Unvernunft LIVE v. 24.03. - Kink für zu Hause

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Sebastian So, herzlich willkommen zur Kunst der Unvernunft live Folge 2 und das ist die Aufnahme vom 24.03. Aber ich habe es geschafft, ich habe alle technischen Dinge perfekt eingestellt und ich habe nur den Aufnahme-Button nicht gedrückt. Das heißt, die ersten 5 Minuten fehlen mir einfach. Tja, und weil das einfach sehr schade wäre, die liebe Elea da irgendwie dann zu unterschlagen, habe ich beschlossen, wir machen das jetzt heute. Das ist der Tag darauf, der 25. um 12 Uhr, dass wir wenigstens nochmal die Begrüßung und so einen kleinen ersten Teil miteinander besprechen und dann gehen wir einfach dann in diese Live-Sendung wieder über und dann sollte es im Feed halbwegs passen und für die Zukunft habe ich was gelernt. So, und deshalb begrüße ich jetzt Elea aus der Schweiz. Hallo.
Elea Genau, das hat ja gestern nicht geklappt, dafür können wir das jetzt nachholen.
Sebastian Genau, sag es ruhig noch ein paar Mal.
Elea Nee, alles gut.
Sebastian Immerhin habe ich es ja gemerkt. Ja,
Elea genau, in
Sebastian irgendwas fehlte auf dem Bildschirm. So, genau, du kommst aus der Schweiz, aus Basel. Du bist 21, darf ich sagen. Und du hast gerade auch viel Zeit, denn du hast einen Stammtisch ins Leben gerufen.
Elea In Basel einen Jugendstammtisch für Leute zwischen 18 und 35 Jahren. Ja,
Sebastian Genau, der ist leider zu, aber dadurch hast du ja Zeit für mich. Das finde ich natürlich dann doch nicht so schlecht. Sogar jetzt zweimal Zeit für mich. Wir haben das alles auf unserer Aufnahme drauf mit dem Stammtisch, aber über dich haben wir ganz viel unterschlagen. Jetzt versuchen wir da mal irgendwie einen Anschluss zu kriegen. Magst du mal ein bisschen beschreiben, wie deine Ausrichtung ist im Bereich BDSM?
Elea genau, ich spiele grundsätzlich auf beiden Seiten ein bisschen länger, auf der submissiven Seite. Ich habe jetzt aber vor drei Monaten circa meinen Freund kennengelernt, der eher auf der submissiven Seite spielt und habe da das Spiel oben entdeckt und sind da auch jetzt ein bisschen am Ausprobieren, was uns gefällt. Ja, und sehr zu Hause in den Seilen auf der passiven Seite.
Sebastian Okay, also Seile nur passiv und deinem Freund gegenüber trittst du aber nur aktiv auf.
Elea Aktuell ja, er ist grundsätzlich auch Switcher. Vielleicht probieren wir da auch mal das andere aus, aber so weit sind wir noch gar nicht in der Beziehung. Das kommt vielleicht noch. Mal schauen.
Sebastian Ja, ihr habt ja noch Zeit. Man hat ja viele Möglichkeiten zum Ausprobieren.
Elea Genau. Genau.
Sebastian Jetzt sind wir gestern so drauf gekommen, ich merke, ich versuche jetzt diesen Übergang irgendwie zu bauen. Es wird mir überhaupt nicht gelingen, wie ich das sehe. Da steigen wir mittendrin ein, wo es dann so um Spielpartner geht. Mit wem kann ich was machen? Also ihr spielt nicht exklusiv miteinander.
Elea Doch, im Moment schon. Ja, das Ziel oder mein Ziel wäre, dass es in Zukunft dann ein bisschen offener ist, aber wir sind jetzt mal monogam in die ganze Geschichte gestartet ist für ihn auch alles neu und wollen dort erst eine Basis bauen, die stabil ist, bevor wir da etwas ausprobieren. Im
Sebastian Okay, das heißt, du kannst die submissive Seite aber gerade gar nicht ausleben dann.
Elea Moment nicht. Nein, ich kann mich in den Seilen ausleben. Ich habe da einen Menschen, der mich ab und an mal fesselt, einfach im nicht-sexuellen Kontext mehr so das üben. Das tut mir sehr gut, genieße ich es sehr. Und ansonsten kann ich die gerade nicht ausleben, das ist richtig.
Sebastian Aber jetzt fange ich mit Aber an. Das ist ja auch mal sehr schön, immer Aber zu sagen. Aber ich persönlich würde jetzt Bondage mit Seilen, das würde ich ja schon als sehr intime sexuelle Handlung, würde ich das für mich beschreiben. Das ist bei dir anders.
Elea Naja, kommt drauf an, wie man es macht. Also es gibt für mich Momente, da kann man das sehr, ja theoretisch ist übertrieben, aber dann mit einer gewissen Distanz, also dass man sich da nicht irgendwo anfasst, so im Intimbereich oder kein Küssen und so und dann ist das direkt ein bisschen distanzierter. Oder man kann das dann halt sehr sexuell ausleben, auch Sex haben und so. Das mache ich im Moment natürlich nicht.
Sebastian werde das jetzt einfach zusammenbauen und dann wird das alles gut werden. Dann bekomme ich bestimmt ganz viele E-Mails, dass es gelungen ist oder eben nicht. Ich verabschiede mich jetzt nicht von dir, weil man hört dich ja jetzt und ich schalte jetzt einfach um auf die Live-Aufnahme. Also das hängt dann wirklich auch vom Partner ab.
Elea Ja, extrem. Ich weiß nicht, auf der submissiven Seite spielt es mir nicht so eine Rolle, vielleicht. Oder da bin ich weniger wählerisch. Auf der dominanten Seite bin ich schon sehr wählerisch und ich kann nichts damit anfangen mit diesem, ja, ich weiß nicht, wenn der Mann nur Ja und Amen sagt, dann löst das in mir nichts aus. Ich möchte Ich möchte immer noch einen Mann vor mir haben. Ich weiß nicht, das war gar nicht so einfach zu finden. Und dann merkte ich auch, dass ich eine Bindung brauche zu diesem Menschen. Also das kann jetzt nicht nur eine Freundschaft sein, das muss für mich schon mehr sein, sonst kann ich mir das gar nicht vorstellen.
Sebastian Du legst dich aber dann auf einen Spielpartner, also auf deinen Freund als Spielpartner fest.
Elea Ja, auf der aktiven Seite, ja.
Sebastian Und auf der submissiven Seite?
Elea Ja, da sieht das Ganze ein bisschen anders aus. Da spielt das alles nicht so eine Rolle. Da bin ich viel flexibler und da muss es auch keine Beziehung sein und da muss es nichts Festes sein. Nein, und da, ja,
Sebastian Okay.
Elea das sind zwei Welten. Schon.
Sebastian Moment, und dein Partner, wenn du ihn aber dominierst, er hat dann auch nur dir zu gehören, oder?
Elea Ja, schon. Da möchte ich nicht teilen. Aber er ist auch grundsätzlich Switch. Das heißt, da wird es sicher auch früher oder später den Moment geben, wo er dann vielleicht auch mit jemandem auf der submissiven Seite spielen möchte. Aber da sind wir noch gar nicht in der Beziehung. Also die Beziehung ist noch viel zu frisch. Wir sind da noch am Ausprobieren und schauen, was uns gefällt und wie es uns gefällt. Ich
Sebastian Ja, so, jetzt muss ich einmal einen ganz großen Fauxpas hier gestehen. Ich habe gerade vor zwei Minuten den Aufnahmeknopf wirklich gedrückt. Es hat alles so schön geklappt, dass ich diesen Knopf nicht gedrückt habe. Ja, das muss ich noch üben. Das kommt auf den großen Zettel drauf. Verdammt. Mal gucken, was ich da draus mache. Also die ersten paar Minuten, die haben jetzt nur ein paar Menschen, die jetzt live zugehört haben, gehört. jetzt ist es raus, dann muss ich hinterher mal nicht erklären, warum das jetzt da kürzer ist. Ah, entschuldige, dass ich da jetzt abgelenkt habe, bei mir ist das eben wirklich aufgeregt, irgendwas stimmt hier nicht, irgendwas fehlt. Ich habe ja noch ein bisschen Zeit zum Üben, glaube ich. finde aber nochmal diesen Part spannend, also wenn du jetzt mit mehreren Spielpartnern, also wenn das wechselt, ist das jetzt was Spontanes oder wie findet sich das? Weil, ne, diese Fixierung auf einen Partner, die durchbrichst du da ja einfach.
Elea hatte mit zwei Ex-Freunden eine Spielbeziehung, da war ich in der Beziehung mit diesen Menschen und hatte da eine Beziehung innerhalb der Liebesbeziehung und ich hatte eine Spielbeziehung, da war es einfach eine Spielbeziehung ohne die romantische Beziehung. Das ist dann schon exklusiv, aber nebenbei, also zum Beispiel mit den Seilen, da habe ich immer auch mit anderen Menschen noch gespielt und gefesselt und halt einfach immer im Kontext von den Seilen. Aber wenn ich dann da irgendwie gefesselt liege und jemand macht mir noch ein Seil durch den Mund oder so, dann kriegt das immer sehr schnell auch so einen spielerischen Aspekt. Und das war immer auch,
Sebastian Das ist dann gar kein, Entschuldigung, ja, das hat dann also gar keine sexuelle Komponente, das ist halt ein, das macht man miteinander. Oder wie siehst du das? also ich versuche das so ein bisschen auseinanderzudröseln, wenn du sagst, das ist eine Spielbeziehung ohne die romantische Komponente, dann heißt es ja, man trifft sich so wie, mal ganz provokant, wie andere Leute sich zum Sport treffen. Die treffen sich, die machen das miteinander, dann ist das für beide schön, beide sind glücklich und dann gehen sie wieder auseinander und dann ist auch wieder gut. Das heißt, BDSM ist kein Sex,
Elea muss nicht. Also ich führe mit meinem Freund eine monogame Beziehung, aber ich habe einen Mann, mit dem treffe ich mich ab und zu zum Fesseln und dann halte ich still und der übt da seine Knoten und ich genieße die Seile auf meiner Haut und dann sagen wir uns tschüss und ich gehe wieder nach Hause, ohne dass da irgendwas Sexuelles stattgefunden hat.
Sebastian ein Übungsobjekt, okay?
Elea Ein Übungsobjekt, das es genießt, Übungsobjekt zu sein, Es kann natürlich auch mit Sex kombiniert sein, wenn es möchte, aber es muss es nicht. Es kann und es darf. Ja,
Sebastian Okay, ja, da gibt es einfach auch zwei Lager, glaube ich, in der Szene, wo man dann sagen kann, es gibt Menschen, die sagen, nein, das mache ich nur mit dem Partner und das ist immer ganz exklusiv und dann gibt es eben Menschen wie dich, die eben sagen, okay, das kann man halt einfach mal miteinander machen.
Elea wenn es passt, aber es gibt auch Menschen, mit denen würde ich etwas nicht tun wollen, weil es mit dieser Person nicht passt, aber dann hat es einfach mit der Person zu tun und nicht mit meiner Einstellung dem Ganzen gegenüber, was das Sinn macht. Ich
Sebastian Was wäre denn da unangemessen?
Elea weiß nicht, also ich bin zum Beispiel durchaus interessiert an Pet Play, ich bin da ein verschmustes Kätzchen und da gibt es einfach Menschen, denen möchte ich das nicht zeigen, weil es sich nicht richtig anfühlt, weil das Umfeld nicht stimmt, weil die Bindung zu dieser Person nicht stimmt, einfach weil, ja, es hat doch dann etwas sehr Spezielles und dann gibt es einfach Menschen, mit denen möchte man das teilen und Menschen, mit denen möchte man diese Seite nicht teilen.
Sebastian Meinst du jetzt Teil im Sinne von, dass die das sehen können? Oder
Elea Ja, also Sehen. Sehen ist nochmal etwas anderes, aber miterleben. Es ist für mich etwas sehr vielleicht Verletzliches, oder ich bin in so einem Moment sehr verletzlich. Und jemand, der mich in den Seilen einfach aufhängt, das ist für mich etwas ganz anderes, als wenn ich mich als Kätzchen auf den Schoß kuschle. Also das kann man nicht vergleichen. Nee,
Sebastian beim Petplay, da bin ich ja immer so ein bisschen neugierig. Ich bin da ja auch nicht frei von einem gewissen Ausprobierwillen. Das hast du gesehen, hast gesagt, das mache ich mal. Und macht ihr da so eine Materialschlacht raus? Oder wie spielen da Toys mit rein, dass ihr da miteinander interagiert?
Elea gar nicht, gar nicht mal so groß. Wo es geht, ist für mich mehr so eine, ich weiß nicht, ich beschreibe das gerne als Bubble. Man ist da in einem ganz eigenen Mindset, wo andere Gedanken dann keinen Platz haben. Also für mich geht es da wirklich, dass für mich etwas nicht sexuell ist, das Petplay. Muss ich vielleicht noch sagen, dass das für viele durchaus sexuell ist und ist für mich nicht. Für mich ist es wirklich eine verschmuste kleine Katze, die sich gerne zusammenrollt. auf dem Schoß zum Beispiel, auf dem Sofa und gekrault wird und dann ein bisschen schnurrt und dann hat sich das eigentlich auch erledigt. Also das ist mehr eine Sache, die im Kopf geschieht und jetzt weniger, dass ich mich unbedingt so anziehen muss und das und jenes und ja.
Sebastian Ja, wenn es jetzt im Kopf geschieht, dann ist es ja so, Also eine Katze, die ist ja nicht nur verschmust, die ist ja auch, also zumindest sagen mir das alle Katzenbesitzer um mich rum, die machen halt ihren Kram und sind recht verächtlich. Nach dem Motto, stell mir mein Futter hin und wenn es nicht das Richtige ist, dann verschmähe ich es halt.
Elea Ja, das würde ich es als Brat durchaus tun, als Katze nicht. Das ist wirklich ein sehr verschmustes, zärtliches, Gebrechliches, ja, vielleicht ein bisschen gebrechliches Wesen, das einfach Liebe braucht. Das ist so der Ausdruck davon.
Sebastian Okay, und wie kommst du in das Mindset rein? Dann beschließt du das, beschließt ihr das.
Elea Ja, das ist schon eher etwas, das sich ergibt aus der Situation, weil ich dann merke, okay, ich möchte das jetzt gerne oder ich bräuchte das jetzt oder es würde mir gut tun. Und dann kann ich mich da reingeben, wenn der aktive Part da mitmacht. Aber
Sebastian Der macht
Elea das ist nicht etwas, das ich plane, so morgen um 15 Uhr machen wir das, so funktioniert das nicht. Das funktioniert mit anderen Dingen, mit den Seilen funktioniert das sehr gut, wir treffen uns morgen um 15 Uhr, das funktioniert da zum Beispiel für mich nicht. Da
Sebastian Jetzt, wenn es wieder geht, wenn man dann auf eine Party geht, was gibt es welches hat kommt da an also die katze kommt nicht mit zur party die dominante seite kommt wahrscheinlich mit oder die submissive was ist da das wo du sagst dass es dann für die öffentlichkeit bestimmt oder für die szene öffentlichkeit
Elea kommt jetzt zum Leben drauf an, im Moment führe ich eine Beziehung mit einem Mann, der eher auf der submissiven Seite spielt, das heißt, wir waren jetzt auf den Veranstaltungen, die wir waren, waren wir schon in der Konstellation, dass ich Dom bin und er Sub, ich war aber auch schon auf vielen Partys, wo ich als Sub unterwegs war und dann
Sebastian jetzt
Elea ja, meistens für die Unterhaltung der anderen bin ich dann schon eher auf der brattigen Seite unterwegs und reize dann sehr. Schaue, wie weit ich gehen kann, würde
Sebastian kannst du das an einem abend kombinieren ich
Elea ich glaube ich auch nicht wollen. Auch alleine, weil es zwei Menschen dafür bräuchte und ich möchte ja an eine Party gehen mit einer Person und mich auf diese Person einlassen und mit dieser Person diesen Abend genießen, mit dieser einen Person.
Sebastian aber ich komme jetzt mal wieder weg von partys das ist irgendwie wie gerade deprimiert. Ich mag noch so ein bisschen nochmal ein bisschen schauen mit diesem Jugendstammtisch tatsächlich. Also wenn es da vorher nichts gab, ihr fangt ab 18 an, glaube ich. Nicht ab 15, wie die SMJG das macht. Ist das ein Schweizer Ding, dass es da rechtlich anders ist oder wie sieht das aus?
Elea Wir haben uns lange überlegt, ob wir jünger sein wollen, ob wir das ab 15 oder 16 machen wollen, haben uns dann da richtig ein bisschen informiert und es ist einfach, man muss in der Schweiz ziemlich aufpassen, was man dann an Bildmaterial und Infomaterial und Links etc. zur Verfügung stellt. Also wir hätten da dann auch die Chaträume sehr, sehr, sehr stark moderieren müssen und schauen müssen, dass ja nichts Falsches da geschrieben wird und das am Stammtisch, wir machen Show-and-Tell-Abend, da kann ich sonst nachher noch mehr dazu erzählen, dass da nichts Falsches gezeigt wird und wir sind beide keine Juristen und dann mussten wir einfach sagen, okay, wir wollen da auch jetzt uns nicht irgendwie ein Mist einhandeln und gehen einfach auf die sichere Seite und machen das ab 18. Wie gesagt, der bestehende Stammtisch, den es schon gab, der war ab 18 In Bern haben sie parallel dazu auch einen gegründet, der ist auch ab 18. Und in der Zwischenzeit gibt es noch einen in Luzern, der ist auch ab 18.
Sebastian Ich habe das Gefühl, in der Schweiz geht es gerade richtig los. Ganz viele neue Stammtische, ganz viele Events,
Elea Ja, es ist viel los. Es ist schön. Sehr schön.
Sebastian Ja, ist toll, wenn das aufblüht. Du hast gerade Show-and-Tell-Abende gesagt.
Elea Genau.
Sebastian Klärst du mir das? Ich habe keine Ahnung, was das ist.
Elea Wir haben, wo wir ja den Stammtisch gegründet haben, haben wir gedacht, okay, sich austauschen ist das schön und gut, aber wir wollen den jungen Menschen ja auch Infos geben. geben, wir wollen denen etwas zeigen, wir wollen, dass die etwas lehren, wenn die zu uns kommen. Und wir selber, wir sind ja keine Profis, wir sind jung und wir haben gewisse Erfahrungen gemacht, aber wir sind, ja, ich denke, Leute, die seit vielen, vielen Jahren dabei sind, die haben da mehr Ahnung. Und dann haben wir gesagt, wir organisieren Show-and-Tell-Abende, da kommt jemand, den wir einladen. Das war zum Beispiel einmal ein Shibari-Künstler, Der hat in Basel seinen Dojo, also seinen Übungsraum. Der gibt viele Kurse und ist wirklich gut in dem, was er tut. Den haben wir eingeladen. Der ist vorbeigekommen an einem Stammtisch, an einem normalen Stammtisch-Datum ist er vorbeigekommen. Und dann hat er, ich weiß auch nicht, vielleicht eine halbe Stunde etwas Theoretisches erzählt. Ein bisschen über die Geschichte, ein bisschen über die Sicherheit, ein bisschen über seinen Ansatz dazu. Und dann hat er vielleicht nochmals eine halbe Stunde gefesselt, hat eine Fesslung vorgezeigt mit seiner Partnerin. Und das Ziel dabei war, dass die Leute, die an diesem Stammtisch sind und vielleicht nicht mal das Wort Shibari kennen, nachher wissen, ah ok, das ist mit Seilen, da fesselt man sich, da geht es um die Begegnung zwischen zwei Menschen. Das kann sehr sexuell sein, das muss aber überhaupt nicht sexuell sein. Das kann auch absolut meditativ sein, mehr wie irgendwie Yoga oder so. Da muss man aufpassen mit den Nerven und den Oberarmen und so. Einfach so ein bisschen eine Grundidee. Vielleicht.
Sebastian Macht ihr den Stammtisch irgendwie in der Party-Location oder wo macht ihr den, dass das geht? Das
Elea Wir haben das absolut große Glück, dass vom regulären Stammtisch, den wir in Basel haben, also wir haben noch einen zweiten Stammtisch, der hat keine Altersbegrenzung, derjenige, der diesen Stammtisch organisiert, ist gleichzeitig Wirt von einem Wirtshaus und hat da einen Saal. und den dürften wir benutzen.
Sebastian ist natürlich absolut praktisch. Er kriegt die Hütte voll und dann läuft das.
Elea Das ist, ja, das ist wirklich Luxus. Das ist, für viele Stammtische ist ja nicht so leicht, eine Location zu finden und da wir ihn haben, haben wir da wirklich ein großes Privileg und können dann eben auch in diesem Lokal diese Show-and-Tell-Abende durchführen, haben auch Platz für genügend Leute und sind unter uns, stören niemanden.
Sebastian Was heißt denn genügend Leute?
Elea Ja,
Sebastian Also was geht denn da rein oder wie viele kommen denn da?
Elea ich denke, so 50 waren wir schon.
Sebastian Ja, wir haben ja heute eigentlich genau um 20.30 Uhr ist ja immer meine Hannover-Stammtisch-Zeit. Das heißt, ewig wird es dieses Format ja nicht mehr geben am Dienstagabend, weil ich dann ja selber ausgehen möchte. Und ich finde das immer sehr unübersichtlich, wenn da so 50 Mann sind. Sitzen die an einem langen Tisch bei euch oder sind das kleine Grüppchen? Also wie stelle ich mir das einfach vor?
Elea Ja, es ist ein Saal, wie man den kennt von Restaurants, mit Tischen und Stühlen. Und die sind in einem U aufgebaut. Wir haben aber das U unterbrochen, dass man da zwischendurch gehen kann, dass man nicht immer eine ganze Runde außen rum gehen muss, bis man dann zu den Leuten in der Mitte kommen kann. Ich weiß nicht, ob du dir das vorstellen kannst.
Sebastian Doch, so ein bisschen. Also U-Form mit Unterbrechung.
Elea Ja, genau. Und
Sebastian Also das heißt, die Tische stehen wie in der Schule im Grunde, dass man den Lehrer dann vorne auch genau sehen kann an seiner Tafel.
Elea genau, da hat's die Türe, deswegen hat es da keine Tische. Wir stellen da meistens noch einen Flyer-Tisch hin, wo Flyer ausliegen. Da liegen auch Flyer aus von verschiedenen Veranstaltungen oder Projekten. Und ansonsten ist es ein U und es wird einfach Unterbrechung, dass man da durchgehen kann, dass ein bisschen mehr lebt, dass man sich auch umsetzen kann. Und die Leute, die setzen sich auch sehr aktiv um, dass man auch mit verschiedenen Leuten ins Gespräch kommen kann an einem Abend.
Sebastian Wenn jetzt jemand hier zuhört und ist jetzt in Basel und ist da noch ganz neu, nehmt ihr die an die Hand oder kommen die einfach? Wie organisiert ihr das?
Elea Wir haben von 18 bis 18.30 Uhr ein Zeitgefäß für unsere Newbies. Da sind einfach wir von der Leitung schon da, wir bauen ein bisschen auf und die können da schon kommen, die können uns da kennenlernen, erste Fragen stellen und können sich dann überlegen, ob sie um 18.30 Uhr da bleiben wollen oder ob sie dann finden, ja, das reicht jetzt heute an Eindrücken. Ich komme dann vielleicht im nächsten Monat an den Stammtisch selber.
Sebastian Ja, finde ich schön, wenn das so ein offenes Angebot dann auch tatsächlich ist. Wir nähern uns so langsam dem Ende unseres Gesprächs. Ich mag aber dir auf jeden Fall die Gelegenheit geben, dass du nochmal irgendwas sagen kannst, wo man euch da findet. Gibt es da eine Webadresse oder was zu?
Elea Nichts mehr.
Sebastian So, jetzt sollst du mich aber wieder hören. Hallo. Hallo.
Elea Ja, ja,
Sebastian Ja, jetzt hier kleine Aussetzer. Toll, es fängt schon gut an heute. Aber einmal muss das wohl immer sein. Wir nähern uns so langsam dem Gesprächsende. Ich mag dir aber wirklich die Gelegenheit geben, dass du nochmal sagen kannst, wo man euch finden kann. Ihr habt ja bestimmt eine Homepage oder sowas.
Elea www.jugendstamm-basel.ch
Sebastian Okay, und
Elea oder einfach irgendwas mit BDSM Basel Jugend googeln und dann kommen wir dann schon. Haben
Sebastian habt euch also für Google optimiert. Schon mal gut.
Elea wir uns Mühe gegeben? Nein, man findet uns schon.
Sebastian Okay. Okay, ja, dann hoffe ich, dass das richtig voll wird. Und wenn ich mal hinkomme, ach nee, ich glaube, ich bin zu alt. Da gibt es eine Altersgrenze bei euch, ne?
Elea Ja, genau, bis 35, also bis und mit 35.
Sebastian Bis und mit 35, okay.
Elea Ja, wir
Sebastian Ja, also ich bin raus, aber der eine oder andere, wenn er dann mal durch die Schweiz fährt, dann hat er vielleicht Glück, dann passt ein Termin. Ist ja auch mal ganz schön da. Ja,
Elea freuen uns über neue Menschen, klar.
Sebastian gestehen, ich habe beim letzten Mal nur lange im Stau vor dem Tunnel gestanden und dann war es im Tunnel dunkel und danach war es dann irgendwie schon Abend und viel habe ich dann nicht mehr gesehen.
Elea Nein,
Sebastian Das ist so ein bisschen, ja,
Elea es wäre schön.
Sebastian glaube, es ist ganz wunderbar. Wie gesagt, man muss sich aber, glaube ich, ein bisschen einfach die Zeit nehmen und so weit weg ist es ja noch nicht.
Elea Ja, und trotzdem muss man da hinkommen.
Sebastian Also für einen Stammtisch würde ich jetzt auch nicht vorbeifliegen. Das muss ich ehrlich
Elea glaube ich, das machen die wenigsten.
Sebastian Aber es gibt ja auch genug Schweizer, die irgendwie ein bisschen pervers sind offenbar. Das ist ja schon ganz gut, wenn die dann auch aus dem Haus gehen können und sich treffen können.
Elea Genau. Ja,
Sebastian Finde ich super. Ja, dann die Uhr ist unerbittlich, muss ich leider gestehen. Dann werde ich mich jetzt von dir verabschieden.
Elea vielen Dank.
Sebastian Und bedanke mich für deine Zeit und dass du dir die auch wirklich genommen hast, dass wir den Tech-Check auch vorher hinbekommen haben. Und dir wünsche ich einfach jetzt noch einen ganz schönen Abend.
Elea Ja, das wünsche ich dir auch und noch ganz viel Spaß. Hallo.
Sebastian Und Dankeschön. Ja, und dann gucken wir mal weiter, was jetzt noch kommt. Jetzt reden wir gleich über Bondage. Aber vorher gibt es noch ein bisschen Musik für euch da draußen. So, und da sind wir auch wieder. Ich habe, glaube ich, gelesen, ich muss sagen, von wem die Musik ist. Wack, Lost and Damned. Und ich glaube, ich packe das einfach gleich mal kurz in den Chat rein. Und dann ist meinen Copyright-Pflichten hier Genüge getan. Ich habe schon wieder jemand in der Leitung, einen Rigger, nämlich den Vaegabound aus der Nähe von Halle Leipzig. Hallo. Ja, du machst in Bondage und
Vaegabound Ja, korrekt.
Sebastian ja, was tust du da oder was ist da deine Passion? Wie kommt man dazu? Das
Vaegabound Also ganz konkret bin ich eher zufällig dazu gekommen. Also ich habe vor einigen Jahren gab es in Leipzig so eine Veranstaltung, die nennt sich Kink in Pink. Und das waren ja im Prinzip verschiedene Workshops zu Themen, die sich um BDSM und Kink drehten. Und einer davon war ein Bondage-Workshop. Und da bin ich mit meiner damaligen Partnerin hin und war angefixt seitdem zum Teil davon. Und dann hat sich das tatsächlich von so einem, ja, das finde ich interessant, zu, ja, ich würde sagen, zu einer ziemlichen Passion entwickelt über die Jahre. Das
Sebastian heißt ja Passion. Also ist dein einziger Kink oder dein, würdest du sagen, das ist ein Fetisch, das Seil?
Vaegabound Seil gar nicht so sehr. Das Fesseln an sich ist ein Kink. Ich sehe das Seil eher als Instrument. Also das heißt, ja, so die Haptik ist mir wichtig, wie es aussieht ist mir auch wichtig, aber so wie es bei manchen Menschen ist, dass sie ja einen bestimmten Bezug zu dem Geräusch oder zu dem Geruch von Hanf oder Jute-Materialien haben oder dergleichen, Das ist es bei mir tatsächlich weniger so. Für mich ist das Seil ein Instrument, mit dem ich Kunst mache, mit dem ich Kommunikation führen kann mit meinem Gegenüber, eine sehr intime Kommunikation. Und da geht es mir tatsächlich eben eher um diese Aspekte von emotionalen Verbindungen, das Seil an sich. Na,
Sebastian Also es kommt jetzt nicht darauf an, dass alle Knoten perfekt symmetrisch sind und dass die Seile die perfekte Farbe haben. Oder ist das auch
Vaegabound das ist Teil des Genusses. Natürlich möchte ich, dass es am Ende auch schön aussieht und dass die Seile auf eine bestimmte Art gebunden sind und bestimmte Knoten eben auch sitzen. Das ist dann ja auch eine Frage der Sicherheit meines Modells oder meiner Spielpartnerin. Ich fotografiere auch. Also das heißt, auch da sollte es dann nicht zu unordentlich aussehen. Aber tatsächlich bin ich da frei oder freier im Fesseln. Also ich würde auch sagen, ich bin eher Shibari inspiriert, als dass ich jetzt sagen würde, okay, ich mache jetzt Shibari nach der und der Schule.
Sebastian Okay. Also ich muss gestehen, ich kenne deinen Instagram-Account und was ich da gesehen habe, das war so ein bisschen, ja, organisch würde man jetzt fast sagen. Also das ist dann, das kann auch ein bisschen, ich sage mal, schmutzig sein oder das sieht nicht zufällig aus, aber es ist auch nicht jetzt so perfekt durchdacht, immer symmetrisch oder so, sondern da geht auch mal ein Bündel Seil einfach durch den Mund. Punkt. Punkt.
Vaegabound Gut, ich meine, das ist dann nicht zufällig, sondern das ist dann in dem Fall beabsichtigt. Aber ich vergleiche das immer so ein bisschen, wenn ich das versuche zu erklären, mit Musik.
Sebastian Verdammt,
Vaegabound Also ich kann halt eine ganze Reihe von Noten. Und mit dem, was ich habe, kann ich eine Jam-Session machen, kann ich halt aus mir heraus quasi spielen. Ja, Jazz quasi. Aber ich bin jetzt in dem Sinne kein Konzertpianist. So, ja, der jetzt irgendwie in der Oper auftreten wird oder sowas. Ich glaube, das beschreibt es eigentlich ganz gut. Und so ist tatsächlich auch mein Spielen oder mein Fesseln. Also ich gehe da selten mit einer klaren Idee oder einem klaren Konzept dran, wie ich jetzt eine Person für diesen einen Moment fessel oder wie ich die Person für dieses eine Shooting fessel, sondern lass mich tatsächlich da häufig von der Stimmung tragen, von der Körperlichkeit der Personen, von den Emotionen, die da vielleicht gerade da sind, von dem Raum, in dem ich fessel und gestalte das recht frei dann in dem Moment.
Sebastian kriegst du denn die Leute her? Jetzt
Vaegabound Das ist ganz unterschiedlich. Also es gibt natürlich online die Möglichkeit, da gibt es ja diverse Dating-Seiten oder Kontaktseiten, auf denen man sich dann halt trifft. Tatsächlich seitdem ich jetzt auf Instagram bin, Leute sehen, was ich mache. Gibt es da auch Menschen, die sich eben dafür interessieren. Ansonsten im Bekannten- und Freundeskreis gibt es auch Leute, die einfach sehen, was ich mache, sich von mir erzählen lassen, was ich im Fesseln sehe und die dann häufig auch neugierig sind und sagen, ich möchte das gerne.
Sebastian ist ja nochmal die Frage, wo hast du es her oder wie hast du es gelernt? Und ich habe mir dafür was ausgedacht. Überraschung. Der Chat darf jetzt mal auch langsam aktiv werden und die ein oder andere Frage an dich loswerden. Der ist ja nicht umsonst da. Aber pass auf, ich habe jetzt hier so ein gutes Stück Seil in der Hand, so etwa einen Meter. Ich bin da ja nicht so. So, ich kann genau zwei Knoten, einmal so ein Achter und dann nochmal so einen anderen, der immer anders ist bei jedem Mal. Kannst du es schaffen, mir hier zu erklären, wie ich jetzt einen vernünftigen Knoten an das Rope Bunny rankriege? Ich habe hier diesen kleinen Hasen und der ist noch, ich weiß nicht, ich glaube, Jeis war, glaube ich, der Vorletzte, der da dran war. Und ja, der sieht immer so schön aus und ich traue mich immer nicht, das auseinanderzubauen, weil ganz ehrlich, ich kriege es nicht hin. Ein Knoten, den ich immer nehmen kann, wo auch Subin nicht sagen wird, Mensch, den musst du aber anders machen, sondern der total easy ist. Gibt's da was?
Vaegabound Jetzt stellt es mich natürlich vor eine Herausforderung, Ich bin kein großer Fan von Erklären oder aus Büchern lernen, sondern ich bin davon überzeugt, dass man Dinge sehen muss, anfassen muss und das eben auch im Unterrichten so machen sollte, weil ich jetzt überhaupt nicht sehe, was du tust oder was du nicht tust.
Sebastian Also ganz ehrlich, ich habe einfach das Seil in die Hand, ein Ende in der linken Hand, eins in der rechten Hand. Das Seil ist jetzt ein Meter lang, ist ein ganz dünnes aber nur. Und ja, ich kann die jetzt über Kreuz legen, dann die eine Schnur unter die andere und schon habe ich den Teil, den ich beim Schuhbinden immer benutze. Und jetzt kann ich noch eine Schleife dran machen und tada, fertig ist das Bondage. Das ist es ja nun nicht.
Vaegabound das ist es halt noch nicht, aber du
Sebastian Vielleicht hast du einen Namen, den google ich dann, einen Knoten vielleicht.
Vaegabound könntest ein Single-Column-Tie machen. Das wäre in dem Falle dann ein englischer Begriff, den du raussuchen müsstest. Und das ist ein Standardknoten, wenn ich die Seile zum Beispiel um die Handgelenke umgelegt habe oder ums Fußgelenk oder meinetwegen auch um die Hüfte, dann kannst du halt so ein Single-Column-Tie machen. Und das ist ein Standardknoten-Shibari. Der hat den Vorteil, dass der nicht zusammenrutscht oder zusammenbricht, wenn das Seil bewegt wird oder wenn du damit weiterfesselst. Das ist zum Beispiel ein wichtiger Aspekt, dass die Knoten dann eben auch so sitzen, wie man sie gesetzt hat, dass das dann eben nicht passiert ist, wenn man sein Modell aufhängt oder die Knoten irgendwo weiterführt oder Zug drauf kommt, dass die Schlinge sich dann im wahrsten Sinne des Wortes zusammenzieht, sondern dass das alles so bleibt, wie es gedacht ist. Und deswegen wäre tatsächlich auch eine der ersten Fragen gewesen, was für ein Seil du da hast, weil das ist kein Zufall, dass im Shibari bzw. Kinbaku eben Naturfasern benutzt werden, die Seile relativ grob sind. Das hat nicht nur was damit zu tun, dass es dann irgendwie hübsch aussieht und eine schöne Struktur auf der Haut gibt, sondern weil da sehr viel über Reibung passiert, über Friktion, dass die Seile da bleiben.
Sebastian Wir können rauskriegen, was das für ein Seil ist.
Vaegabound Rope
Sebastian Rope Bunny ist glaube ich im Chat, der müsste einfach mal schreiben, was er mir da mitgeschickt hat und dann können wir das auch beantworten. Ich gebe zu, ich habe jetzt den Single and Double Column Tie vor der Nase. Ich habe ein Bild und ich, ja, das sieht ganz schön aus. Und ich habe keine Ahnung, wie das gehen soll. Das ist,
Vaegabound Bunny schreibt, es ist Baumwolle. Das hat dann wahrscheinlich auch den Nachteil, Baumwolle hat sozusagen, oder ein weiterer Vorteil dieser anderen Naturfasern wie Hanf oder Jute oder eben Leinhanf ist, dass die Seile sich nicht dehnen. Und das hast du ganz häufig bei Baumwolle, dass sich da die Seile eben dann dehnen, zusammenziehen, wenn Zug draufkommt, was dann auch nicht so schön ist. Also meiner Meinung nach eignen sich Baumwollseile eher zum Schmuckfesseln und weniger, wenn es wirklich darum geht, Shibari zu machen.
Sebastian ja, okay.
Vaegabound Gerade wenn es dann um Suspension und Semi-Suspension geht.
Sebastian Ja, ich gebe zu, ich habe schon mal Erfahrungen gemacht mit Seil und Badewanne. Und irgendwann kam dann das Feedback, sie doch mal rauszuholen und das zu entfernen, weil irgendwie würde es enger werden. Man lernt ja nicht aus. Also ich sage mal folgendes, also ich habe jetzt diesen Knoten gesehen, ich glaube, das kann ich vorerst vergessen, sofern ich nicht jemand habe, der mir das dann wirklich nochmal zeigt, aber ich habe auch die Angewohnheit, so Knoten ganz schnell zu vergessen.
Vaegabound Nee, nee, man lernt nicht aus.
Sebastian Aber jetzt habe ich ja was gebookmarkt hier schon mal, das hilft mir schon mal sehr. Man möchte auch, dass ich irgendwie meine Fesselerfolge irgendwie online bringe und Fotos davon mache. Das könnt ihr vergessen. Das wird nicht passieren. Nicht heute, nicht morgen. Keine Chance. Es gibt einen Knoten, den kann ich so ein bisschen, da hat man die Beine zusammen und dann wickelt man das Seil einfach über beide rum und danach nochmal in der Mitte knüpft man das so ein bisschen auf. Also in der Mitte, in diesem Steg immer nochmal ein bisschen drum herum und dann kommt nochmal ein Knoten und dann ist fertig.
Vaegabound und das ist im Prinzip der Double-Column-Tie. Das kannst du sowohl an den Füßen als auch an den Händen machen.
Sebastian Das ist also der schwerere.
Vaegabound Jein, also im Prinzip ist es, ja, ist unglaublich schwer.
Sebastian ja, sag ja. Rette meine Ehre.
Vaegabound Also das ist tatsächlich wirklich was zu Fortgeschritteneres. Kannst du dann dich damit brüsten, wenn du es dann kannst.
Sebastian Den kann ich. Das ist,
Vaegabound Sehr gut, hervorragend. Aber dann kannst du tatsächlich auch den Single Column Tie, der halt ohne den Steg in der Mitte ist. Da kannst du schon zwei.
Sebastian Okay, ich muss mal gucken, wie ich das adaptieren kann. Ich glaube, da muss ich mir jetzt einfach mal wieder ein bisschen Zeit nehmen. du hast das jetzt mehrfach betont da muss man einfach drauf achten, dass man irgendwo drauf drückt dass man das richtige Seil hat, dass das sich nicht dehnt, das Material, dass das alles stimmt ich mag mal so ganz blöd fragen, diese ganzen Sicherheitsaspekte dass man nicht auf die Nerven kommen soll und all das ja, ist das wirklich so dramatisch, dass ich das alles wissen muss und dass das wirklich gefährlich ist
Vaegabound Ja, also da kann ich das ganz kurz beantworten. Das ist tatsächlich ein Ja. Ja, also gerade so bei gängigen Fesselungen, die man dann eben auch auf Instagram oder sowas sieht, wenn es dann um den TK geht oder alles, was so über die Oberarme geht, da laufen Nerven lang, die, wenn ich sie halt abklemme, dann dazu führen können, dass ich meine Hand nicht mehr benutzen kann zum Beispiel. Das gibt so dieses Phänomen der Fallhand. Also das heißt, die Hand klappt dann einfach runter. Du kannst deine Finger nicht mehr spüren, kannst nicht mehr zugreifen und es kann, also wenn du es rechtzeitig bemerkst, dann kann das innerhalb von ein paar Minuten oder ein paar Stunden sich wieder regeln, aber es kann eben auch Wochen dauern oder wenn es eine starke Schädigung ist, dann erholt es sich halt nicht mehr. Das Risiko ist da. Und das ist jetzt halt ein Beispiel. Das ist schon so, dass man sich vorher informieren sollte. Am besten vorher wirklich auch ein, zwei Workshops besuchen. YouTube-Videos helfen, nur begrenzt weiter, weil es immer sinnvoll ist, wenn man das mit einem Lehrer macht, der auch mal draufschauen kann und sagen kann, hier, guck mal, dieses Detail, das ist halt total wichtig. Und in einem Workshop hat man halt einfach auch eine kompaktere Lernerfahrung. Also ich würde und jeder angehenden Riggerin oder Rigger raten, so ein, zwei Workshops zu besuchen. Gerade wenn man Gewicht draufbringen will, gerade wenn man dann jemanden fixieren will. Also wenn es jetzt nur so Schmuckfesselung geht, ich denke, da ist ein gewisser Toleranz von Recht.
Sebastian ja, was ist denn der Unterschied, also wo hört Schmuck auf in dem Moment, wo Gewicht, das ist ja dann, wenn man wirklich hängen möchte, aber ganz ehrlich, wenn ich die Beine aneinander knote, kann auch nicht viel passieren.
Vaegabound Das kommt aber an, wo du die Beine, also wo du sie zusammenknotest.
Sebastian Okay,
Vaegabound Also auch bei den Beinen ist es ja so, es gibt halt Schlagadern, es gibt Nerven, die da langlaufen. Also jeder von uns kennt das Phänomen der eingeschlafenen Füße, dass wenn man den Fuß mal irgendwie komisch lagert oder komisch übereinander schlägt, das ist dann eben genau das, was beim Fesseln passieren kann, nur in einem extremeren Fall. Ja, also ich würde immer sagen, Schmuckfesselung ist eben genau das. Also wenn kein Druck drauf ist, wenn ich jetzt nicht versuche, jemanden zu fixieren, sodass der dann irgendwie mit seinem Körpergewicht drinnen hängt. Ja, dann gibt es da gibt es so ein paar hübsche Oberkörperfesselungen zum Beispiel, die ganz simpel sind. Das würde für mich so in der Schmuckfesselung fallen.
Sebastian aber die Frage ist ja, kann ich einfach mal anfangen? Ich bin jetzt nicht der Meinung, da bin ich, sage ich ganz klar, wenn ich erstmal ein bisschen mit Seil rumprobieren will, dann kann ich ja erstmal mir ein Seil schnappen, nicht aus besonderem Material einfach mal ein bisschen rumprobieren. Solange ich da jetzt nicht das ganze Ding um den Hals lege, das sollte ja erstmal mal gehen, um einfach ein Gefühl dafür zu kriegen, was Spaß macht.
Vaegabound definitiv. Also meine Empfehlung ist dann halt einfach mit seinem Partner oder seiner Partnerin gerade am Anfang erstmal in einer guten Kommunikation zu sein. So ein paar Safety-Regeln sich zurechtzulegen. und dann kann man auch erstmal ein bisschen probieren. Also es sollte dann nicht so sein, dass man jemandem dann gleich einen Ballgag in den Mund stopft und sagt, okay, ich fessele dich jetzt und sozusagen jeglicher Möglichkeit beraubt, dann zu kommunizieren, da fühlt sich gerade was nicht gut an, sondern dann zumindest am Anfang so miteinander zu spielen, dass man da auch in einem Austausch halt sein kann. Hier, wie fühlst du dich? Wie fühlt sich das an? Guck mal, wenn ich deine Hand anfasse, hast du da noch ein Gefühl drin in den Fingern Ja, und mein Tipp ist es, eine Schere oder ein Sicherheitsmesser bereitzulegen, sodass man dann im Zweifelsfalle die Knoten durchtrennen kann oder die Seile durchtrennen kann.
Sebastian den
Vaegabound Ja,
Sebastian Link packe ich natürlich in die Shownotes. Wir wollen ja hier ein bisschen was verdienen. Der Chat hat gerade gefragt, ich hätte eine Folge mit einem Rettungssanitäter mal gemacht. Nicht ganz, aber es gibt tatsächlich eine Folge mit Ceterum Censeo. Mit dem habe ich darüber gesprochen. Der macht so BDSM Erste-Hilfe-Kurse. Ich glaube, das war insgesamt Folge 4. Fünf irgendwie so, die kann man im Archiv nochmal angucken. Und Entschuldigung, das musste ich jetzt einfach nochmal loswerden. Ich habe hier so einen gewissen mentalen Druck, wenn aus dem Chat was kommt, dann will man das ja auch irgendwie beantworten können. Dafür ist es ja so ein bisschen Ich würde mich mal dafür interessieren, nehmen wir mal an, ich bin jetzt das Bunny und ich werde jetzt gefesselt. Was fühle ich denn, wo ich dann sagen muss, okay, das ist jetzt nicht gut? Also wenn der Arm einschläft oder wegklappt, dann ist vielleicht der Moment, wo ich mal was sage. Aber gibt es auch subtilere Sachen vielleicht?
Vaegabound also grundsätzlich solltest du als Modell oder als Sesselpartnerin mir einfach sagen, hier sitzt das Seil komisch oder da ist irgendwie Haut eingeklemmt. Also erstmal so diese ganzen Kleinigkeiten, wo du jetzt zum Beispiel merken würdest, okay, das bringt mich aus dem Spiel raus. Es gibt ja Schmerzen, die sind halt so, die sind nicht geil, sondern das zieht dann einfach nur oder das kneift und das wollen wir in dem Falle dann nicht haben. Sowas sollte mir dann kommuniziert werden oder wenn halt Seile zum Beispiel auf Hüftknochen drücken, wenn ich mein Modell irgendwie hinhänge oder sowas. Also das gibt so die Möglichkeit, das Seil dann halt einfach ein bisschen zu verschieben und dann ist das manchmal eine Zentimeterfrage und dann ist das alles schön. Ansonsten tatsächlich ist eben dieser Punkt, also wenn du merkst, Hände oder Füße schlafen ein, ja, die Finger beginnen zu kribbeln, das ist ein Punkt, den ich von meinen Hörern, also das sage ich auch vorher. Und was tatsächlich der Punkt ist, ich als Fessler bin gerade mit Modellen, die noch nicht viel Erfahrung haben, trotzdem auch immer so, dass ich lieber kontrolliere, als jetzt auf eine Kommunikation nur zu warten. Manchmal haben die Modelle dann nicht so richtig die Erfahrung, um einzuschätzen, ist das jetzt problematisch oder nicht. Oder manchmal ist es dann so, dass da so ein gewisser Druck ist, ich möchte jetzt eigentlich nicht raus aus dieser Situation oder ich möchte dem Vaegabound jetzt irgendwie gefallen und deswegen halte ich das halt irgendwie aus, obwohl das gar nicht gut ist. Und da ist es dann meine Aufgabe, auch so ein bisschen vorausschauend darauf zu achten. Nee,
Sebastian Lass mich mal fragen. Es gibt ja die Temperatur von Gliedmaßen. Also wenn ich da was mache, dann gucke ich mal, Hände und Füße, werden die irgendwie Ist das ein Problem oder ist das halt so? Meine Frauen haben ja ganz oft eh kalte Füße. Von daher ist das ja jetzt nicht unbedingt ein Zeichen für eine schlechte Fesselung.
Vaegabound ist es auch nicht. Und es ist auch erstmal normal, dass gerade wenn man dann jemanden aufhängt, dass es so ein bisschen zu leichten Verfärbungen kommen kann. Also dass dann die Hände und die Arme ein bisschen rot werden oder vielleicht auch so ein bisschen bläulich werden. Aber das sind dann tatsächlich so Punkte, wo ich dann einfach extra nochmal nachkontrolliere. Also eben genau mit so einem Händedruck. Also meine Modelle wissen auch, was ich dann von ihnen will. Wenn ich ihnen dann meine Finger in die Handfläche lege, dann sollen sie halt zudrücken. Oder ich lege meine Hände über ihre Hände, dann sollen sie die halt gegen Druck öffnen. Das sind so ein paar ganz simple Vorsichtsmaßnahmen, die kann man beim Fesseln machen, ohne dass die jetzt sich störend auf das Spiel auswirken. Also das ist ja dann manchmal die Sorge, wir fesseln miteinander und dann ist man die ganze Zeit am Quatschen. was macht das mit der Stimmung und es gibt halt aber einfach, man kann das, ich sag mal, diskret einbauen und trotzdem dabei auf Sicherheit dann eben.
Sebastian Seid ihr denn die ganze Zeit am Quatschen dabei oder ist das eher was Meditatives? Jetzt
Vaegabound Das kommt auf die Dynamik drauf an und auf die jeweilige Session, auf die jeweilige Person. Also mich reizt tatsächlich am Fesseln, dass es für mich so eine unglaublich große Bandbreite hat. Das kann von purem Sex bis hin zu Kunst und und Performance Art ein ganzes Spektrum abdecken. Das kann meditativ sein, das kann durchaus auch was sein, wo ich sage, okay, ich gebe dieser Person jetzt komplett was, wie eine Massage oder so, also wo ich das Fesseln jetzt für letztendlich nur darauf ausrichte, dass mein Modell halt einen bestimmten Zustand erreichen kann. Ja, und das kommt dann tatsächlich darauf an, also auf die Dynamik, die gerade da ist. Aber nee, es wird natürlich nicht die ganze Zeit erzählt.
Sebastian habe ich hier noch eine Frage von Wolf und Fräulein, nämlich ob du verschiedene Seile für unterschiedliche Frauen, ich sage jetzt mal, wie du Modelle benutzt und das hat irgendwas mit Allergie-Geschichten, hygienischen Geschichten was zu tun. Wie läuft denn das? Kriegt man die nicht einfach sauber, die Dinger ein bisschen Desinfektionsmittel draufsprühen, einwirken lassen, fertig. Das
Vaegabound Naja, das ist halt das Problem bei diesen Naturfasern, die sind halt relativ empfindlich. Also wenn ich meine Seile, also Naturfasern wie Jute oder Hanf in die Waschmaschine werfe, dann sind die Seile danach entweder hinüber oder aber ich muss sie dann irgendwie zwei bis vier Tage unter Streckung, unter Gewicht aufhängen. Die trocknen, muss sie abflammen, muss sie einölen und das ist ein relativ großer Aufwand. Und in der Regel ist es derzeit so, dass meine Modelle, mit denen ich mich regelmäßig treffe, die haben inzwischen ihre eigenen Seile, ihre eigenen Seilsets, weil sie da auch eigene Vorlieben haben, was die Materialien betrifft. Und ansonsten habe ich Seile, die ich dann regelmäßig säubere und pflege. Ich habe hier gerade im Chat, den habe ich auch nebenbei offen, so Fragen nach dem Intimbereich gehabt. Also da benutze ich dann Versatzstücke von Baumwollseilen, die ich dann eben auch in die Waschmaschine werfen kann und dann bei 90 Grad einmal durchwaschen kann. Also Hygiene ist tatsächlich auch was, wo ich in dem Falle dann darauf achte.
Sebastian ist aber alles so kompliziert, was man alles machen muss und pflegen und hier und da.
Vaegabound Tja, ne?
Sebastian Ich gebe zu, ich habe vor, das ist jetzt fast ein Jahr her, so eine schöne Rosshaarpeitsche gekauft und ich bin mir gar nicht sicher, ob wir die schon einmal richtig gepflegt haben. Gut, sie wird auch nur in einer Person angewendet, aber trotzdem kommen wir ja nie dazu.
Vaegabound denke, genau, ich denke, das ist der, genau, ja, das ist wie Schuhe putzen, aber es ist tatsächlich, glaube ich, der springende Punkt.
Sebastian Das ist wie Schuhe putzen.
Vaegabound Also und ich denke, da zählt auch die Frage darauf ab, dass, ja, also in dem, im strengeren Sinne könnte man jetzt sagen, okay, Seile sind wie Sextoys Und wenn man die zwischen oder bei verschiedenen Menschen benutzt, dann sollte man halt dann eben auch darauf achten, dass sie entsprechend sauber gehalten werden.
Sebastian Okay, einen letzten habe ich jetzt noch. Du hast jetzt von Modellen gesprochen. ist ja aber doch eine private Geschichte. Oder dann doch schon, also die Frage ist jetzt, privat oder in Richtung gewerblich, wo würdest du das machen? Also wenn du Fotos machst, die werden ja hinterher auch irgendwie verwertet.
Vaegabound Genau, also vielleicht nochmal zu dem Begriff um Modelle. Das ist ein Begriff, den ich mir angeeignet habe, weil aus der Berliner Szene um Felix Ruckert, der auch die EURIX und die Xplore organisiert. Und da wird von Modellen gesprochen, um so ein bisschen im Fesseln den künstlerischen Part zu betonen und eine Augenhöhe herzustellen zwischen den Leuten, die gefesselt werden und den Leuten, die fesseln. Also ich benutze ganz bewusst nicht den Begriff Rope Bunny.
Sebastian Warum nicht? Was ist dagegen zu sagen? Das
Vaegabound Dagegen ist gar nichts zu sagen. Das ist, wenn das zwischen der Person, die gefesselt wird und der Person, die fesselt, so passt und sich die eine Person als Bunny versteht oder als Rope Bunny, dann ist das eine Sache, die zwischen den beiden ist. Das ist für mich okay. Für mich ist so Bunny eine Verniedlichung. Das steht so ein bisschen irgendwie unter mir in dem Kontext Und ich mag den Gedanken, dass die Frauen, mit denen ich fessle, ja da irgendwie mit mir auf Augenhöhe sind. Also in dem Feld, in dem ich mich bewege, wird tatsächlich eher von Modellen gesprochen oder Rope Cats, nennen sich manche halt auch, finde ich irgendwie auch ganz charmant und passt zu den Frauen besser als Bunny.
Sebastian sind jetzt aber auch nur Frauen. Vielleicht
Vaegabound Ja, tatsächlich verirren sich relativ selten Männer in meiner Seile. Das ist nicht so, dass ich das nicht machen würde, aber tatsächlich sind es dann doch ja Frauen, die sich von mir vertreten.
Sebastian können wir dir mal jemanden vorbeischicken. Nicht mich natürlich.
Vaegabound Aha, wen hast du denn da im Sinn?
Sebastian Keine Ahnung, also vielleicht hebt im Chat mal jemand die Hand und sagt, ja, ich will, ich will. Dann kriegen wir das hin. Da würde mich nämlich nochmal einfach mal interessieren, gibt es da einen Unterschied? Also klar, leicht unterschiedliche Anatomie. Und dann gibt es ja immer noch diesen Punkt im Zweifel, wenn das Podcastsubbie sagt, aua, das tut aber weh oder da bindet was ab. Sag ich immer, das soll ja wehtun. Wir machen ja hier Bondage, damit du auch was spürst. Ich habe das Gefühl, ich komme damit nicht mehr weiter jetzt. Das
Vaegabound wie ich schon sagte, es geht halt Schmerz und es geht halt Schmerz. Das ist so wie beim Arsch versohlen. Also haue ich jetzt so zu, dass die Person nach einem Schlag sagt, okay, ich habe genug, mir reicht es, fasse mich nie wieder an. Oder finde ich halt den Rhythmus und die Intensität, die Gänsehaut macht und arbeite von da aus weiter. Und das ist beim Fesseln nicht anders. Also beim Fesseln gibt es halt einen Schmerz, der ist okay und einen Schmerz, der bringt die Person raus aus dem Subspace oder aus diesem meditativen Zustand. Und das ist unterschiedlich von Person zu Person. Manche Menschen mögen das, wenn das Fesseln schmerzhaft ist. Die mögen verdreht werden, die mögen Predicament Bondage, ist ein Begriff, mit dem ich auch arbeite. Mein letzter Post war auch darüber auf Instagram. Also ich bringe jemanden in eine Position, die unangenehm ist oder die schwierig zu halten ist und diese Person kann die irgendwann nicht aushalten und geht halt in eine Ausweichposition, die aber auch unangenehm ist und dann fixiere ich sie da mit den Seilen und dann muss sie dann irgendwann wieder in eine andere Position ausweichen, weil diese Position unerträglich wird und so weiter. Und so schaukelt sich das immer weiter hoch und immer weiter hoch, bis die Person dann irgendwann aufgibt und verzweifelt.
Sebastian hört sich genau nach der Art Bondage an, die jetzt für mich die richtige ist.
Vaegabound Und
Sebastian Wonach muss ich googeln?
Vaegabound Predicament Bondage nennt sich
Sebastian Predicament Bondage. Okay, da muss ich mich nochmal ein bisschen reinfuchsen.
Vaegabound Predicament.
Sebastian Ja, weil das ist natürlich schon für mich auch so ein leichter Reiz, zu sagen, okay, so eine, ich glaube, Stressposition ist auch ein anderer Begriff dafür.
Vaegabound Aber genau, und das kommt aber wie gesagt darauf an, auf die Personen, mit denen du fesselst. Also deswegen mag ich es eben auch, mit verschiedenen Menschen zu fesseln, weil es immer eine andere Dynamik ist. Und für mich natürlich auch die Option ist, andere Facetten in meinem Fesseln auszuleben. Also ich kann eine Person so fesseln, dass sie wie in einer Hängematte liegt und sich da in sich versenken kann. Oder ich kann eine Person über Stresspositionen und über eine körperliche und mentale Erschöpfung dahin bringen, dass sie in einen quasi meditativen Zustand gezwungen wird. Also eine erzwungene Meditation. Und das ist für mich tatsächlich ein Teil des Reizes. Also einerseits herauszufinden, was passt für diese Person, was braucht die Person, wie kann ich mit dieser Person spielen. Ja, und das dann miteinander zu proben und zu spielen.
Sebastian an der Stelle gucke ich doch nochmal ein bisschen. Jetzt hat aber, ich spreche sie mal französisch aus, aus Mielmarie, gefragt, wie denn jetzt dein Instagram-Account denn nun ist. Und ja, das darfst du natürlich gerne sagen. Wonach muss man denn suchen?
Vaegabound Vaegabound, also das schreibt sich immer ein bisschen schwierig. Ja, das ist V-A-E-G-A-B-O-U-N-D.
Sebastian Schreib es doch einfach in den Chat rein, dann kann sie das sehen.
Vaegabound In den Chat rein. Ich bin da, glaube ich, noch nicht angemeldet. Deswegen kann ich
Sebastian Okay, dann tippe ich das jetzt gleich einfach ein und dann kriegen wir das hin.
Vaegabound Hervorragend.
Sebastian Und dann können die hier, also Vegabound ist falsch, ne?
Vaegabound Großartig. Ich danke dir.
Sebastian Vagebound war das andersrum, ne?
Vaegabound V-A-E-G-A-B-U-N-D. Also bound wie gefesselt. Das ist bei uns Rigger ein bisschen wie mit den Friseuren.
Sebastian Oh Gott, steht
Vaegabound Das ist immer ein Wortspiel mit Seil oder Knoten oder gefesselt.
Sebastian Friseur, okay. ich gucke jetzt nochmal nach, ob ich dich jetzt hier finde.
Vaegabound Okay, Ropani hat es richtig aufgeschrieben. Ich sehe es gerade
Sebastian Ja, sehr gut. Ich gucke mal, wenn es Shownotes gibt, das weiß ich nicht, weil ich versuche das ja morgen schon zu veröffentlichen, dann als Podcast-Folge. Da habe ich keine Zeit für großartige Shownotes. Aber ich poste es jetzt auch nochmal rein, damit es endgültig passt und dann ist gut. So, unsere Zeit ist schon rum. Der Temel wartet nämlich schon. Und ja,
Vaegabound danke ich dir für die Unterhaltung. Ja,
Sebastian sehr, sehr gerne. Vielen Dank. Ich werde jetzt das Predicament Bondage ein bisschen suchen nachher. Und schauen, was es da Schönes gibt.
Vaegabound das.
Sebastian Und wenn du irgendwann auf mich und das Subbie triffst und sie dich böse ansieht, dann hat es vielleicht geklappt.
Vaegabound bin ich schuld, ich sehe das schon.
Sebastian Ja, natürlich.
Vaegabound Na gut.
Sebastian wünsche dir noch einen schönen Abend.
Vaegabound ja, danke, ich dir auch.
Sebastian Bis demnächst. Mach's gut. Tschüss.
Vaegabound Ja, bis demnächst. Ciao.
Sebastian So, ihr habt die Musik ein bisschen genossen und ich habe die Zeit genutzt und habe mir Temel in die Leitung geholt. Hallo.
Temel Hallo Sebastian, guten Abend.
Sebastian So, dann machen wir dich noch ein bisschen lauter und dann wird das wunderbar sein.
Temel Der
Sebastian Dein Dom, der Oderind, der hat mich gerade eben im Chat schon hier als Bondage-Banause beschimpft.
Temel hat dich nicht beschimpft, der hat das eher prägnant bezeichnet, würde ich sagen.
Sebastian Immer höflich sein, ne?
Temel Naja, Bondage ist halt nicht jedermanns Sache, sei nicht traurig.
Sebastian aber du magst es ja offensichtlich doch.
Temel Ich mag Bondage sehr gerne. Ich habe mit Bondage ja irgendwie angefangen, das habe ich ja in der Folge mit dir schon mal erzählt. Und Predicament Bondage hatte ich auch schon mal. Also da ist tatsächlich das Besondere irgendwie auch dran, dass es nicht nur fesseln und beschränken ist, sondern dass du quasi jemanden auch mit sich selber kämpfen siehst. Und das ist auch was, was mein Dom, was Oderind da sehr, sehr spannend dran findet.
Sebastian Ja, dann holen wir nochmal schnell nach. Das werde ich vorstellen. Du bist wie alt inzwischen?
Temel Noch 32.
Sebastian Noch 32.
Temel Komme aus Köln. Genau, komme aus Köln. Ja, unter dem Namen Temel kennen einige so BDSM-Bilder von mir, die ich inzwischen vor allem auf FetLife veröffentliche. Und in der Folge mit dir haben wir über alles Mögliche geredet, aber auch sehr viel über Keuschhaltung und Orgasmuskontrolle.
Sebastian jetzt stelle ich fest, du hast gerade ein ganz großes Empfangsproblem. Wenn du von deinem Bruder zu weit weg bist, bitte näher rangehen. Wir gucken mal, ob wird.
Temel Ich höre ich dich ganz gut. Also ich merke soweit nichts.
Sebastian Ja, wir probieren es mal. Mal sehen, wie das Netz ausgelastet ist. Bis wenn nicht, dann müssen wir einfach den Anruf nochmal wiederholen. Das ist ja kein Problem. Wir kriegen das schon hin. Ein Anruf muss eh immer schief gehen. Das scheint offenbar so eine Regel zu sein. Okay. Ja, du hast natürlich wieder das Orgasmusproblem. Es sitzt ja quasi neben dir.
Temel So würde ich das nicht sagen. Theoretisch ist es ja auch meine einzige Chance, einen Ergänzungszug zu bekommen. Bist
Sebastian Oh, jetzt geht die Verbindung tatsächlich völlig über den Jordan. Ich rufe dich jetzt einfach nochmal kurz neu an. Ich lege mal auf und dann rufe ich dich nochmal an. Dann wird es hoffentlich besser.
Temel du wieder da?
Sebastian Ach, jetzt ist sie plötzlich wieder da. Genau in dem Moment. Ja, und jetzt klingst du auch noch gut. Super.
Temel Ja? Besser? Okay.
Sebastian Ja, wunderbar. aber alles gerettet, Abend gerettet, okay. Eigentlich wollen jetzt alle, dass ich mit dir über Orgasmuskontrolle rede, aber wir wollen über was ganz anderes reden. Du hast mich neulich angerufen, wobei neulich, das ist schon wieder zwei Monate her, und hast gesagt, Mensch, das geht mir so auf den Sack. Ich bin jetzt 30 und die sagen alle, warum bist du denn noch sub? Erklär mal das Problem.
Temel soll sich gar nicht immer so nach Meckern anhören, aber so einfach, was mir so auffällt. Also, wie gesagt, ich bin jetzt schon eine Weile lang in der Szene, also schon über zehn Jahre und halt nur submissiv unterwegs. Und so als Typ bin ich halt gesprächig. Du hast mich auch schon erlebt und wenn mich die Leute live erleben, Ich bin ein sehr umtriebiger Typ, ein sehr lebhafter Typ und offensichtlich auch ein Typ, der auf viele potenziell auch irgendwie dominant wirkt. Und da bekomme ich häufiger, so in regelmäßigen Abständen, auch auf Stammtischen oder auf irgendwelchen anderen realen Treffen zu hören oder so zu spüren, warum ich nicht dominant bin, also nicht vielleicht doch Switcher oder warum ich nichts in die Richtung ausprobiere oder ausprobiert habe oder sie halten mich von vornherein für eine dominante Person oder zumindest für einen Switcher. Und manchmal so fast in die Richtung, dass es ein bisschen vorwurfsvoll ist, wenn man halt so ist wie ich und auch schon lange in der Szene und eigentlich nur submissiv ist. Ein bisschen nach dem Motto, man würde sein Potenzial verschenken Oder man, weil ich ja eigentlich ein Typ bin, der total viel macht. So als wäre das irgendwas, was sich nicht so richtig gehört. Und manchmal finde ich das ein bisschen blöd. Es ist natürlich nicht immer so und auch nicht von jedem wird das vermittelt. Aber manchmal fühlt es sich so ein bisschen an, als würden andere einem dann erklären, wie man zu sein hat, aus welchen Gründen auch immer.
Sebastian Aber es ist ja nun mal, ich unterbreche dich jetzt einfach mal, es ist ja nun mal ganz oft auch so, oder es kommt vor, dass man erst mal auf einer Seite anfängt und dann arbeitet man sich durch die Szene irgendwie so durch. Ist ja gar nicht unüblich.
Temel bei vielen. Ich bin ja immer noch neugierig. Also meine Entwicklung findet ja statt. Also mein Kink und was ich tue, was ich gerne mag, das hat sich schon verändert und das hat sich auch verschoben. Und da gibt es immer noch neue Erkenntnisse über mich selber. Unter anderem auch, dass mir sowas wie Predicament Bondage gefällt. Nur halt nicht in eine bestimmte Richtung. Also es ist einerseits die Vorstellung, ja, man ist noch nicht fertig, wenn man in der Szene anfängt. Also wenn man sich irgendwie entscheiden soll, ist man jetzt sub oder dom oder ganz was anderes. Man ist noch nicht fertig, man ist vielleicht nie fertig, aber es muss jemandem auch gestattet sein, sich vielleicht nur auf einer Seite zu entwickeln. Also in meinem Fall nur auf der submissiven Seite. Ich könnte alles Mögliche machen, aber ich habe tatsächlich nach der dominanten Seite eigentlich kein Verlangen. Und wenn sich das mal ändert, dann müsste es sich halt auch aus einem Impuls von mir ändern, denke ich immer. Und nicht daraus, dass andere sagen, Mensch, sei doch mal dominant zu dem oder dem.
Sebastian Aber was sagst du denn, wenn jetzt jemand, den du kennst, irgendwie jemand, der eher devot oder dominant ist, im Prinzip vollkommen egal, wenn der jetzt sagt, nee, jetzt probiere ich die andere Seite aus, jetzt verändere ich das mal.
Temel Wenn er das für sich selber ausprobiert? Boah,
Sebastian Genau, wenn er sagt, ich mache jetzt einfach mal was anderes, was sagst du dann dazu? Oder bist du dann vielleicht so ein bisschen neidisch? Oh, der erlebt jetzt wieder neue Dinge. Ja, okay.
Temel das finde ich prima, wenn Leute was Neues ausprobieren. Also wie gesagt, ich erlebe selber ständig Neues. Also auch ich habe irgendwie immer mal Tabus, die ich irgendwie aufstelle und dann lasse ich die doch wieder über den Haufen. Oder habe andere Definitionen für Sachen, die ich gerne mag. Also ich entwickle mich selber ständig. In den über zehn Jahren, wo ich jetzt BDSM praktiziere, hat sich das immer verändert, worauf ich so gestanden habe und ich finde das toll, wenn Leute über sich selber reflektieren und dann zu neuen Erkenntnissen kommen. Ich finde das super. Ich finde das auch schön, wenn jemand erstmal submissiv anfängt und dann meint, ja okay, jetzt habe ich aber Erfahrung, jetzt will ich auch mal die andere Seite erleben. Ich finde das super. Nur das Ding ist, ich habe nicht mit der sukzessiven Seite angefangen, weil ich nicht wusste, wie man dominant ist. Oder weil ich nicht wusste, wo man anfängt. Oder weil ich keine Ideen habe, um sadistisch zu sein. Ich glaube, ich wäre ein echt verdammt sadistischer Dom mit voll fiesen Ideen, wenn ich es machen würde. Alles, was mich davon abhält, ist tatsächlich das Verlangen danach. Ich könnte, wenn ich wollte, aber ich möchte nicht. Das ist alles. Ja,
Sebastian Ja, und offenbar, also wenn ich die Comics von dir so sehe, dann bist du auch gut ausgelastet.
Temel sowieso. Genau, ich habe gar keine Zeit, um dominant zu sein. Ich mache mir natürlich Gedanken über die Dinge und auch über das Dominantsein, das Sadistischsein an sich. Und ab und zu habe ich natürlich natürlich auch irgendwo Phasen, wo ich dann vielleicht auch mal rebellischer bin, also wo es irgendwo auch so ein bisschen mein Spiel in Richtung Kräftemessen mit einem anderen geht, aber das Ding ist, ich lebe in meiner submissiven Rolle schon sehr viele Facetten aus. Es ist ja nicht eintönig langweilig. Und ich denke, was viele suchen und was viele auch finden sollen, ist die Abwechslung. Weißt du? Also, dass man einfach immer was Neues ausprobiert und es ist gar nicht so wichtig, was für eine Rolle man dann konkret hat. Also, ob das so ein Dom ist oder oder Switcher ist, oder Pet ist, oder Besitztum ist, oder was auch immer. Ich glaube, es ist wichtig, dass einfach immer irgendeine Art von Entwicklung da ist, die man selber gut findet. Das ist der Punkt.
Sebastian Okay, also einfach der Nase nach würde ich jetzt das einfach mal ganz schnöde zusammenfassen.
Temel Ja, vor allem demnach, was man selber möchte und was man selber unterstützt. Also ich finde es eben immer sehr problematisch, was ich am Anfang meinte, wenn andere einem den Kink erklären oder empfehlen wollen. Ich weiß, dass es nicht böse gemeint ist, auch nicht, wenn irgendwo Leute auf Stammtischen zwischen den jüngeren weiblichen Subs, sagen, hör mal, du könntest auch dominant sein, trau dich doch mal. Manche brauchen vielleicht den Anschub. Aber man kann nicht davon ausgehen, dass alle den Anschub haben wollen. Vor allem nicht, wenn sie nicht danach fragen. Ich habe noch keinen danach gefragt, erklären mir, wie man dominant ist. Würde ich wahrscheinlich auch nicht tun. Und das kann dann halt auch auf der anderen Seite ein bisschen übergriffig oder patronizing wirken.
Sebastian Ja, wie reagierst du denn?
Temel Ich
Sebastian Was sagst du denn dann?
Temel bin immer lieb und freundlich. Zu allen grundsätzlich, ja.
Sebastian Ja, klar.
Temel Ja, doch.
Sebastian Natürlich.
Temel Also ich bin dann schon sehr langmütig und erkläre dann das, was ich eigentlich gerade auch erkläre. Aber auf der anderen Seite bin ich auch ziemlich stur. Also ich mache deutlich, dass ich nicht aus Alternativlosigkeit submissiv bin oder weil ich mich nicht traue, sondern weil es meine Wahl ist und gebe dann schon zu verstehen, dass ich jedem, der dann da irgendwie zu hartnäckig bei mir nachbohrt, dass ich das als ein Nicht-Respektieren meiner eigenen Wahl empfinde.
Sebastian Das ist ja innerhalb der Szene eine Katastrophe, wenn man dann innerhalb der Szene, wo man ja akzeptiert werden möchte, dort das Gefühl hat, nicht akzeptiert zu werden.
Temel Also, geht ja auch nicht.
Sebastian Das macht einen ja irre. Ich
Temel Ja, es ist nicht schön, deswegen muss man das halt auch deutlich machen. Ich weiß, wie gesagt, dass es nicht jeder mit einer bösen Absicht tut. Also viele machen das offensichtlich mit einer guten Absicht. Deswegen bin ich da auch meistens geduldig und erkläre das in Ruhe. Aber ich möchte das dann auch nur das eine Mal erklären. Also, wenn die Person dann so gar nicht Ruhe gibt, dann muss man es entsprechend deutlicher erklären. Das kommt aber eigentlich nicht vor. Wie gesagt, die meisten meinen das nett und das respektiere ich auch. Es mag vielleicht auch bei 99 Prozent der Leute, die sie sonst ansprechen, einen anderen Impact haben. Das möchte ich nicht ausschließen.
Sebastian wechsle mal ein kleines bisschen das Thema, weil sonst vergesse ich das. Flyby hat mich eine Frage gestellt, ob deine Grundkinks die gleichen geblieben sind oder wie die sich verändert haben. Was sind überhaupt deine Grundkinks jetzt oder was waren sie? Deine Entwicklungen, komm, erzähl uns, was sich getan hat. Vor allem seit unserer Aufnahme miteinander. Wann war das? Im September, glaube
Temel Also sagen wir mal, ich denke, der Grundkink hat sich im Prinzip nicht verändert, aber es ist ein bisschen wie nach Ölbohren, glaube ich. Man braucht eine Weile lang, bis man das für sich definiert hat. Also wo ich eine ganze Weile brauchte in meiner Entwicklung, so gemessen vom Anfang und bis jetzt, ist, wie ich Sex für mich selber definiere. Und zwar habe ich sehr lange damit gehadert, von wegen, ich müsste doch, also ich wusste, dass ich BDSM mache, aber ich dachte, irgendwie müsste doch Sex, also das, was man unter normalem Sex oder Penetrierung, also Sex, wo jemand in dem anderen drin ist, du weißt schon, dass das irgendwo immer dabei sein müsste, auch bei Handlungen mit BDSM oder dass das irgendwie regelmäßig vorkommen müsste oder so. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, um für mich selber einfach strikt zu definieren, ich brauche nicht diesen Rein-Raus-Sex, ich brauche BDSM und BDSM ist der Sex. Es ist kein Ersatz oder kein Spiel um Sex herum, sondern es ersetzt den Sex. Und der kann dann ganz unterschiedlich aussehen. Der kann dann auch so aussehen, dass sogar gar kein Körperkontakt passiert. Und da habe ich lange gebraucht. Da hatte ich eben auch noch in den Anfängen so die Vorstellung, irgendwie müsste man das ja trotzdem weitermachen. Da brauchte ich einfach auch so eine Zeit, um für mich zu definieren, was definiere ich eigentlich als Sex? Und ich finde das immer noch nicht so einfach. Einfach mal, manchmal stelle ich auch tatsächlich so auf Stammtisch mittlerweile die Frage, wie definiert ihr Sex? Und es kommen ganz viele überraschende unterschiedliche Antworten raus.
Sebastian Also wenn BDSM für dich Sex ist, ist dann die Frage, wie exklusiv ist Sex für dich und damit BDSM. Da spiele ich jetzt so ein bisschen auf Elea an,
Temel Wie exklusiv?
Sebastian wo man auch mal Sachen einfach mit jemand anderem machen kann.
Temel Ja, also es geht schon für mich eine gewisse Intimität damit einher. Die ist im Prinzip nur nicht für mich an eine bestimmte Praktik gekettet, wie halt zum Beispiel Sex, irgendjemand ist in einem anderen drin. Eine Intimität kannst du meiner Meinung nach ja auch geistig herstellen. Also irgendwo, dass du mit jemandem sprichst und du merkst, der sitzt genau auf der gleichen Wellenlänge. Also ich, Intimität ist ein Faktor, aber der ist ganz schwierig zu fassen und sehr individuell.
Sebastian Okay, und jetzt konkret,
Temel Und für mich, und für mich, wenn für mich, ja, für mich tatsächlich auch, dass ich, ah Gott, das ist schwierig zu beschreiben, dass ich das Gefühl habe, wenn ich was sage oder wenn ich was fühle, dass der andere wie so synchronisiert mit mir ist. Also dass man merkt, dass sich da so eine Art sexuelle Energie zu einem anderen aufbaut. Das ist echt schwierig zu beschreiben. Das ist fast fühlbar. Natürlich spielen da so ein bisschen ähnliche Kinks eine Rolle. Also in meinem Fall, wenn ich mit jemandem zu tun habe, der auf dieses Machtgefälle steht. Also wie etwa demjenigen, der neben mir sitzt. Mein Herr. Ja, der
Sebastian möchte der auch was sagen?
Temel eher so derjenige, der andere wegen ihrer Bondage-Fähigkeiten im Chat beleidigt. Aber der ist jemand, genau wie ich, der sehr gerne dieses Machtgefälle zelebriert. Und da ist im Prinzip egal, ob sich das dann nur mit Stimme äußert, also zum Beispiel nur mit Befehlen oder nur mit Blicken oder mit einer ganz konkreten Handlung, dass er mich an den Haaren packt und zu Boden drückt. also da ist nicht so wichtig, was passiert, sondern eher auf welche Art und Weise das passiert.
Sebastian glaube, wir machen das jetzt mal auf das Türchen, weil ich glaube, das wollen sie alle wissen. Du bist seit ein paar Tagen frei von Orgasmen?
Temel Es sind ein paar Tage, es sind ein paar Wochen, es
Sebastian Ja, was sind denn ein paar Wochen? Und was sind das? Zwei, drei, vier.
Temel sind jetzt über drei Wochen, genau 26 Tage und ja, das ist viel für jemanden wie mich zumindest. Jetzt werde ich hier schief von der Seite angeguckt, das ist viel, das ist wirklich viel. Ihr habt das alle gehört.
Sebastian Ja, und?
Temel Ja, es wird mit jedem Tag schwieriger. Ich kann dir mal kurz erläutern, was das überhaupt bei uns heißt. also offensichtlich ist das Thema eh schwierig zu fassen, bei uns konkret heißt das, also ich darf nicht kommen und ich darf mich auch selber nicht berühren. Der Einzige, der mich berühren darf und auch glücklicherweise berührt, ist mein Herr, Bruderin. Ja, also das heißt, es passiert schon was da unten und wir spielen auch, aber halt seit 26 Tagen nicht so, dass ich zum Höhepunkt komme. Also während er natürlich weiterhin alles darf und auch zum Höhepunkt kommen darf, aber ich halt nicht.
Sebastian Darf er das, ja? Hast du ihm das erlaubt?
Temel Ja, tatsächlich gibt es immer so, da haben wir auch vorher noch drüber gesprochen, weil da auch so noch ein paar Fragen auf Fetlife kamen. Es scheint so ein bisschen manchmal das Vorurteil zu geben, wenn einer keusch gehalten wird, also wenn zwei miteinander spielen und einer wird keusch gehalten in der BDSM-Szene, dass das für den anderen ja unglücklicherweise auch bedeuten müsste, dass er keusch wäre. Und ich habe das tatsächlich lange Zeit gar nicht so gesehen als Fragezeichen, dass ich da bei vielen auftun könnte, aber das ist natürlich nicht so. Das geht auch wieder in die Richtung, dass man definiert, was ist eigentlich Sex. Aber natürlich besteht keine Notwendigkeit für den anderen, nicht zu kommen oder keinen Höhepunkt zu erleben, nur weil ich keusch bin. Es gibt ja so viele sexuelle Spielarten und Möglichkeiten und Dinge, ja, dass man da drum rumschiffen kann.
Sebastian Ja, die Frage ist ja auch, wie diszipliniert du bist. Also wenn er jetzt von dir, sage ich mal, Gebrauch macht, dann musst du dich halt zurückhalten.
Temel Ja, ich kann es ja... Also sagen wir mal so, bei bestimmten Tätigkeiten habe ich dann Schwierigkeiten, das zurückzuhalten. Aber natürlich kann er mich so benutzen, dass ja, dass es doch geht.
Sebastian Man hört so ein bisschen den eingezogenen Kopf gerade. Dieses, ich sage ja nichts, tu mir nicht weh.
Temel Ja, das ist gar nicht so leicht, diesen Blicken, den ich hier standhalten muss. Aber ich finde, ich schlage mich sehr gut.
Sebastian Ja, wie lange musst du denn noch?
Temel lange muss ich noch? Also ich weiß es nicht. Ich weiß es nie tatsächlich. Oderin droht immer so ein bisschen in regelmäßigen Abständen bei allen Staffeln mit der 100-Tage-Challenge. Also dass er das am liebsten 100 Tage am Stück durchziehen möchte. Und das hat er jetzt auch wieder getan und angedroht, dass er es 100 Tage lang durchziehen möchte. aber ich hoffe nicht, ich hoffe kürzer. Also natürlich weiß ich es nicht, aber ich war ja schon mehrere Phasen lang längere Zeit keusch. Ich glaube, mein Rekord war so 34 Tage oder 35 Tage bisher. Und daher gehe ich natürlich immer davon aus, weil in Oderin auch so ein bisschen das Highscore-Gen existiert, dass er es länger möchte als zum letzten Mal. Also, das würde ich vermuten länger als 35 Tage, aber letztendlich weiß ich es nicht.
Sebastian Gibt es denn da Nebenwirkungen? Ich meine, ist da nicht irgendwann der Ofen aus? und dann ist halt egal und doof oder gibt es da eine Grenze, wo du sagst, das mag ich aber nicht mehr, das tut mir nicht mehr gut?
Temel Also, es ist erstmal umgekehrt. Ich habe tatsächlich das Gefühl, dass meine Lust immer mehr wächst. Also nicht, dass sie abnimmt, sondern dass sie zunimmt. Dass ich auch leichter erregbar, also ich bin ohnehin schon recht leicht erregbar und sehr empfindsam. Aber je länger so eine Keuschhaltungsperiode geht, desto empfindsamer bin ich tatsächlich für alle Reize. Also nicht nur für Spielreize, sondern allgemein für Reize. Das nimmt tatsächlich manchmal auch witzige Ausmaße an. Ich hatte da letztens irgendwo noch ein paar neuen Filme gegoogelt, gescrollt und bin da auf so einen alten Film gestoßen, der hieß irgendwie, als die Frauen noch Schwänze hatten. Ich hatte da einfach nur irgendwo sowas gesehen mit Frauen und Schwänze und mein Finger war richtig schnell auf dem entsprechenden Klick. Das ist so, dass es einem dann eine Sekunde lang später selber peinlich ist, was man da gemacht hat Also das passiert schon, da werde ich deutlich empfindsamer Aber insgesamt muss man oder muss Oderin natürlich auch so ein bisschen im Auge behalten Dass so meine mentale Gesundheit nicht komplett darunter leidet Also in den vergangenen Staffeln ist mir das durchaus auch schon echt schwer gefallen. Kommt doch mal vor, dass ich dann so ein bisschen knatschig bin, so wenn wir irgendwie eine echt coole Session hatten und ich durfte dann wieder nicht kommen. Und man ist dann halt gerade so auf Endorphinen und so bedürftig und denkt, boah, wenn ich jetzt ein Orgasmus hätte, dann wäre das ein Feuerwerk der Gefühle der Endorphine. Das wäre die Kirsche auf meinem Sahnehäubchen. Und dann darf man nicht. Und dann schaut er einen mit diebischer Freude an und verweigert einen knallhart. Und dann denkt man sich schon so, boah, wie kannst du mir das antun?
Sebastian ich kann dir mal zwischendurch sagen, dass er gerade im Chat mit Elea um die Highscores jagt. Die beiden wohl irgendwie eine Challenge da irgendwie anstellen wollen.
Temel nee bitte. Ja, ich habe schon gemerkt, die verstehen sich gut.
Sebastian Nein.
Temel Ich lese gerade im Chat nicht mit. Ich bin bemüht genug, hier meine Contenance zu bewahren. Aber du müsstest mir irgendwie das Skript von dem Chat nochmal schicken.
Sebastian Auf keinen Fall.
Temel Doch, das ist ein Befehl.
Sebastian Nein. Ja, schön. Zur Kenntnis genommen. Ich
Temel Da reden
Sebastian habe hier noch eine Frage. Ich weiß gar nicht von wem. Ich glaube, das war wieder Flyby. Wobei, hast du noch andere Partner? Und falls ja, wie integriert ihr da die Orgasmuskontrolle in andere Beziehungen? Aber
Temel Ja, das ist richtig. Die Konstellation ist folgendermaßen. Ich habe mit Oderin, der mein Herr und Meister ist, eine Spielbeziehung und eine generell sehr intensive Beziehung auf vielen Ebenen. Ich bin aber verheiratet mit jemand anderem, der nennt sich auch Fatlife Evil Sheep. Ja, und also viele in der SM-Szene haben ja ja so Polykonstrukte, Beziehungen und ich eben auch. Und wie wir die Keuschhaltung oder die Orgasmuskontrolle in dieses ganze Beziehungsgeflecht, oder eigentlich ist die Frage fast andersrum gestellt, wie wir das integrieren. Das hat sich tatsächlich ergeben, weil es so ist, wie es ist. Also meinem Lebenspartner, mit dem ich verheiratet bin, die ist auch BDSMler und auch BDSM-affin, aber benötigt BDSM und Sexualität generell in seinem Leben nicht in der Intensität, wie ich es brauche. Für mich ist das schon ein sehr großer Teil meines Lebens und auch meines Wohlbefindens. Also generell, wenn ich wenig spiele oder wenig sexuelle Dinge in meinem Leben habe, dann werde ich irgendwann unglücklich. Und das heißt, wir hatten irgendwo immer so ein bisschen unsere Fühler ausgestreckt nach außen. Ich habe auch schon einen anderen Spielpartner vor Oderin, während ich mit meinem Lebenspartner zusammen bin. Also da in die Richtung haben wir immer schon geguckt. Und ja, tatsächlich integriert es sich so gut, weil mein Lebenspartner nicht so ein starkes Bedürfnis nach Sexualität in seinem Leben hat, wie ich das habe. Also eigentlich ist das für alle ein Arrangement, was sehr, sehr gut funktioniert. Es
Sebastian jetzt würde ich ja jetzt mal von außen mal sehen, diese ganze Lust, das projizierst du ja. Jetzt liegst du da im Bett und da ist ja nun mal jemand, mit dem man jetzt theoretisch vögeln könnte. Das muss doch eine Versuchung sein.
Temel ist jetzt nicht so, dass ich auch jeden x-beliebigen Typen bespringe, weil ich gerade rattig bin. Also so hast du dir das auch wieder nicht vorzustellen.
Sebastian Der hat Ohr darin, kann das ja noch ein bisschen steigern, bis es dann soweit ist.
Temel bring ihn nicht auf Ideen, der hört mit.
Sebastian Ich schicke ihm das Chatprotokoll.
Temel Ja, es ist sicherlich so, dass ab und zu mein Lebenspartner das auch schon mal aushalten muss, wenn ich dann halt tatsächlich so eine gewisse Spannung in mir habe. Das möchte ich nicht völlig bestreiten. Es gibt auch schon mal sarkastische Kommentare von Oderen von wegen, Deswegen, wenn ich dann am anderen Morgen angesäuert bin, dass ich nicht kommen durfte, dann muss er das ja nicht aushalten. Ach ja, aber das funktioniert eigentlich auch ganz gut. Das Ding ist, ich bin jetzt nicht nur orgasmusfixiert. Ich habe das versucht, selber vor ein paar Monaten für mich zu definieren, als ich möchte einen BDSM-Orgasmus. Das heißt, wenn ich dann kommen darf, nachdem längere Zeit vergangen ist, nachdem Wochen vergangen sind, wo ich nicht durfte, dann möchte ich nicht einfach nur kommen. Sonst wäre ja auch die Versuchung da, dass ich mir irgendwo selber in der Badewanne mache oder so. so. Aber das wäre dann auch nicht schön. Also ich sehne mich dann nicht einfach nur nach einem Orgasmus oder ich sehne mich nicht einfach nur nach Berührung, sondern eigentlich, je länger diese Keuschhaltung dauert, desto mehr sehne ich mich vor allem nach einer ganz, ganz tollen Session, so wie ich mir das halt vorstelle, mit Frigament, mit Demütigung und dann als Finale ein Orgasmus. Und das habe ich mal als BDSM-Orgasmus bezeichnet. Ich möchte nicht als Auflösung dieser langen Periode einen Wald-und-Wiesen-Orgasmus
Sebastian So stellt es auch richtig Ansprüche.
Temel Ja, total.
Sebastian Es geht aber immer noch um Spaß bei der ganzen Sache, ja?
Temel Das ist aber tatsächlich ein wichtiger Faktor, weswegen ich auch nicht wirklich versucht bin zu schummeln. Also ich könnte schummeln. Ich könnte natürlich in vielen Momenten, wo Oderin nicht persönlich zugegen ist, mir selber einen Orgasmus holen, wenn ich wollte. Oh je, jetzt hebt ihr schon Warnesitzinger. Ich würde natürlich nicht. Aber ich würde eben vor
Sebastian Komm, ich hol dich mal da raus, weil das scheint den Chat besonders zu interessieren. Isabel fragt nämlich, was ist denn, wenn dein Mann jetzt doch mal Sex haben möchte? Darfst du dann aber einfach nicht kommen? Oder geht das dann halt nicht?
Temel ich weiß, ist mein Lebenspartner auch im Chat. ich glaube als Secret Baby Sheep, wenn er noch da ist also ich glaube er heißt dort Secret Baby Sheep, ich meine ich habe ihn vorhin gesehen, das kann man natürlich auch fragen, aber ich kann auch, Grüße, aber ich kann das auch versuchen zu beantworten also tatsächlich
Sebastian ja das. Ja, er ist drin. Grüße.
Temel ich weiß nicht, ob man sich das so schwer vorstellen kann, aber bei ihm ist das nicht so er sehnt sich eigentlich in unserer Beziehung nach anderen Dingen viel viel mehr er sehnt sich nach Nähe noch allgemein mit mir zusammen sein, mir Zeit zu verbringen. Sex spielt tatsächlich in unserer Lebensbeziehung keine große Rolle. Das mag für manche jetzt vielleicht verwundernd sein, aber das ist tatsächlich bei uns ein bisschen outgesourced. Viel besser kann ich das tatsächlich auch nicht beantworten. Manchmal habe ich auch wirklich das Gefühl, es gibt so ein bisschen das Vorurteil, dass Männer immer können, immer müssen, immer wollen. und auch so in meiner Erfahrung mit anderen Männern, die ich kenne, das ist durchaus nicht so. Es gibt Frauen, die haben ein sehr, sehr großes Bedürfnis nach Spielerei und Sexualität und Männer, die das so gar nicht haben. Ich denke mal nicht, dass das etwas Besonderes ist.
Sebastian Du musst dich da auch gar nicht rechtfertigen. das ist einfach so euer Zusammenleben und dann ist das ebenso. Das ist halt immer unterschiedlich und dann muss man einfach schauen, wie passt das zusammen und ihr habt ja offenbar da einen guten Weg auch gefunden. Noch eine
Temel Ja, ich kann mir schon vorstellen, dass es manche verwundert, aber tatsächlich kann ich das viel spektakulärer gar nicht erklären. Ich glaube, manche wünschen sich da auch so eine spektakuläre, wie wir das zusammengefunden haben, Aber es hat sich gefügt, weil es für alle ein Gewinn ist. Mehr kann ich gar nicht beschreiben.
Sebastian Secret Baby schreibt gerade, dass das gut beschrieben ist, outgesourced ist eine gute Umschreibung. Also da sieht man dann auch, dass ihr euch einig seid. Und jetzt will ich natürlich jetzt wissen, also ich weiß, weil ich es ja nochmal gesehen habe bei Fetlife, wenn es dann soweit ist endlich, dann gibt es hinterher Kuchen.
Temel Ja, richtig.
Sebastian Ähm, aber wie ist er denn, der Orgasmus? Ist das dann ein besonders toller oder ist das eher so ein Druckabbau-Verpuff?
Temel Das ist dann wirklich ein besonders toller Orgasmus. Also ich hatte das ja jetzt schon mehrere Phasen, wo dieses über längere Wochen verweigert werden und dann kommen dürfen. Und es ist nicht nur, dass ich dann den Orgasmus intensiver erlebe. Also erstens ist es, dass er sich immer ganz, ganz tolle Sachen ausdenkt. Also wirklich tolle Sachen, dass es wirklich was Besonderes ist, wenn ich dann wieder kommen darf. Das weiß ich dann zwar vorher nicht, aber er denkt sich da wirklich schöne Sachen aus.
Sebastian arme Mann steht unter so einem Druck.
Temel Das ist
Sebastian Der muss ja immer was bieten. Kein Wunder, dass das so lange dauert, bis du wieder kannst, weil er sich erst mal was ausdenken muss.
Temel Ja, ich bin Mittel. Ja, höher, höher, schneller, weiter. Man möchte sich ja steigern. Also das ist das eine. Es ist natürlich irgendwie eine besonders schöne Situation. Das zweite ist, dass der Orgasmus an sich intensiver ist. Also meistens bin ich dann recht schnell erregt und darf trotzdem nicht direkt kommen, werde noch ein bisschen geteased und das steigert sich dann in unendliche Weiten, bis ich dann darf. Und Frauen können ja auch netterweise mehrmals hintereinander kommen. Wobei Männer auch, halt ein bisschen anders. Und ich kann tatsächlich, wenn ich so eine ganze Weile lang keusch gehalten wurde, ziemlich oft hintereinander. Also haben wir auch schon mal Rekorde gebrochen. Und da habe ich tatsächlich das Gefühl, dass es daran liegt, wenn ich lange verweigert wurde, dass das dann da unten fast so eine Art Erwartungshaltung hat. Also sowas wie, okay, jetzt müssen wir ein paar Orgasmen einsammeln, wer weiß, wie lange das wieder nicht geht. Klingt ja ein bisschen unheimlich, aber ich habe schon das Gefühl, dass dann da mehr geht, wenn ich eine Weile lang nicht durfte.
Sebastian Ja, du bist doch eine Spielerin, ne?
Temel Also von daher, es bleibt... Ja, ja, ist toll.
Sebastian Na, also man muss ... Highscore, es wird dokumentiert. Du schreibst, du machst dann jeden Tag deinen Comic dazu. dazu, das nimmt unglaublich viel Zeit, glaube ich, auch sich damit zu beschäftigen und immer wieder, jeden Tag wird drauf rumgedrückt und du kannst es halt nicht einfach wegignorieren, du musst es immer auf dem Schirm haben.
Temel Ja. Ja, nimmt doch einen großen Teil ein. Es gibt ja durchaus auch Sachen, die die Öffentlichkeit nicht mitkriegt. Ich führe auch so eine Art Lusttagebuch oder Orgasmus-Tabelle oder wie man das so nennt. Und da steht dann zwar nicht drin, durfte nicht kommen, aber da stehen dann so Dinge drin, wie erregt ich war, was ich so erlebt habe, was mich vielleicht erregt hat. Also so Sachen, die in der Öffentlichkeit keiner mitkriegt, aber da ist viel Beschäftigung in meinem ganzen Kopf an jedem Tag, in dem ich nicht kommen darf.
Sebastian Dieses Tagebuch, das darfst du natürlich auch mal freigeben, den Link würde ich ganz selbstlos verbreiten,
Temel Also sonst noch Wünsche?
Sebastian auch wenn wir schon dabei sind.
Temel Also im Prinzip ist das so eine Art Tabelle, in der ich diverse Parameter eintrage, also auch bezüglich meines Gehorsams, aber eben auch meines Lustempfindens. Denn das, was wir mit der Keuschhaltung machen, das hätte im Prinzip nicht nur den Keuschhaltungseffekt, sondern einfach diesen Lustkontrolle-Effekt. Das heißt, es geht nicht nur darum, dass ich nicht darf und gut ist, sondern es ist eigentlich ein permanentes Abscannen, meiner Lust insgesamt und die Keuschhaltung dient ganz klar dazu, mich eben damit, meine Lust weiter anzuheizen. Nicht die Lust abzutöten, sondern die Lust ins Unermessliche zu steigern. Das muss man vielleicht auch mal sagen, weil manche glaube ich immer noch sich unter Keuschhaltung eher vorstellen, naja, es passiert doch nichts. Und doch, es passiert eine ganze Menge, wenn man es richtig macht.
Sebastian Ja, das müssen wir dann, dann wirst du hoffentlich irgendwann ein Buch darüber schreiben, natürlich. Natürlich. Nein, das ist tatsächlich, das scheint, glaube ich, der Unterschied zu sein, dass man nicht vergisst, sich damit zu beschäftigen, sondern immer wieder damit spielt und das immer präsent ist, man miteinander spielt und einfach beieinander ist. Jetzt traue ich dir natürlich zu, dass du selber auch dir selber Ziele gesteckt hast. Also die 100-Tage-Challenge, die ist nichts für dich. Du
Temel naja, ich entscheide das ja nicht, ob die 100-Tage-Challenge was für mich ist. Jetzt kriege ich hier wieder so einen Seitenblick von dem Herrn neben mir. Ich entscheide das ja wirklich nicht, ob das was für mich ist. Ich habe im
Sebastian ja Wünsche äußern.
Temel ja, das tue ich auch, nicht 100 Tage.
Sebastian Okay, das war recht eindeutig.
Temel Also Ziele mache ich persönlich jetzt nur immer nicht so fest an so ganz festen, also nicht an so festen Zahlen. Also nicht an sowas. Ich habe zwar auch ein Highscore-Gen in mir, das durchaus, aber ich finde persönlich auch so eine Art von Keuschhaltung, wo man schon vorher weiß, wie viele Tage es sind, langweilig. Also was mich bei uns auch immer wieder reizt, bei dem Spiel zwischen Oderin und mir, ist der Überraschungseffekt, dass theoretisch immer irgendwas sein könnte, was ich nicht wissen konnte, was ich nicht abschätzen konnte und wenn ich dann wüsste, ich muss 100 Tage keusch bleiben, naja gut, könnte man sich auch sagen, okay, mache ich jeden Tag mein Kreuzchen, 100 Mal und dann ist es vorbei. Aber das ist nicht so spannend, als wenn man denkt, heute könnte der Tag sein, wo ich vielleicht darf. Und dann hat man auch Ansprüche in ganz andere Richtungen. Also es gibt ja bei uns auch sehr viel Spiel mit D/s, mit Dominance Submission. Und dann habe ich natürlich auch einen Anspruch, besonders gehorsam zu sein. Wenn ich mir denke, wenn ich besonders gehorsam bin, ist meine Chance, dass ich komme, da vielleicht höher. Als wenn ich von vornherein weiß, ja gut, 100 Tage und an den 100 Tagen ändert sich nichts, ob ich sehr gehorsam bin oder ob ich gar nicht gehorsam bin. Ja, die ist wichtig, also das sagt Oderin doch selber immer wieder, wenn so Fragen kommen, also manche Leute auf FetLife schreiben schon, da kommen 100 Tage, 1000 Tage, 5 Jahre, doch gar nichts und oder halt einfach das zu immer verbieten und Oderin weiß schon, dass das Spiel mit der Hoffnung ein ganz wichtiges ist und auch ein ganz reizvolles und das ist mir eben auch wichtig, dass ich, dass es nicht so Also auch in Keuschhaltung könnte eine Routine aufkommen. Und das ist 42, die Antwort auf alles. Also ich denke nicht, dass er sich das von vornherein vornimmt. Also dass er nicht an Tag 1 beschließt, es werden jetzt 42 Tage oder 95 Tage oder 100 Tage. Das denke ich nicht. Wir haben ja sehr viel Kontakt. Kontakt, die Entwicklungen, die überall passieren und auch zwischen uns passieren, die sind dynamisch. Er achtet natürlich auch darauf, wie es mir so geht. Ich denke, das beschließt er relativ spontan. Vielleicht hat er irgendwann eine grobe Richtung, also zum Beispiel länger als in der letzten Staffel. Aber ich denke, letztendlich guckt er sich schon so an, wie es mir auch geht. Es ist eben tatsächlich auch etwas, wo man schon die seelische Gesundheit von jemandem im Auge behalten muss. Keuschhaltung ist irgendwie cool und lustig und Teasing ist auch lustig, aber ab und zu gibt es schon Momente, wo man dann auch mal ein bisschen kuscheln braucht, weil es doch anstrengend ist, nicht kommen zu dürfen und nicht diese Endorphine in sich zu haben, die man sonst normalerweise hat. Also das schaut er sich schon an, dass es da nicht irgendwie in eine andere Richtung kippt.
Sebastian Darauf läuft es hinaus, dass man irgendwann sich nur zusammenkuschelt und einfach mal da ist und irgendwie feststellt, Mensch, jetzt existiere ich einfach mal. So, und wir haben jetzt so schön überzogen.
Temel Ja, das passiert auch ganz viel.
Sebastian Ich wollte ja eigentlich so um 10, wollte ich ja eigentlich so langsam Schluss machen und dann hast du gequatscht und erzählt und erzählt und erzählt und erzählt.
Temel es ist gerade so gemütlich. Wir haben auch Kekse und alles. Das ist super gemütlich.
Sebastian Steht da vielleicht ein Kuchen?
Temel Äh, Kuchen nicht.
Sebastian Nee, okay.
Temel Muss ich leider mich selber enttäuschen. Aber Kekse, immerhin.
Sebastian Immerhin, ja, irgendwie, als ich bei dir war, hast du mir die weltbesten Kekse gebracht.
Temel Immerhin. Ja.
Sebastian Ich habe eigentlich nicht mehr notiert, welche das waren. Ich habe sie seitdem auch nicht wiedergefunden. Da schickst du mir einfach nochmal eine Nachricht, damit ich diese Kekse nochmal in die Finger kriege.
Temel Genau.
Sebastian Die kann man nämlich kaufen.
Temel Oder du musst mich noch mal besuchen. Oder du musst mich noch mal besuchen. Komm. Und dann
Sebastian Ja, oder so.
Temel wir noch mal über BDSM und die Welt.
Sebastian Das können wir machen. Dann aber ohne die da draußen im Stream. Die machen mich jetzt auch gerade gar nicht mehr so nervös, weil irgendwie seit 10 ist es mir auch alles egal.
Temel Ja, denk dran, dass du mir noch im Anschluss das Chatscript schicken wolltest. Nicht vergessen. Das hast du mir vorhin versprochen.
Sebastian Jaja, ich höre nochmal genau rein, ob ich dir das versprochen habe.
Temel Ja, die können das alle bestätigen da im Chat.
Sebastian Pass auf, Oderin hat bestimmt ein gutes Gedächtnis.
Temel Könnt ihr doch, oder?
Sebastian Der hat alles im Kopf, was da drin steht. Irgendwo steht da braves Subbie, aber ich glaube, das war nicht an dich gerichtet.
Temel Oh ja, der hat ein viel zu gutes Gedächtnis, das kann ich allerdings nur bestätigen. Der vergisst gar nichts und der erinnert sich auch an alle Aufgaben und alle Tasks, die ich dann irgendwann wieder vergesse. Das muss ich bestätigen.
Sebastian Ja, siehste, dann kannst du dich jetzt die nächsten Stunden dafür rechtfertigen, was du mir jetzt alles erzählt hast. Und ich werde mich jetzt...
Temel Ja, also wenn ein grober Fehler dabei gewesen wäre, hätte ich es, glaube ich, mitgekriegt.
Sebastian Ach so, ja, dann hätten wir es alle gehört. Tja, aber...
Temel Oder jetzt hätte ich nichts mehr gehört, außer
Sebastian Ja, gut, das könnte er auch gleich machen. Ich werde mich jetzt von dir verabschieden. Ganz vielen, vielen lieben Dank, dass du dir Zeit genommen hast. Ihr habt ja eigentlich gerade was anderes zu tun. Ihr hättet ja jetzt auch ein bisschen teasen und spielen können. Das habt ihr jetzt ja nun mal gerade nicht. Dankeschön dafür.
Temel Dankeschön dafür, dass du das schöne Format machst und so viele daran teilhaben lässt. Das ist ein Daumen hoch auch von Oderin. Das ist eine ganz, ganz, ganz tolle Sache. Wir sind ja, glaube ich, alle sehr, sehr dankbar dafür. Danke, dass du dir die Mühe machst. Das
Sebastian ach, das macht ja auch einfach Spaß. Und ich kann ja eh gerade keinen Stammtisch besuchen und kriege da eh gerade die Krise, weil man einfach keine Menschen mehr trifft. Und dann kriege ich eben so meine sozialen Kontakte. Das muss ja auch irgendwie gehen.
Temel stimmt, hat sehr viel Spaß gemacht.
Sebastian dir wünsche ich jetzt einen schönen Restabend. Grüße an Oderin. Dankeschön, dass er dich hat ein paar Minuten freigelassen für mich. Und ja, dann habe ich jetzt hier noch so ein paar Sachen zu sagen. Die will ich jetzt mal loswerden. Das erste ist nämlich die Frage, ja, wann geht es hier weiter? Und die Frage war Donnerstag, Freitag. Und Donnerstag ist mir zu kurzfristig. Das schaffe ich ehrlich gesagt nicht. Wenn jetzt im Chat ein paar Daumen hoch sind, dann würde ich jetzt den Freitag ankündigen. Dann gäbe es da die nächste Folge. Das wäre nämlich dann der 27. März. und so kriege ich meine Podcast-Statistik noch ein bisschen aufgebessert. Dann hat das Rope Bunny. Von dem habe ich ja diesen Hasen, den ich immer allen Leuten in die Hand drücke, damit sie dieses Kopfhörerkabel nicht ständig in der Hand haben und kaputt falten. Und das Rope Bunny hat ein Angebot, man könnte ja mal so einen Hasen verlosen, gerade zu Ostern. Ich glaube, Freitag werden wir da irgendeinen Modus finden und dann gucken wir, dass wir so einen Bunny in die Welt reinkriegen. Ich finde das eine ganz schöne Idee und ich habe meinen Teil hier auch gerade in der Hand und die Naht ist auch gerade und ich habe es immer noch nicht kaputt gekriegt. Wenn das jetzt Freitag weitergeht, dann heißt das, ich brauche bis Freitag noch mindestens zwei Menschen, mit denen ich sprechen kann und werde. Moment, ich mache das Thema gerade mal lautlos. Das rappelt nämlich im Hintergrund ganz fürchterlich. So, das ist jetzt still. Das heißt, da kann man sich gerne bei mir melden. Tut alles auch nicht weh. Das ist meistens so ein kleines Vorgespräch, Viertelstunde, 20 Minuten, kleiner Technik-Check und dann ist man schon bereit, um hier mitzumachen. Ja, so, hier schreiben sie schon, danke bis Freitag. Ja, was ist nächsten Dienstag? Ja, was nächsten Dienstag ist, weiß ich noch nicht. Ich gehe jetzt erstmal von Tag zu Tag und dann muss ich auch ein bisschen gucken, wie ich das mit dem Familienzeitplan so ein bisschen zusammenkriege. So ganz unaufwendig ist es nicht, aber es macht unglaublichen Spaß. Ja, ich glaube, ich habe jetzt nichts mehr zu sagen. Ich gucke noch ein letztes Mal auf den Spickzettel. Der sagt mir hier gar nichts mehr. Achso, der Hashtag Kinky Osterhase, das hat mir das Rope Bunny noch ein bisschen untergeschummelt. Da gucke ich mal, was ich mache. Ich würde euch, liebe Hörer, ganz doll bitten, damit das auch gehört werden kann, dass ihr Leuten Bescheid sagt. Hier am Freitagabend um, was machen wir, 20.30 Uhr geht es hier weiter. Da kann man mit reinhören und so weiter und so fort, dass ihr das ein bisschen teilt, dass die Leute das auf dem Schirm haben. Denn ich mag jetzt auch nicht zu viel Marketing bei Instagram und überall machen. die Leute den ganzen Tag zu spammen. Es wäre so ein bisschen schöner, wenn ihr das machen würdet tatsächlich. Das wäre total cool. Ja, so und jetzt bin ich leer gequatscht und ihr bekommt jetzt noch die Rausschmeißer-Musik von mir und dann war es das für heute. Ja, ganz vielen lieben Dank, dass ihr zugehört habt. Ganz zahlreich, dass der Chat auch super aktiv war. Den lese ich mir dann nachher nochmal durch und dann würde ich sagen, bis Freitag. Macht's gut. Tschüss.