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Sebastian
Hallo und guten Abend zur Unvernunft Live-Abend, Donnerstagabend um 20.30 Uhr.
Hallo und herzlich willkommen zur Live-Folge Nummer 172.
Mein Name ist Sebastian Stix und ja, mit im Raum ist das Podcast,
so wie theoretisch, aber in dem Moment, wo ich das Intro gestartet habe,
ist sie dann einfach verschwunden.
Keine Ahnung, wo sie ist und jetzt merke ich, ich höre mich selbst.
Das liegt daran, dass ich die Webseite selber noch anhabe. Ah,
da ist ja das Podcast, so wie komm hinein. Husch, husch.
Ach, nochmal eine andere Maus geholt. Ich verstehe. So, so.
Wir haben gerade bis vor zwei Minuten noch hier irgendwelche HDMI-Kabel verdrahtet,
weil wir waren ja nun mal im Urlaub und da muss man ja auch alles wieder aufbauen.
Das ist die erste Live-Sendung und ich stelle mich kurz vor.
Mein Name ist Sebastian Stix.
Ich darf diesen Abend hier moderieren. Ich mache diesen Podcast seit ich bald,
ich glaube bald seit acht Jahren.
Ja doch, wir haben bald acht Jahre im Oktober.
Und ja, wir sprechen hier über BDSM, über Kink, über alles, was damit zu tun
hat und vor allem über die Menschen, die das leben, lieben,
ausleben, die das genießen können und die sich ja vor allem auch mitteilen können,
denn ohne die funktioniert dieser Podcast nicht, denn das hier funktioniert
nicht so, dass ich euch hier unterhalte.
Nein, in den Live-Sendungen kommt es auf euch an, denn ich möchte mit euch sprechen.
Ich begrüße ganz herzlich den Chat. Schön, dass ihr da seid,
auch so zahlreich die Menschen im Live-Stream, die direkt zuhören.
Ich begrüße aber auch die Menschen, die das Ganze ab Montag dann im Podcast hören.
Das Podcast, dem habe ich ja schon Hallo gesagt der himmelt es mich so schön an,
wunderbar und den Tonmeister der schwänzt heute mal wieder, der ist also heute
nicht dabei, das heißt, wenn der Ton irgendwie komisch ist für euch,
also Anrufer richtig laut, richtig leise, irgendwas ist ganz komisch liebes
Publikum im Chat, helft mir ein bisschen schreibt es in den Chat hinein,
dann können wir hier ein bisschen rumregeln
und ich zeige einmal den Podcast, guck mal, hier haben wir das tolle Mischpult,
dank der Hörerunterstützung.
Auf eins und zwei ist der Anrufer, da kannst du ein bisschen rumpegeln,
wenn du das möchtest oder wenn der Chat ist für notwendig erachtet.
Wenn sie dann zu laut sind, bist du heute schuld. Also liebes Publikum,
wenn der Ton heute schlecht ist, ist das Podcast zu mir schuld.
Wir haben ein heißes Wochenende vor uns, mal gucken, was da vorher alles passiert,
Okay, so, ich habe eine Kurzanleitung zum Thema Live-Sendung Wie funktioniert das Ganze?
Ihr Lieben, die es in den Chat geschafft habt, wunderbar Damit habt ihr schon
mal 80% dessen geschafft, was ihr schaffen wolltet und müsstet Und ja,
Live-Sendungen funktionieren so Es gibt ein Thema, das stelle ich gleich in Ruhe vor.
Und dann möchte ich mit euch sprechen. Das heißt, wir haben hier nicht allzu
viel Material, was vorbereitet ist, sondern das muss halt von euch kommen,
dass wir hier miteinander sprechen.
Das heißt, wenn ihr möchtet, ruft ihr hier einfach an. Die Nummer blenden wir
dann schön im Chat ein und ich sage sie auch noch tausendmal an heute.
Dann könnt ihr die Nummer wählen.
Wir picken dann einfach jemanden raus. Das funktioniert so, dass ich hier eine
Annahmetaste habe und dann kann ich Anrufer direkt in die Sendung holen.
Ihr könnt euch vorstellen, so anonym wie ihr mögt und dann sprechen wir ein
bisschen über das Thema.
Ihr müsst nicht mehr sagen, als ihr sagen wollt.
Natürlich stelle ich gerne die eine oder andere Frage, natürlich,
das ist meine Aufgabe, aber das ist ganz euch überlassen, wie weit ihr euch
da äußern möchtet und wie gesagt auch, wie anonym ihr sein möchtet.
Es wird hier niemand registriert gegen seinen Willen oder sonst irgendetwas.
Allerdings, wenn ihr nicht ganz anonym seid und ihr habt ein Benutzerkonto auf
der Podcast-Webseite, dann kriegt ihr von dem Podcast sowie dann nach dem Gespräch
das heißersehnte Gäste-Profil.
Und das ist dann der Bereich, der mit der Folge verlinkt wird.
Und da könnt ihr dann zum Beispiel entscheiden, dass ihr zum Beispiel irgendwelche
Social-Media-Profile oder einen kurzen Text oder sowas teilen möchtet,
damit Menschen euch auch finden, wenn sie euch nach der Sendung kontaktieren wollen.
Ist aber freiwillig und ihr könnt es vor allem jederzeit wieder ändern.
Das ist das Schöne daran. Ihr könnt auch im halben Jahr sagen,
Ach nee, ich möchte die Verbindung zu FetLife jetzt lösen und dann nehmt ihr die einfach runter.
So, Rubina schreibt schon, wäre ich nicht so verschnupft, würde ich auf jeden Fall anrufen.
Ganz ehrlich, schnupfen ist kein Grund, hier nicht anzurufen.
Wir haben tolle Filter, die den Klang soweit verbessern können.
Das glaubst du gar nicht. Wir können sogar schnupfen weitgehend entfernen.
So, jetzt muss ich mich mal ein bisschen strecken und recken.
Hier ist ja schon wieder vier Wochen her, die letzte Live-Sendung.
Und ja, liebes Publikum, ich habe echt keine Ahnung, wo die Reise heute hingeht.
Ich habe versucht eine Einleitung zum Thema zu schreiben, das ist mir mehr oder minder gut gelungen.
Also vorab schon mal, ich bin neugierig und lasse mich heute meine Meinung ändern,
also nehmt gern dran teil. Also, Thema FLR, Female Led Relationship.
Das sagt mir erstmal, wir haben es hier nicht unbedingt mit einem Kink an sich
zu tun, sondern mit einem Beziehungsmodell.
Die Frau entscheidet, der Mann folgt. Das ist die Kurzanleitung.
Naja, also ganz einfach, aber dann doch irgendwie wieder mal gar nicht.
Ich habe heute keine Einspieler mitgebracht und auch keine festen Telefontermine
ausgemacht. Das ist normalerweise relativ einfach.
Damit ist auf jeden Fall schon mal die erste halbe Stunde der Sendung geregelt.
Stimmt nicht ganz, denn um 19.40 Uhr habe ich dann doch noch einen Einspieler bekommen.
Aber diese Einleitung, die Notizen dafür habe ich mir schon gemacht.
Das heißt, wir tun jetzt erst mal so, als hätte ich diesen Einspieler noch nicht bekommen.
Ich weiß aber schon, dass meine Meinung, meine Perspektive in Teilen bereits widerlegt ist.
Trotzdem, ich traue mich nicht dazu zu sprechen, FLR.
Ich habe das mehrmals gehört vor dieser Sendung.
FLR als Thema, Sebastian, was traust du dir denn dazu?
Also, das ist jetzt spannend. Es wirkt beinahe so, als würde ich mit diesem
Thema in der Live-Sendung ein Tabu brechen.
Darüber spricht man, also der Mann mit Doppel-N, einfach nicht.
In meiner Vorstellung war FLR bislang so eine Art 24-7-Arrangement.
Vermutlich gar nicht so weit weg von TPE, also Total Power Exchange,
aber eben auch nicht dogmatisch, weil das so sein muss, sondern weil es sich
gut anfühlt. Ich stelle mir diese Beziehung auf eine besondere Art liebevoll vor.
Ich stelle mir Struktur vor, Stärke, Tiefsvertrauen, Dominanz,
Hingabe, Aufmerksamkeit und eben eine besonders klare Rollenverteilung im Schlafzimmer,
aber auch überall anders.
Dennoch, ich dürfte in den letzten Jahren mit ganz vielen Menschen sprechen
für diesen Podcast und einige davon haben auch FLR als Beziehungsmodell gewählt.
Fast alle davon wollten aber das bei der Podcastaufnahme nicht so eindeutig benennen.
Das Label FLR schien abschreckend zu sein. Femdom, TPE, 24-7,
alles okay, aber FLR lieber nicht im Podcast sagen und auch bitte nicht an die Folge schreiben.
Ich habe auch ein Zitat von einer Femdom aus einer Aufnahme vom letzten Jahr.
FLR, so krass sind wir dann doch nicht.
Das ist jetzt der Grund, warum wir heute sprechen müssen. Wo kommt diese Ehrfurcht
her, diese Ängstlichkeit?
Was definiert für euch FLR Rollen, Strukturen, Absprachen?
Wie weit kann und darf das gehen? Und unterscheidet es sich vom allgemeinen
24-7-Begriff überhaupt so sehr?
Wer lebt es und was macht für euch das Besondere aus?
Aber auch, liebt ihr das vielleicht schon und möchtet diesen Begriff lieber
nicht verwenden? Was stört euch an diesem Label?
Strebt ihr dieses Beziehungsmodell an? Habt ihr Erfahrungen?
Habt ihr Erfahrungen, die ihr vielleicht nicht wiederholen möchtet?
Wenn FLR eine Beziehungsform ist, dann ist es eine Form der Zuneigung,
der Liebe, eine Gemeinsamkeit, etwas Verbindendes.
Und ich würde mich freuen, heute die schönen Seiten aus erster Hand zu hören.
Ja, und wie immer versuche ich da vorurteilsfrei heranzugehen.
Wenn ich nicht brav bin, wird das Podcast so wie mich wahrscheinlich zur Verantwortung
ziehen, wie sie mich gerade angrinst.
Ich mag auf jeden Fall heute mehr erfahren von euch und ich mag mich auch begeistern lassen.
So, ich hoffe, ich habe das Thema halbwegs gut einleiten können.
Es ist gar nicht so einfach, das mal in Worte zu fassen, ohne dass es gleich
eine ganze Stunde geht. Ich könnte da ewig zu schreiben. Und ja...
James schreibt schon, in unserer Folge ist FLR sogar der erste Hashtag. Ja, James, das stimmt.
Da bin ich gespannt, wer und wie da wo spricht.
Ich kann natürlich nicht steuern, mit wem ich heute spreche.
Das heißt, heute habt ihr das in der Hand, also wenn euch das Thema wichtig
ist und ich weiß, das Thema ist menschenwichtig, dann meldet ihr euch und dann
sprechen wir miteinander.
Denn nur was hier gesagt ist, ist auch hier gesagt und kommt in der Folge vor
und ich hätte es tatsächlich heute gerne so bunt wie irgendwie möglich.
Ich überlege jetzt, liebes Podcast-Subi, wie probieren wir es?
Sollen wir jetzt erstmal die Nummer sagen und gucken, ob jemand anruft oder
wollen wir einfach mit dem Einspieler starten? Dann haben wir nochmal fünf Minuten. Nein?
Okay, wir probieren das. Okay, ich sag mal die Telefonnummer und das Podcast
so wie postet die Nummer.
Der ist nämlich schon wieder im Netz ganz woanders unterwegs.
Ah, da ist sie. Wunderbar, dann kann ich sie selber ablesen.
051019118952 ist die Telefonnummer. Die könnt ihr jetzt anrufen und dann kommt
ihr direkt zu mir und dann sprechen wir über das Thema.
Und jetzt lese ich schon im Chat von Chris FH, wieso sollte FLR als Tabuthema gesehen werden?
Ist nichts anderes als jede andere extreme Beziehungsform.
Mich würde da sehr die genannten Vorurteile interessieren.
Ja, das ist halt der Punkt. Ist es überhaupt ein Tabuthema oder ist das jetzt
nur mein persönlicher Eindruck?
Ist das vielleicht mein Bubble-Problem? Wir werden es sehen.
Es klingelt auf jeden Fall. Ich gehe mal ran und sage Hallo,
Sebastian hier. Mit wem spreche ich?
AnruferIn
Mit Severin. Hallo Sebastian.
Sebastian
Severin, hallo. Du rufst zum ersten Mal an?
AnruferIn
Ja, tatsächlich.
Sebastian
Wunderbar, herzlich willkommen in der Unvernunft.
AnruferIn
Ja, vielen Dank, dass wir anrufen dürfen.
Sebastian
Da haben wir alle was von. Wenn Menschen anrufen, dann kann ich mal kurz durchatmen,
weil andere Menschen auch sprechen. Und vor allem, es kommt was Spannendes.
Ja, Sivrin, du bist vermutlich, nein, fragen wir mal andersrum.
Ich spekuliere heute gar nicht. FLR, was hast du mit dem Thema zu tun?
AnruferIn
Ich lebe tatsächlich in der FLR.
Mit Kink und mit DS zusammen und mit 24-7.
Und das ist für mich auch das Spannende an dem ganzen Thema.
Ich glaube, dass FLR ganz viel Missverständnisse aufhört, wenn man das einfach
nur als Begriff in den Raum speist.
Sebastian
Gut, okay, dann ich werfe sie ja mal hin, FLR. Und jetzt, welche Vorurteile können es denn geben?
Ich habe ja gerade schon eins gesagt, ob das als Tabuthema vielleicht gesehen wird.
Wie siehst du das? Ist das für dich ein entspanntes Thema oder ist das was,
wo eine gewisse Portion ich sag mal, ja, Ehrwürdigkeit oder Respekt hingehört
oder ist es halt einfach ein Kink? Also wie empfindest du das?
AnruferIn
Ich würde es tatsächlich erstmal aufklappen, wie ich es verstehe.
Ja, bitte. Du hast es vorher so schön gesagt, ein Beziehungsmodell oder eine Beziehungsform.
Und das wäre auch für mich die erste Erklärung.
Und wenn man in den Foren immer wieder über FLR diskutiert, wird das sofort
mit irgendwem DS oder sonstigen Dynamiken verbunden.
Und das macht die Sache, glaube ich, missverständlich.
Für mich ist FLR erstmal nur, wie du es schon beschrieben hast,
die Frau führt und der Partner folgt.
Und das muss noch nicht mit King verbunden sein. Das kann eine ganz normale
Beziehungskiste sein, wo sie halt entscheidet und entweder vorher über das Thema
gesprochen wird, so ist es bei uns, aber die endgültige Entscheidung dann von ihr getroffen wird.
Oder, und das ist das, was sich wahrscheinlich auch viele Männer vorstellen,
es ist sofort ein BS- und BDSM-Thema.
Und da wird es kompliziert. Das ist es nämlich meines Erachtens nicht zwingend.
Sebastian
Ah, das heißt, ich habe hier einen zentralen Fehler begangen und das Ganze direkt
in die BDSM- und Kink-Ecke reingesetzt, obwohl es da gar nicht unbedingt hingehört?
AnruferIn
So ist es. Also das ist meine Meinung zumindest. Und ich habe jetzt in den ganzen
Diskussionen, die ich schon geführt habe,
auch da immer die Falle gesehen, dass hauptsächlich Männer in eine FLR-Beziehung
einsteigen wollen und dann anfangen zu unterstellen, dass es auch sofort was
mit DS und Kink zu tun hat.
Und dann gibt es FLR-Frauen, die ich kennengelernt habe, die sagen,
nee, ich will einfach nur eine Beziehungskiste, wo ich entscheiden darf.
Das heißt aber nicht, dass ich dich mit irgendwas bespiele oder irgendwie ein
DS-Konstrukt draus mache.
Sebastian
Okay, aber, hm, ja, jetzt bin ich ja dafür ein bisschen bekannt,
dass ich Begriffe öffne, dass ich zum Beispiel sage, Kink, das macht eigentlich
fast jeder, nur nicht alle wollen es auch so benennen.
Und wenn ich jetzt die Struktur mir so ansehe, dann würde ich halt schon sagen,
es hat zumindest mit DS sehr viel gemeinsam oder der Weg dahin ist nicht weit
oder siehst du das anders?
AnruferIn
Ja, also ich mache mal das ganz provokant an das auf.
Also ich glaube, dass ganz viele Beziehungen, die nichts mit BDSM zu tun haben, eine FLR sind.
Also ich habe eine Beziehung geführt, wo meine Frau mich tatsächlich geführt
hat. Das war aber nicht konsensual.
Das war auch nicht BDSM, das war einfach nur eine sehr starke Frau,
die meine Devotion genutzt hat, um eine Beziehung aufzubauen und ihre Entscheidungen
durchsetzen zu können bzw. durchsetzen zu wollen.
Und damit ist mein Bedürfnis von DS und Kink nicht befriedigt worden,
aber sie hat die Beziehung geführt.
Sebastian
Okay. Ist aber dann auch schwierig, weil auf der einen Seite,
das ist ja dann auch eine Frage, wie du es empfängst.
Und wenn du sagst, sie führt, dann könntest du das ja als das umdeuten,
was Kink für dich bedeutet. Also wo kommt der Unterschied?
Also ab wo wird es denn dann kinky? Hat das wirklich was mit den Praktiken zu tun?
AnruferIn
Also ja, also erstens wäre ich mal,
neugierig, ob FLR immer eine konsensuale Sache ist.
Du hast es in einem Spiel oder in einem Gang auch gesagt, dass es liebevoll sein muss.
Das muss es gar nicht. Also geführt werden kann auch ohne Liebe.
Die Beziehung oder FLR ist einfach nur für mich meine Definition,
dass einer die Führung übernommen hat.
Und da gehört nicht grundsätzlich dazu, dass es konsensual Und es gehört auch
nicht dazu, dass es unbedingt liebevoll sein muss.
Aber wenn die zwei Sachen dazugehören, konsensual und liebevoll,
dann ist es schon sehr nah beim DS.
Weil dann kann man sagen, gut, die Frau hat eine dominante Art von Führung und
der Gewode lässt sich ganz führen. Und dann wird es wieder kinky.
Sebastian
Ja, okay. Ich überlege gerade, ob ich hier den maximalen Fauxpas gesehen habe,
weil ich natürlich mit meiner BDSM-Brille überall BDSM sehe und vermute.
Auf der einen Seite. Auf der anderen Seite ist es ja, vielleicht fangen wir mal vorne an.
Das hat nämlich hier im Chat, ich glaube, The Raven war es, hat gefragt,
was ist denn, ist mit Führen überhaupt denn gemeint?
Also was meinst du mit Führen tatsächlich? Was ist das für dich?
AnruferIn
Ja, ich würde es tatsächlich an unserer Beziehung mal festmachen.
Sie sind ja alles nur Einzelmeinungen. Ich will das auch nicht generalisieren.
Aber für mich ist Führen, dass wenn eine Entscheidung zu treffen ist oder wenn
irgendeine Wegabzweigung vor uns ist, dass die Frau dann die Entscheidung trifft,
in welche Richtung wir weitergehen oder mit welcher Entscheidung wir dann weiterleben.
Das ist erstmal die Führung. Und das kann man natürlich aufspalten,
zu sagen, wann und was wird vor der Entscheidung in der Partnerschaft gemacht.
Natürlich ist es bei uns so, dass wir vor der Entscheidung sprechen, uns austauschen.
Aber die Führung bedeutet dann, dass sie die Entscheidung trifft und dann auch die,
Partnerschaft in die Richtung führt.
Sebastian
Ich ärgere mich schon selber über das, was ich jetzt gleich sagen werde.
In dem Moment, wo ich in einer Beziehung die Rollen so verteile und das auch,
konsensual ausspreche und da einwillige, habe ich da nicht automatisch ein Gefüge,
was im BDSM ein DS-Gefüge wäre?
AnruferIn
Doch, das ist das, was ich vorher versucht habe deutlich zu machen,
wenn es konsensual ist und wenn das wirklich auch liebevoll oder wertschätzend
gemacht wird, dann ist es für mich tatsächlich so DS wie ich DS mir vorstelle.
Sebastian
Okay, ja. Also dann ist es ja dann doch eigentlich schon wieder im BDSM-Spektrum irgendwie drin, ne?
AnruferIn
Ja, aber wenn man jetzt das Wort FL oder die Worte FL hat, definierend so wie
ich es mache, dann muss es nicht konsensual oder liebevoll oder wertschätzend.
Sebastian
Okay.
AnruferIn
Dann wird halt geführt.
Sebastian
Okay, ja, das ist aber dann, ist das dann auch das, was du suchst?
Also wenn du sagst, das ist ja nicht liebevoll, das ist das Gegenteil,
lieblos, ist das dann ein Beziehungsmodell, was du suchst?
Also ich meine, das ist dann FLR, aber eigentlich ist das auch nichts, was du haben möchtest.
AnruferIn
Genau, also ich lebe das so, wie ich es haben möchte. Und das ist für mich auch
das DS, wie wir es uns vorstellen, meine Partnerin und ich.
Und von dem her ist das dann auch eine FLA, wie ich mich wohlfühle,
weil das DS dabei ist und weil es für mich auch passt. Ich will vielleicht noch
mal eins aufgreifen, was vielleicht fehlen könnte, was ich auch oft in Diskussionen gehört habe.
Da gehört noch nicht dazu, dass man dann irgendwie mit BDSM spielen weitermacht.
Also da gehört nicht Schlagen dazu, da gehört nicht irgendwie Schmerz oder...
Perniedrigung dazu, das gehört für mich nicht in der FLR zwangsläufig mit rein.
Sebastian
Ja, das sehe ich aber auch nicht als zwangsweise bei BDSM-Praktiken allgemein.
Das sind halt sehr häufige Praktiken, aber sie sind nicht zwangsweise dabei.
Also ich sehe halt immer so, Kling fängt so ein bisschen da an,
wo ich mit Macht anfange zu spielen.
Wo ich sage, okay, wir erklären jetzt, dass jemand Recht hat.
Ob das so ist oder nicht. Und dann kann sich daraus eine Dynamik entwickeln
und dann kann das auch tatsächlich wirklich in eine klassisch SM-ige Richtung gehen.
Muss es aber nicht. Und es gibt, glaube ich, auch ganz viele Menschen,
die total viel BDSM machen, wo einfach diese klassischen Praktiken gar nicht dazugehören.
Es ist immer so eine Frage, möchte ich mich dann dazugehörig fühlen oder nicht?
Ich glaube, das muss dann jeder für sich selbst entscheiden.
AnruferIn
Das würde ich vielleicht gerade nochmal aufgreifen. Ich glaube,
dass da Männer teilweise enttäuscht werden.
Zumindest das, was ich in nahe Bekannten auch erlebt, dass die Frauen das so
sehen, wie du es gerade beschrieben hast, dass Machtgefälle da ist und dass
DS da ist und die Männer aber zusätzlich noch SM dazu denken.
Dann kommt ein Missverhältnis aus. Dann ist die Frage, was muss die führende
Person noch zusätzlich leisten, wenn das Bedürfnis bei Devoten dann auch noch in den SM reingeht.
Sebastian
Lass mich mal den umgekehrten Weg nehmen. Man ist in einer Beziehung auf Augenhöhe
und fängt mit dem ganzen Kinkzeug an und landet dann nach 1,
2, 3, 4, 5 Jahren bei etwas, wo man FLR dran schreiben könnte.
Also das ist nämlich eher so die Perspektive, die ich persönlich sehe.
Also ich suche nicht dieses Beziehungsmodell, sondern ich rutsche da in meinem
bestehenden Beziehungsmodell mehr oder minder schnell oder stark rein.
Natürlich, das kann sein, bei manchen dauert das zwei Wochen,
bis sie an diesem Punkt sind, bei anderen dauert es zehn Jahre,
aber der Weg ist halt ein anderer.
Das heißt, das BDSM-Kink ist da und FLR wäre dann ja nur die konsequente Steigerung
oder die konsequente Benennung des Ganzen.
AnruferIn
Ist das.
Sebastian
Auch ein Weg oder ist das was anderes.
AnruferIn
Das glaube ich schon das wäre für mich auch ein passender Weg wenn man merkt,
das DS-Thema rutscht dann quasi weil die Partnerschaft und die Beziehungssituation
das auch anbietet in der FLR rein ganz klar.
Sebastian
Jetzt hast du ja jetzt haben wir ja quasi die Vorarbeit erst gemacht mich würde
aber interessieren wie fühlt sich so eine Beziehung an.
AnruferIn
Für mich perfekt. Also da kommst du jetzt in eine Richtung, was ist mein innerer
Treiber und was ist der innere Treiber von meiner Partnerin und die passen halt perfekt zusammen.
Also ich lasse mich liebend gern führen. Ich habe keine Lust,
Entscheidungen zu treffen.
Ich kann das, ich habe es im Beruflichen auch lang gemacht, aber ich brauche
zu viel Energie oder ich will mir die Energie nicht antun, das zu machen und
bin deswegen super dankbar, dass ich eine Partnerin habe,
die genau andersrum sich nicht führen lassen will, sondern gerne Entscheidungen treffen möchte.
Und dann ist es für mich ein perfekter Match an der Stelle.
Sebastian
Okay, und die BDSM-Elemente, die sind für dich, ja, jetzt hast du sie ja gefunden, sage ich mal.
Was machen die, verstärken die das oder sind die so ein eigener Kink, sage ich mal?
AnruferIn
Ich glaube, das gehört bei uns dazu. Also das DS-Thema ist das,
was dauerhaft und tagtäglich funktioniert und auch immanent vorhanden ist.
Und dann gibt es Phasen, wo das SM oder das BDSM-Thema dazukommt.
Entweder wenn wir auf Partys gehen oder wenn wir Gäste eingeladen haben oder
wenn wir einfach auch für uns zusammen Lust haben zu spielen.
Und dann geht es in die Richtung weiter. Aber es ist jetzt kein tag-hägliches
Head-on zu dem Feller-Thema oder BDS-Thema.
Sebastian
Ja, und jetzt habe ich natürlich die Frage, nein, erstmal eine eine Frage,
also es gibt jetzt die Definition 24-7 im BDSM-Kontext, ich weiß, ich habe heute schon,
mich an anderer Stelle so geäußert, dass da Menschen gesagt haben,
na, der Sticks, da hat er nicht ganz aufgepasst.
Also ist es vergleichbar mit 24-7 in einer beliebigen BDSM-Konstellation oder
geht es dann doch weiter oder ist es doch was anderes irgendwo?
AnruferIn
Du meinst jetzt unsere FLR-Beziehung mit dir?
Sebastian
Also wenn ich jetzt einfach mal vergleiche das mit jeder anderen Geschlechterrolle
und sage, ich mache, oder auch ihr beide, Ich schreibe 24-7 dran und dann ist
das halt auch als eine der Regeln festgelegt.
Also gibt es da einen Unterschied oder ist das einfach nur eine Wortabkürzung,
um die Tragweite zu erklären?
AnruferIn
Ja, also vielleicht, ich hoffe, ich treffe die Antwort auf deine Frage.
Also bei uns ist es noch stärker reglementiert durch tatsächlich festgelegte Regeln.
Also wir haben, als Beispiel, ich sieze meine Partnerin nur immer,
bis auf ganz, ganz wenige Ausnahmen in der Öffentlichkeit und auch privat.
Ich esse nie am Tisch, üblicherweise, sondern immer auf dem Boden.
Also es sind schon solche eingespielten Aspekte in unserer Beziehung,
die das 24-7 auch nach außen darstellen.
Jetzt nicht für Externe, aber für uns in der Partnerschaft auch immer wieder klar wird.
Also es ist schon mehr als nur, dass meine Partnerin unsere Beziehung führt.
Es ist auch ganz viel mehr durch die Regeln, die dazugekommen sind.
Sebastian
Okay und wo ist so die Grenze, wo habt ihr definiert, so weit geht es,
aber da ist dann jetzt auch, ja da ist der Schluss, also da endet dann,
ich sag mal, die Kompetenz von ihr über dich,
Puh, ähm.
AnruferIn
Sie hört leider zu.
Sebastian
Was heißt ja leider? Das ist doch toll.
AnruferIn
Ich muss jetzt aufpassen, was ich sage.
Sebastian
Also Grüße, sie darf auch gerne selber nochmal anrufen und dann kann sie dich
auch korrigieren. Das ist überhaupt kein Problem.
Nein, aber sie gehört ja auch dazu, dass man irgendwo sagt, okay,
in dem und dem Bereich und so und so weit, aber da reicht es dann auch vielleicht.
AnruferIn
Also tatsächlich habe ich den Vorteil und das Glück, dass meine Partnerin eine
sehr, sehr weitsichtige Frau ist und deswegen auch in der Entscheidung meine
Aspekte immer gut mitnimmt.
Und deswegen habe ich eigentlich nie das Gefühl, dass ich mich durchsetzen muss
und über ihre Entscheidung hinweggehen muss.
Aber es gibt natürlich Themen aus meinem familiären Kreis, wo ich sage,
da würde ich schon mehr als nur eine Meinung einstellen wollen.
Da würde ich auch irgendwann mal ein Veto einlegen wollen, was aber in den letzten
drei Jahren noch nie passiert ist.
Sie dann meine Aspekte einfach in ihre Entscheidung so mit aufnimmt,
dass ich dann am Ende doch wieder gut mitleben kann.
Sebastian
Ja, da höre ich jetzt auch ganz viel Vertrauen einfach raus und es gilt,
also wenn ich FLR im BDSM-Kontext betrachte, dann gibt es natürlich immer die
Möglichkeit zu sagen, im Moment der Consent endet an dieser Stelle und dann
muss man da nochmal verhandeln und was ändern,
das ist ja immer möglich, sage ich mal, oder ist das bei dir nicht möglich?
AnruferIn
Wir haben das besprochen, also wir haben Ritter und das ist natürlich möglich.
Also es gibt immer die Möglichkeit, dass ich sage, es ist eine Stelle,
da geht es nicht mehr weiter und da ist unsere Beziehung auch stabil genug.
Und das stelle ich bis jetzt, dass dir das aushält. Aber wie gesagt,
ich habe es noch nicht, also es ist wie beim Seifort, ich muss einfach noch nie ziehen, das Thema.
Sebastian
Ja, das spricht für Sie.
AnruferIn
Toll. Ja, definitiv, sonst wäre ich nicht mit dir zusammen.
Sebastian
Okay. Sonst wäre ich, das klingt doch schon fast wie eine Drohung.
Ich will dich gar nicht um Kopf und Kragen, um Gottes Willen.
Ich finde das total toll, dass du das hier äußerst und dich gemeldet hast.
Wenn du möchtest, kannst du noch was hinzufügen. Ansonsten würde ich mal hören
wollen, was andere zum Thema sagen.
AnruferIn
Ich bin gespannt, dass Sie an uns zeigen. Deswegen bin ich froh und dankbar,
dass ich durchgekommen bin und dass ich was zeigen durfte.
Aber ich bin auch total gespannt, dass Sie an uns zeigen. Ich will da Raum lassen.
Sebastian
Wunderbar. Hab einen wunderschönen Abend. Und einfach, dass du ganz tolle Zeiten
mit deiner Partnerin erlebst. Mach's gut.
AnruferIn
Ja, danke schön.
Sebastian
Tschüss.
AnruferIn
Tschüss.
Sebastian
Also, das war Severin. Und ein schöner Beitrag.
Und ja, da merkt man wieder das Bubble-Problem. Ich habe immer nur gesehen,
wie Menschen in eine Beziehung reingehen, die kinky ist und dann irgendwann
kommt das Label FLR dazu, dass man das auch völlig andersrum betrachten kann,
war mir nicht bekannt, aber ja klar, warum nicht?
Also wie da die Partnersuche genau abläuft, das weiß ich nicht,
aber da können ja Menschen was erzählen und ich weiß, hier hat eben eine Person
versucht anzurufen, deshalb gebe ich dir doch mal die Gelegenheit.
Die Telefonnummer, wenn ich sie selber finde, ist die 051019118952,
da könnt ihr jetzt anrufen und dann sprechen wir miteinander.
Da klingelt es tatsächlich wie aufs Kommando. Ich bin begeistert.
Hallo, Sebastian hier. Mit James spreche ich.
AnruferIn
Hi, Rubina hier.
Sebastian
Hallo, sehr schön, dass du anrufst. Ich bin gespannt. Man hört es gar nicht,
was du eben im Chat erwähnt hast.
AnruferIn
Es hat sich doch passiert. Meine wundervolle Partnerin hat sich gerade mit dir
versorgt und du bist dann halt einfach mit Schuld an jedem Huster,
den du rausschneiden musst.
Sebastian
Ich schneide keine Huste raus, das ist eine Live-Sendung. Nein,
ein bisschen was mache ich da schon.
Ja, FLR, wir sprechen drüber. Was möchtest du zum Thema sagen?
AnruferIn
Ich möchte auch noch mal so ein bisschen betonen, dass es ja nicht automatisch
ein extremes Spiel oder Machtgefälle ist, nur weil da jetzt plötzlich eine Frau
oben ist oder ein Nicht-Mann diese Beziehung anführt,
sondern einfach nur halt das...
Generelle Rollenverständnis angegangen wird und halt einfach,
da die eine Person die Hosen anhat und mehr Bestimmungsrecht hat und sagt,
was es zum Abendessen gibt,
das passiert ja auch schon in vielen Vanilla-Beziehungen und ich kenne das auch
an irgendwie freundschaftlichen Haushalten, dass da halt so grundsätzlich,
ja, die Frau das Sagen hatte und dass das dann halt aber auch nicht so frauenfeindlich, misoginistisch,
patriarchal abgewertet wird
und gesagt wird, der hat halt so einen Hausdrachen, sondern halt einfach,
nee, wir haben uns bewusst dazu entschieden.
Bei uns hat diese Person einfach mehr Kontrolle, mehr Macht,
mehr Entscheidungsgewalt, das letzte Wort, oder auch einfach mehr Organisations-,
Planungs- und Beziehungstalent.
Also vielleicht geben wir ja die Kontrolle auch einfach an die Person,
die mehr Freude daran hat, Dinge zu organisieren und zu planen und dafür zu
sorgen, dass es ganz viel partnerschaftliche Zeit gibt und dass das das richtige
Essen auf dem Tisch gibt.
Und eine Person, die einfach viel mehr Freude daran hat, Dinge zu bestimmen
und eine Person, die toll findet,
diese ganze Entscheidungsarbeit auch mal jemandem anderen zu übergeben.
Sebastian
Ja, ja,
Jetzt, ja, kann ich nachvollziehen.
Für mich ist halt eine Beziehung erstmal eine Sache unter Gleichberechtigten.
Und ja, jeder hat so ein bisschen mehr Kompetenzen in dem einen Bereich als in dem anderen Bereich.
In einer Beziehung verteilt sich das ja dann früher oder später so ein bisschen.
Dann lerne ich auch zum Beispiel, wenn es darum geht, den richtig guten Urlaub zu planen.
Das übergebe ich an das Podcast Subi, weil die unglaublich gut darin ist,
die Sachen zu finden, die toll sind.
Und dann hat man früher, später hört man dann auf, selber auch zu suchen,
sondern man stellt halt fest, das ist ihre Kompetenz.
Wenn ich jetzt FLR sehe, also mal eine ganz böse Frage.
Ist das einfach das umgekehrte Rollenbild aus den 1950er, 60er Jahren?
Und deshalb ist es was Besonderes, weil wir das so über Sozialisation,
über unsere Eltern und Großeltern vielleicht noch eingeimpft bekommen haben.
Ist das vielleicht der Punkt, der die Sache zu einer Sache macht?
AnruferIn
Teilweise. Ich kenne es da aus verschiedenen Ebenen.
Also ich kenne sowohl die Webseiten, die dann so female supremacy sind und die
dann auch besonders, ich sag jetzt mal, mit dem weißen Feminismus unterfüttert,
um ein bisschen politischer zu werden.
Dann halt sagen, Frauen sind die rationaleren und besseren Menschen und deshalb
sollten Männer raus auf Führungspositionen, Frauen an die Macht,
das wird eine bessere Welt geben.
Das gibt es einerseits und dann gibt es andererseits halt mehr so den Stil, den ich führe von,
naja, es passt halt einfach zu mir und ich mache das gerne und ich rutsche relativ
automatisch in eine solche Position, mache das aber auch mit einem feministischen
Gedanken und versuche halt nicht,
einfach das Patriarchat umzudrehen, aber,
dann den beschämenen Sexy Faktor daran zu haben von du schwaches, demütiges,
Mannwesen du unterliegst mir jetzt und es ist das Kribbelige an unserer Partnerschaft,
dass ich jetzt hier das Sagen habe, sondern es ist halt einfach eine andere
Form von Partnerschaft.
Und wir benennen das teilweise, damit wir halt uns bewusst sind,
dass wir mit Machtstrukturen brechen.
Aber für uns ist es halt einfach natürlich, dass ich für dich sorge,
dass ich dir mal Blumen mitbringe, dass ich ein bisschen über deine Zeit bestimme,
dass ich im Restaurant auch mal dich einlade.
Und wenn das dann wieder in die DS-Komponente oder Find-Norm-Komponente ist,
dass ich das mit seiner Karte-Tour das bezahlen.
Es ist trotzdem ein Brechen mit den Rollenkonventionen in einem öffentlichen
Raum zu sagen, ach, die Blumen sind für ihn und ich lade ihn heute ein.
Sebastian
Okay, jetzt habe ich natürlich ein Problem. Diese traditionellen Rollenbilder sind,
Also die jungen Generation, jetzt zähle ich mich mal ganz frecherweise dazu,
die sind gar nicht so präsent.
Also ja, man sieht sie noch, man guckt in die Politik, alles alte weiße Männer
und ich selber bin ja auch der alte weiße Mann inzwischen, Gott.
Aber das ist so für mich so von gestern.
Also als wir eine Kanzlerin als Frau hatten, dann war das an der Stelle einfach
nichts besonderes, sondern das war halt okay, diese Person macht jetzt diesen
Job, Punkt. Die arme Frau hat diesen Job am Hals.
Es ist natürlich was Besonderes, wenn man das mal über die letzten 50 Jahre mal betrachtet, klar.
Aber jetzt ist natürlich die Frage, wenn ich jetzt als junger,
aufgeklärte, BDSM-ige Person sage, oh, ich erhebe das jetzt auf diese,
sag jetzt, das ist ein gesellschaftliches Ding, dann mache ich doch meinen persönlichen
Kink damit irgendwie kaputt oder nicht.
AnruferIn
Für mich ist es teilweise eine Befreiung, halt nicht die folgende Hausfrau zu
sein und nicht auch das Voranschreiten einer Beziehung daran festzumachen,
ob der Mann jetzt mir einen Antrag macht, sondern einfach,
ich bin diejenige, die auf Menschen zugeht.
Ich frage nach Dates, ich flirte sehr aggressiv, beziehungsweise sehr,
ich werfe nicht nur Zaunfehler, ich werfe Blockhäuser.
Ich hole sehr aktiv Konsens ein, weil Menschen, die zu gewöhnlich nicht um ihren
Konsens gebeten werden in solchen Flirtsituationen.
Und ich bin dann halt auch diejenige, die irgendwann sagt, hey,
wollen wir unser Beziehungsflavor auf irgendwas ändern?
Das sind ja alles Sachen, die sonst eher Männern überlassen werden in der Beziehungsführung.
Sebastian
Ist das so?
AnruferIn
Es gibt dieses Skript Viele von uns haben das erlebt Manche bestimmt nicht Ich
kenne es, dass ich damit sehr überrasche Und sehr verwirre,
Und ich zähle mich deshalb zu Tendenz, Female-Lat-Relationship zu führen.
Das ist ganz toll, wenn man in Kreisen lebt, in denen das nicht so außergewöhnlich ist.
Ich merke, in meinen Kreisen bin ich damit außergewöhnlich oder stoße ich damit an.
Und finde das aber auch gut, weil ich damit vielen meiner Beziehungspartnern
eine vulnerablere Situation geben kann.
In der Situation, in der sie vulnerabler sein können, in der sie ganz anders
in einer Beziehung arbeiten und reagieren können, weil viel von der Aktion,
von dem auf mich zugehen wegfällt, weil ich auf sie zugegangen bin und ich sie ganz anders behandle.
Eine andere Art der Augenhöhe fast schon.
Sebastian
Okay, pass auf, ich nehme jetzt mal den Chat mit rein, hier von Brad Apfel,
oder Brad Apfel, ich weiß es immer nicht, wie ich es aussprechen soll,
den Gedanken hatte ich nämlich auch gerade,
jetzt muss ich ja mal hochscrollen, der Chat ist so aktiv heute,
hervorragend. Ich glaube,
wenn man, ich zitiere jetzt mal, ich glaube, wenn man seine Beziehung Female
Led Relationship nennt, ist das fast immer auch Genderplay, also ein Spiel mit
Geschlechterrollen, wo das Geschlecht aller Beteiligten eine Rolle spielt und
den Reiz am King mit ausmacht. Unterschreibst du das?
AnruferIn
Ich für mich ja. Ich kenne aber auch Female Left Relationship,
wie es in der Cosmopolitan oder in der Vogue beschrieben wird.
Und auf so richtig Vanilla-Seiten, irgendwelchen fast schon esoterisch angehauchten
Portalen, wie dann so mit Leife ihn mit Mach deiner Joni und wie gesagt, Female Supremacy.
Also ich persönlich sehe das als festen Teil meines Kings an.
Ich sehe mich aber auch als Lifestyle-BDSM-Berin an und sehe deshalb fast alles,
was ich tue, als irgendwie BDSM-Berin an.
Aber ja, ich stimme Red Up Band natürlich in sehr, sehr vielen Dingen zu und
Grüße und Herzen und Umarmungen gehen raus.
Sebastian
Ja, die Frage ist ja, ob wir da nicht innerhalb der BDSM, innerhalb der King-Community
da nicht schon zu großen Teilen drüber hinweggekommen sind, dass wir da,
klar, man kann damit spielen, aber brauchen wir da diese Abgrenzung eigentlich noch?
Denn ich sag mal ganz ehrlich, das Stereotyp der dominanten Frau,
das ist so, also die Domina, um das jetzt mal so zu nehmen, das ist ja schon
ein Bild, das ist ganz oft das erste Bild, was Menschen in Verbindung mit BDSM
mal kennengelernt haben.
Dafür hat halt die Medienkultur in diesem Land dafür halt gesorgt,
und zwar für die Werbung abends.
Also es ist immer so ein Punkt, also pass auf, ich wechsle einfach mal ein bisschen rüber zu,
wie lebst du es aus im Bereich Kink, also was macht es da, das Besondere aus
innerhalb der Kink-Community,
weil da müsste sich das ja eigentlich so grob 50-50 verteilen,
also mal führt der Mann, mal führt die Frau,
nicht unbedingt die Beziehung, aber zumindest das DS und BDSM-Gefüge und das ist so halbe-halbe.
Kommt das etwa hin für dich? Und dann wäre ja wirklich FLR in dem Kontext nur
eine besondere Zuspitzung des Ganzen.
AnruferIn
Ich glaube, das würde ich fast schon wieder voneinander trennen.
Nur weil jemand eine sadistische Seite hat, heißt das ja nicht,
dass die Person außerhalb der Session in irgendeiner Weise,
nicht auf Augenhöhe Beziehungsentscheidungen oder Beziehungsarbeit leisten möchte.
Und selbst eingefleischte Fandoms können vielleicht sagen, ich möchte bei der
Einkaufsliste und bei der Urlaubsplanung gerne Augenhöhe haben.
Also ob Menschen ihr BDSM aus dem Schlafzimmer oder Couchbereich oder wo auch
immer die Menschen spielen,
heraus in den Alltag gleiten lassen, in die Beziehungsebene,
in die Kommunikationsebene, in die Planungsebene.
Das ist ja nochmal total davon verschieben, ob sie überhaupt BDSM-er sind.
Sebastian
Ja, aber das wäre ja, wie gesagt, das wäre eine konsequente Weiterentwicklung.
Wenn man gesagt hat zum Beispiel Beziehung Femdom basierend,
dann fange ich an, das auszuweiten, dann kann ich irgendwann sowas wie 24-7
dran schreiben und dann wäre FLR eine Steigerung.
AnruferIn
Ich sehe FLR nicht automatisch als 24-7 an.
Sebastian
Okay, da bin ich gespannt, weil das heißt ja, dass der Modus operandi pausiert.
AnruferIn
Nehmen wir es jetzt mal aus dem Kink raus. In einer ganz, ganz normalen,
Zwei erwachsene Menschenbeziehungen. Wird es immer eine Person geben,
die vielleicht ein bisschen lauter ist oder ein bisschen entscheidungswilliger
oder durchsetzungsfähiger?
Und wenn das die Frau ist und wenn die beiden beteiligten Menschen sich darüber
bewusst sind und das freiwillig annehmen, dann würde ich das als Female-Let-Relationship ansehen.
Und dann muss das nicht 24-7 sein, sondern dann kann das wirklich sein,
Ich entscheide, wo wir jetzt einsetzen gehen und die andere Person ist,
ja, Schatz, wie immer Schatz und ist damit halt auch glücklich.
Sebastian
Aber wenn es umgekehrt wäre, dann wäre das ja ein Beziehungsmodell,
was nicht so, das wirkt dann sehr altbacken, sehr traditionell und das sieht
dann aus, als gehöre das so nicht.
Das ist ja nicht sehr modern und nicht sehr aufgeklärt.
AnruferIn
Ich glaube, es gibt halt auch nochmal, also wenn wir eine große Skala haben
und irgendwo auf der einen Seite ist 1950er Haushalt,
wo der Ehemann psychische und körperliche Gewalt nutzt, um seine gesamte Familie
unter der Knute zu haben.
Und irgendwo auf der anderen Seite ist eine Female Left Relationship,
wo der Mann ein Sprechverbot hat, dann gibt es dazwischen ja auch immer noch
irgendwas, was wir als patriarchales Normal empfinden.
Sebastian
Jetzt muss ich ja doch wieder so ein bisschen den Sprung Richtung King und BDSM zurückfinden.
AnruferIn
Gerne.
Sebastian
Ich merke ja schon, das ist groß. Und wir sprechen jetzt auch schon wieder relativ
lange. Ach Gott, die Zeit vergeht heute, das ist Wahnsinn.
Aber es ist gut, dass wir das mal klären.
Jetzt nehme ich trotzdem mal diesen Fall. Also ich kenne in meiner BDSM-Bubble,
kenne ich Paare, da ganz klar sie dominiert und dann gibt es andere,
wo sie sagen, nee, wir leben eine FLR-Beziehung.
Ich bin mir noch nicht ganz klar, wo der Unterschied herkommt,
auch was ich eben zitiert habe, dass wirklich jemand gesagt hat bei einer Aufnahme,
nee, FLR, so krass sind wir dann doch nicht.
Also das wurde wirklich von der
dominanten Frau als eine arge Steigerung empfunden, die sogar abschreckt.
Hast du eine Ahnung, wo das herkommt oder wie man das empfinden kann?
AnruferIn
Das ist natürlich ein Papus-Thema. Also gesellschaftlich sind wir ja schon darauf
getrimmt, dass entweder Augenhöhe oder Tendenz der Mann gibt den Ton an.
Wir bemühen uns natürlich um Augenhöhe und das ist jetzt so das gesellschaftliche Ziel auch.
Aber dass das Normale halt irgendwo zwischen Augenhöhe und der Mann führt.
Und dann explizit zu sagen, hier hat die Frau die Hosen an.
Das endet dann halt irgendwo zwischen Female Lab Relationship und die Olle der Haustrache.
Sebastian
Gut, aber jetzt bist du ja wieder im allgemeingesellschaftlichen Thema.
Jetzt gehe ich ja in den Bereich Kink und BDSM wirklich rein und sage,
okay, das wird als Steigerung von 24-7 zwischen Femdom und Mailshub gesehen.
Und diese Steigerung, ich habe echt versucht, vor dieser Sendung mal rauszufinden,
warum wird das so betrachtet.
Aber ich konnte eigentlich keinen Anhaltspunkt dafür sehen, außer dass alle
immer sagen, Das heißt alle, aber das, was ich gefunden habe,
da heißt es immer, nee, also das ist dann doch zu krass, so krass sind wir nicht.
Und da ist so eine gewisse Ehrfurcht vor, ich weiß nicht, was es ist.
Und das verstehe ich nicht.
Und zwar im Bereich, das ist eine Steigerung von unserem Kink-Life.
AnruferIn
Ich kann nicht für andere Menschen sprechen. Ich merke aber,
wenn du es jetzt mit mir besprichst, auch den leichten Unterschied zwischen
High-Female-Leg-Relationship und 24-7.
Ich glaube, 24-7 nehme ich noch eher als etwas wahr, was ich halt mit einem
einfacheren Konsensgespräch auf eine geringere Zeitspanne runterbrechen könnte.
Also ich kann sagen, wir machen dieses Wochenende oder diesen Urlaub, machen wir das mal.
Eine ganze Beziehung darauf einzustellen, ist natürlich viel umgreifender.
Das braucht ja viel mehr Nachgespräche, das braucht viel mehr Check-ins.
Und da müsste ich mir viel mehr Gedanken darüber machen, wie gebe ich jetzt
einen Raum für kurzzeitige Augenhöhe, damit wir hier in einen Austausch kommen,
ob es der anderen Person noch gut geht.
Wie stelle ich sicher, dass meine Macht, die ich habe, dazu beiträgt,
dass der Mensch wachsen kann in unserer Beziehung.
Und dieses Label zu benutzen, ist, glaube ich, härter, als das in eine Spielart
zu fassen, wo ich mehr das Gefühl habe, Aber das ist jetzt kontrollierbarer
bei Session oder bei kurzzeitig.
Sebastian
Chris FH hat es gerade im Chat geschrieben. Das hat vermutlich damit zu tun,
dass es die Personen dann als weibliches TPE sehen. Kommt das etwa hin?
AnruferIn
Ja.
Sebastian
Ah, okay. Jetzt haben wir den Punkt. Danke, Chris.
AnruferIn
Danke, Chris.
Sebastian
Ja, okay. Das ist natürlich ein TPE. ist dann wieder eine Praktik,
auch generell im Kink-Bereich, die schon so, oh, das ist aber krass,
gesehen wird, ne, wobei natürlich macht jeder draus, was er draus machen möchte
und man verhandelt ja immer dann auch was man da machen mag, hui,
Robina, ich merke, das ist ein Thema, das ist beinahe ein bisschen zu groß für
einen BDSM Podcast, aber das macht nix, der Herausforderung muss man sich halt
manchmal einfach stellen, ne ähm,
okay ähm.
AnruferIn
Vielleicht hat jemand außer mir noch diese ganzen Cosmopolitan und so Vanilla-Artikel
besser in Erinnerung, weil wie gesagt, das Thema war in den letzten zwei,
drei Jahren auch groß in der Vanilla-Welt.
Und weil du es vorhin erwähnt hast mit dem Bild als Dominar,
wenn du jemals für eine April-Scherz-Folge einen Einspieler aller Ruf-nich-an
draufst, sag gerne Bescheid.
Sebastian
Ja, ich glaube, das ist der eine Satz, der in diesem Podcast auf der Blacklist steht.
Der kann nur im Satire-Kontext kommen. Anders funktioniert das leider nicht.
AnruferIn
Das war der April-Folge, ne?
Sebastian
Ja, der 1. April ist ja zum Glück schon rum. Ich habe ja jetzt noch ein gutes
Jahr Zeit, mir was zu belieben. Ich glaube, wir haben noch nie einen April-Scherz
in diesem Podcast gemacht.
Verdammt. Ich sollte auch nie am 1. April eine Folge machen,
weil sonst ahne ich, dass das Podcast so wie Unglück über mich bringen wird.
Und das traue ich ihr ohne weiteres zu. Sie schaut so niedlich drohend.
AnruferIn
All the power to the breath.
Sebastian
All the power to the breath. Oh Gott.
Ich glaube, wir müssen uns jetzt verabschieden, sonst redest du mich heute noch
um Kopf und Kragen. Aber Rubina, vielen, vielen Dank.
Ich nehme das alles mal so mit. Und ich bin sehr gespannt, was noch andere Menschen sagen.
Wie gesagt, möglichst bunt soll das heute Abend werden. Und vielen, vielen Dank.
Und wir schauen mal, was der Abend noch so bringt. Aber das ist auf jeden Fall
auch wieder eine Erweiterung der Perspektive und da können wir einfach mal gucken,
ja wo kann man auch googeln, Cosmopolitan und Co. gebe ich zu,
sind nicht die Blätter, die ich jetzt hier lese.
Vielleicht hätte ich da vorher mal reinschauen sollen. Naja,
hab eine schöne Zeit, hab einen schönen Abend und gute Besserung.
AnruferIn
Ciao, ciao.
Sebastian
Tschüss.
So ihr Lieben, das war Rubina und sie muss heute ein bisschen rumlavieren.
Also ich versuche wirklich so ein bisschen den Fokus auf, wir kommen aus dem
Kink-Bereich, da drin zu bleiben, weil sonst müssten wir alle gesellschaftlichen
Fragen der letzten 100 Jahre hier klären.
Das tun wir in Teilen, aber ich glaube ein bisschen muss ich es begrenzen.
Also es ist nicht respektlos gemeint, aber ein bisschen stoppen muss ich da
schon. Und es klingelt wieder.
Hallo Sebastian hier, mit wem spreche ich?
AnruferIn
Hallo, ich bin die Pleasure-Switch.
Sebastian
Hallo, so, Switch und FLR, ich bin gespannt, wir sprechen über das Thema FLR,
ja, was möchtest du dazu sagen?
AnruferIn
Also ich lebe mit meinem Freund, wir würden es als FLR bezeichnen, in einer Beziehung.
Es ist leider eine Fernbeziehung. Wir sehen uns aber jeden zweiten Monat, kann man so sagen.
Und ja, ich war gerade die ganze Zeit dabei und habe gehört,
wie die Begriffe alle ausklamaukst werden irgendwie und das auch so gesellschaftskritisch
wurde und ich wollte das ein bisschen auch wieder zurückbringen,
in die Thematik des Kings.
Sebastian
Sehr gerne, bitte.
AnruferIn
Ja, also mein Freund und ich, wir waren am Anfang eigentlich Dom und Fab,
ich war seine Dom und er auch meine erste Sub tatsächlich,
vorher war ich sonst immer der devote Part und ja in der Zeit hat sich dann
tatsächlich auch romantische Liebe entwickelt und eine Beziehung und ich merke,
dass unglaublich viele Entscheidungen am Ende bei mir lieben.
Aber es ist auch gewünscht und gewollt von beiden Seiten.
Es bereitet uns viel Freude und das können so Kleinigkeiten sein,
wie er schreibt auf einmal, während ich auf Arbeit bin, boah,
ich will was essen, ich kann mich nicht entscheiden, bitte entscheide für mich.
Oder andere Dinge, ich kontrolliere, sage ich jetzt mal, seine sexuellen Bedürfnisse.
Was darf er, wie viel, was darf er nicht, bis wann.
Und so schwingt der Kind ständig irgendwie immer in den Alltag mit und bedingt sich wechselseitig.
Sebastian
Ja.
AnruferIn
Ja.
Sebastian
Lass mich mal die Abgrenzung versuchen. Also 24-7.
Und FLR. Also wir haben das ja eben so ein bisschen rausgefunden,
dann Chris, ja, so der Übergang zum TPE schwingt da so ein bisschen mit rein.
AnruferIn
Total.
Sebastian
Also genau, also an welcher Stelle sagst du, da sind wir über diese Schwelle
drüber gegangen, dass wir das Label dran schreiben können und auch wollen?
AnruferIn
Eigentlich war das mit ihm von Anfang an so tatsächlich.
Sebastian
Okay.
AnruferIn
Also irgendwie haben wir das gar nicht so gelabelt. Ich habe erst gestern mit ihm gesprochen,
weil ich das Thema heute gesehen habe und dann haben wir mal drüber nachgedacht,
weil das eigentlich immer ganz intuitiv passiert ist und wir dann gemerkt haben,
ah okay, das kann man eigentlich labeln, ist ja spannend.
Und naja, Total Power Exchange, das ist ja wirklich sehr total.
Es gibt natürlich auch Tage, wo ich vielleicht ausgebrannt bin,
weil ich zu viel Arbeit habe, einfach zu gestresst bin und jetzt auch noch nicht
noch für jemanden entscheiden kann und keinen Bock drauf habe.
Aber dann ist es auch meine Entscheidung zu sagen, nee, du entscheidest jetzt
bis dann und dann und dann bin ich wieder am Start.
Sebastian
Ja, vielleicht passt der Satz ganz gut. Du kannst immer entscheiden,
du musst aber auch nicht.
Ich meine, im Zweifel kannst du ja auch Delegieren, aber du im Zweifel kannst
du die Entscheidung treffen und für euch passt das einfach so.
AnruferIn
Genau, genau.
Sebastian
Wo siehst du die Grenzen, wo ist so der Punkt, wo ihr beide auch sagt,
ab da fühlen wir uns nicht mehr damit wohl.
AnruferIn
Also eigentlich, dadurch, dass wir ja eh immer wieder kommunizieren,
wenn wir merken, irgendwas ist unstimmig und das ganz schnell wieder dann feinjustieren
und in die Balance bringen, wie es für uns passt,
es ist auch tagesformabhängig tatsächlich.
Also, naja, tagesformabhängig nicht, aber wochenabhängig. Wir beide studieren
auch gerade und manchmal gibt es einfach zum Beispiel Klausurphasen,
da sind wir total am Limit und dann ist auch gar nichts mehr mit Kink.
Dann ist einfach nichts und dann ist es auch gut und,
Ja, das sind die Grenzen. Also die Grenzen sind, also bisher sind wir noch nicht
so an starke Grenzen gestoßen, wo ich gesagt habe, boah, das ist jetzt aber
eine Entscheidung, die kann und will ich gar nicht treffen.
Weil wenn ich sowas spüre, dann wie gesagt, dann kann ich auch delegieren,
dann kann ich auch herausfinden was vielleicht in ihm steckt,
welche Entscheidung er eigentlich treffen möchte die er gar nicht richtig benennen kann,
Ja.
Sebastian
Also ich sehe so ein bisschen diesen Punkt, also nehmen wir mal an,
du entscheidest, so Studium rum wir müssen jetzt ein Haus kaufen,
ich habe alles fertig gemacht, unterschreib mal und du merkst Das ist gar nicht so seins.
Also der Begriff FLR impliziert so ein bisschen, dass es könnte dir theoretisch
egal sein, was er könnte. Nicht, dass es das ist.
Das wäre dieser super harte Begriff, dieses knallharte wir ziehen das jetzt durch bis zum Ende.
Ehrlicherweise gesehen habe ich das noch nirgendwo. Aber wenn du in irgendwelchen
Foren was liest, dann klingt das immer so.
AnruferIn
Ja, ja, ja, ja. Stimmt, stimmt. Da habe ich auch ganz extreme Sachen gelesen,
wo manche Menschen tot unglücklich sind, weil sie jetzt in irgendeiner,
Beziehungskonstellation stecken, die echt,
grenzüberschreitend ist und gar nicht mehr viel mit Konsens zu tun hat.
Nee, also das ist ja auch uns irgendwie aufgefallen.
Man hat sich so gesucht und gefunden und er kann ganz stark vertrauen,
dass sich jegliche Entscheidungen auch irgendwie im Wohle der Beziehung oder
auch in seinem Wohle treffen, weil ich will ihm ja nichts Böses.
Und darauf kann er sich verlassen. Also ganz egal, welche Entscheidung ich treffe,
die wird ihm nicht, hoffe ich zumindest bisher, noch nicht schaden.
Sebastian
Ja, und ganz ehrlich, selbst wenn man eine Entscheidung für sich selber trifft.
AnruferIn
Kann er ja auch manchmal so einen kleinen Hinweis vielleicht geben,
der mich auch nochmal vielleicht zum Nachdenken anregt, weshalb ich vielleicht
länger nachdenke, bevor ich eine Entscheidung treffe für ihn.
Sebastian
Ja, also ganz ehrlich, Entscheidungen haben nochmal diesen Charakter,
dass sie auch mal falsch sein können.
Und selbst wenn ich eine Entscheidung nur für mich ganz alleine treffe,
heißt das noch lange nicht, dass das eine gute Entscheidung war.
Also die Garantie gibt es natürlich nie. Ganz klare Geschichte.
Jetzt aber mal so der Punkt. Wie fühlt sich das an?
Zu merken, okay, wir haben jetzt
diesen Konsens, wir haben diese Beziehungsform gewählt, wir leben das.
Du hast ja vermutlich vorher auch schon andere Beziehungen mal gehabt,
wo das eben nicht so ausgeprägt war.
Also was ist das für ein Feeling, wenn du sagen kannst, ja, ich überspitze es
mal, Ich habe im Zweifel die Macht.
AnruferIn
Natürlich mag ich das. Also ich liebe ja auch meine Dom-Rolle tatsächlich.
Am meisten mag ich, glaube ich, dieses tiefe Vertrauen, was er in mir hat.
Und das stärkt irgendwie auch so ein Selbstbewusstsein in mir,
dass auch ich nicht meine eigenen Entscheidungen mehr so stark anzweifle,
wie vielleicht in vorherigen Beziehungen, wo ich mit Partnern oder Partnerinnen
in einer Beziehung war, wo unglaublich viele Entscheidungen über mich getroffen
wurden, obwohl ich das gar nicht wollte.
Und das hat so positive Auswirkungen bisher in meinem Leben und für ihn auch,
weil er ist tatsächlich auch eine Person, die sehr schwierig Entscheidungen treffen kann.
Wir üben das immer mal wieder bei bestimmten Dingen, aber manchmal verrennt
er sich da so um Kopf und Kragen, dass es dann auch für ihn gut ist,
dass da einfach mal jemand sagt, so nee, jetzt machst du das,
Punkt, aus, fertig. Und dann können wir weitersehen.
Sebastian
Ja, das ist eh generell, wenn jemand mal dann so nicht tief im Thema drin ist,
das ist immer super hilfreich.
Und gibt es einen Weg zurück? Also wenn er jetzt sagt, na,
also gibt es diese Möglichkeit, dass er da vielleicht auch sich in eine Richtung
entwickelt oder wo du sagst, eventuell brauchen wir mehr Augenhöhe, sage ich mal.
Oder ist das jetzt so eingeschliffen, dass das ist nicht so fest, ja?
AnruferIn
Nein, ich sehe da auch eine ganz hohe Verantwortung auf meiner Seite,
weil Menschen sind nicht statisch, Menschen ändern sich, die machen Erfahrungen,
die können welche Konsequenzen auch immer haben.
Und ich denke, wenn ich hier eine Person bin, die führt, dann muss ich auch
irgendwie darauf Acht geben,
dass wenn die Person, die ich bisher führe, nicht mehr geführt werden möchte,
dass ich das auch irgendwie annehme und damit umgehen kann.
Ich finde, das würde auch irgendwas Schlechtes dann über mich wiederum aussagen, wenn ich,
ich das nicht akzeptieren könnte.
Sebastian
Ja gut, im Zweifel muss die Beziehung noch mal ein bisschen neu ausgehandelt
werden. Aber es ist jetzt...
AnruferIn
Ja, das ist immer wieder ein Feinjustieren.
Sebastian
Ich habe es gerade im Chat gelesen von Jörg. Ich ziehe dir nur mal einen Teil von dem.
FLR bedeutet nicht mehr, als dass die Frauen einer Beziehung die Hosen anhat.
Ich finde diesen Begriff so schwierig, weil muss denn in jeder Beziehung immer
irgendwer die Hosen anhaben, sondern kann ich das nicht einfach nach Kompetenzen
und nach Gefühl verteilen?
Also wenn ich weiß, das Podcast-Subbie ist in verschiedenen Dingen,
und da gibt es eine Menge, verdammt gut drin, dann soll sie das machen.
Egal welches Machtgefühl wir hier sonst so haben, sondern sie ist einfach gut da drin.
Das ist der eine Punkt. Der zweite Punkt ist eben das Gefühl,
wo ich sage, ich fühle mich wohl, wenn sie in bestimmten Bereichen das einfach
übernimmt und umgekehrt hoffentlich auch so, dass wir beide unsere gemeinsamen
Kompetenzen einfach nutzen können.
Ich ahne, dass das in patriarchalischen Beziehungen schwieriger ist,
sondern da macht der Mann, weil der Mann macht halt und in matriarchalischen Konstrukten ist es so,
dass Frau vom, oh Gott, ich komme dafür in die Hölle, was ich jetzt sage und
es schuld mir leid, ich muss den Gedanken noch zum Aussprechen,
aber ich habe das Gefühl, Frauen sind grundsätzlich bereiter,
Kompetenzen von anderen anzuerkennen und zu nutzen und das macht die Sache natürlich
insgesamt entspannter und besser.
AnruferIn
Exact.
Sebastian
Du musst mir nicht zustimmen.
AnruferIn
Exakt, das sehe ich auch so. Ich komme mir, wie gesagt.
Sebastian
In die Hölle.
AnruferIn
Nein, es gibt so viele unterschiedliche Kulturen und wie das gelebt wird.
Zum Beispiel mein Partner, er ist selber Inder und kommt aus einer Familie,
wo die Frau an sich eh die führende Rolle ist.
Wobei man auch wieder kritisieren kann, aber ich will jetzt nicht wieder gesellschaftskritisch werden.
Obwohl die Frau viel führt, ist sie auch sehr benachteiligt auf irgendeine andere Art.
Aber das ist halt, ja, gesellschaftlich begründet, was auch immer.
Ja, aber… Genau hat er zumindest so einen inneren, so ein, ja,
ist so erzogen worden, dass am Ende die Frau halt das Sagen hat und irgendwie zeigt sich das dann und…,
Du hast was Spannendes gesagt, wegen den Kompetenzen nutzen.
Mir ist zum Beispiel aufgefallen, ja, einerseits würde ich gerne auch Kompetenzen
voneinander nutzen, aber ich lerne auch unglaublich gerne.
Das heißt, wenn jetzt mein Partner in einem Bereich Kompetenzen hat,
dann möchte ich, dass er mir diese Kompetenz beibringt, dass ich sie lernen
kann, dass ich darüber auch entscheiden kann.
Das passiert dann nämlich auch. Ja, natürlich.
Aber wenn es Bereiche gibt, wo es mir so schwerfällt, darüber zu lernen,
dann gönne ich ihm ein bisschen Entscheidungsgewalt in diesem Bereich.
Sebastian
Ja, gönnen kannst du offenbar, ja. Ja.
Okay, lass mich nochmal so als letzten ganz kurzen Punkt so die Wendung Richtung Romantik finden.
Wie fühlt sich das von der romantischen Ebene an? Weil das ist tatsächlich so
ein Ding, ganz ehrlich, geh ins Kino, mach den Fernseher an,
mach Netflix an, es ist immer das gleiche.
Romantik ist immer dieses Mann-Frau-Ding.
Und zwar vor allem das Mann-Frau-Ding. Romantisch ist immer der Kerl und die
Frau wird romantisiert.
An der Stelle bricht es vielleicht wirklich mal auf.
AnruferIn
Es ist nicht so bei uns. Also mein Freund, er ist tatsächlich auch eine echt
hübsche Sissi, was mir sehr gefällt und das zeigt sich bei ihm auch in anderen Charakteristiken.
Also er umgabend mich, er kocht für mich, er bringt mir Tee ans Bett,
er macht romantische Sachen für mich, Blumenbouquet, was auch immer.
Also lässt sich da die wildesten Sachen ausdenken. Ich aber auch.
Wir sind beide sehr romantisch, würde ich sagen. Und das kann ich jetzt nicht auf einen beziehen.
Sebastian
Mir ist mir eben eingefallen, Rubina meinte, wenn ich es richtig verstanden
habe, sie bringt auch mal die Blumen mit nach Hause.
Ja, warum denn auch nicht? Um Himmels Willen.
AnruferIn
Wir beide bringen die Blumen nach Hause und das ist schön.
Sebastian
Ja, toll.
Ja, also ihr habt ja, also, okay, ich versuche das mal zusammenzufassen,
also ihr habt irgendwie es geschafft, das so auszutarieren, dass ihr beide auf
Augenhöhe seid und du trotzdem oben bist, aber du,
ja, dass ihr euch trotzdem, dass ihr beide euren Raum zur Entfaltung habt,
genau, solange er möchte und du auch möchtest, das ist ja auch wichtig.
AnruferIn
Genau, ja, ich möchte immer. Okay, alles klar.
Ja, aber ja, er hat auch ganz viele Erfahrungen schon machen können,
dass wenn bei ihm irgendeine Grenze ist oder er eine lockere Leine haben möchte für gewisse Dinge,
dass er mit mir reden kann und dann finden wir eine Lösung, dann ist das so, ist auch okay.
Sebastian
Ja, ich glaube, man sollte auch...
AnruferIn
Ich habe nichts davon, wenn ich dann so störrisch dahinter bin und sage,
nein, ich bin hier die führende Kraft, du hast nichts zu melden.
Manche mögen das vielleicht, aber ich glaube, langfristig, wenn ein Mensch mit
mir redet und ich dem was eingestehe und sage, gut, dann machst du in diesem
Bereich mal das und das, auch wenn es mir vielleicht nicht so gefällt, aber wirklich schon,
dann zum einen verliert er das Interesse manchmal, dafür, weil ich so nett war.
Und ja, zum anderen weiß ich ja, egal was ich habe, mit dir reden und das kann
alles wieder geändert sein. Ich brauche keine Angst haben, dass ich hier irgendwie.
Sebastian
Das klingt einfach nach einer wunderbaren Beziehung und ich glaube genau da
belassen wir es jetzt auch und ich muss mal gucken, ob heute noch jemand mit
mir sprechen möchte, aber ich muss diesen Einspieler heute unbedingt noch loswerden.
Ja, deshalb Pleasure Switch, das habe ich natürlich nicht gefragt,
was das mit dem Switch im Nicknamen auf sich hat.
Ich glaube, das müssen wir nochmal vertagen, da müssen wir nochmal sprechen, wenn du möchtest.
AnruferIn
Sehr gerne, sehr gerne.
Sebastian
Dann vielen lieben Dank für deinen Beitrag, hat mich sehr weitergebracht und
ich wünsche dir und euch einfach eine tolle Zeit.
AnruferIn
Vielen lieben Dank, wünsche ich auch Gerne, tschüss Ciao.
Sebastian
So ihr Lieben, hier ist was los heute. Ich finde das total spannend,
das macht echt Spaß und ja, tolle Beiträge.
Vom Plüschet-T-Shirt habe ich hier aber nochmal ein Gegenargument.
Aber muss Person mit der größeren individuellen Kompetenz die Entscheidung treffen?
Ich finde überhaupt nicht.
Ah, nochmal ein spannender Punkt. Ich überlege gerade, wenn ich die größere
Kompetenz habe und das Podcast so beentscheidet, dann würde ich hinterher sagen,
das habe ich aber besser gewusst.
Und, hm, muss ich mal drauf rumdenken.
Kann ich selber für mich jetzt nicht beantworten. Aber ich habe einen Einspieler
bekommen. Ich habe es versprochen. Er ist da.
Und deshalb muss ich den jetzt einspielen, bevor der heute nicht mehr vorkommt.
Der geht jetzt auch ein paar Minuten.
Der ist nämlich von Gilbert Bach. Der hat nämlich wirklich um 19.40 Uhr mir
hier noch einen Einspieler reingeschickt.
Aus dem Auto fahrend.
Naja, also der Ton ist nicht ganz perfekt. Aber was er zu sagen hat,
finde ich total gut. Und deshalb spiele ich euch genau das jetzt einmal ein.
Gilbert Bach
Hallo, hier ist Gilbert Bach. Ich tauche im Rahmen der Unvernunft bereits in
einer eigenen Folge auf.
Und auch in einem Einspieler zum Thema Feminisierung.
Leider fehlt mir heute die Gelegenheit, der Live-Folge auch tatsächlich live beiwohnen zu können.
Denn natürlich ist es aufregend, anregend und in vielfacher Hinsicht interessant,
sich mit dem Thema FLR zu beschäftigen.
Ihr werdet also sicher auf kluge Weise darüber reden, was das denn jetzt so
sein mag, eine Female-Led Relationship.
Und das Ganze hier wäre ja ein sinnloser Einspieler, sagte ich im Folgenden
nicht auch selbst etwas dazu.
Nicht reden möchte ich über die wahre Schönheit weiblicher Führung,
über die edle Anmut weiblicher Dominanz.
Das ist eine ganz eigene Folge, wie ich meine, auch wenn es die schon geben mag.
Man kann bestimmt sehr viel reden über Unterschiede und Ähnlichkeiten der Geschlechter,
der Art, wie sie gemeinsam oder über die Art, wie sie gemeinsam ihre Rollen
verstehen, wenn man das wollte.
Ich will das heute nicht, nicht, weil ich es nicht grundsätzlich wollte,
aber der Faden, den man hier auslegen kann, ist zwar zauberhaft,
aber wirklich, wirklich lang.
Vielleicht heute einfach das, keine Sichtweise, sondern einfach ein,
wie das bei uns so ist, als ein Ding unter vielen, eine Möglichkeit, kein starres Konzept.
Die werte Frau Loreley von Bach und ich leben in einer solchen FLR-Beziehung.
Jedenfalls würden wir das unserer wundervollen Verbindung immer dann zuschreiben,
Wenn wir unsere Rollen einnehmen. Dann, wenn es kinky wird.
Dann, wenn uns der hedonistische Lifestyle mit seinen süßen Verlockungen in die Nacht entführt.
Das schafft der hin und wieder vielleicht auch am Tage, aber dafür muss dann
irgendwer ziemlich ausgeschlafen sein.
Jedenfalls in dieser unserer sehr geliebten Welt trage ich das Halsband.
Nein, anders. Ich darf. Es gibt nicht nur ein Ritual dazu.
Ausstattung, Atmosphäre, Stimmung, Einflugschneisen und Abklingbecken.
Sicher ist, ich lege es nie selbst an. Ich nehme es nie selbst ab.
Wir starten also mit einem feierlichen Akt. Es endet meist für uns beide in feinster Erschöpfung.
Dann lächeln wir Körper an Körper, unter Decken, vor dem Kamin,
am Strand. Und das, was dazwischen liegt, ist bei uns FLR.
Konsequente Rollen, eine Herrin und ihr Sub.
Der Zeitraum ist flexibel. Nicht immer braucht es auch das Halsband.
Was es immer braucht, ist unser Jetzt geht's los.
Wir sind eingespielt genug, den Moment über Einfühlungen und Erfahrungen nicht zu verpassen.
Manchmal lassen wir ihn aber auch bewusst einfach vorüberziehen.
Das wiederum gehört für uns nicht weniger zum Spiel.
Aber heute geht es ja um Beziehungen. In FLR steckt schon die Langstrecke,
implizit oder explizit.
Auch das Wörtchen ständig klingt in meinem Ohr mit, je nachdem eben,
wie man alles so versteht.
Die Frau von Bach und ihr hier vor sich hin plappernder, etwas heiserer Sabi
benötigen fürs Konzept einen Rahmen.
Wir bewegen uns eindeutig oder im Zweifel, aber FLR ist bei uns kein 24-7-Ding.
Damit möchte ich gar nicht ausdrücken, dass wir grundsätzlich auf Augenhöhe
sind. Das ist für uns beide ohnehin vollkommen selbstverständlich.
Denn als Paar sind wir das ja sogar auch im Spiel.
Oben spielen oder unten sind für uns Ausprägungen freiheitsliebender Frivolität.
Klar, bei uns sind die Rollen eindeutig verteilt. Aber rollen wir den Alltagsteppich
aus, ist das auch wieder vorbei.
Wir meinen uns und unsere Positionen durchaus ernst.
Die Quintessenz ist, wir leben nicht in unseren Rollen, wir leben unsere Rollen.
Wann immer uns das gefällt.
Jetzt ist uns beiden klar, dass andere Dynamiken anders laufen.
Zahlreiche Beziehungen anders funktionieren.
Selbstverständlich gibt es das Konzept der Female-Led Relationship bei ganz
vielen auch im Alltäglichen.
Die Ultrakonsequenzen steigern sich bis hinein in eine Lebensform des TPE, Total Power Exchange.
Für mich ist das als Beobachter faszinierend, aber ich kann es mir nicht vorstellen.
Und hier kommt mir die Sprache wie zum Beweis zur Hilfe.
Ich sage nicht, wir können uns das nicht vorstellen, sondern ich kann es mir nicht vorstellen.
Wenn man darüber schmunzeln mag, schmunzle ich hier maximal über mich selbst.
Ich habe viel zu großen Respekt vor anderen Entwürfen, anderen Entscheidungen,
selbst wenn sie freiwillig ihre Freiheit einschränken.
Problematisch wird es erst, wenn der freie Wille fehlt oder die Aufgabe von
eigenen Entscheidungen, die Unfähigkeit eben solche zu treffen, kompensiert.
Darüber hinaus ist jede Spielart völlig fein. Aus unserer Sicht,
hier gehe ich bewusst wieder ins Wir, Hier funktioniert das FLR-Konzept auch
temporär im Kinky-Kontext.
Und der ist bei uns beiden eben ein Teil unseres Lebens, aber nicht das gesamte Bild.
Wir haben dazu keine langen Gespräche geführt, auch ist das kein bewusst vereinbarter Weg.
Uns war einfach klar, dass wir diese Menschen sind, das Liebespaar, das auch spielt.
Und jenseits des Spiels ist unser Leben so bunt und langweilig wie jedes andere
auch. Nur regiert die weibliche Führung nicht in alle Lebensbereiche hinein.
Auch nicht ihr Gegenteil übrigens ist plötzlich auf dem Programm jenseits der
Fesseln, um das der Vollständigkeit halber mal zu betonen.
Wir sind Gilbert Bach und Loreley von Bach. Zumeist tragen wir andere Vor- und
Zunahmen, zeigen wir uns mit anderen Gesichtern in der Welt.
Beide halten wir uns uneingeschränkt für ein unter der Flagge des FLR spielendes Paar.
Und unterscheiden für uns ganz persönlich zwischen All-In-Sein und Alles-oder-Nichts.
Nehmt den Beitrag einfach als eine Perspektive. Wie sehr mir dabei der Blick
verstellt ist, hier in meiner eigenen bescheidenen Höhle, das weiß ich natürlich selber nicht.
Aber was ich sehe, gefällt mir ziemlich gut übrigens.
Ja, bleibt alle unvernünftig und fühlt euch dabei hoffentlich richtig,
egal wie intensiv ihr euch ins Geschehen werft.
Sebastian
So ihr Lieben, das war Gilbert Bach, ein wirklich schöner Beitrag.
Ich habe mal jetzt mit dem Satz rausgepickt, FLR dann, wenn es kinky wird.
Finde ich auch eine spannende Perspektive, weil die ja erstmal so direkt konträr
zu dem Bild ist, was ich so im Hinterkopf hatte.
Also ich merke auch, das ist alles nicht ganz so festgezurrt,
wie es bisher für mich aussah.
Lieber Gilbert, du kannst den Chat nicht lesen, aber du wirst ja diese Folge
nachhören und dir selbst zugehört haben.
Die finden alle deine Stimme ganz toll. Irgendwelche Vorlesefolgen soll es mit dir geben.
Nur mal, um das hier als eingeworfen zu haben.
Ich würde lügen, wenn ich nicht sagen dürfte, dass ich daran arbeite.
Ja, okay. Also, Thema FLR. Und...
Muss gestehen, das ist wieder so ein Ding, wo alles, was ich so im Netz lese
und in Foren und ich habe auch den heiligen Chatbot befragt und der hat mir
auch gesagt, was so das Konzept ist, das weicht aber hier alles davon ab.
Und eventuell mal so eine These,
FLR als Beziehungsform außerhalb des BDSM ist eine recht klare Sache,
aber innerhalb des BDSM, da kommt vielleicht dazu, dass kinky Leute anfangen mit Beziehungsformen,
Geschlechterrollen und Bildern zu spielen und das zu interpretieren.
Und das, bin mir noch nicht sicher, ob das wirklich so ist, aber wenn das so ist,
dann ist das natürlich eine total tolle Errungenschaft, dass man einfach sich
diese Bilder und Rollen und Beziehungsformen nimmt und daraus etwas macht,
was allen beteiligt nicht Spaß macht.
So, das wäre schon fast ein Folgenfazit, aber die Telefonnummer gibt es noch,
die Leitung ist frei und wenn ihr möchtet, sprechen wir noch ein bisschen.
Also 05101 911 8952 ist die Telefonnummer und da könnt ihr mich jetzt erreichen
und dann sprechen wir über FLR, wie ihr das lebt,
wie ihr das interpretiert, wo ihr auch sagt, das ist vielleicht ein Punkt,
der drüber ist oder das sind die Grenzen oder ihr habt vielleicht auch mal eine
schlechte Erfahrung gemacht. Auch das kann ja sein.
Immer her damit. Ich lasse mich da auf jeden Fall überraschen,
was ihr dazu zu sagen habt.
Ich bitte das Podcast, um mir nochmal die Nummer in den Chat zu posten.
Das ist immer so das etwas schnellere Signal, wenn der Stream nachhängt.
Und ich bin gespannt, wo das heute noch hinführt. Sehr schön.
Jetzt sehe ich es hier dick und grün und mit animiertem Button mit die Telefonnummer.
So soll das aussehen. Sehr gut. Ich warte mal auf AnruferInnen.
Und ich habe gerade im Chat noch ein bisschen mehr verfolgt.
Vielleicht ist auch so ein Punkt, wenn Menschen die Erfahrung gemacht haben,
viele patriarchalische Sprüche in ihrem Leben abbekommen haben und mit vielen
Vorurteilen gelebt haben,
dann ist es vielleicht auch ein Befreiungsschlag in die Richtung zu gehen und
das eben auch so zu kennzeichnen und zu sagen, nee, ich habe dieses Muster durchbrochen.
Das ist wieder das gesellschaftliche Thema, aber im King-Kontext,
da gibt es vielleicht einfach ein paar mehr Farben und ich lasse mich überraschen.
Tja, liebes Podcast, so wie es klingelt gar nicht, was machen wir denn jetzt?
Ich habe hier noch die Dies und Das-Liste, davon könnte ich Dinge vorlesen. Ja, okay.
Eine Sache mache ich mal, damit die ein bisschen bekannter wird.
Liebes Publikum, wenn ihr mal bei einer Live-Sendung nicht könnt.
Ich habe bis Oktober die Live-Sendung geplant.
Ich hoffe, ich kann die Termine so halten. Und wenn ihr merkt,
es gibt ein Thema, wo ihr nicht dabei sein könnt, ihr könnt über die Webseite
Einspieler hochladen, direkt einsprechen und aufnehmen.
Das könnt ihr ab sofort tun. Einfach auf die Live-Seite gehen und dann findet
ihr dort alle Sendetermine der nächsten Monate. Und dann könnt ihr einfach da
auf den Button Einspieler aufnehmen klicken und keine Sorge,
ihr könnt das nochmal Probe hören, bevor ihr es absendet.
Also da passiert nicht allzu viel, bevor ihr das nicht wirklich gewollt habt.
Und selbst wenn ihr das dann abgesendet habt, ihr könnt das natürlich immer nochmal stoppen.
Aber das macht mir die Verwaltung ein bisschen einfacher, weil ich einfach so
ein paar Prozesse dann vorab automatisieren kann.
Für die Nerds unter euch, das Ganze kann ich zum Beispiel, wenn ich sage,
ja, das können wir nehmen, dann schick ich es direkt zur Auphonic und sage,
optimiert mir den Telefon-Sound ein bisschen.
Okay, was habe ich noch zu erzählen?
Ganz viele Vorgespräche habe ich gemacht in den letzten Wochen.
Es gab ja jetzt vier Wochen keine Live-Sendung. Wir waren zwei Wochen im Urlaub.
Da habe ich fast nichts Podcast-mäßiges gemacht.
Aber ich freue mich. In einer Woche kriege ich ja schon wieder Aufnahmebesuch.
Die nächste Folge ist auch schon im Rohschnitt fertig. Die Folge mit Heiner
ist jetzt erschienen am Montag.
Das ist seit langem mal wieder eine Folge, wo wir auch um Kink und Behinderung
sprechen und wie Heiner das meistert, das ist wirklich bewundernswert,
weil er einfach viele Lösungen gefunden hat, auf die ich selber nicht gekommen wäre.
Und auch wenn euch das Thema nicht so direkt anspringt, das ist unbedingt hörenswert.
Also hört euch die Folge sehr gerne an.
Ich glaube, die löst ein bisschen Distanz auf, die man vielleicht hat und macht
einfach Menschen nahbarer und dass man einfach ein bisschen näher aneinander
ist und besser ins Gespräch kommt.
Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich?
AnruferIn
Hallo, hier ist James und Bine.
Sebastian
Hallo, ihr zwei. Ja, war in eurer Folge stand FLR direkt dran, ne?
AnruferIn
Ja, ganz genau. Das ist aber gar nicht unbedingt der Hauptgrund,
weswegen wir anrufen, sondern wir waren ähnlich wie du jetzt schon recht überrascht
über die Entwicklung, dass es so teilweise in so eine politische Richtung ging,
und wollten eigentlich wieder so in die Schiene zurück. Das Ganze soll ja auch Spaß machen.
Also wir sehen das jetzt nicht so als Durchbrechen des Patriarchats oder dergleichen,
sondern wir sind ja wirklich so reingewachsen und leben das FLR halt auch so,
ich nenne es mal pragmatisch.
Wir haben es in unserer Folge ja auch erklärt, warum, wieso,
weshalb das auch so ein bisschen entstanden ist und wollen eben ein bisschen,
wie gesagt, von dieser Schiene weg, dass das ja wirklich ein Politikum sein muss.
Sebastian
Ja, das ist so ein Punkt, ich glaube, das ist gar nicht unwichtig, das hier zu besprechen.
Ich habe das ja eben schon mit Rubina so ein bisschen besprochen,
dieses, vielleicht gibt es zwei Wege, da hinzukommen.
Einmal dieses, das ist die feministische politische Herangehensweise oder ich
mache im Kingkontext Sachen und irgendwann lande ich dort.
Der Begriff ist wahrscheinlich der gleiche, aber es sind zwei verschiedene Dinge gemeint.
Könnte das hinkommen? Das ist eine steile These, muss ich zugeben.
AnruferIn
B, sehe ich eigentlich tatsächlich recht ähnlich. Ich glaube auch tatsächlich,
dass FLR ja für viele so eine, in Anführungszeichen, krasse Variante von einer Beziehungsform ist,
eben weil es so diese alteingesessenen Ansichten vertritt, dass der Mann immer
das Sagen haben muss oder die Führung vorgibt.
Und ich glaube auch deswegen ist das schnell in so eine Art Politikum gerutscht
oder für viele zumindest.
Wie gesagt, wir sehen das jetzt gar nicht unbedingt so sehr als Durchbrechen
von irgendwelchen alten Strukturen, sondern einfach nur als für uns sehr passende
Lebensvariante und im Alltag eben auch sehr gut einzufügbare.
Sebastian
Ja, okay, also welche Perspektive habt ihr jetzt da drauf? Also es ist da,
ihr habt es auch so benannt.
Gab es da, ich sag mal, Berührungsängste? Oh, wir können das doch jetzt nicht
FLR nennen oder das ist ja schon so erweitert und krass oder also wie interpretiert
ihr das und wo war dann so der Schritt zu sagen, ach, das ist es ja offenbar?
Bine
Also ich fand das Konzept, sag ich jetzt einfach mal, das so zu benennen, gar nicht so krass. Also,
Ich weiß nicht, ähnlich wie du, ich sehe diese massive Steigerung von 24-7,
wenn man das so ausleben möchte, zu FLR.
Ich sehe die ehrlich gesagt auch nicht so.
Also in meinem Denken, in meiner Interpretation ist so Femdom,
SLR, das ist alles so in einer Stufe mehr oder weniger.
Ich könnte vielleicht sagen, Femdom ist dann mehr so in Richtung Kinky-Session oder so.
Und SLR ist auch in einem gewissen alltäglichen Rahmen, wenn man das als Paar
dann so ausleben möchte.
Oder nicht wie Herr Berg und Frau von Berg, die das nicht im Alltag ausleben,
sondern halt nur in gewissen Situationen.
AnruferIn
Genau.
Sebastian
Okay, aber wenn es dann Richtung Alltag geht. Also ich nehme nochmal,
wie gesagt, ich hangel mich da so ein bisschen dran rum. Ich gebe es ja ehrlich zu.
Dieser Punkt TPE, hat FLR da schon Anleihen von oder muss das gar nicht sein?
AnruferIn
Nö, sehe ich nicht so. Also tatsächlich ist, ich meine, wie in allen,
in unseren Kinky-Interessen oder auch Lebensweisen, ist es ja alles wirklich
eine starke Auslegungssache.
Bei uns ist jetzt FLR überhaupt nicht dieses typische TPE.
Also ich nehme jetzt mal ein ganz klassisches Beispiel.
Wir sagen, wir fahren jetzt irgendwie demnächst in den Urlaub.
Dann ist es nicht so, dass jetzt Biene bestimmt, so wir machen das,
sondern sie sagt zu mir, such mir was Nettes raus. Und ich sage dann,
ja, machen wir oder machen wir nicht.
Also das ist eher so diese Aufgabenvariante, aber es ist halt dann doch so,
ich kann mir ja dann doch trotzdem Sachen raussuchen, die auch für mich interessant
wären oder die zum Beispiel ein Hotel aussuchen oder sowas und lege ihr dann
beispielsweise drei vor und sie sagt dann, okay, die gefallen wird, ich nehme das.
Also so diese Variante und ein TPE würde ich jetzt tatsächlich eher so sehen,
dass Biene von sich aus sagt, wir machen das jetzt genauso und nicht anders,
ohne dass ich irgendwie eine Möglichkeit hätte, da meine Idee reinzubringen, sage ich jetzt mal.
Sebastian
Okay, also ist das ja eigentlich dann, ist das eine Entscheidung auf Augenhöhe dann oder nicht?
Bine
Nicht so richtig.
Auf Augenhöhe besprechen wir zum Beispiel, wo wollen wir hin. Das machen wir schon.
Aber ich habe quasi das letzte Wort.
Sebastian
Ja.
Bine
Also ich sage dann, ja, du kannst ja mal gucken, wo genau fahren wir hin,
wo wollen wir übernachten.
Ideen für einen Ausflug. Und wenn ich aber auf irgendeinen Ausflug keine Lust
habe, dann wird der auch nicht gemacht. oder ich sage, ja, dann viel Spaß, geh alleine.
AnruferIn
Ja, hatten wir auch schon.
Sebastian
Also der eigentliche Punkt ist das letzte Wort.
Bine
Ja, in so Sachen haben wir zum Beispiel, dass ich da einfach das letzte Wort habe.
Sebastian
Das ist ja eigentlich so eine schöne Beziehungshierarchie.
Wo man, was man jetzt bei der Arbeit, jeder hat irgendeinen Chef.
Und das ist ja auch ein gewohntes Muster irgendwo. James, wie fühlt sich das
denn für sich an, wenn du weißt, im Zweifel, ja, sie hat das letzte Wort,
aber sie hat auch im Zweifel die Bürde der Entscheidung, die sie treffen muss, weil das ja so ist.
AnruferIn
Tatsächlich am Anfang fühlte sich das ein bisschen komisch an,
sage ich jetzt mal, aber nicht im Sinne von negativ behaftet,
sondern wirklich so eine, es war halt eine Umstellung.
Also vorher war das ja wirklich so eine ganz typische, wir haben alles ausdiskutiert,
machen wir jetzt durchaus auch noch, nur dass sie immer am Ende sagt,
wir machen das so und nicht anders.
Und da hatte ich am Anfang, es war halt ungewohnt, es ist nicht so das,
was man von alltäglichen und vor allem bisher gelernten Strukturen halt so kennt,
sei es jetzt von Familie oder näherem Umfeld oder dergleichen.
Aber ich muss sagen, als wir tatsächlich an diesen Punkt gekommen sind,
habe ich mich damit sehr wohl gefühlt und bin damit auch völlig,
also zu 100 Prozent im Reinen.
Sebastian
Ja, ist das auch so ein Stück weit Genuss, dass du sagen kannst,
okay, die Sache ist geklärt.
Ich meine, das ist ja auch eine Sache, die entlastend ist.
Wir haben das geklärt und damit musst du auch nicht mehr.
AnruferIn
Ja, unter Umständen schon. Ja, tatsächlich. Wenn ich so drüber nachdenke,
also über den Kontext habe ich das tatsächlich noch gar nicht gesehen,
aber es ist so ein, es hat was Beruhigendes eben zu sagen, ich muss jetzt diese
Entscheidung nicht zwingend in Anführungszeichen alleine treffen oder man diskutiert länger darüber.
Natürlich sprechen wir darüber so von wegen, weiß ich nicht,
das Hotel hat die Vorzüge, um jetzt bei dem Beispiel zu bleiben und das hat
das, aber letztlich, dass ich dann einfach diese Entscheidung abgeben kann,
dass sie dann sagt, ne wir machen das jetzt so und nicht anders,
hat für mich was Beruhigendes, ja.
Sebastian
Ja, ich nehme mal die erotische Komponente dazu.
In dem Moment, wo du bist da wild am diskutieren und verteidigst deine Position
und dann sagt sie, nee, so machen wir das jetzt.
Das ist ja auch so ein Moment des, oh, das ist jetzt erregend, was sie da gerade tut.
AnruferIn
Ja, schon.
Sebastian
Also das finde ich, das dürfen wir einfach nicht vergessen, dass das auch einfach
ein Stimulierend ist und dass das sich schon irgendwie auf irgendeine merkwürdige
Art und Weise toll anfühlt, diese Macht von Biene da zu spüren.
AnruferIn
Ja, auf jeden Fall. Also es hat ja was, ich sage jetzt mal, es hat ja auch was
mit der Körpersprache zu tun oder auch mit einem Blick oder dergleichen,
der zur gleichen Zeit wie dieser Aussage, wir machen es jetzt so oder so,
natürlich mit einem hergeht.
Und für mich ist es dann schon eine hoch erotische Situation,
wenn sie dann eben einfach sagt, so und nicht anders, ohne dass daraus wirklich
dann eine Aktion folgt, wenn ich es jetzt meine, in Richtung Schlafzimmer oder
anderer Gelegenheiten.
Sebastian
Ja, aber das ist doch eigentlich total spannend, wenn aus dem möglichen Beziehungsstreit
ein erotisches Ding werden kann, was auch noch damit gelöst wird.
Biene, wie ist das für dich, wenn du dann merkst, okay, jetzt entscheide ich einfach Punkt.
Hat das für dich auch eine erotische Komponente oder ist das einfach nur ein
Mechanismus, sag ich mal?
Bine
Kommt tatsächlich auf die Situation an, würde ich sagen.
Also wie wir ja auch in unserer Folge besprochen haben, habe ich ja einfach
insgesamt durch Erkrankungen und Medikamente sowieso ein ganz großes Problem mit meiner Libido.
Und bin dadurch körperlich eh sehr schwer zu erregen.
Und dadurch, also es gibt Situationen, wo das dann schon auftritt,
aber es gibt auch Situationen, wo ich dann bei ihm so merke,
Er wird da so ein bisschen wuschig, sag ich jetzt mal.
Und mein Körper sagt so, nö, du nicht.
Und dann müssen wir natürlich immer individuell gucken, was wir dann aus der Situation machen.
Ob er dann Glück hat und ich gehe
drauf ein oder ob er kein Glück hat und zusehen muss, wie er klarkommt.
Sebastian
Ja, ich meine so ein bisschen diese Komponente, ich nenne das immer Machtrausch,
dass du spürst, ich kann jetzt dieses Thema beenden.
Und er freut sich auch noch drüber, weil ihn erregt es im Zweifel.
Bine
Ja.
Sebastian
Ich meine, das ist ja schon eine Möglichkeit zu sagen, ich schnipps und dann läuft das.
Bine
Ja, genau. Also ich finde das auch toll, aber das hat bei mir nicht zwingend
eine erotische Komponente.
Sebastian
Ja, aber wenn es die bei ihm hat, dann hängst du halt drin in dem erotischen Karussell, ne?
AnruferIn
Da kommt dann irgendwann der Reaktionsfetischismus, der zittert dann schon mal auf.
Sebastian
Ja, Ja, ihr geht da auch mit so einer schönen Leichtigkeit an die Sache ran,
das finde ich total toll und jetzt nehme ich doch nochmal das politische,
wenn ihr jetzt das heute Abend auch gehört habt und auch so die letzten Jahre
überall, wo man das verfolgen kann,
inwieweit ist euch das egal, dass das, ich sag mal, weltweit diskutiert wird,
weil ihr macht halt euer Ding oder ist das schon was, wo ihr sagt, na,
ist ja spannend, dass wir da Parallelen haben oder dass wir da auch in aus alten Mustern ausbrechen.
Also ist das ein Ding für euch oder spielt das keine Rolle für euch?
Bine
Doch, also ich finde das nicht uninteressant.
Wenn ich mir da genauer Gedanken drüber mache, ich bin tatsächlich in einer
nicht klassisch patriarchalen Familie aufgewachsen.
Also bei uns in der Familie hatten immer die Frauen irgendwie das zu sagen.
Also meine eine Oma ist also das beste Beispiel. Mein Opa hat zwar gearbeitet
und das Geld nach Hause gebracht, aber sie hat auch gearbeitet.
Zu einer Zeit, wo er es ihr ja noch erlauben musste. der hätte sich im Leben
nicht gewagt zu sagen, nein, du bleibst zu Hause bei den Kindern.
Und mein Opa hat quasi fast nichts gemacht, ohne dass meine Oma gesagt hat,
mach das bitte. Oder auch ohne bitte.
Also da kam schon, guck mal, du musst jetzt nach unten gehen und das Wasser
holen. Und guck mal, geh jetzt mal in den Garten und mach dies.
Und mein Opa war so, ja, ist okay, Schatz. Und ist gegangen.
Sebastian
Ja, da ist so ein bisschen die Frage, ob das man könnte, das ja auch Oh,
wieder so eine steile These von mir.
Man könnte das auch so ein bisschen als die Faulheit sehen. Oh,
ich habe keinen Bock zu diskutieren.
Ich mache halt, was sie sagt. Oder ist das wirklich so ein respektvolles Ding
in deinen Augen gewesen?
Nee, sie entscheidet das und die haben sich darauf geeinigt,
dass das so zu laufen hat. Das kann ja auch sein. Also beides ist möglich.
Ich war natürlich nicht dabei.
Bine
Das war tendenziell eher ein respektvolles Ding. Also meine Oma ist ein Jahr
vor meinem Opa gestorben und
man hat auch richtig gemerkt, dass er da aber auch richtig verloren war.
Nicht, weil er faul war, sondern...
Weil es ihm wahnsinnig schwer fiel, auch tatsächlich eigene Entscheidungen zu treffen.
Wenn wir dann zu ihm hin sind, weil er konnte halt auch nicht kochen zum Beispiel.
Und ich habe gesagt, komm Opa, er hat dann so Essen auf Rädern gehabt.
Und zwischendrin bin ich hin und habe gesagt, ja komm Opa, ich komme,
ich koche was. Ich habe gesagt, was willst du denn essen? Ja,
alles was du machst, ist gut.
Alles was du machst, ist falsch. Was meinst du denn, wie er sagt, was du kochen möchtest?
Sebastian
Jetzt muss ich ja mal ein bisschen einfangen. Jetzt sind wir quasi bei der Familie.
Aber es ist spannend, weil an der Stelle, ich glaube, das macht auch,
also die Wertigkeit, mit der man FLR betrachtet, hat natürlich auch was damit
zu tun, wie man sozialisiert wurde, wie man aufgewachsen ist.
Und also als Sohn einer Mutter weiß ich natürlich, dass starke Frauen die Regel sind.
Das ist einfach nicht anzuzweifeln.
Das ist meine persönliche Erfahrung. Deshalb bin ich da auch so ein bisschen
auf einem Auge so ein bisschen blind. Und wenn mir jemand sagt,
ja, alle patriarchale Strukturen überall, dann sage ich mal im Moment, dann wo denn?
Und ja, die sind natürlich da, aber ich tendiere dazu, die zu übersehen,
weil das ist halt tendenziell egal, wer,
sondern es geht halt eher um Kompetenz, um die Person, auch um Sympathie,
aber Geschlecht ist halt so das letzte Attribut, was Befähigung oder Führungsrolle
ausmacht, theoretisch.
Das kann aber auch sein, dass ich mir das alles nur einbilde und dass ich mich
selber für so super aufgeklärt halte. Das ist ein schwieriger Punkt,
da denke ich viel drüber nach, muss ich zugeben.
So, mein Monolog ist fertig.
AnruferIn
Aber tatsächlich, ein Politikum, das man jetzt als Mann sozusagen seiner Frau
untersteht, um es jetzt mal irgendwie in ein Wortsitz zu packen,
fällt tatsächlich schon mal auf.
Ich trage ja im Alltag außerhalb von meinem Job auch gerne einen Halsband.
Und da ist mir gerade jetzt in den letzten anderthalb Jahren schon sehr aufgefallen,
dass das Blicke auf einen zieht.
Ich würde sagen, tatsächlich die Zeit davor, als wir so unsere FLA wirklich
auch in Anführungszeichen öffentlich angefangen haben, also dass ich auch Symboliken
trage, die zumindest für Szene bekannte Personen schon ziemlich eindeutig sind,
war das nicht so ein Thema.
In den letzten anderthalb Jahren hat das schon mehr zugenommen,
dass man dann, sei es in der Straßenbahn oder irgendwie auf der Straße oder
sowas, tatsächlich schon mal mehr angeguckt wird und dann auch getuschelt wurde.
Und jetzt muss ich ja dazu sagen, wir wohnen in Köln. Also das ist jetzt keine
Stadt, die, ich sag jetzt mal, so weltsfremd ist, dass man da nicht mit in Berührung kommt.
Sebastian
Also haben die Blicke sich verändert? Ist das vielleicht der Punkt? Ja, definitiv.
AnruferIn
Also vorher war es mehr so neugierig oder interessiert und jetzt ist es teilweise
schon eher so ein kurzer Blick und sofort weggucken.
Oder wie gesagt, dann eben häufig ist das dann aber auch mehr so Männergrüppchen,
die sich dann untereinander betuscheln, bei denen, wenn es jetzt wirklich so
Frauengruppen sind oder auch mal zwei Damen zusammen unterwegs sind,
die sind eigentlich eher, zumindest in meiner Wahrnehmung nach,
Ja, die finden das wahrscheinlich eher interessant, aber wenn es so Männergruppen
sind, wird es schon eher unangenehm, muss ich sagen.
Sebastian
Ja, das wird jetzt das Thema, wie weit sich Gesellschaft in den letzten paar Jahren verändert hat.
Und ja, ich fürchte, der Wind wird eisiger insgesamt, was Kinky oder was generell
Symbole in der Öffentlichkeit angeht. Aber das werden wir ein anderes Mal besprechen.
AnruferIn
Ja.
Sebastian
Ihr beiden, also ihr seid da angekommen. Stellen wir uns mal vor,
vielleicht noch mal zum Abschluss, weil ihr als Paar einfach anruft,
deshalb ist das eine gute Gelegenheit.
Stellen wir uns einfach mal vor, okay, da ist ein Paar, die sie top,
er sub und die überlegen jetzt ja, also nehmen wir mal die Bachs,
das ist quasi im erotischen Kontext passt das gut und FLR ist eher so ein Ding
am Horizont, was ja interessant sein könnte.
Gibt es irgendwas, wo ihr sagt, das ist ein guter Punkt, wenn man diesen Weg
gehen will, das sollte man vielleicht machen oder das ist etwas,
darauf muss man sich einlassen wollen.
Also gibt es irgendwas, was ihr vielleicht Menschen, die dieses Label so im
Hinterkopf haben, was ihr denen vielleicht mitgeben könnt, dass sie sich auch
trauen, dieses Label zu tragen und auch nach außen rauszutragen,
vielleicht in einem Profil bei Joy oder sonst irgendwo.
Bine
Also glaube, mein erster Tipp wäre so, weicht dieses Label auf.
Weil, was für Person A FLR bedeutet, muss nicht das sein, was es für dich bedeutet.
Sonst wären wir ja alle gleich.
Es ist ja auch nicht jeder Sub gleich, es ist nicht jeder in seiner Art zu folgen,
nicht jeder Dom ist gleich in seiner Art zu führen.
Wir sind doch alle unterschiedlich. Find deine eigene,
Interpretation von dem. Und wenn du dich dann mit dem Label wohlfühlst,
dann bitte schön, dann trag dieses Label.
Wenn du sagst, nee, das ist es irgendwie nicht. Ja, dann ist es das nicht.
Und wenn das einfach so ein fernes Ding ist und ach, ich weiß nicht und hm,
könnte ganz spannend sein.
Ja, probier es aus. So, Urlaub, finde ich so eine Woche. Keine Ahnung, einfach mal testen.
Und wenn man nach drei Tagen merkt, Und das ist nicht, dann kann man ja einfach
sagen, okay, abends sprechen wir drüber, wie war der Tag heute,
möchten wir es weiter probieren, möchten wir es nicht weiter probieren.
Oder wollen wir was verändern und was sonst probieren. Oder wollen wir so eine
Stellschraube irgendwie ändern.
So ein bisschen Try and Error, das haben wir auch gemacht. Ja,
richtig. Machen wir auch heute noch.
Sebastian
Ich glaube, das ist auch wirklich der Unterschied. Wenn ich aus der BDSM-Ebene
mich Richtung FLR annähere, dann ist das eine andere Sache.
Da gibt es mehr Verhandlungsspielraum, wo man das gemeinsam definieren kann,
als wenn man sagt, auch außerhalb des BDSM-Kontext, ich suche eine FLR-Beziehung.
Weil dann ist das schon so sehr in Stein gemeißelt, ab Tag 1 möglicherweise,
dass es gar nicht mehr SSC ist eigentlich. Das finde ich spannend.
Da muss ich mal drüber nachdenken. Okay, ihr zwei, ich grüße ganz herzlich nach Köln.
Ich habe auch von der Familie letztes Jahr zum Geburtstag einen Ausflug nach
Köln geschenkt bekommen.
Ja, ja, wir sind jetzt, haben jetzt auch euren Flughafen Köln-Bonn genutzt,
das hat schon mal ganz gut funktioniert,
also das heißt, Köln steht dieses Jahr bei uns zumindest auch nochmal auf der
Liste und nicht nur wegen dem Dom, sondern vielleicht auch noch,
weil irgendwie kinky Zeug in Köln
ist, mal gucken, ob wir was entdecken im Sommer, ich bin sehr gespannt.
AnruferIn
Sonst sagt nach, wir können ein paar Sachen nennen.
Sebastian
Sehr gut, ich werde darauf zurückkommen, alles klar, ihr beiden.
Macht's gut, habt eine schöne Zeit, tschüss.
AnruferIn
Ja, auch. Tschüss.
Sebastian
So ihr Lieben, 22.11 Uhr, das waren Biene und James und die sind so erfrischend,
die beiden einfach, das ist einfach schön.
Auch da gibt es eine Folge, Biene und James heißt sie zufälligerweise,
könnt ihr gerne hören und dann wird das alles noch ein bisschen ausgeführt.
Ich habe jetzt hier noch die Schätzfrage, wobei wir heute einen kleinen Bonus mit ins Paket packen.
Aber vielleicht so ein ganz kurzes Gespräch, eigentlich so ein 3-4-Minuten-Gespräch
würde ich vielleicht noch machen, wenn es jetzt sofort klingelt.
Ansonsten war es das dann für heute.
Also ich sage noch ein letztes Mal, die Telefonnummer 05101 911 8952 ist sie.
Wenn ihr noch ein kleines Fazit, eine kleine Note hier lassen wollt,
dann fühlt euch jetzt sofort eingeladen.
Ansonsten müsst ihr das eben später unter die Folge schreiben,
wenn sie am Montag erscheint. Bin gespannt, so ein paar Sekunden warte ich noch.
Und wenn da jetzt nichts klingelt, dann ist das eben so.
Hier mal eine Kapitelmarke setzen, nein, eine Schnittmarke.
Ich glaube, dann kann ich so ein kleines Fazit schon mal ziehen.
Nein, das ziehe ich jetzt nicht.
Sondern ich glaube, wir fangen jetzt wirklich mit der Schätzfrage an.
Also, liebes Publikum, Alttradition in diesem Live-Podcast.
Ich wüsste auch jetzt keinen anderen Podcast, der so einen Unsinn treibt wie
wir. Gehört eben auch zur Unvernunft.
Wir haben eine Schätzfrage. Ich glaube schon seit der zweiten oder dritten Live-Folge überhaupt.
Und das funktioniert so. Ihr Lieben im Chat bekommt gleich eine Frage gestellt.
Die lese ich hier natürlich auch ordentlich vor.
Und dann dürft ihr schätzen, was die richtige Antwort ist.
Wenn ihr am nächsten dran seid, nach so ein paar Minuten werden wir das auflösen,
dann könnt ihr eine Postanschrift hinterlassen.
Und dann bekommt ihr von uns einen Kochlöffel. Da steht drauf für Brat mit Herz.
Und den könnt ihr in der Küche, im Schlafzimmer oder auf Reisen oder sonst wo
verwenden. Wir lassen sowas gerne in Ferienhäusern liegen.
Also die sind auf jeden Fall wunderbar und die könnt ihr gewinnen und wir verwenden
eure Anschrift natürlich auch nur, um einmal einen neutralen Umschlag zu verschicken.
Und weil ich noch ein paar davon hier habe, ich habe von dem Gilbert Bach noch
ein paar Bücher hier liegen. Ich weiß gar nicht, was ich damit machen soll.
Also heute, habe ich mit ihm auch kurz besprochen, heute schicke ich euch ein
Buch mit Hinter dem Schmerz, nichts als Romantik. Ein sehr schönes Werk.
Er liest auch ein Kapitel in der Folge von Gilbert Bach.
Keine Sorge, ich verdiene da nichts dran. Er auch nicht, weil die Bücher hat
er verschenkt. Und eins von den Büchern legen wir einfach mit dazu.
Kann man ansonsten, wenn man jetzt heute nicht gewinnt, kann man das auch überall
kaufen. Ich glaube, diese ganzen Online-Buchläden, die haben das.
Okay, das legen wir also mit dazu. Es gibt also ein bisschen mehr heute.
Haben wir nicht vorher angekündigt.
Und ja, dann...
Da schaue ich mal, ob ich die Schätzfrage finde. Da ist sie.
Dann muss ich eventuell nochmal einen Rechtschreibfehler korrigieren. Da, so schreibt man das.
Und ja, also ihr könnt jetzt mitraten. Die Frage ist folgende,
denn ich habe nicht nur den Einspieler sehr spät bekommen, sondern habe nochmal
ganz kurz angerufen und gesagt, soll ich das wirklich schnell reinbauen in die Folge, Herr Bach?
Und da sagt er, ja, ja, passt. Und weil er gerade im Auto war,
fragte ich mal, wie weit er da eigentlich fahren muss heute.
Und das ist die Frage an euch, denn mir fallen langsam keine Schätzfragen mehr ein. Also, Frage.
Gilbert Bach muss viel Auto fahren, deshalb klang er so komisch beim Einspieler.
Wie viel Kilometer musste er denn heute fahren?
So, und wenn ihr eine Ahnung habt, wie viel Kilometer dieser Mensch heute abreißen
musste, dann könnt ihr das jetzt in den Chat reinschreiben und dann wünsche
ich euch viel Glück, dass ihr möglichst nah dran seid.
Auflösung gibt es in ein paar Minuten, dann schauen wir mal, wer nah dran ist.
Und ja, währenddessen, auch in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit,
und die haben wir ja seit ein paar Wochen wieder ein bisschen mehr als sonst,
gibt es trotzdem Menschen, die diesen Podcast möglich machen.
Wir dürfen hier podcasten, ich darf Aufnahmen machen, ich darf Equipment besorgen,
glaubt mir, Festplatten sind unfassbar teuer geworden. Trotzdem habe ich sie gekauft.
Auch kann ich Gäste hier zumindest per Zugticket einfliegen lassen,
das macht die Sache recht praktisch, damit die Menschen eben nicht hingehen
müssen und dann noch ihr letztes Hemd dafür verkaufen müssen,
dass sie hier teilnehmen können.
Also es gibt ganz, ganz viele Möglichkeiten und das machen die UnterstützerInnen
dieses Podcasts möglich.
Das sind Menschen, die haben beschlossen, sie überweisen ein bisschen Geld aufs
Konto oder machen noch viel besser einen kleinen Dauerauftrag und geben uns
so vielleicht regelmäßig ein Getränk aus.
Und ja, diese Menschen können sich in der Hall of Fame eintragen.
Das ist der Teil auf der Webseite, wo die Menschen eine kurze Botschaft dalassen
können und wo sie auch entscheiden können, ob sie hier genannt werden wollen
oder nicht. und neu in meiner Liste sind hier zwei Namen.
An Domeda. Vielen Dank an dich und auch vielen Dank an Mrs. Ferry.
Ihr seid neu in der Hall of Fame.
Vielen, vielen Dank, dass ihr euch entschieden habt, diesen Podcast zu unterstützen.
Und ich bedanke mich auch ganz herzlich bei Kiesel69, bei FixiH,
Talisin, Anagramma, bei Milady, Mila und Zaprosa, bei Remo, bei Expect Auna.
Ah, ich hab mal gelernt, wie man diesen Namen richtig ausspricht und hab das
wieder vergessen, verdammt. Vielen Dank an Mr.
Erik, Glückskatze und Xpliko, an Iliant, A plus M, an Motex.
An Prinzgemahl Carsten, Buntler Teufel und dann haben wir hier noch ein paar
Namen, nehmen wir mal zum Beispiel diese hier.
Vielen Dank an Ignomian, Kinky Katie, JJ13, Black Duck, Lilith Draconis, Anamkara und Visudo.
Auch ihr unterstützt diesen Podcast. Ganz, ganz vielen lieben Dank,
wie so viele andere Menschen und deshalb können wir das hier wirklich machen
und es ist wirklich ein Traum, jeden Tag wieder zu sehen.
Ja, das Projekt liegt Menschen am Herzen und auch wenn ein paar Menschen ihre
Unterstützung, die sie teilweise über langen Jahre gemacht haben,
jetzt eingestellt haben in den letzten zwei Monaten, sind ja auch wenige Erfolgen
erschienen, ich muss es zugeben, das ist gar nicht schlimm.
Da kommen dann wirklich tolle Mails, wo die Leute sagen, ja,
nee, passt jetzt nicht mehr, geht nicht mehr, andere Sachen haben Priorität
oder Jobfollowing oder irgendwas.
Niemand muss sich dafür entschuldigen. Im Gegenteil, ihr habt dafür gesorgt,
dass dieser Podcast von Menschen gehört werden kann, die ihn hören möchten oder
wollen oder sie ihn brauchen vielleicht sogar, ohne dass sie gegen irgendeine Paywall rennen.
Und das ist total klasse und deshalb vielen, vielen Dank auch an alle Menschen,
die diesen Podcast irgendwann mal unterstützt haben.
Ihr habt was beigetragen und das ist total klasse. So, und jetzt habe ich genug
Zeit rausgeschunden, dass ich mal in die Schätzfrage reingucken kann und dann schauen wir mal.
Wie viele Antworten ich habe? 70 Antworten habe ich bekommen.
Ich beende die Schätzfrage jetzt und jetzt lassen wir mal das System ein bisschen
rechnen. Es hängt es ein bisschen.
Dann hoffen wir mal, dass das hier nicht abgestürzt ist.
Wir warten noch ein paar Sekunden und ich kann euch aber verraten,
dass Gilbert Bach heute, das scheint ein normaler Tag zu sein,
184 Kilometer Auto fahren muss.
Das ist eine ganze Menge. Also ich würde die Krise kriegen, wenn ich so eine
Strecke häufiger hätte.
Und mal gucken, wer das am ehesten erraten hat.
Ich muss mal gucken, das Buch von ihm, wie viele Seiten hat das nicht,
dass das zufälligerweise genauso viele Seiten sind. Nee, ein paar weniger sind es.
100 und, ah, letzte Seitenzahl ist 162. Das ist nah dran. Na gut.
Okay, ich klicke mal hier auf Auswerten. Und am nächsten dran ist Stella 849.
Hat nämlich 182 Kilometer geschätzt. Es liegt nur zwei daneben und Stella,
herzlichen Glückwunsch.
Du kriegst auf jeden Fall von uns einen dicken Umschlag mit einem Buch,
mit dem Kochlöffel und ein bisschen Podcast-Gedöns.
Mal gucken, was das Podcast sowieso einpackt und du kannst die Adresse am besten
jetzt direkt da eingeben in deinem Chatfenster.
Da gibt es so einen Button, den du da kriegst und wenn das nicht klappt,
schreibst du mich einfach die nächsten ein, zwei, drei Tage einfach direkt an
und dann klären wir das so.
Okay, so, das war die Schätzfrage. Und ja, ich fühle mich eigentlich ganz gut.
Ich hatte heute Abend so vorab so den Eindruck, oh, mal gucken,
was das wird, weil das könnte hochpolitisch werden, das könnte ein schwieriges Thema werden.
Und ja, ich hatte wirklich auch viel aus irgendwelchen Foren da im Hinterkopf,
wo ich dachte, oh weia, ich sag's mal ganz ehrlich, das Bild der schlecht gelaunten
Menschen hat sich heute und hier nicht bewahrheitet.
Und ich finde trotzdem, dass wir hier das ganz gut, relativ bunt hinbekommen haben.
Da bin ich doch sehr, sehr happy und deshalb ganz vielen lieben Dank an zum
Beispiel, wenn nicht zum Beispiel, an Severin, an Rubine, an Plessa Switch,
an Gilbert Bach natürlich und Biene und James, dass ihr hier beigetragen habt
und dafür gesorgt habt, dass dieser Abend so bunt ist.
Ich rufe alle Menschen auf, wenn die Folge erschienen ist, natürlich Kommentare
unter die Folge zu schreiben.
Wenn irgendwas gar nicht passt für euch oder ihr da was ergänzen möchtet,
tut das sehr, sehr gerne auf kunst- und vernunft.de. Könnt ihr das tun.
Das könnt ihr auch so anonym machen, wie ihr möchtet. Ihr müsst dafür kein Konto registrieren oder so.
Ihr müsst nicht mal eine E-Mail-Adresse angeben, nur irgendeinen Namen müsst
ihr schon dran schreiben. Aber der darf auch anonym 123 heißen.
Also das ist überhaupt kein Problem.
Okay, da hoffe ich, dass sich da noch ein bisschen was ansammelt und dann können
wir das vielleicht noch mathematisch ein bisschen aufgreifen.
Gut, dann habe ich noch ein paar Ankündigungen zu machen. Was haben wir denn da?
Erstmal haben wir natürlich wieder das Podcast Subi, die ihren Fuchsbau da hinten
betreut. Die kann das auch mal gerne in den Chat reinposten.
Also wir haben nach wie vor einen kleinen Merchshop. Da kriegt ihr Unvernunftgedöns
vom T-Shirt über Handtücher, Kaffeebecher, was ihr wollt.
Da könnt ihr gerne mal einen Besuch abstatten und das Podcast so wie höchstpersönlich
packt die Sachen dann ein. Und ja,
schickt euch. Das mussten wir ja, als wir im Urlaub waren, zwei Wochen pausieren.
Natürlich war wir steigen in den Flieger Richtung Urlaub und in dem Moment kommt
die Mail Bestellung eingegangen.
War sehr schön, aber war natürlich maximal schlechtes Timing.
Ein paar Stunden vorher hätte sie es noch einpacken können.
Gut, auf shop.kunst der Unvernunft gibt es diese Sachen und ja,
dann kann ich jetzt schon mal ankündigen, die Bofevo im Herbst,
die Messe in Hofheim bei Wiesbaden, die findet vom 2.
Zweiten, zehnten bis vierten, zehnten statt und wir waren letztes Jahr da,
das hat riesig viel Spaß gemacht und wir sind dieses Jahr auch wieder da,
den Stand habe ich diese Woche gebucht,
der ist also relativ fix, jetzt ist nur noch die Frage, wie groß soll er sein
und wer ist in unserer Nähe,
aber ich glaube, wir kriegen da wieder unseren persönlichen VIP-Platz,
das wird richtig gut und da kann man uns treffen, wir werden auch wieder Aufnahmen
auf der Messe machen und den ganzen Wahnsinnsaufwand treiben.
Damit das funktioniert, denn beim letzten Mal hat dieser Teil nicht funktioniert,
es ist relativ schwierig, wir wollen nämlich bei der Messe, also die hat ein
eigenes Budget und da wollen wir nicht drauflegen, das heißt,
wir suchen nach wie vor Sponsoren, also UnternehmerInnen, die sagen, jo.
Ich wollte schon immer mal gerne ein bisschen im Podcast-Umfeld werben,
dann wäre doch die Kunst der Unvernunft perfekt und wir bieten auf jeden Fall
eine Menge Sichtbarkeit in allen Folgen, die dort produziert werden und auch am Stand.
Das heißt, wenn ihr, liebes Publikum, jemand kennt, wo ihr sagt,
ja, das passt genau richtig, das muss hinkommen, dann gerne mal da den Aufruf quasi weitergeben.
Also wir haben noch keinen Platz fest vergeben. Wir verhandeln da schon ein
bisschen, aber ich muss eben auch gucken, ich habe ein Budget,
was ich haben muss, damit das auch funktioniert.
Und ganz super günstig sind wir nicht, aber ich glaube preiswert und wie gesagt,
wir suchen Sponsoren, die Lust und Bock haben, uns auf der Messe zu unterstützen
und die im Gegenzug natürlich dort auch präsentiert werden.
Das kann man auch machen und ich glaube auch, dass das Publikum das durchaus
wertschätzt, wenn so ein Projekt dann von Kinky-UnternehmerInnen überhaupt ermöglicht wird.
Also da ist auch eine ganze Menge drin.
Ja, Herz mit drin. Und ja, wie gesagt, das ist jetzt der erste Aufruf.
Wir probieren das mal mal gucken, ob sich da Kontakte ergeben,
an die wir noch nicht gedacht haben.
Das ist jetzt mein Job, das hinzukriegen, damit das Team sich dann einfach drauf
verlassen kann, dass das einfach läuft und dass der Transporter vor der Tür steht.
Und wenn jemand von euch vielleicht so einen Transporter-Verleih hat oder eventuell
den super duper 80% Rabatt-Coupon bei Sixt hat, ich habe der Transporter und
das Hotel, das sind unsere größten Einzelpositionen.
Immer her damit mit allen Sachen, also ich nehme alles an Hilfestellung.
Dankeschön. So, haben wir auch.
Gut, so, kleine Vorschau. Die nächste Folge ist schon geschnitten, also Rohschnitt.
Meine Gästin hört das gerade mit ihrem Partner noch durch, da kriege ich am
Wochenende Feedback, das heißt, die wird in anderthalb Wochen pünktlich erscheinen.
Die Folge danach nehme ich nächstes Wochenende auf, also in acht Tagen.
Da freue ich mich auch, denn da haben wir ein Thema, das hatten wir so noch nicht.
Also, ja, das ist ein Kink, der dürfte bei sehr vielen Leuten auf der roten
Liste stehen und da freue ich mich tatsächlich auf.
Dass wir das mal aufnehmen können. Also das wird echt ein Spaß.
Bei Spaß, na mal gucken. Auf jeden Fall ganz tolle Leute, die ich da auch im
Rahmen der Buffetwo kennengelernt habe und wir haben es geschafft, einen Termin zu machen.
Die nächsten Live-Themen findet ihr alle jetzt schon auf kunst.undvernunft.de.
In zwei Wochen hören wir uns mit dem Thema Spielen zu dritt oder mehr.
Also da wird das dann auch nochmal spannend.
Wie, in welchem Umfeld, in welchem Kontext. Das muss nicht Poli sein.
Also man kann ja auch irgendwie mit zwei, vier, nicht 2, 4, mit 3,
6, 9, 12 Leuten irgendwie spielen, wenn ihr da Spielsituationen hattet.
Immerher damit zu der Folge habe ich sogar schon den ersten Einspieler bekommen.
Zwei Wochen danach sprechen wir über den Orgasmus im BDSM und dann endlich über die Kunst des Dienens.
Also die nächsten sechs Wochen Unvernunft live sind auf jeden Fall gesichert und dann passt das.
Okay, und ich glaube, jetzt habe ich alles gesagt. Ich habe mich im Zeitraum perfekt bewegt.
Jetzt kann das Podcast so mir noch einmal unseren Spendenhut in den Chat werfen,
so als letzte Eigenwerbung. Ihr merkt, wir machen langsam so ein bisschen Druck hier.
Wir müssen euch ja auch die Gelegenheit geben und das auch dazu sagen.
Ja, ich gewöhne mich langsam daran, da ein bisschen auch darauf aufmerksam zu
machen, dass das hier nicht einfach so geht.
Das hat mir heute richtig Spaß gemacht, weil alle mitgezogen sind.
Ich glaube, das Thema haben wir nur angekratzt. Wir haben die zwei völlig gegenläufigen
Perspektiven, einmal politisch, einmal kinky.
Wobei ist das gegenläufig? Nein, nicht gegenläufig, aber es gibt zwei Herangehensweisen.
Und ich glaube, wir konnten beide zeigen, also auch an Rubina nochmal vielen
Dank für den Ausflug in die Richtung.
Ich werde vielleicht doch nochmal den einen oder anderen Cosmopolitan Artikel lesen.
Aber ich glaube auch diese romantische Komponente diese Wohlfühlkomponente wir
kommen aus dem Kink-Bereich und haben ja dort gelernt zu verhandeln,
Konsent herzustellen und auch zu halten und dann da in die Richtung FLR auch zu gehen, gemeinsam,
ich glaube das ist auch ein wunderschöner Weg und ich glaube im Zweifel stärkt
es alle Beteiligten an der Beziehung,
Dann kann sich das einfach gut anfühlen. Und ja, bisher hat mir noch nie jemand
gesagt, oh Gott, wie schrecklich.
Das sollte man auf keinen Fall tun. Es ist einfach eine valide Form der Beziehung
oder des BDSM oder beidem idealerweise, in die man gehen kann.
Und ja, deshalb nochmal vielen, vielen Dank an alle Menschen,
die heute angerufen haben, die Beiträge geschickt haben und die auch nochmal
später was unter die Folge drunter schreiben.
Großartig, ihr habt es mir wirklich leicht gemacht und ich habe hier wirklich
ein bisschen mit Angstschweiß gesessen und dachte mir, um Gottes Willen,
was hast du hier für ein Thema aufgemacht, Sebastian?
Mal gucken, ob das klappt und ihr habt dafür gesorgt, dass es funktioniert hat.
So, ich glaube, ich kann mich jetzt nur noch verabschieden. Das Podcast-Subi
war jetzt eben nicht mehr zu hören.
Sowas Blödes aber auch. Aber sie wäre eingesprungen. Sehr schön.
Könnt ihr Bino und James die Schuld geben, dass ihr das Podcast-Subi nicht ausschweifend gehört habt.
Aber keine Sorge, ich glaube, ich kriege sie hin und wieder nochmal vor das
Mikrofon. Aber die Entscheidung, die trifft im Zweifel sie.
Ganz alleine. Da kann ich sie nicht zwingen. Naja.
Habt eine schöne Zeit. Eine kleine Postshow mit dem Tonmeister.
Wird es aller Voraussicht nach geben.
Ja, der ist wohl da. Sehr schön. Und ja, also wir hören uns wieder in einer
Woche mit der nächsten Folge, von der ich jetzt noch nicht zu viel verraten möchte.
Und in zwei Wochen in der Unvernunft live zum Thema Spielen zu dritt oder mehr.
Und jetzt wünsche ich euch ein wundervolles Wochenende, eine tolle Zeit und
genießt jede Beziehungskonstellation, in der ihr seid.
Und wenn es die FLR Konstellation ist, dann genießt die heute einfach nochmal
ein bisschen mehr und feiert euch selbst und eure Beziehung. Macht's gut. Tschüss.