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Sebastian
Hallo und herzlich willkommen zur Kunst der Unvernunft.
Mein Name ist Sebastian Stix und hier spreche ich mit meinen Gästinnen über
BDSM, Kink und alles dazwischen und drumherum.
Dieses Mal hat mich Gilbert Bach besucht und wir haben geredet.
Gil hat ein Buch geschrieben. Er würde sagen, dass es vornehmlich um Liebe,
Romantik und Schmerz geht.
Weil ich aber hier im Vorwort Buzzwords brauche, damit ihr auch garantiert dranbleibt,
spoilere ich schon mal. Wir sprechen heute intensiv über Cook-Holding.
Das ist die Sache, bei der Frau offenbar sehr guten Sex genießt,
während ihr Partner den süßen Schmerz, nicht nur der Eifersucht,
erleben und genießen darf.
Wir sprechen über das Buch, den Autor und über praxisnahe Recherche nach der Veröffentlichung.
Ob die Fiktion Realität standgehalten hat? Gilbert erlaubt uns heute wirklich
persönlichere Einblicke, als ich sie erwarten konnte.
Am Ende der Folge, nach der Verabschiedung, findet ihr dann noch einen kleinen Bonus.
Gilbert liest ein Kapitel aus dem Buch. Hebt euch das gerne für einen schönen Moment auf.
Vielleicht bei einem netten Getränk oder während des Schneesturms eingekuschelt
mit Keksplätzchen vor dem Fenster. Wie ihr euch wohl fühlt.
Und wenn ihr das ganze Buch lesen möchtet, ihr könnt es kaufen,
müsst das aber nicht unbedingt.
Denn der Autor hat mir drei signierte Exemplare dagelassen und ich darf sie unter euch verlosen.
Wie das funktioniert, erkläre ich auch ganz am Ende der Folge.
Liebes Publikum, genug Vorwort, Hausmeisterei brauchen wir nicht.
Willkommen in 2026 mit einer, wie ich finde, ganz besonderen Folge.
Los geht, Unvernunft, Folge Nummer 137 mit Gilbert Bach.
Liebes Publikum, ich werde es im Vorwort schon gesagt haben, seit drei Monaten.
Drei Monaten habe ich keine ordentliche Folge mehr aufgenommen,
weil privater Wahnsinn und deshalb
kurz vor Weihnachten mein für mich persönliches Weihnachtsgeschenk.
Wir treffen uns hier am, ist es der 20., am 20.12.2025 morgens um halb elf in Deutschland.
Ich begrüße ganz herzlich Gilbert Bach. Hi.
Gilbert
Hi, ich grüße dich Sebastian. Freue mich sehr über deine Einladung und wenn
das dein Weihnachtsgeschenk ist, dann kann es doch nur noch gut werden, oder?
Sebastian
Ich bin jetzt schon begeistert, dass das klappt und dass du auch wirklich hier bist.
Man weiß ja immer nie so genau, ob alles klappt und im Moment ist bei mir eher
mehr Chaos, aber es hat funktioniert und auf die Aufnahme habe ich mich ganz
besonders gefreut, denn sie fing an mit der Einladung zu einem Geschenk.
Gilbert
In der Tat, genau.
Sebastian
Möchtest du oder soll ich das jetzt, ich stell dich erstmal ordentlich vor,
also Gilbert Bach aus NRW, um die 49 Jahre alt,
du bist selber irgendwie kinky, darüber können wir reden und du,
ich sag's jetzt schon mal, du hast ein Buch geschrieben über kinky Kram und
damit die Buzzwords früh genug fallen,
kannst du mit so fünf Keywords sagen, worum es geht?
Gilbert
Es ist natürlich eine Liebesgeschichte. Fangen wir doch mal so an,
um das Publikum direkt mal so ein bisschen sanft hineinzuführen, würde ich sagen.
Aber worauf du hinaus willst, und so haben wir uns auch kennengelernt,
natürlich ist ein großer Begriff das Wort Cuckholding, was hier eine Rolle spielt.
Ich habe die Live-Folgen, die du aufgenommen hast,
gehört und an verschiedenen Ecken dieses oder jenes natürlich im Zweifel dazu
zu sagen gehabt und habe dir angeboten, das Buch doch mal zu lesen,
weil es wie die Faust aufs berühmte Auge passt.
Und da hast du aber abgelehnt und gesagt, ich kaufe es mir selbst und das fand
ich hervorragend, damit du dir deine eigene Meinung dann auch sehr unabhängig bilden konntest.
Und daraufhin hast du mich eingeladen. So lief das sozusagen.
Und da sind wir bei diesem einen Stichwort, das ist das Cuckolding.
Und natürlich geht es auch um sowas wie DS, muss man sagen, in einer hier sich
entwickelnden Dreiecksbeziehung.
Das wäre das zweite Stichwort, was noch dazu passt, was in den King-Rahmen gehört
und wenn wir über dieses Thema reden wollen, fallen einem ja zahlreiche Begriffe
ein, wie emotionaler Masochismus,
vielleicht auch ein bestimmter Sadismus, der dazu gehört, Kontrollverlust, all diese Dinge.
Gehören sicherlich in den Rahmen, aber vorwiegend geht es darum,
eine Dynamik zu zeigen, die sich mit dem ursprünglichen Neigungsspektrum einfach irgendwie ergibt,
so will man das mal vielleicht beschreiben.
Sebastian
Liebes Publikum, allein die Stimme ist schon das, was heute Spaß machen wird,
die ist großartig. Man kennt deine Stimme sogar schon im Podcast.
Gilbert
Ich habe mich gebeten.
Sebastian
Zur Live-Folge zum Thema Feminisierung etwas beizutragen. Ja genau, das ist ein Aspekt.
Gilbert
Den ich auch noch vergessen habe,
den könnte man als Stichwort vielleicht nennen, aber der ist so am Rande.
Sebastian
Ja, an was wird es reichen, dass erstmal für den Moment, die Menschen werden dranbleiben.
Da hast du mich tatsächlich überrascht. Also ja, du hattest mir vorher das Buch,
ich sag mal, angeboten und ich hatte dann zu dem Zeitpunkt auch schon ein bisschen was darin gelesen.
Und ich weiß gar nicht, warum ich dir dann geschrieben habe,
kannst du nicht da zu der Live-Folge was beitragen.
Und dann kam da ein doch recht persönlicher Beitrag und damit habe ich überhaupt nicht gerechnet.
Und da war ich wirklich überrascht und da war dann so die Tür auf,
ah, der Mensch möchte offenbar reden und zwar er möchte mehr als ein Buch verkaufen,
sondern er möchte ein Universum zeigen und begreifbar machen.
Und da dachte ich, okay, wir müssen mehr reden.
Gilbert
Ja, das ist gut. Das hast du hervorragend zusammengefasst.
Also das ist jetzt kein bestimmtes Sendungsbewusstsein, was dahinter steht.
Aber als du mich für diese Folge anfragtest, Feminisierung, habe ich in dem
Moment darüber nachgedacht, also welche Aspekte denn überhaupt zu erzählen sind
und was wird dein Publikum dort verhandeln wollen.
Und habe gemerkt, dass über den Rahmen des Romans,
gar nicht so viel zu erzählen ist und dass der Autor dann einfach mal ein Stück
zurücktreten muss und so wurde es dann automatisch persönlich und so habe ich
einfach weitergeredet und so ist der Beitrag dann vielleicht persönlicher geworden
als selbst ich es mir am Anfang gedacht habe.
Sebastian
Hier bis Publikum hört da gerne rein. Es gibt Kapitelmarken,
ihr müsst den Rest von der Live-Folge gar nicht hören, für den Beitrag lohnt
es sich schon. Also ich habe dich so ein bisschen erwischt, ja?
Gilbert
Ja, natürlich.
Sebastian
Klar, herrlich. Man rät ja immer viel, wenn man diesen Podcast macht und versucht
mal da zu pieksen und da mal zu schauen, Und manchmal hat man einfach Glück.
Vielleicht mal so ein ganz kleiner Exkurs. Diese Live-Sendung,
du hast die dann ja auch gehört.
Da sind ja nochmal ganz viele Beiträge und jede Live-Sendung hat sich für mich
persönlich in eine ganz andere Richtung entwickelt, als ich es erwartet habe.
Wie war das so für dich? War das so ein Pass? Ich kann alles unterschreiben
oder gab es auch Punkte, wo du dachtest, ach guck an, die Seite habe ich noch gar nicht betrachtet?
Gilbert
Das ist grundsätzlich immer so, dass es Seiten gibt, die man selber gar nicht
so auf dem Schirm hat und das finde ich auch total wichtig.
Dafür ist so ein Podcast ja großartig, weil du mitbekommst,
dass du eine eigene Vorstellung deines kinky Lifestyle hast oder neigungsmäßig
in diese oder jene Richtung dich bewegst und letzten Endes da draußen findet
einfach das Leben statt.
Und jeder erlebt das auf seine eigene Weise und gestaltet dann auch und geht
auch mit seinem eigenen Wertekodex um,
versucht sich das zu erklären, versucht auch wieder einen Resonanzraum zu finden,
also mit der Gemeinde irgendwie in Kontakt zu treten, um herauszufinden,
bin ich hier alleine in der Welt oder gehört das dazu?
Und gerade bei der Folge habe ich gedacht, das ist hochinteressant,
wie sich das Ganze über diese, es waren wahrscheinlich auch wieder über zwei
Stunden, entwickelt hat.
Also die ersten Beiträge kamen rein und da waren diejenigen,
die über ihre Neigung erzählt haben, wo es auch ein bisschen ein Fetisch war und all diese Dinge.
Sebastian
Okay, pass mal auf, ich unterbreche an der Stelle mal. Ich schneide dich hier
mal ganz kurz ab. Wir werden das Thema nachher uns nochmal ein bisschen vornehmen.
Liebes Publikum, das hört ihr jetzt nicht Er hat sofort angefangen zu reden
und zu reden Und ist in Details reingegangen Wunderbar,
aber ich glaube jetzt müssen wir dich erstmal Ein bisschen genauer kennenlernen
Gilbert Bach ist nicht ein richtiger Name Sondern ein selbst erwählter Name
Ja genau Und in dem Buch heißt die Hauptperson wie noch gleich?
Gilbert Okay, gut Macht euch eure Gedanken dazu Wie bist du zum King Zum BDSM gekommen?
Gilbert
Wie fliegt einen sowas an? Also das ist ganz schwierig zu beschreiben und abzugrenzen.
Also bei mir gab es keine Aha-Erlebnisse, dass ich jetzt gesagt habe,
oh wunderbar, ich habe jetzt hier irgendwie Latex-Handschuhe angezogen und das ist jetzt mein Fetisch.
Sondern über die Jahre entwickelt sich einfach Sexualität und erstrahlt in einem Licht,
das zum einen das eine anleuchtet und dann mal das andere im Schatten lässt.
So will ich das jetzt mal beschreiben und dann geht man manchmal auch den dunklen
Ecken nach oder wendet sich dem Licht zu und dazwischen findet dann einfach die Entwicklung statt.
Also das kann man gar nicht konkreter machen in meinem Fall,
sodass ich sage, wie kommst du dazu,
sondern man entdeckt das einfach und dann lebt man es aus oder man lebt es nicht
aus und an der einen oder anderen Stelle wird es konkreter und an der anderen
vielleicht mehr das Kopfkino.
Sebastian
Ich frage mal anders, wann hat etwas, was du gut findest, das Label BDSM getragen?
Weil das ist ja so diese Erkenntnis, oh scheiße, ich gehöre zu diesen Leuten
offenbar dazu oder ich mag etwas, was die auch mögen.
Also wenn es einen Namen bekommt, dann ist ja nochmal so ein anderer Moment.
Gilbert
Puh, das ist schwer zu sagen, ob ich das jemals…,
so hart gelabelt habe, da muss man dann relativ weit zurückgehen.
Du hast mein Alter, hast du erwähnt.
Und wenn man irgendwie so in den 80er, 90er Jahren groß wird,
ist das nichts, was einen sofort anspringt.
Also in der Zeit vor dem Internet und dergleichen muss man sich natürlich schon
von Anfang an irgendwie in eine Szene begeben, um dann damit auch irgendwie
konfrontiert zu werden oder so.
Und sowas kommt dann nach und nach. Und du merkst dann irgendwann,
ach guck mal, das ist das.
Also so rum ist das eher, dass man feststellt, okay, das was du da empfindest,
das könnte man jetzt auch so bezeichnen.
Also bist du sowas wie Devot oder bist du sowas wie Dominant oder dergleichen
und das kann in diesem oder jenem Kontext stattfinden, das erlebt man einfach auf der Strecke.
So würde ich das kennzeichnen.
Sebastian
Okay, ich probiere noch den dritten Ausweg. Man hat Ideen im Kopf und dann stellt
man fest, ah, ich bin offenbar nicht allein damit.
Es gibt da draußen noch mehr Menschen und das ist erforschbar.
Gilbert
Ja, das ist richtig, genau.
Sebastian
Vielleicht gibt es eine Alterskategorie, also in den 20ern, in den 30ern,
also wo hast du gemerkt, okay, da ist in mir schlummert eine Welt,
der es lohnt nachzugehen.
Gilbert
Das würde ich sagen, ging vielleicht in den Zwanziger los, aber in den Dreißigern
wird es dann irgendwann konkreter, muss man sagen.
Also da hat man schon eine gewisse Strecke hinter sich und merkt,
okay, hier wie du sagst, bin ich jetzt gerade nicht alleine damit oder oh,
das scheint mehrere Menschen zu interessieren.
Du hast eben über mein Pseudonym geredet und über die Hauptfigur,
die einen ziemlich gleichen Vornamen trägt.
Sebastian
Ziemlich.
Gilbert
Das Pseudonym hatte ich da rumliegen. Also es war irgendwann mal,
Anfang 2010, 11, 12, irgendwie so in der Richtung, da hatte ich mal einen Tumblr-Blog
und dafür brauchte ich ein Pseudonym.
Und da ist mir dieser Name eingefallen. Und wenn wir über diese Community reden.
Dann ist das natürlich ein sehr visuelles Ding und man kann rebloggen und da
war auch eine bestimmte Subkultur unterwegs und man merkte,
da ist auch die BDSM-Szene so ein bisschen am Start und das Hauptthema des Buches
findet da genauso statt.
Also Menschen, die zuschauen, dieses Wifesharing oder Cuckolding und so weiter,
in bestimmten Szenen ästhetisiert und so weiter und so fort.
Und das war gar nicht so selten, kann man dafür festhalten, dass dieser Aspekt,
man schaut zu, wie Frau, die mit ihm verpartnert.
Vereheligt ist oder dergleichen, es mit anderen Menschen verarbeitet.
Näher treibt, sozusagen.
Ja, und aus dieser Ecke kann man sagen, okay, da ist was. Also da ist etwas,
was mich interessiert. So viel will ich mal sagen.
Also so entwickelt sich sowas. Und dann sieht man, dass plötzlich ganz viele
Porn-Kategorien ähnlicher Art entstehen oder da sind. Und dass diese Communities so groß sind.
Dann entdeckt man irgendwelche Plattformen, auf denen man sich vielleicht mal
bewegt und merkt, wow, dieses Forum für dieses Thema oder jenes Thema ist ganz
schön groß. Was ist denn da los?
Also wie du es sagtest, man ist da irgendwie nicht alleine.
Und was ist denn das, was da die Leute so antreibt? Ist das das Gleiche oder ist das was anderes?
Das ist erstmal das, was vielleicht grundsätzlich interessant ist und was mich
natürlich dann auch persönlich bewegt hat.
Das ist klar, wo ich gemerkt habe, wahrscheinlich müsste man bestimmte Dinge
der eigenen Sexualität auch mal so oder so labeln.
Sebastian
Okay, also konsumiert und gemerkt, da passiert was.
Gilbert
Ja.
Sebastian
Was ja erstmal schwierig ist, weil das ja doch etwas ist, was ausreichend Tabus bricht.
Gilbert
Ja, genau.
Sebastian
Und ich habe es nochmal besonders gemerkt dieses Jahr, als ich die Cook-Golding-Live-Folgen
gemacht habe, das ist so ein Thema…,
Mein Gott, ist das Netz voll mit Scheiße. Entschuldigung. Also du hast die Foren,
wo die Leute sich darin überbieten,
wie sie sich selbst zerlegen wollen und wie schlimm es sein soll,
wie weit man das treiben kann und wo dann auch eine unfassbare Menge an Shaming betrieben wird.
Gilbert
Total.
Sebastian
Ah, du machst das ja gar nicht richtig. Es ist also katastrophal.
Wenn du das liest, denkst du, um Gottes Willen, Finger weg.
Und sämtliche Pornos sind im Prinzip, ich behaupte mal, zu 90 Prozent umgelabelte
Dreier, wo einfach die Überschrift geändert wurde, damit das Keyword passt.
Und dann hat man halt eine Szene, wo drei Leute was machen, da immer nur zwei
gleichzeitig aktiv sind, wird das halt passend gelabelt und geschnitten und
zack, habe ich das Thema.
Und da ist mir aufgefallen, auch das habe ich schon mal erwähnt,
ich muss es nur einmal der Vollständigkeit halber mitbringen.
Kackholding ist eine der ganz wenigen Praktiken im DS-BDSM-Umfeld,
wo das Setting im Kopf den Unterschied macht.
Wenn ich eine Szene nämlich sehe, zwei Menschen haben sehr viel Spaß im Bett
und eine dritte Person schaut zu, dann kann das sein, der Dom schaut zu und
verschachert sie gerade oder ihn, je nachdem, wie man das sieht.
Ich bleibe jetzt mal heute einfach in dem Bild Frau dominant,
das passt, glaube ich, heute am besten.
Oder ich sage, sie ist die Dominante, vögelt mit ihm vor ihrem Sub-Sklaven etc.
Das Setting sieht erstmal absolut identisch aus, allein das Mindset im Kopf
macht den Unterschied, was es ist und das finde ich total großartig.
Gilbert
Das ist hervorragend. Also es ist eine eigene Welt. Und deshalb ist das Thema so breit.
Und man kann aus vielen Ecken darüber reden.
Und man kann an so vielen Stellen andocken, wenn man das möchte.
Aber du sagst es, das ist total entscheidend. Man schaut sich diese Pornclips
an und es ist immer das gleiche Reißbrett.
Also vielleicht ist es manchmal gar nicht umgelabelt, aber es entspricht auch
immer einer ganz klaren Vorstellung.
Der devote männliche Teil ist ganz oft immer ein Jammerlappen,
der irgendwo sitzt und der sehr hart erniedrigt wird und der dann ausgelacht wird und diese Dinge.
Dann geht es natürlich um diese Schwanzvergleich-Kategorien und so weiter und so fort.
Und das ist sehr reduziert auf das, was wahrscheinlich auch sehr schnell konsumiert
wird und was auch einen bestimmten Trigger auslöst.
Das mag ja okay sein, weil es da auch um schnellen Konsum geht,
Also um bestimmte Vorlagen für Fantasien, die relativ schnell zur Umsetzung führen sollen.
Aber alles andere daran ist ganz vielfältig.
Also es kann der dominante Aspekt an jeder Stelle auftauchen,
genauso wie der devote Aspekt.
Also auch die Frau ist im Zweifel in einer gewollt unterwürfigen Rolle mit dem
Sexualpartner, den sie dort hat und kann da ihre Sexualität auf eine Weise ausleben,
die sie mit ihrem Partner nicht ausleben kann und sie machen es offen miteinander.
Das ist ein Aspekt, der da eine Rolle spielt.
Oder die Frau dominiert grundsätzlich. Es gibt so ein Herrin-Sklaven-Verhältnis,
wo klar ist, dass das auch dazugehört. Ich tue es, weil ich es kann.
Ein weiterer Aspekt der ganzen Geschichte, der dominante Mann erfreut sich daran,
dass er in eine Parkkonstellation eindringen kann und einem anderen Mann sozusagen
die Frau wegnehmen kann für den Moment und das macht ihm ein besonderes Lusterlebnis.
Auch da hätten wir wieder einen Aspekt, den man beleuchten kann.
Und manchmal entsteht es einfach auch aus einer Dynamik vielleicht,
die sich durch Kleinigkeiten ergibt.
Ein Flirt an der Bar, den man mitbekommt und man merkt, seine eigene Frau ist begehrenswert.
Aber was geschieht da eigentlich mit einem, wenn das vor Publikum passiert sozusagen?
Das heißt also alle anderen bekommen mit, dass sie auf diesen Flirt eingeht
und so weiter und so fort.
Und was ist dann da los? Ist das Eifersucht?
Ist das Verlustangst? Oder ist das sogar eine bestimmte Lust an dem Moment?
Da gehen wir dann schon wieder in die nächste Richtung.
Die erstmal gar nichts mit Szene und Klischee zu tun haben muss,
sondern die sich einfach daraus ergibt, wie sich Menschen begegnen und wie sich
Menschen auch in einem Flirt begegnen, etc.
Sebastian
Du bist voll im Thema drin. Ich habe mich auch durchaus durchinformiert und
festgestellt, verdammt, das ist wirklich nochmal eine eigene Kategorie.
Vielleicht für die Menschen, die diesen Podcast hören, es gibt auch viele Menschen,
die mit BDSM noch nicht so viel Erfahrung haben, die das jetzt auch aufgrund
des Titels der Folge vielleicht gefunden haben.
Kannst du einmal kurz für die Unwissenden erklären, was Kackolding eigentlich
sein könnte in der plakativen kurzen Version?
Sonst mache ich es.
Gilbert
Ja, das ist eine Drohung. Versuche du das mal, weil du hast gerade eben selber
gesagt, Das Internet ist voll mit all diesen Klischees darüber und mich würde
jetzt interessieren, wie du es zusammenfasst,
weil ich könnte dann auch schon wieder anfangen allgemein in alle möglichen Richtungen zu gehen.
Sebastian
Okay, also ich würde beschreiben, Kackholding ist erstmal zwischen einem Paar, die Lust...
An dem möglichen Tabubruch, dass einer, in diesem Fall ein Ne,
mit anderen anbandelt, aber nicht in einem offenen, ich sag mal,
polyamoren Verhältnis, sondern es ist tatsächlich darum geht,
diese Lust an diesem Tabubruch zu haben.
Dass Menschen teilweise für Stunden oder auch als Beziehungspartner dazukommen,
mit dem Mann, Frau Sex hat, vor dem anderen oder mindestens mit dem Wissen des
anderen, das passiert jetzt.
Und daraus ergibt sich eben diese, was du eben schon erwähnt hast,
genau diese Geschichte,
sie begeht den Tabubruch, dann haben wir den aktiven Menschen,
der mit ihr zum Beispiel Sex hat, da hast du es eben schon erwähnt,
diese Lust daran, dass man in diese Beziehung, auch wenn nur kurzzeitig ist,
einbricht, eindringt, nicht nur in die Beziehung und natürlich dann die Person,
den Kackholt, die Person, die diesen Schmerz erdulden, erleiden,
genießen kann, will und soll und trotzdem noch, wenn die Paarbindung auch da
ist, dann noch dieses Gefühl der Sicherheit hat.
Ich verliere hier nicht gerade etwas, sondern ich gewinne etwas.
Das wäre so meine laienhafte Darstellung und das Problem ist tatsächlich,
du hast drei völlig unterschiedliche Perspektiven, mindestens und dazu kommt
noch das persönliche Mindset und wie man es auslebt, das heißt das Universum
ist genau das, ein riesiges Universum, was man eigentlich gar nicht mit ein
paar Worten erklären kann.
Die Kurzversion ist, drei Leute haben mehr oder minder Sex miteinander,
davon sind mindestens zwei zusammen und die dritte Person kommt halt kurzzeitig,
langfristig oder häufiger dazu und alles ist kompliziert und macht unglaublich
viel Spaß oder ist extrem doof, aber lustvoll.
Gilbert
So, wie das Leben.
Sebastian
Eine katastrophale Beschreibung.
Gilbert
Ja, genau. Nein, nicht ja genau, aber ich weiß, was du meinst mit alles ist
furchtbar kompliziert.
Ich würde hinzufügen, es spielt eben mit...
Moralischen Vorstellungen. Also das ist das, wo es im Wesentlichen ja auch immer
wieder darum geht, wir reden hier über den Begriff der Untreue,
der entweder umgewidmet wird oder eben als Teil eines DS-Verhältnisses sogar zelebriert wird.
Und so kann man das vielleicht auch nochmal hinzufügen. Und da gibt es wahnsinnig
viele Ausprägungen. Es gibt da eine sehr strenge Community.
Also auch da hast du recht, wenn man darüber redet.
Das ist ähnlich wie bei dem Thema, das wir in dieser einen Podcast-Folge hatten,
als es um Feminisierung geht.
Es gibt immer Menschen, die sagen, das ist jetzt so.
Also das muss man jetzt so verstehen. Und da ist immer eine Herrin und da gibt es einen Kakault.
Und der darf dann das oder das oder das und er wird sogar manchmal in Kategorien
eingeteilt, die dann gehen bis zu sowas wie Never Inside.
Also er darf dann nie wieder mit seiner Partnerin schlafen und sie hat immer nur Sex mit anderen etc.
Also das wird an verschiedenen Ecken dann auch schon fast religiös gelebt sozusagen
und dann einen Rahmen festgelegt, wie es dann sein soll.
Aber es gibt unzählige Dinge dazwischen, die du alle eben benannt hast.
Und die können sich aus einer ganz normalen Beziehungsdynamik ergeben oder die sind eben auch.
Teil einer Vorstellung, auf die man sich in einem ganz langen Weg zusammen irgendwie einigt.
Ich würde sagen, das ist auch hier eine Sache, bis es mal zu einer Art Vollzug dieser Dynamik kommt,
braucht es eine unglaubliche Stabilität auch in der Partnerschaft und in dieser
Liebe und in den gemeinsamen Vorstellungen vom Leben und von der Liebe, von der Lust.
Das kann mitunter Jahre dauern oder auch nie ausgelebt werden.
Aber deshalb gibt es diese Fantasien. Und deshalb gibt es vielleicht auch Literatur,
um sich damit zu beschäftigen.
Sebastian
Ich wollte gerade sagen, wir müssen daran scheitern, das zu erklären.
Aber du hast es erklärt auf 157 Seiten.
Und selbst das halte ich für nicht ausreichend. Ich teaser das jetzt schon mal
an, obwohl wir quatschen hier schon fast eine halbe Stunde. Es ist Wahnsinn.
Also es gibt ein Buch, das hast du mitgebracht mehrfach. und hast mir auch gesagt,
ich soll es unter die Menschen bringen.
Ich weiß noch nicht, wie ich das tun werde, aber ich werde es tun.
Also du hast ein Buch geschrieben, das heißt Hinter dem Schmerz nichts als Romantik.
Du kannst den Titel viel besser sagen als ich.
Und die Geschichte von Gilbert und Claire.
Und wie hieß er noch gleich?
Ich habe es gelesen, immerhin, aber Protagonisten.
Gilbert
John.
Sebastian
Das ist jetzt auch echt der Liebespublikum. Jetzt ratet mal,
welche Rolle John zufällt in diesem Buch.
Ja, das ist ein bisschen das Klischee doch trotzdem getroffen.
Gilbert
Ja, selbstverständlich. Ein bisschen Klischee brauchen wir immer.
Also brauchen wir auch, wenn wir das Traumschiff gucken oder Rosamunde Pilcher,
Klischee ist immer dabei.
Sebastian
Selbe Kategorie, natürlich.
Gilbert
Total.
Sebastian
Okay, ich würde gerne mit dir ein bisschen über dieses Buch sprechen und die Entstehung.
Die Brücke können wir schon bauen. Also das Thema ist für dich privat spannend.
Gilbert
Ja, natürlich.
Richtig.
Sebastian
Nachdem du das Buch geschrieben hast oder schon vorher? Also hat das Buch dein Interesse geweckt,
was du selbst geschrieben hast und dann hoffe ich, dass du niemals Krimis schreibst
mit Mördern oder andersherum, dass du etwas in dir verarbeitest und sagst,
ich schreibe das jetzt mal auf. Wie ging das los und wann?
Gilbert
Wenn Sie zu Serientaten neigen, schreiben Sie keinen Krimi, bitte.
Nein, das ging natürlich vorher los, das ist klar.
Also ich würde sagen, ich hatte erste Szenen schon relativ lange fertig.
Ich habe eben über so einen Tumblr-Blog geredet und da probiert man sich so
ein bisschen aus und dann landet man irgendwann im Joy und findet dann irgendwelche
Communities und dergleichen.
Und da habe ich erste Szenen einfach mal in ein Forum geschrieben,
was explizit für Geschichten zur Verfügung stand.
Und gemerkt, dass da Menschen ziemlich drauf abgehen und zwar im positiven Sinne,
dass sie also wirklich merken, oh mein Gott,
da ist etwas und da ist etwas erfasst, das mich berührt oder das bei uns ähnlich
ist oder das ich mir so vorstelle etc. Also das hat ganz gut funktioniert.
Ich habe das dann aber nicht wirklich verfolgt und so beiseite gelegt.
Und dann kam irgendwann mal das Jahr 2022. Es war diese Corona-Zeit.
Und das war ein einigermaßen wildes Jahr.
Und am Ende des Jahres hat mich Corona das erste Mal erwischt.
Und ich lag dann flach, vollkommen da nieder, obwohl ich irgendwie mehrfach
geimpft war, hat es mich ordentlich umgehauen.
Und da hatte ich unglaublich viel Zeit und war auch hübsch isoliert,
wie man das da so gemacht hat.
Ich war dann in meinem Schlafzimmer und hatte dann alles Mögliche wie YouTube
und Insta-Reels zur Verfügung.
Und da kann man sich natürlich irgendwie...
Doof und dämlich daddeln und irgendwann hat man genug davon und mir kam der
Gedanke so, das ist einfach jetzt mal der Moment, du schreibst da jetzt mal weiter dran.
Wie sich das dann so aus einem halben Fiebertrauma gibt, würde ich jetzt fast
sagen, der sich dann in etwas Konkretes entwickelt und ich hatte schon ewig die Idee,
dass es doch jetzt mal an der Zeit ist, dass ich anfange einen Roman zu schreiben
Und das Thema hat mich nicht losgelassen und da beantworte ich dir die Frage
dann sofort persönlich.
Über Jahre hinweg, das war immer etwas, was ich wahnsinnig spannend fand und
weil da so viel drin steckt, weil das haben wir nur ein bisschen leicht erklären
können und mir ging es darum,
wirklich erotische Literatur zu schreiben. Also das war eher so mein Ansatz.
Also der Kink-Ansatz kam hinzu, weil er einfach vorhanden war.
Aber ich wollte tatsächlich eine Liebesgeschichte erzählen und ich wollte sie
auf erotische Weise erzählen und mir ging es tatsächlich um Literatur.
Das war erstmal mein Konzept, dass ich dachte, es gibt so viel,
was man draußen lesen kann und dergleichen mehr, aber es gibt vielleicht auch
noch nicht diese eine Stimme, die meine sein könnte.
Und von daher habe ich mich dann einfach hingesetzt und habe diese Szenen einfach weitergeschrieben.
Das waren vielleicht waren da so sechs kleine geschichten da und das erklärt
so ein bisschen den roman der ist sehr szenisch geschrieben und so ist ja auch
entstanden wirklich von einer szene zur anderen also ich bin niemand der großartig
plottet oder eine storyline hat sondern ich,
Habe im Kopf, was in der letzten Szene geschehen ist und wie sich die nächste
dann entwickeln könnte.
Und so geht es dann weiter und irgendwann entwickelt es sich in eine Geschichte
und irgendwann braucht die Geschichte einen Höhepunkt und ein klassisches Ende und all diese Dinge.
Und da hatte ich einfach Zeit und Gelegenheit, diesen Roman zu verfassen.
Sebastian
Das Tumblr-Blog, wenn das schon vorher da war, ich dachte, das war Teil der Recherche.
Gilbert
Mehr oder weniger. Halb privat.
Sebastian
Welchen Namen trug denn das Profil?
Gilbert
Das weiß ich nicht mehr.
Sebastian
Also nicht den exakten Namen, aber war das ein Ich-Männlich-Mitte-40-Habe-ein-Tumblr-Profil
oder war das ein anderes?
Gilbert
Gilbert's Secret Garden oder irgendwie so ein Zeug. Also was man so auf Tumblr
macht, weil das ist ja eine sehr visuelle Sache.
Und so ging das, glaube ich, irgendwann los. Und die Recherche,
die du ansprichst, die ist dann eben nachher ganz hilfreich geworden,
Weil ich, ohne es zu wissen, meine Romanfiguren selber dort ausprobiert habe.
Also ich habe aus jedem Aspekt, der dort auftaucht, mehr oder weniger auch eigene
Gestalten geformt, so will ich das mal sagen, die dann mit Menschen vielleicht
auch mal hier oder da in Kontakt getreten sind.
Insofern kann ich mir die Perspektive von Claire, der Hauptfigur,
ganz gut vorstellen, weil auch sie irgendwann mal einen Blog hatte und dann
von dominanten Männern angeflirtet wurde.
Und dann musste ich mir überlegen, wie das dann da so funktioniert.
Dann habe ich aber beide Perspektiven auf diese Weise recherchierend mitbekommen,
ohne jetzt da in irgendeiner Form zu weit zu gehen und irgendwem irgendwas vorzuspielen.
Aber man merkt, wenn man versucht, einen weiblichen Blick einzunehmen,
gerade auf Social Media, dass natürlich sofort das Postfach voll ist.
Das war auch ein interessantes Phänomen.
Sebastian
Darauf wollte ich tatsächlich hinaus, dass du durchaus ein bisschen probiert
hast, was passiert, wenn man in der Welt erscheint und was kriegt man zurück.
Du hast es eben schon erwähnt, du hast mir das Buch angeboten,
ich habe es mir dann selber gekauft, das Podcast, ich habe dann da reingeblättert
und reingelesen in ruhigen Momenten, das kann man nicht an einem durchlesen,
zumindest ich kann es nicht,
denn es gibt wenige Bücher, die eine Sprache verfolgen, die an sich unabhängig
von der Handlung ein Genuss ist. Dankeschön mal.
Ich habe es im Podcast schon tausendmal erwähnt. Ich habe so einen ganz kleinen
Gewissenfable für halterlose Strümpfe.
Und gekriegt hast du mich in dem und wo ich gelesen habe, Strümpfe fallen wie Schnee.
Ein Satz. Bums. Also ich habe überlegt, ob ich hier noch mehr Zitate habe,
aber eigentlich ist nur das, was übrig bleibt, weil das,
hat mich in dem und wo gekriegt, weil das war so gleich so ein Bild in meinem
Kopf und ich habe selten Bilder im Kopf Und habe festgestellt,
ja passt und damit hast du mich gekriegt und die Story, die kam dann quasi noch hinterher,
aber das ist halt meine persönliche Vorliebe, du bist also wenig explizit geworden.
Du hattest also kurze Episoden und musstest die jetzt verbinden.
Gilbert
Ich musste gar nicht. Also ich merkte einfach, es ging mir ums Schreiben an sich.
Also ich wusste, dass ich eine Geschichte erzählen will. Ich wusste,
dass ich, wenn du über Sprache redest, dass ich mich mit Literatur auseinandersetze.
Also ich merke dann natürlich auch beim Schreiben, okay, es gibt die Sprache,
die zu mir selbst gehört, also die zu dem Autor gehört, den ich da möglicherweise erfunden habe.
Weil wir müssen mit mehreren Perspektiven ja arbeiten. Also ich bin ja nicht
der Autor in diesem Sinne, weil er hat ja ein Pseudonym und dieses Pseudonym
erfindet sich eine Hauptfigur, die auch noch genauso heißt.
Also haben wir hier schon wieder mehrere Ebenen. Und welche Sprache könnte da verwendet werden?
Und vor allen Dingen, wie wird es persönlich? Das ist die Ich-Perspektive.
Wie schreibt man in der Ich-Perspektive?
Das kann dann nur ein zentraler Blick sein. Und welche Sprache braucht es dann da?
Und so haben wir eine bestimmte Verdichtung. Wir haben ja hier sehr viel auch Ambivalenz.
Also wir haben Gefühle, die eben aus der Sicht der Hauptfigur geschildert werden.
In dem Fall der Kackhold sozusagen,
der natürlich dann auch mal transparent machen muss, wann leidet er und wann
empfindet er Lust und all diese Dinge und kann dann nur die anderen Perspektiven
aus seiner persönlichen Sicht einbeziehen.
Dann ist es alles einigermaßen verdichtet, aber das macht dann auch so ein bisschen
die Spannung aus, würde ich sagen, dass man merkt, von Szene zu Szene geschieht da was.
Das ist ja im Grunde genommen eine Geschichte, die sich an einem Wochenende
ereignet und relativ kurze Zeit, die da betrachtet wird und es geschehen einigermaßen viele Dinge.
Also entsteht eine gewisse Atemlosigkeit, die auch entsprechend sich irgendwie
niederschlagen muss und immer ist er mit etwas Neuem konfrontiert,
was im Zweifel auch schon ewig da ist oder angelegt in dieser Beziehung.
Also gibt es manche Retrospektiven, um es zu erklären.
Wie kommen die beiden eigentlich dazu, diesen Lifestyle zu erleben?
Warum da jetzt der dominante Part stattfindet, ist vielleicht gar nicht so sehr
ausgeleuchtet, aber ist natürlich dann auch wieder ein Treiber dieser Geschichte etc.
Also es war im Grunde genommen der Gedanke sich da hinein zu entwickeln und
mal zu sehen, was passiert.
Dieses szenische Schreiben ist dabei einigermaßen wichtig.
Es gibt einen Soundtrack dazu, es kommen relativ viele Lieder drin vor,
die man zu bestimmten Situationen erleben kann, die mich dann zum Teil auch
wieder zu einer Szene inspiriert haben.
Also das fand dann genau so statt, dass ich ein bestimmtes Stück gehört habe
und gedacht habe, okay, das passt jetzt zu diesem Stück und dieses Stück ist in diesem Fall Gilbert.
Sebastian
Der kam jetzt aber hinten raus. Ich hatte schon fast formuliert,
was ich sagen will und jetzt ich mag so Wörter wie Hotelzimmergeräusch.
Gilbert
Ja, Hotelzimmergeräusch.
Sebastian
Man weiß sofort, was gemeint ist. Wie gesagt, passt für mich perfekt.
Ich habe es wirklich in kleinen Stückchen gelesen.
Mir ist irgendwann aufgefallen, tut Gilbert irgendetwas oder passiert ihm das alles?
Ich bin die ganze Zeit überlegen, ob er eigentlich die ganze Szenerie im Endeffekt
steuert, weil er sie ja initial mal zugelassen hat, oder ob ihm dieses Wochenende passiert.
Gilbert
Ja, das ist immer fast bei einem Henne-Ei-Thema. Also wenn du so rangehst,
wenn du sagst, das Steuern findet statt, indem ich es irgendwann mal zulasse, dann ...
Ist es vielleicht sogar ein bisschen schwierig, alles danach Erlebte irgendwie
nur unter diesem Kontext zu betrachten.
Also ich würde sagen, in dieser Situation erlebt er.
Also er befindet sich in einer Situation, die er überhaupt nicht erwartet hat.
Und das Unerwartete ist hier das Hauptelement.
Und das, was er lebt mit seiner Partnerin, in diesem Fall mit seiner Frau,
hat eine lange Geschichte, die hier nur nach und nach entblättert wird.
Und das ist aber ganz wichtig, um zu verstehen, warum er das alles auch zulässt
und warum das dann jetzt Konsent ist in diesem Moment.
Aber die Dynamik entsteht einfach auch durch die dritte Person.
Da haben wir einfach auch drei Menschen, die dann auf einmal aufeinander reagieren.
Und ich glaube, da wird es dann auch nicht mehr planbar.
Man kann sich dann was vornehmen, wie man spielen will.
Da sind wir natürlich immer auch wieder in so einem grundsätzlichen BDSM-Kontext.
Man stellt sich etwas vor, aber der Reiz entsteht ja dadurch,
dass auch immer mal etwas passiert, was man nicht planen kann.
Und das würde ich sagen, findet hier insbesondere statt und ohne die Flanken
zu berühren, die jetzt jenseits des Konsens sind.
Man kann sich dann bei einzelnen Episoden darüber unterhalten.
Wie sehr man das selber zulassen würde oder nicht und wie weit das geht und
ob es zu weit geht vielleicht.
Aber es ist ja etwas Exemplarisches. Es soll ja zeigen, was alles möglich ist
in einem Kontext und wie könnte man das besser auf jemanden projizieren als auf eine Romanfigur,
um auch mal alle Fantasien durchzudeklinieren, die es in diesem Kontext geben mag.
Die ja dann eben hier an der einen Stelle dann auch mit homoerotischen Erfahrungen
zu tun haben und so weiter und so fort.
Also plötzlich wird er selber noch einbezogen ins Geschehen,
aber anders, als man sich das so gemeinhin dann vorstellen mag.
Und ist das jetzt eine eigene Lust oder nicht? Und das ist für den einen wieder
so, für den anderen wieder anders.
In dem Fall ist es, glaube ich, Teil des Reizes, würde ich sagen.
Sebastian
Ich gebe zu, bei Nao so zu sein, die Szenen, in denen wirklich etwas passiert
ist, die habe ich gelesen.
Dazwischen, das ist eigentlich für mich immer das Spannende,
dieser Wechsel von einer Szene zum anderen.
Ich habe ja auch keine Übung darin, Bücher zu rezensieren, aber ich bin da einfach Konsument.
Vielleicht fürs Publikum, die überlegen, oh Mensch, das klingt ja doch irgendwie spannend.
Ihr werdet nicht die Femdom finden, die die Männer um sich herum rumscheucht.
Und das finde ich eigentlich spannend, weil wir haben einmal Gilbert,
den Kackhol, der er liebt.
Wir haben John, den Bull, ist ja der Fachbegriff.
Gilbert
So könnte man das nennen.
Sebastian
Der,
Wirklich alle Zügel in der Hand zu haben scheint. Und Claire,
die sehr als lustbegabtes Wesen gezeigt wird.
Und dann, das ist eigentlich dieser wunderschöne Aspekt, dann hast du dieses
Band, diese unfassbare Liebe in sämtlichen Situationen zwischen Gilbert und
Claire, wo du dem echt Raum gibst, dass die sich gut finden. Ja, genau.
Und dass er auch könnte, ja, es ist also nicht so wie in den ganzen Foren und
Joy Club und überall dieses, der Schlappschwanz, der seine Frau nicht befriedigen
kann und der nichts wert ist und so weiter und so fort, nein,
du hast da wirklich starke Persönlichkeiten,
die da etwas verbindet und die sich gegenseitig etwas schenken mögen,
möchten, weiß ich nicht genau, und die sich auch gegenseitig trösten.
Und das sind so Aspekte, die ich in sämtlichen Porn-Sachen nie gefunden habe. Glückwunsch, danke.
Gilbert
Vielen Dank. Das ist auch der Aspekt, der mir unerzählt zu sein schien in diesem Moment.
Dass es nicht nur so sein muss, es mag eine Rolle spielen und es mag vielleicht
auch eine ganz wichtige Rolle spielen, dass wir darüber reden,
wenn jemand nicht kann oder die Sexualität nicht funktioniert,
dass man das dann in irgendeiner Form,
Und umdreht und sagt, okay, wir beziehen das jetzt in einen Kontext ein,
in dem wir alle miteinander stattfinden, auch wenn wir hier nicht matchen oder was es auch sei.
Und dann passt dann eine dominante oder devote Neigung zueinander.
Alles wunderschön und auch ein großer, großer Teil dieser Community.
Aber es gibt eben auch den anderen
Aspekt, in dem man sich freiwillig dazu entscheidet für bestimmte Momente.
Und hier haben wir das, was du gerade beschreibst, auch erwähnt.
Sowas wie Aftercare ist ja total wichtig und muss auch erzählt werden.
Also das gehört immer zum Kontext.
Sebastian
Hier gibst du so viel Raum, das ist Wahnsinn.
Gilbert
Ja, mir ist das besonders wichtig, weil dadurch entdeckst du nicht nur,
dass da starke Persönlichkeiten miteinander spielen, sondern du gibst auch eine
Folie für Menschen, die sich dem Thema vielleicht nur zögerlich nähern können.
Also es muss auch mal erzählt werden, dass dieser ganze Rahmen vielleicht noch
viel wichtiger ist als die Aktion, die da stattfindet letzten Endes.
Wir brauchen, wenn wir über Beziehungen reden und dann auch noch anfangen zu spielen,
immer zum einen die leichten Spielregeln und das, was man miteinander vereinbart,
aber das Emotionale ist das viel Wichtigere.
Was geschieht mit den Menschen, die das da tun?
Und gerade wenn wir hier sagen, wir haben einen moralischen Kontext,
der hier so stark berührt wird und wir haben etwas,
was mit Verlustangst zu tun hat, wir haben Eifersucht, wir haben Kontrollverlust
auf eine bestimmte Weise,
da muss man den Aspekt des Auffangens immer wieder mitbeschreiben.
Das ist total wichtig und deshalb hinter dem Schmerz nichts als Romantik.
Es ist eine romantische Beziehung.
Sie lieben sich sehr und machen Dinge, die...
Man nicht an jedem Küchentisch erzählen kann. Und das ist eine gute Sache und
darum soll es auch gehen.
Sebastian
Das ist so eine Verschwörung so ein bisschen. Wir gegen die Welt.
Gilbert
Ja genau, das ist wie durch eine sich öffnende Tür in einer Bar in einen zweiten Raum gelangen.
Sebastian
Ich habe so einen Aspekt aufgegriffen, der hat mich überrascht.
Im BDSM spielen wir ja ganz viel mit Bedürfnissen und mit dem Vielen Dank.
Entweder befriedigen, aber nicht zu der Zeit, wann das Bedürfnis da ist.
Also man zögert Dinge heraus, man spielt mit Zeiten, mit dem,
was das Gegenüber braucht und will und sorgt dafür, dass ein sicherer Rahmen
ist und dass, selbst wenn die Tat grausam ist, dass dann doch noch ein sicheres Gefühl da ist.
Gilbert
Total wichtig.
Sebastian
Und jetzt lese ich dieses Buch und stelle fest, dass genau mit diesem Sicherheitsnetz
der King-Community, was man wirklich versucht mit unglaublich vielen Regeln
und Mechanismen und Safewords und ich weiß der Teufel was aufzubauen,
dass du mit diesem Netz im Grunde spielst und sagst so, wir machen gar nicht
das Spiel und haben drunter das Netz.
Nein, wir fummeln jetzt mit der Schere an diesem Netz rum und gucken mal,
dass gerade so nichts passiert, aber dass es möglichst wehtut.
Gilbert
Ja, genau.
Sebastian
Das ist so der Punkt, der mich so ein bisschen kriegt, weil damit gehst du halt diesen Schritt weiter.
Wenn ich das übertragen würde, ich sag mal auf eine übliche BDSM-Praktik wie
Spanking, dann ist alles, was in diesem Buch steht, total,
da gibt es kein Concept, keine Grundlage, ist viel zu gefährlich,
kann man nicht machen, weil das aber was Emotionales ist, das ist emotionaler
Sadomasochismus im Grunde, dadurch scheint es wieder möglich zu sein und zu gehen.
Und das heißt, es wird alles wieder im Kopf spielt die Realität statt und die
scheint mir intensiver zu sein.
Es passiert kaum was körperliches im Buch.
Gilbert
Ja, zwischendurch schon.
Sebastian
Also wenn du jetzt mal von Sex absiehst, so Züchtigung oder irgendwie Fixierung
oder so, sehe ich nicht viel.
Gilbert
Das ist richtig, ja genau, das ist eben auch nicht der, um die Ecke kam ich
nicht, also wenn wir das persönlich beschreiben, das ist auch nicht meine Grundneigung gewesen.
Also es war keine Züchtigung und all diese Dinge hatten mit meinem Kink relativ wenig zu tun.
Ich kam aus dieser emotionalen Ecke und so landete ich bei diesem Thema.
Du hast vollkommen recht, das Schöne oder das
Interessante daran ist, dass es immer auch einen gesellschaftlichen Rahmen berührt.
Also der Tabubruch findet ja gleichzeitig auf so einer immer auch gesellschaftlichen Ebene statt.
Es ist nicht selten der Fall, dass in diesem Kink auch damit gespielt wird,
ich erzähle es deinen Freunden, dass ich dich hintergehe.
Oder ich mache es mit deinen Freunden.
All diese Dinge.
Also es ist emotional total brutal und die Grenze dessen, was man so in einem
Spielkontext betreibt, ist plötzlich….
Naja, fast in die Nachbarschaft getragen. Also man kann es so weit treiben.
Also es berührt dein enges Umfeld, muss es aber nicht.
Also es ist nicht so, dass du da mit jedem ins Gesicht springst,
aber das Spielen, was im Kopf stattfindet, kann immer damit zu tun haben.
Ich habe eben diesen Flirt in der Bar angesprochen.
Es geschieht vor deinen Augen. Du hast gerade mit deinem Nachbar an der Bar
ein Bier getrunken und ihr versteht euch hervorragend und dann sieht er,
wie deine Freundin oder deine Frau mit jemand anderem vor deinen Augen flirtet
und du musst ihm jetzt gerade immer noch erzählen, was du für ein toller Typ bist.
Das war gerade eure Unterhaltung, aber gleichzeitig führt sie dir vor,
wer gerade hier die Kontrolle hat etc.
Also das geschieht in einem Rahmen, der völlig öffentlich sein kann,
ohne dass er irgendwen peinlich berühren muss, ohne dass er eingreift in die
Intimsphäre von anderen Menschen, ist aber gleichzeitig total tiefer Kink und
man kann was draus machen.
Also das ist für den einen oder anderen intensiver, für den anderen ist es eine flüchtige Begegnung.
Sebastian
Eine konkrete Frage, warum sagt Jill denn nichts, wenn es passiert?
Ihr könnt ja jederzeit sagen, nein Moment, das ist meine, geh.
Und dann ist die Sache beendet, dann ist er aus der Situation raus.
Und irgendwie habe ich so dieses, ich setze mich jetzt, da ist diese Pfütze
aus Schmerz und ich setze mich da jetzt rein und leide still vor mich hin. Was ist es?
Gilbert
Das ist Lust. Das ist das, was dazu gehört.
Also zu diesem Schmerz gehört Lust. Das ist kein körperlicher Schmerz,
sondern das ist eben der emotionale Schmerz, der immer ganz nah am Lustzentrum ist.
Also das ist ja der besondere Reiz dieses Grundsatzthemas, dass da in der Nähe
dessen, was Erniedrigung ist oder Schmerz ist,
immer auch das Lustzentrum voll anspringt. und.
Natürlich macht ihn das alles an, das ist wahnsinnig interessant,
aber gleichzeitig darf er ja leiden und das wird beschrieben und das gehört
ja auch dazu und diese Perspektive wird nicht so oft beleuchtet,
dass man also in dem Moment ja schon ganz konkret leidet und Lust empfindet
und selber vielleicht manchmal gar nichts damit anfangen kann.
Man weiß gar nicht, was jetzt stärker ist.
Welche Emotion ist jetzt die, die mich hier gerade reitet?
Also es ist so eine halbe Paralyse. Er sitzt davor wie das Reh im Scheinwerferlicht
und dann geschieht es und,
Daher muss es eben diese anderen Treiber auch geben. Dafür gibt es dann den
dominanten Typen, der an der Stelle eingreift und das Geschehen in die Hand
nimmt und so weiter und so fort.
Und es wird an keiner Stelle irgendwas von einem Safe-Word gesagt,
aber man denkt es sofort mit.
Also das ist das zumindest, was der Autor tut, dass Gil hier jederzeit in der
Lage ist zu sagen, nee, stopp, aus. hier kommt jetzt mein Safe-Word,
das jetzt in dem Fall vielleicht nicht gerade Stopp heißt, sondern Kaninchen oder was auch immer.
Und hier hören wir jetzt mal auf.
Also diese Möglichkeit hat er natürlich zu jeder Zeit und ich hoffe,
dass das auch einigermaßen transparent wird.
Dafür gibt es ja die Momente, die du eben beschrieben hast, dass sich das Paar
immer wieder findet und trifft und zueinander findet.
Sebastian
Also das heißt, man spielt mit dem dritten Rad am Wagen, aber eigentlich ist
John, er, der an der Seite steht,
Also ich fand diesen Aspekt auch sehr schön, weil man stellt sich vor,
du hast ein Paar, die suchen sich jetzt vielleicht jemanden,
der da mitspielt und das ist für das Paar super intensiv und spannend und die
dritte Person, die jetzt ja die Kontrolle hat,
das ist die Person, die die Frau vögelt, die die Vorgaben macht,
die steht doch so ein bisschen abseits,
egal wie sehr sie ihre Macht demonstriert, weil dieses Band ist halt ein anderes.
Das heißt auf die Sicht, also liebes Publikum, wenn ihr jetzt euch vorstellt,
oh super, die Rolle des Bull ist total spannend, ihr geht jetzt in Clubs und vögelt mit Frauen,
ich glaube, das ist für die Person emotional der schwierigste Part weil die
wird halt im Grunde auch benutzt, um für das Paar eine Befriedigung oder ein
Szenario zu erfüllen, das hast du im Buch etwas anders gemacht,
ich will ja gar nicht so viel spoilern
da ist die Person einfach viel mehr eingebunden und viel näher dran, aber,
ich springe mal ein bisschen in die Realität das ist der harte Job du bist der
Kerl du musst da deinen Mann stehen du musst performen, befriedigen und danach stehst du alleine da,
Ist überhaupt nicht erstrebenswert, meiner Meinung nach.
Gilbert
Und ist möglicherweise auch nicht das, was in diesem Buch geschieht.
Hast du vollkommen recht.
Da wird von einer bestimmten Stärke eigentlich erzählt, des dominanten Parts,
die hier, wenn man es platt sagen will, Mittel zum Zweck sein kann.
Aber nun ist diese Figur einigermaßen kultiviert, nah dran und dergleichen.
Also das nimmt so ein bisschen dieses Benutztwerden wieder raus sozusagen.
Sagen, aber ja, mir ging es auch darum zu erzählen, dass im Grunde genommen
der, der hier als sehr devot mit allen Möglichkeiten der Erniedrigung konfrontierten.
Geschildert wird, dass das,
der Kackhold eben auch eine ganz starke Persönlichkeit sein muss.
Also die Stärke wird quasi auch übertragen auf den devoten Part,
weil er muss bestimmte Dinge zulassen und hat eine Augenhöhe,
die an der Stelle auch irgendwie wichtig ist.
Die gehört auch wieder zu dieser Vereinbarung irgendwie dazu,
dass da nicht jemand wirklich nur benutzt wird, weil er einen,
devoten Kink hat oder dergleichen, sondern es kann eben auch eine Stärke sein,
das alles tut, das wissen wir alles in anderen Kontexten, das ist uns völlig
klar, wenn wir in einer Szene sind und wenn wir uns mit BDSM beschäftigen,
dass die Stärke ja nicht per se vom dominanten Part ausgeht.
Sebastian
Es tut mir total leid, ich muss das echt auseinander nehmen,
weil das Schöne ist, also das Thema Cockgolding spielt damit,
dass du im BDSM eigentlich eine klare Rolle hast, Top und Zapp.
So und natürlich predigen wir und auch ich in diesem Podcast ganz viel,
ja SAP hat natürlich ganz viel Kontrolle und Stärke und ist auch verantwortlich
für die Situation und man macht das alles miteinander, ist alles schön,
das Thema Kackolding hat ja diesen Vorteil, du nimmst diese ganzen festen.
Orientierungshelfenden Konstrukte, top, sub, aktiv, passiv,
packst sie in eine Großschüssel, nimmst den Schneebesen und rührst so lange
rum, bis nur noch ein sanfter Schaum dabei rauskommt, in dem alles gefällig
ist irgendwie, aber du kannst gar nicht mehr genau zuordnen,
wer hat eigentlich welche Rolle.
Karkold wird erniedrigt, hat aber eine, zumindest in der Theorie, eine starke Position.
Die Frau hat irgendwie mal beides, und zwar vielleicht sogar gleichzeitig,
auf der einen Seite lässt sie sich benutzen und vögeln, während sie auf der
anderen Seite den Blickkontakt zu ihrem Kackholt hat und da ein Band quasi hält
und schmiedet, in dem Moment sogar noch vielleicht.
Und der Höhepunkt ist, wenn sie das mal einen kurzen Moment vergisst, dieses Band.
Und dann hast du noch die Bull-Person, die zwar eigentlich auf dem Papier eine
super starke, dominante Position hat, aber eben,
dann eben wieder doch am Ende der Nahrungskette steht.
Ich finde das total schön, weil da kann man so lange drauf rumdenken und so
lange rumphilosophieren.
Und das habe ich mit dem Podcast-Summi auch schon getan, dass wir da zu keinem Ergebnis kommen.
Das heißt, das bringt so viel durcheinander rein, dass es für mich persönlich
schon wieder spannend ist.
Gilbert
Okay, das ist gut, dass du das jetzt noch hinten dran erwähnst,
weil du am Anfang von irgendeinem Schaum redest, der zu sanft ist sozusagen,
weil das muss man schon mal auch ein bisschen kontextualisieren, wie ich finde.
Sebastian
Entschuldigung. Bei Schaum hat man sich deine Mundwinkel auch wirklich verzogen.
Das war vielleicht nicht das passende. Was wäre denn das bessere Wort?
Gilbert
Ich habe es eben schon mal gesagt, das ist Ambivalenz. Das ist glaube ich etwas,
was viel zu wenig eine Rolle spielt.
Also das, was du jetzt auch gerade getan hast, ist ja der Ruf nach Kategorisierung.
Und ich finde es auch total wichtig, dass es Spielregeln und Absprachen gibt.
Aber was man sich immer klar machen muss, ist, dass da Menschen spielen Und
dass die eben von ganz unterschiedlichen Ecken hineinschauen ins Geschehen.
Und selbst wenn sie lange miteinander leben, Lust erleben und zusammen sind,
gibt es vielleicht Aspekte, die gar nicht eindeutig sind und die auch nie eindeutig werden können.
Und man kann miteinander verabreden und muss das auch tun, wenn man über BDSM
redet, was man zulassen will und was nicht.
Aber was es doch auch zu zeigen gilt, ist,
Dass es so vielschichtig ist, dass so viele Dinge eine Rolle spielen können
und dass man das mitunter auch vielleicht gar nicht erklären sollte.
Also der Ruf nach eindeutigen Kategorien, der ist etwas, was mich eher abschreckt.
Das waren vielleicht die Mundwinkel, die du gerade eben gesehen hast.
Dass man sich als dominante Person
so und so bitte zu verhalten hat oder dass man als
devote Person dann doch bitte auch
immer erst aufschaut wenn der Top das zulässt und so weiter und so fort aber
manchmal geschieht es halt einfach nicht und es ist auch okay und für das eine
Paar ist das in Ordnung die brauchen diese strengen Regeln nicht und das nächste
Paar lebt genau davon dass diese kleinen Irritationen,
tatsächlich auch wichtig werden.
Also dass sie irgendwie mit dazugehören.
Und die Schubladisierung, die haben wir eben schon angesprochen,
die findet ja immer ganz schnell statt.
Dass man dann sagt, ja, aber ein Kackholt muss dieses oder jenes tun.
Der muss auch mal verdammt nochmal hier erniedrigt werden.
Oder er darf an der Stelle dieses oder jenes bestimmt nicht.
Nee, das kann ganz anders stattfinden. Es war einfach der Versuch zu sagen,
Leute, wir alle leben etwas, was es vielleicht in einer einzelnen Nuance dann
auch schon wieder anders macht, als in dem, was beschrieben wird.
Und, ganz wichtig, hey, das ist voll in Ordnung. Darum geht es mir.
Also, dass man sagen kann, ey, das kannst du schon so bezeichnen,
auch wenn das da nicht steht in diesem Forum oder wenn dir alle alles um die
Ohren hauen werden, wenn du sagst, aber irgendwie machen wir das anders.
Das ist gut. Das ist gut, wie ihr das macht.
Sebastian
Nicht richtig, was ihr macht, aber gut.
Bitte.
Entschuldigung.
Gibt es noch was zum Buch selbst, wo du sagst, das muss hier und jetzt unbedingt noch erwähnt werden?
Gilbert
Vielleicht fließt das an der einen oder anderen Stelle sowieso ein.
Wir müssen da nicht explizit weiter ins Buch hinein. Siehst du,
jetzt hast du dich bewegt.
Sebastian
Jetzt habe ich mich, ich habe das Mikrofon angefasst. Schande über mich.
Gilbert
Genau. Ich bin eben schon hart gerügt worden, dass ich mich hier auf dieser Couch bewege.
Sebastian
Strenges Regiment hier.
Gilbert
Ja, genau.
Sebastian
Dann machen wir jetzt eine kleine Pause. Und liebes Publikum,
wenn ihr zum Beispiel durch tolle Podcast-Empfehlungen in diesen sehr strengen,
regelkonformen und erklärenden, wie es denn richtig zu sein hat,
Foren auf diese Folge gekommen seid, dann ist jetzt der Moment,
wo ihr auf kunstderunvernunft.de eure ganzen Kommentare, was jetzt alles hier
falsch läuft im Gespräch, jetzt bitte eintippt und dann,
wenn wir hier mit der Pause fertig sind, dann gucken wir mal,
ob wir das noch halten können, eure Vorurteile.
Also im Moment behaupte ich, was wir jetzt hier beide präsentiert haben,
das wird ein paar Menschen hoffentlich zur Weißglut bringen und andere dafür ansprechen.
Beides ist völlig okay, ich gehe mit beiden konform und jetzt gucken wir mal,
welche Kritik du bekommen hast nach einer kleinen Pause.
Liebes Publikum, wir sind wieder da. Wir hatten eine ganz kleine Pause.
Ich füllte so eine gute halbe Stunde.
Gilbert
Genau, wir haben ein bisschen gesnackt zwischendurch. Es gibt hier wundervolle
Kekse übrigens. Nur zu empfehlen.
Sebastian
Ja, das gefährliche Podcast-Sobi backt sehr magengefährliche Kekse.
Mein Gott, sind die lecker.
Gilbert
Oh mein Gott, da sitzen hier die
richtigen Kandidaten. Wir könnten jetzt Medikamenten-Empfehlungen geben.
Das lässt nicht nur Rückschlüsse auf unser bereits erwähntes Alter zu,
sondern es ist auch irgendwie unangebracht.
Sebastian
Ich mache mal folgendes, also wir werden in Show Notes ja nicht allzu viele
Bilder haben, aber eins werden wir haben, nämlich Keksteller.
Gilbert
Keksteller.
Sebastian
So, Keksteller, sagen wir einmal die mit Marmelade gefüllt und dann,
das mache ich nachher, das Bild, da unten gibt es noch, oder machen wir so.
Gilbert
Komm, ich halte dir das.
Sebastian
Oh, hervorragend, oh ja, perfekte Geste, sehr gut.
Das sind unter anderem ziemlich krasse Brownies, da gibt es auch das Rezept
in einer Folge, glaube ich, oder so Schokokekse und das andere sind irgendwie
so Käsekuchen, Frischkäse, schmeckt wie so Käsekuchenkekse quasi.
Die mit dem Puderzucker da drauf, die sind böse.
Gilbert
Ja, die hatte ich gerade auch.
Sebastian
Die sind wirklich böse. Ja, böse, aber gut.
Gilbert
Dann haben wir die Überleitung.
Sebastian
Wir müssen ins Thema reinkommen. Du hast geschrieben.
Gilbert
Ja.
Sebastian
Und dann kommt irgendwann der Tag, wo man das mal jemandem zeigen muss.
Gilbert
Ja, gut, natürlich. Dann veröffentlicht dein Autor natürlich.
Aber das ist ja dann die Endstufe tatsächlich.
Ja, wie zeigt man das? Also macht man das überhaupt. Manche tun das, manche tun das nicht.
Ich hatte jetzt nicht so die große Sorge,
Dass ich erstmal für mich selber wahnsinnig viel Feedback brauchte,
ob ich jetzt da weitermachen kann oder nicht oder so, das ist ja bei jedem auch irgendwie anders.
Also man gestaltet etwas und neigt entweder dazu zu sagen, das ist jetzt hier
meins oder man will es irgendwie teilen, um nochmal ein bisschen mehr Feedback zu bekommen.
Was ich gemacht habe ist, nachdem ich es fertiggestellt hatte,
dass mir klar war, ich will insbesondere einen weiblichen Blick auf das Thema haben.
Wenn ein männlicher Autor sich mit so vielen Emotionen auseinandersetzt,
dann gehört da auch nochmal etwas hinzu, was seine Perspektive auf erfreuliche
Weise hoffentlich erweitert oder im Zweifel justiert und korrigiert und dergleichen.
Und insofern habe ich eine ganz bezaubernde weibliche Lektorin gefunden,
die an ganz hervorragenden Stellen eingegriffen hat und da eben auch bestimmte
Dinge nochmal ein bisschen betont hat etc.
Wenig eingegriffen in Sprache und alles andere, aber dann an sehr wertvollen
Stellen, so will ich das sagen.
Sebastian
Hast du ein Beispiel?
Gilbert
Ich habe ein ganz konkretes Beispiel vielleicht. Das klingt so profan, aber das ist so wichtig.
Es ging irgendwann mal um Massageöl und ich glaube, ich habe irgendwie von Tuben
geredet oder dergleichen und dann hat sie geschrieben, ich glaube,
das gibt es eigentlich nur in Flaschen.
Und so Dinge, also aus dem Kontext heraus, wie man sich begegnet,
sage ich mal, die an der Stelle...
Ich weiß gar nicht mehr, ob das stimmt, was ich da gesagt habe mit dem Massageöl.
Vielleicht gibt es das ja auch in Tumen.
Also wir können jetzt mal die Community fragen, ob das wieder alles mumpelt ist.
Sebastian
Du brauchst dich, dass du quasi noch nie jemanden mit Massageöl eingerieben hast, um Gottes Willen.
Gilbert
Das ist eine Achillesferse. Ich werde hart dafür bestraft und wir kommen ja
aufs Persönliche zu sprechen.
Dafür, dass ich so wenig massiere.
Das hat sich an dieser Stelle offenkundig schon gezeigt.
Nicht nur das wenn es darum geht wie bestimmte Begegnungen stattfinden also wann,
ist die weibliche Lust an der Stelle sinnvoll beschrieben oder nicht da gab
es durchaus den einen oder anderen Hinweis, also nicht dass es wahnsinnig daneben
lag, aber dass man einfach eine Nuance dazu bekommen hat, ah so könnte das jetzt hier,
sein, damit es noch einen Zacken präziser ist in diesem Moment oder dergleichen.
Ganz viel konkreter kann ich da gar nicht werden, weil es immer so kleine Nuggets
sind sozusagen, die an der einen Stelle hineingekommen sind und an der anderen
Stelle und das war total wichtig.
Da bin ich auch sehr dankbar und seitdem begleitet mich die Frau Lektorin.
In den Werken, die ich veröffentliche. Und das ist ganz hervorragend.
Was es natürlich auch gab, sind, ich habe eben diese Foren angesprochen,
wo ich schon die ersten Wignetten, so wie ich sie mal nennen mag,
diese kleinen in sich geschlossenen Szenen auch veröffentlicht habe.
Und daraus ergab sich dann auch immer mal wieder.
Dass bei mir im Postfach dann auch Leserinnen gelandet sind,
die gesagt haben, wow, das ist aber interessant und den Aspekt finde ich ganz
besonders toll und dann hat sich eine Konversation ergeben,
aus der dann auch entstanden ist, dass zum Teil im Entstehungsprozess dieses
Romans ich Teile dann immer wieder rausgeschickt habe und da sind dann auch
wirklich echte Freundschaften entstanden.
Und in diesem ganzen großen Kontext dieses Teilens, und ich weiß,
dass du da unbedingt drauf hinaus willst, ich sehe das schon an deinem Lächeln,
ist dann auch eine ganz hervorragende Liebesbeziehung entstanden,
die jetzt nicht den Roman eins
zu eins nachspielt, aber die nicht ganz so weit weg ist von dem Thema,
das wir uns hier gerade genüsslich auseinanderlegen.
Sebastian
Du hast über den Roman quasi jemand gefangen.
Gilbert
Ich bin natürlich gefangen worden. Natürlich. Ja, das ist doch klar.
Sebastian
Das ist auch ein groß angelegtes, fragt euch such jemanden, da schreibe ich mal ein Buch.
Gilbert
Ja genau, ist ein bisschen mühsam.
Das könnte jetzt erklären, warum so viele Flirtversuche gescheitert sind. Nein, Quatsch.
Das war nicht das Ziel dieses Romans. Das ist auch kein Nebenprodukt,
sondern es hat sich einfach wirklich ergeben, dass durch die Auseinandersetzung
mit Text eine Freundschaft entstanden ist und aus der Freundschaft ist eine
Liebesbeziehung entstanden und diese ist auch noch eine Spielbeziehung und diese ist auch,
extrem kinky extrem ist Quatsch aber auf eine Art und Weise wie ich sie vorher nicht gelebt habe und,
anders als ich sie sonst kenne und das ist ganz hervorragend.
Sebastian
Ich versuche das mal flapsig zu sagen.
Jemand hat das gelesen und hat festgestellt, dass der Autor Gilbert über Gil
schreibt und hat sich gedacht,
auch der Gilbert möchte bestimmt auch mal der Gil sein und wir könnten da ja mal Dinge probieren.
Also nein, nochmal anders formuliert, die Fiktion, die du aufgeschrieben hast, darfst du leben.
Geil.
Ja?
Gilbert
Ja, in der Tat. Ich will gar nicht sagen,
bis zu welchem Grad oder wie auch immer, aber wir haben tatsächlich begonnen,
wie das so ist, über Literatur zu reden,
über das, was uns so begleitet und da wir uns natürlich in einem Kontext kennenlernen,
ist das Thema Kink dann sofort mit auf dem Tisch, was natürlich sehr angenehm ist.
Und wenn du nicht am Supermarktregal irgendwo stehst und versuchst jemanden kennenzulernen,
dann hast du hier eine klare eindeutige Ausrichtung, die dann auch immer mal
wieder reinfließt und dann wird es flirty und so weiter und entwickelt sich.
Und das ist auf ganz schöne Weise, ist das so nach und nach gelungen und wir
wohnen in sehr unterschiedlichen Städten und so war das für Wochen und Monate eher ein Ding,
was in Messengern stattgefunden hat und dergleichen mehr und es ergab sich die
Gelegenheit, dass wir uns trafen.
Und ja, dann ist sozusagen etwas über uns hineingebrochen und es ist sehr ähnlich
wie das, was ich im Roman beschreibe.
Es geht um eine Liebesbeziehung und wir sind ein Liebespaar,
das spielt und seitdem Hand in Hand in die Hölle.
Sebastian
Was für eine Überraschung. Ich habe beim Lesen tatsächlich mich mehrfach gefragt,
ist das autobiografisch und so ein bisschen ist es das ja immer,
dass das zeitlich allerdings umgekehrt ist.
Erst das Buch, dann das Erleben, das hatte mich im Vorgespräch dann wirklich überrascht.
Gilbert
Ja, es ist keine Blaupause nach etwas, was erlebt wurde sozusagen,
für etwas, was man erleben kann, sondern es war ein,
Ein in sich geschlossenes Ding, was zu mir gehörte und nenne es das Universum
oder wer auch immer da seine Finger im Spiel hatte,
hat dann überlegt, dass diese beiden Menschen dann auch mal sich dem Thema ein
bisschen nähern können.
Sebastian
Was ich so ein bisschen schwierig finde, weil ich gehe jetzt nochmal von der
Community-Wahrheit daran.
Die Community-Wahrheit in Anführungszeichen lautet ja, die müssen verheiratet
sein, mindestens, sonst ist es das ja gar nicht.
Jetzt geht man in eine Liebesbeziehung rein, um das zu erleben.
Oder nicht? Das funktioniert ja irgendwie nicht.
Gilbert
Nee, nee, nee, so funktioniert das auch nicht.
Sebastian
Also vielleicht nochmal einmal plakativ. Wir gehen jetzt zusammen in eine Liebesbeziehung,
aber wir werden niemals Sex miteinander haben, damit wir das doch gleich richtig ausleben.
Gilbert
Nee, das ist vollkommener Quatsch. Das ist ja Quatsch. Totaler Quatsch.
Sebastian
Kannst du es bitte so erklären, dass alle es verstehen?
Gilbert
Ah, okay.
Sebastian
Danke.
Gilbert
Sehr gerne. Nein, es geht um eine Liebesbeziehung und es geht darum,
dass man von vornherein weiß, dass einen bestimmte Dinge anmachen.
Und dann kann man dieses Kopfkino natürlich, wenn man Fantasiebegabt ist und
auch noch die Möglichkeit hat, sich frei miteinander auszuleben,
von vornherein anders gestalten.
Also es ist auch nicht so, als würde das Thema Kackowling das Thema unserer
Beziehung sein, sondern es ist einfach, in dem Fall hat meine Freundin dieses
Buch gelesen und hat gemerkt, oh mein Gott,
ich wusste gar nicht, dass mich das anmachen kann.
Es ist also so vom Prinzip dieses Thema hoch.
Hier geht es nicht nur um diese Sprache und das, was insgesamt an Stimmung rüberkommt,
sondern da sind Aspekte bei, da war mir gar nicht klar, dass ich das interessant finde.
Der Witz hier in dem Fall ist, dass wir eigentlich auch, und das muss man dazu
sagen, sie kommt eigentlich aus der devoten Ecke.
Ist es. Und meine Persönlichkeit ist jetzt auch nicht gerade Natur-Devot,
sondern ich bin eigentlich ein eher in der Welt stehender Mensch,
der jetzt tatsächlich eher auch, würde ich sagen, von der Persönlichkeit in
die andere Richtung tendiert, aber immer schon erkannt hat,
dass im sexuellen Bereich Devot sein spannend ist oder eher meiner Neigung da entspricht.
Sebastian
Das ist das Manager-Klischee im Grunde so ein bisschen.
Gilbert
Ich würde sagen, das erfülle ich klassisch, genau.
Und dann nähern wir uns gerade auf eine Weise, die auch dann wieder für uns
beide neu ist, die wir dann neu miteinander erleben.
Das ist noch nicht mal switchen, das ist einfach im Grunde genommen nochmal
eine neue Konstellation sozusagen, die da irgendwie entsteht und der wir Freiraum
geben, so will ich das mal sagen.
Und wir haben von vornherein uns die Rollen festgelegt,
also im Sinne von, okay, wenn wir das miteinander erleben wollen,
wenn wir Aspekte aus dem BDSM oder unseres Kinks mit hineinfließen lassen wollen,
dann legen wir einfach erstmal das Rollenbild für uns fest, weil es für uns stimmig ist.
Also haben wir dieses Herren-Sklave-Ding, was natürlich jetzt ein bisschen profaner
klingt in so einem Podcast, als es sein soll, nicht wahr?
Sebastian
Das ist völlig in Ordnung.
Gilbert
Und daraus ergibt sich erstmal,
Der Kontext, in dem wir spielen. Und natürlich ist klar, wo es herkommt.
Und damit kann man wunderbar arbeiten, dass man sagen kann, ja Moment mal,
du bist doch der Autor dieses Romans, mein Freund.
Das interessiert dich doch. Und ich glaube, du bist die Hauptfigur.
Du kannst mir doch nicht erzählen, dass das nicht deine Fantasie ist.
Schaum und so weiter und so fort.
Und der Reiz entsteht dann natürlich, das klingt alles so intellektuell,
aber das ist Teil des Ganzen,
dass wir über die Fantasie, über das Wort und natürlich vollkommen über die
Körperlichkeit, das ist auch vollkommen klar,
uns mit diesen Aspekten beschäftigen und merken, dass das Thema Kackholding
total spannend ist, auch für diese Konstellation.
Ohne von vornherein das gelabelt zu haben, sondern nur, weil klar ist,
dass ich der Autor eines Romans bin zu diesem Thema und dass sie Dinge anmacht
und mich Dinge anmachen.
Und wenn wir schon uns beide ernst nehmen,
dann gehen wir auch rein in diese Welt und nähern uns mal der Dynamik auf unsere
Weise und finden auch raus, wo ist etwas zu viel, wo ist etwas richtig.
Es ist so ein bisschen das, was wir...
Bei der Hauptfigur des Romans erleben. Das Zweifeln ist immer dabei.
Also ist das jetzt richtig? Kann ich das jetzt tun oder nicht?
Die Hauptfigur des Romans ist viel, viel weiter, weil die haben ihren Konsens
schon am Anfang ihrer Ehe festgelegt miteinander und wollen diesen Weg gehen.
Und wir ermitteln füreinander, was ist denn richtig? Was fühlt sich gut an?
Sebastian
Lass mich mal dich ein bisschen unterbrechen. Also ich weiß, dass du gerade...
Du sollst ja reden, aber du sagst natürlich genau das, wo du dich wohl mitfühlst,
dass du genau das so sagen kannst. Aber ich habe Fragen.
Gilbert
Ey, das ist ja wirklich gerne.
Sebastian
Also, sie kommt eher so aus der devoten Ecke. Kannte sie die Thematik vor dir überhaupt?
Gilbert
Ja, total.
Sebastian
Hatte sie da auch schon Erfahrung?
Gilbert
Erfahrung, ja.
Sebastian
Vielleicht auf der weiblichen Seite, also vielleicht war sie der Kack-Queen heißt es dann.
Gilbert
Nein, nein, das nicht. Also dieses Thema nicht, aber ganz eindeutig BDSM-Beziehung,
ein Herr, eine O-Beziehung.
Das ist ihr nicht unbekannt.
Sebastian
Jetzt hast du ja im Grunde alles, wie man sich an das Thema anhören kann, übersprungen.
Gilbert
Ja.
Sebastian
Du bist direkt Creator und lieferst quasi eine Vorlage, die einen Blick gibt,
was kann Gilbert gefallen.
Also das hat man ja super selten. Also wenn man jemanden kennenlernt,
dann fängt man an, man tauscht E-Mails aus ohne Ende, um überhaupt eine grobe
Ahnung zu kriegen, ob es Schnittpunkte gibt. Das hast du schon gesetzt.
Gilbert
Ja, natürlich.
Sebastian
Das ist ja großartig.
Gilbert
Es macht den Raum auf, so viel will ich sagen.
Das ist klar, weil es natürlich auch an Ecken, weil es eine Geschichte und eine
bestimmte Story mit einer Spannung ist, natürlich auch sehr weit geht.
Aber man muss das ja für sich jeweils übersetzen. Das heißt ja auch nicht,
dass das so stattfinden kann oder soll.
Und das heißt auch nicht, dass die Privatperson, die der Autor ist.
Sebastian
Es wird kompliziert.
Gilbert
Genau. Direkt mit allem mitgeht, was da steht. Das ist ja vollkommen klar.
Sebastian
Guck mal, jetzt beschließt ihr, okay, wir haben die Möglichkeit,
auch das den Willen oder wir haben Bock da drauf, jetzt was zu machen,
was in diesen Kontext reingeht.
Ganz blöde Frage. Wie fängt man denn an?
Zu zweit reicht ja nicht oder reicht es vielleicht doch erstmal?
Gilbert
Doch, das reicht. Das ist ganz wichtig, es reicht immer erstmal zu zweit.
Das ist ja auch etwas, was du eben angesprochen hast, man müsste ja erstmal
verheiratet sein und all diese Dinge.
Nein, Liebe ist die Voraussetzung, würde ich sagen.
Das ist eigentlich der Kernpunkt, wenn wir jetzt nur über den Aspekt des Kackholdings
reden, das will ich aufgreifen, was du eben sagtest.
Da ist es gar nicht die Ehe oder die Partnerschaft oder so, es ist die Bindung,
es ist die Liebe und daraus ergibt sich die Eifersucht und die Verlustsituation,
der man ausgesetzt ist, all das und das braucht keinen Trauschein.
Also es geht erstmal darum, dass man wahnsinnig ineinander verliebt ist,
dass man auch Angst hat, jemanden zu verlieren, dass seine eigenen Unsicherheiten
eine Rolle spielen und dergleichen mehr.
Das wäre der Teil, der in diese Richtung führt. Aber nein, wir erleben uns tatsächlich
als klassisches BDSM-Paar an der Stelle zunächst.
DS wird ausprobiert, weil wir wissen, dass wir an der Stelle beide miteinander das erleben wollen.
Ich entdecke Dinge, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie einigermaßen
ziemlich sehr gut finde.
Sebastian
Dinge, die man auf dem Papier nicht gut finden sollte, die sich dann als süchtig
machend herausstellen.
Ich finde das vorgehend so perfide. Wir gehen hier in eine Liebesbeziehung rein,
bauen eine Bindung auf, damit Dinge wie ich sag jetzt mal Treue,
einen Wert bekommen oder Verlustängste bekommen einen Wert, eine,
Manifestation an sich, um schon mit dem Gedanken, geil ist es, damit dann zu spielen.
Gilbert
Nein. Erklär es mir bitte. Du willst das sehr zuspitzen jetzt?
Sebastian
Ja, ich möchte die ersten Schritte mal sehen. Wie fängt man denn an, Kopfkino zu leben?
Gilbert
Ich will dir nur sagen, was möglich ist an der Stelle. Es geht immer um Möglichkeiten.
Sebastian
Ich möchte konkret sein.
Gilbert
Nein, Möglichkeiten sind eigentlich die konkreteste Sache, die du dir vorstellen
kannst, wenn du sie vorstellst.
Darum ging es null zu sagen, wir wollen das und das werden.
Sondern das sollte man, glaube ich, auch nie tun. Ich finde das unglaublich wichtig.
Sebastian
Aber die Rollen habt ihr doch festgelegt.
Gilbert
Weil wir es wollten, ja genau. Ja Moment, Moment, die Rollen.
Aber was daraus geschieht, wie sich das gestaltet.
Es ist nie im Drehbuch zu sagen, wir werden einmal ein Paar, das Kackoling lebt.
Und das hat damit erstmal per se nichts zu tun, dass man jetzt sich erstmal
kennenlernen muss, sich erst
ineinander verlieben muss und dann kann der nächste Schritt stattfinden.
Nein, sondern wir haben gemerkt, das findet gerade so statt und wir leben das
miteinander aus, was in uns steckt und wissen, dass dieser Aspekt eine Rolle
spielt, aber den gehen wir sehr vorsichtig an.
Das ist so ein bisschen der Punkt, weil sich erstmal Liebe entfalten muss,
Sicherheit gegeben sein muss und so. Das braucht ja alles Zeit.
Gerade auch wenn man in einer Fernbeziehung steckt, hat man die Unsicherheiten
ja auch nochmal verstärkt und Bindung ist nochmal ein ganz anderes Thema.
Und ich glaube, das gelingt uns alles ganz fantastisch, aber gleichzeitig,
leuchtet man erst mal aus, wer man zusammen sein kann und sein will und hat
die Möglichkeit währenddessen miteinander zu spielen und das ist hervorragend
und da kann man natürlich auch Aspekte einbauen und wie weit man dann gehen will,
muss man wirklich auch,
Von Etappe zu Etappe miteinander entscheiden. Und nichts davon hatte ein Ziel.
Also im Sinne von, unser Ziel war zu sagen, okay, wir leben jetzt mal diese Rollen aus.
Also, dass sie ihre dominante Seite ausleben und ausprobieren kann und darf
sozusagen in diesem Kontext und ich meine Devote.
Das empfinden wir beide als Geschenk, dass das miteinander funktioniert.
Ja, und da ist es wie überall, würde ich sagen, ein Ausprobieren,
Trial and Error sozusagen.
Sich immer wieder hineinleben und immer wieder entdecken, das ist gut oder das
ist jetzt so weniger unseres.
Aber dieser Roman, das gebe ich zu, steht schon immer wieder in der Ecke und schreit uns an.
Sebastian
Ja, genau, der Elefant im Raum.
Gilbert
Ja, das ist doch auch euer Thema. So viel will ich dazu sagen.
Sebastian
Also spannend finde ich, weil das oft eine Kritik ist, wenn sich Menschen finden
oder wenn es nicht klappen will, ist mal dieses, mein Gegenüber sucht nur jemanden,
um die Praktik auszuleben. Und das funktioniert immer nicht.
Und offenbar ist es wie auch immer gelungen, das dann doch so weit an die Seite
zu schieben und zu feststellen, ah guck mal, da ist ein Mensch.
Ich möchte erstmal mit den Menschen irgendwie interagieren ich stelle diese
Frage immer, das erste Mal wo man bewusst etwas erlebt, von dem man weiß das
ist jetzt Kink das passiert gerade,
ich lasse mich darauf ein und jetzt gerade ist dieser Moment,
wo zum ersten Mal dieser Tabubruch stattfindet hast du da noch eine Erinnerung?
Gilbert
Oh ja, ich habe ganz viele Erinnerungen daran Es ist wie ein Dopaminrausch oder
ich kann das gar nicht anders erklären.
Es ist wahnsinnig intensiv, wenn man den Moment zulässt,
um sich komplett fallen zu lassen. Wenn man also diese Sicherheit hat,
dass man jemanden gefunden hat, bei dem man sein kann,
einfach nur sein und dann spielt es keine Rolle, dass das eine so stattfindet
oder so oder man sich das vorher so und so ausgedacht hat oder vorgestellt hat,
sondern man hat eine Situation,
die geschieht plötzlich, sie ergibt sich, wie wir das gerade besprochen haben,
daraus, dass man so irrsinnig Bock aufeinander hat, dass man verliebt ist,
dass alles im Rausch ist und gleichzeitig die Schleusen geöffnet hat und das fegt einen weg.
Also das ist mir zumindest so gegangen, dass ich gedacht habe,
verdammt nochmal, was soll denn das mit diesen Schlägen? Warum finde ich das denn jetzt so gut?
Das ist etwas, was ich mir nicht habe vorstellen können. Ich habe eben ganz
viel und ganz abgeklärt über emotionalen Masochismus geredet und plötzlich hast
du die Gärte auf dem Hintern.
Das geschieht noch nicht mal unvermittelt, sondern es passt in einen Spielkontext
einfach hinein und dann knallt es in einem, würde ich sagen.
Also dann geschieht etwas, für das ich unglaublich dankbar bin.
Also dass man Erfahrungen machen kann, auch noch im hohen Alter.
Sebastian
Zwei alte weiße Männer reden.
Gilbert
Die man vorher, ich kann den Punkt ein bisschen auflösen mit dem hohen Alter,
weil wir das eben als Thema auch schon hatten.
Man hat wahnsinnig viel Fantasien als 20-Jähriger oder 25-Jähriger,
30-Jähriger und lebt auch vieles aus und ist auch zu vielem in der Lage,
aber wenn dann noch eine bestimmte Lebenserfahrung hinzukommt und wenn….
Man einfach auf Menschen trifft in einem bestimmten Alter, kann das auch nochmal unglaublich sein.
Also dass man andere Dinge erlebt, die man zwar vielleicht auch mit Mitte 20
ziemlich geil gefunden hätte, aber die man gar nicht so zulassen könnte.
Also man braucht auch manchmal für das, was man zulassen will, eine bestimmte Reife.
Das ist auch wieder keine Blaupause, das gilt auch wieder nicht für jeden.
Für mich persönlich kann ich das sagen. Das gilt nur für mich, dass ich weiß,
dass ich mich niemals auf die Knie hätte begeben können mit Mitte 20,
ohne dass ich um mein Selbstbild Angst gehabt hätte, weil ich einfach noch nicht
eine feste Persönlichkeit war.
Ich war noch nicht reif genug zu erkennen, dass diese sexuelle Devotheid zu
meiner Persönlichkeit gehört und dass sie überhaupt gar nichts zu tun hat mit
einem anderen Kontext sozusagen.
Also diese Freiheit loszulassen und das verdanke ich auch meiner Partnerin,
die an der Stelle einen wundervollen Rahmen schaffen kann.
Und ja, das, was du sagtest, ist, wie fühlt sich das an, wenn man es das erste Mal erlebt?
Ich kann eigentlich nur jedem das Erleben empfehlen, so viel würde ich sagen.
Sebastian
Also offenbar mindestens lebensverändernd oder liebensverändernd, ich weiß es nicht genau.
Liebes Publikum, die Mimik gerade von Gilbert.
Das ist so, als erzählte er von einem monatelang anhaltenden Dauerorgasmus.
Also das kann ich nicht beschreiben.
Gilbert
Grüße gehen raus.
Sebastian
Wirklich, also dieses plötzliche Aufleuchten, diese...
Auch Anspannung in deiner Körperhaltung gerade, so ein wow.
Keine Gewissensbisse, oh Gott, dann bin ich auch so ein Perverser oder so,
wenn ich damit jetzt erstmal anfange.
Also gab es irgendein moralisches Problem, was du hattest, wo du deine Erziehung
von zu Hause verraten hast, das macht man nicht, das gehört sich nicht oder
hattest du genug Awareness im Leben eingesammelt, um zu sagen,
das kann man machen, das ist okay.
Gilbert
Letzteres. Das entspricht auch nicht meiner Persönlichkeit, da mir Sorgen darum
zu machen, wie andere auf mich schauen.
Aber ich habe über den 20-Jährigen eben erzählt, dem eigentlich eine bestimmte
Sicherheit gefehlt hat vielleicht.
Aber der diese moral-anarchischen Tendenzen auch damals schon gehabt hat.
Sebastian
Wie sind denn deine Erfahrungen als Top? Jetzt fällt dir alles aus dem Gesicht.
Ich würde Falls es die noch nicht gegeben hätte, würde ich argumentieren,
du kannst dir noch gar nicht vorstellen, wie toll das sein kann,
wenn du dir das eine nicht vorstellen konntest, dann das sicher auch nicht.
Es gibt ja immer noch so viel mehr zu entdecken.
Gilbert
Es gibt ganz viel zu entdecken und man entdeckt an sich alle möglichen Varianten.
Ich glaube, da gibt es gar nicht so wahnsinnig viel zu zu sagen.
Möchte ich auch gar nicht.
Sebastian
Schade.
Gilbert
Ja, das tut mir furchtbar leid, vielleicht möchtest du was darüber erzählen,
um hier einen Kontrapunkt zu setzen.
Sebastian
Ja, Kontra mag ich da gar nicht setzen, aber ich stelle fest,
dass egal, was ich erlebt habe und wie viel, wie sehr ich mich angekommen gefühlt
habe, ich bin nie angekommen.
Es gab immer das nächste Ding, was mich geflasht hat.
In jeglicher Form und Perspektive. Es hört einfach nicht auf.
Wenn ich sage, oh ja, toll, ich habe jetzt so und so viele Jahre Erfahrung und
ich bin mit meiner Partnerin schon so lange zusammen und wir sind total toll eingespielt.
Das heißt nicht, dass wir irgendwo ein Sandkorn ins Getriebe kriegen und wir stellen, ah, guck mal,
da klemmt was, das ist interessant, das gucken wir uns jetzt mal ganz genau
an und die nächsten Monate erforschen wir ein völlig neues Kapitel mit Dingen,
mit Gefühlen, die nie...
Ja, das ist so wie, wenn man blind ist und nicht weiß, was eine Farbe ist und
plötzlich sind da Farben, ja, also es ist irgendwie unvorstellbar,
ich bin voll der Romantiker gerade.
Gilbert
Und ihr seht jetzt auch nicht, wie Sebastian gerade leuchtet.
Ja, es ist so viel. Wir bringen uns hier gerade zum Leuchten. Ja, es ist großartig.
Sebastian
Wir flirten fast schon miteinander. Ja, ganz genau. Das ist ganz schön ehrlich plötzlich, ne?
Gilbert
Ja.
Sebastian
Und das ist im Schlafzimmer ehrlich.
Gilbert
Total. Und ich glaube, das, was du gerade beschrieben hast, das muss auch jetzt
nicht für deine Erfahrung als Top gelten.
Also das war auch fast schon ein Punkt, der allgemeingültig ist sozusagen.
Wenn man sich einlässt und merkt, dass man jemanden gefunden hat,
mit dem man Dinge teilen kann, die so intensiv und schön sind,
dann entwickelt man sich mit ganz viel Glück.
Ich wünsche das wirklich jedem, dass man sich dann weiterentwickelt und dass
das geschieht, was du gerade beschrieben hast,
dass man sich immer wieder in Situationen begibt, die füreinander neu sind,
ohne dass man sich vornimmt, das oder das erleben zu müssen oder ohne,
dass man sagt, das ist jetzt hier noch auf meiner Liste, das muss ich abhaken.
Da schließt sich vielleicht auch wieder der Kreis zu diesem Kackau-Ding,
was ich eben genannt habe.
Wenn das alles immer so weiter mit reinfließt in etwas, was wir füreinander
empfinden, was wir gut finden,
dann ergeben sich Dinge komplett natürlich und dann wird das das Ausleben einer Sache sein,
die einfach eine ganz eigene Überschrift trägt und das ist unser Erleben.
Sebastian
Schön finde ich, die Blaupause zu haben, sich aber den Luxus und die Unverschämtheit
zu erlauben, sie wirklich erstmal in die Ecke zu stellen und zu sagen,
nee, jetzt mache ich erstmal das, was ich jetzt erleben möchte,
ich erforsche jetzt die neuen Sachen,
aber es holt dich halt dann doch ein, es steht in der Ecke und,
Es blinzelt immer so ein bisschen.
Gilbert
Es ist einfach eine Schatulle, die man mal aufmacht und guckt, was da so drin ist.
Sebastian
Was ist denn drin?
Gilbert
Dazu empfehle ich jedem, diesen Roman zu lesen.
Sebastian
Link in den Shownotes. Selbstverständlich, liebes Publikum.
Gilbert
Es ist keine Blaupause in dem Fall tatsächlich. Das muss man vielleicht auch
mal ein bisschen begrifflich korrigieren, denn das würde ja wieder bedeuten,
dass man mit einem Drehbuch an eine bestimmte Sache herangeht.
Sondern es ist einfach etwas, was zu uns gehört, weil wir entschieden haben,
dass wir das beide gut finden.
Und an welcher Stelle wir wie weit gehen, ist gar nicht ausgemacht.
Und Aspekte der Lust müssen gar nicht immer bis zum Ende getrieben werden.
Damit heißt es auch nicht, dass wir es nicht tun, sondern damit heißt es,
dass es emotional so komplex ist, dass man das auch nicht zu jeder Zeit kann
und darf. Das Leben kommt immer irgendwie auch noch dazwischen.
Ich glaube, das ist so das Wichtige, was man auch berücksichtigen muss,
wenn man über BDSM redet.
Das hast du ja gerade eben auch schon erwähnt, dass man oft das Gefühl hat,
okay, wir haben jetzt diesen Kink oder diesen Fetisch und das müssen wir jetzt tun.
Und das gehört dann dazu. Aber dann schellt die Oma oder dann fällt irgendwo
das Kind hin oder dann ist man krank oder dann ist der Beruf anstrengend oder
dann ist man gerade nicht zusammen und all das.
Das findet ja im Leben immer mal wieder statt.
Und dann muss man, gerade wenn es um ein solches emotionales Thema geht, auch Wellen aushalten.
Also dass man mal viel stärker drin ist und dann wieder von vorne anfangen muss.
Und da findet man nicht immer einen nahtlosen Anschluss. Das ist auch logisch.
Sebastian
Ich würde jedem Menschen auf meiner Couch zugestehen, dass das so schwierig
ist, dass es kaum möglich ist, das begreiflich zu machen.
Du allerdings hast das Buch geschrieben, in dem es dir ja ansatzweise gelungen ist.
Also mag ich da weiterbohlen. Es ist ja trotzdem der Tag gekommen, wo man einen Aspekt,
ausführt, wo ein Teil dieser Fantasie, dieser Idee Wirklichkeit wird für dich.
Ich glaube, das ist der Punkt. Kackolding ist eine sehr weit verbreitete Wichs-Fantasie.
Wie viele Leute das wirklich machen, weiß ich nicht. Wahrscheinlich gar nicht so viele.
Gilbert
Das könnte sein, ja.
Sebastian
Aber irgendwann kommt ja der Tag, den du erlebt hast, wo du gemerkt hast,
ob du die Gefühle von Jill korrekt beschrieben hast oder lagst du meilenweit daneben.
Gilbert
Ich habe gemerkt, dass ich ein ziemlich guter Auto Ah.
Sebastian
Okay.
Gilbert
Ich will gar nicht privater werden. Okay. Aber ich kann dir sagen.
Sebastian
Schade. Also ich hatte jetzt zwei Stunden Sendezeit extra für diesen Aspekt eingeplant.
Gilbert
Das glaube ich.
Sebastian
Verdammt, jetzt muss ich. Vielleicht können wir es ein bisschen anders machen.
Da du ja ein so guter Autor bist und da allein schon über das Schreiben des
Romans Erkenntnisse gewonnen hast.
Gilbert
Ja.
Sebastian
Egal, ob da jetzt irgendwas anderes draus geworden ist. Stell dir mal jemanden
vor, der mit dem Thema in Berührung kommt und vielleicht auch mit der geliebten
Person drüber spricht und die hacken jetzt Pläne aus.
Gibt es irgendwas, wo du sagst, das sollten die vielleicht im Kopf haben oder
daran sollten sie denken oder sie sollten hinterher Zeit einplanen oder nicht
zu viel oder doch lieber ein bisschen mehr,
damit der Schock besser wirkt als die Bedenken. Ich weiß es nicht.
Also gibt es etwas, was du jemandem an die Hand geben würdest,
wenn er sagt, das ist so spannend, ich will jetzt auch.
Gilbert
Total gut. Das ist vielleicht ein Aspekt, wo das Private reinfließen kann,
ohne dass es so privat wird.
Ich kann sagen, Realität schmeckt anders. Das ist ganz wichtig als die Fantasie, die man so hat.
Damit gar nicht schlechter oder besser, sondern...
Vielleicht beschreibt man das mal so, she can't be unfucked.
Also das ist dann schon etwas, was prägt und bleibt sozusagen.
Es ist der Schlag mit der Gärte, der blaue Fleck auf deinem Hintern,
ist nach ein paar Tagen verheilt sozusagen.
Hier findet ein Ereignis statt, das eingegriffen hat.
Emotional, real in der Welt. Und man muss sich sehr sicher sein, dass man das will.
Man muss sehr viel miteinander reden können. Das ist ganz besonders wichtig.
Safe Words sind auch total wichtig. Man muss sich die Gelegenheit geben,
wie ich finde, also ich rede ja jetzt als jemand, der eine persönliche Empfehlung
gibt, an jeder Stelle aussteigen zu können.
Und irgendwann gibt es die Stelle, an der du nicht mehr aussteigen kannst.
Eröffnet euch auch die Möglichkeit, es auszuprobieren im vollen Konsens miteinander
und danach zu sagen, okay, das ist nicht unseres.
Wir wollen das so nicht. Und scheut euch davor.
Dann zu verurteilen. Das ist ja wieder etwas, was so unglaublich kritisch ist,
weil wir hier über einen emotionalen Aspekt reden.
Da sitzt jemand, der sich das vorstellen will, der vielleicht,
wie du sagtest, eine Fantasie hat,
die ganz viel mit ihm selbst zu tun hat, also in dem Fall der Kack holt und
der das für seine Befriedigung auch schon jahrelang genutzt hat und plötzlich
merkt, dass er dem emotional nicht standhalten kann.
Und dann muss man vorher so gefestigt miteinander sein, dass man hinterher nicht
sagt, oh mein Gott, du hast es ja getan.
Sebastian
Wobei es doch Teil des Reizes ist, dass man hinterher genau das sagt,
oh mein Gott, du hast es wirklich getan.
Gilbert
Ja genau, aber daran zerbrechen vielleicht auch dann Beziehungen.
Das ist ganz wichtig. Also wir reden hier über Liebesbeziehungen und wir reden
hier nicht darüber, dass man vielleicht an einer Ecke nicht mehr miteinander
spielt. Sondern es kann ganz schnell kippen.
Und das ist so etwas, was ich glaube, sich manche gar nicht so bewusst machen, dass man…,
Und wahnsinnig viel Zeit braucht, darüber zu reden, wie könnte es denn sein?
Also man muss es sich vorstellen und zwar nicht in einer Fantasie,
die nur was damit zu tun hat, dass man sich gegenseitig geil macht,
sondern man muss es sich so vorstellen,
dass man sagt, es gilt für den weiblichen Part, für den männlichen Part und
Entschuldigung, wir müssen natürlich auch selbstverständlich immer die Queere
Community alle mitdenken,
weil das gibt es ja nicht nur in diesen heteronormativen Kontexten.
Dieses Thema, das gibt es überall, was auch klar ist.
Wir brauchen an beiden Ecken ein Bewusstsein dafür, was wird denn geschehen,
wenn ich diese Tat sozusagen vollziehe, wenn ich zuschaue oder wenn sie Tat
vollzogen wird, wenn ich aktiv bin.
Überrumpelt mich das, wird mich das nicht überrumpeln.
Ich kann das nur, wenn, sowas gibt es ja auch.
Das sind übrigens ganz lange Gespräche, also da kann ich jetzt sehr privat werden.
Das wird auch wieder jeder anders betrachten oder jede anders bewerten.
Die eine sagt, ich kann es nur, wenn du nicht dabei bist.
Die eine sagt, bitte, ich muss deine Hand halten, ich muss sehen, wie du fühlst.
Der nächste meint, er müsse verschlossen sein dabei.
Der nächste meint, eben nicht, dann siehst du meine Erregung und so weiter und so fort.
Also so viele kleine Aspekte, die da eine Rolle spielen, die man durchaus gerne
mal thematisieren darf, um für sich nicht den Reiz rauszunehmen,
alles vorher schon mal besprochen zu haben, sondern sich erstmal klar zu werden,
will ich real werden und,
Dann auch gleichzeitig für einen ganz langen Moment zuzulassen,
hey, es ist kein Problem, wenn wir abbiegen und das lassen.
Sebastian
Gut, das ist ja ein Punkt, der immer gilt und das erfordert,
glaube ich, auch ganz oft den meisten Mut, die meiste Kraft.
Jetzt hast du gesagt, man muss gefestigt sein. Das ist so ein schöner, unfassbarer Begriff.
Gilbert
In dieser Beziehung.
Sebastian
Ja, ich habe mal festgestellt, dass eine Praktik, egal welche,
dann eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit hat oder eine Wahrscheinlichkeit
hat, wirklich gut zu sein.
Man hat ja vorher so ein bisschen Dirty Talk, wo man drüber spricht.
Man sagt, oh, dann mach ich dich ein ins Kreuz und dann machen wir dies und das. Sexting.
Das ist ja das häufigste. Ich hab festgestellt, meistens sind die Sachen besonders
gut, wo Sexting, also ohne, dass man das jemals getan hat, bereits das hinterher mit einschließt.
Also, nachdem dein Hintergrün und Blau ist, werden wir das und das machen und
dann werden wir irgendwie chillen
und runterkommen und das und das und vom Lager Feuer, keine Ahnung.
Also, wenn das danach Teil der erregenden Fantasie sein kann.
Das würde ich jetzt hier auch mal drauf projizieren. Das könnte funktionieren. Also wenn der Gedanke,
ist, sie wurde gefickt. Wenn auch dieses Szenario an sich erregend ist,
dann hat man mehr Chance, dass man das aushalten kann.
Gilbert
Ja, das hinterher spielt eine ganz große Rolle, das ist ganz klar,
das haben wir eben ja auch schon besprochen, Aftercare und so weiter und so
fort ist hier auch, es ist ein fließendes Ding.
Sebastian
Wer afterkehrt denn bei der Konstellation?
Gilbert
Entschuldigung, aber das ist unscharf. Nee, es ist nicht unscharf.
Und das auf keinen Fall. Also man muss sich danach schon wieder seiner Liebe
versichern sozusagen und das braucht Nähe.
Und das kannst du auch, wenn du das möchtest, gerne mit Netflix und Kakao beschreiben.
Aber man braucht Wärme und Geborgenheit und die Versicherung,
dass das jetzt hier unseres ist sozusagen.
Sebastian
Zu zweit.
Gilbert
Zu zweit, genau. Ganz wichtig, wie ich finde.
Das mögen auch wieder andere anders sehen. Keine Ahnung, wie das in diesen 100
Varianten, die möglich sind, miteinander geschieht.
Vielleicht gehen auch manche zu dritt essen und lachen über den Abend.
Das ist dann wahrscheinlich genauso okay, dass man das dann wieder in einen
anderen Kontext holt und sagt, okay, wir haben jetzt was Tolles miteinander
erlebt. Das mag alles so sein.
Ich empfinde den Aspekt wichtig, gerade wenn es so ein DS-Aspekt ist.
Also wenn das Teil einer bestimmten Erniedrigungsfantasie ist sozusagen,
dann muss danach schon der Aftercare-Teil heißen,
wir haben das nie in Frage gestellt, aber ich muss es dir jetzt gerade in diesem
Moment besonders zeigen, dass es mir nicht um Erniedrigung deiner Persönlichkeit
geht oder ich gebe dir meine Liebe und meine Wärme nach wie vor sozusagen.
Sagen, du bist meine Hauptperson, das ist Teil eines bestimmten Prozesses,
zumindest würde ich das so beschreiben.
Weil du ja immer was Privates herauslocken willst.
Sebastian
Es gibt ja diesen Aspekt, du hast ihn eben auch ansatzweise genannt, ich sag mal beschmutzt.
Also da ist ja auch so ein Bild mit drin, völlig egal welche Geschlechterkonstellation
das ist, aber durch das Vögeln mit anderen wurde mein Gegenüber markiert,
beschmutzt, verändert,
erniedrigt oder weniger wertig gemacht.
Das ist ein ganz schön krasser Aspekt, also selbst die Herren an der Stelle,
erfährt irgendwie in der Rückstufung ihres Ansehens, ich kriege es nicht richtig
beschrieben also der Kackold sieht jetzt seine Herren, wie sie,
jetzt einen Makel, einen unlöschbaren Makel mit sich trägt und damit ist sie
nicht mehr so weit oben ist das ein Aspekt, den es gibt oder ist das für mich?
Gilbert
Das kann es geben, weiß ich nicht also ich würde da überhaupt so gar nicht mitgehen,
weil ich das auch so halb schwierig finde weil da wäre ja nochmal eine Wertung
drin in dem Ganzen also das ist glaube ich Darf er doch Ja,
das ist auch wieder der Gefahrenteil dass dann eine Wertung der anderen Handlung
stattfindet sozusagen da sind wir in einem fast pur moralischen Ja,
Bereich der da gar nicht so hingeht es spielt zwar damit ein Tabu zu brechen
oder Moral mit auf den Tisch zu legen.
Aber diese Art ist, glaube ich, schon schwierig.
Sebastian
Die Rückeroberung.
Gilbert
Die Rückeroberung.
Sebastian
Ich werfe das mal so hin.
Gilbert
Ja, davon habe ich auch schon viel gehört oder habe das auch schon oft gelesen.
So ein Reclaiming heißt das.
Sebastian
Ah, da gibt es einen Fachbegriff zu.
Gilbert
Natürlich, wie in jeder Community gibt es da einen Fachbegriff.
Also dass er dann danach wieder...
Sex mit seiner Partnerin hat und dann sie zu sagen zurückerobert hat,
das ist kein Aspekt, der mich besonders interessiert.
Ich habe niemanden verloren an der Stelle, aber wir reden jetzt wieder persönlich,
sondern ich habe etwas zugelassen und sie hat etwas zugelassen,
aber damit waren wir nie nicht zusammen.
Sebastian
Ich glaube, also in meiner Vorstellung ist die höchste Stufe dieses DS-Konstruktes,
dass man dieses Reclaiming dann verweigert.
Gilbert
Ja, wahrscheinlich.
Sebastian
Dass man an der Stelle sagt, und nicht mal das.
Gilbert
Ja, ja, und dafür gibt es in der Community ja diese Kategorien von C1,
C2, C3. Also das eine ist so ein bisschen… Google.
Sebastian
Das liebes Publikum. Es ist ja nüchtern. Wikipedia hat es auch.
Gilbert
Und das meinte ich eben so mit never inside, also das reclaiming verweigern,
indem du darfst sowieso nicht mehr mit mir Sex haben, weil du bist es nicht wert.
Also das ist auch ein bestimmter Teil dieser Leidenschaft sozusagen,
den manche auch sehr gerne ausleben.
Und das ist auch völlig in Ordnung, das ist nur nicht mein Teil.
Sebastian
Ich habe zwischendurch mal gedacht, im Grunde ist das ein Beziehungskonstrukt,
wo man sagt, wir einigen uns darauf, dass wir unsere Beziehung aufwerten,
indem wir sagen, wir setzen das Fundament und ändern das.
Das ist nicht mehr Sexualität, sondern unser Fundament sind Gier und Romantik.
Gilbert
Hedonismus. Ich würde dazu sagen, wildes, ausschweifendes, freiheitsliebendes Lustleben.
Einfach sich die Möglichkeit geben, alle Aspekte seiner Sexualität ausleben
zu können und auch die, wo man normalerweise sagen würde,
okay, das werde ich, aber naja, das ist jetzt eher so meins,
ich kann das jetzt nicht so richtig teilen oder dergleichen,
sondern, nee, komm, erzähl mir mal von deiner Fantasie oder lass es bei dir,
je nachdem wie du es haben willst, aber was man damit machen kann ist zu sagen,
das ist alles richtig und okay.
Wenn du davon träumst, mit anderen Männern diesen wilden, jenen Sex zu haben,
okay, hier geht es sogar.
Hier ist es nicht nur etwas, wo wir drüber reden, sondern hier ist es möglich.
Und vielleicht ist es ja gar nicht der Aspekt, sondern es ist der Aspekt, meine Lust zu erleben.
Ich glaube, das spielt auch manchmal eine Rolle, dass man merkt,
oh wow, wenn dieses Thema eine Rolle spielt,
sehe ich sein Lustgesicht auf eine andere Weise oder ihr Lustgesicht. Je nachdem.
Sich einfach Freiheit zu geben, vollständig in die Lust eintauchen zu können.
Darum würde es mir immer gehen und das ist gar nicht so leicht,
egal welche Rollen man einnimmt oder welcher Sache man sich so verschrieben
hat, weil man muss auch erstmal wirklich die Tür aufmachen und alles reinlassen.
Sebastian
Ich würde dich gern mal auf der Ebene sprechen, der das,
des Mentors, des Tippgebers.
Gilbert
Ja.
Sebastian
Wir nehmen mal an. Es ist viel besprochen, das Bild im Kopf hat sich so gefestigt,
dass Schritte unternommen werden sollen.
Ich habe jetzt überlegt, wie fängt man an? In den Geschichten ist es die Hotelbar,
in die man geht und dann passieren wundersame Dinge.
Gilbert
Ein bester Ort übrigens.
Sebastian
Echt?
Gilbert
Ja, voll gut.
Sebastian
Was für eine Hotelkategorie muss es sein, dass es funktioniert?
Zwei Sterne reicht? Wobei die haben gar keine Hotelbars, wenn die haben Automaten.
Gilbert
Hotelbar ist, da könnte ich vieles aus eigener Erfahrung erzählen,
weil es einfach toll ist.
Aber es muss schon eine bestimmte Kategorie sein, wo viele Menschen hinkommen,
die dann auch mal gerne einen drauf machen.
Sebastian
Okay, die Hotelbar ist also ein guter Tipp. Der Club? Sexkino?
Die Kinky Party?
Gilbert
Vielleicht auch das, ja ganz genau. Also es kommt drauf an.
Also man kann natürlich auch in einem bestimmten Kontext in einem Club sein
und sagen, okay, hier gehen wir jetzt erstmal offensiv das erste Mal mit unserer
DS-Konstellation um sozusagen.
Sagen, wir tragen Merkmale unserer Rollen und machen uns damit sichtbar.
Und dann gucken wir mal, was passiert. Und vielleicht einigen wir uns beim ersten
Abend darauf, hey, wir trinken hier nur und lassen uns anflirten oder flirten
selber und gehen wieder nach Hause und gucken mal, was das mit uns gemacht hat.
Oder wir haben von vornherein eine Offenheit zu sagen, wenn wir beide dann nicken,
ist alles in Ordnung. Das kann ja auch sein.
Das wäre in so einer Clubsituation möglich.
Sebastian
Ich sehe jetzt den Zwinger-Club in meiner Fantasie. und stelle allerdings fest,
dass ich da folgendes Problem habe.
Gilbert
Das Schnitzelbuffet.
Sebastian
Ja, das ist der eine Punkt, aber das Problem ist, die dritte Person hat,
hat es nie mit dem Konstrukt oder mit der Fantasie, mit dem Begriff in Berührung gekommen.
Das heißt im Prinzip ist das Problem, es wissen nur zwei, was da gerade eigentlich passiert.
Finde ich schwierig.
Gilbert
Das ist schon fast ein Thema,
das man ja fast missbräuchlich beschreiben könnte.
Da wird einer benutzt für etwas, was er gar nicht überblickt oder dergleichen.
Meinst du in diese Richtung?
Sebastian
Ich würde natürlich dann überlegen, wie kann man das einer Person in zwei Sätzen vermitteln.
Wir sind hier im Swingerclub. Ja, es ist okay, wenn du mit meiner Frau vögelst.
Dir muss bewusst sein, dass das unglaublich scheiße in dem Moment für mich ist,
aber wir werden wochenlang daran Spaß haben.
Sei dir sicher, ob du das willst. Aber es passt nicht.
Gilbert
Es gibt Erkennungszeichen, die zum Lifestyle gehören, wie so ein Fußkettchen
und so Dinge. Das kann man alles so machen.
Kann man auch wieder überall in allen Foren nachlesen, was man da so trägt als
Cuckold oder als Cuckold-Ress.
Und das mag dann jemand erkennen und andocken. Also so kann man das ja auch sehen.
Also dass dann irgendein Erkennungszeichen wahrnimmt und merkt, aha, das ist jetzt das.
Da kann ich mich mal dem Thema nähern, sozusagen für die beiden ist das okay und dergleichen mehr.
Das wäre eine Möglichkeit. Die andere Möglichkeit,
ist schwieriger, dass man dann wahrscheinlich innerhalb von den Haudenvres am
Schnitzelbuffet erklärt.
Sebastian
Was man bis zum Dessert erledigt haben möchte.
Gilbert
Ja, das ist eine Horror-Forschung. Ich finde das ganz schlimm.
Sebastian
Egal. Ich komme nicht richtig ran.
Gehen wir mal andersrum. Die Hotelbar ist ein guter Ort. Die Hotelbar ist, ich sag mal, magisch.
Vielleicht ist meine Überlegung folgende, jede Swinger oder Kink oder irgendwas
Community, die also extrem bewusst an solche Themen rangeht,
ist kein guter Ort für so spontane Begegnungen.
Während die Hotelbar, wo man ja einfach mit Menschen zu tun hat,
die wahrscheinlich nicht im Thema sind, sondern die einfach guten Sex haben
wollen, also gar nicht verkopft rangehen,
dass das wahrscheinlich besser funktioniert und einfach auch unschuldiger ist
und mehr Spaß macht, weil eben kein riesen Consent-Konstrukt da drüber schwebt,
sondern das ist gerade schön,
das macht gerade Spaß, ein paar Blicke reichen und dann beschließt man,
irgendwo weiterzumachen. Stelle ich mir das richtig vor?
Gilbert
Ja, das ist richtig. Wir kommen mal zur Hotelbar und dann...
Sebastian
Entschuldigung, ich bin neugierig.
Gilbert
Die Hotelbar, da kann ich viel zu erzählen. Aber machen wir es nochmal ganz
einfach. Macht euch einfach ein paar Profile im Joy.
Sehr einfach. Oder in irgendeiner anderen Plattform eurer Wahl,
wo Kink auch eine Rolle spielt oder dergleichen mehr, wo ihr Gleichgesinnte
habt, wo Forenbeiträge sind, die man nachlesen kann, die man gut oder schlecht finden kann.
Aber macht das Profil so, dass ihr einfach enthalten seid, dass man euch wiederfinden
kann und dann werdet ihr Paare treffen, dann werdet ihr auch einzelne Männer
sehen, ihr werdet natürlich vollkommen überschüttet,
Mit Einzelanfragen von Solo-Herren, das ist vollkommen klar.
Aber es gibt ganz viele niveauvolle Begegnungen, mindestens mal in euren Postfächern,
so viel würde ich sagen, um herauszufinden, ob es matcht.
Das ist wahrscheinlich noch der allerbeste Weg, um direkt klarzumachen,
okay, wir haben uns dieser Sache verschrieben, ihr findet das auch gut.
Das können Paare sein, das können einzelne Beteiligte sein.
Alles ist daher denkbar.
Sebastian
Wer sucht aus?
Gilbert
Das legt das fest. Also man kann einen Postfachsklaven haben,
der vorselektieren muss sozusagen.
Sebastian
Könnte man das ja.
Gilbert
Könnte man das beschreiben. Oder man kann sagen, du hast hier überhaupt nicht
mitzureden, wenn ich da irgendwie anflirte und wem ich meine Messenger-ID gebe.
Das sind Möglichkeiten, über die wir reden. Die Hotelbar ist der Ort des klassischen Flirtens.
Ihr könnt dort ausprobieren, wie ihr als Paar auf andere wirkt und alle Aspekte
des Flirtens, die ihr ohnehin in jeder Vanillebeziehung, in jeder anderen Konstellation
erleben wollt, erlebt ihr da einfach schnell und gut.
Und da geht es nicht darum zu sagen, da kommt jetzt jemand mit aufs Hotelzimmer,
sondern da geht es nur darum, den Moment mal zu erleben, was passiert denn da gerade.
Das kann auch unheimlich schön sein, nur für die Paarbeziehung,
dass man merkt, wow, diese wunderschöne Frau hat so viel Aufmerksamkeit,
das ist doch hervorragend.
Sebastian
Das steigert ihren Wert, wer das Podcast so wie anschaut.
Es begeht möglicherweise ein Bruch, aber es steigert ihren Wert in meinen Augen.
Gilbert
Na siehst du, du bist stolz auf sie und all das, stolz darauf,
dass ihr dort zusammen seid und man kann diese Aspekte weiterspinnen.
Man sagt, okay, ich setze mich hinten in die Ecke und du setzt dich an diese
wunderschöne Theke und wir schauen mal, was passiert.
Und man kann relativ sicher sein, dass sehr schnell Drinks ausgegeben werden,
und man das aus einer Distanz beobachten kann.
All diese Dinge sind da ja möglich und dann könnt ihr beide miteinander vereinbaren,
wenn du mich jetzt in dieser Rolle ansprichst,
da einen Rat zu geben, wie weit ihr gehen wollt.
Also ihr könnt auch den Abend so gestalten, dass ihr sagt, wir gucken mal, wie das so ist.
In so einer Hotelbar und vielleicht passiert ja auch gar nichts und dann esst
ihr halt die Nussschalen leer, die da rumstehen.
Und dann habt ihr auch trotzdem einen schönen Abend gehabt.
Sebastian
Was ich einfach wirklich spannend finde, weil wie konnte mir dieses Thema in
20 Jahren Kink und Szene und Partys entgehen?
Es scheint gar nicht an diesen Orten stattzufinden, wo ich als BDSM-er, der Spanking und Co.
Betreibt, es findet dort nicht statt. Es findet offenbar in einem nicht-kinky Umfeld statt.
Ich werde in Hotelbars in Zukunft ein bisschen anders meine Blicke schweifen
lassen und mir alle Tische ansehen, wo Einzel- oder Dreierkonstellationen sitzen.
Da werde ich mal genauer drauf schauen.
Ich habe eine ganz praktische Frage. Wie fühlt sich dieser Schmerz,
ich weiß nicht, ob es eifersucht ist, wie fühlt sich dieser Schmerz denn wirklich an?
Gilbert
Wie fühlt er sich an? Also Schmerzen beschreiben ist auch an sich schwierig.
Sebastian
Ist das eher so Bauchweh oder ist das eher Kopfschmerz oder ist das eher so ein Zwickt?
Gilbert
Das ist ein Ganzkörpergefühl würde ich sagen.
Sebastian
Kitzeln.
Gilbert
Es ist, ich habe glaube ich paar Mal davon gesprochen, dass Gil zittert.
Also es ist ein so intensives Urgefühl, weil da alles aufeinandertrifft, würde ich mal sagen.
Und auch da kann ich nicht verallgemeinern, aber ich tue mal so,
als würde ich mir das vorstellen, weil ich ja Autor bin.
Es ist einfach im Grunde genommen, es sind alle Aspekte, du bist gerade der
Voyeur, der Lust empfindet und gleichzeitig Schmerz, weil es gerade in diesem
Kontext stattfindet, dass deine eigene Erniedrigung stattfindet.
Du versuchst, alles zu vergessen, was du jemals moralisch gelernt hast, wie du erzogen wurdest.
Was in deinem Kontext einer gesellschaftlichen Umgebung irgendwie so stattfindet
und in diesem Moment passiert das alles.
Du denkst ans Nachher, ans Vorher, ans Mittendrin und erlebst gerade,
Und hast unzählige Gedanken und es kann dir passieren, dass du darunter einfach
die emotionale Kontrolle verlierst.
Dass dieser Schmerz einfach sich unter deine Haarwurzeln legt und dass er durch
den ganzen Körper schießt.
Das ist kein Schmerz, der physisch an einer Stelle auftaucht,
sondern es erwischt dich als emotionaler Cocktail, der ordentlich stark sein kann.
Und du nimmst diesen Schluck und merkst, hups, das habe ich so jetzt nicht erwartet.
Sebastian
Das ist das Brennen von einem sehr guten Whisky im Hals. Es brennt,
aber irgendwie ist es wohlig.
Gilbert
Ja, und wenn du einen Whisky trinkst und den ja in seinen Aromen entdecken willst,
dann nimmst du ihn ja erstmal in den Mund und speichert es ein bisschen ein
und versuchst ihn in deinem ganzen Raum irgendwie zu entdecken und dann sind
da die zarten Noten von und da sind die leichten Noten des anderen Geschmacks.
Und dann hast du schon so ein bisschen Aromenvielfalt gemerkt und trotzdem schießt
es dir brennend irgendwie die ganze Zeit auf die Zunge, weil du merkst,
das hat schon ordentlich Alkohol.
Und dann nimmst du es zu dir und dann explodiert es nochmal auf andere Weise.
Also du hast mehrere Stufen.
Der Whisky-Vergleich ist vielleicht gar nicht so schlecht, wenn man den nicht gerade so kennt.
Direkt runterschluckt.
Sebastian
Wie lange dauert das denn eigentlich? Stell mir vor, also wenn ich das Buch
lese, ein ganzes Wochenende offenbar, aber ist das sehr zeitaufwendig?
Gilbert
Wie lange dauert was genau?
Sebastian
Ja, alles. Da kommt eine Mail, das ist interessant. Dann schreibt man da eine
Woche, einen Monat, ein Jahr hin und her.
Gilbert
Um eine Konstellation herbeizuführen oder um einen Lifestyle zu haben.
Sebastian
Einfach mal um ein Erlebnis auf der Bucketlist abstreichen zu können.
Gilbert
Boah, ich würde sagen, ja, die Die Anbahnung ist natürlich...
Sebastian
Tut mir leid, das sind blöde Fragen, aber ich weiß, sie werden kommen.
Also versuchen wir vorzugreifen. Wie viel Zeit nimmt man sich?
Gilbert
Wir nehmen das Hotelbar-Beispiel, vielleicht hast du Glück am ersten Abend oder
vielleicht müsst du 15 Mal in diese Bar gehen, um überhaupt irgendetwas zu erleben
oder etwas zu erleben, was der Sache näher kommt oder vielleicht wirst du es auch nie erleben.
Genauso geht es dir, wenn du ein Joy-Profil hast und mit Menschen schreibst.
Da kannst du jahrelang schreiben und überhaupt nie irgendwas tun,
weil die Anbahnung immer das Gleiche ist. also es klappt oder es klappt nicht,
du kannst es aber auch wunderbar realisieren, indem du dich,
auf etwas einigst und am nächsten Wochenende oder am nächsten Tag findet irgendetwas statt.
Und dann kann es ein einmaliges Erlebnis sein oder es ist eben eine lange und intensive Begegnung.
Das, was der Roman hier schildert, ist ja eine Beziehung, die neben der Beziehung
sich entwickelt sozusagen, die also aus dem Spiel heraus intensiver wird und eine Begleitung wird.
Es gibt nicht wenige Paare, die hier einen festen Bull suchen,
die also einen Hausfreund in Anführungsstrichen für sich und ihr Leben haben wollen.
Und dann ist es etwas, was mit
einer ganz normalen Kennenlernphase zu beschreiben ist, würde ich sagen.
Und dann merkt man, das klappt oder das klappt nicht. Und vielleicht biegt man
auch wieder ab und sagt, das war jetzt dreimal ganz nett, aber ein viertes Mal
kann ich mir nicht vorstellen.
Oder man ist dann in dieser Konstellation jahrelang zusammen.
Also da gibt es, glaube ich, auch wieder alles.
Sebastian
Ich habe im WDSM-Kontext mal
eine Erfahrung gemacht, wenn man zu mehr als zwei Personen interagiert.
Da habe ich festgestellt, als Top ist meine wichtigste und größte Währung ungeteilte Aufmerksamkeit.
Und diese ungeteilte Aufmerksamkeit hat einen Nachteil, sie ist nämlich unteilbar.
Deshalb habe ich für mich festgestellt, alles was zwischen mehr als zwei Personen stattfindet,
überfordert mich tendenziell oder ich bin unzufrieden, weil meine Aufmerksamkeit
kann eben immer nur auf einer Person liegen. Ist das ein Problem?
Gilbert
Ja, total. Man muss sich schon bewusst machen, dass das, was da gerade vor einem
geschieht, eigentlich bedeutet, du hast meine ungeteilte Aufmerksamkeit,
weil ich tue das aus Liebe und ich tue das für uns und für dich und all diese Dinge.
Sebastian
Kommt so ein Gedanke, die guckt nicht mal rüber, seit zwei Minuten, scheiße.
Gilbert
Darauf will ich gerade hinaus. Dann musst du ertragen können,
dass wenn Lust im Spiel ist, sie sich natürlich auch abspielt und du damit nichts zu tun hast.
Möglich. Muss nicht so sein, kann so sein.
Ich habe eben gesagt, die eine hält die Hand und schaut in die Augen und die
andere steht eher darauf zu sagen, lass mich mal bloß in Ruhe,
ich will mich nicht in dem Moment um dich kümmern müssen, weil da geht es um
meine eigene Lust, die will ich hier erleben.
Das ist ein Thema, würde ich sagen. Ja, klar. Natürlich.
Aber da kann man schwer einen Rat zu geben oder da kann man schwer sagen,
das eine ist besser als das andere.
Das muss man dann auch wieder rausfinden. Aber das gehört zum Live-Erleben,
auch zu den Gefahren, vollkommen richtig, dass man auch bemerken muss,
wow, hier habe ich jetzt gerade so gar nichts mit zu tun, weil das ist einfach
nur ein lustvolles Ereignis, das sich entwickelt aus einem lustvollen Szenario.
Sebastian
Also notiere mir mal als möglichen Folgenuntertitel, lustvolle Ereignisse.
Mal gucken, ob das eine Idee ist, das versuche ich mal zwischendurch,
wenn ich mal so ein Satz aufschnappe, mir den zu packen.
Das Problem ist, wenn jemand diese Folge hört und hat da wenig Kenntnis oder
auch kein Erleben, die Person wird nach dem sie das bis hierher gehört hat,
immer noch ratlos sein. Da bin ich ziemlich sicher.
Das scheint aber so sein zu müssen.
Gilbert
Ja, ich finde das total richtig.
Sebastian
Toll. Ein Sadist ist er. Sehr gut.
Gilbert
Du hast nach meinen Erfahrungen als Top gefragt.
Sebastian
Zwei Stunden habt ihr noch ganz viel gelernt und ihr könnt nichts damit anfangen,
liebes Publikum. Das muss wohl so sein.
Gilbert
Ja, wir wollen hier ja doch nicht etwas gestalten im Sinne von,
kaufe dir jene Zutaten und dann kommt am Ende, wenn du sie auf diese Weise zusammenwirfst,
in deiner Schüssel jener Kuchen raus.
Sebastian
Der Schaum.
Gilbert
Ja, der Schaum, ganz genau. Sondern es ist einfach nur ein Plädoyer auch dafür,
dass alles daran okay ist.
Ihr müsst es selber machen. Ihr müsst es erleben.
Da kann euch keiner jetzt bei helfen.
Wenn es euch interessiert, ist es hochkomplex und total schwierig,
weil emotional sehr vielfältig. Aber...
Würde mir niemals anmaßen zu sagen, das ist der richtige Weg oder so sollte man das ausleben,
um auf der sicheren Seite zu sein, weil dafür gibt es zu viele unterschiedliche
Herangehensweisen und dafür sind Menschen auch einfach glücklicherweise zu verschieden.
Sebastian
Ich hätte gerne noch eine Abgrenzung. Und zwar kommt recht häufig vor in der
BDSM-Community, da tauchen auf dem Stammtisch neue Leute auf, die sagen ja,
ich habe einen Partner, eine Partnerin, die kann mit dem Kink nichts anfangen
und wir haben uns geeinigt, ich suche mir jetzt einen Spielpartner.
Es ist so ein bisschen die Frage also ich hab da also eine Person die nicht
mitspielt aber damit irgendwie Feind ist und die andere Person die jetzt quasi
auch eine neue Welt entdecken kann und darf und soll,
hat das, also auf dem Papier hat das was für mich mit Cook-Olding zu tun ah,
obwohl bei diesen Konstellationen ganz oft Sex ausgeschlossen ist,
ich wollte das nur mal hinwerfen als Abgrenzung Weil kann das einen Aspekt haben,
also in dem Moment, wo die Person, die zu Hause bleibt, Lust dabei empfindet,
dass der Partner lustvolle Dinge woanders erlebt?
Ist das vielleicht die Grenze? Also
muss der Kuckold oder muss die nicht involvierte Person Lust empfinden?
Ist das zwingend nötig? Das ist meine Frage.
Gilbert
Das weiß ich gar nicht. Ja.
Sebastian
Oder reicht es, wenn sie es erduldet?
Gilbert
Das ist in vielerlei Hinsicht zu diskutieren würde ich sagen also auch dann
wieder auf der einen Seite sehr individuell ich wäre nicht auf den Gedanken
gekommen, dass das auch schon Teil,
von Kackaholing sein kann vielleicht.
Sebastian
Nicht vom Begriff her, aber so vom Mindset her sehe ich doch eine gewisse Verwandtschaft
und viele Menschen haben zu Hause jemand sitzen, der das eben nicht teilt man
ist halt zusammen, man bleibt zusammen,
Sucht woanders etwas. Wenn du jetzt verstummst, ist das völlig okay,
aber der Aspekt muss da rein.
Gilbert
Ja, das sind getrennte Welten, würde ich sagen.
Sebastian
Okay, ich habe dich sprachlos gekriegt.
Gilbert
Ja, ich versuche darüber nachzudenken, wie man das da in diesen Kontext bringen kann.
Ich glaube, du beschreibst auch eine andere Situation. Das mag ja sein,
dass ein Paar Sexualität auf eine bestimmte Weise teilt und das jetzt gerade
ein Aspekt ist, den sie nicht miteinander leben.
Das würde ich sagen, gehört aber nicht ins Kackholing, weil dann eröffnen sie
sich maximal die Möglichkeit zu sagen,
okay, für mich ist das jetzt fein, wenn du deinen King, deinen Fetisch woanders erlebst.
Ob ich jetzt daran teilhabe oder nicht, ist jetzt erstmal gar nicht der Punkt
und der hat auch vielleicht gar nichts mit unserer Beziehung zu tun,
sondern das ist wieder Teil einer Liebesbeziehung, die sich Dinge ermöglicht
oder eben nicht. Also so würde ich das jetzt mal sagen.
Auf der anderen Seite ist es so, dass man natürlich auch sagen könnte,
ich will jetzt das nicht erleben.
Lebe dich mal aus, erzähl mir davon und daraus empfinde ich wieder Lust.
Also das wäre dann wieder ein anderer Aspekt, der nochmal eine Rolle spielen könnte.
Ich weiß nicht so recht.
Sebastian
Ja, also ich habe im Kopf so zwei Dinge. Das eine ist, ich möchte etwas anderes
erleben und das teilst du nicht.
Und das andere ist, ich möchte etwas erleben, was du wahrscheinlich teilst,
aber mein Kink ist, den Sex nicht mit dir zu haben.
Also ich laviere da so ein bisschen Ruhe.
Gilbert
Ja, das kann ich verstehen. Also mit mir hat das so nichts zu tun.
Deshalb laviere ich mit meiner Antwort rum, weil ich nicht weiß,
was du da genau vor Augen hast.
Also diese Art von Beziehung.
Sebastian
Ja, ich versuche so ein bisschen die Brücke zu bauen zu allen Menschen und da
gibt es ja viele von, die die BDSM nicht in der Beziehung, ich sag mal, zu Hause erleben.
Also das ist ja wirklich nicht selten und die Frage ist einfach,
ob das Gefühl, was die Person hat, die, ich sag mal, auf die Pirsch geht,
dieses boah, ich hab da jemanden und ich hab da jemanden und ob das ein ähnliches Mindset sein kann.
Aber ich glaube, wir vertagen das Thema mal, da muss ich auch selber drauf rumdenken,
das ist das Problem, dass ich in Gesprächen einfach auf Ich glaube.
Gilbert
Das hat mit dem Kernaspekt erstmal nicht so viel zu tun.
Da mag mich dann auch die Community, die uns jetzt zuhört, auch eines Besseren
belehren. Das ist möglich.
Also ich kann da nicht so richtig andocken an dem.
Sebastian
Wir haben das auch nicht vorher abgesprochen oder so. Das sind so die wilden
Gedanken, die mir in den Kopf kommen. Ich werde das mal als mögliches Thema im Auge behalten.
Ich glaube, Kockaulding wird es dadurch, dass...
Alle drei Lust an der Situation empfinden, auch wenn es weh tut.
Gilbert
Genau und vor allen Dingen würde ich auch sagen, dass sie es,
sie müssen es gar nicht live miteinander erleben, aber sie müssen das Erleben miteinander erleben.
Das heißt also, wenn jemand rausgeht und jemand anderen trifft, um Sex zu haben,
Dann kann das von mir aus auch heimlich sein. Also das ist dann auch Teil dieser
Beziehung, dass man es vielleicht nie erfährt oder dergleichen,
aber dann ist das immer in einem gemeinsamen Spiel.
Also es ist nicht ein, ich hole mir etwas woanders, sondern es ist ein, ich darf, du nicht.
Das legt man aus in den unterschiedlichsten Varianten, so nach dem Motto,
es geht dich gar nichts an, mit wem ich mich heute treffe.
Oder ja, ich war jetzt halt mal ein Wochenende weg, mach was draus, um es mal fies zu sagen.
Oder es ist vollkommen klar, dass dann die Partnerin oder der Partner immer
dabei ist oder dergleichen mehr oder es ist mal ein Teilaspekt von du bleibst
unten in der Bar, wir gehen hoch ins Hotelzimmer,
und ich komme einfach wieder runter und dann fahren wir nach Hause miteinander
oder du fährst jetzt nach Hause,
bringst ein Glas Milch, bleibst brav und ich mache dieses und jenes.
Also all diese Sachen sind immer irgendwie in der Konstellation miteinander.
Also das möchte ich dazu vielleicht ergänzen. Es ist nicht so,
jemand holt sich etwas woanders und das ist schon der Reiz, dass diese Freiheit
irgendwie implizit gegeben wird.
Das wäre eher ein Arrangement in einer Liebesbeziehung zu sagen,
ich erlaube dir zu sein, aber irgendwie ist das nicht meins, ich bin nicht dabei.
Sebastian
Also ich fasse zusammen, liebes Publikum, wenn ihr denkt, ihr kennt das schon
alles und habt das in anderer Form schon erlebt und ausprobiert, nein.
Liebes Publikum, es stellt sich heraus, dass wir noch viele,
viele, viele Stunden über Dinge reden könnten, über Literatur zum Beispiel.
Gilbert
Vollkommen richtig.
Sebastian
Das machen wir heute nicht.
Gilbert
Okay.
Sebastian
Wir müssen uns also wiedersehen.
Gilbert
Ja, jederzeit gerne.
War das eine Einladung?
Sebastian
Das ist eine Einladung, definitiv.
Gilbert
Nicht nur diese Kekse sind toll, das ist eine hervorragende Atmosphäre.
Sebastian
Echt? Es ist ein Büro, verdammt. Aber gut, wir schauen mal.
Gilbert
Ich wollte das doch nur deinen zukünftigen Gästinnen schmackhaft machen.
Sebastian
Es ist jetzt auch gemütlich, die Verwandtschaft, die im Haus ist,
das ist jetzt so ein Insider im Podcast, hat die offenbar die Heizung repariert,
jetzt wird es hier drin sogar warm.
Gilbert
Es ist super, wir können uns ganz normal ohne Jacken hier aufhalten.
Sebastian
Super.
Oh Gott, die werden sonst was denken. Im Sommer ist es zu heiß,
im Winter ist es zu kalt. Ja, liebes Publikum, wir haben hier ein echtes Dach.
Ich habe noch zwei Themen. Und zwar greife ich das von vorhin noch einmal auf.
Und zwar das Thema Feminisierung.
Da habe ich dich harsch unterbrochen, habe gesagt, das machen wir später.
Gilbert
Stimmt, genau. Das ist schon so lange her. Ich kann mich schon kaum noch erinnern.
Sebastian
Minuten ist das schon her.
Und du hast in der Folge was dazu gesagt und das fand ich spannend oder wenn
das Publikum das jetzt nicht hörte, die Feminisierungsfolge mit deinem Beitrag,
weil ich glaube du hast gesagt ich bin da nicht bedrohlich,
ich bin keine Bedrohung in diesem Kontext, ja genau über den wir heute reden
ich würde das Thema einfach gerne mal aufnehmen weil im Moment sehe ich da vor
mir das Gegenteil von Feminisierung sitzen, sondern ich sehe da wirklich,
Also formalisierte Männlichkeit vor mir. Wie ist das in dein Leben gekommen?
Was hast du damit zu schaffen? Warum überhaupt?
Und ist das demütigend oder ist das eher das Gegenteil? Weil das ist auch ein wichtiger Aspekt.
Gilbert
Ja, viele Fragen. Genau, also wir müssen ja nicht nochmal das wiederholen,
was in dieser Folge vorkam, aber du hast es ja schon so halb angesprochen.
In diesem Kontext habe ich gemeint, weil du es gerade gesagt hast,
das kann natürlich dann auch so etwas wie eine Uniform werden für den Kakao.
Also das ist eine Möglichkeit, so viel will ich jetzt mal beschreiben,
ohne da jetzt sofort persönlich zu werden, aber auch das entdeckt man nicht
so selten, dass dann Teilaspekte der Feminisierung in diesem Kontext eine Rolle spielen,
um klar zu machen, das ist jetzt so eine Art von Entmännlichung und damit will
ich jetzt gar nicht besonders auf Geschlechterstereotypen rumspielen,
Aber in dem Moment geht es um diesen Bull,
der ja eine dominante, aggressive Haltung im Zweifel einnimmt und da auch für
sich agieren soll mit der Partnerin und der Mann nimmt sich aus dem Spiel sozusagen,
indem er dann keine Bedrohung ist für dieses Alphatier und da kann Feminisierung eine Rolle spielen.
Das ist eine Möglichkeit Was ist es?
Sebastian
Also es ist ein ich schaffe Raum, ich mache Platz für etwas anderes, für jemand anderes Ja.
Gilbert
In dem Kontext kann das sein und wir haben das eben kurz in der Pause gehabt,
das ist natürlich auch ein wahnsinnig gefährliches Thema, das heißt jetzt nicht,
dass diese Erniedrigung so stattfinden soll oder,
könnte, dass man sagt, okay, im Zweifel heißt Erniedrigung, ich habe jetzt etwas
Weibliches an mir, sondern das ist wirklich nur dieser eine Kontext,
der bedeutet, dieses Alpha-Männchen fühlt sich nicht bedroht.
Also man spielt bewusst mit Klischees und Übertreibungen, um sie einzubauen in einen Kontext.
Und für manche ist es auch erotisierend und manche haben auch einen eigenen
Feminisierungskink, der da sich irgendwie mit reinmischt oder dergleichen mehr.
Ja, das gibt es offenkundig auch.
Sissification und so, diese Stichworte kennt man ja auch.
Sebastian
Lass mich diesen Aspekt noch einmal, ich mag es nochmal ganz deutlich sagen.
Es gibt diesen, das habe ich auch gelernt in dieser Folge damals,
es gibt diesen Aspekt, ja ich lasse mich erniedrigen, sogar so schlimm,
dass ich sogar aussehen könnte wie eine Frau.
Davon ist natürlich die Abgrenzung. Ja, ganz wichtig.
Gilbert
Ich finde es auch unglaublich wichtig, wenn in dieser Folge ein Beitrag stattfinden
konnte, der darauf hin zielt und hindeutet.
Das ist natürlich nie gemeint, also zumindest tun wir das hier nicht.
Sebastian
Du hast es halt im Buch so schön erwähnt, Gilbert kriegt die Strümpfe.
Gilbert
Ja, genau. Und es hat auch natürlich dann wieder einen persönlichen Aspekt.
Das kann ja auch etwas sehr Sinnliches sein.
Also wenn man in den Beitrag, in dieser Folge hineinhört,
dann merkt man ja, dass da auch wieder ganz viele Möglichkeiten sind,
das für sich auszuleben.
Also es hat auch etwas damit zu tun, in diesem konkreten Fall,
dass das auch ein wahnsinnig schönes Gefühl sein kann.
Also Halterlose zu tragen und sich damit beobachten,
gewissermaßen einer bestimmten Rolle bewusst zu werden.
Für mich ist es hier so gemeint, der devote Part entdeckt etwas,
was unfassbar anziehend ist und er sonst in diesem Kontext so nicht erlebt, nämlich Begierde.
Jemand ist scharf auf einen und das auszulösen eben auch durch weibliche Attribute,
durch die Möglichkeiten, die der eigene Körper sozusagen bereitstellt.
Also seien es hier schöne Beine, die jetzt mal jenseits des Geschlechts anziehend
wirken in schönen Halterlosen.
Also egal, wer ich jetzt bin, ob meine Beine jetzt weiblich oder männlich sind,
aber sie sehen fantastisch aus, wenn sie in eine Halterdose gesteckt werden.
Sebastian
Bilder in den Shownotes? Wahrscheinlich nicht.
Gilbert
Bilder in den Shownotes?
Sebastian
Okay. Also wenn du da möchtest, schick, schick. Schick, schick, ja.
Gilbert
Schaut euch einfach irgendwie, es gibt ja ein Gastprofil und da könnt ihr dann,
ihr kommt schon irgendwo hin, wo ihr das möglicherweise für euch weiter entdecken könnt.
Mehr will ich gar nicht dazu sagen. Aber es ist dieser Aspekt,
männliche Erregung herbeizuführen, die ja in diesem Falle und im besten Falle sehr sichtbar ist.
Sebastian
Dem Bull schöne Augen machen und von der Frau ablenken.
Gilbert
Ja, das kann ein ganz anderer Aspekt sein. Also wir streifen schon wieder ganz
andere Themen, die da auch eine Rolle spielen können.
Aber das kann ein Teil des devoten Reizes sein, dass man selber das Flittchen
ist oder selber begehrt wird.
In dem Kontext kann es natürlich auch hinzugefügt werden und man kann damit spielen sozusagen.
Du darfst hier nicht mitmachen, aber gleichzeitig bist du auch ein Objekt der Begierde.
Und so tut sich schon wieder die nächste Welt auf, die nicht zwingend zum Thema
gehört, aber die auch ein ganz raffinierter, schöner, kleiner Teil sein kann,
wenn man sich gewissen Aspekten öffnen mag.
Sebastian
Ja, also ich sehe das so als Beithema. Einmal ist es so diese Komponente,
ja, erniedrigend, aber eben auf der anderen Seite eben auch dieses,
nein, hier ist nochmal ein weiteres Spielfeld und das kann man zum Glück kombinieren.
Das kann man, und man kann es vor allem mitnehmen, also gerade die Strümpfe,
die gehen natürlich unter jeder Jeans.
Gilbert
Die gehen unter jeder Jeans, das ist immer möglich, genau, also man kann damit
auch ein zartes Öffentlichkeitsspiel hineinfügen, sozusagen.
Wenn man das mag und du hast es eben angesprochen, also diese klassische Männlichkeit,
die ich von mir aus ausstrahlen mag,
für mich ist das so ein Aspekt, es ist wie so eine Art von Uniform,
die ich anziehe, um in meine Rolle zu schlüpfen.
Das ist gar nicht fetischisiert oder so, das ist auch nicht ein bestimmter Damenwäsche-Kink,
sondern es ist wie sich fertig machen für eine Situation oder hineintauchen in eine Rolle.
Also man wird wahrscheinlich mit sehr vielen Menschen, die mit Latex Spaß haben
oder dergleichen, wird man etwas ähnliches entdecken können,
dass sie sich vorbereiten, dass sie das Material mögen und dergleichen mehr.
Ja, aber hier würde ich auch sagen, es dann anzuhaben, also sich anzuhalten.
In diese Rolle zu begeben. Das kann ein Teil dessen sein, so viel würde ich sagen.
Sebastian
Es ist auch eine Message.
Gilbert
Es ist auch eine Message, in der Tat, genau. Es ist auch ein ich bin das hier,
und das ist auch ziemlich gut so.
Sebastian
Jetzt leite ich ein bisschen über. Wir haben uns ja ein Zeitlimit jetzt.
Gilbert
Wir können auch weiterplaudern.
Sebastian
Das ist auch vollkommen in Ordnung.
Gilbert
Wenn dir noch was auf der Seele liegt.
Sebastian
Ich versuche hier so ganz sanft in Richtung Outing zu kommen.
Die Hotelbar ist ja der nicht kinky Ort, der funktioniert aber der Aspekt,
den kannst du dahin wahrscheinlich nicht mitnehmen,
Das Flittchen kommt nicht mit in die Hotelbar.
Gilbert
Doch, warum nicht?
Sebastian
Sichtbar?
Gilbert
Ja, drunter, versteckt, aber nicht offen.
Trag ein Halsband, das du sichtbar machst, dann kannst du das offen tun.
Sebastian
Der Mirock.
Gilbert
Ja, auch das wäre möglich sozusagen, aber ich glaube, da sind wir wieder in
einem sehr strengen gesellschaftlichen Kontext. Also es wäre dann schon wieder
etwas, wo man darüber reden müsste, ob man das so wollte.
Also das bringt nochmal wieder ganz andere Aspekte mit ins Spiel,
ob man sozusagen dann eine komplette Rolle anders einnehmen möchte.
Hier sind es versteckte Symbole und da sind die Halterlosen nichts anderes als
das Halsband oder ein Armband, das man trägt oder dergleichen mehr oder das
eigene Gefühl irgendwie,
was man am Körper trägt, das kann für die eine oder den anderen dann auch ein
Piercing sein oder sonst irgendwas in der Richtung.
Sebastian
Für dich ist das wirklich ein Aspekt des Vorbereitens, des Tragens,
des Fühlens, des sich selbst auch attraktiv finden oder attraktiv sein.
Gilbert
Auch das und in der Rolle sein, genau.
Sebastian
Und wie weit geht das? Also sind das nur die Strümpfe?
Gilbert
Ja, in meinem Fall ist das so. Also tatsächlich, aber das hat mit mir persönlich zu tun.
Sebastian
Das hat alles mit dir persönlich zu tun?
Gilbert
Nee, das hat hart mit mir insofern zu tun, dass ich sage, das meinte ich eben
mit Darmwäsche, Fetisch oder dergleichen, das ist es nicht.
Und man muss sich damit wohlfühlen. Also ich käme mir verkleidet vor,
wenn das weiter ginge sozusagen.
Das kann man in bestimmten kleinen Teilen schon mal ein bisschen auf die Spitze
treiben, aber ich würde nie im Kostüm oder diese Art von Sissification,
dass man dann in komplett rosa rumläuft und Dienstmädchen abgibt oder dergleichen, verkleidet.
Würde möglicherweise nicht ganz so gut passen.
Sebastian
Ist weiblich fühlen der Aspekt oder ist es tatsächlich der Fetisch,
der Kink für Strümpfe auf dem Bein?
Gilbert
Es ist irgendwo auch wieder im Nebel dazwischen.
Vielleicht ist es eine Art von weiblicher Seite sozusagen, die dann das reinempfinden
in das, was ich eben meinte.
Lust auf so unmittelbare Weise und sichtbar zu erzeugen sozusagen.
Das funktioniert mit diesen Mitteln und macht dich dann vielleicht weiblicher
in dem Moment sozusagen.
Sebastian
Vielleicht nicht weiblicher, begehrenswerter ist der bessere Begriff für dich.
Gilbert
Ja, du benutzt sozusagen Attribute der Weiblichkeit.
Und das andere ist die.
Sebastian
Ja, ich merke, ich mache den Fehler schon wieder, dass ich Gilbert und Jill quasi vermische.
Das ist wieder mein Fehler, schon wieder, es tut mir total leid.
Gilbert
Nee, ist kein Problem, also ich versuche da hineinzufühlen. Lest das Buch, es ist fürchterlich.
Sebastian
Diese Falle ist so oft gestellt.
Ist das ein Aspekt, der ist gleichzeitig mitgekommen oder ist das ein separater
Aspekt, wo sich herausgestellt hat, ach das passt ja zusammen.
Gilbert
Ja, das ist ein separater Aspekt, in der Tat, genau.
Also das eine fügt sich mit dem anderen in meinem Fall, würde ich sagen.
Sebastian
Ich strebe bei Kink immer so nach dem Vollständigen.
Es ist unerreicht bis heute, wo man sagt, wenn ich das, was ich mag und das,
was ich mag und das, was ich mag, wenn ich das einmal zusammenkriegen würde.
Das ist in meinem Fall unmöglich. Also ich kriege, die Physik schreibt vor, dass das nicht geht.
Ich habe halt nur zwei Arme als Beispiel. Aber wo man doch nach so einer gewissen
Perfektion strebt in dem Selbstbild, in dem was passiert, in der Vorstellung, in der Fantasie.
Ich glaube das Buch beschreibt ein recht perfektes Szenario, wo alles stimmt.
Gilbert
Es ist einigermaßen idealtypisch, so will ich das mal sagen.
Also es hat natürlich, wie das für so einen Roman sich gehört,
ein Anfang und ein Ende und es hört dann irgendwann auf und dann muss das Szenario
auch irgendwie das Gefühl geben,
hier könnte was geschlossen sein, wobei das natürlich nicht sein muss.
Also man kann das alles weiterdenken und man kann sagen, oh mein Gott, wie geht denn das aus?
Das ist auch alles zulässig und da kann man sich 200 Varianten ausdenken,
ob das jetzt eine gute Sache war oder eine schlechte.
Aber es hat erstmal einen Rahmen, da gebe ich dir vollkommen recht.
Und der wirkt hier für diesen Roman geschlossen, so ist das Leben nicht. Das stimmt.
Sebastian
Ja, was mich so ein bisschen interessiert ist, du hast ja wahrscheinlich mehr
gefunden, als du jemals gesucht hast.
Gilbert
Ja.
Sebastian
Jetzt ist die Frage, wo treibt es dich hin? Wo sagst du, das möchte ich erleben oder das suche ich noch?
Oder diese Verfeinerung, diese Kombination ist interessant.
Also wofür brennst du im Moment?
Gilbert
In der Tat auch fürs Unbekannte.
Also ich bin gar nicht so festgelegt, dass ich sage, ich muss diese Perfektion erleben.
Ich finde es schon ein wahnsinnig erstrebenswertes Ziel, sich überhaupt auf
die Reise zu begeben. Ich habe eben von Möglichkeiten gesprochen,
das ist ein Grundbegriff eigentlich meines Lebens.
Das ist so ein bisschen angelehnt, man merkt es vielleicht hier auch in der Sprache.
Max Frisch hat sich sehr stark damit beschäftigt und im übertragenen Sinn,
ich vereinfache das jetzt mal ganz stark, heißt es,
erzähl mir die Biografie eines Menschen und daneben erzählst du mir 77 Geschichten
über den gleichen Menschen.
Und die Biografie wird ja eigentlich viel weniger sagen, als diese 77 Geschichten,
die nur in der Peripherie seiner Lebenswirklichkeit stattfinden,
aber alle Möglichkeiten seines Seins irgendwie einschließen.
Also dieses ich stelle mir vor, es könnte so sein oder es könnte auch anders sein,
führt einen dann letzten Endes auch ins Erleben und das bringt dazu,
dass man an der einen oder anderen Stelle vielleicht gar nicht mehr so nach
Perfektion strebt, sondern für sich zulässt, dass es schon fast ideal ist.
Wenn man sich einlässt, wenn man überhaupt auf dieser Reise unterwegs ist.
Das ist für mich das Erstrebenswerte. Und das klingt alles immer so wahnsinnig
unkonkret, aber ich scheue mich davor zu sagen, okay, jetzt habe ich das erlebt
und als nächstes setze ich mir dieses Ziel.
Das kann ich mit meinem Hobby kochen machen oder was es auch sei.
Da kann ich noch sagen, ich will diese oder jene Stufe erreichen.
Aber selbst dann, wenn man das 20 Jahre durch hat, wenn man alle möglichen Materialien
auf dem Herd hatte, wenn man alle Aromen geschmeckt hat,
merkt man, dass man am Ende einfach auch nur genießt, sich auf diese Reduktion
einzulassen, weniger Zutaten zu nehmen,
es aus dem Bauch heraus zu tun und gar nicht mehr an bestimmte Ereignisse zu
klemmen, sondern einfach nur in dieser Welt zu sein, weil das ein Genuss ist.
Ich glaube, genauso erlebst du ja auch diesen Podcast, weil du einfach unglaublich
gerne dich in dieser Welt bewegst und der eine dir diese Geschichte über etwas
erzählt und der nächste dir eine andere Geschichte über das gleiche erzählt und es sind zwei Welten.
Sebastian
Das Publikum, das habe ich noch nie erlebt, dass jemand so das Pausenzwischengespräch
so geschickt hier einflechtet. Das ist beeindruckend.
Ich fasse mal zusammen. Du bist irgendwo angekommen und zwar auf der Reise und
das ist gut so und du willst nicht verraten, was jetzt in den nächsten Wochen
und Monaten so das nächste Highlight ist, auf das du dich freust.
Gilbert
So hast du es hervorragend zusammengefasst.
Sebastian
Gefragt habe ich immerhin. Ich
habe noch ein letztes Thema und das erklärt auch, warum du nicht ganz so,
präzise bist in den Auskünften über dich und warum du viele offen enden lässt
und auch mal ein bisschen vage bist und nicht ja,
so ein bisschen Rätsel aufgibst und warum du auch manchmal ein paar Haken schlägst,
egal wie präzise ich versuche, etwas aus dir rauszubekommen,
und deshalb bietet sich das Thema heute einfach an.
Nicht lang, aber wir müssen mal über das Thema Outing reden.
Es ist dir nicht gegeben, offen zu leben, was du tust.
Gilbert
Das ist so, ja.
Sebastian
Wie schlimm ist es?
Gilbert
Nicht wirklich schlimm. Also für mich ist es...
Ein Weg. Ich habe schon mit diesem Roman die Haustür geöffnet.
Es ist ja einigermaßen gut zu machen, sich ein Pseudonym zu geben und sich hinter
zwei, drei Verschachtelungen der Welt zu zeigen.
Aber das ist für mich kein intensiv persönliches Outing, sondern es geht ja,
glaube ich, eher darum zu sagen,
wie lebt man seinen Kink, seinen Fetisch oder wie lebt man BDSM aus?
Kann es Teil des gesellschaftlichen Miteinanders sein oder sollte es das sein?
Und die Frage muss man auf mehrere Weisen vielleicht beantworten.
Also es ist für mich überhaupt kein Problem, identifiziert zu werden als das,
was ich bin und über das, was ich hier rede, wenn es denn auch in einen privaten Kontext geht.
Ich befinde mich in einer Situation, in der ich mich natürlich gesellschaftlich
auch einigermaßen exponiert aufhalte und da im Zweifel, das geht mir nicht exklusiv so.
Also der eine oder die andere, die in irgendeinem Podcast oder in irgendeinem
Privatgespräch von ihrer Lust oder von ihrer Sexualität redet,
will das nicht unbedingt im Kollegengespräch wiederfinden.
Und das ist auch völlig okay und legitim und da gehört es auch gar nicht hin.
Aber in meiner Situation ist es dann der andere Weg, dass ich schon hier auch
das unglaublich voneinander trennen möchte,
weil dieses eine Leben ein klassisches gesellschaftliches Leben ist, das.
Indem Kink oder BDSM eine Überforderung
einzelner Menschen sein würde und auch der Situation an sich.
Ich habe eine Führungsrolle, in der ich keine Vermengung haben möchte.
Also das eine hat mit dem anderen auch null zu tun.
Das ist ganz wichtig und es ist auch, im Grunde genommen ist es uninteressant.
Also so wie es auch wirklich meine Aufgabe ist, dass jemand vor mir sitzt und
eine berufliche Aufgabe erledigt und es vollkommen ungesehen der privaten,
persönlichen Präferenzen stattfindet, sondern wir uns in einem Rahmen befinden,
so muss auch niemand auf mich schauen, was ich denn so tue.
Jenseits unseres Rahmens, in dem wir uns gerade befinden.
Sebastian
Du dich denn? Weil du passt ja schon sehr genau auf, dass du die Welten trennst.
Und es gibt Menschen hier im Podcast, die das genauso machen wie du.
Da habe ich ein bisschen mehr Hintergrundwissen von den Leuten,
als ich manchmal haben möchte.
Und manchmal gibt es aber auch Menschen, die gesagt haben, nee,
ich ändere jetzt meine Lebensumstände so, dass ich drauf pfeifen kann.
Gilbert
Das finde ich toll. Ich finde das großartig und ich finde das auch absolut begrüßenswert.
Ich habe das nur für mich anders entschieden.
Weil ich glaube, dass der Kontext, in dem ich mich bewege.
Hier nicht passt. Das passt einfach nicht zueinander aus unterschiedlichen Gründen,
auch aus Gründen, die ich eigentlich ablehne, muss man auch dazu sagen.
Wir haben hier eine konservative Ethik, die hier eine Rolle spielt.
Wir haben Normen, die schwierig sein könnten und im Grunde genommen ist der
ärgerliche Aspekt, den du auch zu Recht ansprichst, eigentlich müsste es uns
allen egal sein. Eigentlich müssten wir alle ganz offen darüber reden können.
Dann müssen wir uns aber auch wiederum fragen, ab wann spielt es eine Rolle, ab wann ist es zu viel.
Schon der Aspekt, dass ich, und das kommt jetzt relativ spät im Gespräch,
sehr lange und sehr glücklich verheiratet bin und eine weitere Beziehung führe, ist etwas,
das ein großes Problem darstellen könnte im Kontext meiner gesellschaftlichen Situation.
Auf den Aspekt habe ich längst gefiffen, weil ich in der Tat immer gesagt habe,
hey, das geschieht alles offen, das ist nicht heimlich und es geht euch nichts an.
Aber so viel können Menschen gerade noch ertragen, aber auch nicht.
Diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Es ist schon der eine Aspekt zu viel,
dass da ein Lebensmodell stattfindet, das ein anderes ist. Und dann…,
muss ich sagen, muss ich die zweite Stufe nicht auch noch geben,
weil sie hier nicht hingehört.
Sebastian
Ich versuche mal so ein bisschen Partei für Leute zu ergreifen,
die diese King-Community beleben mit Engagement.
Das rücke ich immer auch etwas mehr in den Vordergrund, als es eigentlich auch
diesem Podcast dienlich ist, weil ich sage, das ist toll, dass ihr das macht,
das ist super, das ist vorbildhaft, das mag ich auch einfach.
Ich mag, dass das gesehen wird, wenn eine Person sich in irgendeiner Art und Weise engagiert.
Und jetzt ist so, das mag ich als letzten Aspekt dann nochmal reinwerfen.
In deiner gesellschaftlichen Führungsrolle hättest du doch eigentlich Möglichkeit
und Einfluss genug, um dazu beizutragen, dass diese Offenheit,
die man sich ja theoretisch wünschen könnte, dass die mehr Raum bekommt.
Gilbert
Kann ich total verstehen. Das ist so ein bisschen dieser Rosa von Braunheim
Aspekt. Der jetzt gerade verstorbene.
Wunderbare Regisseur, der dann irgendwann mal in den 90er Jahren prominente
Zwangs geoutet hat, weil er sagt, Leute, ich finde, ihr müsst dazu stehen und
auch einer Community zur Geltung verhelfen.
Und da kann man sich sehr stark drüber streiten.
Das ist genau der Punkt, auf den ich jetzt hinaus will.
Klar, ich könnte dafür sorgen, dass das eine bestimmte Akzeptanz erhält und
ich finde aber, das ist hier auch meine reine private Entscheidung,
wie die Entscheidung, mich zu outen.
Meine private Entscheidung ist zu sagen, Leute, ich gebe euch total viel.
Ich rede in einem Podcast, jetzt bald irgendwann drei Stunden, über dieses Thema.
Ich habe ein Buch geschrieben, da steht alles drin.
Die Lust wird transparent. Das gesellschaftliche Tabu wird gebrochen.
Wir reflektieren das. Wir sprechen von allen Seiten über dieses Thema.
Was jetzt dieser Tuppes privat macht, ist doch vollkommen egal.
Deshalb eiere ich auch so ein bisschen rum.
Das spielt keine Rolle mehr. Also wenn ihr das möchtet, steht zu allem,
das ist ganz wichtig, dass wir uns begegnen und dass wir auch Möglichkeiten
und Räume schaffen, wo das offen eine Rolle spielen kann.
Aber man muss sich dann auch fragen, ob das tatsächlich am Mittagstisch in deiner
Firma stattfinden muss.
Sebastian
Da sowieso nicht.
Gilbert
So, da sowieso nicht. Aber wie weit geht das dann?
Wo findet man den Raum, dass man mit seiner Kollegin oder mit seinem Kollegen
oder mit seinem Vorgesetzten über sowas spricht?
Also wo hat man da die Andockungsmöglichkeiten? Läuft man dann in Halterlosen
rum oder hat andere Merkmale?
Das berühmte Halsband oder so, das kann ja ein Modeaccessoire sein etc.
Das ist ja auch wunderbar.
Aber trefft diese Entscheidung für euch ganz privat bitte und überlegt,
ob da jemand sitzt, der damit nicht umgehen kann.
Und das muss nicht schlimm sein, da kann man aufklären, das ist auch total wichtig,
dass man das dann tut, aber gehört es vielleicht in diesen Kontext?
Sebastian
Ja gut, das kann man auch ein bisschen ketzerisch sehen. Also ich habe durchaus
mitbekommen, dass in Firmen sogar vom Vorstand Karten geschrieben werden mit
Glückwünschen, weil Menschen mitteilen, dass sie erfolgreich Sex hatten.
Also Glückwunsch zur Geburt und sowas.
Ich glaube, wir müssen dieses ganze Thema Gesellschaft, was kann man,
wenn du Bock drauf hast, dann müssen wir uns da nochmal zusammensetzen.
Gilbert
Ja, man muss sich dem widmen und das ist kein Randaspekt und so wie man jetzt
drüber redet, also wenn man das alles so irgendwie verdichten und zusammenfassen wollte,
kann man an ganz vielen Stellen jetzt daran pieksen und sagen,
hey, was ist denn das, warum tust du das so oder das geht ja nicht weit genug
oder das ist Blödsinn, was du erzählst und das finde ich auch alles zulässig und legitim.
Aber ich glaube, der Kernaspekt oder die Grundentscheidung, die hier eine Rolle
spielt, ist, das ist eine private Entscheidung.
Ich habe das in vielen Podcasts auch schon gehört bei dir. Wie viel will man
im Alltag anderen zumuten? Das gehört auch noch so ein bisschen dazu.
Gehört das manchmal da rein oder nicht?
Das ist auch nichts anderes, als wenn jemand in Pantoffeln über die Straße läuft.
Das muss man vielleicht auch nicht machen, kann man aber machen und so weiter
und so fort. Also man muss nicht in jeder Situation darauf hinleiten.
Das ist sehr zugespitzt alles, aber darum geht es ja. Wir können in dieser kurzen
Zeit nur eine Näherung finden.
Sebastian
Ich wollte dich ja eigentlich nur loben und sagen, Mensch, du hast dein Herz
gefasst, du hast das aufgeschrieben und öffentlich zugänglich gemacht und sogar
eine Persona dafür kreiert, erfunden und danach nachträgliche Recherche begangen.
Da ist eine Menge passiert.
Gilbert
Und das finde ich großartig.
Sebastian
Auch heute hier zu sein und zu sagen, ich gebe dem Thema jetzt Raum,
Platz, Statement und Persönlichkeit.
Finde ich total großartig. Und bevor wir hier jetzt zum Ende kommen,
zwei kleine Rituale haben wir noch, müssen wir doch nochmal über meinen Wunsch reden.
Also Teil 2 hätte ich gerne über Marie.
Gilbert
Ach, guck, Teil 2. Es gibt keinen Teil 2.
Natürlich habe ich schon den Teil 2 angefangen und den wieder in den Papierkorb
geworfen. Weil im Grunde genommen ist dieser Roman fertig.
Sebastian
Aber Marino ist noch nicht fertig.
Gilbert
Es sind so viele noch nicht fertig.
Sebastian
Bitte schreiben. Bitte schreiben. Danke.
Gilbert
Ich sitze gerade an einer Novelle. Die hat aber jetzt erstmal mit diesen Figuren gar nichts zu tun.
Die habe ich vor Weihnachten nicht fertig gekriegt. Das ist natürlich eine Katastrophe.
Wenn man darüber nachdenkt, dass es eigentlich nur ein Weihnachtsgeschäft für Otto Ohren gibt.
Aber dann muss es halt zum Valentinstag rauskommen.
Sebastian
Im Zweifel. Wir verlinken alles, was du möchtest, in den Shownotes.
Gilbert
Das kommt noch. Also das ist noch gar nicht fertig. Ich brauche die letzten
Szenen. Ich arbeite wie immer. Ich schreibe Szene für Szene und ich habe noch
keine Ahnung, wie es ausgeht.
Sebastian
Ja, aber ich glaube, das ist dann auch schön, wenn man dann sich selber überraschen kann.
Gilbert
Ja, ganz genau.
Sebastian
Ich hätte, würde jetzt, ach, ich habe noch zwei Seiten Themen, ehrlicherweise.
Ich werde die heute in Anbetracht der Uhrzeit aber jetzt fallen lassen,
denn du musst heute noch weit, weit Auto fahren.
Gilbert
So ist es.
Sebastian
Ich habe noch ein paar Shorts für dich.
Gilbert
Shorts?
Sebastian
Shorts, das sind, ich habe ein paar Begriffe mir so im Gespräch nebenbei aufgeschrieben,
es sind gar nicht viele, 1, 2, 3, 4, 5, 6 sind es gerade mal.
Und dazu hätte ich gern kurze Statements.
Also ein, zwei, drei Sätze, vielleicht ausnahmsweise mehr, aber eigentlich wirklich
nur kurz, was dir so dazu einfällt.
Gilbert
Gerne.
Sebastian
Und ich werfe dir einfach mal was hin. Kuckold Literatur außer deiner.
Gilbert
Kenne ich keine.
Sebastian
Da hat der Mann ja die Marktforschung fast erfunden.
Gilbert
Gibt es sicherlich. Also ganz sicher.
Sebastian
Ich habe ja von Literatur, nicht von Geschichten gesprochen.
Gilbert
Von Literat.
Das darf ich mir gar nicht anmaßen, so darüber zu reden.
Ich weiß es nicht, um ehrlich zu sein. Das habe ich nicht recherchiert.
Also ich weiß oder was man entdecken kann, wenn man so ein bisschen bei Amazon
reinschaut und so weiter in diese ganzen Kindle Unlimited Programme gibt es
unglaublich viele Geschichten tatsächlich dazu.
Und wie weit die tragfähig sind oder Literatur sind, kann ich gar nicht beurteilen.
Das möchte ich auch gar nicht. Das steht mir überhaupt nicht zu.
Ich wüsste jetzt auch aus der Literatur heraus nicht explizit,
da fällt sicher deiner Community unglaublich viel ein.
Sebastian
Liebes Publikum, schreibt unter die Folge in die Kommentare alles,
von dem ihr glaubt, dass es mehr als nur eine Gewichtsfantasie-Geschichte ist
und vielleicht sogar etwas, was bekannt ist, wo man das Bild vielleicht noch
gar nicht wahrgenommen hat.
Gilbert
Effi Bries, Theodor von Tane, ist nicht wirklich ein klassischer Kackold-Roman,
aber es geht um eine Dreiecksbeziehung.
Wenn wir darüber reden wollen, finden wir in der Literatur wahrscheinlich sehr
viele Beispiele auch von verschiedenen,
auch manchmal unerfüllten Lieben oder Konkurrenzsituationen,
so will ich das mal beschreiben, die diese Aspekte des Kackholdings möglicherweise
zuließen, die gar nicht explizit dieses Thema haben.
Aber da bin ich nicht tief genug im Thema, ob es dazu Literatur gibt,
die jetzt nicht von Gilbert Bach kommt.
Sebastian
Ich mache einfach mal weiter. Das sind ja die Shorts. Ausrüstung.
Gilbert
Ausrüstung.
Das klingt sehr nach Sport.
Sebastian
Ich weiß nicht wirklich, was du damit weißt.
Ausrüstung, Staff, große Reisetaschen, die man mit sich rumschleppt,
Dinge, die immer dabei sein sollten, damit man aktiv sein kann, Spielzeug.
Gilbert
Spielkoffer und solche Dinge.
Sebastian
Ich habe also Ausrüstung mal als griffiges Wort gefunden dafür.
Gilbert
Ausrüstung, ja, ich weiß, das ist auch.
Sebastian
Was ist immer im Kofferraum zum Beispiel? Kann ja sein, dass immer eine Notausrüstung da ist.
Gilbert
Im Kofferraum ist natürlich nur eine große Decke, die nicht dazu gedacht ist.
Dass man auf irgendeinem Feld kopuliert, sondern die nur dazu da ist.
Wenn man mal in einer Vollsperrung steht, einem sozusagen...
Sebastian
Gibt es irgendwie Stuff, der essentiell ist für dich, außer den Strümpfen?
Gilbert
Das wäre schon alles. Ansonsten reicht mir als Ausrüstung mein Gehirn.
Sebastian
Würdest du das Buch deinem 25-jährigen Ich empfehlen?
Gilbert
Sehr. Ja, absolut. Ich wünschte Mein 25-jähriges Ich hätte dieses Buch gelesen.
Ich hätte viel mehr erfahren über die Welt an einem Zeitpunkt,
der sicherlich wertvoll gewesen wäre.
Sebastian
Ist das nicht alles einfach poly mit sehr gut definierten Kompetenzen?
Gilbert
Möglich, aber dann wären wir ja wieder bei der Etikettisierung,
die wir eigentlich vermeiden wollen.
Sebastian
Mitleid und Mitgefühl.
Gilbert
Holy fuck, Mitleid und Mitgefühl.
Mitleid ist eine ganz schwierige Kategorie, finde ich, auf der emotionalen Ebene,
weil sie sich erhebt. Also weil es immer eine, oder man erhebt sich automatisch, indem man mitleidet.
Wenn wir das jetzt etymologisch betrachten wollten, ist das Mitleiden ein sehr
empathischer Akt, aber hier ist immer gemeint, ich habe Mitleid mit dir,
armer Kerl, armes Mädchen, das finde ich sehr schwierig. Mit Gefühl ist sich
hineinfühlen in etwas und damit an der Welt des anderen teilhaben.
Das finde ich zum Beispiel ein sehr großartiges Thema.
Konzept.
Sebastian
Ja, nur um es einmal gesagt zu haben, mit scharfer Zunge, wenn der Kackholt
Mitleid und Mitgefühl mit seiner Top hat, weil sie einfach gerade unglaublich schlechten Sex hat.
Gilbert
Oh Gott. Oh, das ja, ja.
Sebastian
Das hatte ich jetzt, als du es geredet hast, da habe ich dieses Szenario im
Kopf gehabt, dachte mir, ach du Scheiße, das ist dann auch fies.
Gilbert
Das ist dann insgesamt sehr fies, da ist dann vieles auf einmal schief gegangen, würde ich sagen.
Sebastian
Aber kann wohl passieren.
Gilbert
Ja natürlich, aber das ist auch völlig okay. Im Idealfall, um ehrlich zu sein,
kommen alle mit einem freundlichen Lächeln aus dieser Geschichte raus und sagen,
alles klar, weiter geht's, so ist das Leben.
Wir haben alle irgendwann mal schlechten Sex und oft sehen wir es selber schuld.
Sebastian
Ich muss jetzt nochmal gucken, dass ich mit einem letzten Punkt hier,
den ich habe, die FSK-Entstufung dieser Podcast-Folge von 18 auf 16 runterkriege.
Gilbert
Au.
Sebastian
Das funktioniert ganz gut, indem man immer über Gefahren und solche Dinge redet.
Gesundheit und Prävention.
Gilbert
Ja, total wichtig. Immer. Ganz zentrale Elemente der Sexualität.
Das gehört 100% zum Konsens hinzu.
Also macht bitte nichts, was gefährlich ist.
Sebastian
Gerade Sex wäre es am gefährlichsten.
Gilbert
In der Tat, genau. Deshalb spontane Erlebnisse, schützt euch.
Sebastian
Sehr gut, damit sind wir jetzt bei mindestens FSK 16, wenn nicht gerade drunter. Sehr gut.
Das gehört irgendwie, es muss immer erwähnt werden. Wenn so geil alles möglich
sein mag und so toll die Gelegenheiten sind, so ein Mindestmaß an Selbstschutz
muss einfach sein in jeder Situation.
Gilbert
Das ist das Wichtigste überhaupt.
Sebastian
Okay, so das Letzte. Du hast ja gesagt, du hast schon viele Folgen gehört,
aber offenbar nicht alle.
Gilbert
Nee.
Sebastian
Ich habe bei einem anderen Podcast das mal gehört, das machen ja zwischen viele
Podcasts, habe ich mitgekriegt. Das A- oder B-Spiel haben wir hier.
Gilbert
A- oder B-Spiel. Ich muss mich für das eine oder das andere entscheiden.
Sebastian
Genau, ich sag also was weiß ich, Fisch oder Fleisch und dann sagst du das,
was dir spontan in den Kopf kommt, was weiß ich, ne, du suchst einfach was aus
und wie gesagt, gar nicht groß drüber nachdenken.
Ich hab hier auch relativ wenige Wortpaare für dich, weil ich aus denen nicht
so 100% schlau geworden bin, manche sind möglicherweise auch nicht ganz passend,
aber wir probieren das einfach mal, es geht auch ganz schnell. Ja, bist du bereit?
Gilbert
Ich bin vollständig bereit.
Sebastian
Wunderbar. Eule oder Lerche?
Gilbert
Ha.
Sebastian
Fängt schon gut an.
Gilbert
Eule.
Sebastian
Konsens oder Risiko?
Gilbert
Konsens.
Sebastian
Erst fragen oder danach um Verzeihung bitten?
Gilbert
Danach um Verzeihung bitten.
Sebastian
DS oder Impact?
Gilbert
DS.
Sebastian
Wolf oder Lamm?
Gilbert
Wolf.
Sebastian
Küssen oder Kuscheln?
Gilbert
Das ist hart. Das ist wirklich hart. Ich sage Kuscheln.
Sebastian
Du meinst aber das andere. Okay. Feder oder Tastatur?
Gilbert
Tastatur.
Sebastian
Detailplanung oder prickelnde Ungewissheit?
Gilbert
Prickelnde Ungewissheit.
Sebastian
Materialschlacht oder Minimalismus?
Gilbert
Minimalismus.
Sebastian
Sommer oder Winter?
Gilbert
Ich kriege dafür gehauen, aber Winter.
Sebastian
Okay, gerne berichten, wie es war. Grüße übrigens. Drinnen oder draußen?
Gilbert
Drinnen.
Sebastian
Jetzt wenig oder später mehr?
Gilbert
Später mehr.
Sebastian
Fifty Shades oder Geschichte der O?
Gilbert
Geschichte der O.
Sebastian
Buch oder Film?
Dialog oder Come-Shot?
Gilbert
Dialog.
Sebastian
Leiden oder leiden lassen?
Gilbert
Leiden.
Sebastian
Motiviert oder gezwungen?
Gilbert
Motiviert.
Sebastian
Okay. Krawatte oder Fliege?
Gilbert
Krawatte.
Sebastian
Bügelfrei oder gebügelt?
Gilbert
Bügeln und gebügelt werden.
Sebastian
Ich meinte das jetzt ausnahmsweise nicht im Sexualkontext Es ist spät,
liebes Publikum, Entschuldigung Bügeln.
Gilbert
Aber nicht selbst Aber auch nicht jemand mehr Unter.
Sebastian
Vier Augen oder mehr Augen.
Gilbert
Erst A, dann B.
Sebastian
Also 4 bis 8, ja.
Gilbert
Fangen wir erstmal mit den vier Augen an. Das ist die Konditiosine-Quanone sozusagen.
Das ist die unerlässliche Bedingung.
Sebastian
Safe Word?
Gilbert
Dann geht es weiter.
Sebastian
Safe Word oder kein Safe Word?
Gilbert
Bitte eins, ja. Safe Word.
Sebastian
Kekse oder Chips?
Gilbert
Kekse.
Sebastian
Da haben wir das Richtige hier. Sehr gut. Aftercare oder schnell auf zu neuen Abenteuern?
Gilbert
Bitte Aftercare, natürlich.
Sebastian
Hotelzimmer oder Club?
Gilbert
Hotelzimmer.
Sebastian
Orgasmus oder Verweigerung?
Gilbert
Ach, Orgasmus. Wann auch immer der stattfindet.
Kann ja auch hinausgezögert werden. Aber erklären darf ich auch nicht.
Hast du recht. Ich lasse es. Entschuldigung.
Sebastian
Acht Zentimeter oder zwölf Zentimeter?
Gilbert
Ich kenne mich mit Schrauben nicht aus.
Sebastian
8 cm oder 12 cm?
Gilbert
12.
Sebastian
Das ist groß. Pfennig oder Blockabsatz?
Gilbert
Pfennig.
Sebastian
Komfortzone oder großartige Überforderung?
Gilbert
Großartige Komfortzone.
Sebastian
Das geht nicht.
Gilbert
Überforderung. Immer.
Sebastian
Ritual oder Improvisation?
Gilbert
Improvisation.
Sebastian
So schön, die Sachen passen nicht wirklich zusammen. Lass uns ficken oder Benutz mich bitte.
Gilbert
Oh, Benutz mich bitte.
Sebastian
Und oder Katze?
Gilbert
Auch das gibt wieder Gerte Katze.
Sebastian
Wasser oder Softdrink?
Gilbert
Wasser.
Sebastian
Ansprüche stellen oder Ansprüche befriedigen?
Gilbert
Ansprüche befriedigen.
Sebastian
Das ist interessant, da hätte ich das andere gedacht.
Gilbert
Ja, ist auch so. Aber ich,
da kann man sich nicht entscheiden. Das ist das eine oder das andere, finde ich so oft.
Sebastian
In diesem anderen Podcast, von dem ich das habe, stellen die immer als letzte Frage Trump oder Putin.
Die stelle ich aber nicht.
Gilbert
Danke.
Sebastian
Ich stelle eine ähnliche Frage.
Gilbert
Keiner.
Sebastian
Ich stelle eine ähnliche Frage. Intim Rasur oder Frisur?
Gilbert
Rasur.
Sebastian
Auch das gibt Tauer, habe ich das Gefühl, ne?
Gilbert
Nee, aber das ist, das löst gerade dein eigenes Kopfgenau aus.
Bei der Frisur, da kann man ja der wenigsten Dinge erfüllen.
Sebastian
Kann man auch färben. Vor Publikum oder vorm Spiegel?
Gilbert
Publikum.
Sebastian
Chatten oder anrufen?
Gilbert
Chatten.
Sebastian
Oder Sprachnachrichten?
Gilbert
Aus der Hölle.
Sebastian
Akku immer voll oder Powerbank immer dabei?
Gilbert
Akku voll, reicht.
Sebastian
Verein oder Verschwörung?
Gilbert
Keine Verschwörung, das klingt blöd, dann muss ich den Verein nehmen,
aber das bin gar kein Vereinstyp.
Sebastian
Tja, also Verein. Wir haben es gleich geschafft. Sharing is Caring oder Mainz ist Mainz?
Gilbert
Sharing is Caring.
Sebastian
Auto oder Bahn?
Gilbert
Auto.
Sebastian
Oder Fahrrad auf keinen Fall Regeln einhalten oder Regeln dehnen.
Gilbert
Dehnen.
Sebastian
Okay, dann frage ich nochmal anders. Einhalten oder dehnen?
Gilbert
Dehnen.
Sebastian
Okay, und die letzte. Moral oder Unvernunft?
Gilbert
Absolut die Kunst der Unvernunft.
Sebastian
Ah, großartig. Jemann, du hast es geschafft. Ich habe, nein,
das stimmt nicht. Ich habe Fragen, aber nicht mehr für heute.
Ein wundervolles Gespräch.
Gilbert
Vielen Dank. Das hat mich sehr gefreut.
Sebastian
Fürs Publikum.
Gilbert
War unbehaltsam.
Sebastian
Fürs Publikum garantiert verwirrend. Wie immer gilt, ihr müsst einfach alles
miteinander ausprobieren und ihr könnt im Grunde nur gewinnen.
Entweder Erkenntnis oder neue Gefühle, die ihr noch nicht kanntet.
Gilbert
Letzten Endes haben wir sehr lange darüber geredet, um zu sagen,
probiert bitte alles auf die wildeste, schönste Art miteinander aus.
Und macht es, weil ihr einfach Lust dazu habt und es könnt.
Sebastian
Das ist das perfekte Schlusswort. Vielen, vielen Dank. Ich wünsche dir eine
tolle Heimreise und wir werden uns hoffentlich wiederhören.
Gilbert
Ich danke dir.
Sebastian
Sehr gerne. Mach's gut. Tschüss.
Das war Folge 137 mit Gilbert Bach. Beinahe.
Das Buch Hinter dem Schmerz, nichts als Romantik, könnt ihr natürlich überall
kaufen. Den Link gibt es in den Show Notes.
Ihr könnt aber auch eine kleine Hausaufgabe erfüllen und eines von drei handsignierten
Exemplaren gewinnen, die Gilbert hier gelassen hat.
Das geht so. Besucht bis zum 31. Januar 26, kunstderunvernunft.de und schreibt
einen Kommentar unter die Folge.
Eure Aufgabe. schreibt wie und wo ihr zum
ersten mal auf guckolding aufmerksam wurde vielleicht durch
ein buch einen film bei freunden auf einer
party wir sind gespannt und schreibt auch was eure
ersten gedanken zu diesem king waren anfang februar losen wir dann die gewinner
innen aus und fragen euch dann per mail nach eurer postanschrift für den neutralen
umschlag mit eurem exemplar und nun zum abschluss lehnt euch zurück und genießt
kapitel 3 frühstückszeit Gelesen von Gilbert Bach.
Gilbert
Frühstückszeit. Auf dem großen Holztisch steht Kaffee.
Morgens um sieben. Das Licht beginnt, sich durch den Rest der Nacht zu kämpfen, um bald zu gewinnen.
Ich habe nicht geschlafen, frage mich, ob sie es hat.
Mein Blick fällt auf ihren Slip. Er liegt dort unverändert, neben unserem schmutzigen
Geschirr und meiner waschechten Verzweiflung.
Eine halbe Stunde später öffnet sie die Tür, sieht mich sofort,
schafft es nicht, mir direkt in die Augen zu sehen.
Ob sie errötet, sehe ich nicht. Was ich sehe ist, dass die Halterlosen fehlen,
sie barfuß das Haus betritt, ihr morgendlicher Auftritt derangiert.
Die Bluse nur halb im Rock, nicht modisch, hektisch.
Das Haar, das Make-up, messy girl, schön wie hier und je.
Guten Morgen, ich beginne und erhalte ein fast schüchternes Hi.
Jetzt schauen wir uns in die Augen. Lange. Wo sind die Schuhe? Sie schweigt.
Mein Griff auf den Tisch. Nicht mal wissend warum. Agent, Provokateur.
Nüxi. Mein Geschenk für sie. Wohl auch für ihn.
Verführung gelungen. Ich knete den Stoff wie einen Antistressball.
Ich bin mit dem Taxi gekommen. Meine rechte Augenbraue antwortet,
bevor sich Worte fröhnen.
Übrig bleibt nur eines.
So, ihr Themenwechsel klassisch Claire.
Ist noch Kaffee da? Ich nicke. Nehme ich mir später. Jetzt lächelt sie zurück. Kommt zu mir.
Bleibt in Armlänge. Stoppt. Gerade so, dass ich sie nicht erreichen kann.
Wo sind deine verdammten Schuhe? Bei ihm.
Wieso? Sie ist klar und ernst. Gleichzeitig sanft und ruhig.
Er wollte, dass ich benutzt ins Taxi steige. und auch so aussehe. Pause.
Erst recht, wenn ich bei dir ankomme.
Elektrizität, Stromstoß der Erregung, Scham schießt durch meinen ganzen Körper.
Sie zieht sich aus, viel Kleidung ist nicht übrig.
Beugt sich vor, legt Rock und Bluse auf den Tisch, kommt mir nahe,
lässt ihre nackte Schönheit auf mich wirken.
Ich atme schwer, immer noch unter Strom.
Claire setzt sich auf meinen Schoß, ihr Geruch ist fremd, beinahe wild.
Ich atme sie ein, sie zieht meinen Kopf von ihrer Brust, wir verharren. Paar Moment.
Schweigen, bis sie über meinen Kopf hinweg zu sprechen beginnt.
Lässiger Ton, als verhandle sie Alltägliches. Ihre Coolness fesselnd unwirklich,
mein Kopf weiter an ihrer Brust.
Ja, es ist wahrscheinlich ganz genauso gewesen, wie du es dir vorgestellt hast.
In deiner schlaflosen Nacht. Seine Hände waren überall, sein schöner Schwanz war überall.
Immer wieder, immer heftiger, von Stunde zu Stunde. Sie holt Luft, drückt mich fester.
Mein Haar ist verklebt, Gel.
Sein Geschmack ist auch jetzt noch auf meiner Zunge. Sein Saft.
Schau auf meine Klamotten.
Überall, Babe. Ich habe dabei kaum an dich gedacht. Nur dann, wenn er es wollte.
Jetzt hält sie mich fast grob mit beiden Händen. Sie ist erregt. Schon wieder?
Immer noch meine Sinne schwinden.
Ich nehme ein Bad, störe mich nicht. Meine Sachen dort drüben sind übrigens Handwäsche.
Pardon, deine Handwäsche. Meine Schuhe und Strümpfe kannst du im Interconti
abholen. Wusstest du, dass es jetzt anders heißt?
Ach egal, hole sie bitte ab. Er sitzt in der Lobby und wartet auf dich.
So gegen Viertel nach elf.
Sie lässt mich los. Ich fühle mich wie ein Sack Kartoffeln.
Das Erdgeschoss verlässt sie fast geräuschlos. Lässt mich zurück.
Ich nehme den Wäscherhaufen auf dem Küchentisch ins Visier und brauche noch mehr Kaffee.