Unvernunft LIVE v. 12.05. - Der Notvanilla-Dreier und DDLG-Feminismus

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Sebastian So, herzlich willkommen zur Unvernunft Live am 12.05. schon. So lange machen wir das hier schon. Es ist Nummer 16 und hin und wieder braucht man auch mal was Neues. Und das Neue, was ich heute habe, ich habe mich übrigens noch gar nicht laut genug gestellt. Entschuldigung, ich drehe mich mal ein bisschen auf. So, jetzt müsste ich vernünftig klingen. Ja, was ist heute? Heute probieren wir den ersten Dreier hier. Und bevor es losgeht noch ein ganz kleines bisschen Hausmeisterei. Die streue ich ansonsten im Rest des Abends auch noch ein bisschen ein. Was haben wir denn heute? Da hat ja jemand ein Paddle gewonnen und auch bekommen. Und ich mache das ja wieder so, wir haben zwei feste Gäste, nein, heute sogar drei. Und danach gibt es ja wieder Call-In, wo jeder anrufen kann, der möchte. Und dann können wir uns über irgendwas unterhalten. Und als kleinen Anreiz habe ich dann mal den guten Michael von Baumwollseil gebeten, er soll doch mal irgendwas in ein Paket stecken und herschicken, damit ich das hier wieder verlosen kann. Das Schöne ist, ich habe keine Ahnung, was drin ist und das Paket ist auch noch nicht da und ja, man wird sehen, was kommt. Vielleicht kann ich es ja dann am Freitag verraten oder ich werde es verinstagrammen oder sowas. Ja, das für das Erste von mir. Also fühlt euch herzlich willkommen. Ich begrüße auch Live-Chat. Seid schön aktiv heute. Das Podcastsubbie ist auch da. Aber viel wichtiger, ich habe Gäste und da habe ich mich heute, die Coco und den Marc vom notvanilla-Podcast. Hallo! Hallo, Moment,
Coco (notvanilla) Hallo.
Marc (notvanilla) Hallo, Sebastian. So, jetzt drehe ich euch mal so laut, wie es sein muss, damit ihr auch gut klingt. Test, Test, Test. Es funktioniert, ich bin begeistert. So, ja, ihr macht einen anderen Podcast, auch über BDSM. Herzlich willkommen.
Coco (notvanilla) Ja, genau, wir sind...
Marc (notvanilla) Ja, genau. Und das erste Mal live heute, sehr ungewohnt für uns. Normalerweise nehmen wir immer vorher auf. Wir hoffen, man merkt es nicht so sehr. Alles gut, alles wird entspannt. Wir werden uns wahrscheinlich eh ständig ins Wort fallen, weil wir haben hier keine Kamera, mit der wir uns hier absprechen könnten oder so. Wer unbedingt was sagen will, der brüllt einfach ins Mikrofon und dann wird das schon irgendwie werden.
Coco (notvanilla) so groß ist das Mitteilungsbedürfnis nicht.
Marc (notvanilla) Ihr müsst, glaube ich, wie alle anderen auch hier einmal durch die Mühlen meiner Bürokratie durch. Und ich würde euch bitten, wenn ihr euch vielleicht nacheinander, miteinander einmal so ein kleines bisschen vorstellt für die, die euch noch nicht kennen. Und damit wir euch ein bisschen kennenlernen.
Coco (notvanilla) Okay, ich fange einfach mal an. Ich bin Coco, ich bin 25 Jahre alt, komme aus München, organisiere hier den SMJG-Stammtisch und noch so ein paar andere Projekte, Fesseltreff und Hüttenwochenenden und so Spielereien halt. Und ja, irgendwann kam dann Marc auf mich zu und meinte, er hat Bock, einen Podcast zu machen, ob ich nicht dabei wäre. Und ich dachte mir so, ja, coole Idee. Genau. Und jetzt gebe ich mal das Wort ab. Haben
Marc (notvanilla) ich bin Marc, wie Coco schon meinte. Ich bin auch 25 Jahre alt, komme aus der Nähe von Augsburg und war auch SMJG Orga in Augsburg. Mittlerweile nicht mehr, mittlerweile mache ich nur noch den Podcast und den mit Coco jetzt seit, ist es schon über ein Jahr? Ich glaube schon.
Coco (notvanilla) wir unseren Geburtstag verpasst?
Sebastian da kann ich nachgucken. Ich kann nachgucken.
Coco (notvanilla) Okay,
Sebastian 8. Juni 19 steht hier, dass die erste Folge von euch kam.
Coco (notvanilla) sehr gut.
Sebastian Ich habe es aufbereitet.
Marc (notvanilla) bist du schon mal 200 prozent mehr vorbereitet als wir in unseren folgen immer genau
Coco (notvanilla) Ja, das stimmt.
Sebastian Okay, also wir fassen mal kurz zusammen. In eurem Podcast unterhaltet ihr euch beide miteinander, jeweils über ein Thema aus dem Bereich BDSM.
Coco (notvanilla) Ja, genau.
Marc (notvanilla) wir suchen uns immer irgendwas raus jetzt die letzte folge ging über das online spielen die nächste wird über fisting gehen und quatschen darüber so 40 minuten 45 minuten erzählen ein paar interessante geschichten was wir so erlebt haben mit dem thema manchmal haben wir auch ein gast dabei Das kommt immer ein bisschen drauf an. Und ja, kommt jeden Samstag eine neue Folge.
Sebastian Jeden Samstag? Ja, stimmt, ich sehe es gerade auf meiner Liste. Mein Gott, Samstag, Samstag, immer Samstag.
Coco (notvanilla) Ja, ja.
Sebastian Okay, wie schafft ihr das?
Coco (notvanilla) Wir nehmen mehrere Folgen im Voraus auf meistens. Also tatsächlich, als wir uns noch live quasi in persona getroffen haben, haben wir halt teilweise vier Folgen am Stück aufgenommen. Da frage ich mich jetzt inzwischen, oh Gott, wie haben wir das jemals geschafft, weil es ist echt anstrengend. Aber dann kam Corona, dann konnten wir uns nicht in Persona treffen und jetzt nehmen wir das Ganze online auf und das ist wesentlich angenehmer.
Sebastian Ja, ganz ehrlich, Corona hat eh jetzt mal alles geändert. Aber gut, dafür machen wir das ja heute. Ja, wie wären wir sonst zusammengekommen?
Coco (notvanilla) Ja, genau.
Sebastian Macht bei dir halt irgendwas im Hintergrund so ein bisschen? Also ich höre mich so ein bisschen im Echo. Vielleicht, wenn du dein Kopfhörer noch ein bisschen leiser machst oder so. Ich weiß nicht, wo es genau herkommt.
Marc (notvanilla) ich weiß es auch nicht, aber ich habe gerade ein bisschen runtergedreht. Ich hoffe, es ist ein bisschen besser.
Sebastian Ja, ist es. Wunderbar. Perfekt.
Marc (notvanilla) Sehr gut.
Sebastian bin ja hier so ein Technik-Zyniker hier, der dann immer versucht, meine Gäste zu quälen. Installiere eine App, installiere ein Programm, stell dies ein, stell jenes ein. Da gebe ich zu, da bin ich ganz fürchterlich. Was ich spannend finde, ist ja, ich habe ja hier bei der Kunst der Unvernunft das Konzept zu sagen, ich habe einen Gast und dann erzählt der und hinterher gucken wir dann, welche Themen kann ich draufschreiben, weil ich bin prinzipiell immer so ein bisschen ahnungslos. Und wenn ich mir das hier ansehe, was ihr so an Themen habt, ich habe mir die Liste tatsächlich hier mal ausgedruckt, boah, also Bondage, okay, das ist noch Allerweltsthema, da kann ich sagen, da kann fast jeder was drüber sagen, aber hier Mindfuck, Hypnose, Tentakel, Fetisch, Kinky Cabin Spezial und wie die Folgen alle heißen, wo habt ihr das alles her? Lest ihr euch das an oder was macht ihr da vorher? Ja,
Coco (notvanilla) Nee, tatsächlich ist es so, dass wir uns beide quasi relativ gut ergänzen. In dem Sinne, dass Marc sehr viele Fetische hat, die eher vielleicht auch so in den Nischenbereich fallen. Stichwort Tentakel, was hatten wir da noch, Transformation und so. Damit kann ich eigentlich gar nichts anfangen. Ich bin da mehr so der klassische BDSMler mit D/s-Schwerpunkt und das ist eigentlich nicht so Marcs Welt. Also können wir uns so ein bisschen, können wir da schon ein relativ breites Themenfeld abdecken. Dann probieren wir beide einfach unglaublich gerne aus. Von manchen Themen haben wir auch einfach nur eine einmalige Erfahrung, weil wir es halt mal irgendwie witzig fanden, das auszuprobieren und dann haben wir es gemacht. Und natürlich, man muss auch dazu sagen, deswegen holen wir uns ja auch quasi die Gäste, weil es gibt Themen, da gibt es einfach, da haben wir nicht so viel zu sagen oder wir würden gerne mit jemandem reden, der da einfach spezieller Informationen geben kann. Vielleicht auch ein bisschen in der Folge zum Beispiel über psychische Krankheiten. Da haben wir uns auch gar nicht so alleine dran getraut, ohne jetzt so ein bisschen jemanden, der da fundiertere Ahnung hat als wir. Und so kommt dann ein ganzes Sammelsurium an Themen zusammen. Und ich habe tatsächlich, also wir haben eine Themenliste immer, wenn ich irgendwo ein Thema aufschnappe, dann schreibe ich das da auch fleißig in diese Themenliste rein oder wenn mir was einfällt. Und diese Liste ist quasi geshared, also da schreibt der Marc rein und da schreibt jetzt unsere neue Social-Media-Beauftragte auch noch rein und dann ist uns nie langweilig mit Themen. Und ja, Marc,
Marc (notvanilla) Ja, das war auch so ein bisschen die Grundidee von Anfang an. Nämlich, ich bin ja zu Coco gegangen, weil ich mir überlegt habe, gut, ich möchte einen Podcast machen, aber alleine in einem Mikrofon reden wäre langweilig. Da habe ich überlegt, wer hat wohl die meiste Erfahrung und erzählt gerne davon? Coco. Da habe ich Coco gefragt und so ging es los. Weil grundsätzlich war es so, man hat einfach gemerkt, auf Stammtischen oder auch bei Freunden, also Vanilla-Freunden, scheint das Thema, wenn es mal aufkommt, doch großes Interesse zu wecken. Ja, und dann dachten wir uns, gut, dann erzählen wir es mal online, mal gucken, wie viele es sich anhören. Ja,
Sebastian das sind, glaube ich, eine ganze Menge. Ich habe irgendwie neulich irgendwas gefeiert. Ich habe die Zahlen nicht mehr im Kopf. Ich weiß nicht, ob ihr sie sagen wollt. Ist aber nicht wichtig eigentlich. Ich muss nochmal, ich hänge da gerade so dran fest, weil ich muss gestehen, ich habe nicht alle Folgen gehört. Ich muss jetzt selber nochmal fragen, was ist dieser Tentakel-Fetisch? Okay,
Coco (notvanilla) erzähl mal.
Marc (notvanilla) Tentakel-Fetisch, wir machen so ein bisschen die Reihe der Fetische, die sich in der Realität nicht umsetzen lassen. Dazu zählen zum Beispiel auch die Tentakel. Ich glaube, am ehesten kennst du Leute, die im Hentai-Anime-Bereich unterwegs sind. Das ist ein ziemlich stark vertretenes Thema und es ist einfach dieses Lustgewinn aus phallischen Tentakeln, schleimig, die sich winden in großer Anzahl um Körper, in Körperöffnungen eindringen. Und es ist mehr ein Fantasiefetisch als ein tatsächlich umsetzbarer Fetisch, aber es ist trotzdem was, was überraschend viele Leute teilen. Also es ist immer wieder interessant, wie viele Leute sich dann doch melden, die sagen, ah ja, cool, geht mir genauso.
Sebastian also ganz ehrlich, da bin ich noch nicht drüber gelaufen oder hingekommen. Ich habe jetzt irgendwelche alten Filme im Hinterkopf, muss ich gestehen.
Coco (notvanilla) diese Reihe heißt bei uns übrigens inoffiziell, habe ich sie Marcs Weird Shit genannt. Wenn wir mal wieder eine Folge machen, wo einfach Marc über sein abstruse Fetische redet, ja, das ist dann meistens irgendwie, geht in die Richtung Transformation, Tentakel und so. Ist ganz witzig eigentlich.
Sebastian bin jetzt mal so ein bisschen gemein. Ihr habt es ja eben schon so ein bisschen angedeutet, aber ihr lebt ja BDSM selber privat auch aus. Spielt ihr miteinander.
Coco (notvanilla) eigentlich.
Sebastian Aha, erwischt.
Coco (notvanilla) Marc mit einem Strap-on genommen habe und so, weil seine Freundin das unbedingt wollte und mich da halt einbinden wollte. Ganz, ganz früher, als ich quasi Marc kennengelernt habe, da haben wir so ein bisschen auch uns tatsächlich mal regelmäßig zum Spielen getroffen, wobei regelmäßig, glaube ich, so drei, vier Mal war. Und da ging es hauptsächlich darum, Dinge mit Hypnose auszuprobieren.
Marc (notvanilla) das war auch unsere Kennenlernstory.
Coco (notvanilla) ist schon vier Jahre her
Marc (notvanilla) Wir waren beide auf einer Veranstaltung, die Coco organisiert hat und sie meinte am Abend, ja, es werden noch Leute gesucht, die einen Workshop machen wollen. Kann jemand was? Da habe ich gerade mich frisch eingelesen und das Thema gehabt, meinen ersten Erfolg mit Hypnose im BDSM-Kontext gehabt, habe dann so schüchtern damals noch gemeint, ja, hier, ich könnte ein bisschen was erzählen und zack, hatte ich am nächsten Tag einen vierstündigen Workshop an der Backe mit 30 Leuten. Das war ganz lustig.
Sebastian Ja, glaube ich, ich würde im Boden versinken. Ich habe da ein Buch gelesen, ich erzähle euch jetzt mal was. Auch wenn man schon Erfolge hatte. Also wie gesagt, mir fällt das unglaublich schwer, ins Leere reinzureden, muss ich ganz ehrlich gestehen. Ich mag jetzt so ein bisschen hinter die Kulissen gucken. Was habt ihr denn in eurem Podcast noch nicht verraten? Ich muss ja jetzt hier eine Sensation präsentieren über euch. Ach,
Marc (notvanilla) Oh, das ist schwierig. Es ist mittlerweile schon so, dass ich, wenn ich zu Leuten hingehe, immer frage, ob sie einen Podcast hören, weil sonst fange ich an, eine Geschichte zu erzählen und nach zwei Worten haken sie es ab mit, ah, das kenne ich schon. Deswegen muss ich jetzt gerade echt überlegen.
Coco (notvanilla) Ja, das ist tatsächlich ein Problem.
Marc (notvanilla) Deswegen, äh, eben.
Coco (notvanilla) Also ich habe auch oft das Gefühl, ich rede über Dinge teilweise zu oft und will dann die Leute nicht langweilen, weil ich sie schon so oft auch teilweise im Podcast gesagt habe. Und dann habe ich immer das Gefühl, ich habe das schon 30 Mal erzählt. Aber vielleicht noch nicht diese einen spezifischen Person, aber irgendwie. Wenn du es schaffst, jetzt eine Frage an uns zu finden, die wir tatsächlich noch nie behandelt haben, dann beantworten wir sie auch. Aber ich glaube, so aus dem Blauen raus fällt mir gerade nichts ein.
Sebastian ich gebe das jetzt einfach mal an den Chat weiter. Weiter. Aufgabe, findet eine Frage, die die beiden noch nie beantwortet haben. Ich bin gespannt, ob ihr eine findet. Gucken wir mal. Also, ich meine, dafür ist der Chat ja da, ne?
Coco (notvanilla) Du nutzt den Telefonjoker quasi, Publikumsjoker.
Sebastian Ja, genau. Genau.
Coco (notvanilla) Aber
Marc (notvanilla) Ja, nee, wir reden ja oft auch sehr über viele sehr persönliche Dinge im Podcast und dementsprechend kommt man dazu, einfach sehr, sehr viele Dinge zu erzählen, an die ich mich teilweise schon gar nicht mehr wirklich erinnere. Aber wo ich mir dann denke, oh scheiße, habe ich so etwas Persönliches im Podcast erzählt, wo ich dann Leute darauf anspreche, aber ja, habe ich wohl.
Coco (notvanilla) Sebastian, können wir die Frage denn zurückgeben? Gibt es was, was du noch nicht erzählt hast?
Sebastian Ganz viel. Also ich versuche ja mal gar nicht so viel von mir selbst zu erzählen. Ich erzähle zwar hier, ich esse zwar Kuchen hier in der Sendung und all so ein Zeug, aber ich halte mich da immer so ein bisschen zurück und versuche das so zu verteilen, dass ich möglichst 200 Folgen machen kann, bevor so ein Gesamtbild von mir entsteht. ich will ja immer was von meinem Gegenüber wissen ich bin so einfach so wissbegierig und frag die Leute aus und ja, ihr merkt es ja auch gerade habt ihr ja diesen Wochenrhythmus habt ihr schon für die, sagen wir mal die nächsten vier Sendungen, habt ihr da schon Themen also für die nächste weiß ich, dass ihr eins habt oh
Coco (notvanilla) Ja, ich nutze momentan diese Gelegenheit, die wir haben, eben auch Leute dazuzuholen, die nicht im unmittelbaren Umfeld von München oder Dillingen stehen. Das war ja immer früher unser Knackpunkt, dass wir halt wirklich die Leute zu uns bringen mussten, um mit denen aufnehmen zu können. Und jetzt ist es so ein bisschen, dass ich die Fühler da ein bisschen weiter ausstrecke und viele Themen angehe, die eigentlich für die Zeit geplant waren, wo wir jetzt diesen Corona-Ausfall eben hatten. Das steht momentan auf der Liste. Also ich glaube, die nächste Folge wird dann nach Fisting über Consensual Non-Consent sein mit dem Nemaidis, der war hier auch schon im Podcast bei dir.
Sebastian ja großes Thema tatsächlich, also da hab ich auch die meisten sehr sehr viel Feedback auch bekommen Wahnsinn, also das scheint wirklich ein super wichtiges Thema zu sein Ja,
Coco (notvanilla) allem auch mal so ein bisschen die rechtlichen Sachen wirklich mal zu erklären. Also man sagt immer so lapidar, ja, wenn man ein BDSM macht, dann ist man schon mit einem Fuß im Knast, jedenfalls als dominanter Part. Aber stimmt das überhaupt und unter welchen Umständen? Und naja, darum soll es gehen. Dann habe ich eine Folge auf dem Plan mit über Uniformfetisch, Komisch, was mich auch persönlich sehr anspricht tatsächlich, aber wir holen uns trotzdem noch einen Gast dazu, der darüber mehr erzählen kann. Oh, was haben wir noch für Ideen?
Marc (notvanilla) Hypnose zweiter Teil ist geplant, da war auch die Nachfrage sehr groß.
Coco (notvanilla) Oh ja, genau.
Marc (notvanilla) Es scheint die Leute auch sehr zu interessieren.
Sebastian da bin ich ja selber interessiert. Da hatte ich ja neulich so einen Telefongast, der hat einfach erzählt und ich fand das super spannend. Mal gucken.
Coco (notvanilla) Ja, die Folge habe ich jetzt nachgehört, die hatten wir im Vorgespräch schon drüber gesprochen und dann dachte ich mir, die muss ich mir sofort anhören und es ist echt ganz cool, was er erzählt. Ja, der hat es auch ganz gut erklärt und auf den Punkt gebracht. Es
Sebastian Machen wir es mal andersrum. Worüber würdet ihr nicht im Podcast sprechen? Also worüber würdet ihr keine Folge machen? Gibt es da so ein Thema, wo ihr sagt, das ist so heiß, das fassen wir auf keinen Fall an? Für meine Ausschlussliste ist das ja vielleicht auch ganz gut. Ja,
Coco (notvanilla) gibt Themen, wo wir vorsichtig sind. Wir hatten eine Folge, die wir tatsächlich wieder rausgenommen haben, oder zum Teil rausgenommen haben. Da wollten wir über Dinge sprechen, die in der Fantasie geil sind, aber nicht in der Realität umsetzbar. Und es ging um, diese Folge ist dann sehr in Bereiche abgedriftet, weil wir eben so ins Reden gekommen sind über auch illegale Fetische, beziehungsweise allein die Fantasie zu haben, etwas zu tun, ist ja nicht strafbar, also in keinem Fall, aber das Umsetzen halt. Und wir haben da explizit dann über Tötungsfantasien gesprochen und waren da halt rechtlich nicht gut vorbereitet. Also wir hatten da kein, ja, wir haben das halt so lapidar vor uns hin erzählt, ohne uns darüber Gedanken zu machen. Und dann hat uns eine besorgte Podcast-Hörerin quasi geschrieben, und uns geraten, diesen Teil lieber rauszunehmen, weil wir eventuell Leute dazu anstiften könnten oder es so ausgelegt werden kann, als ob wir das tun würden, wollen, was wir nicht tun. Aber ja, da sind wir dann auf Nummer sicher gegangen, haben das wieder rausnehmen müssen. Ja, ich weiß nicht, ob es wirklich konkrete Themen gibt, über die ich gar nicht reden würde. Ich glaube, ich bin da super offen, aber halt dann eventuell mit der nötigen Vorbereitung.
Marc (notvanilla) ja es
Sebastian wobei so ein Thema, muss ich mal sagen, also ich gucke auch immer, wo, in welchem rechtlichen Rahmen kann man sich bewegen und das ist ganz schwierig. Auf der anderen Seite denke ich mal, jeder Autor, der irgendwelche Bücher schreibt, die packen da Geschichten aus. Wahnsinn. Und die kann im Prinzip jeder Jugendliche im Buchladen kaufen. Da bin ich mir auch mal nicht so sicher, wo sind da die Grenzen. Da muss man dem Nemaidis vielleicht nochmal sehr genau ausquetschen.
Coco (notvanilla) Genau, und mit dem habe ich tatsächlich neulich gesprochen über so Snuffporn und so, also über Tötungsfantasien. und habe dann eben auch gesagt, in jedem Blockbuster sieht man da die übelste Blutlache und Morde und keine Ahnung was. Wie kann denn das sein? Und der Knackpunkt ist tatsächlich, wenn etwas nur deswegen quasi produziert wird, egal ob das jetzt Bild, Video oder Tonmaterial oder Schriftmaterial tatsächlich ist, wenn das zum Zwecke der sexuellen Befriedigung produziert wurde, Dann ist es Gewaltpornografie und dann ist es verboten. Der Autor, der quasi ganz normale Literatur schreibt, der tut das ja nicht aus sexuellem Bedürfnis, sondern halt aus literarischem, in literarischem Kontext und dann ist das halt keine Pornografie. Aber ja, es ist ein bisschen wischiwaschi und ja.
Sebastian Ja, solche
Marc (notvanilla) ist einfach es ist einfach ein heavy thema und meistens man muss sich so vorstellen wenn wir aufnehmen sagen wir vorher Coco hast du bock wir reden heute über Fisting dann weiß jeder okay es soll ein Fisting gehen aber vielmehr haben wir nicht abgesprochen sondern ist einfach wir reden als würden wir gerade zusammen hocken freundschaftlich und man hat halt gemerkt ich Ich meine, der Podcast ist auch für uns ein Lernprozess. Wir haben beide sowas vorher noch nie gemacht. Und wir haben da einfach gemerkt, dass dieses sehr lockere Konzept für so heftige Themen einfach zu locker ist für Zuhörer. Und dementsprechend wird man da in Zukunft anders reingehen. Aber grundsätzlich komplett vom Tisch ist das Thema nicht, zumindest nicht für mich. Und wir haben ja durchaus schon sehr, auch andere sehr heftige Themen gehabt, wie zum Beispiel eben psychische Erkrankungen im Kontext mit BDSM. Da hatten wir aber dann auch das Glück, dass wir noch eine Psychologin tatsächlich dabei hatten, eine Studierte, die dazu was erzählen konnte, was sehr interessant war.
Sebastian Leute sind immer Gold wert, finde ich, wenn die das so ein bisschen einordnen können. Und dann nimmt man auch den Kritikern so ein bisschen den Wind aus den Segeln. So, ich sehe die Uhr. Also erstmal lobe ich gerade unsere aller drei Sprechdisziplinen. Wir reden nicht alle gleichzeitig immer los. Das finde ich super. Das Experiment gilt damit für mich schon mal als gelungen. Ja, man weiß ja immer nicht vorher, was kommt.
Coco (notvanilla) Stichwort.
Sebastian Das Podcastsubbie hat mir geschrieben, Also sie selber, sie würde gerne hören, ob es irgendeine peinliche Geschichte gibt zum Podcast oder eurem BDSM an sich. Das will ich auch hören.
Coco (notvanilla) Boah, eine peinliche Geschichte. Also zum Podcast fällt mir jetzt tatsächlich nichts ein, was so super peinlich war. Privat, ich glaube, dass der einzige, wie sagt man das jetzt, Unfall, es war eigentlich gar kein Unfall, es ist einfach nur witzig. Da haben wir mit einer befreundeten Domme gespielt, also eine Dom, also weiblich. Und wir hatten damals, das war noch in der alten Wohnung, da hatten wir so ein Bondage-Gestell stehen, das ist riesig groß aus Holz und das stand da so in der Ecke und das Ding hat natürlich vier Beine und eins davon, wenn das Ding in der Ecke steht, steht halt frei im Raum. Und sie haben mich bespielt, mein Mann und sie, und ich war ziemlich fertig, hab da auf dem Hundekissen gelegen und geschlafen und dann haben sie sich gedacht, Mensch, zweite Runde, los geht's, haben mich so gepackt, einer links, einer rechts hochgezogen und wollten mich ins Schlafzimmer schleifen. und der eine ist links an dem Balken vorbeigegangen, der andere rechts und haben nicht gemerkt, dass ich in der Mitte bin und haben mich, ich hatte eine Augenbinde drauf und haben mich volle Kanne gegen diesen Pfosten laufen lassen. Also es ist Gott sei Dank nichts passiert, aber das halte ich den beiden immer noch so ein bisschen vor. Ihr habt mich gegen den Balken laufen lassen. Ja.
Sebastian heißt auch, du hast nicht geschummelt mit der Augenbinde, immerhin.
Coco (notvanilla) Ich habe gerade geschlafen, selbst, ich glaube, ich war, meine Augen mal waren da drunter wahrscheinlich eh noch zu. Ich glaube auch nicht, dass ich es gemerkt hätte, so schnell wie das passiert ist, wenn ich tatsächlich auch keine Augenbinde aufgehabt hätte. Und ich hätte mich ja sowieso nicht dagegen wehren können. Also ich hätte es dann vielleicht kommen sehen, aber
Marc (notvanilla) Du hättest noch schreien können Halt, stopp
Coco (notvanilla) meine Arme waren ja quasi links und rechts.
Sebastian Naja, gut.
Coco (notvanilla) Dinge, die man nicht sagt, in einer Session Halt, stopp. Ist kein Safe Word.
Marc (notvanilla) Na, ich wette, wenn du laut genug Pfosten gerufen hättest hätten sie schon umgeguckt, was du jetzt meinst Na
Coco (notvanilla) Ja, aber da wäre ich ja schon noch 10 cm wieder davor gestanden.
Marc (notvanilla) gut, stimmt auch wieder
Coco (notvanilla) war relativ amüsant, ja. Uh,
Sebastian Ja, und Marc?
Marc (notvanilla) Geschichten, peinliche Geschichten, die mir passiert sind Mir fällt eine Situation ein die war zusammen mit Coco aber die war weniger für mich peinlich als Jetzt, ich weiß auch nicht, um ehrlich zu sein, ob es für Coco peinlich ist, dass er auch auf Erniedrigung steht. Die Geschichte mit dem Ovipositor-Eiern und dem, sagen wir, die falsche Körperöffnung.
Coco (notvanilla) jetzt, oh Gott, was kommt jetzt? Ja, okay, das ist cool, ja.
Marc (notvanilla) Darf ich die erzählen?
Coco (notvanilla) Erzähl. Ja, ja, alles gut.
Marc (notvanilla) Ja.
Coco (notvanilla) Alles gut.
Marc (notvanilla) Okay, also. Es war so, ich habe ein Toy da. Im Prinzip ist es, man macht Gelatine-Eier und dieses Toy schießt die in einen hinein. Für das immer wieder bei merkwürdigen Fetischen. und
Sebastian Entschuldigung.
Coco (notvanilla) Ja.
Marc (notvanilla) ja,
Coco (notvanilla) Ich sag doch, Marcs Weird Shit.
Marc (notvanilla) es ist ein ganz vereinfacht gesagt ein Silikonschlauch und man macht sehr feste Gelatine-Eier, die schiebt man dadurch durch und der kann man dann in verschiedene Körperöffnungen einführen, das ist dann sehr schleimig sehr interessantes Gefühl, vor allem weil sich die Eier nach und nach auflösen auch und ja, auf jeden Fall haben wir das dann ausprobiert, zusammen mit Coco weil Coco das das wollte oder ihr Dom, ich weiß es gar nicht mehr genau.
Coco (notvanilla) Nee, ich bin einfach neugierig gewesen, ja.
Marc (notvanilla) Auf jeden Fall haben wir dann sechs dieser hühnereigroßen Gelatine-Eier gemacht, wohlgemerkt zum zweiten Mal erst. Und haben diese dann, auf der Kinky Cabin war das damals, in Coco eingeführt, vaginal. Es ist überraschend, wie viele Hühnereier in einen reinpassen. Allerdings, gut, man muss dazu sagen, ein paar von denen sind schon ein Stück kleiner geworden durch die Körperwärme, aber egal. Auf jeden Fall waren dann sechs dieser Eier in Coco und ihr Dom meinte dann, ja, jetzt legst du die Eier auch wieder, also press sie raus. Das hat bei drei dieser sechs Eier noch gut funktioniert.
Sebastian Entschuldigung. Ich
Marc (notvanilla) Das vierte kam schon nur noch sehr klein raus und dann hauptsächlich Schleim. Und meinte, ja, da fehlen noch Eier. Press weiter, Coco, press weiter. Und Coco so, da kommt nichts mehr, ich kriege es nicht raus. Und presst und presst und presst. Und ja, irgendwann, wenn man stark genug in diesem Bereich presst und sagen wir mal so, man vorher nicht immer vielleicht beim Pinkeln war, könnte es sein, dass irgendwann ein Urinstrahl statt einem Ei herauskommt. Und ja, es gibt ein sehr schönes Geburtsvideo davon.
Sebastian brauche noch ein Video. Oh mein Gott.
Coco (notvanilla) Ja, weil ich war so neugierig, dass ich, ich hab das ja nur gefühlt und man kann da ja so, als Frau kann man da sehr schlecht hinschauen. und da war ich schon sehr neugierig, wie dann das aussieht und das wurde dann gefilmt.
Sebastian Entschuldigung. Was ist das? Ja, ich stelle es mir gerade vor, das funktioniert nicht. Ich muss immer noch an die Tentakel dabei denken.
Marc (notvanilla) Ja, es ist artverwandt ein bisschen.
Sebastian So, jetzt habt ihr mich endgültig aus jeglichem Konzept rausgebracht. Eine vorbereitete Frage habe ich noch. Da habe ich vorher mit Coco schon so ein bisschen drüber gesprochen und das ist so ein Thema, das beschäftigt mich auch immer wieder. Fachbegriffe. Also ich bin da so selbstherrlich und sage, okay, der Podcast ist für BDSMler, die schon so ein bisschen was wissen und ansonsten Google bedienen können. Und dann erkläre ich da nicht mehr allzu viel. Also was Bondage ist und was Safeword ist, das versuche ich jetzt nicht ständig neu zu erklären. Und ich habe das Gefühl, ihr seid da deutlich einsteigerfreundlicher, aber das kostet auch eine Menge Zeit.
Marc (notvanilla) Ja, das stimmt leider.
Coco (notvanilla) Ja, also
Marc (notvanilla) Es ist immer wieder so ein wiederkehrendes Thema und um ehrlich zu sein, weiß ich noch nicht genau, wohin da die Reise geht. Mittlerweile sind wir glaube ich so weit, dass wir sagen, wenn wir es schon mal in einer früheren Folge erklärt haben, versuchen wir es nicht nochmal zu erklären. Wenn es ein ganz neuer Begriff ist, gehen wir kurz darauf ein. Aber ja, es ist immer schwierig. Inwieweit erkläre ich es so, dass sich nicht die alten Hasen langweilen und die Neuen es trotzdem verstehen? Und inwieweit gehe ich einfach davon aus, dass es bekannt ist? Wir haben mal überlegt, auch eine Folge zu machen, in der wir nur auf so Fachbegriffe eingehen im Rahmen von so einem kleinen Spiel Also, wer bin ich mit BDSM-Fachbegriffen Dann kriegt Coco halt das Wort, keine Ahnung Omega auf die Stirn geklebt und muss erraten wer sie jetzt oder welchen Begriff sie darstellt, so in die Richtung aber ja ist auf jeden fall ja ich weiß noch nicht endgültig wie wir es lösen werden in zukunft
Sebastian Vielleicht macht ihr ja das, wozu ich zu faul bin. Ihr macht einfach über jeden Fachbegriff so ein kleines Ein-Minuten-Audio-File, was ich dann selber immer verlinken kann.
Marc (notvanilla) das ist eine interessante idee mal schauen irgendwie bezweifle ich dass wir das umsetzen werden aber ich werde es im hinterkopf behalten
Sebastian Irgendwer wird sich ja finden, der das macht.
Coco (notvanilla) die Tendenz geht auch schon dahin, dass wir sagen, wir wollen irgendwie auch jetzt ein bisschen, wie soll ich das sagen, erwachsener werden, sagen wir mal so und da jetzt nicht immer wieder bei Adam und Eva anfangen, weil irgendwann kommt auch bei uns eben so ein bisschen der Punkt, wo wir dann genervt sind, Davon, dass wir alles wieder erklären müssen. Und das ist natürlich ein bisschen blöd, wenn die, die den Podcast machen, genervt sind von ihrem eigenen Podcast. Das merkt man dann schon. Und also ich tendiere jetzt auch immer dazu zu sagen, okay, also Grundbegriffe, die einfach immer wieder kommen, setzen wir mittlerweile, glaube ich, auch stärker als gegeben voraus einfach.
Marc (notvanilla) gehen auch einfach selbstherrlich davon aus dass die leute nicht irgendwo mittendrin im podcast einsteigen sondern wenn dann die alten folgen auch gehört haben und dann sollten sie die meisten Fachbegriffe schon mal erklärt bekommen haben von uns.
Sebastian Ich gucke gerade, das sind jetzt 33 Folgen. Ich glaube, sind die immer eine Stunde lang? Habe ich das gerade richtig im Kopf?
Coco (notvanilla) So 40 Minuten meistens im Schnitt.
Sebastian Ja, das sind ja schon mal 24 Stunden Dauerhören.
Coco (notvanilla) Krass.
Marc (notvanilla) Ja, wir haben aber schon von einigen gehört, dass die das sehr gut finden, weil die sehr viel Podcast hören und ich muss ja sagen, ich bin auch ein sehr aktiver Podcast-Hörer und wenn mir einer sehr gefällt und ich Zeit habe, dann höre ich die auch schon mal fünf, sechs Folgen am Stück durch und da wird es mich auch aufregen, wenn ich dann jeden Monat eine Folge oder so kommt.
Sebastian das kenne ich auch. Ich habe auch manche Abos, die lasse ich erst mal ein halbes Jahr liegen, bevor ich einsteige, weil mir einfach zu wenig kommt. Das stimmt schon. Gott, ich gucke gerade auf die Uhr und ich kriege gerade einen Schreck. Das gibt es doch nicht. Halbe Stunde schon rum. Warum?
Marc (notvanilla) Zeit vergeht schnell, wenn man sich amüsiert
Sebastian Ich würde jetzt einfach mal ein bisschen mit den Hörerfragen einsteigen. Ist das okay für euch?
Coco (notvanilla) Ja, klar.
Marc (notvanilla) Gerne
Sebastian Ich gehe einfach mal hier chronologisch durch. Die wurden mir natürlich vom Podcastsubbie aufbereitet und jetzt gucke ich mal, ob das auch alles lesbar ist, weil hier sind irgendwie tausend Sonderzeichen. Weil euer Podcast ja so heißt. Wie definiert ihr den Begriff Vanilla für euch persönlich? Weil darum gibt es ja durchaus Diskussionen. Das möchte nämlich Temel wissen.
Coco (notvanilla) Gute Frage.
Marc (notvanilla) Also so, wir haben im Prinzip schon mal andersrum drüber geredet, nämlich ab wann ist man BDSMler? Ich habe nämlich einen Freund, der immer fragt, wer legt das denn fest? Wer ist BDSMler und wer ist Vanilla? Und ich würde einfach sagen, wenn du dich als BDSMler bezeichnen willst, dann bist du BDSMler, wenn du dich als Vanilla bezeichnen möchtest, dann bist du Vanilla Das ist in meinem Sprachgebrauch erstmal nichts Schlechtes, auch wenn manche Leute irgendwie dann einen abwertenden Ton dahinter hören, aber für mich hat der keinen abwertenden Ton. Ich weiß nicht, wie Coco das sieht, aber
Coco (notvanilla) Ja, und ich sehe das genauso. Und die Idee hinter dem Namen war ja auch, dass wir nicht nur BDSM ansprechen wollten, sondern eben auch dem ganzen Bereich Fetisch. und der ist ja noch viel, viel größer als jetzt nur die BDSM-Szene, sondern es gibt ja auch Leute, die haben wirklich nur reine Materialfetische oder was auch immer und die sind ja so gesehen dann quasi auch nicht normal, also Vanilla, so wie es quasi die allgemeine Gesellschaft quasi sehen würde. Also für mich ist Vanilla das, was die allgemeine Gesellschaft als normal betiteln würde, Also quasi Blümchensex. Die meisten Leute insgeheim da eigentlich gar nicht mit, würden ja gar nicht unter dem Begriff Vanilla fallen, weil man sagt ja auch irgendwie, jeder hat so seinen Fetisch, jeder hat seine Vorliebe. Ich glaube auch, dass Vanilla-Leute oder die wir als Vanilla sehen, vielleicht gar nicht so Vanilla sind, wie wir eigentlich denken. aber einfach so ein bisschen das Anderssein vom Durchschnitt oder vom Gesellschaftskonformen vielleicht.
Sebastian Okay, ja, das ist ganz schwierig. Also ich habe da auch so meine Probleme und ich sage immer, im Zweifel gehört irgendwie jeder dazu, der ein bisschen mehr im Bett will. Ob er es macht, ist ja eine andere Frage. Ja, da hat Temel eine tolle Frage gestellt, da können wir eine Stunde drüber diskutieren. Danke, Temel.
Marc (notvanilla) das stimmt.
Sebastian So, was Schönes, was Lena wissen mochte und wie euer Umfeld denn auf dem Podcast reagiert. Und meine Frage ist, wissen eure Eltern davon und was sagen die dazu und hören die den?
Marc (notvanilla) Ja, also bei meinem Umfeld wissen es eigentlich tatsächlich alle, unter anderem auch meine Eltern und meine Großeltern. Soweit ich weiß, hören sie den Podcast nicht, aber sie wissen auf jeden Fall Bescheid, dass ich ihn mache. Wie reagieren sie darauf? Eigentlich ziemlich neutral, muss ich sagen. Sie haben mal nachgefragt, was es ist, worüber wir reden, haben dann aber gemeint, okay, cool, wenn du das machen möchtest, go for it. Und ja, das war im Prinzip von meinen Eltern die einzige Reaktion. Der Freundeskreis weiß das bei mir auch. Und der war, die meisten davon waren tatsächlich mittlerweile schon im Podcast vertreten, also auch Vanilla-Freunde. Sogar mein Bruder ist in einer Folge dabei. Von dem her, ich gehe da relativ offen mit um.
Coco (notvanilla) muss jetzt auch dazu sagen, Marc hat tatsächlich die Idee, wir konnten sie bis jetzt noch nicht umsetzen, weil ich dann krank geworden bin, aber seine Eltern wollten auch mal eine Podcast-Folge mitmachen. Und das finde ich schon ziemlich cool eigentlich. Eigentlich.
Sebastian Das allerdings, das kann ich mir bei meinen Eltern tatsächlich nicht vorstellen. Bin mir auch sicher, sie haben mal reingelinst, aber das würden sie mir, glaube ich, nicht sagen.
Coco (notvanilla) Bei mir ist es so, dass ich eigentlich, also meine Eltern wissen es, ich glaube meine Mutter, der habe ich es das mal so erzählt, dass ich halt nach, keine Ahnung, dass ich nach Dillingen fahre und einen Podcast aufnehme, halt über das Thema BDSM. Ich bin ja auch geoutet. Sie hat da jetzt nicht näher nachgefragt, sie weiß auch nicht, wie der Podcast heißt und ich glaube auch nicht, dass ich ihn jetzt googeln würde oder sowas. im Freundeskreis. Ich meine, die meisten meiner Freunde sind kinky, die haben da auch schon Erfahrung mit gehabt und auch da ist es wie bei Marc, die Hälfte der Freunde war auch schon im Podcast, weil das halt die am schnellsten verfügbaren Leute sind für spezifische Themen, die man da an der Hand hat, wo man auch weiß, mit denen kann man gut darüber reden. Ja, und Vanilla-Freunde, boah, ich glaube, Also da sind halt auch echt nicht so viel bei mir übrig geblieben. Und ich glaube, die wissen es eigentlich auch alle. Aber ja, da bin ich ja auch komplett geoutet, also kein Thema.
Sebastian Ja, dann sind nicht so viele übrig geblieben. Ja, das ist so ein Faktor, das entsteht fast von ganz alleine, habe ich so das Gefühl, weil man sich immer auch mehr zu den Menschen in dem Umfeld hingezogen fühlt. Vor allem, da kann man einfach offener reden, finde ich.
Coco (notvanilla) ja. Und es ist natürlich so, dass alte Freundschaften aus Bereichen jetzt Schulzeit oder so, dass die auch einfach irgendwie sich langsam dezimieren und es ist auch sehr anstrengend, halt da Kontakt zu halten. Und dann bleibt da so aus irgendwie jeder Epoche meines Lebens, sag ich mal, immer so nur einer übrig, mit dem man dann wirklich noch Kontakt hält. Die wissen es dann eh schon. Also ich bin ja früher auch sehr offen damit umgegangen, auch als ich noch gar nicht in der Szene war. Und irgendwie, also tatsächlich habe ich auch ein paar damit reingezogen quasi, also dann, die sind jetzt so halb kinky quasi.
Sebastian Schlechten Einfluss ausgeübt.
Coco (notvanilla) Ja, so ein bisschen. Genau.
Sebastian Okay. Ich würde jetzt so zum Abschluss noch mal so ein bisschen wissen wollen, wie interagiert ihr jetzt mit Hörern? Also was kriegt ihr da so an Feedback? Außer das war toll, das war schlecht. Was bekommt ihr da in der Richtung so? Ja, was bekommt ihr?
Coco (notvanilla) Wir kriegen relativ viel sehr, sehr Spezifisches. Also ich dachte mir am Anfang auch, wenn wir da irgendwie nach Kommunikation irgendwie aufrufen, dass wir dann eher so kurze Nachrichten bekommen, so keine Ahnung, finde ich gut, finde ich scheiße oder sonst was, womit ich gar nicht gerechnet hätte, ist, dass wir wahnsinnig lange Nachrichten bekommen. bekommen. Also wenn uns Leute schreiben, dann ist das meistens doch eine Wall of Text, die wir da bekommen, wo alles drinstehen kann. Da steht dann Lob und Kritik drin, da steht auch manchmal sehr spezifisch Anmerkungen drin, wenn etwas vielleicht irgendwie ein bisschen sauer aufgestoßen ist, was wir so lapidar dahingesagt haben und Und gar nicht so meinten eigentlich. Also da kriegen wir doch sehr, sehr viel Feedback. Was ich unglaublich gut finde, ist, dass wir bis jetzt, glaube ich, noch kein einziges Mal irgendwie so richtig ätzende Nachrichten bekommen haben. Also was wir uns ja auch wünschen ist, wenn es Anmerkungen gibt oder Kritik, dass man sie auch äußern kann und dass wir uns das auch zu Herzen nehmen. Aber ich, also wir möchten halt konstruktive Kritik und nicht einfach irgendwelche Beleidigungen. Und damit hätte ich tatsächlich gerechnet, dass das irgendwann kommt. Aber das ist bis jetzt noch, also toi toi toi, echt ausgeblieben. Also wir haben da, glaube ich, eine sehr disziplinierte Community.
Marc (notvanilla) Ja, und wir kriegen auch viele sehr persönliche Nachrichten, also gerade auf Themen wie zum Beispiel psychische Erkrankungen oder auch, als wir über körperliche Einschränkungen gesprochen haben, haben uns Leute ihren Umgang damit erzählt, wie sie das im Alltag erleben, wie die damit umgehen.
Sebastian zuerst.
Marc (notvanilla) Oder auch wenn es um Sachen wie Age Play geht, kamen einige Zuschriften, wie die Leute das machen, was sie vielleicht anders in ihrer Art zu spielen machen. Wie Coco schon sagt, sehr lange Texte immer und darüber freuen wir uns aber auch, weil das zeigt uns, dass die Leute Interesse daran haben und mit uns in Kontakt treten wollen. Und wir versuchen auch immer zu antworten und dann auch vielleicht mal, wenn eine Frage noch zu was ist, zu irgendeinem Stammtisch oder so, da mal einen Kontakt herzustellen zu den Orgas und solche Geschichten.
Sebastian Also ich kann das auch bestätigen. Also ich versuche immer eine Mail genauso lang zu beantworten, wie ich sie bekomme. Wenn sich jemand da zwei Stunden Zeit genommen hat, dann, aber es ist einfach nicht mehr möglich. Also man bekommt wirklich ganz, ganz viel, ganz Ausführliches und boah, Wahnsinn, wie sich die Menschen da offenbaren. Das liegt aber, glaube ich, an der Art der BDSMer tatsächlich, die sich damit auch auseinandersetzen. Ja,
Coco (notvanilla) Wir kriegen auch ganz viel Mail von Leuten, die, glaube ich, noch gar nicht so sehr lange in der Szene sind, weil wir uns ja vielleicht auch eher an Anfänger richten. Und dann ist das auch teilweise sehr, alles noch sehr, sehr frisch. Und ich bekomme zum Beispiel sehr oft dann irgendwie auch persönliches Feedback, so, ah, bist du die Coco aus dem Podcast? Ich wollte dir mal sagen, ich habe den Podcast gehört und dann habe ich mich endlich getraut, zum Stammtisch zu gehen und so. Und das sind eigentlich die schönsten Komplimente für uns, dass wir, also nicht nur, dass wir irgendwie keine Ahnung, jetzt irgendwie interessante Themen haben oder sonst was, sondern wenn wir Leuten helfen konnten, irgendwie sich mit dem nicht mehr so falsch zu fühlen oder über ihren Schatten zu springen oder sich zu trauen oder irgendwie neuen Input bekommen haben zum Ausleben ihres Fetisches oder so. Und das finde ich wahnsinnig schön.
Sebastian also dieses Hemmungen abbauen. Und ist, ja, das ist tatsächlich einfach schön. Das kann ich auch bestätigen. Jetzt sind wir in so einer Selbsthilfegruppe, Podcaster über perverses Zeug und bestätigen uns hier uns gegenseitig.
Marc (notvanilla) ja muss ja auch mal sein oh
Sebastian Ja, ich beschließe, das wär's so langsam, weil die Uhr tickt und tickt und tickt. Ich komme jetzt hier mit euch erstmal für heute zum Ende. Ihr habt mir aus dem Kreuz geleiert, dass ich einen Gegenbesuch machen soll, muss, kann.
Coco (notvanilla) Ja.
Marc (notvanilla) ja
Coco (notvanilla) Wir bestehen da drauf.
Sebastian Ihr besteht da drauf. Ja, ich werde dann noch ein, das Skript werde ich dann noch schreiben für die Pressemitteilung, die ich dann bei euch vorlesen werde.
Marc (notvanilla) definitiv
Sebastian Nein, da lasse ich mich natürlich drauf ein, überhaupt keine Frage. Wobei, eigentlich mache ich sowas ja immer nicht. Aber gut, schauen wir mal. ich bin jetzt so ein bisschen ausgequatscht gerade auch, weil ich würde immer nur drauf rumreiten, aber eigentlich finde ich das schön, es gibt eigentlich noch nicht genug BDSM-Podcasts es sollte mehr geben, ich glaube die Hörer vertragen auch noch mehr und auch mehr Farben in dem Bereich und ich finde das schön, dass wir uns jetzt hier auch mal so ein bisschen vernetzen und das gehört einfach dazu und das muss man auch glaube ich machen
Coco (notvanilla) Ja, auch. Wir hatten es ja schon im Vorgespräch.
Marc (notvanilla) und man muss dazu sagen ja man muss dazu sagen es ist echt nicht viel notwendig um den Podcast zu machen also du machst es ja schon auf einem sehr professionellen standard wir sind ja eher so hobby mäßig unterwegs und wenn ihr da bock drauf habt, einen BDSM-Podcast zu machen, holt euch ein günstiges Mikrofon und legt los.
Coco (notvanilla) Ja, das ist echt ganz cool. Cool. Und ich finde es halt auch nicht so, dass man jetzt irgendwie sagt, boah, das ist jetzt mega die Konkurrenz oder so. Es sind ja irgendwie, kommt immer was Neues raus und wie du sagst, der Markt ist eigentlich noch gar nicht so gesättigt davon. Also finde ich es wahnsinnig cool, auch mal, ich finde es tatsächlich auch mal cool, einen anderen Podcast zu hören als unseren eigenen. Das klingt immer so ein bisschen…
Sebastian ihr hört euren eigenen Podcast Podcast?
Coco (notvanilla) Ja, ich höre tatsächlich manchmal den Podcast, weil ich höre die fertige Folge meistens tatsächlich erst, wenn sie rauskommen, weil mit dem Schnitt danach, also nachdem wir sie aufgenommen haben, habe ich gar nichts mehr zu tun, das macht alles der Marc. und dann höre ich tatsächlich manchmal rein, ich höre, meistens höre ich sie nicht ganz, sondern zappt da ein bisschen mal rum, ich höre da meistens auch mehr so auf die Technik als auf das, was wir da so rumgeprabbelt haben oder wenn natürlich jemand eine Mail schreibt oder so und sagt, hey, das, was ihr da, keine Ahnung, an Minute 15 gesagt habt, das finde ich total doof oder das ist irgendwie komisch, dann muss man es natürlich nochmal anhören, weil ich nicht eine Uhr im Kopf habe, wo ich genau weiß, was ich wann gesagt habe. Und tatsächlich, neulich habe ich mal wieder eine ganze Folge angehört, weil wir eben diese Hypnose 2.0-Folge machen wollen und die soll ja ein bisschen fortgeschrittener werden. Da wieder bei Adam und Eva anzufangen wäre dann blöd. Deswegen habe ich mir quasi die erste Podcast-Folge von Hypnose wieder angehört, um zu gucken, was haben wir denn da eigentlich schon erklärt und bildet das eine gute Grundlage dann, um darauf aufzubauen. Und ja, nach 33 Folgen weiß man oft nicht mehr, wann man was gesagt hat.
Sebastian Ja, ich nein, das weiß man auch nicht mehr, ganz ehrlich, das geht auch nicht. Joa, dann würde ich sagen, ich werde mich jetzt von euch verabschieden. Ich habe Musik für euch besorgt, die ihr euch gewünscht habt. Ich versuche mal heute, dass ich dieses Fenster größer ziehe, aber nein, da steht nur Lead-On. Von wem auch immer das sein mag, ich werde es für euch spielen. Ich hoffe, das ist das Richtige.
Coco (notvanilla) Ja, das
Marc (notvanilla) Ja, vielleicht noch ganz kurz, also wenn ihr uns hören wollt, man findet uns überall, wo es Podcasts gibt, unter notvanillapodcast und wir sind auf Social Media auch überall, eigentlich auf allen Seiten unter notvanilla zu finden.
Sebastian Dankeschön, jetzt hast du mich gerettet, das hätte ich jetzt fast unterschlagen. Oh, Boah, ja, hat der gehört?
Coco (notvanilla) Der Werbeblock, der Werbeblock muss er jetzt doch noch sein, ne?
Marc (notvanilla) Kein Problem. Oh
Sebastian Nein, völlig okay und ich packe auch den Link, packe ich schön mit Logo bei mir in die Shownotes mit rein und wer die dann liest, da ist dann gleich ein Link drin, da kann man dann draufklicken und dann klappt das auch. Und ich glaube, was wir alle beide oder alle drei im Podcast gerne hätten, ich sehe immer, BDSM-Podcasts haben bei iTunes unglaublich wenige Rezensionen, da geht mehr, finde ich.
Marc (notvanilla) ja. Oh ja. Schreibt uns da alles voll am besten.
Sebastian Ja, immer, immer rauf damit.
Marc (notvanilla) Am besten nur positive Ja, ist
Sebastian Ja, ich habe nämlich meine zweite Ein-Sterne-Rezension bekommen und dachte mir, ja gut, ist halt so. Das gehört aber auch einfach dazu, dass da jeder eine Meinung haben kann und dann ist das halt ein halbwegs demokratisches Medium.
Marc (notvanilla) halt so.
Sebastian Naja, okay, also ich sag's auch nochmal, notvanillapod heißt das Ding,
Marc (notvanilla) Genau.
Sebastian das findet man, genau, und egal wo man sucht, ich hab's probiert,
Marc (notvanilla) Also Not Vanilla Pod oder Podcast.
Coco (notvanilla) Ja, also auf manchen Seiten ist man leider etwas limitiert mit den Zeichen, deswegen heißen wir teilweise nur Pod oder so. Also, aber ja, man findet, glaube ich, auch uns persönlich relativ leicht und dann sind wir irgendwie verlinkt. Also, ja,
Marc (notvanilla) Oder auch unter jeder Folge sind die ganzen Social Medias verlinkt.
Sebastian also Instagram und was weiß ich, es ist ja überall, ihr seid ja auch super aktiv. Also wer euch nicht findet und mir dann eine Mail schreibt, ich fände den Podcast nicht, das ist dann die erste böse Antwort, die ich glaube ich dann schreibe, wo ich sage, google, bitte googeln. Ihr seid echt gut vernetzt und das gehört ja auch dazu, man muss ja auch gefunden werden und ich hoffe einfach, dass wir das sämtliche BDSM-Podcast, die es gibt, dass wir einfach das Thema so ein bisschen doch so langsam ein bisschen mal in die Öffentlichkeit reinsickern lassen können, denn je mehr Menschen Bescheid wissen, desto leichter ist es, glaube ich, dann auch mit seinem eigenen BDSM umzugehen, wenn einfach mehr Umfeld da ist.
Coco (notvanilla) ja,
Marc (notvanilla) Wir indoktrinieren einfach die Gesellschaft mit unserem BDSM Talk.
Sebastian Jawoll, das ist gut. So, und jetzt entschuldige, dass ich das eben fast unterschlagen habe, jetzt spiele ich den Lead-out und wünsche euch einfach einen wunderschönen Restabend. Ja, und dann hören wir uns bei euch.
Marc (notvanilla) vielen Dank, dass wir da sein durften.
Sebastian Sehr gerne.
Marc (notvanilla) Genau.
Coco (notvanilla) Dankeschön. Ciao.
Sebastian So, tschüss.
Coco (notvanilla) Hallo,
Sebastian Und da sind wir wieder. Mensch, boah, mit zwei Menschen zu sprechen, das ist dann nochmal ein bisschen eine Herausforderung für mich, weil man echt so ein bisschen koordinieren muss, wer spricht, wo kommt das Störgeräusch gerade her, aus welchem Stream, aus welchem Lautsprecher, aber ich finde, das hat ganz gut geklappt und ja, ich werde dann auch natürlich hier ankündigen, wenn es mich mal irgendwie dann dort gibt. Bevor ich meinen nächsten Gast begrüße, habe ich hier noch was auf meiner kleinen Planungsliste. Was habe ich denn schon gehabt? Genau, die Verlosung habe ich gehabt. Und ich mag mal sagen, am 28. Mai nehme ich tatsächlich wieder eine Folge auf. Juhu, habe ich schon mal erwähnt, mit einer Frau, die ist tatsächlich Domina. Und die darf ich alles fragen. Und mein Problem ist immer, ich kann mir zwar Fragen ausdenken, Aber ich hätte gerne so in den nächsten Tagen von euch ganz gerne irgendwie E-Mails oder so mit Dingen, die ich fragen kann. Alles, was so Studiobesuche angeht und alles, was euch darum herum interessiert, immer her damit. Das nehme ich dann und gucke mal, dass ich das damit eingebaut kriege. Und dann denke ich mal so Mitte Juni wird die Folge dann tatsächlich erscheinen. Aber das werde ich natürlich erst dann ankündigen, wenn ich sie auch wirklich aufgenommen und geschnitten habe. So, und nun begrüße ich Mila. Hallo. Hallo.
Mila Sebastian.
Sebastian Boah, jetzt bist du aber plötzlich laut. Also die Technik ärgert mich heute ein bisschen, aber das wird schon. So, 21 Jahre alt, aus Unterfranken steht hier.
Mila Genau, richtig.
Sebastian Und da steht auch, dass wir heute miteinander sprechen. So viel zu meinen Notizen. Sehr gut. Gut. Ja, wir haben ein schönes Vorgespräch gehabt. Das ist schon ein paar Tage her.
Mila Richtig.
Sebastian einen langen, langen Zettel.
Mila Ja,
Sebastian Ich würde sagen, wir fangen wie immer ganz von vorne an. Wie kommst du zum BDSM?
Mila ich glaube so, ich glaube, man wird mit BDSM geboren, also man muss es nur finden. Und ja, irgendwann kam es dann so, dass ich auch... Ich
Sebastian Ja, und jetzt ist sie plötzlich weg. Hallo? Okay, das ist nicht schön. Soll das nicht sein. Aber da ist wirklich gar nichts mehr in der Leitung. Ich lege jetzt einfach nochmal auf und rufe einfach nochmal neu an. Gucken wir mal. Mal. Vielleicht hat dieses Doppelgespräch jetzt gerade die Technik so sehr strapaziert. Neuer Versuch. Hallo, bist du da? Da warst du einfach weg.
Mila bin da. Sehr komisch.
Sebastian Ja, drück nochmal den Aufnahmeknopf, dann haben wir unser Backup.
Mila Ja, hab ich.
Sebastian Sehr gut, okay. Okay, du hast gerade erzählt, man wird damit geboren und dann warst du plötzlich verschwunden.
Mila Okay, gut. Ich finde, man wird damit geboren und man muss es nur entdecken. Und irgendwann kam halt dieser einschneidende Moment durch Freunde, durch bestimmte Filme, wo ich mich dann halt eben ein bisschen mehr damit befasst habe. Und ja, dann kam ich auch auf bestimmte Themen und dann wollte ich ausprobieren.
Sebastian Okay, dann wolltest du ausprobieren. Was wolltest du denn ausprobieren?
Mila Ich wollte DDLG ausprobieren und Schmerz.
Sebastian Okay, also DDLG, das Thema hatten wir jetzt in den letzten Wochen schon ein paar Mal. Und Schmerz. Warum so zielgerichtet? Warum genau das? Ich meine, es gibt so viele Möglichkeiten.
Mila Richtig. Warum genau das? Weil ich, ja gut, ich glaube dann, als ich irgendwann mal richtig ausprobiert habe, war ich dann schon 18. Und dann, ich wollte wissen, wie Leute das dann so finden. Also ich habe dann viel darüber gelesen in verschiedenen Seiten und dachte, okay, wie ist es, geschlagen zu werden, zum Beispiel. Oder hat ein Freund gemeint, du bist so bratty, du bist bestimmt ein Little. Ja, dann habe ich ausprobiert.
Sebastian Okay,
Mila So kam das.
Sebastian also
Mila Mich hat das beim Brummen gar nicht interessiert.
Sebastian ganz zielgerichtet, ich will das erleben, mach das mal einer.
Mila Richtig, genau.
Sebastian Okay, wie findet man dann jemanden, um das mit jemandem zu machen?
Mila Ganz schlicht bin ich in eine Beziehung reingerutscht, wo ich gar keine wollte. Und dann habe ich halt gemeint, weil natürlich dann auch das Thema Sex aufkommt, habe ich gemeint, ja okay, aber ich möchte das und das ausprobieren. Ist das für dich in Ordnung? Und dann hat man drüber geredet.
Sebastian Und das auch gemacht, vermute ich jetzt mal.
Mila Und das ist dann auch gemacht, ja.
Sebastian Okay, da bist du auch bis heute so komplett dran hängen geblieben oder hat sich das jetzt in den letzten drei Jahren für dich so ein bisschen entwickelt? Was ist so passiert?
Mila Es hat sich entwickelt auf jeden Fall. Also ich bin noch wissbegieriger geworden. Es hat sich noch ein bisschen mehr fokussiert. Also es ist D/s mit reingerutscht auf jeden Fall. Das ist jetzt auch ein kleiner Bestandteil.
Sebastian Mit reingerutscht, okay.
Mila Ja, das hatte ich nicht geplant, weil ich immer gesagt habe, ja, aber wenn du sagst, ich soll machen, dann sage ich aber.
Sebastian Kannst du ja sagen.
Mila Das ist zwar heute auch nur so, aber ich mag, wenn ich keine Wahl habe, wenn er sagt, ja, okay, dann machen wir aber das und das. und das ist vielleicht für dich noch schlimmer als das vorher.
Sebastian Okay, also du hast jemanden gefunden, der dich überzeugen kann, sage ich jetzt mal. Der so ein bisschen dich geknackt hat an der Stelle.
Mila Richtig.
Sebastian Wolltest du das so oder hast du es zugelassen einfach nur? Oder wer führt dich da vorwärts? Oder wie kannst du diese einzelnen Sachen nach und nach zulassen? Das stelle ich mir doch sehr schwierig vor.
Mila es, aber ich glaube, da ist der oberste Punkt erstens natürlich Vertrauen und zweitens Reden. Am Anfang war ich vollkommen verwirrt. Das war einmal nämlich, oh, plötzlich da, wo er gesagt hat, ja, okay, dann machst du aber das. Und dann saß ich da auf Knien vor ihm und sagte, ja, toll, super, das ist aber genauso scheiße. Ich möchte das nicht, Aber nein, natürlich möchte ich das. Und dann hat er kurz Pause gemacht und hat gemeint, okay, möchtest du das echt nicht oder möchtest du das oder sollen wir es ausprobieren oder machen wir langsam oder keine Ahnung. Dann habe ich gesagt, okay, ich probiere es aus. Ich bin auch so ein Mensch, ich kann erst mitreden, wenn ich es gemacht habe. Also musste ich halt dann machen und dann war das gut. Er
Sebastian Okay, da wir jetzt ihn schon haben erwähnt, darf ich fragen, wie alt ist er im Vergleich zu dir?
Mila ist eineinhalb Jahre älter als ich.
Sebastian Okay, alles klar. Oh, das ist aber spannend, jetzt haben wir ja dieses DDLG-Thema. Da unterstellt man ja immer, da muss ein großer Altersunterschied sein, damit das funktioniert. Das scheint ja nicht so zu sein bei euch.
Mila Nein, auf keinen Fall. Meine Altersgrenze ist zehn Jahre älter als ich.
Sebastian Okay, die hast du so definiert.
Mila dann komme ich zu Kind rüber. Also wenn ich da so einen 33-Jährigen habe, das funktioniert ja nicht. Man ist ja auch im Privaten total unterschiedlich. Ich bin noch Berufsschule, er arbeitet oder vielleicht ist das voll der Boss irgendwo oder so. Das würde nicht funktionieren für mich.
Sebastian Ja, okay, also soll im Alltag so ein gewisses Gleichgewicht einfach da sein. Ja gut, dann ist das Vorurteil hiermit mal abgehakt. Es geht also auch ohne. Das finde ich eh immer ganz spannend.
Mila geht auch ohne.
Sebastian Ich habe das, als ich damals in die Szene gekommen bin, das ist jetzt auch schon, mein Gott, ewig her, aber da war das auch so, dass ich dachte, es gab dann die Mädels, ganz jung, die sagten, ja, also ich bin Anfang 20, ein Dom, der muss mindestens Mitte 40 sein. Meine Beobachtung ist, das hat sich inzwischen fast komplett aufgelöst. Also das gibt es nicht mehr so häufig, sage ich mal. Klar, Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber offenbar sind die jungen Jungs inzwischen ganz schön patent geworden und werden da nicht mehr übergangen, weil das ist natürlich auch schwierig, wenn man selber, man ist ein Kerl oder auch eine Frau, die dominant sein möchte oder ist und dann ist man irgendwie, ich sag mal, Anfang 20 und dann ist da einfach keiner, mit dem man spielen kann, weil man dafür ja noch zu jung wäre. Ist ja auch irgendwie
Mila Richtig. Ja, vor allem kann man ja so ganz viel zusammen entdecken. Das ist auch total toll, wenn er sagt, okay, ich hatte das auch noch nicht. mal gucken, wie es für ihn ist. Fände ich total spannend. Das hätte ich da halt ganz selten, glaube ich.
Sebastian Ja. Ich hab hier stehen, du hast noch keine Stammtische oder Partys besucht. So. Wieso?
Mila Ungewollt.
Sebastian Ungewollt. Also okay, wieso nicht? Also abgesehen von Corona sag ich jetzt mal. Das stört jetzt gerade ein bisschen dabei, aber hält dich was davon ab, in die Szene zu gehen?
Mila Ja, erstens die Entfernung. Keiner geht mit mir.
Sebastian Keiner geht mit dir.
Mila Also ich habe es
Sebastian Ach, das kriegen wir doch hin. Also da bist du jetzt hier genau an der richtigen Stelle. Also ich sag mal so eine Art Stammtisch-Party oder einfach jemand, den man kennt, mit dem man zusammen zum Stammtisch gehen kann, da wird sich ja hier wohl jemand finden. Finden.
Mila ja.
Sebastian Was war das irgendwie? Franken war das? Unterfranken?
Mila Unterfranken.
Sebastian Ja, wer aus der Ecke kommt, du bist ja bestimmt nochmal im Chat oder so, vielleicht nächste Woche oder Freitag oder so, dann findest du da jemanden, weil es ist eigentlich immer schade, wenn man das so für sich alleine, finde ich, ausbrütet und macht und tut und man lernt auch ein paar Leute vielleicht online kennen, aber mal rausgehen. Also bei mir war es die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe, dass ich das dann einfach mal gemacht habe. Zwar aus Trotz so ein bisschen, aber ich habe es halt gemacht und seitdem bin ich dann immer wieder hingegangen.
Mila Total toll. Mir fehlt es auch. Also ich hätte gerne viel mehr Leute, mit denen ich darüber reden kann. Es gibt zwar auch perverse Freunde, aber das sind vielleicht drei oder vier. Und da fehlt noch ganz viel. So
Sebastian das reicht schon, um einen Stammtisch zu gründen. Zack, da ist er.
Mila mutig bin ich dann doch nicht. Obwohl das hier ganz gut wäre. Wir sind dann, das ist gar nicht so viel hier.
Sebastian okay. Also Möglichkeiten gibt es. Es wäre ja mal schön, wenn sich hier auch neue Stammtische gründen würden. Also mir haben schon öfter Leute gesagt, bei mir in der Gegend gibt es keinen. Gründet halt einen Stammtisch, finde ich. Ja, so blöd es klingen mag, aber erstmal geht man nur irgendwo hin, unterhält sich und es kommen halt irgendwie hin und wieder mal Leute dazu. Das ist eigentlich auch nicht schlecht. Ja, aber wo du sagst, es sind drei, vier Leute, wie ist denn das mit deinem Freundeskreis, mit deiner Umgebung? Wissen die alle, wie du drauf bist?
Mila Also wirklich alle. Ich bin total offen. Da sage ich auch Leuten, fragt, wenn ihr Fragen habt, wenn ich weiß, sie sind nicht so. Ja, ich
Sebastian Okay, wie erklärst du denn jemandem, der gar nichts mit BDSM am Hut hat, wie erklärst du dich oder das, was du tust?
Mila sage es eigentlich ganz offen. Meistens sage ich dann einfach, okay, also ich mag das und das und das. Und das lebe ich aus. Und dann fragen die, was? Lässt dich schlagen? Das geht ja mal gar nicht. Dann sage ich, doch, das geht und das ist super toll. Und wenn ihr das beide möchtet, ist das super toll. Und ja, es
Sebastian Ja, ist das so ein kurzes, kleines Gespräch oder ist das dann, also verbringst du da länger mit, was wollen die denn alles wissen?
Mila kommen ganz viele Fragen. Sehr lange. Ja,
Sebastian Ich habe so ein Gespräch schon so lange nicht mehr geführt, ehrlich gesagt und als aktiver Part ist das aber ein bisschen blöd, weil ich schlage ja dann Frauen, das ist dann auch wieder doof.
Mila ich weiß nicht. Also dann kommt meistens, der von mir das Beispiel gibt zu, wahrscheinlich hat dir trotzdem mal dein Freund oder dein Partner mal einen kleinen Klaps auf den Hintern gegeben und stellt dir das einfach intensiver vor. Und wenn du darauf schon stehst, vielleicht auch auf was anderes, dann kommt meistens, nein, nein, nein, das ist kein Fall. Und dann sage ich, wie es sich für mich anfühlt und sage, dass man vielleicht hoffentlich in eine Art Rausch rutscht und dann fühlt sich das eh alles nochmal ganz und gar anders an.
Sebastian Ja, genau, das ist nämlich die Frage, wie fühlt sich das für dich an? Also wenn du sagst, du willst Schmerz erleben. Schmerz ist ja normal, also ich kann ja von mir sagen, Schmerz ist erstmal doof. Nein, nicht erstmal, das ist halt doof. Also ich kann mir das immer nicht vorstellen. Gibt es da, also gibt es ja auch unterschiedliche Arten von Schmerzen. Was ist so das, wo du sagst, ja, das gibt mir was, das ist gut für mich.
Mila Im Vordergrund stehen da wirklich Schläge. Ich habe leider nicht so ganz viel Schlagwerkzeug ausprobiert, das kommt noch. alles hoffentlich.
Sebastian Alles.
Mila Aber ja, ich
Sebastian Das gibt eine Menge, da kannst du lange ausprobieren, ja.
Mila habe noch nicht den richtigen Partner dazu gefunden, der sagt, okay, ich schlag dich, keine Ahnung, mit, weiß ich nicht, ne Bullwhip zum Beispiel. Das ist was, was ich unbedingt ausprobieren möchte.
Sebastian Von den Dingern habe ich auch noch Respekt.
Mila will wissen, wie es sich anfühlt.
Sebastian Ich habe bisher noch mit keiner gehauen, muss ich ja mal zugeben, das muss man nämlich üben und naja, gut, das,
Mila stimmt und deswegen traut sich da auch keiner ran und ich sage natürlich dann nicht, ja, probier das an mir aus. Da muss er erst mal an etwas anderes ausprobieren.
Sebastian also du hast schon Ansprüche, ja,
Mila Bei sowas bin ich vorsichtig. Ja, Ja, auf jeden Fall, weil es muss ja auch die Unfallgefahr, nenne ich das jetzt mal, beachtet werden. Also ich muss, ich will nicht bluten oder so.
Sebastian gut, das mit dem Blut, ja, darüber können wir dann, kann ich ja, mache ich ja nochmal irgendwann eine ganz eigene Folge, wo es nur um Blut geht, nein, also, sagen wir mal so, wenn das, nein, ich sage das jetzt nicht, das sage ich nicht öffentlich, passe ich jetzt mal auf an der Stelle, aber, nein, nein, ich sage tatsächlich nichts.
Mila Okay. Ach,
Sebastian Es hätte mich fast verleitet.
Mila das wäre mal super gewesen.
Sebastian Nee, aber du hast mir gesagt, dass du die Folge mit dem Orakel gehört hast und das mit dem Gummiband, das fandst du, ich weiß, ich habe jetzt nicht notiert, ob du es ausprobiert hast, aber hast du?
Mila Ja. Unglaublich toll. Ich habe es ausprobiert. Ja.
Sebastian Okay, magst du nochmal beschreiben?
Mila Ich habe die Folge gehört und habe am Abend gesagt, das müssen wir ausprobieren.
Sebastian Oh, okay, dann würde ich mich freuen. Erklärst du nochmal ganz kurz oder soll ich, was da die Sache ist?
Mila Die Szene vom Orakel, was er da gesagt hat, meinst du?
Sebastian Genau.
Mila Oder was meinst du?
Sebastian Genau, weil nicht jeder kennt ja jede Folge, weil so viel Zeit hat niemand, dass er den ganzen Podcast anhören kann.
Mila Ja, da sind... Ja, klar. Ja, da meintest du, dass du in seiner Spielzeugsammlung ein Gummiband gefunden hast und da meinte er, ja, das ist wunderbar an Füßen und vor allem, wenn du es das hundertste Mal tust, dann hat mein Kopf gerattert. Das
Sebastian Ja, vor allem an den Füßen, das ist ja nochmal was ganz anderes. Und so ein blödes Gummiband, das ist Teufelszeug.
Mila ist mies, das ist richtig mies, das geht schon, das ist schon, also echt gut. Ein sehr, sehr beliebtes Spielzeug geworden.
Sebastian Okay, so ein schlichtes Gummiband. Ja, das können jetzt auch alle.
Mila Ja, für einen, weil es so simpel ist. Das kannst du überall haben. Das kannst du überall mitnehmen. Das ist perfekt.
Sebastian Ja, wenn ihr jetzt im Chat nichts weiter zu tun haben,
Mila Genau, probiert mal das Gummiband aus.
Sebastian euch ein Gummiband und dann könnt ihr dann in den Chat reinschreiben, Aua, Aua, oder macht doch nichts. nix. Das ist tatsächlich, ich mag ja auch diese kleinen Spielideen, wo man jetzt kein großes Equipment braucht und irgendeine Kleinigkeit und dann kann man da echt was Schönes draus machen.
Mila Richtig, vor allem, wenn man wegfährt. Das ist perfekt zum Einpacken. Braucht keinen Platz.
Sebastian Ich mag den Chat noch mal ein bisschen ermuntern, hier noch mal die ein oder andere Frage zu stellen, denn ihr habt jetzt die Gelegenheit. Danach mag ich ja Mithilfe von euch haben und dann möchte ich Anrufer hören. Blue Rose hat noch was geschrieben, nämlich, dass du auch im SMJG-Chat mal vorbeischauen kannst. Den gibt es auch noch. Da war ich auch ganz früher mal drin. Kennst du den?
Mila Nee, das wusste ich gar nicht.
Sebastian Okay, dann sage ich es mal smjg.org und die haben da tatsächlich einen Chat, der ist glaube ich auch recht gut moderiert, also da geht es gesittet zu und da kann man einfach mal reinschauen, glaube ich. Ich glaube, da braucht man auch keine große Anmeldung oder so. Der schadet nicht. Hat Blue Rose recht, ist eine gute Idee. Grüße übrigens, du hast ja das Paddel gewonnen. Ich bin gespannt, wenn es dann ausprobiert ist, was dabei rauskommt. Es ist auch schon da. Hm, okay, was haben wir hier noch Schönes? Ach ja, vor der Mama geoutet. Das sind ganz viele Leute ja nicht unfreiwillig oder freiwillig.
Mila Freiwillig. Ich gehe damit total offen um und habe das auch so einfach mal gesagt abends.
Sebastian Und dann hat sie was gesagt?
Mila Nein, gar nicht. Ich hatte meine Kiste dabei. Ja,
Sebastian Deine Kiste dabei.
Mila wir hatten so eine Kiste, da war das ganze Spielzeug drin. Und wir haben ja nicht zusammen gewohnt, zumindest anfangs nicht. Und dann sind wir immer Wochenends mit dieser Kiste durch die Tür geschleppt. Und irgendwann meinte meine Mama, was schleppt ihr denn da mit? Und dann sagte ich, okay, dann packen wir aus. Und dann habe ich das alles über den Küchentisch geleert. Na, na Ruhe.
Sebastian Das kann ich mir vorstellen. Oh, ich hätte keinen sanfteren Weg gegeben. Mein Gott.
Mila Doch natürlich, aber ich bin halt direkt. Bist
Sebastian Offenbar. Und was hat sie dann dazu gesagt im Endeffekt? Kind, was machst du nur?
Mila du wahnsinnig?
Sebastian Oder?
Mila Nein, sie versteht das gar nicht. Das ist komplett furchtbar.
Sebastian Naja, gut, also ganz ehrlich, also Eltern-Kind-Beziehungen in dem Bereich, da muss man auch nicht allzu viel Verständnis erwarten.
Mila Aber, nee,
Sebastian In beide Richtungen nicht, glaube ich. Das ist okay.
Mila das passt. Sie sagt, ich soll vorsichtig sein, das finde ich als Mutter total toll, würde ich auch sagen. Und ist vollkommen in Ordnung.
Sebastian Mhm.
Mila Ich finde es ja komisch, wenn sie gesagt hätte, ja, das finde ich super. Dann hätte ich gesagt, was?
Sebastian Ich glaube, dann wäre es nicht mehr so cool, ne?
Mila Mama, nein. Wir wechseln mal Thema. Ich weiß nicht, was ich sagen soll.
Sebastian machen wir. Pass auf, da hilft mir ja Grime oder Grime, ich glaube Grime soll das heißen, gibt es etwas, was du unbedingt mal ausprobieren möchtest, dass du dir aber mit deinem Partner nicht vorstellen kannst?
Mila Dreier. Also so ein Dreier mit zwei Doms.
Sebastian Kannst du dir nicht vorstellen?
Mila Nee.
Sebastian Okay, warum nicht? Das ist ein spannendes Thema, da bin ich noch nie drauf
Mila Weil ich total...
Sebastian Also nicht im Podcast drauf gekommen.
Mila Ich bin da total fokussiert. Okay. Ich bin da total...
Sebastian falle ich dir ständig dazwischen, Entschuldige.
Mila Ich bin da total auf meinen Dom fokussiert und ich bin ein eifersüchtiger Mensch und hab meistens auch einen eifersüchtigen Dom und das würde einfach für uns beide gar nicht klar gehen. Ich könnte auch mich nicht auf den anderen einlassen. Wenn der jetzt sagen würde, mach dies... dann würde ich ihn auslachen und sagen nein und schaue meinen Dom an und sage, was soll ich machen. Wenn er dann sagt, er macht das, was er gesagt hat, ist das vollkommen für mich in Ordnung. Aber ich bin da total fokussiert auf meinen Dom und dann ist es für mich auch vollkommen ausgeschlossen, dass ich da jemanden mit einladen würde.
Sebastian Ja, okay. Ja, weil hin und wieder braucht man immer auf einer Party, ja gut, hast du ja noch nicht gehabt, aber das ist manchmal manchmal hilfreich, jemanden zu haben, der mal mithilft, der einfach mal, ich sag mal, festhält oder so, ne?
Mila Das ist ja wieder was anderes. Er darf nur nicht dominierend sein. Er darf festhalten, er darf von mir aus doch zugucken, das juckt mich alles nicht. Er darf nur nicht mich ansprechen und mir einen Auftrag geben.
Sebastian Okay, also so eine Party, wo generell in Subs und Doms sortiert wird, das wäre, glaube ich, dann auch nicht das Richtige für dich.
Mila Nee, auf keinen Fall. dazu
Sebastian So, was mag denn Temel noch wissen? Was ist denn das, was dich beim DDLG anspricht? Eher Geborgenheit oder eher die Richtung Erziehungsspiel oder Verhaltensmodifikation?
Mila muss ich sagen, zum Beispiel DDLG ist für mich nichts sexuelles, sondern das ist so außer sexuellen Parts total wichtig für mich und da ist es wirklich diese Fürsorge, ich werde bemuttert, ich bin im Mittelpunkt, super.
Sebastian Du wirst bemuttert, okay? Okay,
Mila Ja, ich bekomme dann, ich werde hoffentlich vielleicht auch gefüttert, wenn wir zum Beispiel grillen oder so, dann darf ich vor ihm knien, dann werde ich mit Steak oder so gefüttert, also sowas kommt ja nicht vor, wenn du so, ähm, mäß ich nicht allerselben vor, wenn du einen Dom vor dir hast. Das passiert eher, wenn du einen Daddy vor dir hast.
Sebastian ehrlich, also mit Steak würde ich mich da auch ordentlich füttern lassen, also da habe ich gar kein Problem mit.
Mila geht mit allem, aber ich denke so, das ist was Festes, das fällt nicht von der Gabel.
Sebastian Ja, das ist wohl wahr. Ja, okay. Wie ist es heute? Das hast du ja schon gemerkt bei den notvanilla-Leuten aufgefallen. Ich habe es mit der Zeit heute nicht so. Ich würde jetzt dem Chat nochmal die Gelegenheit geben, die eine oder andere Frage zu stellen. Eine habe ich hier auch noch, nämlich ob du ein Malbuch hast überhaupt. Hast du sowas?
Mila Ja. Ja, ich hab so was, ich hab, glaube ich, drei, vier Malbücher.
Sebastian Okay, ich kann das nicht verstehen. Also Malbuch, also ich habe die schon als Kind gehasst, deshalb, weil ich konnte auch nie malen. Ich habe immer über die Linien gemalt oder habe über den Hasen da das Hochhaus gemalt, was ich mit dem Lineal ausgemessen habe und das war dann gefälscht, gerade.
Mila Ich auch.
Sebastian Wenn du so ein Malbuch in der Hand hast, was ist da so der, was passiert da mit dir? Wozu ist das
Mila Er setzt das meistens so ein, dass ich runterkomme, wenn ich einen total hibbeligen Tag habe und die ganze Zeit um mich herum hüpfe und, oh, machen wir mal diesen, machen wir mal jenes, dann sagt er, okay, setz dich jetzt an den Tisch, ich geb dir ein Malbuch, du malst jetzt. Und er hat den Trick gefunden. Ich bin so ein kleiner Harry Potter Fan zum Beispiel und dann habe ich ein Harry Potter Malbuch bekommen. Und das ist so aufwendig, dass ich da stundenlang dran sitze und das gibt mir so die Ruhe und dann so um runter zu fahren.
Sebastian also du wirst dann auch nicht abgelenkt oder so oder hast du irgendwelche anderen Aufgaben noch, sondern einfach, hier ist ein Stift, hier ist das Malbuch, los geht's. Hm,
Mila ist einfach eigentlich nur dafür da, um mich runter zu bringen. Dann heißt es auch, ich darf nichts machen. Dann ist mein Handy auch zum Beispiel in der Küche. Weil ich auch ein total handyfokussierter Mensch bin. Wenn er das in dem Moment nicht möchte, dann bekomme ich mein Malbuch.
Sebastian okay. Ja gut, das ist ja mal eine Maßnahme auch, ne?
Mila Genau, ja. Am Anfang habe ich es gehasst. Irgendwann ist es ganz toll. Ja. Ja, ich kann auch nicht malen.
Sebastian du hast es am Anfang gehasst oder hast du es immer noch und dann geht dieser Hass langsam aber sicher weg, wenn man sich damit ein bisschen beschäftigt.
Mila Ich habe noch nie gemalt. Nee, ich hasse es nicht mehr, weil ich merke, dass ich ja auch dann in dem Tag total unruhig innerlich bin. Wenn er dann sagt, okay, jetzt setz dich bitte hin, dann kann ich mich darauf fokussieren und dann geht meine innere Ruhe auch wieder.
Sebastian Okay. Ich
Mila Also mittlerweile ist das ein ganz gutes Ablenkungsmanöver.
Sebastian guck mal, ich meine, das durchschaust du aber doch.
Mila Natürlich, aber ich habe doch keine andere Wahl. Wenn er sagt, ich soll malen, dann habe ich ja nur noch eine schlechtere Alternative. Also male ich halt lieber.
Sebastian Okay. Ich mach mal weiter. Coco mag wissen. Übrigens Grüße. Also, kniest du dich zum Gefüttertwerden denn auch dann hin oder, ja, wie machst
Mila Das ist ganz unterschiedlich. Das kommt erstens darauf an, welche Situation es ist. Also wenn wir mit Freunden oder sowas grillen, dann kommt es schon mal vor, dass ich einfach zum Beispiel auf der Treppe sitze und er mit einem Stuhl neben mir. Also ich bin schon unter ihm auf jeden Fall, aber ich darf dann auch mal im Schneidersitz vor ihm sitzen oder so. Also ich muss nicht strikt knien. Aber das kommt auch vor.
Sebastian Okay, ja, ich merke auch gerade hier, mein Gott, der Chat, der rattert hier durch. Finde ich sehr schön, Kätzchen mag wissen, ob die Ergebnisse denn dann auch formal bewertet werden. du Noten da drauf?
Mila Er schaut sich's... Nee, Gott sei Dank nicht. Da würde ich ja nur Sechser kriegen. Scheißfarbe oder so. Übergemalt. Vor allem, wenn ich so aufgebracht bin, dann achte ich da nicht drauf, ob da eine Linie ist. Also, ganz gruselig. Aber nee, er schaut sich das auf jeden Fall an. Fragt mich auch, warum ich diese Farbe zum Beispiel gewählt habe. Also, wir reden dann ganz lange über dieses Malen.
Sebastian Okay, das ist also tatsächlich dann auch ein Thema. Ich muss mich mal gerade bei Discover entschuldigen. Ich habe die Frage missinterpretiert, das mit dem Hinknien beim Gefüttert werden. Das war an mich gerichtet, die Frage. Meine Güte, ich bin das doch nicht gewöhnt, dass man mir Fragen stellt, ob ich mich hinknie. Das kann ich tatsächlich mal beantworten. Wenn ich mich hinknie, dann fühlt sich mein Gegenüber unwohl. Da kommt so ganz schnell dieses, jetzt kommen wir wieder hoch, das ist eklig. Ich mache das aber im Zweifel. Da habe ich gar kein Problem mit. So als Instrument der Demütigung knie ich mich auch gerne mal hin. Kein Problem.
Mila glaube, ich würde genauso reagieren. Ich würde auch ganz schnell sagen, bitte steh wieder auf.
Sebastian Ja, ist man nicht gewöhnt, ne? Und dann ist das okay.
Mila Richtig, dann kniet der mal vor einem. Das
Sebastian Ja, um dir die Schuhe zuzubinden.
Mila ist noch nie passiert. Doch, das ist einmal passiert. Also ich darf nicht gar nicht sagen, dass es nie passiert, aber das ist selbst schon da unangenehm. Ich mag das selbst da auch nicht.
Sebastian Ja, hier war noch eine Frage zum Thema D/s. Von D/s ist Magie. Das passt ja gut zum Namen. Du sagtest, du spielst auch D/s. Habt ihr ein Machtgefälle im Alltag?
Mila Ja, mittlerweile schon. Am Anfang war das ein bisschen für mich komisch, mich da reinzufinden, aber mittlerweile ja.
Sebastian Okay. Ich schaue noch mal ein bisschen durch. Wir wollen aber echt viel wissen hier. Aber ich glaube, jetzt habe ich es halbwegs geschafft, hier keins zu überlesen. Das Podcastsubbie sagt noch, es sei unvernünftig, ein Malbuch zu haben. Mhm. Okay. Soll ich vielleicht mal ein Malbuch hier besorgen? Dann gucke ich, ob ich gleich hier gewürgt werde. Ich werde es erfahren und ihr werdet es hören. Gott, schon wieder kurz vor zehn. Wir machen jetzt Folgendes. Ich werde jetzt erst mal, weil ich das eben so versaut habe und dann schon die Verabschiedung eingedeutet habe, ich frage dich jetzt einfach, habe ich was vergessen? Wo du sagst, das möchtest du gerne erzählen.
Mila Oh Gott. Ich würde gerne nochmal auf dieses DDLG eingehen, um ein Vorurteil zu zu überdenken.
Sebastian Okay, dann auf geht's.
Mila DDLG ist ja immer so, ja, es ist dieses Age Play total aktiv da drin und du sprichst dann total süß und hast dann kindliche Kleidung an oder keine Ahnung, das ist, oder Windeln, das gibt es. Will ich gar nicht sagen, dass es es nicht gibt. Das ist aber für mich gar nicht da. Ich bin ganz normal angezogen, ich spreche ganz normal mit ihm. Ein bisschen frecher zumindest, aber in einem ganz normalen Tonfall. Also, es ist einfach nicht dieses Age Play dabei. Auf gar keinen Fall. Ich spreche ihn anders an und er spricht mich anders an, dass wir beides merken, okay, wir fallen jetzt in diese, ich will es nicht sagen, aber ich muss es in diese Rollen. Für mich ist zum Beispiel Rollenspiel was total furchtbares, das kann ich nicht, weil ich dann nicht fokussiert auf mich bin, sondern auf diese Rolle. Und da, das ist eben ganz, ganz wichtig, das ist es bei mir gar nicht.
Sebastian Okay, das ist aber auch wieder spannend. Das kann man in tausend Richtungen interpretieren und ja,
Mila Und das macht es so schwierig.
Sebastian aber ist es denn dann noch DDLG? Also wo ist da die Grenze, dass man dann sagt, Mensch, eigentlich ist das doch nur so ein, ich sag mal, Dom-Subverhältnis mit Niedlichkeitskomponente.
Mila Das könnte man so sagen, das ist es wahrscheinlich auch. Aber es macht es für uns einfacher, einfach zu sagen, okay, wir fallen jetzt in diese Rolle und wir gehen jetzt ganz anders miteinander um. Warum? Er verändert ja auch nicht unbedingt seine Tonlage. Natürlich, wenn ich jetzt dreimal gesagt habe, nein, ich will aber das und das nicht machen, dann verändert er es natürlich. Aber es ist einfach einfacher und bevormundender. Also er greift da mehr auch ein bisschen in meinen Lebensraum ein, würde ich jetzt mal sagen. Ich habe Schlafenszeiten zum Beispiel. Oder halt in meinem Malbuch oder sowas. Das könnte natürlich auch in...
Sebastian Oh, bist du jetzt noch innerhalb, außerhalb deiner Schlafenszeit?
Mila Ja, was?
Sebastian Müsstest du nicht schon im Bett liegen?
Mila Ich weiß gar nicht, wie viel Uhr es ist.
Sebastian Ach, ich sag dir das dann mal lieber nicht. Nicht, dass du dann panisch auflegst.
Mila Wahrscheinlich nicht. Nee, 22.30 Uhr ist, glaube ich, meine Grenze.
Sebastian Dann
Mila Aber ich darf immer mal überziehen, das ist nicht ganz so schlimm. Dann wird der nächste Tag ein bisschen schlimmer und dann ist es gut.
Sebastian wird der nächste Tag ein bisschen schlimmer. Okay. Okay, ja, aber natürlich, klar, wenn das so ein Mechanismus ist, um in das Spiel reinzukommen, das ist vielleicht auch mal, da müsste man mal einen ganzen Themenabend machen, wie komme ich in eine Spielsituation rein, gerade mit dem Partner, manchmal ist das so, man hat so viel Alltag und so viel drumherum und wie kriege ich das jetzt hin, den richtigen Moment zu erwischen und die richtige Handlung und zu sagen, so jetzt machen wir was, sowohl als Dom, als auch als Sub-Sicht,
Mila richtig.
Sebastian Wie kriege ich das hin, meinem Gegenüber zu sagen, so jetzt können wir was machen, jetzt sind wir beide in Stimmung dafür oder wie auch immer das Machtgefälle da ist. Da ist sowas natürlich so ein Beschleuniger zu sagen, so hier, wenn du anfängst da, ich sag mal, darf ich das sagen, zickig zu sein, dass er dann eingeladen ist, da sofort konsequent zu reagieren.
Mila Ja, natürlich. Richtig, natürlich. Das ist auch einfach von mir so gewollt. Das ist ja genauso, da kommt ja auch der Masochismus wieder raus. Wenn ich gerade das möchte, dann nerve ich so lange, bis ich das halt auch bekomme. Ob ich das in dem Moment dann bekomme, ist fraglich. Aber das ist die Absicht dahinter. Das hast du, habt ihr ja die letzte Folge da ein bisschen drüber diskutiert, fand ich total spannend und habe dann nämlich überlegt, oh Gott, gehst du da gerade über seine Grenze drüber? Ich glaube nicht. Ich glaube, ihm gefällt das ganz gut, wenn ich ein bisschen zickiger werde, weil dann hast du ja auch einen Grund. Also zum Beispiel, er sagt nicht so, beug dich mal darüber und ich haue dir auf deinen Hintern, sondern da braucht er schon einen Grund, um das zu tun. Und das hat er dann.
Sebastian Okay, ja, da sehe ich schon einen Unterschied, weil ich empfinde Willkür als äußerst sexy. Dieses, ich hau dich jetzt, aber ich brauche keinen Grund dafür. Es ist natürlich schön, einen zu haben, okay, aber es ist jetzt nicht völlig nötig. Ich kann einfach sagen, ich hau dich jetzt, weil es macht mir Spaß, ne?
Mila Ja, natürlich, das kommt auch vor, aber das ist jetzt nicht die Regel. Gut, ich bin eh immer frech. Also es kommt mindestens dreimal die Woche vor, dass dass das zu dieser Szene kommt, weil ich sage, ach nee, mach selber deinen Scheiß weg oder so und er hasst es, wenn ich fluche und das mache ich natürlich dann mit Absicht und sage, ja, mach deinen Scheiß aber selber weg und dann sagt er, wie bitte? Und ich sage, ja, mach den weg, deinen Scheiß und dann knallt es halt.
Sebastian Okay, also da, hm, wenn ich jetzt ganz ketzerisch bin, würde ich ja sagen, also du kontrollierst dann ja schon die Situation, du gehst eben so auf die Nerven und provozierst so sehr, dass du kriegst, was du willst.
Mila Richtig.
Sebastian Da kann er ja gar nichts gegen machen.
Mila Nö, topping from the bottom. Funktioniert bei uns super. Wir finden das auch beide, er sagt, da hat er nochmal den Kick dagegen anzugehen, dann brodelt es in ihm und sagt, das hat er jetzt nicht gemacht. Ich gucke gerade Fußball und jetzt nervt die mich. Ich will ja nicht, dass er Fußball guckt. Das ist ein wunderbarer Grund, zu nerven.
Sebastian willst nicht, dass er Fußball guckt. Wie weit würdest du gehen? Würdest du irgendwann Wasser in den Fernseher kippen?
Mila Nein, ich merke irgendwann, wenn ich nicht weiterkomme, dann verziehe ich mich.
Sebastian Okay. Dann hat der Mensch jetzt doch kein Mitgefühl von mir. Dann muss er das selber regeln, weil an der Stelle hätte ich dann gesagt, okay, da hätte er mir ein bisschen leid getan, wenn die Technik auch noch dran glauben muss dafür.
Mila Ja, auf keinen Fall. Irgendwo gibt es auch Grenzen. Die sind zwar weit, aber nicht gibt es.
Sebastian Also für mich klingt das wirklich so ein bisschen so, dass es so ein beiderseitiges wir geben beide Gas, Vollgas, rennen wir aufeinander zu, es knallt dann ordentlich und hinterher liegen beide glücklich da und dann läuft das. Finde ich schön, super.
Mila Richtig, genau so ist es.
Sebastian Okay, so, jetzt ist 22 Uhr, das heißt, meine Bettgehzeit, die nähert sich so ein bisschen und wenn ich hier noch mit ein, zwei Leuten sprechen mag, dann muss ich mich tatsächlich von dir jetzt verabschieden. Ach, liebe Mila, vielen, vielen Dank, dass du hier mitgemacht hast
Mila danke auch.
Sebastian war gar nicht so schlimm, ne?
Mila Nee, ich bin zwar immer noch am Zittern und eiskalt, aber es war okay.
Sebastian Das ist es wert, das ist der Preis, damit kann ich leben, keine Frage. Ich habe die Musik ja besorgt und mitgebracht, Power Over Me heißt das ganze Stück.
Mila okay. Okay.
Sebastian werde mich aber jetzt erst von dir verabschieden, dann noch ein, zwei Sätze sagen zu den Hörern und dann spiele ich das erst, aber ich glaube, die zwei Minuten schaffst du auch noch, ne?
Mila Auf jeden Fall, ja. Vielen Dank.
Sebastian Ja, sehr gerne, mach's gut, tschüss.
Mila Tschüss.
Sebastian So, ihr wisst, was jetzt kommt. Also, liebe Menschen im Livestream und Live-Chat, es ist soweit. Ich werde jetzt die Nummer verkünden. Da hat sogar gestern Mittag jemand angerufen. Das kriege ich aber nur mit, weil ich sehe das dann in dieser ewigen Anrufliste. Und hier klingelt kein Telefon oder so außerhalb der Sendung. Aber jetzt funktioniert die Leitung. Deshalb poste ich die jetzt einmal in den Chat. 0510152 ist die Nummer. Guck mal, da könnt ihr mich anrufen und dann können wir reden, worüber auch immer ihr wollt. Vielleicht auch ein Gast aus den letzten Folgen, wo ich irgendwie ein Thema unterschlagen habe. Auch das ist in Ordnung. Und bis es hier klingelt, was es hoffentlich tut, das werde ich gleich sehen, habe ich noch ein paar organisatorische Kleinigkeiten hier. Da ruft schon jemand an. Ich gehe jetzt erstmal ran und sage erstmal Hallo. Hallo, hier ist der Sebastian. Hallo, wer ist denn da?
Elli Hi, hier ist Elli.
Sebastian Hallo Elli. Ja, du bist schon live dabei, live drauf. Ich habe die Musik noch gar nicht gespielt und das Thema MayDay habe ich jetzt auch noch nicht gesagt.
Elli Gott.
Sebastian Aber schön, dass du da bist. Hätte ich gar nicht gedacht, dass es so schnell geht heute.
Elli Ich hatte mir vorgenommen, anzurufen und saß jetzt schon die ganze Zeit super nervös da. So ganz schlimm wie vorm Vorsingen damals in der Schule. Wenn man weiß, man muss dann vor und oh. Und ich hab mir gedacht, okay, du rufst jetzt an, sonst traust du dich nicht mehr.
Sebastian Okay, du möchtest jetzt aber nicht singen.
Elli Nee, um Gottes Willen. Ich glaube, es möchte niemand, dass ich jetzt singe.
Sebastian Okay, worüber sprechen wir denn?
Elli Also ich rufe eigentlich hauptsächlich deswegen an, weil ich letztens die Folge gehört habe, wo du mit Roxy über Feminismus gesprochen hast und BDSM. Und ich das super interessant fand, aber auch zwei Sachen quasi gesagt wurden, wo ich so dachte, da habe ich irgendwie eine andere Perspektive drauf. Und ich dachte, dass es vielleicht interessant sein könnte, darüber zu sprechen.
Sebastian Ja, immer her damit. Okay, sollen wir das nur kurz noch zusammenfassen, worum es mit Roxy ging zum Thema Feminismus oder gehst du da eh drauf ein? Ich denke, du hast dir das ein bisschen vorbereitet.
Elli kleines bisschen zumindest.
Sebastian dann lauschen wir dir einfach.
Elli Ja, also ich habe, also mein Hauptpunkt war eigentlich, dass du, glaube ich, an irgendeinem Punkt gesagt hast, BDSM ist wie Sport, es tut weh, aber es macht Spaß. Und ich fand das lustig und verstehe auch, was du damit sagen willst, das ist ja generell so ein Vergleich, der in der Community gern gemacht wird, BDSM und Sport, gerade Extremsport. Ich habe dann aber auch gedacht, dass es manchmal vielleicht auch problematisch ist, dass wir dazu neigen, BDSM zu sehr verharmlosen zu wollen, hin und wieder. Ich
Sebastian Okay, definier mal Verharmlosen. Also, ich kann nicht sehen, ich verstehe dich, aber ich mag mal deinen Gedanken dazu hören.
Elli denke, es ist uns allen wichtig, irgendwie in der Gesellschaft mehr Akzeptanz zu schaffen für unseren Lebensstil und sei es halt einfach nur, damit man sich halt nicht mehr verstecken oder entschuldigen muss oder irgendwelche hanebüchenen Vorurteile anhören muss. Ich denke aber auch, dass deswegen halt manchmal unterschlagen wird, welche Risiken wir halt auch eingehen mit manchen Spielarten.
Sebastian ja schon wieder eine Parallele zum Sport. Da gehst du auch ganz viele Risiken ein.
Elli Ja, definitiv. Der Punkt ist eigentlich für mich vor allem der, dass man halt wissen sollte, welche Risiken man eingeht. Ich habe halt auch schon erlebt, dass Leute neu in die Szene kommen und natürlich dann, ich war selber an dem Punkt, Und halt irgendwie alles total toll finden und alles mitnehmen wollen und alles ausprobieren wollen. Und sich am liebsten gleich direkt zum ersten Fesseltreff halt suspenden lassen wollen. Und ich finde es tatsächlich problematisch, wenn Leute, die schon länger in der Szene sind und die erfahren sind, das so möglich machen, dass Menschen sich kopfüber da so reinstürzen. Insbesondere, wenn halt nicht erklärt wird, was es wirklich für Risiken gibt. Also um jetzt mal beim Beispiel Fesseln zu bleiben, beim Beispiel Suspension, ich habe das auch schon erlebt, dass Leute aufgehangen wurden zu ihrem ersten Fesseltreff, ohne dass denen vielleicht vorher eingängig klar gemacht wurde, dass selbst wenn der Rigger super viel Ahnung hat, selbst wenn er alles richtig macht, kann trotzdem irgendwas schief gehen, eben wie beim Extremsport. Du kannst ein total erfahrener Snowboarder sein und dann fällst du in irgendeine Gletscherspalte und dann war's das halt. Und ich glaube, dass manchmal den Leuten die Möglichkeit genommen wird, wirklich im vollen Umfang zu wissen, worauf sie sich einlassen.
Sebastian darfst du.
Elli Und dann halt trotzdem zu sagen, ja hey, ich kenne das Risiko und ich gehe es halt ein. Nein, aber ganz kurz
Sebastian Ja, also, ich glaube, das zeigt dann auch so ein bisschen von der, ja, die Intention ist wichtig. Also, nur weil ein Erfahrungsgefälle, sage ich mal, existiert. Jemand, der seit 15 Jahren was macht zu jemandem, der, ich sage mal, das erste Mal da ist, klar, wenn die miteinander interagieren, also ich sage mal gegeneinander interagieren, dann hat der andere natürlich, der Erfahrene natürlich einen riesen Vorteil. Wenn der es aber gut meint, sage ich mal, und sagt, okay, ich habe die Erfahrung, dass ich das tragen kann, dann ist ja schon mal, also die Intention zu sagen, hier ist jemand neu, ich zeige dem was, die finde ich erstmal positiv. Positiv. Wo du natürlich recht hast, ist klar, der andere Mensch kann ja das Risiko noch nicht einschätzen, aber wie kann man das aufbereiten? Spielverbot für Neulinge, dass man sagt, die müssen erstmal dreimal zugucken und sich einen Vortrag anhören oder wie würdest du das lösen wollen?
Elli erstmal zu der Sache mit den guten Absichten. Ich unterstelle niemandem, dass da irgendwie böse Absichten dahinter hängen oder so, oder dass sie sich halt auf Kosten irgendwie unwissender profilieren wollen oder so. Darum geht es nicht. Ich glaube, die meisten Leute haben da gute Absichten. Aber es bleibt halt die Tatsache, dass halt trotzdem was passieren kann Und dann das Model vielleicht eine Fallhand hat oder sonst irgendwie irgendeinen Nervenschaden oder sonst was. Und ich meine, der Top fühlt sich dann wahrscheinlich scheiße deswegen und furchtbar, aber er ist trotzdem nicht die Person mit der Fallhand. Und ich glaube, Fallhand
Sebastian darf ich mal zu dieser Fallhand was fragen, weil das erwähnt jeder. Weißt du, wie oft sowas vorkommt? Weil ich hab das immer als etwas, das ist etwas äußerst Seltenes bisher einsortiert. Aber das ist so prominent hier auch im Podcast, gerade, dass ich gerade das Gefühl hab, das kommt irgendwie bei jedem dritten Bondage-Treff vor, dass irgendwer mit einer Fallhand da rausgeht.
Elli ist halt so das Lieblingsbeispiel, von was halt schief gehen kann. Also ich halte mich nicht für qualifiziert genug, um da jetzt absolute Aussagen treffen zu können. Denn von dem, was ich weiß, ist es nicht so unglaublich üblich, dass das passiert. Es ist halt so, dass das halt immer noch, also wenn halt was passiert, wenn es halt wirklich einen Nervenschaden gibt und so, dann ist das halt, also die Art Nervenschaden halt wahrscheinlich gehört anscheinend damit, bei den schweren Nervenschäden anscheinend mit zu den häufigsten. Von dem, was ich gehört habe, passiert das vor allem eben bei Suspensions, ist das Risiko, dass das passieren kann, am höchsten. Und es liegt wohl vor allem auch daran, ich weiß nicht, wie vertraut du mit den Fesseltechniken bist.
Sebastian Gar nicht. Also das kann ich tatsächlich so zusammenfassen und das trifft es auch ziemlich gut.
Elli Weißt du, was ein TK ist oder ein Box-Tie?
Sebastian Nein.
Elli Okay, also
Sebastian Also ich habe es schon gehört, aber ich könnte Sagen wir mal so, ich kann es nicht produzieren.
Elli ein Box-Tie ist im Prinzip eins der beliebtesten Elemente für Suspensions. Also wenn das Model die Hände auf dem Rücken hat und quasi die auf dem Rücken gefesselt hat und dann Lines halt um den Oberkörper laufen. Und es wurden früher sogenannte Kanukis gemacht, um halt die Lines zu sichern. und es wurde dann irgendwann, die wurden halt an einer bestimmten Stelle gemacht und die Stelle, an der die gemacht wurden, wurde halt damit in Verbindung gebracht, dass dadurch wohl anscheinend häufiger Fallhände aufgetreten sind. Das alles ohne Gewähr, das alles vielleicht eher was, wo zum Beispiel ja ist, was zu erzählen könnte, sehr viel besser als ich, war auch,
Sebastian Ich muss mal gerade ein bisschen sortieren, weil du gehst gerade sehr in Details rein. Und da müsste ich jetzt ein bisschen gucken, weil du hast ja angerufen und gesagt, du möchtest eigentlich über das Thema Feminismus reden.
Elli Entschuldigung, ja, wir sollten vielleicht was mit.
Sebastian Und jetzt sind wir gerade bei den Risiken von Bondage. Wir machen das mal so zur Einigung. Ich bleibe für mich mal dabei, dass ich das Vanillas dann doch über den Sport versuche zu erklären. Im Sport gibt es eigentlich einen Unterschied. Bevor ich irgendwie Fallschirm springen kann, dann muss ich irgendwas unterschreiben, wo draufsteht, dass die nicht verantwortlich sind, wenn ich da jetzt vom Himmel falle. Das habe ich im BDSM nicht. Vielleicht sollte jemand mal so einen Schrieb aufsetzen und danach rennen alle schreiend weg und sagen, mit so schlimmen Leuten mache ich nichts mehr. Aber lass mich nochmal zum Feminismus kommen, weil das war das Vergessen, das Thema.
Elli Vielleicht ganz kurz noch, ich glaube, das Einzige, worauf ich wirklich hinaus wollte, weil das ist, was ich persönlich halt wichtig finde, gerade Neulingen oder so, oder wenn man halt generell vielleicht neu mit irgendjemandem, den man vorher noch nicht kannte, halt was macht, also um mal beim Fesselbeispiel zu bleiben, dass man denen halt sagt, hey, weißt du, dass Dinge passieren können, weißt du, dass du Nervenschäden davontragen kannst, wenn irgendwas schief geht. Und wenn die Person dann sagt, ja, weiß ich, ist okay für mich das Risiko, dann ist ja alles super.
Sebastian Also einfach ein bisschen Aufklärung über Risiken, dass das einfach nochmal ein bisschen im Bewusstsein drin ist. Finde ich generell gut, dass man den Menschen sagt, was alles passieren kann und ich sag mal, ja, irgendwas kann immer passieren, es ist natürlich nicht schlecht, wenn man so fair ist und seinem Gegenüber sagt, pass auf, wir machen jetzt was und kann halt auch schief gehen. So ehrlich muss man, glaube ich, auch sein und ich glaube, dass, allein wenn man das sagt, wenn ich jemanden habe, mit dem ich noch nie gespielt habe, und ich sage dem, pass auf, wenn ich das und das jetzt mit dir mache, dann kann das und das passieren. Ich glaube, das schafft auch einfach Vertrauen, dass das Gegenüber auch weiß, okay, der ist sich dessen bewusst, dass er jetzt was macht, was nicht ganz ohne ist.
Elli Sehe ich genauso.
Sebastian So, Feminismus. Ich bleib da jetzt dran kleben, Entschuldigung.
Elli Okay, ja. Weil du dran kleben bleiben willst, hast du eine konkrete Frage. Ansonsten würde ich gerne nochmal auf die Aussage zurückkommen, BDSM ist keine Gewalt. Auch
Sebastian Ja, okay. Ist das auch deine Aussage, die du treffen würdest?
Elli da weiß ich, wie es gemeint war und stimme, glaube ich, im Prinzip dem Grundgedanken dahinter zu. Ich würde es aber nicht so definieren. Also ich würde halt tatsächlich schon sagen, BDSM ist Gewalt. Aber da wir BDSM, also sicheren BDSM zumindest, mit Konsens praktizieren, ändert das halt irgendwie die Bedeutung dieser Gewalt, die da ausgeübt wird.
Sebastian Ja, das ist aber so ein bisschen, das ist so ein bisschen auch wie die Staatsgewalt. Wir haben da so einen gewissen Konsens, dass wir verschiedene Organe brauchen. Da haben wir jetzt auch nicht zugestimmt, aber irgendwie finden wir es alle ganz gut, dass wir dann doch eben Recht und Gesetz so ein bisschen haben und dass wir uns halten können. das wäre jetzt, um auf den Begriff so ein bisschen rumzureiten wie, was wäre so ein Begriff, wo du sagst, damit würdest du dich also würdest du Gewalt dazu wirklich sagen wollen oder gibt es einen anderen Begriff, wo du sagst, der trifft es besser
Elli Also ich glaube, du lädst mich auch gerade ein bisschen ein, hier voll abzunörden. Ich sollte vielleicht mal ganz kurz noch zu meinem Hintergrund was sagen. Ich bin Studentin, schreibe gerade meine Bachelorarbeit und zwar tatsächlich über die Konstruktion von Gruppenidentitäten in der BDSM-Community.
Sebastian oh sehr schön, dann will ich auch, wenn das Ding fertig ist will ich es haben, ich lese diese Dinger unglaublich gerne, das
Elli schreibe es aber auf Englisch.
Sebastian macht nichts
Elli Okay, das ist gut.
Sebastian also hin und wieder muss der Google Übersetzer für Vokabeln her, aber probieren kann ich es Ich habe einige von den Facharbeiten und Bachelorarbeiten gelesen. Manche waren fürchterlich, manche waren richtig gut. Da erlaube ich mir das Urteil erst, wenn ich es tatsächlich komplett gelesen habe. Okay, das heißt, du gehst da wissenschaftlich ran. Finde ich ja gut.
Elli Ja, schon so ein bisschen. Also insbesondere, weil ich mich halt gerade auch extrem viel mit akademischen Texten zum Thema beschäftige. Und also ich weiß nicht, ob dir Foucault was sagt, aber der hat tatsächlich auch schon über BDSM geschrieben. Also genau genommen über Sadomasochismus.
Sebastian Ich glaube, geschrieben haben ganz viele. Also erstmal müssen dazu sagen, du kannst ja nicht einfach einen Text verfassen und dir was ausdenken. Du musst ja für alles immer eine Quelle haben. Du kannst ja nichts reinschreiben, was du nicht belegen kannst. Und dann darfst du am Ende versuchen, daraus was zu entwickeln. Das ist ja immer das ganz Fiese dabei, dass du da versuchen musst, objektiv zu bleiben. Gibt es da schon eine Erkenntnis, so eine Art Zwischenfazit oder ein Ergebnis, wo du sagen kannst, das läuft darauf hinaus, was mich jetzt überraschen würde? oder?
Elli Naja, das ist nicht ganz der Anspruch meiner Arbeit. Also was ich im Prinzip mache, ist mir zuerst anzuschauen, wie bildet sich generell eine Identität von einer Subkultur, irgendeiner Subkultur. Ich könnte mir auch die Goths angucken zum Beispiel. Also was geht da rein? Worauf gründet sich das? Und was da die erste Erkenntnis war, ist zum Beispiel, dass Leute, die einer Subkultur angehören, gemeinsame Werte haben. haben oftmals irgendwie einen ähnlichen Style, also äußerlich gesehen einen ähnlichen Style, gerade in früheren Kulturen oftmals auch einen ähnlichen Musikgeschmack. Und dann halt auch, dass diese Menschen halt oftmals ähnliche Lebenserfahrungen gemacht haben, was halt dann dazu geführt hat, dass sie halt irgendwie zusammengefunden haben, weil wir Menschen letzten Endes sozial sind, grundlegend, und halt alle nach einem Ort suchen, wo wir halt dazugehören können. Und auch Leute, die in der BDSM-Community landen, sind halt oft Menschen, die halt so in der Mainstream-Gesellschaft, wovon auch jeden kann heutzutage, halt eben nicht die Akzeptanz gefunden haben, nach der sie vielleicht gesucht haben.
Sebastian Ja, und das ist ja dann positiv, dass das dann auch innerhalb der BDSM-Szene auch gefunden werden kann.
Elli Ja, klar, auf jeden Fall.
Sebastian Ich merke jetzt eine Sache, ich frage dich zu deinem Herzensthema aus und dann passiert, wenn ich das tue, immer das, dass Menschen dann unglaublich viel erzählen können und dafür müssen wir uns Zeit nehmen, glaube ich. Wenn du das Ding geschrieben hast, dann schick mir, bitte, bitte schick mir das. Ich werde da ein bisschen brauchen, um das zu lesen, wenn es auch noch auf Englisch ist, brauche ich noch ein bisschen länger. Vielleicht ist das dann was, worüber man dann mal ausführlich sprechen kann. Ich gehe jetzt aber noch mal rüber zum Feminismus, weil irgendwie, wir kommen ja mal dahin und dann geht es ja mal wieder woanders hin.
Elli Ja, gerne.
Sebastian Irgendwie klappt das nicht. Zwei Minuten dazu, die gebe ich dir jetzt noch, aber dann muss ich hier Musik einmal spielen und die Musik muss ich spielen, weil ich ehrlich gesagt, wohin muss ich? Entschuldigung, das habe ich dir noch nie zugegeben, aber jetzt mache ich
Elli Okay, zwei Minuten.
Sebastian Okay, Feminismus.
Elli Feminismus. Ja, naja, also ich glaube, was ich gerne noch sagen würde, ist, dass ich euch halt grundsätzlich zugestimmt habe, man kann BDSM leben und Feminist sein, Feministin sein. Ähm, ich denke, dass wir, also ich denke ja, ich denke BDSM ist Gewalt, weil letzten Endes, ähm, letzten Endes tust du jemandem weh, wirklich, so, und du spielst halt mit Grenzen und mit, mit Schmerzen und mit, äh, also mit, mit Macht auch irgendwo, mit einem Machtgefälle. Ich meine, selbst Sadisten, die sich selbst nicht als dominant irgendwie ansehen, gibt es ja auch genug, ich bin ja auch schon ein Spielpartner, selbst die haben halt eine gewisse Macht logischerweise über dich in dem Moment, wo sie dir wehtun und so. Und ich meine, alles in der BDSM-Community, jeder feministische Anspruch kommt eigentlich immer wieder auf die Basis von Konsens zurück. Wenn du den nicht hast, dann geht es halt nicht quasi.
Sebastian Ja, also ich glaube, Konsens ist das, was BDSM von Gewalt, wie sie, ich sag mal, umgangssprachlich verstanden wird, unterscheidet. Gewalt, der Begriff Gewalt sagt mir ja im Grunde, es gibt keinen Konsens. Ich tue etwas mit jemandem und er hat dazu keine Einwilligung gegeben. Und so versuche ich das abzugrenzen und das muss ich auch so abgrenzen, weil ich dann auch einfach kein gutes Gewissen habe mehr mit dem, was ich da eigentlich mache. Okay, wir machen jetzt folgendes. Wir vertagen uns an der Stelle ein bisschen mehr. Doch enthält die Zeit davon? Ich habe ja heute eigentlich ein Zeitlimit. Da steht nämlich 23 Uhr. Dann muss ich hier ausmachen. Boah, du meldest dich, wenn das Ding fertig ist. Wann ist das soweit?
Elli wahrscheinlich Ende Juni.
Sebastian Ende Juni. Wunderbar. Immer her damit. Meine E-Mail-Adresse kennst du bestimmt. Ansonsten, ja,
Elli Ja, kriege ich auf jeden Fall im Zweifelsfall von Menschen, die ich kenne, die schon bei dir waren.
Sebastian Sebastian at kunstderunvernunft.de. Da kann man eh mal hinschreiben. Und dann gucke ich da mal rein. Und dann, wie gesagt, ich merke einfach, das Thema ist ausufernd. Und da den Platz, den haben wir hier einfach nicht mal eben so zwischendurch. Das funktioniert leider nicht. Ich würde mich nämlich auch gern dann mal ein bisschen vorbereiten. Dann kann ich nämlich auch schlaue Fragen stellen.
Elli aber ich glaube, das machst du auch so ganz gut. Das wollte ich sowieso mal noch sagen. Du machst das eigentlich echt voll gut, auf deine Anrufer und Gäste und so einzugehen. Du machst dich nicht immer so schlecht im Nachhinein, dass du sagst, es ist so nett, dass die Leute deine Provokationen und so mitmachen. Dabei, weiß ich nicht, habe ich immer das Gefühl, dass du relativ gut irgendwie erfasst, was Menschen sagen wollen.
Sebastian Danke. Ja, also manchmal denke ich mir, kann ich das jetzt fragen? Darf ich das sagen? Wenn ich eben so besprochen habe, darf ich sagen, das ist zickig. Das ist ja etwas, was man nicht unbedingt sagen möchte. Okay, Elli, habe ich richtig verstanden, ja?
Elli Ja, Elli,
Sebastian Okay, das habe ich mir auch richtig notiert. Du hast auch einen Musikwunsch frei. Den darfst du mir gerne auch mailen. Dann spiele ich den in der nächsten Sendung. Und jetzt werde ich aber endlich das Lied, was ich eben spielen wollte, spielen. Und danach sage ich noch was zu MayDay SM. Und dann mache ich das Telefon wieder auf, weil sonst komme ich ja hier zu gar nichts mehr. Vielen Dank, dass du angerufen hast.
Elli danke dir auch.
Sebastian Mach's gut.
Elli Okay, tschüss.
Sebastian Tschüss.
Elli Hallo,
Sebastian So, ich nehme mir jetzt nochmal die Zeit. Und danach nehme ich einen Anruf an, wenn es denn noch einen gibt. Wir schauen mal. Also, ich bekomme tatsächlich immer wieder Mails von Menschen, denen geht es gerade einfach nicht so gut. Und die brauchen einfach jemanden, dem sie mal erzählen können. Und da muss ich gestehen, ich antworte gerne auf solche Nachrichten. Ich nehme mir da auch die Zeit für. Aber ich bin darin natürlich überhaupt nicht geschult und kann dann eigentlich immer nur weiter vermitteln. Und deshalb habe ich mit MayDay SM mal ein bisschen gemailt. Das ist eine kleine Organisation, ich glaube sogar ein Verein ist das, weiß ich gerade gar nicht genau. Und die nennen sich kostenloses ehrenamtliches Telefon- und E-Mail-Beratungsangebot für SMler und sexpositiv denkende Menschen. Und die haben tatsächlich eine Webseite, nämlich maydaysm.de und die packe ich ab heute auch in die Shownotes immer rein und in den nächsten Tagen auch auf die Kunst der Unvernunft Webseite. Und die haben halt was wirklich Schönes, die kann man nämlich anmailen oder sogar anrufen. Die sind montags von 19 bis 23 Uhr immer erreichbar und da kann man, wenn man Probleme hat, konkrete Probleme, kann man sich dort einfach melden und die können einem Adressen und Kontakte nennen, die können einem einfach mal zuhören oder auch einfach mal einen guten Rat geben und ich finde das total klasse, dass es das gibt. Und ich sammle jetzt auch noch so ein paar dieser Angebote. Wir haben ja in Hannover auch so eine BDSM-Beratungsstelle und werde die mal auf kunstderunvernunft.de so ein bisschen mit einbeziehen, denn es ist tatsächlich so, BDSM, das ist manchmal ein Nervenaufreiben. Da gibt es, da findet man jemand, da gibt es mal etwas, was nicht mit Konsens zu tun hat, da gibt es eine Trennung und dann ist die Welt einfach fürchterlich. Und ich finde es toll, dass es Menschen gibt, die in so einem Moment dann einfach da sein können und auffangen können, denn ich muss wirklich gestehen, es geht ein bisschen über meine Fähigkeiten drüber hinaus und ich mag natürlich auch mal nichts verschlimmern und den Leuten sagen, ja, ist alles nicht so wild oder so. Also da bin ich wirklich froh, dass es Menschen gibt, die da auch geschult sind und helfen können. Also wenn da wirklich bei euch mal der Schuh drückt, da hinwenden und ich hoffe, die können dann auch tatkräftig weiterhelfen. So, jetzt sage ich nochmal die Nummer, die 05101952 und da kann man mit mir tatsächlich über fast alles diskutieren, über Themen, die im Podcast drin waren, über Dinge, die in den letzten Wochen gesagt wurden oder wenn man auch einfach mal eine andere Meinung vertreten möchte, das ist hier völlig in Ordnung. Ich mag ja auch die Vielfalt haben und ich sehe auch im Chat ist da gerade relativ viel los gewesen. Teilt es hier mit. Kein Problem. Einfach die Nummer anrufen, dann seid ihr direkt bei mir und dann geht es los. Los. Was mag ich denn noch erwähnen? Ja, ich warte noch auf das Paket von dem Baumwollseil-Menschen. Das ist halt noch nicht da. Ich habe ja gehofft, dass er es gestern in die Post bringt und dann kann ich heute hier irgendwie so einen Live-Unboxing-Podcast machen und mich dann wundern, was der Mensch meint, was hier unbedingt unter die Leute gebracht werden muss. und auch an Elli nochmal der Hinweis, du nimmst natürlich auch an der Verlosung teil, wenn du denn möchtest. So, okay, Anrufer habe ich jetzt keinen. Ich habe noch eine Spende bekommen, die mag ich natürlich auch noch würdigen. Das ist immer toll, dass man so ein paar Sachen hat, die man tatsächlich immer zur Überbrückung hier nehmen kann. Von Ralf nämlich, der hat was geschickt und da steht einfach bei, vielen Dank für deinen Einsatz und dann sage ich dazu sehr gerne und durch die Unterstützung in den letzten Tagen habe ich jetzt auch echt Möglichkeiten, hier ein paar kleine Sprünge zu machen, man sieht es heute, Gespräch zu dritt, scheint jetzt zu funktionieren technisch, gut, das hat jetzt kein Geld gekostet, aber ich traue mir da einfach ein bisschen mehr zu, wenn ich ein bisschen weiß, okay, ich muss jetzt nicht an jedem Euro da rumknabbern oder so und wenn jemand sagt, ich habe da was und brauche das gerade nicht, vielleicht gerade eine Steuererstattung, die soll es ja geben, habe ich gehört, ich habe sowas noch nie gehabt, dann freue ich mich über eure Unterstützung. Unterstützung. So, Anrufe sehe ich jetzt gerade keinen. Das könnte eine kurze Sendung heute werden, wobei zwei Stunden haben wir schon wieder. Ich werde jetzt noch einmal Musik spielen und schauen, ob es hier klingelt. Das heißt, der Mensch, der jetzt anruft, der hat den Vorteil, dass er nochmal so zwei Minuten allein mit mir hat, bevor uns andere hören können. Und ja, dann gucke ich mal, was das Podcastsubbie sich gewünscht hat. Was haben wir denn da? Other Side habe ich hier stehen. Dann spiele ich das doch mal. Ach, und jetzt ruft hier jemand an. Das kann ja wohl nicht wahr sein. Was für ein Timing. Hallo, wer ist denn da?
Temel Temel ist hier. Mal wieder.
Sebastian Ach, Temel ist da. Hallo, Temel.
Temel Temel ist da.
Sebastian Sehr schön. Dann diskutieren wir.
Temel Ja.
Sebastian Worüber?
Temel Ich dachte, da das Thema jetzt schon mehrmals aufgekommen ist, spielen wir einfach mal dieses Thema BDSM und Feminismus und ist BDSM jetzt Gewalt oder doch nicht. Ich dachte, wir spielen das mal schnell durch, dann ist das Thema gegessen und dann können wir uns irgendwann anderen Dingen zuwenden.
Sebastian Okay. Wir spielen das mal schnell durch, okay?
Temel Genau.
Sebastian So.
Temel Ah,
Sebastian Du hast dich übrigens damit gerade zu einem Musikwunsch qualifiziert schon wieder.
Temel schön. Ja, ich habe noch ein paar.
Sebastian Ja, ne? Ist das nicht super?
Temel Ja. Ja,
Sebastian Okay. Das Thema ist ja auch ein bisschen schwierig. Aber da geht ja auch jeder implizit davon aus, der Mann schlägt die Frau. Und ich glaube, in 50 Prozent der Fälle ist es eh auch nochmal andersrum. Und wie heißt denn das bei Männern? Also das Gegenstück von Feminismus ist nicht Humanismus.
Temel naja, das ist glaube ich nicht so eindeutig zu definieren, weil es gibt zwar den Maskulinismus, der dann quasi sagt, wenn sich Feminismus für Frauenrechte einsetzt, dann tun das halt Männer mit dem Maskulinismus für Männerrechte, aber naja, dann kommt wiederum von vielen Feministen der Vorwurf, das sei schon die Default-Einstellung. Also Feminismus sieht sich ja so ein bisschen als Gegenbewegung, weil die Welt eben männlich ausgerichtet ist.
Sebastian Ja, wobei, da gibt es
Temel Also das ist dann auch nochmal ein schwieriges Thema.
Sebastian doch verschiedene Betrachtungsweisen. Also ich fand die Betrachtungsweise letzte Woche sehr schön zu sagen, ja, das heißt Feminismus aus historischen Gründen, aber im Grunde geht es eigentlich um was Größeres.
Temel Ja, ich denke, also ich versuche ja schon nachzuvollziehen, was deine Gäste so sagen oder was irgendwo Leute in Diskussionen so sagen. Und ich denke, das Thema, was beim BDSM und Feminismus immer wieder kommt, ist zweierlei. Einerseits das mit der Gewalt, also mit dem Schlagen, mit dem Akt des Schlagens häufig und auch mit dem Unterdrücken. Das fällt dann eben direkt in diese häusliche Gewalt und eigentlich müsste man sich ja emanzipiert verhalten als Frau und Dinge nicht mit sich machen lassen. Also auch so dieses Thema, es entscheidet jemand über den Kopf von jemand anderem hinweg. Also nicht nur, dass er einem schreckliche Dinge antut, sondern er tut das auch noch ohne dessen vermeintliche Zustimmung. Ich denke, das ist immer so
Sebastian Da musst du aber zwischendurch bei den Sätzen mal einen Punkt machen und dann kann ich was dazu sagen. Wenn die Gesellschaft sagt, die Frau möge sich doch bitte emanzipieren, ist das dann nicht das Gegenteil von Feminismus? Sie soll doch selber entscheiden können.
Temel Ja, ja, so sehe ich das im Prinzip auch. Also einen Satz würde ich vielleicht noch anfügen zu dem, was ich gerade sagte. Ich denke, ganz wichtig ist es, dass wir, wenn wir sowas versuchen, also auch geht BDSM und Feminismus oder geht das mit BDSM und Gewalt, dass man sich so ein bisschen Gedanken macht, wo definieren wir eigentlich gerade? Also der Gast vorher, ich habe schon wieder vergessen, wie sie hieß, ich glaube Ellie Kitten im Chat.
Sebastian habe ich natürlich jetzt nicht komplett ausreden lassen.
Temel Aber sie sagte ja, dass es im Prinzip Gewalt ist, aber irgendwie durch den Konsens dann doch irgendwie anerkannt.
Sebastian Das ist ein bisschen, man muss, ja,
Temel Und ich denke, wichtig bei diesen ganzen Definitionen ist, wo bewegen wir uns eigentlich? Also wovon reden wir eigentlich gerade? Und auf einer strafrechtlichen Ebene ist Gewalt was ganz anderes als irgendwo auf so einer Ebene des Konsens in BDSM. Und das finde ich einen ganz wichtigen Punkt. Wir definieren häufig irgendwo so herum unter BDSMlern und haben eigentlich nicht so richtig festgestellt, wovon wir eigentlich gerade reden wollen. Jetzt
Sebastian also ich gebe zu, ich habe tatsächlich nebenbei den Wikipedia-Artikel über Gewalt geöffnet.
Temel ist er weg.
Sebastian Ich bin noch da. Jetzt hörst du mich wieder.
Temel Jetzt warst du kurz weg, ja.
Sebastian hat mich die Technik geärgert. Ach, verdammt. Ich habe tatsächlich einfach mal den Wikipedia-Artikel, übrigens Marco, nebenbei, du hast aufgehört zu reden, hast dich gewundert, dass da keiner mehr ist. Entschuldigung, hätte ich gar nicht erwartet. Ich habe den Wikipedia-Artikel mal aufgerufen und habe mal geschaut, wie wird das denn definiert tatsächlich. Und
Temel Gewalt kommt von der Herrschaft, von der Wortherkunft her.
Sebastian also um es einmal gesagt zu haben, Gewalt ist der tatsächliche oder angedrohte absichtliche Gebrauch von physischer oder psychologischer Kraft oder Macht, die gegen die eigene oder eine andere Person, gegen eine Gruppe oder Gemeinschaft gerichtet ist und die tatsächlich oder mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Verletzung, Tod, psychischen Schäden, Fehlentwicklung oder Deprivation führt.
Temel Genau.
Sebastian Nichts davon, die da als Folge genannt werden, kann ich mit BDSM vereinbaren.
Temel Ja, und wie ich gerade sagte, es kommt eben extrem darauf an, in was für einem Kontext wir uns bewegen. Und das ist das Thema, was mir auch so bei Diskussionen wie BDSM, jetzt Gewalt oder nicht, immer ein bisschen zu kurz kommt. Dass nicht darüber gesprochen wird, was für einen Kontext wir da eigentlich herstellen. Und deswegen finde ich eigentlich auch den Sportvergleich so gut. Da kam, glaube ich, auch dein Gast vorhin am Anfang drauf und wegen, er findet diesen Vergleich mit Sport oder Extremsport verharmlosend.
Sebastian Ja, Moment, wir wollen mal den Gast vorher, wir wollen das jetzt mal nicht zu sehr werten, weil sie hat natürlich nur zehn Minuten gehabt und das ist natürlich ein bisschen schwierig.
Temel Leider kamen Sie da nicht mehr so richtig drauf.
Sebastian Aber ja, sagen wir mal so, wir sagen, wir stellen Konsens her und dadurch können wir, damit legalisieren wir das. Ist das zu einfach? Jetzt
Temel denke ich nicht. Ich denke, das ist die Grundlage von allem. Also für mich persönlich ist es eben auch so eine Errungenschaft von ein mündiger Bürger sein oder von studiert zu haben oder whatever, also sich irgendwie Skills und Bildung angeeignet zu haben in seinem ganzen Leben, auf welche Art und Weise auch immer, dass man in der Lage ist, die Dinge im Einzelfall zu unterscheiden. Ich glaube, es gibt da ein ganz nettes Beispiel aus so einer eigentlich Horror-Kurzgeschichte, die ich mal gelesen habe, womit man das gut erklären kann. Das ist auch nur ganz kurz. Da geht es um, es ist eine Horror-Kurzgeschichte, aber sie ist nicht so schlimm. Da geht es jedenfalls um so einen Kriegszustand und dann so einen Sohn und seinen Vater, die jagen dann ab und zu im Wald, weil Krieg und alles blöd. Und dann sagt der Vater immer zu seinem Sohn, gebetsmühlenartig, du darfst nie irgendwas wegwerfen im Wald, wenn wir draußen sind. Sonst findet das jemand und dann werden wir vielleicht abgeschossen. Also nie irgendwas wegwerfen. So weit, so gut. Und irgendwann kommen sie nach Hause und vor dem Haus liegt was. Und der Sohn hebt das auf und der Vater von Weitem erkennt, dass das eine Mine, eine Bombe, was Tickendes, was Gefährliches ist. Und schreit den Sohn an, wirf das auf jeden Fall weg. Und der Sohn sagt, aber ich darf das doch nicht wegwerfen. Und behält es in der Hand und die Geschichte endet. und das denke ich ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir eigentlich mit allen Dingen umgehen müssen natürlich ist es meistens eine gute Idee in der Geschichte jetzt nichts wegzuwerfen, weil aber es gibt eben auch Situationen, wo der Kontext die Dinge außer Kraft setzt, dass es vielleicht doch eine gute Idee ist selber zu entscheiden, im Einzelfall zu entscheiden, zum
Sebastian Also auch die Entscheidung, wie gehen wir mal weiter, die Entscheidung zu sagen, nein, ich lasse mir jetzt körperliches Leid antun, weil ich davon einen Nutzen habe, im Einzelfall.
Temel Beispiel oder eben auch, weil man das, und da kommt auch der Feminismus ein bisschen ins Spiel, weil ich das willentlich willentlich festgelegt habe, weil ich für mich die Entscheidung getroffen habe und weil ich damit sowohl den Gewinn als auch das Risiko trage, weil es eben nicht über meinen Kopf hinweg entschieden wurde, wie Gewalt halt immer so ein bisschen impliziert, sondern es war meine willentliche Entscheidung, das einzugehen und damit auch das Risiko mitzutragen.
Sebastian Weil du,
Temel Und das finde ich immer einen sehr mündigen Prozess. Und ich denke, darum geht es, dass man nicht Dinge mit sich geschehen lässt, sondern dass man selber sein Leben gestaltet in die Richtung, die einem wichtig ist und die nicht fremdbestimmen lässt. Das finde ich wesentlich feministischer als vieles andere.
Sebastian interessanterweise das, was du als feministisch jetzt bezeichnest, das kann ich einfach auf alle Geschlechter und alle Geschlechtsidentitäten anwenden.
Temel Ja,
Sebastian Das ist da tatsächlich keine Einschränkung.
Temel ja,
Sebastian Es gibt ja noch eine andere Betrachtungsweise, die sagt, wenn ich die Entscheidung treffe, dass ich BDSM auslebe, ich sag mal als passiver Part insbesondere, dann ist diese Entscheidung ja schon nicht vernünftig und damit kann diese Entscheidung ja schon nicht in Ordnung sein. Also weißt du, was ich meine? Also die Tatsache, dass ich das legalisieren will für mich, sagt ja bereits da aus, dass ich nicht die nötige Reife besitze, um diesen Konsens herzustellen.
Temel Ob das eine vernünftige Entscheidung ist oder nicht, ist ja auch ziemlich subjektiv und teilweise kann man sich ja auch bei seiner Entscheidung nicht unbedingt sicher sein, dass es die richtige sein wird. Also ich finde es schon vernünftig, dass sowohl bei BDSM als auch bei Sport oder solchen Dingen schon immer diese Komponente des Risikos erwähnt wird, die ist da bei solchen Tätigkeiten und auch, dass man vielleicht mal eine falsche Entscheidung trifft, aber das gehört dazu. Und ich finde es gut und sinnvoll, sowas wie eine Risikobewertung zu treffen, also sowas wie eine Bank auch tut, und sein Handeln irgendwie nach dieser Risikobewertung auszurichten, aber deswegen nicht daraus resultiert, ich treffe keine Entscheidungen mehr, die ein Risiko enthalten könnten. Denn das können sehr viele Entscheidungen und man muss sich auch damit abfinden, dass viele Entscheidungen, die man trifft, falsch sein werden. Man weiß immer nur nicht, welche.
Sebastian Ja, gut, also da ist auch so die Frage, dieses asketische Leben. Nicht rauchen, nicht trinken, nicht BDSM betreiben, ob man das jetzt in eine Reihe setzen kann, ist eine andere Frage. Keine Drogen, kein Autofahren, überhaupt gar nichts mehr.
Temel Kein Kuchen.
Sebastian Es ist die Frage, braucht der Mensch einfach so ein, ja, etwas Unvernünftiges, da bist du schon wieder das Wortschuldige, steckt das unten so ein bisschen drin und BDSM ist halt eine Art und Weise, damit umzugehen und die ist auch noch sehr, ja, also die funktioniert meistens nicht alleine. Du weißt, was ich meine. Ich versuche so ein bisschen jetzt mal zu schauen. Nur weil etwas nicht sinnvoll ist, heißt das nicht, dass ich das nicht tun sollte.
Temel Ja, richtig. Und vor allem ist es auch immer eine individuelle Entscheidung. Wir dürfen eben auch nicht den Fehler machen, zu sagen, ich halte die und die Entscheidung für eine nicht so gute Idee. Deswegen dürfen alle anderen das auch nicht. Und manchmal geht das in Diskussionen dann so ein bisschen durcheinander. Ich zum Beispiel würde auch nie Fallschirm springen, weil ich das furchtbar finde. Das ist die gräuseligste Vorstellung ever. Trotzdem gibt es offensichtlich Menschen, die das voll toll und den totalen Kick finden. Dann sollen die das gerne machen, bis irgendwann Mottenfraß ist und sie es nicht mehr machen. Aber das ist völlig super. Ich würde nicht auf die Idee kommen, so meine Einstellungen und meine Entscheidungen auf jemand anderen als vernünftig zu projizieren. Da muss jeder ein bisschen auf sich selber schauen. auch wenn es Dinge gibt, die tendenziell ganz gut sind und tendenziell vielleicht weniger, aber das muss man selber entscheiden und darf dann nicht sich selber als Vorbild für alle nehmen. Das ist, glaube ich, ganz, ganz wichtig.
Sebastian glaube, worauf Elli ja auch am Anfang hinaus wollte, war dieses, ich gehe zu einem Fesseltreff, ich habe noch keine Erfahrung und dann macht jetzt irgendwer was mit mir. Das heißt, ich habe nicht die nötigen Informationen, um einwilligen zu können in etwas. Das ist ein Kritikpunkt, den kann ich ja tatsächlich auch teilen, dass ich sage, okay, wer sorgt dafür, dass der Mensch eine informierte Entscheidung überhaupt treffen kann?
Temel ist auch ein Punkt, den ich sehr nachvollziehen kann. Ich würde ihn halt nicht, ich hätte ihn anders interpretiert oder anders gewertet als vorhin, aber es gibt natürlich sowohl Leute, die sich selber zu viel zutrauen, also ein großes Thema sehen und Hängebondage ist voll eine tolle Idee, das muss ich unbedingt machen. Ich weiß nicht, was es für Risiken gibt, aber interessiert mich auch nicht, ich muss es machen. Und dem man dann vielleicht erstmal sagen muss, ja, du kannst es ja machen, aber vielleicht erstmal ein bisschen langsam und es hat auch Risiken und sowas. Und es gibt natürlich auch diejenigen, die dann unerfahrene Leute ausnutzen. Gar kein Thema, gibt es immer. Wir hatten ja auch schon bei dir in der Sendung mal das Thema mit der Selbstverantwortung und vielleicht auch Fremdverantwortung und sowas, das ist ja auch nochmal ein riesiges Thema. Aber das ist für mich irgendwie klar, dass es immer ein bisschen mit den Personen steht und fällt. Also es gibt welche, die sich vielleicht etwas cleverer verhalten, vielleicht nicht so clever. Es ist nur für mich losgelöst von diesem Thema des Metakonsens von ist BDSM Gewalt oder ist BDSM mit Feminismus vereinbar. Also es gibt immer komische Leute, das ist bei allem so. Aber das hat mit dem Thema nichts zu tun, verstehst du?
Sebastian Ja, ich glaube, wenn man das weiterdenkt, dann muss man auch sagen, okay, wenn ich BDSM betreiben will, dann muss ich eine gewisse Empathie und Intelligenz besitzen, damit ich dazu berechtigt bin, BDSM zu machen.
Temel Es
Sebastian Wenn wir in die Richtung denken, dann wird es sehr, sehr böse, glaube ich. Ich glaube da, hm,
Temel ist vielleicht auch gar nicht Intelligenz. Ich glaube eher so etwas wie eine Mischung von vielem, aber einfach so den gesunden Menschenverstand einschalten, vielleicht auch empathisch sein. Ich würde es noch nicht mal festmachen an, wie viel man weiß, also nicht, wie viel Erfahrung hat man. Ich fände es auch schwierig, jemandem zu sagen, du musst erst zehn Jahre Shibari studiert haben, bevor du es machen darfst. Sondern ich denke eher, man lernt in seinem Leben insgesamt Fähigkeiten, wie man so mit neuem Wissen umgeht. Aber auch wenn man BDSM-Neuling ist, dann bist du ja nicht bei allem auf der Welt, was du jemals gelernt hast, Neuling, sondern zwar in dieser Sache, aber du hast schon gelernt, wie gehe ich damit um, wenn ich in einer Sache neu bin. Also ich bin vielleicht erst vorsichtig, hole mir Unterstützung von Personen, die Ahnung haben. Also du kommst ja nicht als BDSM-Anfänger wieder als kleines Kind auf die Welt, sondern du hast schon Fähigkeiten aus anderen Disziplinen, die du dir ranholen kannst, um da etwas besser vorzugehen.
Sebastian ja und,
Temel Du fängst ja nicht immer wieder bei null an, das ist der Punkt.
Sebastian also ich sage mal so, in dem Moment, wo du mit Sex anfängst im Leben, da lernst du ja auch schon Verantwortung, ich gebe zu, das hat mir das Podcastsubbie wieder ein bisschen geflüstert hier gerade, aber gerade so Dinge, Kondome, Verhütung, Kinder machen im Allgemeinen, das hat was damit zu tun, Verantwortung sich selbst gegenüber. Ich glaube, das ist ein Punkt und in der Regel kommt ja BDSM erst nach dem Sex.
Temel Häufig, ja.
Sebastian Das heißt, ich habe mich schon irgendwie in meinem Leben meistens damit mal auseinandergesetzt, dass ich mir gegenüber eine Verantwortung habe und das muss ich jetzt auf dem Bereich BDSM eben projizieren können. Oh, da sage ich jetzt aber Dinge, über die ich vorher nicht nachgedacht habe, muss ich gestehen. Ja,
Temel Also dieses, das hatten wir auch mal in einem der Podcasts, dass man Eigenverantwortung für sich selber hat und die auch wahrnehmen muss, einfach weil es für einen selber besser ist, das löst natürlich nicht andere von ihrer Verantwortung gegenüber anderen Menschen. Also auch wieder zu dem Punkt, was ich sagte, es gibt immer Arschlöcher, die doof sind und mit denen man sich besser nicht abgibt und man macht auch Fehler und sowas. Aber einfach dieser ganze Komplex, sich selber darüber klar zu werden, was man möchte. Vielleicht so eine Art Plan, wie gehe ich da vor, indem ich zwar ein gewisses Risiko eingehe, aber ein überschaubares. Das sind alles Dinge, die kann einem leider keiner abnehmen. Wir waren ja da alle irgendwo mal Anfänger und auch nicht nur in BDSM. Es ist einfach meiner Meinung nach eine gute und wichtige Sache, auf sich selber zu schauen und auf sich selber aufzupassen. Es nützt einem ja auch nichts, wenn man dann immer wieder Fehler macht dass er immer wieder vor die Wand rennt, aber immer sagen kann, die anderen waren aber schuld. Ich finde es angenehmer, wenn ich nach mir selber gucke, nach meinen Bedürfnissen und schon auch die Verantwortung für mich selber trage, weil ich mich tatsächlich damit auch sehr mündig fühle, insgesamt in meinem Leben.
Sebastian aber jetzt kommt der Punkt, du sagst, du fühlst dich mündig, du trägst selber die Verantwortung und dennoch willst du die Verantwortung abgeben und dich unterordnen und auf gut Deutsch willst du Scheiße fressen, weil du dich hinterher gut fühlen wirst vor Lust. Da ist doch jetzt ein Konflikt.
Temel Wieso?
Sebastian Wieso? Wieso ist eine gemeine Frage. Ich versuche mir das immer abzugewöhnen. Ganz kurz an Small Roxy nochmal. Ja, ich habe sexuelle Krankheiten vergessen, als ich das Thema Kondome, Verhütung und Kinder angesprochen habe. Die gehören natürlich auch noch dazu. Sorry. Äh, ja, jetzt habe ich meinen Faden verloren. Ach, wie schön, das
Temel Ich verstehe es schon, ich verstehe es schon. Konflikt. Ich denke, das kann ich auch relativ einfach erklären, denn auch damit habe ich mich für mich natürlich schon beschäftigt. Also ich könnte mir auch selber die Frage stellen, wie vereine ich BDSM mit meinem Feminismus oder mit meinem doch relativ selbstständigen Leben, wie geht das für mich zusammen? Und ich denke immer, dass der Konflikt nur scheinbar ist. Also dass wir teilweise versucht sind, Dinge auf Linie zu bringen, also Dinge zusammenzubringen, die wunderbar parallel nebeneinander existieren können. Also ich sehe mich im Alltagsleben, im Berufsleben und eigentlich auch im Privatleben als einen sehr umtriebigen Mensch, da haben wir ja auch in meiner Folge schon mal drüber gesprochen, als einen aktiven Mensch, der Dinge zu sich ran holt, der neugierig ist, der mündig ist schon in meinem Verständnis. Aber das ist eben nur ein Teil. Es gibt dann eben auch einen Teil, einen sexuell geprägten Teil, der Bedürfnisse nach ganz anderen Dingen hat. Gleich so wie dieses Manager-Klischee im BDSM. Sie sind im Berufsleben voll die Bosse und Durchstarter und im Bett wollen sie dann dominiert werden. Ich denke nicht,
Sebastian das letzte Klischee auch noch aus.
Temel dass es, naja, ist ja egal, ob es ein Klischee ist oder nicht, oder ob es bei den meisten nicht so ist oder bei einigen so ist.
Sebastian Ja,
Temel Bei mir sehe ich das so als parallele Existenzen. Ich brauche das nicht übereinzubringen. Ich habe nicht das Bedürfnis quasi, dass es so in meinem Persönlichkeitsbild die eine Linie gibt und alles ordnet sich dem unter, sondern es gibt viele verschiedene Facetten, die ich habe, die teilweise nicht zusammenpassen, aber es sind die Bedürfnisse, die ich habe. Und danach, ich ordne das nicht zueinander zu, sondern ich ordne es danach, ob es ein Bedürfnis von mir ist oder nicht. Ich versuche keinen Zusammenhang in etwas zu finden, was keinen Zusammenhang braucht. Und ich denke, dann braucht man auch keinen Konflikt zu haben, wenn man sich selber zugesteht, dass verschiedene Dinge nicht zueinander passen müssen und dass sie parallel existieren können, wenn es einem wunderbar damit geht. Und wenn man sich gut fühlt damit, wenn man sich da auch nicht unterdrückt von irgendjemandem fühlt, sondern wenn man das Gefühl hat, man geht einem eigenen Bedürfnis nach.
Sebastian und der andere hilft dabei, willst du das sagen? Der ermöglicht, dass das so ist.
Temel Der Spielpartner? Ja, sicher.
Sebastian also da kommen wir jetzt ins Philosophieren, da ist der Spielpartner nur der Mensch, der Dienstleister, aber so einfach ist es ja nun mal dann wieder gar nicht, es ist ja viel komplexer.
Temel Also es ist ja auch, es
Sebastian Aber sagen wir so, wir haben Sicherheitsmechaniken wie Safe Words oder im Prinzip irgendeine Sicherheitsmechanik hat jeder, auch wenn man sagt, man spielt ohne Safe Word. Trotzdem hat man sich darüber Gedanken gemacht, wie beide sich gegenseitig davor schützen, dass wirklich Mist passiert. Sollte man zumindest.
Temel ist richtig, die Sicherheitsmechaniken können einfach anders sein. Also ich sage häufig, habe ich glaube ich auch bei dir schon mal gesagt, dass meine Sicherheitsmechanik vor allem über die Partnerauswahl oder die Menschenauswahl einfach geht. Das ist auch ein großer Sicherheitsmechanismus. Und ich wollte es jetzt auch gar nicht so einteilig formulieren, von wegen, ich suche mir irgendeinen, der meine Bedürfnisse erfüllt. Einen sehr schönen Teil am BDSM-Spiel finde ich tatsächlich auch, so die Tiefe der Verbindung, die sich zu jemand anderem aufbaut und auch die Unberechenbarkeit daraus. Also ich brauche tatsächlich irgendwo so diesen, ja
Sebastian ist so ein bisschen wie ein Glücksspiel. Kann das dasselbe Zentrum im Hirn treffen?
Temel genau, ja so diesen Thrill, also das Bedürfnis, vielleicht kommt das auch wieder in dieses Kontrollieren oder Nichtkontrollieren, wenn wir Kontrolle abgeben, also wo ich doch im Alltag sehr viel Kontrolle habe und die auch wähle, finde ich es tatsächlich sehr, sehr spannend, wenn ich da mit jemand anderem zu tun habe, der andere Vorstellungen hat oder andere Ideen als ich und ich dann einfach mal gucke, was dem so einfällt. Das ist einfach spannend. Also ich bin auch einfach ein wahnsinnig verspielter Mensch, der tendenziell schnell gelangweilt ist. Und ich fände es für mich persönlich brutal langweilig, wenn ich im BDSM auch noch die Kontrolle hätte. Das ist einfach, ja, das ist vielleicht so ein bisschen platt dahergesagt, aber so empfinde ich das tatsächlich.
Sebastian wäre langweilig.
Temel Also irgendwie, BDSM ist ja was, was ich mache, weil ich Spaß daran habe und wenn es langweilig ist, macht es keinen Spaß.
Sebastian Ja, aber ich glaube, da ist jetzt so ein Punkt. Wir unterstellen jetzt, dass jeder BDSM macht, weil er Spaß dran hat. Und weil in meiner Definition ist BDSM nur deshalb BDSM, weil es irgendwas bringt, weil es was Positives bewirkt. Alles andere ist kein BDSM. Deshalb fällt es mir immer so schwer, von schlechten BDSM zu sprechen, so in Abhängigkeitsverhältnissen und dann ist der Konsens nicht gegeben. Aber dann ziehe ich halt immer die Grenzen und sage, Moment, das ist dann für mich persönlich definiert kein BDSM mehr, weil ich entziehe dem Ganzen ja die Berechtigungsgrundlage. Oh, das können wir aber ewig diskutieren. Was machen wir denn jetzt?
Temel Wir haben jetzt BDSM definiert, wir sind dran.
Sebastian Ja, ja, du wolltest doch Feminismus mal eben schnell kurz abhaken.
Temel Ja, ich hoffe schon, dass ich das damit ein bisschen tun konnte.
Sebastian es nochmal in einem Satz abhaken?
Temel Also allen da draußen, vielleicht die für sich selber auch mit dem Thema so ein bisschen hadern, wie kann ich BDSM mit meinen sehr liberalen Vorstellungen vereinbaren oder mit meinem eigenen Feminismus vereinbaren. Ich rate einfach, macht daraus gar nicht so einen großen Kampf. Überlegt zuallererst, und das ist auch der Kern des Feminismus, überlegt, was ihr selber wollt. Und setzt das durch. Und lasst euch nicht von irgendjemandem erzählen, ihr dürft das nicht entscheiden, ihr seid unmündig oder sonst wie unterdrücken, sondern geht nach euch selber und nach euren Bedürfnissen und verfolgt die. Und das wird euch auf den Weg bringen, der gut ist. Und dann braucht man auch vor allen anderen Dingen auf der Welt keine Angst zu haben, dass die sich nicht mit dem Feminismus vereinbaren lassen oder sich irgendwelchen Blödsinn erzählen zu lassen. Es gibt natürlich auch Feministinnen, die Blödsinn erzählen. Komische Leute gibt es überall.
Sebastian Oh Mann, du machst ja echt einen Rundumschlag.
Temel Aber danach, ja, aber, ja, dass es komische Leute gibt überall, das kann man, glaube ich, so als Fakt für die Welt festhalten.
Sebastian Stopp. gut jetzt.
Temel Das ist aber auch nicht, genau.
Sebastian Ja, es gibt immer Idioten, das ist klar. Dieses Thema Informationsvorsprung generell mag ich, ich glaube, das mag ich in Zukunft noch mal ein bisschen thematisieren, weil ja auch ganz oft einfach Menschen aufeinandertreffen.
Temel Aber das ist nicht das
Sebastian Da kommt jemand neu in die Szene, der sucht ja jemanden zum Spielen und jetzt findet er jemanden und da ist ein bisschen Erfahrung ja gar nicht so schlecht. Und jetzt ist dann die Frage, wie kriege ich dieses Ungleichgewicht, wie kriege ich das so verarbeitet, dass beide davon etwas Positives haben? Ist ja auch nicht mehr so einfach, ne?
Temel man selber noch keine Erfahrung hat und sich dann Leute sucht, die Erfahrung haben.
Sebastian Ja, also ja, das ist so der Punkt. Ich muss ja dieses Ungleich... Nehmen wir mal ein Beispiel. Nehmen wir mal an, ich suche mir heute ein neues Podcastsubbie. Nur mal so, nicht, dass das notwendig wäre.
Temel Aha, ja.
Sebastian Obwohl eben war die Tür auf, es zog hier wie Hechtsuppe durch und dann schrieb ich hier in mein kleines Chatfenster rein, es zieht. Dann passierte nichts. Aber gut, das Podcastsubbie darf bleiben. Ist nämlich auch so ganz toll.
Temel Ja, Glück gehabt.
Sebastian Nein, aber dann habe ich möglicherweise jemanden vor mir, der null Erfahrung hat und dann ganz ehrlich, meine Idee ist dann immer, okay, man fängt mit jemandem, mit dem man neu anfängt zu spielen, fängt man einfach bei null an. Und dann lernt man einfach von vorne nochmal und sagt nicht, ich kann schon Leute auffängen und tackern und keine Ahnung was, sondern man fängt einfach da an, wo der andere ist und holt ihn ab und dann wächst man gemeinsam. Ich finde das einfach gar nicht schlecht, diese Perspektive.
Temel Das unterstütze ich total. Total. Das kann man auch noch mal erwähnen. Egal, ob man jetzt schon länger BDSM macht oder gerade an Tag 1 ist. Ich sage ja auch immer, ich bin das größte Weichei von allen oder der ahnungsloseste Anfänger von allen. Ich stehe dazu. Es ist nicht nur nicht schlimm, von etwas noch keine Ahnung zu haben, sondern es ist eigentlich ganz normal. Es gibt so viele Dinge, keiner kann die alle kennen. Und ich finde auch, wenn man irgendwo einen neuen Spielpartner hat, dann sollte man ja auch nicht da hintreten und sagen, sagen, ja, ich habe schon zehn Jahre BDSM-Erfahrung als Sub. Du kannst also schon voll in die Vollen gehen, sondern man sollte individuell immer gucken, wie das passt und wie viel man sich selber zutraut. Also das hat nichts mit der Erfahrung zu tun. Auch da kommt wieder das Thema Selbstverantwortung hinzu. Aber lasst euch da nichts erzählen von irgendwelchen anderen mit viel Erfahrung, wenig Erfahrung. Schaut nach euch selber. Ich glaube, das ist ein Punkt, den kann man gar nicht oft genug und stark genug betonen.
Sebastian Jetzt hast du quasi ein Machtwort gesprochen.
Temel ist so simpel. Tja, ich habe mit Thor's Hammer auf den Tisch gehauen.
Sebastian Weißt du was, ich stelle dir jetzt eine letzte Frage. Kannst du noch Nein sagen?
Temel ich hoffe, ich habe es vermieden. Er hört ja zu. Also hoffe ich mal, ich habe es vermieden.
Sebastian Ja, wir es ja jetzt aufgenommen.
Temel Ja, super. Ich hoffe, ich habe es drum herum geschifft.
Sebastian Idealerweise hättest du auf die Frage jetzt einfach Ja gesagt und dann wäre gut gewesen.
Temel Schöne
Sebastian Okay, also ich sehe das Thema, oh Gott, warum werden alle Themen momentan so komplex eigentlich? Ich finde das gut.
Temel Themen. Das ist eine gute Sache, die du da machst, weil die Themen besprochen werden wollen. Es ist gut, die von links nach rechts zu drehen und unterschiedliche Sichtweisen zu hören. Also ich finde das auch gar nicht schlimm, wenn du mal nachfragst oder wenn es auch mal kontroverser wird. Ich finde das gut. Nur so können wir einfach alle im Level der Erkenntnis aufsteigen. Ich finde das super und weiter so.
Sebastian Ja, level up.
Temel Level up, ja, total.
Sebastian Ja, wir müssen mal gucken, wo uns das hinführt. Ich bin auch dafür. Wir machen tatsächlich im Rückblick mir die Folgen am meisten Spaß, wo es manchmal auch ein bisschen knirscht. Wo dann einfach mal jemand sagt, das sehe ich aber anders. Und dann versucht man Argumente. Und manchmal sind die Argumente gut und manchmal prallen die auch völlig ab, weil man sich nicht informiert hat.
Temel Ja, ich
Sebastian Ich glaube, das ist völlig in Ordnung, wenn man die austauscht. Man darf sich nur nicht hinterher, darf man nicht böse aufeinander sein und sagen, du bist aber doof, du hast ja eine ganz andere Meinung als ich. Auch da wieder Konsens herstellen. Und im Zweifel lautet der Konsens, wir haben eine unterschiedliche Meinung. Auch das ist okay. Damit kann man umgehen. Aber wir müssen halt drüber sprechen.
Temel denke, häufig ist es sogar ein Qualitätskriterium, dass an bestimmten Themen sehr viel Kontroversität herrscht. Denn wenn man sich mit etwas auseinandersetzt, woran einem viel liegt, dann setzt man sich eben so genau damit auseinander, dass es manchmal auch einen Zwiespalt gibt. Ich denke, gerade weil einem an einem Thema was liegt, kann es da auch mal Zweifel oder Schattenseiten geben. Das ist was ganz Normales. Das ist nichts, wofür man sich fürchten muss. Also irgendwo Zweifel und harte Themenwechsel oder sonst irgendwas, das muss ein Thema oder das muss eine Diskussion aushalten. Das ist was Gutes und eigentlich meiner Meinung nach ein gutes Zeichen.
Sebastian Ich sage es mal so, selbst wenn ich mit jemandem wirklich unterschiedlicher Meinung bin, hinterher geht man zusammen einen trinken und dann ist es okay. Okay, das ist in Ordnung. So, ich werde dich jetzt hier aus der Leitung werfen. Ich werde diese Sendung jetzt zu Ende bringen.
Temel Ja, ich
Sebastian Und ja, erstmal vielen Dank dafür, dass du hier angerufen hast und nochmal das Ende der Sendung nochmal um eine gute halbe Stunde rausgezögert hast. Wunderbar.
Temel könnte das Thema aber so nicht stehen lassen. Das hat mir zu sehr in den Fingern gejuckt. Das ist mir selber ein Bedürfnis und da musste ich doch ein paar Dinge dazu sagen und vielleicht konnte ich ja einigen ein bisschen das Thema etwas klarer zusammenfassen. Ich hoffe es.
Sebastian Du hast deine Meinung gesagt, das finde ich gut. Und wenn wir nächste Woche darüber oder Ende der Woche jetzt noch weiter darüber sprechen, mein Gott, dann machen wir das eben. Dafür haben wir diesen Raum hier und diese Möglichkeit. Und das ist ja gar nicht schlecht. So, du ab wieder zurück in den Chat mit dir.
Temel Genau.
Sebastian Ich werde jetzt auflegen. Mach's gut. Tschüss.
Temel Danke dir. Tschüss.
Sebastian So, das war die letzte Anruferin. Hier kommt auch keiner mehr durch heute. Ich mache das jetzt hier mal aus, denn es ist tatsächlich schon wieder 23 Uhr. Ach, ich bin gerade begeistert. Nochmal gerettet hier. Ihr lasst mich ja von Sendung zu Sendung immer ein bisschen länger warten, bis hier irgendjemand anruft. Aber im Endeffekt klappt es dann doch und ich finde, da kommt auch echt was Gutes bei raus. Und ich mag den Chat, da ging es jetzt gerade noch so ein bisschen hoch her, nochmal ermutigen. Diskutiert das ruhig aus, das ist in Ordnung. Seid trotzdem respektvoll zueinander, das klappt, soweit ich das sehe, ganz wunderbar. Und da bin ich so ein bisschen stolz drauf, dass hier die Hörer der Kunst der Unvernunft dann auch wirklich einfach mal verschiedene Meinungen haben und dann eben drüber sprechen. Und, ja, man kann auch manchmal ein bisschen beleidigt sein, aber im Grunde genommen glaube ich immer, niemand meint es wirklich böse. So, was bleibt mir noch zu sagen? Am Freitag geht es hier weiter und zwar um 20.30 Uhr wie immer, denn es gibt ja immer noch Corona und immer noch ist kein Stammtisch in Sicht und dann machen wir das halt. Ich habe tatsächlich auch schon Gäste eingeplant, nämlich eine Autorin. Das habe ich, glaube ich, schon mal erwähnt. Und also im Moment ist sie glücklich mit dem, was ich so, ja, so kurzhörbuchmäßig da produziert habe, auch wenn ich diesen Text unfassbar bösartig überarbeitet habe, damit ich es schaffe, ihn nämlich zu lesen. Wir werden sehen, ob ich das dann hier veröffentlichen darf. Ich bin da sehr gespannt. Und ja, dann gibt es am Freitag auch wieder ein paar Anrufer, wenn denn welche da sind und ich freue mich einfach drauf, die Woche dann mit euch ausklingen zu lassen. Jetzt erstmal schönen Abend, ich spiele jetzt noch ein letztes Lied, was habe ich denn? Eins habe ich noch, Poor Old Sun habe ich noch und ja, kommt gut ins Bett, ich wünsche euch einfach noch einen schönen Restabend, ganz viel Spaß und ja, bis Freitag, tschüss.