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Sebastian
Es ist Freitag, der 8. Mai und es gibt immer noch keine Stammtische und was
machen wir da? Dann machen wir eben die Unvernunft live immer weiter, bis man
wieder irgendwo hingehen kann. Ja, heute habe ich eine Menge vor mit euch. Wo
fange ich denn an?
Ja, also erstmal mag ich heute mal was erwähnen, was ich sonst nie erwähne. Ich
bekomme recht viele E-Mails in letzter Zeit und die sind eigentlich immer
gespickt von Lob und netten Anregungen, Aber wirklich, Mensch, das finde ich
total schön einfach, dass ich positives Feedback bekomme und an alle anonymen
Mail-Schreiber jetzt einfach mal Dankeschön. Das ist so eine richtig tolle
Motivation zum Weitermachen und deshalb mache ich das jetzt auch.
Heute werden wir dieses kleine Paddel los, was hier seit zwei Wochen rumliegt.
Ah, das ist ein schöner Klang, ne? Das wird verlost. Ich muss mal schauen, wie
wir das machen. Entweder ist die Losbox jetzt schon voll, sie ist auf jeden Fall
vorbereitet.
Oder wir fügen heute vielleicht noch ein oder zwei Anrufe hinzu. Dafür hätte ich
Blanko-Zettel. Dann müssen wir mal gucken, wie wir das machen. Wir wollen ja
auch nicht zu lange machen. So.
Ja, und ich habe heute zwei zwei sehr, sehr nette Gäste und fangen
jetzt einfach mal mit dem ersten an.
Ich begrüße Evilsheep oder auch Michael, hallo.
Evilsheep
ja
Sebastian
So, man kennt dich schon über zwei Ecken so ein bisschen.
Evilsheep
doch wahrscheinlich die meisten ohne es zu wissen das
Sebastian
Also du bist 47, aus NRW, so ein Kerl und
Evilsheep
richtig genau ja
Sebastian
du gehörst zu Temel.
Evilsheep
genau richtig ich bin so die ich bin die eine hälfte oder beziehungsweise eine
der beiden der beiden partner von themen ich bin mit ihr jetzt seit knapp sieben
jahren verheiratet wir kennen uns seit zehn jahren und der ein oder andere kennt
mich von ihren früheren comics aus vielleicht wo ich den männlichen partner
gestellt habe und ja dass das so zu meinem hintergrund kann
Sebastian
Okay, damit haben wir den Hintergrund, damit können wir das ein bisschen
einordnen. Ich sag mal so, da das zum Thema gehört, du hast halt eine, ich sag
mal, sehr lustbetonte Frau im Haus sitzen.
Evilsheep
man kann man so sagen, ja, richtig, ganz genau.
Sebastian
Okay.
Evilsheep
Sex ist generell bei uns zumindest verbal ein extrem großes Thema, ja.
Sebastian
Ja genau, zumindest verbal. Also ich mag mal einen kleinen Ausblick geben. Ich
mag natürlich gleich so ein bisschen wissen, wie kommt man da überall hin.
Aber wir sprechen heute auch über Asexualität.
Und gut, da bist du ja dann der Experte und dann stelle ich einfach meine Fragen
und dann passt das schon.
Evilsheep
Experte hat jetzt vielleicht ein bisschen viel gesagt, aber okay, gut, wir
werden einfach mal sehen, was ich da so erklären kann vielleicht.
Sebastian
Ja, du erzählst einfach von dir und dann ist das ja zumindest authentisch und
passend. Und dann im Vergleich zu mir ist ja eh jeder ein Experte, muss man mal
ganz ehrlich sagen.
Evilsheep
Ja,
Sebastian
Okay, trotzdem, du betreibst ja auch BDSM.
Evilsheep
das ist richtig. Eigentlich sogar relativ aktiv mein ganzes Leben lang, mehr
oder weniger.
Das Ganze aber halt auf einer
asexuellen Basis.
Das passt zusammen. vielleicht kriegt das dann ein bisschen erklärt wie es
zusammenpasst aber ja ich betreibe BDSM seit meinem 20, 25 Lebensjahr genau weiß
ich das eigentlich noch gar nicht mehr das ist schon so lange zurück aber ja
definitiv und seit seitdem war ich auch relativ aktiv hier in der kölner szene
mich kennen auch viele und ja gut
Sebastian
Okay, na gut, dann gehen wir mal direkt ins Thema rein, würde ich sagen.
Schauen wir uns erst mal dich an. Dann, also wir haben jetzt den Begriff
Asexualität hingeschmissen. Wie definierst du das denn überhaupt, dass man da
mal so einen Überblick bekommt?
Evilsheep
das ist wie definiere ich das wenn ich definiere es vor allem für mich also ich
glaube das thema asexualität kannst du es gibt dazu allgemeingültige
Definitionen, wie fehlende, dass den Personen, ich sag mal, die Lust auf Sex
fehlt, dass die Personen keine sexuelle
Gefühle fühlen und so was. Aber man kann das, glaube ich, wirklich nur für sich
selber definieren. Die Graustufen sind da sehr groß. Ich glaube, es gibt extrem
viele Personen, die sich als asexuell definieren oder zumindest in diese
Richtung tendieren und das alles so ein bisschen auf ihre eigene Art leben. Wie
lebe ich das? Also bei mir ist es tatsächlich so, dass ich Ich war eigentlich in
keiner meiner Beziehungen, die ich jemals hatte, und das ist jetzt nicht nur die
zu Themen gewesen,
beziehungsweise immer noch die zu Themen, sondern auch viele im Vorfeld habe ich
eigentlich nie wirklich mich wirklich sexuell zu meinen Partnern hingezogen
gefühlt.
Das war immer eine tiefe Verbundenheit, eine tiefe Liebe, darum geht es gar
nicht, das war immer vorhanden. Aber es war eigentlich nie ein sexueller Gedanke
bei mir, der mit diesen Beziehungen verbunden war.
Entsprechend wenig selber hatte ich.
Meine Partnerin und ich haben Sex gehabt und das ist so ein bisschen das, was
bei mir diese Beziehung geprägt hat.
Eigentlich auch viele Sexpraktiken, die ich mache, auch gerade im Zusammenhang
mit BDSM mache, sind nicht so ausgestaltet, dass sie bei mir sexuelle Reize
bringen, dass sie mich sexuell erfüllen. Das ist so ein bisschen die
Asexualität, die bei mir, glaube ich, vorliegt.
Sebastian
Okay, ja, wir haben das im Vorgespräch so ein bisschen auseinandergezippelt
tatsächlich.
Ich habe hier stehen als Zitat hoffentlich richtig, ich werde nicht geil. Ich
glaube, das ist so der Punkt an der Geschichte.
Evilsheep
Ja, richtig. Richtig, genau. Ja,
das ist ein ganz zentraler Punkt, glaube ich. Also, dass Partner
unterschiedliche Libido zum Beispiel verspüren, das ist ja nichts
Ungewöhnliches. Ich bin jetzt tatsächlich, glaube ich, an einem Spektrum, wo
dieser Sextrieb eigentlich gar nicht mehr vorhanden ist oder gar nicht vorhanden
ist. Und ein Beispiel, das ich dir auch genannt hatte in unserem Vorgespräch,
war das Thema Bondage. Wenn ich irgendwas mit Bondage mache, sei es aktiv, sei
es passiv, es ist nichts, was mich, es macht mich nicht geil. Also während
andere eine sexuelle Erregung spüren, passiert das bei mir einfach nicht.
Sebastian
Ja, das heißt aber, also ich sehe das ja, ich sehe ja immer die Vorteile des
Ganzen. Das heißt, du kannst eigentlich sehr schön methodisch daran gehen und
mit, ich sag mal, dein Geist ist jetzt nicht vernebelt.
Evilsheep
Ja, das ist richtig. Das ist ein bisschen entemotionalisiert, glaube ich, bei
mir.
Du hattest in unserem Vorgespräch das Wort so ein bisschen nerdig rangehen
erwähnt und das passt, glaube ich, eigentlich auch gar nicht so schlecht. Es ist
tatsächlich so, dass mir Dinge wie Bondage oder auch diverse BDSM-Praktiken, die
ich betreibe, eigentlich sehr gut gefallen, allerdings in einer anderen Art und
Weise, wie viele das, glaube ich, verbinden. Und für mich ist es mehr ein
Erlebnischarakter dieser Aktivitäten. Wenn ich jemanden fessel, ist es nichts,
was mich erregt, sondern es ist tatsächlich eine spürende Verbindung zu dieser
Person. Es ist Intimität, es ist Nähe, es ist eine große Verbundenheit. Und
es ist vieles aus dieser Richtung. Und vor allen Dingen die Nähe ist mir da
extrem wichtig. Es ist halt nur kein Sex für mich.
Sebastian
Kann ich das mit Kuscheln vergleichen?
Evilsheep
Ja, definitiv. Also ich bin ein riesengroß verkuschelter Mensch, glaube ich. Das
auch seit ewigen Zeiten. Und das kann, glaube ich, auch jeder bestätigen, der
mich kennt.
Sebastian
Okay. Okay.
Ja, also es ist so ein bisschen der Punkt, für viele Menschen, und da gehöre ich
auch so ein bisschen dazu zumindest, ist BDSM, ja, warum mache ich das? Weil es
irgendwie, es macht Spaß und es befriedigt vor allen Dingen irgendwie auch. Es
ist einfach ein Prozess, etwas, was man tut und da spielt für mich jetzt die
stumpfe Geilheit auch rein, wobei Geilheit macht blöd, muss ich immer sagen.
Wenn ich spitz bin, dann schieße ich gerne über das Ziel hinaus.
Aber wenn ich diesen Aspekt mal weglasse, weil man macht ja mal Sachen, wenn man
einen ruhigen Abend hat, sage ich mal, dann ich versuche mir das so ein bisschen
da vorzustellen, mich da so ein bisschen rein zu versetzen. Und wenn ich einfach
mit Subbie ein bisschen am Bondagen bin, ohne jetzt weiter, dass wir weiter was
vorhaben, kann ich das vergleichen? Kann man das auf diese Ebene bringen? Geht
das? Ich
Evilsheep
Ja, durchaus. Ich habe auch diese Abende, wo ich mit einem
Spielpartner oder mit Temel dann zusammensitze und wir ein bisschen so
rumfesseln oder halt ein bisschen was machen. Ja, klar, das kann man vielleicht
vergleichen. Ich glaube aber, das geht auch bei mir dann tatsächlich noch
gefühlstechnisch deutlich intensiver.
Das hängt auch ein bisschen davon ab, was man natürlich macht. Also Bondage ist
jetzt vielleicht eine Form, die in der Regel sehr ruhig abläuft, wo die beiden
Partner sehr ineinander verschmelzen können, wo sie sehr miteinander eins
werden, je nachdem, wie intensiv man das natürlich betreibt. Das geht aber auch
durchaus noch weiter. Wie gesagt, dieser Event-Charakter des BDSM, der für mich
sehr entscheidend ist oder der bei mir sehr dominant ist, das hängt auch mit der
Gestaltung der Session zusammen. Also zum Beispiel für mich sind fantasievolle
Sessions, die eingebettet sind in Storys, extrem interessant. Das heißt also,
dass man quasi Teil seines eigenen Spielfilms wird, seines eigenen
Improvisationstheaters wird. Und das ist für mich ein ganz entscheidender Aspekt
im BDSM. Also die Fantasie, die da drin steckt, die einfach im Prinzip
eigentlich auch eine Schlacht zweier kluger Köpfe, die sich da vielleicht um die
Herrschaft balgen oder um die Dominanz in dieser jeweiligen Situation balgen.
Das ist ein sehr interessanter Aspekt für mich. Und es geht also weit, weit über
dieses Kuscheln, sage ich mal, hinaus.
Sebastian
muss mal gerade Luft holen, da Temel ja tatsächlich ja auch schon dabei war,
kann ich das ja mal sagen. Ihr habt beide diese Angewohnheit, sehr lange und
ohne Atempause zu reden. Könnt ihr überhaupt noch mit euch miteinander
unterhalten, wie macht ihr das?
Evilsheep
ich weiß.
Es ist manchmal schwierig. Also wenn wir mal richtig ins Reden kommen, dann kann
auch schon mal die halbe Nacht draufgehen und wir merken das gar nicht so
richtig. Aber tatsächlich ist Temel da noch ein bisschen schlimmer als ich es
bin.
Sebastian
Das werde ich ja jetzt sehen, mal gucken. Ich kann ja auch leider hier jetzt die
Hand nicht heben und sagen Stopp, aber das passt schon irgendwie.
Evilsheep
denke ich auch.
Sebastian
irgendwie.
Evilsheep
Ja,
Sebastian
habe noch einen Punkt, den ich da noch ein bisschen mit einfließen mag. Du hast
viel über Penetration auch mit mir gesprochen, weil ich muss ganz ehrlich
gestehen, ich kenne jetzt auch nur den Wikipedia-Artikel und der ist dann auch
sehr schwammig und sagt sehr vieles aus. Da hast du gesagt, das ist aber kein
Problem,
nur überhaupt nicht wichtig.
Evilsheep
richtig. Also es ist diese asexuelle, sich selber als asexuell zu definieren,
bedeutet nicht unbedingt sexuell abstinent zu leben. Das geht durchaus überein,
kann aus verschiedensten Gründen übereingehen. Also in diesem Wikipedia-Artikel
ist jetzt als Beispiel genannt, dass wenn Leute in einer Beziehung sind und der
Wunsch nach einem Kind da ist, dass man trotzdem sagt, okay, komm, ich mache
auch mit. Oder dass man halt wirklich das Ganze aus Liebe zum Partner macht,
weil der Partner einem viel bedeutet und gerne Sex hätte und dass man dann halt
sagt, okay, mache ich. Aber ja, es ist nicht wichtig.
Es passiert auch bei mir in Sessions, dass ich mit meinen Spielpartnern
sexuelle Dinge mache, also sexuelle Aktivitäten entwickle. Die sind nur absolut
random, das ist kein Ziel.
Sebastian
Also du ergreifst also nicht die Initiative, sondern das kann halt einfach
passen, sage ich mal.
Evilsheep
Das passiert einfach.
Sebastian
Okay,
Evilsheep
Einmal das, richtig. Die zweite Sache ist, wenn ich in der dominanten Rolle
spiele, ist es halt so, dass ich eigentlich in der Regel dann, wenn es zu
solchen sexuellen Aktivitäten kommt, der gebende Person bin. Also ein ganz
konkretes Beispiel ist ein Handjob. Das ist eigentlich ein superschönes Beispiel
für das, wie ich das handhabe oder wie ich das, im wahrsten Sinne des Wortes,
wie ich das mache. Es ist für mich, ich brauche mich um mich eigentlich nicht zu
kümmern, um meinen Orgasmus, den ich sowieso nicht will, der für mich völlig
uninteressant ist. Aber ich kann dem Partner was Gutes tun. Und das ist ein ganz
typisches Element in meinem BDSM, wenn es tatsächlich zu sexuellen Handlungen
kommt.
Sebastian
also da ist wieder auch dieser Reaktionsfetisch taucht da wieder auf.
Evilsheep
Definitiv, ja, definitiv. Der Reaktionsfetisch ist, glaube ich, für mich ein
ziemlich, oder zumindest ich mag Reaktionen, sagen wir es mal so.
Und das jetzt gleich ein ganzer Fetisch ist, weiß ich nicht, aber ich mag auf
jeden Fall Reaktionen beim Partner hervorrufen und auch, dass der Spielpartner
bei mir Reaktionen hervorruft. Ja, definitiv, ist ein ganz großer Aspekt.
Sebastian
Okay, und wie reagierst du, wenn dein Spielpartner sagt, jetzt müsstest du mich
aber mal durchvögeln, ich brauche das gerade.
Turnt dich das eher ab? Wobei, wenn du nicht aufgegeilt bist, kannst du auch
nicht abgeturnt werden.
Ich versuche da gerade so ein bisschen auseinanderzufisseln, dass man ja schon
emotionale Hochs und Tiefs hat und da auch eine Dynamik ist und das ja nicht
alles flach und langweilig ist.
Evilsheep
Also die Dynamik in der Situation ist, glaube ich, eine ganz entscheidende
Komponente auch bei der Sache. Also grundsätzlich, wenn ich nicht geil bin, kann
ich natürlich auch schwierig was machen. Es sei denn, ich gehe wieder in diese
gebende Rolle rein, wo ich meine Hand halt einfach einsetzen kann. Aber diese
Dynamik in der Situation ist für mich extrem wichtig. Also für mich in solchen
BDSM-Sessions kommt es immer wieder auch auf den Kontext an. Im Kontext bin ich
zu vielem bereit, sage ich jetzt mal, auch wenn es mir, da mache ich Dinge, die
ich vielleicht so außerhalb dieses Kontext nicht machen würde. Das heißt also,
wenn irgendeine Aktion, muss jetzt gar nicht mal Sex sein, kann auch viele
andere Dinge sein, wenn irgendeine Aktion in diesen Kontext reinpasst, in diese
Spielsituation reinpasst, finde ich sie völlig okay, mache ich sie auch. Sie
muss aber passen. Ich mag es zum Beispiel nicht, Schlagen um das Schlagen zu
werden. Ich bin absolut unmasochistisch. Im richtigen Kontext würde ich aber
durchaus sagen, dass Schmerz etwas Interessantes hat. Das ist, um es jetzt mal
vom Sexuellen rauszuholen, um einfach mal einen Vergleich zu haben. Ich bin
absolut kein Masochist, aber im richtigen Kontext könnte sowas passen.
Sebastian
Also zum Beispiel, wenn es deinem Gegenüber gefällt. Wir müssen vielleicht mal
erwähnen, dass du switchst.
Wenn du eine Schublade brauchst, dann gehörst du da rein.
Evilsheep
Ich mag diese Schubladen eigentlich nicht mehr. Früher vor vier, fünf Jahren
hätte ich mich sicherlich klassisch als Dom bezeichnet. Da hatte ich eigentlich
auch keine Switch-Erlebnisse in dieser Art.
Mittlerweile würde ich mich auch nicht als Switch bezeichnen, aber als
Experimentierfreudig. Also ich lasse Dinge auf mich zukommen und gucke mal, ob
sie interessant sind, um sie zu erleben. Ja,
Sebastian
Okay. Das heißt, du bist so, ich würde es mal so ein bisschen sagen, so
Rollenspiel, D/s, Bondage, das ist so dein Zuhause und was da so ein bisschen
reinpasst, das ist für dich einfach Entspannung. Treffe ich das damit?
Evilsheep
das trifft es ziemlich auf den Kopf. Also Rollenspiel, D/s, Bondage, sind
eigentlich, glaube ich, die Faktoren, die mir am BDSM am meisten gefallen, wo
ich auch wirklich Entspannung finde. Und das war schon ein guter Treffer, ja.
Definitiv.
Sebastian
ich mag mal ganz kurz zwischendurch, das mache ich ja sonst nicht, aber ich
erwähne mal kurz im Chat, da ist nämlich Bondage Love und hat gemeint, heute ist
der Mensch erst auf den Podcast gestoßen. Du bist hiermit offiziell und herzlich
willkommen. So, mal sehen, ob er gleich wieder weg ist, der Mensch.
Okay.
Ich sehe natürlich, wir müssen das ja ein bisschen aufbauschen, den Konflikt mit
der Frau im Haus. Das heißt, ihr seid beide am anderen Ende des Spektrums.
Das stelle ich mir sehr anstrengend vor, weil wenn sie wieder ihre Urlaubsphasen
hat und wieder gar nichts machen darf, dann redet ihr dort den ganzen
Tag miteinander. Das muss ich doch irre machen.
Evilsheep
Nein, ganz im Gegenteil. Das ist super interessant.
Wer sich noch nie mit Themen über Sex ausgetauscht hat, sollte das dringend tun.
Das ist wirklich hochinteressant und ich mache es gerne. Es geht auch nicht nur
um, ich sage jetzt mal, möglichst dreckige Fantasien, sondern es geht auch viel
um die Dinge, die dahinterstehen, die psychologischen Dinge und die Gefühle, die
dahinterstehen. Es ist super interessant und nein, das macht mich überhaupt
nicht kirre. Also das kriegen wir eigentlich ganz gut geregelt. Du willst aber
wahrscheinlich auch auf einen anderen Punkt raus.
Sebastian
will immer auf irgendwas hinaus. Das ist ja klar, ne?
Evilsheep
Ja, also das Problem ist, wie gesagt, die Asexualität begleitet mich eigentlich
seit Ewigkeiten, seit ich denken kann. Das war nur für mich in einer langen Zeit
überhaupt nicht so definiert.
Sebastian
Siehst du das tatsächlich als Problem?
Evilsheep
Und das ist im Prinzip jetzt, sag ich mal, also meine Asexualität sehe ich nicht
als Problem. Nein, da ist kein Leidensdruck, gar keiner.
Sebastian
Okay.
Evilsheep
Das ist natürlich für eine Beziehung schwierig, gerade für eine Beziehung zu
einer Person, die eine extrem starke Libido hat und die sehr viel an Sex denkt
und die sehr viel auch Sex möchte.
Ich glaube, das stellt jede Beziehung, egal wie sehr man sich liebt, irgendwann
mal vor Belastungsproben oder man muss da Auswege Man muss als Partner
aufeinander zugehen und irgendwie halt Wege aus dieser Situation finden. Also es
war auch bei uns so, dass wir uns zwischenzeitlich gefragt haben, wie wir
damit umgehen. Ich muss kurz vielleicht nochmal ausholen. Ich weiß, ich rede
viel, aber geht in dem Fall vielleicht gar nicht anders.
Sebastian
Rede.
Evilsheep
Also diese Tatsache, dass ich asexuell bin, die weiß ich erst seit
kurzem. Also ich bin mir erst seit kurzem dessen bewusst, dass ich es bin. Ich
habe mich auch lange Zeit gefragt, was ist los mit mir? Warum habe ich da keine
wirkliche Lust drauf auf Sex? Und das Ganze ist
eigentlich erst so ein bisschen bei mir, hat bei mir angefangen, dass ich
darüber nachdenke und dass ich da eine Identität finde. Als ich vor zwei, drei
Jahren auf Twitter eine Person aus dem A-Spektrum kennengelernt habe, von der
ich eigentlich sehr vieles gehört hatte, wo ich mich widerfand und die dann
diesen Begriff quasi mir erstmal bewusst gemacht hat. Und daraufhin bin ich so
ein bisschen hingegangen, hab recherchiert und hab mich umgeschaut und merkte
eigentlich, dass extrem viel auf mich zutrifft. Und dann ist einfach ein Prozess
in Gang gekommen, an dessen Ende halt für mich definitiv war, dass ich asexuell
bin. Und also eigentlich rede ich heute das erste Mal öffentlich darüber, muss
ich ganz ehrlich sagen. Soweit. Das ist noch nicht lange her. So zurück zu
Themen und unserer Beziehung.
Sebastian
Ich fühle mich geehrt, wenn du das tatsächlich jetzt hier das erste Mal tust.
Dankeschön.
Evilsheep
Ja, ist de facto so.
Sebastian
Finde ich toll.
Evilsheep
Also mein Fetlife-Profil habe ich gestern umgestellt, aber es ist tatsächlich
das erste Mal, dass ich offen in der Öffentlichkeit darüber rede.
Und aber zurück zur Beziehung mit Themen. Also es ist tatsächlich so, dass wir
eigentlich unsere Beziehung stets als partiell offen angesehen haben Und das
Ganze hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt, auch aufgrund der Tatsache,
dass ich halt ihr nicht so viel Sex geben kann, wie sie möchte.
Und das hat sich über Spielpartner entwickelt, bis dann vor rund anderthalb
Jahren halt eine dritte Person in unsere Beziehung reingekommen ist und wo wir
am Anfang gesagt hätten, dass wir eine Beziehung haben, die so, ich sag mal,
eigentlich geschlossen mit Öffnungszeiten ist, so haben wir das immer
beschrieben, entwickelte sich das langsam zu einer offenen Beziehung und wir
würden es jetzt tatsächlich als eine Poly-Beziehung definieren.
Sebastian
Okay. hey,
Evilsheep
und das ist natürlich, ja, du zuerst.
Sebastian
du redest, pass auf, ich gehe jetzt mal eine Viertelstunde raus und du redest
einfach, es merkt keiner, alles gut, ja, schön.
Okay, wollen wir sagen, wer dazugekommen ist? Ja, kann man eigentlich, ne?
Evilsheep
Ja, ist sowieso bekannt, also der vor rund anderthalb Jahren ist dann auf einer
Party oder Event in unser Leben getreten, haben wir da, also wir haben das
kennengelernt und das hat sich halt so entwickelt, dass er jetzt der
Hauptspielpartner von Temel ist, ihr Dom ist, ihr Herrenmeister ist und viele
kennen ja ihre Storys vielleicht aus Fetlife, die in Comics, in den besten
Comics der Welt verewigt ist.
Und ja, erstmal eine Metamor und ich bin die Person im Hintergrund quasi, die ja
auch noch da ist.
Sebastian
der Böse, der die Strippen zieht, nein.
Evilsheep
Ja, nee, das nicht. Das nicht.
Sebastian
Also ich hatte so den Eindruck, als ich das ganze Konstrukt dann kennengelernt
habe, Ja,
ihr kommt damit gut klar und die Formulierung, die du jetzt auch benutzt hast,
das nimmt den Druck auch raus und ich habe dann auch gleich gesagt, ja, du hast
das outsourced.
Evilsheep
Ja, also es hat den Druck total rausgenommen. Es war ein extrem wichtiger, es
war ein ganz extrem wichtiger Schritt, glaube ich, auch für unsere Beziehung,
das zu machen.
Also wie gesagt, wir hatten nicht wirklich Probleme damit, aber es war schon
eine Belastung für uns beide. also für mich für Temel und dass das oder wenn
jetzt da ist nimmt der druck von mir runter ist eine unglaublich wichtige
komponente für Temel und ich glaube oder drin selber hat auch seinen spaß und
wir verstehen uns alle drei super und es ist wirklich also die beziehung hat da
ist dadurch aufgeblüht und es war ein ganz wichtiger schritt ist es war ein ganz
wichtiger schritt für uns beide und es war ein ganz wichtiger schritt dass wir
das wohl Temel auf mich zugegangen ist in indem sie halt einfach akzeptiert
hat, dass ich an Sex kein großes Interesse habe und ich einen Schritt auf sie
zugegangen bin und gesagt habe, ich gönne dir, dass du einen Spielpartner hast,
mit dem du glücklich bist. Und den hat sie gefunden.
Sebastian
Also das ist tatsächlich mal eine Fügung, die dann auch wirklich zusammenpasst.
Ich mag das immer mal so ein bisschen vergleichen, deine Position mit, stell dir
vor, du hast eine Partnerschaft und einer steht gar nicht auf BDSM und der
andere dafür sehr. Auch da, das ist ja ein Konflikt und der ist in vielen Fällen
unlösbar und jetzt habt ihr ja schon diese
BDSM Komponente gemeinsam, aber eine andere nicht. Das ist auch schon wieder so
eine Schicksalsfügung, wo es dann irgendwie wieder grausam ist. Aber ich habe da
einen Weg gefunden und das finde ich einfach total schön.
Du weißt, natürlich muss ich das ansprechen, dieses ganze Thema Eifersucht.
Wie gehst du denn damit um? Das kann ja nicht immer alles eitel Sonnenschein
sein. Ich
Evilsheep
Ja, das ist ein sehr schwieriges Thema. Ich glaube, gerade in Poly-Beziehungen
spielt Eifersucht viel häufiger eine Rolle, als die meisten Leute es tatsächlich
zugeben. Also ich würde niemals von mir behaupten, dass ich Eifersucht
überwunden habe.
Das ist eine Sache gewesen, die gerade, glaube ich, am Anfang auch bei mir immer
wieder mal im Kopf präsent war, die sich mittlerweile aber doch sehr, sehr, ja,
die hat sich sehr in den Hintergrund gezogen. Aber ich würde niemals behaupten,
dass Eifersucht in Poly-Beziehungen und auch hier in unserer Beziehung nicht
präsent ist. Es ist mir nur wichtig, dass meine Partnerin auch sich
ausleben kann, wie sie es möchte. Und da denke ich, ist Eifersucht überwinden
zwar immer wieder ein netter Spruch, vor allem in der Poly-Szene, aber ich
denke, man muss damit lernen zu leben. Und ich kann das, glaube ich, sehr gut,
weil ich halt auch einfach sehe, dass es uns alle voranbringt. Es ist ein Plus
für alle. Es ist nicht nur, dass irgendeiner gewinnt und der andere nicht,
sondern es ist tatsächlich in dieser Konstellation, wie wir sie haben, wirklich
ein Plus für alle. Und das hilft extrem, solche schwierigen Gefühle dann auch
wieder einzuordnen, unter Kontrolle zu halten. Also de facto kann ich jetzt mit
gutem Gewissen behaupten, Eifersucht ist hier in dieser Beziehung kein Thema und
ich habe das, ich gönne denen ihre, ich gönne denen ihre Treffs. Ja, von ganzem
Herzen.
Sebastian
gönne denen ihre Treffs. Da ist aber schon so eine gewisse Distanz höre ich
jetzt schon raus. aus.
Evilsheep
Ja, die Distanz ist ja auch gewollt von meiner Seite aus. Ich möchte in deren
beiden, in der Spielbeziehung der beiden greife ich nicht ein, gar nicht.
Das sind zwei erwachsene Menschen, die wissen, was sie tun, die beide extrem
verantwortungsbewusst sind und ich halte mich bewusst aus dieser Beziehung raus.
Also ich gehe jetzt nicht hin und rufe die oder ihn an und sage, du könntest mal
mit Temel dies und dies machen, die hat gerade dies und das gemacht. Da halte
ich mich komplett, sowas passiert nicht. Ich halte mich da komplett raus und das
ganz bewusst. Und diese Distanzierung ist insofern relativ positiv, weil sie
einfach notwendig ist, damit die beiden noch auch ihre Beziehung ausleben
können.
Sebastian
So, ich habe jetzt ja mal noch nur eine Frage von Kätzchen. Ich animiere
übrigens den Chat, alle möglichen Fragen zu stellen. Ihr wisst, wie schnell die
Zeit vergeht.
Evilsheep
Ja, bitte, fragt.
Sebastian
Kätzchen schreibt, ist er eifersüchtig auf oder ihn? Das haben wir gerade
geklärt, da er viel Zeit mit Temel verbringt.
Okay.
Evilsheep
Nein.
Sebastian
Spielt ihr auch zu dritt? Ist spannender. Und spielst du auch mit anderen? Ja,
kannst du einfach mal beantworten.
Evilsheep
Also ich selber spiele auch mit anderen, ja. Also unsere Beziehung ist nicht nur
in die Richtung offen, das Thema, was mit einer dritten Person machen kann,
sondern auch ich könnte das jederzeit, wenn ich möchte. Ich mache das auch. Und
die zu dritt haben wir tatsächlich bisher noch nicht gespielt. Ich will nicht
ausschließen, dass es irgendwann mal passiert, aber tatsächlich, wie ich gerade
sagte, halte ich es im Augenblick eigentlich tatsächlich für richtig und gut.
Und ich glaube, da sind wir uns uns auch einig, dass ich mich da aus der
Spielbeziehung weitgehend raushalte.
Sebastian
Okay, weitgehend raushalten. Okay, aber ganz kannst du dich nicht raushalten.
Ein paar Grenzen musst du ja schon definiert haben. haben. Es muss ja auch Dinge
geben, wo du sagst, das ist nicht mehr dein Wohlfühlbereich, das sollte bitte
nicht passieren.
Evilsheep
Also die Grenzen habe ich bisher noch nicht erreicht, muss ich ganz offen und
ehrlich sagen. Wie gesagt, ich sagte ja gerade schon, die beiden sind extrem
verantwortungsbewusst und da ist eine natürliche Rücksichtnahme aufeinander da.
Ich weiß, das hört sich jetzt alles super ideal an, wie ich es beschreibe, aber
es ist tatsächlich so. Es ist wirklich Realität, dass das Oderin zum Beispiel
sich am Anfang, als die beiden angefangen haben, miteinander zu spielen, extrem
häufig Gedanken auch für dich gemacht hat, wie das, was sie machen, auf mich
wirkt.
Ob ich damit klarkomme. Also es ist eine natürliche Rücksichtnahme tatsächlich
aufeinander da und da bin ich auch sehr froh drum, weil das mich nicht in diese
Situation bringt, dass ich vielleicht Grenzen setzen musste. Die beiden sind so
verantwortungsbewusst, dass sie das von alleine machen.
Sebastian
Ja, komm, dann provozier ich dich jetzt mal.
Evilsheep
Da brauche ich gar nicht eingreifen.
Sebastian
Die sagen, die wollen jetzt vier Wochen zusammen Urlaub fliegen, was sagst du
dann?
Evilsheep
Mitfliegen? Selbstverständlich fliege ich auch. Ist ja nicht so, dass ich das nicht schon
gemacht hätte. Nein, Nein, also das ist auch tatsächlich so. Ich bin auch schon
eine Woche mal alleine weg. Das ist völlig überhaupt kein Thema hier.
Sebastian
Okay, also da merkt man aber, das funktioniert von beiden Seiten aus, ne?
Evilsheep
Es ist ein Riesenglück, sage ich ganz offen. Ich weiß, dass es nicht immer
so läuft und dass das auch nicht selbstverständlich ist, was wir hier haben.
Aber es ist tatsächlich ein Riesenglück, so wie die Konstellation sich
zusammengefunden hat. Es funktioniert blendend. Und wie gesagt, ich beschreibe
das hier alles so, als ob das der Idealzustand wäre. Aber es ist tatsächlich ein
Abbild der Realität, das wir hier haben.
Sebastian
Ich glaub dir das.
Evilsheep
Ja, schön.
Sebastian
Wenn es dann irgendwann mit irgendwie, wenn ich dann irgendwie in der Zeitung
lese, große Explosion und da haben drei Leute sich riesig verkracht, dann klopfe
ich natürlich nochmal an.
Evilsheep
Dann telefonieren wir nochmal, würde ich sagen.
Sebastian
So, was haben wir denn noch hier?
Evilsheep
Ja, definitiv.
Sebastian
Tanja Russ mag wissen, was genau gibt dir BDSM, wenn es dir sexuell nichts gibt.
Evilsheep
Auch eine Menge anderes. Also ich hatte ja schon ein bisschen in dem, was ich so
ausgeführt hatte, am Anfang beschrieben. Es ist für mich eine unglaubliche,
extreme persönliche Nähe zum Spielpartner. Und diese Nähe ist mir extrem
wichtig. Also das ist, wie gesagt, das ist eine Nähe auf einer asexuellen
platonischen Basis, aber es ist eine extreme Nähe und eine extreme Intimität,
die ich zu diesem Spielpartner fühle. Ich meine, wenn man sich mal eine Bondage
Sessions anschaut, zum Beispiel, die ein bisschen intensiver sind, dann merkt
man, wie zwei Partner da ineinander verschmelzen. Das ist eine Situation, die
für mich extrem intensiv ist vom Gefühl her und extrem toll, extrem schön als
Beispiel. Das ist das, was mir BDSM gibt. Und letztendlich auch diesen
Erlebnischarakter hatte ich ja schon erwähnt. Also ich mag es unglaublich,
Rollenspiele zu inszenieren, mir Szenarien auszudenken, die man
durchführen könnte. Viele führe ich da nicht durch, weil sie in der
Öffentlichkeit schwierig durchzuführen wären oder mehr oder weniger Dinge halt
nicht machbar, einfach nicht umsetzbar sind. Mangels Räumlichkeiten, mangels
Spielpartner, mangels sonst was. Aber für mich ist das eine extrem starke
Fantasiewelt, in die ich mich reindenke, in der ich mich verliere, in der ich
mich entspannen kann. Das sind so die Dinge, die mir wichtig sind.
Sebastian
Ich überlege gerade so ein bisschen, wenn ich wirklich eine Session hatte und
die ist dann vorbei und hinterher, dann ist man so angekommen, dann ist man auch
eigentlich nicht mehr geil, sondern dann ist man einfach nur noch fertig und
glücklich. Ich habe so ein bisschen das Gefühl, du überspringst diesen ganzen
Zirkus drumherum bis zum Koitus und dann du gehst direkt weiter zu dem Punkt, wo
man hinterher einfach nur happy ist.
Man könnte ja fast sagen, du überspringst dieses ganze unnötige Zeug, das ist ja
zu profan und du gehst gleich aufs Wesentliche ein.
So stelle ich mir das zumindest gerade vom Feeling her vor, einfach dieses
Hinterhergefühl.
Evilsheep
Profan ist
vielleicht der falsche Ausdruck.
Sebastian
Ich
Evilsheep
Beziehungsweise profan würde ich es nicht nennen. Ich denke schon, Sex ist für
viele extrem wichtig und das möchte ich nicht abwerten.
was es für mich halt nur einfach ist es ist genauso wenig wie Briefmarkensammeln
für mich interessant man muss das wirklich sachlich sehen, also das ist wirklich
versachlicht dass ich dort kein Interesse habe mir ist es nicht zu dreckig mir
ist es nicht zu profan, mir ist es einfach nur nicht, für mich ist es einfach
nur nicht interessant genauso wenig wie ich jetzt, wenn irgendeine
Briefmarkensammlung mir vorliegt, sofort Briefmarkensammler werden würde
so ist das zu sehen, also wirklich versachlicht und eigentlich gar nicht
emotional
Sebastian
gucke nochmal ein bisschen auf die Fragen hier.
Evilsheep
aber ansonsten Darüber hinaus hast du recht.
Sebastian
Ja, das
Evilsheep
Also ich überspringe eigentlich quasi den Part. Ich gehe direkt zur Entspannung
über.
Sebastian
ist dann die ganz hohe Kunst. Vielleicht lernt das Temel irgendwann auch noch.
Ich merke es, ich provoziere so ein bisschen.
Evilsheep
Nicht in diesem Leben.
Sebastian
Nein, alles gut. So, was haben wir denn da? Elsa bedankt sich nämlich dafür,
dass du einfach für dieses offene Gespräch, und das finde ich auch total toll
einfach,
dass du ja wirklich auch hier Rede und Antwort stehst.
Evilsheep
Ja, danke.
Sebastian
Das finde ich klasse. Und dann gucke ich mal weiter. Käme eine Frau, die du in
eure Beziehung einbringst, in Frage, also als Pendant zur Oderin, fragt Dünar.
Evilsheep
Ja, das muss aber nicht nur eine Frau sein. Also ich bin da in Richtung offen.
Und es ist auch so gewesen, dass ich zumindest hier und da schon mal
eine konkretere Partnerschaft in die Beziehung eingebracht habe. Das war vor
Oderin. Das hat aber aus anderen Gründen leider nicht funktioniert. Aber das
wäre andersherum genauso kein Thema gewesen für Themen, mir das zu ermöglichen,
wie das jetzt andersherum ist.
Sebastian
Okay.
Und dann haben wir noch was von Katinchen. Liebt er Temel platonisch? Hat er Sex
mit sich selbst? Ja, zwei Fragen gleich, ne?
Evilsheep
Zwei, ich fange mal mit der zweiten Frage an.
Nein, war für mich auch nie ein großes Thema. Es könnte eventuell ein
Thema werden, wenn es innerhalb einer Session passiert.
Punkt eins.
Punkt zwei, liebe ich Temel platonisch.
was heißt platonisch? Also ich liebe ihn auf jeden Fall heiß und innig und
wir haben halt einfach nur keinen Sex miteinander. Das ist eigentlich alles.
Das ist das Einzige, was an unserer Beziehung, ja es fehlt ja nicht mal, es ist
ja in anderer Form da, aber ja, irgendwie ja. Ich sag mal ja.
Sebastian
Ja, ich sag mal so, eine große Sache ist es dann, wenn ich aus einer Sache eine
große Sache mache, ne? Wenn ihr beide da sagt, okay, passt so und durch,
okay,
Evilsheep
Ja, exakt. Es ist entspannt, das ist es ja.
Sebastian
das heißt, ihr habt auch diese ganzen Konflikte in dem Bereich nicht. Das ist ja
auch mal entspannend.
Evilsheep
Also wir haben die Konflikte in dem Bereich gar nicht. Richtig, die sind nicht
da, korrekt.
Sebastian
Okay, wo geht der Weg jetzt hin? Also die Situation ist jetzt so, wie sie ist,
ist sie genau richtig und da soll sich auch gar nichts dran ändern.
Evilsheep
Gut, ja, erst mal ja, am liebsten würde ich das so einfrieren, wie es ist und
daran darf sich nichts ändern bis an unser aller Ende. Ich hoffe, das bleibt so.
Ich drücke die Daumen und werde dafür auch alles tun, dass wir weiter in dieser
Konstellation zusammenleben können.
Was natürlich jetzt in den nächsten Jahren kommt, kann ich schwierig sagen. Ich
hoffe, es bleibt so. Es macht Spaß und es ist toll und ich hoffe, Das
Sebastian
Also was ich schon mal spannend finde, ist tatsächlich, ich hätte tatsächlich
erst das Vorurteil gehabt, Asexualität und BDSM, das schließt sich irgendwie
aus, das hast du ja schon mal definitiv widerlegt.
Keine Ahnung warum, ich habe darüber nie nachgedacht. Und als du dich dann
gemeldet hast, hast du gesagt, ich würde da vielleicht mal mitmachen. Da habe
ich gedacht, Mensch, ich muss mal mir wirklich ein paar Gedanken dazu machen.
Und ja, da ist jetzt nicht viel von dem übrig geblieben, was ich vorher so im
Kopf hatte. Dankeschön, das finde ich super.
Evilsheep
ist sehr schön, freut mich. Ja, dieses Vorurteil ist tatsächlich in vielerlei
Hinsicht präsent. Es fängt an, dass BDSM generell als nur sexuelle Handlung
empfunden wird. Dem muss ich widersprechen aus eigener Erfahrung. Es ist nun mal
nicht einfach permanent nur sexuelle Handlung. Und ich glaube, viele, die zum
Beispiel in Rigging-Sessions unterwegs sind oder die zum Beispiel auf einem
Bondage-Stammtisch oder auf einem Tüdeltreff unterwegs sind, würden die
Aktivität, die sie dort in der Sekunde entfalten, vielleicht nicht als sexuell
empfinden. Ich hoffe, ich trete jetzt nicht auf den Schlips, ich werfe das einfach mal
so in die Runde zum Nachdenken.
Aber es gibt extrem, für mich ist es halt völlig losgelöst von der sexuellen
Ebene, dass es funktioniert. Und ich weiß aber, gerade das Thema Asexualität
ist, glaube ich, nach wie vor, weil es in der Öffentlichkeit extrem wenig
präsent ist, voll von Vorurteilen und voll von falschen Schlüssen, die dann so
Dinge produzieren wie, du hast nur noch nicht die richtige Person getroffen, mit
der du Sex haben wirst. Nein, ich habe vier mehrere Jahre lange Beziehungen
hinter mir. Das war nie ein Thema für mich. Auch ich habe einige kurze
Beziehungen hinter mir. Das war nie ein Thema für mich.
Die Person, mit der ich Sex haben will, existiert nicht, weil ich das nicht
haben will. Und das ist ein ganz wichtiger Faktor, dass Leute das begreifen, das
funktioniert, das geht wirklich, das gibt es. Und wenn ich das heute so ein
bisschen klar machen konnte, dann ist das schon mal ein Riesenschritt.
Sebastian
Also du brauchst dich da auch gar nicht zu rechtfertigen. Du weißt ja, ich habe
es immer mit Vergleichen.
Evilsheep
Ja,
Sebastian
sage ja manchmal, manche Leute machen mit anderen Leuten BDSM, als wäre es
irgendwie Sport, als ob sie zum Tennis gehen.
Jetzt diese sachliche Sichtweise von dir sagt mir, das würde ich bei dir am
ehesten noch mit Sport vergleichen.
Evilsheep
Achterbahn fahren, Kino gehen, irgendwas in die Richtung gegangen.
Sebastian
Genau. Ja, aber dann wäre nämlich, wenn ich das von, BDSM ist schmutzig in der
breiten Bevölkerung, weil das ist ja so eine Sache mit Sex. Wenn ich den Sex
davon abkopple, was bleibt dann noch übrig? Dann ist es im Prinzip auch nur noch
Selbstwahrnehmung. ich sag mal, sportliche Aktivität, mal sehen, ob für oben
oder unten, das hängt dann immer davon ab, aber dann ist das eigentlich etwas,
was die Gesellschaft theoretisch besser akzeptieren müsste.
Evilsheep
ist die große Frage. Ich glaube, da können wir einen eigenen Podcast drüber
machen. Wenn du Lust hast, gerne mal.
Sebastian
Okay, machen wir.
Evilsheep
Alles klar, ist gebongt. Können wir zu dritt machen, denke ich. Timon wird da
sehr viel zu sagen haben.
Sebastian
Den brauchen wir nicht zu dritt zu machen, weil wenn ihr beide in einem Raum
seid und redet, dann brauche ich nicht mehr versuchen zu reden.
Evilsheep
Ich glaube, du
Sebastian
Ich kann euch dann höchstens noch wegmuten, das geht da noch, aber ansonsten
habe ich da auch keine Chance.
Evilsheep
musst immer nur so
Dynamitstangen in die Diskussion reinwerfen. Der Rest explodiert von ganz
alleine.
Aber ich weiß nicht, ob es tatsächlich das Sexuelle ist, was die Ablehnung
hervorruft. Ich halte auch unsere Unsere Gesellschaft, viele sagen ja, wir haben
eine extrem sexualisierte Gesellschaft. Ich halte unsere Gesellschaft in
vielerlei Hinsicht immer noch für prüde as fuck.
Und ich bin gar nicht mal sicher, ob dann tatsächlich nur das Sexuelle da das
Ablehnende verursacht, sondern auch tatsächlich Dinge wie, dass sich Leute
gegenseitig verhauen, dass sich Leute gegenseitig der Freiheit berauben. Und das
ist natürlich, ich glaube, das alleine reicht, um bei vielen Ablehnungen zu
produzieren. Also ich gebe mir jetzt nicht der Illusion hin, indem ich sage, ich
entsexualisiere den BDSM, dass plötzlich gesellschaftliche Akzeptanz aus dem
Boden wächst. Das wäre, glaube ich, zu viel verlangt.
Sebastian
ja mal versuchen.
Evilsheep
Versuchen kann man alles, aber ich glaube, ja, vielleicht, also zumindest es
kann durchaus sein, dass es wächst, aber ich glaube nicht, dass plötzlich die
Akzeptanz da ist, dass man die Leute als normal ansieht.
Sebastian
Ja, man muss ja mal in alle möglichen Richtungen denken, das müsste man dann mal
mit der Verwandtschaft dann austesten, dann am Kaffeetisch, am Geburtstagstisch
schon mal gucken.
Evilsheep
Obwohl wir es sind.
Sebastian
Man hat ja immer schon mal versucht, irgendwie ein BDSM, ich sag mal, zu
verkaufen. Dann hat man festgestellt, klappt oder klappt nicht. Das wäre mal ein
neuer Versuch. Vielleicht nehme ich das ja mal auf und gucke mal was.
Evilsheep
Ja, Mama, Papa, Mama, Papa, wir fesseln uns, verhauen uns, aber wir haben keinen
Sex. Ach, Kind ist okay. So in die Richtung. Mal gucken, ich bin gespannt.
Sebastian
Vielleicht kriege ich da nochmal so ein, ich haue jetzt noch einen letzten
Vergleich raus.
Vielleicht ist das der Punkt. Also wenn man so jugendlicher ist, dann
interessiert man sich für die Sexualität seiner Eltern mal so gar nicht. Da will
man auch eigentlich gar nichts von wissen, aber es ist auch nicht von Interesse
einfach.
Evilsheep
Ja.
Sebastian
Vielleicht ist deine eigene Sexualität finde ich genau so wenig von
Interesse, wie das eben, ne, einfach mal, um mal zu gucken, wie man das
nachvollziehen kann.
Evilsheep
Ja, also ja, exakt. Ist so. Also wie gesagt,
kaum einer wird wahrscheinlich wissen wollen, was die Eltern im Schlafzimmer
machen. Und tatsächlich ist es für mich nie interessant geworden, was ich im
Schlafzimmer machen könnte. Ja, richtig.
Sebastian
Okay, so, ich guck mal, ich glaub, eine letzte Frage, die lese ich hier noch vor
und dann, dann tickert die Uhr einfach zu sehr. Ah, was haben wir, Tristan
schreibt, ich finde eure Dynamik sehr, sehr angenehm und fein, das ist
wundervoll, mit Herzchen-Smiley.
Evilsheep
Danke, danke. Danke. Ja,
Sebastian
So, dann haben wir Pandora noch. In welchem Moment war dir klar, dass du
asexuell bist und was ging in dem Moment mit dir vor? Da gehört extrem viel Mut
dazu, sich das in unserer Gesellschaft einzugestehen. Pandora.
Evilsheep
hinzu kommt, glaube ich, noch, dass ich ein Mann bin und Männer sowieso in der
Hinsicht, glaube ich, noch mal ein bisschen schwieriger haben, weil wir ja immer
doch so als, ja, Gott, der Mann, der Mann, der muss ja.
Sebastian
Besamungsmaschinen.
Evilsheep
Es ist völlig schrecklich, in der Tat. Aber es ist leider so.
Also es gab, glaube ich, keinen Erweckungsmoment in dieser Form, sondern das war
ein langsam schleichender Prozess.
und irgendwann war es mir einfach klar, also ich kann ja jetzt keinen wirklichen
konkreten Zeitpunkt festmachen.
Ich glaube, relativ wichtig waren einige Texte zu diesem Thema, die ich gelesen
habe, wo ich mich sehr stark wiedergefunden habe und dann viel aber auch
dynamisches Prozessieren im eigenen Kopf. Also ich habe extrem
viel darüber nachgedacht.
Sebastian
Ja, so keine, also nicht dieser Heureka-Moment, sondern
man gesteht sich das Stück für Stück einfach ein und dann stellt man irgendwann
fest, so ist es wohl.
Evilsheep
Bitte?
Nee, nee, nee.
Ja.
Ja, also die Diskussion, genau, die Diskussion um das Thema Asexualität für ein
Thema, wurde ich sicherlich seit rund zwei Jahren.
Sebastian
Du sagst extrem,
Evilsheep
Und wirklich, wirklich klar und wirklich deutlich sage ich es, wie gesagt,
eigentlich heute zum ersten Mal öffentlich und intern vielleicht auch noch nicht
allzu lange.
Sebastian
würde sagen, wir machen da jetzt,
Evilsheep
Das hat also gebraucht.
Sebastian
würde sagen, also finde ich total toll, dass du ausgerechnet auch hier noch da
noch das erste Mal drüber sprichst, das ehrt mich ja tatsächlich. Tatsächlich,
ich würde jetzt folgendes machen. Du hast eben gesagt, du hast ein paar Texte
gelesen. Gibt es irgendwas Lesenswertes? Das würde ich dir vielleicht als kleine
Hausaufgabe mitgeben, dass du mir was schickst, was ich in die Shownotes rein
verlinken kann, wenn jemand sagt, ah, ich mag mich da mal informieren, dass wir
ein bisschen Lesestoff haben.
Evilsheep
Ob ich jetzt diese Texte konkret wiederfinde, kann ich nicht sagen, aber ich
werde auf jeden Fall dir zwei, drei Links zuschicken, wo es Informationsstoff zu
dem Thema gibt. und da kannst du dann gerne in die Shownotes reinpacken, ja.
Sebastian
Wunderbar. Aber ich gehe immer davon aus, den Podcast hören inzwischen so viele
Leute, da ist der eine oder andere dabei, der jetzt sagt, ah, ich sollte da mal
ein bisschen was nachlesen. Das ist, glaube ich, bei jedem Thema so. Und da
versuche ich natürlich immer so ein bisschen Content mit dazu zu geben.
Evilsheep
Ja, gut.
Sebastian
Gut. Also, dann machen wir jetzt einen Deckel drauf. Ich spiele Musik für dich.
Und dann kann die Anspannung auch bei dir wieder ein bisschen runtergehen.
haben wir denn hier? Roid von irgendwem. Ich weiß gar nicht, von wem das ist.
Evilsheep
Von Koma allein ist das alles.
Sebastian
Okay. okay, ja, dann spiele ich das doch jetzt einfach.
Evilsheep
Ich freu mich drauf.
Sebastian
vielen, vielen, vielen Dank, dass du hier einfach so freimütig erzählt hast und
jede meiner Provokationen akzeptiert hast. Das tut nicht jeder, das fällt nicht
immer leicht. Ich danke
Evilsheep
danke, dass ich da sein durfte. Hat total Spaß gemacht.
Sebastian
Gerne. Mach's gut. Tschüss.
Evilsheep
Du auch. Ciao.
Sebastian
Ja, da sind wir schon wieder. Und zwar nicht ich alleine. Ich habe jemanden
mitgebracht, nämlich Pepper Mind aus der Nähe von Stuttgart. Hallo.
Sandra (Pure)
Hallo!
Sebastian
So, wir haben das schöne Thema. Erst mal, ich sage nur, du bist 31, weiblich und
Switcherin.
Sandra (Pure)
Ja.
Sebastian
So, und wir haben so ein bisschen als Grundthema die Grenzen des Tops
mitgebracht.
Sandra (Pure)
Ja,
Sebastian
Oder wie ich es in flapsig formuliert habe,
Doms sind keine Superhelden.
Sandra (Pure)
Und kein Seil.
Sebastian
kein Seil. Genau, du machst mit Seil, aber heute reden wir nicht drüber.
Sandra (Pure)
Genau. Nur ganz im, ja, höchstens mal streifen, um vielleicht,
ja, weil ganz lässt es ja nicht vermeiden, weil alles hat ja irgendwie auch
immer ein bisschen damit zu tun, aber dann nur im Beispiel.
Sebastian
Völlig in Ordnung. Weißt du was, bevor wir richtig aufs Thema kommen, wie immer,
wie bist du denn zu diesem ganzen perversen Zeug gekommen? Erzähl mir doch mal
alles darüber.
Sandra (Pure)
Alles. Alles wäre jetzt ein bisschen viel wahrscheinlich.
Also es war so vor sechs, sieben Jahren inzwischen schon,
kam ich aus einer Beziehung, die war in sexueller Hinsicht ja nicht
so erfüllend. Man hat sich dann irgendwann getrennt, weil es mehr ja eigentlich
eine Freundschaft war als alles andere. Und das hat mich persönlich eigentlich
ziemlich verwirrt erst mal und auch verunsichert, weil ich das so auch gar nicht
von mir kannte. Ich war sonst da eigentlich mal sehr aktiv und dann hatte ich
irgendwie so ja die eingebung dass ich einfach mal ein bisschen experimentieren
möchte und ausprobieren möchte und habe dann so gesagt ja du probierst jetzt
alles mal aus was dich in der hinsicht irgendwie interessiert aber was du bisher
noch nie gemacht hast und ja so fing das dann irgendwie an
dann hat man leute getroffen leute kennen gelernt und
dann kam ich auch relativ schnell ja mit dem Thema BDSM in Berührung
und bin dann auch beim Seil hängen geblieben. Und ja,
Sebastian
Beim und am Seil, ja.
Sandra (Pure)
seitdem wirklich nicht mehr, also ja, lässt es mich eigentlich auch nicht mehr
los.
Sebastian
Ja, das
Okay, ja gut, du hast was gefunden, was dir Spaß macht. Warum soll man dann auch
was anderes machen? Ganz ehrlich, wäre ja Quatsch.
Sandra (Pure)
Ja, also ja gut, es war vielleicht zeitweise schon alles auch, also ein großer
Teil, gut wahrscheinlich wie bei allen Menschen eigentlich, die da in der Szene
sind.
Also es ist schon irgendwie ein Bestandteil vom Leben geworden auf jeden Fall.
Ja,
Sebastian
Okay, und jetzt bist du ja mit dem Thema dann zu mir gekommen. Und dann, wir
haben ja ein Vorgespräch gemacht und da hast du mir auch recht plastische
Beispiele genannt, wo ich dachte, ja, sie hat total recht. Und deshalb muss das
unbedingt recht bald hier in die Sendung rein.
Wir hatten ja letzte Woche Freitag so das Thema, da hat jemand, der Sub war,
seine erste Party gehabt. Das ist völlig schief gegangen. Und da fiel es mir
auch ein bisschen schwer zu gucken, wer ist denn jetzt schuld? Ist die Frau, die
oben gespielt hat, schuld? Oder wo kommt es her? Welche Dynamik ist da das
Problem?
Und das war für mich auch gar nicht so einfach zu fassen. Wer ist jetzt das
Problem? Und irgendwie ist es dann eine Kombination aus allem.
Sub kann aber auch das Problem sein.
Sandra (Pure)
ich denke, ich meine, es ist generell ein Thema, was mich
sehr beschäftigt, natürlich gewissermaßen dadurch, dass ich
switche auf beiden Seiten und
ich denke, es ist manchmal sehr schwierig, in diesem Schema
zu denken, wer ist jetzt schuld, sozusagen. Ich sag mal, Verantwortung
kann man vielleicht schon eher daran festmachen, weil es ja vielleicht schon
gewisse Verantwortlichkeiten gibt.
Ich denke aber auch, dass bestimmte Sachen sich vielleicht nie hundertprozentig
vermeiden lassen werden, also dass immer Fehler, Unfälle oder auch Vorkommnisse
passieren können, die vielleicht auch für ein oder
beide Beteiligten nicht so schön ausgehen.
Ich denke persönlich, ja,
Sebastian
gut, wer was macht, der macht auch Fehler. Das gehört dazu, das müssen wir
einfach mal anerkennen. dass es dieses Aalglatte immer perfekt realistisch
eigentlich nicht gibt. Müssen wir einfach mal hinnehmen.
Sandra (Pure)
wir ja auch Risikospiele machen. Also das Risiko impliziert ja eigentlich auch
schon gewissermaßen das, was passieren kann. So,
genau.
Sebastian
Okay, wenn wir jetzt akzeptieren, dass Fehler passieren, dann gibt es ja diesen
schönen Begriff der Fehlerkultur.
Wie gehe ich damit um?
Sandra (Pure)
ich persönlich finde es eigentlich wichtig, solche Vorkommnisse zu
reflektieren Oder auch zu hinterfragen, natürlich
jeweils vor allem erstmal für die Beteiligten, die involviert sind, wie kam es
dann überhaupt dazu? Also was hat in der Situation dazu geführt, dass
über meine Grenzen gegangen wurde?
Sebastian
Über die Grenzen des Tops oder Subs?
Sandra (Pure)
denke, das ist auf beiden Seiten natürlich ein Thema. Also, ich sage mal, jetzt
in diesem Gespräch wollen wir uns natürlich mehr auf die Seite des Tops
fokussieren, haben wir ja gesagt.
Aber generell ist es, glaube ich, immer auch ein Thema, was beide Seiten
natürlich betrifft, dass man versucht, erst mal zu verstehen, wie es passieren
konnte. Und dann, denke ich, ist es auch wichtig, einfach
zu reflektieren, zu kommunizieren und sich vielleicht auch mal mit anderen
auszutauschen. Und das ist vielleicht auch das, was ich jetzt so ein bisschen
mehr anregen möchte, weil ich das Gefühl habe, gerade wenn es jetzt um die
aktive Seite geht, dann wird eigentlich viel zu wenig auch über die Grenzen
gesprochen, also die Grenzen der aktiven Seite sozusagen. sagen ja
Sebastian
Ich provoziere das jetzt mal. Also man sagt ja, Mensch, Top hat jetzt das Sagen,
hat die Verantwortung und macht und tut. Wie sollte Sub denn da eine Grenze
überschreiten? Weil er hat ja gar nicht die Kontrolle über die Situation. So
schön einfach kann man das ja sagen. Das stimmt ja nun mal leider Gottes gar
nicht.
Sandra (Pure)
also ich sage mal ich habe jetzt in meiner erfahrung da auch schon verschiedene
situationen erlebt es ist vom sag mal vom anfängen
vom ja anschreiben situationen ganz ursprünglich die man vielleicht auch am
ehesten noch abwehren kann fängt natürlich mit leuten an die mehr oder weniger
aufdringlich halt versuchen kontakt aufzunehmen und das ist natürlich eine
situation Ich meine, man ist ja nicht die ganze Zeit im Top-Modus, sondern man
ist ja auch Mensch im Alltag. Und
gerade auch zum Zeitpunkt, wenn man jetzt mit Leuten in Kontakt tritt und noch
gar nicht in der Spielsituation ist, da ist man ja ein ganz normaler Mensch, der
Sachen hat, die er mag, die er nicht mag. Und ich habe da persönlich schon sehr
oft auch die Erfahrung gemacht, da gibt es eben schon sehr viele, die sind
gerade auch am Anfang in der Kontaktaufnahme sehr aufdringlich und
fordern mehr oder weniger aufdringlich dann auch oder versuchen Sachen
einzufordern, unabhängig davon eigentlich, ob mir das jetzt persönlich
gefällt oder nicht. Also das ist
Sebastian
bekommt so ein Kopfkino aufgedrückt.
Sandra (Pure)
manchmal weniger harmlos. Es gab mal
einen, der wollte mit mir irgendwelche Reitspielchen machen, wo ich dann einfach
gesagt habe, ich akzeptiere ja, dass er sowas mag, aber es ist absolut nicht
mein Ding. Und er hat dann einfach weitergemacht, irgendwas zu schreiben und ich
bin dann irgendwann einfach weggeklickt oder halt bis hin zu... Und das ist dann
was, das ist mir persönlich dann schon sehr unangenehm, wenn dann irgendwelche
Lecksklaven meinen, irgendwie schon ihre Fantasien bis ins Detail schildern zu
wollen. Das ist ja dann schon was, was dann auch fast so in den eigenen Kopf
eindringt und mir persönlich ist das dann manchmal schon echt ein bisschen
sehr arg unangenehm.
Sebastian
Okay. Ja, das ist erstmal, das ist da dieses, ich stelle keinen Konsens her. Ich
glaube, das ist immer der schöne Begriff. Man fängt einfach an und guckt gar
nicht, was der andere ist. Mit ein bisschen Glück steigt der dann mit ein. Und
wenn nicht, dann hat der halt Pech gehabt. Ich glaube, das ist so ein
Über-Leichen-Gehen.
Sandra (Pure)
ist auch ein bisschen eine Instrumentalisierung natürlich, weil ich sage mal,
diese Leute interessiert natürlich eigentlich gar nicht, wer ich bin, was ich
mag, was ich nicht mag, wo meine Grenzen sind, sondern sie interessieren sich ja
eigentlich nur für das, was sie möchten in dem Moment.
Und das ist was, was ich persönlich schon auch ein Stück weit irgendwie
übergriffig finde. Ich meine, es ist leider auch so eine Situation, mit der man,
glaube ich, als Frau generell sehr oft konfrontiert ist, auch wenn man jetzt als
Sub zum Beispiel unterwegs ist, aber es ist trotzdem nicht in Ordnung und ich
glaube, es ist dann gerade auch, wenn man eigentlich sich in der aktiven Rolle
sieht, ja, umso unangenehmer, weil es ja eigentlich dann auch so ein bisschen
vielleicht darum geht, mal wirklich das zu machen, worauf man wirklich mal Bock
hat und nicht schon wieder das aufgedrückt zu bekommen, worauf man eigentlich
keinen Bock hat.
Sebastian
Lass uns mal so ein bisschen weiterspringen, weil du hast mir das so plastisch
beschrieben. Das hängt mir jetzt so ein bisschen im Hinterkopf und wir kommen da
einfach nicht hin.
Sandra (Pure)
Ja, okay.
Sebastian
Ich nehme jetzt einfach mal eine Spielsituation. Wir nehmen mal an, wenn du auf
einer Party bist, du spielst oben, da ist noch jemand. Wie kann der deine
Grenzen erreichen und überschreiten, wo du ja eigentlich oben spielst?
Hast du da ein Beispiel vielleicht?
Sandra (Pure)
Ja, also ich sage mal, da gibt es sehr viele Faktoren, die da natürlich eine
Rolle spielen können. Also ein Faktor ist zum Beispiel, wenn mein Partner
jetzt versucht, ja, implizit oder explizit vielleicht Sachen einzufordern,
wo von vornherein eigentlich vereinbart war, dass das nicht gemacht wird. Also
ich sag mal, bei mir ist das so eine klassische Situation, die auch schon
aufgetreten ist. Ich bin ja aktiv am Seil und ich mag
es auch gerne Menschen zu quälen, aber ich bin zum Beispiel keine Herrin und ich
stehe auch nicht auf Sklavenspiele zum Beispiel. Und da gab es schon mal die
Situation, dass jemand da am Anfang im Vorgespräch danach gefragt hat, wo ich
dann explizit gesagt habe, ich möchte das nicht und wo dann aber trotzdem zwar
nicht im Spiel, aber so gerade zwischendurch, während man dann eben auch
Zeit zusammen verbracht hat und gefesselt hat,
dann immer mal wieder versucht hat, dieses Thema so einzubringen. Und
das ist dann natürlich schon schwierig, weil ich da gemerkt habe, da bin ich
dann auch so ein bisschen in so eine Verteidigungshaltung gekommen, weil ich
dann immer Angst hatte, ich könnte irgendwie falsche Erwartungen wecken oder
mich halt plötzlich in etwas wiederfinden, wo ich
mich eigentlich gar nicht wiederfinden möchte.
Sebastian
Ja, du hast dann so einen Konsens aufgebaut, zu sagen, okay, wir fesseln jetzt,
aber dein Gegenüber hat ja offensichtlich den Druck, da muss jetzt noch was
anderes, da muss jetzt, was weiß ich, noch irgendwie ein Spielzeug benutzt
werden oder es muss jetzt noch gehauen werden und dann ist natürlich, ganz
ehrlich, so wäre ich als Sub, wollen wir jetzt nicht nochmal das Stöckchen
nehmen? Könnten wir jetzt nicht vielleicht? Können wir es jetzt vielleicht? Wie
wäre es denn jetzt? Jetzt ist doch gerade eine gute Position.
und so ein bisschen bohren, also nochmal so herausfordern oder was weiß ich,
sich nicht benehmen, um eben die Reaktion zu bekommen. Ich meine, das ist ganz
klassisches Topping from the bottom, dass man, wenn man unten spielt, dass
man dann einfach die Führung übernehmen will, um das zu kriegen, was man halt
haben will.
Sandra (Pure)
ich sage mal, ich will sowas ja gar nicht grundsätzlich verurteilen, weil ich
denke, das kann natürlich auch eine interessante Dynamik sein. Und wenn man sich
vielleicht auch auf sowas geeinigt hat, dann habe ich da ja gar nichts so
dagegen.
Aber ja, was du schon sagst, es stimmt auf jeden Fall, es ist natürlich immer so
ein bisschen eine Gratwanderung und es ist vielleicht auch eine Frage dessen, in
welchem Kontext man sich natürlich befindet. Und ich sage mal, gerade auf einer
Party ist natürlich vielleicht auch manchmal das Problem, man ist vielleicht
generell einfach ein bisschen weniger leistungsfähig, sage ich mal. Weil man,
ja, ich weiß nicht, vielleicht kennt jeder, der auf einer Party spielt, es ist
was anderes, als wenn man zu Hause spielt, wo man irgendwie Ruhe hat.
Sebastian
Du hast Publikum, du hast im Prinzip Leute, die zusehen und innerlich
beurteilen, was du da tust. Dann willst du natürlich ein gutes Bild abgeben.
Sandra (Pure)
Ja, genau. Und manchmal, also in meinem Fall ist es natürlich manchmal auch so,
wir machen ja selber auch Veranstaltungen. Ich bin auch manchmal eben dann der
Veranstalter. Und dann hat man natürlich noch drumherum natürlich gewissen
Stress und ist vielleicht auch nur eingeschränkt eben überhaupt spielfähig
sozusagen. Und da kann es natürlich schon schwierig sein, wenn dann jemand oder
wenn dann der Partner sozusagen sich nicht mit dem zufrieden gibt, was man
bietet, sage ich mal jetzt mal so pauschal.
Sebastian
Ja, dann ist das ja auch eine Kritik. Das impliziert ja, du hast das jetzt nicht
gut gemacht. Und ja, man möchte ja dem anderen auch
gefallen. Man möchte etwas Schönes machen, ein schönes Erlebnis, ich sag mal,
bieten. Und wenn man da scheitert, das ist natürlich emotional so eine ganz
schwierige Sache. Das perlt ja nicht an einem ab, weil man gibt sich ja Mühe,
hoffentlich.
Sandra (Pure)
Ja, also das ist natürlich das eine, dass man irgendwie das Gefühl hat,
vielleicht nicht gut genug zu sein oder nicht ausreichend zu sein. Aber das
andere ist natürlich auch irgendwie, man wünscht sich ja vielleicht auch ab
einem gewissen Punkt ein bisschen eine Wertschätzung für das, was man der Person
da gibt. Also ich meine, ich erwarte da ja jetzt nicht sonst was dafür, dass ich
vielleicht jemanden fessel, aber ich finde natürlich irgendwie ein
bisschen Wertschätzung für das, was man vielleicht auch als aktiver Part
investiert in eine Session, finde ich ja eigentlich ein gutes Signal. Signal.
Und wenn das so fehlt, dann fühle ich mich vielleicht, ja, dann fühle ich mich
vielleicht schon noch ein bisschen wie so ein Dienstleister, sage ich mal.
Sebastian
Oh ja, also, ja, genau, also, ja, das Gefühl kenne ich, das habe ich auch einmal
erlebt, das ist dann so, Dom ist Personal. Du bist jetzt hier, um mich so zu
verhauen, dass ich glücklich bin.
Und wenn es nicht doll genug ist oder so, dann sage ich das auch noch, damit er
noch mal ein bisschen was macht. Aber dann ist, ich sage mal, das
Machtverhältnis ist eh schon mal umgekehrt an der Stelle. Und ja, das Problem
ist eben, du musst es ja dann, wenn du oben spielst, auch verantworten, was du
da tust. Dann hast du noch jemanden, der sagt, nee, da geht noch mehr. da geht
noch mehr. Und vielleicht hast du ja auch einen Partner, der da zu zögerlich ist
und sagst dem die ganze Zeit eigentlich nur, jetzt mach doch mal richtig. Und du
stehst da und sagst, aber für mich reicht das. Also auch Top darf Grenzen haben,
finde ich ja auch.
Sandra (Pure)
Ja, ja, auf jeden Fall. Also ich sage mal, vor allem auch vielleicht, wenn es um
bestimmte Spielarten geht, für die man natürlich eine gewisse Fähigkeit
eigentlich auch braucht.
Also ich sage mal, ein klassisches Beispiel ist natürlich beim Bondage. Das ist
natürlich ab einem gewissen Level, sind das ja auch Techniken, Die brauchen ein
gewisses Können einfach.
Und ja,
das ist natürlich, also da habe ich selber auch schon gesehen, also sind mir
schon Sachen passiert, wo ich im Nachhinein natürlich auch nicht so glücklich
war. Und da habe ich natürlich auch selber schon beobachtet, wie dort Leute halt
auch über ihrem Fähigkeitslevel Sachen gemacht haben, die ja mal mehr oder
weniger glimpflich dann ausgegangen sind. Aber das ist natürlich auch immer ein
bisschen mit der Erwartungshaltung auch vielleicht manchmal von Partner abhängig
oder der vermeintlichen Erwartungshaltung vielleicht auch.
Sebastian
Ja, man muss ja mal ein bisschen nach den Ursachen suchen. Ich habe ja so eine
schöne Notiz, Druck durch Unterspieltheit bei Sub oder einfach eben hohe
Ansprüche, dass man da einfach nicht zusammenpasst. Aber gerade dieses, ich habe
seit drei Jahren nicht gespielt und jetzt habe ich die Gelegenheit, jetzt muss
alles auf auf einmal passieren, jetzt muss alles heute passieren, jetzt gib mal
Gas, ich will das alles abhaken können von der To-Do-Liste.
Was willst du denn da machen, da kannst du ja nur verlieren.
Sandra (Pure)
das
gibt es natürlich auch, wobei ich da manchmal auch sehr unsicher bin. Also es
gibt tatsächlich einige Subs oder Bottoms, bei denen ist es wirklich so, die
können den ganzen Abend durchspielen und da sind Tops teilweise schon schier
am Verzweifeln, weil sie drei Stunden durchspielen und die Person will immer
noch weitermachen. Und ja, habe ich jetzt persönlich so in dem
Rahmen noch nicht gehabt, zum Glück. Ich weiß aber von Leuten, die sowas schon
mal hatten.
Und ja,
es ist dann schon ein bisschen, einerseits kann man natürlich sagen, es ist
irgendwie witzig, aber andererseits fragt
Sebastian
Ja, also gut,
Sandra (Pure)
man sich natürlich auch, wie kann sowas sein.
Sebastian
hat ja auch die Tagesform und das gilt ja für beide Seiten. Ich habe was sehr,
sehr Schönes hier gerade gelesen. Warte, wo war es denn? Das scrollt hier schon
an mir vorbei, das ist ja fürchterlich. Wo war das denn mit dem Safeword?
Sandra (Pure)
aber während du suchst genau, der andere Punkt, achso.
Sebastian
Ah ja, genau, Tana Lars hat das geschrieben. Ganz kurz, ein Top oder Dom kann ja
auch ein Safeword benutzen, wenn Bottom oder Sub die Grenzen nicht respektiert.
Das ist ein wunderschöner Satz, weil das stimmt tatsächlich. Man kann das Safeword
Word auch benutzen. Das geht, das ist fair. Ich
Sandra (Pure)
das könnte man auf jeden Fall auch mal überlegen, ob das nicht sinnvoll ist.
Ich meine, ja, ich sage mal, vielleicht erübrigt das sich ja für viele, weil man
letztendlich ja als Top eigentlich schon auch so ein bisschen der Entscheider
ist. Also ich sag mal, wenn ich jetzt zum Beispiel nicht in so einer guten
Tagesform bin und dann zum Beispiel auch nach einer gewissen Fesselung
sage, okay, jetzt ist es aber genug für mich, dann ist ja theoretisch die
Session auch beendet, sozusagen.
Egal, also wenn ich da diese Grenze ziehen kann,
dann würde ich sagen, ist ein Safeword ja auch nicht unbedingt notwendig, weil
wenn ich die Person abfessel, dann ist sie abgefesselt.
Sebastian
glaube, ein Safe Word hätte an der Stelle nochmal einen anderen Charakter. Du
bringst die Sache zu Ende. Das heißt, gerade beim Bondage musst du den Menschen
ja auch irgendwie wieder auswickeln.
Wenn du jetzt ein Safeword benutzen würdest, würdest du halt schon klar sagen,
hier, du überschreitest meine Grenzen. Das geht gerade gar nicht. Ich fühle mich
nicht wohl damit, da setzt ja nochmal ein anderer Denkprozess ein. Das ist
dann wirklich so die rote Karte, sage ich mal. Ich will jetzt nicht sagen, dass
das jeder machen soll.
Sandra (Pure)
Ja, ich
Sebastian
Das ist natürlich auch subzuliebe auch gut, dann zu sagen, okay, ich bring die
Sache sanft und vernünftig zu Ende, damit
wenigstens einer aus der Sache dann gut rausgeht.
Sandra (Pure)
denke halt, das ist vielleicht auch wirklich von der Art des Spielens abhängig.
Also ich würde es vielleicht für mich persönlich als nicht so passend empfinden,
weil es einfach bei mir relativ klar ist, also bei mir sind die Leute meistens
in einer ziemlich extremen Position.
Also wenn sie zum Beispiel an der Decke hängen und es ist anstrengend, da bin
ich dann eigentlich auch so, dass ich sage, ich möchte da jetzt nicht eine
Unsicherheit reinbringen.
Sondern erstmal die Leute wieder heil herunterbekommen. Und ich würde sowas
wahrscheinlich in der Spielsituation vermutlich eher nicht thematisieren, außer
es würde mich vielleicht wirklich total rauswerfen oder so, was zum Glück bisher
aber noch nie passiert ist.
Ich glaube, ich würde das wahrscheinlich eher dann in der Nachbesprechung
ansprechen,
wenn man dann auch wieder in einem normalen Zustand ist. Weil ich glaube auch,
manchmal kann man dann wiederum beim anderen vielleicht auch etwas auslösen, was
ja dann vielleicht auch nicht so tolle dynamik ja
Sebastian
Ja, genau. Da kommt wieder dieser Punkt der Verantwortung, die man sich da
aufgebürdet hat, dazu,
Sandra (Pure)
ja
Sebastian
dass man das ja auch noch versucht. Das ist ja dieses Problem. Ich fühle mich
nicht wohl,
aber ich muss das jetzt durchziehen, ne, sag ich mal. Das ist natürlich, das
heißt diesen ganzen Frust, den du dann in dem Moment schiebst, wenn der andere
immer wieder piekst und sagt, jetzt hier, pack doch mal die Gasmaske aus, mach
doch mal, mach doch mal.
Da kannst du halt nicht direkt drauf eingehen. Umgekehrt wäre es ja legitim zu
sagen, hier, du haust mir gerade zu sehr auf den Hintern, jetzt ist mal Schluss,
jetzt geht's nicht mehr.
Sandra (Pure)
das stimmt
allerdings ja das ist es ist generell natürlich irgendwie nicht so ein einfaches
thema ich denke aber vielleicht auch dass eine
gewisse sensibilisierung auch vielleicht einfach da schon helfen kann also weil
ich denke vieles hängt auch ein bisschen damit zusammen welche bilder wir
eigentlich von der aktiven Rolle haben oder vom Top und vom
Bottom, sage ich mal. Und das ist ja manchmal auch ein bisschen verklärt. Also
so von wegen, ja, die Person kann alles, weiß alles und ist sozusagen
unkaputtbar. Aber letztendlich ist das natürlich mehr eine Projektion als die
Realität.
Sebastian
Ja.
Ich sag mal so, ich sag mal generell, man soll ja miteinander spielen.
Miteinander, nicht gegeneinander, sondern, ne, und, ähm, beide sind auch
füreinander verantwortlich, auch wenn das jetzt vielleicht in der Spielsituation
optisch, sag ich mal, nicht so aussieht, der eine hängt am Kreuz, der andere
steht davor und lässt das Blut spritzen, keine Ahnung, ähm, äh, trotzdem, du
brauchst halt diesen Konsens, irgendwie komm ich in jeder Folge immer auf diesen
Konsensbegriff, immer wieder drauf, das wird auch nicht besser werden,
Sandra (Pure)
das ist ja der Kern des Ganzen sozusagen.
Sebastian
ähm, aber ist das nicht irgendwie ein Naturgesetz, dass man einfach mal auch,
äh, grad wenn man einen Spielpartner noch nicht so kennt, dass man sich erst mal
finden muss.
Sandra (Pure)
Ja gut, das ist natürlich auch teilweise, denke ich, eine Frage dessen wie viel
partnern man spielt so ne also es gibt ja menschen
die haben vielleicht ein oder zwei spielpartner und ich denke da ist natürlich
kann man das sicherlich so sagen aber dann gibt es natürlich auch welche die
haben mehrere spielpartner ich spiele ja auch durchaus mit mehreren menschen und
ja also ich denke es hat schon ein stück weit mit finden zu tun aber aber
vielleicht auch ein bisschen mit Auswahl. Also ich bin inzwischen da auch recht
rigoros geworden, dass ich halt sage, auch wenn ich das Gefühl habe, da erwartet
jemand was anderes, als ich geben möchte und geben kann, oder da bin ich mir
unsicher, dann spiele ich meistens eher nicht mit dieser Person. Also ich
versuche da einfach...
Sebastian
Das geistert hier auch gerade ein bisschen durch den Chat, so das Thema, das
muss man doch beim Vorgespräch abklopfen.
Sandra (Pure)
Ja,
Sebastian
Ja, aber dazu müssen auch beide offen und ehrlich sein dabei.
Sandra (Pure)
und ich sage mal, man kann nicht alles, denke ich, beim Vorgespräch abklopfen.
Also es gibt natürlich die, die man schon glücklicherweise von vornherein
rausschmeißen kann, aber ich habe auch schon Fälle erlebt, da
ich meine, nur weil mich jetzt zum Beispiel jemand nach etwas fragt und das
jetzt auf eine vernünftige Art und Weise und ich sage dann, nee, das möchte ich
nicht machen, aber wir können das andere machen, dann ist es für mich ja kein
grundsätzliches Ausschlusskriterium, nur weil die Person das jetzt mag. Das
fände ich jetzt ja auch irgendwie unfair. Also wenn ich jetzt zum Beispiel
jemanden habe, der mag Bondage und ich mag Bondage, dann kann man ja fesseln,
auch wenn die andere Person vielleicht noch andere Vorlieben hat, die ich nicht
teile.
Sebastian
Ja, klar, und wenn der andere dir sagt, ich mag aber kein Spanking und du hast
den Menschen dann gefesselt und dann fängst du da an, drauf rumzuhauen, da wäre
jedem auch ganz klar, das ist eine Riesengrenzüberschreitung. Das ging ja gar
nicht.
Sandra (Pure)
Genau.
Sebastian
Ich versuche das immer so ein bisschen hin und her zu drehen.
Die Frage ist ja, ist das Sub überhaupt bewusst, dass man da eine Grenze
überschreitet? Weil eigentlich teilt man ja nur seine Bedürfnisse mit und das
soll man ja auch. Man soll ja seine Bedürfnisse mitteilen.
Sandra (Pure)
klar. Also das ist eine gute Frage. Ich meine, ich finde das
Mitteilen an sich ja nicht unbedingt verkehrt. Es ist halt eine Frage dessen,
wie oft und wie penetrant man das mitteilt. Also ich sag mal, wenn mir jetzt zum
Beispiel jemand, wenn mich ja vielleicht auch jemand später nochmal im Laufe
einer Spielbeziehung fragt, ob man das nicht nochmal machen könnte, bei einmal
hab ich ja da kein Problem, aber wenn ich dann das Gefühl hab, das Thema kommt
irgendwie immer wieder zur Sprache oder provoziert dann vielleicht auch Dinge,
zu denen ich eigentlich Nein gesagt hab, da ist dann für mich so der Moment, wo
ich mich mit schwer tue, weil es dann auch auf so eine subtile Art und Weise
geht.
passiert. Und da frage ich mich schon, also da glaube ich nicht, dass man das
immer vorher schon erkennen kann.
Sebastian
Okay, zu dem Subtilen. Da frage ich jetzt noch eine Frage und danach würde ich
hier mal so hier stapeln sich gerade. Also du scheinst da gerade auch einen Nerv
zu treffen, weil bei mir stapeln sich gerade Fragen aus dem Chat. Ja, also nee,
das mache ich ja jetzt für dich, weil du meinst es subtil.
Sandra (Pure)
Gut, dass ich nicht reingucke.
Sebastian
Ich unterstelle jetzt mal, was man soll, das ist ja mit dem ganzen Gender-Zeug
heutzutage nicht mehr tun. Aber ich unterstelle mal, Fem-Subs sind da emotional
einfach ein bisschen intelligenter im Unterschieben von, mach doch mal dies,
mach doch mal jenes.
Würdest du dem zustimmen?
Sandra (Pure)
Das ist schwierig zu sagen, weil ich sage mal, ich habe da bisher
mit meinen Partnerinnen eigentlich sehr positive Erfahrungen gemacht, deswegen
kann ich das jetzt aus meiner eigenen Erfahrung nicht so richtig bestätigen.
Sebastian
Okay, dann bestätige ich es dir. Mädels sind da unglaublich clever drin.
Entschuldigung. Also das Podcastsubbie nicht, aber die Erfahrung, die ich da
gemacht habe, war teilweise sehr geprägt von, da ist ein Wunschzettel. Und
das wurde sehr sanft und sehr zielgerichtet untergeschoben,
sag ich mal.
Wenn es dann so weit gegangen ist, dass es mir auch Spaß gemacht hat, dann war
das ja sogar noch im Endeffekt okay. Aber das war schon clever, muss ich ehrlich
zugeben.
Sandra (Pure)
ich sage mal, gerade in meiner Anfangszeit als
Switcherin und in meiner Anfangszeit als Bottom habe
ich das auch schon teilweise gemacht. Also da habe ich auch versucht zu
provozieren und bin auch teilweise über Grenzen gegangen und habe
da auch irgendwie kein Schuldbewusstsein gehabt. sage ich ganz ehrlich,
weil ich halt wirklich so dachte, ja, der wird mir meine Grenzen schon setzen.
Je mehr ich dann natürlich auch die andere Seite so ein bisschen für mich
erfahren und ausprobiert hatte, habe ich halt schon gemerkt, okay, das war
vielleicht nicht so cool, was ich damals gemacht habe.
Sebastian
Ja, es
Sandra (Pure)
Ja, es kann schon sein, dass Frauen vielleicht da ein bisschen emotional
intelligenter sind, wobei ich jetzt nicht sagen würde, dass Frauen per se dazu
neigen. Also ich denke vielleicht, wenn man dazu neigt, dann stellen sich
vielleicht Frauen da ein bisschen cleverer an als Männer.
Sebastian
ist natürlich klar, dass ich da immer ein bisschen provoziere. Wobei Caitlin hat
jetzt geschrieben, Männer sind aber auch empfänglicher für subtile Manipulation.
Das kann ich nicht verneinen. Nein.
Sandra (Pure)
Ja, ich sage mal, es ist vielleicht immer eine Frage dessen, vielleicht
was für Leute sich treffen. Also ich sage mal, so eine Dynamik, die vielleicht
auch ein bisschen destruktiv ist, die schadet natürlich beiden Parteien
irgendwie, aber es gibt trotzdem sehr viele Menschen, die gehen sie trotzdem
ein, weil sie doch auf irgendeine Art und Weise vielleicht was davon haben.
Sebastian
Ich würde jetzt einfach mal anfangen damit, weil das sind echt einige
Hörerfragen.
Sandra (Pure)
Ja, schieß los.
Sebastian
Ist das in Ordnung oder gibt es noch was, was du vorher sagen willst? Vielleicht
kann ich dann die Hälfte davon auch durchstreichen.
Sandra (Pure)
Nee, ich bin da offen. Also ich will eigentlich gar nicht so viel irgendwie
vorgeben.
Sebastian
habe den Live-Chat auch noch gar nicht richtig begrüßt. Ich begrüße den
Live-Chat hier nochmal nachträglich nach etwa einer Stunde zwanzig.
So, der Bratapfel schreibt, ja total, das bezieht sich auf
irgendwas anderes. Bei mir hat meine Top mal ein Slowword verwendet, weil ich im
Subspace Schmerzen nicht mehr als etwas Negatives wahrgenommen habe. Dann haben
wir kommuniziert und die Szene anders zu Ende gebracht.
Sandra (Pure)
Okay, das Wort Slowword habe ich bisher noch nie gehört.
Sebastian
Okay.
Ja, das ist dann gleich das Nächste, das nämlich jemand, der den Begriff
Slowword total toll findet, nämlich Smallroxy. Jetzt muss ich mal gucken, ob
Slowword irgendwo nochmal definiert wird hier. Es ist so viel. Schreibt doch mal
irgendwer nochmal in den Chat bitte rein, was ein Slowword sein soll. Ich
vermute mal, das ist so wie bei der Ampel gelb.
Sandra (Pure)
Hätte ich jetzt auch wahrscheinlich gedacht, ja.
Sebastian
Gut, das war jetzt keine Frage, das war eher ein Bericht.
Gucken wir doch mal. Ich gucke nach irgendwas, wo ein Fragezeichen ist.
Sandra (Pure)
Ich meine, die Situation natürlich, dass man für Sub einschätzen muss,
vielleicht manchmal auch, ob wirklich mehr noch angebracht ist, das ist
natürlich auch nochmal so ein Thema. dass natürlich vielleicht man als Bottom
auch nicht immer einschätzen kann ob mehr wirklich
gesund ist oder nicht es
Sebastian
Ich sehe auch gerade tatsächlich, dass das sind gar keine Fragen, die gestellt
werden. Man tauscht sich hier wirklich aus. Das sind tatsächlich
Erlebnisberichte von Menschen, die jetzt sich hier äußern. Ne?
Sandra (Pure)
ist cool also ja
Sebastian
Also du bist da wirklich nicht alleine mit, muss man ganz klar sagen.
Das lese ich jetzt auch nicht alles vor, aber tatsächlich, dass Menschen eben
wirklich mal das Safeword benutzt haben, um die Situation zu klären.
Peter Damspiel schreibt noch, wenn Betteln von Sub nervt und Top warnend gelb
sagt, warum nicht, das wird bei Sub und auch bei ein paar Mal das eigene
Verhalten aufzuzeigen gebraucht. Ja, stimmt. Das ist dann vielleicht so eine Art
der Notkommunikation, dass ich dann mit der Ampel dann wirklich davor gehe und
sage, hier, wir driften gerade völlig auseinander.
Sandra (Pure)
gut ich meine vielleicht wäre das jetzt für mich in dem fall auch im moment wo
ich sagen würde okay ich würde jetzt langsam die session zu einem ende bringen
und also wenn ich mich unwohl fühle würde ich dann wahrscheinlich auch die sache
ist, ich kann halt eine Session bei mir natürlich nicht einfach so abbrechen,
wenn ich jetzt fessel, aber ich würde dann wahrscheinlich auch eher aufs
Abfesseln übergehen wahrscheinlich.
Sebastian
Dann nimmst du hier das, wenn da jemand hängt, dann nimmst du das Messer und den
obersten Strick einmal ab und dann liegt der, zack, fertig.
Sandra (Pure)
Das ist tatsächlich meist nicht unbedingt die beste Lösung, aber das ist ein
sehr komplexes, anderes Thema.
Was ich generell vielleicht doch nochmal zu dem Thema sagen möchte, ist, dass
ich mich ja auch viel mit anderen Leuten so austausche, die auch aktiv sind und
ich immer wieder feststelle, dass dieses Thema Grenzen als aktiver was ist, was
doch irgendwie irgendwie auch immer so ein bisschen hinten runterfällt. Jeder
weiß zwar irgendwie davon, aber vielen ist es auch gar nicht so bewusst,
beziehungsweise meistens höre ich dann auch echt viele, viele Geschichten,
wie es jetzt auch so im Chat gerade passiert. Und mir ist selber auch
aufgefallen, dass ich mich auf der passiven Seite mit anderen Leuten viel mehr
über das Thema Grenzen und Grenzverletzungen austausche, als ich es als aktiver
Mensch eigentlich mache.
Sebastian
das ist nicht sexy, ne?
Sandra (Pure)
Ja, ich weiß auch nicht. Es kommt einem vielleicht auch gar nicht so in den Sinn
irgendwie. Also man denkt sich ja vielleicht auch so ein bisschen, ja, man soll
ja jetzt nicht so rumjammern. Was soll man denn rumjammern? Man gibt doch so den
Ton an. Und es ist vielleicht natürlich auch so ein bisschen so ein Szene-Ding,
dass man vielleicht auch schnell, wenn man jetzt irgendwie Emotionen zeigt und
gerade so Emotionen wie, dass man vielleicht verletzt ist oder negative
Emotionen, dass es dann auch schnell als Schwäche natürlich interpretiert wird
von einigen Leuten.
Sebastian
Ja, das ist dann so ein Gesellschaftsbild auch innerhalb der Szene einfach, ne?
Ja, wo man dann auch gucken muss, was hat man denn zu verlieren, ne? Und da
tatsächlich hat man was zu verlieren, weil dann hast du irgendwen, der dann
sagt, ach guck mal da, so ein schwacher Mensch, der kann doch nicht gar nicht
oben spielen. Also dann wird dann mal gleich das Oben-Spielen als solches in
Frage gestellt, habe ich das Gefühl.
Sandra (Pure)
oder der beliebte Satz, gut, ich definiere mich eh nicht so als dominant,
aber der ist doch gar nicht, die ist doch gar nicht wirklich dominant oder noch
schlimmer, sie ist doch gar nicht naturdominant.
Sebastian
Über diesen Begriff muss ich nochmal in Zukunft ein bisschen mehr erinnern.
Naturdominant ist ein schöner Begriff. Ich glaube tatsächlich, dass es das gibt,
aber ich glaube, dass das anders ist, als es verwendet wird.
Sandra (Pure)
Ja, das würde ich dann euch auch mal verfolgen.
Sebastian
Dann lass mich doch mal fragen,
sagen wir mal so, nehmen wir mal an, ich lerne jetzt jemanden kennen, Gott
bewahre, und möchte das jetzt von vornherein vermeiden. Was meinst du, wie kann
ich meinem Gegenüber als Top ein Bewusstsein dafür geben, ja, dass ich eben
auch nur ein Mensch bin an der Stelle, gerade wenn ich eben mal, ich sag mal,
auf einer Party mich zufällig treffe und wir sagen, komm, wir machen mal was.
Sandra (Pure)
Also ich sage mal, ich persönlich, ich achte eigentlich erstmal sehr stark
darauf, wie wie die Person mit mir umgeht, also ob die Person mich jetzt als
normalen Menschen erstmal behandelt oder von vornherein schon irgendwie wie ein,
ja, weiß ich nicht, übernatürliches Wesen oder Objekt, aber ja, ich
habe es auch schon manchmal gehabt, dass irgendwie Leute mir begegnet sind von
wegen, oh ja, du bist ja so eine schöne Frau und man hat sie noch nicht mal real
gesehen und ich denke mir so, okay.
und dann ist mir persönlich auch sehr wichtig wie viel eigenverantwortung zeigt
die person also ist die person bereit sich auch ein stück weit selber mit diesen
praktiken und spielarten auseinander zu setzen und den risiken die damit
einhergehen oder ja schiebt sie das halt alles auf mich sozusagen also
ja will sich damit am besten gar nicht beschäftigen so und das wäre dann für
mich zum beispiel auch mehr so ein ausschluss kriterium ja
Sebastian
Ja, das ist dann die Frage, ob man das, ich sag mal, in so einem kurzen
Gespräch, sag ich mal, kurz heißt auch, sag mal, kann auch eine Stunde sein,
aber trotzdem ist es ja irgendwie noch kurz, wenn man quasi die Kapitulation
verhandelt, kann man das so abschätzen, da liegt man auch einfach mal naturgemäß
daneben.
Sandra (Pure)
wobei ich inzwischen auch sagen muss ich mit leuten die keinerlei
berührungspunkte haben spiele ich generell eigentlich nicht mehr also das
sind allenfalls vielleicht freunde die ich kenne die sagen ich möchte mal so
eine erfahrung machen wie es vielleicht ist mal im seil zu sein da sage ich okay
aber die kenne ich dann ja auch wenn es aber jetzt jemand neues ist und die
person hat sich zum beispiel auch noch nie mit dem thema Bondage beschäftigt, da
lehne ich eigentlich von vornherein ab, weil ich sage, es gehört für mich
immer, egal ob man aktiv oder passiv ist, eigentlich auch erstmal eine
Auseinandersetzung mit dem Thema dazu.
Sebastian
Ja, wobei das natürlich wieder schwierig ist, weil dadurch schließt man ja
Menschen, die noch nicht so viel Erfahrung haben, die werden so ein bisschen
ausgegrenzt dann.
Also das ist dann auch wieder, kannst du drehen und wenden, wie du willst, irgendwie
fair wird es nie.
Sandra (Pure)
Ich finde ehrlich gesagt nicht, weil es ist ja nicht so, dass ich diesen
Menschen jetzt generell gegenüber verschlossen bin. Also ich tausche mich gerne
mit diesen Menschen aus, ich gebe den Menschen gerne Tipps, wo sie hingehen
können auch um erstmal Gleichgesinnte kennenzulernen das einzige was ich halt
sage ist ich fange nicht gleich an diese Leute zu fesseln und ich persönlich
finde das vollkommen legitim weil ich habe ja auch nicht anders angefangen also
bevor ich das erste Mal überhaupt ins Seil gegangen bin war ich erstmal
ein halbes Jahr auf Stammtischen und hab mich erstmal mit der Materie
beschäftigt und ich finde das eigentlich auch richtig so Weil wenn
ich passiv bin, ich meine, ich setze meinem Körper ein Risiko aus und ich sollte
einigermaßen wissen, welches Risiko das ist und
ob ich dieses Risiko wirklich eingehen möchte.
Sebastian
Ja, wobei da bin ich so ein bisschen zwiegespalten, weil man hat natürlich, man
ist jetzt endlich auf dem Stammtisch, man ist jetzt endlich in der Szene und man
ist ja einfach mal spitz, das alles auszuprobieren und diese Coolheit im Kopf,
dass man sagt, jetzt informiere ich mich erst mal drei Monate. Das sieht man
relativ selten. Sondern eigentlich will man ja mal Erfahrungen machen. Also da
kommt viel Emotionales einfach zusammen, wo man dann eben, ich sag mal, als
erfahrener Top dann eben auch ein bisschen gucken muss, wie man das kanalisieren
kann. Ich krieg grad den Zeithinweis gesendet.
Sandra (Pure)
Das Thema könnte ich mich auch echt nochmal ein bisschen verquatschen.
Sebastian
machen wir das wann anders. Aber einen Punkt hab ich noch. Das ist ja jetzt
alles angenommen, man trifft jemanden, einen Spielpartner, den man noch nicht
kennt oder man lernt sich gerade kennen. Denn dieses berühmte Vorgespräch, wenn
ich jetzt eine Langzeitbeziehung habe, dann habe ich ja ganz oft dieses, dann
habe ich ja meinen Consent mal hergestellt und dann verhandle ich ja nicht vor
jeder Session, sondern man macht was miteinander, man macht da mal was spontan,
man macht mal was spontan und da kann das ja genauso passieren. Also auch
da ist ja wieder dieser Tagesformaspekt und die Frage ist, wie kriege ich das
denn, ja, wenn ich langfristig mit jemandem was mache, wie kriege ich es
eigentlich hin, dass beide immer so im selben Mindset drin sind?
Sandra (Pure)
weiß nicht, ob man das wirklich immer hinkriegt. Ich kann auch gerade noch nicht
so genau verstehen, worauf du hinaus möchtest. Also möchtest du darauf hinaus,
dass da jetzt keine Grenzen überschritten werden?
Sebastian
Sagen wir mal so, wenn du eine Beziehung hast, die auch länger geht, dann hast
du ja manchmal diesen Effekt, dieses wir gehen jetzt langsam, aber sicher höher,
schneller weiter.
Irgendwann wirst du ja eine Grenze finden, weil du suchst dir ja auch die
Grenze.
Und auch da kann es eben sein, dass du nach drei, sechs, neun Monaten dann eben
die Grenze von Top ist, die zuerst gefunden wird und nicht die von Sub. Das ist
ja möglich.
Sandra (Pure)
Ja, ja, klar.
Sebastian
Und die Frage ist, wie gehe ich damit um, beziehungsweise ich mag so ein
bisschen jetzt gerade mal mal die Message loswerden. Das sollte man vielleicht
so im Hinterkopf behalten. Irgendwann kommt diese Grenze und es kann beide
treffen. Aber das hat man einfach nicht auf dem Schirm. Hätte ich auch nie auf
dem Schirm gehabt.
Sandra (Pure)
Ja, also ich denke, es ist eine Frage dessen natürlich, was es für eine Grenze
vielleicht ist und was diese Grenze vielleicht auch bedeutet. Also ich sage mal,
ich habe für mich persönlich, ich kann jetzt natürlich immer nur so aus dem
Seilbereich sprechen, Aber ich habe mal für mich da eine Grenze erreicht, als
ich eine Session hatte, wo es zu einem Nervenschaden kam. Der war jetzt für
einen Nervenschaden nicht ganz so schlimm wie andere Nervenschäden, aber es hat
mich trotzdem sehr beschäftigt,
weil das natürlich eine Verletzung meines Partners war, die man natürlich
einfach nicht machen möchte, die aber natürlich auch nicht selten vorkommt. Und
mich hat es ja zum Nachdenken gebracht, einfach weil
ich natürlich dann auch reflektiert habe, wie kam es dazu und wozu habe ich mich
dann vielleicht auch hinreißen lassen. Und das konnte ich in dem Fall schon
sagen, dass ich da irgendwie mich dazu hinreißen habe lassen,
Sachen zu fesseln, mit denen ich mich zu der
Zeit vielleicht auch gar nicht so wohl gefühlt habe. aber wo ich irgendwie so
ein bisschen auch erwartungsdruck hatte es war eine neue partnerin und ja ich
war einfach irgendwie was schönes bieten wollte sozusagen aber auch irgendwie
trotzdem nicht auf mein gefühl gehört habe und
ich habe dann nach dieser erfahrung eigentlich für mich sehr viel
umgeworfen weil ich ja weil ich sehr viele sachen im repertoire hatte
fesseltechnisch die mir eigentlich gar nicht so lagen und die eigentlich gar gar
nicht so Techniken waren, mit denen ich mich so identifizieren konnte und das
war für mich wirklich so ein Anstoß, mehr in diese Richtung zu gehen, mit der
ich mich wirklich wohl fühle sozusagen.
Sebastian
Ja, einfach mal wirklich einen Schritt zurückgehen.
Sandra (Pure)
Aber das war jetzt in Bezug auf meine Partner gar nicht so ein Ding, weil ich
habe ja weiterhin gefesselt, ich habe dann eben bloß anders gefesselt.
Sebastian
Okay.
Weißt du, was ich jetzt mache? Ich mache jetzt hier tatsächlich auch wir bringen
das an der Stelle mal zu Ende, weil ich merke, also der Chat ist so ein
bisschen, sie sind so im Austauschfieber gerade.
Vielleicht mag ich zum Schluss noch mal einen Satz hier von Elsa zitieren. Man
muss Grenzen immer neu verhandeln. Die Neigung entwickelt sich und bleibt nicht
statisch. Das ist vielleicht der Punkt für Langzeitbeziehungen.
Ich finde es toll, dass wir jetzt hier auch wirklich mal den Fokus nochmal
draufgelegt haben, zu sagen, wie gesagt, der Titel war ja eben, Doms sind keine
Superhelden und genau das ist es ja eben. Wir wollen uns wohlfühlen, wir wollen
Spaß haben. Wir haben zwar die Kontrolle, aber das heißt nicht, dass wir
allmächtig sind an der Stelle und
ich glaube,
viel hängt, also für mich zumindest, zumindest hängt viel davon ab, dass mein
Gegenüber auch Spaß hat. Und wenn es am Nörgeln ist die ganze Zeit, dann
verliere ich auch einfach den Spaß. Ganz einfach.
Sandra (Pure)
Und vielleicht noch eine Anregung auch an Bottoms, dass sie ihre Tops auch gerne
einfach mal fragen dürfen ob sie sich mit bestimmten sachen wohlfühlen ob es
ihnen gut geht vielleicht auch mal nach einer Session und ja vielleicht auch
mal ein bisschen die menschliche emotionale seite auch des Tops sehen
Sebastian
glaube, das tun ganz viele und alle anderen fragen sich das jetzt einfach mal
und dann kann die Welt doch nur besser werden.
So, mein Gott, 22 Uhr ist es schon wieder.
Sandra (Pure)
ja es tun auf jeden fall auch viele ja ja
Sebastian
Das gibt's nicht. Diese halbe Stunde, wann habe ich die das letzte Mal
eingehalten? Ich glaube, das ist lange her.
Mein Gott, ich sage mal an der Stelle vielen, vielen Dank, dass du du das so
freimütig erzählst und dass du einfach auch Beispiele hast, das hilft hier immer
ein bisschen, um sich da ein bisschen reinzuversetzen und das finde ich einfach
toll. Dankeschön.
Sandra (Pure)
Ja, gerne. Danke, dass ich da sein durfte.
Sebastian
Ja, selbstverständlich.
Wir werden uns nochmal unterhalten, aber jetzt spiele ich erstmal was von Nine
Inch Nails für dich. The Void sollte ich suchen, habe ich auch gefunden
tatsächlich.
Sandra (Pure)
sehr schön.
Sebastian
Und ja, dann mach's gut und jetzt sage ich aber noch kurz zwei, drei Worte,
bevor ich das spiele. Ein bisschen was Organisatorisches. Das heute Abend habe
ich nämlich auch noch. Ach,
Sandra (Pure)
tschüss.
Sebastian
so, das war Pepper Mind. Ui, mein Gott, hier geht es ja echt hoch her heute. Ich
müsste ja schon fast mal so ein Anrufthema machen. Ich habe mein Safeword
benutzt.
Allerdings habe ich das Gefühl, das wird ein sehr trauriger Abend.
So, was haben wir denn hier? Ich habe hier die Losbox. Ich werde jetzt gleich
Musik spielen. Ich schüttel sie mal.
Toll, ne? Die ist voll mit kleinen Zetteln. Mit allen Menschen, die jetzt hier
telefonisch mitgemacht haben. Ich mache jetzt folgendes. Ich spiele jetzt einen
Titel und mache aber gleichzeitig die Leitung auf. Und dann hat jemand nochmal
die Möglichkeit, mit in den Topf reinzukommen. Ich werfe allerdings nur jemanden
rein, wenn er mindestens fünf Minuten mit mir über irgendwas redet. Und nicht
nur sagt, ich will aber das Paddel gewinnen. Das reicht mir heute nicht. Ich
sage jetzt einmal die Nummer. Und dann werde ich ja in ein paar Minuten wissen,
ob ich dann noch jemanden dazu werfen kann. So, das ist die 0512.
Und jetzt ist erstmal so weit dran. Und wir hören uns in etwa vier Minuten hier
wieder.
Tata, wieder da. da und sieh da, es hat wieder niemand angerufen. Ich glaube,
ich habe langsam alle Leute durch, die sagen, Mensch, ich rufe mal an, ist mir
doch egal. Da werde ich noch ein bisschen Überzeugungsarbeit in Zukunft leisten
müssen.
Ja, was mache ich dann?
Ganz einfach, ich werde jetzt hier was verlosen.
So, ich muss mal gucken, dass wir es mit der Technik hinkriegen hier. Denn wir
machen ja auch ein Video davon und das werden wir dann bei Instagram posten,
damit auch jeder sieht, dass hier alles gut läuft. Wobei, jetzt schreibt hier
gerade jemand, Kätzchen, doch ich, mit Kunst der Unvernunft. Ja, okay,
wunderbar. Aber es klingelt hier gar nicht. ich nochmal gucken, ob die Technik
hier eventuell spinnt. Ich schaue mal in meine Anrufliste. Da steht tatsächlich
eine Nachricht von jemandem und jetzt habe ich einen Anrufer. Wunderbar.
Hallo, Sebastian hier.
Salome
Hallihallo, und hier ist die Salome.
Sebastian
Ach, die schon wieder. Hallo. Hallo,
Salome
Wie schon wieder? Naja, wenn du dich beschwerst, dass keiner anruft, dann mach
ich das doch mal.
Sebastian
du wirst es nicht glauben, ich habe hier gerade gesehen, dass ich eine Voicemail
bekommen habe von jemandem, der hier angerufen hat und der nicht durchgekommen
ist. Ich hasse die Technik. Irgendwas ist schon wieder, also es liegt gar nicht
an euch, es liegt tatsächlich an irgendwas bei Sipgate übrigens. Das scheint so
in letzter Zeit so zu sein, dass öfter mal Anrufe nicht durchkommen. Ja, du
willst auch in die Kiste rein. Och Mann.
Salome
Na klar, artgerecht paddeln ist doch immer ein Anruf wert.
Sebastian
Verstehst?
Ja, das ist wohl wahr. Die Dinger sind einfach schön. Das muss ich einfach mal
ganz werbeträchtig dazugeben. Nicht nur, weil ich eins da habe.
Ich sag mal, Paddles machen eh generell Spaß. Aber ich habe halt gerade eins
hier. Und weil das hier liegt, direkt neben mir, ist es immer toll. So, dann
mache ich jetzt folgendes. Ich schreibe jetzt erstmal deinen Namen. Salome auf
einen Zettel.
Und pass auf, in 4 Minuten 50 werfe ich den in die Kiste rein.
Salome
Mhm,
Sebastian
So,
bis dahin müssen wir uns unterhalten. Entschuldigung, das ist so ein kleiner
böser Sadismus von mir.
Salome
Ja,
nö, vielleicht bin ich ja jetzt auch eher sadistisch. Wie steht's um deine
Bondage-Fähigkeiten? Und
Sebastian
Ja,
die sind unverändert genial.
Salome
die Reisepläne Richtung Leipzig? Du hast ja gesehen, der Chat war heute voll mit
Mädels aus Leipzig.
Sebastian
Ja, ich weiß auch nicht, was ist denn in Leipzig los im Moment? Wahnsinn.
Wahnsinn.
Ja, Reisepläne, ich habe noch keine gemacht tatsächlich. Ich bin ja erst mal
stolz, dass ich es geschafft habe, einen Aufnahmetermin für Ende Mai tatsächlich
zu vereinbaren, allerdings hier bei mir. Aber es scheint so zu sein, dass man
wieder raus darf. Die Frage ist, will ich nach Leipzig, wenn da noch nichts
geht? Theoretisch müsste man das ja mit einem Stammtisch kombinieren oder einer
Party oder sowas.
Salome
Ja. Und da sind wir an dem Punkt. Vielleicht haben es gestern einige in einem
anderen Chat gehört von mir.
Bei mir sieht es momentan auch so aus, dass es erstmal noch nicht wieder
losgeht. Ich werde da alles etwas ruhiger angehen und aus
eigenem Interesse heraus, was Gesundheit betrifft und sowas. Es
gibt offiziell noch nichts, wann wieder Fesseltreffen stattfinden können. Das
wird wahrscheinlich auch noch länger dauern. Einzel-Workshops sind wohl eher
schon möglich, aber da an dem Punkt sind wir auch noch nicht. Auch hier in
Leipzig noch nicht und in Sachsen nicht. Wo es uns doch relativ gut geht, was
die Neuinfektionszahlen angeht. Und wo es schon alles ein bisschen lockerer
zugeht als woanders.
Sebastian
ich habe glaube ich gelesen, 50 Menschen dürfen sich versammeln, war das
Sachsen?
Salome
Genau, ja.
Sebastian
Also theoretisch geht ja viel, aber genau, draußen ist der Haken, ne?
Salome
Aber draußen.
und mein Studio ist klein und fein und also mit diesen
Quadratmeter-Regelungen so richtig, ich schätze mal, mehr wie ein Paar
kann ich dann nicht reinlassen und das ist noch kein Fesseltreff.
Sebastian
Ja, und du hast ja trotzdem das Kontaktverbot und du kannst recht schlecht
fesseln, wenn du zwei Meter Abstand halten sollst.
Salome
Genau, und für mich gilt das Kontaktverbot noch, also wie gesagt, aus eigener
gesundheitlicher Geschichte heraus und ich muss da leider noch ein bisschen
warten, bis meine ganzen Ergebnisse da sind und schauen wir mal. mal, wie es
weitergeht. Also Daumen drücken bitte und
Sebastian
auf jeden Fall. Also da drücke ich sowieso die Daumen. Pass mal auf, lass mich
mal, da wäre ja, wie lange ist das her? Das war gesprungen, eine Woche,
anderthalb?
Salome
genau eine Woche.
Sebastian
Genau eine Woche. Okay, ich habe so viel Terminplanung und Folgenplanung hier,
dass ich immer nicht mehr weiß, wann war was. Dann lass mich doch mal fragen,
das ist jetzt eine Woche her. Gab es denn irgendwelche Reaktionen darauf, dass
du hier dabei warst? Oh,
Salome
eine sehr tolle, vielleicht hört die junge Dame in Salzburg auch mit. Ich wurde
angeschrieben, ich hatte dir ja erzählt, ich habe noch nie ein Video von mir
gehabt. Und ich wurde angeschrieben,
zwecks eines,
einer Dokumentation über BDSM.
Sebastian
ich glaube, mit der Dame habe ich möglicherweise auch schon mal telefoniert. Das
ist eine ganz Liebe.
Salome
Und wir haben noch nicht telefoniert, wir haben bloß ein bisschen hin und her
geschrieben, klingt sehr toll, was sie da vorhat, also Details weiß ich noch
nicht, aber ich hätte da voll Bock drauf und bin da echt gespannt und ja, auch
sonst kam so über die Woche immer mal wieder, wir haben dich gehört und das ist
schön, dass man da auch mal ein bisschen mehr über dich erfährt und
das mit dem Projekt, mit diesem Frauenfessel-Treff, das findet sehr viel
Anklang und ja, doch, es gab eigentlich durch durchweg positives
Feedback.
Sebastian
Ja, schön, das freut mich. Also erstmal ist das der Beweis dafür, dass es gehört
wird tatsächlich, dass du Feedback bekommst, aber sogar aus Salzburg, das finde
ich auch nochmal toll.
Und wenn das auch noch positiv ist, ist ja wunderbar, besser geht es doch gar
nicht.
Salome
Ja. Also das soll jetzt nicht heißen, dass wir nur positives Feedback haben
möchten. Ich glaube, das willst du auch nicht, denn Kritik bringt einen weiter.
Also wenn irgendwas zu meckern ist, dann meckert ruhig auch mal.
Sebastian
Ja, also das kriege ich inzwischen auch.
Salome
Auch wir sind nicht unfehlbar.
Sebastian
Das kriege ich inzwischen auch hin und wieder eine Mail und dann kriege ich ja
manchmal in der Folge direkt zu Kreuze oder man spricht einfach mal mit dem
Menschen und schaut überhaupt und dann weiß man einfach, wie man es in Zukunft
besser machen kann. Das ist auch nicht schlecht, das gehört auch einfach dazu.
Salome
Genau.
Sebastian
Das wäre ja auch blöd, wenn man hier auf so einer Insel lebt und macht irgendwas
und irgendwann wundert man sich, warum eigentlich, ja, warum alle das doof
finden und man hat es selber nie kapiert, ne? Das ist ja dann auch
Salome
Genau. Eben.
Sebastian
Pass auf, da die Technik mich eben hier so ein bisschen geärgert hat, ich werde
jetzt was anders machen als sonst.
Salome
Ja.
Sebastian
Ich werde jetzt jemanden zurückrufen tatsächlich.
Und deinen Namen habe ich jetzt hier in der Hand. Ich schmeiße ihn jetzt in die
Kiste rein. Das sind so schöne ausgedruckte Zettelchen mit Logo drauf und allem.
Und deiner ist jetzt einfach nur ein ganz normaler Zettel, aber er ist etwa so
groß wie alle anderen. Das heißt, ich schmeiße ihn jetzt dazwischen.
Salome
Uh,
Sebastian
So, jetzt ist er drin.
Und wenn du ein bisschen Glück kriegst, dann kriegst du Post von mir.
Salome
das würde mich sehr freuen.
Sebastian
Ja, ne? Schauen wir mal, wie das klappt.
Salome
Ne?
Sebastian
Also, die Chancen sind jetzt nicht so groß, weil da sind doch einige drin. Ich
habe leider nicht gezählt, wie viele das sind. 15 sind das bestimmt. Mein Gott,
so viele Menschen, die angerufen haben.
Finde ich super.
Salome
Ne? Genau.
Sebastian
Dann drücke ich dir die Daumen, dass es bald losgeht und dass das gesundheitlich
auch wirklich alles glimpflich ausgeht und dass das passt für dich, dass du raus
kannst und dass du einfach wieder so schön aufblühen kannst, wie einfach letzte
Woche bei mir, weil das war echt ein schönes Gespräch, so positiv und so Ja, so
fröhlich einfach.
Salome
Das
freut mich.
Sebastian
schön. Ist eine schöne Farbe.
Salome
Dass ich dich so einlullen konnte und einfesseln und
spinnen konnte.
Sebastian
gebe zu, ich habe es seitdem nicht nochmal gehört. Ich habe es nur geschnitten.
Ich habe die Zeit nicht.
Salome
habe es mir den nächsten Tag nochmal angehört und ich dachte, ach ja, schön,
wenn das auch, ohne dass man sich sieht am Telefon, einfach so klappt, dass man
einen Menschen so fesseln kann mit seinem Thema. Das fand ich schön.
Sebastian
Ja, mit Worten, da bin ich dann wiederum empfänglich. Dafür stehe ich ja mit den
Seilen so ein bisschen auf Kriegsfuß.
Salome
Naja, eben drum. Das fand ich dann toll, dass ich dich wenigstens auf die Art
und Weise fesseln konnte.
Sebastian
das hast du geschafft.
Jetzt werde ich hier ganz lieb und leise.
Salome
Sehr schön.
Sebastian
Nein, mir ist einfach gerade fürchterlich warm. Ich möchte das Fenster
aufreißen. Aber dann fährt wahrscheinlich irgendein LKW hier vorbei. ich wünsche
dir jetzt noch einen schönen Restabend und dann gucken wir mal, wen ich jetzt
hier anrufen werde ich überlege, ich werde jetzt erstmal nochmal kurz Musik
spielen nicht, dass ich da jemanden irgendwie dann doch noch aus dem Bett
klingle und der dann völlig panisch ist dann machen wir einen sanften
Klangteppich drunter und das, Moment, Moment das Podcastsubbie schreibt noch
Subbie, Liebe auch gefesselt oh das
Salome
Okay, ich wünsche dir, das
kam jetzt akustisch nicht an, Entschuldigung.
Sebastian
Podcastsubbie hat mir gerade geschrieben dass es auch gefesselt war von dir
Salome
Naja, das ist doch toll. Ich freue mich auf euch beide und euch
kennenzulernen, ja, hoffentlich recht bald.
Sebastian
Ja, jetzt haben alle gegen mich
das kriegen wir hin. Also mein Gott, da sind demnächst ein Sommerferien, da wird
ja wohl irgendwas drin sein.
Salome
Genau, okay, genau.
Sebastian
ich spiele jetzt nochmal was für Logan aus der letzten Folge. Siehst du, da weiß
ich noch, wer es war. Da ging es ja um Hypnose. A Song for Hate and Devoe und
mehr zeigt mir diese Software wieder nicht an. Das spiele ich jetzt und in der
Zeit mache ich mal einen Rückruf. Liebe Salome, mach's gut und ja, vielleicht
muss ich dich ja gleich wieder in die Sendung holen, weil du was gewonnen hast.
Wir werden sehen.
Salome
Dann euch noch einen schönen Abend, falls wir uns doch nicht hören.
Sebastian
Mach's
gut. Tschüss.
Salome
Tschüss.
Sebastian
So, ich habe jemanden mitgebracht, nämlich zurückgerufen, weil die Technik
irgendwie wieder gestümpert hat und jemanden auf die Mailbox geschickt hat.
Frechheit. Ich begrüße das Kätzchen, 32, aus der Nähe von Frankfurt. Hallo.
Kätzchen
Hallo.
Sebastian
So, du hast angerufen und ja, ich bin für alles offen. Worüber sprechen wir?
Kätzchen
Ja, es ging so ein bisschen um deinen Kommentar vorhin, dass weibliche Subs ein
bisschen findiger darin sind, dem Top subtil ihre Wünsche unterzuschieben.
Und zum einen habe ich mich dann mal so ein bisschen geoutet im Chat. Ja, das
habe ich auch schon gemacht. Also ich bin auch Sub und nur Sub und kenne
deswegen auch nur diese Seite halt. Und ja, natürlich gibt es so diese
normalen Gespräche, in denen man dem Top dann sagt, oh, das hätte ich gern
mal und können wir nicht mal und so. Und ich habe in der
früheren Spielbeziehung das dann so gemacht, dass ich das immer wieder erwähnt
habe und dachte, ah, vielleicht kriege ich ihn dazu, dass er das mal macht.
Also es lag so ein bisschen in der Natur der Sache. Es ging so in Richtung
überrascht werden,
Entführung, sowas in die Richtung. Das wollte ich gerne ausprobieren und wollte
ich gerne haben und habe versucht, das eben so ein bisschen unterzuschieben und
war wohl auch, finde ich, genug, wie du vorhin so schön gesagt hast. Also es hat
funktioniert, er hat das dann irgendwann tatsächlich gemacht und die Freude
darüber hielt aber nicht lange an, weil ich die ganze Zeit wusste, ja,
er findet das jetzt nicht ganz furchtbar, aber es ist nicht wirklich seins und
er macht das gerade nur, weil ich das will.
Und ja, da war irgendwie der Reiz an der Sache weg.
Sebastian
Okay, also du hast ihm ein Drehbuch, du hast ihm also ein Drehbuch präsentiert
und dann hat er das abgearbeitet.
Kätzchen
So ein bisschen der Nachteil.
Ja, er wollte mir einen Gefallen tun und er hat mich dann irgendwann, als ich
zur Tür reinkam, tatsächlich damit überrascht. Und ja,
erst fand ich es toll und dann so nach zwei Minuten habe ich gemerkt, dass
irgendwie bin ich da überhaupt nicht drin und bin gerade so mehr der Zuschauer.
Weil das Topping from the bottom dann eben doch einfach an der Natur der Sache
irgendwie vorbeigeht. Weil in der Regel möchte ich ja eigentlich das Gefühl
haben, dass wir beide das wollen und dass wir beide Spaß an der Sache haben und
dass er das eigentlich hauptsächlich deswegen macht, weil er das möchte. Und das
war in dem Fall eben einfach nicht so gemacht,
Sebastian
Okay, und das hat es für dich quasi kaputt gemacht einfach an der Stelle.
Kätzchen
definitiv. Also der Reiz an der Sache ist ja eigentlich, dass er das will, weil
er das will.
Sebastian
Okay,
Kätzchen
Wenn das irgendwie verständlich ist.
Sebastian
was hätte er jetzt tun können? Also ich meine, er sagt, du kommst an mit einem
Vorschlag und sagst, mach das bitte. Jetzt überlegt er sich das, plant da auch
was, macht da was.
Also wie hätte er denn deinen Wunsch erfüllen können, so dass du dann auch
damit glücklich wärst? Hätte er überhaupt eine Chance gehabt?
Kätzchen
Ja, das ist ja der Punkt. Also wir haben dann hinterher auch drüber gesprochen
und kamen irgendwie beide darauf, dass das so nicht funktioniert.
Also wenn man so ein ganz normales Gespräch führt, wenn ich ihm ganz klar sage,
hier, das hätte ich gern und das würde mich interessieren, dann mag das gehen.
Aber dadurch, dass ich ihm das so untergeschoben habe, ich bin ja nicht
hingegangen und habe gesagt, hier, das interessiert mich und da denke ich schon
länger drüber nach und könnten wir nicht mal.
Sondern ich habe versucht, ihm das subtil unterzuschieben und habe das ja auch
geschafft. Ich habe immer wieder so ein bisschen davon angefangen, ohne klar zu
sagen, ich will das. Und vielleicht war die Erwartungshaltung dann auch einfach
so groß, dass es zwangsläufig enttäuscht werden müsste. Aber der Hauptpunkt war
eben,
es hat sich nicht nach einem Druck und nach einem Zwang
angefühlt. Es ging mir ja um den Zwang bei diesem Spiel.
Sebastian
Ja, und
Kätzchen
Der Zwang ist halt weg in dem Moment, in dem man sagt, hey, ich will das mal.
Sebastian
haben wir natürlich das Problem, das ist so,
Kätzchen
Ich kann ja niemanden bitten, mich zu entführen.
Sebastian
ich weiß nicht, kennst du den Film Inception?
Ja, so ein bisschen daran erinnert mich das, so gucken, so schieb ihm das so ein
bisschen unter, dass er dann hinterher glaubt, dass er selber auf die Idee
gekommen ist.
Kätzchen
Ja, genau, genau.
Genau, genau.
Sebastian
Ja, aber das ist doch eigentlich, also ich sehe jetzt so zwei Konflikte, nämlich
der eine ist, man soll ja offen und klar kommunizieren, was sind Wünsche, was
sind Erwartungen, damit man überhaupt miteinander wieder den Konsens bilden
kann.
Kätzchen
Genau, ich
glaube, wenn ich das getan hätte, wäre es auch, wenn ich das getan hätte,
hätte es auch funktioniert.
Sebastian
Auf der anderen Seite macht das aber was kaputt.
Kätzchen
Aber es gibt eben Spielarten, bei denen das ein bisschen schwierig ist. Denn wie
gesagt, ich kann ja niemanden bitten, mich zu entführen. Und in dem Moment hat
es das einfach kaputt gemacht, weil ich wusste, er macht das jetzt nur, weil ich
das will. Und wenn wir vorher anders drüber gesprochen hätten, wenn ich ihm
gesagt hätte, hey, das interessiert mich, und er gesagt hätte, okay, juhu, ich
denke mir was aus, wäre es anders gewesen, weil ich dann gewusst hätte, er macht
das, weil wir beide das wollen.
Sebastian
Ja, aber das ist dann so eine blöde Situation, weil, ja, wie kommst du denn aus
der Nummer raus?
Also, wenn du es klar kommunizierst, da bist du aber darauf angewiesen, dass er
sagt, oh ja, machen wir.
Kätzchen
Ja, klar,
Sebastian
Also, da bist du auf seine Begeisterung angewiesen. Wenn die nicht da ist, dann,
ja, dann geht es halt nicht. Zumindest nicht so, dass du was davon hast.
Kätzchen
aber das ist ja bei anderen Sachen auch so. Also wenn er jetzt sagen würde,
Schlagen interessiert mich nicht und ich das gerne will, dann kann er das
vielleicht mir zuliebe mal irgendwie ausprobieren. Aber es wird halt nie so
sein, wie es wäre, wenn ich mit jemandem spiele, so wie es jetzt ist, der eben
auch seinen Spaß daran hat. Der Spaß meines Gegenübers ist eben ganz wichtig.
Und das ist, glaube ich, so ein bisschen die Schwierigkeit an Topping from the
Bottom.
Sebastian
Ja, und jetzt haben wir da, ich glaube, die Situation ist so ein bisschen
ähnlich, wenn ich jetzt einen Partner habe, der eben Vanilla ist.
der sagt halt, nee, ich habe kein Interesse am BDSM, dem versucht man ja dann
auch instinktiv irgendwie was unterzuschieben, damit wir wenigstens ein bisschen
was machen können. Ich weiß, wovon ich rede. Und, ne, also
das ist einfach nur frustrierend auf Dauer, weil es funktioniert nicht und wenn
mal was funktioniert, dann ist eben das Drehbuch wieder da, was abgespult wird.
Kätzchen
Ja, und das ist halt besonders für die Subseite, glaube ich, ziemlich schwierig
zu wissen. Da ist jetzt ein Zwang hergestellt worden und juhu, ich werde
unterdrückt, aber eigentlich hat er da gar keine Lust zu. Und dieses Wissen macht
halt von Anfang an alles kaputt.
Sebastian
Okay, jetzt ist natürlich die Frage, habt ihr es dann nochmal probiert und ging
es dann besser oder wie seid ihr hinterher damit umgegangen.
Kätzchen
Also wir haben erst mal darüber geredet, dass wir das so auf diese Art und Weise
nicht mehr machen. Also ich habe dann auch gesagt, naja, ich habe dir das ein
bisschen untergeschoben. Und er meinte so, ich wollte halt mal auf deinen Wunsch
eingehen. Und die Absprache war dann letztlich,
dass wir klarer kommunizieren miteinander, um das zu
machen. Und funktioniert hat es dann letztendlich in dem Moment, in dem wir eine
dritte Person ins Boot geholt haben. Aber
Sebastian
Okay, ihr habt eine Lösung gefunden.
Kätzchen
ich hatte dann einen Spielpartner, der eben auch in diese Richtung
tendiert hat und das hat wunderbar funktioniert.
Sebastian
Okay,
Kätzchen
Aber eben, weil ich wusste, der hat auch seinen Spaß daran.
Sebastian
naja,
der Trend geht so ein bisschen dahin, ich suche mir das Personal, mit dem ich
das machen kann, was ich machen will. Entschuldigung. Es scheint so ein bisschen
in die Richtung zu gehen. Ich kann meinen Partner nicht überzeugen oder zwingen,
also suche ich mir jemanden. Das meine ich jetzt gar nicht böse oder so an der
Stelle, aber es scheint einfach so zu sein, dass der Wunsch
größer ist als die Grenzen der Beziehung quasi oder des Gegenübers und dann
gucke ich eben, wie kriege ich den Wunsch erfüllt und nicht, wie kriege ich die
Grenzen des Partners noch eingehalten. Weißt du, was ich meine?
Kätzchen
Also die Grenze des Partners war ja in dem Fall, das ist nicht meins und das ist
nichts, was ich mit dir machen möchte.
Und wir haben es eben ausprobiert und haben festgestellt, es funktioniert
einfach nicht. Es fühlt sich nicht gut an für mich, es fühlt sich nicht gut an
für ihn und deswegen sind wir übereingekommen, das an der Stelle auch einfach
nicht mehr fortzuführen.
Sebastian
Okay, also die Beziehung oder, okay,
Kätzchen
Ja, das später auch, aber das lag auch an anderem.
Sebastian
ja, da sind dann eh immer noch ganz viele weitere Punkte mit drin.
Kätzchen
Ja,
Sebastian
Ja, ich nehme das jetzt mal so als Erfahrung, als Statement einfach auch mal so
hin. Das ist eine wichtige Meinung, die gehört auch einfach dazu.
Und das ist so, ich habe immer das Gefühl, egal, über was ich hier in diesem
Podcast habe, mit irgendwem spreche, es gibt nie eine einfache Lösung. Man kommt
wohl nicht drum rum, dass man viel reden muss und auch eben, dass alle Seiten
immer Kompromisse eingehen müssen und wenn ich ganz kompromisslos bin, also
sprich der Bilderbuchdom, dann werde ich im Grunde immer nur auf dem kleinsten
gemeinsamen Nenner irgendwas machen können.
Kätzchen
ich meine, Dinge können sich ja auch entwickeln. Also es ist ja nicht so, dass
man am Anfang sagt, das geht und das nicht und der andere sagt auch, das geht
und das nicht und das, wo man aufeinander kommt, macht man dann und das andere
darf man nie wieder tun. Das ist ja gar nicht so. Es sind so viele Tabus
gefallen in dieser Zeit, in der ich das jetzt mache. Und mit jedem neuen
Partner ist es einfach wieder komplett anders und kann komplett anders sein und
kann komplett andere Bedürfnisse wecken und andere Seiten hervorrufen. Von daher
bleibt man ja nie stehen damit. Also zumindest habe ich die Erfahrung gemacht.
Sebastian
Ja, aber das ist auch nochmal so ein Aspekt.
Kätzchen
Naja,
Sebastian
Vielleicht geht etwas jetzt nicht, aber vielleicht ist das in dieser Beziehung
ja in zwei Monaten, zwei Jahren, 20 Jahren möglich, dann habe ich dieses Prinzip
Hoffnung. Das ist dann auch so ein bisschen schwierig, weil da baut sich ja dann
auch so ein innerer Druck auf. Ist ja auch wieder fies.
Kätzchen
wenn ich jetzt die ganze Zeit nur da sitze und darauf warte, dass mein Partner
endlich das macht, was ich will, habe ich aber so ein bisschen das Grundprinzip
an Beziehungen, glaube ich, nicht so richtig verstanden. Also es geht ja in der
Beziehung nicht darum, dass er jetzt sich bitteschön dahin zu entwickeln hat,
wie ich das gerne hätte.
Sebastian
Ja, aber ich merke schon wieder, also irgendwie heute die Folge so ein bisschen
gespickt von lass das mit dem BDSM bleiben, es ist kompliziert.
Kätzchen
ist auch Blödsinn.
Nein, das ist ganz toll.
Sebastian
ja, aber trotzdem kompliziert.
Kätzchen
Aber jede Beziehung ist kompliziert. Also in einer anderen Beziehung geht es
halt nicht um die Entführung oder das Schlagen, da geht es halt um irgendwas
anderes.
Also ich glaube, dass ganz viele Konflikte, die man so hat, genauso in
Nicht-BDSM-Beziehungen vorkommen. Es
handelt sich halt um andere Sachen.
Sebastian
Ja, das ist wahr. Die Frage ist einfach, ich sage mal, Konflikte im Bereich
Sexualität haben natürlich immer diesen Nachteil, dass sie immer etwas
betreffen, wie sich jemand im Inneren fühlt oder wonach er sich fühlt. Und das
kann man ihm weder ausreden noch beibringen. Ich glaube, das muss einfach ein
Stück weit eine Bereitschaft einfach da sein.
Kätzchen
aber ich meine diese Haltung von wegen, ich will das und du bist mein Partner
und deswegen musst du das jetzt erfüllen und wenn du das jetzt nicht kannst,
dann musst du es halt in zwei Monaten erfüllen, die wird sich ja dann auch in
anderen Bereichen widerspiegeln. Also ich glaube, wenn ich diese Haltung zu
meinem Partner habe, wird das ja auch in Hobby und in was
essen wir heute und in eigentlich alles irgendwie reinfließen.
Sebastian
Ja, stimmt.
Okay, ich mache jetzt Folgendes.
Eigentlich geht es immer schief. Bisher ist es immer schief gegangen. Ich lasse
jetzt hier noch einen Anrufer rein und durch. Und danach wird diese Verlosung
mal hinter uns gebracht, weil wir haben es schon wieder halb elf. Wahnsinn, also
wie die Zeit vergeht. Also deinen Einschlag nehme ich auf jeden Fall so. Ja,
finde ich gut, die Seite jetzt auch nochmal zu sehen. Vielleicht mag jemand
anderes auch nochmal was dazu sagen. Da würde ich mich sehr für interessieren.
Und dir, ich sage jetzt mal, liebes Kätzchen, darf ich das so sagen?
Kätzchen
Ja, das darfst du.
Sebastian
Deinen Namen packe ich jetzt hier erstmal in diese Losbox rein. Jetzt ist mir
der Zettel runter. Moment. So, Kiste auf, rein damit,
durchwühlen. Jetzt bist du irgendwo dazwischen.
Und ja, Ja, vielen Dank und jetzt gucke ich mal, ob wir die Sendung jetzt hier
zu Ende bringen oder ob es noch ein bisschen weiter geht.
Kätzchen
gerne.
Sebastian
Ich bin selber sehr gespannt. Mach's gut, tschüss.
So, die Leitung ist wieder frei. Es steht hier auch irgendeine Fehlermeldung.
Mal gucken, ob da jetzt einfach wieder jemand nicht durchkommt. Wir werden es
sehen. Ich sage nochmal die Nummer, die 0510152.
Und ich widme mich jetzt nochmal ein paar Unterstützern des Podcasts. da gab es
noch ein paar
und das Podcastsubbie bereitet sich schon aufs Filmen gleich vor sehr gut, so wen
hatten wir denn diesmal, da hatten wir nämlich die Anja ich glaube die ist auch
jeden Monat dabei Kaffee und noch mehr Kaffee für den genialen Podcast
was haben wir noch, Oliver danke und Gruß aus HB an die Bremer und auch alle an,
oh Gott nochmal von vorne, das muss ich auch ordentlich vorlesen danke und Gruß
aus HB an die Bremer und auch an alle anderen von Oliver So, wunderbar, haben
wir das auch erledigt und jetzt mag ich nochmal so einen kleinen Ausblick geben.
Ich habe nämlich so ein kleines Projekt gehabt die letzten zwei Wochen, sage ich
mal, das hat mich ein bisschen zur Verzweiflung gebracht. Da hat nämlich eine,
ich habe eine Autorin angefragt, ob die vielleicht hier mitmachen möchte. Und da
hat die gesagt, ja klar, auf jeden Fall. Und die schreibt so BDSM-Erotik-Romane.
Und dann habe ich ganz kolossal gesagt, weißt du was, das wäre doch total cool,
vielleicht gibst du mir ja mal einen Text, so zehn Minuten, dann lese ich die so
im Hörbuchstil mal ein. Nein. Und ich bin jetzt die letzten zwei Wochen immer
wieder daran gescheitert, diesen Text vernünftig einzulesen. Es hat einfach
nicht funktioniert. Ich habe das Problem, dass ich das offenbar immer betone wie
so ein Kinderbuch. Und das wird der Sache dann irgendwie nicht gerecht. Und
jetzt wurde mir tatsächlich erlaubt, dass ich das ein bisschen umschreiben darf,
dass ich das besser lesen kann und habe dann heute mal so eine kleine Probe
hingeschickt und habe ein Okay bekommen, das darf ich verwenden und das wird gut
so.
Und das wird wahrscheinlich genau nächste Woche Freitag sein, wo ich das dann
mal einspielen werde am Ende der Sendung und da freue ich mich auch schon
richtig drauf. Bis dahin muss ich es allerdings noch einmal sehr vernünftig
vorlesen. Und siehe da, jetzt in diesem Moment klingelt es hier wieder und ich
begrüße jemanden. Hallo, hier ist Sebastian.
Joachim
Ja, einen wunderschönen guten Abend. Hier ist Joachim.
Sebastian
Hallo, Joachim.
Joachim
Grüß dich.
Sebastian
Worüber sprechen wir?
Joachim
Über BDSM.
Sebastian
Über BDSM, sehr gut, das ist in Ordnung. Bist du hier genau richtig?
Joachim
Also erstmal vielen Dank für den Podcast. Muss ich mal loswerden. Das ist echt
toll. In der Corona-Zeit, weil ja sonst nichts los ist.
Hat mir echt viel gebracht. Also es ist sehr, sehr wertvoll. Vielen Dank dafür.
Sebastian
Ja, aber super, gerne doch. Also, ganz ehrlich, ich hätte jetzt auch, was hätte
ich denn machen sollen, ne? Hier oben sitzen und keinen Podcast machen, das ist
ja auch irgendwie langweilig.
Joachim
Naja, stimmt wohl.
Sebastian
Okay, du möchtest über BDSM sprechen. Vielleicht können wir das ein bisschen
präzisieren. Geht das vielleicht? Vielleicht.
Joachim
Na klar.
Ja, so über meine Erfahrungen, die ich so gemacht habe. Also, das ist bei mir
so, dass ich eine relativ lange Zeit hatte, in der ich das nicht verfolgt
hatte, weil ich irgendwie das Gefühl hatte, es ist alles kompliziert und das
irgendwie hinzukriegen in einer Beziehung mit dem BDSM zusammen,
weiß nicht, ist nicht so einfach, aber ich habe dann irgendwann gemerkt, es geht
nicht ohne. Und das war jetzt vor sechs Jahren
etwa. Da habe ich auch eine Beziehung angefangen im BDSM-Bereich.
Hat jetzt gehalten bis vor einem Jahr. War eine sehr, sehr schöne Zeit. Zeit.
Danach war ich allerdings nochmal ein bisschen geknickt, weil bei uns so die
Alltagsprobleme dann das Ganze kaputt gemacht haben. Also der BDSM war total
toll, aber da kam halt wieder dieser Aspekt rein, Alltag
und BDSM irgendwie unter einen Hut zu bringen. Das ist nicht so einfach.
Sebastian
Ja, also erstmal ist ja schön, wenn man jemanden hat, mit dem man das ausleben
kann.
Aber BDSM alleine ist ja kein Beziehungskitt, sage ich mal. Das reicht ja
alleine wahrscheinlich nicht. Darf ich mal fragen, wie alt du bist?
Joachim
Ich bin 40 jetzt.
Sebastian
Okay, das ist ja noch blutjung, sage ich mal, aus meiner Perspektive. Sehr gut.
Gut.
Okay, also BDSM und Alltag.
Was stört denn am Alltag oder wie stört Alltag BDSM?
Joachim
Also naja, das war vielleicht ein bisschen falsch ausgedrückt. Also im Prinzip
haben die Alltagsprobleme dafür gesorgt, dass die Beziehung in die Brüche
ging, nicht der BDSM.
Es gibt aber parallel dazu auch noch ein Problem, dieses
Machtgefälle
möchte ich im Alltag nicht haben. Also ich möchte im Alltag auf Augenhöhe sein.
Wir haben hauptsächlich D/s-Spiele gemacht und das war für mich einfach
schwierig, das im Alltag abzulegen.
Sebastian
Ja, muss ich mal fragen. Du spielst oben?
Joachim
Also in der Beziehung habe ich oben gespielt.
Ich habe allerdings jetzt nach diesem Jahr Pause, ich hatte auch wieder
überlegt, dass BDSM alles so kompliziert ist und wollte es eigentlich sein
lassen, hat halt nicht funktioniert.
Und genau, ich probiere jetzt die andere Seite mal aus. Seit Oktober letztes
Jahr allzu viel ist noch nicht passiert, jetzt auch durch Corona natürlich.
Aber genau, in der Beziehung war ich oben, aber ich probiere jetzt auch mal die
andere Seite.
Sebastian
Okay.
Joachim
Sehr spannend.
Sebastian
Okay, das hast du ausprobiert, weil du gesagt hast, das hat nicht funktioniert,
dann mache ich jetzt was anderes oder hat da vielleicht ein Mensch irgendwie
geholfen?
Joachim
Also im Prinzip habe ich mir das in der Beziehung schon manchmal gewünscht,
hat aber nicht so funktioniert. Wir haben es mal ausprobiert, aber es war nicht
so, wie ich mir das, naja, es war nicht so erfüllend einfach.
Daher, also es steckt, glaube ich, in mir drin einfach. Das wollte ich dann mal
ausprobieren, nach der Beziehung.
Sebastian
Okay, du hast es ausprobiert und total super oder bist du da noch
unschlüssig?
Joachim
Also die Maso-Seite war total super. Und was auch total super ist, ist Bondage.
Also das ist absolut mein Ding. Das war total schön, bisher die Erfahrung, die
ich da gemacht habe. Aber ich habe da auch eine sehr nette Nachbarin, die wohnt
tatsächlich nur ein paar Häuser weiter,
die mit mir da schon einiges gemacht hat in Richtung Bondage.
Die habe ich kennengelernt, also ich wohne in Hildesheim, kann ich ja sagen. Und
wir haben in Hildesheim ja dieses Dark Secrets, das ist so ein... Durfte ich das
überhaupt sagen? Entschuldigung.
Sebastian
das ist okay. Also,
Joachim
Okay.
Ich weiß gar nicht so genau.
Sebastian
das ist so eine Art Vereinsheim für BDSM,
so ein Refugium, da finden Partys und Stammtische statt. Und ich kenne den Laden
natürlich auch, ist ja gleich in der Nähe hier.
Joachim
Genau, und da findet ja regelmäßig auch Bondage-Treffs statt und da haben wir
uns auch kennengelernt.
Sebastian
Mhm,
Joachim
Und, ähm, also das ist auf jeden Fall mein Ding. Das hat Spaß gemacht, ja.
Sebastian
okay.
Jetzt mag ich natürlich fragen, sagst du jetzt, okay, okay, also Sub ist toll,
Top ist okay gewesen für dich.
Sagen wir mal so, wenn du dich jetzt entscheiden müsstest für eine Seite oder
würdest du sagen, nee, ich nehme lieber beide oder vielleicht doch nur noch
eine?
Joachim
Boah, das ist schwierig. Also es ist so, dass natürlich jetzt diese Erfahrungen
auf der, auf der Seite unten ganz frisch sind und, und ganz, äh, aufregend und
toll sind. Und natürlich, äh, das andere so ein bisschen in den, in den, ähm,
ja, in den Hintergrund rücken lassen.
Aber es ist so, dass mir, glaube ich, was fehlen würde. Also wenn ich jetzt nur
unten spiele, würde mir was fehlen, glaube ich. Also es ist mir sogar dann
passiert in der Zeit, also ich hatte, als ich damit angefangen habe,
entschieden, nee, ich spiele jetzt unten und ich ziehe das jetzt auch durch, mal
eine Zeit lang, also ein Jahr oder so. Also wirklich, dass man ein bisschen
Erfahrung sammeln kann und wollte das wirklich auch nicht anders machen. Aber es
ist mir tatsächlich auf einer Party dann auch mal passiert, dass ich dann wieder
oben gespielt habe. Ist mir quasi so rausgerutscht.
Sebastian
Okay.
Joachim
Hat auch Spaß gemacht. Also ich glaube, ich kann nicht darauf verzichten.
Sebastian
Okay, hast du das dann mit demselben Menschen gemacht, der dich gefesselt hat
vorher?
Okay, also das ist dann vielleicht nochmal personenabhängig auch tatsächlich.
Ja, aber es ist ja schön, wenn du dann beide Seiten, wenn die so ein bisschen in
dir dann verschmelzen dann steht dir ja die ganze Welt offen das ist ja erstmal
toll die
Joachim
Genau,
Sebastian
Frage ist, wo geht es hin
Joachim
da bin ich mir auch relativ unschlüssig noch. Also es ist so, dass das ja so ein
bisschen in die Richtung Switcher geht. Oder sagt man das überhaupt? Switch,
glaube ich, sagt man.
Sebastian
ja das sagt man so
Joachim
Da muss man halt, also es ist so, dass mein langfristiges Ziel schon ist,
jemanden zu finden, mit dem man auch regelmäßig spielen kann. Also idealerweise
auch eine Beziehung, wobei ich da noch so ein bisschen
Bedenken habe, dass es funktionieren kann.
Sebastian
also ich kann dir sagen ich habe ja jetzt schon hier ganz viele Menschen im
Podcast gehabt ich weiß nicht, wie viele Folgen du jetzt schon gehört hast
Joachim
Einige.
Sebastian
einige, also es gibt ganz viele Menschen wo das funktioniert
wo beide switchen, das gibt es dann gibt es natürlich Menschen, die Spielpartner
haben für die eine oder andere Seite
Ich sage mal so, es ist natürlich so, du möchtest wahrscheinlich, also so würde
es mir gehen, man sucht natürlich einen Partner, mit dem man möglichst viel von
seinem Spektrum ausleben kann. Wenn du jetzt jemanden hast, der sagt, ja, pass
auf, ich mache mit dir Bondage und sonst gar nichts, dann würdest du dir ja
schon überlegen, ob du mit diesem Menschen zusammenziehen möchtest und, ich sage
mal, Kinder machen und den Rest des Lebens verbringen möchtest.
Joachim
Genau. Da
Sebastian
Also man wird ja so wählerisch, weil man will ja diesen Aspekt, den will man ja
ins Leben mit einbauen und zwar dauerhaft.
Joachim
bin ich mir noch nicht so sicher, ob ich da nicht sagen könnte, bevor ich jetzt
in eine Vanilla-Beziehung eingehe, einfach weil es nicht so kompliziert ist,
habe ich wenigstens einen Aspekt. Also das wäre so ein Ding, so ein Deal, den
ich mit mir vielleicht eingehen könnte, denke ich mir mal jetzt, aber es kann
auch sein, dass es schief geht, dass ich sagen könnte, wenn wir nur Bondage
machen, das würde mir reichen. Hauptsache es ist irgendwas BDSMiges.
Sebastian
Ja, ich
Joachim
Aber da bin ich mir noch nicht sicher. Das ist noch alles so ein bisschen in der
Findungsphase momentan.
Sebastian
meine, du hast ja wahrscheinlich keinen Druck, dass du jetzt gleich jemanden
finden musst und dann musst du das auf ewig halten. Also da ist, glaube ich, ein
bisschen Zurückhaltung auch einfach mal gar nicht so schlecht und schadet an der
Stelle auch nicht.
Joachim
Genau, ja.
Genau.
Und halt vor allen Dingen auch Dinge ausprobieren. Weil ich habe schon
festgestellt, dass Dinge in der Fantasie, das kennen bestimmt viele nicht so
schön sind wie in der Realität, beziehungsweise umgekehrt, dass es Dinge gibt,
die in der Fantasie gar nicht auftauchen, die in der Realität aber total schön
sind, also gibt es ja beide Richtungen
Sebastian
Gibt es da was, wo du sagen möchtest, Mensch, das hättest du vorher nicht
gedacht, dass das toll ist?
Joachim
also beim Bondage zum Beispiel, das habe ich mir überhaupt nicht so vorgestellt
also es ist so, dass ich
bei diesen bei dieser Aktion, bei dem Fesseln
richtig abschalten Also alle Gedanken in meinem Kopf waren schlagartig weg und
ich war total, das war wie Meditation, ich war total weggetreten und das war,
das habe ich mir so nicht vorgestellt, dass es so heftig ist,
Sebastian
Okay, ja, das Gefühl habe ich selber noch nicht erlebt.
Joachim
dieses Gefühl. Und
Sebastian
Und ich weiß auch nicht, ob mir das gefallen würde, wenn mir jemand das Seil um
die Hände legt, dann sage ich, ja, das ist jetzt schön und jetzt mach das mal
bitte ab.
Also ich finde das irgendwie dann unangenehm, weil dann weiß auch nicht. Aber
das ist natürlich schön, wenn sich da für dich einfach unerwartet auch so eine
Perspektive einfach auftut
und du dann einfach sagen kannst, okay, das mag ich, das mache ich jetzt weiter.
Das ist doch toll.
Joachim
was auch total schön war, war wirklich dieses Untenspielen Richtung Maso. Also
da wurde ich dann verhauen von einer sehr netten Dame, das war ganz spontan auf
einer Party, haben wir uns kennengelernt. Und ja, irgendwie, sie ist eigentlich
eher sub, aber wollte das halt mal ausprobieren und hatte dann auch fachkundige
Anleitungen. Und das war auch, also ich konnte mich
irgendwie da auch total fallen lassen. Also dieses Fallen lassen, das ist das
Schöne daran.
Dieses sich reinfühlen. Also ich war mir am Anfang nicht sicher, ob ich wirklich
Maso bin, weil es halt schon wehgetan hat und ich irgendwie so diese ganzen
Dinge ja nicht kenne.
Sebastian
Es soll ja auch wehtun, um Himmels Willen. Also was wäre es
denn, wenn es nicht wehtun würde?
Joachim
Genau.
Mittlerweile bin ich mir auch bewusst, dass es okay ist, so wie es angefühlt
hat, aber halt dieses Danach, das war halt das Schöne. Der
Schmerz an sich war schon heftig, aber dieses Abklingen und auch danach dieses
Auffangen, das war halt total schön.
Sebastian
Ja.
das ist jetzt ein halbes Jahr etwa her.
Joachim
Das mit dem Maso-Spiel meinst du, oder?
Sebastian
Ja, zum Beispiel. Also generell, dass du gesagt hast, Mensch, ich wechsle jetzt
hier einfach mal die Seite, sage ich mal.
Joachim
Das ist im Oktober gewesen, ja, also ein halbes Jahr, nicht ganz.
Sebastian
Dann mache ich jetzt Folgendes.
Joachim
auch länger.
Sebastian
Von dir wünsche ich mir jetzt einfach, dass du jetzt, sage ich mal, mindestens
so ein halbes Jahr nochmal ein bisschen einfach neue Erfahrungen suchst und
findest. Und wenn du dann sagst, Mensch, das ist alles super oder es ist alles
total grausam oder was auch immer, wenn du da so ein Bild einfach für dich dann
auch hast, dann würde ich dich bitten, dann melde dich doch nochmal bei mir. da
du ja eher um die Ecke hier wohnst, ganz ehrlich, dann setzen wir uns mal
zusammen und dann quatschen wir mal ganz ausführlich.
Joachim
Cool, ja, gerne.
Sebastian
denn ich habe nämlich heute ein echtes Problem. Jetzt muss ich so ein bisschen
Losgerechtigkeit machen, weil hier wollen irgendwie Menschen durchkommen und
hier so einen Paddel haben. Die kommen hier teilweise nicht durch, deshalb rufe
ich die dann einfach zurück. Und auf der anderen Seite will ich aber nicht, dass
erst um 1.20 Uhr heute Nacht dieses Paddel loswerden. Ich will das ja auch
irgendwie verlosen und will, dass das auch noch jemand mitkriegt. Deshalb würde
ich mich jetzt tatsächlich von dir schon verabschieden. Pack deinen Namen, wenn
du möchtest, in die Losbox rein und
Joachim
kannst du gerne machen, Joachim.
Sebastian
dann kannst du dieses schöne Artgerecht-Paddel in die Finger bekommen. Ich packe
dich mal rein, Zettel ist gefaltet, einmal durchrühren, alles klar, passt und
dann würde ich jetzt einfach den nächsten Menschen anrufen und du, wie gesagt,
probiere ruhig, mach Erfahrung und dann würde ich mich echt freuen, wenn du dich
meldest und sagst, hier Sebastian, lass uns reden und dann bin ich bereit und
dann reden wir. Einverstanden?
Joachim
Sehr gerne, ja, machen wir.
Sebastian
noch ganz viel Spaß, mach's gut.
Joachim
Ja, und vielen Dank nochmal für deine Arbeit, super.
Sebastian
super, gerne. Tschüss.
Joachim
Tschüss.
Sebastian
So, ihr merkt, hier ist heute ein bisschen was los. Ich mag jetzt so ein
bisschen die Losgerechtigkeit haben und das ist gar nicht so einfach. Deshalb
mache ich jetzt noch einen letzten Anruf und danach wird dieses Paddel unter
die Leute gebracht. Mensch, das hätte er die letzten Tage mal machen können. Ich
lasse es mal klingeln, weil, ja, mal gucken, was passiert. Wahrscheinlich kommt
gleich ein fürchterlich lautes Tuten oder sowas.
Sabrina
Hallo.
Sebastian
Ne. Hallo, hier ist der Sebastian.
Sabrina
Hallo, da ist Sabrina.
Sebastian
Hallo Sabrina, ich sollte anrufen oder ich sollte zurückrufen, so rum.
Sabrina
Ja, ich wollte mal was versuchen, aber ja, von der Schweiz ist das eben nicht
so einfach.
Sebastian
Ne, ich werde jetzt auch gleich sehen, wie mein Guthaben hier gleich quasi ins
Bodenlose stürzt, aber das ist vollkommen in Ordnung. Solche Späße kann ich
jetzt auch einfach machen, denn die Hörer haben ja diesen Podcast so toll
unterstützt, dass das eben möglich ist und nicht zu sagen, es geht leider nicht,
weil es kostet zwei Euro. Nein, das ist jetzt einfach mal die Sache wert.
Ja, worüber magst du mit mir sprechen?
Sabrina
Das ist toll.
Ja, ich würde gerne mal ein bisschen über das Thema Shibari
sprechen.
Sebastian
Shibari, ja. Ja.
Sabrina
Ja, aus dem Grund, ich habe das Interesse ein bisschen
sehr stark geweckt in mir.
Sebastian
Oh, ich verstehe dich ganz schlecht. Benutzt du gerade ein Headset oder sowas?
Sabrina
ich kann aber ohne Probleme ein Headset benutzen.
Sebastian
Wir können es mal probieren, weil wie gesagt, du klingst für mich so ein
bisschen verwaschen und ich habe starke Probleme, dich zu verstehen.
Sabrina
Ja, ich suche mir gerade ein Headset. Moment, schnell.
Sebastian
Ja klar, wir warten, kein Problem. Nein, das ist ja auch unvorbereitet. Alles in
Ordnung.
Sabrina
Okay, Moment.
Sebastian
Ich mag den Hörern übrigens mal danken, die jetzt immer noch um kurz vor elf
alle noch da sind. Fast niemand hat den Livestream bisher ausgeschaltet, sehe
ich. Könnte aber auch durchhalten, ist ja super. Ich muss öfter was verlosen.
Sabrina
Geht das jetzt so?
Sebastian
Ich glaube, das ist jetzt besser. Wunderbar.
Sabrina
Ist jetzt besser. Ich bin so nervös.
Sebastian
Du brauchst nicht nervös zu sein. Ich bin da, du bist da, wir beide plaudern
jetzt einfach. Alles in Ordnung. Und da plaudern wir über Shibari vor allen
Dingen. Was magst du erzählen?
Sabrina
Ich würde vor allem mal ein bisschen wissen,
wie ich meinen Mann ein bisschen besser zurück...
Sebastian
Ich bin auch da.
Sabrina
wie ich ihn damit besser überzeugen kann, weil er
Sebastian
Oh, du willst ihn überzeugen. Du willst ihn fesseln oder er soll dich fesseln?
Sabrina
soll mich fesseln. Das Problem ist, er kennt sich im Sicherheitsbereich sehr
stark aus, beruflich. Und für ihn ist das
ein bisschen schwierig, da jetzt einfach mal eine Frau oder
ein Mann dann wird man auch immer fesseln
können.
Weißt du, was ich meine?
Sebastian
Ja, er hat einfach Bedenken, ne?
Sabrina
Genau.
Sebastian
Okay. Jetzt muss ich mal fragen, was möchtest du denn? Also geht es darum, ich
sag mal jetzt, ich kann ja einfach anfangen mit dem Schal ans Bett fesseln oder
schon so eine Hängebondage, die dir da so vorschwebt.
Sabrina
Eher so eine Hängebondage.
Sebastian
Okay. Also gleich in die Vollen rein.
Sabrina
Natürlich.
Sebastian
Also da kann ich deinen Partner tatsächlich verstehen, weil da hätte ich auch so
ein bisschen Respekt vor.
Sabrina
Natürlich
Sebastian
Und wenn das Podcastsubbie sagen würde, du hängst mich jetzt morgen mal auf, da
würde ich auch einen Vogel zeigen und sagen, Nee, du, das kann ich gar nicht.
Also das tatsächlich ist ein bisschen schwierig. Ich glaube, das ist was, ist er
dem Ganzen denn offen gegenüber eingestellt?
Sabrina
schon. Er lässt sich auch zeigen. Er ist dann aber immer noch skeptisch.
Sebastian
Okay, also wäre vielleicht, also gerade wenn es sowas ist, klar, kleinen Anfang
natürlich. Oder vielleicht, es gibt ja auch diese Workshops und Seminare, die
man besuchen kann, wo man ja ein bisschen Anleitung auch bekommt und wo man sehr
genau gesagt bekommt, das kannst du tun und das lieber nicht. Vielleicht ist ja
sowas, für deinen Mann war das richtig?
Sabrina
Ja, mein Mann.
Sebastian
Vielleicht ist ja sowas für deinen Mann etwas, wo er auch ein bisschen dann die
Sicherheit gewinnt, dass er dann einfach weiß, okay, das kann ich tun, Das ist
sicher. Ich möchte meiner Frau nichts antun, sage ich mal. Und vielleicht hilft
euch sowas ja.
Sabrina
Ja, da bin ich mir eben auch am Überlegen.
Eben, das ist das Überzeugen. Und das ist noch ein bisschen, genau,
Sebastian
Ja, gut, im Grunde, wenn er sagt, er ist dem Ganzen nicht abgeneigt, dann
kannst du ja eigentlich nur ihn darin unterstützen, dass, ja,
da haben wir das Problem mit Pepper Mind jetzt auch. Du suggerierst jetzt einen
Wunsch, aber du sprichst ja mit ihm offen darüber, denke ich. Und wenn
er dann neugierig ist, dann ist einfach die Frage, woran hängt das?
Sabrina
ja,
Sebastian
Und wenn er sagt, die Sicherheit, da bin ich mir nicht sicher, ich glaube, dann
braucht er wirklich einfach Unterstützung und ein bisschen gemeinsame Anleitung,
dass er diese Sicherheit dann auch gewinnen kann.
Ich weiß jetzt nicht, ob das das ist, was du jetzt hören wolltest, tut mir leid.
Aber das ist, wie gesagt, ist halt schwierig, ne?
Sabrina
auf jeden Fall.
Sebastian
Gibt es denn bei euch sowas in der Nähe? Weißt du da was?
Sabrina
Da wir kein Auto haben, ist das praktisch so zweieinhalb Stunden von
uns zu Hause weg mit dem ÖV.
Und wir haben relativ gute Verbindungen. Na
Sebastian
Ja, und ganz ehrlich, also wenn dann hinterher dabei rauskommt, dass du an der
Decke hängst, dann ist es da die zweieinhalb Stunden doch sicher wert.
Sabrina
gut, da
Sebastian
Also denke ich mir jetzt einfach mal, ne? Also was sind schon zweieinhalb
Stunden? Du könntest auch 20 Stunden versuchen zu überzeugen und zu überreden
und das bringt ja doch nichts. Dann ist, glaube ich, die Fahrt in den in den
Öffis, glaube ich, das kleinere Übel.
Sabrina
hast du recht. Ja,
Sebastian
Ich mache jetzt folgendes, weil mir brennt hier heute tatsächlich die Zeit so
ein bisschen im Nacken und du bist jetzt auch die letzte Anruferin, die ich hier
heute reingelassen habe und ich muss hier noch irgendwie dieses Paddel verlosen.
Ich muss dieses Ding loswerden. Das sprengt mir sonst noch jede Sendung.
Sabrina
unbedingt
Sebastian
Darf ich dich mit in den Lostopf werfen?
Sabrina
gerne.
Sebastian
Okay, es ist was wirklich Schönes. Das hat ja diesen Zebralook. Ich weiß nicht,
ob du es schon gesehen hast. und
Sabrina
Ja, wir wollten das immer auch bestellen.
Sebastian
vielleicht müsst ihr ja gar nicht bestellen oder ihr habt dann das Ding da und
dann könnt ihr den restlichen Zubehörkram dazu bestellen. Ich werfe dich jetzt
hier einfach mal mit rein und wenn ich dich dann hier nenne als Gewinnerin, dann
würde ich dich irgendwie nochmal kurz antickern, anschreiben, dass wir eben auch
Adressen tauschen können, damit du das auch bekommen kannst.
Sabrina
ist super.
Sebastian
Pass auf, mit deinem Mann, also ganz ehrlich, ich kann damit ihm echt mitfühlen.
Ich würde auch meine Partnerin nicht einfach an die Decke hängen wollen. Das
verstehe ich. Aber ich glaube, es gibt da Mittel und Wege und wenn er dem Ganzen
wirklich aufgeschlossen gegenübersteht, ich glaube, dann ist es eine Zeitfrage
und dann baumelst du da irgendwann rum und dann vielleicht findest du es dann ja
auch irgendwie blöd, kann ja auch sein.
liebe Sabrina, ich würde mich jetzt tatsächlich von dir verabschieden, damit ich
dieses Ding loswerde.
Wenn das irgendwann mal geklappt hat oder nicht, vielleicht magst du dich
nochmal bei mir melden, dann kann ich ja vermelden, ob es geklappt hat, ob du
über den Wolken schwebst.
Sabrina
Okay, dann bleiben wir doch so.
Sebastian
Okay, machen wir. Ganz vielen lieben Dank, dass du dich gemeldet hast und dass
wir miteinander noch sprechen konnten.
Sabrina
Vielen Dank dir.
Sebastian
Ich finde das total mutig, wenn hier Menschen dann in die Live-Sendung
reinkommen. Ich sage zwar immer, ihr müsst anrufen, ihr müsst anrufen, aber ich
würde es wahrscheinlich selber nicht tun. Deshalb, ich habe da ganz großen
Respekt vor. Dankeschön.
Sabrina
Danke dir und tolle Sendung.
Sebastian
Ja, ich gebe mir Mühe. Mach's gut, tschüss. Tschüss.
Sabrina
Tschüss.
Sebastian
So, das war Sabrina. Und jetzt ist diese Leitung hier durch, bevor mir hier noch
sämtliche Hörer flöten gehen und ich dann hier quasi alleine irgendwas auslose.
Ich mache jetzt mal Folgendes. Ich werde die Verlosungsmusik anwerfen. So,
gucken wir mal, dass wir das hinkriegen. Das Podcastsubbie kommt bitte zu mir
und wird mal diese Kamera halten. Bitte.
Genau du. Ja, wunderbar. Hier ist das Gerät. Dann werfen wir doch mal die
passende Musik an. Ist der Chat denn überhaupt bereit? Ist überhaupt noch jemand
da? Ja, es sind auch ganz viele da. Das ist super. So, dann spiele ich das
übliche Liedchen dafür, Misirlou.
Und dann gucken wir mal, dass das läuft. Jetzt wird hier noch irgendwie mein
Schreibtisch aufgeräumt.
Ach,
das ist aber nett. So, ich bin sehr gespannt. Ich nehme die Kiste, die stellen
wir mal hier hin. Genau, das Paddel legen wir schön daneben.
Läuft denn das Video jetzt?
Es nickt. Du musst gucken, dass das im oberen Bereich ist, weil Instagram sonst
abschneidet, ne?
Mhm, sie drückt irgendwas. Sie guckt böse ins Display rein. Jetzt ist alles gut?
Sehr schön. Eine Minute habe ich ja, dann funktioniert es ja nicht. So, okay,
ich mache die Kiste auf. Nein, ich schüttel sie nochmal.
Halt nochmal das Paddel in die Kamera. Ist es nicht schön?
Ganz ehrlich, noch ein paar Tage länger und das Ding wäre hier irgendwie
verschwunden oder so. So, ich wühle mal rum.
Ich habe einen Zettel in der Hand. Und ich falte ihn mal auf, ich bin selber
sehr gespannt, wer es ist. Bluerose bekommt das Paddel.
Ich gratuliere dir ganz herzlich. Wir müssen irgendwie Adressdaten austauschen.
Das heißt, schreib mich mal am besten irgendwie an oder ich mache dich irgendwo
ausfindig. Und dann packe ich ein schönes Päckchen, noch ein paar Flyer
dazu und vielleicht noch ein Pin vom Podcast, weil was anderes habe ich ja
nicht. Vielleicht gibt es bald Tassen, mal gucken. Und ich mache aber nochmal
das Geräusch.
Autsch. Ja, weg damit. Teufelszeug. So, wir haben es verlost. Es ist gelungen.
Mal sehen, welche Aktion als nächstes kommt. Ich verrate schon mal, es wird eine
weitere Aktion geben.
Aber dazu kann ich noch nichts verraten, weil wir haben es noch nicht
ausgemacht. Also, Bluerose, herzlichen Glückwunsch. Ach, sie ist sogar im Chat
direkt drin. Ja, das ist auch praktisch. Sehr gut. Gut, wenn sie möchte,
dann kann sie nochmal anrufen. Dann kann sie eine Laudatio halten oder sowas.
Also für dich ist die Leitung nochmal ausnahmsweise offen. Ansonsten bringe ich
die Sendung jetzt hier langsam aber sicher zum Ende.
Überlegst dir. Ich sag dir, ich packe die Nummer einfach nochmal in den Chat für
dich rein.
Mal sehen, wie ich das hinterher schneide morgen früh.
So, geht die Musik auch zu Ende?
Naja, dann gibt es eben keine Musik mehr. Und da bin ich gespannt. Jetzt wollen
wir noch mal ein, zwei Minütchen hier rumbringen. Was könnte ich denn noch
erzählen? Ja, eben habe ich erzählt mit der Autorin. Ansonsten kann ich noch
erzählen, dass ich heute die Zusage von einem Gast bekommen habe.
Aber wenn das klappen sollte, dann bin ich total glücklich,
weil dann wird es dann so ein bisschen um das Thema Theologie gehen. Also
Religion und BDSM. Das wird auch sehr, sehr spannend. Und ich habe mich
ja wirklich am Montag hingesetzt und habe gesagt, Leute, wer würde denn gerne
mitmachen? Da haben sich wirklich so viele Menschen gemeldet. Wenn es allein
danach geht, dann muss ich hier die nächsten sechs Monate noch Live-Sendungen
machen.
Ich fürchte, das halte ich nicht durch. Und jetzt klingelt hier jemand. Mal
gucken, wer es ist. Hallo, Sebastian hier.
BlueRose
Bluerose.
Sebastian
Bitte, hallo?
BlueRose
Bluerose. Hallo, Sebastian hier.
Sebastian
Ja, hallo, du hast gewonnen.
Magst du im Hintergrund mich einmal ausmachen, weil ich höre mich im Hintergrund
quatschen und ich finde das immer fürchterlich, wenn ich quatsche.
BlueRose
ich weiß, ich habe es gerade gemacht, das Problem ist, dass das sehr verzögert
ist und ich gerade
Sebastian
Wunderbar.
BlueRose
koordinativ überfordert war mit Anrufen und Lautsprecher ausschalten.
Sebastian
Alles gut. Ja, du hast gewonnen.
BlueRose
ich kenne das, ja, ich freue mich, ich bin ein bisschen überrascht.
Sebastian
Ja, du musst mir jetzt hier live deine Adresse bitte einmal durchgeben, damit
ich es dir schicken kann. Nein.
BlueRose
Nein, du hast mindestens drei Wege, mich zu erreichen.
Sebastian
Ich werde einen davon auswählen und dann einmal kurz die Adresse. Ich tüte das
dann ein. Morgen früh schaffe ich es wahrscheinlich nicht mehr, weil dann muss
ich diese lange, lange Folge irgendwie auf den Weg bringen. Aber Montag bringe
ich es zur Post. Dann ist Dienstag vielleicht schon da. Ja, was hast du damit
vor? Wer wird es spüren?
BlueRose
wahrscheinlich ich.
Sebastian
Wahrscheinlich du. Dann kann ich dir vom Hersteller einen Tipp geben.
Der hat nämlich gesagt, wofür das Ding gut ist. Das ist nämlich für für Brüste
und Pussy gedacht.
BlueRose
Spannend.
Sebastian
Möchtest du es immer noch haben?
BlueRose
Ja, ich bin noch nicht ganz überzeugt davon, dass ich und die Schmerzen davon
ganz glücklich werden, aber
Sebastian
Okay, alles klar.
Naja, sagen wir es mal so. Also im Zweifel ist er ja schuld.
Oder das Gerät ist nicht in Ordnung. Aber ich glaube, man kann es im Zweifel
umtauschen.
BlueRose
Nee, man kann auch einfach die Schuld demjenigen geben, der es dann in der Hand
hält.
Sebastian
Ja, wobei, da wäre ich immer gemein, wenn ich dich nicht ordentlich hauen kann,
dann mach doch mal selber, los geht's. Das geht ja auch.
BlueRose
Ja, mal gucken.
Sebastian
Ja, also du kriegst das Ding auf jeden Fall zugeschickt. und ja, hat sich doch
gelohnt, hier mal anzurufen, ne?
BlueRose
Ja, beziehungsweise es hat sich gelohnt zu twittern.
Sebastian
Ja, stimmt, ach, das war ja die Geschichte, genau, du hast mich
kritisiert und dann bin ich darauf eingestiegen und dann habe ich dann nochmal
mich hier versucht in der Folge zu rechtfertigen, schrägstrichende, so halb zu
entschuldigen und dann hast du auch noch angerufen,
aber das ist eigentlich, eigentlich ist es so genau richtig, ja, ruhig
kritisieren, es wird gehört und dann gucken wir, was man machen kann, es gibt,
manchmal gibt es Kritik, die ignoriere ich einfach, die ist einfach blöd, ne,
aber Aber wenn es konstruktiv ist, ja, warum denn nicht?
BlueRose
Ja, aber
Sebastian
Da haben wir alle was
BlueRose
ich bin mit Folgen nachher noch nicht ganz so weit gekommen, aber ich fand es
auch heute zum Beispiel schon ganz anders, als du mit
Evil Sheep am Anfang gesprochen hast und es halt da um das
Polykonstrukt ging oder so.
Sebastian
Ich glaube, dieser ganze Podcast an sich ist für mich auch so ein bisschen eine
Reise
und so ein Vorwand auch für mich, einfach mal Leute alles Mögliche, zu allem
Möglichen zu fragen und auch selber dazuzulernen.
Weil wo soll es herkommen? Ganz ehrlich, aus der Tageszeitung kriege ich es
nicht.
BlueRose
Ja.
Sebastian
Und wenn ich Google anwerfe, dann kriege ich alles, aber sehr ungefiltert. hat,
ne, also
von daher ich finde das für mich, also für mich persönlich selbst wenn niemand
diesen Podcast hört, gut es wäre ein bisschen schade, aber für mich persönlich
habe ich das Gefühl, es bringt mich weiter und
ja, man wird irgendwie offener, habe ich das Gefühl und Vorurteile egal welches
man hat, so nach und nach wird es aufgefressen von Menschen, die einem dann
erklären, wieso, weshalb, warum
BlueRose
Ja, also es ist ja auch wahnsinnig viel und spannend, was man so hört und lernen
kann und so.
Von daher, sicherlich entwickelt man sich weiter. Ich kann dir auch immer noch
nicht sagen, warum gerade den Abend bei der Folge das mir so aufgefallen ist.
Sebastian
ja, aber das ist
BlueRose
Ich habe überhaupt nicht die Zeit gehabt, sie nochmal zu hören.
Sebastian
ja, hör doch jede Folge bitte nochmal ich glaube inzwischen haben wir die 100
Stunden irgendwie auch schon voll Ich kann immer noch nicht fassen, dass das
jemand alles gehört haben will und sagt, ich höre da jede Folge von, boah,
Wahnsinn.
BlueRose
Meine
App erzählt mir immer noch was von, ich glaube, 15 Folgen, die ich noch hören
muss.
Sebastian
Na dann, also ich schicke dir das Paddel auch schon zu, bevor du sie alle gehört
hast, du musst sie also nicht mehr hören.
BlueRose
hat ja nichts mit müssen, sondern mit wollen zu tun.
Sebastian
Ja, gerne. Ich mache jetzt noch folgendes, ich schreibe jetzt hier nochmal in
den Chat, @artgerecht, irgendwelche Tipps für die
Gewinnerin zur Benutzung von dem Teil. Weil. So,
mal gucken, ob da jetzt noch was kommt.
Vielleicht kann ich dir noch ein oder zwei Tipps mit auf den Weg geben, die dann
nicht von mir sind. Aber wenn man den Hersteller von dem Ding schon irgendwie
hier hat, dann kann man den ja auch mal was fragen, finde ich.
BlueRose
Ja, wir haben ihn letztes Jahr auf der BoundCon auch ganz viel gefragt und so.
Er macht ja sehr schöne Sachen.
Sebastian
Ja, ich bin immer noch nicht sicher, ob ich mit ihm selber gesprochen habe. Also
ich habe mit irgendwem an dem Stand gesprochen, aber ob er das direkt war, ich
kann es beim besten Willen nicht mehr sagen. Da ist mein Gedächtnis für Menschen
fürchterlich.
BlueRose
Also für mich klang es zumindest so, dass er es war. Aber meine Begleitung hat
auch da noch irgendwas gekauft. Deswegen,
Sebastian
Hat noch irgendwas gekauft. Ja, du weißt auch was oder wurde das bisher von dir
geheim gehalten?
BlueRose
ich stand daneben, also ich muss gerade überlegen, in welcher Reihe, nee,
letztes Jahr war es, glaube ich, irgendwie auch so ein Paddel.
Sebastian
Okay.
Ja, ich glaube, wenn ich es ganz präzise sage, ich glaube, er hat mir gesagt,
das sei ein Klatscher.
Ja, also.
BlueRose
Und an
Sebastian
Ich werde hier gerade angeschaut. Ach so, ich habe irgendwelche Nachrichten vom
Podcast bekommen, aber ich habe das falsche Fenster offen. Nein, habe ich nicht.
Was will sie denn von mir?
BlueRose
den Chat, an Peter oder wer das war, der meinte, dass ich mein
Gewinn nicht richtig mag. Nein, das ist nicht der Fall, aber ich weiß, dass
ich, was Schmerzen angeht,
sehr speziell bin und die oberflächlichen Schmerzen
viel weniger mag als tiefergehende. Im
Sebastian
Entschuldige bitte, wir haben hier gerade ein kleines Kommunikationsproblem bei
uns. Jetzt kriege ich ja was auf den Zettel geschrieben, weil irgendwas
funktioniert nicht.
Also es scheint so 23 Uhr die magische Grenze zu sein, dass irgendwie mein Hirn
und irgendwie endgültig aussteigt. So, da wird jetzt, du hast mit ihm
gesprochen. Ja, hab ich das. Ja, in der Folge. Achso, aber du meinst auf der
Messe. War das wirklich er?
Schön, dass du das weißt. Ja, sehr gut, danke. Danke.
Ja, okay. Kenne ich ihn offenbar sogar persönlich. Dann habe ich ihm
wahrscheinlich sogar die Hand gegeben und ihm sogar Geld in die Hand gedrückt.
Verdammte Axt, das gibt es doch nicht. So, ich schmeiße diesen Zettel jetzt weg.
Das wird alles rausgeschnitten. Entschuldigung.
So, okay. Ich habe jetzt hier...
BlueRose
Chat gefällt es mir.
Sebastian
Okay, du liest den Chat auch gerade. Dann liest du mehr als ich. Okay, dann
komm, übernimm mal. Was steht da?
BlueRose
Der letzte Kommentar war nur, dass wenn ab 23 Uhr dein Gehirn ausschaltet, dass
man dich dann wohl ab 23 Uhr interviewen müsste.
Sebastian
Ja, auf keinen Fall.
10 Uhr morgens. Das ist so eine Zeit, da gibt man mir Kaffee und ich schweige.
Das ist die perfekte Zeit dafür.
So, aber bevor ich mich hier um Kopf und Kragen rede, von dir besorge ich mir
die Adresse, dann gibt's Post und ich werde jetzt diese Sendung beenden und
heute spiele ich dann etwas, was ich mir ausgesucht habe, was ich seit bestimmt
zehn Folgen mal spielen will.
BlueRose
Sehr gerne. Gerne.
Sebastian
Einfach als Rausschmeißer, sage ich mal.
Achso, wenn du das Ding bekommen hast, einmal Pieps sagen, dass du es bekommen
hast und wenn du hinterher feststellst, du magst es überhaupt nicht, das kann
man auch so als Wanderpokal dann weitergeben. Und dann kann ich es immer wieder
neu verlosen, bis es jemand dann gut findet und nicht mehr hergeben will. Das
ist völlig in Ordnung. Da haben wir alle was von.
BlueRose
Ich werde mal abwarten, bis es da ist und dann mal gucken.
Sebastian
Okay, gut. So, ich bin wirklich durch jetzt.
Bluerose, mach's gut. Und ja, wir beide bleiben in Kontakt. Und dann sehen wir
weiter. Und jetzt werde ich, ja, ich lege jetzt auf. Und dann werde ich nochmal
eine kleine Verabschiedungsrunde hier machen. Und dann ist auch hier der Deckel
drauf. Dann ist Ende. Alles klar, mach's gut und viel Spaß damit.
BlueRose
Dankeschön. Tschüss.
Sebastian
Tschüss.
So, haben wir dieses Verlosungsdrama, was ich seit zwei Wochen vor mir
hergeschoben habe, erledigt. Aber ich habe ja schon gesagt, da kommt noch was
Neues.
Das muss ich dann nächste Woche mal anleiern. Natürlich darf man hier trotzdem
anrufen.
Ich mag mich ganz doll bedanken, weil allen, die heute Abend hier mitgemacht
haben, was da wären, Evilsheep und
Pepper Mind und Moment, ich habe ja sogar Namen, dem Kätzchen Joachim und Sabrina
und habe ich jetzt noch jemanden vergessen? Es waren doch bestimmt mehr Anrufer.
bestimmt noch jemand vergessen, verdammt, Gehirn, naja, gut, so, und ich habe ja
eben schon gesagt, ich spiele heute einen Rausschmeißer, den ich gerne hören
möchte, und das ist so eins der Lieder, das habe ich als Jugendlicher rauf und
runter gehört, weil das war so das einzig Greifbare, was so mit dem Bereich BDSM
irgendwas zu tun hatte, und ihr werdet es nicht glauben, es ist von den Ärzten,
Gwendoline nämlich, so, ich wünsche euch allen einen wunderschönen
Restabend, kommt und fallt gut ins Bett, Lasst euch da irgendwie anbinden oder
bindet an, ist mir egal, Hauptsache ihr habt irgendwie Spaß und wir hören uns
dann am Dienstag wieder und da wird es interessant, weil, ich gucke nochmal auf
meine tolle Folgenliste, ach ja richtig, am Dienstag habe ich nämlich andere
Podcaster dabei, nämlich Coco und Mark von dem Notvanilla Podcast und natürlich
noch jemanden, den ich aber noch nicht verraten möchte. möchte. Das wird also
spannend, das wird mal was ganz anderes und lasst euch einfach mal überraschen,
was dabei rauskommt. So, und jetzt Gwendoline, macht's gut, schönen Abend,
tschüss!
Ja, und wie immer gibt's nochmal so ein kleines Grußwort an das Podcastsubbie, wie
ach, jetzt quatscht die da noch. Ja, aufzustönen. So, und da läuft noch Musik im
Hintergrund, es ist alles schlimm heute Abend hier. Also, ich bedanke mich
nochmal ganz herzlich beim Podcastsubbie, die mich unterstützt hat, die ein
Video gemacht hat und die mich angeschrieben hat die ganze Zeit und nicht
gecheckt hat, dass ihr Handy aus ist und deshalb bekomme ich gar keine
Regie-Nachrichten mehr von ihr.
Und was dabei rauskommt, das hört ihr im Hintergrund. Das ist übrigens nicht das
Paddel oder der Klatscher, das ist das Podcastsubbie-Werkzeug, mit dem das Podcastsubbie
wieder total brav wird. Ich wünsche euch wirklich noch einen richtig schönen
Abend. Macht's gut und wisst ihr was, ich spiele das jetzt einfach nochmal, weil
es so schön ist und weil ich dazu so gut im Takt hauen kann. Gute Nacht!