Das Transcript wurde automatisch erzeugt und kann Fehler enthalten.
Einleitung
Hallo und herzlich willkommen zum BDSM-Podcast, die Kunst der Unvernunft.
Hier geht es um BDSM und Menschen, die das ausleben.
Auf meinem kleinen Kurzurlaub hat sich ganz spontan eine Aufnahme mit Moni und Tina ergeben.
Und weil das alles so spontan war, war ich natürlich gänzlich unvorbereitet.
Und dann geht es auch noch um das Thema Poly.
Die beiden sind verheiratet mit ihren Ehemännern, logisch irgendwie.
und alle vier haben sich letztes Jahr gefunden und haben seitdem eine Menge
Spaß und Action miteinander.
Wer interagiert da mit wem? Wer flüstert? Wer haut? Wer leidet?
Und welche Pläne schmieden die vier überhaupt?
Ja, also Fragen habe ich eine ganze Menge gestellt.
Bei dieser Folge solltet ihr die Shownotes auf jeden Fall ansehen.
Es gibt haufenweise Fotos von Dingen und auch von irgendwelchen Aufgabenzetteln und Gemeinheiten.
Das lohnt sich diesmal wirklich.
Und weil ich weiß, dass das Thema Poly jetzt nicht zu meiner Kernkompetenz gehört,
habe ich noch ein paar passende Podcast-Empfehlungen zum Thema eingesammelt.
Monokultur.fm und NoMono wurden mir da ans Herz gelegt. Die Links findet ihr auch in den Shownotes.
Und bevor es losgeht, sind die Unterstützer dran.
Filter unterstützt den Podcast und schreibt, vielen, vielen Dank für deinen tollen Podcast.
Und Bastian unterstützt den Podcast jetzt jeden Monat via Steady.
Ja, euch beiden vielen lieben Dank. Ich habe im April Großes vor,
sagt nur München und dazu verrate ich dann beim nächsten Mal mehr.
Unterstützung mit Geld ist ja schön, aber wichtiger ist eigentlich noch das
Weitersagen, wie und wo ihr wollt und wie ihr könnt.
Es soll sogar schon Paare gegeben haben, wo ein, hör dir das mal an,
das ist ganz interessant, dazu geführt hat, dass die beiden das miteinander
spielen angefangen haben. Ich meine ja nur, kann passieren.
Noch fix ein Hinweis auf Twitter und Instagram.
Ob mein Nachbar pünktlich zur Aufnahmebeginn die Kettensäge anwirft,
ich das Ding der Woche zerstöre oder meine Hausaufgaben zu sehr aufgeschoben
habe, das versuche ich da alles so ein bisschen zu verbloggen.
Ankündigungen zu neuen Folgen und diese schönen legendären 60-Sekunden-Zusammenschnitte
der Folgen gibt es dort auch.
Sucht einfach mal nach Kunst und Vernunft und ihr werdet fündig.
Ja, und ich mache jetzt die Musik lauter und starte Folge 27.
Sebastian
Ich bin in den Urlaub gefahren nach Scharbeutz und habe dann einfach mal gerufen,
hallo, wer nimmt mit mir auf? Und da hat sich jemand gemeldet.
Ich sitze jetzt hier bei Moni, hallo.
Moni
Hallo.
Sebastian
Und Tina.
Tina
Hallo.
Sebastian
Wunderbar, wir sitzen jetzt hier zu dritt. Nein, eigentlich sitzen wir jetzt
fünft. Die Herren der Schöpfung sitzen hinter uns, aber die wollen sich noch verpieseln.
Frage ich doch mal gleich als allererstes, was hat das damit auf sich?
Warum sind wir hier zu fünft?
Tina
Ja, wir führen eigentlich eine Art Polyamore-Beziehung.
Seit Ostern letzten Jahres sind wir uns zufälligerweise über einer doch wohlbekannten
Plattform über den Weg gelaufen.
Es hat so gut gepasst, dass wir jetzt nicht mehr nur jeder zu zweit verheiratet
ist, sondern dass wir jetzt, ja, jeder hat jetzt eigentlich noch einen Partner mehr.
Moni
Genau, jeder hat einen Ehemann und einen Partner.
Tina
Einen Ehemann, einen Geliebten und eventuell auch noch eine Gespielerin.
Moni
Genau.
Sebastian
Oh Gott, kompliziert. Wir dröseln das mal auf. Jetzt ist natürlich der Haken,
wir haben ja hier einen BDSM-Podcast. Was habt ihr denn damit zu tun?
Und jetzt bekomme ich hier etwas gereicht. Nein, da liegt ein Zettel.
Tina
Das ist das Schaubild.
Sebastian
Ein Schaubild, ja. Ich werde ein Foto davon machen und in die Shownotes reintun.
Im Prinzip zeigt es unsere Beziehung zueinander. Okay, zwei Mädels,
zwei Jungs und dann ist alles mit allem verbunden.
Tina
Nee, nicht ganz.
Sebastian
Okay, was ist ausgeschlossen?
Tina
Die beiden Herren sind ausgeschlossen.
Sebastian
Ah, stimmt, da fehlt ein Strich. Ich werde davon ein schönes Bild machen.
Tina
Ja, das ist quasi unsere PowerPoint-Erklärung für Freunde, denen wir das auch
möglichst unkompliziert darstellen möchten, ist das unser Schaubild.
Das gab es auch schon sehr, sehr früh.
Ich glaube, so nach zwei Monaten oder so hatten wir das schon so auf die Beine gestellt.
Sebastian
Okay, also das bedeutet, ihr vier interagiert jeder miteinander,
außer die beiden Herren miteinander, um das kurz zu fassen.
Moni
Genau. Die sind nur befreundet und trinken ein Bier zusammen.
Tina
Whisky und Gin, je nachdem.
Moni
Ja.
Sebastian
Okay, jetzt ist die Frage nochmal, was hat das Ganze alles mit BDSM zu tun?
Ihr seid alle vier pervers und schlagt euch alle gegenseitig durch die Wohnung.
Moni
Nein.
Tina
Nichts.
Moni
Ich bin pervers und mein Meister ist pervers.
Mein Ehemann hat nichts damit am Hut, außer ein bisschen auf den Hintern hauen
und vielleicht mal ins Bett fesseln. Aber das hat nicht so richtig was mit BDSM zu tun.
Und ja, Tina ist irgendwie so Teilzeitpervers.
Sebastian
Teilzeitpervers, okay. Was heißt das denn?
Tina
Das heißt, dass ich ...
Eigentlich nicht gerne unterworfen werde, weder in meiner Beziehung noch irgendwann.
Vielleicht mal so ein bisschen beim Sex so ein bisschen härter angefasst werden,
ja, aber nicht, also nicht auf die richtig harte Tour.
Man guckt gerne zu, aber ich selber möchte nicht erniedrigt werden und habe
damit auch, also wirklich, ich merke auch, dass ich damit echt ein Problem habe.
Sebastian
Das heißt, du bist auf der aktiven Seite.
Tina
Wenn, wäre ich tatsächlich auf der aktiven Seite.
Sebastian
Gegenüber?
Tina
Also tatsächlich Moni, ja.
Bei der Männerwelt geht es natürlich tatsächlich mit meinem Ehemann gar nicht.
Also auch erst, ich weiß es ja auch erst seit Sommer, warum?
Er hat sich ja auch erst entwickelt. Und es kostet mich auch sehr viel,
ich bin nicht klassisch Dom.
Also es ist nichts, wo ich jetzt sage, boah, da geht mir auch voll einer mehr
ab oder irgendwie sowas.
Aber es ist für mich ein schönes Spiel, was man zwischendurch mal spielt,
aber es ist nichts, was ich brauche wie Brot und Wasser.
Sebastian
Okay, das heißt, wir werden das noch wunderbar auseinanderdröseln und ich sehe
da auch schon die möglichen Konflikte, die ich jetzt heraufbeschwöre.
Und ich befürchte allerdings, da gibt es wahrscheinlich viel zu wenige von.
Es wird also hier keine GZSZ-Folge.
Tina
Nee, eher so.
Sebastian
Ich bin sehr gespannt. Vielleicht mag ich das den Hörern nochmal verraten.
Wir haben gestern das Vorgespräch geführt, das ging etwa 20 Minuten.
Moni
Ja, beim Frühstück.
Tina
Wir saßen alle am Frühstückstisch, genau, und haben dem Gespräch gefolgt.
Sebastian
Normalerweise geht das tatsächlich eine gute Stunde, anderthalb und dann spricht
man ein bisschen und ich gucke, dass ich meine Themenliste irgendwie aufbaue
und das habe ich hier so gar nicht.
Ich habe natürlich meinen Spickzettel. Der ist auch relativ lang,
aber schwierig. Mal gucken. Also ich gehe wirklich unvorbereitet hier ran.
Ich fange ja immer vorne an, da das miteinander verbunden ist.
Moni, wie bist du denn da drauf gekommen und wo, also überhaupt erstmal auf
BDSM, bevor ihr jetzt hier miteinander interagiert habt? Also gibt es da eine Vorgeschichte?
Moni
Ja, gibt es tatsächlich. Also ich habe mit 14, 15, habe ich so Cybersex,
sagt dir ja bestimmt auch noch was.
Sebastian
Natürlich.
Moni
Ja genau, habe ich angefangen übers Internet mit jemandem zu schreiben und weil
wir halt relativ weit auseinander gewohnt haben, lief halt alles übers Internet
oder per SMS und so mit 14 hat man ja so seine Sexualität gerade entdeckt.
Und am Anfang haben wir halt auch nur so ganz normale Sachen geschrieben,
bis das dann halt irgendwann so ein bisschen sexueller wurde,
was wir da geschrieben haben.
Und irgendwann ging das dann halt los mit so Storys, was er sich halt so vorstellt.
Und es ging dann halt oft so in Richtung, ich fessel dich und ja,
wirklich halt so in Richtung, ich erniedrige dich.
Das ist mir aber erst so jetzt vor kurzem bewusst geworden, dass das damals schon losging.
Sebastian
Das heißt, du hast jetzt bis, was war das, April letzten Jahres,
also April 19, keine? Vorerfahrung?
Moni
Doch, habe ich. Ich habe mit 20 habe ich mich mit dem Typen dann mal getroffen.
Und dann haben wir tatsächlich auch gespielt zusammen. Aber das war also insgesamt
haben wir uns glaube ich zwei oder dreimal, dreimal glaube ich in sehr unregelmäßigen
Abständen getroffen, weil ich dann halt auch einen Freund hatte.
Und schreiben war dann irgendwie immer für mich okay, aber treffen halt nicht,
weil das war halt dann irgendwie fremdgehend damals noch für mich.
Und also ich habe halt vorher in einer ganz normalen, monogamen Beziehung gelebt.
und schreiben habe ich nicht als fremdgehen empfunden, also einfach nur so Gedanken
austauschen und was irgendjemand gut findet und was der andere dann gut findet,
und genau, dann war ich halt irgendwann nee, war ich noch gar nicht Single, sondern,
mein Ex-Freund hat mir erlaubt fremd zu gehen und dann habe ich mich halt mit
ihm getroffen und dann haben wir halt tatsächlich gespielt, aber es war mir
nicht so richtig bewusst, dass das BDSM ist also, dass ich das eigentlich schon
die ganze Zeit mache, ist mir eigentlich erst jetzt so richtig bewusst Okay.
Sebastian
Das heißt, ich habe ein bisschen gefesselt, ein bisschen gehauen vielleicht
Du hast es vielleicht umprobiert und du auch auf der passiven Seite dabei.
Moni
Zweimal war ich auf der passiven Seite, einmal war ich auf der aktiven Seite.
Also ich habe beide Seiten schon ausprobiert. Und auch in dem,
was wir geschrieben haben, hat sich das immer mal so zeitlich gewechselt,
wer passiv und wer aktiv war.
Aber die passive Seite gefällt mir deutlich besser.
Sebastian
Das ist wie lange her?
Moni
Das mit dem Spielen. Damals, ich war 20, also so neun Jahre.
Sebastian
Okay, genau. Habe ich schon erwähnt, wie alt ihr seid? Nein, habe ich nicht.
Moni
Ich glaube nicht.
Sebastian
Okay, also Moni 29 jetzt und Tina 34.
Tina
Genau.
Sebastian
Gut, gleich als erstes hätte ich das machen sollen, habe ich aber nicht. Na gut.
Das heißt, das war für dich jetzt nicht notwendig, denn du hast ja dann auch geheiratet.
Moni
Genau.
Sebastian
War das ein Teil davon oder gar nicht?
Moni
Nee, in meiner jetzigen Ehe, also davor halt Beziehung, wir sind ja noch nicht
so lange verheiratet, war das überhaupt kein Teil.
Also halt mal so ein bisschen auf den Hintern hauen, okay, und vielleicht auch
mal irgendwie fesseln, aber das hat nichts mit dem zu tun, was ich jetzt mache und jetzt toll finde.
Sebastian
Ich versuche gerade zu raten, was ist die Ursache dafür, dass ihr jetzt zu viert aktiv seid?
Ist das dein Bedürfnis nach BDSM gewesen oder ergab sich das andersrum?
Moni
Nee, das ergab sich andersrum. Also es ist so, ich habe meinen Ehemann auf Joy
tatsächlich kennengelernt.
Also wir haben, ja ich war halt irgendwie ein halbes Jahr getrennt von meinem
Ex-Freund und wir haben uns getroffen, haben uns irgendwie ewig lang unterhalten
und haben dann irgendwie beschlossen, wir sind zusammen.
Also haben irgendwie auf Joy vorher kurz mal geschrieben, also nicht wirklich lange.
Und haben aber von Anfang an gesagt, wir wollen keine monogame Standardbeziehung.
Und haben uns dann regelmäßig, also wir haben mehr oder weniger regelmäßig mit
anderen Paaren getroffen.
Und haben dann halt Partnertausch betrieben.
Aber alles ohne BDSM-Charakter.
Sebastian
Wundert mich, wie man heutzutage noch an BDSM vorbeikommt.
Moni
Ging. Wenn der Ehemann daran nicht interessiert ist, dann geht das irgendwie.
Genau, und dann, wir hatten zwischendurch auch mal eine Zeit lang ausgesetzt,
wir waren auch mal im Swingerclub und haben dann halt irgendwann über Joy Tina
und ihren Ehemann getroffen, also angeschrieben, ich weiß auch gar nicht mehr,
wer wen angeschrieben hat.
Tina
Ich glaube, das war so ein klassisches Doppel-Like, das war so,
irgendjemand hat irgendwelche Fotos geliked und das Profil geliked und dann
gab es irgendwie ein Match und dann haben wir gesagt, hey, wir treffen uns einfach mal.
Moni
Genau, und das war dann halt Ostern 2019. Das wäre fast nicht zustande gekommen,
aber ja, wir haben dann auch mal unsere ganzen Vorsätze, also diese Standardsachen,
so erstmal an einem neutralen Ort treffen, erstmal kennenlernen und dann beim
zweiten Treffen erst was machen, das haben wir irgendwie alles über Bord geworfen bei denen.
Tina
Ja, das war mein erster One-Night-Stand.
Moni
Gleich bei denen zu Hause.
Sebastian
Also ihr seid hingefahren, okay, um was zu tun. Habt ihr euch da vorher ausgetauscht oder?
Moni
Nö, kennenlernen.
Tina
Es war tatsächlich ein Kennenlernen, ja. Also dein Mann und ich,
wir haben geschrieben, also ich bin der Schreiber bei uns immer.
Moni
Ja.
Tina
Und bei euch ist das, glaube ich, dein Mann.
Moni
Ja.
Tina
Und das war so witzig und der Humor war auch einfach sofort auf der gleichen Seite.
Also da es Ostern war, konnte ich mir den Witz nicht verkneifen,
erst Kirche, dann Sünde.
Und das passte irgendwie dann von Anfang an.
Also die zwei kamen rein und es war irgendwie, als wenn die schon ewig,
dass wir die schon ewig kennen. Die saßen bei uns auf dem Sofa und es war einfach...
Ja, die gehörten einfach dazu. Das am ersten Abend.
Und man hatte dann noch so überlegt, man wusste ja, weswegen man sich getroffen hat.
Sebastian
Ich wollte gerade sagen, es muss ja irgendwann der Moment kommen,
wo man sagt, okay, und jetzt tun wir irgendwas.
Tina
Genau, das hat Moni eingeläutet, indem sie mich schon den ganzen Abend,
wie mein Mann mir später erzählt hat, sowieso schon mit den Augen ausgezogen
hat, indem Moni zu mir ranrutschte und sagte, oder mich fragte,
ob sie mich dann küssen darf.
Und ich dachte nur, hey, warum eigentlich nicht?
Sie ist mir sympathisch, sie
sieht gut aus, bitte, dann probieren wir das doch hier doch direkt aus.
Und ja, das endete dann mit einem Partnertausch. Also Moni und ich waren wirklich
nur das, ich sag mal Intro.
Und es endete dann mit einem Partnertausch und ja, wir waren sehr,
alle vier sehr, sehr glücklich nach diesem Abend, weil es absolut,
jeder ist absolut auf seine Kosten gekommen.
Auch wenn es, also es war wirklich dann nebeneinander zwar, also,
aber es war einfach, ja, wie man sagt, so schockverliebt.
Moni
Das hat aber auch noch nichts mit BDSM zu tun.
Tina
Nee.
Sebastian
Jetzt wissen wir, wie ihr euch kennengelernt habt, aber jetzt wissen wir immer
noch nicht, wie da der Mann zum Meister wurde.
Moni
Das war dann irgendwann so, also danach haben wir uns ja halt auch öfters mal getroffen.
Ich habe meinem Meister, also jetzt Meister, habe ich dann irgendwann mal gesagt
von wegen, hey, du brauchst mich nicht so zart anpacken, stehe ich nicht drauf. Also...
Pack ruhig zu. Wir haben halt auch relativ viel geredet und er hat halt auch
erzählt, dass er so in Richtung Bondage, dass Tina und er da schon mal ein bisschen was ausprobiert haben.
Tina
Ich immer viel zu ungeduldig dafür war und es war immer nur so,
du musst jetzt dies und du musst jetzt jenes.
Sebastian
Also du, Tina, hast, er hat dich eingeseilt und du hast ihm gesagt, was er tun soll.
Tina
Ja, weil es einfach dieses Rumgetüdel und dann sitzt der Handgriff nicht und,
kannst du das mal ordentlich machen.
Ich habe nicht die Geduld mit ihm.
Sebastian
Okay, aber du hast ihn nicht eingeseilt worden?
Tina
Nein.
Sebastian
Okay, wir werden ein bisschen wissen, was ihr vorher so ausprobiert habt, ne?
Und vielleicht, ah, ich mag nochmal so ein bisschen einschieben,
hast du, Moni, mit deinem Mann auch schon probiert, so ein bisschen in Richtung gar nicht versucht?
Moni
Bondage? Nein, gar nicht. Also, nein, auch, also, ich habe ihm öfters mal gesagt,
von wegen, du kannst mich ruhig fester anpacken, das hat er dann auch ab und
zu mal gemacht, aber nee, der hat damit einfach nichts am Hut.
Das ist, der findet das auch jetzt ganz spannend, sich mal so erklären zu lassen,
wie funktioniert das eigentlich und was macht ihr da?
Aber das war's dann auch schon. Das ist dann halt so ein bisschen,
dass es so ein kindliches Spielen bei ihm dann ist, aber er verliert dann auch
ganz schnell die Lust da wieder dran. Es ist nichts, was ihm irgendwas gibt.
Sebastian
Gut, aber wir halten mal fest, es gab jetzt bei keinem irgendeinen Leidensdruck.
Das haben ja ganz viele, die sagen, ich brauche das, ich muss das haben in meinem
Leben und kriegen es aber nicht und stecken da irgendwie drin fest.
Moni
Nee, das gab's tatsächlich nicht. Das war eher so im Nachhinein so von wegen,
oh Gott, wie konnte ich eigentlich die letzten, was waren das,
sechseinhalb Jahre oder sechs Jahre ohne das Leben.
Also ich habe das gerne gemacht, ihm zuliebe, also meinem Mann zuliebe,
aber jetzt im Nachhinein denke ich so, ach ja, mit ist doch irgendwie schöner.
Sebastian
Also ohne willst du nicht mehr?
Moni
Jetzt nicht mehr, nee.
Tina
Also bei meinem Mann ist da auch ein gewisser, ich sag mal, Frust zu erkennen
gewesen, weil ich auch ganz, also
wir haben alles mögliche an Spielzeug zu Hause und es war immer nur so,
oh, muss das sein, das geht doch auch, es geht doch auch so.
Also so diese klassische Materialschlacht, genau seins.
Und ich saß dann immer nur so, können wir das nicht ein bisschen abkürzen?
Ja, ich habe auch Bedürfnisse, aber können wir einfach Sex haben? Können wir einfach?
Moni
Und wir haben nicht einfach nur Sex.
Tina
Genau. Und ich war so froh, dass da jemand um die Ecke kommt,
die sagt, oh mein Gott, genau das, das will ich. Und ich war nur so, mein Druck war weg.
Ich kann jetzt ganz normal mit meinem Mann meinen total langweiligen Sex haben,
weil ich genau weiß, er kann sich austoben.
Moni
Und mit meinem Mann kannst du jetzt auch langweiligen Sex haben und ich muss das nicht mehr.
Also doch, ab und zu ist das auch okay, aber jetzt im Nachhinein so, ja.
Sebastian
Ja, wie im Moment, du hast jetzt gar keine Lust mehr auf normalen Sex.
Moni
Doch, ab und zu ist das okay.
Sebastian
Ganz lieb und einfühlsam und vorsichtig und spannend und viel Musik und Kerzen.
Moni
Nein, oh Gott, bloß nicht. Nee, ich finde ja Sex und Musik ganz schrecklich.
Also wir hatten das tatsächlich letztens mal, dass wir zu Rammstein Sex hatten, ich und mein Meister.
Das war auch tatsächlich ganz lustig, aber ansonsten brauche ich keinen Kerzenschein
und Liebesgedudel oder wie man das dann nennt.
Sebastian
Dein Liebesgedudel ist Rammstein und dein Kerzenschein kommt von dem Wachs, was auf die einschlägt.
Moni
Ja, genau, dafür sind Kerzen ganz praktisch.
Sebastian
Okay.
Moni
Genau, aber ansonsten, ich habe auch ab und zu noch normalen Sex mit meinem Ehemann.
Sebastian
Okay, Frage ab, was heißt denn ab und zu?
Einmal im Monat, einmal im Jahr.
Moni
Nee, schon so, ich glaube mittlerweile einmal die Woche. Vielleicht auch nur alle zwei Wochen.
Kommt immer darauf an, wie oft wir uns mit Tina und ihrem Mann treffen.
Sebastian
Ja, da habe ich auch noch ein paar Fragen zu. Da gibt es ja auch gewisse Kompetenzgeschichten.
Okay, aber ihr habt euch an diesem Abend getroffen und hattet alle viel Sex miteinander. da.
Und wie kommt man denn dazu, dass du, Moni, und Tinas Mann, mein Gott,
das ist kompliziert, wenn man da keinen Namen hat, wie kommt es dazu,
dass ihr angefangen habt, Sachen zu machen?
Moni
Also es ging halt tatsächlich, wir haben halt viel geredet und ich hab halt
ihm irgendwann gesagt, dass ich halt gerne härter angepackt werden möchte und
er hatte halt von diesen Bondage-Sachen erzählt, die die gemacht haben und ich
fand das halt total spannend.
Und ich weiß gar nicht, ob er mich damals auch schon mal gefesselt hatte.
Es ist zuerst ein Dreivierteljahr her, aber das irgendwie so zeitlich einzuordnen,
ist ein bisschen schwierig irgendwie.
Sebastian
Vielleicht gar nicht zeitlich, sondern eher situativ.
Moni
Ich glaube, so richtig los ging das dann nachher mit dem Geburtstagsgeschenk
von meinem Mann an Tinas Mann.
Tina
Stimmt.
Sebastian
Und das war?
Moni
Das war ein Gutschein über 48 Stunden zur freien Verfügung mit mir.
und er durfte machen, was er wollte mit mir. Also quasi, es war egal,
ob ich am Ende blaue Flecken hatte oder nicht.
Also bis dahin war es halt schon irgendwie so, dass wir gespielt haben,
ein wenig, aber nur, ich glaube, es war relativ oberflächlich.
Wir waren da noch nicht so extrem, wie wir heute sind.
Tina
Weil wir aber auch in unserer ganzen, wie sich unsere Beziehung aufgebaut hat,
in sehr vorsichtigen Schritten aufeinander zugekommen sind.
Weil wir es eben verhindern wollten, dass irgendeiner sich auf der Strecke gelassen
fühlt, weil unsere Beziehungen jeweils, also unsere Ehen sind uns wahnsinnig wichtig.
Ich bin nun wirklich schon sehr, sehr lange mit meinem Mann zusammen.
Noch nicht lange verheiratet, aber wir sind, wir haben also das zweite Jahrzehnt
fast jetzt geknackt. Es ist tatsächlich so.
Und wir wussten ganz genau, dass wenn wir das nicht in ganz,
wirklich in den Schritten, wie unsere Emotionen das brauchen,
das nicht machen, dann ist diese Geschichte gleich wieder vorbei.
Weil wir gesagt haben, dann ziehen wir uns auch zurück.
Wenn sich irgendeiner irgendwie ein komisches Gefühl hat, brechen wir das Ganze ab.
Also sind wir in ganz kleinen Schritten gegangen und das war auch in ganz kleinen
Schritten, dass dein Ehemann dich quasi, ich sag mal, freigegeben hat,
also die Erlaubnis erteilt hat,
dass mein Mann sich austoben durfte.
Moni
Genau, wir haben halt auch ganz am Anfang einfach immer drauf geachtet,
dass alles ausgeglichen war.
Also wenn Tina und mein Mann spielen gegangen, also Sex hatten,
dann hatten wir in der Regel auch irgendwie Sex oder haben irgendwas gemacht
und haben da ganz explizit drauf geachtet, dass alles ausgeglichen ist.
Das ist halt mittlerweile irgendwie schon gar nicht mehr so.
Es ist so, ja, ja, das gleicht sich irgendwann schon aus.
Tina
Ja, man gönnt es dem anderen auch einfach total.
Moni
Genau, wenn...
Tina
Es gibt überhaupt keinen, jetzt ist sie schon wieder viel länger mit meinem Mann zusammen als ich.
Das ist es überhaupt nicht. Also es ist wirklich so, geht mal spielen.
Moni
Viel Spaß.
Tina
Dann habt mal Spaß und ich schnappe solange deinen Mann.
Moni
Ja, oder auch wenn...
Sebastian
Okay, okay, stopp, stopp, stopp. Ich glaube euch den Konsens, überhaupt keine Frage.
Und genau da ist der Punkt mit dem Konsens. Also es gab das Geburtstagsgeschenk, 48 Stunden.
Moni
Genau.
Sebastian
Jetzt ist es natürlich so, BDSM heißt ja immer, man muss auch erstmal Konsens herstellen.
Man muss also dem Menschen, mit dem man spielt und da was macht,
erstmal gucken, was geht, wo sind Grenzen, Tabus etc.
Wenn du da ja quasi von einem Mann verschachert wurdest.
Moni
Er hat mich vorher gefragt, ob das okay ist. Also ich wusste das.
Sebastian
Aber du musst ja trotzdem mit dem Menschen, der mit dir dann spielt,
trotzdem irgendwann mal ausgehandelt haben. Was kann man denn tun?
Moni
Darüber haben wir vorher, glaube ich, tatsächlich schon gesprochen.
Also wir haben ja schon so ein bisschen, ein bisschen was haben wir ja schon
gemacht. Also ich glaube, eine Gerte hattet ihr, glaube ich,
schon immer zu Hause irgendwie mit.
Damit haben wir halt irgendwie schon mal angefangen zu spielen.
Und es war aber nie so, dass das so eine richtige Session über mehrere Stunden oder so war.
Das war halt immer nur so punktuell, würde ich das jetzt mal nennen.
Genau, und wir hatten halt auch vorher schon über Tabus und Safe Words und sowas
hatten wir alles schon gesprochen.
Und ja, genau, ich glaube, mit der Gerte und dem Fesseln haben wir so ein bisschen
angefangen. und das ging dann irgendwann weiter mit Knebeln und mit dem Ding der Woche.
Das war dann quasi das erste Spielzeug, was wir uns gemeinsam bestellt haben.
Sebastian
Ich will das noch nicht sehen. Es liegt da eine Verpackung. Da kommen wir noch
zu. Ich halte mich jetzt an diesen zwei Tagen einfach mal auf.
Was ist denn da passiert?
Moni
Wir haben diese zwei Tage tatsächlich gesplittet in zweimal 24 Stunden,
weil wir einfach geglaubt haben, dass wir dann mehr Zeit haben für uns.
Man spielt ja keine 48 Stunden durch. Das schafft ja kein Mensch.
Sebastian
Okay, also definieren wir schon mal, das ist also in Sessions eingeteilt.
Oder ist er jetzt ein Meister, immer und überall und jederzeit und da gilt ein Machtgefälle?
Moni
Nee, tatsächlich nicht. Also es gibt quasi so bestimmte Regeln,
die ich einhalten muss, aber das geht dann eher so um die Begrüßung oder solche Sachen.
Aber ansonsten nicht, nein. Ich bin auch ziemlich vorlaut und frech ansonsten.
Tina
Aber das hat, das kann auch Konsequenzen haben.
Sebastian
Okay, dann, ach das ist doch schön, Regeln steht hier auf meiner viel zu leeren
Liste drauf. Was gibt es denn für Regeln und wie begrüßt du ihn?
Moni
Ja, das hat dann was mit meinem Geburtsgeschenk, war das glaube ich,
ne, dann zu tun. Mein Mann hat dann irgendwann ein Dokument erstellt mit Regeln,
die ich für meinen Meister erfüllen muss.
Und da stand irgendwie als erste Regel drauf, dass ich ihn bei der Begrüßung
immer mit Hallo, mein Meister begrüßen muss. Irgendwie so stand das da.
Sebastian
Tust du das?
Moni
Ja, also von diesen fünf Regeln ist das glaube ich die einzige, die sich gehalten hat.
Das tue ich tatsächlich und wenn ich das nicht tue, habe ich ein Problem und
es passiert mir auch regelmäßig, dass ich das vergesse.
So, weil wir ja, es weiß halt ja noch nicht jeder über uns Bescheid.
Und wenn wir uns dann halt vor der Tür begrüßen, also schon treffen und begrüßen,
dann kann ich das da ja nicht so offensichtlich und laut.
Und das muss ja jetzt hier nicht die ganze Nachbarschaft mitkriegen, was wir tun.
Sebastian
Auch da kann man ja, gibt es ja Auswege. Ja, aber So fallen wir sofort zwei
ein für die Nachbarschaft, damit es passt Hallo mein Meister Äderchen Den kriegst
du zwar, wenn die Tür zu ist, eine gescheuert Aber erstmal,
Versteht jeder den Gag Probier das doch mal Ja, das würde ich mal machen,
Ich mag mal, wenn die Jungs sind übrigens schon Vor einigen Minuten verschwunden,
jetzt können wir Also hier richtig auspacken Genau.
Moni
Und die hat sich halt Tatsächlich gehalten Gab es noch irgendwas?
Ach so, doch. Nachdem wir im November auf der Passion waren,
wir hatten vorher immer mit Halsbändern gespielt.
Ich habe tatsächlich auch irgendwann mal ein richtiges Halsbandgeschenk gekriegt.
Das ist aber noch eine ganz andere Story, wie ich das gekriegt habe.
Sebastian
Okay, aber ich fasse mal zusammen. Darauf wollte ich eh schon zu sprechen.
Du trägst um den Hals eine Kette aus, ist das Stoff?
Moni
Nee, das ist so ein Leder-Imitat.
Sebastian
Okay, mit einem Ring dran. Davon werde ich natürlich ein wunderbares Foto bekommen.
Und dann ist da quasi ein, man erkennt ihn tatsächlich als Ring der O, so eine Einschnappöse.
Das ist jetzt nicht besonders stabil, weil es einen Magnetverschluss hat.
Moni
Genau, ist halt als Halsband nicht geeignet.
Sebastian
Ich klicke es noch mal ins Mikro. Jetzt ist ein Symbol.
Moni
Genau.
Sebastian
Was bedeutet das?
Moni
Die Kette muss ich quasi immer tragen, wenn wir uns treffen.
Also das ist quasi mein Zeichen, dass ich jetzt bei ihm bin.
Ich trage die aber tatsächlich auch so ab und zu.
Tina
Und es gab sowas ähnliches, gab es tatsächlich auch bei meinem Mann und mir.
Da ich aber überhaupt kein gesteigertes Interesse in die Richtung einfach aufbauen
konnte, ist es halt bei mir so gewesen, also wir haben auch ein Armband war das bei mir.
Das liegt halt aber in der Ecke, weil ich gar nicht diese Botschaft so,
hey, also abgemacht war, wenn ich das umbinde, dann bin ich quasi sub und dann
darf er machen, was er will.
Sebastian
Da mag ich nochmal jetzt feststellen, er hat schon immer wieder mal probiert
und das hast du aber abgelehnt.
Tina
Ja.
Sebastian
Okay.
Tina
Also ich bin sehr, sehr verkopft. Es braucht bei mir sehr, sehr viel Arbeit,
damit ich meinen Kopf ausschalte.
Mein Mann schafft das nicht unbedingt, weil er eher jemanden,
er möchte mich nicht, ich kann dann sehr ärgerlich werden.
Okay. Also ich bin dann, lass mich in Ruhe damit und dann kriegt er mit Pech gar keinen Sex mehr.
Und das will er dann nicht provozieren und deswegen hat er es dann immer,
er hat schnell gesagt, okay, dann lieber nicht.
Sebastian
Okay, gesagt, aber er hat es nicht vergessen, ne?
Tina
Nee, das nicht.
Sebastian
Ist ja auch eine schöne Liebeserklärung zu sagen, Mensch, eigentlich mag ich
gern, aber gefällt dir nicht, dann trete ich da zurück.
Tina
Genau.
Sebastian
Ist immer die Frage, ob das immer auf Dauer geht.
Tina
Genau, also aufgrund der Länge
unserer Beziehung haben wir uns ja dann tatsächlich irgendwann geöffnet.
Also aufgrund dieser Joy-Geschichte, das ging im ersten Schritt von mir eigentlich
als Scherz aus, dass ich sagte, hey, da ist eine BDSM-Party in Kiel,
wollen wir da nicht mal hingehen.
Sebastian
Ihr habt so angefangen? Ja.
Tina
Mein Mann guckt mich an und meint nur, ja klar. Und mein Unterkiefer ist bis
unter die Tischplatte geklappt. Und ich war völlig wie jetzt.
Sebastian
Wart ihr da?
Tina
Wir waren da.
Sebastian
Ach, deine erste Party?
Tina
Ja.
Sebastian
Sehr schön.
Tina
Ich bin aber jemand, ich verkleide mich gerne. Es ist mir dann egal, zu welchem Thema.
Sebastian
Was war dein Thema und wie sah dein Outfit aus?
Tina
Sehr züchtig. Ich habe zur BDSM in Kiel, das ist die Fetischtraum,
die kennt man glaube ich auch so, habe ich tatsächlich ganz klassisch,
ich bin auch mega prüde da zu dem Zeitpunkt noch gewesen,
einen Einteiler angehabt und habe mir sogar die Nippel abgeklebt,
weil ich gedacht habe, oh man könnte ja meine Nippel sehen.
Also es war wirklich, ich war einfach wahnsinnig neugierig auf diese ganze Szene,
einfach um zu sehen, was geht eigentlich.
Also wir waren einfach beide sehr, sehr neugierig. Einfach zu gucken,
auf was könnte man sich da einlassen?
Was ist da vielleicht was dabei, was wir jetzt die Jahre, die wir vorher ganz
normalen Sex hatten, ist da vielleicht was, was man ergänzen kann?
Oder jemanden, den man ergänzen kann?
Sebastian
Und was hast du da gesehen und wie hat es dir gefallen?
Tina
Ich fand es mega spannend. Ich finde es total großartig.
Sebastian
Dieses Wort, dieses, oh ja, super, aber ich mag es nicht machen.
Tina
Also ich war wie ein Kind im Bonbonladen, wenn man es so möchte.
Man sieht plötzlich eine Vielfalt von wie Menschen, ich meine,
wenn man jetzt auf die Straße geht, die sehen ja alle gleich aus, die Menschen.
Und wir haben bestimmt alle ihre tollen Leben, aber die Leute,
die auf einer Fetisch-Traum rumlaufen, die sind spannend.
Die gucke ich mir an und ich denke nur, boah, Kopfkino, hoch 10, super.
Sebastian
Okay, aber wie ist denn dein Kopfkino denn, wenn du so verkopft bist und da ja auch eher raus bist?
Gehst du eher in den Bereich Fetisch, wo du sagst, das findest du spannend oder
eher wirklich diesen Bereich Machtgefälle, BDSM, Meister und Sklave?
Also was ist das, wo du sagst, der Aspekt, den finde ich besonders spannend
oder das spricht mich an?
Tina
Also es ist tatsächlich, dass auch wenn ich es immer ablehne,
also wenn es wirklich eintrifft, ist es schon, dass ich mich vom Gefühl her
eigentlich fallen lassen möchte und dass ich die Macht abgeben möchte.
Aber ich habe bislang noch nie jemanden getroffen, der meinen Kopf quasi ausschalten
konnte und sagen konnte, bei dem lasse ich mich jetzt fallen.
Dem vertraue ich so weit, dass der genau meine Grenzen kennt oder diese Grenzen
aktiv umgeht, ohne dass ich halt dieses blöde Gefühl kriege,
dass ich mich nicht mehr wohlfühle.
Das ist so ein ganz seltsamer, ich komme da ganz schlecht.
Sebastian
Da bin ich jetzt aber mal gemein. Du sagst eigentlich ganz deutlich, ich will auch Sub sein.
Ich will das erleben. Ich will Macht abgeben.
Ich will mal unten sein und einfach mal Kopf aus.
Tina
Ja.
Sebastian
Möchtest du gern?
Tina
Ja. Ich kann es aber nicht zulassen.
Sebastian
Jetzt ist ja die Frage, wie geht es dir damit, wenn dein Mann das mit jemand
anderem tut, der nicht du bist und du sagst, das liegt an dir?
Tina
Nee, das ist eine andere Spielart. Das ist was anderes. Also ich möchte als
Sub möchte ich nicht geschlagen werden. Auf keinen Fall.
Also ein bisschen hart anfassen, ja, aber ich möchte eigentlich keine Schmerzen erleiden.
Also zumindest nicht so ein Klaps auf den Po, ja, meinetwegen.
Runterdrücken, ja, meinetwegen.
Aber nicht dieses Bestrafende, das nicht.
Sebastian
Also so eine Art wertschätzender Dienst.
Tina
Ja.
Sebastian
Um das mit Lisas Worten zu sagen, Personal. Immer da sein, dienstbar,
gelobt werden, belohnt werden, auch mal eine Warnung kriegen.
Tina
Ja, ja.
Sebastian
So ein bisschen sich fügen müssen.
Tina
Genau.
Sebastian
Okay, also du bist also voll auf der, ich sag mal, ich würde das wirklich mal
einordnen, auf der DS-Schiene unterwegs. Ja.
Und dein Mann und Moni sind eher so die Fraktion Body Impact.
Spuren, Restriktionen, was körperlich ist.
Moni
Ja.
Sebastian
Aha. Ja, Moni, jetzt komme ich nochmal zu dir.
Was macht er denn mit dir? Ich gehe jetzt einfach mal so Stand heute hin,
damit wir das nicht ewig aufbauen müssen.
Wie geht er miteinander um? Oder wie geht er mit dir um? Und gehst du überhaupt
mit ihm noch um? Oder lässt du ihn einfach nur noch mit dir umgehen?
Moni
Das sind jetzt ganz schön viele Fragen auf einmal.
Sebastian
Okay, machen wir es ganz einfach. Was ist das, wo du sagst, Mensch,
wenn wir uns sehen, das muss sein, das habe ich am liebsten,
das macht Spaß, das brauche ich. Abgesehen vom Sex.
Moni
Moment.
Tina
Mein Mann entstresst dich.
Moni
Ja, das tut er.
Tina
Sowohl im Alltag als dann auch in der Horizontalen.
Moni
Meistens ist es tatsächlich so, dass wir beschließen, wir spielen jetzt.
Oder er sagt, dass wir das jetzt machen, wir haben jetzt Zeit dafür.
Ganz oft kommt in der Regel darin vor, dass er mich schlägt.
Es ist eigentlich relativ selten, dass wir das komplett außen vor lassen.
Es ist eigentlich immer so eine Mischung aus Schmerz und Lust.
Sebastian
Also machst du das alles, weil es geil ist?
Moni
Ja, also weil ich das geil finde. Es ist halt, allein die Androhung reicht schon
dafür aus, dass ich feucht werde.
Also wenn wir jetzt noch nicht spielen, sondern irgendwie noch nicht zu viert
irgendwo unterwegs sind,
Dann reicht schon so ein Griff in den Nacken oder so ein Griff in die Haare
irgendwie schon aus, dass ich schon weiß, was wir heute noch tun werden.
Sebastian
Okay, aber im Prinzip verbindest du die Lust damit.
Also das heißt, der Abend, ich sag mal, ist wirklich ganz besonders orgastisch
oder orgasmusreich und anregend und einfach geil.
Moni
Ja, also wir hatten das auch schon, dass wir ein ganzes Wochenende Zeit hatten
zum Spielen und ich glaube, am Ende waren da acht notierte Orgasmen meinerseits.
Das war schon anstrengend am Ende.
Sebastian
Ja, das glaube ich. Aber dieser Aspekt des Dienen, Gehorchen,
Konsequenz, das ist gar nicht deins.
Moni
Ich bin, glaube ich, zu frech dafür, als dass das irgendwie funktioniert.
Ich widerspreche halt auch total viel.
Sebastian
Gut, Frechheit ist ja immer nur das Signal mehr.
Moni
Ja, aber ja.
Sebastian
Ich will mehr. Da geht noch was.
Moni
Ja, aber es ist jetzt nicht so, dass ich hier ein auf lebendes Möbelstück mache
oder, keine Ahnung, hier alle bediene oder so ähnlich.
Das gibt mir halt auch irgendwie nichts.
Sebastian
Ja, da wären wir wieder bei Tina wieder zurück. Also ich sehe jetzt Moni, das ist Konsens.
das ist Spaß, das ist, ich sag mal, profitieren vom Spiel, einfach weil schöne Zeit,
Ich habe das Gefühl, bei dir ist es so ein bisschen so, dass all genau diese
Sachen, dass das eigentlich genau nicht deins ist, sondern genau umgekehrt.
Es geht nicht darum, dadurch einen besseren Orgasmus zu haben,
sondern es geht um eine innere Ruhe, die du gern hättest.
Tina
Ja. Doch, das fasst es, glaube ich, sehr gut zusammen. Ja.
Moni
Ich bin aber auch am Ende total entspannt, wenn wir fertig sind.
Sebastian
Ja, das hoffe ich.
Moni
Ja, das ist eigentlich immer so.
Sebastian
Ich glaube, du, Dina, du möchtest diesen Konsens gar nicht haben.
Tina
Nö.
Sebastian
Also jede Mitsprache deinerseits führt nur dazu, dass es dich weniger entspannt.
Tina
Ja, das ist tatsächlich so.
Sebastian
So, und jetzt ist das von mir total gemein, weil ich diskutiere ja mit dir so,
als würde ich dich jetzt in die Ecke Sub einordnen.
Tina
Es ist aber auch gar nicht so weit weg. Also ich bin im Alltag sehr tonangebend,
sehr laut, sehr aktiv. Ich möchte Dinge erledigt haben.
Ich möchte, ich plane viel.
Ich bin auch beruflich jemand, der, wie sagt man so schön, Commander ist.
Ich will, dass Dinge erledigt werden und das möglichst effektiv.
Sebastian
Aber jetzt haust du ja Moni.
Tina
Ja.
Sebastian
Wie kommt denn das? Also vielleicht auch nochmal, um den Hörer hier ein bisschen noch mehr zu verwirren.
Es ist tatsächlich so, ihr beide interagiert auch miteinander.
Tina
Ja.
Sebastian
Ich weiß jetzt nicht, das habe ich jetzt vorher nicht erfahren,
ob ihr miteinander, wie soll ich das schnöde sagen, Sex habt.
Tina
Zum Anheizen, ja. Aber manchmal spielen wir schon.
Ja, also doch, wir haben auch, doch auch. Also es ist beide.
Moni
Es kommt immer drauf an, was wir gerade wollen. Also, dass Tina mich dominiert,
hat sich eigentlich aus meinem Geburtstagsgeschenk damals so richtig ergeben.
Die anderen drei haben mir quasi zu meinem Geburtstag, haben mich ewig lange hingehalten.
Ich hasse Überraschungen. Ich finde Überraschungen so schrecklich.
Tina
Ich mag sie vielleicht doch ein bisschen quälen.
Moni
Das macht schon Spaß. Ja, und ich bettel dann immer um, dass ich erfahre,
was ich an Überraschung bekomme.
Tina
Sie ist so neugierig.
Moni
Ja, furchtbar.
Tina
Und sie leidet einfach jedes Mal, jede Frage, die beantwortet wird.
Moni
Ja, und mein Mann ist halt so, der kann halt nicht die Klappe halten,
der vergibt mir das vorher.
Ich habe jedes Jahr es hingekriegt, dass ich vorher wusste, was ich zum Geburtstag
kriege oder zu Weihnachten oder zu was wir uns auch immer irgendwas geschenkt haben.
Und Tina hat mich dann tatsächlich gequält und hat mir das nicht verraten und
hatte, genau, da kommen wir jetzt halt auf das Halsband, was ich geschenkt bekommen
habe, Hat dann halt irgendwann gesagt, so, wenn du jetzt unbedingt was wissen
willst, dann spiel mir jetzt hier mal nach meinen Regeln und dann kriegst du was.
Das musst du dann aber bis dann und dann tragen. Oder das hat sie mir noch gar
nicht erzählt. Sie hat nur gesagt, willst du das wissen und wenn du es wissen
willst, dann musst du halt mit der Konsequenz leben.
Und ich habe natürlich so doof, wie ich war, gesagt, ja, ja,
ich will, ich bin so neugierig.
Und dann hat mein Mann mich noch vorgewandt und hat gesagt, nein,
das willst du nicht. Tu das nicht. Ich habe natürlich nicht auf ihn gehört.
Und am Ende habe ich ein Halsband bekommen und da hieß es, ja,
das trägst du jetzt eine Woche oder so war das, ne?
Tina
Also bis zu deinem Geburtstag musst du es sagen.
Sebastian
War das dieses Halsband?
Tina
Nein, es war ein Hundehalsband.
Moni
Und man hat das auch als Hundehalsband erkannt.
Tina
Definitiv.
Sebastian
Und das ist das Ding der Woche?
Moni
Nein.
Sebastian
Schade, das hätte ich ja sagen können. Es gibt ein Foto davon oder so.
Moni
Nein.
Tina
Ich habe es aber dabei.
Moni
Hast du echt?
Tina
Ja.
Sebastian
Ich bin neugierig.
Tina
Das müsste ich holen.
Sebastian
Ja dann, auf geht's. So, wir haben einen kleinen Break gemacht.
Und Tina hat das Halsband geholt. Jetzt ist nochmal meine Frage, bevor ich es sehe.
Hast du das mit deinem Mann, Tina, zusammen ausgehackt oder war das seine Idee und du warst beteiligt?
Tina
Also die Halsbandgeschichte war so eine gemeinsame Sache.
Also ich bin dann gerne Mithelfer, Helferchen.
Sebastian
Okay, so. Zeig doch mal her.
Tina
Es ist auch wirklich das Fieseste der fiesen Qualitäten. Und man sieht einfach.
Moni
Dass es ein Hundehalsband ist.
Tina
Es ist ein Hundehalsband.
Sebastian
Es ist ein Hundehalsband. Es ist sogar nicht waschbar, sehe ich gerade auf dem Waschetikett.
Tina
Genau.
Sebastian
Es hat eins. Es ist braun. Es klimpert auch ein bisschen in der Verschluss.
Und es sieht auch wirklich nach Hund aus. Aber das kann ja schön und beabsichtigt
sein. Es sind Hundefoten drauf. Vier Stück.
Da hast du viel Schale auf Arbeit getragen in der Woche.
Moni
Tatsächlich.
Sebastian
Also du hast das tatsächlich eine Woche getragen?
Moni
Ich habe das tatsächlich eine Woche getragen und ich habe tatsächlich viel Schal
getragen. Und ich habe ja im Sommer Geburtstag, also im Juli.
Und das war ein bisschen scheiße, ja.
Sebastian
Rund um die Uhr am Stück, sah.
Moni
Ja, also außer zum Duschen, da durfte ich das abnehmen. Weil mit dem Ding duscht
sich das einfach nicht so schön.
Sebastian
Ja, aber das würde das doch eigentlich aushalten.
Moni
Ja, aber ich habe gefragt, ich durfte es zum Duschen abnehmen.
Ich fand das irgendwie nicht so schön, da mit Duschen zu gehen.
Sebastian
Okay, jetzt ist aber der Punkt. Und dein Mann sitzt da und plötzlich hat seine
Frau so ein Ding um, was im Prinzip die ganze Zeit sagt, gehört jemand anderem.
Moni
Interessiert ihn überhaupt nicht, der wusste davon ja. Okay, der hat mit ausgeheckt.
Sebastian
Ja?
Moni
Genau, also ich weiß nicht, ob er mit ausgeheckt hat, aber er hat mich ja vorgewarnt
und hat gesagt, du willst das nicht, sei nicht so neugierig, halt die Klappe.
Tina
Er wollte dich noch schützen.
Moni
Er wollte mich schützen, ja.
Sebastian
Ich mach jetzt mal ein Foto davon.
Und eventuell, ihr habt ja auch die Muße, mal mit ein bisschen Licht,
wenn ihr wollt, könnt ihr da auch nochmal Bilder davon machen,
aber ich würde das gerne wirklich immer in den Kapitelmarken verarbeiten,
dann sieht man das auch ein bisschen.
Aber ich finde das sehr schön. Gut, war das jetzt als Gemeinheit gedacht? Ja, ganz klar.
Tina
Wir wussten, dass sie sehr neugierig ist. Wir haben von ihrem Mann schon gesteckt
gekriegt, dass sie immer versucht, alles rauszukriegen.
Und dann haben wir gedacht, was wäre wohl das Gemeinste? Und dann waren mein
Mann und ich bei einem großen Einkaufsladen und dann lag da dieses Halsband
und wir zwei guckten uns nur an,
nickten einmal. Bingo, genau das brauchen wir.
Sebastian
Das war also jetzt nicht das eigentliche Geschenk, sondern das war die Gemeinheit.
Tina
Das war die Gemeinheit, ja.
Moni
Und ich habe auch tatsächlich nicht so wirklich was rausgefunden.
Also das, was die mir dann erzählt haben, hat mich auch nicht wirklich weitergebrannt.
Tina
Genau, das war dann noch die zweite Gemeinheit. Sie durfte, glaube ich,
eine Frage stellen und sie hat eine Antwort bekommen und die war absolut nicht zielführend.
Sebastian
Aber jetzt, du hast ja jetzt im Prinzip ein Zugehörigkeitssymbol bekommen,
auch wenn es jetzt eher als Gag gedacht war, aber wie fühlt sich das an?
Und möchtest du sowas vielleicht nochmal anders haben?
Moni
Also für mich habe ich das ja jetzt schon anders durch die Kette.
Es ist halt, das ist ja jetzt wirklich tatsächlich echt zu erkennen als Hundehalsband.
Das ist im Alltag wirklich schwierig.
Also ich wollte ja nicht, dass meine Kollegen, ja, also ja, ich habe Hunde und
ja, ich bin auch ein bisschen hundeverrückt, aber deswegen fange ich ja jetzt
nicht an, Halsband zu tragen auf Arbeit.
Und deswegen war das halt tatsächlich echt ein bisschen schwierig für mich.
Und ich hab das halt auch echt versteckt, ne, weil ich wollte nicht,
dass andere Leute das sehen.
So zu Hause war es mir dann nachher egal, ne, weil mein Mann wusste ja sowieso
Bescheid und da hab ich das auch offen getragen, aber halt außerhalb und ja,
auf der Arbeit mit Freunden unterwegs hab ich immer versucht,
das irgendwie zu verstecken.
Nein, tatsächlich nicht. Aber es hat mir schon Spaß gemacht,
dass die halt so mit mir und meiner Neugier spielen und dass die das halt voll
ausgenutzt haben und dass ich ja am Ende ja so doof war und nicht die Klappe halten konnte.
Es hat auch ein bisschen was gebracht in letzter Zeit, dass ich nicht mehr ganz
so neugierig bin und einfach sage, ja okay, dann lasse ich mich jetzt halt überraschen.
Sebastian
Oh, ein Erziehungseffekt, der funktioniert hat.
Tina
Es ist ein Erziehungseffekt, fast ein bisschen schade. Es hat schon ziemlich Spaß gemacht, aber ja.
Moni
Genau, und dann war es ja halt auch nicht mehr so lange bis zu meinem Geburtstag.
Und dann war halt das Doofe, dass ich zu meinem Geburtstag immer nachher noch
nicht wusste, was ich geschenkt bekomme, weil ich eine Kiste bekommen habe,
in der ein Brief drin war, wo drin stand, an welchen Tagen ich die einzelnen Schnipsel öffnen darf.
Und ich hatte halt diesen Brief in der Hand und ich glaube, ich durfte an dem
Tag den ersten Schnipsel schon aufmachen.
Ich wusste aber am Ende immer noch nicht, was ich eigentlich geschenkt gekriegt habe.
Tina
Also es war eine Art von, ja, Adventskalender und jeder Schnipsel hat ein bisschen
was mehr verraten oder gar nichts verraten.
Also manchmal stand glaube ich auch nur drauf, den nächsten Schnipsel darfst
du dann und dann aufmachen. Also so ganz fiese Geschichten waren dazwischen.
Sebastian
Okay, und was war es jetzt? Jetzt bin ich ungeduldig.
Moni
Am Ende war es ein ganzes Wochenende, 24 Stunden.
Auf jeden Fall haben Tina und ich dann Zeit zusammen bekommen.
Tina
Also es war ein Ladies Night, Ladies Wochenende.
Moni
Genau, mit Ich liebe Sushi. Wir haben Sushi selber gemacht und haben dann danach zusammen gespielt.
Tina
Ja.
Sebastian
Das war so geplant für euch?
Tina
Es war auch so geplant. Also so richtig schön minutiös durchgeplant.
Sebastian
So, jetzt ist ja, ja, jetzt kommen ja meine Überlegungen. Da du ja,
Gina, da so das planvolle, langfristige Spiel, das unterstelle ich jetzt, magst und...
Ja, Moni, tut mir leid, du scheinst die Einschläge zu mögen.
Das ist ja eine Herausforderung für euch beide. Also ich rede immer von der
Kompatibilität von Spielpartnern.
Und von dem, was ich jetzt weiß, seid ihr ja überhaupt, also wenn ihr beide
subwäret in der Überlegung, dann wärt ihr völlig inkompatibel.
Tina
Ja, das stimmt.
Sebastian
Also zwei Menschen, die wirklich Gegensätze bilden. Wie könnt ihr dann China
Du Top, Moni Du Sub, wie habt ihr miteinander interagiert?
Tina
Also dadurch, dass ich einen festen Plan hatte und quasi meine Ideen hatte,
wusste ich, was ich machen möchte,
habe mir aber zum Ende hin das offen gelassen, wo ich gesagt habe,
okay, jetzt habe ich das ausprobiert, was ich schon immer mal ausprobieren wollte,
weil ich habe noch vorher noch nie mit einer Frau gespielt.
Also brauchte ich eine Richtlinie, an der ich mich irgendwie langhangeln kann
oder dass ich da stehe und sage, ich weiß nicht, was ich tun soll.
Sebastian
Wer hat den Plan gemacht? Du allein, du mit deinem Mann oder ihr drei oder wer hat darin gearbeitet?
Tina
Tatsächlich mein Mann und ich. Also ich habe mir von ihm immer mal so ein bisschen
erzählen lassen, was er so macht und dann habe ich überlegt,
was ich mal gerne davon ausprobieren möchte oder was ich noch für eigene Ideen habe.
weil ich auch nicht doch dann immer Angst habe jemandem wirklich weh zu tun
oder was zuzufügen, was er vielleicht nicht möchte.
Sebastian
Du hast jetzt zwei Minuten mit dem Plan geredet und nichts davon verraten Was
stand denn in diesem Plan? Du möchtest es doch bestimmt sagen.
Tina
In dem Plan stand drin dass ich sie fixieren möchte dass ich die Gärte einsetzen
möchte dass ich ihren Körper erforschen möchte Ja Ja,
das habe ich auch alles so durchgezogen.
Fand ich super spannend, hat super viel Spaß gemacht. Das Muster war großartig,
was die Gerte dann hinterlassen hat.
Moni
War ein bisschen schmerzhaft zwischendurch.
Tina
Ja, das sollte es ja dann aber auch. Das war ja noch, also ich hätte halt immer
die Hemmung gehabt, dich noch weiterzutreiben.
Da bin ich dann tatsächlich so, wo ich sage, okay.
Sebastian
Moni, ganz kurz, war sie grausamer als ihr Mann?
Moni
Als ihr Mann? äh, nee, quasi nicht.
Tina
Und dann habe ich es eben offen gehalten und habe halt auch gesagt,
so, wie wollen wir jetzt weiter verfahren ähm, wollen wir jetzt einfach nur
Sex haben oder sollen willst du mich jetzt mal, äh,
Und ich weiß nicht mehr genau, was wir gemacht haben. Ich weiß,
dass wir noch Sex hatten, aber ich weiß nicht, ob du dann noch, nee, ne?
Moni
Nee.
Sebastian
Okay, warum nicht? Moni, wolltest du nicht?
Moni
Nee, hab ich, also.
Sebastian
Das wäre doch die Gelegenheit gewesen.
Moni
Naja, ist ja schon so, dass ich mit meinem Meister, ist das schon so,
dass wenn ich so neugierig bin und wir irgendwas Neues haben und dann will ich
halt auch wissen, wie sich das anfühlt, ne?
Also nicht, wie sich das bei mir anfühlt, sondern wie sich das anfühlt,
wenn man das selber macht. Dann ist es halt auch ganz oft so,
dass ich ihn frage, hey, darf ich das mal an dir ausprobieren?
Sebastian
Gut, aber du hattest ja jetzt die einmalige Einladung dazu, ich sag mal,
den Schergen des Meister zu packen und zu… Reizt.
Moni
Mich überhaupt nicht. Ich finde es einfach toll, quasi an der Tür die Kontrolle
abgeben zu können und nicht mehr bestimmen zu müssen, was als nächstes passiert.
Sebastian
Gut, aber jetzt hast du ja eine Einladung bekommen, Kompliment von Tina gewesen
zu sein, zu sagen, okay, du könntest jetzt, ich würde dich das machen lassen.
Und warum war das auf deiner Liste drauf überhaupt, Tina?
aus Neugier?
Tina
Aus Neugier.
Sebastian
Oder aus Gerechtigkeitsgefühl? Ich habe sie geärgert, jetzt darf sie mich auch mal ärgern.
Tina
Ich glaube eher aus Neugier. Also weil, nee, witzigerweise hätte ich von ihr,
glaube ich, auch gar keine, ich sage mal, Rache erwartet.
Sebastian
Rache ist jetzt auch ein blödes Wort.
Tina
Ja, ich sage mal, um das auszugleichen oder so, dass sie sagt,
Mensch, das waren jetzt zehn Schläge, die ich jetzt auf meinen nacken Hintern
von dir bekommen habe, jetzt kriegst du auch zehn.
Das hatte ich gar nicht erwartet, dass das kommt. Also es war wirklich mehr
so, ich würde jetzt hier die Kontrolle abgeben und traue ihr zu,
dadurch, dass sie ja weiß,
wie viel Schmerz man dann so erträgt und welche Spielarten man vielleicht auch
einfach dann schon machen kann.
Einfach, dass sie mehr Erfahrung hatte, dass sie es dann auch an mir hätte machen dürfen.
Sebastian
Also ich merke ja so ein bisschen, das ist immer so eine 3 plus 1 Situation.
Drei Leute planen irgendetwas, um dann Person 4 so ein bisschen zu beschenken,
was vorzugeben, weiterzutreiben. Stimmt das so?
Moni
Das ist jetzt eigentlich nur zweimal zu den Geburtstagen. Also wir hatten bis
jetzt quasi nur den Geburtstag von meinem Meister und meinen Geburtstag.
Und die anderen beiden Geburtstage kommen jetzt erst noch.
Tina
Also es ist tatsächlich für unseren Urlaub, der nächste Woche Samstag kommt,
wieder etwas in die Richtung geplant.
Deswegen habe ich auch tatsächlich das Halsband dabei und ich ärgere tatsächlich
Moni gerade schon, indem ich auf dem Tisch ein Klemmbrett liegen habe,
wo ein kleines Heftchen drin ist, wo ich bereits Dinge aufgeschrieben habe,
die ich gerne mit ihr machen möchte und das alles in Dänemark.
Sebastian
Aber sie darf es nicht sehen.
Tina
Nein, nein.
Sebastian
Darf ich denn da reingucken?
Tina
Ja.
Sebastian
Ich darf jetzt nicht zu laut verlesen, ja?
Moni
Doch, tue mal.
Tina
Nein, nein, nein.
Sebastian
Okay, wir machen das so. Ihr fahrt nächste Woche, ja?
Tina
Ja.
Sebastian
Okay, ich werde länger brauchen, bis diese Folge veröffentlicht wird. Haha.
Das heißt, ich gönne den Hörern, dieses Podcast etwas zu wissen,
was du noch nicht weißt, Moni.
Tina
Ich erkläre es einmal kurz, ohne was über den Inhalt zu sagen.
Das sind alles Mittel zum Zweck. Ich entwickle mich ja auch weiter.
Wir haben ja vorhin schon gehört, dass so gewisse Dinge nichts für Moni sind,
was so den Service-Gedanken angeht.
Sebastian
Ich lese hier mal ganz fleißig.
Moni
Ja, lies mal laut vor. Mach mal.
Tina
Aber das sind einfach meine, wo ich denke, wo ich Freude dran habe,
Moni in einem gewissen Kampf zu sehen und sie dann, sollte sie es nicht machen,
nicht richtig machen, sanktionieren kann.
Sebastian
Ich kann mit einem Wort, könnte ich alles verraten, was hier steht, ist, tue ich nicht.
Moni
Och, schade. Warum denn nicht? Damit würdest du meine Neugierde sehr befriedigen, Ned.
Sebastian
Okay, aber ich sehe schon, wo das hinführt. Vielleicht packe ich auch wieder
so einen Nachtrag an die Folge ran oder so. Dankeschön, dass ich da mal reingucken dürfte.
Moni
Sprachnachrichten von Tina.
Tina
Sprachnachrichten, ja.
Sebastian
Ja, das gibt es tatsächlich ja inzwischen. Man kann da ja mal ein bisschen was machen.
Ich merke aber, Tina, dass eigentlich
hat Moni zwei Tops, nämlich einmal ihren Meister und das Meister,
böse Seite an der Seite.
Moni
Aber es ist tatsächlich so, dass wir zusammen nicht so viel machen. Also es ist eher selten.
Ich glaube, in dem Dreivierteljahr ist das jetzt zwei oder dreimal vorgekommen.
Aber es ist völlig anders. Genau, es ist komplett anders und überwiegend spiele
ich halt wirklich mit meinem Meister.
Das ist halt viel, viel mehr.
Tina
Es ist aber auch so, dass ich irgendwo noch so meinen Weg suche.
Wie wir ja auch schon im Gespräch so festgestellt haben, ich weiß nicht genau,
bin ich Fisch, bin ich Fleisch, was möchte ich eigentlich, was finde ich gut?
Und das ist was, wo ich sage, da geht der Pedant in mir voll mit d'accord.
Das ist so richtig, das ist so meine Welt und jetzt können wir hier Dinge abhaken.
und dann können wir mal gucken.
Es kann auch sein, dass das Moni überhaupt nicht gefällt, dass sie von vornherein
sagt, boah, give me funny Faf. Das finde ich total doof.
Sebastian
Ja, aber das willst du, glaube ich. Das alles, was da steht,
ist genau das. Das ist alles genau das Gegenteil von dem, was Moni erzählt hat, was sie gut findet.
Tina
Genau.
Moni
Super.
Tina
Genau.
Sebastian
Liebe Hörer, jetzt ärgern wir euch damit so ein bisschen. Also ich setze mich
dafür ein, dass ihr zumindest in den Shownotes mehr erfahren könnt.
Tina
Ja.
Sebastian
Darüber. Wie gesagt, ich nehme Kopien, Fotografien dieser Zettel oder eine Abschrift
ist völlig in Ordnung, wobei das ist jetzt natürlich immer eine Frage,
da will man so ein Spiel öffentlich ausbreiten.
Wir kommen aber so ein bisschen weg von dem roten Faden, den ich eh nicht hatte.
Klar, ich habe die Jungs ja auch nur fünf Minuten meinem Kaffee und Kuchen kennengelernt.
Vier Personen mit völlig unterschiedlichem Fokus.
Moni
Ja, es ist tatsächlich so, dass wir festgestellt haben, dass wir ziemlich viele
Gemeinsamkeiten haben.
Tina
Ja, also mein Mann und Moni sind sich auf vielen Gebieten sehr, sehr, sehr ähnlich.
Also dein Mann und ich haben ähnliche Punkte, wo wir beide die Augen verdrehen,
wenn ihr gerade Dinge im Haushalt wieder genau da fallen und stehen gelassen habt,
wo wir schon, also wir konnten da schon voraussagen, dass das passiert.
und ich verstehe mich einfach wahnsinnig gut daher mit deinem Mann.
Wir sind dann auch Leidensgenossen, aber andersrum ist es, glaube ich, sehr ähnlich.
Moni
Es ist tatsächlich so, dass Tina und mein Mann sehr viel über die Arbeit reden.
Ich kann mit der Arbeit von meinem Mann nicht so viel anfangen und ich kann
da sitzen und immer nicken und sagen, ja, schön, mach mal.
Und Tina kann da irgendwie besser das Leid mit ihm teilen und keine Ahnung,
die können sich stundenlang über die Arbeit unterhalten. Ich finde das total
schrecklich. Furchtbar.
Und es gibt halt auch noch ganz
viele andere Sachen, die uns schon mal aufgefallen sind, die sehr ähnlich.
Irgendwo gibt es immer eine Komponente, die irgendwie bei irgendwem von uns
vieren wieder zu irgendjemandem anderen passt.
Wir hätten das eigentlich mal aufschreiben sollen im Laufe der Zeit.
Sebastian
Ja, aber lass mich mal da mal fragen, gibt es denn auch Grenzen,
wo ihr sagt, oh, das sind Dinge, da fühlen wir uns alle nicht so wohl mit.
Moni
Wo wir uns alle nicht wohlfühlen?
Sebastian
Naja, nicht alle oder wo sich, ihr habt ja am Anfang genau definiert,
wenn sich einer nicht wohlfühlt mit etwas, dann ist das ein Ding,
worauf auf jeden Fall Rücksicht genommen werden muss.
Moni
Ja, aber mittlerweile ist es so, wenn einer irgendwo ein Problem mit hat,
dann sagt er das einfach und dann wird das in der Konstellation zu viel diskutiert
oder halt mit den Leuten, die es betrifft, wird das diskutiert und aus der Welt geräumt.
Tina
Also wir hatten zuerst ganz, ganz viele Regeln. Also wie, wir übernachten nicht
in den, also Schlafzimmer sind tabu, total.
Schlafzimmer, geht kein Weg dran, also geht gar nicht.
Sebastian
Der Raum im Haus, der für Sex gebaut ist, wird im Prinzip dafür nicht genutzt.
Tina
Ja, also wir haben ein Gästezimmer und das war dann eben dafür zu nutzen.
Moni
Und die andere Hälfte musste auf der Couch unten schlafen.
Tina
Genau. Also wir hatten tatsächlich die Schlafzimmer- und Couch-Variante.
Aber das waren meistens von meinem Mann Regeln aufgestellt, weil er einfach
sagte so, nee, stopp, das geht für ihn nicht. Und irgendwann war es dann so, ja nee, wieso?
Klar könnt ihr im Schlafzimmer schlafen. Okay.
Also die sind recht schnell alle gekippt, die ganzen Regeln.
Also man hat immer erst so gedacht, okay, ich muss jetzt irgendwie noch so eine
safe, also auf keinen Fall sollte dein Mann auf seinem Kopfkissen schlafen.
Ist ihm mittlerweile völlig lax.
Sebastian
Ihr sagt, also wenn ich jetzt rate und irgendwie Grenzen oder wenn ich irgendwelche
Konstellationen mir im Kopf ausdenke, dann sagt ihr, das ist alles kein Problem.
Moni
Macht doch mal.
Sebastian
Nehmen wir mal ein Beispiel. Irgendwer von euch holt noch irgendwen dazu.
Moni
Ist noch nicht passiert.
Tina
Ist noch nicht passiert, müsste abgesprochen werden.
Moni
Wird höchstwahrscheinlich irgendwann mal passieren.
Sebastian
Okay.
Moni
Wir gehen ja auch gemeinsam auf
Partys. Also entweder ich und mein Meister oder wir gehen alle zu viert.
Tina
Wir waren auch schon gemeinsam im Club.
Moni
Wir waren jetzt auch gemeinsam im Cartonium.
Tina
Und im Swingerclub waren wir auch schon gemeinsam.
Moni
Und bei der Fetischtraum? Fetischtraum waren wir auch schon gemeinsam.
Tina
Und es gab halt immer die Ansage, es müssen alle damit einverstanden sein.
Also es wird halt einmal kurz besprochen, ja, nein, wer?
Moni
Ja, nein, vielleicht.
Sebastian
Und wer, der wird dann wegdiskutiert. Nein, das macht ihr ja nicht.
Moni
Das wer gab es halt einfach bis jetzt noch nicht. Es hat sich nicht ergeben
und wir brauchen das gerade irgendwie auch nicht.
Tina
Nee, also spannend war die Entwicklung, wir haben eine gemeinsame Nachrichtengruppe,
also WhatsApp, beziehungsweise die hieß erst wir vier exklusiv, was schon so,
okay, das hat irgendwie bei uns gesettelt, dass wir uns jetzt nicht noch mit
anderen Paaren treffen.
Also, dass man sagt, man ist zwar irgendwie noch bei Joy, aber man trifft sich
irgendwie nicht mehr mit anderen Paaren.
Sebastian
Liegt dir darauf Wert?
Moni
Es müsste abgesprochen werden. Es müsste abgesprochen werden.
Wenn Tina und ihr Mann das jetzt hinter unserem Rücken machen würden,
fänden wir das, glaube ich, nicht so lustig.
Tina
Genau, das wäre ein Vertrauensbruch.
Moni
Ja, das wäre andersrum aber genauso.
Tina
Ja, und jetzt sind wir die gewagte Theorie.
Sebastian
Gewagte Theorie, möchtet ihr die ausführen?
Moni
Dieser Gruppenname hat sich irgendwie in der Zwischenzeit vorher schon irgendwie 500 Mal geändert.
Manchmal hat er sich so einmal am Tag geändert und die gewagte Theorie ist jetzt schon ziemlich lang.
Tina
Gewagt kann ja zwei Bedeutungen haben.
Etwas ist gewagt, so, oh, das ist jetzt aber gewagt? Oder es ist wirklich,
dass die Theorie in die Praxis umgesetzt wurde?
Sebastian
Ich spoiler mal rein, ihr plant, ein gemeinsames Haus zu kaufen. Darf ich das sagen?
Moni
Darfst du sagen, wir träumen davon.
Sebastian
Ihr habt also langfristige Ziele und Pläne zu viert.
Moni
Ja. Wir haben uns tatsächlich auch vor kurzem gerade ein Haus angeguckt.
Das war so, die Immonet-App mal runtergeladen, mal geguckt, was es in dem Preis-Budget
und in der Größe gibt, was wir suchen und an dem Ort, also das ist halt das
größte Problem, dass das halt ortstechnisch so ein bisschen gebunden ist,
und haben da dann was gefunden, was irgendwie gepasst hätte und ganz nett klang,
war aber der letzte Schrott.
Tina
Ja, war tatsächlich eine ganz, ganz schlimme Immobilie.
Moni
War aber sehr lustig, zu viert eine Hausbesichtigung zu machen,
weil jeder auf irgendwas anderes geachtet hat, weil man da so steht und denkt
so, alter, da komm ich überhaupt nicht drauf.
Sebastian
Ich fände ganz ehrlich spannend an der Geschichte, den Termin bei der Bank,
wo man sagen kann, ja Bonität ist kein Thema, wir schmeißen hier viermal Bonität in den Topf.
Der Bankmensch, der guckt ja einen auch nur blöd an, weil das ist ja keine Doppelhaushälfte dann.
Tina
Wir haben uns schon über Kaufverträge und Grundbucheintragungen haben wir schon
diskutiert, wer dann wie irgendwie mit im Grundbuch eingetragen ist und wie
das mit der Versicherung denn ist und so.
Sebastian
Okay, ihr geht das also wirklich langfristig an, aber sag mal,
ihr seid jetzt, ihr vier seid jetzt im Prinzip nicht mal ein Jahr zusammen und
macht schon Pläne für den Rest des Lebens.
Tina
Ja, also da wir auch kindermäßig da eine sehr ähnliche Einstellung haben,
wir haben keine Kinder, ihr habt Hunde, das reicht auch an Verantwortung.
Moni
Nicht, wir haben keine Kinder, wir wollen alle irgendwie keine Kinder.
Sebastian
Okay, ihr wollt alle keine Kinder.
Das wäre nämlich, ich hatte das eben überlegt, ist das hier ein Thema?
Also es ist jetzt nicht so, dass ihr plant da irgendwie wild,
irgendwer macht irgendwie Kinder.
Ich glaube, da wäre nämlich auch eine Grenze, glaube ich, die… Genau.
Tina
Wir sind keine Kommune. Also es ist nicht so freie Liebe und jeder kann und
jeder möchte und irgendwie so, sondern es ist wirklich ganz klar,
wir werden auch zwei Häuser haben, die zwar irgendwie verbunden sind,
aber es ist schon, jeder hat schon noch so seinen, wie sich das im Alltag dann
gestaltet, muss man dann sehen.
Moni
Das ist der Plan bis jetzt.
Sebastian
Es gibt also eine Doppelhaushälfte, wo das Nutella-Glas mit abgerissenem Deckel
ist und eine Hälfte wohl noch dran ist.
Moni
So ist der Plan bis jetzt.
Tina
Da wäre ich mir jetzt auch nicht so sicher, wo denn das Nutella-Glas steht.
Moni
Obwohl, ja, das würde höchstwahrscheinlich nur in einer Hälfte stehen,
weil die andere Hälfte ist einfach kein Nutella.
Tina
Moni und mein Mann essen nichts Süßes.
Moni
Das ist wieder dieses, wir sind uns sehr einig bei dem, was wir da tun.
Aber das ist bis jetzt der Plan.
Wer weiß, ob sich das nicht irgendwann, Plan war mal so grob in vier bis fünf
Jahren, das rauszukaufen.
Tina
Ja, das ist, glaube ich, eher realistisch.
Sebastian
Ich frage euch dann. Wenn ihr einzieht, dann setzen wir uns noch mal zusammen.
Und dann können wir einmal entweder darüber sprechen, wie es dazu kam,
dass irgendwer die Hütte angesteckt hat oder warum das jetzt alles so ist, wie es ist.
Moni
Vielleicht wird das dann halt auch irgendwie sowas wie eine große WGE am Ende.
Sebastian
Jetzt lass uns aber noch mal ein bisschen zurückkommen zu diesem ganzen BDSM-Gedöns.
Tina
Also das Haus hätte ein Spielzimmer.
Moni
Ja, das ist...
Tina
Ja, definitiv. Also es ist auch so, dass wir schon ein Spielzimmer haben,
weil wir einfach mehr… Gästezimmer.
Das ist nochmal ein nettes Gästezimmer, was eindeutig auf Spielen ausgelegt
ist, inklusive Deckenhaken und allem Gedöns, was man so braucht.
Sebastian
Lass mich immer noch so ein bisschen gucken. Das interessiert mich einfach,
weil ich das für mich persönlich als am intensivsten und einschneidendsten sehe.
Ich in meiner Beziehung, wir in unserer Beziehung, je nachdem wie man das jetzt
sehen will, wir haben halt so kleine Regeln, so kleine Dinge,
die schön sind, die uns auch miteinander verbinden.
wenn dein Meister dir jetzt was aufbürdet, wie verhalte ich in Zukunft so und so,
dann trägst du das deinem Mann ja immer vor.
Moni
Nicht immer.
Sebastian
Die Frage ist immer, genießt er das eher und sagt, ach das ist ja spannend,
du machst das seit neuestem so und so,
oder muss man sich da ein bisschen zurückhalten und sagen, nee,
er will ja eigentlich damit gar nichts zu tun haben und dann muss er dich jetzt
nicht noch mehr als Sub quasi um sich haben.
Moni
Das ist schwer zu sagen tatsächlich. Also er hat irgendwann mal gesagt von wegen,
hey, du kannst mir alles erzählen, du musst aber nicht.
Also wenn er mich fragt, erzähle ich ihm was. Und wenn ich das Bedürfnis habe,
ihm was davon zu erzählen, erzähle ich es ihm auch.
Aber er ist auch nicht böse darum, wenn er irgendwas nicht weiß.
Sebastian
Das war die perfekte Antwort auf die Frage, die ich eigentlich stellen wollte.
Moni
Sehr gut.
Sebastian
Nehmen wir mal den Punkt beschädigte Ware. Du hast jetzt irgendwelche Spuren
und blaue Flecken am Hintern und so weiter und so fort.
Moni
Das findet der spannend und fragt mich dann immer, wie wir das schon wieder
hingekriegt haben. Ich kriege allerdings relativ leicht blaue Flecken.
Das heißt, auch bevor ich mit meinem Meister irgendwas gemacht habe,
hatte ich ständig irgendwo blaue Flecken.
Sebastian
Ja gut, aber die sind ja beschädigte Ware.
Moni
Ja, ist okay. Das interessiert ihn nicht. Also wenn es jetzt halt nicht dauerhaft
beschädigt ist, also so blaue Flecken und sowas.
Er findet das dann wirklich spannend und sagt dann immer, wie habt ihr das denn
schon wieder hingekriegt?
Und lässt sich das dann erklären und vielleicht auch mal zeigen?
Tina
Ich glaube, um das zu ergänzen, ich glaube, dein Mann findet beschädigte Ware ganz gut.
Moni
Findet er? Das müssten wir ihn jetzt selber fragen.
Sebastian
Was heißt denn das? Er findet das ganz gut.
Tina
Bereits benutzt, findet er ganz gut.
Moni
Erzähl doch mal.
Tina
Was dein Mann und ich sehr gut können, ist Dirty Talk.
Moni
Ja.
Tina
Das war das mit dem, in der Fantasie finde ich es meistens schöner als in der
Realität. Also kann man ja zumindest verbal etwas suggerieren.
Sebastian
Wer flüstert wem?
Tina
Wir flüstern beide. Und das kann dann halt auch sein, dass das die, ja.
Moni
Beschädigte Ware?
Tina
Dass es die beschädigte Ware ist, die er dann nochmal quasi benutzen darf, möchte.
Sebastian
Ich versuche es mal ganz gewagt. Moni, dein Mann steht einfach drauf,
wenn seine Frau von jemand anderem gefickt und benutzt wurde?
Moni
Anscheinend, ja.
Tina
Ja.
Moni
Das ist halt alles irgendwie wie Arsch auf Eimer bei uns, bei allen vielen.
Sebastian
Ja, jetzt ist natürlich mal das Problem, meine Kreativität ist manchmal komisch,
aber in diesem Fall, nehmen wir mal an, Chinas Mann verordnet Moni sowas wie
Keuschhaltung, Entzug von Sex.
Dann kann ja Moni dein Mann auch nicht mehr ran, weil du bist ja quasi geblockt.
Moni
Hatten wir ehrlich gesagt noch nicht.
Sebastian
Ja, ehe wenn.
Tina
Würde dein Mann, glaube ich, nicht so schlimm finden, weil er ja auch eher unterwürfig
ist, so im Alltag, also so im Ganzen.
Also wenn ihm was diktiert wird, ich glaube, das findet er auch schon ganz gut.
Sebastian
Alternative.
Tina
Deswegen wäre ihm das glaube ich verhältnismäßig, es ist so ein bisschen die Frage der Zeit.
Moni
Wenn wir jetzt hier von zwei oder drei Wochen reden, ja okay. Aber auf Dauer?
Tina
Letztlich nein.
Sebastian
Nicht auf Dauer, aber halt wirklich der Punkt, er beschließt,
nee, pass mal auf, du brauchst jetzt hier mal eine Pause von irgendwas.
Und das hat ja eben, also es geht halt darum, das ist eine Regel,
die wird dir auferlegt, aber sie hat auf deinen Mann einen Einfluss.
Moni
Ich glaube, das ist wieder so Absprachesache. Wenn die beiden Männer das vorher
kommen und sagen, hey, ist das okay für dich?
Dann funktioniert das bestimmt. Es muss halt einen abgesteckten Rahmen geben, für welchen Zeitraum.
Sebastian
Also da kann man jetzt auch spekulieren, möglicherweise ist das ja auch dann
für deinen Mann nochmal besonders interessant, dich dann doch rumkriegen zu wollen.
Moni
Könnte natürlich sein.
Sebastian
Du musst dann nämlich nicht nur erstens dich zügeln, sondern auch noch ihn,
wie er versucht, dich zum Brechen regeln. Na ja, Gott, so könnte man jetzt.
Moni
Jetzt bringen die hier nicht noch auf dumme Ideen.
Sebastian
Ja, ich mag immer diese Zielkonflikte, Zielkonflikte, wenn man dann unlösbare Regeln hat.
Jeder hat ein anderes Ziel, es ist nicht vereinbar. Die Frage ist nur,
für wen sind die Konsequenzen schlimmer?
Tina
Meistens für Moni.
Moni
Ja, tatsächlich.
Sebastian
Ich sehe Tinas Hirn rattern. Vielleicht kann das ja auch auf diesen Zettel für den Urlaub.
Moni
Vielleicht sollten wir uns direkt nach dem Urlaub nochmal wieder treffen.
Sebastian
Je nachdem, wer da noch lebendig ist.
Moni
Ich hoffe, alle.
Tina
Ja, nein, nein, nein. Beschädigte Ware ja, aber nicht zerstörte Ware.
dann haben wir alle ein Problem.
Sebastian
Man kann ja nicht alles vorher verhandeln und alles vorher besprechen und jede
Regelung für alles treffen.
Gibt ja auch mal wirklich den Punkt des Missverständnisses.
Moni
Also es gab einmal die Situation, dass ich tierisch eifersüchtig war.
Es war so, wir waren zu dritt hier zu Hause.
Mein Meister war in Schweden oder einfach weg, nicht da und Tina ist zu uns
gekommen, weil sie halt auch nicht alleine zu Hause sein wollte.
Abgemacht war, dass Tina und mein Mann zu einem Gin-Festival hier in Lübeck gehen.
Die trinken halt total gerne, das ist auch wieder total bescheuern,
die trinken echt gerne Gin zusammen. Ich finde Gin total abartig.
Und mein Meister und ich, wir trinken Rum und Whisky. Das finden die beiden total abartig.
Sebastian
Ich mag Gin auch nicht, aber beim Gin-Tasting ist immer ein Toller dabei und
ich kann mich an den halben Abend nicht erinnern.
Moni
Auf jeden Fall sind die zu diesem Gin-Tasting gegangen und ich war hier zu Hause
und hatte mir, glaube ich, noch eine Freundin eingeladen zum Whisky trinken oder so.
Am Ende habe ich dann irgendwann die Nachricht bekommen, ja,
wir sind dann jetzt in meiner Lieblings-Cocktail-Bar und sind jetzt Cocktails
trinken und dann war ich tierisch eifersüchtig, weil ich, also zu dem Gin-Fest
hier wollte ich nicht, ne, aber Cocktails trinken wäre ich gerne mit denen gegangen.
Die haben sich wohl auch den ganzen Abend nur über die Arbeit unterhalten,
wäre total langweilig für mich gewesen, aber...
Tina
Genau, wir haben es versäumt, ähm,
Moni zu fragen, wir ziehen jetzt noch weiter, weil das Djinn-Festival so grottenschlecht war.
Da war nichts dabei und es war alles viel zu teuer und es war fürchterlich.
Es war viel zu klein, es war doof.
Und dann sind wir halt wirklich total spontan weitergezogen und hatten leider
dann, als wir abends wieder kamen, ein absolutes Häuflein-Elend hier.
Und mussten sie erstmal wirklich wieder auffangen, weil das war ja gar nicht
unsere Intention, sie jetzt quasi zu hintergehen, Sondern wir haben dann sofort
dazugelernt, dass wir gesagt haben, nächstes Mal fragen wir natürlich sofort, ob sie auch mit möchte.
Weil es ging uns nicht darum, sie auszuschließen, sondern wir waren einfach
zu trottelig, um zu fragen.
Moni
Genau, und ich fand das scheiße.
Tina
Ja.
Moni
Ich wollte auch gefragt werden. Ich wäre höchstwahrscheinlich nicht hinterhergefahren,
weil wir wohnen ja ein bisschen außerhalb von der Stadt und das wäre alles wieder
mega kompliziert gewesen. Aber ich wäre halt gern gefragt worden.
Sebastian
Es gibt immer pro Person drei andere Bezugspersonen, mit denen man jeweils so
eigene Dinge hat, die man für sich zu zweit hat.
Tina
Ja.
Moni
Es bedarf halt sehr viel Kommunikation. Also in einer Beziehung muss man ja
schon viel kommunizieren, aber in so einer Doppelbeziehung muss man richtig viel kommunizieren.
Sebastian
Ja, ich mag da jetzt mal sagen, an der Stelle tatsächlich, wenn man da den kompletten
Überblick über Poly und die Möglichkeiten haben will, da gibt es richtig tolle Podcasts.
Vielleicht packe ich noch ein paar Links in die Show Notes tatsächlich rein.
Ich glaube, das ist noch unübersichtlicher als das ganze Themengebiet BDSM und
da gibt es ja eine riesen Überschneidung und ich bin da tatsächlich ein ganz
schlechter Gesprächspartner, das irgendwie auch einzuordnen,
weil da habe ich einfach wenig Erfahrung,
die dann auch funktioniert hätte, um das mal verklausuliert zu formulieren.
Tina
Es ist aber eigentlich wie im BDSM, besteht ja auch einfach fast alles erstmal
aus Kommunikation, ob das nur verbal oder nonverbal ist.
Es gibt immer irgendwie eine Absprache vorher oder zumindest,
dass man Wünsche ausspricht und dieses Kommunizieren ist wirklich was,
was wir alle sehr intensiv betreiben.
Es wird weder blind darauf losgeprügelt, noch es wird auch vorher abgesprochen,
was eingekauft wird zum Essen, damit ja keiner Oliven kriegt.
Sebastian
Ich glaube, das ist aber generell so. Wir haben eine gesellschaftliche Prägung,
dass Sexualität, in welcher Form auch immer, im intimen geheimen Rahmen bleiben soll.
Und sobald man anfängt zu kommunizieren, wird es spannend im Leben.
Tina
Ja, da ist das Wort wieder spannend.
Sebastian
Apropos spannend, ich bin gespannt, ich habe nämlich eine Überleitung zum Ding der Woche.
weiß, es lag hier, nein, es liegt da immer noch rum unter meinem Hasen,
der jetzt irgendwie dreimal durchgebonditzt wurde.
Moni
Ja. Ich kann das ja eigentlich gar nicht, aber ich finde so schlecht sieht es gar nicht aus.
Sebastian
Also im Vergleich mit mir, und ich habe es wirklich auch mal versucht mit einer
Lichterkette, ich würde dem da jetzt nur zwei geben.
Moni
Cool. Kannst du den auch in die fotografieren und in die Shownotes?
Sebastian
Ja, aber selbstverständlich.
Moni
Sehr cool.
Sebastian
Machen wir. So.
Moni
Dann melden sich bestimmt nachher Leute und sagen.
Sebastian
Jetzt in der Woche, ich bin ungeduldig. Guck mal, wir sind jetzt hier seit 8 Uhr heiliger am Machen.
Ich sehe ein quadratisches, ich würde
sagen ein Federmäppchen mit einem Reißverschluss aus Leder das Ganze.
Ah, ich habe es jetzt in die Hand bekommen. Ich erkläre mal,
ich habe hier etwas Quadratisches, 5 cm breit, 25 cm lang.
Da könnte jetzt so ein 20 cm Schullinial drin sein. Es ist aus Leder.
Es steht das Logo eines Online-Shops drauf. Darf ich es aufmachen?
Moni
Ja, warte. Das ist quasi das erste Spielzeug, was mein Meister und ich uns zusammengekauft haben.
Sebastian
Okay, ich bin gespannt. Ich mache jetzt den Reißverschluss auf.
Also es kann nicht mehr als 30, 40 Gramm wiegen. Ah, ich klappe es mal auf.
So, was haben wir denn da? Etwas wunderschönes, ganz einfaches und doch so schönes.
Ein Nadelrad. So eins habe ich auch.
Moni
Wir haben auch noch eins mit mehreren.
Sebastian
Ja, aber das passt hier schön rein, ne?
Moni
Ja, das passt. Für das andere haben wir auch tatsächlich gleich eine Hülle mitgekauft,
weil wir gelernt haben, Dass man das so nicht einfach in die Tasche schmeißen sollte.
Sebastian
Ja, ich habe auch schon irgendwie eine, ich beschreibe es erstmal.
Also ein Nadelrad, wer es nicht kennt, einfach mal eingeben,
die Dinger heißen glaube ich auch Wartenbergrad.
Ja, Standard, aber was Besonderes. Warum ist das das Ding der Woche?
Moni
Also es ist zum einen das Ding der Woche, weil das halt echt unser erstes Spielzeug
war, was wir uns zusammen gekauft haben und zum anderen verwenden wir das echt super gerne,
weil das so viel, also ja vielseitig ist jetzt vielleicht auch doof gesagt,
weil man kann ja nicht so mega viel damit machen, aber das löst bei mir halt,
es kommt immer darauf an, an welcher Stelle man es benutzt, aber es löst bei
mir halt irgendwie immer andere Reize und Gefühle aus und ich mag das Ding total gern.
Sebastian
Ich weiß, dass dieses Ding ganz viele verschiedene Effekte verursachen kann.
Welcher ist es denn bei dir? Tut es weh?
Moni
Nee, tatsächlich richtig wehtun tut es nicht. Kitzeln ab und zu,
es kommt drauf an, an welcher Stelle.
Also bei mir löst das an unterschiedlichen Stellen auch unterschiedliche Sachen aus.
Also so an der Oberarm- und Unterarm-Innenseite fühlt sich das für mich ganz
anders an als auf dem Rücken oder so.
Und dann ist auch wieder der Unterschied, zum Beispiel wenn man das über den
Hintern rüberfährt. Also wenn ich halt gerade irgendwie, weiß ich nicht,
150 Schläge einstecken musste, dann ist das schon wieder ein ganz anderes Gefühl,
als wenn da vorher gar nichts passiert ist.
Sebastian
Ja, das eine ist, wir stochern in der Wunde rum und das andere ist, wir kitzeln die Dassen.
Moni
Nee, so Wunde rumstochern, so fühlt sich das gar nicht an. Das ist halt noch
intensiver, wenn man das nach den Schlägen benutzt.
Das müssen auch nur fünf Schläge gewesen sein und das ist auch ein ganz anderes
Gefühl, als wenn du vorher da nicht drauf geschlagen hast.
Sebastian
Okay, das ist dein Liebling oder wessen Liebling? Ich muss das ja auch fragen
in dieser Konstellation.
Moni
Es ist eins meiner Lieblingsspielzeuge. Es gibt noch ein anderes,
was wir auch noch nicht so lange haben, was mein absolutes Orgasmus-Garantie-Spielzeug ist.
Sebastian
Das ist dir wichtig, ne?
Moni
Ja, das Ding ist schon wichtig.
Sebastian
Tina, hast du ein Orgasmus-Garantie-Spielzeug? Besitzt du sowas?
Tina
Ja, absolut.
Sebastian
Okay, also legst du auf. Ich hätte jetzt da einen Unterschied gesehen wollen,
aber den gibt es da nicht.
Moni
Was ist denn dein Orgasmus-Garantie-Spielzeug?
Tina
So ein kleiner Klassiker. Es ist wirklich so ein Mädchen-Mädchen-Ding.
Moni
What's-un-Ding?
Tina
Der Womanizer. Ach, das Ding. Das hat damit so gar nichts zu tun.
Also für meine persönlichen 1 Minute 30 ist ja wunderbar.
Effektivität.
Sebastian
Orgasmus auf Knopfdruck.
Tina
Ja, also das zum Thema Orgasmus-Garantie mit dem auf jeden Fall,
ob das dann ein erfüllender Orgasmus ist oder kann man dann da hinstellen.
Sebastian
Ich weiß nicht, wie ich das schneiden muss oder geschnitten haben werde.
Wir sind irgendwie ein bisschen abgeschwiffen und sind bei Vakuumsaug-Orgasmus-Geräten
angekommen, ohne den Namen sagen zu wollen.
Tina, bei dir funktioniert das auf jeden Fall?
Tina
Es gibt da so ein anderes Spielzeug. Ich glaube, das meinst du.
Moni
Ja, ich meine den, wie heißt das Ding? Magic.
Sebastian
Was?
Moni
Ja.
Tina
Tatsächlich empfinde ich den als Körperverletzung.
Moni
Genau. Und bei mir ist das die absolute Orgasmus-Garantie. Und zwar nicht so
ein oberflächlicher 1 Minute 30 Orgasmus, sondern ich brauche so ungefähr eine
Stunde, bis ich wieder da bin, wenn man es richtig macht.
So, wenn man mir was Gutes tun will, dann der mit ein paar Fingern oder ein paar mehr Fingern.
Sebastian
Du sagtest das am Anfang schon mal so im Nebensatz. Materialschlacht.
Moni. Welches Zubehör gibt es denn?
Moni
Es gibt mittlerweile eine Tasche, die irgendwie überall mit hingeschleppt wird.
Dadurch, dass wir ja an zwei verschiedenen Orten wohnen, brauchen wir ja irgendwas,
dass wir, wir haben halt nicht alles doppelt, das ist uns zu doof,
sondern nehmen dann, irgendeiner nimmt immer alles dann mit.
Sebastian
Also eine Tasche genügt aber noch.
Moni
Es ist noch keine Reisetasche, so weit sind wir noch nicht. Genau,
und da sind so ungefähr vier, fünf Rohrstecker drin mittlerweile,
in verschiedenen Dicken und Biegsamkeiten und keine Ahnung.
Mindestens zwei Gärten, eine Peitsche, das Magic-Teil, das Rad in einfacher
Variante und wir haben es mit drei oder vier Rädern, alle so nebeneinander, weißt du.
Sebastian
Diese Parallele.
Moni
Ich müsste sie jetzt runterholen, um zu sagen, was da noch so drin ist.
Sebastian
Okay, das waren jetzt alles Sachen zum Wehtun oder zum garantiert Orgasmus kriegen?
Moni
Ja, Fesseln sind da noch dran.
Sebastian
Ah, ich wollte gerade sagen, irgendwas zum Fixieren. Hätte ja sein können,
dass wir jetzt völlig übersehen haben, dass das gar nicht mehr ist.
Moni
Nee, kommt nicht immer vor, aber kommt vor.
Wir haben zum einen, haben wir uns Ledermanschetten gekauft,
weil wir festgestellt haben, dass Seil immer alles so lange dauert.
Also ja, Seil ist ab und zu mal ganz nett, aber es ist nicht so wie bei anderen
Leuten aus deinem Podcast, die sagen, oh und sie fühlen die Beziehung zu dem
Seil und weiß ich nicht, sowas hab ich irgendwie nicht.
Tina
Emotionen, sowas brauchst ihr nicht.
Moni
Emotionen bei Seilen brauch ich irgendwie.
Sebastian
Ja, also eher bei der Generation Kabelbinder.
Moni
Haben wir auch nicht. Also doch, haben wir, aber nicht dafür.
Bei einem Haus hat man ja immer irgendwie Kabelbinder zu Hause, ne?
Sebastian
Ja, für Kabel.
Moni
Ja, ich benutze die, glaube ich, nie für Kabel. Aber hast du schon mal mit Kabelbinder
Kabel zusammengebunden?
Tina
Ja.
Moni
Ich glaube ich nicht. Na, ist ja auch egal. Wir schweifen auch schon wieder ab hier.
Es ist halt überwiegend Orgasmusgarantie, man tut mir weh.
Und ja, Seile sind sogar tatsächlich in der Extratasche. Es gibt noch eine Tasche
nur für Bonnage. Die kommt auch nicht jedes Mal mit.
Die kommt nur mit, wenn wir sagen, wir haben Lust darauf. Die kommt mit in Urlaub.
Sebastian
Na gut, aber das sind jetzt alles Dinge, die im Endeffekt dazu dienen,
dich auf irgendeine Art und Weise positiv wie negativ zu befriedigen.
Jetzt sagst du ja dein Meister. Jetzt kann ich ja selber als Dom sagen,
dass Subis Hauptaufgabe ist, mir zu gefallen, mir Gutes zu tun.
Was musst du ihm denn Gutes?
Moni
Ich tue ihm auch was Gutes, indem ich für seine Befriedigung sorge.
Aber ich glaube, bei uns ist das ganz viel darauf ausgelegt,
dass er Spaß daran hat, mich zu quälen, mich leiden zu sehen,
aber auch mir Vergnügen zu bereiten.
Das ist ein bisschen anders irgendwie bei uns. Wir sind ja überhaupt ein bisschen anders.
Da müsste man ihn höchstwahrscheinlich selber fragen. Aber ich habe immer das
Gefühl, dass es tatsächlich darauf ausgelegt ist,
ich das Objekt des Spielens bin und entweder es geht darum, er zieht glaube
ich seine Befriedigung daraus aus der Reaktion, die er kriegt von mir.
Also aus dem Schmerz, also der Lustschmerz.
Ja, aus dem Lustschmerz und aus dem unendlich tiefen Orgasmen und keine Ahnung,
es dauert halt tatsächlich ab und zu mal echt eine halbe, dreiviertel Stunde,
bis ich danach wieder komplett da bin und ansprechbar bin.
Sebastian
Ich hab dir ja im Prinzip jetzt so ein bisschen vorgeworfen, zu empfangen.
Moni
Aber es läuft ja schon nach seinen Regeln ab. Also es ist ja nicht so,
dass ich sage, hey, ich hätte es jetzt gern so, so und so und du tust jetzt
dieses und jenes, damit ich dann den Spaß habe. Darüber bestimme ich ja nicht.
Sebastian
Ja, aber wenn jetzt er beschließen würde, er würde jetzt mit dir die Spielart
wechseln und ganz deessig sein und würde dir jetzt, was weiß ich,
Haushaltsregeln beibringen und dich total in so ein Regelkorsett reinpacken.
Moni
Das wäre, glaube ich, tatsächlich schwierig für mich, weil mich an Regeln zu
halten, fällt mir echt schwer.
Es gibt mittlerweile Freunde, die davon wissen und die damit halt auch nichts
zu tun haben und die sagen halt, also wenn man die das erste Mal fragt,
sagen die halt, ja, ja, aber du bist hier der, der oben spielt.
Ich so, nee, bin ich nicht.
Sebastian
Stopp, Stopp, Outing machen wir gleich. Jetzt geht es mir erstmal wirklich darum
zu wissen, wenn er jetzt seine Spielart verändern würde und sagen würde, okay,
er ist jetzt wirklich der Herr und Meister und der sagt halt,
was ist und du bist gefügig und folgst, ohne dass du jetzt unmittelbar die Belohnung
im Sinne von Befriedigung,
Beschäftigung mit dir etc. bekommst.
Moni
Müsste ich, glaube ich, abwägen, was die Strafe wäre, wenn ich nicht folgen würde.
Ob es sich lohnt, lieber das zu tun, was er sagt, oder ob ich dann lieber die
Strafe akzeptiere und doch nicht das tue, was er sagt.
Sebastian
Okay, aber das würdest du immer abwägen.
Moni
Das würde ich höchstwahrscheinlich abwägen.
Sebastian
Es würde also nicht an den Spaß, an der Herausforderung gehen, an der Stelle.
Moni
Wenn du mich jetzt so fragst, würde ich sagen, nee. Aber kann natürlich auch
ganz anders sein, wenn wir es plötzlich machen würden. Das entwickelt sich ja auch alles.
Sebastian
Ja genau, das entwickelt sich. Und da gucke ich natürlich so ein bisschen,
wo könnte es sich hin entwickeln und was könnte er in Zukunft für Pläne haben?
Tina
Also er ist schon ein Techniker.
Video to Brain gibt es ja nicht nur für Programmiersprachen,
sondern eben auch, wie befriedige ich jetzt am besten eine Frau,
was passiert, wenn ich wohin wie drücke.
Also da ist er schon, er bereitet sich auf sowas auch so richtig intensiv vor.
Und du bist ein absolut williges Opfer.
Moni
Ja, anscheinend.
Tina
Da seid ihr einfach genau, also das, er hat schon sehr genau,
er plant das alles sehr genau durch.
Weiß schon sehr genau, was er da machen möchte. Ich sehe es halt nur im Vergleich zu mir.
Bei mir ist es so, ich sehe die Arbeit, die da reinsteckt, aber ich möchte es
bitte nicht an mir ausprobiert haben.
Wenn er es dann drauf hat, kann er es gerne mal testen, ja, aber.
Moni
Ja, so wie mit dem Magic, ne?
Tina
Ja, genau.
Moni
Jetzt im Nachhinein mal ausprobiert, okay, ist scheiße, geht wieder zurück.
Von wegen, mach das mal mit seiner Gespielin, aber nicht mit mir.
Sebastian
Du sagst Gespielin, welche Kursunamen gibt es da denn? Also du sagst Meister und was sagt er?
Moni
Er nennt mich meistens nach meinem Vornamen. Tatsächlich. Also einen richtigen
Namen hat er nicht für mich.
Sebastian
Okay, also er ist der Einzige, der einen Titel erhalten hat.
Moni
Er hat einen Titel bekommen, ja. Sonst hat keiner hier einen Titel.
Sebastian
Es löst sich bei euch so ein bisschen auf. Am Anfang ist es halt zwei Pärchen,
die was miteinander machen.
zu, es macht jeder das miteinander, was gerade gut passt, zu,
ihr möchtet so eine Gesamteinheit sein.
Tina
Das sind wir schon. Also wir sind schon das Quartett, weil einfach jeder mit jedem kann.
So, und jetzt testen wir eigentlich nur noch, was das denn im Detail ist,
was jeder mit jedem kann.
Sebastian
Was fehlt denn noch? Wo sagt der Mensch, das ist noch etwas,
eine Komponente, die müssen wir der Sache definitiv hinzufügen.
Tina
Ich glaube, dass wir, jeder Einzelne von uns entdeckt ja dadurch,
dass man eben nicht mehr nur einen Kommunikationspartner hat,
also einer, der einen Ball zurückwerfen kann, hat man jetzt plötzlich drei Leute,
die einem einen Ball zurückwerfen können und einen irgendwie reflektieren können.
Und dabei entdeckt man dann auch so, also das, was ich dir jetzt gezeigt habe,
auf dem Glemmbrett, damit will ich ja wieder noch was ausprobieren,
ob das zu meiner Persönlichkeit passt, wo ich sage,
das ist vielleicht was, was mir richtig Spaß machen kann, weil ich sehe ja bei
meinem Mann, wir haben ja vorher nie wirklich offiziell gesagt,
wir probieren jetzt mal BDSM aus, sondern wir haben gesagt, wir probieren was,
ich habe das abgeblockt, fand das irgendwie doof.
jetzt plötzlich hat er jemanden der ihm den Ball zurückwirft und er kann sich, der ist so aufgeblüht.
Sebastian
Und er teilt mit dir das finde ich spannend, er.
Tina
Teilt gerne mit.
Sebastian
Mir er mit dir seine Sub teilt achso.
Tina
Ja das auch, also wir teilen, er teilt mir auch viel mit, also so wie ich ihm
viel mitteile, teilt er mir ja auch viel mit.
Sebastian
Moment, das heißt aber bei dir Moni ist es ja so, dass dein Mann nicht unbedingt
alles hören will. Kannst du erzählen, aber es muss jetzt nicht.
Moni
Genau.
Sebastian
Das stelle ich mir für ihn, um seine Perspektive auch mal zu vertreten,
ganz schön schwierig vor, wenn ihr da irgendwie zu dritt in dem Bereich am Machen
seid oder in welcher Konstellation auch immer und er ist aber derjenige, der sagt,
das muss ich jetzt alles gar nicht im Detail wissen, weil alle anderen scheinen
ja da schon sehr wissbegierig zu sein.
Moni
Also wenn er irgendwas wissen will, kann er ja fragen. Und dann kriegt er ja
auch eine Antwort drauf. Ist ja nicht so, dass ich ihm irgendwas verschweige oder so.
Aber er hat halt gesagt, du musst mir nicht alles erzählen, wenn du nicht willst.
Und ja, ich glaube, es gibt ihm auch nicht so viel, wenn ich ihm davon was erzähle.
Dann ist er halt ab und zu mal so neugierig, wie irgendwas funktioniert.
So, er hat jetzt gerade letztens mal eine Gerte von uns aus,
also von meinem Meister und mir ausprobiert und hat sich halt erklären lassen,
wie doll er da eigentlich zuschlagen darf und wie doll mir das eigentlich wehtut.
Ich habe ihm halt erklärt, wo er hinhauen darf und wo nicht.
Aber ja, das hat er dann einmal ausprobiert und dann ist seine Lust auch irgendwie
schon wieder vorbei daran.
Und ich glaube, bei Tina und ihrem Mann ist das halt nochmal was anderes,
weil Tina das ja auch interessiert, was wir machen und nicht,
dass mein Mann desinteressiert ist, aber ja, ich glaube, da ist das nochmal
ein bisschen was anderes.
Sebastian
Gut, da ist ja nochmal dein Mann, Moni, und Tina, die haben ja auch ihr Ding,
was sie miteinander teilen, das ist ja, ich sag mal, das Flüstern.
Tina
Genau.
Sebastian
Und die, ich sag mal, die gebrauchte Ware.
Tina
Ja, ich glaube so vom Ding her ist er, glaube ich, auch so derjenige,
der sich auch am meisten unterwirft von uns allen Vieren, kann das angehen.
Moni
Weiß ich nicht.
Tina
Er ist ja auch, also es ist nicht, dass er nicht neugierig ist oder dass er
nicht Teil des Ganzen sein möchte oder so, aber er ist so, nö, macht mal.
Also er ist sehr, sehr, er ist sehr, genügsam ist so ein negatives Wort,
aber er ist so, das was er kriegt, das gefällt ihm.
Moni
Ja, aber ich würde jetzt nicht sagen, dass er sich da unterwirft. Also nee.
Tina
Nee, nein, auch nicht.
Moni
Ich glaube, also ihr diskutiert ja auch regelmäßig aus, wer bei euch jetzt hier
mal die Oberhand hat und wer nicht.
Also das diskutieren die ja auch aus. Das ist total anstrengend bei den beiden.
Ja, das passiert auch am Frühstückstisch, dass die sich da gegenseitig irgendwie
maßregeln und sagen, was der andere denn jetzt darf und was nicht.
Und das ist voll anstrengend, weil die sich in ihren Rollen überhaupt nicht
klar sind, wer jetzt wo welche Positionen hat.
Und wenn die dann beide versuchen, den anderen zu dominieren,
dann wird es richtig anstrengend.
Sebastian
Achso, das ist das BDSM, der so gut ist, dass er ja gar nicht mehr im Bett stattfinden muss.
Tina
Ja, nein, aber doch, so in der Art ist es ja wirklich.
Also es ist dann wirklich dann dieses, bleiben wir beim Nutella-Glas.
Also wer jetzt da gerade wem auf die Finger haut, weil er da am Nutella-Glas zugange ist.
Das ist aber auch so eine Reibung, die dein Mann und ich, die uns aber auch
wahnsinnig viel Spaß macht.
Also das ist bei uns dann so der Punkt. Das ist nicht diese klare Rollenverteilung,
so hier ist mein Hinternschlag zu, sondern das ist, das werden wir gleich mal
sehen, wessen Hintern hier jetzt gerade geschlagen wird.
Moni
Das Ganze hat bei den beiden eigentlich mit Slow-Sex und Tantra-Einflüssen angefangen
und mein Meister und ich haben uns darüber regelmäßig lustig gemacht,
weil wir das total bescheuert fanden und haben uns da auch mal irgendeine Dokumentation
drüber angeguckt und haben gedacht,
Alter, wie könnt ihr nur, das ist doch mega langweilig.
Und die beiden fanden das total toll und machen das aber glaube ich auch gar
nicht mehr, oder? Nee, nicht so richtig.
Tina
Schon noch.
Moni
Schon noch, aber nicht mehr so intensiv wie ganz am Anfang.
Tina
Das stimmt.
Sebastian
Ich mach mal folgendes, ich hab mir das noch ein bisschen aufgehoben.
Kann jetzt aber sein, dass ich völlig daneben liege, so jetzt langsam zum Ende der Folge hin.
Wenn ihr zu viert im Bett landet, was passiert denn da?
Da zwei am BDSM anmachen und die zwei anderen Kuschelsexen daneben oder,
also wenn ihr zu viert in einem Raum irgendwie aktiv seid, was passiert?
Moni
Zwei sind auf jeden Fall relativ normal am Kuschel Sex haben.
Und bei meinem Meister und mir kommt es glaube ich immer so ein bisschen drauf
an. Also wir spielen nicht so intensiv vor den beiden, wie wenn wir alleine sind.
Sebastian
Wir haben eine kleine Pause gemacht und ich habe als letztes Thema,
bevor meine Stimme heute versagen wird, das Thema Outing hier stehen.
Und das ist ein bisschen anders als sonst. Normalerweise würde ich ja fragen,
oh, wer weiß, dass du hier BDSM machst und sub von dem und dem bist,
aber ihr outet ja euch noch ein bisschen mehr.
Moni
Genau.
Sebastian
Bei wem, wieso, weshalb und was wissen die alle?
Moni
Es ist so, dass das erste richtige Aufeinandertreffen mit Freunden war halt
mein Geburtstag, wo wir hier zu Hause bei uns gefeiert haben und ich habe halt
meine Freunde eingeladen und ich hatte tierisch Schiss davor,
dass irgendjemand von denen, die halt nicht eingeweiht waren,
also meine beste Freundin ist schon die ganze Zeit eingeweiht,
also meine zwei besten Freundinnen sind die ganze Zeit eingeweiht und ich hatte
tierisch Schiss, dass das irgendjemand davon mitbekommt.
Und ihr habt die hier alle gebrieft und gesagt, Alter, haltet euch zurück,
macht hier keinen Scheiß, ich will nicht, dass sie das erfahren.
Und dann haben sie mich da irgendwie wochenlang mit aufgezogen und haben mich
hier total verrückt gemacht.
Und am Ende hat ein Pärchen was geahnt, die sind selber bei Joy und betreiben
auch selber BDSM. Die haben schon so gedacht, hä? Hä?
Also jetzt so im Nachhinein, jetzt wo sie Bescheid wissen, haben die so gedacht,
ja, okay, hätten wir uns denken können.
Genau, und jetzt sind wir vor kurzem, also zu Silvester sind wir dazu übergegangen,
die engsten Freunde, also meine engsten Freunde auf jeden Fall,
einzuweihen, weil wir halt mit denen zusammen gefeiert haben und wir keine Lust
darauf hatten, hier irgendwie einen auf, oh, das sind nur gute Freunde und nein,
wir machen nichts zusammen und das ist ja kein falscher Blick oder so,
ihnen nicht fällt oder irgendeine Berührung, die nicht hätte sein dürfen Und
deswegen haben wir als erstes eigentlich meine Freunde, meine engeren Freunde eingeweiht.
Sebastian
Wie macht man das?
Moni
Nein, tatsächlich war das sehr unterschiedlich. Also meine beste Freundin weiß
eigentlich schon die ganze Zeit Bescheid.
Eine andere Freundin, eine sehr gute Freundin, die wusste schon,
dass wir in Swingerclubs gehen und Partnertausche und sowas machen.
Von daher war das für die jetzt halt nicht so wild.
Ich glaube, die weiß so in Richtung BDSM auch nicht ganz so viel Bescheid.
Die hat schon mal irgendwie mitbekommen, okay, ja, die machen das,
aber die hat da halt nicht weiter nachgefragt.
So, meine beste Freundin weiß auch über diesen ganzen BDSM-Kram Bescheid.
Und meinen besten Freund habe ich dann quasi, glaube ich, als nächstes eingeweiht.
Bei dem habe ich das echt am Telefon gemacht, weil der wohnt in Mannheim, also echt weit weg.
Und ich habe irgendwann gesagt, so von wegen, hey, ich muss dir mal was erzählen,
können wir mal telefonieren in der Minute, wo du nicht in der Bahn sitzt und
du vielleicht irgendwie ein bisschen Alkohol trinken kannst oder so. Ja.
Und habe ihn dann raten lassen, seine erste Überlegung, die er mir gesagt hat,
war, wir haben im Lotto gewonnen.
Er hat dann hinterher gesagt, das hat er vorgeschoben und seine zweite Überlegung war dann, ja,
ihr seid Swinger oder irgendwie, also wir gehen in irgendwas in Richtung Swinger,
hatte er dann gesagt und das hatte er aber mit dem Lottogewinn nur vorgeschoben,
weil er mit sowas nicht als erstes… Okay.
Sebastian
Es war also quasi so ein erahnbares, halboffenes Geheimnis.
Und was haben die euch jetzt alle gratuliert und gesagt, das ist aber schön oder?
Moni
Es war sehr unterschiedlich. Eine andere Freundin, die Silvestre auch hier war,
die war am Anfang ein bisschen geschockt.
War so, oh Gott, okay, nee, das muss ich jetzt erstmal sacken lassen.
Ich hab ihr gleich gesagt, so von wegen, sag Bescheid, ich erzähl dir alles,
ich beantworte dir alle Fragen, ist vollkommen okay.
Bei der hab ich das tatsächlich auch so ein bisschen zwischen Tür und Angel
gemacht, weil wir nicht so viel Zeit hatten.
Es tat mir hinterher auch ein bisschen leid. Und die hat dann nachher,
haben wir nochmal telefoniert und dann hat sie ganz viele Fragen gestellt,
aber die brauchte echt so eine Woche, um das sacken zu lassen und erstmal zu
verstehen, so von wegen, okay,
die sind nicht nur zu zweit unterwegs, die wusste aber tatsächlich auch nicht,
dass wir vorher schon so Partnertauschsachen und sowas gemacht haben.
Also die war unvorbereitet, komplett.
Sebastian
Ihr geht ja jetzt auch gerade von, ihr seid ein Pärchen, was vielleicht swingt
und Partnertausch macht, zu wir vier sind jetzt ein Paar.
Also da gibt es bestimmt eine bessere Formulierung, die werde ich sicher als
Reaktion auf diese Folge auch kriegen.
Moni
Ja, aber wie soll ich das sagen, sie ist sehr konservativ und für sie war quasi
alles, also eigentlich ist so der Standard neben dem Kopf Monogamie gewesen.
Und für sie war dieses, wir haben nicht nur zu zweit Spaß, das war auch schon
ein kleiner Schock für sie.
Also damit ist sie schon etwas überfordert gewesen.
Als ich dann halt noch erwähnt habe, dass wir jetzt zu viert unterwegs sind,
war das nochmal ein bisschen härter für sie.
Sebastian
Warum muss man die denn immer unbedingt alle einweihen, die Leute?
Tina
Weil wir nicht möchten, dass Außenstehende oder Freunde von uns das Gefühl haben, dass wir fremdgehen.
Dass das alles im Konsens stattfindet. Also, dass wenn irgendjemand sieht,
dass mir dein Mann an den Hintern geht, möchte ich nicht, dass der dadurch die
Hörner aufgesetzt werden.
Moni
Genau. Und diese Silvesterparty sollte halt total entspannt und locker sein
und wir hatten keine Lust, nicht darauf zu achten, wer jetzt mit wem irgendwas
macht und wer wen jetzt küsst und keine Ahnung.
Sebastian
Okay, also das kann ich tatsächlich nachvollziehen. Das ist ja,
normalerweise frage ich das ja immer Menschen, die was mit BDSM zu tun haben,
warum man sich denn da unbedingt outen muss.
Moni
Genau, das muss man ja nicht unbedingt.
Sebastian
Genau, aber an der Stelle kann ich das tatsächlich verstehen,
weil man ist ja in der Stadt unterwegs, Man wird irgendwie gesehen und hier
und da und ja, da kommen die Leute auch schon eher ins Reden.
Moni
Genau, wenn wir in der Stadt unterwegs sind, in einer von den Städten,
wo wir wohnen, wenn wir da unterwegs sind, halten wir halt auch nicht Händchen
oder sowas, wenn uns da tendenziell irgendjemand sehen könnte,
da küssen wir uns auch nicht auf der Straße, weil es könnten uns ja auch unsere
Eltern, Freunde von unseren Eltern sehen.
Sebastian
Ja, da kommen wir doch genau zu dem Punkt, der hier sogar schon steht.
Den habe ich schon eingerahmt. Eltern, Großeltern.
Moni
Meine Eltern, also meine ganze Familie weiß nicht Bescheid und ich werde es
denen auch so weit wie möglich nicht erzählen.
Tina
Bei unseren Familien ist es so, unsere kleineren Geschwister,
also mein Bruder und die Schwester von meinem Mann sind, ich sag mal,
im groben Rahmen eingeweiht.
Da ihr zwei bei uns ja zu Weihnachten wart, war mein kleiner Bruder halt auch
mit da, aber nicht meine Eltern. Meine Eltern wissen also nichts.
Moni
Glauben wir.
Tina
Glauben wir. Wir wissen nicht genau, also von außen betrachtet ist das ja aber
auch nicht wirklich zu verstehen, was wir da tun.
Dass jemand quasi, ich sag mal den Hausfreund, also wenn nur eine Person bei
uns immer auftaucht und da ist irgendwie was, dann kommen wir gleich wieder
in dieses Fremdgehen-Thema und das verstehen die Menschen.
Die Menschen verstehen nicht, dass da ein zweites Paar kommt und wir absolut
den Partnertausch dabei machen und alle damit total einverstanden sind.
Sebastian
Wobei bei Eltern, das ist genauso wie bei Kindern, würde ich auch immer sagen,
die sind weniger blöd, als man denkt.
Moni
Das Problem ist, die Eltern von Tina wohnen auf dem Grundstück hinten dran,
haben die sich noch ein Haus gebaut.
Das heißt, die sehen regelmäßig, dass wir da vorfahren und dass wir da sind.
Tina
Auch unter der Woche.
Moni
Genau, auch unter der Woche mal. Auch mal, dass nur einer von uns da ist.
Also, dass mein Mann zu Tina fährt und mein Meister kommt hierher.
Und dann steht halt regelmäßig fremde Auto. Also, fremd sind wir ja nicht mehr.
Tina
Das eine Auto.
Moni
Das eine Auto vor der Tür.
Tina
Wir wohnen jetzt nicht in einer Stadt, wo ungefähr 50.000 Autos sind,
sondern man sieht genau, wer bei wem vor der Tür steht.
Sebastian
Gut, aber dann können wir mal davon ausgehen, Tina, dass deine Eltern eingeweiht
sind im Sinne von, sie denken nach. Sie werden das nicht aussprechen.
Tina
Sie denken definitiv nach, ja.
Moni
Sie haben schon gesagt, dass wir total nett sind und sehr akzeptieren und wir
können jederzeit wieder rüberkommen.
Tina
Ja.
Sebastian
Ich habe manchmal das Gefühl, es gibt gewisse gesellschaftliche Schwellen,
die sind eher überschritten als andere.
So ein Quartett ist wahrscheinlich im Moment noch schwieriger für Eltern zu
akzeptieren, als die eigenen Kinder sind homosexuell.
Vielleicht lebe ich aber auch einfach der falschen Bubble. Ich wurde ja immerhin
in eine Fahrschule gesteckt, deren Besitzer Lesbin ist und das war völlig okay bei uns.
Weiß ich nicht. Mal gucken, ich werde wahrscheinlich ganz viel schneiden an
der Stelle. Okay, also Planung, noch mehr Outen vor der Familie.
Moni
Also vor meiner Familie nicht. Vor der Familie meines Mannes auch nicht.
Die sind mega konservativ und für die ist das schon ein Horror,
wenn zu Heiligabend nicht in die Kirche gegangen wird und sie verstehen dann
auch nicht, wenn man nicht mitgehen möchte.
Von daher werden wir das da so weit es geht auch nicht machen.
Problem wird natürlich irgendwann, wie soll man seiner Familie erklären,
dass man das eigene Haus, was man so lange gesucht hat, verkaufen wird,
weil man mit zwei anderen Leuten zusammenziehen wird, an einen Ort,
wo man eigentlich niemals hin wollte.
Das wird dann irgendwann nochmal spannend und höchst kompliziert,
wenn man sich nicht outen möchte.
Sebastian
Ich bin sehr gespannt.
Moni
Ja, ich auch.
Sebastian
Es ist ja auch immer so ein Versteckspiel. Da kommt die Verwandtschaft mal zu Besuch und hier und da.
Wobei da jetzt die Frage ist, es gibt ja quasi zwei Outings,
die du machen kannst. Das eine ist deine partnerschaftliche Situation.
Das zweite ist ja mit hier BDSM.
Siehst du eine Notwendigkeit, sich dahingehend auch nochmal zu outen?
Moni
Sehe ich eigentlich nicht, mache ich aber ganz oft.
Sebastian
Wann gibt es denn die Gelegenheit, irgendjemandem zu sagen, auf was genau du
im Bett stehst. Also BDSM.
Moni
Gibt es eigentlich fast nie die Gelegenheit, weil ich mit meinen Freunden über sowas fast nicht rede.
Sebastian
Aber trotzdem erzählst du ihnen ja dann doch davon.
Moni
Ja, ich hab dann so ein bisschen das Redebedürfnis. Also ich hab so ein bisschen
das Bedürfnis, mich dann da mitzuteilen und zu erzählen, warum wir das eigentlich
alles tun und warum es mit Tina und ihrem Mann so perfekt funktioniert.
Und dann hab ich halt auch das Bedürfnis davon zu erzählen. Es gibt halt Freunde,
die dann quasi sofort abblocken und sagen, ja okay, reicht mir,
dass ich weiß, dass du das machst.
Und es gibt halt Freunde, die dann wirklich gleich sagen so,
oh ja, mega spannend, erzähl mal, du spielst bestimmt oben.
Und ich stehe da und denke so, nein, tue ich nicht. Und die sind dann immer
total fassungslos und sagen, okay, erzähl mir.
Sebastian
Das versuche ich immer noch so ein bisschen zu erforschen, warum möchte ich
diese Identität, die ich haben kann, warum möchte ich die in die Welt verbreiten?
Also warum, die Frage ist immer, warum muss man anderen erzählen, dass man BDSMer ist?
Moni
Weil es ja auch ein Teil von mir ist. Und es gehört ja irgendwie auch zu mir.
Und deswegen, also ich möchte mich da halt nicht verstecken müssen und möchte
den Leuten dann halt auch gerne ja, eigentlich möchte ich dann mit den Leuten
diesen Teil auch teilen und ihnen davon erzählen.
So und wenn Leute dann sagen, ja nee, ist überhaupt nicht meins,
dann ist das auch okay und wenn sie nicht darüber wissen wollen,
dann ist das auch okay. Ich habe ja andere Freunde, mit denen ich darüber reden kann.
Es war ja zum Beispiel auch so, dass eine Freundin gesagt hat,
oder das haben eigentlich schon mehrere Freunde, haben dann gesagt so,
wow, krass, das mit dieser Viererkonstellation ist überhaupt nicht meins,
aber ist vollkommen okay, dass ihr das macht.
Also bis jetzt waren bis auf eine Reaktion alle mega positiv darüber.
Sebastian
Bei dir lief das ähnlich gut oder?
Tina
Wir haben eine etwas andere Ausgangssituation, mein Mann und ich.
Dadurch, dass wir einfach schon so wahnsinnig lange ein Paar sind,
gibt es an unserer Beziehung sowas wie, sind das Besitzansprüche?
Also wir werden ganz häufig auf so ein Podest gestellt. Oh, das sind Tina und ihr Mann.
Die sind schon ewig zusammen und die haben eine perfekte, das ist Liebe für uns.
und die Hürde für mich zu sagen so, hey, ich, ja, ich liebe meinen Mann. Da sind aber noch mehr.
Das ist, einer unserer besten Freundinnen ist einfach alles aus dem Gesicht gefallen.
Also von wegen, ihr seid doch völlig bescheuert. Ja, das musstest du jetzt ja
loswerden und gut, mehr will ich darüber auch gar nicht wissen.
Mir geht es dir jetzt besser, jetzt bist du es ja los. Und ich saß so und habe
gedacht, schade, Ich hätte jetzt irgendwie ein bisschen mehr,
also es kam tatsächlich bei einigen so eine Enttäuschung, wo ich da sitze und
denke, wieso seid ihr jetzt enttäuscht, dass es mir eigentlich noch besser geht als vorher?
Sebastian
Ja, genau deswegen. Ja.
Tina
Ja, die gehen aber davon aus, dass meine Beziehung kaputt geht.
Und das hatte ich und das hatte auch bei euch einen Freund von deinem Mann.
Das sind die, die am wenigsten beziehungsfähig sind. Die guckten uns völlig
entsetzt an und sagten, seid ihr denn des Wahnsinns?
Sebastian
Ja gut, aber eure Beziehung geht ja auch kaputt jeweils, weil ihr ja eine neue,
andere Beziehung eingeht.
Tina
Nee, das ist ja wie die Bonuskinder.
Sebastian
Nee, ich glaube nämlich nicht, weil ich glaube nämlich, wenn,
nehmen wir mal an, ihr zieht sofort in ein Haus und das ist alles ganz wunderbar
und irgendwann zerbricht das doch, dann glaube ich nämlich nicht,
dass hinterher die alte Parkkonstellation dabei rauskommen würde.
Entweder würde gar keine rauskommen oder eine völlig andere.
Tina
Aber das ist ja immer eine Weiterentwicklung, das ist ja kein Rückschritt.
Sebastian
Ja, aber deshalb, die ursprüngliche Beziehung existiert im Grunde doch gar nicht
mehr. Es entwickelt sich alles in ein etwas völlig Neues.
Tina
Ja, aber so wie, wenn man jeden Tag aufwacht, ist auch meine Beziehung doch
auch jeden Tag ein bisschen anders.
Weil sie entwickelt sich ja immer weiter, weil sich der Mensch an sich ja auch weiterentwickelt.
Sebastian
Ich merke, ihr habt beide mich böse angeguckt, als ich das gesagt habe.
Das scheint also wirklich was zu sein, wo ihr noch daran festhaltet,
dass ihr nichts aufgebt, sondern es gibt etwas dazu.
Und ich glaube ja, es ist eine Entwicklung. Es verändert sich.
Tina
Klar, es verändert sich was. Aber bislang verändert sich es,
auch wenn ich mir nur die Beziehung zwischen meinem Mann und mir angucke.
merke ich einfach, dass wir noch mehr kommunizieren und das geht ja bei euch genauso.
Also dass wir, natürlich merkt man einfach, okay, es gibt Dinge,
die kann ich mit jemand anderes besser teilen als mit meinem Mann.
Das ist okay, weil er ja auch Dinge hat, die er mit jemand anderes vielleicht
besser teilen kann und das macht
ja nur meinen Mann und mich nochmal glücklicher und das ist der Angang.
Also deswegen, klar, gibt es immer die Möglichkeit, dass man sagt,
es gibt immer das Risiko, dass man sich trennt.
Aber das muss nicht an den Beinen liegen.
Moni
Das Risiko gibt es ja auch in jeder monogamen Beziehung, dass man sich trennt.
Sebastian
Jeweils das Pärchen voneinander trennt, sondern man würde sich ja dann von dem Quartett trennen.
Tina
Ja, wenn einer geht, gehen alle.
Sebastian
Genau das ist das, was ich meine.
Tina
Also klar ist das, ja, aber wird das Risiko dadurch höher?
Sebastian
Nein, es geht nicht darum, das als Gefahr zu bewerten oder da eine Risikoabschätzung
zu machen, sondern die Überlegung ist einfach, dass momentan zwei Ehen,
in ein Quartett integriert werden, aus meiner Sicht. Ich möchte das ja auch verstehen.
Und wenn das irgendwann auseinandergeht, in welcher Form auch immer,
nehmen wir es nur mal an, dann glaube ich nicht, dass am Ende wieder diese zwei
Ehen dabei rauskommen. Sondern irgendwas anderes.
Moni
Es ist halt auf einer Seite schwierig, weil meine Ehe ja überhaupt nicht BDSM behaftet ist.
Das heißt, also ich habe meinem Mann auch schon gesagt, wenn wir uns von Tina
und ihrem Mann trennen sollten, müssen wir uns was überlegen,
weil ich möchte jetzt nicht mehr ohne BDSM leben und mit ihm kann ich das nicht
ausleben. Also ich kann ihn halt auch einfach nicht ernst nehmen in dieser Sache.
Sebastian
Gut, da bringst du ihn immer ganz schön unter Druck, weil im Prinzip,
wenn er ein Problem hat, kann er eigentlich nicht viel sagen,
weil das führt nämlich dazu, dass auf jeden Fall noch jemand anderes wieder
involviert wird und hier weiß er wenigstens, was er hat.
Moni
Unsere Beziehung ist ja nie auf Monogamie aufgebaut gewesen.
Sebastian
Wollt ihr es dem Zufall überlassen, wann wer das rauskriegt oder wollt ihr dann
schon gucken, dass er sagt, wir machen hier überall reinen Tisch?
Tina
Nee, ich glaube, da vertrauen wir auf den Zufall und auch auf die Zeit.
Ich denke, dass sich die Gesellschaft im Ganzen im Moment doch deutlich mehr
öffnet, dass nicht jeder da sofort mitziehen kann und je älter die Generationen
sind, umso schwerer fällt es ihnen.
Ich habe das Gefühl, dass in meiner Filterblase, in der ich lebe,
es mittlerweile keine große Sache mehr ist, obwohl ich es bei meinem Arbeitgeber
jetzt auch nicht an die große Glocke hänge oder das irgendwie kommuniziere,
dass ich mehr als einen Partner habe.
Aber ich glaube, dass die Gesellschaft mittlerweile, jetzt ist es ja mittlerweile
fast normal, dass man sagt, hey, ich bin schwul, hey, ich bin nespisch und dass
man dann einfach sagt, wir haben dann etwas anderes Beziehungsmodell,
das wir leben. Ja, es ist dann halt einfach so.
Moni
Wir ziehen dann den Zettel und zeigen den Leuten, was wir tun.
Tina
Genau.
Sebastian
Die Frage ist, kennt ihr noch andere Menschen in einer ähnlichen Konstellation?
Moni
Nein, wir kennen, also ich habe Freunde, die halt auch BDSM betreiben,
bei Joy sind und auch Partnertausch und sowas machen, aber die führen keine Beziehung.
Vielleicht haben sie es auch einfach nur noch nicht gefunden.
Sebastian
Aber guck mal, das ist jetzt nämlich meine wunderbare Überleitung hier, um zum Ende zu kommen.
Das ist nämlich tatsächlich der Punkt, wenn ihr da niemanden kennt,
vielleicht ist es ja sinnvoll, jemanden kennenzulernen.
Oder Leute, die in so eine Situation rein möchten oder auf dem Weg dahin sind,
wenn die sich mit euch ein bisschen vernetzen können.
Kann man euch denn irgendwie kriegen? Oder über mich? Oder ihr merkt,
ich dränge euch zum Ende?
Moni
Also wir sind bei Joy. Wir haben da jeweils noch, also da gibt es ja kein Viererpaar-Profil.
Sowas hat Joy ja noch nicht, glaube ich jedenfalls.
Wir sind da unter Santori 0102 zu erreichen.
Tina
Wir sind Lovelies85.
Sebastian
Ich werde diese beiden Nicknamen wunderbar in die Shownotes reinschreiben,
dann müsst ihr sie jetzt nicht buchstabieren.
Und wenn wer da selber nicht ist, und dort kann ja euch nicht jeder anschreiben,
da gibt es ja so lustige Einschränkungen.
Moni
Dann schreiben sie dir E-Mail.
Sebastian
Genau, die Hörer können mir einfach auch eine Mail schicken und dann leite ich
euch das irgendwie weiter und dann könnt ihr entscheiden, was ihr damit macht.
Da seid ihr auch offen für alle möglichen Fragen. Ich öffne das heute auch wirklich
mal bewusst ein bisschen.
Ja, BDSM ist natürlich das Hauptthema des Podcasts. Ich habe jetzt heute einfach
mal auch noch mal eine andere Seite gesehen und stelle fest,
dass BDSM manche Dinge vielleicht sogar leichter machen kann als noch komplizierter. Glaube ich bei euch.
Moni
Ja, glauben wir auch.
Sebastian
Sehr schön. Ich werde euch jetzt wirklich tatsächlich endgültig verabschieden.
Feedback haben wir erledigt.
Ich mag meinen Urlaub nämlich ein bisschen fortsetzen. Ich muss halt Abend noch
essen gehen, habe ich gehört. Und das wird langsam ein bisschen später zu.
Wenn ihr nichts mehr habt, habe ich euch leer gequatscht?
Moni
Hast du.
Sebastian
Wunderbar. Dann, liebe Moni, liebe Tina, ganz, ganz vielen lieben Dank,
dass ihr euch einen kompletten Nachmittag hier Zeit genommen habt.
Und das so kurzfristig. Dankeschön.
Moni
Sehr gerne. Das hat mir Spaß gemacht. Wir sind gespannt, was da so für Reaktionen kommen.
Sebastian
Ja, hoffentlich reichlich und zahlreich. Ich mag auch nochmal zusammenfassen,
ich finde es schön, dass ihr offen und einfach positiv damit umgehen könnt.
Ich denke mir natürlich trotzdem, dass das innerlich wirklich schwere Prozesse
waren und ihr habt ja offensichtlich gemeistert.
Jeder für sich, alle miteinander.
Und ich werde euch ein bisschen beobachten, wenn ich darf.
Tina
Auf jeden Fall.
Moni
Darfst du?
Tina
Ja.
Sebastian
Gucken wir mal, ob ich dann zur Hauseinwährung eingeladen bin.
Moni
Wir müssen erst mal eins finden.
Tina
Ja.
Sebastian
Liebe Hörer, ich hoffe, ihr habt es genauso genossen wie ich und bis zum nächsten
Mal. Macht's gut. Tschüss.
Moni
Tschüss.
Tina
Tschüss.