und dann ist das so.
Sebastian
Ja, das war tatsächlich mir nicht ganz klar vorher und das war auch vielen
Hörern irgendwie nicht ganz klar. die halt auch gedacht haben, man muss halt
damit leben, was halt bei sich vor Ort ist.
Daniel
Ja, und auf dem Land ist es eben manchmal ein bisschen schwieriger, weil die
Gemeindedichte ja nicht so hoch ist. Das ist natürlich dann ein bisschen
schwieriger, da müsste man eben weiterfahren. Aber wenn man dann
mehrere vor Ort hat, dann finde ich, ist das auch eine gute Sache, zu zeigen,
hey, das finde ich gut. Und dann wachsen die und dann ist das auch ein besseres
Zeichen für die.
Sebastian
Meinst du, dass tatsächlich dann die Marktmacht des Verbrauchers auch dort
wirkt?
Daniel
Ja, würde ich sagen, ja.
Sebastian
Okay.
Daniel
Also es wird jedenfalls wahrgenommen.
Und
deswegen finde ich, sollte man das auch wirklich machen, wenn man da Interesse
hat und nicht nur einfach eine Karteileiche sein will. Aber selbst wenn man dann
da nicht hingeht, ist das ein Zeichen. Also es wird wahrgenommen.
Sebastian
Oh, das ist aber gut. Das heißt, wenn ich eh Kirchensteuer bezahle und sie mir
abgezogen wird, dann kann ich, auch wenn ich da nicht hingehe und das eigentlich
auch nur mache, weil das in meinem Job gern gesehen ist, dass da irgendwie die
Konfession draufsteht, dann kann ich zumindest sagen, ich wechsle dann mal in
die passende Gemeinde, um ein Zeichen zu setzen. Auch nicht schlecht.
Okay. Also eine neue Möglichkeit des zivilen Ungehorsams oder des Gehorsams.
Ich habe zwei Mails bekommen, da ging es dann so ein
bisschen drum.
Ja, das zeichnet Daniel alles sehr positiv, wie er das erlebt und wie das bei
ihm ist. Aber das ist ja in der Kirche alles noch viel ganz rückschrittlich und
die großen Teile und dass das ein bisschen zu positiv dargestellt worden wäre.
Du hattest zwar erwähnt, da ist noch eine Menge zu tun, aber du hast es
ausdrücklich nicht ausdrücklich genug gesagt.
Daniel
Asche auf mein Haupt.
Sebastian
Ja, also ich sag mal so, das ist tatsächlich so, wenn man die Folge hört, könnte
man denken, oh super, wir sind schon ganz, ganz weit und ich glaube, das ist man
auch. Aber da mag ich mal so ein bisschen fragen, wohin meinst du denn mal so
ein bisschen in die Zukunft orakeln? Evangelische Kirche in 20 Jahren, wie
sollte das deiner Meinung nach aussehen und besteht eine Chance dazu? Ach
Daniel
Wie sollte es aussehen?
Und ich hoffe, in 20 Jahren gibt es noch evangelische Kirche. Na, wird es auch
noch geben. Sie wird ganz klein geschrumpft sein. Und es gibt dann ein
Modell, das nennt sich dann das Leuchtturm-Modell, dass sich die Gemeinden eben
spezialisieren
und kenntlich werden, wofür sie stehen, viel stärker.
Und die eben auch einen größeren Einzugsbereich haben. und dann eben die
Gemeinde eben passend eben zu dem Leuchtturm hingeht. Also dann gibt es
vielleicht eine Gemeinde für Jugendliche, für, keine Ahnung,
Seniorinnen und Senioren oder was auch immer. Das ist ein Modell,
womit eventuell gespielt wird, was in 20 Jahren ist, wenn eben
die viele alte Menschen weggestorben sind und eben einfach die Zahlen nicht mehr
so groß sind.
Und dann könnte es ja auch vielleicht dann die Kirche der BDS immer geben. Also
nein, wird es wahrscheinlich nicht geben, aber wäre lustig.
Sebastian
ja, also ich hätte da schon den passenden Titel und das passende
Logo für den passenden Podcast. Kasten.
Daniel
Und dann wirst du der erste Priester da.
Sebastian
Boah, das wäre aber hart, du. Dann müssen wir uns aber da zusammen hinstellen
und nein, um Gottes Willen. Ich glaube, das wird nicht passieren, wobei ich muss
gestehen, ich finde die Akustik in so einer Kathedrale, die finde ich schon, die
ist schon eindrucksvoll. Da sagt der BDSM in mir auch, wenn du da drin mal deine
Stimme und das Herrschen austoben kannst, das klingt einfach bis in den letzten
Winkel. Also das ist schon genial konstruiert.
Daniel
Ja,
Sebastian
Hm, okay, ich mag jetzt mal den Chat ein bisschen motivieren. Ich habe mal eine
Frage zu den Menschen, die gerade zuhören.
Ganz simpel, wer von euch glaubt denn eigentlich an Gott oder wen auch
immer? Und wer, ne, ich mag einfach mal ein Ja oder ein Nein einfach mal da
sehen, um mal so einen Eindruck zu kriegen, denn ich bin ja nun mal nicht der
Maßstab.
So.
Daniel
das interessiert mich übrigens auch.
Sebastian
Ja, weiß ich nicht, warum ich nicht vorher auf die Idee gekommen bin, aber ich
habe das auch vorher nicht angekündigt, dass ich das frage. Das heißt, wir
kriegen jetzt ein realistisches Bild. Bin gespannt. Gut, hier kommt
gerade Nenalis, schreibt beim Abendmahl, das gibt es bei
dir ja jetzt noch nicht, wird der Becher der schwarzen Macht gereicht. Das finde
ich natürlich großartig. So, siehe da, ja, ja, nein, nochmal ja.
Also bisher haben wir eine 3 zu 1 Quote. Oh, okay.
Ich habe spannenderweise übrigens noch eine Mail bekommen, oder ich weiß gar
nicht, ob es ein YouTube-Kommentar war, dass es eine sehr schöne Folge sei und
auch von der katholischen Seite alles okay sei.
Ich habe gleich versucht, den Menschen quasi zu kriegen, dass wir sagen, okay,
komm, dann setzen wir uns mal zusammen. Ich habe noch keine Antwort. Wenn
dieser Mensch jetzt zuhört, trau dich. Ich beiße nicht. Wahrscheinlich.
Daniel
Nur im Konsens.
Sebastian
Kann beißen Konsens sein?
Daniel
Wenn die Person gebissen werden will, warum nicht?
Sebastian
Okay, ja. Ja, wenn man will. Ich glaube, über Konsens reden wir gleich nochmal.
Guck mal kurz, da habe ich ein Problem. Jetzt scrollt der Chat so weg, aber da
ist zum Beispiel von Gentledom eine
Frage. Oder ist das eine Frage oder ein Kommentar? Ich lese es einfach mal vor.
Ich habe es nämlich noch nicht geschafft, das vorher zu lesen.
Daniel und du haben ja im Kontext BDSM gesprochen. Wie sieht das aber im
Zusammenhang mit anderen Neigungen aus, beispielsweise bi oder gay aus oder
Beziehungsformen wie poly aus? Demgegenüber ist die Bibel ja eher verschlossen.
Kann die Gemeinde da noch offen sein, ohne die Bibel zu verraten? Das finde ich
spannend.
Daniel
Kann die Gemeinde? Ja, da haben wir schon mal zwei Sachen. Also ich würde als
erstes mal von mir persönlich reden, da ich ja schon in der Folge gesagt habe,
ich lebe Polyamor, also ich kann damit gut leben und
mit dem bisexuell, pansexuell, alle Varianten, damit habe
ich definitiv auch meinen Frieden und auch intersexuell und alles, die sollten
definitiv in der Gesellschaft und dementsprechend Kirche als Teil der
Gesellschaft unterstützt
werden und sichtbar werden. Also ich persönlich denke, ja. Ob jetzt die
Gemeinde, da kommen wir wieder in dasselbe Thema wie vorher, ja, muss man
schauen, welche Gemeinde. Das hatte ich ja auch schon im Live-Chat vor ganz
vielen Wochen schon gesagt. Es gibt ja diesen YouTube-Kanal Anders Amen
von zwei lesbischen Pastorinnen.
Das gibt es schon.
Aber natürlich gibt es auch bestimmt viel zu viele Gemeinden,
bei denen das noch nicht so ist.
Sebastian
Ja, aber
das ist ja eine Zeitfrage. Also das wird sich ja umkrempeln im Laufe der
nächsten Jahrzehnte.
Daniel
hoffe ich.
Man kann ja auch immer, wenn man sich dann andere Gegenden anschaut, da schwingt
es ja zurück. Also in Polen schwingt das alles zurück.
Und ich hoffe, dass die, ich nenne das jetzt liberalen
Menschen, die in der Kirche Präsenz
zeigen und dadurch eben auch das sichtbar machen und eben auch aufschlagen.
Meine Angst ist allgemein, dass die Gesellschaft jetzt mit Krise und einem
Pipapo auf einmal wieder zurückschlägt und auf einmal alle Leute wieder
alte Rollenbilder hochhalten, weil es ja Sicherheit gibt. Also quasi Sicherheit.
Sebastian
Ja, das, was früher war, war immer besser. Das stimmt zwar nicht, aber
ja.
Daniel
hat man eben in Polen. Dann finde ich, gibt es da ja Orte, die
dann sagen, wir sind eine queerfreie Zone und sowas. Da gruselt mir. Und ich
hoffe, in Deutschland kommt das nie mehr.
Also
Sebastian
Ich habe nochmal die Frage, wie eigentlich, also wer von einer Gemeinde, der
Chef, das ist wer? Der Pfarrer ist es ja nicht, sondern der, die, wer
Daniel
in evangelischer Kirche ist es eigentlich immer, wird gewählt. Das ist eine
demokratische Struktur. Das bedeutet, jedes Gemeindemitglied ab 14,
glaube ich, 15, 16 oder so, ich weiß es nicht, darf eben bei Kirchenwahlen
wählen.
Sebastian
wählt? Ja,
Daniel
Und wählt dann entweder, also es ist immer dieselbe Funktion, er nennt sich
entweder Kirchenvorsteher oder Presbyter oder andere Begriffe,
aber es ist immer dasselbe. Und das ist das Gremium, was dann einen Vorsitzenden
wählt oder eine Vorsitzende und das ist dann die Vorsitzende der Gemeinde.
Genau.
Sebastian
okay, das heißt, es ist auch sichergestellt, dass eine liberale Gemeinde liberal
bleibt.
Daniel
Und
Sebastian
Das war nämlich so ein Punkt, den hätte ich jetzt bei den Katholiken gesehen,
weil da wird ja im Zweifel einfach ein neuer Pfaffe einfach beigeordnet, glaube
ich, so heißt das.
Daniel
andere versetzt.
Sebastian
Genau, und dann hast du nämlich dann aus der superschönen liberalen Gemeinde
hast du von heute auf morgen dann so ein alle raus.
Daniel
Und
Sebastian
Das kann also nicht passieren, also das ist schon mal ein strukturell besseres
Problem. Prinzip. Hat Luther ja ganz vernünftig nachgedacht.
Daniel
deswegen ist es eben auch wichtig, finde ich, dass eben dann
die Leute eben Präsenz zeigen. Also genauso wie bei einer Demokratie, wenn Leute
nicht wählen gehen, sind eben die in Anführungsstrichen Extremisten, na
Extremisten kann man nicht sagen, also die extremeren Personen ja auch dann eben
quasi Vorteil, wie bei einer normalen Wahl. Und es ist eben wichtig, dass
Leute eben präsent sein und sagen, hier, ich möchte das und das machen und
das zeigen.
Sebastian
Ich sehe jetzt gerade so ein bisschen Kritik daran, dass wenn die Institution
doch der Gesellschaft nachhängt, dann kann das ja nicht passen. Also das ist
jetzt kein Zitat.
Da mag ich mal sagen, ich glaube, jede Institution ab einer gewissen Größe hängt
immer der Gesellschaft nach, weil ich glaube, diese Gesellschaftstrends oder wie
eine Gesellschaft sich entwickelt, das ist inzwischen so fluide geworden, dass
du sobald irgendwelche, ich sag mal, mehr oder weniger demografischen
Prozesse hast, sie brauchen immer länger. Die Frage ist einfach, dauert es mir
zu lange, dann kann ich aber austreten oder sage ich aber, nee, vielleicht
beteilige ich mich auch an diesem Prozess und bringe ihn damit voran, das ist ja
auch immer eine Möglichkeit.
Darf ich mal was Persönliches fragen zu deiner Gemeindearbeit?
Also wo hast du schon mal gesagt, Mensch, das passt mir jetzt nicht, das ist mir
jetzt nicht liberal genug und hast gesagt, ey, das muss jetzt aber besser
werden. Also wenn du das nicht sagen kannst oder möchtest, ist das völlig okay,
aber die Frage brennt mir so ein bisschen unter den Nägeln, da bin ich
neugierig.
Daniel
Also das, was mir gerade einfällt, war in der Hinsicht eine
Szene, wo Leute,
die bei uns geheiratet haben in der Gemeinde, haben einen Pastor mitgebracht.
Und dieser Pastor hat dann irgendwie gepredigt, dass doch die Frau dem Mann
untertan sei und das, was ich auch in der Tat genannt habe und
wo es eben wirklich dann noch gebetet worden ist, dass doch die Ehe von Mann und
Frau doch bitte in der Gesellschaft wieder so wichtig sei wie vorher.
Da habe ich eben genau konkret eben gesagt, das geht nicht. Und da haben wir
dann danach gesprochen und uns dann davon distanziert.
Sebastian
wo du es gerade sagst mit dem Gebet und dieses Zitat auch das heißt ja, dass es
bestimmte Stellen in der Bibel und auch im Gesangsbuch gibt, sage ich mal, die
sind ja nun mal gar nicht kompatibel oder sie müssten umgeschrieben werden, tut
man das?
Daniel
B. Also im Gesangbuch, das wird jedes regelmäßig
überarbeitet.
Die Frage ist ja immer, also gerade mit der Bibel, ist ja immer eine
Auslegungssache. Das bedeutet, man muss es eben, das fanden wir ja auch in der
Folge, man liest ja nicht einfach nur, sondern es ist immer Auslegungsarbeit und
dementsprechend finde ich das Umschreiben schwierig. Und ich persönlich finde es
immer schwierig, mit historischen Momenten einfach dann alles wegzustreichen.
Ich finde es wichtiger, es wahrzunehmen, so war es früher, und
nicht unkommentiert lassen. Und
Sebastian
Ja
Daniel
dann eben eher kommentieren. Also ich finde grundsätzlich immer alles streichen,
finde ich immer manchmal schwierig. Aber das ist meine ganz persönliche Meinung.
Sebastian
das wird dann auch in der, heißt das denn, in der Predigt, wird das da auch gemacht,
dass dann tatsächlich was gegriffen wird und dann wird dann nochmal, ja es muss
ja interpretiert werden, es muss ja vermittelt werden dann
Daniel
Ja,
das ist der Job eines Pastors.
Sebastian
Ah, das ist knackig. Nimm das, was da ist und dann guck, also nein, eigentlich
willst du eine Message sagen und dann musst du gucken, was habe ich da, ein
Werkzeug und wie kann ich da jetzt, ich sag mal, so lange drin
ruminterpretieren, bis es passt. Nein, das ist ein bisschen gemeingesagt, das
gebe ich zu.
Daniel
Sehr böse, ja.
Sebastian
Ja, okay, aber wie läuft das denn tatsächlich?
Daniel
Ja,
Sebastian
Also ist erst die Message da oder ist erst ein Abschnitt da, mit dem ich
arbeiten will oder muss?
Daniel
gibt immer eigentlich einen vorgeschlagenen Abschnitt und dann muss er sich
damit auseinandersetzen und gucken, was ist die Message. Aber die hängt
natürlich davon ab, welche
Grundmeinung, also was eben vielleicht die
Interpretationsgrundlage ist.
Dementsprechend kommt da was anderes raus, wenn man eben eine andere
Interpretationsgrundlage hat. Und manchmal sagen auch Pastoren, mit diesem Text
kann ich nichts anfangen und predigen mal was anderes.
Sebastian
Wer gibt das denn vor?
Daniel
Irgendein Gremium.
Sebastian
Okay, also es gibt dann tatsächlich, ich sag mal, einen Kalender, wo dann steht
das und das und das, dann und dann.
Oh, das wusste ich jetzt nicht tatsächlich. Das ist aber tatsächlich spannend.
Klar, damit dann eben auch, wenn der, ich weiß nicht, irgendein Weltereignis
ist, wie jetzt, sag ich mal, Corona,
dass die Kirche dann doch wiederum in den Gemeinden als Ganzes spricht.
Oder wozu?
Daniel
Wobei eben, ich glaube die Kalender sind im Voraus.
Also die sind schon Jahre im Voraus gemacht. Die kommen immer wieder und die
Idee ist eben, dass nicht nur der Pastor immer über seine Lieblingsstelle
predigt, sondern dass eben verschiedene Varianten immer vorkommen. Das
ist die Idee, dass eben einfach aus allen Teilen irgendwas vorkommt. Ja,
Sebastian
Achso, das heißt, du hast dann wirklich, okay, also das heißt, ich gehe, jetzt
sind wir tatsächlich in diesem ganzen Thema, mal, wie funktioniert das? Ich mag
es jetzt einfach wissen. Das heißt, ich habe einen Abschnitt, der irgendetwas
aussagt, was auch immer, der wird mir vorgelegt über Jahre im Voraus und dann
habe ich aber meine Gemeinde, die Sorgen, Ängste, Nöte hat und dann muss ich
jetzt gucken, wie kriege ich das zusammen.
Daniel
aber ein Pastor hat ja auch im Zweifelsfall, also A, gibt es mehrere zur
Auswahl, meistens. Zweitens, habe ich schon so oft erlebt, dass der Pastor
gesagt hat, und jetzt predige ich über was ganz anderes.
Sebastian
Okay.
Daniel
es
Sebastian
Ja, also er hat, er hat,
Daniel
ist kein sklavisches Dranhalten. Gibt
Sebastian
ja, da muss ich ja gestehen, da müsste man jetzt einfach mal einen Versuch
starten, dass man einfach mal, dass man zum Beispiel deine Gemeinde mal besucht,
ganz bunt und am selben Tag nochmal eine ganz andere und einfach mal Ich sag
jetzt mal ketzerisch im tiefsten Bayern irgendwas, wo noch ordentlich geglaubt
wird und dass man das dann einfach mal vergleicht.
Daniel
auch hier in der Gegend, selbst in derselben Stadt, gibt es große Unterschiede.
Sebastian
Okay, ja also das würde mich tatsächlich mal interessieren, wenn man wirklich
mal dasselbe Thema hat. Leider durch diese Auswahl wird das ein bisschen
schwierig, da braucht man mehr Leute für, um dann mal zu gucken, wie dieser
Interpretationsspielraum dann quasi auch ausgelebt wird.
Spannend.
Also du merkst eben, hast ja eh schon gemerkt, also ich mag noch einmal sagen,
wie ich zum Glauben stehe. Das erwähne ich ja mal sehr wenig und ich sage mal,
ich glaube halt nicht, das ist halt ein Problem für mich, weil kein Glaube heißt
auch keine Hoffnung. Also wenn ich irgendwann umkippe, dann war es das halt,
dann ist der Stecker gezogen und dann ist halt wenig Hoffnung da. Das finde ich
in dem Sinne ein bisschen schade, weil ich würde gerne daran glauben, dass
danach noch irgendwas ist. Das führt aber dazu, dass ich mein Leben so so
angenehm und schön wie möglich lebe, weil ich habe davon genau eins. Also das
ziehe ich dann für mich dabei raus.
Daniel
Und das ist auch kein schlechteres Leben. Ich glaube, vielleicht sogar manchmal
ein besseres. wissen. Also
das
nutze Carpe Diem.
Sebastian
Ja, es ist so ein bisschen dieses Verschieben auf das nächste Leben oder auf das
Paradies, das ist so ein bisschen, das ist sehr risikobehaftet. Wenn das dann
doch nicht klappt, dann
ich weiß nicht, da gehe ich auf Nummer sicher. Ja,
Daniel
Die Frage ist eben, lebe ich nur dafür? Also ich glaube,
dann geht es eben ein bisschen schief. Aber
es ist eben auch
dieses Leben gut zu führen, das ist gut. Und
dann kann danach ja nur noch besser werden.
Sebastian
oder gar nicht.
Daniel
Oder gar nicht. Aber dann ist es ja auch egal.
Sebastian
Ja, das ist wohl wahr. Ich glaube, das Schlimmste, was einem passieren kann,
ist, dass man an einen Gott glaubt und dann stellt sich hinterher heraus, das
ist der Falsche. Und deswegen komme ich in die Hölle.
Ja, also ich will das jetzt gar nicht ins Lächerliche ziehen eigentlich, aber
das ist tatsächlich ein ernsthafter Gedanke, weil ich auch ein bisschen Feedback
bekommen habe von Hörern, dass eben gerade dieses, ich bin die Ehe eingegangen,
jetzt habe ich einen Partner, der hat mit BDSM nichts zu tun und der möchte und
der will auch nicht und da ist dann schon dieser Gedanke, naja, das ist
vielleicht eine Prüfung und da muss ich jetzt durch mein Leben lang und
irgendwann vielleicht im Paradies wird es sich gelohnt haben oder so. Und ich
bin mir nicht sicher, ob diese Wette oder diese Aussicht, also die ist gut
dafür, dass die Ehe nicht geschieden wird wahrscheinlich, aber ich glaube, sie
macht den Menschen dann leider doch kaputt. Lass
Daniel
Und ich finde, dieses Leben ist einfach auch ein Geschenk und das sollte man
dann eben auch wirklich nutzen und gut leben. Und das
andere, da hoffen wir drauf und da kann man sich drauf freuen oder ich freue
mich drauf, aber das ist jetzt nicht das, wo ich denke, ist so. Und wenn
ich dann sterbe, habe ich trotzdem einfach jetzt ein gutes Leben gehabt. Und ich
glaube, das ist eben auch zentral.
Sebastian
mich nochmal so ein bisschen wieder ins BDSM-ige zurückgehen, wenn ich darf.
Daniel
Sehr gut.
Ich habe mich gewundert, aber ich erzähle auch was über Kirche.
Sebastian
Ja, das ist mein Problem. Im Grunde kann ich über alles quatschen. BDSM hat
den Vorteil, dass ich ein bisschen Ahnung habe, weil ich den Quatsch selber
mache.
Okay, und zwar, pass auf, der Witz ist ja jetzt der, dass es gibt kirchliche
Elemente, also das Kreuz, das hatten wir in der Folge ja schon drin, warum sieht
das Andreaskreuz aus, wie es aussieht, weil es praktisch ist nämlich, seitdem
zitiere ich das sehr gerne, aber es gibt ja ganz viele Elemente, die können ja
durchaus mal sexy sein, also dieses Rollenspiel der Priester und die Nonne, das
gibt es ja alles. alles.
Ich hab da ein bisschen drüber nachgedacht, wie letzte Woche, und dachte mir,
meine Herren, wie viele erotische Spielarten, ich sag mal, kirchliche Elemente
haben.
Wahnsinn.
Nutzt du davon selber auch welche?
Daniel
Ehrlich, aber es ist nicht langweilig, ne?
Sebastian
Ich geb die Frage einfach an den Chat weiter.
Gibt's da irgendwas, wo er sagt, das könnte vielleicht so ein bisschen in die
Richtung gehen. Rollenspiele machen ja auch mal einfach Spaß.
Daniel
Also ich glaube, die Rollenspiele, also ich bin nicht so
der Rollenspieler, jetzt jedenfalls beim BDSM.
aber sonst hat das natürlich was mit dem heiligen Spielen, mit dem unschuldigen
Spielen, also die Nonne, die dann eben unschuldig ist und dann verführt wird
also natürlich hat das, bietet das ganz viel Raum
und dieses
unschuldig muss verführt werden oder überwunden werden
also das ist natürlich voller Spannung und deswegen ist das ist
natürlich gut, das sollte ich vielleicht mal machen.
Nein, aber das bietet natürlich viel.
Sebastian
Also ich hab mir sagen lassen, das Experiment beizubringen, ein Buch auf dem
Kopf zu balancieren. Da hat man dann immer die Auswahl zwischen der dicken
großen Bibel oder dem Weltatlas und dann nimmt der vernünftige Dom natürlich
eher die Bibel, weil das hat dann nochmal so einen leichten Einschlag, weil der
Weltatlas, der ist einfach da uninteressant. Aber die Bücher sind etwa gleich
schwer.
Daniel
Ja, hängt von der Ausgabe ab.
Sebastian
Ja, das muss irgendeine schwere sein. Es wird keine, ich sag mal, Jugendbibel
sein, 80 Seiten, fertig.
Daniel
ich glaube, diesen Reiz, das zu benutzen,
die Bibel oder andere Sachen, die ja von unserer Geschichte her eben
eher das Unschuldige und wie auch immer und dann eben, ja und jetzt kommt BDSM
wieder
schlimm. Ich glaube, damit spielen natürlich viele und das ist ja natürlich
reizvoll.
Sebastian
lese gerade von The Raven im Chat die Nonne in Latex und ja, ich muss zugeben,
das sieht verdammt gut aus.
Also wenn es das Material vor ein paar hundert Jahren gegeben hätte, wäre das
wahrscheinlich die Kluft.
Daniel
Ja, dann noch einen langen Schlitz und
egal, ich rede mir gar nicht.
Sebastian
Das sind jetzt deine Gedanken. Hab ich dich verführt?
Daniel
Ich habe nichts gesagt.
Das kann schon sehr reizvoll sein. Auch dann die Beichtposition auf den
Knien, also auch das kann schon spannend sein. Ich
Sebastian
Oder müsste man mal eine Studie machen, ob Subbies, die ich glaube, die Katholiken
knien immer noch auf der Bank da, ne? Das machen die noch.
Daniel
glaube schon, schon, weiß ich nicht. Also ich war selten in katholischen
Gottesdiensten und da wurde noch gekniet. Sogar einmal richtig auf den Boden
hingeworfen, also ganz flach.
Sebastian
Ja, also ich kenne das noch.
Daniel
Da war ich wirklich sehr beeindruckt.
Sebastian
Ja, das kenne ich nicht. Ich habe ja die Heilige Kommunion empfangen und da
war dann bei der Bank vorne nochmal so ein also nicht der Boden, sondern das ist
immer so ein Brett gewesen, wo du drauf knien kannst. Und das tut, allein das
tut nochmal extra weh, sage ich mal.
Daniel
Genau, weiche
Sebastian
Und dann wurde irgendwann, dann stand es in der Zeitung groß drin, dass das
jetzt gepolstert würde, weil das sei ja besser und so. Und ich dachte mir, ja.
Also da wäre die Frage, ob Menschen, die regelmäßig in die katholische Messe
gehen, einfach länger knien können als Subi. Also dass das einfach ein gutes
Training ist. Schadet ja auch nicht.
Daniel
Oder genau andersrum, ob die, die besonders lange darauf knien können,
vielleicht dann doch eher BDSM-Tendenzen haben, wäre
Sebastian
Ach so, das heißt, wenn ich so da in der Messe sitze und rechts und links gucke
und wer zuerst da aufschlägt, klonk, und auch als letztes wieder hochgeht, den
Menschen müsste ich mir mal ansehen.
Daniel
ja auch eine Möglichkeit.
Hey, willst du meine Sub sein? Du hast besonders lange auf diesen Klinen
gesessen.
Sebastian
Wie findet, wie findet denn, ja, wo findest du denn
Partner zum Spielen?
Daniel
Bisschen übergriffig.
Sebastian
Also das ist ja jetzt nicht das Gespräch, was man dann nach der Messe dann da
vor dem Gebäude dann macht und sagt, hier, sei sub.
Daniel
Ja,
Sebastian
Also kann man in der Gemeinde Partnersuche betreiben? Ich habe mir sagen lassen,
das ist zumindest in Vanillakreisen sehr üblich.
Daniel
ich glaube schon.
Das gab es bestimmt.
Kann man bestimmt machen. War bei mir nicht so.
Bei mir war es wieder Sweet Gwendoline.
Sebastian
Schon der dritte Mensch und ich habe es hier.
Daniel
der Sicht, ich war ja eine der der Personen da.
Aber ich habe dann davon im Comicladen davon erzählt, dass ich auch dieses Comic
mochte.
Sebastian
Jaja.
Daniel
Genau, und dann
ja,
kurze Zeit später
beim Filmabend am Ende, übrigens, ich habe es gelesen, ich kann damit was
anfangen. Und danach war ich erst mal so perplex, so upsie, dass ich mich auf
den Rückweg verfahren habe, aber dann fing langsam alles an.
Sebastian
Du bist eine Abkürzung gefahren.
Ein bisschen wie Louis de Funès.
Daniel
Ja, müsste ich
Sebastian
Das ist die Abkürzung der Abkürzung, deshalb dauert es ein bisschen länger.
Ich lese mal was vor von, schöner Nickname. Oderin, sein böser Zwilling, kann
der Gast kirchliche Elemente ohne Gewissensbisse erotisieren. also du, Nonne in
latex gefesselt ans Kreuz.
Daniel
jetzt gerade gucken, aber ich
glaube ja. Also die Frage ist, ich glaube, da würde ich differenzieren.
Ich finde, ich würde es zum Beispiel jetzt nicht in
einer geweihten Kirche unbedingt machen,
aber nicht deswegen, weil ich damit Probleme habe, sondern weil ich weiß, dass
andere diesen Ort als heilig erleben für sich. Und deswegen
würde ich dann sagen, ich
werde nicht meine Sub auf den Altar fesseln.
Aber ein Kreuz mit
Nonne, da kenne ich Bilder, die sind ansprechend.
Sebastian
Achso, das heißt, wenn die Kirche entweiht wäre, dann wäre das okay, weil es
bleibt ja eine Kirche.
Daniel
Ja, aber in der Hinsicht für mich wäre es was anderes, weil ich dann weiß, das
ist kein heiliger Ort für andere.
Sebastian
Okay, also
Daniel
Also ich will in der Hinsicht die Personen, die dorthin gehen,
die würde ich respektieren.
Sebastian
würde bedeuten, wenn du eine Gemeinde fändest, voll mit BDSMern, wo du weißt,
alle möchten das eh gerne machen, das heißt,
diese Vorsicht ist nicht mehr notwendig, dann steht einer BDSM-Party in einer
geweihten Kirche überhaupt nichts mehr entgegen.
So rein logisch.
Daniel
Eigentlich nicht, nee.
Sebastian
Oh, das ist aber spannend.
Daniel
Eigentlich nicht. Ich bin unsicher, aber vom Kopf her eigentlich nicht,
nee. Oh
Sebastian
Also da bräuchten wir noch ein paar. Ich glaube, das waren jetzt sieben
Jameldungen zum Thema bin ich gläubig im Chat. Ein paar Leute bräuchten wir
noch, aber so eine kleine Gemeinde müsste man ja hinkriegen können.
Entschuldigung.
Ich finde das tatsächlich, ich muss gestehen, ich finde diesen Gedanken
tatsächlich hoch erotisch, weil dieser Raum und diese Mauern und das ist ja auch
einfach kalt da drin. Ich weiß nicht, das saugt irgendwie
Wärme auf. Wenn du mal im Dezember so Weihnachtsmesse dann sieht das alles
festlich aus, aber du frierst den Arsch ab.
Daniel
ja. Ja,
so zur Information, mit der alten Heizung
einmal aufheizen 400 Euro und
dann
Sebastian
ja.
Daniel
sind es nur im Winter 18 Grad, also nicht richtig warm.
Also die sind
nicht besonders gut isoliert, die Steine halten die Kälte, also da
wäre mir zu kalt.
Sebastian
Okay, also damit ist aber auch die Party eigentlich gestorben, weil im Sommer
ist es zu heiß, im Winter ist es zu kalt und wenn du da das Ding nicht mit,
Daniel
Nee, im Sommer sind Kirchen hier wunderschön kalt.
Sebastian
ja, wenn du nackig da so rumrennen willst, mal als Beispiel, dann ist es doch
wieder zu kühl.
Daniel
Also muss man
einfach gucken. Aber es hängt ja auch von Kirche zu Kirche ab.
Also man muss ja nicht unbedingt gleich den ganzen Dom, man kann ja auch einfach
eine alte kleine Kirche nehmen.
Sebastian
Also,
jetzt komme ich so langsam ein bisschen in die Gedanken rein, so, ne, wenn, ja,
wenn sub die Glocken, Leute, also da den großen Glockenturm und dann mit jedem
kommt ein Schlag dazu oder so, da fange ich jetzt an, leider Fantasien zu
entwickeln.
Daniel
Jetzt willst du nie mehr aufhören.
Sebastian
Das ist nicht respektlos gemeint, aber ich erlaube mir jetzt einfach mal da in
jeden erotischen Gedanken reinzudenken.
Daniel
Besonders eben das Glockenläuten fand ich auch schön, im doppelten Sinne.
Sebastian
Okay, dann du hast da ja im Hintergrund noch jemand, das lenkt dich ja ein
bisschen ab.
Daniel
Wohin führt diese Folge?
Sebastian
Fast
Daniel
Nee, fast gar nicht.
Sebastian
gar nicht, ja. Schon zu viel.
Ich habe noch eine Sache, vielleicht kann mir mal die geballte Community helfen.
Der eine oder andere kennt die Serie Preacher, das ist eine fürchterlich brutale
Comic-Verfilmungen, die ich gesehen habe. Ich finde sie genial gemacht. Und da
gibt es so ein Ding, so am Kragen, so Kragenspitzen sind das aus Metall. Die
trägt der Protagonist. Und dann dachte ich mir, oh, das sieht ja eigentlich ganz
cool aus. Und wenn du auf einer Party nur ein schwarzes Hemd trägst, dann wären
diese Dinger gar nicht so schlecht. Ich habe alles durchgegoogelt. Ich finde die
Dinger nicht. Oder sie sehen irgendwie noch nach Western oder sonst was aus. Das
ist totaler Mist. Ich hätte gerne eine Quelle. Wenn da jemand was hat, Bitte
mailen.
Kennst du die Serie?
Daniel
Oh, das weiß ich leider nicht. Also ich kenne sie nicht. Und da du gesagt hast,
sie seien nicht gut,
habe ich ja wohl nichts verpasst. Aber
Sebastian
Also ich finde sie sehr genial gemacht und sie ist, also man
müsste jetzt sehr viel spoilern, also kann man sich angucken oder auch nicht,
aber ich habe dieses kleine Detail ganz schick gefunden, aber ich finde das
Produkt finde ich einfach nicht, in Metallbearbeitung bin ich einfach nicht so
gut. Also von daher.
Daniel
du kannst ja auch zur nächsten Party in Kollarhemd kommen.
Das sind diese Hemden.
Sebastian
Da weiß ich, mit dem weißen Kragen, da
Daniel
Genau, ja.
Sebastian
weiß ich ehrlich gesagt noch nicht, ob ich das tun wollen würde.
Aber ja, warum eigentlich nicht? Da müsste ich das Podcastsubbie mal fragen, ob
das sexy wäre, wenn ich dann das, ein Kollarhemd ist das tatsächlich, so heißt
das Ding. Ich
Daniel
Bei der nächsten Party kommst du als Priester und dann kannst du Segen verteilen
mit deiner Peitsche.
Sebastian
komme als Priester mit der Peitsche zur Party. Ja, da muss man gucken, weil dann
müsste ich ja die Beichte abnehmen, dann erfahre ich bestimmt Dinge, die ich gar
nicht wissen will.
Daniel
Entschuldigung, da muss ich dich verbessern. Zitat von dir. Du bist
grundsätzlich immer neugierig. Und du willst immer alle Geheimnisse wissen.
Sebastian
Ja, du hast mich überführt.
Daniel
Das hast du mal gesagt.
Sebastian
Das Podcastsubbie hat inzwischen genickt, also ja, so kann ich zur Party gehen
offenbar. Das ist okay. Okay.
Ja, der Kleiderschrank wird sich füllen. Es ist mal was anderes. Die Frage ist,
ja, ich glaube, das ist, da fühle ich mich da zu großkotzig, aber jetzt seit der
Folge mit dir, dann kann ich immer nur sagen, hört die Folge an, dann ist das
okay, das ist nicht meine Idee.
Daniel
Genau.
Und dann gibt es eine extra Folge mit die Beichtgeheimnisse der letzten Party.
Sebastian
Oh, ach so, du meinst auf einer Party so einen Beichtstuhl immer hinstellen und
also diesen Kollar, den kann man ja dann auch wahrscheinlich in der
Regenbogenoptik einfach mal nehmen. Ich fände das ein nettes Detail tatsächlich.
Gab's das schon mal?
Das Ding ist immer weiß, ne? ne?
Daniel
Keine Ahnung. Vermutlich. Ich
weiß es nicht.
Sebastian
Also das fände ich mal ein sehr starkes Statement tatsächlich, ne?
Daniel
Müsste man gucken.
Weiß ich nicht. Aber es gibt da jedenfalls sehr schöne
Priester
Shops, die dann auch, es gibt sogar in sexy geschnitten und slimfit und so, also
schon sehr lustig.
Sebastian
Okay. Also ich dachte, das ist tatsächlich eine Einheitstracht.
Ich hab das nochmal verglichen mit so Anwaltsroben. Die sind auch, die sehen aus
wie fürchterlich, aber ich hab mir sagen lassen, die sind unfassbar teuer.
Daniel
ein Talar ist auch wirklich unfassbar teuer, aber so ein Kollerhemd nicht.
Es geht.
Sebastian
mag nochmal was einwerfen, weil ich glaube nicht, dass das verloren geht. Also
The Raven schreibt, Respekt ist wichtig, sei es Kirche oder Moschee oder oder
oder. Und das stimmt schon. Also der Respekt vor das hast du ja schon erwähnt,
also da mag ich mich auch nochmal dranhängen, den muss man auch tatsächlich
haben aber man darf ja trotzdem ein bisschen drauf rumdenken hoffe ich ich
Daniel
und ich glaube, wenn denen vor Ort das heilig ist, dann
sollte man eben wirklich auch das definitiv zurückhalten. Also ich denke,
das ist auch, also für viele Für viele Menschen gibt es Sachen, die heilig sind.
Das muss nicht unbedingt Religion sein, das kann auch ein Lebensstil sein oder
was auch immer.
Und das gehört einfach respektiert, wenn jemand dem
sagt, hier, das ist mir heilig, selbst wenn man dem nicht zustimmt. Aber
dass es so existenziell dieses,
mir ist was heilig, wenn man das eben missachtet,
eigentlich, glaube ich, eben auch die ganze Person in der Hinsicht missachtet.
Doch,
Sebastian
glaube das ist dann auch wieder der Begriff, danke lieber Chat, das ist dann der
Punkt Kopfkino, da darf ich halt alles und im Zweifel Drehbücher, da kann man
auch alles reinschreiben, von daher, es ist ja möglich und ich glaube das ist
aber auch wieder so ein Teil, es ist dadurch auch greifbar, also es ist nicht
ein Ort Das ist der verbotene Ort und da geht man einmal die Woche am Sonntag
rein, sondern es ist ein Ort, wo man eventuell einen Teil seines Lebens
verbringen kann, mag, will oder wichtige Ereignisse.
Und dann ist es auch in Ordnung, wenn er erotisierend im Kopf einfach ankommt.
wobei ich fände das, nee, das sage ich jetzt nicht, ich rede mich ja sonst noch
um Kopf und Kragen, nein, nein, nein, nein, nein, das sage ich jetzt nicht,
nein, nein, nein, ich überschreite damit eine eigene Grenze, kein
Daniel
mach das mal.
Doch, doch. Warum nicht?
Wir
Sebastian
Konsens, aber Konsens, da müssen wir nochmal drauf kommen. Also ich habe in
keiner Folge so viel über Konsens gesprochen wie in der mit dir und da habe ich
unglaublich breite Zustimmung bekommen, insbesondere von submissiven Menschen,
die das erst mal begrüßt haben, oh ja, dieses
Ding Konsens aufrechterhalten und dann aber auch eine Mail, da war dann so die
Frage wirklich, Mensch, ich bin noch gar nicht auf die Idee gekommen, dass man
diesen einmal ausgehandelten Konsens, dass man den noch mal updaten und
verändern kann, dass man den noch mal weiter neu aushandeln kann. Das hat mich
ein bisschen nachdenklich gestimmt tatsächlich. Tatsächlich.
Daniel
sind Gewöhnungstiere.
Relativ schnell. Und
Sebastian
Ja,
Daniel
selbst auch zu unserem eigenen Nachteil.
Sebastian
naja, aber das ist dann, glaube ich, schon wieder diese Sicherheit. Ich habe ja
meine Regeln und so, die sind zwar nicht immer gut, vielleicht auch die letzten
zwei Jahre nicht gut gewesen, aber vom Grundsatz her sind ja aus was Gutem
entstanden, dann lassen wir die mal so. So, ich finde diese
Update-Fähigkeit tatsächlich bei Regeln, Konsens, Spielarten,
ich finde, das macht die ganze Sache ein bisschen sexier, weil man dann
einfach, also klar, nicht in der Spielsituation, da sollte man recht wenig an
eingefahrenen Geschichten ändern, aber man hat auch Gesprächsbedarf
miteinander, dass man sagen kann, du, wir sollten das mal ein bisschen
verfeinern. Allein diese Gesprächseinladung finde ich schon mal gut, dass man
nicht in so einem Automatismus immer spielt.
Daniel
ja, ganz klar.
Aber ja, und da
kostet eben aber auch
Energie. Also das immer wieder danach zu suchen und
das zu machen, weil wenn man dann noch seinen Job hat und Kinder oder was auch
immer und dann noch immer dieses, oh, ich muss jetzt, ach ja, wir müssen jetzt
auch noch reden.
Wenn man sich schon zum Spielen verabredet und dann also ich kann verstehen,
dass dass es immer schwerfällt. Aber irgendwie ist es notwendig. Aber
Sebastian
Stimmt, wir haben so wenig Zeit dann, wenn wir Zeit zum Spielen haben, dann
müssen wir es auch machen. Reden ist Zeitverschwendung. Das kann ich ja sogar
tatsächlich nachvollziehen.
Daniel
irgendwie glaube ich, also auf jeden Fall für mich ist es wichtig.
Sebastian
würde das ja entkoppeln. Ich würde sagen, wir reden über unseren Konsens nicht
dann, wenn wir spielen.
Daniel
Das sowieso. Aber das
Sebastian
Wenn ich in Subbie stecke, dann wird die eh zu einem Ja sagen.
Daniel
sowieso. Ich kenne das unter dem Küchentischgespräch. Über
Sex redet man am besten in der Küche, wenn man eben nicht
beim Sex ist.
Aber trotzdem kostet das ja auch dann nochmal Zeit, darüber nochmal bewusst zu
reden. und
der Alltag schluckt meistens relativ schnell im Avia was. Jedenfalls irgendwann
mal. Kann
Sebastian
Der Alltag ist ja auch dazu da, um uns zu ärgern.
Ähm, ich hab nochmal so diesen Punkt, ähm,
ah, jetzt hab ich meinen Faden verloren, das ist aber ärgerlich, ähm, ah,
das war noch was mit Konsens, verdammt, ich müsste jetzt einfach mal drei
Minuten Musik einspielen, um den Faden wieder zu finden, das haben wir bei der
Aufnahme auch oft gehabt, dass ich irgendwie woanders abgedriftet bin
gedanklich. ich.
Mensch, was war es denn? Was war es denn? Ich sollte Dinge aufschreiben.
Genau, Konsens.
Daniel
fünf Minuten Pause machen.
Sebastian
Ja,
das ist schön. Dann machen wir es währenddessen, dass ich das Intro laufe und
dann rennen mir die Hörer davon. Ich brauche mal ein neues Intro, glaube ich. Es
wird mal wieder Zeit oder so eine schöne Warteschleifenmusik, so eine
Aufzugmelodie.
Daniel
fange jetzt nicht an zu singen.
Sebastian
Aber du hättest Übung.
Daniel
Das stimmt.
Sebastian
Nein, ich komme nicht mehr drauf. Das passiert wohl auch einfach auch.
Ja, dann überlasse ich dir doch jetzt einfach mal die Themenführung für ein paar
Sekunden.
Wo geht's hin?
Daniel
Bin ein wenig überfordert.
Sebastian
ich auch. Das ist doch gut.
Nein, ich guck mal, ob der Chat noch was zu sagen hat.
Daniel
Wenn vom Chat nichts mehr kommt, dann wird es eine kurze Sendung.
Sebastian
Also ich hab ja erstmal von Regenbogensub noch stehen. Ich finde, die Zeit kann
man sich bewusst nehmen, dieses Lass uns drüber reden.
Ja, ich glaube, ich bin gar nicht sicher, braucht BDSM einfach an sich mehr
Zeit?
Ja, ne?
Daniel
Du meinst jetzt rein Vanilla?
Sebastian
Ich kann ja rein Vanilla, Mein Problem ist, bei rein Vanilla habe ich keine
Fantasie, was man da alles machen kann.
Daniel
ich weiß. Aber
ich glaube, Ich glaube,
oder meiner Meinung nach, braucht BDSM nicht viel mehr Zeit,
um darüber zu reden. Das Problem ist, ich glaube,
viele machen es sonst nicht. Und im BDSM ist es eben ein Teil davon.
Ist das verständlich? Also BDSM, genau, es gehört zur Kultur
und es initialisiert das regelmäßig eben darüber zu reden.
Sebastian
Es gehört zur Kult... Ja,
Daniel
Ich glaube, es wäre aber auch in Nicht-BDSM-Sachen auch genauso gut, genauso
häufig zu reden.
Sebastian
aber bei BDSM ist die Themenfindung, glaube ich, leichter im Zweifel. Ziehst du
dir einfach irgendeinen Fetisch bei FetLife raus und sagst, lass uns darüber
reden. Das wäre eine schöne Kategorie für diese Sendung, dass ich einfach
irgendwie einen Fetisch jedes Mal rauspicke von diesen 50.000 und gucke, dass
ich darüber fünf Minuten irgendwas aus dem Stegreif erzählen kann. Gott, nein.
Nein,
Daniel
Wenn dir nichts einfällt, ein Fetisch.
Sebastian
du wirst nicht glauben, wir quatschen auch fast seit einer Stunde, ne?
Daniel
Oh, ich muss ins Bett.
Sebastian
Ja, genau.
Daniel
Nein, alles gut.
Alles gut.
Sebastian
Lady A. fragt nochmal, es gehört zur Kultur, also Mainstream-Art.
Also ja, ich mag das nochmal unterstützen. Also BDSM macht mehr Spaß, wenn ich
mit meinem Opfer darüber reden kann, was ihm versehentlich zustoßen wird und
sie sich darauf freut.
Daniel
Genau.
Also da, und das macht ja auch noch gerade noch mal teilweise Spaß, dann
Vorandeutungen zu machen.
Sebastian
Ja, wobei ist dann, ist die Frage, ist das noch Kommunikation, wenn man sich da
gegenseitig sein Kopfkino vorsäuselt, ist das nicht dann schon spielen?
Daniel
Ja, stimmt. Es
ist schon spät. Ja.
Sebastian
Also allein diese Vorstellung, dass man dann eben diesen Raum hat, wo dieser
alte Tisch steht mit der Lampe und dann hat man dieses schöne Büttenpapier und
den Federkiel, dass man dann nochmal die Regeln und den Konsens nochmal
notiert
und aushandelt. Das kann ja auch eine sehr schöne Situation sein.
Also ich würde mir da Zeit nehmen, bis sie nicht mehr knien kann.
Daniel
Außer sie sagt, ich knie nie mehr. Das ist nicht mehr im Konsens.
Sebastian
Ja, aber wir handeln ja den Konsens aus, das gehört ja noch nicht zum Spiel,
also muss da gar kein Konsens herrschen.
Daniel
Ah, okay. okay, ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt.
Sebastian
Egal was, die Frage ist ja, kann ich es umgehen?
Daniel
Wobei eigentlich finde ich ja nicht unbedingt, dass umgehen ist das Wichtige.
Sondern, also für mich persönlich, ich mag es ja, wenn
ich sie
durch die eigenen Sachen dazu bringe,
durch die eigenen Worte, dass sie ihre eigenen Worte frisst und so. Und ja, ich
habe es mal so gesagt und dann das so
umdrehen, dass es vielleicht nicht ganz so schön wird. Oder gerade eben genau
die Mischung zwischen schön und nicht so schön.
Sebastian
Das ist dieses, du wolltest doch immer schon mal ausprobieren, wie so ein
Stöckchen ist, das hast du doch mal erwähnt vor zwei Jahren.
Daniel
Genau,
Das Beispiel ist sowas. Ja,
Sebastian
aber arschig und macht Spaß.
Daniel
genau.
Ja,
Sebastian
Magst du uns jetzt erklären, wo deine gelöste Stimmung heute herkommt?
Daniel
ich habe den Nachmittag vor der Sendung genutzt, um jemanden zu quälen.
Sebastian
Okay, ja, gut, damit ist es raus. Und deshalb wolltest du auch so genau wissen,
wann wir loslegen, weil du im Prinzip, das hier ist nur eine Spielpause.
Daniel
genau.
Ich
Sebastian
Okay, es geht also weiter.
Pass auf, dann machen wir das jetzt so. Ich wünsche deiner gequälten Seele neben
dir jetzt einfach schöne weitere Höllenqualen.
Daniel
werde es ausrichten und das Beste machen.
Sebastian
Das ist gut.
Wunderbar. Und dann würde ich sagen, ich verabschiede mich jetzt erst mal von
dir. Ganz, ganz, ganz vielen lieben Dank, dass du bei der Folge mitgemacht hast.
Der Becher ist auch inzwischen bei dir angekommen. Ich kann dir verraten, den
habe ich vorher woanders hingeschickt. Und dann hat derjenige von mir einen
Zettel bekommen, um den dann zu dir zu schicken. Das war fürchterlich. Ich habe
da nicht aufgepasst. Aber das Ding ist da. Es funktioniert. Und es sind bisher
auch nur fünf zu Bruch gegangen. Also es wird.
Daniel
lieben Dank. ich trinke gerne draus
Sebastian
Ja, sehr gerne.
Daniel
und ja, Subbie freut sich auch.
Sebastian
Subbie freut sich auch. Das ist gut. Das nächste muss wahrscheinlich einfach so
ein Napf werden. Das ist dann, naja, ich spinne da ein
Daniel
nee, Napf ist nicht mein Ding.
Sebastian
Muss ja nicht dein Ding sein.
Daniel
Achso, für die anderen, ja, ja, das ist dann,
Sebastian
Aber den kannst du einfach unverdächtig vor die Kirche stellen oder vor die
Gemeindehalle da und kannst da für Hunde da irgendwie und dann hast du die
Botschaft gleich auch vor dem Gotteshaus platziert.
Daniel
mal gucken.
Sebastian
Ja, ein bisschen Guerilla-Werbung machen.
Daniel, Dankeschön. Alles
Daniel
Ja, einen schönen Abend noch und viel Freude im Chat und bei den nächsten
Anrufern, da bin ich dann gespannt
alles zu hören.
Sebastian
klar, mach's gut, tschüss. Tschüss,
Daniel
Tschüss.
Sebastian
schwupps, weg ist er.
Ja, ihr habt gemerkt, das war heute ein bisschen lustiger, aber ich finde, ein
bisschen Humor kann man auch da wunderbar rein integrieren. Und ja, so eine
Nonne in Latex, ich mag ja eigentlich keinen Latex, aber das sieht schon gut
aus.
Ich beantworte erst mal eine Frage aus dem Chat, ob die Tassen spülmaschinenfest
sind. Dazu kann ich sagen, ja, sagt der Hersteller,
aber nein, habe ich noch nicht probiert. Also zehnmal können sie, das weiß ich
vielleicht auch 15 mal, aber da kann ich erst nächstes Jahr mehr zu sagen. Da
weiß ich ziemlich genau, dass das Ding dann 365 Spülgänge durchgehalten hat. Ich
glaube, auf lange Sicht bleibt sowas immer schöner, wenn man es schön von der
Hand, von Subbie spülen lässt oder von Sub, dann ist das auch gepflegt und dann
kann man das ins Spiel gleich einbauen.
So, was habe ich denn? Ich habe zuallererst mal eine Telefonnummer für euch und
ich bin gespannt, ob die Technik mitspielt. Diesmal bin ich auch darauf
vorbereitet, wenn das nicht funktionieren mag. Ich sage mal die Nummer und poste
sie auch mal gleichzeitig in den Chat. Das ist die
05101-911-8952 und
jetzt gucken wir einfach mal, ob sich jemand meldet. Schön wäre es natürlich,
wenn wir noch ein bisschen auf Kirche, Glaube, Religion eingehen. Vielleicht hat
da jemand noch ein paar Ideen oder vielleicht auch eine andere Konfession als
Daniel und mag darüber ein bisschen was sagen.
Das fände ich tatsächlich sehr spannend. Und wie immer, bis jemand anruft, was
mache ich? Ich versuche ein bisschen zu überbrücken, aber nicht mehr so lange
wie letztes Mal. Also tatsächlich ist das so. Wir gucken, ob es hier klingelt.
Wenn das nicht der Fall ist, dann ist die Sendung ein bisschen kürzer. Zum Glück
haben wir es aber auch schon halb zehn. Also ich habe da keine Probleme mit. Und
ganz ehrlich, ich müsste hier theoretisch nochmal so berufsmäßig ein bisschen
was tun heute Nacht. Das hängt jetzt von euch ab, ob ich heute Nacht noch ein
bisschen arbeite. Ah, offenbar arbeite ich heute Nacht nicht mehr. Da ist schon
jemand.
Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich?
Lis
Ich dachte, wir hatten schon mal einen Mail-Kontakt und ist das der perfekte
Abend, um mal anzurufen. Und ja, ich denke, ich hätte auch ein paar Themen und
darf dir dann raussuchen, über was du denn sprechen würdest oder wo du glaubst,
dass andere drauf Lust haben, weil ich mir jetzt ehrlicherweise gar nicht mehr
so sicher bin. Ihr hattet das jetzt so schön locker gehalten, euer Gespräch. Und
ja, ich weiß gerade gar nicht, ob das dann der perfekte Moment tatsächlich noch
ist.
Aber über Religion können wir gerne sprechen. Wir
könnten auch über BDSM-Akzeptanz sprechen und über Outing und über
erste Stammtischbesuche. Ich
Sebastian
Ja, ich würde sagen, wir telefonieren die nächsten vier Wochen einfach jedes Mal
miteinander, dann kriegen wir alles unter.
Oh je, ich habe ganz am Anfang deinen Namen nicht ganz richtig verstanden.
Lis, okay. Hallo Lis erstmal. Ich habe eine Sache vergessen zu erwähnen. Das
gilt auch für dich, einfach damit ich es einmal gesagt habe heute. Ich versuche
mich da auch ein bisschen kurz zu halten. Einmal im Monat gucke ich, wer hat
alles angerufen, dann wird da unter den Leuten ein Becher verlost, man bleibt im
Topf und wenn man irgendwie nächstes Jahr immer noch keinen gewonnen hat, dann
steigt die Chance einfach damit. Also auch du könntest so Kaffeebecherchen von
mir kriegen, wenn du magst, solange ich noch welche habe, klappt das. So viel
vorweg, du hast einfach so schnell angerufen, Entschuldigung. Also ich freue
mich, dass du anrufst und jetzt ist ja, wenn du mir jetzt Themen vorschlägst,
natürlich die Brücke zur Religion ist super, aber da gucken wir, womit du dich
wohlfühlst. Aber lass mich nochmal fragen, bist du gläubig?
Lis
bin evangelisch erzogen und vielleicht, ich denke, du weißt, wer ich
bin, aber die anderen Hörer wissen es nicht, vermutlich zumindest. Zumindest
deswegen, du hattest gerade im Gespräch mit Daniel immer mal wieder
zwei
Fragen von mir in dem langen Gespräch quasi aufgenommen und vorher auch schon
mal ein bisschen angeteasert. Oder anders, ich hatte dich nach der Nummer von
Daniel gefragt, dass ich gemerkt habe, dass zu Corona-Zeiten, wo man keinen
Kontakt mehr zu Menschen großartig hatte, oder ich irgendwann gemerkt habe, dass
BDSM für mich zunehmend wichtig geworden ist oder
ich es einfach nicht mehr aus dem Kopf gekriegt habe
und dann einfach jemanden da zum Reden brauchte. Und du warst so nett, mir eben
die Nummer weiterzugeben. Und dafür wollte ich mich auch nochmal ganz herzlich
bei dir und natürlich auch beim Daniel bedanken, weil ihr eine sehr, sehr große
Hilfe wart in schwierigen Zeiten. und deswegen ist der Podcast neben ganz vielem
anderen auch einfach eine große Hilfe zur Selbsthilfe. Ich
Sebastian
Ja, ich schmelze dahin. Okay, also du hast dich jetzt selber so ein bisschen
enttarnt. Ich bin ja immer nicht sicher, wie weit ich dann, wenn ich meine,
jemanden wiederzuerkennen, wie weit ich da was sagen kann. Deshalb bin ich da
immer ein bisschen vorsichtig.
Also darf ich ein bisschen was verraten, was ich noch so im Hinterkopf habe, was
bei dir schwierig war? Oder möchtest du selber was erzählen? Dann kannst du
nämlich auch gucken, was du davon erzählen möchtest hier.
Lis
schaue doch mal an und ich schaue, wo gut ist und wo ich einsteigen kann oder wo
ich so das Gefühl habe, okay, das würde ich gerne ein bisschen näher erklären.
Sebastian
Okay,
das ist eine ganz fiese Falle. Ich hoffe, ich verwechsel dich nicht. Ich habe
jetzt auch nicht nachgeguckt. Das ist jetzt aus dem Gehirn. Ich glaube, du warst
verlobt und
Lis
Ja, das ist richtig. Die
Sebastian
hast aber festgestellt, also das hast du eben ja schon gesagt, BDSM wird dir
wichtiger und dein Verlobter kann das nicht teilen.
Genau. Und die Verlobung ist inzwischen aber gelöst.
Lis
Verlobung haben wir ungefähr vor drei Monaten gelöst, ja. Also
Sebastian
Und BDSM war da tatsächlich ein wichtiger Faktor.
Lis
ganz ehrlicherweise war das der einzige Grund, warum wir uns getrennt
haben.
Also ich weiß
das im Prinzip, oder die vier Buchstaben weiß ich, seit ich 17 bin und habe
lange Zeit geglaubt, ich habe das auch für mich akzeptiert.
Bis ich dann irgendwann Anfang dieses Jahres merken musste, nein, nur weil man
weiß, dass das so ist, heißt das noch lange, lange nicht,
dass man es irgendwie auch verinnerlicht hat,
dass man es für sich selbst so annehmen kann. Und eben,
ich fand hauptsächlich die Folge mit der Leona Stahlmann auch, das war
für mich so ein bisschen so ein
Lichtmoment, also so ein Lichtgehen-Moment, wenn man
so möchte. Was sie da über Neigung und Identität erzählt hat, war
unglaublich spannend und mit dem Wissen dazu und dann auch irgendwie gab es
um die Zeit herum relativ viele Folgen, wo es auch um Konsens ging. und beides
zusammen dann irgendwie dazu geführt,
dass ich mir eigentlich zunehmend sicherer geworden bin, dass es so einfach
nicht reicht. Ich weiß halt nicht, ich bin da wahrscheinlich
Sebastian
Darf ich was zwischenfragen? Hast du vor deinem Verlobten schon mal BDSM
ausgelebt tatsächlich? Tatsächlich.
Lis
jein. Also eben, ich habe es lange gewusst. Ich habe
das meinen Ex-Freunden auch gesagt, dass ich so bin und die
haben sich eigentlich alle ein Stück weit darauf eingelassen. Es war aber
tatsächlich so, direkt bevor ich meinen Ex-Verlobten kennengelernt habe, hatte
ich eine Spielbeziehung, wo ich mich mit dem Menschen so zwei, dreimal getroffen
habe und wir beide aber neu waren oder noch
nicht weiter da gegangen waren. Also das war alles noch sehr oberflächlich,
würde ich jetzt sagen.
Nichtsdestotrotz hatte ich damals so das Gefühl, hey, ich kann das erste Mal,
Ich habe nie akzeptieren können für mich und da war es das erste Mal, dass ich
so das Gefühl hatte, ich darf so sein, wie ich bin und das ist irgendwie gerade
schön.
Auch der Moment, ich war ungefähr 24, jetzt bin ich 31,
wo ich das dann irgendwann meiner Mutter mal auf einer langen Autofahrt erzählt
habe und retrospektiv ein bisschen jung und naiv. Ich weiß nicht, ob ich es
jetzt erzählt hätte, aber dadurch, dass meine Eltern das jetzt wissen, muss ich
sagen, bin ich insgesamt da sehr froh drüber. Also das ist auch so ein Punkt,
wo
ich
Sebastian
Das heißt, du hast ja schon mal einen Vorteil, denn du hast das schon mal
ausprobiert und wusstest in etwa, was es ist, was du vermisst.
Lis
den Spielpartner hatte, wusste ich, dass ich das gern möchte. Also ich kann dir
nicht so richtig sagen, warum und wieso und weshalb. Aber ja, dadurch, dass ich
die Nase schon mal reingesteckt habe, hat es wahrscheinlich nicht besser
gemacht, was so Sehnsucht oder unerfüllte Sehnsucht.
Sebastian
In dem Sinne hast du wirklich einen Vorteil gegenüber Menschen, die jetzt zum
Beispiel seit 25 Jahren verheiratet sind und die haben zwar Ideen und Fantasien,
aber sie haben es nie ausprobiert. und dann alles auf eine Karte zu setzen und
zu sagen, ich mache das jetzt oder ich trenne mich jetzt erstmal, weil das macht
man ja so und man weiß aber noch gar nicht, ob es einem wirklich oder was einem
wirklich da Spaß macht. Da ist die Schwelle ja nochmal viel, viel größer.
Lis
Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Auf der anderen Seite, also ich bin devot
und ich bin masochistisch veranlagt und gerade mit Masochismus kann man ja ein
Stück weit es schon auch selbst ausprobieren. Also das heißt so ganz, ganz,
ganz, ganz unklar ist das zumindest in der Beziehung mit diesem
ersten Spielpartner nicht gewesen.
Für mich war es einfach so, eben zu dem Zeitpunkt, ja, wie ich mich irgendwie
befreit und glücklich gefühlt und habe gerade dann eben meinen Ex-Verlobten
kennengelernt und mich in ihn verliebt und er hatte halt, ja,
wir haben einfach menschlich unglaublich gut zusammengepasst und ich wusste aber
damals schon, dass die Gefahr bestehen könnte, dass das mal sehr schmerzhaft
wäre.
Sebastian
Hat er das klar formuliert? Das ist Teufelszeug, das machen wir nicht. Also
nein, natürlich nicht so, aber du wirst ja versucht haben, mit ihm da auch einen
Weg zu finden.
Lis
Ich war sogar so, dass bevor wir überhaupt zusammengekommen sind, dass ich ihm
das erzählt habe,
nach einer etwas lustigen Partynacht und er wusste
das von mir und er hat sich am Anfang da auch ein Stück weit drauf eingelassen.
Ich erkläre mir das so ein bisschen über, naja, man ist verliebt und mit
Verliebtsein ändert sich so ein bisschen auch das Hormonprofil und ich glaube,
dass Menschen einfach generell nochmal vielleicht offener und ein bisschen auch
so
verändert, dass er zunehmend festgestellt hat, dass es einfach ihm nichts gibt
und er wirklich nur für mich
eigentlich so ein Versuch hat,
da hat
er halt gesagt, ja, er würde mich, oder ich glaube, er hätte mich schon
geheiratet. Das
ist einfach nicht optimal, aber ich bin einfach, hatte
ich einen gewissen, noch
mal klar geworden, es gibt Menschen, denen geht es so viel schlechter, auch
nutzen und nicht nur
nebenher leben.
Sebastian
Darf ich mal fragen, wie alt du bist?
31. Ja, das ist Das ist definitiv jung. Da hast du noch alle Möglichkeiten.
Ach, das ist jung. Also aus meiner Sicht ist das eindeutig jung.
Man hätte ja aber auch Lösungen finden können. Also mal gucken, ob das überhaupt
Lösungen sind. Also ich werfe jetzt auch mal das Thema Poly einfach mal in den
Ring. Man kann ja sagen, dann machst du das halt mit jemand anderem und wir sind
halt verheiratet. Ist doch auch super.
Lis
Nach langen Reden und Kommunikation und keine Ahnung an dem Punkt, also ihm war
klar, mir geht es damit nicht gut, aber für ihn war es halt, er hat sich halt
andere Hobbys gesucht und andere Beschäftigung und hat halt gemeint, ja, tu dir
doch auch was anderes, dann geht das schon weg. Und er hat zwar gesehen, es geht
mir nicht gut, aber ich glaube, ihm war nicht klar, wie elementar das für mich
war. Und ich habe halt wirklich an einem gewissen Punkt Gedanken
nicht mehr aus dem Kopf, gar nicht. Also in
dem Moment habe ich dann halt,
Sebastian
Völlig in Ordnung. Du darfst erzählen, was und wie du möchtest.
Okay, also einfache Frage. Beziehung öffnen, Spielpartner, Poly, wäre das eine
Option gewesen. Also Poly im Sinne von du suchst dir ein anderes Hobby, ist ja
leider Gottes nicht damit gemeint.
Lis
wir waren dann irgendwann an dem Punkt,
wo er dann halt klar kommuniziert hat, hey, nur
für mich und dann für mich klar, das wird funktionieren und wir werden damit
unglücklich werden.
Wir
waren ja dann irgendwie total flüchtig
geworden. Dann
der Grund für mich zu sagen, ich
weitermache, ich kann so nicht weitermachen und entweder Beziehung öffnen oder
trennen.
Sebastian
Das ist natürlich schon heftig, da die Pistole auf die Brust zu setzen.
Lis
die Entscheidung überlassen hat, aber
der
Sebastian
Sehr pragmatisch.
Lis
Rest ist so super und der Rest ist so perfekt, warum soll man es nicht trotzdem?
Aber es ist
halt so, dass ich das immer mal wieder und ich habe mir immer mal wieder mehr
gewünscht und er hat ein Stück weit ja auch versucht, mir da entgegenzukommen,
aber eben, man möchte ja nicht, dass man
irgendwann so toxisch werden, dass man sich gegenseitig eher
Sebastian
Okay, lass mich da mal also ich mag einmal eine Aussage
treffen, weil das ist ja immer dieser große Konflikt und ich finde immer, man
kann und darf Man darf nicht von seinem Partner verlangen, ich brauche das,
jetzt mach das mit mir. Und umgekehrt kann man aber auch nicht zu seinem Partner
sagen, du brauchst das zwar und willst das, aber ich mache es nicht, lebe
ohne. Das ist eine sehr heftige Forderung
jeweils.
Was hat er denn gemacht, wie ist er dir denn entgegengekommen, wenn
du das erzählen magst?
Lis
schon
nicht ein bisschen geärgert, ein bisschen Schmerzen zugefügt, aber eben hat sich
damit halt unwohl gefühlt und das hat man gemerkt und darunter hat dann halt
auch unser gesamtes Sexualleben eigentlich gelitten. Es ist halt irgendwie immer
seltener geworden und fast zu einer platonischen Beziehung.
Sebastian
das wird dann unangenehm für beide, weil so die Situation, dann vermeidet man
die natürlich, klar.
Lis
Genau und ich wollte
natürlich mehr und bin dann immer wieder gegen eine Wand gelaufen und egal wie
kommunikativ ich versucht habe, das zu lösen, es hat einfach nicht funktioniert.
Und ja, klar ist es hart zu sagen, Pistole auf die Brust und ich Ich habe
mich lange, lange schuldig gefühlt, dass ich der Grund bin, warum die Beziehung
gerade...
Sebastian
Ja, da gehören ja immer zwei dazu.
Lis
Ich
weiß auch nicht, ob Schuld, das kann ich jetzt retrospektiv sagen, ob Schuld da
tatsächlich der richtige Ausdruck ist. Ich denke, es ist es nicht. Wir haben da
nicht zusammengepasst und perspektivisch,
wir wären unglücklich geworden. Und die Beziehung wäre, da bin ich mir
eigentlich sehr sicher, über kurz oder lang, das hätte es nicht überlebt. Jetzt
war ich aber in der Zwickmühle, weil, und das ist so ein bisschen auch für mich
der Bogen zu Religion und Glaube, weil eben evangelisch erzogen, ich komme
aus einer recht konservativen Familie, habe gute Beziehungen zu meinen Eltern
und bin ein bisschen auch in einer Großfamilie aufgewachsen, wo Familie und
christliche Werte und Zusammenhalt und
einfach die Werte, die Christentum,
so ein bisschen die dahinterstehen, was da sehr, sehr wichtig ist. Das heißt,
mir ist es gar nicht wichtig, dass ich jeden Sonntag in die Kirche gehen kann,
aber mir ist es wichtig, dass die Werte, die mir vorgelebt werden, dass ich die
berücksichtige und darauf habe ich ein Stück weit mein Leben gebaut.
Und jetzt habe ich diese, ich sage mal Identität, weil anders mag ich es nicht
ausdrücken, alles andere macht in meinen Augen keinen Sinn. Viele
Menschen, die Poly leben und die irgendwie sehr alternativ unterwegs sind, was
schön ist, weil offen ist, aber so komplett der Mitreit, dem entgegensteht,
womit ich groß geworden bin,
was ich ja eigentlich möchte, weil so tief in mir ist
Konflikt, muss ich sagen. Also ich glaube, das war auch der Hauptgrund, warum
ich die ganzen Jahre immer wieder vorsichtig war und warum ich mich auch
überhaupt auf
Partner eingelassen habe.
Sebastian
Lady A hat noch eine Frage gestellt und ich glaube, ich kenne die Antwort
schon. Also ich werfe mal rein, don't ask, don't tell. Also sprich, man macht
was und es ist also die klare Absprache, dass man nicht drüber redet und dann
guckt man eben doch, dass man was macht. Aber ich glaube, das ist ein
Gewissensding bei dir, ne?
Lis
Ja, tatsächlich. Also ich glaube, ich
habe den Teil von mir immer wieder bewusst
ein Stück weit verdrängt, einfach weil ich die Lösung nicht gesehen habe und
weil ich wusste, wenn wir das irgendwie mehr zum Thema machen,
wird es schief gehen. Und das, was wir schon hatten, war, ja ich weiß nicht, ich
habe in gewissen Alltagsdingen ganz gerne ihm die Führung überlassen. Und das
hat sich halt auch in die Beziehung so ein bisschen eingeschlichen, aber dann
eben auch ohne, dass er das gesehen hat. Und auch das hat mich zu einem gewissen
Punkt dann irgendwann frustriert. Ich
Sebastian
Ach so, das ist so ein bisschen, also ich sage mal, den Dom, den du hättest,
gern in sein Verhalten reininterpretieren. Darf ich das so sagen? Oh,
Lis
glaube, ein bisschen ist es das, wobei er eben überhaupt nicht dominant ist. Und
ich habe dann spannenderweise mal mit Freundinnen so retrospektiv drüber
gesprochen, also so zwei, drei sehr gute Freundinnen, die uns teilweise beide
kennen, denen habe ich das erzählt. Und die eine habe ich mal gefragt, hey, was
ist dir in unserer Beziehung aufgefallen? Und dann kam ganz schnell und sehr
klar von ihr, ja, das wäre dominant.
Genau, also mein Partner sei dominant aufgetreten. Und ich
habe gemeint, hey, im Prinzip hast du recht, nur dass es irgendwie doch nicht so
ist.
Dazu noch sagen, eben, wie das
Ganze war und so schwer mir letzten Endes die Entscheidung gefallen ist, hat
mich ab einem bestimmten Punkt einfach, ich weiß nicht, das war einfach wie ein
innerer Drang. Und ich glaube, das ist halt auch so ein bisschen, habe
ich mir lange Gedanken darüber zugemacht, warum ist das so und warum bin ich so
und vor allen Dingen, wie soll ich damit umgehen. Und da
kann man sagen, ich bin gesund
Sebastian
das ist aber eine sehr logische Herangehensweise.
Lass mich mal gucken, ob du da vielleicht schon einen Schritt weiter bist. Also
ich behalte mal im Hinterkopf die Frage, was dann passiert ist so. Aber jetzt
mag ich mal wissen, wenn ihr die Verlobung gelöst habt, gehabt, was ist seitdem
passiert? Hast du seitdem vielleicht das gefunden, was du suchst?
Lis
Menschen kennengelernt, die mich da sehr offen empfangen haben, was mir sehr gut
getan hat. Was einem irgendwie, ja, also was mich weniger zweifeln lässt,
Sebastian
Ich bin jetzt gerade in so einem leichten Konflikt, weil auf der einen Seite mag
ich da mehr wissen, auf der anderen Seite mag ich aber die Chronologie noch ein
bisschen einhalten. Du hast ja nicht dann gesagt von heute auf morgen, lieber
Verlobter, das war es jetzt, sondern ich
formuliere das jetzt mal und wenn ich das nicht hätte sagen sollen, dann
schneiden wir einfach. Aber soweit ich das weiß, gab es noch ein Gespräch mit
dem Pastor, also eine Beratung. Und da bist du
auf etwas gestoßen. Das fand ich nämlich ganz spannend, zumindest was ich noch im
Hinterkopf habe.
Lis
telefoniert dann Daniel gegenüber, habe ich
gesagt, ich möchte so nicht weiterleben und ich möchte nicht der Mensch
sein. Und von ihm ist das erste Mal gekommen, dass ich
gesagt habe, ich muss
mich irgendwie auch selbst lieb haben. Wie
kann Liebe genug sein?
Entschuldigung, jetzt habe ich dich unterbrochen, aber eben Corona. Und ich
wollte das nicht anbieten. Ich arbeite nicht in Deutschland, sondern in der Schweiz.
Und das ist so schwierig, dass ich gesagt habe, okay, lieber
gesucht. Und ich
Sebastian
Ganz kurz, hast du mit ihm gesprochen oder habt ihr mit ihm gesprochen? Also
Lis
habe mit ihm gesprochen zu einem Zeitpunkt, wo wir
Urlaub gehabt hätten und aber schon gesagt haben, wir verbringen den Urlaub
getrennt. Und auch schon klar war, ich kann nicht ohne, es geht nicht. Ich habe
Angst
damit irgendwie darunter psychisch zu sehr zu leiden.
Also dieses Gefühl.
Und für mich war das dann, ich
Sebastian
du hast die Entscheidung im Prinzip schon getroffen und hast so eine Art
Absolution gesucht?
Lis
mache es meinen Eltern damit leichter. Spannenderweise ist es so gewesen,
wahrscheinlich
eben, weil ich genau, weil er so eine zentral wichtige Position halt irgendwie
für meine Familie auch hat und damit irgendwie auch für mich mit hat und gesagt
hat, man
Sebastian
Okay, ich habe
so ein bisschen einen Schalk im Nacken. Du bist aber nicht hinterher zu deinen
Eltern gerannt und hast gesagt, der Pfarrer sagt, ich muss die Verlobung lösen.
Entschuldigung.
Aber das ist natürlich, man ist so erleichtert doch dann, dann macht man doch
genau sowas.
Lis
kann ja irgendwie das und das, was schwierig oder so. Also es ist nichts
dazu zu sagen, außer die
Kommunikation, wo
ich mir ganz sicher bin. Wenn
ich mit ihm hingehen könnte, dann erzähle ich, hat
Sebastian
Du hattest das eben in so einem halben Nebensatz gesagt, aber ich glaube, da
frage ich jetzt einfach ins Leere. Der Pfarrer hatte Lösungsideen? Hatte der
Vorschläge?
Also Alternativen zum Das-wird-nix?
Lis
er mir vorgeschlagen.
Aber eben hatten wir ja drüber geredet oder damals schon drüber geredet und ich
war mir schon ziemlich sicher, dass das nicht in Frage kommt. Aber alleine, dass
er das vorgeschlagen hat, fand ich auch groß. Wie soll ich sagen, das von ihm
kam als Vorschlag, ohne dass ich das aktiv angesprochen habe. Im
Sebastian
Du sagst ständig Pfarrer. Du meinst einen katholischen Pfarrer tatsächlich?
Lis
Evangelischen. Das
Sebastian
Ich dachte, das ist ein Pastor dann, okay, da bin ich nicht ganz fit, verdammt.
Sonst hätte ich sofort gesagt, schick den her.
Lis
ist ein gewohntes Recht, das sich
Sebastian
Ich kenne mich da nicht aus, ein katholischer Pfarrer wäre tatsächlich ein
Gesprächspartner, den ich sehr gerne hätte. hätte, selbst wenn er BDSM total
ablehnt, würde mich trotzdem diese Einstellung interessieren. Und warum?
Lis
mit dir zu motivieren. Ein
sehr, sehr offener Mensch und ich wollte einfach sagen, dass es auch so gehen
kann und dass man manchmal vielleicht Ängste hat und irgendwie jahrelang hat und
dann merkt, die Umwelt reagiert vielleicht gar nicht so negativ, wie man das...
Ja, also das ist auch gar nicht das, was ich gedacht habe, sondern so dieses
Vor-mir-Selbst-Rechten
Sebastian
Stigma, es
Lis
habt ihr mich so groß an.
Sebastian
ist ja auch eine Verlobung, das ist ja noch keine Ehe, das ist ja auch gerade
eine Zeit, wo man ja eben dann doch nochmal sehr genau prüft.
Wobei dann eigentlich ist es ein Heiratsversprechen, also ich bin gerade nicht
sicher.
Lis
Ja, und
eigentlich wollten wir, waren wir auch an dem Punkt, wo wir Kinder wollten.
Sebastian
Ja,
Lis
Also wir waren uns da schon sehr, sehr sicher, dass wir das wollen. Und ich war
mir wirklich sicher und ich habe nicht damit gerechnet, dass es,
weißt du, dass man irgendwie, dass
dieses Verlangen auf einmal so schlimm da ist und vor allem, dass es nicht mehr
weggeht. Und ich meine, ich hatte ja auch vorher schon so ein bisschen für mich
so Strategien entwickelt, die helfen können, dass es
Sebastian
okay,
Lis
funktioniert.
Sebastian
was sind das für Strategien tatsächlich? Ich werfe noch kurz ein, ich habe
gerade im Chat gelesen, Jasmin sagt, Priester sind katholisch, Pfarrer sind
beide.
Also,
man lernt ja immer dazu. Also Strategien, dass du damit besser umgehen kannst
oder damit es dir nicht so weh tut oder was für Strategien meinst du?
Lis
Strategien, dass, wenn es mir fehlt, nicht so wichtig ist. Aber ich glaube, die
Hauptstrategie war einfach Verdrängung. Und irgendwie unterbewusst immer dieses
Wissen, wenn ich davon mehr will, als das, was ich jetzt haben kann,
ist die große Gefahr, dass es nicht funktionieren wird.
Das wusste ich, glaube ich, deswegen habe ich die ganze Zeit, als wir dann in
der Schweiz waren, auch nie drüber nachgedacht, zu einem Stammtisch zu gehen
oder so. Auch dann nicht, als unsere sexuelle Beziehung zunehmend schwieriger
geworden ist.
sondern es hat halt wirklich bis Anfang dieses Jahres und eben Corona und
Isolation und er macht trotzdem irgendwie gefühlt hunderttausend Dinge, nur
nicht das, wo ich das Gefühl habe, das wäre für uns jetzt wichtig und eben diese
berufliche Erfahrung, ich glaube, da haben einfach mehrere Sachen
zusammengeführt, die dann getriggert haben, dass es nicht
Sebastian
Ja, ich glaube, da muss man auch keine, also ich glaube, da ist viel das Gefühl
von Schuld irgendwie mit drin.
Lis
mehr ging. Man
Sebastian
Aber wenn man an der Stelle nicht zusammenpasst, dann ist das ja niemandes
Schuld. Also man kann ja, also
Lis
verstehen, oder? Also ich meine, das ist halt ein Gefühl und Gefühle,
klar kannst du das sagen und du kannst das von jemandem hören und der sagt dir,
hey, da bist du nicht dran schuld, aber das dann wirklich für sich anzunehmen,
ist nochmal schwieriger, finde ich. Das
Sebastian
ich
Lis
braucht halt einen gewissen Verarbeitungsprozess und mittlerweile kann ich
sagen, das ist so und du hast recht, aber zwischenzeitlich habe ich mich damit
sehr schwer getan. Ich
Sebastian
mal überlegen gerade. Also die LGB-Community, LGBT-Plus-Community, man muss ja
mal alles dazu sagen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich da jetzt mich nicht in
den Nesseln setze, aber ich glaube dieses, ich bin BDSMer und das
ist halt so und das ist zu akzeptieren.
Ich bin mir nicht sicher, ob das okay ist, das auf dieselbe Stufe zu stellen wie
zum Beispiel, ich bin homosexuell und das ist eben so und jeder Versuch daran
etwas wegzutherapieren oder auszureden oder zu ignorieren, der
führt einfach nur dazu, dass da ein Mensch ist, der einfach kreuzunglücklich ist
und krank wird und der einfach ein fürchterliches Leben hat. Ich weiß nicht, ob
das wirklich dieselbe Stufe ist, das kann ich nicht sagen, weil ich die
Erfahrung nicht habe, aber ich glaube, deshalb kann man da auch nicht mit Schuld
argumentieren, sondern das ist halt so.
Lis
kann halt nur für mich sprechen, oder?
Und da hätte ich eine Möglichkeit gesehen, für mich realistisch
irgendwie diese Beziehung zu retten, irgendwie
irgendwas zu machen, dass ich nicht das Problem bin. Ich glaube, ich hätte es
sofort gemacht. Aber alleine der Gedanke an irgendwie eine Therapie oder den
Versuch, das auch nur ansatzweise wegtherapieren zu lassen, hat mir so unglaublich
Angst gemacht. Ich meine, ich habe es auch nicht probiert. Das ist wirklich so.
Aber es hat mir so unglaublich Angst gemacht, dass es mir damit eben schlecht
gehen würde oder dass es nicht funktioniert. Oder, ich
weiß nicht, ich habe das Gefühl, es gibt einfach Persönlichkeitsanteile von mir,
die relativ nah daran gelagert sind, weiß ich nicht, Sachen gut
machen wollen oder Menschen nicht enttäuschen wollen oder geht so in die
Richtung.
Und vieles davon mag ich ja an mir. Und ich meine, was würde das denn für ein
Mensch aus mir machen, wenn ich jetzt radikal versuchen würde, das therapieren
zu lassen. Und eben die Angst,
Sebastian
Genau.
Lis
dass einem damit erst richtig, richtig schlecht geht, oder? Die viel zu tief.
Also ich glaube, ich hätte alles probiert, aber das nicht.
Kann ich ganz klar so sagen. Ich würde
Sebastian
Die Frage kam im Chat, ich weiß nicht mehr von wem, das ist schon wieder lange
an mir vorbei gescrollt. Aber das interessiert mich natürlich schon.
Sagen wir mal so, du schaffst es und hast den richtigen Menschen gefunden. Das
Gebet wurde erhört.
Und BDSM, genauso wie du es dir wünschst, passiert. Was ist das für eine Art
BDSM? Also ja, du bist unten, das weiß ich schon.
Aber wo sagst du, das sind die Dinge, da bin ich neugierig. das kann mir
Erfüllung geben, das ist gut für mich, das wird mir gut tun.
Lis
wahrscheinlich ein Stück weit Richtung 24/7 gehen. Oder zumindest mit Aspekten
davon. Also irgendwie im Sinne von, es gäbe Regeln und
denen müsste ich mich richten und wenn nicht befolgt, dann eben
Konsequenzen.
Und es wäre eben, wenn ich mir das jetzt raussuchen dürfte, oder? Dann hätte ich
gern den einen Partner, mit dem ich das machen kann und mit diesem einen Partner
hätte ich dann gerne auch Kinder. Also es ist immer noch so ein bisschen dieser
rosa-rote Traum. Und ich weiß halt nicht, und das ist der Preis für die
Entscheidung, ob ich das haben werde und momentan ist es absolut okay
und ich denke, momentan ist der richtige Moment, um das auszuprobieren
und da einfach mal ganz offen ranzugehen und zu sagen, hey, ich kann es eh nicht
beeinflussen, also versuche ich es mal auf mich zukommen,
Sebastian
Das kannst du beeinflussen, tatsächlich, also indem du es formulieren kannst,
das allein hilft schon. Du hast natürlich jetzt die große Herausforderung vor
dir, nicht nur jemanden zu finden, der sagt, ja, BDSM und spielt oben, sondern
dann hast du jetzt auch noch diese eine Million Praktiken und Dinge und
Gedanken, die jetzt irgendwie noch zusammenpassen sollen. Also da kommt ja
wieder der nächste Konflikt quasi, sag ich mal.
Aber es ist möglich, das kann ich dir mit Sicherheit sagen, dass das geht und
das ist
Lis
Podcast halt schon transportiert hat, ist egal wie schwierig und egal wie lange
manchmal, aber irgendwie findet man dann den Menschen und das fand ich sehr
tröstlich, den Gedanken und habe gedacht, hey, wenn der Sebastian das so sagt,
Dann ist die
Sebastian
Okay, dann hoffe ich, dass ich damit recht gehabt haben werde, um Himmels
Willen. Wenn es dann soweit ist, sag bitte mal Bescheid, dann bin ich
rehabilitiert, wenn ich mich soweit aus dem Fenster lehne.
Lis
Interpretation, oder? Aber es ist eine schöne,
normale
Vanillaebene, wo es ja schon schwierig ist, den richtigen Menschen zu finden,
mit dem du dich unterhalten kannst, mit dem du Normen und Werte teilst, mit dem
du Interessen teilst. Ich meine, allein das ist super schwierig und dann
begegnet man jemanden und ich
Sebastian
das ist dann tatsächlich ein Poly-Argument, dass man eben schaut, dass ich
die Menschen mehrzahl finde, damit
ich meine Erfüllung auch finden kann.
Weil klar, es ist natürlich illusorisch zu denken, dass alles hundertprozentig
passt. Das wird nicht gehen, aber dafür handelt man ja diesen Konsens
tatsächlich aus, um zu gucken, was brauche ich denn, um glücklich zu sein. Für
den einen ist es der voll ausgestattete Spielkeller mit dem Dom, der immer nur
schwarz trägt und für den anderen ist es eben, ich weiß nicht, ein bisschen Seil
und ein paar Hawaii-Hemden, sag ich mal und einfach Spaß an der Sache und dann
macht das eben auch Spaß.
Aber ich glaube, da kann man immer schön aufeinander zugehen und auch gemeinsam
Dinge entdecken und das ist ja auch nochmal das, was richtig Spaß macht.
Lis
habe so ein bisschen die Hoffnung, dass gerade beim BDSM-Bereich, klar sollten
sich da so die Grundneigungen irgendwie ergänzen, also es wäre blöd, wenn ich
jemanden finde, den ich toll finde und der dann aber irgendwie so tickt wie ich
und zwar genauso tickt wie ich
und eben vielleicht dann nicht dominant ist, das würde glaube ich dann eben auch
nicht funktionieren. Aber ich meine, von dieser
Spielwiese kann man ja auch einfach Sachen erst mal zusammen abstecken und dann
gucken, wo man sich hin entwickelt. Also das sehe ich gar nicht so schwarz. Das
ist eher so dieses beide Ebenen zusammen und dann den Menschen finden. Aber hey,
ich
denke mir, irgendwie reicht
ja hoffentlich doch bald
Sebastian
Also ich zitiere mal Regenbogens, die hat gerade im Chat was Schönes
geschrieben.
Lis
immerhin. Und
Sebastian
Wenn man erstmal in der Community ist, dann wird es auch leichter, die richtige
Person zu finden oder zu treffen. Und das stimmt, weil alle, die dort auf
Stammtischen sind oder Partys, die haben so mal eins gemeinsam. Mit BDSM können
sie was anfangen. So, und dann ist ja schon mal, also dann ist ja schon mal ein
Anfang gemacht. Genau.
Lis
sie gehen relativ offen damit um und verstecken das nicht. Das ist genau
Sebastian
da mag ich dich jetzt nochmal so ein bisschen Richtung Richtung
Abschlussfragen, dieses offen damit umgehen.
Ich habe so ein bisschen die Hoffnung, dass wir uns irgendwann noch mal
unterhalten.
Ich meine rauszuhören, du bist so der Mensch, der gerne einen Halsreif
öffentlich tragen möchte. Und der gehört jemandem und zu jemandem und ist ein
starkes Symbol,
wenn jetzt kein Beruf oder so dagegen spricht.
Lis
Punkt.
Sebastian
Wenn es nicht so wäre, also sagen wir mal in der Freizeit.
Lis
Wie
Sebastian
Also wäre das so eines deiner Kinks, wo du sagst, Ja, das würde mir ein Stück
weit Erfüllung geben, die 300 Gramm am Hals.
Lis
300 Gramm am Hals sind, weiß ich nicht, aber der Gedanke dahinter wahrscheinlich
schon.
Sebastian
Okay, jetzt ist zumindest erotisch der Gedanke.
Lis
Ja, das kann man so sagen.
Sebastian
Okay.
Lis
Aber um vielleicht noch was Schönes zum Abschluss zu sagen und hier nicht die
ganze Zeit, ja, also ich meine, es ist ja schon ein bisschen, ihr hattet so eine
unbeschwerte, schöne Unterhaltung und ich habe das Gefühl, ich habe das so ein
bisschen, ja, wieder ins Schwere gezogen. Deswegen vielleicht zum Abschließen
noch etwas Schönes. Meine erste Stammtisch-Erfahrung, die war, wie gesagt, sehr
toll und sehr offene Menschen. Und witzigerweise, ich bin da hingekommen und
habe sicher
die erste Stunde irgendwie da gesessen und irgendwie dieses Wasserglas da
festgehalten oder was auch immer drin war und wirklich mich permanent daran
erinnert, okay, man sollte sich auch entspannen, locker lassen und es waren
wirklich alle nett. Also es lag nicht daran, dass ich irgendwie in der, so wie
du das erzählt hattest, oder bei deinem ersten Besuch irgendwie ignoriert worden
wäre, sondern es wurde gefragt, aber auch nicht so gefragt, dass ich jetzt
irgendwie, dass da Druck aufgebaut wurde. Also es war wirklich angenehm, aber,
und das wieso die, wegen
Corona, sondern
die irgendwie, warum auch immer, am Stuhl fest,
Sebastian
Ja, also ich werde da bestimmt nichts schneiden, ganz ehrlich.
Huch, jetzt höre ich nichts mehr.
Jetzt ist sie weg. Sie hat aber gesagt, sie ruft noch mal an, sobald es
funktioniert. Und siehe da, hallihallo.
So, waren ja jetzt nur fünf Minuten.
keine Ahnung. Also es ist noch nie passiert tatsächlich, dass mein Stream dann
plötzlich weg war und ich hoffe, dass die Hörer, die müssen glaube ich ihren
Player noch einmal neu starten, damit das funktioniert, also geben wir ihnen
jetzt noch ein paar Sekunden Zeit, bevor wir hier wieder einsteigen und weiter
erzählen.
Lis
an einer ganz anderen Stelle gehört, als jetzt gerade am Telefon live.
Sebastian
Ja, geben wir ihnen ein Momentchen und
interessant. Das kann ich dann morgen gleich ins Backboard reinmelden und jetzt
rufen mir auch gerade Menschen tatsächlich an.
Angeblich habe ich drei offene Verbindungen. Also irgendwie stimmt. Aber ganz
ehrlich, ich habe gehört, dass es bei anderen viel schlimmer ist. Von daher,
hier geht das. Und ich habe neulich bei Instagram eine Live-Schalte gesehen, die
ist so in die Hose gegangen. Das war so fürchterlich und da waren nur noch fünf
Menschen übrig zum Schluss. Da habe ich ja richtig Glück. So,
der Cliffhanger war ja jetzt, dass du erzählt hast, erster Stammtisch, ich fasse
es nochmal zusammen erst ein bisschen still du hast dich am Wasserglas festgehalten
und hinterher wurdest du von Seilen am Stuhl festgehalten und dann waren wir weg
Lis
und eben so dieses Fesselerlebnis
war für mich einfach unglaublich intensiv, weil eben,
wie gesagt, ich weiß ja relativ lange schon, dass ich BDSM mag, ich weiß relativ
lange, okay, ich mag gefesselt sein, aber ich kannte das nur mit Manschetten und
ich habe immer gedacht, bei Seilen, ja, das,
was mich dann interessiert. Und dann habe ich während dieses ersten
Stammtischabends, der eh schon super spannend für mich war, da habe ich so
viele neue Eindrücke dann gesammelt, hey, das ist eine komplette Fehleinschätzung
gewesen. Das ist irgendwie so unglaublich schön, gerade vollständig bei mir zu
sein und das Seil zu spüren und den Menschen zu spüren, der das gerade macht und
Monate
her. Aber ich bin ganz so richtig drüber gekommen und ich weiß jetzt ganz
sicher, dass ich Seile
Sebastian
also wenn du das so erzählst das klingt total toll
ich bräuchte ja
ich ich
Lis
Seite aus, oder? Es ist einfach rein von der passiven Seite aus.
Sebastian
glaube diese Magie und ich fürchte, wenn ich damit erstmal anfange, dann könnte
es sein, dass das Podcastsubbie das auch gut findet und dann komme ich aus der
Nummer nie wieder raus
Aber ich bin bemüht. Also Gruß an Madame Salomé. Ich bin bemüht. Ich
werde auch wieder anfangen, diesen einen Knoten zu üben, den du mir gezeigt
hast. Ich arbeite daran.
Naja, aber besser kann doch ein erster Stammtisch gar nicht laufen und wenn du
das so genossen hast, ja super. Das macht Lust auf mehr, ne? Man will steigern.
Also
Lis
Ich arbeite in der Schweiz und jetzt überlege ich sogar, ob ich
eventuell vielleicht zu einer nur kleinen, Also das muss man dazu sagen, kleine
Stammtischparty und wirklich nur vom Stammtisch halt gehen würde. Und für
mich von gefühlt 0 auf 100 und mit einem Tempo 180 auf der Autobahn, wo
ich jahrelang mich nicht getraut habe, das zu leben und das macht es irgendwie
so schön. Und eben, dass man nicht allein ist und allein dafür hat es sich halt
irgendwie gelohnt, den Schritt zu gehen. Und ja, ich bin insgesamt erleichtert,
dass ich es gemacht habe. Wenn
Sebastian
ich kann dir sagen, du hast heute Abend hier angerufen, mit mir eine Stunde
tapfer gesprochen, mir jede noch so absurde Frage beantwortet. Ganz ehrlich,
wenn du das kannst, dann kannst du auch jetzt auf jede Party gehen und da kann
dich nichts mehr schocken, du kannst es einfach nur noch genießen.
Lis
du das so sagst, dann muss ich das ja jetzt fast machen.
Sebastian
Auf jeden Fall. Und dann hinterher natürlich berichten. Ich bin ja immer
neugierig.
Pass auf, du hast mich und die Hörer, soweit ich das im Chat sehen kann,
wirklich heute gerührt und nicht geschüttelt.
Nein, also wirklich, danke schön. Dieser Mail-Kontakt, den wir hatten, da habe
ich schon gedacht, da habe ich auch so ein bisschen mitgefiebert und dass du
heute wirklich hier angerufen hast, ganz toll und das ist mir ganz viel wert
auch, wenn ich dann merke, Mensch, der Podcast, das macht zwar viel Arbeit und
alles, aber wenn hin und wieder mal jemand dann sagt, Mensch, das hat mir ein
Stück weiter geholfen, ich freue mich da so unglaublich drüber, das ist total
tolle Motivation, Dankeschön, pass
Lis
Ich will das jetzt nicht übertreiben, weil ich weiß schon, du willst das auch
nicht so viel hören.
Sebastian
dich kurz.
Lis
Dann ganz herzlichen Dank.
Sebastian
So,
Lis
Ich glaube, du hast mir da echt unglaublich viel gerettet zu einem Zeitpunkt, wo
nicht viel möglich war. Und dafür bin ich dir und dem Podcastsubbie und
überhaupt den Menschen, die mich da unterstützt haben, so dankbar. Das ist
einfach schön.
Sebastian
jetzt schmelze ich endgültig dahin. Pass auf, du besuchst jetzt Partys.
Ja, ich sage nochmal Dankeschön und genieße jetzt einfach, was kommt.
Das ist gerade diese Anfänge, das ist immer echt beneidenswert. Das ist so wie
nochmal neue Pubertät und total aufregend und spannend.
Ja, also ich sage jetzt nicht nochmal Dankeschön, sondern ich werde mich jetzt
einfach so ganz sang- und klanglos von dir verabschieden und hab einfach eine
verdammt gute Zeit. Mach's gut. Tschüss.
So, das war Lis.
Hui. Heute ist mal ein aufregender Abend. Ich dachte, das wird heute eine kurze
Sendung. Ich glaube, ich habe das sogar so angekündigt und weil ich weiß, dass
hier noch zwei Menschen versucht haben anzurufen.
Ich glaube, einen Anrufer können wir uns heute noch gönnen und dann ist für
heute Schluss, denn ich habe heute tatsächlich gelernt, dass man manchmal Post
bekommt und dann hat man Dinge zu tun und sich drüber zu ärgern. Da muss ich
noch ein bisschen was für machen. Bis es hier allerdings klingelt, gucke ich
mal, ob ich auf meiner To-Do-Liste noch was habe, was ich ganz schnell
abarbeiten muss.
Okay, was haben wir denn? Ich habe zwei Aufnahmen gemacht seit der letzten
Live-Folge. Das heißt, ich habe jetzt so viel zu schneiden wie nie zuvor. Ich
habe hier wirklich drei Aufnahmen, an denen ich irgendwie was machen muss. Da
muss ich mal gucken, wann und wie das passiert.
Prozesskosten habe ich erwähnt. Mit den Tassen, das habe ich glaube ich auch
schon gesagt. Die Pfannenwender, also die die wirklich nur so eine Idee war,
wo wir einfach ein bisschen rumgewitzelt haben. Sie sind hier und dann habe ich
hier noch etwas. Ich habe kurz vor der Sendung die Info bekommen, ich soll das
unter die Leute bringen, was damit im Paket war. Das heißt, ich muss mir jetzt
wieder irgendeinen Modus ausdenken, irgendetwas zu verlosen.
Ich bin gespannt. Also mir sowas einfach mal eiskalt zuzuschicken, das ist ja,
ach, das ist schon schön. Also das schönste Stück, vielleicht behalten wir das
auch einfach hier. Das müssen wir ja keinem sagen. sagen.
Okay, das haben wir, das haben wir, das haben wir, das haben wir.
Ja, mein Gott, das ist echt, echt schön und ich mag das Thema auch wirklich,
weil dieses ein bisschen spirituell, da kann man auch mal ein bisschen
ruminterpretieren und jetzt klingelt dieses Telefon wieder aus Österreich, ruft
jemand an. Hallo, Sebastian hier.
Phillip
Phillip hier.
Sebastian
einen Moment, Du bist sehr, sehr laut. So, jetzt habe ich dich. Hi. Hallo
Phillip.
Phillip
Hi, bin ich hier beim Stream?
Sebastian
Du bist direkt live, sofort drauf.
Also gibt kein Zurück mehr, außer auflegen. Hier ist Sebastian.
Phillip
Ah, Hilfe, okay.
Sebastian
Hallo. Hallo.
Phillip
Ja, im Prinzip, ich rufe an, weil eine Freundin von mir in München gemeint hat,
ich soll mal anrufen, weil ihr gerne was von der Szene in Wien hören wollt.
Sebastian
Okay, also eine Freundin hat dir gesagt, du sollst mal anrufen. Du hörst die
Sendung gerade nicht, ne?
Phillip
Ich versuche es, aber ich habe gerade einen schlechten Internetempfang.
Sebastian
Ja gut, aber das Telefon funktioniert ja immerhin. Pass auf, ich frage dich
einfach mal, worüber möchtest du sprechen? Ich habe dich eben, da war ein
bisschen Motorradgeräusch im Hintergrund, ich habe dich nicht ganz verstanden.
Was ist so das, wo du sagst, das ist mein Thema heute?
Phillip
Ja, ich wollte eigentlich mal erzählen, wie so die Szene in Wien ein bisschen
ist, weil wenn
Sebastian
Oh ja, Urlaubstipps, danke, immer her damit, bitte.
Phillip
man einen kleinen BDSM-Urlaub machen möchte, kann ich Wien echt
empfehlen.
Sebastian
Bitte.
Phillip
Also hier gibt es irgendwo so vier verschiedene Locations, die was eigentlich
tagtäglich Programm machen. Also heute ist
ein Bondage-Stammtisch und zwei andere Stammtische und die letzte
Location weiß ich gar nicht, was die heute macht. Aber es ist ja ein bis zwei
Playpartys die Woche. Es ist ja ein ziemlich starkes Programm die ganze Zeit.
Will
Sebastian
Okay, jetzt wollen wir mal ein bisschen gucken. Also wir wollen natürlich jetzt
hier keine Werbung machen für einzelne Veranstalter oder Veranstaltungen, aber
ich muss ganz ehrlich gestehen, ich war mal ein verlängertes Wochenende in Wien
und, heißt das Ding SMart Café?
Phillip
ich auch nicht,
Sebastian
Genau, ich stand davor am Montag, am letzten Tag in Wien und da hatten die
Ruhetag. Es war enttäuschend.
Also deshalb habe ich in Wien noch kein Stück Szene mitgenommen, muss ich ganz
ehrlich gestehen.
Phillip
ich war gerade vor einem SMart Café und das war so
voll, dass ich halt gar
nicht reingekommen bin ins Spielezimmer. Das war so voll, da ist man wirklich
physisch nicht mehr reingekommen. Das war ja
Sebastian
Okay, und das geht, also im Moment hier Corona und Gedöns, das ist ja also hier
bei mir momentan undenkbar tatsächlich irgendwo reinzugehen, wo der Laden voll
ist.
Ich beneide dich.
Phillip
offenbar.
Also von der momentanen gesetzlichen
Situation geht es. Ob man das will, das muss gleich jeder für sich entscheiden.
Ich habe mich dann auch deshalb nicht so wohl gefühlt da drinnen und auch
zusätzlich reingekommen. Abgesehen davon war die Hitzeentwicklung in diesem Raum
auch schon äußerst stark.
Sebastian
Ja, Phillip, dir ist jetzt natürlich klar, das hören jetzt hier Leute und dann
steigen die den Flieger nach Wien und sagen, ich gehe jetzt auf eine Party.
Komme ich denn auf diese ganzen Partys, wenn ich da nicht in der Szene
verwurzelt bin? Also komme ich da überhaupt rein?
Phillip
Absolut, also im Moment, also da ist jetzt kein Eintritt.
Es gibt immer wieder, ich
überlege gerade, also es gibt immer wieder eben No-Limits-Partys und auch
in der Schwelle gibt es auch immer wieder coole Play-Partys. Also man
kommt da rein und ich weiß jetzt gar nicht, was der Eintritt ist bei denen, aber
der Eintritt ist auch sehr, sehr leistbar normalerweise.
Sebastian
Ich lese schon gerade im Chat, hier steht schon, wir müssen nach Österreich. Ich
glaube, das fliegende Klassenzimmer Kunst der Unvernunft fliegt nach Wien und
besucht alle Partys. Ich finde das eine sehr sympathische Idee gerade.
Phillip
Ja, ich würde mich freuen. Ich sehe gerne Leute von anderen Kulturen, anderen
Orten von der Welt und ich mag gerne Fetischzeug.
Also würde ich mich freuen, wenn ich Leute von überall von der Welt in diversen
Fetischschuppen hier finde. Also ich hänge hier oft im No-Limits ab.
Ich möchte jetzt keine Werbung machen. Ich möchte nur kurz mal aufzählen, welche
Locations hier so üblich sind.
Sebastian
Ja, Moment,
Phillip
Ist das erlaubt?
Sebastian
ich mag mal von vorne anfangen. Du lebst selber in Wien?
Phillip
Ja,
Sebastian
Okay, und ja, was heißt, welche Locations? Also, dass es Locations in Städten
gibt, das ist klar, wie weit Wien, wie viel es da gibt. Also was mich gar nicht
so sehr interessiert, sind die Locations an sich, sondern die Art und Weise der
Partys, die stattfinden. Sind das einfach so offene Playpartys oder eher, ich
sag mal, Motto-Partys oder was für eine Art BDSM findet da einfach statt?
Phillip
es gibt verschiedene Veranstaltungen. Früher vor
Corona war das noch ein bisschen toller hier.
jetzt sind sie halt leider ein bisschen weniger es gibt
je nachdem, es gibt zum Beispiel Playpartys
wie vorhin schon erwähnt, die Neon-Code-Playparty es gibt auch immer wieder
Bondage-Events, also es gibt in Wien
jeden Donnerstag irgendwo ein Bondage-Event, was halt jetzt keine Playparty ist,
sondern wo es halt eher um Shibari geht und solche Sachen es gibt dann
Sebastian
Das ist ja eigentlich auch, je nach Gemüt ist das ja quasi auch eine Playparty.
Also ob du jetzt mit Seil oder Peitsche machst, das ist ja trotzdem Spielen.
Phillip
genau. Es ist halt nicht immer eine Playparty jeden Tag, aber es ist eigentlich
auch sonst, wenn jetzt keine Party ist in den Clubs, meistens was los und man
trifft auf Gleichgesinnte und man findet auch Spielpartner.
Sebastian
Ich mache das Thema mal ein bisschen größer jetzt, weil ich suche schon seit
langem nach Gesprächspartnern, die über BDSM in der ganzen Welt berichten
können. Also ich mache das jetzt hier einfach mal gerade zum Aufruf.
Entschuldigung, aber ich nehme dich jetzt einfach mal zum Anlass an der Stelle.
Wenn man also was weiß ich mal ein Jahr in Australien war und hat da in der
BDSM-Szene Spaß gehabt oder in sonst wo auf der Welt und könnte mir darüber ein
bisschen was erzählen. Das würde mich brennend interessieren. Ich mag einfach
mal wissen, wie BDSM außerhalb des DACH-Raums quasi aussieht, weil darüber habe
ich bislang sehr, sehr wenig erfahren.
Also da wäre ich mal neugierig an der Stelle.
Phillip
Wie das so in Wien ausschaut, finde
Sebastian
Ja, also Wien, wobei da gibt es garantiert Unterschiede, aber wirklich, wie das
weltweit aussieht, das würde mich unglaublich interessieren, also ich weiß
nicht, das sind so, stell dir mal vor, nehmen wir mal ein klassisches Beispiel,
BDSM in Japan, das kann entweder total krass und krank sein oder total verboten
und fast gar nicht vorhanden, ich weiß es nicht, also generell, wie gesagt, ich
mache das jetzt wirklich mal zum Aufruf, Entschuldigung, dass ich da einen Anruf
dafür hernehme, aber das hat einfach so einen Gedankenblitz gerade gegeben, das
würde mich wirklich interessieren. Aber mal wieder zurück zu dir.
Phillip
finde ich schon gut.
Sebastian
Sag mal, weißt du, wie groß die Szene in Wien ist und wie die aussieht? Also wer
ist da drin in der Szene und wie viele Leute sind das überhaupt, die da
rumrennen?
Phillip
Ich muss sagen, sie halten nicht so viel still, dass ich es jetzt wirklich
durchzähle. Ich würde die Szene, also wirklich aktiver Member würde ich so
schätzen 500, vielleicht 1000, wenn
ich halt so rumgehe, wenn ich mir das anschaue, wie viele Leute in verschiedenen
Clubs sind, wie viele Gesichter man immer wieder sieht und ich
möchte jetzt niemanden outen in der Szene oder sowas, aber wie viele Leute man
halt immer wieder so sieht. Ich würde sagen, die Szenen sind so, die
Kernszene, 500 Leute, 1000 Leute irgendwo, bis 1500
Leute insgesamt, würde ich so schätzen. Aber ich bin nicht gut, in sowas zu
schätzen.
Sebastian
Ja, aber das ist ja schon mal eine Hausnummer.
Also ich sag mal so, beim Sex sagt man ja, es gibt ja, ich sag mal so,
nationale Vorlieben.
Französisch ist mal jetzt ein Beispiel. Beispiel, würdest du sagen, also BDSM in
Wien, das ist das, also geht das mehr in Richtung Fetisch, also ich sag mal
Klamotten, Lack, Latex, Leder oder geht das eher so in die Richtung
Spielen, Bodyplay, Hauen, Schlagen und so weiter, also
was sehe ich auf so einer Party in Wien? Wien, das
Phillip
Ich habe eher das Gefühl, es geht in Richtung Spielen. Also wahrscheinlich, kann
auch sein, dass ich da ein bisschen jetzt nicht eine objektive Wahrnehmung habe,
da ich halt auch meine Vorlieben habe und die sind in Richtung Spielen.
Aber ich vermute mal, es geht Richtung Spielen, also bei den Partys.
Also da wird sehr viel gehauen, man sieht die Essdinger und so weiter. Eine
lustige Geschichte, die ich ganz gerne erzählen würde, ist mit dem
Geburtstagspaddle. Da sieht man halt auch, dass das eine recht coole Community
teilweise hat. Da war ich mal in einem Schuppen, wo ein Stammgast Geburtstag
gehabt hat. Und dann hat es ein Geburtstagspaddle gegeben. Und dann haben
diverse Gäste den Geburtstagskind mit diesem Paddle entsprechend den
Alter auf den Hintern hauen dürfen.
Und jeder, der das gemacht hat, hat sich dann auf den Paddle unterschrieben und
das Geburtstagskind hat sich dann das Paddle mit heimgenommen.
Sebastian
ist ja eine sehr coole Idee, also ich weiß schon, wo ich auf meinem Geburtstag
nicht hinfahre, nämlich nach Wien, definitiv nicht, aber ja, so eine Trophäe,
das ist ja eine sehr coole Idee, also das finde ich wirklich cool,
ja,
Phillip
sehr schöner Abend auch.
Sebastian
da ist auch so ein bisschen Gaudi dann einfach mit dabei, also es scheint nicht
sehr bierernst zu sein. Du
Phillip
Ja, das finde ich auch sehr schön. Ich finde die Szene hier extrem locker. Also
man sieht auch Leute von einer Location oder die Betreiber von einer Location,
dass sie die andere Location besuchen und was ich halt sonst oft gesehen habe
bei Stammtischen ist, dass halt da schon fast eine Verfeindung ist zwischen
denen, dass da Leute gibt, die gehen nur zur Stammtisch A und Leute, die gehen
nur zur Location B und sowas. und ich habe das Gefühl, dass es hier gar nicht
der Fall ist. Man trifft wirklich alle Leute in allen Locations zu allen
möglichen Events
und ich habe das Gefühl, dass es ein größeres Miteinander ist wie ansonsten in
anderen Regionen.
Sebastian
machst mich gerade ein bisschen neidisch. Also Wien-Urlaub ist schon mal
gesetzt, weil eigentlich habe ich auf meinem Zettel, ich muss nach Graz. Wie
weit ist denn das von Wien, weißt du das?
Phillip
Ja, ich weiß es jetzt nicht auswendig. Es ist
Sebastian
Okay, irgendjemand im Chat möge mal bitte kurz Google Maps befragen, dann kann
man das vielleicht kombinieren. Also Wien sollte ich mir nicht entgehen lassen.
Phillip
Kilometer, glaube ich, aber da bin ich mir jetzt auch nicht sicher.
Sebastian
Ah, das geht. Das geht. Also ich mag das Smart Café einmal loben. Mal ganz kurz,
irgendein Hörer, nein, ich weiß sogar, welcher Hörer,
ich habe jetzt leider nur den realen Namen im Hinterkopf, das ist ein bisschen
blöd. Also ein Hörer war in Wien zu Besuch und war auch im Smart Café und hat so
Podcast-Kärtchen mitgehabt und der dürfte die tatsächlich dort einfach mal
hinlegen und das Feedback habe ich dann bekommen und dachte mir, ach, die sind
ja nett, da muss ich mal hingehen, da trinke ich auch ein teures Glas Wein, wenn
da die Kärtchen ausliegen dürfen. Aber das scheint tatsächlich so eine Offenheit
zu sein, zu sagen, ach, da ist was Neues, das gucken wir uns an, das ist schön.
Das ist natürlich toll, ne?
Phillip
Ja, habe ich auch so wahrgenommen.
Ich mag auch das Smart Café. Das Smart Café ist der einzige Laden, wo man
halt die ganze Speisekarte auch wahlweise im Napf serviert bekommt.
Sebastian
Nein, das ist Das ist ja großartig, echt.
Das finde ich ja super.
Phillip
Ja,
Sebastian
Wird das Schnitzel dann geschnitten oder bekommt man das dann am Stück im Napf?
Phillip
muss gestehen, ich habe es noch nie getan selber.
Sebastian
Bitte finde das doch mal heraus für mich.
Also du musst es ja nicht selber bestellen. Das reicht ja, wenn du jemanden
anstiftest. Aber ich würde gerne wissen, ob der Brocken am Stück dann da aus dem
Napf rausquillt.
Phillip
Ich bin leider nicht mehr dort in der Nähe. Ich kann das leider nicht mehr
rausfinden.
Sebastian
Ja, heute vielleicht nicht. Aber mein Gott, da gibt es Gelegenheiten. Ich bin
auch per Mail erreichbar. Das ist überhaupt kein Problem.
Phillip
kann ich gerne machen.
Sebastian
Das werde ich dir dann verkünden natürlich.
Sag mal, ich weiß, es gibt in Österreich die Libertine. Ich weiß aber nicht
genau, was das ist. Kannst du mir dazu was sagen? Das ist noch so ein leichtes
Rätsel für mich.
Phillip
Mit dem Stammtisch habe ich auch noch wenig Kontakt gehabt. Was ich mitgekriegt
habe, ist, dass es ein etwas älterer Stammtisch ist.
Sebastian
Okay, das ist ein Stammtisch, okay.
Phillip
die machen jetzt gleich auch gerade einen Event, aber ich muss sagen, ich habe
mit denen recht wenig Kontakt bisher.
Da kann ich jetzt auch nichts Genaues sagen.
Sebastian
okay, weil ich bin da ein paar Mal schon drauf gestoßen, Libertine Partys war,
glaube ich, das, was ich gefunden habe.
Ich glaube, da hat auch jemand mal eine Brücke zu einem möglichen
Gesprächspartner aufgebaut. Das muss ich an dieser Stelle mal aufwärmen. Da muss
ich nochmal ein bisschen mehr forschen. Dann habe ich nämlich tatsächlich auch
einen in Anführungszeichen geschäftlichen Grund, nach Wien zu reisen.
Natürlich nur für den Podcast.
Phillip
Natürlich.
Sebastian
Ja, natürlich.
Gibt es was, wo du sagst, das sollte man in Wien vielleicht lassen oder mit dem
Fetisch bin ich vielleicht nicht so gut aufgehoben, weil da werde ich komisch
angeguckt?
Phillip
Nichts, was ich wüsste, also nichts, was halt von
normalen
Gepflogenheiten von der Szene abweicht, also solche Sachen wie
Konsens zu fragen und so weiter.
Sebastian
Also man kann einfach Spaß haben und Quatsch machen. Das finde ich gut. Gut.
Okay, und du warst eben gerade im Smart Café. Ah,
Phillip
Ich war eben gerade im Smart Café, Aber ich bin halt gegangen, weil mir dort zu
viel los war. Um ehrlich zu sein, bin ich jetzt gerade am Weg zum
No Limits und telefoniere, während ich unterwegs halt
einfach rübergehe.
Sebastian
wie weit ist es denn noch?
Phillip
Weiß nicht, ich glaube, ich bin ungefähr die halbe Strecke.
Sebastian
Ja, dann haben wir ja noch ein paar Minuten.
Pass auf, der Chat fragt sich natürlich und das habe ich dich auch gar nicht
gefragt. Also ja, den Namen habe ich verstanden, Phillip, aber bist du Dom, bist
du Sub, also wie bist du unterwegs?
Phillip
Ich bin tatsächlich ein 50-50-Switch. Ich glaube, das sieht man nicht so oft.
Also ich mag lieber, ich mag wirklich beide Seiten gleich gern. Man sieht
mich oft mit Seilen arbeiten und Leute fesseln, aber man sieht mich
genauso oft in einem Club von einer Dame knien.
Sebastian
Okay, du hast ja jetzt auch voll die Möglichkeit, wenn die Clubs so sind, dass
man da von einem zum anderen rüberlaufen kann.
Ich finde das gerade total spannend, dass du uns da auch mitnimmst hier. Das
hatte ich noch nicht, bisher saßen die Leute eigentlich immer zu Hause und haben
sich dann hier angerufen. Und wer hat dir denn gesagt, du musst mal anrufen?
Phillip
Das ist eine Freundin in München, ich weiß jetzt nicht, ob sie genannt werden
will oder so.
Sebastian
Also ich, nein, nein, Entschuldigung, was frage ich nach dem Namen?
Entschuldigung, mein Fehler. Gut, aber du wurdest angestiftet.
Phillip
Ja, also ich war gerade unterwegs und dann hat sie gemeint, hey, ruf mal bitte
bei den Podcasts, bei den Livestreams an. Und ich habe
dann gesagt, ich weiß aber jetzt gar nicht, was genau ich sagen soll. Sie redet
einfach über die Szene und dann habe ich gesagt, ich weiß nicht, ich habe Angst.
Und dann hat sie gemeint, nee, tu das einfach.
Sebastian
Also ich mag schon mal, du machst das A sehr gut, B, wenn dir morgen früh
auffällt, irgendwie, oh, das war überhaupt keine gute Idee, ich habe mich zum
Horst gemacht,
da du nicht genau weißt, um was es jetzt hier geht, also was das für ein Format
ist und so, du hast die Option bis Samstagfrüh, schreib mir eine Mail oder ruf
mich an, naja, anrufen funktioniert nicht, aber schreib mir eine Mail oder so,
dann würde ich dich schweren Herzens hier rausschneiden, weil ich mag hier
niemanden drin haben, der das nicht genau weiß, was und wie. Also die Option,
diesen Joker, gebe ich dir jetzt einfach. Und solange hören das eben nur die
Leute hier im Stream und sonst hat das dann eben auch keiner. Je nachdem, wie du
dich da entscheidest,
dass das einmal geklärt ist, das muss ich dir einfach mal sagen. Dafür kannst du
bei mir aber auch einen Kaffeebecher gewinnen, dadurch, dass du mitgemacht hast.
Phillip
Juhu.
Sebastian
Immerhin, ne? Ja! Ich muss die Menschen ja ein bisschen bestechen.
Ähm, was ist denn jetzt, äh, also, du kommst aus einem Smart-Café, da ist
irgendwie Party, No Limits ist auch irgendeine Party oder läuft da halt
irgendwas Spezielles? Okay,
Phillip
Im No Limits ist im Moment, also im Prinzip ist im
Smart Café gerade ein Stammtisch, einen, wo ich halt auch noch nicht so oft war,
den ich mir anschauen wollte. Und da ist es mir jetzt gerade ein bisschen zu
voll und deswegen gehe ich jetzt ins No Limits, wo halt auch ein Stammtisch
läuft, ein relativ neuer.
Sebastian
gibt's, hat der ein Thema?
Phillip
Der im Smart, glaube ich, hat das Thema Squirting gehabt.
Der im No Limits, glaube ich, nicht. Also das ist
halt ein Einsteiger-Stammtisch von Leuten, die auch die meisten halt relativ neu
in der Szene sind.
Sebastian
Okay.
Achso, ja, wie ist denn da die Struktur? Also alles, also kommen da gerade viele
junge, neue, also nicht junge, sondern aber neue BDSM-er, kommen da gerade viele
dazu oder, ähm, ja, also wie lange sind die Leute da schon ewig dabei?
Phillip
Ich habe das Gefühl, dass gerade jetzt relativ viele Neue wiederkommen. Also mit
Corona ist das Ganze natürlich auch in Wien relativ stark zurückgefahren worden
und viele Clubs haben auch zugehabt.
Und jetzt kommt das Ganze wieder so ein bisschen alles aus den Löchern raus. Und
ich habe das Gefühl, es kommen relativ Neue.
Was ich ein bisschen schade finde, ist, dass ich sehr oft sehe, wie das halt
junge Leute und ältere Leute halt auch oft in die gleichen Clubs gehen,
aber relativ wenig Kontakt miteinander haben, was ich persönlich ein bisschen
schade finde, weil ich
Sebastian
Wie alt bist du?
Phillip
bin 32. Ich
Sebastian
32, okay, also genau, ja, nicht genau in der Mitte, aber so halbwegs.
Ja, was meinst du, woran liegt das, dass die so aneinander vorbeispielen?
Phillip
weiß es ehrlich gesagt nicht genau. Ich meine, ich habe das nicht nur in der
Szene in Wien bisher gesehen, aber ich finde das halt schade, weil
ältere Leute halt oft Erfahrungen mitbringen, was relativ
interessant ist und junge Leute halt auch wieder neue Ideen und einen neuen
Einfluss.
Ich kann nicht sagen genau, wo das liegt, aber das finde ich halt ein bisschen
schade. Aber um
Sebastian
Ja, ich bin da auch momentan nicht sicher, also ich habe dieses ganze Thema
Altersbarrieren quasi, habe ich auch im Moment so ein bisschen im Hinterkopf,
ich weiß auch noch nicht genau, wo mich das hinführt. Ich mag aber, bevor du
ankommst, also wir haben ja ein Zeitlimit quasi, wenn du da bist, bist du da.
Von Lady A im Chat, die fragt nämlich, ob es einen BDSM-Tourismus gibt, weil
hier in Deutschland kannst du sowas nicht machen, dass da mehrere Clubs aufhaben
und dann marschierst du einfach rüber und ohne Gästeliste. Also ich kann mir
vorstellen, dass schon viele auch aus Europa dann jetzt einfach mal nach
Österreich oder nach Wien im Speziellen rüber jetten, um da auf Partys zu gehen.
Wie sieht das da im Moment aus?
Phillip
ehrlich zu sein, habe ich im Moment nicht das Gefühl, dass ich übermäßig viele
Touristen treffe. Ich hoffe, ich kann das hiermit starten. Das würde mich so
freuen, wenn ich Leute aus der ganzen Welt sehe. Ich sehe gerne andere Kulturen.
Sebastian
Okay, also du willst, achso, du rufst ja an, damit du was zum Gucken hast, ich
verstehe, das ist gar nicht blöd.
Was möchtest du denn sehen? Also vielleicht kann ich ja jemanden empfehlen und
sagen, der soll sich mal in den Flieger setzen oder ins Auto.
Phillip
Ich bin generell, alles was andere Kultur ist, dann sehe ich BDSM auch aus
anderen Kulturen. Ich bin immer für neue Dinge offen.
Sebastian
Wenn du sagst, andere Kulturen, was hast du denn schon gesehen, wo du gesagt
hast, das ist jetzt aber spannend, also das hätte ich jetzt nicht erwartet.
Phillip
Habe ich, glaube ich, jetzt noch nicht so viel gesehen.
Ich bin jetzt auch noch nicht so lange in der ganzen Szene, muss man sagen. Also
ich bin jetzt ungefähr seit einem Jahr dabei. Aber
Sebastian
Ja, also das ist schon, das ist gar nicht so kurz. Ich finde, in einem Jahr kann
man eine ganze Menge machen und eine ganze Menge ausprobieren. Ja,
Phillip
also, ja, was ich gesehen habe, man sieht immer wieder interessante
Sachen. Also, was ich mich sehr beschäftige ist,
Puh, ist jetzt schwer, so das alles aus dem Kopf zu kriegen, so einfach ein
paar Jahre Revue passieren lassen.
Sebastian
bin ja auch gemein. Ich frage dir ja auch hier Löcher im Bauch. Ich höre Stimmen
im Hintergrund. Bist du etwa schon da?
Phillip
bin fast da.
Ich bin, ja,
Sebastian
Also bevor die Musik laut wird und wir dich gar nicht mehr hören, gib mir ein
Zeichen. Dann können wir noch eine halbwegs brauchbare Verabschiedung machen,
ohne dass wir dann völlig untergehen.
Phillip
ich fühle mich ein bisschen schlecht, weil ich halt so ein bisschen zwischen Tür
und Angel anrufe. Ja,
Sebastian
Oh, glaub mir, das gibt dir mal frischen Wind. Das ist mal was Neues. Wir haben
uns tatsächlich heute den ganzen Abend über Glaube, Kirche und Religion und BDSM
unterhalten.
Und ganz ehrlich, das ist jetzt so genau das Richtige zum Abschluss, dass mein
Gin Tonic nämlich langsam hier leer wird, den ich inzwischen bekommen habe. Und
dass dann der Abend wirklich nochmal ganz anders geendet hat, als ich das
erwartet habe. Das finde ich super. Also von daher danke ich dir jetzt schon mal
dafür, dass du auf jeden Fall hier anrufst.
Phillip
um das noch mal etwas mehr über die Szene zu
erzählen.
Was ich, glaube ich, noch nicht erzählt habe, ist, dass die Clubs ein
bisschen unterschiedlich schon von der Mentalität sind.
Also das SMart ist ja jetzt auch das Älteste, weil wir das schon ein paar Mal
genannt haben. Und man sieht halt ein bisschen Unterschiede in der Mentalität.
Also es gibt hier Clubs, die sehr darauf ausgelegt sind, dass
Leute, die gerade frisch reinkommen,
gut empfangen werden und sich schnell wohlfühlen und
wo halt jetzt extra viel Wert gelegt wird, dass,
bevor irgendwie es zur Action kommt, noch einmal und noch einmal nachgefragt
wird.
Und dann gibt es halt auch Clubs, wo sich Leute halt mehr zum Spielen treffen.
Also damit will ich nicht sagen, dass in diesen Clubs nicht Wert auf Konsens
gelegt wird.
Aber da treffen sich halt dann schon eher Leute, die wissen, was sie wollen
halt.
Und die halt schneller zur Action. Gibt das Sinn?
Sebastian
Ja, das ergibt Sinn. Die Clubs müssen sich ja auch ein bisschen voneinander
unterscheiden, weil sonst wären es einfach nur andere Zimmer mit demselben
Konzept und dann hast du ja dann quasi Konkurrenz, aber wenn sich das vom
Konzept her auch ein bisschen unterscheidet, dann ist das ja auch interessant,
weil dann habe ich ja auch immer die Wahl, wonach ist mir heute, wo fühle ich
mich besonders wohl und dann gehe ich da halt hin und du machst das ja jetzt
auch gerade, dass du sagst, das eine ist mir ein bisschen voll und da ist das
Thema, ich weiß nicht, Squirting, ob das jetzt für dich, ob du da jetzt noch
gerne dabei geblieben wärst, aber jetzt guckst du dir halt was anderes an, ist
doch super. Super, ja,
Phillip
Ja, ich habe das Thema nicht uninteressant gefunden, aber es war mir einfach zu
viel los. Also es war dermaßen viel los, dass mir einfach in den
Räumlichkeiten zu heiß wurde. Ich meine,
es war halt, einfach
jeder Körper ist halt eine Heizung in Wirklichkeit. Und dann, ja,
ich
Sebastian
also ich beneide dich, weil es ist nicht Samstag, sondern es ist Donnerstag und
die Läden sind voll, also ja, ich beneide dich da gerade
wirklich, also natürlich würde ich pflichtbewusst diese Sendung machen und
danach nochmal gerne in den Club gehen, das wäre jetzt echt cool, muss ich
zugeben.
eben, boah, pass auf, Phillip, ich werde jetzt hier diese Sendung heute Abend
ein bisschen zum Ende führen, weil ich habe noch ein paar Sachen heute auf dem
Zettel, die ich machen muss und
Phillip
muss auch gleich Schluss machen.
Sebastian
also man merkt schon, du stehst, du hechelst nicht mehr so sehr, weil du bist ja
fast angekommen.
Wenn du rausgefunden hast, ob man oder jemand anderes das rausfindet, auch das,
ob das Schnitzel im SMart Café tatsächlich in Stückchen geschnitten wird oder am
Stück kommt und wie das Hilfsmittel dafür aussieht, wie gesagt, es würde mich
mich interessieren, wie die das anstellen. Dann immer her mit der Info und ruhig
nochmal anrufen. Überhaupt kein Thema und
ja, also, was soll ich sagen? Also, ich finde dass du hast jetzt echt nochmal
richtig schönen Drive hier in die Sendung reingebracht und dafür sage ich
einfach mal ganz kurz Dankeschön und an die Unbekannte in München, die dich
offenbar gezwungen hat hier anzurufen, bei der bedanke ich mich natürlich auch.
Und wenn du magst mir noch irgendwelche Kontaktdaten per Mail oder irgendwie per
Twitter, Instagram oder irgendwas schicken magst, dann bitte einmal her damit.
Hui!
So. So, Phillip,
Phillip
Ja, gerne.
Sebastian
dankeschön, hab noch ganz viel Spaß heute Abend.
Phillip
Ja, gerne.
Ihr auch, war nett, euch kennenzulernen.
Sebastian
Ja, mich, ne, die anderen hörst du ja leider nicht, da muss ich immer für alle
sprechen.
Komm, lass die Sau raus, schönen Abend dir und bis demnächst, mach's gut,
tschüss.
Großartig, das war Phillip.
Also solche kruden Aktionen, ich bin gerade auf dem Weg von A nach B, ich ruf
mal an, ich find das für dich total super. Das macht echt Spaß und das ist auch
für mich so eine kleine Herausforderung, weil ich muss mich ja auch erstmal
drauf einstellen, weil der Break zwischen Religion und Lis, das war ne wirklich
jetzt, das hat echt berührt und das jetzt, das war schon ein bisschen krass für
mich, ich hab ein paar Minuten gebraucht.
Ich glaub, ich werd die Sendung jetzt zu Ende moderieren, es ist nämlich kurz
vor elf
und
ich bedanke mich jetzt einfach an der Stelle nochmal ganz lieb bei Daniel, bei
Lis, bei
Phillip,
dass ihr mit mir heute Abend einfach gesprochen habt. Der Chat war heute Abend auch
richtig cool drauf. Ihr habt mich ja super unterstützt, wenn ich sprachlos war
und ich sehe gerade in dieser tollen Statistik, dass selbst diese unsägliche
Technikpause, ja die hat ein paar Hörer gekostet, aber sie sind alle
wiedergekommen. Also ihr seid da echt super treu und ja, also das macht echt
Spaß und vor ein paar Stunden dachte ich noch, oh, jetzt machst du halt eine
kurze Live-Sendung, hast so viel um die Ohren und jetzt sind zweieinhalb Stunden
rum und ich bin so gut gelaunt gerade, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen.
Mein herzallerliebstes Podcastsubbie, so wie das hier neben mir ausharrt.
Also ich glaube, irgendeine Kleinigkeit müssen wir heute noch machen. Naja, mal
gucken.
Ja, was soll ich sagen? Habt einen schönen Abend. Besorgt euch noch ein paar
Tassen, solange es noch welche gibt. Wenn ich keine mehr habe, dann habe ich
keine mehr. Und die armen Menschen, die jetzt kaputte Tassen gekriegt haben, das
lässt sich alles regeln. Das passiert, dass die Post da komisch ist. Wir gucken
mal, wie hoch die Quote am Ende gewesen sein wird. So, das
war's. Ich bin leer gequatscht. Habt einen schönen Restabend. Wir hören uns am
Donnerstag, den 17.09. wieder um 20.30 Uhr.
Zwischendurch erscheint keine neue Folge, aber danach dann. Und ich werde die
nächsten Tage jetzt nutzen, um die dann auch fertig zu bauen. So, macht's gut.
Tschüss.
Ach ja, da ist er wieder. Ich wurde gerade erinnert, dass ich den Tassenspruch
ja noch machen muss.
Also ich erkläre es nochmal kurz. Ich habe ja von euch 160 Möglichkeiten
eingesammelt, wofür B, D, S und M stehen kann.
Und aus dieser langen, langen Liste, und ich habe schon wieder die falsche
Tabelle aufgerufen, verdammte Axt, möchte ich natürlich jedes Mal was sagen. Ich
sollte mir das auf die Notizen draufschreiben, dann wird es auch einfacher und
vorher was auswählen. Ich picke mal einen raus, denn BDSM steht natürlich für
Bayern, des samma mia. So, das war es aber wirklich. Macht's gut. Tschüss.