Eunomia - Vorwiegend oben

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Eunomia Es war eine sehr aufregende und magische Anfangszeit. Ich glaube, wir hatten beide noch nicht mal eine Ahnung, was Rollenverteilung überhaupt ist. Ich muss schon das Gefühl haben, dass mein Gegenüber in der Lage ist, mich zu handeln. Wenn ich merke, da ist eine Lücke, dann nutze ich diese Lücke. Das ist total leicht für mich gewesen, die Kontrolle zu übernehmen. Und dann habe ich auch mal gehauen und habe gemerkt, cool, das macht irgendwie Spaß. Polyamor-Leben, dazu gehört für mich auch, mich hin und wieder mal in eine andere Person zu vergucken. Wenn dein Bauchgefühl nicht gut ist mit einer Person, geh nach Hause. Das wird auch nicht mehr besser. Also es ist mal versehentlich passiert, dass ich oben sein wollte und dann scheinbar nicht genug oben Energie hatte und dann auf einmal unten war. Für mich gehört Lachen zu einer Session dazu. Ich mag es, wenn mein Gegenüber leidet.
Sebastian Hallo und herzlich willkommen zur Kunst der Unvernunft. Das im Trailer war Eunomia und bevor es richtig losgeht, stelle ich mich noch kurz vor. Mein Name ist Sebastian Stix, ich bin inzwischen 44 Jahre alt, mache diesen Podcast, die Kunst der Unvernunft, seit 2018 und darf seitdem sehr regelmäßig mit Menschen über BDSM sprechen, diskutieren, philosophieren. Es geht um ihr Leben, ihre Perspektive, ihren Kink. Und wir nehmen uns hier ganz viel Zeit und sprechen über alles davon. Von ganz früh bis heute und vielleicht auch in die Zukunft. Während ihr das hört, besucht gerne kunstde-und-vernunft.de. Da gibt es alle Folgen, Shownotes, Bilder zur Folge, Kontakt unter anderem zu Euinomia und natürlich die Kommentarfunktion. Schreibt gern was unter die Folge, das könnt ihr auch anonym machen und vielleicht antwortet Euinomia ja auch direkt zurück. Ja, was noch? Einen kleinen Aufruf habe ich noch. Wir sind im Oktober 26 wieder auf der Buffet, wo das ist eine Kinky-Messe bei Wiesbaden. Und ja, das ist jetzt das zweite Mal, wo wir mit dem eigenen großen Unvernunftsstand sind. Das heißt, wir nehmen das Studio komplett mit, machen Aufnahmen, Meet-and-Greet-Sachen, laden Gäste aus alten Folgen ein, damit ihr die dort treffen könnt. Und deshalb kommt ihr zwischen dem 2. und 4.10. gerne bei uns rum. Aber warum sage ich das jetzt schon und heute? Naja, die Planung läuft schon und wir möchten diesen Messestand zu großen Teilen über Sponsoring finanzieren. Der Stand an sich, Hotel, der elendige Miettransporter, Verpflegung für das Team. Wenn du ein Kinky-Business hast, dann können wir dich auf der Messe sichtbar machen. Und zwar nicht nur auf der Messe, sondern auch in allen Folgen, die dort entstehen. Und wenn das für dich interessant klingt, dann melde dich gerne und dann reden wir darüber. Das war die Eigenwerbung und jetzt geht es wirklich los mit Folge 141 mit Eunomia. Liebes Publikum, es ist Samstagmittag, kurz vor vier tatsächlich schon und ich habe Besuch aus Berlin bekommen von Eunomia. Hallo.
Eunomia Hallo.
Sebastian Es hat geklappt, wir sitzen endlich hier in Zeiten des Chaos. An diesem Wochenende wollten alle Termine zuerst dran sein, aber wir haben unseren Termin als erstes geplant, also machen wir das so. Und ich freue mich, dass du es gut hergeschafft hast.
Eunomia Ich mich auch, vielen Dank.
Sebastian Und ja, den Trailer hat das Publikum schon gehört, deshalb verrate ich mal. Eunomia, Ende 20 aus dem Berliner Umland, switcht und spielt damit ja überall. Wir reden über offene Beziehung, über das Leben als junge, dominante Frau. Jetzt stellen sich wahrscheinlich schon bei manchen Menschen die Nackenhaare auf, genau richtig so. Wir reden über Quäli und Kitty, wir reden über dein Zitat, du findest nämlich Schmerzen irgendwie lustig. Ja, müssen wir alles noch ein bisschen auseinandernehmen. Über das Spielen zu zweit und zu mehrt und ja, dann hat mir dein Partner auch noch eine Hausaufgabe dargelassen, von der du nicht wirklich weißt, was es ist. Damit kann ich dich dann ein bisschen überraschen. Ein böser Mensch offenbar. Grüße, das mag ich auch jetzt einmal gesagt haben. Liebes Publikum, ich habe auch mit dem Partner von Onomia gesprochen. Und es gibt ein paar Dinge, über die wir heute nicht sprechen. Das heißt, ihr werdet im Zweifel ein paar Lücken erkennen. Aber das ist nun mal einfach so, dass wenn Menschen nicht dabei sind, dass wir die ja nicht in die Öffentlichkeit zerren müssen. Und wir haben das gut abgesprochen vorher. Also wenn ihr da irgendwie der Meinung seid, da hättest du nochmal das fragen müssen, Sebastian. Das ist heute mal wirklich Absicht, ist eigentlich in jeder Folge so, aber ich mag das auch ganz transparent machen, dass wir eben schauen, dass alle mit dem Ergebnis glücklich sind. Und ja, jetzt müssen wir ein bisschen reden. Ja, hallo Eunum, ja.
Eunomia Hallo Sebastian.
Sebastian Du hast den Hasen in der Hand, sehr gut. Wo sollen wir anfangen? Wir können vorne anfangen oder wir können bei Dingen anfangen, die gerade im Moment spannend für dich sind. Ich verlasse dir mal die Wahl.
Eunomia Fangen wir doch vielleicht mit was Aktuellem an und dann arbeiten wir uns vielleicht auch ein bisschen von früher in die Zukunft ins Aktuelle.
Sebastian Wie sieht dein Kinklife im Moment aus? Was macht im Moment besonders Spaß?
Eunomia Im Moment macht es besonders Spaß, ganz viel zu experimentieren und auch mit meinem Oben-Unten-Spielen variabel zu sein, rumzuexperimentieren, auszuprobieren, neue Dynamiken zu testen und auch rauszufinden, dass es nicht nur Oben oder Unten gibt, sondern auch Positionen dazwischen und die machen gerade sehr viel Spaß.
Sebastian Position dazwischen, das ist ja immer so ein Beispiel, auf das ich in allen Folgen so ein bisschen eingehe und dann nehme ich mal diesen schönen Begriff Befehlskette im Grunde. Was meinst du mit dazwischen?
Eunomia Befehlskette ist ein schönes Wort, ehrlich gesagt. Mit dazwischen meine ich zum Beispiel, dass ich zwar über einer Person bin, aber nicht über allen, sondern unter gewissen anderen Personen. Will ich konkreter werden?
Sebastian Gerne.
Eunomia Hm. Es gibt ein Paar, ein befreundetes Paar, mit dem mein Partner und ich öfter mal spielen und die Dynamik ist dann auf jeden Fall so, dass die beiden Airs auf jeden Fall oben sind und ich auch irgendwie oben bin und dass sie auf jeden Fall ganz unten ist, das ist ganz wichtig und ich irgendwo dazwischen bin. Über ihr ist das Allerwichtigste und dann auch gerne mal unter den beiden Airs. Also ein bisschen kompliziert erklärt vielleicht, aber genau, also wichtig ist, sie ist ganz unten, darunter kommt nichts mehr, dann komme ich und dann kommen die beiden anderen.
Sebastian Ist das eine Dynamik, von der du, sagen wir mal, so vor zwei Jahren gedacht hättest, ja, ja, das kann ich mir vorstellen oder ist das überraschend für dich selbst?
Eunomia Das hat gar nicht stattgefunden in meinem Kosmos. Also vor zwei Jahren war ich sehr in meiner Ich-bin-Oben-Ära und da gab es nicht viel anderes, würde ich sagen. Habe ich weder ausgestrahlt noch in Anführungszeichen richtig aktiv gesucht. Unterschwellig habe ich immer irgendwie gesucht, würde ich sagen, nach Menschen, die mich auch mal dominieren können. Allerdings lasse ich mir nicht so gerne die Butter vom Brot nehmen im Alltag. Und ich glaube, dass ich das viel zu oft ausstrahle, um dass da auch Menschen aufspringen würden und erkennen würden, mit der würde ich auch gerne mal so spielen, dass sie unten ist. Kompliziert ausgedrückt. Die würde ich gerne mal unterdrücken, wie auch immer. Also um es kurz zu sagen, vor zwei Jahren hätte ich das überhaupt nicht gedacht.
Sebastian Ja, Frank, das musst du dir ja auch erst mal erlauben. Weil ich habe ja eben schon gesagt, dieses als junge, dominante Frau, Das ist in Kreisen dieses Podcasts gerade im Moment ein leichtes Reizthema. Ich werfe jetzt schon mal das Wort Naturdominant hin. Da werden wir noch ein bisschen drüber sprechen und wie sich das öffnet und was da alles ist. Es wird ein bisschen kompliziert und das finde ich total gut. Ich glaube, wir spulen doch einmal zurück. Denn jetzt Ende 20 heißt, du musst irgendwann mal mit Kink angefangen haben.
Eunomia Also dass es das gibt, habe ich glaube ich zum ersten Mal so ein bisschen festgestellt mit 15, 16, als das Buch zu Shades of Grey rauskam. Und das war in der Schulzeit in einer relativ rebellischen Phase von mir, würde ich sagen. Also ich war schon sehr zickig unterwegs und sehr aufständisch und rebellisch und wollte immer gegen den Strom schwimmen. Und allein deswegen war das klar, dass ich dieses Buch lesen muss, was so umstritten war überall. Und dann habe ich das gelesen und habe diese ganzen Begriffe überhaupt nicht zuordnen können. Wusste aber schon, okay, irgendwie finde ich das total spannend und konnte gar nichts damit anfangen. Und mit Anfang 20… Moment.
Sebastian Moment. Okay, du bist jetzt eine der wenigen Personen, wo Shades of Grey so den ersten Stups gegeben hat. Weißt du ja nun mal, dass ich persönlich mit diesem Buch nicht allzu glücklich bin, aber das finde ich ja, da kriege ich endlich mal diese Perspektive, dass jemand damit so ein bisschen da rein sozialisiert wurde. Das sind ja nur ein paar Szenen eigentlich in dem Buch, wo es darum geht. Was hat dich denn gepackt?
Eunomia Also das Anfangsinteresse war schon deshalb da, weil es in aller Munde war. Alle haben darüber geredet und es war so umstritten. Also es war so ein bisschen obszön, verrucht es überhaupt zu lesen. Und allein deswegen wollte ich es schon lesen. Einfach weil es so verrufen war, in Anführungszeichen. Und was hat mich daran genau interessiert? Was hat mich daran gepackt? Es ist irgendwie schwierig auszumachen. Das ist ja auch schon eine Weile her mittlerweile. Ich kann es gar nicht so richtig sagen.
Sebastian Am Anfang, sie war sprachlos und konnte nicht reden, weil er so eine Ausstrahlung hatte. Das Buch fängt ja so an quasi, dass er sie völlig einschüchtert, allein durch Bordos Anwesenheit.
Eunomia Ja, das ist es nicht. Also aus heutiger Sicht ist es natürlich auch Quatsch und wir wissen, wie kritisch diese Geschichte ist, definitiv. Aber damals, wenn ich was festmachen müsste aus meiner Erinnerung, würde ich sagen, dass es wahrscheinlich die Kontrolle war, die er über sie hatte. Und sich einfach genommen hat, in Anführungszeichen, was er wollte und es da gar keine Diskussion drüber gab. Das hat irgendeine Art und Weise von Faszination, glaube ich, in mir ausgelöst. Und alles war, also ich weiß, dass ich die Geschichte um diesen Vertrag auch sehr spannend fand. Ich weiß schon, dass ich das damals noch extrem, Fragwürdig fand ich, Vertrag aufsetzen, wie abstrus irgendwie, wie weit entfernt von jeglicher Realität ist das, bitteschön. Und trotzdem hat es mich irgendwie fasziniert.
Sebastian Ich schreibe mal auf die Liste Verträge auf meine Gesprächsnotiz heute. Hast du alle Bücher gelesen oder nur das erste?
Eunomia Nur das erste.
Sebastian Also offenbar hat das Buch an der Stelle etwas bewirkt, nämlich du bist jetzt bis heute dabei und in der Szene unterwegs. So gesehen muss ich mich mit dem Buch ja ein bisschen versöhnen. Also ist die Frage, hat es dir Steine in den Weg gelegt oder hat es Türen geöffnet?
Eunomia Es hat Türen geöffnet, definitiv, weil es mein Anfangsinteresse einfach geweckt hat. Also da bin ich auch bis heute der Meinung, dass dieses Buch oder diese Filme generell die Geschichte einfach eine Welt aufzeigen können, die man vorher vielleicht noch gar nicht kannte und die so viel Positives bereithält und so gigantisch groß ist, weil es so viel zu entdecken gibt. Ich glaube schon, dass es grundsätzlich definitiv positive Dinge bewirken kann. Das war bei mir so der Fall. Und dann ging es weiter mit einer klassischen Fifty Shades of Grey Box, die man sich irgendwo mal bestellt hat bei einem Shop mit drei Buchstaben. Und dann da Dinge drin waren, die man irgendwie ausprobiert hat und das irgendwie einfach interessant fand.
Sebastian Ach okay, also wirklich das Anfängerset, wahrscheinlich bestehend aus, was ist das, so eine Gärte, irgendwas Handfesselartiges und natürlich die Augenbinde, ganz wichtig.
Eunomia Und die Plüschhandschellen, sehr wichtig.
Sebastian Die Plüschhandschellen, ja, die geht es immer noch, ja?
Eunomia Ja.
Sebastian Oh Gott.
Eunomia Naja, es ist ja mit, also das ist auch schon zehn Jahre her, aber sie waren damals auch dabei und ansonsten alles andere auch, was du gesagt hast.
Sebastian Hast du die Sachen noch?
Eunomia Ich habe noch die kaputten Plüschhandschellen.
Sebastian Die kaputten Plüschhandschellen.
Eunomia Die sind natürlich nicht besonders robust.
Sebastian Das ist vielleicht auch gar nicht so schlecht, wenn man die kaputt kriegt im Notfall.
Eunomia Vor allem in den Anfängen.
Sebastian Okay, jetzt hast du schon angefangen, mit irgendwie Anfang 20 ging es weiter.
Eunomia Genau, also das war noch kurz vor 20 und dann, da ist nicht mehr so viel passiert in dem Zeitraum bis Anfang 20, bis ich meinen aktuellen Partner kennengelernt habe und mit dem ging es dann richtig los.
Sebastian Okay, das heißt also gelesen, Ideen gesammelt, das Internet vermutlich ein bisschen leer gelesen oder mit dem Lesen war dann der Rebellion Genüge getan, sag ich mal. Also konntest du das dann wegpacken für dich oder hat dich das doch immer begleitet dann?
Eunomia Naja, BDSM als solches hat mich seitdem nicht immer begleitet, aber das Thema Sex. Ich fand schon immer sehr lustig, darüber zu reden, auch in jungen Jahren. Auch, weil es in Anführungszeichen verschrien war oder weil Leute sich nicht getraut haben, darüber zu reden. Bei mir war das anders. Ich wollte damit irgendwie, weiß ich nicht, ich wollte damit auf irgendeine Art und Weise rebellieren. Und bei mir hat auch alles irgendwie schon früh angefangen. Das hat mich lange begleitet. Und das Thema BDSM spielt ja so ein bisschen mit rein.
Sebastian Mhm. Dann kam der Partner.
Eunomia Genau.
Sebastian Was hat er, ja, wie hat er dir das schön geredet?
Eunomia Ja, das war, das ist eine gute Frage.
Sebastian Ich habe Notizen dazu, ich könnte das auch erklären. Mache ich aber nicht.
Eunomia Also es fing schon damit an, dass wir nach den ersten ein, zwei Kennenlern-Dates dann beim ersten Mal küssen dann auf einmal festhalten eine Rolle gespielt hat, was für mich total überraschend war. aber auch total schön. Und ich dann gemerkt habe, oh, das ist sehr interessant. Und er schon ein paar Erfahrungen in dem Bereich hatte, auch noch nicht viel in dem Moment, aber definitiv mehr als ich. Und dann hat er mal gefragt, ob ich mit ihm in so ein Spielzimmer fahren würde. Und dann habe ich ja gesagt.
Sebastian In so ein Spielzimmer, mal so direkt.
Eunomia Ja.
Sebastian Okay, war die Rollenverteilung schon klar?
Eunomia Nein. Also, am Anfang war, ich glaube, wir hatten beide noch nicht mal eine Ahnung, was Rollenverteilung überhaupt ist. Wir haben beide zu dem Zeitpunkt nicht in der Szene stattgefunden, sag ich mal in Anführungszeichen. Man muss dazu sagen, als wir uns kennengelernt haben, war die Pandemie gerade in der Anfangszeit. Also gab es ganz lange auch nicht so richtig die Möglichkeit, face-to-face in der Szene stattzufinden, sondern dann ging das online alles los, dass man sich auf Plattformen informiert hat, und geguckt hat, wie machen das andere Leute, was machen andere Leute überhaupt? Und bevor das so richtig losging, sind wir tatsächlich mal in so ein Spielzimmer gefahren, weil er das als Idee hatte, das irgendwo mal gesehen hat, das unbedingt mal machen wollte. Mit mir dann wahrscheinlich dachte, da habe ich gerade eine Person kennengelernt, die verrückt genug ist, sich darauf einzulassen und das war ich. Und dann sind wir da hingefahren.
Sebastian Also technisch gesehen noch keine Live-Session gehabt oder sowas?
Eunomia Ich würde sagen, nee.
Sebastian Nicht unbedingt. Also ich habe viele Jahre gebraucht und viele, viele Erfahrungen gemacht, bevor tatsächlich mal so ein Spielzimmer und das war dann eher auf einer Party, also bis es soweit kam. Ich finde diesen Einstieg andersrum eigentlich auch ziemlich genial, weil da hat man quasi alle Möglichkeiten einmal präsentiert. Ganz kurz die Frage, SMJG fand das statt, war die bekannt oder war das für euch gar nicht relevant?
Eunomia Leider nicht. Ich habe die SMJG durch den Podcast erst kennengelernt und da war ich schon fast 27. Also fast zu alt. Oder ich glaube mit 27 ist Schluss oder so.
Sebastian Das heißt, wenn junge Leute das hier hören, smjg.org besuchen, das ist eine tolle Truppe, wo ihr unter 27 quasi Leute findet, mit denen ihr euch austauschen könnt.
Eunomia Hast du nicht vorhin gesagt? .org darfst du nicht sagen?
Sebastian Die wird hoffentlich nie indiziert sein, die Webseite. Das machen wir in meinem Liebespublikum, so ein kleiner Hinweis. Also ich mache mal so Vorgespräche und da sage ich immer, was man alles nicht sagen darf. Zum Beispiel darf man nicht sagen, Webseite Punkt, komm zum Beispiel, weil die könnte ja in Zukunft mal indiziert sein und dann fällt mir das auf die Füße, weil dann plötzlich der Kanal geschlossen wird. Der SMJG traue ich jetzt ausnahmsweise zu, dass das nie passieren wird und dass der sich immer so an die Regeln hält, dass alles fein ist und deshalb riskiere ich das jetzt einfach. Das ist dann der sagbare Link, ich glaube sowas wie zeit.de oder so darf man auch sagen. Den traue ich jetzt einfach mal, dass sie nicht verboten werden irgendwann. So. Also deshalb meine Inkonsistenz. Okay, Spiel zum... Ihr wart dann schon ein Paar, fest zusammen oder ist das noch diese Anbahnungsphase, wir machen halt mal ein Date in so einem, ja im Grunde ja in so einem Dominar-Studio-Raum.
Eunomia Das Zweite ist der Fall. Also es war kein Domina-Studio, waren wir auch im Laufe der Zeit, sondern es war wirklich so eine Art Apartment mit Küchenbereich, Schlafzimmer, Badezimmer und einem sehr großen, coolen Spielbereich. Und da waren wir überhaupt noch nicht zusammen. Da kannten wir uns drei oder vier Monate. Also es war wirklich sehr schnell und es war wirklich einfach mal machen, keine Ahnung haben, worauf man sich einlässt. Und das war eine sehr aufregende und magische Anfangszeit, weil wir einfach da reingegangen sind und einfach alles mögliche ausprobiert haben. Und das war total, total aufregend und cool. Und man hat einfach gemacht und hat die Sachen genutzt, die da waren.
Sebastian Okay, also die Tür geht auf, ihr geht da rein, guckt euch um. Wahnsinn, und hier kann man das und hier kann man das oder eher so ein fragendes, keine Ahnung, wofür das sein soll. Also wie war so der Eindruck, weil es gibt ja auch Menschen, die sagen, wenn ich auf eine Party gehe und so, ja, da sind so viele Eindrücke, dann fühlt man sich überfordert, weil auch Menschen sind. So ein Apartment, das ist natürlich so, das ist erstmal nur da, also man kann sich die Sachen in Ruhe ansehen im eigenen Tempo, die Idee finde ich gar nicht schlecht. Ja. Was waren so Dinge, wo du gesagt hast, oh ja, das finde ich spannend, weil so richtig drin warst du ja noch nicht in dem ganzen Thema und er ja offenbar auch nicht so richtig. Also ich stelle mir das gerade vor, die Tür geht auf, ihr geht hinein. Was passiert, was redet ihr, was sagt ihr, was tut ihr? Nimm mich mal mit.
Eunomia Also erstmal treffen wir eine Person, die dort noch in irgendeiner Weise arbeitet und uns in Empfang genommen hat. Dann hat man ein paar Dinge abgeklärt, ein paar organisatorische Sachen und dann hat diese Person, ich glaube es war damals eine Transfrau und hat uns total unverblümt alle möglichen Funktionsweisen von allen möglichen Geräten erklärt und das war total cool. Also die hat wirklich gesagt, ja und dann kommt der Pimmel da rein und da setzt man sich dann rauf, dann kann man die Vagina gut penetrieren. Also sie hat wirklich einfach rausgehauen. Und das war total cool, weil wir ja beide noch so neu in allem waren und uns glaube ich mit Anfang 20 auch in dem Mindset, wo wir drin waren, gar nicht getraut hätten, so offen mit fremden Leuten zu reden. Und sie kam und hat das einfach gemacht.
Sebastian Das war also auch die erste Person, die sich auskannte, mit der ihr kommuniziert habt.
Eunomia Wahrscheinlich schon.
Sebastian Finde ich cool, wenn das nicht verschreckt hat. Ich meine, das kann ja auch ganz schnell mal so ein bisschen kippen. So, oh, das wird mir jetzt aber ein bisschen arg viel. Aber so cool, du wart ja drauf.
Eunomia Ja, gar nicht. Also wir waren wirklich so, boah, was ist das hier alles cool, neu. Und genau, wir wollten loslegen und waren gar nicht überfordert oder so mit allem, sondern wussten gar nicht, was wir zuerst machen sollen.
Sebastian Ja, was habt ihr denn gemacht zuerst?
Eunomia Das weiß ich nicht mehr.
Sebastian Gibt es noch Gegenstände, wo du sagst, ja, die haben sich auf jeden Fall als praktisch rausgestellt? Also, Ein bisschen so Dinge, wo du sagst, also ich persönlich bin so jemand, da können die tollsten Konstrukte sein, wenn es einen Bock gibt, der ergonomisch zum Podcast so wie perfekt passt, dann ist der jetzt schon mein Liebling. Also ich brauche gar nicht so dieses, irgendwas mit Zahnrädern und Getriebe und keine Ahnung was, sondern manchmal reicht auch einfach ein Möbelstück, was eine tolle Form hat und dann ist das ein Wohlfühleckchen quasi. Ja, wo war euer Fokus?
Eunomia Also was ich noch weiß und was ich auch bis heute extrem cool finde, sind alle möglichen Formen von Deckenaufhängungen. Da waren so Ketten und alleine, dass Ketten von der Decke hängen und die waren massiv. Kein Plastikspielzeug, was kaputt geht, siehe die Handschellen, sondern es waren massive Ketten und das fand ich sehr cool. Und ich glaube, es gab auch noch so ein, wie heißt es denn, wie so eine Art Schaukel. Ich glaube, man nennt diese Dinge ...
Sebastian Eine liebe Schaukel, ne? Ja.
Eunomia Aber auch an einem großen, massiven Mitteilgestell. Und das fand ich auch geil. Also ich mag alles, was so massiv ist, habe ich dann scheinbar da das erste Mal festgestellt. Und wo ich merke, da kann man sich auch richtig reinhängen oder eine Person sich richtig reinhängen lassen. Und das bleibt trotzdem noch an Ort und Stelle.
Sebastian Ging es um Kinky Sex haben oder ging es um SM? Oder vielleicht auch so ein bisschen DS? Wo ging euer Spieltrieb hin? Ich kann mir eher so ein Erkunden und Erforschen vorstellen. Probier du doch mal an dem Kreuz. Das war ganz nett, jetzt du mal. Wie weit wart ihr da offen? So unbeeinflusst habe ich gerade das Gefühl. Das finde ich gerade total spannend.
Eunomia Ja, schon, also das war das schon eher, wobei ich auch am Anfang, also ich glaube grundsätzlich war die Anfangszeit schon das, weil wir eher so klassisch angefangen haben, klassisch in Anführungszeichen, was ist heutzutage noch klassisch, also wenn ich von klassisch spreche, in Anführungszeichen, meine ich so Frau, so Mann, eher oben und das war schon so ein bisschen vordergründig da, aber es war, wie du auch gesagt hast, ganz viel experimentieren. Und im Prinzip wollten wir beide einfach, Alles mögliche erleben und ausprobieren, alle möglichen Dynamiken, von denen wir wahrscheinlich noch nicht mal wussten, dass man das so nennt. Ja, also schon, wie du gesagt hast, am Anfang waren wir noch sehr unbeeinflusst von allem, was da draußen vermeintlich existiert hat oder nicht, sondern wir haben echt einfach gemacht.
Sebastian Liebes Publikum, hört hier ja nicht weiter. Wenn das das erste ist, was ihr zum Thema BDSM hört hier oder generell mitkriegt, dann macht ihr jetzt aus und dann macht ihr erstmal irgendwelchen Quatsch und dann kann man weiterreden. Ich finde die Idee total schön, weil die Szene und alles, was man über Kink lernen kann, das gibt ja sehr viel vor. Das macht man so, das macht man so, das gehört sich so, so funktioniert ein Consentgespräch, so funktioniert die Sache mit der Sicherheit. Also man kann das Thema drei, vier, fünf Jahre schon intensiv studieren, ohne irgendetwas getan zu haben. Und dann wird man wahrscheinlich genau das tun, was halt üblich ist.
Eunomia Und das braucht man eben alles auch nicht. Also ich kann mich auch noch an eine Phase erinnern, wo ich dann angefangen habe, tatsächlich ganz viel zu googeln und bin dann auf alle möglichen Begriffe gestoßen und habe gedacht, Oh Gott, also wenn ich mich irgendwann mal in diese Szene reinbegebe und nicht jeden einzelnen Begriff ausdefiniert erzählen und erklären kann, werde ich geächtet, habe ich irgendwann gedacht und das ist nicht der Fall, aber das kann man schnell mal den Eindruck bekommen, wenn man dieses ganze Zeug erstmal liest.
Sebastian Euch fehlte der Respekt an der Sache, ihr habt einfach Quatsch gemacht. Ich finde das total sympathisch. Also ja, weil eigentlich ist das ja so diese pure Form der Lust und des Entdeckens.
Eunomia War es auch.
Sebastian Finde ich total schön. Ist das verloren gegangen inzwischen?
Eunomia Naja, man kennt mittlerweile vieles. Diese Entdeckerfreude zieht sich durch. Also wir kennen uns jetzt seit fast sieben Jahren, sechseinhalb Jahren ungefähr und das hat sich über die komplette Zeit durchgezogen. Und ich glaube, dass wir auch trotzdem noch ein Stück weit geschafft haben, uns das zu bewahren. Nicht nur, weil wir uns als Beziehung immer weiterentwickeln und auch als Paar und als offene Beziehung, sondern jeder für sich selber auch einzeln. Und die BDSM-Welt ist einfach so riesengroß und es gibt so viel zu entdecken. Ich glaube, da kann man gar nicht alles entdeckt haben. Und wenn man eine bestimmte Praktik schon mehrmals mit einer Person gemacht hat, dann ist sie trotzdem mit einer anderen Person total anders. Oder du wechselst mal die Rollen oder du benutzt ein anderes Werkzeug oder benutzt eine andere Körperöffnung, wie auch immer. Also es gibt ja so viel zu entdecken. Ich glaube, das kann man gar nicht ausspielen. Und wenn man sich diese Entdeckerlust so ein bisschen bewahrt, ich glaube, das hält auch ein bisschen die Beziehung frisch.
Sebastian Gibt es irgendwas, was du mal gemacht und erlebt hast, wo du sagen würdest, das kann man eigentlich nicht erzählen, weil das gehört sich ja echt gar nicht. Also was weiß ich, als Sub immer zurückgehauen. Oder auch oben spielen zu sagen, wo du merkst, das entspricht jetzt nicht so dem Wohlfühl-Mindset der Community.
Eunomia Schwierig. Es ist schwierig, ehrlich gesagt, einzuordnen, beziehungsweise zu beantworten, weil, ja, weiß ich auch nicht so richtig, das ist irgendwie schwierig.
Sebastian Okay, wenn dir noch was einfällt heute, dann gerne mal einstreuen. Also ich glaube nämlich auch, also zumindest wenn man in der Szene unterwegs ist, also zum Beispiel auf einer Party spielt, auch wenn man es nicht absichtlich macht unterbewusst, ist man ein bisschen konformer, als wenn man jetzt privat irgendwo ist. Man macht Dinge vielleicht ein bisschen anders oder man macht halt mehr Insider, sage ich mal.
Eunomia Ja, also was bei mir auf jeden Fall ein großer Punkt ist, das habe ich mit allen Menschen, mit denen ich spiele, ist, dass es viel Nähe gibt und viel Intimität, je nach Situation. Also auf einer öffentlichen Party ist es, würde ich sagen, ein Stück weit weniger intim und ein Stück weit weniger nah. Und trotzdem spielt es eine sehr große Rolle bei mir und ich mag auch viel Körperkontakt. Und das ist eine Sache, wo ich dann später herausgefunden habe, dass es viele Menschen anders machen. Also mein BDSM ist auch sehr, wie gesagt, sehr nah und Sex spielt auch eine große Rolle, auch alles, was damit zu tun hat. Und da habe ich dann später herausgefunden, dass es wirklich viele Menschen gibt, die das einerseits ganz starr voneinander trennen, also die sagen, mein BDSM-Spiel hat nichts mit meinem Sexleben zu tun. Genau, oder auch Frauen, die dann sagen, ich bin dominant als Frau und ich spiele oben und mein Sub darf mich nicht berühren. Also sowas habe ich gar nicht. Würde ich auch langweilig finden. Genau.
Sebastian Okay, ich werfe dir mal was hin. Als dominante Frau würdest du ja was von deiner Dominanz abgeben oder schwach sein oder verletzlich oder unterworfen werden, wenn ein Mann nicht penetriert. Also das wäre ja, das ist ja so der implizite Vorwurf. Dieses, nein, jetzt bin ich aber oben und jetzt bin ich stark und das würde ja daran etwas ändern. Glaubst du daran?
Eunomia Nee, also den Gedanken hatte ich schon mal und ich habe zumindest mal über die Frage nachgedacht, ob ich mich weniger dominant fühle, wenn ich mich gerade penetrieren lasse und komme immer wieder zu dem Schluss, nein, fühle ich nicht. Ich habe sogar, und das fand ich ganz am Anfang besonders interessant am Thema Oben spielen, dass ich gemerkt habe, krass, ich kann mir jetzt alles holen, was ich will. Wenn ich mich jetzt durchbefriedigen lassen will, passiert das. Und wenn ich jetzt penetriert werden will, dann passiert das. Und wenn ich jetzt eine Pause haben will, passiert das. Und wenn ich jetzt, also egal, was ich will, ich kann mir das jetzt einfach holen, alles mit Konsens natürlich. Und mein Gegenüber findet das jedes Mal geil, wenn ich mir hole, was ich will. Weil wenn ich in dem Oben-Modus bin, dann bin ich natürlich mit Personen unterwegs, die auf der anderen Seite unten sind. Und das war für mich auch ein anfänglich riesengroßer Reiz, überhaupt unten zu oben zu spielen, weil ich dann gemerkt habe, ich muss nicht, wenn ich jetzt Vanillasex habe, muss ich nicht darauf warten, dass ich irgendwann mal einen Orgasmus kriege, sondern wenn ich oben bin, kann ich mir erst mal drei Orgasmen besorgen lassen, bevor mit ihm überhaupt irgendwas passiert. Und das habe ich verstanden und das war dann, wow, ich kann auf einmal alles haben, was ich will.
Sebastian Wie war denn deine Sexualität, bevor es damit losging. War das so ein...
Eunomia War das gut? Nein.
Sebastian Und dabei lächelst du so schön. Nein. Okay. Was hat BDSM in deinem Sexlife, also wirklich in deiner Sexualität oder in das Thema Spaß am Sex, was hat BDSM dazu beigetragen?
Eunomia Ganz viel. Also das ist beides so ein bisschen Hand in Hand gegangen, würde ich sagen, weil zwei Entwicklungen auch parallel passiert sind. Also ich habe mich aus einer ersten sehr, sehr langjährigen Beziehung irgendwann rausgelöst, weil ich gemerkt habe, dass ein monogames Konzept nicht mein Ding ist. Das habe ich auch davor schon lange gemerkt, aber wie es eben so ist mit so einer Jugendliebe, man kennt nichts anderes. Man kriegt das ja auch gesellschaftlich so vorgelebt. Dein größtes Ziel als Frau ist es, einen Mann zu finden, eine Familie zu gründen und zu heiraten.
Sebastian Und die Frau zu versorgen, damit die nicht mehr arbeiten muss und sich um die Kinder kümmern kann.
Eunomia Ja genau, also so habe ich es vorgelebt bekommen. nicht ganz so, aber schon so mit diesem groben Lebensplan und war da irgendwie auch selber lange drin, obwohl ich auch schon gemerkt habe, das ist eigentlich nicht mein Ding. Aber ja, wie gesagt, wir waren lange zusammen in meiner kompletten Jugendzeit, und irgendwann habe ich dann eben gemerkt, das ist es nicht. Da habe ich mich aus dieser Beziehung rausgelöst und bin dann gleich richtig losgezogen. Also dann habe ich gefühlt alles ganz schnell nachgeholt, was ich irgendwie gemeint habe zu verpassen in einem gewissen Zeitraum. Ich habe einfach gemerkt, Flirten macht viel zu viel Spaß, um es nur dabei zu belassen, weil ich will wissen, kann ich weitergehen? Kriege ich vielleicht eine Nummer oder knutscht man vielleicht mal rum? Das ist ja nie passiert, weil ich auch eine treue Seele bin. Aber ich wollte das. Und dann bin ich losgezogen, habe gleich ganz schnell ganz viele Erfahrungen gemacht und habe ja nicht ohne Grund mit meinem jetzigen Partner auch eine offene Beziehung, um auf solche Erfahrungen auch nicht mehr verzichten zu müssen.
Sebastian War Sex denn gut, so ganz ohne BDSM-Element? Man trifft jemand und dann landet man in der Kiste und hat dann Sex und dann geht man wieder auseinander. Also, Also ich stelle mir so ein bisschen vor, entweder dieser Triumph, ich habe ihn gekriegt, ich wollte ihn, ich habe ihn gekriegt oder wirklich so ein, okay, das war es jetzt, na toll. Also was war so das Gefühl dann am Tag danach vielleicht, wenn du was erlebt hast?
Eunomia Nicht nur am Tag danach, sondern manchmal sogar noch am selben Abend, dachte ich auch oft, also ich habe viele schlechte Dates gehabt. Schlecht im Sinne von, man schreibt, man verabredet sich, man räumt die Bude auf oder fährt irgendwo hin, man bereitet sich vor, man macht sich hübsch, dann vögelt man drei Minuten, alles ist vorbei. Sowas gab es oft und das war sehr oft enttäuschend. Und dann gab es auch ganz gute Dates. Und es ist eine gute Frage, ehrlich gesagt, ab wann Sex anfing gut zu werden. Also BDSM hat mit Sicherheit eine Rolle gespielt.
Sebastian Vielleicht war ja jemand dabei, der dann mal versucht hat, irgendwie so kleine Elemente einzubauen. Mal den Klaps auf den Hintern, mal ein bisschen festhalten dabei, mal das Tempo sehr gewissenhaft festlegen. Nach dem Motto, nee, nee, wir machen jetzt nicht schneller, das bleibt jetzt bei meinem Tempo. Das wären ja alles so kleine Punkte, die man jetzt noch nicht als BDSM betrachten würde, die aber vielleicht so ein bisschen mehr Spaß gemacht haben.
Eunomia Ich glaube mittlerweile kann ich sagen, dass Sex für mich erst dann gut wurde, als ich gelernt habe, vermeintlich dominant zu äußern, was ich will und wie er es zu machen hat.
Sebastian Dir ist also Sex eher passiert?
Eunomia Finde ich gar nicht so schlecht, die Aussage. Also ich habe ganz lange in dem Glauben gelebt, Sex macht nur dem Mann Spaß. Klingt so unheimlich traurig, wenn man heute darauf zurückguckt, aber ich habe das nicht hinterfragt, dass es ja gar nicht so viel Spaß macht, wie ich das habe. Und es hat ganz lange gedauert, bis ich herausgefunden habe, was ich eigentlich brauche, damit ich auch Spaß habe.
Sebastian Ja, dann fragen wir doch mal, was brauchst du denn, damit du auch Spaß hast?
Eunomia Mehr als drei Minuten.
Sebastian Okay, das ist aber ein leistbares Ziel.
Eunomia Ein bisschen Vorspiel, anheizen, Lust aufeinander kriegen.
Sebastian Also brauche es kinky Elemente, damit Sex dir heute noch gefällt? Also bist du davon abhängig, dass da irgendwas ist, ein Machtgefälle oder irgendwelche Werkzeuge, Schmerzen in irgendeiner Form bei irgendwem? Also brauche es das oder ist einfach so ein schöner, langsamer, vielleicht ausdauernder Vanillasex auf dem Kunstfell vor dem Kunstkamin? Ist das vielleicht auch schon erfüllend genug?
Eunomia Ja, kann definitiv auch sehr erfüllend sein. Also ich brauche keine Kinky-Elemente, um guten Sex zu haben. Und mit Kinky-Elementen macht es definitiv noch mehr Spaß.
Sebastian Okay, hier steht, nach drei Monaten habe ich festgestellt, das Hauen macht ja Spaß.
Eunomia Ja, das spielt mit rein in, wir waren explorativ unterwegs und haben alles mögliche ausprobiert und dann habe ich auch mal gehauen und habe gemerkt, cool, das macht irgendwie Spaß, kann ich mir öfter vorstellen.
Sebastian Das ging auch relativ schnell. Also ich habe so ein bisschen, als ich diesen Sendeplan geschrieben habe, heute Morgen, da habe ich so gedacht, eigentlich ist das total schön, wenn ich hier so gucke, worüber wir vorher gesprochen haben. Nicht einsortieren in, das ist der Submodus, da gehören die 20 Praktiken dazu, das ist der Topmodus, da gehören die 20 Praktiken dazu und dazwischen gibt es nichts. Sondern wirklich immer dieses, also zumindest habe ich das im Vorgespräch so mitgenommen, so ein Gefühl von, es muss schön sein, es muss Spaß machen und irgendwie noch stimmig sein, aber die Kategorie ist jetzt gar nicht so wichtig. Kommt das hin?
Eunomia Das kam schon alles später, würde ich sagen. Also mit dem, was wir praktisch gemacht und angefangen und ausprobiert haben, kam dann irgendwann, dass ich halt angefangen habe zu lesen online und mich in den Foren einzufinden und den einstiegigen Plattformen. Und dann erst mal gemerkt habe, aha, so nennt man das.
Sebastian Zum Beispiel? Was sind so Dinge, wo du gedacht hast, um Gottes Willen, das ist mir völlig neu oder das hat einen Namen?
Eunomia Ja, also tatsächlich auch dieses klassische Dom-Sub. Was heißt das jetzt eigentlich? 24-7 war ein Ding, das habe ich irgendwie relativ schnell gesehen. Bondage, was heißt das eigentlich? Kann ich bis heute nicht so viel mit anfangen, aber war auch einer der Begriffe. Kontrollabgabe, auch ganz klassisch.
Sebastian Ich überlege, wenn man so frei und dann liest man alles, dann will man sich ja irgendwo auch einsortieren, weil irgendwann trifft man auf Menschen und dann fragen die ja, hallo, willkommen in der Szene, was bist du denn? Oben, unten, Masochistin, Sadistin, was denn eigentlich? Also hast du es geschafft, dich einzukategorisieren?
Eunomia Irgendwann ja, aber es hat sehr lange gedauert.
Sebastian Wie war deine Definition? Wie hast du dich vorgestellt, wenn du irgendwie Leute getroffen hast?
Eunomia Ist auch lange nicht passiert aufgrund der Pandemie. Wir haben irgendwann angefangen, uns mit einzelnen Menschen zu treffen und die dann erst mal kennenzulernen. Und das waren dann halt Treffen zu viert meistens. Und darüber sind wir so ganz schrittweise immer weiter rein in die Szene, haben immer mehr kennengelernt. Und dann hat es vor ein paar Jahren erst wirklich irgendwann angefangen, dass ich gesagt habe, ich spiele vorrangig oben.
Sebastian Aber auch so für dich, so deine Selbstfindung, dass man sagt, okay, ja, ich stehe dazu, also ja, das macht mir nicht nur Spaß, sondern ja, das definiere ich auch ein Stück weit, das Label nehme ich an und klebe mir die auf, weil in dem Moment, wo du sagst, ja, also ich bin dominant, dann sagst du damit ja auch, ich bin nicht devot. Und das finde ich, ist immer ein bisschen schwierig, dann immer irgendwas abzulehnen an der Stelle.
Eunomia Ist es auch. Ich habe ja bis heute Herausforderungen damit, weil ich über die Jahre dann schon rausgefunden habe, dass meine eher verletzliche Seite definitiv meine unten spielende Seite ist und ich mich, wenn ich oben bin, sehr stark fühle und damit auch gar kein Problem habe, das nach außen zu präsentieren. Und deswegen stelle ich mich auch gerne vor, hallo, ich bin so und so, ich spiele vorrangig oben und hier bin ich und ich bin präsent.
Sebastian Okay, vorrangig, das ist der Begriff. So, jetzt ist der Moment gekommen, wo ich das, was dein Partner mir geschickt hat, einfach mal einbaue, weil ich kann es nicht länger rauszögern. Liebes Publikum, ich lese das jetzt einfach mal vor, wie es hier steht. Eventuell werde ich es ein bisschen kürzen müssen, weil ich natürlich von dir kein Einverständnis habe, darüber so zu sprechen. Wir gucken mal. Okay, ich muss ein bisschen schauen, weil er hat den Namen noch ein bisschen anders benutzt. Ich markiere mir das mal, damit ich hier nicht versehen, die falschen Dinge sage. Okay, ein spannendes Themenfeld zum Ergründen und auch hilfreich für andere könnte sein. Wie kann man es schaffen, Muster in den Köpfen der anderen aufzubrechen? Konkret, Eunomia ist in ihrem Kinky-Freundeskreis als dominant bekannt und gibt sich auch so. Unter anderem, um ihre verletzliche, unspielende Seite zu schützen vor Verletzung. Gleichzeitig zieht man das an, was man ausstrahlt. Und so gibt sie sich dominant, findet sie eher unwahrscheinlich Spielpartner, mit denen sie unten spielen kann. Hier aus dem Muster auszubrechen, wenn alle sie nur oben kennen, ist oder war schwer. Da gab es eine schöne Situation bei Freunden zu Hause oder auch erstmal überhaupt Online-Account mit den Präferenzen anzupassen. In diesem Themenkomplex spielen ihre bisherigen unten Erfahrungen rein, von denen einige auch wirklich nicht so gut waren und genau dazu führten, dass sie ihre unten spielende Seite auch schützt. So, das war jetzt so ein kleiner Seem-Striptease von außen.
Eunomia Ist gut zusammengefasst, ehrlich gesagt.
Sebastian Ich finde, da hat er sich Mühe gegeben. Ich habe es leider nicht ganz so toll vorgetragen. Aber ja, muss die unten spielende Seite geschützt werden?
Eunomia Lange war ich der Meinung, ja. Weil sie auch schon, wie ja der Text so ein bisschen angeteasert hat, auch dolle verletzt wurde, weil ich nicht genug aufgepasst habe. Und es ist auch so ein, man sagt schon mal so schön, Learning, weil man ja aus allen etwas ziehen will, aber das ist tatsächlich ein wichtiges Learning für mich. Hör auf dein Bauchgefühl. Wenn dein Bauchgefühl nicht gut ist mit einer Person, geh nach Hause. Das wird auch nicht mehr besser.
Sebastian Ja, aber man will ja auch jetzt was erleben. Da ist die Möglichkeit und so ein Bauchgefühl bringt mich jetzt um ein Erlebnis. Das ist ja auch immer so ein, ich will das doch jetzt erleben.
Eunomia Genau das war das Problem, ehrlich gesagt. Also genau das, was du gerade gesagt hast, ich habe ja vorhin auch gesagt, viele enttäuschende Dates gehabt. Man bereitet sich mental darauf vor, man bereitet sich körperlich darauf vor, man stellt sich darauf ein, man fährt vielleicht irgendwo hin. Und dann zu sagen, mein Bauchgefühl ist jetzt irgendwie schlecht, ich kann es jetzt gerade gar nicht so genau ausmachen, aber ich fahre jetzt doch nach Hause. Das habe ich ein paar Mal nicht geschafft, wo ich es hätte machen sollen. Und da waren dann ein paar blöde Erfahrungen dabei.
Sebastian Lassen wir das so stehen oder möchtest du das ein bisschen ausführen?
Eunomia Ich überlege, ich kann es ausführen, ich überlege gerade inwiefern. Also die Erfahrungen, um die es geht, waren auf jeden Fall Grenzüberschreitungen. Und genau, also meine Grenzen wurden einfach nicht respektiert von meinem Gegenüber. Und ich habe es auch nicht geschafft, für diese Grenzen einzustehen. Und das musste mir ungefähr dreimal passieren, bis ich heute geschafft habe, ganz klar zu sagen, bis hierhin und nicht weiter und wir brechen jetzt hier ab oder ich brauche eine Pause. Das habe ich früher nicht geschafft und das ist eine sehr wichtige Eigenschaft, die ich jetzt kann und die ich gelernt habe. Und so bin ich dazu gekommen, dass ich sage, meine unten spielende Seite muss geschützt werden.
Sebastian Das ist jetzt eine ganz fiese Frage von mir. Wessen Aufgabe ist es denn, die eigenen Grenzen zu schützen? Vielleicht erstmal vom Upgrade-Disclaimer. Es ist nie in Ordnung, als oben spielende Person eine Grenze zu überschreiten, in Klammern wissend. Das Dumme ist, man muss es wissen. Das ist so ein bisschen der Haken oder sich zumindest rückversichern und das muss man auch üben und lernen, glaube ich.
Eunomia Genau und ich glaube, was in allen drei Situationen, wo Grenzüberschreitungen passiert sind, was da nicht genügend vorhanden war bei meinem Gegenüber, war eine gewisse Sensibilität. Ich würde behaupten, beide Seiten haben Verantwortung und die oben spielende Seite, so mache ich es auch selber, wenn ich oben spiele, hat mehr Verantwortung. Sei es vielleicht 60 zu 40 Prozent ungefähr. Aber auf jeden Fall.
Sebastian Fast gleich tatsächlich.
Eunomia Ja, fast gleich. Dennoch hat die, also vielleicht erstmal, warum die oben spielende Seite mehr Verantwortung hat, weil die oben spielende Seite im Zweifel eher nicht in einem gewissen Space ist, wo sie total wegdriftet, sondern da ist und präsent ist und auch die Aufgabe hat mitzubekommen, wie geht es gerade meinem Gegenüber, was braucht sie oder er gerade und ist sie noch völlig da, ist sie noch völlig selber präsent, geht es ihr gut, komme ich vielleicht gerade an irgendeine Grenze. Und das sind für mich unter anderem die Aufgaben von einem oben spielenden Part. Und ein unten spielender Part hat trotzdem auch die Aufgabe zu kommunizieren, in irgendeiner Art und Weise, sei es ein Zeichen, was man vorher vereinbart hat, ein Klopfen auf, eine Couch, ein Bett, ein anderes Geräusch machen, ein Safe Word benutzen, sich irgendwie mitzuteilen, wenn es geht. Das geht natürlich nicht immer. Und deswegen hat der oben spielende Part, finde ich, mehr Verantwortung, weil es sein kann, dass der unten spielende Part in einem gewissen Space ist, wo es nicht mehr geäußert werden kann.
Sebastian Ja, das sehe ich, auch das, ich glaube, das ist was, das müssen beide Seiten üben und lernen, da immer sensibel zu sein. Das heißt aber, auch wenn ihr jetzt gerade am Anfang dieses Spielzimmer hattet, wenn ihr beide eigentlich nicht gelernt habt, da sensibel zu sein in die Richtung. Also die Argumentation sagt ja, wenn zwei Anfänger miteinander ein Machtgefälle ausleben, dann kann das ja nur schief gehen im Grunde, weil keiner von beiden den nötigen Wissensvorsprung hat, sensibel zu sein, was das geht. Als super erfahrene Sub ist man vielleicht erfahren genug, sehr klar und deutlich zu machen, auch gegenüber jemandem, der anfängt, pass auf, das ist eine Grenze, jetzt hier mal Stopp und gut ist, ja, so, das muss man sich wahrscheinlich auch erst erarbeiten, dass man diese Grenze wirklich hart ziehen kann, egal wie weit man unten ist, zu sagen, nee, Stopp. Und genauso als oben spielende Person dieses, ich hab vielleicht jemand, der noch gar nicht weiß, dass er oder sie Grenzen äußern kann, darf und zwar in jeder Situation und in jedem Moment. Zwei Anfänger spielen miteinander, das muss doch schief gehen, das muss doch bei euch dann auch schief gegangen sein. Was hat euch gerettet?
Eunomia Menschenkenntnis und Empathie. Also ich glaube, dass zwei Anfängerpersonen durchaus miteinander spielen können, weil beide auf einem ähnlichen Level sind und beide vielleicht auch, sicherlich typabhängig, aber beide sicherlich einfach aufmerksam irgendwie sind und, ja, sich einfach ganz normal irgendwie kennenlernen und rantasten. Ich glaube, dass es viel schwieriger ist, wenn du eine erfahrene Person und eine sehr unerfahrene Person hast, kann viele Vorteile haben oder auch viele Nachteile. Würde ich mich jetzt gerade gar nicht drauf festlegen wollen, aber bei uns hat es funktioniert. Einfach mit mit diesem, mit dieser Freude, die wir hatten, mit dieser Offenheit, und einfach, wir haben einfach probiert und waren trotzdem aufmerksam. Also wir haben auch ganz viel kommuniziert die ganze Zeit.
Sebastian Ja, ich glaube das ist tatsächlich so ein Ding, dass diese verkopfte, ich möchte jetzt ganz weit unten sein und gar nichts mehr zu sagen haben. Ich möchte ganz weit oben sein und alles zu sagen haben. Gott sein. Ich glaube, das sind Dinge, die kriegt man auch erst so richtig mit, wenn man sich tief reinliest. Und wenn man das gar nicht tut, dann ist man noch eher auf dem Level, ja, wir haben jetzt ein Machtgefälle, aber eigentlich haben wir es implizit doch nicht. Weil wir probieren jetzt miteinander Scheiß.
Eunomia Genau, also wir hatten ja, oder ich spreche mal jetzt nur von mir, ich bin mir nicht ganz sicher, wie, was mein Partner schon vorher alles gesehen hatte. Oder auch ein Stück weit erlebt hatte. Aber ich hatte gar keine Vorstellung davon. Also dieses ganz Untensein, das gab es für mich gar nicht. Es war schon aufregend, mal festgehalten zu werden.
Sebastian Jetzt gehe ich nochmal, ich spule nochmal ein bisschen zurück jetzt zu der Frage deines Partners. Als oben spielende Frau nicht in den Profilen drinstehen zu haben, dass eventuell die Option steht, unten zu spielen, dass die existieren könnte. Das bedeutet ja, dass du eigentlich darauf gehofft hast, dass Menschen den größtmöglichen Fauxpas machen, nämlich dass sie als vermutlich männlich, ich weiß nicht, wie flexibel bist du da, männlich oder weiblich, oben spielende Person, dich als dominante Frau von oben anflirten. Das geht gar nicht, das ist respektlos. Du respektierst meine Seite nicht, du respektierst meine Dominanz nicht, wie kannst du mich von oben anflirten? Wie siehst du das? Theoretisch, wenn ich das so lese, hast du dir das ja hin und wieder doch ein bisschen gewünscht.
Eunomia Ja, also gewünscht schon. Und ich habe es nicht, also ab einem gewissen Zeitpunkt definitiv nicht mehr online gesucht. Ich habe es ab und an ausprobiert. Und es ist meistens nicht so gut gegangen. Oder es war zu langweilig. Oder es hat sich herausgestellt, der hat ja doch gar keine Lust oben zu sein. Sondern der würde sich viel lieber gerne selber mal dominieren lassen. Und daran hatte ich dann auch meinen Spaß. War zwar nicht Sinn der Sache, Aber mir macht es sehr viel Spaß, anderen Leuten die Butter vom Brot zu nehmen.
Sebastian Ja, das kann ich mir vorstellen. Gut, aber trotzdem, du trägst Kleidung oder ein Outfit, was Dominanz ausstrahlt. Du verhältst dich so. Und jetzt stell dir vor, jemand flirtet dich von oben an. Das wäre ja eigentlich so, also ich kann mir vorstellen, und ich glaube, ich kenne auch einige Menschen, die würden sagen, du respektierst meine, mich als Frau nicht vielleicht sogar, also wirklich so der Holzhammer, weil ich bin doch eindeutig dominant, ich strahle das aus, ich zeige das, was soll das? Also das wäre eine Sache, ich glaube, das würde ich nicht tun, weil das einfach so eine unglaubliche Respektlosigkeit implizieren würde. Doch, ich würde es doch tun, muss ich zugeben. Aber vielleicht hoffentlich so clever, dass es nicht, dass es doch trotzdem irgendwie charmant ist, ich weiß das nicht. Aber wie hast du es hingekriegt zu sagen, okay, diese verletzliche Seite, ich zeige vielleicht doch, dass es die gibt, damit sie auch irgendwann mal gefunden werden kann. Das muss schwer sein.
Eunomia Habe ich ja lange nicht geschafft.
Sebastian Wie lange?
Eunomia Vier Jahre. Also es gab ungefähr, ja, vier Jahre lang habe ich wirklich hauptsächlich oben gespielt und, kleinen Experimenten und immer wieder auch probieren, mich auf Dinge und Menschen einzulassen und es hat ganz lange nicht richtig gematcht. Und dann ist mal das passiert, was du gerade gesagt hast. Ich war auf dem Stammtisch und wurde aber tatsächlich in der gewissen Art und Weise angeflirtet und habe mich darauf eingelassen und mich nicht auf den Schlips getreten gefühlt, sondern ich war eher beeindruckt, dass er in dem Fall, keine Angst vor meiner Ausstrahlung hatte, in Anführungszeichen. Ich glaube, man hat auch keine Angst vor mir, aber ich sage immer, ich bin dann die lauteste im Raum, wenn niemand anderes lauter ist. Und er hat sich in Anführungszeichen getraut, etwas lauter zu sein, beziehungsweise im übertragenen Sinne, mich halt trotzdem irgendwie anzusprechen, anzuflirten und das hat mich beeindruckt.
Sebastian Das war doch an sich total unangemessen. Das gehört sich doch gar nicht.
Eunomia Fand ich nicht.
Sebastian Wir ermutigen hier gerade ganz viele Menschen, Männer, dominante Frauen von oben an zu flirten. Also wirklich dieses ja, ja, du spielst ja oben, aber unten würdest du dich doch bestimmt auch mal wohlfühlen. Ich weiß, dass das die Pest ist. Also schwierig, ne? Wie kannst du auch dann also wie kannst du das aus feministischen Gründen mit dir tun lassen? Oder das auch noch gut finden und das hier auch noch sagen? Ich finde das total großartig und spannend, weil das zeigt halt immer wieder, Wie fluide das ist, wie jeder Mensch unterschiedlich ist, wie die Bedürfnisse eben nicht sind, muss da oben und unten, sondern auch je nach Tagesform ist irgendwas anders. Und das Risiko dann auch daneben zu liegen, egal ob ich als Mann oder Frau flirte, aber dass ich einfach auch mal daneben liege, das ist dann vielleicht nicht, ich sag mal, Gotteslästerung, sondern das ist dann vielleicht einfach auch mal ein Versuch, der schief geht.
Eunomia Ja, also definitiv das und du hast es auch angesprochen, das Thema Scham ist wichtig. Also wenn ich dann einfach charmant angesprochen werde, könnte ich das einer Person auch nie übel nehmen. Habe ja dann letztes Jahr angefangen immer weiter einzustreuen, dass ich ja nicht nur oben spiele und die Person, die mich angeflirtet hat in dem Gespräch oder in der Runde, in der wir saßen, habe ich auch erzählt, ja, wenn ich oben spiele, dann mag ich das und das. Das impliziert ja schon, dass ich nicht nur oben spiele.
Sebastian Okay, du hast das Türchen schon ein bisschen aufgemacht.
Eunomia Genau.
Sebastian Ja, ich versuche so ein bisschen jetzt so für das Publikum ein bisschen abzuleiten. Also auf der einen Seite mag ich ja sagen so, ja, es ist nicht immer alles so, wie es aussieht. Ihr dürft ruhig ein bisschen mutig sein, ein bisschen was probieren. Auf der anderen Seite möchte ich jetzt aber auch nicht den Fehler machen und sagen, ja, ihr müsst nicht unbedingt das akzeptieren, was die Leute über sich selbst sagen. Ihr könnt es mal probieren. Das ist irgendwie, ich finde da keinen Mittelweg, der funktioniert. Und manchmal matcht es wohl einfach und dann ist es so, aber es ist gefährlich, ne?
Eunomia Ja, es kommt drauf an, in welchen Kreisen man sich bewegt. Also ich glaube, was ich vielleicht so ein bisschen als nicht Leitfaden, aber vielleicht als Tipp mitgeben kann, ist, hört einfach genau zu, wenn eine Person zu euch ganz eindeutig sagt, ich spiele nur unten und da fühle ich mich extrem wohl, ist da aus meiner Perspektive kein Interpretationsspielraum. Wenn ich aber auf den Stammtisch gehe und sage, hey, wenn ich oben spiele, finde ich das und das total cool, dann finde ich schon, dass man da raushören könnte. Die Person spielt auch unten, also kann ich ja mal vorsichtig nachfragen. Gibt es auch Dinge, die dir unten gefallen. Und ich glaube, Menschen, die offen sind, ich glaube, viele Menschen in der Szene sind sehr offen, würden das nicht übernehmen, wenn man so nachfragt.
Sebastian Ich versuche jetzt wirklich diese Fragestellung, die mir hier vorgegeben wurde, so wunderbar wie möglich und ausschweifend beantwortet zu haben. Ich glaube, da hat er halt auch ein Interesse dran, dich da ein bisschen zappeln zu lassen. Wenn du da Verletzungen erlebt hast und hast dich da jetzt geöffnet oder hast mehr durchblicken lassen, waren das gute Erfahrungen? Und was hat sie von früher vielleicht unterschieden?
Eunomia Ja, das waren gute Erfahrungen und ich habe mich in keiner Situation, die seitdem passiert ist, unsicher gefühlt oder so gefühlt, dass meine Grenzen nicht gewahrt werden. Im Gegenteil, ich habe mich zu jedem Zeitpunkt sicher gefühlt und das lag an meinen jeweiligen Gegenüberpersonen. Das lag auch an mir, weil ich auch vorher ganz klar gesagt habe, diese und jene Praktik machen wir nicht oder wir probieren diese und jene Praktik jetzt mal aus. Und da ist meine Grenze und wenn ich jetzt sage, okay, jetzt weniger Intensität, dann ist es sehr wichtig, dass du darauf hörst, sonst passiert vielleicht ein Drop.
Sebastian Ich kann mir vorstellen, dass auch du, doch dir traue ich das zu, mal eine dominant spielende Person auch von oben ein bisschen angeflirtet hast. Also so ein bisschen so, du machst das ganz toll, du bist ganz wunderbar dominant, aber ich würde dich auch ganz gern mal im Nacken packen. Du hast gerade geschluckt. Also liebes Publikum, das ist Messers Schneide, das ist so irgendwo zwischen um Gottes Willen respektlos gegenüber der Kink-Identität einer Person und eben dieses vielleicht doch mal dahinter schauen, weil so die wenigsten Menschen sind 100% dominant oder 100% devot. Und ich glaube, die Schwierigkeit ist nicht respektlos zu sein, aber ich traue dir das zu, wie war deine Erfolgsquote?
Eunomia Hm, gute Frage. Also ich habe ja schon gesagt, dass ich es lustig finde, Männern zu zeigen oder auch Frauen. Sie sind nicht so dominant, wie sie denken. Also ich habe mich schon öfter auf Dates verabredet, wo der Typ beschrieben hat, was er schon alles oben gemacht hat, dass er sich da sehr wohl fühlt und dass er ja einfach sehr dominant ist. Mit solchen Menschen würde ich mich heute, glaube ich, nicht mehr verabreden. Und dann hat sich rausgestellt, Leif, der ist nicht ansatzweise so weit oben, wie er dachte. Und es ist total leicht für mich gewesen, die Kontrolle zu übernehmen. Und er hat es sich sehr gerne gefallen lassen. Das hatte ich oft.
Sebastian Ja, aber gehört das nicht dazu, wenn man devotest und unten ist, dass man sich auch darauf einlässt? Und selbst wenn man könnte, dass man dann nicht das Zepter in die Hand nimmt?
Eunomia Vielleicht ist das eine kleine Brad-Zeitung.
Sebastian Ja, also ich finde das total spannend, dieses, nein, ich übernehme die Situation jetzt nicht. Ich nehme mich zurück, Gilbert Bach hat das ja schon gesagt, ich bin keine Bedrohung. Und das ist offenbar eine Kraftanstrengung, das nicht zu sein, weil man weiß ja, man könnte. oder, ich finde das an der Stelle sehr interessant und bei dir ist es so, wenn da eine Chance besteht, das Zepter, das gehört mir, das packe ich mir.
Eunomia Ich würde schon sagen, dass es so ist.
Sebastian Weil es ist doch enttäuschend.
Eunomia Ja, es ist.
Sebastian Du kannst es doch lassen, kannst einfach brav sein.
Eunomia Kann ich nicht. Ich muss schon das Gefühl haben, dass mein Gegenüber in der Lage ist, mich zu handeln. Wenn ich merke, da ist eine Lücke, dann nutze ich diese Lücke. Weil ich weiß, wenn ich oben spiele, habe ich bestimmt in 97 Prozent der Fälle ein gutes Spiel. Aber wenn ich unten spiele und merke, du lässt nach, bist irgendwie unaufmerksam oder so, dann bin ich vielleicht eher enttäuscht, wenn es überhaupt so weit kommt. Oder wenn ich merke, da ist nicht genug Ausstrahlung, um mich zu handeln, dann bin ich vielleicht eher enttäuscht. Und oben spielen ist für mich einfach eine sichere Bank, weil ich es mir dann so hinschustern kann, wie ich das brauche und wie es mir Spaß macht. Und ich lasse mir einfach nicht so schnell die Butter vom Brot nehmen. Und wenn ich merke, du schon, dann nehme ich mir diese Butter. Und dann habe ich einen guten Tag.
Sebastian Okay, wir machen eine kleine Pause, liebes Publikum. Und dann werde ich nämlich fragen, was gefällt dir denn oben und unten? Aber erst gleich. Liebes Publikum, da sind wir wieder. Wir haben gerade eine schöne Diskussion geführt, die wir nicht weiterführen im Podcast, aber ich setze mir mal auf die To-Do-Liste, mal das Thema Safewood in der Live-Sendung mit drin zu haben. Da wirst du bestimmt anrufen.
Eunomia Was sehen wir dann?
Sebastian Okay, also die Frage, die ich hier unbedingt stellen möchte, wir haben noch gar nicht so wirklich über Praktiken gesprochen, außer deine Abneigung gegenüber Bondage. Was gefällt dir oben?
Eunomia Abneigung gegenüber Bondage würde ich schon mal dementieren. Ich verwende Bondage oben spielend nicht besonders gerne, weil ich es schlichtweg nicht kann. Ich habe kein räumliches Vorstellungsvermögen und schaffe es nicht, mir irgendwelche Knoten oder Ähnliches zu merken.
Sebastian Wenn es jemand schafft, mir das beizubringen irgendwann mal, dann werde ich die Person dann gleich an dich verweisen.
Eunomia Gerne.
Sebastian Da sitzen wir im selben Boot. Okay, aber was ist das, was, wenn du oben spielst, Was kickt dich? Was ist das, was dir Spaß macht, was du gerne machst? Das muss gar keine Praktik sein, das kann auch ein Miteinander sein oder ein DS-Gefüge, vielleicht ein Vertrag oder sowas.
Eunomia Also alles, was Reaktionen hervorruft, liebe ich. Ich liebe Gesichtsausdrücke und Geräusche im Allgemeinen. Vor allem, wenn ich dabei noch das Gefühl habe, dass es ihm oder auch ihr Spaß macht. Und ich habe dann innerlich eine kleine Schranke im Kopf, wenn mein Gegenüber so aussieht oder Geräusche von sich gibt, dass es schon extrem schmerzhaft ist oder hart an irgendeiner Grenze ist, dann komme ich mental auch an eine Grenze, wo es mir nicht mehr Spaß macht, aber alles bis dahin. Und jegliches Stöhnen, jeglicher kleine Aufschrei, jeglicher Lacher auch mal an der einen oder anderen Stelle, weil ich auch ein Fan davon bin, sich nicht zu ernst zu nehmen und die ganze Situation, das macht mir sehr viel Spaß. Und vorhin hast du es ja auch schon mal angeteasert, Schmerzen gehören dazu. Ich mag es, wenn mein Gegenüber leidet und dabei Spaß hat, das ist immer sehr wichtig.
Sebastian Wie geht denn das?
Eunomia Wenn man zum Beispiel weiß, dass es jemand sehr gerne mag, wenn man an den Nippeln gezogen wird oder auch gepiekt wird. Peak macht sehr viel Spaß. Ich habe sehr viele Pixie-Gegenstände. Wenn ich mich auf einen Gegenstand, glaube ich, festlegen müsste, den ich immer dabei habe oder den ich nur noch nutzen dürfte zum Spielen, dann wäre es wahrscheinlich was in die, Nadelradrichtung, weil es einen sehr langen, aushaltenden Schmerz hervorrufen kann, aber auch einen kurzen, sehr intensiven Pixie-Schmerz. Sowas füge ich sehr gerne zu, weil die Reaktionen dann auch entsprechend sind. Und alles, was wenig Reaktion hervorruft und das kann ja von Person zu Person variieren, finde ich dann langweilig. Also wenn ich jemanden haue und dann merke, passiert noch gar nicht so viel, weil die Person vielleicht auch einfach sehr viel aushält, dann verliere ich sehr schnell die Lust daran, weil ich diese Reaktion halt will. Und ich will mich auch nicht so sehr verausgaben, dass ich total alle bin nach dem Hauen, sondern ich will schon auch noch was leisten können.
Sebastian Was sind denn Reaktionen, die du gerne hast? Also eher so ein Schrei, der Urschrei wegen der Schmerzen oder das Betteln, dass es bitte aufhören möge? Oder das Wimmern vielleicht? Also in welche Richtung geht es?
Eunomia Also eine Reaktion, die ich liebe, ist, das habe ich einer Spielpartnerin auch schon antrainiert. Wenn ich ihr wehtue, dann muss sie sagen, fuck und dann meinen Vornamen. Das ist sehr wichtig, dass sie den Namen dazu sagt. Das kickt mich unglaublich.
Sebastian Okay.
Eunomia Genau. Und alles, was so mit einem leichten Grinsen verbunden ist, macht mir Spaß. Also wenn ich merke, es ist ein Mix aus Leiden und Spaß und Leidenschaft. Leiden und Leidenschaft vielleicht.
Sebastian Das ist aber immer so direkte Impact-Reaktion. Du tust etwas und dann kommt ein Feedback. So das Feedback zu, du hast eine Aufgabe gestellt und nach einer Woche hörst du dann mal, ja das war schon anstrengend, das hat mich schon geärgert. Also ist das so ein Langzeitding auch was für dich? Also wirklich dieses Auge in Auge im selben Raum, man kann sich riechen.
Eunomia Also was mir ab und an Spaß macht, ist sie oder auch ihnen Dinge vorbereiten zu lassen und eine gewisse Vorfreude zu wecken, wenn man Sessions geplant hat. Also ich mag sowohl spontane als auch geplante Sessions. Geplante Sessions haben natürlich den Vorteil, dass man sich darauf vorfreuen kann. Und da kann es ab und an mal vorkommen, dass wir uns Kleinigkeiten überlegen. Also praktisches Beispiel, das Paar, mit dem mein Partner und ich gerne spielen, funktioniert ja so, dass es drei hauptsächlich oben spielende Leute gibt oder drei Leute.
Sebastian Die… Also zweieinhalb eigentlich, weil du ja irgendwo dazwischen bist.
Eunomia Ja, von mir aus zweieinhalb.
Sebastian Weil du bist so des Teufels Gehilfe, so ein bisschen wie diese Schergen in den Disney-Filmen. Die sind super böse, aber auch nur, weil der Chef sagt, mach Böses.
Eunomia Nein, ich bin schon selbstständig. Ich mache eigenen bösen Stuff.
Sebastian Okay.
Eunomia Wichtig ist auf jeden Fall, dass sie unten ist. Und sie sollte beispielsweise eine ganze Reihe von Positionen auswendig lernen. Die noch mit Zahlen besetzt waren und nicht 1, 2, 3, 4, sondern sowas wie 64,35.
Sebastian Gott, ja.
Eunomia Und dazu gab es auch noch Bezeichnungen. Also sie hatte quasi drei Sachen, die sie sich merken musste. Und wenn sie da was falsch gemacht hat, wurde sie natürlich jedes Mal bestraft. Das war sehr lustig.
Sebastian So eine leichte Schadenfreude.
Eunomia Ja. Ich bin sehr froh, dass ich es nicht bin, die so einen Scheiß machen muss.
Sebastian Ja, aber man hat doch dieses, es gibt dieses Bild von Subs, die nicht ertragen, also die mitleiden. Leidest du mit oder ist das so eine Begeisterung? Hach, jetzt passiert dir das.
Eunomia Ja, also es ist definitiv eine Begeisterung und ich hätte auch auf die meisten Sachen gar keine Lust, die ihr passieren. Also ich würde sagen, meine unten spielende Seite mag auch ganz andere Sachen oder größtenteils andere Sachen als die, die wir als Gruppe machen.
Sebastian Okay, dann komme ich doch zu der zweiten Frage. Was gefällt dir unten?
Eunomia Es ist immer eine etwas schwieriger zu beantwortende Frage, weil meine unten spielende Seite ja nach Jahren von Pause erst letztes Jahr wieder so wirklich aktiviert wurde, sage ich mal. Ich würde sagen, grundsätzlich ist es eher... Eine Seite, die sehr gerne spürt, so ein bisschen Augen zu machen, wahrnehmen, fühlen, was gerade passiert und die aber auch sehr viel Nähe und Intimität mag, ähnlich wie ich es oben ja auch mag.
Sebastian Zeigst du Reaktionen?
Eunomia Ja.
Sebastian Also die Frage ist ja mal die, würdest du, wenn du unten spielst, dir oben spielend gefallen?
Eunomia Wenn ich mich selber dominieren würde, würde ich mir glaube ich nur zum Teil gefallen. Also ich glaube, ich gebe schon viel von mir, weil ich selber auch Feedback brauche und gerne mag. Also ich mache glaube ich schon viele Geräusche so dabei und zeige schon, wenn mir was gefällt. Aber ich bin ja nicht so masochistisch, wie ich sadistisch bin. Ich kann bei weitem nicht so viel Schmerz aushalten, wie ich gerne verteile.
Sebastian Okay, aber auch so von den Praktiken. Also oben und unten ist so Spanking und alles, was dazu gehört, das ist schon wichtig und gehört dazu.
Eunomia Also unten ist Spanking tatsächlich ein Tabu.
Sebastian Ah, okay. Also was passiert dir, wenn du unten bist? Du bist gepiekst.
Eunomia Ja, zum Beispiel.
Sebastian Ja, okay.
Eunomia Und ansonsten ist es echt schwierig, weil einfach lange nicht so viel auf der Seite passiert ist. Ich überlege jetzt gerade, was so die letzten Male war, dass ich unten gespielt habe oder ein bisschen experimentiert habe. Fixierung ist super gut, auch so eine komplette Fixierung und dann einfach spüren und das kann ein sanftes Spüren sein, das kann aber auch ein bisschen aushalten sein oder ein bisschen Schmerz, von mir aus auch piksigen Schmerz. Nur hauen ist halt in größten Teilen noch ein Tabu. Bei manchen Personen habe ich mich jetzt schon so wohl gefühlt, dass ich gesagt habe, okay, hau mich mal ein bisschen. Wir gucken jetzt mal, wie sich das anfühlt. Und dann taste ich mich gerade wieder so ein bisschen daran, weil ich auch das Gefühl habe, das könnte nett sein.
Sebastian Ich unterbreche mal ganz kurz. Also die Frage ist ja, was gefällt dir? Du hast ja auch ein bisschen Kopfkino. Also wo sagst du, das könnte echt gut sein. Und da spiele ich jetzt auch so ein bisschen Richtung, in so eine DS-Richtung vielleicht. Vielleicht gibt es auch irgendwas, was du unten total gut findest, wo du sagen würdest, also oben ist das langweilig.
Eunomia Ich überlege gerade, wo es auseinander geht. Ich glaube, mir gefallen schon auch viele Dinge unten, die mir oben gefallen. Bis auf Spanking, wie gesagt. Also ich mag es zum Beispiel sehr gerne, wenn Menschen Kontrolle abgeben und ich sie dann komplett in meiner Hand habe und ihnen das Gefühl geben kann, sie sind sicher bei mir. Und das gefällt mir unten auch. Also wenn ich das Gefühl habe, ich kann mich komplett fallen lassen, Und mich sicher fühlen, das mag ich sehr gerne.
Sebastian Jetzt sind beiden Rollen, wie ist das mit dem Sex?
Eunomia Ist gut, wenn er da ist und wird anders ausgeübt.
Sebastian Ja, also zumindest wenn du jetzt mit einem Mann spielst. Also der Sex ist ja immer noch Penetration von Penis in Vagina. Also der Akt als solches ist ja der gleiche. Vielleicht, ich glaube, das habe ich in diesem Podcast noch nie beschreiben können. Worin unterscheidet sich Sex für dich oben oder unten?
Eunomia Also wenn ich unten bin, dann ist es sicherlich mehr ein Stück weit in so eine Benutzungsrichtung. Wenn ich oben bin, dann kann ich ja schon signalisieren durch ein Zupacken oder ähnliches, auch wenn ich penetriert werde, dass ich jetzt hier eine Kontrolle habe. Also ich kann mein Gegenüber ja trotzdem in irgendeiner Art und Weise festhalten oder fixieren. Du hast ja gesagt Penis in Vagina, aber ich kann ja oben sitzen, während er fixiert ist. Dann kann er ja auch nichts machen und dann benutze ich einfach nur seinen Penis.
Sebastian Also wenn du unten bist, würdest du jetzt eher wenig oben sein und das Tempo vorgeben wollen?
Eunomia Also habe ich glaube ich noch nicht gemacht, aber, also kann ich mich jetzt zumindest nicht daran erinnern, aber es würde sicherlich auch funktionieren. Also wenn mein Gegenüber so viel Dominanz ausstrahlt, dass er quasi mir nonverbal oder verbal genau zu verstehen gibt, was ich machen soll, kann ich mich dann sicherlich trotzdem unten fühlen. Also es ist bestimmt eine Frage des Auftretens.
Sebastian Ich sag mal, was ist denn was ist der bessere Sex? Benutzt werden okay ich glaube, das ist ja der Punkt ich meine, da du switchst hast du ja durchaus die Möglichkeit zu sagen also ich, das ist eigentlich so ein Gruselmonster von früher ich bin oben und wenn mir mal danach ist unten zu sein, kann ich ja sub einfach befehlen, mich jetzt mal die nächsten 30 Minuten richtig zu dominieren, Da sagt man, und auch das Feedback habe ich immer bekommen, dieses, nee, das mache ich nicht den Scheiß. Also das geht ja mal gar nicht. Also das ist ja Machtmissbrauch im Grunde.
Eunomia Also du meinst jetzt, wenn ich oben bin, meinem Untenspielenden gegenüber zu sagen oder beim Switchenden gegenüber zu sagen, du bist jetzt oben und dominierst mich.
Sebastian Die nächste Stunde gibst du Gas und der Blick ist, liebes Publikum, den Blick, den könnt ihr nicht sehen, der ist großartig. Das ist so ein leichtes, was fragt der da?
Eunomia Naja, also ich glaube, das ist sehr unrealistisch einfach.
Sebastian Hast du das schon mal probiert?
Eunomia Also es ist mal versehentlich passiert, dass ich oben sein wollte und dann scheinbar nicht genug oben Energie hatte und dann huch auf einmal unten war. Das war aber ein Versehen. Also mir würde das nicht in den Sinn kommen, wenn ich oben bin, jetzt auf einmal zu sagen, so jetzt bin ich nicht mehr oben und jetzt dominierst du mich mal eine Runde. Nee, also wenn ich in meinem dominanten Sein bin, dann ist es schon, dann bin ich da und dann habe ich die Kontrolle.
Sebastian Das heißt, dein Bedürfnis, benutzt zu werden, ist dann auch eher nicht da.
Eunomia Nee, das ist dann überhaupt nicht da.
Sebastian Okay, das waren jetzt drei Fragen. Was gefällt dir? Oben, unten, im Bereich DS oder nicht DS und Sex. Noch nicht gefragt habe ich, was gefällt dir dazwischen? Also wenn du in so einer nicht ganz definierten Zwischenposition bist, weil ich glaube, dann wird es jetzt kompliziert. Oder ist das der Raum, wo du alles darfst?
Eunomia Ja, also prinzipiell darf ich immer alles. Natürlich. Was sehr viel Spaß macht, ist, wenn ich jetzt davon ausgehe, die Dynamik, über die wir schon gesprochen hatten, sie muss mehr leiden und aushalten als ich. Das finde ich erstmal vom Kopf sehr lustig und dann als praktisches Beispiel, sie wird auf einen Penis ein Spielzeug gedrückt und muss es aushalten und, ich kann ihren Kopf da drauf drücken und lachen und es lustig finden und mich daran erfreuen.
Sebastian Wie boshaft.
Eunomia Ja.
Sebastian Das hältst du von so Wettbewerben. Gibt's ja manchmal, ist auch schon lange her, ist da irgendwie Halloween-Party irgendwo in der Location und dann steht da so ein spanisches Pferd und 40 Mann sitzen im Raum und dann steht da jemand mit der Stopp und dann wird geschaut, welches spanisches Pferd ist halt nur tatsächlich für Frauen das größte Übel. Welche Supp hält es am längsten aus? Und dann wird noch am Ende sogar noch einen Preis übergeben. Ich weiß gar nicht, wie ich jetzt auf das Thema komme, liebes Publikum. Keine Ahnung. Ich hatte gerade dieses Bild im Kopf. Ist sowas total abstoßend und fürchterlich oder ist das so genau der Fun, den es braucht?
Eunomia Bin ich bis jetzt noch nicht auf die Idee gekommen, ehrlich gesagt, und hab's auch noch nicht irgendwo so gesehen oder erlebt.
Sebastian Ich entschuldige mich für die Frage.
Eunomia Alles gut.
Sebastian Das gebe ich mir auf für eine andere Folge. Wir haben noch gar nicht über das Thema Poly gesprochen. Vielleicht sollten wir das mal tun.
Eunomia Können wir machen.
Sebastian Was heißt Poly in deinem Fall?
Eunomia Erstmal sehr viel Freiheit. Freiheit und Unbeschwertheit. In dieser Hinsicht wenig bis keine Grenzen und einfach machen, was sich gut anfühlt. Und weil ja Eifersucht für viele Menschen ein Thema ist, möchte ich es auch hier erwähnen. Eifersucht darf sein. Ich glaube nur, es ist wichtig, einen Umgang mit diesem Gefühl zu finden, weil ich glaube, dass es einfach bei vielen Menschen auch in offenen Beziehungen und Polybeziehungen vorhanden ist. Und das darf sein. Und ich habe zum Beispiel relativ lange gebraucht, um Umgang damit zu finden. Und jetzt bin ich fein damit.
Sebastian Weil du keine Eifersucht mehr empfindest oder wie hast du es gelöst?
Eunomia Doch, ich empfinde schon auch manchmal Eifersucht und ich glaube, das ist auch in Ordnung so. Am Anfang habe ich Eifersucht empfunden und mich dafür geschämt und selber in einer Art und Weise irgendwie ein bisschen mental gescholten, weil ich gedacht habe, naja, du hast dich jetzt für dieses offene Beziehungskonzept entschieden, also darfst du jetzt auch nicht mehr eifersüchtig sein. Und das ist Quatsch. Also man kann eine offene Beziehung haben, man kann dabei eifersüchtig sein, man sollte nur aufpassen, damit es auch weiterhin funktioniert, dass man sich nicht gegenseitig verletzt, dass man über alles redet und schaut, dass man Umgang damit findet, weil ich glaube, sonst zerfrisst es einen.
Sebastian Ist das nicht bereits eine Verletzung, wenn das Gegenüber Eifersucht empfindet?
Eunomia Ja, vielleicht. Also von mir aus kann man es auch in irgendeiner Art und Weise Verletzung nennen. Die Frage ist ja, wie ich damit umgehe. Also ich kann ja eifersüchtig sein und meinem Partner trotzdem gönnen, dass er gerade eine total schöne Zeit mit einer anderen Frau hat.
Sebastian Also ich verweise jetzt mal auf den Mopoko-Podcast. Da findet ihr sehr, sehr, sehr viele Stundeninhalte zum Thema Poly. Aber mich würde da tatsächlich diese konkrete Ausgestaltung interessieren. Also wer, was, wie, gibt es da Deals und Absprachen? Gerade was den King-Kontext angeht, gibt es zum Beispiel, ich sag mal, exklusive Praktiken, wo er sagt, nee, das gehört uns oder... Ist das gar nicht so. Ich stelle mir gerade diesen, du spielst oben und hast eine tolle Fähigkeit. Wobei oben ist eigentlich egal, wo du spielst. Du spielst und hast eine tolle Fähigkeit gezeigt oder dein Gegenüber hat eine tolle Fähigkeit gezeigt und jetzt genießt er das gemeinsam, das ist euer neues Ding. Jetzt machst du dasselbe oder dein Gegenüber mit jemand anderem und dann stellt sich heraus, das ist noch besser. Also, sagen wir mal so, ich bin manchmal stolz darauf, dass mir eine Session besonders gut gelungen ist. Und das wäre total doof, wenn es dann heißt, ja, war gut, danke für die Anregung, mit jemand anderem ist es noch viel schöner. Das wäre mein persönlicher Albtraum. Also mein Ego wird ja durch BDSM echt gefüttert. Und ich habe das in einer der letzten Folgen vor Jahren zum Thema quasi nicht gefragt, diese Fragen, deshalb kriegst du sie jetzt. Wie geht man damit um?
Eunomia Also um deine Frage ganz kurz zu beantworten, sowas haben wir nicht. Also es gibt keine Praktik oder ähnliches, bei der wir sagen, das machen wir nur miteinander oder nur in der oder nur in der Konstellation. Es gibt sicherlich Praktiken und Spielweisen, die sich eingespielt haben, die sicherlich auch eine gewisse Vertrauensbasis bedürfen und vielleicht auch ein bisschen Übung an der einen oder anderen Stelle. Aber es gibt nichts, bei dem wir sagen, das machen wir nur miteinander oder nur mit bestimmten Personen. Das ist eigentlich sehr entspannt bei uns. Ist vielleicht ein bisschen langweilig, die Antwort.
Sebastian Ich finde die total gut. Das kann ja auch einfach mal funktionieren.
Eunomia BDSM gibt mir übrigens auch Selbstbewusstsein. Also ich erinnere mich noch an meine erste Playparty, bei der ich war, bei der ich auch gleich oben öffentlich vor vielen Leuten gespielt habe. Zum Glück in einer Code-Topping-Situation. Ich glaube, alleine wäre ich überrannt worden von meiner eigenen Nervosität. Damit habe ich auch gar nicht gerechnet. Und es lag daran, dass ich halt, wie schon angedeutet, gerne die lauteste im Raum bin, also bei Stammtischen entsprechend eine sehr große Klappe hatte. Und dann stand ich da und musste in Anführungszeichen performen und dachte so, ach du meine Güte, zum Glück bin ich hier nicht alleine und bin beim Toppen. Und es hat auch alles gut funktioniert und es war sehr cool und hat sehr viel Spaß gemacht. Und trotzdem hatte ich eine unfassbare, neu entdeckte Nervosität in mir. Und dass dann alles so gut geklappt hat, hat mir auch Selbstvertrauen gegeben.
Sebastian Wissen Sie das in so einer Situation, wenn du performen musst, du hast ja dann trotzdem einen submissiven Part gegenüber. Gelingt das, da dann noch auch hinzuhören, wo ist die Grenze, was geht und was nicht? Weil ich glaube, das ist so ein Ding, ich glaube, diese Erwartungshaltung der Leute, die zusehen gegenüber das, was zwischen euch ist. Ich glaube, das ist gar nicht so einfach.
Eunomia Ist es auch nicht. Und ich brauchte auch ein, zwei, drei Partys, um mein Umfeld ein bisschen auszublenden. Ich weiß, dass es einige Menschen auch anders machen und die sagen, die interagieren dann auch gerne mit denen, tauschen mal Blicke aus oder ähnliches. Also in so einer Art und Weise. Und bei mir ist es wirklich eher ein ausblendend, ein Vergessen und mich voll und ganz auf mein Gegenüber zu konzentrieren, weil ich merke, dass ich sonst abgelenkt bin und genau das, was du gesagt hast, möglicherweise passieren kann. Zu wenig Aufmerksamkeit bei ihr ist oder bei mehreren gab es auch schon die Situation. Aber das ist bis jetzt zum Glück immer gelungen.
Sebastian Ja, ich überlege gerade, wie ich so den Bogen spanne, weil ich habe jetzt hier so drei Themen, die ich irgendwie jetzt zusammenrühren müsste in ein Riesenkonstrukt. Das ist gar nicht so einfach. Also ich versuche es mal rückwärts. Also öffentlich spielen auf einer Party geht.
Eunomia Oh, mir.
Sebastian Ach, nur oben. Was ist der Haken? Warum nicht unten? Ist da diese Verletzlichkeit vielleicht wieder?
Eunomia Ja, definitiv. Also vor ein paar Monaten habe ich das auf einer größeren, privat organisierten Party mal geschafft, mich öffentlich vorsichtig hauen zu lassen. Das war ein Riesenschritt.
Sebastian Haben die Leute drumherum so reagiert, wie erwartet? Und haben dich alle angesprochen? Dass du dich hauen lässt, das hätte ich ja nicht erwartet. Das ist ja ein großer Schritt. Oder gab es Reaktionen überhaupt? Oder war das einfach natürlich?
Eunomia Ich habe es so ähnlich gemacht, wie wenn ich oben spiele. Ich habe versucht, alles andere auszublenden. Und ich habe mit ein, zwei Leuten hinterher darüber gesprochen. Und im Einzelgespräch, wenn ich es dann angesprochen habe, dann war vereinzelt schon die Situation so, ach, das hat mich überrascht, dass du das gemacht hast, aber voll schön. Also die Leute haben sich da auch sozusagen für mich gefreut, weil viele auch wissen, dass ich diese beiden Seiten habe, aber halt nicht so öffentlich zeige. Aber es gab nicht diese Empörung. Damit habe ich auch nicht unbedingt gerechnet, aber ja, es gibt halt eine Schranke im Kopf, warum das bisher nicht so stattgefunden hat.
Sebastian Das könnte ja vielleicht auch so ein Gesichtsverlust sein. Wenn du genug unten bist und das auch sichtbar ist, dann nehmen sie dich ja oben vielleicht gar nicht mehr ernst. Hast du da Angst vor?
Eunomia Also irgendwas in dieser Art und Weise wird, glaube ich, schon dahinter stecken, sonst würde es mir nicht so schwerfallen, öffentlich auch ganz klar zu sagen, es ist total toll, ganz unten zu sein, unterdrückt zu werden und benutzt zu werden.
Sebastian Du sagst es ja hier öffentlich.
Eunomia Ich werde besser darin.
Sebastian Ja, ich glaube, das finde ich total schade. Also dadurch, dass man ja Schubladen hat und man wird einsortiert, das passiert unweigerlich, da muss man gar nichts für tun, man wird irgendwo in Schubladen reinsortiert und dann steckt man da drin so ein bisschen fest. Glaub, das ist echt ärgerlich, weil das nimmt uns ja diese Orte, wo wir frei sind zu tun, was wir wollen. Dann machen wir ja nur das, was von uns erwartet wird oder was ins Bild passt, was die Leute eh schon haben. Ich find das super ärgerlich. Also die Schranke haben ja wir. Ich glaube, niemand würde dir sagen, du darfst dir nicht unten spielen. Oder ich bin enttäuscht von dir. Ich hab mich drauf gefreut, dich oben spielen zu sehen und jetzt hast du unten gespielt, du hast mir den Arm versaut. Das wird ja nicht passieren. Ist es wirklich nur deine Schranke oder Oder ist das auch so vielleicht irgendeine Rücksichtnahme auf dein Umfeld oder vielleicht auch das Sichern deiner Zukunft als Top? Ich weiß es nicht. Also was könnten denn die negativen Konsequenzen sein, wenn die Menschen dich alle unten spielen sehen?
Eunomia Die gibt es wahrscheinlich gar nicht. Nur oben zu spielen, öffentlich oben zu spielen und das nach außen hin zu kommunizieren, fällt mir viel leichter, weil das nicht die Seite ist, die man so schnell verletzen kann. Und wenn ich unten bin, mache ich mich irgendwie verletzlich, angreifbar, bin vielleicht in einer Situation, wo ich mich nicht wehren kann. Sind sicherlich auch noch alte Glaubenssätze, die da bei mir verknüpft sind, die ich immer mehr schaffe aufzubrechen. Aber ja, ich habe ja einfach eine viel größere Angriffsfläche in Anführungszeichen. Und wenn ich oben bin, existiert das nicht und alles prallt da mir ab. Und da bin ich die junge, starke, dominante Frau, die sich nimmt, was sie will und wenn du Widerworte gibst, stopfe ich dir im Zweifels Maul. Aber mehr passiert da dann nicht.
Sebastian Ja, aber wenn du unten bist, trägst du ja ein bisschen weniger Und wenn du oben spielst, dann musst du ja alles richtig machen, sonst bist du ja schuld. Also eigentlich ist doch unten der Bereich, wo du dich mehr entspannen kannst, weil du ja eigentlich weniger falsch machen kannst, sag ich mal, oder also, wie soll ich das sagen, weniger... Die Fallhöhe ist geringer. Du oben spielst und richtig Mist baust öffentlich, da zeigen sie alle mit dem Zeigefinger auf dich und sagen, du hast, wenn du unten spielst und irgendwas geht schief oder irgendwie du performst nicht, wie du so schön sagst, dann ist ja dein Gegenüber primär erstmal das Problem. Eigentlich müsste es doch umgekehrt sein.
Eunomia Das ist vielleicht eine Typfrage. Also ich bin auch im Alltag eher so, dass ich lieber die Kontrolle und die Verantwortung übernehme und dann für Fehler gerade stehe, als verletzt zu werden oder dann die in Anführungszeichen Schuld von mir zu weisen.
Sebastian Ich mag das auch gar nicht kleinreden. Das ist ein Gefühl und du kannst probieren. Vielleicht muss man da auch einfach Vertrauen in das eigene Umfeld entwickeln. Ja, ich darf hier mich verletzlich zeigen und es ist okay. Ich glaube, das ist nicht so einfach. Das ist auch der Respekt, den ich allen unten spielenden Personen gegenüber habe. Ich denke, boah, du lässt zu, dass du in der Situation, wo auch Tränen fließen vielleicht, dass das gesehen wird. Das finde ich enorm mutig.
Eunomia Ja, oder auch allein schon auf den Stammtisch zu gehen und zu sagen, ja, ich bin so und so, ich spiele gerne unten, ich lasse mir gerne mal den Hintern verhauen und ich liebe Deep Throating oder ähnliches. Also sich so hinzustellen und das sagen zu können, finde ich unfassbar bewundernswert.
Sebastian Ich stelle mir vor, du bist auf einer Party und spielst unten und das haben Menschen, also Männer in dem Fall, die unten spielen, die stellen sich vor, mit dir zu spielen, wenn du oben bist. Jetzt sehen die ich unten spielend und dann ist das quasi verbrannt. Oh, jetzt habe ich sie unten spielen gesehen. Ja, die kann mich nicht mehr dominieren. Ist das vielleicht auch so eine leichte Angst, dass man sich die Chancen in der Zukunft ein bisschen verbaut, wenn man die andere Seite zeigt? Also, dass die männliche Perspektive ist, ich bin der Hecht hier auf der Party, ich spiele oben, ich habe alles unter Kontrolle, meine Sub-Personalität, Gehorcht auf jede Schnipsen und wenn mal irgendwann was ist, dann finde ich immer Neues, weil die kennen ja hier die Qualität meiner Dominanz. Oh Gott, liebes Publikum, mir wird schlecht, während ich das sage. Ist egal. Sieht mich jemals jemand unten, dann bin ich ja für alle verbrannt und dann war es das. Ich muss diese Perspektive einfach mal mit reinbringen.
Eunomia Da kommt vielleicht die Perspektive als junge, dominante Frau wieder raus. Ich glaube, ich werde nie Probleme haben, Leute zu finden, bei denen ich mich oben austoben kann. Jetzt mal ganz arrogant gesagt. Es wird immer, und da lehne ich mich jetzt vielleicht auch weit aus dem Fenster, aber ich glaube, es wird immer genügend auch vor allem männliche Spielpartner geben, die gern unten sein wollen und die sich gern von einer jungen, dominanten Frau dominieren lassen wollen.
Sebastian Ich werfe das jetzt dem Publikum mal zu. Kommentiert das gerne mal. Das Schöne ist, ihr dürft ja anonym auf der Webseite kommentieren. Also ihr könnt einen Fantasienamen eingeben und müsst nicht mal eine E-Mail-Adresse angeben oder irgendwas. Also... Gibt es die Überlegung, dass er sagt, unten wäre mal spannend, das mache ich aber nicht, weil dann verbaue ich mir Chancen für die Zukunft oder umgekehrt, dass man vielleicht als Sub total drauf steht, krass zu spanken und bösen Scheiß zu machen, das macht man aber nicht, weil dann ist man ja für alle anderen uninteressant geworden, die einen mal dominieren könnten. Also müssen wir mal gucken, vielleicht ist es mal wieder auch so ein Live-Sendungsthema wert. Aber kommentiert das gerne mal unter der Folge. Hier ist der Aufruf gekommen. So, ich habe ja gedacht, ich fange mal rückwärts an. Also das war jetzt die Sache. Jetzt steht bei dir hier noch Swinger-Club-Phase. Und ich habe ja gesagt, öffentlich spielen geht. Wie ist das mit öffentlich Sex?
Eunomia Interessant, dass du diese beiden Themen zusammen ansprichst, Weil jetzt, wo du das tust, fällt mir auf, dass die zusammengehören. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich finde, dass Swingern und BDSM unterschiedliche Dinge sind, dass ich das bisher noch nicht in meinem Kopf miteinander verknüpft habe.
Sebastian Aber im Swingerclub gibt es doch immer auch so einen BDSM-Raum. Zumindest alle, die ich bisher von ihnen gesehen habe, haben das. Kann ja kein Zufall sein. Aber BDSMer gehen in der Regel ins Swingerclub nicht, um zu swingen, sondern um BDSM zu machen, ausschließlich.
Eunomia Also ich würde schon sagen, dass ich als BDSMerin im Swingerclub war, aber nicht um BDSM zu erleben, sondern um Sex zu erleben. Ohne zu wissen, was da jetzt genau passiert oder mich erwartet. Aber ich fand die Vorstellung, alleine auch im Swingerclub zu gehen, total interessant. Und dann habe ich das einfach gemacht. Und ich war auch mal mit anderen Leuten zusammen im Swingerclub und da gab es auch so ein Kreuz und es gab auch einen Thron und ich fand es unfassbar lustig, als Einziger auf diesen Thron oben rauf zu klettern und da oben zu sitzen und auf alle runter zu gucken. Das war auch eine sehr frühe Erfahrung, wo ich dann schon gemerkt habe, ah, interessant, das gibt mir irgendwas, weiß ich gerade nicht was, aber es gibt mir was. Und sonst Erst würde ich nicht sagen, dass ich BDSM mit Swingern verbunden habe, auch wenn ich da Dinge gesehen habe, von denen man sagen könnte, dass es ein BDSM anscheinend geweckt hat, aber ich bin da hingegangen, um Sex zu erleben.
Sebastian Ja, also weil du mir gesagt hast, du hattest meine Swinger-Club-Phase, heißt ja, A, die ist zu Ende. B, was hält dich denn davon ab? Ich meine, da kann man ja immer noch guten Sex erleben. Bist du dem entwachsen, weil jetzt kommt das nächste Level, BDSM, oder ist das was gänzlich anderes?
Eunomia Ja, es ist schon was gänzlich anderes und es hat auf jeden Fall parallel zueinander existiert und ist nicht das eine Level und das andere Level. Es war auch nicht so eine richtige Phase oder ich würde sie zumindest nicht Swingerclub-Phase nennen. Wenn ich im Einzelgespräch mit zwei Leuten bin, und das sind wir ja hier im Prinzip, dann sage ich, ich hatte eine Whole-Face. Also ich habe mich einfach durch die Weltgeschichte gefögelt, habe alles ausprobiert und hatte meinen Spaß. Und dazu hat auch Swingern gehört. Und das war einfach eine Erfahrung, die ich machen wollte. Also ich wollte auch eine ganze Zeit lang einfach möglichst viel Sex mit möglichst vielen Menschen erleben, weil es auch mit jeder Person anders ist. Da würde ich das einordnen. Hatte ein paar sehr gute Erlebnisse. Also hatte auch einen unfassbar guten Abend. Alleine in diesem Swinger Club, der natürlich nicht alleine geblieben ist, sonst wäre es auch langweilig gewesen. Aber da würde ich das so rein sortieren, dass es einfach zu meinen Erfahrungen dazu gezählt hat und warum ich das jetzt nicht mehr mache. Ist glaube ich, weil ich mittlerweile eine andere Qualität von zwischenmenschlichen Begegnungen brauche. Und wenn du sagst entwachsen, würde ich schon sagen, ich bin dem entwachsen, dass es möglichst viel Quantität sein muss, also einfach eine hohe Quantität irgendwie geben muss und bin mehr zur Qualität gegangen. Also vielleicht ist es in einer gewissen Art und Weise erwachsen werden.
Sebastian Das ist eine ganz böse Sache, weil das ist so, der Swingerclub ist sozusagen die kleine Schwester von richtigen Kink. Aber ich glaube, das ist so eine Mindset-Frage und du hast mal reingeschaut, vielleicht kann man das so sagen, mal vorbeigeschaut, das erlebt, aber vielleicht war es noch nicht das Perfekte. Ich glaube, für andere Menschen, auch für Leute, die seit 10, 20 Jahren in der BDSM-Szene sind, irgendwann entdecken die dann das Swing und gehen dann da voll ab. Ich glaube, das kann in beide Richtungen gehen.
Eunomia Also, was man halt auf jeden Fall sehen kann, was man vielleicht in der reinen BDSM-Szene etwas weniger sieht, ist halt Sex. Wir haben ja auch schon über Sex auf Partys gesprochen, da kommen wir gleich noch hin. Im Swingerclub siehst du definitiv Sex. Du kannst Leute beim Sex beobachten, das ist wie Live-Porno. Du kannst rausfinden, ob es dir selber Spaß macht, dabei beobachtet zu werden. Gibt mir persönlich nicht so viel. Aber andere Leute dabei zu beobachten, ist definitiv interessant. Und ich hatte eine Situation, die hat sich bei mir eingeprägt. Da war ein Pärchen im Whirlpool. Und sie saß so auf ihm drauf, dass sie mich angucken hätte können und ich habe sie eine ganze Weile beobachtet. Man soll ja eigentlich nicht so starren, aber ich habe halt, ich hing an ihr. Und dann hat sie das gesehen und hat ihrem Partner Bescheid gesagt und beide haben mich angeguckt und dann war das so eine unerwartet heiße Situation, dass wir diese Blicke ausgetauscht haben. Dabei ist es auch geblieben und trotzdem war das irgendwie eine sehr aufregende Situation, die sich einfach eingeprägt hat.
Sebastian Ja, das sind diese magischen Momente, die man nicht kommen sieht, die auch nicht reproduzierbar sind. Kann man nicht sagen, das machen wir jetzt nochmal. Okay, jetzt kommen wir endlich mal zu den Clubs. Also die Schöne ist, die Gegend, wo du bist, da gibt es so viele Möglichkeiten. Den Kosenamen für den Laden, da war ich mit dem Podcast-Tobi auch letztes Jahr mal. Quäli, ich finde den schönen Namen. Also da geht es um den Quälgeist. Das ist ja eigentlich ein Club, wo du jetzt eher weniger sein solltest.
Eunomia Warum?
Sebastian Naja, ist ja doch nicht für Hetero-Menschen gedacht.
Eunomia War ursprünglich nicht für Hetero-Menschen gemacht?
Sebastian Ja, sprich weiter, klär die Menschen auf.
Eunomia Genau, also es ist definitiv, würde ich aus meiner ganz persönlichen Wahrnehmung sagen, immer noch ein Spielplatz. Ich würde es vielleicht weniger als Club, sondern mehr als Spielplatz bezeichnen, als sehr schönen, großen Spielplatz. Der den Fokus auf Männerveranstaltungen für Männer hat. Und es werden immer mehr Partys für gemischtes Publikum, für queeres Publikum. Es gibt, glaube ich, auch eine reine Frauenveranstaltung. Genau. Und mittlerweile kann man da sehr gut als Frau hingehen, als heterofrau hingehen oder heteroflexible Frau. Kann da sehr viel Spaß haben.
Sebastian Okay, also das ist, Quergeist, das ist so dein zweites Zuhause?
Eunomia Vielleicht nicht ganz. auf jeden Fall der Go-To öffentliche Spielplatz für mich.
Sebastian Liebes Publikum, wenn ihr in Berlin seid, geht mal hin, wenn da eine passende Veranstaltung ist. Das trifft ganz gut so ein bisschen, also es ist so eine Mischung. Du hast echt gemütliche, kuschelige Ecken, dann hast du aber auch so echt harte Ecken, wo du merkst, okay, jetzt ist hier einfach, hier sind Dinge massiv. Und auch zumindest da, wo wir da waren, das mit der Musik hat auch gut gepasst und die Stimmung war Wie soll ich das? Ich glaube, die Stimmung, die habe ich als sehr weltoffen, glaube ich, gesehen. Also es gab jetzt kein Protokoll, mag auch an der Veranstaltung gelegen haben. Aber es war so ein, die Tür geht auf, alle sind freundlich, alle sind irgendwie bemüht, dass alle anderen eine coole Zeit haben. Und diese Stimmung, die habe ich sehr genossen. Ja, das war einfach gut. Und du hast so einen Raum, wo du Zeug machen kannst.
Eunomia Oh ja. Und da steht ein Stuhl, den ich ganz besonders mag.
Sebastian Erzähl.
Eunomia Der hat sehr viele Schnallen. Ich mag Fixierung und ich habe festgestellt, dass ich ein Faible habe für eine sehr starke Fixierung. Also wenn mein Gegenüber sich wirklich gar nicht mehr bewegen kann und dafür ist dieser Stuhl sehr gut geeignet. Und dann kann man sich auch noch auf die Person draufsetzen und sie wie ein Möbelstück benutzen. Ist auch lustig.
Sebastian Wie spielst du denn mit den Menschen drumherum? Ich meine, man spielt miteinander, ja, aber irgendwie interagiert man ja auch mit den Leuten im Raum auf irgendeine Art und Weise. Oder blendest du die völlig aus?
Eunomia Meistens ist es ein Ausblenden. Und manchmal, es gibt ja unterschiedliche Ecken. Es gibt ja Bereiche, in denen du sehr exponiert bist. Wenn du zum Beispiel mitten im Raum bist, weißt du, dass die Spielstationen um dich rum das sicherlich mindestens mitbekommen, was du machst. Und dass auch Publikum an vielen Ecken stehen kann und dich beobachten kann. Und beispielsweise dieser Stuhl steht eher an einer Stelle, der nicht aus allen Ecken einsehbar ist, was ich auch ganz angenehm finde. Und trotzdem habe ich es darüber geschafft, mit einer Frau zu connecten, die vorbeigelaufen ist, ein bisschen scheinbar beobachtet hat, was ich gemacht habe. Und dann sind wir da hinterher ins Gespräch gekommen und daraus ist eine enge Freundschaft entstanden und ich durfte sie ein bisschen mentoren, in Anführungszeichen, weil ihr das scheinbar ganz gut gefallen hat, was ich gemacht habe. Und sie nach einer anderen Frau gesucht hat, die ihr ein bisschen Orientierung vielleicht gibt und die ihr vielleicht auch ein paar Sachen zeigt. Und so ist das entstanden, weil sie uns ein bisschen zugeguckt hat. Und das habe ich auch ein bisschen wahrgenommen und habe das in dem Moment auch genossen.
Sebastian Wie ist denn das? Ich finde, das ist so eine Situation, das kommt nicht so oft vor, aber man spielt und dann quatscht einen irgendwer an. Also das kann manchmal was Einfaches sein, sowas wie einen Daumen hoch oder so, wenn ja jemand grinst einfach nur oder signalisiert, finde ich gerade toll, was er da macht. Oder, weil der Raum halt eng ist, auch das kommt vor, dass jemand sagt, kleine Stückchen nach rechts gehen oder so. Also so Interaktion mit der Umwelt, während man spielt. Also du kannst ja ausblenden, aber irgendwie sind da ja doch andere Menschen. Was macht denn das mit deinem Kopf?
Eunomia Es kommt darauf an, was es für eine Situation ist und wie die Leute reagieren. Also wenn ich so ein Lächeln oder ein Grinsen wahrnehme, dann freue ich mich, weil ich mir denke, dass die Person vielleicht gerade innerlich ähnlich Spaß hat, wie ich es gerade habe. Dann freue ich mich, fühle ich mich vielleicht auch ein bisschen bestätigt, dass es vielleicht schön aussieht, was ich hier gerade mache. Und dieses, dass einem eine Person zu nahe kommt oder dass wir jemandem zu nahe kommen, gibt es natürlich auch, ist dann eher eine unangenehme Situation, finde ich. Und da habe ich auch noch keine gute Lösung für. Insbesondere, wenn ich oben spiele und habe ein, zwei, drei, jetzt habe ich es irgendwo fixiert, die toppe ich dann meistens auch mit anderen Leuten zusammen. Also das ist dann auch gerne mal so ein Gruppending. Deswegen, wenn Leute dann ein bisschen zu nahe stehen, habe ich für mich auch noch keine gute Lösung gefunden, wie ich selbstbewusst sagen kann, hey, du kannst gerne zugucken, aber bitte einen Meter weiter Abstand. Das wäre eigentlich die wahrscheinlich passende Reaktion und trotzdem fühle ich mich gehemmt, weil ich auch niemanden verletzen will.
Sebastian Ja, die Leute merken das ja im Grunde auch gar nicht, dass sie vielleicht zu nah dran sind. Also so ein konkretes Beispiel, ich nehme jetzt die etwas größere Peitsche und dann steht da jemand, der steht da schon die ganze Zeit, aber jetzt stört er mich, weil jetzt muss ich mehr ausholen. Das weiß die Person ja gar nicht. Also man ist dann gezwungen zu interagieren irgendwo. Ich habe immer so das Gefühl, Top hat so dann die Aufgabe, auch den Raum zu managen. Das ist so eine Zusatzaufgabe und Sub muss das halt nicht tun. Das wäre doch der Moment, wo man sagt, also Sub sein ist da so viel einfacher.
Eunomia Ja, also in der Situation auf jeden Fall, weil sie ja in dem Moment überhaupt keine Verantwortung hat, weil sie sich im Zweifel auch gar nicht bewegen kann. Also die ist dann fixiert. Was soll die dann sagen? Hier, geh du mal einen Schritt zurück. Also das würde ich überhaupt nicht sehen in der Situation. Und ein sehr positives Beispiel, was ich da noch in der Erinnerung habe aus dem Kitty, ist bei einer Bondage-Show. Brauchte der Rigger auch relativ viel Platz dann, hat mit seinen Seilen rumhantiert, und hat, ohne einen Blick von seinem Rope Bunny zu wenden, jemanden aus dem Publikum so ein bisschen an der Schulter gepackt und einfach ein Stück nach hinten geschoben. Ohne den Blick von ihr zu lassen. Und das fand ich extrem beeindruckend.
Sebastian Oh ja, das ist cool, wenn man so hinten Augen hat quasi.
Eunomia Ja, also er muss ihn irgendwie wahrgenommen haben, dass er zu nahe steht für etwas, was er gleich machen will. Und das hat sich sehr eingebrannt, weil ich fand das unfassbar multitasking-talentiert. Das würde ich auch gerne können.
Sebastian Liebe Eunomia, ich habe hier noch so ein Wort, das hast du jetzt öfter benutzt und ich habe sogar die Suchfunktion im Podcast benutzt. Kunstderunvernunft.de, da habt ihr so einen Suchen-Button übrigens, da findet ihr alles. Und was ihr selten findet, ist das Wort flirten. Wie geht Kinky flirten? Das scheint so eine Sache zu sein, die wird nie erwähnt, sondern Leute sind halt irgendwann einfach zusammen oder haben sich online gefunden oder irgendwas. Aber wie kann ich denn zum Beispiel auf dem Stammtisch oder auf einer Party, wie kann ich ihn da flirten? Einen Drink ausgeben ist, glaube ich, nicht das Richtige. Was ist Flirten und wie funktioniert das?
Eunomia Gute Frage. Ich glaube, da ist gar nicht so viel wirklich Inhalt wichtig, sondern Aufmerksamkeit und ungeteilte Aufmerksamkeit. Also ich bin zum Beispiel dann oder mein Interesse wird unter anderem dann geweckt, wenn ich merke, dass mir jemand sehr aufmerksam zuhört und clevere Fragen stellt, weil ich dann merke, die Person hört mir wirklich zu und es wirklich daran interessiert, was ich sage. So habe ich die letzte Person kennengelernt, mit der ich dann ein Spiel angefangen habe, weil ich einfach gemerkt habe, der interessiert sich wirklich für mich. Und da habe ich mich angeflirtet gefühlt.
Sebastian Wie machst du das?
Eunomia Ich glaube, ich bin frech und habe eine große Klappe. Oder versuche sehr vorsichtig nachzufragen, je nachdem, was für eine Wirkung jemand auf mich hat. Ich glaube, dass ich auch sehr viel Aufmerksamkeit dann einfach schenke und viel Blickkontakt. Und ja, einfach selber auch interessierte Nachfragen stelle. Und ich glaube, Flirten dahingehend so richtig abzugrenzen ist gar nicht so einfach. Ich glaube dann, wenn es sich nach Flirten anfühlt, ist es auch Flirten. Am Stammtisch redet man ja zwangsweise, nicht zwangsweise.
Sebastian Zwangsläufig. Wir wollen immer das Wort zwangsläufig benutzen.
Eunomia Zwangsläufig redet man wahrscheinlich auch schon über kinky Themen, was auch ganz gut ist, um eine flirty Atmosphäre zu schaffen, wenn man das denn möchte mit einer bestimmten Person. Das ist auf jeden Fall hilfreich, denke ich. Und wenn man noch nicht in einer Stammtisch-Situation ist, dann kann man es ja dahin lenken. Und dann kann man ja auch, dann merkt man ja relativ schnell, ob man auf einer Ebene miteinander ist, würde ich sagen.
Sebastian Ja, also was mich dahinter so ein bisschen interessiert ist, wie viel Bindung brauchst du oder möchtest du zu jemand haben und es gibt ja auch diesen schönen Begriff Pick-up-Play, also wirklich dieses spontane mit jemandem spielen, das ist für viele Menschen so eine Sache so, nein, um Gottes Willen, ich muss mich erst, man muss sich erst mal kennenlernen und man muss Gespräche führen und also minimal auf jeden Fall das Consent-Gespräch, sage ich mal. Ich traue dir zu, dass du einfach auch spontane Spielsituationen, vielleicht auch nach einem leichten Flirt, Dass es da einfach losgehen kann, dass man Spaß haben kann. Und das wird so selten hier erwähnt, aber eigentlich finde ich das total valide, dass man, ja wie mit jemandem rumknutschen, den man gerade gut findet, auch ein bisschen spielen kann.
Eunomia Ich mache das und ich habe da auch Spaß dran und ich traue mir das auch zu, weil ich glaube, dass das ganz viel von Empathie und Einfühlungsvermögen abhängt und man sich einfach auch, während man im Spiel ist, mich schreckt das zum Beispiel auch nicht ab, vortasten kann und immer mal wieder nachfragen kann, wie ist gerade deine Ampel? Gelb, Rot, Grün? Im besten Fall Grün, wie geht es dir gerade? Ist es gerade zu doll? Also ich habe keine Angst davor nachzufragen und ich hätte auch kein Problem damit, wenn ich gefragt werde, wenn ich unten bin und, Ja, also habe ich immer wieder Lust drauf und macht mir auch immer wieder Spaß und dann lerne ich auch immer wieder, dass mir vielleicht Dinge Spaß machen, die ich vorher noch nicht so ausprobiert habe.
Sebastian Ja, aber das ist doch kein ernsthafter BDSM, wenn man das nicht alles verhandelt hat und möglichst fixiert hat und dass man einfach miteinander spielt, das ist doch, ich versuche gerade alle Vorurteile mal bitte aufzuhäufen, auf einem großen Scheiterhaufen, um ihn dann abzufackeln, man muss das doch vorbereiten, man muss sich kennenlernen, man muss sich über alles austauschen und dann muss man erstmal einen Kaffee trinken und so. Also ich empfinde es extrem sexy, diese Romantik, dass man trifft sich, man flirtet ein bisschen und dann macht man irgendeinen geilen Scheiß miteinander. Passt das für dich oder ist es dann doch nicht so einfach?
Eunomia Ich muss gar nichts. Also ich kann das alles ohne ewiges Vorgespräch. Ich finde es sogar aufregend. Und die bisherigen Situationen, die so entstanden sind, klar, die sind irgendwie durch ein Gespräch entstanden. Also ich glaube, es ist noch nie passiert, dass in einer Spielsituation einfach jemand mit reingekommen ist und ich einfach mit verdroschen. Also ich glaube, da hätte ich auch eine Grenze. Ich glaube auch nicht, dass sich sowas ergibt. Klar, man hat sich vorher mal kurz unterhalten und hat dann festgestellt, hier ist gerade ein Plätzchen frei, eine kleine Ecke, lass uns doch mal da hingehen und mal ein bisschen probieren. Und dann währenddessen einfach zu gucken, wie reagiert mein Gegenüber, geht es ihm noch gut oder geht es ihr noch gut? Nach dem, was ich irgendwie menschlich einschätzen kann, da ich die Person ja nicht gut kenne, aber ich denke schon, dass ich die Fähigkeit habe nachzufragen oder auch rauszukitzeln aus meinem Gegenüber, wie es ihm oder ihr gerade geht. Also ich habe keine Angst davon, ich finde es sogar aufregend.
Sebastian Also Submenschen sind nicht sicher in deiner Umgebung. Und unten? Würdest du dich von jemandem, das ist ja dann doch die verletzliche Seite heute zumindest im Kontext, würdest du das noch wagen, dass du sagst, okay, ich lasse mich darauf ein, unten zu spielen mit jemandem, den ich gar nicht kenne oder nur ein paar Minuten kennengelernt habe?
Eunomia Ja, das ist total in meinem Wesen verankert. Ich würde mich in den allermeisten Fällen immer wieder dafür entscheiden, Risiken einzugehen, weil Risiken auch bedeuten, dass ich ganz viel bekommen kann. Also was wir ja vorhin so ein bisschen angerissen haben, war ja auch das Thema Polyamor-Leben und dazu gehört für mich auch, mich hin und wieder mal in eine andere Person zu vergucken und, So ganz leicht. Ich nenne das immer so einen Crush auf jemanden haben. Und ich mache das immer wieder gerne, weil es total beflügelt und total viel positive Energie gibt und mich auf so einer Wolke schweben lässt. Das sind so ganz besondere Gefühle. Die kann ich ja einfach so nicht erzeugen mit einer Person, mit der ich schon lange zusammen bin. Und das bedeutet auch, dass ich immer wieder auf die Nase fallen kann und von diesen Wolken runterfallen kann und das passiert auch und es tut auch weh. Und ich würde trotzdem sagen, ich mach's immer wieder und genauso möchte ich auch immer wieder probieren, unten zu spielen und na klar, wenn jemand auf mich zukommt und sagt, hier, wollen wir mal das und das ausprobieren und wir haben uns an dem Abend erst kennengelernt und ich finde die Person sympathisch, hab ein gutes Bauchgefühl, würde ich mich wahrscheinlich drauf einlassen, weil ja was total cooles bei rumkommen kann.
Sebastian Wir erzählen hier beide heute das Gegenteil dessen, was hier ganz oft im Podcast erzählt wird. Ich finde, die Perspektive muss aber auch sein. Wir sind alle eben unglaublich unterschiedlich. Man muss halt auch mal ein bisschen Glück haben mit den Menschen, auf die man trifft, dass das halt zusammenpasst.
Eunomia Ja, und das ist auch einfach mein Wesen. Also so ist ja jeder Mensch unterschiedlich. Manche Menschen können sich nur wohlfühlen, wenn sie ganz viel Sicherheit haben und schon drei Dates hatten, sich sehr gut kennengelernt hatten oder was auch immer für eine Basis miteinander geschaffen haben. Ich brauche das nicht unbedingt. Ich vertraue auf meine Menschenkenntnis mittlerweile Vertraue auf das Gefühl für mich und meinen eigenen Körper, mein Wohlbefinden und würde sagen, dass ich das mittlerweile gut einschätzen kann. Also fühle ich mich sicher und würde mich auch in so Situationen reinbegeben.
Sebastian Ja und du bist dir ja auch bewusst, das kann auch mal schief gehen und das geht auch mal schief, aber das ist ja dann, ich sag mal, das ist dann auch der leichte Reiz des Risikos.
Eunomia Es ist irgendwie, es ist vielleicht schwierig ausgedrückt, aber das ist es für mich am Ende wert. Man kann ja auch eine Situation, die sich potenziell erstmal unsicher anfühlt, sicher gestalten, indem man Backups hat und etc. Also, genau. Man wird es wahrscheinlich nie sicher, sicher, sicher hinkriegen, sodass einem nichts passieren kann. Das gibt es, glaube ich, nicht. Aber man kann gewisse Dinge tun, um es möglichst sicher zu gestalten.
Sebastian Zum Beispiel das Thema, du hast mir noch ein paar Themen auf meinen Zettel gesetzt in der Pause, zum Beispiel das Thema Frau plus Frau. Und hast du mit den Mädels angefangen? Oh, das darf man so nicht sagen, ich sag's trotzdem, wann hast du mit den Mädels angefangen?
Eunomia Das kam so schleichend. Also relativ schnell sind auch erste Erfahrungen mit Frauen entstanden. Das war, als mein Partner und ich auch relativ am Anfang noch angefangen haben, uns einfach mit anderen Paaren zu treffen. Gab es auch Interaktionen mit den Frauen und ich hatte immer einfach Spaß daran und habe mir auch nie so Gedanken darüber gemacht, was ist das jetzt? Bin ich jetzt irgendwie bi oder so? Keine Ahnung, also ich habe es einfach passieren lassen oder gemacht und es hat Spaß gemacht. Und heute muss ich sagen, habe ich unglaublich viel Spaß daran, mit Frauen zu spielen.
Sebastian Was ist denn, die sollen anders sein. Das Schöne ist, du hast ja da den Vergleich. Was reizt dich da so besonders? Oder vielleicht reizt du sie ja auch, das weiß ich natürlich nicht. Was erweitert den Horizont?
Eunomia Frauen haben Brüste.
Sebastian Okay.
Eunomia Frauen sind.
Sebastian Das ist total bestechend, du hast völlig recht, ja.
Eunomia Es macht sehr viel Spaß mit Brüsten zu spielen. Frauen sind manchmal sanfter in der einen oder anderen Hinsicht und liebevoller, aber ich würde es gar nicht so auf die eine oder andere geschlechtliche Seite oder wie viele Seiten es dazwischen auch immer gibt, beziehen wollen. Es ist mir nur mit den Frauen, mit denen ich bis jetzt gespielt habe, teilweise aufgefallen. Und ich habe das Gefühl, dass Frauen auch viel mehr einstecken. Die Frauen, die ich bis jetzt gehauen habe, halten deutlich mehr aus als die Männer, die ich bis jetzt gehauen habe. Zum überwiegenden Teil.
Sebastian Heißt das mehr Spaß?
Eunomia Mehr hauen heißt nicht zwangsläufig mehr Spaß. Wenn ich mehr hauen kann, weil sie mehr einstecken kann, sie leidet und sie gleichzeitig Spaß daran hat zu leiden, dann habe ich auch mehr Spaß.
Sebastian Ja, mir hat mal jemand gesagt, Frauen sind die besseren Masochistinnen. Und ich wehre mich ja gegen solche Stereotype, aber im Durchschnitt, ich weiß nicht, könnte es vielleicht sein, ich weiß es nicht. Was ist da deine Meinung dazu? Das ist natürlich nicht allgemeingültig, liebes Publikum und so, aber was ist deine Erfahrung?
Eunomia Ich will jetzt nicht antworten, das kommt drauf an. Es ist natürlich personenabhängig. Ich habe auch schon mit Männern gespielt, die sehr viel einstecken können und die sehr schön leiden. Ich mag das ja auch, wenn viel gejammert wird und ich aber gleichzeitig wirklich im Gesichtsausdruck einfach noch sehe, das macht Spaß und es ist irgendwie gut, was ich hier gerade mache. Vielleicht ist es eher ein Thema von, wie Frauen ihre Gefühle ausdrücken und wie Frauen das zeigen, was sie fühlen. Das ist ja auch eine Sache, die Männern gesellschaftlich eher nicht abtrainiert wird, aber auch nicht antrainiert wird. Und dass dann vielleicht ein Stück weit weniger Reaktion manchmal kommt und ich einfach sehr gerne Reaktion mag. Und das vor allem bei den Frauen, mit denen ich bis jetzt gespielt habe, sehr viel machte.
Sebastian Okay. Ja, ich glaube die Bandbreite, die ist einfach auch größer, wenn man mit allen spielt.
Eunomia Ja, man hat auf jeden Fall mehr Auswahl, ne?
Sebastian Ist das ein Problem genug, Leute zum Spielen zu finden?
Eunomia Ja.
Sebastian Okay, also eigentlich aus allem, was wir jetzt hier in den letzten zweieinhalb Stunden besprochen haben, müsste man ja eigentlich sagen, das ist überhaupt gar kein Thema, Eunomia. Das ist wie Sand am Meer, überall sind Gelegenheiten, man kann überall flirten und was kurzfristig machen, was langfristig und hier und da und überall. Ja, wo ist das Problem? Woran scheitert es, wenn es denn scheitert? Da gibt es auch mal Phasen, wo es einfach nicht läuft, wo man einfach niemanden findet, mit dem man connectet. Was ist es?
Eunomia Also es kann alles sein. Es kann sein, dass man oder dass ich einfach eine ganze Weile niemanden finde, mit dem es connectet. Ich habe es ja auch, wie schon angerissen, eine ganze Weile auch einfach gar nicht nach außen hin ausgestrahlt, dass ich auch unten spielen möchte. Und ich hatte es auch einfach schon oft, dass wenn ich jemanden gefunden habe, mit dem es gewibt hat, dass die Person dann andere spannende Personen kennengelernt hat. Und dann war ich halt nicht mehr die Priorität. das hat sich ausgelaufen oder derjenige hat schon oder hat halt mehrere Frauen gedatet, was völlig okay ist und dann wurde es aber auf einmal monogam und das ist dann immer der Moment, in dem ich so denke, Manno, seid doch einfach offen, dann können wir weitermachen. Machen halt nicht alle und das ist auch so in Ordnung und für mich ist es dann halt natürlich so ein bisschen so, okay, jetzt ändert es wieder.
Sebastian Ja, also das heißt im Prinzip, also das ständige Suchen, das begleitet dich weiter. Also wünschst du dir, dass es einfach auch mal so matcht, dass es so für alle so offen ist, dass es auf lange Sicht immer passt?
Eunomia Also so eine gewisse Zeit lang eine feste Spielpartnerperson zu haben, wäre schon wünschenswert. Weil man dann auch Vertrauen aufbauen kann über mehrere Treffen, das ist ja immer schön. Also auf einer Party mit einer neuen Person zu spielen ist total aufregend und mit einer Person ein Vertrauensverhältnis auszubauen ist ja nochmal was ganz anderes, ganz besonderes. Es ist ja auch was ganz anderes, wenn ich mit meinem Kinky-Freundeskreis oder verpartnerten Personen spiele, als wenn ich jetzt mit meinem Partner spiele. Das sind ja ganz unterschiedliche Gefühle. Beides ist schön und macht Spaß. Und genau, also man hat einfach andere Möglichkeiten mit einem wachsenden Vertrauensverhältnis.
Sebastian Das finde ich bei dir übrigens super spannend, dass du... Du machst kein Ranking. Also wenn du drei Personen hast, mit denen du spielst, dann spielst du mit drei Personen unterschiedlich auf einer unterschiedlichen Ebene oder das ist eine unterschiedliche Sache, aber du sagst halt nicht irgendwie, ja das ist die Top-Person, wenn die keine Zeit hat, dann das und wenn das nicht geht, dann das, sondern das sind alles unterschiedliche Erfahrungen. Das ist so ein bisschen wie, oh Gott, meine schlimmen Vergleiche. Dieses Frühstücksbuffet, fünf Sorten Honig und Marmeladen und so ein Krams. Alle toll. Aber ich nehme halt doch immer wieder unterschiedliche und probiere mich da so ein bisschen durch. Aber eigentlich genieße ich alles davon und könnte nicht sagen, was das Beste ist.
Eunomia Ja, ich bin froh, solange Kink ein Teil von meinem Leben ist. Hauptsache Kink. Hauptsache es passiert etwas.
Sebastian Jetzt trägst du ja auch was bei. Wir haben noch gar nicht wirklich gesprochen über Stammtische. Da reden wir auch gleich über Engagement mit. Begriff Stammtisch ist ja schön altbacken und an sich ja schon mal doof. Ich glaube, die SMEG nennt das inzwischen auch Treffen oder die haben, glaube ich, noch einen anderen Begriff dafür. Also man versucht, diesen Begriff loszuwerden. Aber gut, die meisten nennen es noch Stammtische. Eigentlich, du kannst immer auf Partys gehen. Es gibt online tausend Möglichkeiten. Was treibt dich auf Stammtische?
Eunomia Also ganz ursprünglich hat mich dein Podcast dahingetrieben.
Sebastian Oh Gott, ich bin schuld. Nein, nicht ich, aber der Podcast ist schuld, der böse Podcast.
Eunomia Zum Glück. Für mich war das damals eine Riesenüberwindung. Riesenüberwindung ist wahrscheinlich für viele Menschen so, die das allererste Mal auf den Stammtisch gehen. Ich bin auch alleine hingegangen und dazu noch bei einem Special-Stammtisch, weil es zur Weihnachtszeit war. Und es hieß, man muss ein wichtiges Geschenk mitbringen. Und ich dachte, ach du lieber Himmel, ich kenne ja niemanden. Welches Geschenk ist jetzt so omnipräsent, dass es zu jeder möglichen Person passen würde? Ich habe mich dann für eine Duftkerze und ein Schaumbad oder sowas entschieden.
Sebastian Klassiker.
Eunomia Und Schokolade, glaube ich. Naja, und ich habe da eine sehr positive Erfahrung direkt gemacht und da auch gleich wieder eine super positive Erfahrung mit einer Frau gemacht, die scheinbar sehr viel Interesse an mir hatte. Und wir haben uns dann gleich viel ausgetauscht, Nummern getauscht und haben dann auch mal eine Spielsession zusammen gehabt, die auch sehr unerwartet war, was alles sehr aufregend war. Also ich hatte ein sehr positives erstes Erlebnis. Bin dann trotzdem eine Weile erstmal wieder nicht auf Stammtische gegangen. Irgendwie, das war wie, als wäre mein Bedürfnis erstmal erfüllt gewesen. Hab mich dann weiter rumprobiert und dann irgendwann festgestellt, so richtig gibt es noch nicht den Stammtisch, der mich so komplett abholt inhaltlich und von den Menschen her, weil viele der Stammtische, auf denen ich war, da war ich immer eine der Jüngsten mit Anfang 20. Und mir fiel es dann schwer, mich mit Personen auszutauschen, die meine Eltern sein könnten vom Alter her. Ich habe sehr junge Eltern, muss man dazu sagen, aber das war eine Schranke im Kopf, die ich hatte. Und wie es dann manchmal so passiert, ist dann ein eigener Stammtisch entstanden mit anderen Leuten zusammen.
Sebastian Oh, das ist ja super aufwendig, sagen immer alle, die keine Stammtische in der Nähe haben. Wie macht man einen eigenen Stammtisch?
Eunomia Also wir hatten das Glück. Ich war kein Gründungsmitglied per se, sondern war ab dem zweiten oder dritten Treffen von diesem Stammtisch dann sozusagen als Orga mit dabei. Die Initiative hat jemand anderes ergriffen. Grüße gehen raus an der Stelle. Wie macht man das? Also wir hatten das Glück, dass wir uns an einen anderen Stammtisch sozusagen mit andocken konnten. Der hatte schon einen festen Tag im Monat und eine feste Location. Also wir wussten schon, die Location ist offen dafür, die bietet sich ganz gut dafür an und Getränkepreise sind in Ordnung und so weiter und so fort. Und dann haben wir einfach gesagt, so jetzt haben wir auch einen Stammtisch und wir haben aber die Altersgrenze dabei.
Sebastian Wie ist die?
Eunomia Die ist von 18 bis 34 und als Alumnus oder Alumna darf man dann noch kommen, bis man 36 ist und SpielpartnerInnen dürfen auch noch bis einschließlich 36 Jahren mit. Das bedeutet aber, dass diese Leute mit einer Person mitgehen, die noch in der Altersklasse drin ist bis 34 oder selber schon mal beim Stammtisch gewesen sein müssen. Und ab 37 ist für alle Schluss, weil wir da die Grenze gezogen haben und gesagt haben, dass nach unserer persönlichen Definition jetzt einfach nicht mehr jung, weil wir sind ein junger Stammtisch, haben wir auch so im Titel, und dann... Kann man gerne zum großen Stammtisch der, dann kann man gerne zum großen Stammtisch.
Sebastian Ja gut, im Grunde in drei, vier Jahren musst du dann gucken, dass du quasi das Übergangsformat schon mal anfängst zu gründen, spätestens. Ich finde das aber so ganz fürchterlich, die erste M&G hat das ja aus guten Gründen als Jugendorganisation. Und das gab so eine Zeit, da hatten sie noch keine Alumni-Geschichten. Und da war dann einfach mit 27 ist man raus, Punkt. Und dann mussten die, dann waren die Leute raus und dann waren sie abgeschnitten von ihrer Community. Das fand ich total grausam, den Gedanken, weil dann mussten sie auf den anderen Stammtisch gehen und ja, irgendwann wurden sie ja alle älter und haben sich da alle wieder getroffen. Finde ich aber ganz grausam, wenn es solche Altersgrenzen gibt, diese Regelung mit zwei Jahren Karenzzeit, um sich umzugewöhnen, die ist gar nicht schlecht, die finde ich gut. Okay, aber was ist denn das, was dich dort abholt, was du sagst und das passt. Ich sage ja immer, auf Stammtischen wird fast nicht über Kink gesprochen, zumindest bei vielen, wird über Kink gesprochen. Ist dir das wichtig?
Eunomia Ja und ja. Und da ich ja eine der Orgas bin, habe ich ja auch die Macht zu sagen, so, jetzt reden wir nicht mehr über 3D-Drucker, obwohl die ja auch kinky sein können oder kinky eingesetzt werden können. Sowas, der guckt gerade ganz unschuldig im Raum herum. Sondern jetzt reden wir über Plugs oder sonst irgendwas und da lenke ich schon immer wieder gezielt die Themen hin oder neulich, das hat sich auch total interessant ergeben, haben wir einfach aus der Geschichte der O vorgelesen und das war total spannend, weil wir uns in einer kleinen Gruppe daran probiert haben, also bei uns ist es so, das gibt immer so ein paar Grüppchen, die sich dann irgendwie rausbilden und dann guckt man, wo man sich so ein bisschen anschließt, man rotiert einfach, setzt sich dahin, wo es gerade passt, und dann haben wir mit mehreren Leuten aus der Geschichte der O vorgelesen und, Ein anderer Orga hat das überraschend gut gemacht. Hat mich ein bisschen abgeholt, muss ich sagen. Ich habe ja auch die Geschichte der Orga gelesen, dann vor ein paar Jahren. In dieser Originalversion aus den 50ern, glaube ich, war auch sehr schwer zu lesen, aber es hat mich sehr interessiert. Und er hat das sehr schön betont vorgelesen.
Sebastian Also ich habe jetzt in den letzten Folgen selber auch ein bisschen immer öfter gehört, dass Leute auch sagen, oder auch in Vorgesprächen zu kommenden Folgen, dass Stammtische so ein bisschen mehr geleitet werden und dass man Themen macht und sowas. Ja, ich persönlich sage immer so, ja, das ergibt sich schon alles, aber natürlich hat so ein Thema oder eben so eine Aktion, wie es wird vorgelesen, das bietet natürlich einen coolen Weg, auch neue Leute oder Leute, die jetzt nicht so übertalentiert daran sind, auf Leute zuzugehen und mit ihnen ein interessantes Gespräch anzufangen, das bietet eine gute Brücke, um mal miteinander ins Gespräch zu kommen. Es lenkt so ein bisschen den Fokus, man kann sich austauschen und hat ein gemeinsames Thema, was man gemeinsam gut oder schlecht finden kann. Ich finde die Idee immer sympathischer, dass man da ein bisschen Programm hat tatsächlich und ein bisschen auch leitet. Würde ich jetzt persönlich nicht machen wollen, das müssten andere machen, aber dass man sich da so dranhängen kann, finde ich gut. Wie wird das aufgenommen von den Leuten?
Eunomia Wir experimentieren da so ein bisschen mit rum. Wir fragen die Leute auch, worauf sie Lust haben. Wir haben zum Beispiel auch eine kurze Vorstellungsrunde. Wir hatten das eine ganze Weile lang, dass man, wenn man möchte, ein Funfact sagen kann. Dann hatten wir zum Beispiel einen dabei, der immer gerne Funfacts über Tiere oder ähnliches gebracht hat, die dann einfach wirklich lustig waren. Und jetzt probieren wir uns so ein bisschen aus. Wir hatten auch so eine Art wie das A- oder B-Spiel, haben wir auch mal ausprobiert und sind da eine Reihe umgegangen, haben dann zum Beispiel gesagt, Lack oder Leder, Leder oder Latex und dann ging es immer so weiter. Das war ganz interessant und dann hatte man auch gleich einen Aufhänger, worauf man die Person ansprechen konnte. Jetzt probieren wir, ich habe schon wieder vergessen, es war gerade so viel Orgas-Stuff irgendwie in unserer Gruppe, aber wir probieren immer wieder neue Sachen aus und neue Themen aus und Arten und Weisen, wie man sich da eben andocken kann, gerade als neue und unerfahrene Personen. Und da wir ab 18 anfangen, haben wir auch Personen dabei, die in ihrer Fantasie BDSM machen und die noch nie was ausgelebt haben. Und die abzuhören ist, glaube ich, wichtig.
Sebastian Ja, definitiv. Wenn man den Stammtisch sucht, ich verweise mal auf dein Gästeprofil auf kunstderunvernunft.de. Da wirst du alles so weit verlinkt haben, wie du das möchtest. Da kann man also einfach drauf gucken.
Eunomia Genau, und wenn man mich findet, findet man auch den Stammtisch.
Sebastian Und nun ja, ich sehe die Uhr, die tickt unerbittlich. Ich hätte noch so ein paar Shorts hier. Und das sind, ich habe ja vor anderthalb Stunden gesagt, oh, ich habe vergessen, welche zu notieren. Normalerweise habe ich so drei, vier. Ich zähle mal durch. Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn. Es sind ein paar mehr geworden irgendwie. Keine Ahnung. Ich habe mir zugehört. Und dann kam da immer mal was dazu. Ich würde sagen, wir machen die. Dann möchte ich endlich wissen, was die Dinge der Woche sind. Und die Shorts, liebes Publikum, ich schreibe mir immer so Begriffe raus, während wir hier so sprechen, die ich dann mal hinwerfe. Und dann kannst du jetzt, ich sage mal, ein relativ kurzes Statement dazu sagen. Also es darf mehr als ein Satz sein. Es dürfen auch mehr als fünf Sätze sein. Aber vielleicht nicht eine halbe Stunde Monolog. Also ein bisschen kurz und bündig. Und einfach mal, was dir einfällt. Und ich werfe dir einfach mal einen hin. Lieblingsspielzeug.
Eunomia Alles, was piekst. Und wenn ich mich auf eins festlegen muss, dann das Nadelrad.
Sebastian Das ist jetzt der Nächste, ist einer Person aus dem Publikum geschuldet, weil das Wort ja nie vorkommt oder die Praktik. Kitzeln.
Eunomia Gibt mir nicht so viel. Selten. Also selber gekitzelt werden, finde ich echt wirklich gar nicht lustig. Also würde ich vielleicht sogar auf eine Limitliste setzen. Okay. Gegenüber zu kitzeln, kann man machen, gibt mir aber nicht viel.
Sebastian Okay. Das traue ich mich nicht.
Eunomia Waterboarding? Reizt mich aber auch nicht.
Sebastian Okay, ja, aber was reizt dich, was du dich nicht traust? Oder wo fehlt dir noch so ein bisschen? Oder ja, was kommt vielleicht nochmal, wo du sagst, ah ja, da hänge ich auch so ein bisschen dran.
Eunomia Beispielsweise im Queli mal richtig unten zu sein, öffentlich?
Sebastian Schreib es gerne mal in das Blog zur Folge, wenn es soweit war.
Eunomia Okay.
Sebastian Bin gespannt. Verträge.
Eunomia Habe ich schon gemacht. Bringen auch Spaß und könnte ich ehrlich gesagt mal wieder machen.
Sebastian Was für Verträge machst du denn?
Eunomia Spielverträge.
Sebastian Es mag sein Shorts hin oder her, aber steht da so drin, wir vertragen uns.
Eunomia Nein.
Sebastian Also es gibt diesen Standard Dom-Sup-Sklavenvertrag wo dann auf 20 Seiten allerlei Regeln und Dinge da festgelegt werden ich traue dir zu, dass das ein bisschen mehr spicy ist.
Eunomia Das ist viel zu anstrengend 20 Seiten und ich mag den Begriff Sklave auch nicht gerne also bei mir wäre es wahrscheinlich so ein Ein-Seiten-Ding oder war es zumindest auch schon mal und dann steht dann sowas drauf wie du stehst mir jetzt in der Zeit von bis zur Verfügung. Das finde ich lustig, dass das aufgeschrieben ist und die Person das unterschreibt.
Sebastian Okay, mit Blut oder Stift?
Eunomia Mit Stift.
Sebastian Okay. Hals, Band oder andere Zeichen?
Eunomia Hals, Band. Ist okay. Kann man machen. Habe ich auch schon gemacht, an Stammtischen vor allem. Traue ich mich nicht wirklich öffentlich zu tragen. Führe ich mich nicht wohl mit.
Sebastian Kannst dir auch du als oben spielende Person umlegen.
Eunomia Oh, das ist sehr schön. Da gibt es auch ein Ritual. Ich weiß nicht, ob ich es erzählen darf. Wenn nicht, müssen wir es später rauscutten. Aber das kann die Person dann gerne entscheiden. Das ist ein Ritual mit einer Spielpartnerin, die sich von ihrem jeweiligen Dom oder ihrer jeweiligen Dom das Halsband umlegen lässt und dann muss sie knien. Und das finde ich ein sehr, sehr schönes Ritual und mache ich total gerne, ihr das Halsband umzulegen.
Sebastian Tantra und Slow Sex.
Eunomia Tantra habe ich noch nie ausprobiert. Slow Sex, was ist jetzt Slow Sex? Ist das einfach nur langsam bewegen?
Sebastian Der Begriff sagt das zumindest.
Eunomia Habe ich wahrscheinlich noch nie so aktiv ausprobiert. Also ich habe noch nie gesagt, wir machen jetzt Low Sex. Habe ich bestimmt trotzdem schon mal gehabt. Kann bestimmt auch ganz gut sein.
Sebastian Okay, BDSM ganz ohne Sex.
Eunomia Geht und macht etwas weniger Spaß, würde ich sagen.
Sebastian Drei habe ich noch. No Go.
Eunomia Ich überlege gerade, ob ich das öffentlich sage.
Sebastian Gerne.
Eunomia No-Go ist Sperma im Gesicht.
Sebastian Okay. Wobei, da müsste ich jetzt nochmal nachfragen. Also im Gesicht ist ein Problem, aber nee, Liebespublikum, das frage ich jetzt nicht. Das kriege ich nicht mal formuliert. Die gebotene Ernsthaftigkeit ist Quatsch. Oh, da wirst du jetzt Hate für kriegen.
Eunomia Ja, kann man mich gerne für hassen. Mein BDSM ist ja immer noch mein BDSM und ich muss daran Spaß haben und meine jeweils integrierten SpielpartnerInnen. Und für mich gehört Lachen zu einer Session dazu. Also ich lache, wenn ich auf den Hintern haue und Sabi schreit und es aber auch noch gut findet. Das ist immer ganz wichtig bei mir, weil das dann einfach ein Ausdruck davon ist, dass ich Freude habe. Und manchmal muss ich auch lachen, wenn ich unten bin oder experimentiere und mein Gegenüber halt ein bisschen auslache, weil es vielleicht mit einer Sackernsthaftigkeit da irgendwie rangeht, die ich gerade nicht fühle in dem Moment. Und Lachen ist dann auch so ein bisschen Stressabbau.
Sebastian Altersunterschiede und die Range.
Eunomia Das ist kein Short.
Sebastian Du kannst ja ein bisschen ausschweifender werden. Ja, es gibt bei dir natürlich immer die Position um und unten und dann gibt es nochmal den Bereich und den Bereich und was mit wem und wie. Aber du wirst ja doch eine gewisse Range haben im Moment.
Eunomia Also ich glaube, egal was ich sage hier, könnte ich auch Hass für kriegen.
Sebastian Nein.
Eunomia Also meine persönliche Wohlfühl-Range beginnt wahrscheinlich bei Anfang 20 und endet bei Anfang 40 ganz grob. 20 Jahre ist echt lang, ist echt viel, aber würde ich jetzt so schätzen.
Sebastian Okay, ich werfe nochmal nach. Also Altersunterschiede als solches sind die, ich formuliere es doch nochmal als ganze Frage, machen die an sich schon mal was?
Eunomia Ja, weil ich, wie schon gesagt, relativ junge Eltern habe und es mir sehr schwer fällt, mit einer Person zu spielen, die mein Vater sein könnte als Beispiel. Und ich hatte schon so eine Situation und er hatte auch noch Pech, dass er in seinem ganzen Auftreten und von seiner Wohnung her und alles, was ihn irgendwie ausgemacht hat, mich extrem an meinen Vater erinnert hat.
Sebastian Oh Gott, ja.
Eunomia Ja, da war ich raus vom Kopf her. Es ging nicht. Ich habe es probiert und es ging nicht. Genau. Nach unten hin ist es nicht so ein großes Problem. Bisschen gehässig gesagt, finde ich es auch ganz lustig, ab und zu mal Frischfleisch zu haben.
Sebastian Jetzt kriegst du dein Hate.
Eunomia Jetzt kriege ich mein Hate.
Sebastian Okay.
Eunomia Ja. Lass mir das mal so stehen.
Sebastian Okay. Die Shorts hast du geschafft. Gratuliere. Es gibt Dinge der Woche. Und die lagen hier sogar schon. Und dann habe ich irgendwie zum Glück weggeguckt. Ich bin sehr gespannt. Was, wie, wo? Was hast du mitgebracht?
Eunomia Soll ich es mal holen?
Sebastian Ja, bitte. Also, liebes Publikum, Dinge der Woche, das sind so, ich sage mal, Gegenstände, die vielleicht eine Geschichte erzählen. Und die irgendwie ein Artefakt aus dem Kinkleben meines Gastes, meiner Gästin sind. Und ich weiß, ihr seid alle spitz auf das auf die Shorts, auf das A oder B Spiel Huch Ich nehme mal die beiden in die Hand Ich nehme einfach mal beide Okay, ich fange mal an Du setzt mal wieder das Mikro also das Headset auf und ich nehme erstmal die, Ich muss ja immer eine Kapitelmarke geben auf die Shorts Ich muss ja eine Kapitelmarke geben für das Ding der Woche Das ist jetzt die Mütze die Schirmmütze Das ist die erste Schirmmütze als Ding der Woche. Wobei es ist keine gewöhnliche Schirmmütze. Ich habe hier eine, ja, es ist eine Mütze, eine Kappe, also ich habe auf jeden Fall vorne so ein Schirmchen, aber im Leoparden-Look und vorne so ein Schirmchen, was aber aus Leder ist und da sind so Nieten dran und da ist eine Spinne. Warum ist da eine Spinne dran? Und dann noch so Stachelnieten. Mein Gott, was ist das und wo kommt es her und steht es mir?
Eunomia Vielleicht ohne Z.
Sebastian Kann ich mal probieren, dann kann ich so lange nicht. Ich rede.
Eunomia Ist gar nicht so schlecht.
Sebastian Ich werde nicht damit einem Spiegel verbreiten. Ich setze es auch gleich wieder ab. Okay, warum bringst du mir das Teil mit? Liebes Publikum, Fotos gibt es in den Shownotes, versprochen. Mein Gott, erzähl, was ist die Geschichte hinter dieser, ist es eine Mütze, ist es eine Kappe, wie möchtest du es nehmen?
Eunomia Ja, also für mich ist es eine Mütze. Und sie symbolisiert für mich so ein bisschen auch einen neuen Abschnitt BDSM, weil ich es ja jetzt doch auch schon ein paar Jahre mache. Viel rumprobiert hab und auch in den Rollen gewechselt hab und unterwegs war und bin und die symbolisiert für mich so ein, bisschen Neuanfang und ein bisschen Neudenken und rauskommen aus Mustern, die ich bisher hatte. Und genau, mein Partner hat sie mir geschenkt, das spielt sicherlich auch eine Rolle. Ich finde sie sehr cool und ich finde, dass sie sehr gut zu mir passt, weil ich Leo-Look liebe.
Sebastian Ah, okay. Ja, so Leoparden-mäßiges hatte ich hier bisher selten, was? Also die hast du aber nicht selbst ausgesucht. Nee, die hat er mir geschenkt. Aber er hat deinen Geschmack getroffen.
Eunomia Genau, und das kam vor allem so, dass wir eine Date-Night hatten und während dieser Date-Night in einer Burlesque-Show waren.
Sebastian Ah, und da passt das ja wirklich richtig gut, ja.
Eunomia Genau, und er hat eine Frau im Publikum gesehen, die so eine ähnliche Mütze hatte aus Leder. Und dann hat er beschlossen, du brauchst sowas. Dann habe ich gesagt, gut, wenn du möchtest, dass ich sowas habe, kauf mir sowas.
Sebastian Okay.
Eunomia Und das hat er dann gemacht und hat damit ganz gut meinen Geschmack getroffen. Das Einzige, was nicht ganz so zu mir passt, ist tatsächlich die Spinne. Bin nicht so der Spinnenfreund. Das könnte auch eine Katze sein, das würde besser passen. Aber es ist nicht so schlimm. Vielleicht ersetzen wir es irgendwann auch.
Sebastian Ja, es ist definitiv eine Spinne, aber das kann sich ja noch ändern. Okay, und wie lange geht es das her? Ist das schon jetzt aus Anfang der 20er Jahre bei dir oder ist das noch gar nicht so lang?
Eunomia Das ist noch gar nicht so lang, weil das auch viel damit zu tun hat. Genau, also wie ich ein bisschen angerissen habe, Rollen, Bilder hinterfragen und eingespielte Muster hinterfragen, aufbrechen, neu denken und dafür steht diese Mütze, finde ich.
Sebastian Was bricht diese Mütze auf? Also was ändert sie am Rollenbild, wenn du die trägst? Also was macht das vielleicht mit dir? Was macht das mit deinem Gegenüber? Oder ist das ein Style, wo du sagst, der bricht ja so ein bisschen aus. Das ist ja schon ein bisschen einzigartig. Also Leopardenschirmmützen haben nicht allzu viele Leute auf einer Party an.
Eunomia Ja, also sie gefällt mir erstmal und ich fühle mich gut damit und ich fühle mich selbstbewusst damit und auch in gewisser Art und Weise auch irgendwo dominant. Ja, ich glaube, es ist für mich einfach, dass sie so einen Neuanfang symbolisiert und nicht mehr so ganz starr in Rollen sein und ein bisschen meine eigene Erwartungshaltung runterschrauben. Ich bin nur dominant, wenn ich in der allerbesten Mood bin, den allerbesten Tag hatte, mich ultra selbstbewusst fühle und nur dann kann ich oben spielen. Nein, ich kann auch oben spielen, wenn ich ein bisschen ruhiger drauf bin, aber trotzdem einfach gerne oben sein möchte und die Kontrolle haben möchte.
Sebastian Ist ja cool, dass er dir ein Artefakt schenken konnte, was ja, was auch dann zum Symbol geworden ist, ich gebe sie mal respektvoll zurück, vielen Dank und dann habe ich hier noch was zweites, da ahne ich sogar, wo es herkommt ich vermute, jetzt kommt das Österreich, ich habe hier ein Halsband in einem ja, so Bordeaux-rot ist es nicht, es geht schon fast in das Violett rein mit so einer leichter V-Form mit einer Klimper in so Rosé-Gold, würde ich fast sagen. Auch da guckt die schon. Also ein Halsband. Oh, da steht sogar noch was drin. Ah ja, da steht sogar der Hersteller. Den sage ich jetzt mal ausnahmsweise nicht. Die im Publikum wissen eh alle, wo es herkommt. Das ist dein Halsband.
Eunomia Das ist mein Halsband und wir haben ja schon die ein oder andere Stelle gehabt, an der ich gemeine Kommentare kriegen könnte oder kritische Kommentare, sagen wir es vielleicht eher so. Vielleicht ist das der nächste Punkt, Weil das nichts ist, was ich mir von einem Dom habe schenken lassen, umlegen lassen, wie auch immer. Sondern ich habe zu einem gewissen Zeitpunkt beschlossen, ich möchte jetzt ein richtiges Halsband haben. Und ich fühle es nicht darauf zu warten, dass mir irgendjemand sowas schenkt. Also kaufe ich mir jetzt selber eins.
Sebastian Ach, dir wollte keiner ein Halsband schenken?
Eunomia Vielleicht schon. Auf jeden Fall nie danach gefragt und ich wollte eins haben und ich wollte ein schönes Halsband haben.
Sebastian Und das hast du definitiv gefunden. Zu welchen Gelegenheiten hast du das denn schon tragen können?
Eunomia Sehr selten, weil das auch damit reinspielt, dass ich es ja auch lange nicht so nach außen gezeigt habe, das zu tragen und es gab bis jetzt zwei öffentliche Situationen, in denen ich das getragen habe. Öffentlich in dem Sinne, dass es nicht bei mir zu Hause war. Und gekauft habe ich es mir letztes Jahr, als ich für meine Spielpartnerin im selben Shop auch noch was bestellt habe zu ihrem Geburtstag, was dann ein Geschenk war von ihren drei Doms an sie. Also ein gemeinsames Geschenk.
Sebastian Das eigentliche Geschenk ist dann, dass die drei Doms sich einig waren.
Eunomia Genau. Und naja, sie profitiert ja davon. Genau. Also in dem Zuge habe ich jemandem ein Geschenk aus meiner Omen Perspektive sozusagen gemacht und mich selber für meine Untenseite sozusagen beschenkt. Das ist ein bisschen kompliziert ausgedrückt. Aber ich wollte was haben, was meine Untenseite nach außen zeigt. Und mein Partner hat es ja in dem schönen Text für dich auch angeteasert. Ich habe ja dann irgendwann mein Profil bearbeitet und habe dieses reine DOM rausgenommen und habe es zu Switch geändert. Oder was ähnliches auf jeden Fall. Jetzt ist es glaube ich gerade bei Switch. Und in dem Zuge habe ich eben auch dieses Halsband gekauft. Und das erste Mal habe ich es getragen in meiner kinky Freundesgruppe und das war mir erst sehr unangenehm irgendwie und dann, habe ich gemerkt, dass die anderen sich sehr gefreut haben und das irgendwie sehr wertschätzen konnten, dass ich das da getragen habe weil ich wollte es irgendwie und ich wollte es irgendwie auch nicht also eigentlich wollte ich es schon Hast.
Sebastian Du es davor schon mal verdeckt getragen vielleicht so irgendwie unter dem Rollkragenpulli oder so oder heimlich zu Hause? Also ist da so eine Sehnsucht, oh ja, die Seite braucht gerade mehr Futter. Das kann ja auch eine Momentaufnahme für den Moment gewesen sein, aber du hast einfach gemerkt, dass ich brauche was, um mich mehr unten identifizieren zu können.
Eunomia Also aus dem Grund habe ich es gekauft und ich habe es für mich alleine jetzt nicht getragen. Als ich das dann vor meinen Freunden getragen habe, habe ich erst mal mich mit einem ganz großen Sofakissen hingesetzt, sodass es erst mal keiner sehen konnte. Und dann habe ich es aber Stück für Stück gezeigt und dann war es auch bei denen okay.
Sebastian Okay, das heißt du hast dich selber in die Situation ja auch gebracht. Aufspannend dieses, ich gehe jetzt diesen Schritt, weil ich will es ja irgendwie, aber ich traue mich selber noch nicht so richtig, aber ich mache jetzt mal und dann wird das Glück oder Unglück, je nachdem was kommt, wird dann schon über mich kommen.
Eunomia Ja, ich habe im Laufe des Lebens gelernt, dass ich immer dann die größten Entwicklungssprünge mache, wenn ich mich in unangenehme Situationen bewusst reinbegebe und dann den schweren Schritt mache. Es hat sich bis jetzt immer gelohnt, ohne Ausnahme. Das gehörte dazu. Und dann habe ich bei unserer privat organisierten größeren Party auch dieses Halsband getragen. Da waren dann viele Leute und es ist einigen Leuten auch aufgefallen und dann habe ich auch mal ein Kompliment dafür bekommen. Das war dann auch ganz schön und es hat sich gar nicht so schlecht angefühlt, überraschenderweise.
Sebastian Schließt das Halsband denn aus, dass du dann, wenn du es trägst, irgendwie dominant bist?
Eunomia Ich habe gemerkt nicht, weil ich auch an diesem Abend von dieser größeren Party, zwischenzeitlich ein bisschen oben gespielt habe. Und es ging. Es war okay. Ich habe mehrere Halsbänder. Ich habe auch ein Halsband mit einem Ring dran und einem Stein. Also es ist halt auch so eine Art Ring-Halsband. Wenn ich das trage, fühle ich mich dominant. Also für mich ist dieser Ring nicht, ich bin unten per se.
Sebastian Ja, okay, also auf der einen Seite zeigst du was, hier Leute, ordnen mich ein, als unten oder nicht, auf der anderen Seite muss das nicht stimmen. Also ich finde diese…, Dass es nicht ganz so starr ist vom Konstrukt, das finde ich extrem erfrischend. Natürlich ist die Welt für alle einfacher, wenn die Supps tragen Halsband, die Doms tragen Zepter oder Peitsche und ja, es ist dann wirklich einfach, die Leute einzusortieren. Aber eigentlich ist es doch total schön, wenn jeder so ein bisschen individuell ist und man immer so ein bisschen rätseln darf und hinter jedem Menschen einfach mehr steckt, als die Astrozoires vielleicht hergeben. Spannend fände ich bei dir, wobei das harmoniert optisch wahrscheinlich nicht, wenn du Schirmmütze und Halsband gleichzeitig trägst. Auch schon mal gemacht?
Eunomia Noch nicht, könnte ich ausprobieren und dann mal gucken, wie es sich anfühlt.
Sebastian Okay, aber in deinem Kopf spricht da nichts gegen.
Eunomia Ich müsste es auch probieren und schauen, wie ich mich fühle.
Sebastian Ja, du hast natürlich jetzt den Vorteil, mit dieser drei Dom eine Submittelkonstellation, da kannst du ja wirklich fluide von Moment zu Moment jede Rolle einnehmen.
Eunomia Ja.
Sebastian Da würde das gut passen.
Eunomia Ich glaube, für meine unten spielende Seite, gerade weil meine andere Seite auch so stark ist und unten gerne jegliche Lücke ausnutzt, ist es ganz gut, wenn ich nichts trage, was mir Selbstbewusstsein gibt. Und dann darf ich die Mütze nicht tragen.
Sebastian Naja, kann ja jemand anders die Mütze einfach abnehmen. So, weg ist sie. Verdienen sie dir zurück. Oh Gott, böse Spiele.
Eunomia Sehr gemein, ja.
Sebastian Ja gut, gemein ist ja gar nicht schlecht. Wobei nicht immer, aber manchmal eben. Ich habe noch das A- oder B-Spiel. Ich weiß, du freust dich schon drauf. Ich habe es auch gar nicht so sehr modifiziert für dich. Möchtest du spielen?
Eunomia Gerne.
Sebastian Sehr gut. Ich weiß nicht, als ihr das auf dem Stammtisch gespielt habt, hattet ihr da ein Weiter?
Eunomia Ein Weiter?
Sebastian Nee, ich glaube nicht. Das braucht man eigentlich auch nicht. Also man muss sich da schon entscheiden können. Wir probieren das noch aus. Ich habe überlegt, ob ich es mit dir einfach zweimal spiele. Einmal als oben spielen, als unten spielen und habe beschlossen, nein, das würde ja viel zu viele Rückschlüsse geben und jetzt merke ich, dass ich mich auch langsam immer mehr verhaspelle. Deshalb bin ich jetzt froh, dass ich auch nur ein paar Worte sagen muss. Liebes Publikum, wenn ihr es nicht kennt, ich habe hier ein paar Wortpaare und meine Gästin muss ich einfach immer für eine Sache spontan entscheiden. Und ihr dürft gerne so viele Rückschlüsse dazu führen, daraus ziehen, wie ihr möchtet oder eben auch nicht. Ich fange einfach mal an. Es ist auch ganz einfach. Eule oder Lerche?
Eunomia Du hast zwar gesagt, es ist einfach. Ich finde es überhaupt nicht einfach. Ich tendiere aber mehr zur Eule.
Sebastian Okay, Eule. Konsens oder Risiko?
Eunomia Konsens.
Sebastian Erst fragen oder eher danach um Verzeihung bitten.
Eunomia Danach um Verzeihung bitten, wenn es wirklich schief geht.
Sebastian DS oder Impact?
Eunomia Man sollte meinen, man könnte total schnell auf diese Fragen antworten, wenn man das im Podcast schon hundertmal gehört hat. Ist nicht der Fall. Impact.
Sebastian Küssen oder kuscheln?
Eunomia Auch super schwierig. Kuscheln.
Sebastian Jetzt habe ich einen einfachen. Nie mehr oben oder nie mehr unten.
Eunomia Oh Gott, das ist doch nicht einfach. Das wird ja nur schwerer. Ich würde sagen, nie mehr unten.
Sebastian Geplante Session oder spontane Session?
Eunomia Geplante Session.
Sebastian Materialschlacht oder Minimalismus?
Eunomia Minimalismus.
Sebastian Sommer oder Winter?
Eunomia Sommer.
Sebastian Drinnen oder draußen?
Eunomia Drinnen.
Sebastian Jetzt wenig oder später mehr?
Eunomia Später mehr.
Sebastian Fifty Shades oder Geschichte der O?
Eunomia Geschichte der O.
Sebastian Buch oder Film? Buch. Dialogszene oder Cumshot?
Eunomia Ich kenne den Film gar nicht, fällt mir gerade auf. Wenn es einen Film gibt zur Geschichte der O, ich habe ihn nicht gesehen.
Sebastian Ich habe ihn da, du willst ihn nicht sehen.
Eunomia Okay.
Sebastian Er hat eine Auszeichnung für seine tolle Beleuchtung bekommen.
Eunomia Okay. Was war die andere Frage?
Sebastian Dialogszene oder Cumshot?
Eunomia Dialogszene.
Sebastian Sex oder Spielen?
Eunomia Spielen.
Sebastian Blowjob oder... Wie heißt denn das Wort?
Eunomia Kuningulus.
Sebastian Blowjob oder Penetration?
Eunomia Ah, Blowjob.
Sebastian Flogger oder Gärte?
Eunomia Flogger.
Sebastian Paddel oder Rohrstock?
Eunomia Paddel.
Sebastian Hanf oder Nylon?
Eunomia Ich habe von beiden keine Ahnung.
Sebastian Ja, dann ist ja einfach.
Eunomia Ich glaube, Nylon ist ja eine Kunstfaser. Dem wird nachgesagt, dass das brennt, wenn man es über die Haut zieht, glaube ich. Und deswegen dann vielleicht der Hanf.
Sebastian Okay, Hanf oder Baumwolle?
Eunomia Keine Ahnung.
Sebastian Hanf oder Baumwolle?
Eunomia Baumwolle.
Sebastian Kabelbinder oder Wäscheleine? Jetzt sind wir wieder in deinem Bereich.
Eunomia Kabelbinder.
Sebastian Wasser oder Strom?
Eunomia Wasser.
Sebastian Halsband oder halsreif?
Eunomia Halsband.
Sebastian Party oder unter vier Augen?
Eunomia Hat beides große Reize. Wenn ich mich entscheiden muss, dann unter vier Augen.
Sebastian Oder unter sechs Augen?
Eunomia Unter sechs Augen.
Sebastian Oder unter acht Augen?
Eunomia Acht Augen. Mehr ist mehr.
Sebastian Safe word oder kein safe word?
Eunomia Ich überlege so lange, weil wir vorhin erst drüber geredet haben oder ich auch gesagt habe, dass ich es fast noch nie gebraucht habe oder es auch fast noch nie bei mir gebraucht wurde. Bin, glaube ich, trotzdem Fan davon, wenn es einfach da ist.
Sebastian Kekse oder Chips?
Eunomia Beides. Kekse.
Sebastian Aftercare oder schnell weiter?
Eunomia Aftercare.
Sebastian Baden oder duschen?
Eunomia Duschen.
Sebastian Oder Waschlappen?
Eunomia Duschen.
Sebastian Seil oder Handschellen?
Eunomia Handschellen.
Sebastian Handschellen oder Plüschhandschellen?
Eunomia Handschellen.
Sebastian Schlafzimmer oder Wohnzimmer?
Eunomia Wohnzimmer aktuell.
Sebastian Wohnzimmer oder Hotelzimmer.
Eunomia Wohnzimmer.
Sebastian Lack oder Latex?
Eunomia Latex.
Sebastian Latex oder Metall?
Eunomia Latex.
Sebastian Metall oder Leder?
Eunomia Leder.
Sebastian Leder oder Latex?
Eunomia Uh.
Sebastian Jetzt habe ich dich.
Eunomia Stimmt. Ich habe noch nicht so viel Latex, aber ich finde es sehr, sehr, sehr schön. Und da ich mich ja entscheiden muss, sage ich trotzdem Leder.
Sebastian Ausschlafen oder Session?
Eunomia Session.
Sebastian Frühstück oder Session?
Eunomia Session.
Sebastian Erst futtern oder Erstsession?
Eunomia Erstsession.
Sebastian Uiuiui, okay. Lass uns ficken oder benutz mich?
Eunomia Uiuiui, ähm, benutz mich.
Sebastian Hund oder Katze?
Eunomia Katze.
Sebastian Wasser oder Softdrink?
Eunomia Wasser.
Sebastian Brett oder brav?
Eunomia Brett.
Sebastian Intim Rasur oder Frisur?
Eunomia Rasur.
Sebastian Chatten oder anrufen?
Eunomia Anrufen.
Sebastian Anrufen oder Sprachnachrichten.
Eunomia Anrufen.
Sebastian Geben oder nehmen?
Eunomia Geben.
Sebastian Kaffee oder Tee?
Eunomia Kaffee.
Sebastian Tee oder Latte Macchiato?
Eunomia Latte Macchiato.
Sebastian Barista oder Kapsel?
Eunomia Barista, um Gottes Willen.
Sebastian Verschenken oder verkaufen?
Eunomia Verschenken.
Sebastian Masochistin oder Sadistin?
Eunomia Sadistin.
Sebastian Überraschen lassen oder auf alles vorbereitet sein?
Eunomia Überraschen lassen, definitiv.
Sebastian Lob oder Tadel?
Eunomia Lob.
Sebastian Mayday oder Stopp? Stopp. Akku immer voll oder Powerbank immer dabei?
Eunomia Akku immer voll und aufgeladene Powerbank immer dabei.
Sebastian Oho. Verein oder Verschwörung?
Eunomia Verein.
Sebastian Mit der Hand oder dem Gerät?
Eunomia Gerät.
Sebastian Oral oder Anal?
Eunomia Oral.
Sebastian Oral oder Vaginal?
Eunomia Oral.
Sebastian Vaginal oder anal?
Eunomia Vaginal.
Sebastian Okay. Sharing is caring oder meins ist meins?
Eunomia Sharing is caring.
Sebastian Bilder machen oder was aufschreiben?
Eunomia Bilder machen.
Sebastian Auto oder Bahn?
Eunomia Auto.
Sebastian Bahn oder Fahrrad?
Eunomia Bahn.
Sebastian Regeln einhalten oder Regeln dehnen?
Eunomia Dehnen, definitiv.
Sebastian Moral oder Unvernunft?
Eunomia Unvernunft natürlich.
Sebastian Hervorragend, richtige Antwort. Du hast es geschafft.
Eunomia Hammermäßig.
Sebastian War doch ganz einfach. Also ich weiß nicht, also fürs Publikum, du hast das ja jetzt selber auch einige Male gehört. Und du kennst ja im Grunde viele Wortpaare. War das jetzt anders als erwartet, wenn man in dieser Situation sitzt?
Eunomia Ja, irgendwie schon.
Sebastian Warum? Ist man ertappt oder was? Was ist da so die Schwierigkeit?
Eunomia Ich finde auch aufgrund des Gesprächs bin ich bei manchen Sachen echt ins Überlegen gekommen.
Sebastian Ich habe mir mal überlegt, ob ich das A oder B Spiel in die Mitte der Folge einbaue und nicht mehr am Ende.
Eunomia Ist auch eine Überlegung wert.
Sebastian Dann hätte ich auch so Ansatzpunkte, wo ich sagen könnte, ah, da hake ich jetzt nochmal nach.
Eunomia Ja, könnte auch spannend sein.
Sebastian Okay, ich muss mal experimentieren und spielen. Ui, ich glaube, ich habe, ja, ich glaube, ich habe hier meine Liste, guck mal, die sieht fürchterlich aus gerade, in bunt und draufgestrichen und durchgestrichen. Habe ich irgendwas Wichtiges vergessen?
Eunomia Das würde mir jetzt ad hoc bestimmt eh nicht einfallen.
Sebastian Sehr gut, dann habe ich meinen Job richtig und gut gemacht. Wir haben jetzt wirklich ein paar Punkte gehabt, um die wir uns ein bisschen herumlavieren mussten. Ich glaube, dass es uns ganz gut gelungen.
Eunomia Das glaube ich auch.
Sebastian Und also, ich finde wirklich dieses, also manchmal mag ich die Klarheit, wenn Leute sagen so, das ist für mich Kink und das ist meine Position und da fühle ich mich wohl und genau so brauche ich das, weil diese klare Struktur ist, das was sexy ist. Das, glaube ich, trifft bei dir auch so ein bisschen zu, kann sich aber von Moment zu Moment ändern. Und diese Vielfalt und diese Möglichkeiten, die da sind, ich glaube, die willst du alle erleben und ausschöpfen. Und darauf, da wünsche ich dir unglaublich viel Glück und Spaß bei, weil ich glaube, dass du, ich glaube immer noch lernst, aber du lernst noch alles zu fühlen, was man fühlen kann und die Voraussetzung ist mit der Beziehung, mit auch dem Bekenntnis zu, unten geht genauso wie oben, geschaffen, dass du, ich glaube, unendlich lange noch ganz viele neue Sachen erleben kannst. Ich finde das total großartig.
Eunomia Dankeschön, das hoffe ich auch.
Sebastian Ja, also Bis zum nächsten Mal. Also ich glaube, ich mag das auch so ein bisschen als Inspiration mitnehmen, dieses nochmal eigene Grenzen aufbrechen und selbst wenn ich etwas im King-Kontext als Gesetz sehe für mich, wo ich sage, das ist meine Vorliebe, das ist mein Lieblingsspielzeug, das ist das, was immer Spaß macht. Ja, das heißt auch immer, das ist das, was immer gut funktioniert. Aber dieses einfach nochmal einen Schritt weiter gehen und rumprobieren und weiter experimentieren, das ist bewahrenswert. Und ich hoffe, dass du Menschen dazu inspirieren kannst, zu sagen, ja, selbst mein Kinky-Leben ist vollkommen in Ordnung, total schön, ist genau richtig. Nee, da geht noch mehr. Und dass dieser Funke so ein bisschen übergesprungen ist heute. Das hoffe ich sehr.
Eunomia Das wäre schön. Schreibt es in die Kommentare, wenn das der Fall war.
Sebastian Also, liebes Publikum, kommentiert wirklich. Das wird gelesen von Anomia, die kriegt auch eine E-Mail, die kann auch antworten. Ich lese das auch alles und dann kriege ich auch so ein bisschen ein Gefühl, welche Themen sollen in Zukunft ein bisschen mehr im Podcast präsent sein oder weniger. Also das ist ganz, ganz wichtiges Feedback und so viele kriegen wir da gar nicht, weil es natürlich immer kompliziert ist, auf Kunst der Unvernunft. Punkt zu gehen, dann an dem Merch-Button vorbeizuklicken oder dem Unterstützen-Button, wo man diesen Podcast überhaupt erst mit möglich macht, indem man ihn freiwillig unterstützen kann mit einer kleinen Spende und sein Getränk ausgeben kann und damit auch zum Beispiel Fahrtkosten oder hier nette kulinarische Sachen finanzieren kann. Ich muss das alles einfließen, entschuldige. Also, wenn ihr an diesen ganzen Buttons vorbeikommt und eben kein Kunst- und Vernunft-T-Shirt und kein Kaffeebecher gekauft habt, dann geht ihr auf die Folge, klickt da einfach drauf, habt dann den Button Kommentare, könntet sehen, was andere schreiben und dann könnt ihr eben auch was kommentieren oder eben auch, Eunomias GästInnen-Profil besuchen und dann rausfinden, wie ihr sie kontaktieren könnt, wie ihr sie anschreiben könnt, auch über die Webseite oder woanders und vielleicht hat sie sogar ein Profilbild drin, das müsst ihr alles selber entdecken. Schamlose Eigenwerbung verpackt in notwendigen Informationen. Und ich, Das tut mir ein bisschen leid, aber ich muss das noch unterbringen. Also besucht kunstderunvernunft.de, da gibt's alles. Ich würde dir sehr gerne einfach die letzten Worte und auch Grußmöglichkeiten und was du möchtest einfach übergeben. Also sag, was du möchtest und danach piepse ich auch nur noch einmal leise. Tschüss. Und dann haben wir es geschafft und haben dann tatsächlich doch knapp zweieinhalb Stunden, ein bisschen länger sogar gesprochen. Und also vielen, vielen Dank, dass du die Reise auf dich genommen hast, dass du darauf vertraust, dass wir dich heute Abend noch kulinarisch ein bisschen vor dem Kamin verwöhnen und dass du einfach den Aufenthalt hier und die Aufnahme, dass du das einfach genossen hast. Das hoffe ich sehr. Und jetzt bist du einfach dran. Erzähl, was du möchtest und sag einfach Bescheid. Wenn du fertig bist, dann sag ich noch schnell Tschüss. Also du bist dran.
Eunomia Ja, ich glaube, so viel brauche ich gar nicht mehr sagen oder möchte ich gar nicht mehr sagen. Ich bin einfach sehr, sehr dankbar für alle Erfahrungen, die ich bis jetzt machen durfte und vor allem für die Menschen, die ich in dem ganzen Kinky-Kontext bis jetzt kennenlernen durfte. Das zeigt sich immer wieder so schön, vor allem auf Stammtischen und vor allem auch auf unserem Stammtisch, dass wir alle total verschieden sind und diesen einen gemeinsamen Nenner BDSM haben, der uns miteinander verbindet und der immer dafür sorgt, dass wir einen Punkt haben, über den wir uns auf jeden Fall austauschen können. Und darüber sind so viele Freundschaften entstanden und so viele enge Verbindungen entstanden. Coole Spielsituationen Treffen auf der Passion, auf anderen Punkten gemeinsame Erlebnisse und dafür bin ich so dankbar und fühle mich so unfassbar wohl in dieser Szene und möchte einfach alle Menschen die mich irgendwie kennen in dem Kontext ganz lieb grüßen ich bin dankbar für jede und jeden Einzelnen von euch und bedanke mich sehr dass es auch dieses Projekt hier gibt, Weil das auch ganz viel zu meinem BDSM beigetragen hat und ganz viel meinen Horizont erweitert hat. Also Dankeschön auch an dich, lieber Sebastian, für diesen Podcast. Und ja, das war's.
Sebastian Vielen, vielen Dank. Tolle letzte Worte. Ich sage auch nur noch schnell Tschüss. Also, liebes Publikum, macht's gut. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.
Eunomia Tschüss.