sarah blume - O wie vielschichtig

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Einleitung Hallo und herzlich willkommen zur Kunst der Unvernunft. Hier geht es um BDSM und Menschen, die das ausleben. Mein Name ist Sebastian Sticks und dies ist Folge 33 des Podcasts. Sarah Blume hat mich virtuell besucht und wir haben geredet. Sarah ist Sarah. Sarah ist aber auch Martin. Sarah ist Sub, der Martin ist Dom, Sarah ist Sechsarbeiterin oben und unten und der Martin ist auch Sechsarbeiter, aber oben. und Trans ist auch noch ein Thema. Klingt alles ein bisschen kompliziert? Nein, nur vielschichtig und wir nehmen uns einfach die Zeit, das zu entwirren. Echt spannend. Diese Folge wurde ausnahmsweise mal remote aufgenommen. Das hat auch ganz gut geklappt. Am Ton muss ich aber arbeiten. Ich denke, das ist so aber noch ziemlich in Ordnung. Equipment, um das zu lösen, habe ich schon hier und dank eurer Unterstützung ist das ja immer gar kein Problem. Apropos, auf kunstderundvernunft.de Hier findet ihr den Unterstützen-Button und dort könnt ihr dem Podcast etwas Gutes tun, nicht nur mit Geld. Insbesondere habe ich aber auch gerade ein kleines Problem mit dem Verwaltungsgericht Hannover und einen Prozesskostenzuschuss von euch, liebe Hörer. Ja, der wird gerade dringend gebraucht. Alle Details gibt es auch da auf der Seite, denn Prozesskosten gibt es wieder zurück, wenn ich gewinne. Schaut mal rein und dann überlegt ihr, ob ihr da was tun möchtet und könnt, was euch nicht wehtut. Gleich geht es wirklich los. Nur noch etwas zur Unvernunft live. Am 6. August lief die bisher letzte Folge und ich habe mich in die Sommerpause verabschiedet. Am 3. September, auch ein Donnerstag, geht es auf live.kunstderunvernunft.de um 20.30 Uhr weiter. Vielleicht ja auch mit Sarah und euren Fragen an sie. Und jetzt geht es wirklich los mit Folge 33.
Sebastian Ich sitze zusammen. Nein, ich sitze heute nicht zusammen. Heute ist die erste Aufzeichnung der Kunst der Unvernunft über Remote. Und ja, also heute ist niemand irgendwo hingefahren, aber wir haben gesagt, Mensch, wir wollen dieses Gespräch auf jeden Fall führen und wir wollen es bald führen. Und da ich mit jemandem zu tun habe, der seine Technik im Griff habe, habe ich gesagt, komm, wir wagen das. Wir haben hier ein Videobild und ich stelle überhaupt erst mal vor, ich habe hier die Sarah Blume. Hallo.
Sarah Hallo Sebastian.
Sebastian Schön, dass wir es geschafft haben. Das hat auch mit der Technik jetzt super schnell funktioniert. Ich bin ja fast mutig, aber ohne Videobild hätte ich das jetzt auch nicht gemacht. Man muss dich ja schon mal sehen, damit man dich auch begreifen kann.
Sarah Absolut, absolut. Ich freue mich, dass ich hier sein darf.
Sebastian Darf ich beschreiben, was ich sehe gerade von dir?
Sarah Natürlich.
Sebastian Okay, also ich sehe ein, ja, ist das rothaarig oder ist das braun? Ich weiß jetzt nicht, ob die Webcam da nett ist. Also rotbraune Haare, eine schicke Brille, ein Headset auf den Kopf, das muss halt heute technisch sein und ganz besonders ein Halsband, ich glaube aus Leder mit einem vorhin geschlossen dran und einfach eine feminine Erscheinung. Aber die Hörer hören ja deine Stimme, das müssen wir offenbar ein bisschen erklären.
Sarah Ja, also die Beschreibung ist soweit richtig, die Haare sind sogar rotbraun, alles andere absolut korrekt. Zu erklären ist, ich bin, damals wusste ich das Wort nicht, heute kenne ich es schon, es geht in die Richtung trans, ganz genau, transgender, gender fluid, das heißt, ich bin biologisch ein Mann, lebe aber mein Leben als Frau.
Sebastian Ja, so einfach ist es bei dir denn aber doch nicht, das ist bei dir alles viel, viel komplizierter, ich finde das so schön, da sind so viele Facetten und da haben wir jetzt eine Menge Zeit, um da mal drauf zu kommen. Okay, Also ich spreche jetzt erstmal mit Sarah. Du kommst aus der Gegend um und um Köln. 50 Jahre ist noch richtig. Wunderbar. So, haben wir schon mal die Metadaten abgehakt. Und ich kenne dich ja so ein bisschen aus den Live-Sendungen und auch von Twitter und dann hast du noch einen Blog. Also du bist unglaublich aktiv in unglaublich vielen Bereichen. Ich mag jetzt noch gar nicht zu viel verraten, wobei doch heute geht es um Transgender, heute geht es um BDSM, heute geht es um Sexarbeit, heute geht es um, oh Gott, was habe ich denn hier noch alles? Meldom ist auch noch mit dabei, Poli und alles. Im Grunde ein riesiger Rundumschlag und da frage ich mich, ist das nicht zu viel für einen Menschen? Aber offenbar geht das und du siehst sehr entspannt aus.
Sarah Bin ich auch, vielen Dank.
Sebastian Hilf mir mal, wo fangen wir denn an? Wobei, hilf mir mal, von wegen, ich habe ja schon einen Plan, wo ich anfangen möchte.
Sarah Ja, folgen Sie dem Plan, machen Sie mal was Dominantes, junger Mann.
Sebastian Junger Mann, das hat schon lange keiner mehr zu mir gesagt. Wir haben ja so einen leichten Fokus auf BDSM, sogar einen relativ starken. Ich verspreche den Hörern, wir kommen immer wieder darauf, egal welches Thema wir haben, BDSM schlägt immer ein. Das ist bei dir einfach gar nicht zu vermeiden. Lass uns erstmal über Sarah sprechen. Wo kommt Sarah denn her?
Sarah Und Sarah ist jetzt ungefähr als Wesen in meinem Kopf so ungefähr zehn Jahre und ist entstanden aus, ich bin Switcher und lebe meine Bisexualität seit auch so ungefähr dieser Zeit aus, Brauchte aber im Kopf irgendein Gerüst, an dem ich mich festhalten kann, weil ich als Mailsupp alleine nicht wirklich alle Facetten meiner Bisexualität ausleben kann. Und so ist so ein Hirngespinst entstanden. Ein gewiefter Psychologe kann das irgendwann später mal in der Doktorarbeit verwursten. Ja. Wo es darum geht, ich war im Kopf schon immer eine Frau diesbezüglich und habe so eine Form der umgekehrten Heterosexualität gelebt, weil ich als Mail-Sub bestimmte Dinge wie beispielsweise Küssen oder Kuscheln, da hatte ich immer eine Blockade im Kopf. Und da habe ich mir dann vorgestellt, dass ich eine Frau bin und dann ging das alles irgendwie ganz einfach. Die Manifestierung als solche, also das wirklich jetzt in die Öffentlichkeit rauszugehen und mir das zuzutrauen, schätzungsweise zwei bis zweieinhalb Jahre, wo es Sarah halt tatsächlich dann auch in dieser Form live und in Farbe gibt, aber immer nur so in einem Rollenspiel. Also wenn ich tatsächlich Männer gedatet habe, dann habe ich mir Sarah angezogen. Ich bin von Arbeit nach Hause gekommen, Sarah angezogen, habe mich dann mit irgendjemandem getroffen und bin dann wieder nach Hause und habe Sarah wieder ausgezogen. Und habe dann ziemlich schnell festgestellt, dass ich dadurch gerade auch im Bereich Sexarbeit deutliche Vorteile habe. Ich bin ja auf beiden Seiten der Gärte, sowohl privat als auch in der Sexarbeit unterwegs. Und wo ich als Meldom nur im Hetero-Escort unterwegs bin, der einen nicht ernährt, Punkt, ist Sarah einfach die Cash-Cow. Die einen ganz sehr speziellen Kundenkreis anspricht. Und so kam dann irgendwann mal ein nicht ganz unpragmatischer Entschluss zu sagen, okay, dann krempeln wir jetzt das ganze Leben um und dann lassen wir Sarah jetzt auch den Alltag stemmen. Und einfach auch, weil ich es leid gewesen bin. Und dass wenn ich zu irgendwelchen Dates gefahren bin, dass ich dann als Martin dahin bin und habe mich dann irgendwo erst umziehen müssen oder habe mich im Auto umziehen müssen, weil ich bin da viel zu alt für. Das brauche ich alles nicht mehr. Und es ist halt einfacher, wenn ich schon als Sarah bin und dann existiere und dann geschieht halt irgendwas oder ich kann kurzfristig ein Date annehmen, dann bin ich halt schon fertig. Da muss mal ein bisschen Wasser ins Gesicht und geht's halt los. Und den Martin, den hole ich also nur in ganz bestimmten Augenblicken halt wieder raus. Und insofern hat sich das ganze Leben umgedreht.
Sebastian Okay, also da musste ich auch, wir haben ja so ein Vorgespräch geführt und da musste ich auch erstmal ein bisschen reinschauen. Also aus Martin wurde Sarah, Sarah ist von morgens bis abends immer auch nachts, Sarah, du bist Sarah, Punkt. Ganz einfach. Und den Martin, den gibt es aber noch bei Bedarf.
Sarah Genau.
Sebastian Okay. So, jetzt hast du schon gesagt Sexarbeit. Ich würde erst mal gucken, BDSM, die privaten Geschichten. Also Sarah hat eine Domina, nein, falscher Begriff. Sarah hat eine Femdom, richtig?
Sarah Eine Herren, ja.
Sebastian Eine Herren, das ist der richtige Begriff. Können wir hier einen Namen sagen?
Sarah Ja, den Menschen, die dir regelmäßig zuhören, die wir mitgekriegt haben. Ich bin die O der Lady A.
Sebastian Genau, das A und O des BDSM habe ich für mich irgendwie vor ein paar Wochen schon entschieden. Okay, und das ist einfach ein ganz privates Feld und ich würde erstmal sagen, wir leuchten da einfach mal rein. Also die O, was ist denn die O? Manche kennen die Geschichte der O. Das hat ja viel mit Verleihen zu tun und Abgabe von Rechten und allem Möglichen. Magst du mal beschreiben, wie euer Konstrukt da so aussieht, wie du das lebst und wie du es empfindest?
Sarah Wie sich das für eine O gehört, habe ich darüber natürlich mit meiner Herren gesprochen, wie weit ich das offenbaren darf, weil es gibt einen Vertrag, den wir haben, der mich zu gewissen Dingen verpflichtet. Es geht darum, dass ich gefördert werde in dem Bild, was ich von mir selber habe. Und da geht es wirklich darum, ich habe halt gern Sex. Ich habe halt auch gern Sex mit Fremden. Ich finde es total spannend, auf eine WhatsApp halt irgendwo antanzen zu müssen, um mit irgendjemandem Sex zu haben, den ich nicht kenne. In einem gewissen Rahmen, der mir vorgegeben wird. Und habe halt in Lady A eine Herrin gefunden, die genau diese Spezifikation total mag und die Macht, die sie damit über mich ausübt, auch auslebt. Jetzt darf man das Ganze nicht so sehen, dass ich jetzt jede Woche irgendwie fünf Menschen irgendwie da beglücke mit meiner Anwesenheit. Es ist sehr gezielt. Es sind immer so die Kirsche auf einer Sahnehaube obendrauf. Und das ist halt ein Lebensstil, den wir uns gemeinsam so ausgesucht haben und der verpflichtet mich zu bestimmten Tätigkeiten, verpflichtet natürlich auch Lady A zu bestimmten Dingen und das ist das Konstrukt, mit dem wir da so unterwegs sind.
Sebastian Jetzt würde ich ja sagen, Lady A muss also teilen können.
Sarah Absolut, das ist eine der absoluten Hauptbedingungen. Es kann sich niemand als Herrschaft eine O leisten, wenn er nicht auch bereit ist, sie zu teilen. Das ist meine ganz persönliche Einstellung. Ich muss geteilt werden. Ich muss anderen zur Verfügung gestellt werden. Ob ich die mag oder ob ich die nicht mag, spielt überhaupt gar keine Rolle, weil ansonsten würde ich vertrocknen. Ich möchte halt nicht, um mal mit dem Begrifflichkeit zu spielen, ich möchte halt nicht nur Sub sein, Oder nur Sklaven sein, also nur dem EPE oder dem Schmerz verfallen. Ich möchte ganzheitlich und vollumfänglich dienen. Und da gehört halt dann auch Überlassung und Fremdnutzung und solche Sachen einfach dazu.
Sebastian Oder lass mich mal fragen, wem dienst du denn in dem Moment?
Sarah Der Herren.
Sebastian Okay, aber du bist ja dann nicht da, also brauchst du ja im Prinzip eine Vertretung. Also, wie sieht der Dienst, also ich mag mal die Perspektive der Herren sehen, also sie verleiht dich und damit erfüllst du ihr einen Dienst. Welcher Dienst ist das?
Sarah Die Tatsache, dass sie die Macht darüber hat, über mein Sexualleben zu bestimmen. Du musst dir das auch so vorstellen, dass ich halt keusch gehalten werde. Ich habe ein Käfig 24-7, naja fast, 30 Minuten, wenn man unter der Dusche steht, da macht man halt die Gegenstände dann halt auch mal sauber. Alles andere wäre unverantwortlich, aber dann ist er da halt dann auch wieder drin. Ich habe mit meiner Herren auch keinen Sex. Also ich bin never inside, never come. Und das sind so die Grundsachen. Also ich sehe mich ihr gegenüber halt nicht als Mail-Supp, sondern als Fem-Supp und O. Und das ist halt auch unser Agreement und sie genießt das, dass ich so bin.
Sebastian Ja, wurde schon gesagt, das ist der Penis-Käfig. Also Sarah trägt das Ding immer, aber eigentlich ist der doch eh nicht zur Benutzung vorgesehen. Also braucht es den Käfig? Wozu ist der da?
Sarah Ich kann nicht damit dominiert werden, dass mir jemand ein Käfig anzieht. Das war meine eigene Entscheidung, das zu tun. Weil ich denke mir, ich fühle mich als Frau und eine Frau hat keinen Penis, also muss der weg. Ja.
Sebastian Gut, und wegmachen ist ja ein bisschen kompliziert, also hast du beschlossen, dass du ihn, ich sag mal, mit einem Werkzeug quasi in den Zaum helfst? Richtig, absolut. Ja, da kommen wir noch ein bisschen drauf. Magst du mal beschreiben, wie definierst du den BDSM, der so für dich genau das ist? Also dieses Machtgefüge, dieses Dienen und das jemandem gehören auch an der Stelle. Also ich rate mal, das ist schon ein bisschen sehr DS-lastig an der Stelle. Aber gut, ich meine, der Masochist und der Sadist, die gehören ja irgendwie auch alle dazu. Magst du mir ein bisschen einen Einblick geben?
Sarah Also das Grundkonzept der O, wie ich das verstehe, ist, dass sie sich halt vollumfänglich hingibt. Was also bedeutet, dass sie keine Vorgaben dahingehend macht, in welcher Art sie der Lust einer Herrschaft dient. Wenn die Herrin halt meint, mich anal nehmen zu wollen, dann tut sie das, auch wenn ich da gerade keinen Bock drauf habe oder nicht aufreingestellt bin. Und wenn meine Herren mich schlagen will, dann soll sie es bitte gerne tun. Ich definiere meinen eigenen Masochismus damit, dass ich keine Masochistin bin. Ich kann Schmerzen überhaupt nicht sexualisieren. Aber dadurch, dass ich halt sage, ich gebe mich halt hin, ist die Tatsache, dass ich wirklich Schmerzen habe, mein Masochismus an der Stelle. Es ist immer Au und es ist immer Böses Au.
Sebastian Aber hinterher...
Sarah Ich bin stolz darauf, dass ich das leisten kann, dass ich die körperlichen Grenzen an der Stelle erfahre. Allerdings und das ist dann auch wiederum eine Reflexion auf eine für mich geeignete Herren, dass sie sehr wohl weiß, dass um das, was ich gerne mag, in dem Bereich bewegen wir uns recht viel und zwischendurch geht sie dann halt auch mal in andere Bereiche, die ich tatsächlich irgendwie so gelb wenn nicht sogar gelb-rot habe, weil das halt ihr Vorrecht ist, diese Dinge zu verlangen. Und. Das funktioniert halt sehr gut. Und das ist, ich würde jetzt mal sagen, dass sie von ihrer Aufmerksamkeit her keine Ahnung, vielleicht so 70 Prozent in dem Bereich unterwegs ist, den ich wirklich sexualisieren kann. Ja, aber der andere Teil gehört halt auch dazu. Es gibt ganz wenige Dinge, die wir für uns gemeinsam ausgeschlossen haben, die überhaupt nicht gehend, gar nicht. Das ist auch sehr wichtig. Aber auf der anderen Seite sage ich mir halt auch, wenn sie halt irgendwann mal auf den Trichter kommt, dass sie meint, sie möchte das aber dann gerne machen, dann macht sie das. Und es liegt dann an mir zu entscheiden, ob ich das gut finde oder nicht. Aber zu so einer Situation ist es noch nie gekommen. Also der Respekt vor mir als O, als das, was ich darstelle, als das, was ich zu geben bereit bin, ist eine selbstbewusste und selbstbestimmte Frau und ich zaudere nicht mit dem, was mir aufgetragen wird, sondern ich setze um. Also frei nach dem Motto, ich führe aus, so wie es halt gerade kommt und auf der anderen Seite respektiere ich sie dafür, dass sie es auch nicht übertreibt. Da halt sehr genau darauf achtet, wie es ihr geht, wie es mir geht und dass das gerade angesagt ist, was beiden zugleich gut tut, mit Vorteilen für sie.
Sebastian Ja gut und die Vorteile sind wiederum, ich sag mal, Lustgewinn oder Befriedigung für deine Seele.
Sarah Genau, absolut.
Sebastian Du hast eben gesagt, ihr habt da einen Vertrag. Ich vermute mal, du möchtest ihn jetzt nicht verlesen.
Sarah Nein, der ist zu lang.
Sebastian Der ist zu lang. Okay. Hatte ich hier in der Sendung im Grunde ganz, ganz selten, also hier im Podcast kam sowas vor, ja, wir haben ein paar Regeln ausgemacht und so, aber dass jemand das auch niedergeschrieben hat, das war bisher sehr selten der Fall. Und da ist ja die Frage, wie das ausgehandelt wird. Ich habe die Vermutung, dass du so ein Stück Papier nicht einfach unterschrieben hast, weil die Herren das sagt, ich sehe das Stück Papier, ich muss jetzt viele Screenshots machen.
Sarah Ich kann das auch aufzeichnen gar kein Problem Wir packen das Ding in die Shownotes Genau Nein.
Sebastian Aber ich gehe davon aus dass du da durchaus bei diesem Aushandel sehr selbstbewusst gehandelt hast und ganz klar gesagt hast das muss rein, das ist wichtig und ohne das unterschreibe ich das nicht und das kommt gar nicht rein, und dieses Manifest das waren bestimmt jetzt 10 Blätter Papier immerhin hast du das Teil griffbereit 1.
Sarah 2, 3 Drei, vier, fünf Seiten und einen Anhang.
Sebastian Also sechs. Gab es einen Konflikt dabei, das Ding auszuhandeln? Weil das scheint ja was zu sein, wo ihr euch beide auch wirklich an das geschriebene Wort bindet. Also Lady A kann ja nicht einfach sagen, da steht zwar so drin, aber heute will ich es mal ganz anders haben. Ich glaube, das ist eine Grenze für euch.
Sarah Also ich bin normalerweise irgendwie so überhaupt gar kein Freund von Verträgen, weil Verträge eine Beziehung zu sehr einengen und man da unter Umständen nicht frei genug handeln kann, kann man irgendwie spontan was anderes, weil ich habe ja gerade einen Vertrag, geht gerade nicht, da müssen wir jetzt wieder nachverhandeln und so weiter. Ja, tatsächlich ist dieses Pamphlet entstanden, dass ich wollte, dass wir beide uns nach einer gewissen Zeit einfach mal mit uns konkret beschäftigen, wo soll das Ganze hin. Und ich habe denen geschrieben, sie hat redigiert an der einen oder anderen Stelle und wir haben da so zwei Wochen, fast drei Wochen darüber diskutiert, ob wir das überhaupt machen wollen oder nicht. Und letztendlich sind wir aber zum Entschluss gekommen, wir probieren das einfach mal, weil schreddern können wir den immer noch im beiderseitigen Einfall nehmen. Ich kann da gerne so einen groben Überblick geben.
Sebastian Pass auf, wir picken uns was raus. Gibt es da so eine Stelle, wo du sagst, das ist so der Kern, das ist ganz wichtig, weil ich glaube, viele haben gar keine Vorstellung. Also mancher erwartet jetzt ein 20-seitiges Ding mit Regeln. Wenn die Sarah morgens aufsteht, hat sie der Herrin.
Sarah Sowas gibt es nicht.
Sebastian Da kommen wir nämlich genau zu dem Punkt hin. Das funktioniert eben, das ist meistens doch was ganz anderes. Also ich selber würde auch, bevor du was sagst, Entschuldigung, ich muss mal sagen, aus meiner Sicht, ich würde ja eher Dinge formulieren, sowas wie ... Wir sind uns einig darüber, dass Sarah benutzt und verliehen werden muss, damit sie einfach glücklich sein kann, zum Beispiel. Also positive Dinge da rein, die beide gern unterschreiben können und keine Regel für 8.30 Uhr, was weiß ich, Frühstück ans Bett, 8.35 Uhr und so weiter und so fort. Okay, also ich habe richtig geraten, ich kenne das Ding wirklich nicht.
Sarah Ja, ja, ja, ja, ist völlig richtig. Es geht eher darum, dass so bei bestimmten Sachen niedergeschrieben ist, was ist die Grundlage, was wollen wir, was will die Herren, was will die O, was sind die Ziele, was will man voneinander. Und da geht es nicht, wie du schon richtig sagst, darum zu sagen, so jeden Morgen gibt es Kaffee und dann gibt es das und dann da wird Tier geleckt und bla und so weiter. Das sind alles Kiekerlitzchen. Also es tut mir furchtbar leid. Das sind Sachen, die gehören vielleicht in einen TPE-Bereich. Und wer das mag, so ein Kontrollfreak ist, der soll das bitte auch gern tun. Ich will das nicht verteufeln. Aber solche Sachen stehen da nicht drin. Es geht darum, dass wir manifestieren über die Pflichten, die ich habe, die Pflichten, die sie hat, über Regeln und Strafen grundsätzlich. Und wie die grundsätzliche Kommunikation ist. Es gibt da beispielsweise einen Unterschied zwischen, wenn wir privat sind, dann gehen wir ein bisschen anders miteinander um, dann ist es nicht so strikt. Aber wenn wir draußen unterwegs sind, dann ist ganz klar, so treten wir auf. Und das ist dann unser Duktus. Und wir sind ja nicht nur jetzt O und Herren, wir sind ja auch gute Freundinnen. Deswegen ist sehr vieles im Alltag, wir wohnen nicht zusammen, aber da geschehen schon sehr viele Sachen auf Augenhöhe, wo man jetzt nicht unbedingt vermuten würde, hey, die eine, die macht da ganz schlimme Dinge irgendwie mit ihr. Das sieht man uns nicht unbedingt immer an. Aber die Möglichkeit ist, ich sag mal, das ist so ein bisschen light, das ist nicht immer so dieser strenge Zugriff und jetzt mach mal dies, weil ich zum Beispiel keine Service O bin, die jetzt die Küche irgendwo putzt und dabei mit dem Flocker irgendwie bearbeitet wird oder so.
Sebastian Würdest du aber tun?
Sarah Aber selbstverständlich würde ich das tun.
Sebastian Okay.
Sarah Aber selbstverständlich.
Sebastian Man muss das ja ein bisschen rausfordern. Also gibt es denn eine Anrede, wenn ihr draußen unterwegs seid oder zu Hause?
Sarah Lady A.
Sebastian Mit sie oder du?
Sarah Mit sie. Ich sieze sie.
Sebastian Immer.
Sarah Immer. Ich wüsste auch gar nicht, warum das anders sein sollte. Wobei ich nicht verteufeln möchte, dass das in anderen Beziehungen anders ist. Das ist genauso aber auch, wenn ich in einer Firma, wenn die sagen, wir duzen uns hier alle. Und ich sage dann immer, ja, schön für sie. Ich meine das ist ein uralter Tweet der auch schon ich weiß nicht wie viel tausend von Likes irgendwie hat aber er ist so richtig, und eine vorgesetzte Person die duot sich nicht und im BDSM schon mal gleich gar nicht, das kann sich im normalen Leben dann halt irgendwie ändern wenn man sehr lange miteinander zusammenarbeitet dann ist es okay aber im BDSM kommt das für mich überhaupt nicht in Frage ich bin immer jemanden am siezen den ich für dominant erachte So, jetzt sitzt du da, du bist ja selber so ein Dom.
Sebastian Ja, ich gucke gerade nochmal, Entschuldigung, ich gucke gerade nochmal in den Chatverlauf uns beiden. Bereit, wenn sie es sind. Sehr schön.
Sarah Genau, aber du bist ja jetzt nun auch ein dominanter Mensch, ja, aber du bist halt nicht meiner. So, wenn aber jetzt beispielsweise wir uns mal irgendwie privat treffen sollten, auf irgendeinem User treffen oder so, von Kunst und Unvernunft, Und dann sollte sie sagen, also liebe Sarah, das ist der Sebastian, der Sebastian ist dominant. Ab dann würde ich dich siezen. Zum Beispiel. Also wenn mir jemand als dominant vorgestellt wird von ihr, dann sieze ich den. Das ist beispielsweise auch Teil des Vertrages.
Sebastian Interessant. Das heißt, in dem Moment, wo du das aber nicht so empfindest, wird das doch kompliziert für dich?
Sarah Das spielt überhaupt keine Rolle. Das ist nicht meine Aufgabe, das zu entscheiden.
Sebastian Nein, aber funktioniert das innerlich?
Sarah Das ist überhaupt kein Problem.
Sebastian Okay. Also es wird zugewiesen und du hältst dich dran. Also das ist ja auch eine intellektuelle Challenge, sage ich mal, an der Stelle zu sagen, okay, ich lebe das, ich verinnerliche das und du musst dir das ja auch noch merken. Der Mensch wurde dir mal so vorgestellt. Wie ist denn das, wenn dir ein Switcher vorgestellt wird und du triffst dir dann irgendwie drei Monate später und dann ist er halt gerade unten?
Sarah Keine Ahnung, weiß ich nicht. Das sind halt dann auch immer so Sachen, die vielleicht auch nur für den Moment gelten. Weil sie halt sagt, ich glaube, der Sebastian, der hat da irgendwie, keine Ahnung, der hat mal irgendwie gesagt, der hätte da irgendwie so Interesse oder so, mit dir mal keine Ahnung was zu tun. Und für heute Abend wird der junge Mann mal gesiezt damit er mitbekommt, du bist bereit dazu, was dann auch immer passiert. Ob das dann geschieht, ist dann vielleicht was anderes. Das entzieht sich aber meiner Kenntnis. Ich werde in aller Regel auch nicht informiert über irgendwelche Vorgespräche, die stattgefunden haben, sondern ich werde da einfach reingeschubst.
Sebastian Okay, dann steigen wir da doch mal voll ein. Wenn Lady A jetzt sagt, so Sarah, du gehst jetzt mit dem Menschen vögeln, Mal ganz platt gesagt. In meiner Welt ist das ja so, man muss einen Menschen anziehend finden, damit man mit ihm in die Kiste steigen will. Diese Verantwortung hast du ja schon abgegeben. Das heißt, die Entscheidung, ob dir jemand gefallen muss oder nicht, die hast du ja nicht mehr. Fällt das schwer? Ist das ein Job, den du in dem Moment machst? Was ist das dann für dich?
Sarah Im Prinzip spielen wir auf einer gewissen Ebene dieses Rollenspiel Lude und Hure. Wo also dann die Ludin, ich weiß nicht, ob es dieses Wort gibt, im Prinzip entscheidet, wer meine Kunden sind. Und insofern bin ich dann halt in einer Rolle drin. Es wird mir halt auch gesagt, ist das jetzt eher so ein Vanilla-Kontext? Ja, ist da kein BDSM drin? Gehe ich also nur als Girlfriend in so eine Sache rein? Oder ist so ein bisschen Aua dabei? Dann bin ich halt Femso? Oder ist es schon ein bisschen umfassender? Diese Informationen kriege ich, damit ich halt auch so ein bisschen darauf eingestellt bin und damit ich auch prüfen kann, ob der Partner sich an Grenzen hält, weil ich in solchen Situationen die Kontrolle über die Situation habe und wenn mein Gegenüber sich nicht so verhält, wie es abgesprochen ist, dann kann ich Abrechnung gehen.
Sebastian Ja, aber da sprichst du ja erstmal nichts ab. Also, okay, wo sind denn die Grenzen an der Stelle?
Sarah Und ja, das können wir ganz plakativ sagen, wenn es halt irgendwie Girlfriend ist, dann ist das halt Blasen, Analverkehr, ein bisschen kuscheln, Knutschen, Feierabend. Da ist aber jetzt nicht irgendwie an den Haaren ziehen oder auf den Arsch klatschen oder sonst irgendwie Sachen dabei. Das geht dann eher so in diesen submissiven Sektor rein, wenn sich da jemand irgendwie ausprobieren will oder einfach mal irgendwie was machen. Wobei ich die Entscheidung habe festzulegen ob mich jemand fesseln darf in der Situation es sei denn die Herren ist anwesend dann übernimmt sie das alles weil dann ist ja auch Kontrolle da an der Stelle ich habe da schon so ein paar Freiheiten die ich dann ablehnen kann, und wenn das halt dann wirklich in den BDSM Bereich reingeht dann wird mir das halt in Stichworten gegeben, was irgendwie so vereinbart wurde. Wobei das, was vereinbart wird, ohne die Anwesenheit der Herren sehr, sehr, sehr begrenzt ist. Da kann man also jetzt nicht hingehen, so, jetzt lasse ich mir die hier antanzen und dann knüpfe ich die irgendwo auf und dann vierteilen und so weiter. Da ist also sehr viel Kontrolle meinerseits dabei. Und was auch wichtig ist, ist halt auch Selbstschutz.
Sebastian Also wer Sarah bespielen kann, der hat das dann mit einer sehr selbstbewussten Sub zu tun. Das geht, das geht nicht und da du kannst mich mal am Arsch stecken, ehrlich gesagt, da ist irgendwann mal Schluss.
Sarah Die Grenzen setzt oder das, worum es geht, setzt die Herren fest vorher. Und ich muss wissen über einen Code, den ich halt dann bekomme, was so vereinbart wurde. Da gibt es ja die üblichen Abkürzungen. Und wenn sich derjenige dann halt an einer Stelle dann irgendwie komisch bewegt und das dann halt irgendwie nicht passt, dann kann ich das abbrechen. Jederzeit. Dann gehe ich auch nach Hause und ist gut. Das, was die meisten halt sehr spannend finden, ist die Idee. Die Idee als solches ist immer sehr spannend, aber ich bin ja auch beweispflichtig und da haben viele ein Problem mit. Wenn ich also beispielsweise mit dem Handy da irgendwie ein kurzes Video irgendwie aufnehme, dass auch die Sachen passieren, die vereinbart sind oder so. Also wenn man mal irgendwie einen Schwanz im Mund hat oder irgendwie sowas. Das kann auch meinetwegen der Partner machen. Das ist völlig egal. Und das dann direkt übergeben. Und auf die Art und Weise kriegt die Herrin ja schon mit, dass halt irgendwas passiert. Und dafür tun sich viele schwer. Verstehen tue ich das nicht. Aber es geht ja nicht darum, die Männer zu porträtieren in irgendeiner Form und da einen ganz Körper Zoom drauf zu machen. Sondern es geht darum, mich als Lustobjekt vorzuzeigen und das, ich gehe mal davon aus, dass die Herren dazu da masturbiert, glaube ich, ich weiß es nicht, aber ich denke mal schon.
Sebastian Ich werde sie einfach mal fragen.
Sarah Genau, bitte. Vielleicht darf ich es ja wissen, ich weiß ja nicht.
Sebastian Pass mal auf, die Frage, die ich hier unbedingt habe, ist wo? Also bisher klang das so ein bisschen, ich stellte mir jetzt eine Party vor, irgendeinen netten Salon und da sind Menschen beisammen und dann wird das so eingefädelt. Scheint nicht so zu sein.
Sarah Also man muss es ein bisschen runterbrechen. Wir waren in dem Sinne noch nicht auf einer O-Veranstaltung, wo ich sowieso nur grünes Bändchen tragen würde. Alles andere finde ich total albern. Das ist meine eigene persönliche Einstellung.
Sebastian Eine kurze Erklärung, grünes Bändchen heißt, kann man was mitmachen?
Sarah Also dieses...
Sebastian Wobei, Moment, Grün heißt aber auch ohne Absprache mit der Herrin.
Sarah Ja.
Sebastian Ja, weil das muss ja mit der Herrin schon abgesprochen werden.
Sarah Naja, sie ist ja anwesend.
Sebastian Ja, da muss ja wie ein Schießhund immer hinter dir her sein, gucken, oh, nicht, dass da, weil du kannst ja im Prinzip erstmal nicht mehr Nein sagen, sondern ich komm mal mit und dann geht's los.
Sarah Das steht übrigens auch im Vertrag. Also hier habe ich die Freigabe Nein sagen zu dürfen, um das zu beschreiben. Ja, aber ansonsten ist Nein ein schwieriges Wort. Du musst dir das so vorstellen, dass so wie eine Herrin im Prinzip eine O letztendlich auch irgendwie zu teilen hat, ja nicht immer, aber irgendwann muss das mal passieren, hat sie dementsprechend natürlich auch die Macht darüber zu sagen, okay rot oder gelb oder grün. Ich tendiere halt immer zu grün von meinem Kopf her, aber man hängt ja auch immer zusammen an der Stelle. Und sie ist ja dann auch immer bei mir und würde ich jetzt nicht einfach mal irgendwie, ich gehe jetzt mal in einen anderen Raum, viel Spaß. Das muss man sich jetzt einfach mal wegdenken. Also ich glaube, sie würde mich nicht in irgendeiner Situation, wo es um Fremd-SM geht, mich alleine in einer Situation zurücklassen, die ich nicht unter Kontrolle habe. Aber sie hat schon so angedeutet, dass es ja durchaus sein kann, dass sie mich einfach mal dann an eine befreundete Domse abgibt, weil sie ihr vertraut. Und dann ist das auch für mich okay, wenn sie nicht anwesend ist. Und dann soll die da bitte machen.
Sebastian Ja, das ist jetzt der Punkt. Ich suche ja so ein bisschen den Kern deiner Lust, deiner Identität, deiner Befriedigung. Ist es das, dieses... Sex nicht zu haben, sondern es wird forciert. Es wird darüber bestimmt, du hast ihn zu haben. Es ist eine deiner Pflichten. Und mit wem obliegt nicht dir und auch nicht was obliegt nicht dir? Also ich habe so das Gefühl, dein Körper und damit auch so ein Stück weit deine Seele, das hast du verschenkt. Kann man das so beschreiben? Oder bin ich da völlig auf dem Holzweg?
Sarah Ich lebe dafür. Das ist mein Ding. Man muss sich das auch nicht so vorstellen, dass dahinter jetzt irgendwie eine Unterjochung hängt, eine Versklavung hängt in irgendeiner Art und Weise und dass ich absolut willenlos bin. Ich will das ja so. Ich habe mich ja dazu entschieden, das so zu wollen. Und ich habe natürlich auch jederzeit die Möglichkeit zu sagen, so, es ist aber mal gut. Und halt auch das Wort zu erheben, dass auch eine O zu Gesicht steht und auch von ihr erwartet werden kann, wenn in irgendeiner Form irgendetwas gerade mal so aus dem Ruder läuft. Das wird niemals während einer Aktion stattfinden, sondern immer im vertrauten Miteinander. Und das ist halt noch nie passiert, überhaupt nicht, weil sie da halt auch sehr vorsichtig ist und sich an der einen oder anderen Stelle ja auch gerade selber erfährt und ausprobiert, was für sie okay ist und was nicht. Aber wir haben schon so einige Sachen gemacht, sagen wir mal, in einer nicht ganz so öffentlichen Öffentlichkeit, wo man Schlampen wie mich auf Parkplätzen oder in irgendwelchen Autobahnen, Toiletten irgendwie so zur Verfügung stellen kann. Und das war schon sehr anregend.
Sebastian Machen wir es mal anders. Lady A ist so eine Art Katalysator dafür, dass du das, was du gerne tust, dass du es auch tust.
Sarah Natürlich kann ich das alles selber machen. Ich kann es auch selber organisieren. Und ich kann die Jungs dementsprechend dann halt auch zu irgendetwas anleiten und, und, und, und. Aber es ist viel zu viel Arbeit mit verbunden. Ich möchte einfach in dieser Situation für die Herren ein Objekt sein, das sie als Voyeuristin beobachtet und sagt, ja hier, jetzt kommt, nee, du nicht, nee, wasch dich erstmal und du kannst. So läuft das dann auch.
Sebastian Das ist ja fast wie Management, Mensch.
Sarah Das ist im Prinzip, sie selber steht dann als Sexualobjekt überhaupt nicht zur Verfügung, gar nicht. Sie hält sich da komplett zurück, obwohl ich durchaus weiß, dass mit Sicherheit das ein oder andere mal irgendwie zugreifen möchte oder wird. Aber sie behält die Kontrolle über die Situation, um mich zu schützen und ich kann mich dann in diese Situation komplett reinfallen lassen. Kopf aus und der Schwanz, der gerade kommt, der wird schon passen.
Sebastian Das ist spannend. Da wird delegiert, da wird gegeben, da wird genommen, da wird organisiert, da wird gemanagt. Ich empfinde das gerade als hochprofessionelles Organisationsmanagement im Bereich, wie komme ich als Mensch dazu hinzu. Ja, glücklich zu sein, befriedigt zu sein, meinen Dingen nachzugehen.
Sarah Manchmal ist das so. Ja, jetzt wo du das sagst.
Sebastian Wann ist es denn nicht so? Also ich habe, pass auf, mein Problem ist, ich rieche so ein bisschen. Das kann super funktionieren, aber das kann auch einfach mal nicht funktionieren. Missverständnisse, was weiß ich, die Typen sind irgendwie komisch drauf, weil man es nicht angesehen hat. Ich weiß es nicht. Also das sehe ich so ein bisschen als Gefahr dahinter, aber auch wieder als Nervenkitzel auf der anderen Seite.
Sarah Wir passen ja auch so ein bisschen gegenseitig aufeinander auf. Sie ist sehr gut darin, Männer, die ihr zu nahe zu kommen, halt dementsprechend abzuweisen und mich zu verkaufen wie Sauerbier, aber das funktioniert halt nicht immer. Ja. Und weil viele Leute selbst in. Ja, also vor Corona-Zeiten in speziellen Clubs, wo so Transmenschen auch irgendwie unterwegs sind, einfach nicht verstehen, dass es, bei einer Paarung, wo es eine Herrin gibt und einen Sklaven gibt, in aller Regel nicht um die Herrin geht, sondern um den Sklaven, der irgendwie was machen soll und im Prinzip dann die Frau angeht, weil sie halt gerade da ist. Ist halt so. Und das hat schon dazu geführt, dass sie mir schon signalisiert hat, ich bin mir jetzt heute, also ich will gerne irgendwie mit dir machen und da mal auf den Günststuhl, aber ich werde dich ganz bewusst jetzt nicht so fesseln, wie ich das sonst immer tue, weil ich weiß nicht, schau mal mal. Und da ist es dann halt auch ganz genau zu einer Situation gekommen, wo ich dann auch eingreifen musste. Und dann bin ich halt dann mittendrin, raus aus dem Stuhl und habe mich dann auch mit dazu gestellt und habe dann das Ganze beendet. Das kann halt mal passieren. Das ist halt so. Das schweißt aber dann zwei Menschen in diesem Management halt dann noch näher zusammen, weil man sich immer aufeinander verlassen kann in solchen Sachen. Weil wir halt sehr offen und transparent mit unseren Emotionen umgehen und mit den Gefühlen, die in einer Situation ist. Jetzt könnte man sagen, ja mein Gott, man geht da jetzt rein, fühlt sich irgendwie ein bisschen blöd und dann geht man halt, weil er will raus und macht gar nichts. Dafür haben wir aber dann zu viel Eintritt gezahlt. Das muss dann nicht sein.
Sebastian Das muss dann sein, okay. Pass mal auf, ich habe ja so viele Notizen hier, ich zeige sie dir gerne nochmal. Ach, siehst du gar nicht? Ha, Bildschirm und so. Ich habe hier notiert und ich weiß nicht mehr warum, ums Verrecknich. Hier steht, Sarah hat mit dummen Frauen kein Problem. Ja. Ja, warum habe ich das aufgeschrieben?
Sarah Das weiß ich nicht.
Sebastian Verdammt.
Sarah Das musste ich ja irgendwas getriggert haben.
Sebastian Ich glaube, das ist sogar ein Zitat von dir.
Sarah Also, wenn ich mich da noch recht daran erinnere, in welchem Kontext das gefallen ist, dann hat es etwas damit zu tun, dass dumme Frauen nicht damit gemeint sind, dass sie jetzt irgendwie brunzblöd sind und nichts auf die Kette kriegen, sondern vielmehr im Bereich BDSM vielleicht nicht so erfahren sind, und sich irgendwie selber erst noch so ein bisschen austarieren müssen, ob das mehr sadistisch ist oder mehr dominant. Und dadurch, dass ich das halt schon insgesamt alles so zwei, drei Tage mache, bin ich halt auch für Unerfahrene, das ist vielleicht das richtige Wort, das richtige Objekt, weil ich Fehler verzeihen kann, die jemand macht.
Sebastian Also dann habe ich das arg provokant jetzt gehabt. Okay, das heißt, für eine Femdom, die noch nicht so, die sich noch ausprobieren muss, wärst du im Prinzip das richtige Objekt.
Sarah Das läuft über Sexarbeit zum Teil.
Sebastian Ah, okay. Wir haben jetzt ein bisschen was über Sarah gehört. Sub von Lady A, okay. Aber dann gibt es ja noch den Martin, den Mail-Dom. Den gibt es immer noch. Wie ist der denn so drauf?
Sarah Böse Zungen würden behaupten, dass ich nenne ihn ja immer meinen Ex. Und wenn er über mich spricht, sagt er auch immer Ex, um irgendwie so eine Kluft im Prinzip künstlich da aufzubauen. Bösezungen behaupten, dass wir als Pärchen, das würde nicht funktionieren, weil ich ihn hoffnungslos überfordern würde mit dem, was ich gerne so will. Auf der anderen Seite repräsentiere ich aber auch viele Seiten von dem, was er mit seinen Subs so anstellt.
Sebastian Also Sarah ist die Sub, die Martin gern hätte.
Sarah Nee. Um Gottes Willen.
Sebastian Um Gottes Willen.
Sarah Niemals.
Sebastian Wenn wir schon so vielschichtige Persönlichkeitsprofile haben, dann müssen wir die auch ein bisschen gegeneinander ausspielen, finde ich.
Sarah Aber natürlich, überhaupt gar kein Problem.
Sebastian Okay, also komm. Also Martin ist, also sagen wir mal so, der Witz ist ja der, um Martin der Dom zu sein, musst du dich erstmal umziehen. Das, was du für Sarah nicht tun willst, muss für Martin halt ran. Wie läuft denn der Martin so rum?
Sarah Der Martin hat zwei Subs, Die ganz andere Dinge machen als ich. Er ist kein Sadist, überhaupt nicht, null, gar nichts. So ein bisschen Sadismus, Masochismus gehört in das alles irgendwie rein, aber er ist jetzt nicht so derjenige, der halt sagt, ich muss dich jetzt bestrafen, du bist ganz böse und jetzt alles da rum und dann Strafkatalog abarbeiten und danach nehme ich dich in den Arm und habe dich gern. Sowas ist ihm völlig fremd, absolut. Es bringt ihm nichts, wenn er irgendwelche Strafpunkte aufschreiben lässt, die dann erstmal abgearbeitet werden müssen. Er ist auch kein Kontrollfreak, eignet sich überhaupt nicht für TPE oder irgendwie sowas. Was er gerne macht, er gibt seinen Subs halt so Aufgaben, so für unter der Woche, weil man kilometermäßig halt dann auch schon ein bisschen weiter auseinander ist, um so die Connection zu halten und diese Aufgaben gehen halt eher so in die Richtung, den Subs Dinge nahe zu bringen die sie beschämen an der einen oder anderen Stelle Natürlich.
Sebastian Mag ich Beispiele hören.
Sarah Jaja, ich weiß, also sagen wir mal so, das was er mal in einem Blogbeitrag geschrieben hat ist, dass es keinen Sinn macht, wenn man jetzt eine Instagram-Fashionist da, die sowieso immer halbnackt in der Bude rumläuft und davon Selfies irgendwo hinpostet, ja, das ist ja Safe Space. Das macht ja überhaupt keinen Sinn zu sagen, du schickst mir über den Tag irgendwie zehn Nacktfotos. Da hat die überhaupt keine Probleme mit. Punkt. Der Witz ist, die Frau zu bringen, du stellst dich ins Treppenhaus und machst die da, wo Leute eventuell hoch und runter gehen können. Das ist eine Herausforderung. Oder zu sagen, Mh. Für jemanden. Aber immer im Einvernehmen. Ja, also da wird lange drüber gesprochen und da wird ewig lange auch diskutiert. Ist das so? Möchte ich das? Will ich das nicht? Ich möchte mich dem stellen. Und dann kommt auch der nötige Druck. Du hast gesagt, du willst dich dem stellen. Bitte, ich fördere dich, indem ich dich fordere, gewisse Sachen zu tun.
Sebastian Ich merke gerade, deine Gestik verändert sich auch gerade so ein bisschen wie deine Hände und so, wie das alles also da merke ich schon gerade, dass da.
Sarah Ich kann es nicht leugnen.
Sebastian So eine kleine Transformation kommt da gerade, die Hörer können das natürlich nicht sehen, aber man hat schon fast den erhobenen Zeigefinger gesehen, du machst das jetzt, ne? Und auch dein Sprachduktus verändert sich da ein bisschen, das finde ich tatsächlich sehr spannend gerade da mal zuzusehen.
Sarah Und insofern fördert und fordert er seine Subs in Bereichen, die sie eher beschämen, weil sie das aber auch so möchten. Also er würde jetzt nichts von ihnen fordern, was so total neben der Spur wäre, was in ihrem Kopfkino nicht drin ist. Da liegt unwahrscheinlich Wert darauf, dass man ein gemeinsames Kopfkino hat, das zu fast 98% irgendwie das gleiche ist, damit da keine bösen Dinge irgendwie geschehen. Aber er pickt dann halt manchmal auch genau in diesen letzten zwei Prozentpunkten rum, weil auch in diesen Punkten wird dann seine Dominanz halt dann auch wirklich wahrgenommen an der Stelle, nämlich auch mal dahin zu gehen, wo die Komfortzone mal nicht ist.
Sebastian Das bringt Martin dann auch diese Befriedigung, die macht das jetzt.
Sarah Ja, genau. Es hat unwahrscheinlich viel mit Vertrauen zu tun. Vertrauen halt auch in den anderen. Dass ich jetzt, dass da, wie soll ich das sagen, ich bin so eine Exhibitionistin und ich würde alles, was ich irgendwie mache, mit Fotos oder Videos oder sonst was irgendwie belegen müssen, wollen, dürfen, können. Handy aus oder Handy auf und ich stelle das irgendwie hin und mache dann halt, und schicke dann irgendwie über die Dropbox der Herren, hier ist ein Link, können Sie sich angucken, ich habe es gemacht. Und das wäre für ihn furchtbar anstrengend weil er vertraut darauf, dass diese Sachen gemacht werden, und er stellt den Subs frei Beweise zu liefern und sagt ihnen, wenn du dich selbst bescheißt, indem du es nicht tust, dann hast du dich ja schon selbst bestraft warum soll ich da jetzt noch einen draufsetzen Ja.
Sebastian Da ist Martin, aber auch sehr niederschwellig Ja.
Sarah Ja natürlich, das ist genau das Ding es geht durchaus in den fehlenden zwei bis drei Prozent, geht es durchaus dahin, dass er dann halt auch sagt, für diese Woche sind Foto- und Videobeweise Pflicht. Und die kommen dann auch. Da wird dann auch nicht weiter darüber diskutiert, weil die Subs im Prinzip so dankbar sind, dass sie, wann sie was machen, wie sie was machen, so eine gewisse Kreativität für sich entwickeln können. Und dann halt auch, sie sagen auch, ich habe es nicht geschafft, es tut mir leid, aus den und den Gründen und ich notiere mir hier gerade mal zwei Strafpunkte oder so. Diese Ehrlichkeit kommt rüber, weil die Kontrolle fehlt. Aber wenn er dann verlangt, ich will das jetzt mal haben, weil, ne, dann kommen die Sachen auch. Und das wird dann auch nicht diskutiert.
Sebastian Da muss ich mal fragen. Das ist dann, Sarah sitzt am Rechner und chattet als Martin mit Martin's Subs. Oder brauchst du da eine Übergangszeit oder eine Übergangsphase, wenn das Telefon klingelt oder so?
Sarah Also die, Absprachen, die wir haben, sehen also vor, wir haben alle Beteiligten einen gemeinsamen Kalender, beziehungsweise meinen Kalender, den ich freigegeben habe, damit jeder ganz genau sehen kann, Wo ist er denn gerade? Was macht er denn gerade? Und dementsprechend finden dann auch keine Störungen statt in dem Sinne. Wenn also die eine Sub weiß, dass die andere gerade bei ihm ist, dann hält sie sich da komplett raus. Dann ist das manchmal dann halt auch nicht mehr als gut Morgen und gut Nacht. Und dazwischen ist dann halt nichts. Man nimmt Rücksicht aufeinander. Und genauso sind halt die beiden Subs auch darüber informiert, dass es halt die Herren gibt. Und wenn die Herren dann da sind, dann halten die sich dementsprechend auch zurück an der Stelle. Und das funktioniert ganz gut. Es ist immer mal ein bisschen Sand im Getriebe, aber du musst dir das auch so vorstellen, dass wir uns durchaus als Partner ansehen, aber jeder hat sein eigenes Leben. Das heißt, es ist jetzt nicht so viel Verbindung im Alltag vorhanden, wie man das jetzt meint. Eine Sub ist extrem eingebunden in viele ehrenamtliche Tätigkeiten. Die andere Sub ist selber verheiratet und hat von daher dementsprechend, also der Mann weiß, dass sie die Sub von jemandem miss. Und hat von daher auch noch andere Verpflichtungen. und ich bin ja jetzt auch noch irgendwie ein Privatmensch und habe ja auch irgendwie meinen Kram. Es gibt also ganz definierte Punkte, die jetzt in der Zeit von Corona ein bisschen aufgeweicht sind, weil ich im Homeoffice sitze und dementsprechend dann halt auch öfters mal so zwischendurch fragen kann, kann man gerade mal telefonieren, hast du Zeit? Und dann telefoniert man dann halt miteinander und ja, es ist den Subs bewusst, dass Sarah dann am Telefon ist und sie reden dann mit Martin. Das wissen die.
Sebastian Das klingt aber schon alles ein bisschen nach Durcheinander, also so die ganz klare Struktur, die ist nicht, das muss man wollen.
Sarah Das muss man akzeptieren.
Sebastian Ja, das müssen alle Beteiligten wollen, das ist so meine Frage, wer kennt denn wen? Also fangen wir erstmal an. Kennt deine Subs Sarah? Ja. Haben sie gesehen, haben sie erlebt?
Sarah Ja, ganz genau. Also die, es war mir, ich habe mir dadurch, dass ich halt mein Outing in dem Sinne gemacht habe, ich habe ja einen Ergänzungsausweis der Deutschen Gesellschaft für Transidentität, die halt in Verbindung mit meinem Personalausweis gilt. Und mit dieser persönlichen Freiheit, die ich mir da genommen habe, habe ich halt vorher kommuniziert, dass ich das tun werde und ich habe aber jetzt nicht um Erlaubnis gebeten. Also das ist so ein Outing zu machen, ist dann auf allen Ebenen schwierig, halt dann auch in der Familie am Ende. Ich gebe eine Information über mich preis, die extrem vertraulich ist, sodass andere in der Lage sind, darüber nachzudenken, ich habe mich da jetzt aber an einen Kerl irgendwie verguckt und jetzt ist da auf einmal, wie gehe ich damit um? Und deswegen war es mir halt auch super wichtig, das wurde aber von beiden Subs halt dann auch so gesagt, wir möchten die gerne kennenlernen. Ich meine, die hatte einen eigenen Twitter-Account, da kann man sie ja schon irgendwie sehen, aber so richtig live und in Farbe und dazu ist es dann halt auch gekommen. Also es hat dann einfach mal ganz bewusst so eine Art Mädelsabend gegeben, Wo beide dann irgendwie sagen, das war wichtig als Information, wie ist die denn so? Ja, mit der einen verheirateten Dame, das war so klasse, weil wir im Prinzip an diesem Abend, wo wir zusammengesessen haben und das ohne das Alkohol dabei war, so herrlich über den Ex gelästert haben, dass es nur so eine Freude war. Also ich bin ja ein sehr humorvoller Mensch und lache auch gerne über mich selber und kann das auch dann tierisch auf die Spitze treiben und anderen halt dann auch eine schöne Zeit machen.
Sebastian Ja, aber sag mal, wenn man da zusammensitzt, geht da nicht so dieser Nimbus des Doms, geht der nicht verloren? Also das ist etwas, ich habe ja ein bisschen, bevor wir jetzt heute sprechen, so ein bisschen rumgefragt, muss ich ja ehrlich zugeben. Und da ist tatsächlich ganz oft dieses, der Dom ist ein Konstrukt und wenn der, das ist bei manchen auch, allein wenn schon Alltag in die Dom-Sub-Beziehung reinkommt und dann ist der Dom auch mal beschissen drauf, weil es im Job scheiße lief und ist schwach und dies und das, dann muss das, wenn das das erste Mal ist, dann muss damit erstmal klargekommen werden von Sub-Seite, da steckt der Mensch eben doch ein bisschen vielschichtiger. Das ist nicht immer so und auch nicht ständig so, aber es gibt so offenbar, ich sag mal bei Spielbeziehungen, jetzt sieht man das ganz gut, wenn man sich nur trifft um zu spielen, dann ist die Stufe von oben und unten, das ist weiter auseinander. Und mit jedem Einblick ins Persönliche, in den Alltag, gleicht man sich so ein bisschen an, weil im Endeffekt, ganz ehrlich, sagen wir mal so, gegenüber dem Finanzamt kochen wir alle nur mit Wasser. Und da kannst du nichts dran ändern und da kann der Dom noch so dominant sein, der Bescheid ist trotzdem derselbe. Das Papier ist immer noch Altpapier von den Jungs. Hast du die Gefahr da nicht gesehen?
Sarah Also wenn man sich zu etwas in seinem Leben bekennt und sagt, ich möchte das so machen, dann läuft man natürlich immer Gefahr, dass dann eventuell eine Sub des Martin dann halt irgendwie sagt, nee, das geht ja gleich gar nicht, tschö. Das ist eine Konsequenz, die er im Hinterkopf hatte, dass das durchaus geschehen könnte. Das Vertrauen aber in diese Wesen ist, dass der Vorgang als solches über eine doch längere Zeit gelaufen ist, dass also Sarah schon bekannt war als Wesen, das der Sexarbeit nachging. Und diese Transition dementsprechend in den Alltag, wo dann beide irgendwie gesagt haben, also auf der einen Seite die, War das jetzt in dem Moment, wo sie das gesagt haben, dass sie das tun werden, war das jetzt schon irgendwie öh? Aber auf der anderen Seite war das, es ist ein Teil von ihnen und offensichtlich geht es ihnen gut damit. Und jetzt schauen wir einfach mal, was passiert. Wir gucken einfach mal, wie fühlt sich das an? Was ist das so eine? Und ob sie da jetzt irgendwie in die Richtung kippen? Und das wollen wir uns einfach angucken. Und das hat dann dazu geführt, als wir dann diesen Mädelsabend gemacht haben, dass ich ganz bewusst halt dann dementsprechend gesagt habe, okay, ich bin gleich wieder da und dann sind wir irgendwie eine halbe Stunde im Bad verschwunden und kamen dann irgendwie raus und dann war natürlich dann auch erstmal, wenn sie dieses Wesen aus Twitter, wo es ja auch Fotos gibt, dann tatsächlich mal so live und in Farbe sehen, okay, ja, dann bitte, dann gehen wir mal los, aber als wir dann nach Hause gekommen sind, habe ich mich dann auch wieder umgezogen und habe dann gesagt, wie war das jetzt? Wir kommunizieren unwahrscheinlich viel. Wir tauschen uns über alles Mögliche aus auf einer sehr emotionalen Ebene, weil ich halt auch mit dem Feedback, egal wie es letztendlich ist, ja auch irgendwie umgehen muss, um zu verstehen, was geht, was geht nicht, wo muss man was ändern, wo muss man was anpassen, geht das überhaupt? Und da haben wir mittlerweile halt eine Basis gefunden, wo alle halt sagen und das auch erlebt haben, wir müssen uns jetzt daran gewöhnen, dass das ein Teil ist, das hat er sich erarbeitet, er hat ein Outing gehabt und das gehört halt dazu zu diesem Menschen, deswegen verändert sich der Mensch als solcher nicht.
Sebastian Nee genau, darum geht es, das ist der Mensch, aber nur weil er sich outet, ist er dadurch ja nicht anders.
Sarah Genau.
Sebastian Lass mich aber nochmal eine Frage, weil ich weiß, die kriege ich sonst garantiert als erste Hörerfrage rein, das muss ich mal fragen, ich werde es mal ganz provokant ausdrücken, fickt der Martin denn seine Subs? Mit seinem Schwanz. Und was macht der KG? Also der Anzug kommt drauf, der KG kommt ab. Entschuldigung, aber das ist eine ganz praktische Geschichte.
Sarah Das ist eine ganz praktische Geschichte und genau so ist das auch. Als die Herren sich ja, die etwas später in dieses Konstrukt irgendwie reinkamen, dann musste sie ja auch damit umgehen, dass an bestimmten Stellen halt die O nicht zur Verfügung steht. Also es gibt halt ein paar Freiheiten, die muss man dann halt einfach irgendwie zulassen, wenn man in einer Polybeziehung mit jemandem ist, der eine der Polybeziehungen führt sozusagen und da muss man dann letztendlich Abstriche machen an der einen oder anderen Stelle, das ist einfach so.
Sebastian Aber ich sehe ja gar keinen Verlust, ich sehe ja nur einen Zugewinn an der Stelle. Richtig, genau. Weil nämlich dadurch auch die geistige Gesundheit funktioniert. Wenn Sarah einfach mal spitz drauf ist, diesen Schwanz zu benutzen, dann gibt es da eine Möglichkeit, einen Modus, ein abgesprochenes Ventil, eine Möglichkeit zu sagen, nein, das geht und zwar ohne, dass es Stress und Theater gibt, sondern das ist Teil des Konstrukts, dass auch dieses Bedürfnis von dir befriedigt werden kann und dann ist dann einfach der Martin einfach mal geil und nimmt sich, was er will.
Sarah Genau, ganz genau. Das ist doch super.
Sebastian Also ich sehe das als Gewinn tatsächlich, weil das sind dann eben auch seelische Zustände, um die sich Lady A. Gar keine Sorgen machen muss, weil das wird gelöst.
Sarah Genau.
Sebastian Also diese Flexibilität, die finde ich gerade einfach da unglaublich schön, weil sie ganz viele praktische Möglichkeiten aufmacht. Wo ich so ein bisschen hänge, ist so das Thema Eifersucht, ganz ehrlich, wo ich denke, boah, also ich würde da wahrscheinlich, also ich persönlich würde sagen, boah, also ich wäre sowas von, also nee, boah, was heißt das, geht gar nicht.
Sarah Also die Sache ist die, dass von vornherein in diesem Konstrukt allen Beteiligten klar ist, dass wer ein Problem damit hat, sich überhaupt vorzustellen, dass der eigene Dom eventuell mit einer anderen irgendwie zusammen ist, da braucht man sich überhaupt nicht diesen Menschen anzunähern aus. Ich hatte fünf Jahre lang eine Lebensgefährte an meiner Seite, mit der ich halt das ganze, diesen ganzen Zirkel sozusagen aufgebaut habe und die das, wir haben nicht zusammen gewohnt und das hat letztendlich dazu geführt, dass wir halt in der einen Wohnung haben wir den Alltag gehabt und diese Wohnung war im Prinzip ja Tür und Tor für alles mögliche. Und wo dann halt sie auch ab und zu Dates in meiner Wohnung hatte, um ihre eigene Privatsphäre zu schützen, weil dann nur noch Kinder dahinter waren. Und das war einfach ein super Konzept. Und die beiden Subs haben sich letztendlich auch angeschlossen und halt vor dem Hintergrund gesagt, da ist eine Frau an seiner Seite, die ist unantastbar. Und wenn ich auch nur den Wink jetzt irgendwie mache, dass ich jetzt irgendwie eine richtig... Alltagsbeziehungen mit diesem Kerl irgendwie haben will, dann kriege ich ein Veto und dann ist alles vorbei.
Sebastian Das ist also eine ganz klare Ansage.
Sarah Das ist eine ganz klare Ansage auch von mir.
Sebastian Ja, aber wenn Gefühle da reinkommen und jemand ist dann irgendwann eifersüchtig.
Sarah Ich kann nichts für Gefühle, die man mir entgegenbringt. Da kann ich nichts für.
Sebastian Nein, aber du gehst ja das Risiko ein, dass du da jemanden in eine Situation bringst, in der er sich nicht mehr wohlfühlt. Und wenn er dir das sagt, dann ist es vorbei, also wird das dir nicht sagen, weil das ja die Gefahr des Beendens mit sich bringt und da weiß ich nicht, ob da nicht so ein Druck entsteht, mit dem man umgehen muss.
Sarah Dadurch, dass wir unwahrscheinlich viel über alle Themen links und rechts, sprechen und immer wieder so Plots haben, in denen jetzt nicht gespielt wird, sondern in denen die eigene Beziehung, die man zueinander hat, so ein bisschen was auf den Prüfstein kommt. Wo stehen wir gerade? Wo wollen wir hin? Wie geht es dir? Wie geht es mir? Wie sieht es irgendwie aus? Haben wir immer so eine Möglichkeit, dieses Gradmessers zu haben? Kommt es mir jetzt gerade zu nah? Und das wird dann auch ausgesprochen, sollte sowas dann passieren. Und ich habe auch schon Beziehungen beendet, aus ganz anderen Gründen. Und das ist letztendlich, Wie soll ich das sagen? Ich kann emotional Sachen vermitteln und ausgleichen und auf einen Punkt bringen, wo sich die andere Seite wieder wohlfühlen kann. Ich kann aber auch ganz direkt und hart sagen, hier wird gerade eine Grenze überschritten. Das wird aber auch von mir erwartet, dass ich das tue und sage, wenn das hier in diese Richtung weitergeht, dann sollten wir uns besser darüber unterhalten, ob das eventuell beendet wird. Weil das ist etwas, das möchte ich nicht. Das geht mir zu nah. Ich kann aber nur bis zu einem gewissen Prozentsatz wirken, weil ich den Leuten ja nur vor die Stirn und nicht dahinter gucken kann. Und so wie das mit den Damen momentan läuft, ist das ein wunderbarer Austausch, weil sie sich halt alle darüber einig sind, dass sie im Prinzip nebeneinander stehen und dass dann niemand in irgendeiner Form bevorzugt wird, weil ich der Garant dafür bin, dass es nicht geschieht.
Sebastian Es gibt also keine Hierarchie?
Sarah Nein, die gibt es nicht.
Sebastian Okay, das ist ja interessant. Also sowohl Lady A als auch Sub 1 und Sub 2 stehen alle auf derselben Stufe?
Sarah Ja, weil die im Prinzip muss man das so sehen, dass Lady A kennt den Martin nicht.
Sebastian Ihn nicht.
Sarah Wir hatten wohl mal, es ist, wir haben uns ja irgendwann mal kennengelernt. Und es gab dann halt auch mal Situationen auch so zwischendurch, wo ich dann halt dann irgendwie zur Nacht oder zwischendurch auch mal ohne Haare irgendwie durch die Gegend gelaufen bin. Natürlich sieht sie den, das ist es nicht. Aber ihr Lustobjekt ist nicht der Mann, sondern ist die Frau.
Sebastian Ja.
Sarah Und dementsprechend sagt sie, du kannst hier im Prinzip völlig nackig vor mir stehen, ob du den Käfig anhast oder nicht, interessiert mich nicht. Du bist, wenn du mit mir zusammen bist, wenn wir zusammen sind, dann bist du weiblich und dann ist das, was du zwischen deinen Beinen hast, für mich völlig uninteressant, weil sie ja selber andere Beziehungen pflegt, wo sie sich von, Entschuldigung, handelsüblichen Meldoms, andere Sachen halt irgendwie holt. Insofern kann sie eventuell bei mir auf Dinge verzichten, die sie woanders dann halt irgendwie bekommt. Möglicherweise ist das so.
Sebastian Ich merke schon, Ich bräuchte ja so ein Mindset, ein Mind, wie heißt es? Ich brauche eine Grafik, in der alles mal verästelt ist, wer, was, wie, mit wem, mit den Stufen, das ist jetzt gerade nochmal spannend. Also Lady A steht ganz klar über Sarah.
Sarah Ja.
Sebastian So, Sub 1 und Sub 2 stehen auf gleicher Stufe wie Lady A. Martin steht über Sarah. Ich versuche das gerade mir im Kopf darzustellen. Es funktioniert nicht. Ich kriege es nicht zusammen.
Sarah Nein, das funktioniert auch nicht. Das ist absolut disconnected. Die Frage wurde mir gestellt, mal von jemandem, naja, also, du bist doch jetzt, also, hm, du hast doch Subs. Ja. Ja, hab ich. So, Martin. Martin ist aber auch Sarah. Ja, Sarah hat eine Herren. Ja, also sind doch im Prinzip deine Subs auch die Subs von deiner Herren. Ich sag, wie kommst du denn jetzt da drauf? Das muss man, diese Hierarchie muss man völlig getrennt voneinander sehen. Man muss zwei verschiedene Personen sehen. Und von dem her bin ich in dieser Poli-Beziehung zu drei Frauen der Dreh- und Angelpunkt. Der ausgleicht.
Sebastian Ja, vor allem, du wirst doch von allen, eigentlich wirst du doch von allen dreien verwöhnt.
Sarah Ich beschwere mich nicht.
Sebastian Okay. Das kommt in den Trailer mit rein. Jetzt merke ich aber, also wir haben heute Und das hört sich alles gar nicht so BDSM-ig an, aber wir haben halt schon ganz viel mit Hierarchie, Machtstrukturen, Erwartungen, da sind wir eigentlich voll drin, aber das ist halt nicht so dieses offensichtliche BDSM, wo dann blaue Flecken und Kobay rumkommen, sondern das ist eben etwas, wo ganz viel Mindset einfach steht. Lass mich nochmal, bevor wir jetzt den großen Themen schwenken machen, nochmal gucken, welche Tabus hat Sarah und welche Tabus hat Martin, wo man einfach mal sagt, das kommt nicht in die Tüte, gibt es da so ein paar ganz klare Dinge, mit denen ich jetzt vielleicht mal nicht rechnen würde. Also Martin würde mit einer Sub niemals dies und jenes tun, beziehungsweise für Sarah ist das kein Problem, weil Martin lehnt es ab, also das meine ich jetzt.
Sarah Ich kann das gar, also für Sarah lese ich es jetzt ab. Weil das ist nicht so viel.
Sebastian Aus dem Vertrag.
Sarah Genau, aus dem Anhang zum Vertrag. Die Tabus sind Küssen, Kaviar, Petplay, Ageplay und richtig hartes SM, so mit Blut und Nadeln und Branding und so Zeug.
Sebastian Moment, Küssen. Aber Lady A kann man küssen.
Sarah Ich küsse Lady A nicht. Das... Na gut, die Strafpunkte hole ich mir jetzt ein. Es gibt manchmal so Situationen, wo die Emotionalität, die jemand an den Tag legt, nicht zu meiner passt. Und wenn ich dann geküsst werde, dann ist das sehr übergriffig. Ich kann das dann nicht erwidern. Es geht einfach nicht. Wenn ich in diesem Submodus bin und jetzt die ganze Zeit dann irgendwie bespielt wurde oder sonst was, dann bin ich vielleicht in einer Art Subspace drin, keine Ahnung, und dann kann ich kein kein Kuscheln und keine Nähe und irgendwie eine Zunge in meinem Mund ertragen und deswegen habe ich das da reingeschrieben Küssen ist nicht weil das holt mich sofort raus, sofort und dann ist das Spiel zu Ende Küsst Martin? Martin küsst gelegentlich seine Tabus um das auf den Punkt zu bringen, er sagt immer natürlich wird meine Sub gefickt ich weiß halt nur nicht von wem, Er ist Geschlechtsverkehr, steht für Martin nicht im Vordergrund mit seinen Subs. Es ist jetzt nicht unbedingt ein Tabu, aber da muss er schon wirklich spitz sein, so richtig spitz sein. Seine Dominanz geht eher, manche würden ihn durchaus als Service-Dom betiteln an der Stelle. Er hat einen unwahrscheinlichen Drang dazu, beim Orgasmus einer Frau dabei zu sein und ein bisschen Tease und Denial an der einen oder anderen Stelle dabei. Aber halt jemandem etwas Gutes zu tun, ist durchaus seine Sache und das ist schon eine ziemlich subversive Einstellung, dass er jetzt nicht hingeht und sagt irgendwie so, jetzt kommst du aber und jetzt machst du nur so das, was ich will und deins ist mir jetzt irgendwie völlig egal. Also das, was im Prinzip mit Sarah möglich wäre, absolut, das würde er seinen Subs niemals antun.
Sebastian Aus moralischen Gründen?
Sarah Nö, weil er keinen Bock drauf hat.
Sebastian Okay, wollte gerade sagen, weil wenn diese Zweiteilung der Persönlichkeit ist, wäre wieder da ein Problem. Du kannst ja nicht sagen, passiv ist das total super und das muss sein, aber für meine Subs ginge das überhaupt nicht.
Sarah Das geht nicht. Er ist kein Kontrollfreak. Er ist das wirklich eine verdammt gute Frage. Vielen Dank.
Sebastian Was gibt es ihm denn?
Sarah Er hat mal gesagt, er begleitet Frauen auf ihrem Weg durch deren BDSM und erweitert im Prinzip die Wohlfühlzone nach einer gewissen Zeit dieser Partnerin um seine eigene. Sodass also ein langsamer Übergang, also erstmal sehr….
Sebastian Er ist also Anfängerinnen freundlich.
Sarah Ja.
Sebastian Aber im Prinzip läuft der Weg darauf hinaus, dass sie sich irgendwann weiterentwickeln.
Sarah Und da gibt es kein Zeitfenster und keine Vorgaben, gar nichts. Er liebt O's, ganz ausdrücklich, aber eine Sub, die sich ihm annähert, muss das nicht unbedingt werden, wenn sie es denn nicht will. Es geht um den Menschen, der Bedürfnisse hat und Leidenschaften hat und diese verfolgt. Und es gibt so ein paar Vorgaben, da ist er ziemlich strikt drin und das ist völlig in Ordnung, steht ihm auch zu Gesicht. Und die werden auch befolgt, weil die so niederschwellig sind, dass sie im Prinzip alles, was nicht wehtut, kann gemacht werden. Was nur eine Überwindung erfordert, kann man machen. Und das geht aber sehr schrittweise vor, sehr koordiniert auf den Punkt. Und manchmal sagt er dann so, jetzt haben wir da lang genug drüber geredet, morgen findet das statt.
Sebastian Kann das sein, Martin will einfach nur spielen und Spaß haben. Und er begleitet Menschen auf dem Weg ein Stückchen, geht ein bisschen mit und hat einfach Spaß da dran. Ja. Okay.
Sarah Ja, natürlich hat er seine eigenen Vorstellungen, wie er eine Sub irgendwie sieht und versucht ihr die Vorteile davon nachzubringen auf eine gewisse Art und Weise und man gleicht sich dann halt an. Also er ist nicht auf der Suche nach dem schnellen Fickmal zwischendurch. Es gibt keinen BDSN One-Night-Stand, das gibt es nicht, Punkt. Und er ist eindeutig auf Langzeitbeziehungen getrimmt und möchte halt...
Sebastian Langzeit, aber nicht ewig.
Sarah Doch, das kann auch durchaus sein.
Sebastian Egal, ich kriege dich nicht festgenagelt. Es ist unglaublich.
Sarah Nein, nein. Sarah ist kein Mensch, der jetzt einfach auch irgendwie sagt, ich biete mich jetzt einfach mal irgendjemandem an und dann machen wir das mal irgendwie so zwei, drei Wochen und dann gucken wir mal das Jahr. Und für mich ist diese Hingabe sehr auf Langzeit getrimmt, weil ich halt auch irgendwie das Empfinden habe, meine Güte, so eine Herrin, die das halt irgendwie mag und mitmacht und so wo finde ich die denn noch? Gibt sie noch woanders? Und andersrum ist es dann halt auch genauso, dass, seine Subs halt auch diesen Langzeitcharakter im Sinn haben einer festen Spielbeziehung auf die Verlass ist, anstatt sich immer irgendwie auf neue einzustellen und offensichtlich bin ich für einen bestimmten Typus Frau genau die richtige, gibt es auch, oder halt der richtige, um bei etwas anzukommen, was sie so im Kopf haben. Und wenn ich das dann schaffe, die submissiven Fachkräfte ein bisschen mehr so dann auf meine Seite zu ziehen und zu sagen, da gibt es dahinter aber noch viel mehr und lass uns das mal gemeinsam erkunden, dann ist da so ein Vertrauen da, nach einer Zeit, dass sie sagen, ja, das hätte ich ihnen vor zwei Jahren, hätte ich ihnen das jetzt, nein, niemals, aber jetzt, sie machen das schon.
Sebastian Jetzt ist gerade was Schönes passiert, also du hast gerade unglaublich angefangen zu gestikulieren und hast dann mal etwas gesagt, was deine Supps zu dir sagen und also das sieht man dir so herrlich an, da, also über Martin redest du ja in der dritten Person, dennoch merkt man, wie du anders gestikulierst, wie du auch anders sprichst und dich bewegst, das merke ich schon, jetzt aber gerade wo du deine Sub zitiert hast, da kam dann auch wieder die Sarah wieder mehr durch, also ich finde das unglaublich komplex, unglaublich spannend tatsächlich, ja wie viel da in dir drin steckt, das ist, boah, also ich wäre völlig verloren, ich habe ja schon Probleme damit zu sagen, mein Gott, ich bin ein Kerl, ich bin dominant und ich habe das Podcast Traumsobi, und das ist allein schon genug Stoff, um mein ganzes Leben zu füllen. Boah, noch mehr davon. Wahnsinn. Pass mal auf, ich mach da jetzt mal einen Deckel drauf, weil wir reden jetzt seit über einer Stunde um das andere Thema völlig drumherum und jetzt will ich es einfach mal aufmachen. Ist das okay für dich? Da gibt es noch das Thema Sexarbeit. Und ich habe das im Podcast hier ein bisschen angeschnitten mit Nika, die ja als Domina unterwegs ist. Das ist auch sehr hörenswert, die Folge. Aber du hast ein breiteres Profil, sage ich mal. Sexarbeit, was ist das? Was für Dienstleistungen bietest du denn konkret an?
Sarah Ich fange einfach mal bei dem etwas minderbemittelten männlichen Teil an. Martin ist Hetero-Escort, dominanter Hetero-Escort und bietet für Frauen, aber auch Paare ein BDSM-Coaching an, dass sie in Bereiche, reinführt als Begleitung für mal in ein Pornokino zu gehen und mal irgendwie zu gucken wie das halt dann irgendwie so ist wenn Paare sich so unsicher sind wie läuft das dann irgendwie ich möchte meine Frau gern teilen, ich möchte gern zugucken ich möchte als Frau so etwas mal irgendwie erleben, und das ist halt dann irgendwie so sein Ding Ich.
Sebastian Möchte das mal erleben als Frau, aber in einem sicheren Rahmen. Ich will nicht das komplette Beziehungsgedöhnen, sondern ich will einfach mal Wellness machen für Seele und Geist und Körper.
Sarah Richtig, absolut.
Sebastian Da kann ich mir den Martin buchen und der geht mit mir dann im Zweifel auch auf eine SM-Party.
Sarah Genau, absolut. Die Frauen als Kunden sind eine sehr, das ist fast schon wieder Kunden-Bashing, das darf man gar nicht sagen, aber wenn eine Frau sich dazu entschieden hat, einen Sexarbeiter für ihre Zwecke zu buchen, dann findet das auch statt. Und dann im Gegensatz zu einem Mann, der heute geil ist und nicht in vier Tagen, kann eine Frau, ich habe da jetzt schon so lange auf das eine oder andere verzichtet, da kommt jetzt irgendwie auf einen Monat oder zwei mehr jetzt auch nicht drauf an. Die Vorgespräche sind sehr intensiv. Das ist jetzt nicht irgendwas, wo man dann halt sagen kann, so heute Abend, wie wäre es mit uns beiden und dann gehen wir mal los. Es muss natürlich ein gewisses Vertrauen da sein, das zu wollen. Was ihm gesagt wird, ist an der Stelle, dass er in seinem Blog unwahrscheinlich viel von sich preisgibt, wie er irgendwie so tickt, wie er so drauf ist, worauf er so achtet, was für ihn geht, was für ihn nicht geht und dass man ein sehr gutes Gefühl dafür kriegt. Will ich das machen oder nicht? Ich will mich nicht langfristig binden. Ich möchte es halt einfach irgendwie nur erleben. Und dann habe ich hinterher da keinen Typen, der mir jetzt ständig hinterherläuft. Das war aber so schön. Lass uns das jetzt bitte nochmal machen. Ich liebe dich so sehr. Also dieses Ding, einen Daumen nach dem anderen abklappern, bis man jemanden richtigen gefunden hat, der das auch umsetzt. Wie das eine Kundin mal gesagt hat, mein Partner, der möchte das immer mit mir machen, aber der tut es einfach nicht. Also suche ich mir jemanden, der es macht. sehr selbstbewusste, fast schon feministische Entscheidung, mit der eigenen Sexualität umzugehen.
Sebastian Warum auch nicht? Darf ich mal fragen, wie kommt man denn da zu Kundinnen? Sind es Kundinnen, die Martin dann hat?
Sarah Ja.
Sebastian Ausschließlich?
Sarah Ausschließlich.
Sebastian Okay.
Sarah Er hat eine Webseite, wo dementsprechend dann halt auch Services angeboten werden. Die Werbung ist eher gering an der Stelle. Das ein oder andere läuft dann doch eher so über Mundpropaganda. Kommt auch zum Teil halt von seinem Twitter-Account her, sodass er dann halt angesprochen wird über, Direktnachrichten oder dass er eine E-Mail kriegt, ich folge dir auf Twitter und irgendwie so und wie muss ich mir das so vorstellen und bla.
Sebastian Ja, pass auf, wir werden von dir eh so viele Links irgendwie posten und die Shownotes werde ich wahrscheinlich mit so viel voll machen, mit allem möglichen. Wir streuen das schon mal so ein bisschen rein. Wie ist denn seine Webseite?
Sarah Also die Webseite des Dominus ist dominus.köln und das dazugehörige, da schreibt er nicht viel, das ist zwar auch eine WordPress-Instanz, weil er nur das kann, ich auch. Und dann gibt es halt trainingofo.de slash blog, wo dann halt das geschriebene Zeug dazu steht, wo wir beide schreiben an der Stelle. Und die meisten kommen eher über den Blog.
Sebastian Okay, da gibt es jetzt aber keine Agentur oder so, die dazwischen Nein, nein.
Sarah Nein, absolut independent.
Sebastian Okay, wir spielen das doch mal durch. Ich bin ja in sowas immer sehr neugierig. Ich bin jetzt eine Frau, ich habe den Kerl zu Hause, der will mit dem perversen Zeug nichts zu tun an mir, brennt es so ein bisschen auf der Seele, aber ich bin mir auch noch nicht sicher oh Mensch, mal so ein, so eine Party besuchen, das mal alles sehen und erleben und vielleicht nochmal einen Kerl mit dabei haben, der mich da auch so durchführt der auch alles weiß, mir erklären kann und dann beschließe ich schreibe dich an, sag hallo, ich finde das interessant, ich mag mal was probieren, bist du da für der Richtige? Was passiert denn dann? Du bist ja dann Dienstleister in dem Moment.
Sarah Genau, in dem Sinne... Ich bedanke mich für die Anfrage und dementsprechend schreibe ich dann so und so, dass es der statistische Rahmen, der dazugehört, weil es geht halt immer um Geld. Das kommt niemals zu kurz an der Stelle. Wobei aber auch dann klar ist, dass je nachdem, welche Art und welchen Umfang das Ganze irgendwie nehmen soll, da halt auch andere Bedingungen dahinter geknüpft sind. Das ist sehr, sehr variabel. Das ist das Allererste, um ganz klar zu machen, dass auf dieser Ebene geht es halt um eine Dienstleistung, die bezahlt wird. Und dann beginnt er halt dann auch zu fragen, was darf es denn sein? Was sind denn so die Vorstellungen? Was kannst du das ein bisschen näher spezifizieren? Da gehen unwahrscheinlich viele Nachrichten hin und her, um halt wirklich auf den Punkt zu kommen.
Sebastian Ist das schon Teil der bezahlten Dienstleistung? Also tickt da schon die Uhr mit und jede Mail kostet Geld?
Sarah Im Prinzip ja. Aber ich habe mir so eine Marke irgendwie gesetzt, wo ich sage, wie viel Ehrenamtlichkeit an der Stelle kann ich hinterher dann mit verbuchen, dass es dann schon wieder bezahlt ist. Also weil es total albern ist, jetzt irgendwie zu sagen, jede E-Mail, die ich dir jetzt antworte, kostet irgendwie 20 Euro. Das ist Blödsinn.
Sebastian Okay, es gibt also so, bevor man da die 20 Tage, jeden Tag zwei Stunden hin und her mailt, das kommt nicht vor. Ich glaube, da sind Frauen auch ein bisschen zielgerichteter. Die wollen Informationen sammeln, wollen gucken, was kann ich bekommen, kann ich mir das erlauben, passt das? Und dann kommt auch irgendwann der Tag, also es ist dann die Frage, der Martin dann sagt so, jetzt ist es aber soweit, jetzt legen wir los oder sagt dann die Kundin, jetzt will ich aber.
Sarah Es ist so, dass wenn diese statistischen Daten ausgetauscht sind und wir dann darüber eingekommen sind, in welche Richtung sich das alles bewegen soll, dass ich dann halt immer verbleibe, so jetzt ist Punkt erreicht, wo du eine Entscheidung treffen musst, ob du das willst oder nicht. Und dass danach letztendlich dann einfach nur noch eine Terminvereinbarung kommt. Da gibt es auch so ein generelles Setting, dass ich halt mehrere Stufen, einbaue, dass man sich sowieso erstmal Nase zu Nase gegenüber sitzt und einfach mal irgendwie ein bisschen auf handelsüblichem Escort was essen geht. Kann auch eine Pommesbute sein, wenn es mir wusst.
Sebastian Es geht um mehrere Treffen dann auch tatsächlich.
Sarah Es geht dann darum, dass man sich erstmal so kennenlernt und dann aber auch dann Da ist meistens schon verbunden, dass geplant ist, dass dann anschließend man irgendwo hingehen kann. Das ist schon am gleichen Tag. Aber wenn die Kundin dann sagt, nee, ich habe mir das jetzt doch irgendwie anders überlegt, dann kann es auch gehen. Aber ich bekomme dann auf alle Fälle für diese Zeit, die mit mir verbracht hat, bekomme ich dann halt dementsprechend den Obolus halt. Und das ist aber alles vorher vereinbart und so abgestimmt, weil ich möchte den Frauen halt dann auch die Sicherheit geben, dass sie zu jeder Zeit angstfrei einfach gehen können, wenn es ihnen nicht passt oder wenn sie es doch nicht wollen oder sonst irgendwie.
Sebastian Das ist spannend, weil das nämlich einen sicheren Rahmen bedeutet, in dem man sich da bewegen kann und aber trotzdem schon mal ein bisschen schauen kann, wie fühlt sich das an, weil man ist ja dann doch mit dem Dominus da.
Sarah Richtig.
Sebastian Das heißt, das ist auch so ein bisschen, auch beim Essen gehen schon so ein bisschen spielen. Also sagen wir mal so, inwieweit, also ich finde da diese Schwierigkeit der Dienstleistung schwierig, weil im Prinzip lebt das ja auch davon, dass du sagst, so und dann gehen wir essen und danach gehen wir noch woanders hin und zieh dir doch das und das bitte an. Nein, ich fange mal vorher an. Mit was für Wünschen, Vorstellungen, Fantasien tritt man denn an dich überhaupt ran?
Sarah Es geht in der Mehrheit darum, dass Frauen einfach irgendetwas los werden wollen. Ein Gesprächspartner. Und manchmal, sage ich dann halt auch, wir können gerne miteinander telefonieren, hier ist die Klingelbox und dann können wir das auch gerne irgendwie besprechen, dann bleibt es halt irgendwie mal eine Beratung, weil da halt irgendwelche, wie kriege ich das meinem Partner beigebracht, dass ich das halt gerne will, ohne dass der mich dann hinterher für pervers hält oder sonst irgendwie. Das ist schon sehr häufig. Das ist eher dann Lebensberatung. Und wenn es dann halt konkret irgendwie werden soll an der Stelle, dann ändert sich letztendlich auch irgendwie das Setting, dass ich halt sage, worauf stehst du? Ich versuche herauszufinden, genau nicht irgendwas, was ich im Kopf habe, durchzuziehen. Ich habe auch so eine Einstiegsstunde auch im Kopf, so einen Fahrplan, den ich dann irgendwie runterrasseln kann, aber ich möchte, dass dieser Abend für die Frauen etwas bedeutet, weil sich einen Sexarbeiter zu leisten ist keine günstige Angelegenheit und dafür möchte ich ihnen halt dementsprechend auch den Wert geben. Und deswegen versuche ich unwahrscheinlich viel in Erfahrung zu bringen, was kickt dich, was brauchst du, um aber auch die eigene Entscheidung treffen zu können, kann ich das überhaupt machen.
Sebastian Ja, gib mir doch mal ein Beispiel, um Himmels Willen.
Sarah Wenn eine Frau sagt, ich möchte gerne gefesselt werden, ich will unbedingt Bondage mal erleben, dann kann ich das direkt ablehnen, mach ich nicht.
Sebastian Okay, vielleicht wäre ein erfüllbares Beispiel interessant. Also ich sage mal so, ich muss mal gucken, weil da versuche ich jetzt mal diesen Perspektivwechsel. Wäre das jetzt sehr ungewöhnlich, wenn ich jetzt jemand anschreibe und sage, Mensch, ich möchte gerne mal auf einer Veranstaltung an ein Kreuz gefesselt werden und ausgepeitscht werden.
Sarah Das wäre nicht ungewöhnlich.
Sebastian Okay, also so explizit ist das dann doch schon. Interessant.
Sarah Ich vergleiche das immer irgendwie mit Gedanken zur Scheidung. Ja, oftmals hat eine Frau einen ziemlich langen Gedankengang hinter sich, bevor sie dem Partner sagt, jetzt ist genug. Ich habe verschiedene Gespräche mit dir geführt und irgendwie du hörst mir nicht zu und jetzt irgendwie, ich habe mir das wirklich geübt, da können die Jahre vergehen. Und dann hat sie den Entschluss gefasst, ich trenne mich und dann tut sie das. Und das ist dann auch, diese Entscheidung, ihn zu buchen, ist dann nicht einfach aus der hohlen Hüfte, sondern da ist dann halt dann auch schon ein ganz, unwahrscheinlicher Informationsvorsprung, weil die Dame mehr über mich weiß, als ich über sie, weil sie es halt im Blog irgendwo gelesen hat und sich mit dem einen oder anderen identifizieren kann. Und dann kann sie halt auch schon sagen, also so von dem, was ich da lese, würde ich halt gerne mal von dir, von Ihnen, wie auch immer sie dann schreibt, gerne mal an Kreuz gefesselt werden und mal irgendwie ausgepeitscht werden und ginge das. So, und dann kann ich sagen, jo, können wir machen.
Sebastian Nehmen wir mal dieses konkrete Beispiel. Also ich kann mir den Abend dann so vorstellen, also es wird telefoniert, es wird ein bisschen ausgehandelt, Es wird dann irgendwann ein Termin festgelegt. Das heißt, du guckst dann auch, das gehört mit dazu zum Service zu gucken, wann ist das machbar und wie und wo vor allen Dingen. Da habt ihr im Zweifel auch irgendwie eine Location herbeigebucht, was halt so drin ist. Dann trifft man sich. Und ich finde das an der Stelle interessant, dieses, es ist eigentlich gar nicht anders als bei einer Domina, als jetzt bei Nika, aber es findet ja im öffentlichen Raum statt zum, wir treffen uns jetzt und essen was miteinander. Und da kommen ja schon so die ersten Gesten und du hast da ein Gegenüber, die jetzt eventuell das schon lange mit sich rumträgt und das jetzt endlich mal erleben will.
Sarah Es ist ja auch nur ein Beispiel gewesen an der Stelle. Wenn eine Dame jetzt sagt, ich möchte halt gerne irgendwie das jetzt nicht in der Öffentlichkeit haben, das ist jetzt nicht so mein Kink, aber ich möchte halt irgendwie das mal irgendwie so erleben, dann buche ich mich halt auch in ein Dominar-Studio ein. Logisch. Und ja, das ist ja dann kein Problem, weil ich dann halt einfach als Kollege auftrete und dann halt sage, so, so, so, hallo, ich habe hier eine Anfrage und kann ich eventuell so in dem und dem Zeitraum irgendwie für zwei, drei Stündchen irgendwie einen Raum bei dir haben, wie viel kostet mich das? Und dann kriege ich einen Preis genannt, dann muss ich den Preis halt dann weiter verwursten, weil ich will ja ein bisschen was davon übrig haben, logisch, und das ist dann halt so, wie es halt gemacht wird, entweder gehe ich in ein Dominar-Studio mit der Dame oder ich versuche halt ihren Kink auf irgendeine Art wahr werden zu lassen, mit den Möglichkeiten, die halt irgendwie in ihrer Nähe sind. Manchmal ist es auch ein Hotelzimmer, das ein bisschen größer ist, wo es dann einfach darum geht, dass die Dame irgendwie, wie ist das, wenn man halt irgendwie einfach nur irgendwelche Kommandos, ausüben soll. Also da geht es auch nicht mal so sehr um Sex oder einen Orgasmus, sondern einfach das Gefühl zu haben, ich möchte gerne mal irgendwie ein Möbelstück sein oder ich möchte gerne mal an alleine herumgeführt werden, so ein bisschen Petplay oder so haben.
Sebastian Komm, gib mir doch mal ein bisschen, also ein bisschen, ein paar Anekdoten. An der Stelle finde ich natürlich schon immer plastisch. Vielleicht auch was, was dich dann auch mal überrascht hat oder wo du sagst, das habe ich jetzt so nicht erwartet.
Sarah Ich hatte mich einmal darauf eingelassen, dass ich, gesagt habe, oder was war für die Kundin halt sehr wichtig, dass halt den Orgasmus des Partners zu erleben, den ich grundsätzlich ausschließe, ja, ich habe in aller Regel keinen Sex mit Kundinnen. Also da nutze ich dann auch Strabons und solche Geschichten. Das funktioniert wunderbar. Und die hatte aber irgendwie so dieses Ding, dass sie halt unbedingt irgendwie was Echtes haben wollte und das war für mich so ein bisschen am Anfang und so, hm, weiß ich noch nicht und ja, okay, mach sie jetzt mal. Womit sie nicht gerechnet hat, ist, dass da ja durchaus ein dominantes Kerlchen ist, der sagt, du musst dir das aber verdienen. Du kriegst den nicht zum Nulltarif. Da geht es jetzt nicht um Geld oder sowas. Das war ja alles schon irgendwie vereinbart. Und da hat sie dann halt irgendwie angefangen, irgendwie Gummi drauf zu machen. Ich sage, das geht besser. Neues Gummi. Und also die hat also fünf Versuche irgendwie, du willst mir einblasen, also bemühe dich. Neues Gummi. Und das hat sie total fasziniert, dass ich im Prinzip, obwohl eine Erregung da war, sie nicht drangelassen habe und sagte, das ist mir noch nie passiert. Und vor allen Dingen, als ich es dann beim sechsten Mal auch nicht hingekriegt habe, da haben sie die Hose zugemacht, haben das Ganze beendet. Das ist mir noch nie passiert. Das war toll. Genauso möchte ich das haben. Jemanden, der, selbst wenn er da mit einem steifen Schwanz vor mir steht, dann jetzt nicht einfach den Kopf nimmt sondern der dann halt auch sich selber noch im Griff hat und dann sagt, ja, hat nicht funktioniert, schade aber auch, mach mal die Hose wieder zu. Das war unerwartet für sie und ich hab mir einen gefeixt. Ich wusste, ich weiß ja, was ich kann und insofern hab ich die Dame dann damit überrascht und bin mir dann letztendlich trotzdem noch treu geblieben und das war dann auch so das einschneidende Ding, das machst du nicht nochmal. Weil anstrengend ist ja schon. Also, so ist es ja jetzt nicht, aber es ist halt von Hetero Escorts grundsätzlich irgendwie bekannt. Dass naja, die Buchungsraten sind jetzt eher spärlich, aber halt so, Wie hat meine Partnerin das damals zu mir gesagt, okay, du willst jetzt einen auf Dominos machen und du machst das nur mit Frauen. Jetzt steht aber vor dir jetzt nicht unbedingt die Dame, die deinem Beuteschema entspricht, sondern deren Großmutter. Und wie willst du dann garantieren, dass du auf jeden Fall einen Ständer hast, ohne dass sie dir irgendwas einschmeißt, um das zu unterstützen? Und das ist ein guter Punkt. Und deswegen habe ich nach diesem Ding, also Frauen sind gar nicht so sehr darauf aus, irgendwie bei einem männlichen Partner jetzt irgendwie gefügelt zu werden. Sie wollen dominiert werden und dafür ist ein Penis in aller Regel überhaupt nicht notwendig, das zu tun. Man kann es mit der Stimme machen, man kann es mit Gesten machen, so ein bisschen Mindfuck an der einen oder anderen Stelle und das, was die meisten letztendlich irgendwie sagen, das ist so schön, einen dominanten Menschen vor sich zu haben, der sich nicht über seinen Penis definiert. Und das ist so ein Ding, also halt auch bei diesem Beispiel, ja, danach habe ich da noch nie wieder den Penus rausgeholt.
Sebastian Wie steht es denn um die Befriedigung der Kundschaft?
Sarah Ich habe die Erfahrung gemacht, dass für viele der Weg schon das Ziel ist. Das Problem ist, ich kenne die Frau nicht. Ich weiß nicht so wirklich, wie sie tickt und wie ich irgendwie anfassen soll. Ich habe schon so ein gewisses Skillset. Das ist es nicht. Aber nicht jede Frau ist durch gleiche oder ähnliche Dinge gleich oder ähnlich erregbar, dass sie halt auch tatsächlich zu einem Orgasmus kommt. Ich habe beispielsweise, ich nutze für viele Sachen letztendlich einfach irgendwie so den Magic Wand, wo ich dann halt sage, du möchtest so einen Orgasmus haben, ich gebe dir fünf. Und beschwere dich nicht, ich beschwere dich nicht und beschwere dich hinterher nicht, wenn es wehtut. Oder du kriegst keine Entscheidung. Hört man dann auch und dann, viele kennen das gar nicht und das funktioniert aber auch nicht immer. Also ich habe auch erlebt, dass wenn ich Magic Wand ansetze, dass die Frau in schallendes Gelächter ausgeartet ist. Die wollte das, die wollte das ausprobieren, die wollte das haben, die war fixiert, sie war weit offen und, Ich bin dann so und jetzt frei nach dem Motto, jetzt Baby, jetzt bist du fällig. Und dann habe ich das Ding angesetzt, da fingen sie an schallend zu lachen und hat gesagt, hören Sie bitte auf, hören Sie bitte auf. Ich bin raus. Das hätte ich nicht erwartet, dass ich jetzt anfange zu lachen. Überhaupt nicht. Und da habe ich dann auch da gestanden. Okay, es ist also nicht immer für jede Frau, ist das ein Garant dafür, dass dann irgendwas passiert. Und das ist den Frauen aber auch klar, weil ich denen das sage. Dass nicht sichergestellt ist, dass die am Ende mit einem Orgasmus da rausgehen. Da sagen die meisten, ich bin eine Frau. Ich weiß, wie ich funktioniere. Und wenn ich irgendwie einen haben will, dann kann ich ihnen doch auch sagen, was sie machen können, um ihn zu erreichen. Also ja, das ist in Ordnung. Darauf können wir uns einigen. Und manche sagen dann aber auch, ist mir nicht wichtig. Ich bin so schon kaputt da als ein Orgasmus. Ich würde den überhaupt nicht mitkriegen.
Sebastian Wie ist das denn mit diese ganzen Absprachen? Also du musst ja dann gerade wenn du eine Anfängerin hast, relativ schnell kommunizieren oder komprimiert kommunizieren wie wird gespielt was ist ein Safe-Word dann gibt es ja gewisse Grenzen, wenn die Familie zu Hause sitzt, will man vielleicht nicht so den blauen Hintern hinterlassen das muss ja auch alles, das wird ja vorher alles abgesprochen, Sind da die Vorgaben am Anfang zu ängstlich? Ändert sich das? Also ist dann so die Entscheidung, ja nee, komm, weitermachen, blauer Fleck, scheißegal, hab ich halt Kopfschmerzen die nächste Woche. Also kommt da eine Umentscheidung währenddessen bei ganz vielen Sachen?
Sarah Die lasse ich nicht zu. Das ist, ich bin der Garant dafür, dass die Grenzen, die vorher vereinbart wurden, nicht überschritten werden. Das ist mein Job.
Sebastian Ja, aber okay.
Sarah Das ist einfach mein Job. Da verlässt man sich drauf, dass das nicht geschieht.
Sebastian Das heißt, da braucht man ein zweites Treffen und ein drittes.
Sarah Wenn das an irgendeiner Stelle irgendwie weitergehen soll, da braucht man dafür dann halt durchaus dann zweites oder drittes. Weil viele, die das halt zum ersten Mal irgendwie erleben, sind davon irgendwie so total überwältigt und müssten das erstmal irgendwie sacken lassen. Und was will ich damit und will ich das überhaupt jemals wieder? Und keine Ahnung, ja. Und es ist auch schon vorgekommen, dass sie gesagt haben, danke, dass ich das bei Ihnen erleben durfte. Ich habe da jetzt mit meinem Mann drüber gesprochen und der findet das toll. Also alleine die Erfahrung, die ich machen konnte, konnte ich ihm deutlich machen, was das in mir bewegt. Und jetzt habe ich hier eine zufriedene anfängliche BDSM-Beziehung zu Hause. Vielen Dank. Und das ist auch okay.
Sebastian Also kommt das denn häufig vor, dass man sich da noch ein zweites Mal sieht?
Sarah Selten. Es ist so, ich habe Stammkundinnen, aber auch die, wie soll ich das sagen, die sehen das auch eher so als Urlaub vom eigenen Alltag, wo sie dann halt mal sagen, so für eine Übernachtung in einem Hotel lasse ich mich da mal künstlerisch auseinandernehmen und wieder zusammenbauen und da zehre ich jetzt Monate von. Und manchmal liegen zwischen so Dates letztendlich dann auch irgendwie ein Jahr, weil halt im Leben irgendwas passiert und da sind die Prioritäten dann ganz anders. Das heißt also Stammkunden bedeutet jetzt nicht, dass jetzt einmal im Monat unbedingt eine Session her muss, weil ansonsten kann ich nicht mehr leben. Das funktioniert mit Frauen nicht. Das haut nicht hin.
Sebastian Ja, ich bin noch nicht ganz sicher, aber ich glaube tatsächlich, dass dieser sichere professionelle Rahmen, tatsächlich eine Möglichkeit ist zu sagen, okay, ich will erstmal wissen, was ich selber will und wenn ich da einen Partner zu Hause sitzen habe, der überhaupt gar keine Ahnung von irgendwas hat, dann ist das vielleicht auch gar nicht so einfach. Also ich habe manchmal das Gefühl, das gilt sowohl für Mädels als auch Jungs, dass wenn man da uninformiert in der Beziehung einfach anfängt rumzuprobieren, dass manche Menschen schon gar keinen Bock mehr haben, weil der Weg wahrscheinlich zu weit ist und sie oder man fängt erstmal mit allem möglichen Kram an und landet bei Dingen, die sich als nicht so toll rausgestellt haben, weil man selber noch keine Idee davon hat. Und wenn man dann jemand hat, der sagt, wir fangen jetzt nicht beide als Pärchen bei Null an, sondern ich gehe mich mal informieren, sage ich mal, dann kann das eventuell eine Abkürzung sein. Also das kann ich mir schon vorstellen.
Sarah Also das sehe ich auch ganz genauso. Wenn ich so manchmal so in den sozialen Medien so vor mich hin lese, dass einige Frauen irgendwie da von, Mann zu Mann irgendwie laufen, auf der Suche nach irgendwie Erfüllung und da so viele, Arschlöcher rumlaufen, die Arroganz und Überheblichkeit oder auch tatsächlich Übergriffigkeit, Gewalttätigkeit mit Dominanz verwechseln und da dann halt eine Klientel fürs Leben auf irgendeine Art und Weise gezeichnet wird, dann ist Sexarbeit an der Stelle mit Sicherheit, oder mache ich dann nochmal die große Werbetrommel auf, eine Möglichkeit, egal ob man jetzt zum Dominus geht oder ob man zu der Domina geht, spielt jetzt erstmal gar keine Rolle, eine Möglichkeit in einem sicheren Umfeld, sich selbst auszuprobieren mit jemandem, der die Grenzen, die ich habe, in jedem Fall respektiert. Weil auf der Webseite steht ein Name, da steht ein Impressum, man ist voll geoutet und im Zweifelsfall ist man für das, was da irgendwie passiert, dann ist es auf einmal weg. Weil hat man nur einmal was schlecht gemacht, dann spricht sich das dann auch wieder rum und das war's.
Sebastian Wie ist denn das mit Ansprüchen hinterher? Also wenn da jemand sagt, so ging das aber nicht.
Sarah Ist noch nicht passiert. Es ist eher irgendwas gekommen. Also da hätte ich es auch schon ein bisschen weitermachen können. Da war ich dann schon bereit. Aber ich bin trotzdem dankbar dafür, dass die Grenzen, die ich angegeben habe, nicht erweitert haben, nur weil sie das Gefühl hatten, da geht noch was. Und das ist dann, sowas kommt an.
Sebastian Pass mal auf, ich sehe die Uhr und sie tickt. Und ja, wir haben ja so ein bisschen Off-Topic-Zeit drin, aber das ist gar nicht so viel. Das läuft uns hier ein bisschen aus dem Ruder. Ich mag noch unbedingt, weil das möchte ich einfach nicht vergessen haben, denn Sarah ist ja auch Sexarbeiterin.
Sarah Ja.
Sebastian Die macht ein bisschen mehr als der Dominus, ne?
Sarah Ja. Also Sarah ist auf beiden Seiten der Garte unterwegs, ist also sowohl als FemSUP, aber auch als FemDOM unterwegs und arbeitet sowohl mit Männern als auch Frauen.
Sebastian Okay. Funktioniert das da genauso? Es gibt einen Blog, es gibt einen Twitter-Account und dann kriegt man da Anschreiben. Also was ist das denn anders als bei den Jungs?
Sarah Männer buchen in aller Regel die Femdom, weil sie jetzt ein Bedürfnis haben, dass sie irgendwie gestillt haben wollen. Findet meistens halt auch bei denen zu Hause statt. Ganz selten, dass man dann halt irgendwie sagt, mach das Dominar-Studio, weil das ist letztendlich, das ist dann zu teuer. Das wollen die meisten dann nicht. Es geht um eine mehr oder weniger sofortige Lustbefriedigung, die vielleicht dann irgendwie auch auf den nächsten Tag geht. Und da muss es dann aber auch stattfinden, um es mal so auszudrücken. Und da ist alles irgendwie enthalten. Das Einzige, was ich halt nicht mache, ist harter SM. Also ich habe keine Fingerfertigkeit in irgendwelchen Klinikspielen oder mit Blut oder Ritzen oder sonst irgendwas. Das sage ich aber auch von vornherein. Den Männern geht es aber da eher um den Unterwerfungsaspekt, dass halt jemand da ist, der sie erniedrigt, der sie demütigt, der sie anspricht, der sie unterjocht und der eine Dominanz hat. Ausgeliefert zu sein, das geht natürlich immer mit einem Vorgespräch vor Ort. Man hat vielleicht dann irgendwie über das Anzeigemöglichkeit so ein paar Sachen miteinander ausgetauscht, ist sich dann auch handelseilig gewesen und dadurch, dass so diese Unterwürfigkeit. Automatisch irgendwie mitkommt, ist es dann auch einfacher, mit ihnen umzugehen und ihnen ganz klar zu sagen, okay, wenn ich also dann morgen komme, dann erwarte ich das so, so und das dies, dies, dies und das jenes. Und ansonsten, wenn das alles nicht da ist, dann nehme ich mir den Umschlag mit dem Geld und verschwinde einfach. Haben wir uns verstanden? Ja, Herren, dann haben wir uns verstanden. Und dann ist da irgendwie... Eine Stunde oder zwei eher so im verbalen Kontext, körperliche Aufträglichkeit, jemanden zu Boden ringen, tatsächlich halt auch zu überwältigen, solche Klamotten.
Sebastian Das können die Hörer nicht sehen, aber du hast schon eine etwas kräftige Statur, also mich kriegst du definitiv runter. Da sind auch Muskeln.
Sarah Es hat auch etwas damit zu tun, dass die ja bestimmte Sachen auch wollen und sich dementsprechend halt dem auch ergeben, auf eine gewisse Art und Weise.
Sebastian Ja, aber der Griff in den Nacken, der ist bei dir wahrscheinlich stramm.
Sarah Ja.
Sebastian Das heißt aber, du fährst da mit Equipment hin, mit einem riesen Koffer?
Sarah Ja, nein. Ich brauche eigentlich für bestimmte Settings gar nicht so viel. Da ist ein Strap-on dabei, da ist so ein, zwei Vlogger eventuell mit dabei oder einfach irgendwie nur eine Flitsche, Gerte oder irgendwie sowas. Ich mache die Vorgaben, was ich mitbringe. und lass mir da halt nichts aufzwingen, was jetzt unbedingt sein muss. Und das wird halt dann auch angenommen an der Stelle. Hauptsache, es kümmert sich überhaupt irgendjemand um mich, um es mal so aus.
Sebastian Okay, aber machen wir Folgendes. Ich muss jetzt mal mit Nika ein bisschen vergleichen. Da ist es ja zum Beispiel auch so, da ist das Outfit ein wichtiger Punkt. Also wenn da jetzt dann der Anruf kommt, hier, also ich brauche morgen dringend mal eine Krankenschwester. Haben wir nicht. Was gibt es denn bei dir so? Also was für Wünsche kann man denn da äußern, wo du sagst, ja, das erfülle ich gern?
Sarah Ich bin eine Und Lady, dann, ich bin ganz normal angezogen. Ich werde mich doch nicht hingehen und für irgendeinen Wurm, der irgendwas von mir will, mir irgendetwas anziehen, nur weil der da irgendwie drauf steht.
Sebastian Er ist doch Kunde.
Sarah Ja, nimm mich so wie ich bin oder vergiss es.
Sebastian Ja, aber er ist Kunde.
Sarah Spielt keine Rolle. Ich mache die Ansage, weil ich weiß, wie die ticken. Ich weiß ja auch, an der Stelle, ich kann mir so ein bisschen Arroganz an der Stelle leisten, zu gucken, passt das? Wie ist der drauf? Wie reagiert der auf Ansagen? Um dann halt zu ermitteln, kann ich das Mindset, was er im Kopf hat, überhaupt erfüllen? Ja oder nein? Und das ist dann so ungefähr nach fünf Minuten Telefonat, habe ich jemanden dann so weit, dass ich sagen kann, das geht oder das geht nicht. Weil das ist ansonsten alles reine Zeitverschwendung. Also ich gehe nicht hin, ich arbeite nicht in einem Dominastudio, sondern ich mache Haus- und Hotelbesuche ausschließlich. Und ich repräsentiere eine vornehme Dame, die einen Zögling hat, die meinetwegen auch eine Gouvernante ist oder so. Und dementsprechend trete ich dann auch auf. Da gibt es keinen Wunsch an irgendwelche Bekleidung. Du kannst dir gerne aussuchen, mit welchem Strap-On ich dich ficke. Das ist in Ordnung.
Sebastian Das muss ich aber nochmal fragen, weil das ist ja dann auch speziell gewollt. Du dann als Transfrau in dem Moment, du ficst mit dem Strap-On. Das gehört ja dann auch mit zum Mindset mit dazu irgendwo. Wird das thematisiert? Ich könnte mir so vorstellen, ich habe zwar einen Schwanz, aber den werde ich doch für dich nicht benutzen, du Wurm. Dafür nehmen wir das Plastik.
Sarah Ich ziehe mich ja auch nicht aus oder solche Sachen. Also ich bin durchaus auf eine gewisse Art, spürbar, ich baue Nähe auf, aber ich lasse mich nicht anfassen. In dem Moment, wo halt irgendeiner meint, er müsste mich angrapschen, dann habe ich da eine Bullwhip Abstand zwischen uns gebracht sofort, um es mal so auszudrücken. Und ich kriege dann auch zu spüren. Ich mache also ganz klare Ansagen und das ist dann das Mindset, was ich an einer Stelle vorgebe. Und dadurch bringe ich den anderen die Möglichkeit, ja, das ist jetzt das, was ich mir vorgestellt habe, aber man sieht mich ja dementsprechend auch auf Bildern entsprechend dargestellt auch, dass da überhaupt kein Missverständnis darüber ist, dass ich irgendwelche anderen Sachen irgendwie mache. Da steht ja noch drin, Klinik ist nicht und das ist nicht und jenes ist nicht, sondern nur das, das, das, das, das, das, das. Ich erziehe dich, ich bringe dir was bei, Zucht und Ordnung, solche Geschichten. Und deswegen werde ich halt dann auch nur in diesem Kontext irgendwie kontaktiert, schlicht und ergreifend. Ich habe nicht so eine hohe Varianz wie die Dominar-Kollegen an der Stelle, die in einem Studio arbeiten und halt mit Lack und Leder und Latex nur so um sich werfen. Ich arbeite nicht in diesem Segment, um es mal so zu sagen. Ich habe eine absolute Spezialisierung. Es ist ein absolutes Nischenprogramm.
Sebastian Lass mich nochmal fragen, wenn du den Kunden besuchst, erstmal das ist ja auch ein Punkt Sicherheit. Als Femdom, das ist jetzt auch wieder ein Stereotyp, aber als Femdom ist es wahrscheinlich weniger problematisch, zur Femdom kommen wir gleich, aber du gehst ja dann dahin, gibt es da irgendwas, was du tust, damit du ich sag mal sicher bist, meldest du dich da irgendwo an, dass du sagst, ich bin jetzt da und da und in drei Stunden möchte ich da auch wieder raus sein?
Sarah Alle meine Termine stehen in einem Kalender und auf diesem Kalender hat als mein Cover dementsprechend immer die Herren Zugriff. Die weiß also immer, wo ich bin. Da steht eine Adresse drin, da steht drin nicht, was ich mache. Das geht niemandem was an. Das ist privat. Aber sie weiß immer, wo ich bin. Und ob das ein Sexarbeitstermin ist, steht da drin. Und dann, das wissen die Subs übrigens auch, weil sie das einfach wissen sollen. Das gehört zur Transparenz halt einfach dazu. Sodass also jeder, dass mehrere Leute immer wissen, wo ich bin. Und das ist dann so mein Cover. Aber als Femdom habe ich da in aller Regel weniger Probleme. Also die Männer, aber auch die wenigen Frauen, haben eine gewisse Unterwürfigkeit, die sie einfach mitbringen, frei nach dem Motto, wenn ich das jetzt hier verkacke, dann brauche ich die ja nie wieder anzurufen. Und das funktioniert recht gut.
Sebastian Jetzt hast du gesagt, die wenigen Frauen. Kam es schon mal vor, dass eine Frau den Martin als Dominus gebucht hat und danach die Sarah als Femdom? Okay, das hätte ich jetzt tatsächlich mal spannend gefunden, weil im Prinzip kannst du in Personalunion eine unglaubliche Bandbreite abbilden.
Sarah Ich kann natürlich, und das ist auch eine Verbindung, die ich natürlich nutze dadurch, dass natürlich der Dominus einen Penis hat, weiß ich auch mit einem Strap-on entsprechend umzugehen, weil ich die natürliche Bewegung des Fickens einfach auch nachvollziehen kann an der Stelle. Das macht mich nicht besser, das macht mich nur anders, um da gleich mal die Hurra-Rufe, die jetzt kommen.
Sebastian Ja, sag mal so, das Trap-On steht auf jeden Fall und der steht ewig und wenn da genug Bauchmuskulatur da ist, dann gib ihm.
Sarah Ganz genau.
Sebastian Das ist offenbar, ich will ja nichts Privates erzählen. Lass mich nochmal diesen Punkt der gebuchten FemSupp hernehmen. Und zwar, also die gebuchte FemSupp, die ist für mich noch ein bisschen rätselhaft, muss ich ganz ehrlich gestehen, weil du gehst hin zu den Leuten nach Hause. Also die machen da Zeug mit dir und du gehorchst auch noch und kriegst dafür Kohle und das ist irgendwie, kommst du auch noch mit Spuren nach Hause im Zweifel und es hat dir ja zugefallen, weil es ist ja eine Dienstleistung. Also du merkst, mir fehlt da ein bisschen die Fantasie. Ich habe im Vorhinein, bevor wir gesprochen haben, überlegt, Mensch, wenn ich mir so eine FemSup mal nach Hause bestelle oder generell ins Studio gehe und eine FemSup da buche, ich glaube, ich hätte nur Hemmungen. Ich würde erstmal bei sonst was anfangen. Ich glaube, da würde gar nicht viel passieren. Aber ich glaube, das ist nicht so. Also, nimm mal meine ganzen Vorurteile, diesen ganzen Wust bitte und klär mich doch mal bitte auf.
Sarah Sarah gibt es, sag ich mal, in zwei Geschmacksvarianten als subversive Fachkraft. Das eine ist die Frau, die vornehmlich in der Schweiz arbeitet, in einem Bordell. Auf Zimmer, wo Männer hinkommen, die eine Transe vögeln wollen. Und da biete ich dann halt auch so irgendwie an, dass ich sage, du kannst auch ein bisschen härter machen. Kein Problem. Du musst da keine Rücksicht drauf nehmen. Das ist jetzt aber nichts BDSM-mäßiges, sondern das ist jetzt so ein bisschen was Härteres anpacken, aber jetzt keine Schläge oder irgendwie sowas. Und dafür ist ein Markt da und den bediene ich halt dann auch gerne.
Sebastian Macht dir das nichts aus, Und vielleicht muss ich einfach mal, weil ich habe da einfach zu wenig Berührungspunkte im Leben gehabt. Das ist dir völlig egal, wenn du irgendwie von jemandem da durchgevögelt wirst.
Sarah Sexarbeit bezahlt Rechnungen. Spaß bei der Arbeit ist nicht verboten, aber man darf sich jetzt nicht dem Trugschluss hingeben, dass es immer eine Freude ist. Ich meine, du wachst ja morgens auch auf und sagst irgendwie, ach nee, Alter, heute bitte nicht. Und du machst ja trotzdem, weil irgendwie muss die Kohle reinkommen, um deine Rechnung zu bezahlen, oder? Und das ist in der Sexarbeit ganz genauso. Da muss ich manchmal dann halt auch irgendwie, ich habe vor meinem inneren Auge halt irgendwie das, wo ist die schwarze Null? Ja, und wie kann ich die erreichen? Und da muss man halt dann manchmal auch hinhalten. Das ist dann einfach so. Dass das dann durchaus angenehm sein kann, weil da gerade ein Gast da ist, der irgendwie total auf mich steht und der das total gut findet und total liebevoll mit mir umgeht. Ja, wo ich mir dann auch manchmal im Kopf irgendwie sage, ey, Alter, du brauchst überhaupt nichts zu bezahlen. Du bist super, kannst gerne wiederkommen morgen oder übermorgen. Ich mache die ganze Woche nur mit dir. Aber das ist die professionelle Einstellung. Ich muss es halt dann so nehmen, wie es kommt, wenn ich mich dann halt für einen entschieden habe, der mich angesprochen hat, dass ich mit ihm dann aufs Zimmer gehe, dann gehe ich mit ihm aufs Zimmer und dann kriegt er eine Show. Und das macht nicht immer Spaß. Schlicht und ergreift. Ich habe die Möglichkeit, dann dementsprechend dann halt noch ein kleines Reinigungsritual eventuell irgendwie einzuführen, bevor da halt Kondom auf dem Penis drauf ist, um den ein bisschen sauber zu machen oder so. Aber da muss man dann halt manchmal durch. So. Und das wird, glaube ich, auch jede Kollegin ganz genauso bestätigen.
Sebastian Okay. Also das ist Sexarbeit, wirklich Sex ohne BDSM-Bezug jetzt. Siehst du, da ist wieder meine Perspektive wieder zu eingeschränkt, dass ich das schon wieder gar nicht richtig auf dem Schirm hatte. Lass mich mal die FEMSUB nehmen, weil da kannst du auch nicht unbegrenzt arbeiten, weil da hast du mal Spuren und die soll der Kunde danach ja bitteschön auch nicht wieder mit hernehmen. Also das kannst du ja nicht im Akkord machen.
Sarah Und als FEMSUB habe ich es in Deutschland ein bisschen einfacher, weil ich halt eine sehr spezielle Marke bin. Ich mache aber als FEMSUB nicht deutlich weniger als das, was meine Herren beispielsweise mit mir machen darf. Ich stehe jetzt nicht da und bin jetzt als vollumfängliche O und lasse mich da irgendwie zeichnen und die können alles wieder machen und schlagen und sonst was. Ich werde beispielsweise niemals gefesselt. Keine Handschellen, kein gar nichts.
Sebastian Okay, das hätte ich jetzt als zentrales Element tatsächlich gesehen.
Sarah Das kommt überhaupt nicht in Frage. Ich habe so spezielle Handschellen, die ich selbst öffnen kann. Die kann ich dann im Zweifelsfall auch einsetzen, aber halt dann nur bei jemandem, dem ich auch vertraue. Aber ich lasse mich jetzt nicht so fixieren, dass ich da überhaupt nicht rauskomme. Das gibt es nicht.
Sebastian Okay, das ist also der Sicherheitsaspekt, weil gerade im Studio, da wäre da noch was, da schreit man dann das Mayday einmal quer und dann….
Sarah Und dann kommt irgendjemand rein und sagt, braucht ihr Milch und Kekse?
Sebastian Was wäre denn so ein safe Wort, was der Kunde nicht mitkriegt?
Sarah Nein, das wird nicht verraten.
Sebastian So was wie, ist Paula da oder sowas?
Sarah Das wird nicht verraten. Auf gar keinen Fall.
Sebastian Okay, alles klar. Ich dachte, das ist jetzt immer individuell und da hast du dann was Spezielles. Aber gut.
Sarah Ich halte mich immer an die Hausregeln. Und auch wenn man jetzt irgendwie nicht unbedingt ermessen könnte, in welchen Häusern sich diese submissive Fachkraft so rumtreibt, ist es halt doch möglich, über meine Öffentlichkeit und den Namen zu extrapolieren, wo habe ich mich mit der mal getroffen und da, da gibt es dann das. Das mache ich nicht.
Sebastian Okay, also erzähl mal was, was du niemals benutzen würdest, was gäbe es denn da theoretisch?
Sarah Was ich niemals benutzen würde? Ich als Safe Word oder was?
Sebastian Ja, also was für einen dezenten, nicht klientenerkennbaren Hinweis würde man benutzen? Ist das sowas wie, kannst du mir einen Schluck Wasser holen? Ich komme gerade nicht drauf, was man machen könnte, was, ich sag mal, unauffällig ist.
Sarah Also die Sache, ich habe Durst, kommt dem sehr nahe. Das ist dann halt in so einer Situation, also ich habe das noch nie verwendet, nirgendwo. Das ist jetzt einfach mal nur so, das ist mir jetzt so zwischen all den Sachen so irgendwie aufgefallen, dass ich halt dann in einer Situation bin, wo ich vielleicht irgendwie flehe um Erlösung und bitte schlagen Sie mich nicht so fest, bitte machen Sie dies nicht, ich habe Durst, ich brauche was zu trinken. Und das ist für die Kunden in aller Regel nicht umsetzbar. Aber für die Kollegen ist es halt vereinbart, da sollten wir vielleicht mal was zu trinken bringen.
Sebastian Was macht denn FemSupp Sarah, ist Hure der richtige Begriff? Passt der?
Sarah Für mich schon.
Sebastian Für dich passt das, okay. Was macht die denn, was sie sonst im Privaten nicht tun würde?
Sarah Die FemSupp macht Kaviar.
Sebastian Okay.
Sarah Das kommt im Privaten überhaupt nicht vor. Sowohl als Femdom als auch als Femsub bei der Gelegenheit. Das ist eine Grenze, die ich dann übertrete. Aber die Vermutung ist richtig.
Sebastian Das kam im Podcast tatsächlich noch gar nicht vor. Ich habe gerade kurz überlegt, machen wir da so eine kleine Erklärung. Wir lassen das so mal stehen. Früher oder später werde ich dieses Thema mal auseinandernehmen müssen. Das wird dann halt hart für den einen oder anderen, weil einer da sagt, das will ich nicht hören. Ich glaube, das ist aber komplexer, als dass man das in zwei Minuten runter erzählen kann.
Sarah Absolut.
Sebastian Wir lassen so stehen, du machst das, das geht. Und weil es dir Spaß macht? Nein, das ist eine Grenze, die dir wirklich dann auch schwerfällt, wie du überschreitest für die Kohle.
Sarah Es gibt Grenzen, die ich für Geld dann als Dienstleistung überschreite. Aber ich mache trotzdem bestimmte Dinge garantiert nicht, die auch im Prinzip auf meiner Tabuliste stehen. Im Vertrag, die mache ich auch in der Sexarbeit nicht.
Sebastian Also das Küssen zum Beispiel?
Sarah Ja, überhaupt nicht. das ist als FemSup im Bordell ist das was anderes, weil da ist das Setting eine andere Klamotte aber das auch nur, wenn ich das Gefühl habe, dass das passt jetzt so ein bisschen kuscheln, ein bisschen knutschen und so, vor allen Dingen wenn einer halt dann gesagt hat, ich möchte gerne zweimal kommen, ansonsten ist es halt für mich sehr wichtig als FemSup zu sagen, was ich garantiert niemals mache und das dann auch niemals tue. Weil ansonsten ist das, keine Ahnung, ich stehe beispielsweise privat so in diesem Risk-Bereich drin, dass ich unwahrscheinlich gerne halt vollgespritzt werde oder so. Bukake ist meine Tee-Party, finde ich total klasse. Das geht beruflich aus vielerlei Gründen nicht, weil halt absolute Kondompflicht besteht. Und deswegen würde ich auch niemals zulassen, dass ein Kunde mich körperbesamt. Weil es einfach verboten ist. Und wenn sich das einmal rumspricht, dass eine Kollegin gegen Regeln des Hauses verstößt, dann ist man da auch raus.
Sebastian Ja, das sind ja auch, wenn einer es macht, dann wird es von allen verlangt und dann hast du da wieder recht. Ja, kann ich mir schon vorstellen, dass das da viele Probleme nach sich zieht. Wenn jetzt ein Kerl sagt, Mensch, ich buche jetzt die Sarah, um sie auszupeitschen oder was wollen die denn machen?
Sarah Die Standard-Erfahrung, die ich habe, ist an der Stelle, dass sie sagen, ich möchte mal gerne irgendwie auch meine eigene Dominanz erfahren und stelle dann irgendwie fest, dass das Kopfkino nach zehn Minuten dann schon vorbei ist. Ich möchte mal gerne, dass eine Frau mir, ja keine Ahnung, hinterherläuft, merkwürdige Dinge tut, auf einem Bein steht, an einer Leine, auf allen Vieren hinter mir herkrabbelt und solche Sachen und dann ist manchmal die Dominanz dann auch schon erledigt, da gibt es einen Blowjob und das war's.
Sebastian Das ist ja fürchterlich enttäuschend, wenn du dann da, du gibst da Geld aus, kriegst das alles und stellst fest, naja, dein Kopfkino war halt nicht... Nicht ausgereift.
Sarah Das kann ich mir gerne denken, aber ich funktioniere dann in einem anderen Modus. Ich habe vorher halt die Scheinchen entgegengenommen und dementsprechend liefere ich dann auch ab. Ich verfalle dann in eine Rolle, die sehr zutraulich ist, die sehr vertrauenswürdig ist und die dementsprechend dann halt auch im Rahmen der Absprache, die man getroffen hat, bestimmte Dinge halt dann auch nicht tut. Und ich habe halt sehr häufig erlebt, dass halt so ein bisschen was mit dem Flocker irgendwo mal drauf schlagen oder so, dann kann ich halt sagen, hier ist mein Popo, kannst du machen, kein Problem, ich lege mich hier über den Bock und dann ich zähle auch gern und so weiter, ist da manchmal so ein bisschen Coaching an der Stelle auch. Das ist schon sehr nah und vertraut, weil die Kunden dann einfach irgendwie das, sich an einen, aus welchen Gründen, mit einer echten Femmsuppe halt irgendwie nicht machen wollen, also mit einer echt Bio-Frau, muss man so zu sagen, sondern halt irgendwie eventuell so ihre eigene Bisexualität auch damit ausleben wollen, dass sie sagen, sieht wie eine Frau aus und wenn ich die jetzt so von hinten irgendwie nehme oder sehe, mit den High Heels, mit den Halterlosen, mit den Klamotten, die sie anhat und ich werfe dann das Röckchen nach oben und ich sehe dann diesen geilen Arsch, da bin ich wirklich stolz drauf, dass ich den habe und dann kann ich da mal einen versohlen, aber eigentlich bin ich ja gar nicht schwul.
Sebastian Da ist auch wieder dieses niedrigschwellige Ich kann mich mal ausprobieren, ohne dass ich dazu mich gleich vor aller Welt outen muss und was für Anstrengungen machen muss, sondern es gibt die professionelle Möglichkeit zu sagen, ich teste einfach mal aus, was ich selber auch gut finde. Nur weil ich sage, mein Kopfkino, das macht mich total geil, heißt das noch lange nicht, dass ich das auch tun muss. Also wenn mein Kopfkino eins zu eins immer passen würde, mein Gott, dann müsste das Podcast so, wie sich aber manchmal verstecken.
Sarah Und um die Frage aufzugreifen, es gibt jemanden, der seine Dominanz durchaus lebt und da diverse Dinge mit meinem Hinterteil macht und wir kennen uns aber auch schon sehr lange und der halt sagt, da bleiben dann auch Spuren übrig. Das ist dann aber auch in Ordnung. Er zahlt aber auch dafür den Preis, weil ich halt letztendlich auch weiß, wie lange das dauert, bis dann alles irgendwie wieder weg ist. Das hat jetzt nichts mit den anderen Damen in meinem Leben zu tun. Das müssen die dann verarbeiten. Aber ich kann im Prinzip dann, je nachdem, was er da gerade mit mir anstellt, vielleicht eine Woche oder vielleicht zwei nicht erarbeiten. Weil kein anderer möchte gerne auf den Spuren eines Vorgängers arbeiten.
Sebastian Das hört sich ja durchaus vierstellig an, meine Herren.
Sarah Ist selten. Ist selten, aber geschieht.
Sebastian Also ich habe folgendes Problem. Wir kriegen Sarah Blume nicht an einem Abend hier durch. Das kann ich völlig vergessen. Ich habe hier noch so viel Zeug stehen auf dem Zettel. Ich habe da keine Chance. Ich merke aber, das ist jetzt gerade ein relativ rundes Bild. Wir haben jetzt wirklich so Stück für Stück einige Punkte abgearbeitet. Das ist ja auch wirklich die erste ganz normale Folge, die ich hier remote aufnehme. Mit dir klappt das wunderbar heute Abend. Ich bin begeistert, dieses komische Fiepsen im Hintergrund, das kriege ich noch weg. Da werde ich irgendwelche Zaubermittelchen auf die Aufnahme kippen und dann klappt das. Boah, also ich sehe einfach mindestens vier Personas in einem Individuum, was unglaublich individuell ist. Boah, darf ich das mal ausnahmsweise fragen? Du hast dann noch einen anderen Job oder das reicht dann auch? Also den 9-to-5-Job, gibt es den auch noch?
Sarah Ja.
Sebastian Wahnsinn. Ich weiß, das wird alles zeitlich ein bisschen mehr gestreckt, als es sich jetzt hier anhört. Aber es ist natürlich Wahnsinn und ich glaube auch, dass die Sexarbeit, habe ich das richtig verstanden, ist das eher so ein Hobby, womit man sich dann den Luxus im Leben gönnt oder ist es wirklich dazu nötig, um die Rechnung wirklich zu bezahlen?
Sarah Ich könnte alleine von Sexarbeit nicht leben Nee.
Sebastian Aber von einem 9-to-5-Job vielleicht Nee.
Sarah Das wird nicht funktionieren Ich bin so eine spezielle Nische, das wird sich nicht tragen, Das geht einfach nicht Und zu dieser Erkenntnis muss man letztendlich auch irgendwann mal kommen Und das bin ich gekommen, und fühle mich aber auch in dieser Erkenntnis halt dann auch sehr wohl.
Sebastian Also ich versuche dich so ein bisschen zu charakterisieren Ich habe so das Gefühl, da ist die Lust am Sex, die dann auch mit zur Arbeit wird, also Hobby zum Beruf gemacht, kann man das ein bisschen sagen?
Sarah Ja, lassen wir mal so stehen.
Sebastian Okay, lassen wir mal so stehen, ist in Ordnung. Ja, also ich sehe da unglaublich viel Komplexität und ich glaube, das ist auch die, ich sage mal, die übliche Stammtisch- und Partyszene. Die hat ja auch mit kommerziellem BDSM oder mit Sexarbeit sehr wenig bis gar keine Berührung. Und ich finde das auch schön, hier im Podcast auch mit dir das hier ein bisschen abbilden zu können, denn wir wissen alle, das gibt es. Und es gibt auch Leute, die nutzen das und das sind keine schlechten Menschen, sondern das sind einfach Menschen, die ein Bedürfnis haben, was befriedigbar ist und das finde ich gut. An der Stelle sehe ich einfach in dir nicht so diese klare Linie, sondern bei dir steckt einfach so viel drin und diesen Switch, ich glaube, das muss ich irgendwann mal in echt sehen und dir einfach dabei zusehen, wie aus Martin wird Sarah und umgekehrt. Ich glaube, diese Transformation, das ist wahrscheinlich ein Moment, den du allein im Badezimmer da machst, aber ich glaube, das ist unglaublich spannend, was da passiert. Ich habe es schon ein bisschen ansatzweise jetzt an Gestik und Mimik gesehen. Da ist ganz viel drin und ich habe nicht den Eindruck, du bist unglücklich oder auf der Suche, sondern du hast einfach festgestellt, die Komplexität ist das, worin du dich suchen kannst.
Sarah Ja.
Sebastian Ich müsste jetzt ein Video einspielen, um deine... Das ist so ein kopfschüttelndes Ja. Also okay, ich liege offenbar nicht ganz falsch. Okay, das ist in Ordnung. Also wirklich Dom, Sub, Switch, irgendwie alles dabei. Und boah, ich werde das jetzt hier zu Ende bringen einfach. Ich finde das unglaublich schön, wie offen du hier erzählt hast, wie viele Einblicke du mir hier geschenkt hast einfach. Klasse. Und wir hatten das schon vorher besprochen, wenn ich in den nächsten Wochen sage, hier bei einer Live-Sendung bist du mit dabei und dann wollen wir den Hörern mal ein paar Fragegelegenheiten geben, das machst du mit, ne?
Sarah Ja, klar.
Sebastian Super. Ich weiß noch nicht genau wann. Also diese Folge wird vermutlich erscheinen, wenn der am, lass mal gucken, ich glaube der 10. August steht momentan in meinem Kalender so drin und weil ich danach irgendwann Mitte August so ein bisschen Urlaub machen mag und da werde ich auch aufnehmen, aber trotzdem mache ich Urlaub, kann ich nicht genau sagen, wann welche Live-Sendung es da geben wird. Es kann also sein, dass das tatsächlich erst zwei, drei Wochen später ist. Aber wer den Podcast kennt, der weiß, bei Twitter und Instagram, da kann man sich übrigens auch mit mir anfreunden, bei Kunst der Unvernunft oder Kunst der Unvernunft, ich weiß gar nicht, wie die Profile da heißen, da kann man einfach reinschauen. Das habe ich das auch untergebracht, sehr gut. Und dann werde ich das ankündigen. Und wenn man dann sagen will, wissen will, Mensch, Sarah, aber wie ist denn das und das? Dann kann man das genau dort tun. und dann wirst du höflich, aber bestimmt darauf antworten, habe ich das Gefühl. So, und jetzt machen wir Folgendes. Du wirst mir jetzt nach dieser Aufnahme nochmal einen ganzen Haufen an Links schicken und ich werde sie alle in die Show Notes reinpacken, einen nach dem anderen. Gibt es noch was, wenn man jetzt mit dir direkt Kontakt aufnehmen will, weil egal über welches Thema wir gesprochen haben, da jemand sagt, Mensch, ich möchte da jetzt mal Kontakt aufnehmen. Was ist der beste Weg? Wie kommt man an dich ran?
Sarah Ich werde dir sozusagen eine aufgemotzte Linkliste schicken mit den dementsprechenden Beschreibungen. Das mache ich.
Sebastian Okay, und wenn jemand dich jetzt bei Twitter anschreiben will, dann kann er das dann auch tun. Das ist okay für dich. Da bitte ich natürlich die Hörer da irgendwie auch respektvoll und vernünftig drauf zu sein, aber toi toi toi, bislang haben sich alle Hörer super gut benommen. Ich habe da noch nie eine Beschwerde gehört. Das ist großartig. Da mal vielen Dank. Wir könnten noch hier über Partys reden und über dies und über jenes und also wer jetzt auch von dir sofort noch ein bisschen was hören möchte, einfach im Podcast einfach im Podcast Archiv mal ein bisschen schauen, die Live-Folge 21, da warst du auch mit dabei und ja, da geht es aber noch ein bisschen um was anderes, da geht es nämlich ein bisschen mehr um das Thema Party und wann und wie und was kann man da machen und eingreifen etc. etc. Da einfach für die Hörer mal reinschauen, ich werde natürlich auch das in den Show Notes verlinken. Gibt es noch was, was du jetzt noch dringend loswerden magst? Ich kipp hier gleich um. Ich bin sowas von leer gequatscht heute.
Sarah Sebastian macht das Glas leer und dann machen wir Feierabend. Alles gut.
Sebastian Das ist noch halb voll. Ich habe dir zwei Gläser Wasser getrunken, aber dieses Weinglas, da habe ich gerade mal ein Drittel von geschafft. Es ist ja auch super spannend. Ich notiere dann ständig noch Dinge, die ich wissen mag und versuche die unterzubringen und hier und da. Nee, also wenn du sagst, du hast jetzt nichts mehr, was hier dringend rein muss, perfekt. Dankeschön.
Sarah Gerne. Das war sehr schön.
Sebastian Ja, also mir hat es richtig Spaß gemacht. Es ärgert mich ein bisschen, dass ich jetzt nicht mich in den Zug gesetzt habe und nach Köln gefahren bin.
Sarah Ich würde mich sehr, sehr, sehr, sehr, sehr freuen, dich halt auch persönlich kennenzulernen und nicht nur so über Monitor. Ich bin da auch so ein total, so ein Mensch. Ich mag Begegnungen und mag mich gerne mit Leuten unterhalten und das war wirklich sehr schön. Wenn wir das auf der einen oder anderen Ebene einfach mal weitermachen können, das wäre schon cool.
Sebastian Das kriegen wir definitiv hin. Also da bin ich mir absolut sicher, dass das klappen wird. Gut, pass auf. Dann, ich danke dir für deine Zeit und auch, dass wir das Termin nicht so hinbekommen haben. Und ja, also liebe Hörer, macht's gut und bis zum nächsten Mal. Tschüss.
Sarah Tschüss.