WEBVTT

00:00:00.000 --> 00:00:05.000
Folge 115 - Natascha Ditha Berger - Professionals für Kinkster

00:00:06.000 --> 00:00:15.000
Transcript bearbeitet von Johanna

00:00:00.000 --> 00:00:42.000
<v Sebastian>*Beginn Podcast-Intro* Hallo und herzlich willkommen zur Kunst der Unvernunft.

00:00:42.000 --> 00:00:48.000
<v Sebastian>Mein Name ist Sebastian Stix und die Unvernunft ist zurück aus der Sommerpause.

00:00:48.000 --> 00:00:53.000
<v Sebastian>Endlich. Natürlich gab es auch Podcastfrei für mich, aber ich konnte es dann

00:00:53.000 --> 00:00:58.000
<v Sebastian>doch wieder nicht lassen und so ist im Sommer die ein oder andere Aufnahme entstanden.

00:00:58.000 --> 00:01:02.000
<v Sebastian>Das hier ist die erste. Und ihr merkt, ich kann einfach nicht ohne.

00:01:02.000 --> 00:01:07.000
<v Sebastian>Ich kann nicht ohne BDSM, ohne die Kunst der Unvernunft, ohne Kontakt zu euch,

00:01:07.000 --> 00:01:09.000
<v Sebastian>dem besten Publikum der Welt.

00:01:09.000 --> 00:01:13.000
<v Sebastian>Und natürlich auch nicht ohne die tollen GästInnen, mit denen ich hier über BDSM sprechen darf.

00:01:13.000 --> 00:01:17.000
<v Sebastian>Thema ist wie immer, wie fühlt sich das an? Wie leben Menschen das aus?

00:01:17.000 --> 00:01:23.000
<v Sebastian>Und manchmal sprechen wir ja auch über schwierige Zeiten. Die gehören nun mal

00:01:23.000 --> 00:01:26.000
<v Sebastian>zum Menschsein dazu. Nun gibt es da manchmal ein Problem.

00:01:26.000 --> 00:01:29.000
<v Sebastian>Nach einer ordentlichen Spanking-Session zum Hausarzt gehen,

00:01:29.000 --> 00:01:32.000
<v Sebastian>bei der Psychotherapie über BDSM sprechen.

00:01:32.000 --> 00:01:38.000
<v Sebastian>Hm, BDSM ist nun mal da, mal mehr oder weniger sichtbar und einfach wichtiger Teil

00:01:38.000 --> 00:01:41.000
<v Sebastian>des eigenen Ichs, ein Stück Identität.

00:01:41.000 --> 00:01:46.000
<v Sebastian>Und vieles wäre einfacher, wenn klar wäre, dass der Profi mir gegenüber wenigstens

00:01:46.000 --> 00:01:49.000
<v Sebastian>weiß, was Kinkysein ist und auch damit umgehen kann.

00:01:49.000 --> 00:01:54.000
<v Sebastian>Ja, ich habe lange drum herum geredet jetzt. Heute spreche ich mit Natascha Ditha Berger.

00:01:54.000 --> 00:01:59.000
<v Sebastian>Sie ist Psychotherapeutin aus Wien und stellt uns KAPA vor.

00:01:59.000 --> 00:02:04.000
<v Sebastian>KAPA, das ist die Kink Aware Professionals Association und bevor sie es selbst

00:02:04.000 --> 00:02:07.000
<v Sebastian>erklärt, beschreibe ich es mal in einem kurzen Satz.

00:02:07.000 --> 00:02:11.000
<v Sebastian>Profis, die mit kinky Menschen mindestens so weit vertraut sind,

00:02:11.000 --> 00:02:14.000
<v Sebastian>dass ihr sicher sein könnt, deswegen nicht verurteilt zu werden.

00:02:14.000 --> 00:02:17.000
<v Sebastian>Mein Satz ist doch länger geworden, ich habe ihn nochmal überarbeitet. *lacht*

00:02:17.000 --> 00:02:22.000
<v Sebastian>Das bedeutet, ÄrztInnen, PsychotherapeutInnen, Sozialarbeitende stehen bei ihr

00:02:22.000 --> 00:02:27.000
<v Sebastian>auf der Liste und diese Liste soll nicht nur wahrgenommen werden, sondern auch größer.

00:02:27.000 --> 00:02:31.000
<v Sebastian>Es geht aber heute nicht nur um KAPA, denn das hier wäre ja nicht die Kunst

00:02:31.000 --> 00:02:34.000
<v Sebastian>der Unvernunft, wenn ich mit Natascha nur darüber sprechen würde.

00:02:34.000 --> 00:02:38.000
<v Sebastian>Wer ist sie eigentlich, was tut sie so, wie geht sie selbst damit um mit vollem

00:02:39.000 --> 00:02:41.000
<v Sebastian>Namen öffentlich mit Kink in Verbindung zu stehen?

00:02:41.000 --> 00:02:43.000
<v Sebastian>Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage,

00:02:43.000 --> 00:02:48.000
<v Sebastian>dass ich sie ein wenig aus ihrer Komfort-Profi-Zone herauslocken konnte.

00:02:48.000 --> 00:02:53.000
<v Sebastian>Ist Polysein schon kinky? Brauchen BDSMer überhaupt Professionals und, ja, kann

00:02:53.000 --> 00:02:55.000
<v Sebastian>Mensch es mit Konsent übertreiben?

00:02:55.000 --> 00:02:58.000
<v Sebastian>Ich habe wirklich versucht, Fragen außerhalb ihrer Komfortzone zu stellen und

00:02:58.000 --> 00:03:01.000
<v Sebastian>sie hat das ganz toll gemacht.

00:03:01.000 --> 00:03:06.000
<v Sebastian>Bravo, es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mit ihr nicht nur ihr Fragen zu stellen,

00:03:06.000 --> 00:03:08.000
<v Sebastian>sondern auch einfach zu diskutieren.

00:03:08.000 --> 00:03:27.000
<v Sebastian>Deshalb geht es jetzt einfach los mit Folge 115 mit Natascha Ditha Berger. *Ende Podcast-Intro*

00:03:27.000 --> 00:03:31.000
<v Sebastian>Liebes Publikum, ich sitze hier so halb unter dem Dach, das Thermometer ist

00:03:31.000 --> 00:03:37.000
<v Sebastian>noch halbwegs gnädig und es ist wieder Aufnahmetag und heute seit langer,

00:03:37.000 --> 00:03:40.000
<v Sebastian>langer, langer Zeit mal wieder remote.

00:03:40.000 --> 00:03:45.000
<v Sebastian>Und mir zugeschaltet direkt aus Wien, also Österreich, ist Natascha Ditha Berger. Hallo.

00:03:45.000 --> 00:03:49.000
<v Natascha>*spricht im kommenden Gespräch leichten österreichischen Dialekt* Hallo Sebastian, danke für die Einladung.

00:03:49.000 --> 00:03:52.000
<v Sebastian>Ja, sehr, sehr gerne. Ich habe dich auch ehrlich gesagt lange zappeln lassen.

00:03:52.000 --> 00:03:55.000
<v Sebastian>Du hast mich vor, ich glaube, Jahren schon mal angeschrieben und dann,

00:03:55.000 --> 00:03:59.000
<v Sebastian>ja, wie das halt so ist mit meinem Postfach und du hast dich dann doch bereit erklärt.

00:03:59.000 --> 00:04:02.000
<v Sebastian>Wir haben ein nettes Vorgespräch gehabt. Nein, nicht nett, das war super.

00:04:02.000 --> 00:04:04.000
<v Sebastian>Und da dachte ich, das müssen wir jetzt auch schnell machen,

00:04:04.000 --> 00:04:06.000
<v Sebastian>weil das ist einfach cool.

00:04:06.000 --> 00:04:10.000
<v Sebastian>Und ja, 42 Jahre alt kann ich sagen und ich kann schon mal disclaimern:

00:04:10.000 --> 00:04:14.000
<v Sebastian>wir reden nicht so viel über deine persönlichen privaten Dinge.

00:04:14.000 --> 00:04:18.000
<v Sebastian>Ich werde es natürlich trotzdem ein bisschen versuchen, aber du bist eine Gästin

00:04:18.000 --> 00:04:23.000
<v Sebastian>mit einer Mission und diese Mission ist es wert und es ist auch nötig,

00:04:23.000 --> 00:04:24.000
<v Sebastian>auch die mal zu erwähnen.

00:04:24.000 --> 00:04:30.000
<v Sebastian>Müssen wir mal schauen. Ich sage mal so, wir reden über KAPA und du darfst

00:04:30.000 --> 00:04:32.000
<v Sebastian>mir jetzt einmal auflösen, was das ist, weil offenbar habe ich das nicht in

00:04:32.000 --> 00:04:34.000
<v Sebastian>meinen Notizen aufgeschlüsselt.

00:04:34.000 --> 00:04:39.000
<v Natascha>*lacht* KAPA steht für die Kinkaware Professionals Association.

00:04:39.000 --> 00:04:45.000
<v Natascha>Da gibt es eine Geschichte dahinter und zwar, wir haben uns eben in Wien einmal

00:04:45.000 --> 00:04:48.000
<v Natascha>zusammengefunden, ein paar Kolleginnen und Kollegen,

00:04:48.000 --> 00:04:52.000
<v Natascha>die einfach unter dem Titel Kinkaware arbeiten und haben gesagt,

00:04:52.000 --> 00:04:57.000
<v Natascha>hey, irgendwie haben wir bis dahin gar keine Vernetzungen gehabt,

00:04:57.000 --> 00:05:02.000
<v Natascha>wir wollen das starten und das hat einfach begonnen als Plauderei untereinander

00:05:02.000 --> 00:05:05.000
<v Natascha>und irgendwann haben wir begonnen, hey, eigentlich ist das was ziemlich Cooles,

00:05:05.000 --> 00:05:09.000
<v Natascha>wir sollten das größer machen und wir sollten schauen, dass wir mehr Kolleginnen dazubekommen.

00:05:09.000 --> 00:05:12.000
<v Natascha>Und so haben wir KAPA gegründet.

00:05:12.000 --> 00:05:16.000
<v Natascha>Und mittlerweile haben wir eine meiner Ansichten nach ziemlich professionelle

00:05:16.000 --> 00:05:19.000
<v Natascha>Homepage, wo man dann eben auch Professionistinnen suchen kann.

00:05:19.000 --> 00:05:24.000
<v Natascha>Und genau so hat das Ganze gestartet und wir sind weiter im Wachsen.

00:05:24.000 --> 00:05:28.000
<v Natascha>Und da freue ich mich besonders, wenn ich so Einladungen habe wie bei dir,

00:05:28.000 --> 00:05:32.000
<v Natascha>wo ich mir denke, ja, das ist gut. *lacht*

00:05:32.000 --> 00:05:37.000
<v Sebastian>Ich finde ja diese Projekte total wichtig. KAPA ist nicht das einzige auf der Welt.

00:05:37.000 --> 00:05:42.000
<v Sebastian>Es gibt auch eins hier in meiner Region vom SMart e. V.

00:05:42.000 --> 00:05:46.000
<v Sebastian>Die Webseite, ich musste ja leider anerkennen, nach Österreich.

00:05:46.000 --> 00:05:49.000
<v Sebastian>ich werde jetzt mal diesen Österreichbashing, ich muss das schnell abstellen,

00:05:49.000 --> 00:05:50.000
<v Sebastian>aber es bietet sich so an.

00:05:50.000 --> 00:05:54.000
<v Sebastian>Ich muss neidlos anerkennen, ja, die Webseite ist da ein bisschen,

00:05:54.000 --> 00:05:58.000
<v Sebastian>die ist schon ordentlich schön und da präsentieren sich die Menschen auch mit

00:05:58.000 --> 00:06:01.000
<v Sebastian>ein bisschen mehr Details und Foto und so weiter und so fort.

00:06:01.000 --> 00:06:04.000
<v Sebastian>Okay, aber fangen wir doch erstmal trotzdem mit dir persönlich an.

00:06:04.000 --> 00:06:05.000
<v Natascha>Ja.

00:06:05.000 --> 00:06:10.000
<v Sebastian>Wichtigste Frage vorweg, bist du auf irgendeine Art und Weise kinky?

00:06:10.000 --> 00:06:12.000
<v Natascha>Ähm.

00:06:12.000 --> 00:06:16.000
<v Sebastian>*lacht* Die Frage darf ich nicht stellen, die steht eigentlich auf meiner roten Liste.

00:06:16.000 --> 00:06:21.000
<v Natascha>*lacht* Ich wurde es. Schau, die Geschichte ist die, dass eine meiner ersten Klientinnen,

00:06:21.000 --> 00:06:26.000
<v Natascha>als ich noch Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision war, die war kinky und poly.

00:06:26.000 --> 00:06:32.000
<v Natascha>Und da bin ich sehr schnell draufgekommen, dass das, was ich von meinen Lehrtherapien

00:06:32.000 --> 00:06:36.000
<v Natascha>mitgenommen habe oder von den Supervisionen, einfach für das Therapiesetting

00:06:36.000 --> 00:06:37.000
<v Natascha>gar nicht gepasst hat mit ihr.

00:06:37.000 --> 00:06:44.000
<v Natascha>Und da habe ich sehr viel mit ihr einfach lernen dürfen. Und das hat schon auch

00:06:44.000 --> 00:06:47.000
<v Natascha>mein Interesse geweckt.

00:06:47.000 --> 00:06:53.000
<v Natascha>Und wie das Leben dann halt so spielt, habe ich mir irgendwann gedacht und das

00:06:53.000 --> 00:06:55.000
<v Natascha>wollte ich dir auf jeden Fall erzählen.

00:06:55.000 --> 00:06:58.000
<v Natascha>Bei uns in Wien gibt es das SMart Café.

00:06:58.000 --> 00:07:04.000
<v Sebastian>Ja, bekannt. Ich stand schon mal davor. An einem Montag, am letzten Reisetag

00:07:04.000 --> 00:07:06.000
<v Sebastian>und der Laden war natürlich zu.

00:07:06.000 --> 00:07:08.000
<v Sebastian>Also ich habe es nur bis vor die Tür geschafft.

00:07:08.000 --> 00:07:12.000
<v Natascha>Autsch, Autsch, Autsch, Autsch. Aber es ist natürlich eine Institution bei uns.

00:07:12.000 --> 00:07:16.000
<v Natascha>Und das war also dieses Ding mit, ich will da jetzt auch mal hin.

00:07:16.000 --> 00:07:19.000
<v Natascha>Ich will mir das mal anschauen, wie das da abbrennt. Und ich weiß noch ganz

00:07:19.000 --> 00:07:23.000
<v Natascha>am Anfang in meinen Anfängen, wo ich mich auch noch nicht Kink-Aware-Professional

00:07:23.000 --> 00:07:27.000
<v Natascha>genannt hatte, ich habe gedacht, ich gehe da jetzt hin und wenn mich irgendwer sieht,

00:07:27.000 --> 00:07:30.000
<v Natascha>dann sage ich, ich bin Therapeutin, ich arbeite mit so Leuten,

00:07:30.000 --> 00:07:33.000
<v Natascha>ich muss doch mal das anschauen, aber es hat ja mit mir persönlich überhaupt

00:07:33.000 --> 00:07:38.000
<v Natascha>nichts zu tun. Also das waren meine Anfänge. *lacht*

00:07:38.000 --> 00:07:44.000
<v Natascha>Mittlerweile *lacht* würde ich gerne allen Menschen sagen, geht‘s dort mal hin. *lacht*

00:07:44.000 --> 00:07:46.000
<v Sebastian>Eine Feldstudie, okay.

00:07:46.000 --> 00:07:48.000
<v Natascha>Genau, so hat es begonnen.

00:07:48.000 --> 00:07:51.000
<v Sebastian>Ich stelle mir gerade vor, wie du da reintapst und sagst, hallo,

00:07:51.000 --> 00:07:54.000
<v Sebastian>ich habe nichts mit euch zu tun. Ich will nur gucken und am besten noch Notizen

00:07:54.000 --> 00:07:56.000
<v Sebastian>machen, was das so für kinky Leute sind.

00:07:56.000 --> 00:07:57.000
<v Natascha>*lacht*

00:07:57.000 --> 00:07:59.000
<v Sebastian>Und das hast du nicht gewagt, ne [Dialekt]?

00:07:59.000 --> 00:08:02.000
<v Natascha>*lacht* Nein, natürlich überhaupt nicht, weil es hat mich ja persönlich interessiert.

00:08:02.000 --> 00:08:04.000
<v Natascha>Und das habe ich natürlich auch gesagt.

00:08:04.000 --> 00:08:09.000
<v Natascha>Ich war dann bei einem Stammtisch damals. Das, glaube ich, war mein erstes Mal dann.

00:08:09.000 --> 00:08:12.000
<v Natascha>Ja, das war total fein. Ich habe einfach mit den Menschen geplaudert.

00:08:12.000 --> 00:08:16.000
<v Natascha>Und es gang wie bei den neuesten Stammtischen, wie ich es mittlerweile mitbekommen habe,

00:08:16.000 --> 00:08:21.000
<v Natascha>um fast alles, nur nicht um Kink *lacht*, wie das bei den Kinkstammtischen üblich ist. *lacht*

00:08:21.000 --> 00:08:22.000
<v Sebastian>Natürlich.

00:08:22.000 --> 00:08:27.000
<v Natascha>*lacht* Aber ja, wie gesagt, das war einfach das Sicherheitspolster,

00:08:27.000 --> 00:08:32.000
<v Natascha>dass wenn mich jemand sieht, dann hätte ich eine Ausrede gehabt.

00:08:32.000 --> 00:08:37.000
<v Natascha>Und das finde ich noch immer gut und wichtig und ich möchte diese Ausrede gerne

00:08:37.000 --> 00:08:41.000
<v Natascha>auch mehreren Professionistinnen zur Verfügung stellen.

00:08:41.000 --> 00:08:45.000
<v Natascha>Und das ist mit ein Hidden Agenda einfach auch von KAPA, dass man sagen kann,

00:08:45.000 --> 00:08:46.000
<v Natascha>hey, um Gottes Willen, weil wir

00:08:47.000 --> 00:08:51.000
<v Natascha>haben ein Netzwerktreffen auch schon mal gehabt in der Schwelle in Wien.

00:08:51.000 --> 00:08:56.000
<v Natascha>Und jetzt heißt das ganze Libelle, früher war es die Schwelle. Und eigentlich ist

00:08:56.000 --> 00:09:00.000
<v Natascha>auch in meinem Kopf, dass wir die Netzwerktreffen in unterschiedlichsten Locations auch abhalten.

00:09:00.000 --> 00:09:05.000
<v Sebastian>Das ist eine sehr gute Idee, weil so kriegst du die Menschen hin,

00:09:05.000 --> 00:09:09.000
<v Sebastian>damit sie es sehen und im Zweifel auch erfahren können und sie können trotzdem

00:09:09.000 --> 00:09:14.000
<v Sebastian>das, ja, das als Fortbildung quasi einmal deklarieren.

00:09:14.000 --> 00:09:15.000
<v Natascha>Voll, ja, ja klar.

00:09:15.000 --> 00:09:21.000
<v Sebastian>Wie finden das denn die Menschen im SMart Café oder in der Schwelle zum Beispiel oder in der Libelle?

00:09:21.000 --> 00:09:24.000
<v Natascha>Naja, bis jetzt haben wir es so gemacht, dass es dann am Anfang immer eine geschlossene

00:09:24.000 --> 00:09:27.000
<v Natascha>Gesellschaft war, einfach von den KAPAs.

00:09:27.000 --> 00:09:31.000
<v Natascha>Und dann erst später, wenn es so was wie ein Open Evening oder so gegeben hat,

00:09:31.000 --> 00:09:34.000
<v Natascha>dann kann man sich sowieso durchmischen. Die finden das eh super.

00:09:34.000 --> 00:09:38.000
<v Sebastian>Allein schon die Idee, oh, da ist ein, also ich kenne das, wenn auf dem Stammtisch

00:09:38.000 --> 00:09:41.000
<v Sebastian>irgendein Handwerker ist, den ich gerade gebrauchen könnte.

00:09:41.000 --> 00:09:44.000
<v Sebastian>Dann sage ich auch so, o Mensch, du bist doch da in der Branche,

00:09:44.000 --> 00:09:47.000
<v Sebastian>kannst du mir mal einen Tipp geben mit meiner Heizung im Keller?

00:09:47.000 --> 00:09:51.000
<v Sebastian>Das finden die auch nicht toll. Da halte ich mich auch sehr, sehr zurück.

00:09:51.000 --> 00:09:53.000
<v Sebastian>Das kann ich mir bei dir noch mehr vorstellen. Okay, pass auf, das ist der Witz.

00:09:53.000 --> 00:09:57.000
<v Sebastian>Ich habe das erwartet. Mein Spickzettel, der war relativ kurz,

00:09:57.000 --> 00:09:59.000
<v Sebastian>habe ich ja schon gesagt. Und der wird gerade länger und länger.

00:09:59.000 --> 00:10:00.000
<v Natascha>*lacht*

00:10:00.000 --> 00:10:02.000
<v Sebastian>Erstmal mache ich einen Folgenverweis. Du hast nämlich eben gesagt,

00:10:02.000 --> 00:10:05.000
<v Sebastian>ja, in der Ausbildung hat man da nicht so viel mitgekriegt.

00:10:05.000 --> 00:10:05.000
<v Natascha>Ja.

00:10:05.000 --> 00:10:08.000
<v Sebastian>Da habe ich auch einen Nachweis, zumindest wie es in Deutschland ist.

00:10:08.000 --> 00:10:11.000
<v Sebastian>Ich gehe mal davon aus, dass das tendenziell gar nicht so unähnlich ist.

00:10:11.000 --> 00:10:17.000
<v Sebastian>In Unvernunft Folge 76 mit Jörg Signerski und Stefanie Verfürth

00:10:17.000 --> 00:10:21.000
<v Sebastian>habe ich genau darüber gesprochen, dass im Prinzip das Thema Sexualität

00:10:21.000 --> 00:10:26.000
<v Sebastian>in der Psychotherapeuten-Ausbildung ja im Grunde nicht existent ist.

00:10:26.000 --> 00:10:31.000
<v Sebastian>Also da sind die gar nicht so schuld dran, wenn die da mit der ganzen Ausbildung, Studium

00:10:31.000 --> 00:10:35.000
<v Sebastian>und allem durch sind, dass sie da nicht total viele Kenntnisse haben.

00:10:35.000 --> 00:10:38.000
<v Sebastian>Die müssen sich nämlich auch das Eigenantrieb besorgen, offenbar.

00:10:38.000 --> 00:10:40.000
<v Sebastian>Erstmal die Frage, ist das heute immer noch so?

00:10:40.000 --> 00:10:44.000
<v Sebastian>Oder ist es, gibt es ein Pflichtthema oder ist es in Österreich schon immer ein bisschen

00:10:44.000 --> 00:10:48.000
<v Sebastian>anders gewesen, dass zumindest eingestanden wird, die Menschen haben Sexualität?

00:10:48.000 --> 00:10:52.000
<v Natascha>Ich glaube, es kommt extrem darauf an, wo man seine psychotherapeutische Ausbildung

00:10:52.000 --> 00:10:56.000
<v Natascha>gemacht hat. Das heißt, bei welchem Verein und wer sind die Lehrtherapeuten gerade?

00:10:56.000 --> 00:11:01.000
<v Natascha>Ich weiß, ich habe meinem Turnus habe ich einmal rückgemeldet an der Uni,

00:11:01.000 --> 00:11:05.000
<v Natascha>dass ich sage, ich finde, bei uns war das Thema Sexualität sehr, sehr wenig.

00:11:05.000 --> 00:11:09.000
<v Natascha>Und ich habe dann auch von der Lehrgangsleitung retourgemeldet bekommen,

00:11:09.000 --> 00:11:13.000
<v Natascha>aufgrund von unserem Feedback haben sie es dann auch bei anderen vermehrt gemacht

00:11:13.000 --> 00:11:16.000
<v Natascha>und dort haben sie dann das Feedback bekommen, es geht immer nur um Sex,

00:11:16.000 --> 00:11:17.000
<v Natascha>jetzt ist das auch schon fad.

00:11:17.000 --> 00:11:20.000
<v Natascha>Also es ist recht witzig. *lachen*

00:11:20.000 --> 00:11:26.000
<v Sebastian>Ich habe da ja diesen blöden Spruch, die Grundbedürfnisse des Menschen sind schlafen, fressen,

00:11:26.000 --> 00:11:32.000
<v Sebastian>ja, hm, schlafen, fressen, ficken und was war es noch, das letzte?

00:11:32.000 --> 00:11:34.000
<v Natascha>Wie wäre es mit Atmen?

00:11:34.000 --> 00:11:37.000
<v Sebastian>Gesellschaft. Ja, atmen, aber auch Gesellschaft, sage ich mal.

00:11:38.000 --> 00:11:41.000
<v Sebastian>Das sind so die vier Grundbedürfnisse. Man kann in der Ausbildung nicht eins davon weglassen.

00:11:41.000 --> 00:11:42.000
<v Natascha>Ja.

00:11:42.000 --> 00:11:47.000
<v Sebastian>Okay, aber das heißt, bei KAPA treffen sich Menschen, die sagen,

00:11:47.000 --> 00:11:56.000
<v Sebastian>ich biete Kink-Aware-Arbeit an und sagen die das einfach oder müssen die irgendwelche

00:11:56.000 --> 00:11:58.000
<v Sebastian>Voraussetzungen erfüllen und was weiß ich,

00:11:58.000 --> 00:12:03.000
<v Sebastian>sich einmal selber auspeitschen lassen, damit klar ist, okay,

00:12:03.000 --> 00:12:05.000
<v Sebastian>die kennen sich aus. Keine Ahnung, wie das ist.

00:12:05.000 --> 00:12:08.000
<v Natascha und Sebastian>*lachen*

00:12:08.000 --> 00:12:13.000
<v Natascha>So, wieder mehrere Ebenen. Das Erste ist, wenn momentan sich Professionistinnen

00:12:14.000 --> 00:12:16.000
<v Natascha>bei uns melden, die sagen, hey, wir wollen da mitmachen,

00:12:16.000 --> 00:12:19.000
<v Natascha>dann haben wir einfach auch auf der Homepage einen kleinen Fragebogen,

00:12:19.000 --> 00:12:22.000
<v Natascha>wo wir auch fragen, was ist dein Bezug, warum willst du das oder hast du schon

00:12:22.000 --> 00:12:25.000
<v Natascha>Erfahrungen und uns ist es einfach momentan sehr, sehr wichtig,

00:12:25.000 --> 00:12:27.000
<v Natascha>auch einen persönlichen Kontakt zu den Menschen zu haben.

00:12:27.000 --> 00:12:31.000
<v Natascha>Das heißt, alle Leute, die auf der Homepage sind, mit denen habe ich zumindest

00:12:31.000 --> 00:12:37.000
<v Natascha>telefoniert, länger, oder im besten Fall, wenn sie bei uns in, aus Wien oder Umgebung

00:12:37.000 --> 00:12:39.000
<v Natascha>sind, haben wir sie schon getroffen.

00:12:39.000 --> 00:12:42.000
<v Natascha>Wir sind auch schon in Graz gewesen und wir sind auch schon in Linz gewesen

00:12:42.000 --> 00:12:46.000
<v Natascha>und wir wollen generell auch mehr unterwegs sein, um die Leute einfach kennenzulernen,

00:12:46.000 --> 00:12:51.000
<v Natascha>weil wir eben nicht wollten einfach nur eine Liste, wo man sich melden kann und jemand sagt,

00:12:51.000 --> 00:12:56.000
<v Natascha>okay, ich will da drauf und dann kommt man drauf, sondern diese Frage der Qualitätsüberprüfung

00:12:56.000 --> 00:13:00.000
<v Natascha>ist wie überall anders auch bei uns eine Frage.

00:13:00.000 --> 00:13:05.000
<v Natascha>Wirklich sicherstellen können wir es natürlich nicht, aber wir wollen das.

00:13:05.000 --> 00:13:07.000
<v Natascha>Das heißt, in weiterer Folge, wir arbeiten auch gerade daran,

00:13:07.000 --> 00:13:13.000
<v Natascha>eine KAPA-Ausbildung anzubieten, wo ich sehr wohl will, und da haben wir schon

00:13:13.000 --> 00:13:16.000
<v Natascha>viel diskutiert, auch dann im Vorstand, wie machen wir das.

00:13:16.000 --> 00:13:21.000
<v Natascha>Ich finde nämlich gerade bei so Themen wie Konsent und Grenzen abstecken

00:13:21.000 --> 00:13:25.000
<v Natascha>ist das urwichtig, dass ich da mal reingehe. Und dann gibt es halt natürlich

00:13:25.000 --> 00:13:29.000
<v Natascha>die einen, die sagen, um Gottes Willen, aber das kann man doch den Therapeutinnen

00:13:29.000 --> 00:13:33.000
<v Natascha>nicht zumuten, dass die dann da irgendwas machen müssen.

00:13:33.000 --> 00:13:38.000
<v Natascha>Es muss ja eh keiner großartig was machen und es muss auch überhaupt nicht sexuell

00:13:38.000 --> 00:13:42.000
<v Natascha>sein, aber ich kann doch ein D/s-Spiel einmal versuchen,

00:13:42.000 --> 00:13:48.000
<v Natascha>ein bisschen nachzustellen und mich da reinzufühlen, weil gerade in der Psychotherapieausbildung

00:13:48.000 --> 00:13:52.000
<v Natascha>werde ich auch wahrscheinlich irgendwo mal Dinge ausprobieren.

00:13:52.000 --> 00:13:57.000
<v Natascha>Und natürlich, ich rede viel von Psychotherapie, weil ich Psychotherapeutin

00:13:57.000 --> 00:14:00.000
<v Natascha>bin, aber es geht ja auch um andere Professionistinnen und Professionisten.

00:14:00.000 --> 00:14:03.000
<v Natascha>Wir haben nicht nur Psychologen, wir hätten gerne sehr viele mehr Ärzte.

00:14:03.000 --> 00:14:06.000
<v Natascha>Ich hätte auch gerne Juristen dabei,

00:14:06.000 --> 00:14:11.000
<v Natascha>Physiotherapeuten, ja, also alles Mögliche, weil wir doch auch immer wieder hören,

00:14:11.000 --> 00:14:16.000
<v Natascha>hey, ich habe eine super Session gehabt am Wochenende, ich habe einen komplett

00:14:16.000 --> 00:14:19.000
<v Natascha>blauen Hintern, aber ich traue mich gerade nicht zum Arzt, weil mir der Fuß

00:14:19.000 --> 00:14:21.000
<v Natascha>weh tut oder was auch immer.

00:14:21.000 --> 00:14:25.000
<v Natascha>Also so Dinge, weiß ich nicht, wie oft du das auch in deinem Podcast vielleicht schon gehört hast.

00:14:25.000 --> 00:14:30.000
<v Natascha>Und was dann auch wieder ein weiterer Punkt ist, ist, wir haben ja im ICD-10,

00:14:30.000 --> 00:14:36.000
<v Natascha>das ist das International Classification of Diseases, im ICD-10 sind die Paraphilien

00:14:36.000 --> 00:14:41.000
<v Natascha>drinnen und da ist ja Sadomasochismus eigentlich noch mit krankheitswertig besetzt.

00:14:41.000 --> 00:14:43.000
<v Sebastian>Aber der 10er ist ja jetzt rum.

00:14:43.000 --> 00:14:47.000
<v Natascha>Ja genau, das ist das Nächste. Es ist der 11er, aber noch nicht auf Deutsch

00:14:47.000 --> 00:14:51.000
<v Natascha>übersetzt. Somit gilt im Deutsch ja noch immer der 10er.

00:14:51.000 --> 00:14:52.000
<v Natascha>Seitdem ich diesen Podcast mache,

00:14:53.000 --> 00:14:59.000
<v Sebastian>rede ich von dieser wunderbaren Änderung im ICD-11. Und sie ist jetzt immer noch nicht quasi gültig.

00:14:59.000 --> 00:15:07.000
<v Sebastian>Aber gut, da glaube ich einfach mal daran, dass man als PsychotherapeutIn Interesse

00:15:07.000 --> 00:15:11.000
<v Sebastian>daran hat, schon eher so die neueren Einstufungen zu nehmen.

00:15:11.000 --> 00:15:15.000
<v Sebastian>Wobei das hat auch was mit der Abrechnung der Krankenkasse gegenüber zu tun oder sonst irgendwas.

00:15:15.000 --> 00:15:18.000
<v Sebastian>Oder wenn man verbeamtet werden will, ist das möglicherweise auch blöd.

00:15:18.000 --> 00:15:21.000
<v Sebastian>Oder wenn man in die Krankenkasse irgendwas eintreten will.

00:15:21.000 --> 00:15:27.000
<v Sebastian>Klar, wenn da steht, dass ... Okay, ich kann das nachvollziehen, dass das blöd ist,

00:15:27.000 --> 00:15:31.000
<v Sebastian>aber es kommt ja. Also ich kann mir nicht vorstellen, dass der Elfer nicht kommt.

00:15:31.000 --> 00:15:36.000
<v Sebastian>Die Liste wird immer länger, es ist fürchterlich. Ich mag erstmal hier das Thema

00:15:36.000 --> 00:15:37.000
<v Sebastian>Kink mit dir definieren.

00:15:37.000 --> 00:15:41.000
<v Sebastian>Was heißt denn für dich Kink? Weil ich weiß, poly ist ja bei dir auch groß geschrieben.

00:15:41.000 --> 00:15:47.000
<v Sebastian>Und was sind denn jetzt kinky Menschen? Oder ab wann?

00:15:47.000 --> 00:15:53.000
<v Natascha>Das ist eine sehr gute Frage. Wir haben für uns noch keine Definition *lacht*,

00:15:53.000 --> 00:15:55.000
<v Natascha>die wir irgendwo niedergeschrieben hätten.

00:15:55.000 --> 00:16:00.000
<v Natascha>Ich sage immer, für mich ist alles kinky, was halt nicht ganz Vanilla ist.

00:16:00.000 --> 00:16:04.000
<v Natascha>Oder wenn jemand gar keine Ahnung von Kink hat, sage ich, es gibt halt so was

00:16:04.000 --> 00:16:07.000
<v Natascha>wie man klassisch, weil die Leute haben Bilder dazu, das ist Blümchensex.

00:16:07.000 --> 00:16:12.000
<v Natascha>Und dann gibt es halt sehr viel mehr rundherum dazu. Und das zählt dann in Richtung Kink.

00:16:12.000 --> 00:16:16.000
<v Sebastian>Ich habe eine Theorie, dass viele Vanillamenschen BDSMige Sachen machen.

00:16:16.000 --> 00:16:17.000
<v Natascha>Ja.

00:16:17.000 --> 00:16:21.000
<v Sebastian>Das aber auf gar keinen Fall als BDSM oder Kink labeln würden ...

00:16:21.000 --> 00:16:21.000
<v Natascha>Ja.

00:16:21.000 --> 00:16:26.000
<v Sebastian>... dann wären die ja, obwohl sie bei euch genau richtig sind, würden sie sich ausgeschlossen

00:16:26.000 --> 00:16:30.000
<v Sebastian>fühlen, weil sie ja selber nicht glauben, kinky zu sein.

00:16:30.000 --> 00:16:33.000
<v Sebastian>Also die Leute müssen selber der Meinung sein, ich bin kinky,

00:16:33.000 --> 00:16:34.000
<v Sebastian>deshalb brauche ich KAPA.

00:16:34.000 --> 00:16:39.000
<v Natascha>Schau, erstens einmal arbeiten wir ja auch mit nicht kinky Menschen.

00:16:39.000 --> 00:16:43.000
<v Natascha>Es ist ja nicht, dass man zu einem Kink Aware Professional nur dann gehen darf,

00:16:43.000 --> 00:16:47.000
<v Natascha>wenn man auch kinky ist, sondern man kann ja einfach den Professionisten aufsuchen,

00:16:47.000 --> 00:16:52.000
<v Natascha>die Professionistin für was auch immer man gerade jemanden benötigt.

00:16:52.000 --> 00:16:57.000
<v Natascha>Ich stütze deine These absolut, Sebastian, denn ich habe schon so viele Dinge gehört.

00:16:57.000 --> 00:17:01.000
<v Natascha>Mit Kink habe ich überhaupt nichts am Mut, hat mir einmal auch jemand erzählt.

00:17:01.000 --> 00:17:05.000
<v Natascha>Ich bin ja auch privat viel am Sprechen mit Menschen, mich interessieren Menschen einfach.

00:17:05.000 --> 00:17:08.000
<v Natascha>Ich hatte einmal eine Freundin, da habe ich immer so tun müssen,

00:17:08.000 --> 00:17:12.000
<v Natascha>wenn ich sie vergewaltige, aber mit Kink hat es überhaupt nichts zu tun.

00:17:12.000 --> 00:17:16.000
<v Natascha>Nein, natürlich nicht *lacht*, das hat mit Kink überhaupt nichts zu tun. *lacht*

00:17:16.000 --> 00:17:22.000
<v Sebastian>Oh, da hole ich jetzt mal die Moralkeule raus. Also wenn Konsent da ist, dann ist es auch Kink.

00:17:22.000 --> 00:17:23.000
<v Natascha>Ja, eben.

00:17:23.000 --> 00:17:27.000
<v Sebastian>Und wenn die den nicht hatten, dann war es ja eh tatsächlich kein Kink.

00:17:27.000 --> 00:17:33.000
<v Natascha>Es war Konsens. Ja doch, das weiß ich. In dem Beispiel war es wirklich so. Es war Konsens.

00:17:33.000 --> 00:17:37.000
<v Natascha>Und es war, so wie er es mir erklärt hat, wir haben damals kurz darüber gesprochen,

00:17:37.000 --> 00:17:40.000
<v Natascha>eindeutig einfach ein Rape-Game.

00:17:40.000 --> 00:17:45.000
<v Natascha>Aber eben, es wird so nicht betitelt, weil das, ich glaube, noch immer das Bild,

00:17:45.000 --> 00:17:49.000
<v Natascha>was viele Menschen einfach im Kopf haben, zu Kink ist, wie in den Pornos,

00:17:49.000 --> 00:17:52.000
<v Natascha>und wir wissen ja alle, dass Pornos das echte Leben sind,

00:17:52.000 --> 00:17:57.000
<v Natascha>dass da eben Männer wie Hunde an Leinen irgendwo herumlaufen,

00:17:57.000 --> 00:18:03.000
<v Natascha>währenddessen Frauen in Latexkleidung mit der Peitsche irgendwo herumstehen. *lacht*

00:18:03.000 --> 00:18:06.000
<v Sebastian>Hast du schon mal was anderes erlebt?

00:18:06.000 --> 00:18:09.000
<v Natascha>Natürlich nicht. *lacht*

00:18:09.000 --> 00:18:15.000
<v Natascha>Genau, also ich ziehe sehr, sehr gerne eben die Parallele zu dem Pornos, weil ...

00:18:15.000 --> 00:18:19.000
<v Natascha>Leider ist ja auch die jüngere Generation glaubt auch mittlerweile manchmal,

00:18:19.000 --> 00:18:22.000
<v Natascha>dass das, was sie an Sex und Pornos sehen, die Normalität ist.

00:18:22.000 --> 00:18:25.000
<v Natascha>Also vielleicht dreht sich das irgendwann einmal um und dann glaubt man es wirklich.

00:18:25.000 --> 00:18:28.000
<v Natascha>Aber ich hoffe ja doch, dass wir da ganz viel gegensteuern können.

00:18:28.000 --> 00:18:31.000
<v Sebastian>Ich habe Instagram gerade meiner Liste der Themen hinzugefügt.

00:18:31.000 --> 00:18:39.000
<v Natascha>*lacht* Und deswegen ist mir auch besonders wichtig, wir haben natürlich in dem kinky Bereich zwei Themen.

00:18:39.000 --> 00:18:43.000
<v Natascha>Das eine ist die Menschen, die einfach leiden und wirklich einen Leidensdruck haben.

00:18:43.000 --> 00:18:47.000
<v Natascha>Die brauchen natürlich auch Therapie oder sollen irgendwo hingehen können,

00:18:47.000 --> 00:18:49.000
<v Natascha>wo sie sich verstanden fühlen.

00:18:49.000 --> 00:18:53.000
<v Natascha>Und was mir aber besonders wichtig ist und mit dem ich einfach auch sehr gerne

00:18:53.000 --> 00:19:00.000
<v Natascha>in die Öffentlichkeit gehen will, ist dieses, diesen Spaßfaktor und diese Erlebnisaktivierung.

00:19:00.000 --> 00:19:05.000
<v Natascha>Und dass das eben nichts Verwerfliches ist, wenn ich darauf stehe,

00:19:05.000 --> 00:19:09.000
<v Natascha>dass ich ein paar Klapse am Hintern bekomme oder vielleicht ein paar härtere Schläge.

00:19:09.000 --> 00:19:13.000
<v Natascha>Das ist so, ja, und dieses Ausprobieren und das sind wir, weil du gerade vorher

00:19:13.000 --> 00:19:18.000
<v Natascha>noch Konsens gesagt hast. So ein wichtiges Thema und ich finde,

00:19:18.000 --> 00:19:24.000
<v Natascha>es ist manchmal, die Leute glauben immer, sie wissen eh, was Konsens ist und

00:19:24.000 --> 00:19:25.000
<v Natascha>viele wissen es einfach nicht.

00:19:25.000 --> 00:19:30.000
<v Natascha>Also im Vanilla-Bereich wird man viel weniger über Grenzen sprechen.

00:19:30.000 --> 00:19:34.000
<v Sebastian>Ja, das ist tatsächlich ein Punkt, den hatte ich jetzt vor ein paar Tagen in

00:19:34.000 --> 00:19:36.000
<v Sebastian>einem Vorgespräch, dass eine Person wirklich Schwierigkeiten hatte,

00:19:36.000 --> 00:19:42.000
<v Sebastian>Sexualität zu erleben, weil auch ein Nein immer zu einem „Willste nicht doch?“ geführt hat im Leben.

00:19:42.000 --> 00:19:48.000
<v Sebastian>Und dann hat sie irgendwie BDSM – Grüße – BDSM entdeckt und das war so das erste

00:19:48.000 --> 00:19:52.000
<v Sebastian>Mal, dass das Sicherheitsgefühl war, ein Nein oder ein Mayday ist genau das

00:19:52.000 --> 00:19:57.000
<v Sebastian>und dann ist da auch Ruhe und das fand ich A) erschütternd, aber klar,

00:19:57.000 --> 00:20:01.000
<v Sebastian>BDSMern wird, wenn sie, ich sag mal, sozialisiert werden durch Foren,

00:20:01.000 --> 00:20:03.000
<v Sebastian>Stammtische, Community,

00:20:03.000 --> 00:20:07.000
<v Sebastian>wird eingeimpft, Konsent, Konsent, Konsent das musst du machen,

00:20:07.000 --> 00:20:10.000
<v Sebastian>im Zweifelsfall, wenn du es nicht glaubst, weil sonst kommst du in den Knast,

00:20:10.000 --> 00:20:11.000
<v Natascha>Ja.

00:20:11.000 --> 00:20:12.000
<v Sebastian>Also da gibt es einen guten Grund.

00:20:12.000 --> 00:20:19.000
<v Sebastian>Und wenn du Sexualität nur erlebst, weil das macht man halt und das macht halt

00:20:19.000 --> 00:20:21.000
<v Sebastian>irgendwie Spaß, dann hast du natürlich keinerlei Theorie.

00:20:21.000 --> 00:20:28.000
<v Sebastian>Demnach müssten BDSMer oder kinky Menschen viel, viel besser als alle anderen,

00:20:28.000 --> 00:20:30.000
<v Sebastian>ich lobe uns jetzt mal, darin sein,

00:20:30.000 --> 00:20:36.000
<v Sebastian>sicheres und konsensuelle Sexualität zu erleben.

00:20:36.000 --> 00:20:37.000
<v Natascha>Ja.

00:20:37.000 --> 00:20:43.000
<v Sebastian>Und damit brauchen doch BDSMer grundsätzlich eh schon mal keinerlei Therapie oder irgendwas.

00:20:43.000 --> 00:20:44.000
<v Natascha>*lacht*

00:20:44.000 --> 00:20:49.000
<v Sebastian>Also wieso glauben immer alle, BDSMer brauchen Therapie und auch eine spezielle

00:20:49.000 --> 00:20:51.000
<v Sebastian>Therapie bei kink-aware Menschen?

00:20:51.000 --> 00:20:57.000
<v Sebastian>Also wieso denkt man immer BDSMer brauchen eher Therapie als andere?

00:20:57.000 --> 00:21:02.000
<v Sebastian>Ich sag das jetzt, weil auch gefühlt ist es so, weil das öfter Thema ist.

00:21:02.000 --> 00:21:07.000
<v Sebastian>Auf der anderen Seite haben wir doch das ganze Wissen, die Theorie und die Gespräche

00:21:07.000 --> 00:21:10.000
<v Sebastian>und die Möglichkeiten, über alles mögliche zu sprechen, dass es gar nicht zu

00:21:10.000 --> 00:21:15.000
<v Sebastian>irgendwelchen Traumata kommen kann und Leidensdruck etc. Also eigentlich …

00:21:15.000 --> 00:21:21.000
<v Sebastian>braucht es KAPA doch gar nicht. *lachen* Nein, aber mal ernsthaft, also sind BDSMer an sich

00:21:21.000 --> 00:21:25.000
<v Sebastian>schon mal fitter und warum haben sie dann trotzdem Probleme und welche haben

00:21:25.000 --> 00:21:28.000
<v Sebastian>sie und warum benötigen sie so eine Dienstleistung?

00:21:28.000 --> 00:21:33.000
<v Natascha>Ich habe meine Masterthesis geschrieben über Polyamorie und Identität.

00:21:33.000 --> 00:21:37.000
<v Natascha>Und das Identitätsthema ist das, was ich jetzt einfach aufgreifen will bei der Frage,

00:21:37.000 --> 00:21:42.000
<v Natascha>weil wenn ich etwas lebe, mit dem ich mich identifiziere, also das für mich

00:21:42.000 --> 00:21:46.000
<v Natascha>identitätsstiftend ist, und ich gehe in eine Therapie,

00:21:46.000 --> 00:21:52.000
<v Natascha>und der Therapeut oder die Therapeutin bewertet das negativ,

00:21:52.000 --> 00:21:55.000
<v Natascha>dann ist das zu 100 Prozent ein Therapieabbruch.

00:21:55.000 --> 00:22:00.000
<v Natascha>Das funktioniert einfach nicht, weil die therapeutische Beziehung einfach so

00:22:00.000 --> 00:22:02.000
<v Natascha>was etwas extrem Wichtiges ist.

00:22:02.000 --> 00:22:07.000
<v Natascha>Das ist das Mindestmaß, was da sein muss, ist eine Vorurteilsfreiheit.

00:22:07.000 --> 00:22:12.000
<v Natascha>Ich darf zwar als Therapeutin schon hinterfragen, warum und wieso und weshalb

00:22:12.000 --> 00:22:19.000
<v Natascha>oder so, aber es darf nicht sein, dass ich sage ... also es ist ja logisch, dass du Probleme hast, wenn du poly lebst.

00:22:19.000 --> 00:22:21.000
<v Natascha>Das ist das, was ich immer oft höre.

00:22:21.000 --> 00:22:28.000
<v Natascha>Und das ist mit Kink eigentlich das Gleiche. Das heißt, es geht ja darum, dass ich wissen will,

00:22:28.000 --> 00:22:33.000
<v Natascha>wenn ich in Therapie gehe und erzähle, hey, ich stehe auf Fesseln, ich stehe auf Schläge,

00:22:33.000 --> 00:22:38.000
<v Natascha>ich stehe auf Schuhe ablecken, dass das jetzt kein großartiges Thema sein wird

00:22:38.000 --> 00:22:44.000
<v Natascha>und nicht für extreme Irritation bei meinem Therapeuten oder bei meiner Therapeutin führen wird.

00:22:44.000 --> 00:22:47.000
<v Sebastian>Okay, das heißt, die Menschen sind nicht deswegen zum Beispiel bei dir,

00:22:47.000 --> 00:22:52.000
<v Sebastian>sondern es ist halt ein Teil ihrer Persönlichkeit, ihrer Sexualität,

00:22:52.000 --> 00:22:56.000
<v Sebastian>aber das ist nicht der auslösende Grund und dadurch, dass du ein Verständnis

00:22:56.000 --> 00:23:00.000
<v Sebastian>im Sinne von du verstehst tatsächlich, was dahinter steckt, also was das ist,

00:23:00.000 --> 00:23:02.000
<v Sebastian>dadurch können sie sich leichter öffnen.

00:23:02.000 --> 00:23:04.000
<v Natascha>Ja, natürlich.

00:23:04.000 --> 00:23:06.000
<v Sebastian>Das heißt, Kink wird gar nicht therapiert?

00:23:06.000 --> 00:23:07.000
<v Natascha>Nein, überhaupt nicht.

00:23:07.000 --> 00:23:08.000
<v Sebastian>Sehr schön.

00:23:08.000 --> 00:23:14.000
<v Natascha>Also außer es hat jemand wirklich einen Leidensdruck damit und will sich das anschauen. Das kann natürlich auch sein.

00:23:14.000 --> 00:23:17.000
<v Natascha>Ich hatte auch schon Menschen mit Fragestellungen bei mir, die dann gesagt haben,

00:23:17.000 --> 00:23:21.000
<v Natascha>sie wollen wissen, ob ihnen ihr Kink schadet.

00:23:21.000 --> 00:23:24.000
<v Natascha>Und okay, das ist natürlich für mich auch als Professionistin, okay,

00:23:24.000 --> 00:23:27.000
<v Natascha>wie gehen wir jetzt damit um und hab mir halt ...

00:23:27.000 --> 00:23:31.000
<v Natascha>erklären lassen, auf was die Person steht, wie die Person da drauf schaut und

00:23:31.000 --> 00:23:34.000
<v Natascha>wie sie die Spielpartner aussucht oder so.

00:23:34.000 --> 00:23:38.000
<v Natascha>Und ja, dann habe ich ein Urteil abgegeben *lacht*, weil das war eindeutig der Auftrag.

00:23:38.000 --> 00:23:43.000
<v Natascha>Ja, das macht man hoffentlich nur, wenn man zu jemandem geht, der kink-aware ist.

00:23:43.000 --> 00:23:48.000
<v Sebastian>Hast du schon mal jemandem geraten, das vielleicht bleiben zu lassen oder da etwas anders zu machen?

00:23:48.000 --> 00:23:53.000
<v Natascha>Nein, eigentlich ... Anders machen schon, nämlich das mit den Grenzen spielen.

00:23:53.000 --> 00:23:56.000
<v Natascha>Ja, und vielleicht noch einmal, je nachdem wie halt jemand drauf ist.

00:23:56.000 --> 00:24:03.000
<v Natascha>Ich finde nämlich, es ist so ein ... wahnsinnig interessantes Ding

00:24:03.000 --> 00:24:07.000
<v Natascha>ist ja doch das Spielen mit den Ampelgeschichten und dieses Hinspüren und Hinschauen,

00:24:07.000 --> 00:24:10.000
<v Natascha>was ist gut für mich und was nicht.

00:24:10.000 --> 00:24:13.000
<v Natascha>Und ich schaue dann eher vielleicht, dass ich den Menschen sage,

00:24:13.000 --> 00:24:16.000
<v Natascha>auch weil ich hatte schon auch Fragestellungen, dass jemand kam und sagte,

00:24:16.000 --> 00:24:22.000
<v Natascha>ich stehe total auf Kink und ich bin am liebsten ein Sub und ich habe aber gerade

00:24:22.000 --> 00:24:26.000
<v Natascha>totale Retraumatisierungen und andere Menschen haben gesagt,

00:24:26.000 --> 00:24:31.000
<v Natascha>ich darf jetzt nicht mehr kinky spielen und muss ich das jetzt bleiben lassen?

00:24:31.000 --> 00:24:34.000
<v Natascha>Naja, so wie die Person mir damals erklärt hat, sage ich, nein, musst du gar nicht.

00:24:34.000 --> 00:24:38.000
<v Natascha>Aber ich würde einfach extra noch einmal darauf schauen, nicht über deine Grenzen

00:24:38.000 --> 00:24:42.000
<v Natascha>zu gehen und mit dem Spielpartner einfach vielleicht noch einmal eine Ebene

00:24:42.000 --> 00:24:45.000
<v Natascha>reinzuziehen, ein paar Mal öfter nachzufragen, passt es jetzt noch?

00:24:45.000 --> 00:24:49.000
<v Natascha>Oder vielleicht dann auch zu sagen, hör mal lieber ein bisschen früher auf oder was auch immer.

00:24:49.000 --> 00:24:53.000
<v Natascha>Einfach da noch einmal im Vorgespräch extra careful zu sein.

00:24:53.000 --> 00:24:59.000
<v Sebastian>Du sagst ja eben den Begriff Leidensdruck. Ich kann mir vorstellen,

00:24:59.000 --> 00:25:03.000
<v Sebastian>die kommen wahrscheinlich gar nicht wegen der Kink-Awareness zu euch.

00:25:03.000 --> 00:25:06.000
<v Sebastian>Ich sage jetzt einfach mal euch, um generell einfach die

00:25:06.000 --> 00:25:08.000
<v Sebastian>Mitglieder des KAPA einfach anzusprechen.

00:25:08.000 --> 00:25:10.000
<v Natascha>Danke.

00:25:10.000 --> 00:25:12.000
<v Sebastian>Gibt es auch Menschen, die haben Leidensdruck, weil sie der Meinung sind,

00:25:12.000 --> 00:25:17.000
<v Sebastian>o Gott, irgendwie stehe ich da auf Dinge und

00:25:17.000 --> 00:25:20.000
<v Sebastian>das geht doch nicht. Das kann ich doch nicht. Oder mein Partner sagt,

00:25:20.000 --> 00:25:22.000
<v Sebastian>das kannst du nicht machen.

00:25:22.000 --> 00:25:27.000
<v Sebastian>Oder dass die Erziehung da auch mit reinspielt. Und dass der Leidensdruck Kink

00:25:27.000 --> 00:25:30.000
<v Sebastian>dadurch entsteht, dass die gesellschaftliche Konvention eine andere ist.

00:25:30.000 --> 00:25:34.000
<v Sebastian>Und wie kann man den Menschen helfen? Weil du kannst ja nicht sagen,

00:25:34.000 --> 00:25:37.000
<v Sebastian>nö, das ist schon in Ordnung meiner Meinung nach, der nächste Therapeut wird

00:25:37.000 --> 00:25:39.000
<v Sebastian>Ihnen vielleicht was ganz anderes sagen, aber meiner Meinung nach ist alles

00:25:39.000 --> 00:25:42.000
<v Sebastian>okay, jetzt können Sie gehen, reicht ja.

00:25:42.000 --> 00:25:46.000
<v Sebastian>Also wie baust du das dann auch ab oder ist das dann wirklich was,

00:25:46.000 --> 00:25:50.000
<v Sebastian>wo du überlegen musst, warum sind die Menschen an der Stelle in einem Leidensdruck?

00:25:50.000 --> 00:25:52.000
<v Sebastian>Das sind so viele Fragen, Entschuldigung.

00:25:52.000 --> 00:25:56.000
<v Natascha>Du wirst lachen, aber ich sage genauso Sachen.

00:25:56.000 --> 00:26:01.000
<v Natascha>Ich sage, das ist ganz normal *lacht* und da ist jetzt nichts Verwerfliches dran.

00:26:01.000 --> 00:26:04.000
<v Natascha>Das sage ich ihnen genauso, wie du gesagt hast, du wirst doch nicht sagen,

00:26:04.000 --> 00:26:06.000
<v Natascha>dass. Doch, das mache ich.

00:26:06.000 --> 00:26:09.000
<v Natascha>Und das ist, weißt du, das ist wie wenn du zum Arzt gehst und der Arzt sagt

00:26:09.000 --> 00:26:12.000
<v Natascha>dir, schmier dir das ein oder keine Ahnung, mach da sonst was.

00:26:12.000 --> 00:26:18.000
<v Natascha>Mein Wort hat schon Gewicht. Und wenn eine Autorität, und da bin ich dann einfach manchmal Autorität,

00:26:18.000 --> 00:26:23.000
<v Natascha>dass ich, wenn mich jemand fragt „Ist das normal?“, sehe ja so die Geschichte. Und

00:26:23.000 --> 00:26:27.000
<v Natascha>ich sag: „Okay, was ist denn schon normal?“ Und wir kennen ja auch immer dieses

00:26:27.000 --> 00:26:29.000
<v Natascha>Sprichwörter, das sagt: okay,

00:26:29.000 --> 00:26:33.000
<v Natascha>blöd ist es dann, wenn man keinen mehr findet, der mitspielt, wo wir wieder beim

00:26:33.000 --> 00:26:41.000
<v Natascha>Konsensthema wären. Deswegen ist für mich dieses kink-aware und dann eben auch poly-aware,

00:26:41.000 --> 00:26:46.000
<v Natascha>weil manchmal bieten natürlich Spielbeziehungen dann eine Ausweichmöglichkeit

00:26:46.000 --> 00:26:49.000
<v Natascha>Und dann wird es dann manchmal aber wieder erst recht kompliziert,

00:26:49.000 --> 00:26:52.000
<v Natascha>wenn die Leute aber doch meinen, sie wollen monogam sein.

00:26:52.000 --> 00:26:57.000
<v Natascha>Aber natürlich, ich sage ihnen, das kommt dann immer darauf an,

00:26:57.000 --> 00:27:06.000
<v Natascha>weißt, der Nachteil an der Psychotherapie ist, dass sie so individuell ist. Ja, das heißt ... *lacht*

00:27:06.000 --> 00:27:14.000
<v Sebastian>Ich mach nochmal ein neues Fass auf. Ist poly Kink oder ist das davon ganz gänzlich abgetrennt?

00:27:14.000 --> 00:27:22.000
<v Sebastian>Weil Kink könnte man auch so definieren, die Person setzt sich mit ihrer Sexualität

00:27:22.000 --> 00:27:27.000
<v Sebastian>auseinander und überschreitet die, ich sag mal, die Grenzen der Hollywood-Liebe.

00:27:27.000 --> 00:27:32.000
<v Natascha>Ja, wahrscheinlich. Also über die, so habe ich über die Frage noch nie nachgedacht.

00:27:32.000 --> 00:27:37.000
<v Natascha>Könnte man aber, und die würde ich wahrscheinlich sogar bejahen aus diesem Gedankenaspekt

00:27:37.000 --> 00:27:40.000
<v Natascha>her, denn ich sage immer, was macht denn die Monogamie?

00:27:40.000 --> 00:27:44.000
<v Natascha>Monogamie fetischisiert den Sex. Weil wenn ich sage, ohne Monogamie kann ich

00:27:44.000 --> 00:27:46.000
<v Natascha>und will ich keinen Sex mehr haben, sondern das muss da sein,

00:27:46.000 --> 00:27:51.000
<v Natascha>das ist doch eine Grundbedienung von Fetisch. *lacht*

00:27:51.000 --> 00:27:58.000
<v Sebastian>Ich habe neulich gehört, Monogamie hat die Welt befriedet, weil die Männer sich

00:27:58.000 --> 00:28:02.000
<v Sebastian>nicht mehr gegenseitig erschlagen, weil sie die Frau haben wollen und man denke

00:28:02.000 --> 00:28:04.000
<v Sebastian>an Troja und alles mögliche.

00:28:04.000 --> 00:28:08.000
<v Sebastian>Das Konzept der Monogamie ist da relativ clever.

00:28:08.000 --> 00:28:11.000
<v Sebastian>Jetzt wird poly, kommt immer mehr raus und die Welt geht gefühlt unter,

00:28:11.000 --> 00:28:14.000
<v Sebastian>wenn ich die Nachrichten anstelle. *lacht*

00:28:14.000 --> 00:28:16.000
<v Sebastian>Nicht, dass es da einen Zusammenhang gibt, aber zumindest Zeit...,

00:28:16.000 --> 00:28:20.000
<v Sebastian>das ist, irgendwie gefühlt fürchterlich.

00:28:20.000 --> 00:28:25.000
<v Sebastian>Also ich kann, ich mache nicht zu viel falsch, wenn ich sage,

00:28:25.000 --> 00:28:29.000
<v Sebastian>okay, Polymenschen, Polypersonen, die das leben,

00:28:29.000 --> 00:28:36.000
<v Sebastian>die könnte ich unter dem Label Kink so ein bisschen mit vereinen oder halt umgekehrt.

00:28:36.000 --> 00:28:41.000
<v Sebastian>Das ist also keine Beleidigung an der Stelle, sondern damit kann man durchaus leben.

00:28:41.000 --> 00:28:45.000
<v Natascha>Ich könnte das definitiv, ich kann mir vorstellen, dass manche Polymenschen das nicht könnten.

00:28:45.000 --> 00:28:49.000
<v Natascha>Deswegen, da sind wir wieder wie bei, es ist individuell, weil sie halt trotzdem

00:28:49.000 --> 00:28:53.000
<v Natascha>gerne ihren Vanillasex haben, was nur halt mit unterschiedlichen Menschen,

00:28:53.000 --> 00:28:55.000
<v Natascha>was ja auch vollkommen legitim ist.

00:28:55.000 --> 00:28:59.000
<v Natascha>Das heißt, das ist vielleicht eine Form von, wenn wir in dem Narrativ bleiben,

00:28:59.000 --> 00:29:05.000
<v Natascha>ein Kink mit seinem Special Wording, eben Monogamie. *lacht*

00:29:05.000 --> 00:29:09.000
<v Sebastian>Sag mal, jetzt bist du ja nur mal auf der KAPA-Seite und die Leute denken,

00:29:09.000 --> 00:29:13.000
<v Sebastian>wenn ich was mit BDSM zu tun habe und vielleicht auch da speziell,

00:29:13.000 --> 00:29:16.000
<v Sebastian>ich nenne es jetzt mal ein Trauma haben oder ein Beratungsbedarf,

00:29:16.000 --> 00:29:19.000
<v Sebastian>sage ich mal, dann landen sie ja eher bei euch.

00:29:19.000 --> 00:29:21.000
<v Sebastian>Das heißt, die Wahrscheinlichkeit, dass jemand da ist, der sagt,

00:29:21.000 --> 00:29:29.000
<v Sebastian>ich leide unter meinem Kink, also speziell darunter, was die Menschen wollen, der ist ja etwas höher.

00:29:29.000 --> 00:29:33.000
<v Sebastian>Worunter leiden die Menschen? Weil ich bin da total einfach in meiner Struktur,

00:29:33.000 --> 00:29:37.000
<v Sebastian>wenn es mir gefällt und ich mich hinterher nicht dreckig und schlecht fühle

00:29:37.000 --> 00:29:40.000
<v Sebastian>und mein Gegenüber auch Spaß dran hat, dann kann es nur gut gewesen sein.

00:29:40.000 --> 00:29:44.000
<v Sebastian>Warum im Himmelswillen sollte ich ein Problem damit haben?

00:29:44.000 --> 00:29:48.000
<v Sebastian>So denke ich das. Aber Menschen denken ja gerne viel.

00:29:48.000 --> 00:29:56.000
<v Sebastian>Und ja, also mit was für BDSM-spezifischen Problemen siehst du oder seht ihr euch da konfrontiert?

00:29:56.000 --> 00:29:59.000
<v Natascha>Leider kann ich noch zu wenig über meine Kolleginnen und Kollegen sprechen,

00:29:59.000 --> 00:30:03.000
<v Natascha>was die da noch für Probleme haben, weil das wäre jetzt wirklich eine sehr interessante Fragestellung.

00:30:03.000 --> 00:30:09.000
<v Natascha>Ich habe nämlich für mich wirklich auch den Fokus gesetzt, eben dieses dass Kink Spaß

00:30:09.000 --> 00:30:19.000
<v Natascha>machen darf und eben im Sinne von Erlebnisaktivierung Menschen mit Leidensdruck unter ihrem Kink ...

00:30:19.000 --> 00:30:21.000
<v Natascha>Ich überlege gerade.

00:30:21.000 --> 00:30:26.000
<v Natascha>... hatte ich wahrscheinlich. Sie kommen mit Fragestellungen, aber nicht so, dass sie sagen,

00:30:26.000 --> 00:30:33.000
<v Natascha>um Gottes Willen, ich bin so kinky, dass ich eben auch nach ICD-11 noch eine

00:30:33.000 --> 00:30:38.000
<v Natascha>Störung diagnostiziert bekommen würde.

00:30:38.000 --> 00:30:41.000
<v Natascha>Das hatte ich noch gar nicht.

00:30:41.000 --> 00:30:41.000
<v Sebastian>Okay.

00:30:41.000 --> 00:30:47.000
<v Natascha>Gibt sicher auch, ist bei mir noch nicht gelandet. Ja genau, so wie du jetzt irritiert

00:30:47.000 --> 00:30:51.000
<v Natascha>schaust *lacht*, würde man sich das komplett anders vorstellen und anders denken.

00:30:51.000 --> 00:30:58.000
<v Natascha>Aber ich sage dir, im Normalfall ist es viel mehr dieses Fördern von,

00:30:58.000 --> 00:31:03.000
<v Natascha>hey komm, ja klar, probier was aus, mach was etc., trau dich, dazu zu stehen.

00:31:03.000 --> 00:31:07.000
<v Natascha>Es ist, du bist nicht allein, so wie du das mit deinem Podcast ja wahnsinnig

00:31:07.000 --> 00:31:13.000
<v Natascha>wichtige Arbeit leistest. Ja, dass die Leute eben sehen, sie sind nicht die Einzigen mit diesem Fetisch.

00:31:13.000 --> 00:31:16.000
<v Sebastian>Ja, also die Aussage, du bist nicht allein, ist auch das Feedback,

00:31:16.000 --> 00:31:21.000
<v Sebastian>was ich kriege, tatsächlich das häufigste, auch wenn es mal auf einen speziellen

00:31:21.000 --> 00:31:23.000
<v Sebastian>Kink oder Fetisch kommt,

00:31:23.000 --> 00:31:26.000
<v Sebastian>wirklich dieses, die Leute hören den Podcast und dann kommt genau ihr Thema

00:31:26.000 --> 00:31:30.000
<v Sebastian>und dann stellen sie da immer noch nach Jahren der Kunst der Unvernunft hören

00:31:30.000 --> 00:31:34.000
<v Sebastian>fest, ich bin ja nicht mal damit allein, das ist ja Wahnsinn.

00:31:34.000 --> 00:31:38.000
<v Sebastian>Also das ist die wichtigste und größte Botschaft im Grunde.

00:31:38.000 --> 00:31:40.000
<v Natascha>Genau, ja.

00:31:40.000 --> 00:31:45.000
<v Sebastian>Okay, also keine Fallbeispiele heute von dir, die mit Kink zu tun haben.

00:31:45.000 --> 00:31:47.000
<v Natascha>*lacht*

00:31:47.000 --> 00:31:53.000
<v Sebastian>Sehr gut. Also das ist ja auch so ein bisschen die Frage, Sicht von außen und innen.

00:31:53.000 --> 00:31:56.000
<v Sebastian>Ich könnte mir auch vorstellen, dass Menschen zu dir kommen und sagen,

00:31:56.000 --> 00:31:59.000
<v Sebastian>ich leide darunter, dass mein Partner, meine Partnerin dieses perverse Gedöns

00:31:59.000 --> 00:32:02.000
<v Sebastian>hat. Also das ist wahrscheinlich immer nur ein Nebenschauplatz,

00:32:02.000 --> 00:32:04.000
<v Sebastian>weil die Menschen eh da sind.

00:32:04.000 --> 00:32:09.000
<v Sebastian>Wie ist das mit Personen, die selber darunter leiden, dass sie damit konfrontiert werden,

00:32:09.000 --> 00:32:14.000
<v Sebastian>weil niemand muss und man kann auch, also in einer frischen Ehe kann man quasi,

00:32:14.000 --> 00:32:17.000
<v Sebastian>ich glaube nach irgendwelchen bayerischen Gesetzen noch verlangen,

00:32:17.000 --> 00:32:19.000
<v Sebastian>dass die Menschen irgendwie Sex miteinander haben, sonst ist die Ehe nicht vollzogen.

00:32:19.000 --> 00:32:25.000
<v Sebastian>Ja, man kann von Menschen irgendwie gesellschaftlich, moralisch noch irgendwie

00:32:25.000 --> 00:32:27.000
<v Sebastian>Sexualität verlangen, aber bei Kink hört die Sache auf.

00:32:27.000 --> 00:32:31.000
<v Sebastian>Da ist es definitiv freiwillig und Konsent.

00:32:31.000 --> 00:32:35.000
<v Sebastian>Und das ist ein Konfliktpunkt zwischen Menschen und zwischen Personen.

00:32:35.000 --> 00:32:39.000
<v Sebastian>Und wenn du da jemanden hast, der sagt, ich leide darunter, weil mein Gegenüber,

00:32:39.000 --> 00:32:42.000
<v Sebastian>meine Beziehungsperson möchte da was, was ich nicht möchte.

00:32:42.000 --> 00:32:45.000
<v Sebastian>Ich glaube, das ist eine Menge Druck und auch Leiden.

00:32:45.000 --> 00:32:49.000
<v Natascha>Das gibt es immer wieder in der Paartherapie.

00:32:49.000 --> 00:32:53.000
<v Natascha>Und nicht nur auf sexueller Ebene, sondern auf jeder Ebene gibt es das.

00:32:53.000 --> 00:32:56.000
<v Natascha>Mein Partner will was, was ich nicht will oder die Partnerin möchte was,

00:32:56.000 --> 00:32:59.000
<v Natascha>was ich nicht will. Ich will was, was die Partnerin nicht will.

00:32:59.000 --> 00:33:03.000
<v Sebastian>Also Kinder, Haus, das zählt ja alles mit rein, ja?

00:33:03.000 --> 00:33:06.000
<v Natascha>Ja, ganz genau. Und deswegen, da ist Sexualität und auch Kink dann nur eine

00:33:06.000 --> 00:33:09.000
<v Natascha>Facette, wie man damit umgehen will.

00:33:09.000 --> 00:33:12.000
<v Sebastian>Ja, bei vielen Sachen kann man dann überlegen, Kompromisse zu finden.

00:33:12.000 --> 00:33:16.000
<v Sebastian>Bei Kink würde ich sagen, wenn das eine Person ablehnt, dann ist halt Schluss,

00:33:16.000 --> 00:33:21.000
<v Sebastian>weil da hat man halt nicht die Wahl, einen Kompromiss zu machen.

00:33:21.000 --> 00:33:24.000
<v Sebastian>Der wäre für mich gefühlt irgendwo faul, der Kompromiss.

00:33:24.000 --> 00:33:27.000
<v Natascha>Ja, deswegen ist es immer individuell.

00:33:27.000 --> 00:33:31.000
<v Natascha>Wir hatten das schon, das ist das Faden in der Psychotherapie,

00:33:31.000 --> 00:33:35.000
<v Natascha>weil ich kann dir nicht die Fallbeispiele …

00:33:35.000 --> 00:33:39.000
<v Natascha>Es ist nicht immer gleich, sondern es kommt einfach immer darauf an,

00:33:39.000 --> 00:33:43.000
<v Natascha>was für jemanden wichtig ist. Was mir wichtig ist, Eigenverantwortung zu fördern.

00:33:43.000 --> 00:33:47.000
<v Natascha>Weißt du, ich sage den Leuten immer, das ist dein Leben. So würde ich auch dir

00:33:47.000 --> 00:33:48.000
<v Natascha>sagen, Sebastian, das ist dein Leben.

00:33:48.000 --> 00:33:51.000
<v Natascha>Und es ist scheißegal, was in irgendwelchen Büchern steht oder was irgendwer

00:33:51.000 --> 00:33:53.000
<v Natascha>sagt, was richtig oder falsch ist.

00:33:53.000 --> 00:33:58.000
<v Natascha>Die einzige wirkliche Frage, die zählt, ist, wie willst du dein Leben verbringen?

00:33:58.000 --> 00:34:01.000
<v Natascha>Somit wäre dann, ich tue mir leichter, wenn ich das jetzt auf dich projiziere,

00:34:01.000 --> 00:34:04.000
<v Natascha>wenn du mit der Fragestellung kommst, du willst etwas,

00:34:04.000 --> 00:34:07.000
<v Natascha>was deine Partnerin nicht will.

00:34:07.000 --> 00:34:12.000
<v Natascha>Sag, okay, wie sehr liebst du sie? Gibt es eine Variante, dass du dir eine Spielbeziehung

00:34:12.000 --> 00:34:14.000
<v Natascha>suchen kannst oder nicht?

00:34:14.000 --> 00:34:18.000
<v Natascha>Willst du, weil Love is not enough, wie wichtig ist dir das andere,

00:34:18.000 --> 00:34:21.000
<v Natascha>dass du deinen Kink leben kannst?

00:34:21.000 --> 00:34:26.000
<v Natascha>Und ich würde halt vorschlagen, Baby-Steps zu gehen, Dinge auszuprobieren,

00:34:26.000 --> 00:34:31.000
<v Natascha>bevor man vielleicht komplett klare Grenzen zieht und sagt, nein, ich muss mich trennen.

00:34:31.000 --> 00:34:33.000
<v Natascha>Kann man ja mal schauen, geht das mit einer einer Spielbeziehung oder nicht.

00:34:33.000 --> 00:34:37.000
<v Natascha>Oder dass man gleich sagt, nein, eigentlich, das funktioniert für mich nicht. Ich muss mich trennen.

00:34:37.000 --> 00:34:41.000
<v Natascha>Und dann ist das auch eine Konsequenz.

00:34:41.000 --> 00:34:45.000
<v Natascha>Und das wird für Menschen unterschiedliche Gewichtungen haben.

00:34:45.000 --> 00:34:49.000
<v Sebastian>Aber geraten, ja, wenn du das nicht machen willst und dein Partner,

00:34:49.000 --> 00:34:54.000
<v Sebastian>deine Partnerin will das, dann trenne dich halt. So einen Rat würdest du nicht geben? *lacht*

00:34:54.000 --> 00:34:57.000
<v Sebastian>Ich merke, ich will polarisieren ein bisschen.

00:34:57.000 --> 00:35:02.000
<v Natascha>Ja, das ist, darfst du. Das ist auch gut so. Ich sage immer, man darf Geschenke machen.

00:35:02.000 --> 00:35:07.000
<v Natascha>Ähnlich, da gibt es, ich glaube ... nicht in der Demokratie, vielleicht fallt dir

00:35:07.000 --> 00:35:09.000
<v Natascha>das ein, da gibt es ein Wort.

00:35:09.000 --> 00:35:13.000
<v Natascha>Also es gibt eine Verhandlungstechnik, wo ich auch dazu sagen kann,

00:35:13.000 --> 00:35:16.000
<v Natascha>wie sehr will ich etwas oder wie sehr will ich etwas gar nicht.

00:35:16.000 --> 00:35:21.000
<v Natascha>Dass ich sage, eigentlich will ich das nicht, aber ich kann damit leben. Das gibt es ja auch.

00:35:21.000 --> 00:35:25.000
<v Natascha>Das heißt, und ich sage, gerade in einer Beziehung, in einer Partnerschaft kann

00:35:25.000 --> 00:35:27.000
<v Natascha>ich jemand anderem Geschenke machen. Das ist, wenn ich sage,

00:35:27.000 --> 00:35:31.000
<v Natascha>ganz im Ernst, ich stehe jetzt nicht sonderlich drauf, vor dir zu knien und

00:35:31.000 --> 00:35:37.000
<v Natascha>dich anzubeten, aber wenn es dir so viel gibt, spiele ich es halt für dich einfach.

00:35:37.000 --> 00:35:41.000
<v Sebastian>Ja, da fängt meine Moral an, so ein bisschen zu kribbeln.

00:35:41.000 --> 00:35:41.000
<v Natascha>Ja.

00:35:41.000 --> 00:35:47.000
<v Sebastian>Ich gebe dir mal ein Fallbeispiel. Da hat mir eine Person geschrieben und meinte,

00:35:47.000 --> 00:35:53.000
<v Sebastian>naja, mein Partner wünscht das und möchte das und ich kann auch nicht damit

00:35:53.000 --> 00:35:55.000
<v Sebastian>leben, dass er das mit einer anderen Person auslebt.

00:35:55.000 --> 00:35:59.000
<v Sebastian>Also haben wir den Deal, einmal im Monat kann er mir den Hintern ordentlich

00:35:59.000 --> 00:36:00.000
<v Sebastian>verhauen und wir haben dann eine Session.

00:36:00.000 --> 00:36:01.000
<v Natascha>Ja.

00:36:01.000 --> 00:36:03.000
<v Sebastian>Und wo ich denke so, oh.

00:36:03.000 --> 00:36:10.000
<v Sebastian>Also sämtliche vorteilhafte Romantik von BDSM ist für mich im Prinzip für beide

00:36:10.000 --> 00:36:13.000
<v Sebastian>in dem Moment gestorben, weil ich mir denke, okay, du lässt dich von deinem Partner

00:36:13.000 --> 00:36:18.000
<v Sebastian>schlagen, fesseln und Dinge mit dir machen, weil du ihn halten willst.

00:36:18.000 --> 00:36:20.000
<v Natascha>Mhm.

00:36:20.000 --> 00:36:24.000
<v Sebastian>Also da geht, das ist dann, für mich wird dann, aus diesem ganzen Tanz miteinander

00:36:24.000 --> 00:36:27.000
<v Sebastian>wird dann ein mechanisches, ich muss das machen, weil ich will das Haus behalten,

00:36:27.000 --> 00:36:29.000
<v Sebastian>was an der Ehe hängt und so was.

00:36:29.000 --> 00:36:30.000
<v Natascha>Uh, ja, ja.

00:36:30.000 --> 00:36:35.000
<v Sebastian>Und da denke ich mir so, um Gottes Willen, ja, die Entscheidung können die Menschen

00:36:35.000 --> 00:36:36.000
<v Sebastian>treffen. Das können sie.

00:36:36.000 --> 00:36:41.000
<v Sebastian>Das hat aber dann nichts mehr mit dem Kink und BDSM zu tun, wie ich es definiere.

00:36:41.000 --> 00:36:45.000
<v Sebastian>Und da muss ich dann wirklich schlucken. Das gibt es.

00:36:45.000 --> 00:36:48.000
<v Sebastian>Und ich wünsche mir dann immer eine Welt, in der so was nicht nötig ist.

00:36:48.000 --> 00:36:52.000
<v Sebastian>Aber die Person hängt moralisch einfach dran. Nein, mit einem anderen darf er

00:36:52.000 --> 00:36:55.000
<v Sebastian>nicht. Das will ich nicht. Das kann ich nicht ertragen.

00:36:55.000 --> 00:36:57.000
<v Sebastian>Also ertrage ich lieber die Prügel dafür.

00:36:57.000 --> 00:37:00.000
<v Sebastian>Und das ist wirklich boah, heftig.

00:37:00.000 --> 00:37:04.000
<v Natascha>Ja, das verstehe ich. Und dennoch, ich würde mir auch wünschen,

00:37:04.000 --> 00:37:08.000
<v Natascha>dass es auf der Welt keine Kriege gäbe. Und ich muss damit leben.

00:37:08.000 --> 00:37:12.000
<v Natascha>Es ist einfach so. Und deswegen sage ich, ich bin wirklich ein absoluter Fan

00:37:12.000 --> 00:37:16.000
<v Natascha>von Eigenverantwortung. Wenn jetzt diese Person aber bei mir in Therapie wäre,

00:37:16.000 --> 00:37:18.000
<v Natascha>und je nachdem, was der Auftrag ist,

00:37:18.000 --> 00:37:22.000
<v Natascha>ich bin immer ein absoluter Fan von Auftrag. Also um was geht es denn?

00:37:22.000 --> 00:37:27.000
<v Natascha>Würde ich wahrscheinlich schon hinterfragen, was denn mit diesem Haus so an sich ist.

00:37:27.000 --> 00:37:32.000
<v Natascha>Und, ach Gott, weißt du, Menschen sind manchmal wegen ganz anderen Sachen miteinander

00:37:32.000 --> 00:37:33.000
<v Natascha>zusammen und es ist die Frage,

00:37:33.000 --> 00:37:38.000
<v Natascha>wenn ich nebeneinander her lebe und mein Partner verachtet mich und das hat mit

00:37:38.000 --> 00:37:41.000
<v Natascha>Kink überhaupt nichts zu tun und ich bleibe trotzdem dort wegen einem Haus,

00:37:41.000 --> 00:37:43.000
<v Natascha>dann würde ich das auch niemandem wünschen. *lacht*

00:37:43.000 --> 00:37:48.000
<v Sebastian>Wie würdest du denn damit umgehen, wenn dann die aktive Person bei dir ist?

00:37:48.000 --> 00:37:53.000
<v Sebastian>Weil, also auch da sehe ich so dieses, die Person ist ja auch nicht blöd,

00:37:53.000 --> 00:37:57.000
<v Sebastian>die wird ja merken und wissen, okay, das ist jetzt hier ein Beziehungsstil,

00:37:57.000 --> 00:38:02.000
<v Sebastian>aber, und das ist auch ein Liebesbeweisen alles, aber ich könnte die Hand nicht

00:38:02.000 --> 00:38:04.000
<v Sebastian>erheben und sagen, haha.

00:38:04.000 --> 00:38:09.000
<v Natascha>Ich glaube, ich würde fragen, ob das der Person wirklich Spaß macht dann.

00:38:09.000 --> 00:38:14.000
<v Natascha>Weil das ist ja auch, weil da sind wir ja auch dann wieder in diesem Bereich mit,

00:38:14.000 --> 00:38:21.000
<v Natascha>welche Form von Sadismus mag ich? Ja, weil ich kenne schon Menschen,

00:38:21.000 --> 00:38:25.000
<v Natascha>die spielen so, dass es über die Grenze gehen muss, ein bisschen,

00:38:25.000 --> 00:38:27.000
<v Natascha>damit es der anderen Person so wirklich weh tut.

00:38:27.000 --> 00:38:31.000
<v Natascha>Und es gibt diejenigen, die sagen, sie finden es eh nur dann leiwand [Dialekt],

00:38:31.000 --> 00:38:35.000
<v Natascha>wenn die masochistische Person das Ganze noch richtig leiwand [Dialekt] findet.

00:38:35.000 --> 00:38:40.000
<v Natascha>Und deswegen sage ich auch immer wieder sehr individuell, und natürlich würde ich das hinterfragen.

00:38:40.000 --> 00:38:45.000
<v Sebastian>Ach so, herum, natürlich. Das kann natürlich dann nochmal, dann ist der Kink

00:38:45.000 --> 00:38:48.000
<v Sebastian>ja sogar noch realistischer. Oh.

00:38:48.000 --> 00:38:53.000
<v Sebastian>Ja, so weit habe ich gar nicht gedacht. Ja, also da merke ich aber,

00:38:53.000 --> 00:38:57.000
<v Sebastian>in meiner bunten Bonbon-Welt, da romantisiere ich dann doch sehr viel.

00:38:57.000 --> 00:39:02.000
<v Sebastian>Und du bist nun mal, du kannst dem nicht ausweichen. Von Berufs wegen hast du damit zu tun.

00:39:02.000 --> 00:39:05.000
<v Sebastian>Und musst natürlich trotzdem irgendeine Art Rat geben. Klar, du kannst Fragen

00:39:05.000 --> 00:39:12.000
<v Sebastian>stellen, aber im Grunde gibst du irgendeine Art Rat oder eröffnest Möglichkeiten.

00:39:12.000 --> 00:39:14.000
<v Sebastian>Aber ich möchte da nicht tauschen, ehrlich gesagt.

00:39:14.000 --> 00:39:19.000
<v Natascha>Ach, mir macht das total Spaß, weil ich liebe dieses Funkeln in den Augen,

00:39:19.000 --> 00:39:21.000
<v Natascha>wenn ich eine Frage stelle, weil im Normalfall mache ich es über Fragen,

00:39:21.000 --> 00:39:23.000
<v Natascha>weil ich ja nicht weiß, was die Leute wirklich wollen,

00:39:24.000 --> 00:39:25.000
<v Natascha>weil wie gesagt, noch einmal, höchstes

00:39:25.000 --> 00:39:28.000
<v Natascha>Credo: es ist dein Leben und die Frage ist, wie willst du es leben?

00:39:28.000 --> 00:39:32.000
<v Natascha>Und wenn ich dann eine Frage stelle und du siehst bei den Menschen,

00:39:32.000 --> 00:39:38.000
<v Natascha>zack, zack, bumm und dann kommt so ein Funkeln mit: „Das geht auch. Ja, stimmt.

00:39:38.000 --> 00:39:45.000
<v Natascha>Wow, dann ist ja alles kein Problem.“ Und deswegen mache ich das. *lacht*

00:39:45.000 --> 00:39:48.000
<v Natascha>Was, das kann man auch machen? Und manchmal, jetzt fallt [Dialekt] ma [Dialekt] leider kein Beispiel,

00:39:48.000 --> 00:39:51.000
<v Natascha>aber manchmal ist es wirklich so, ja. *lacht*

00:39:51.000 --> 00:39:56.000
<v Sebastian>Also ja, ich merke schon, also wenn man irgendwie kinkaffin ist und dann landet

00:39:56.000 --> 00:39:59.000
<v Sebastian>man bei einer KAPA-Person oder bei dir selbst zum Beispiel,

00:39:59.000 --> 00:40:01.000
<v Sebastian>dann ist das nicht das Problem.

00:40:01.000 --> 00:40:05.000
<v Sebastian>Also dann ist nicht der Punkt, oh, ich muss ganz viel aus meinem Leben erzählen,

00:40:05.000 --> 00:40:07.000
<v Sebastian>aber das lasse ich aus. Das machen ja auch Menschen.

00:40:07.000 --> 00:40:10.000
<v Sebastian>Das ist dann durchaus hinderlich, weil dann erzählen die Menschen irgendwelche

00:40:10.000 --> 00:40:13.000
<v Sebastian>Geschichtchen, das merkst du wahrscheinlich dann auch.

00:40:13.000 --> 00:40:15.000
<v Sebastian>Da ist schon mal eine Bremse gelöst.

00:40:15.000 --> 00:40:16.000
<v Natascha>Genau.

00:40:16.000 --> 00:40:20.000
<v Sebastian>Ich würde gerne mit dir das heute ein bisschen offener gestalten und mit dir

00:40:20.000 --> 00:40:22.000
<v Sebastian>einfach ein bisschen, ja ich sag mal, diskutieren.

00:40:22.000 --> 00:40:23.000
<v Natascha>*zustimmendes* Mhm.

00:40:23.000 --> 00:40:27.000
<v Sebastian>Das darfst du auf der professionellen Ebene tun, aber die Meinung ist auch völlig in Ordnung.

00:40:27.000 --> 00:40:33.000
<v Sebastian>Denn ich würde dich einfach mal als Anspielpartnerin sehen für ganz viele Fragen,

00:40:33.000 --> 00:40:35.000
<v Sebastian>die mir auch immer wieder gestellt werden.

00:40:35.000 --> 00:40:40.000
<v Sebastian>Und vielleicht finden wir ja beide ein, ein, ja, ein Konsent, eine Übereinkunft oder wir sind vielleicht

00:40:40.000 --> 00:40:41.000
<v Sebastian>auch einfach mal unterschiedlicher Meinung,

00:40:41.000 --> 00:40:45.000
<v Sebastian>das kann ja auch mal spannend sein. Denn ich habe hier ganz viele Sachen

00:40:45.000 --> 00:40:50.000
<v Sebastian>und einen Punkt, der mir immer wieder mal vor die Nase gerät, ist immer ...

00:40:50.000 --> 00:40:53.000
<v Sebastian>ja, toxische Personen in der Community. Oder man muss aufpassen,

00:40:53.000 --> 00:40:59.000
<v Sebastian>Oder man muss aufpassen, dass man nicht an toxische Personen gerät. Und es gibt übrigens eine Million Red Flags etc. etc.

00:40:59.000 --> 00:41:00.000
<v Natascha>*kritisches* Hm.

00:41:00.000 --> 00:41:06.000
<v Sebastian>Da denke ich mir immer, wann ist denn eine Person toxisch und ist das eine Wahrnehmungssache

00:41:06.000 --> 00:41:11.000
<v Sebastian>oder wann sind Menschen in dem Bereich, auch im Bereich poly, gefährlich?

00:41:11.000 --> 00:41:14.000
<v Sebastian>Also der Heiratsschwindler ist zum Beispiel im Poly-Bereich möglicherweise gefährlich.

00:41:14.000 --> 00:41:16.000
<v Natascha>*Beginn Lachanfall*

00:41:16.000 --> 00:41:18.000
<v Sebastian>Wobei, verheiratet, das passt eigentlich nicht zusammen, aber ist egal.

00:41:18.000 --> 00:41:22.000
<v Sebastian>Ich habe irgendwann im Urlaub irgend so ein Pilcher-Kram sehen müssen,

00:41:22.000 --> 00:41:29.000
<v Sebastian>aber *Ende Lachanfall Natascha*. Entschuldigung. Aber, nein, also, was meinst du, wann sind Menschen toxisch?

00:41:29.000 --> 00:41:35.000
<v Natascha>Ich glaube, dass das Wort toxisch momentan einfach auch ein Modewort ist,

00:41:35.000 --> 00:41:39.000
<v Natascha>weil alles urschnell gerade einmal toxisch ist, ja, genauso wie momentan jeder wegen

00:41:39.000 --> 00:41:41.000
<v Natascha>irgendwas ein Trauma hat.

00:41:41.000 --> 00:41:45.000
<v Sebastian>*lacht* Entschuldigung, dass du diesen Satz sagst.

00:41:45.000 --> 00:41:47.000
<v Natascha>Jaaaa. Ja.

00:41:47.000 --> 00:41:52.000
<v Sebastian>Okay, also Zwischenfrage. Wann ist ein Trauma ein Trauma? Und wann ist es einfach

00:41:52.000 --> 00:41:54.000
<v Sebastian>nur ein, ich fühle mich jetzt nicht super damit?

00:41:54.000 --> 00:42:01.000
<v Natascha>Ja, ganz genau. Das ist die Frage. *lacht* Auch das gilt es individuell zu betrachten.

00:42:01.000 --> 00:42:04.000
<v Natascha>Und ich bin dann auch immer so hin und her gerissen zwischen,

00:42:04.000 --> 00:42:12.000
<v Natascha>ich mag das voll, weil ich finde, wenn man sich im zeitlichen Verlauf einfach

00:42:12.000 --> 00:42:15.000
<v Natascha>anschaut, die Jugendlichen oder jüngeren Menschen,

00:42:15.000 --> 00:42:20.000
<v Natascha>ich werde ja schon alt, weil die Leute, die halb so alt sind wie ich,

00:42:20.000 --> 00:42:21.000
<v Natascha>sind mittlerweile auch schon erwachsen. *lacht*

00:42:21.000 --> 00:42:26.000
<v Natascha>Das ist ja ein Drama. *lacht*

00:42:26.000 --> 00:42:31.000
<v Natascha>Und die jüngeren Menschen sind halt die, die einfach viel mehr Awareness haben.

00:42:31.000 --> 00:42:34.000
<v Natascha>Was auf der einen Seite ein Fluch ist und auf der anderen Seite dann ein Segen.

00:42:34.000 --> 00:42:38.000
<v Natascha>Weil es hat immer zwei Seiten und alles hat immer mindestens zwei Seiten.

00:42:38.000 --> 00:42:43.000
<v Sebastian>Einen Moment, jetzt klopft es an der Tür. Herein. Ich habe nämlich ein Getränk

00:42:43.000 --> 00:42:46.000
<v Sebastian>bestellt und das Podcastsubbie höchstpersönlich reicht es rein,

00:42:46.000 --> 00:42:48.000
<v Sebastian>möchtest du vor die Kamera kommen?

00:42:48.000 --> 00:42:51.000
<v Sebastian>Nur mal winken. Die ist ganz lieb.

00:42:51.000 --> 00:42:55.000
<v Natascha>Ah, das Podcastsubbie. Ja, hello.

00:42:55.000 --> 00:43:00.000
<v Sebastian>So, einen Knutscher kriege ich noch, wenn du mir hier schon Alkohol bringst. *Küss-Geräusche* Vielen Dank.

00:43:00.000 --> 00:43:02.000
<v Natascha>Du darfst Alkohol trinken beim Arbeiten?

00:43:02.000 --> 00:43:07.000
<v Sebastian>Das ist ja keine Arbeit, das ist ja ein Hobby, ne [Dialekt]. Ich trinke jetzt eine Astra-Kiez-Mische.

00:43:07.000 --> 00:43:08.000
<v Natascha>Aha.

00:43:08.000 --> 00:43:11.000
<v Sebastian>Also so ein Bier-Mix-Getränk, was hoffentlich ein bisschen abkühlt.

00:43:11.000 --> 00:43:15.000
<v Sebastian>Ich dachte mir, das gönne ich mir heute. Für Gin Tonic ist es definitiv zu warm.

00:43:15.000 --> 00:43:17.000
<v Sebastian>So, also Prost erstmal.

00:43:17.000 --> 00:43:19.000
<v Natascha>Prost.

00:43:19.000 --> 00:43:24.000
<v Natascha>Rein nach Definition ist ja ein Trauma im psychischen Bereich einfach eine seelische

00:43:24.000 --> 00:43:27.000
<v Natascha>Verletzung. Jetzt sind wir da relativ schnell.

00:43:27.000 --> 00:43:30.000
<v Natascha>Die Frage ist, wie sehr beeinträchtigt es mich?

00:43:30.000 --> 00:43:37.000
<v Natascha>Und wir sind natürlich auch in der Fragestellung, gerade im kinky Bereich, mit den Safespaces, ja, wie ...

00:43:37.000 --> 00:43:43.000
<v Natascha>Und was ich da finde, eine Fragestellung ist dann die Eigenverantwortung wieder.

00:43:43.000 --> 00:43:46.000
<v Natascha>Wie viel Verantwortung hat wer?

00:43:46.000 --> 00:43:49.000
<v Natascha>Und das ist ein ganz ein heikles Thema.

00:43:49.000 --> 00:43:55.000
<v Sebastian>Also die Frage, wer ist toxisch? Es geht also immer, wenn Menschen neu zu BDSM

00:43:55.000 --> 00:43:58.000
<v Sebastian>kommen, gerade submissive Personen, dann wird ihnen gesagt, du musst ein bisschen

00:43:58.000 --> 00:44:03.000
<v Sebastian>aufpassen, dass du an Menschen gerätst, die gut sind, die das auch korrekt machen.

00:44:03.000 --> 00:44:10.000
<v Sebastian>Und dadurch entsteht der Eindruck, dass ich sag mal ... na, 30% wirkliche Arschlöcher,

00:44:10.000 --> 00:44:15.000
<v Sebastian>meistens dominant und männlich und mittelalt, also der alte weiße Mann,

00:44:15.000 --> 00:44:17.000
<v Sebastian>dass das die Menschen sind, an die sollte man nicht geraten,

00:44:17.000 --> 00:44:19.000
<v Sebastian>weil dann kommst du unter die Räder.

00:44:19.000 --> 00:44:20.000
<v Natascha>Mhm.

00:44:20.000 --> 00:44:26.000
<v Sebastian>Ich persönlich behaupte mal, das ist geschlechtsunabhängig,

00:44:26.000 --> 00:44:29.000
<v Sebastian>das ist nur eine Frage der Akzeptanz in der Gesellschaft.

00:44:29.000 --> 00:44:30.000
<v Natascha>Mhm.

00:44:30.000 --> 00:44:35.000
<v Sebastian>Behaupte ich, ich kann das nicht mit Zahlen belegen, aber ich sag mal,

00:44:35.000 --> 00:44:39.000
<v Sebastian>als junger, submissiver Mann bist du bereit, eher Dinge zu ertragen als als

00:44:39.000 --> 00:44:42.000
<v Sebastian>Frau, da sind Frauen einfach emanzipierter inzwischen.

00:44:42.000 --> 00:44:44.000
<v Natascha>*zustimmendes* Ja!

00:44:44.000 --> 00:44:50.000
<v Sebastian>Und da ist so ein bisschen der Punkt, aber diese Menge, also da bin ich immer nicht sicher.

00:44:50.000 --> 00:44:55.000
<v Sebastian>Ich persönlich glaube, dass auch ein Prozent toxischer Personen,

00:44:55.000 --> 00:44:58.000
<v Sebastian>hm, oh, das muss ich jetzt auch gucken, wie ich es formuliere, gebe ich ja zu.

00:44:58.000 --> 00:45:03.000
<v Sebastian>Also ein Prozent bedeuten bereits, man kann an die Menschen geraten,

00:45:03.000 --> 00:45:08.000
<v Sebastian>aber gefühlt ist so, sei vorsichtig, es könnte auch die Hälf..., jeder Zweite sein.

00:45:08.000 --> 00:45:11.000
<v Sebastian>Und da bin ich immer nicht so sicher, was dieses Misstrauen,

00:45:11.000 --> 00:45:14.000
<v Sebastian>gerade in dem Bereich, ob das gerechtfertigt ist.

00:45:14.000 --> 00:45:16.000
<v Natascha>Und da weiß ich nicht,

00:45:16.000 --> 00:45:18.000
<v Sebastian>ob ich da die falsche Perspektive habe. Und jetzt sag du mal was dazu.

00:45:18.000 --> 00:45:24.000
<v Natascha>Ich sage dir, was ich den Leuten gerne rate, ist, sich innerhalb der Szene zu bewegen.

00:45:24.000 --> 00:45:29.000
<v Natascha>Weil so wie in der Vanilla-Geschichte, wo man sagt, Sex ist ja normalerweise

00:45:30.000 --> 00:45:34.000
<v Natascha>was, was man für sich allein daheim, also allein daheim hat oder halt zu zweit im Normalfall,

00:45:34.000 --> 00:45:37.000
<v Natascha>da soll keiner zuschauen. Das ist eine Prägung, die wir einfach haben.

00:45:37.000 --> 00:45:41.000
<v Natascha>Und ich bin ja hier genauso aufgewachsen und geprägt worden.

00:45:41.000 --> 00:45:46.000
<v Natascha>Und bis ich selbst kapiert habe, wenn ich in eine Location gehe,

00:45:46.000 --> 00:45:50.000
<v Natascha>wo andere Menschen sind, das ist ein Schutz für mich.

00:45:50.000 --> 00:45:54.000
<v Natascha>Das heißt, gerade in dem kinky Bereich, wenn ich sage, ich mache mir mit jemandem

00:45:54.000 --> 00:45:58.000
<v Natascha>ein Playdate aus, würde ich das auf keinen Fall alleine in einem Hotelzimmer

00:45:58.000 --> 00:46:03.000
<v Natascha>machen, sondern irgendwo öffentlich, halt in einer Location, die einfach passt.

00:46:03.000 --> 00:46:08.000
<v Natascha>Und ich glaube auch, zumindest in Wien in der Community ist es schon so,

00:46:08.000 --> 00:46:14.000
<v Natascha>Communities bilden Bubbles und Menschen,

00:46:14.000 --> 00:46:21.000
<v Natascha>die absichtlich über die Grenzen von anderen gehen und andere nicht konsensuell verletzen,

00:46:21.000 --> 00:46:25.000
<v Natascha>haben erhöhte Chancen, da rauszufliegen.

00:46:25.000 --> 00:46:28.000
<v Sebastian>Das ist ein wichtiger Punkt, Fehlerkultur.

00:46:28.000 --> 00:46:29.000
<v Natascha>Ja.

00:46:29.000 --> 00:46:32.000
<v Sebastian>Oh, die Person hat vor zehn Jahren mal Mist gebaut.

00:46:32.000 --> 00:46:36.000
<v Sebastian>Mag sein, dass sie sich verändert hat, aber sie ist erst mal hier nicht mehr

00:46:36.000 --> 00:46:39.000
<v Sebastian>gern gesehen, um es mal schwach zu formulieren.

00:46:39.000 --> 00:46:39.000
<v Natascha>Ja.

00:46:39.000 --> 00:46:44.000
<v Sebastian>Was wieder..., ich bin da der Mein..., finde das schwierig, Menschen aus der Szene raus zu z...,

00:46:44.000 --> 00:46:47.000
<v Sebastian>ja, zu sagen, raus hier aus der Szene.

00:46:47.000 --> 00:46:50.000
<v Sebastian>Die bewegen sich dann außerhalb der Szene und unterliegen dann im Prinzip keiner

00:46:50.000 --> 00:46:52.000
<v Sebastian>sozialen Kontrolle mehr.

00:46:52.000 --> 00:46:54.000
<v Sebastian>Deshalb bin ich der Meinung, man muss sie eigentlich drinhalten.

00:46:54.000 --> 00:46:55.000
<v Natascha>Okay, ja.

00:46:55.000 --> 00:46:58.000
<v Sebastian>Damit man da noch was machen kann. Denn wenn die dann anfangen,

00:46:58.000 --> 00:47:01.000
<v Sebastian>auf irgendwelchen Dating-Plattformen die Menschen sich zu krallen,

00:47:01.000 --> 00:47:02.000
<v Sebastian>die unerfahren sind zum Beispiel, ...

00:47:02.000 --> 00:47:03.000
<v Natascha>Eben.

00:47:03.000 --> 00:47:08.000
<v Sebastian>... dann ist das viel dramatischer und da müsste ich im Prinzip auch als, ich sage mal, als Stammtischleitung,

00:47:08.000 --> 00:47:12.000
<v Sebastian>Communityleitung mir das irgendwo vielleicht dann doch mit ankreiden nach dem

00:47:12.000 --> 00:47:16.000
<v Sebastian>Motto, naja gut, ich habe die Person in die freie Wildbahn entlassen und dann

00:47:16.000 --> 00:47:18.000
<v Sebastian>kann sie da ihr Unwesen treiben.

00:47:18.000 --> 00:47:21.000
<v Sebastian>Auch Mist. Also ich hätte da diesen Druck, diese Verantwortung,

00:47:21.000 --> 00:47:25.000
<v Sebastian>die Menschen lieber drin zu halten, damit man Einfluss nehmen kann.

00:47:25.000 --> 00:47:26.000
<v Natascha>Mhm.

00:47:26.000 --> 00:47:31.000
<v Sebastian>Was jetzt gemein ist, aber irgendwie zieht es mich dahin, niemanden ausschließen zu wollen.

00:47:31.000 --> 00:47:36.000
<v Natascha>Ich finde, das ist ein super Ansatz, wenn du dir das ...,

00:47:36.000 --> 00:47:39.000
<v Natascha>wenn du dir diese Verantwortung nehmen willst, dann finde ich das einen Dienst

00:47:39.000 --> 00:47:41.000
<v Natascha>an der Community, definitiv, ja.

00:47:41.000 --> 00:47:45.000
<v Natascha>Und dann wirst du auch deine Mittel und Wege finden, wie du dann auch mit diesen

00:47:45.000 --> 00:47:51.000
<v Natascha>Personen umgehst, wenn sie spielen im Rahmen, auch mit Newbies.

00:47:51.000 --> 00:47:56.000
<v Natascha>Ich gebe dir total recht, dass ich auch eines der gefährlichsten Dinge finde,

00:47:56.000 --> 00:48:00.000
<v Natascha>mir im Internet jemanden zu suchen, weil, hm.

00:48:00.000 --> 00:48:04.000
<v Natascha>Aber natürlich ist es auch die niederschwelligste Geschichte und das ist leider

00:48:04.000 --> 00:48:05.000
<v Natascha>halt dann auch der Start für viele.

00:48:05.000 --> 00:48:11.000
<v Natascha>Und da ist die Wahrscheinlichkeit, an jemanden zu geraten, der mehr seine eigenen

00:48:11.000 --> 00:48:16.000
<v Natascha>Interessen im Blick hat, als auch, dass es dem Subbie gut geht,

00:48:16.000 --> 00:48:20.000
<v Natascha>ist dann leider halt erhöht. Das stimmt schon.

00:48:20.000 --> 00:48:23.000
<v Sebastian>Ja, es ist halt immer eine schwierige Entscheidung, weil du hast natürlich dann

00:48:23.000 --> 00:48:27.000
<v Sebastian>auch andere Menschen in der Community, die sagen, ich habe mit Person XY schlechte

00:48:27.000 --> 00:48:29.000
<v Sebastian>Erfahrungen gemacht, ich fühle mich unwohl, wenn die auch hier ist.

00:48:29.000 --> 00:48:30.000
<v Natascha>Ja, voll.

00:48:30.000 --> 00:48:34.000
<v Sebastian>So, auch da ist so ein Punkt, wo ich dann sage, im Prinzip bitte ich dich,

00:48:34.000 --> 00:48:39.000
<v Sebastian>das auszuhalten, damit schützt du langfristig andere.

00:48:39.000 --> 00:48:40.000
<v Natascha>Ja.

00:48:40.000 --> 00:48:45.000
<v Sebastian>Aber das ist schwer. Also man kann es nicht richtig machen. Ich glaube,

00:48:45.000 --> 00:48:46.000
<v Sebastian>das kann man schon mal so festhalten.

00:48:46.000 --> 00:48:47.000
<v Natascha>Oh, ja, danke, ganz genau so, ja.

00:48:47.000 --> 00:48:48.000
<v Sebastian>Ich bin halt Idealist.

00:48:48.000 --> 00:48:51.000
<v Natascha>Nein, man kann es nicht richtig machen. Das ist so ein heikles Thema.

00:48:51.000 --> 00:48:54.000
<v Natascha>Und ich spüre es ja selber, wenn du mir diese Fragen stellst,

00:48:54.000 --> 00:48:58.000
<v Natascha>dass ich mir denke, wie will ich die denn beantworten?

00:48:58.000 --> 00:49:02.000
<v Natascha>Weil du kannst nur was sagen, wo irgendjemand was dagegen hat.

00:49:02.000 --> 00:49:04.000
<v Natascha>Und das ist total schwierig.

00:49:04.000 --> 00:49:09.000
<v Natascha>Und weißt du, vielleicht machen wir es noch einmal in den ein bisschen weicheren

00:49:09.000 --> 00:49:18.000
<v Natascha>Bereich. Ich finde nämlich, wenn ich mit jemandem spiele, du kannst nicht alles im Vorfeld abklären.

00:49:18.000 --> 00:49:24.000
<v Natascha>Das geht nicht, weil die Leute wissen manchmal selber nicht alle ihre Grenzen.

00:49:24.000 --> 00:49:28.000
<v Natascha>Weil woher denn auch? Manche Grenze weiß man erst, wenn man sie erreicht.

00:49:28.000 --> 00:49:30.000
<v Sebastian>Ja, und das Risiko macht ja auch Spaß.

00:49:30.000 --> 00:49:35.000
<v Natascha>Manchen, nicht allen, aber manchen. Gut, so und ich bin dann diejenige,

00:49:35.000 --> 00:49:39.000
<v Natascha>die dann sagt, wenn ich als Sub spiele,

00:49:39.000 --> 00:49:43.000
<v Natascha>dann finde ich kann nicht der Anspruch sein, dass der Top immer alles richtig

00:49:43.000 --> 00:49:49.000
<v Natascha>macht, weil sonst traut sich der ja gar nichts mehr bewegen und von alleine tun.

00:49:49.000 --> 00:49:53.000
<v Natascha>Das Ding lebt ja, das Spiel lebt ja auch von Einfällen etc.

00:49:53.000 --> 00:49:57.000
<v Natascha>Und somit, das ist wie in einer normalen Beziehung auch. Mein Partner wird nicht

00:49:57.000 --> 00:50:01.000
<v Natascha>immer alles richtig machen, sondern er wird manchmal Sachen machen und sei es

00:50:01.000 --> 00:50:05.000
<v Natascha>nur irgendein Teil woanders falsch verräumen und das geht mir dann auf die Nerven.

00:50:05.000 --> 00:50:11.000
<v Natascha>Also es gilt schon auch eine gewisse Toleranz den Tops gegenüber zu bringen,

00:50:11.000 --> 00:50:15.000
<v Natascha>weil es ist einfach dieses Wechselspiel.

00:50:15.000 --> 00:50:18.000
<v Natascha>Und dann sind wir wieder bei dem, dass ich sage, es soll ja einfach Spaß machen,

00:50:18.000 --> 00:50:20.000
<v Natascha>weil ein Top wird auch nur gerne spielen,

00:50:20.000 --> 00:50:23.000
<v Natascha>wenn ihm das Spiel Spaß macht, weil wenn du sagst, du spielst mit einem Subbie,

00:50:23.000 --> 00:50:26.000
<v Natascha>das immer irgendwo was dagegen hat, willst du mit der Person nicht mehr spielen

00:50:26.000 --> 00:50:30.000
<v Natascha>wollen und dann spielt man einfach nicht mehr, dann hat auch keiner was davon.

00:50:30.000 --> 00:50:36.000
<v Natascha>Also die Passung ist natürlich wichtig, aber eben auch, es ist nicht immer alles

00:50:36.000 --> 00:50:40.000
<v Natascha>so streng zu sehen, aber natürlich, Hard Limits sind Hard Limits.

00:50:40.000 --> 00:50:45.000
<v Sebastian>Ja, natürlich, Hard Limits definitiv und ich glaube, gerade am Anfang,

00:50:45.000 --> 00:50:47.000
<v Sebastian>wenn man noch nicht gespielt hat und will,

00:50:47.000 --> 00:50:51.000
<v Sebastian>dann hat man natürlich tausend Wünsche, man hat Geschichten gelesen,

00:50:51.000 --> 00:50:53.000
<v Sebastian>man hat das Internet durchgelesen, man hat die Pornos geguckt,

00:50:53.000 --> 00:50:55.000
<v Sebastian>dann ist ja auch mal so die Frage,

00:50:55.000 --> 00:51:01.000
<v Sebastian>kann ich die Zurückhaltung wahren, erst mal klein anzufangen und mich dann zu

00:51:01.000 --> 00:51:04.000
<v Sebastian>steigern oder nein, ich will <u>das jetzt</u> erleben.

00:51:04.000 --> 00:51:07.000
<v Sebastian>Das ist eh eine blöde Voraussetzung, weil dann suche ich nämlich Menschen für

00:51:07.000 --> 00:51:11.000
<v Sebastian>Praktiken und nicht mehr Menschen zum Spielen, sondern ich suche grad jemanden,

00:51:11.000 --> 00:51:12.000
<v Sebastian>der meine Praktik erfüllt.

00:51:12.000 --> 00:51:14.000
<v Sebastian>Das ist immer so ein Teufelskreis an der Stelle.

00:51:14.000 --> 00:51:19.000
<v Sebastian>Aber lass uns doch mal was, ein bisschen in schönere Themen vielleicht reingehen.

00:51:19.000 --> 00:51:21.000
<v Natascha>Ja, gerne. *lacht*

00:51:21.000 --> 00:51:24.000
<v Sebastian>Also ich habe eine schöne Aussage: Sind kinky Menschen, und da beziehe ich poly jetzt

00:51:24.000 --> 00:51:29.000
<v Sebastian>einfach mal mit ein, sind das im Schnitt für dich oder aus deiner Sicht glücklichere Menschen?

00:51:29.000 --> 00:51:33.000
<v Natascha>Du hast gerade gesagt Poly-Menschen, oder? Du hast nicht kinky gesagt. Die Frage war, ob poly.

00:51:33.000 --> 00:51:36.000
<v Sebastian>Kinky und poly, ich beziehe sie alle mal mit ein. Also sind die Menschen,

00:51:36.000 --> 00:51:40.000
<v Sebastian>weil du hast ja auch deine, wie heißt ..., ich würde jetzt sagen Masterarbeit, wie hieß das Ding?

00:51:40.000 --> 00:51:41.000
<v Natascha>Ja, ja, Masterthesis, ja, genau.

00:51:41.000 --> 00:51:45.000
<v Sebastian>Masterthesis, genau. Da hast du ja nochmal Richtung Poly geforscht.

00:51:45.000 --> 00:51:49.000
<v Sebastian>Also es ist halt so die Frage, sind die Menschen deiner Meinung nach,

00:51:50.000 --> 00:51:52.000
<v Sebastian>vielleicht kannst du es auch wissenschaftlich belegen, sind die glücklicher,

00:51:52.000 --> 00:51:54.000
<v Sebastian>weil sie sich mit sich auseinandersetzen?

00:51:54.000 --> 00:51:57.000
<v Natascha>Ja, weißt du, das sind wir gleich im wissenschaftlichen Bereich,

00:51:57.000 --> 00:52:00.000
<v Natascha>da müssen wir jetzt definieren, was ist Glück. *lacht*

00:52:00.000 --> 00:52:01.000
<v Sebastian>Die müssen nicht zu dir kommen.

00:52:01.000 --> 00:52:04.000
<v Natascha und Sebastian>*lachen*

00:52:04.000 --> 00:52:09.000
<v Natascha>Mm, hm, ich glaube, gegen die Definition habe ich was. *lacht*

00:52:09.000 --> 00:52:15.000
<v Natascha>Na [Dialekt], schau, ich glaube sehr wohl, dass wenn man sich zugesteht,

00:52:15.000 --> 00:52:20.000
<v Natascha>auch seinen Kink leben zu können oder zumindest erforschen zu wollen,

00:52:20.000 --> 00:52:22.000
<v Natascha>dass einen das zufriedener macht.

00:52:22.000 --> 00:52:26.000
<v Natascha>Weißt du das ... Und mit der Monogamie sehe ich es ein bisschen ähnlich.

00:52:26.000 --> 00:52:32.000
<v Natascha>Es ist nämlich eher die Menschen, die monogam leben, glauben häufig,

00:52:32.000 --> 00:52:36.000
<v Natascha>dass die Menschen, die nicht monogam leben, das Ziel haben, mit möglichst vielen

00:52:36.000 --> 00:52:39.000
<v Natascha>verschiedenen Menschen Sex zu haben.

00:52:39.000 --> 00:52:46.000
<v Natascha>Und wenn aber etwas eh verfügbar ist und sein darf, dann hat es manchmal nicht mehr die Wichtigkeit.

00:52:46.000 --> 00:52:52.000
<v Natascha>So wie man das umlegt in ein BDSM-Spiel mit Orgasmusverbot,

00:52:52.000 --> 00:52:56.000
<v Natascha>dann hat man die ganze Zeit einen Orgasmus im Kopf zumindest,

00:52:56.000 --> 00:52:59.000
<v Natascha>wo man sich denkt, ich darf jetzt nicht, ich darf jetzt nicht,

00:52:59.000 --> 00:53:02.000
<v Natascha>ich darf jetzt nicht und dieses Nicht-Dürfen, das kennen wir wahrscheinlich

00:53:02.000 --> 00:53:05.000
<v Natascha>alle auch aus unseren Teenagern-Zeiten, wenn mir die Eltern sagen,

00:53:05.000 --> 00:53:08.000
<v Natascha>das darf ich nicht, dann wird es einfach besonders interessant.

00:53:08.000 --> 00:53:12.000
<v Natascha>Aber in dem Moment, wo ich darf, kann ich es mir anschauen und dann kann ich

00:53:12.000 --> 00:53:14.000
<v Natascha>mich entscheiden, ob ich es jetzt will oder nicht.

00:53:14.000 --> 00:53:17.000
<v Natascha>Aber es ist nicht mehr dieses ständige, hey, aber ich darf ja nicht,

00:53:18.000 --> 00:53:21.000
<v Natascha>ich darf ja nicht, ich darf ja nicht. Damit wird es noch viel größer.

00:53:21.000 --> 00:53:27.000
<v Natascha>Und somit glaube ich, sich einzugestehen, dass man auch andere Menschen sexy

00:53:27.000 --> 00:53:30.000
<v Natascha>findet und das sagen darf.

00:53:30.000 --> 00:53:34.000
<v Natascha>Und dann kann man sich nochmal entscheiden, will ich jetzt aber wirklich mit

00:53:34.000 --> 00:53:36.000
<v Natascha>denen Sex haben oder nicht? Ist es mir das wert?

00:53:36.000 --> 00:53:42.000
<v Natascha>Ich finde es nämlich viel schöner, weißt du, wenn ich sage, ich bin in einer Beziehung

00:53:42.000 --> 00:53:44.000
<v Natascha>und mein Partner kann machen, was er will.

00:53:45.000 --> 00:53:49.000
<v Natascha>Und genau genommen kann er das auch, weil ich kann es ihm eh nicht verbieten.

00:53:49.000 --> 00:53:53.000
<v Natascha>Und es könnte ja auch sein, selbst wenn wir monogam leben würden,

00:53:53.000 --> 00:53:55.000
<v Natascha>könnte es sein, dass ihm wer anderer gefällt und er sagt, okay,

00:53:55.000 --> 00:54:00.000
<v Natascha>er möchte jetzt ein Abenteuer und ob er es mir dann erzählt oder nicht,

00:54:00.000 --> 00:54:01.000
<v Natascha>ist wieder eine andere Geschichte.

00:54:01.000 --> 00:54:05.000
<v Natascha>Aber das Schöne ist doch, wenn ich weiß, jemand kann machen,

00:54:05.000 --> 00:54:08.000
<v Natascha>was er will, ist vielleicht sogar flirty, wird angeflirtet etc.,

00:54:08.000 --> 00:54:11.000
<v Natascha>kommt aber trotzdem jeden Abend zu mir zurück.

00:54:11.000 --> 00:54:13.000
<v Sebastian>Und wenn er es nicht tut?

00:54:13.000 --> 00:54:16.000
<v Natascha>Naja ... *Klopfen* ...

00:54:16.000 --> 00:54:19.000
<v Natascha>Kann ich ihn dann zwingen? Wird das dann eine schöne Beziehung sein?

00:54:19.000 --> 00:54:25.000
<v Natascha>Ich möchte lieber die Dinge fördern, die ich gut finde.

00:54:25.000 --> 00:54:30.000
<v Natascha>Und wenn ich, wenn ich, ich arbeite ja auch an mir, finde ich, ein großartiger Mensch zu sein, finde ich.

00:54:31.000 --> 00:54:34.000
<v Natascha>Und wenn ich dann einen Ring am Finger habe und sage, jetzt bin ich safe,

00:54:35.000 --> 00:54:38.000
<v Natascha>das spielt ja nicht. Das wissen wir ja. Sonst wären ja die Scheidungsraten auch nicht so hoch.

00:54:38.000 --> 00:54:42.000
<v Sebastian>Ja, ich weiß auch noch nicht, warum das so sexy ist, sich dieses Versprechen dann zu geben.

00:54:42.000 --> 00:54:44.000
<v Natascha>Eben.

00:54:44.000 --> 00:54:49.000
<v Sebastian>Ist Tradition, Erziehung. Wobei, aus Sicht eines Kindes ist es, glaube ich,

00:54:49.000 --> 00:54:52.000
<v Sebastian>ganz toll zu wissen, meine Eltern sind zusammen und das bleiben sie auch immer

00:54:52.000 --> 00:54:55.000
<v Sebastian>und sie sind als Gemeinschaft meine Eltern.

00:54:55.000 --> 00:54:59.000
<v Sebastian>Also so gesehen ist man ja auch sozialisiert, dass das für einen selber gut

00:54:59.000 --> 00:55:02.000
<v Sebastian>ist, wenn die eigenen Eltern zusammen sind und auch zusammen bleiben.

00:55:02.000 --> 00:55:06.000
<v Sebastian>Man sieht ja drumherum, wie sie sich alle scheiden lassen und dann will man

00:55:06.000 --> 00:55:08.000
<v Sebastian>das natürlich genauso gut machen.

00:55:08.000 --> 00:55:15.000
<v Sebastian>Also vielleicht ist das ja so ein Aspekt aus dem selbstgelernten Egoismus,

00:55:15.000 --> 00:55:23.000
<v Sebastian>dass man dadurch einfach, ich sag mal, die Monogamie als etwas Gutes erfährt.

00:55:23.000 --> 00:55:31.000
<v Natascha>Ich habe ganz viele lustige Geschichten schon gehört von perfekten Elternpaaren,

00:55:31.000 --> 00:55:35.000
<v Natascha>wo die Kinder dann irgendwann im Erwachsenen draufgekommen sind,

00:55:36.000 --> 00:55:38.000
<v Natascha>dass die Eltern überhaupt nicht monogam waren.

00:55:38.000 --> 00:55:41.000
<v Natascha>Und dann ist auch die Frage, hat die Beziehung so gut funktioniert,

00:55:41.000 --> 00:55:44.000
<v Natascha>weil sie nicht monogam war. *lacht*

00:55:44.000 --> 00:55:49.000
<v Natascha>Also ganz viele Überraschungen, weil das ist, also was die Fassade ist und was

00:55:49.000 --> 00:55:52.000
<v Natascha>sich wirklich abspielt und ich meine, ob man das jetzt gut findet oder nicht,

00:55:52.000 --> 00:55:55.000
<v Natascha>aber bei uns in unserer Kultur ist es halt einfach nicht so,

00:55:55.000 --> 00:56:00.000
<v Natascha>dass wir unser Sexleben als Eltern mit unseren Kindern besprechen. Im Normalfall.

00:56:00.000 --> 00:56:01.000
<v Sebastian>Eher nicht.

00:56:01.000 --> 00:56:06.000
<v Natascha>Eher nicht, genau. Und somit, eigentlich wissen wir es ja dann eh nicht.

00:56:06.000 --> 00:56:12.000
<v Natascha>Und die 68er sind jetzt, also die 68er-Generation ist ja noch nicht so alt.

00:56:12.000 --> 00:56:15.000
<v Sebastian>Ja, wobei da in der Generation hast du natürlich auch den Punkt,

00:56:15.000 --> 00:56:21.000
<v Sebastian>nach Krieg hast du natürlich so einen Punkt, dass Ehe nicht nur das mit sich

00:56:21.000 --> 00:56:24.000
<v Sebastian>bringt, sondern das bringt ganz viel, das bringt gesellschaftliches Prestige,

00:56:25.000 --> 00:56:30.000
<v Sebastian>das spart Geld oder es bringt Geld und da hängt so viel an dieser Monogamie

00:56:30.000 --> 00:56:35.000
<v Sebastian>im Endeffekt dran, dass man all das aufs Spiel setzt.

00:56:35.000 --> 00:56:40.000
<v Sebastian>Also da ist ganz viel Druck von außen, der im Prinzip sagt, es ist ein gesellschaftlicher

00:56:40.000 --> 00:56:42.000
<v Sebastian>Statusverlust, wenn man das nicht einhält.

00:56:42.000 --> 00:56:48.000
<v Sebastian>Und damit wird es gefühlt illegal und komisch und etwas Merkwürdiges und vielleicht,

00:56:48.000 --> 00:56:51.000
<v Sebastian>und das ist jetzt die nächste Frage, vielleicht ist es wirklich so eine Generationding.

00:56:51.000 --> 00:56:56.000
<v Sebastian>Wie siehst denn du das bei jungen Menschen? Gefühlt sind die …

00:56:56.000 --> 00:57:01.000
<v Sebastian>viel offener und freier, was poly, was Kink angeht. Die sind viel entspannter

00:57:01.000 --> 00:57:07.000
<v Sebastian>und das ist überhaupt alles ganz anders als noch bei mir. Und ich bin Jahrgang 81.

00:57:07.000 --> 00:57:13.000
<v Sebastian>Ja, die sind da einfach viel, viel weiter. Oder sieht das nur so aus, weil Instagram und Co.

00:57:13.000 --> 00:57:17.000
<v Sebastian>mir halt immer die Videos zeigen, dass das halt so sein muss.

00:57:17.000 --> 00:57:19.000
<v Sebastian>Kann ja auch ein Bubble-Problem bei mir sein.

00:57:19.000 --> 00:57:22.000
<v Natascha>Na [Dialekt], es ist schon, glau..., also dann habe ich das gleiche Bubble-Problem.

00:57:23.000 --> 00:57:28.000
<v Natascha>Ich glaube schon, dass die Jungen heute einfach sich ihrer Wahlfreiheit bewusster

00:57:28.000 --> 00:57:31.000
<v Natascha>sind, als wir das waren.

00:57:31.000 --> 00:57:35.000
<v Natascha>Und das ist eben nicht nur ein Segen, sondern auch ein Fluch,

00:57:35.000 --> 00:57:41.000
<v Natascha>weil wir wissen, je weniger Auswahlmöglichkeiten ich habe, umso zufriedener

00:57:41.000 --> 00:57:43.000
<v Natascha>bin ich. *lacht* Das ist wieder die Geschichte. Bei Speisekarten zum Beispiel. *lacht*

00:57:43.000 --> 00:57:47.000
<v Sebastian>Ach so. Ja, den Konflikt haben wir,

00:57:47.000 --> 00:57:51.000
<v Sebastian>ich verrate mal, das Podcastsubbie studiert eine Speisekarte vollständig,

00:57:51.000 --> 00:57:53.000
<v Sebastian>um dann mehrere Dinge zur Auswahl

00:57:53.000 --> 00:57:57.000
<v Sebastian>zu haben, wo die Entscheidung dann kurzfristig getroffen werden muss,

00:57:57.000 --> 00:58:00.000
<v Sebastian>wenn dann der Mensch mit dem Zettel vor einem steht und sagt,

00:58:00.000 --> 00:58:04.000
<v Sebastian>was wollen Sie denn jetzt? Und dann wird irgendwas von diesen paar Sachen gesagt. *lacht*

00:58:04.000 --> 00:58:08.000
<v Sebastian>Während ich halt sage, oh, das mag ich, das nehme ich und dann brauche ich gar nicht

00:58:08.000 --> 00:58:12.000
<v Sebastian>weiterlesen. Also mir macht Wahlfreiheit da keine Probleme.

00:58:12.000 --> 00:58:16.000
<v Sebastian>Sie hingegen trifft dann aber auch im Durchschnitt die besseren Entscheidungen.

00:58:16.000 --> 00:58:17.000
<v Natascha>*lacht*

00:58:17.000 --> 00:58:20.000
<v Sebastian>Ganz oft „Kann ich bei dir naschen? Oh, das ist ja viel besser als meins.

00:58:20.000 --> 00:58:22.000
<v Sebastian>Verdammt, beim nächsten Mal nehme ich das.“ Und dann beim nächsten Mal gleich

00:58:22.000 --> 00:58:24.000
<v Sebastian>das Ganze wieder. Das ist fürchterlich.

00:58:25.000 --> 00:58:27.000
<v Sebastian>Aber, also meinst du, Wahlfreiheit macht

00:58:27.000 --> 00:58:30.000
<v Sebastian>eher unglücklich? Das kann ich mir nicht vorstellen.

00:58:30.000 --> 00:58:34.000
<v Natascha>Nein, nein, nein, nicht Wahlfreiheit macht glücklich, sondern ich habe erst letztens wieder irgendwo

00:58:34.000 --> 00:58:38.000
<v Natascha>einen Artikel gelesen, wo es einfach darum ging, je mehr Optionen man hat,

00:58:38.000 --> 00:58:42.000
<v Natascha>zwischen denen man wählen kann, umso schwieriger wird es.

00:58:42.000 --> 00:58:46.000
<v Natascha>Weil dann fragt man sich auch mehr, habe ich mich für das Richtige entschieden?

00:58:46.000 --> 00:58:48.000
<v Natascha>Und deswegen wird man umso unzufriedener.

00:58:48.000 --> 00:58:52.000
<v Natascha>Das heißt, es war wirklich einfach am Thema Speisekarte. Aber ich finde es schon

00:58:52.000 --> 00:58:54.000
<v Natascha>lustig, wenn ich sage, ich habe

00:58:54.000 --> 00:58:57.000
<v Natascha>eine Speisekarte, wo ich zwischen 40 verschiedenen Speisen wählen kann,

00:58:57.000 --> 00:59:00.000
<v Natascha>werde ich meine Entscheidung vielleicht eher in Frage stellen,

00:59:00.000 --> 00:59:03.000
<v Natascha>wie wenn ich sage, ich habe eine Speisekarte, wo fünf Gerichte draufstehen und

00:59:03.000 --> 00:59:04.000
<v Natascha>ich wähle eins von diesen fünf.

00:59:04.000 --> 00:59:08.000
<v Sebastian>Es gibt noch eine andere Lösung, das ist die Polylösung. Ich nehme die fünf Gerichte.

00:59:08.000 --> 00:59:12.000
<v Sebastian>Und zwar alle. Das muss ich mir halt leisten können, ja. Und ich werde auch

00:59:12.000 --> 00:59:15.000
<v Sebastian>nicht aufessen, aber ich nehme sie einfach alle und dann ist es doch super.

00:59:15.000 --> 00:59:19.000
<v Natascha>Ich sage bei poly auch immer, poly ist die ultimative Selbsterfahrung,

00:59:19.000 --> 00:59:23.000
<v Natascha>weil alle Themen, die du hast, werden dir einfach um die Ohren fliegen.

00:59:23.000 --> 00:59:26.000
<v Natascha>Weil wenn du zu zweit bist, ist ... Also eine Beziehung ja generell nie einfach,

00:59:27.000 --> 00:59:30.000
<v Natascha>weil man muss sich einfach aufeinander einstellen. Es sind immer Enttäuschungen dabei.

00:59:30.000 --> 00:59:35.000
<v Natascha>Die andere Person, man verliebt sich ja in dieses Bild von einer Person.

00:59:35.000 --> 00:59:39.000
<v Natascha>Da kennt man sie ja noch gar nicht wirklich. Und dann kommt immer mehr Realität

00:59:39.000 --> 00:59:42.000
<v Natascha>dazu und somit kommen auch Enttäuschungen dazu und dieser Realitätsabgleich

00:59:42.000 --> 00:59:46.000
<v Natascha>tut immer ein bisschen weh, wenn man draufkommt, dieses Bild,

00:59:46.000 --> 00:59:48.000
<v Natascha>so wie ich mir das vorgestellt habe, ganz so ist das eigentlich doch nicht.

00:59:48.000 --> 00:59:53.000
<v Natascha>So, jetzt habe ich meinen eigenen Faden verloren.

00:59:53.000 --> 00:59:57.000
<v Sebastian>Das ist gar kein Problem. Ich habe so, ich habe hier so viele lose Fäden. Das kannst du dir nicht vorstellen.

00:59:57.000 --> 00:59:59.000
<v Sebastian>Wir können vier Stunden reden heute.

00:59:59.000 --> 01:00:03.000
<v Natascha>Ja, aber ich will noch weiter mit dem ... *genervt* hm *Kugelschreibergeräusche*

01:00:03.000 --> 01:00:06.000
<v Sebastian>Liebes Publikum, sie hat hier einen Kugelschreiber in der Hand und haut sich

01:00:06.000 --> 01:00:10.000
<v Sebastian>damit gegen die Stirn. Das ist das Klackern die ganze Zeit.

01:00:10.000 --> 01:00:14.000
<v Sebastian>Ich finde das total toll, dich beim Denken zu sehen. Das ist großartig,

01:00:14.000 --> 01:00:18.000
<v Sebastian>weil das sagt mir, dass ich dich auch ordentlich fordere heute und das macht mir super viel Spaß.

01:00:18.000 --> 01:00:18.000
<v Natascha>Ja, eh.

01:00:18.000 --> 01:00:20.000
<v Sebastian>Darfst mich auch fordern, das ist okay.

01:00:20.000 --> 01:00:22.000
<v Natascha>Wenn ich was mach, dann richtig. *lacht*

01:00:22.000 --> 01:00:25.000
<v Natascha>Also, die Menschen, die dann poly leben, das ist es, wenn sie,

01:00:25.000 --> 01:00:28.000
<v Natascha>ich sage, zu zweit ist es relativ einfach, manchmal doch noch deine Themen unter

01:00:28.000 --> 01:00:31.000
<v Natascha>den Teppich zu kehren, zu negieren, nicht drüber zu reden.

01:00:31.000 --> 01:00:35.000
<v Natascha>Aber in dem Moment, wo eine dritte Person dazukommt und auch Bedürfnisse hat

01:00:35.000 --> 01:00:39.000
<v Natascha>und äußert, wird es einfach exponential schwieriger.

01:00:39.000 --> 01:00:41.000
<v Natascha>Und somit wird es dir alles um die Ohren hauen. Und ich sage dann immer,

01:00:41.000 --> 01:00:45.000
<v Natascha>ich verstehe auch alle Menschen, die eine Zeit lang poly gelebt haben,

01:00:45.000 --> 01:00:49.000
<v Natascha>die dann irgendwann sagen, das ist ihnen mittlerweile viel zu anstrengend,

01:00:49.000 --> 01:00:51.000
<v Natascha>das wollen sie nicht mehr, sie wollen es lieber wieder einfacher haben,

01:00:51.000 --> 01:00:53.000
<v Natascha>weil poly ist nicht einfach, ja.

01:00:53.000 --> 01:00:57.000
<v Sebastian>Ja, ich habe da eine Podcast-Empfehlung, die habe ich schon mehrmals ausgesprochen,

01:00:57.000 --> 01:01:01.000
<v Sebastian>Mono, Poly &amp; Co mit Sonja, ist ein wunderbarer Podcast,

01:01:01.000 --> 01:01:05.000
<v Sebastian>die erklärt auch in einer der Folgen, relativ am Anfang, erklärt sie innerhalb

01:01:05.000 --> 01:01:10.000
<v Sebastian>von 20 Minuten, ich glaube, über 30 verschiedene Arten der Poly-Beziehung.

01:01:10.000 --> 01:01:13.000
<v Sebastian>Wahnsinn! Also die musste ich mir mehrmals anhören, die Folge

01:01:13.000 --> 01:01:17.000
<v Sebastian>und habe trotzdem nur einen kleinen Prozentsatz davon behalten,

01:01:17.000 --> 01:01:19.000
<v Sebastian>ich dachte, poly ist poly. Ne.

01:01:19.000 --> 01:01:24.000
<v Sebastian>Mein Gott, was es da für Möglichkeiten gibt. Also das ist wirklich exponentiell,

01:01:24.000 --> 01:01:26.000
<v Sebastian>welche Möglichkeiten es gibt.

01:01:26.000 --> 01:01:32.000
<v Sebastian>Aber, also, wenn ich monogam leben möchte und das gut finde, dann kann ich das auch.

01:01:32.000 --> 01:01:36.000
<v Natascha>Ja, natürlich, um Gottes Willen, klar. Tu nur.

01:01:36.000 --> 01:01:40.000
<v Sebastian>Okay. Ja, die Frage ist auch, wann ist es poly?

01:01:40.000 --> 01:01:44.000
<v Sebastian>Also muss es unbedingt Sex mit anderen Personen sein oder ist Kuscheln schon

01:01:44.000 --> 01:01:46.000
<v Sebastian>der Beginn einer poly-Beziehung?

01:01:46.000 --> 01:01:49.000
<v Sebastian>Also ab welcher Handlung wird es poly?

01:01:49.000 --> 01:01:53.000
<v Natascha>Ja, ganz genau. Ab wann ist es Sex? Das ist ja bei uns dann auch,

01:01:53.000 --> 01:01:59.000
<v Natascha>wenn wir den kinky Bereich betrachten, ja, fangt es zuerst an mit Körperflüssigkeiten-Austausch.

01:01:59.000 --> 01:02:02.000
<v Natascha>Das sehen wir wieder, wenn eine nicht-kinky Person mit einer kinky Person zusammen

01:02:02.000 --> 01:02:06.000
<v Natascha>ist und sagt, ja, okay, du kannst nicht deine Spielbeziehungen haben,

01:02:06.000 --> 01:02:10.000
<v Natascha>weil das ist eh kein Sex. Mhm, ja, ja. *lacht*

01:02:10.000 --> 01:02:12.000
<v Natascha>Hm. *lacht*

01:02:12.000 --> 01:02:17.000
<v Sebastian>Es gibt eine Podcast-Aussage, die gab es hier schon öfter: BDSM hat für mich nichts mit Sex zu tun.

01:02:17.000 --> 01:02:17.000
<v Natascha>Mhm.

01:02:17.000 --> 01:02:23.000
<v Sebastian>Und da denke ich mir immer so, ja, BDSM ist oder war manchmal so herrlich asexuell,

01:02:23.000 --> 01:02:27.000
<v Sebastian>zumindest was das Körperliche angeht. Ich glaube, im Kopf ist es dann immer doch ein Fick.

01:02:27.000 --> 01:02:28.000
<v Natascha>Ja.

01:02:28.000 --> 01:02:32.000
<v Sebastian>Also das ist immer die Frage, wie definiere ich‘s, wenn es Körperflüssigkeiten sein

01:02:32.000 --> 01:02:36.000
<v Sebastian>müssen, okay, Blut, Schweiß und Tränen sind auch Körperflüssigkeiten.

01:02:36.000 --> 01:02:38.000
<v Natascha und Sebastian>*lachen*

01:02:38.000 --> 01:02:41.000
<v Sebastian>Also das muss man sich immer überlegen, wie man was definieren will.

01:02:41.000 --> 01:02:47.000
<v Natascha>Ja, eben. Deswegen kommt es immer darauf an und das macht dann die Sache nicht einfacher.

01:02:47.000 --> 01:02:50.000
<v Sebastian>Nehmen wir doch mal, ich meine, du hast ja auch diese Schnittmenge.

01:02:50.000 --> 01:02:53.000
<v Sebastian>Auch du hast mir ja ganz klar gesagt, alles über dich wirst du nicht erzählen.

01:02:54.000 --> 01:02:58.000
<v Sebastian>Und da haben wir genau diesen Punkt Gesellschaft von außen, Berufsleben,

01:02:58.000 --> 01:03:07.000
<v Sebastian>Politik, generell Gesellschaft als solche, politische oder öffentliche Ämter im Allgemeinen.

01:03:07.000 --> 01:03:12.000
<v Sebastian>Da muss man noch ein bisschen aufpassen. Wie sehen, deiner Meinung nach,

01:03:12.000 --> 01:03:15.000
<v Sebastian>auch gerade in Österreich, weil da habe ich überhaupt keinen Überblick,

01:03:15.000 --> 01:03:19.000
<v Sebastian>wie wird so Kink und poly von außen gesehen?

01:03:19.000 --> 01:03:24.000
<v Sebastian>Welche Vorurteile sind vielleicht weniger geworden und was ist auch immer noch in Stein gemeißelt?

01:03:24.000 --> 01:03:30.000
<v Sebastian>Also wie ist so der Blick von außen auf das Ganze? Also der deutsche gelegentliche

01:03:30.000 --> 01:03:34.000
<v Sebastian>BILD-Zeitungsleser, für den ist vielleicht immer noch so ein Latex-Anzug eine

01:03:34.000 --> 01:03:37.000
<v Sebastian>perverse Sache und die gehören eh alle weggesperrt, keine Ahnung.

01:03:37.000 --> 01:03:40.000
<v Sebastian>Also ja, welche Eindrücke hast

01:03:40.000 --> 01:03:42.000
<v Sebastian>du da und hast du vielleicht auch schon mal negative Erfahrungen gemacht?

01:03:42.000 --> 01:03:45.000
<v Sebastian>*verstellt seine Stimme* Ah, sie macht dieses KAPA mit diesem Polykram in ihrer Masterthesis.

01:03:45.000 --> 01:03:51.000
<v Sebastian>Also ne, also bei uns, das geht nicht. Das können Sie nicht machen. In den Stadtrat kommen

01:03:51.000 --> 01:03:52.000
<v Sebastian>Sie damit schon mal nicht.

01:03:52.000 --> 01:03:56.000
<v Natascha>Ich glaube, ich bin sehr die falsche Person, das zu fragen,

01:03:56.000 --> 01:04:00.000
<v Natascha>*lacht* weil ich bin ja selbst schon so vorurteilsbehaftet von den Menschen *lacht*,

01:04:00.000 --> 01:04:06.000
<v Natascha>weil ich eben auch mit KAPA und eben schon so lange dann auch mit meiner Praxis

01:04:06.000 --> 01:04:08.000
<v Natascha>als Kink-Aware und mit den Polythemen,

01:04:08.000 --> 01:04:11.000
<v Natascha>dass ich sowieso schon abgestempelt bin.

01:04:11.000 --> 01:04:15.000
<v Natascha>Ich glaube, das ist aber mit ein Grund, warum es mir so wichtig ist,

01:04:15.000 --> 01:04:21.000
<v Natascha>eben diesen Spaßfaktor weiter in die Welt zu bringen, dass es eben nicht immer

01:04:21.000 --> 01:04:26.000
<v Natascha>böse und Leidensdruck sein muss, weil manchmal hat man wirklich das Bild,

01:04:26.000 --> 01:04:28.000
<v Natascha>dass dann Kolleginnen und Kollegen,

01:04:28.000 --> 01:04:31.000
<v Natascha>die eben wenig Ahnung haben, dann sagen,

01:04:31.000 --> 01:04:35.000
<v Natascha>um Gottes Willen, das Klientel hast du dir ausgesucht, du Arme.

01:04:35.000 --> 01:04:41.000
<v Natascha>Und ich denke, *lacht* ich finde das Klientel super. *lacht*

01:04:41.000 --> 01:04:44.000
<v Sebastian>Es ist nie eine Tür für dich zugegangen, weil du dich für diesen Teil entschieden

01:04:44.000 --> 01:04:47.000
<v Sebastian>hast. Zum Beispiel die Praxisräume.

01:04:47.000 --> 01:04:51.000
<v Sebastian>Also Vermieter sind ja manchmal auch so ein Ding, die manchmal die komischsten

01:04:51.000 --> 01:04:55.000
<v Sebastian>Filter haben, was sie da an Klientel bei sich haben wollen.

01:04:55.000 --> 01:04:59.000
<v Sebastian>Nicht alle, aber es gibt es bestimmt. Oder dass du irgendwas machen wolltest

01:04:59.000 --> 01:05:02.000
<v Sebastian>und dann hieß es: „Ah, Sie sind in dem Bereich mit Sexualität und so.

01:05:02.000 --> 01:05:06.000
<v Sebastian>Ah, ne, das gibt es nicht. Das machen wir bei uns nicht.“

01:05:06.000 --> 01:05:10.000
<v Natascha>Also die Wiener Lösung ist, glaube ich, dass sie dir das nicht ins Gesicht sagen.

01:05:10.000 --> 01:05:15.000
<v Natascha>Ich bin mir ganz sicher, dass sich Türen deswegen für mich nicht geöffnet haben,

01:05:15.000 --> 01:05:19.000
<v Natascha>aber es würden offiziell andere Gründe gefunden.

01:05:19.000 --> 01:05:23.000
<v Natascha>Da bin ich mir ganz, ganz sicher. Aber das Schöne ist, ich bin da ein bisschen

01:05:23.000 --> 01:05:26.000
<v Natascha>stur, ich gehe einfach diesen Weg weiter und solange es irgendwie geht,

01:05:26.000 --> 01:05:29.000
<v Natascha>werde ich das einfach machen und deswegen will ich auch Öffentlichkeitsarbeit machen,

01:05:30.000 --> 01:05:34.000
<v Natascha>will mich dafür einsetzen und ich finde es auch gut, dass es immer mehr Kink Aware Professionals

01:05:34.000 --> 01:05:38.000
<v Natascha>gibt und dass wir da jetzt eben diese Gemeinschaft haben.

01:05:38.000 --> 01:05:41.000
<v Natascha>Und das passt auch noch, das muss ich unbedingt noch loswerden,

01:05:41.000 --> 01:05:44.000
<v Natascha>dass ich dir auch sage, ich habe immer gesagt, so etwas wie KAPA muss doch

01:05:44.000 --> 01:05:48.000
<v Natascha>aus Wien kommen, weil ich meine, immerhin sind wir die Stadt von Freud mit der

01:05:48.000 --> 01:05:52.000
<v Natascha>Psychoanalyse und dann sind wir „Sacher von Maso“.

01:05:52.000 --> 01:05:56.000
<v Natascha>Das heißt, wir haben das BDSM bei uns, wir haben die Psychoanalyse bei uns.

01:05:56.000 --> 01:05:59.000
<v Natascha>Somit muss doch diese Vereinigung auch daherkommen.

01:05:59.000 --> 01:06:02.000
<v Sebastian>Du kannst das noch mit Kultur und Tradition begründen. Das ist clever.

01:06:02.000 --> 01:06:11.000
<v Natascha>*lacht* Genau. Und ich denke mir einerseits wirklich, diese professionelle Ebene,

01:06:11.000 --> 01:06:16.000
<v Natascha>alle Menschen begleiten zu wollen, können zu wollen, gerade in einem sexuellen Bereich.

01:06:16.000 --> 01:06:22.000
<v Natascha>Und ich habe ja, ich bin ja auch klinische Sexologin, da ist Kink dann schon auch,

01:06:22.000 --> 01:06:23.000
<v Natascha>finde ich, eben ein Thema.

01:06:23.000 --> 01:06:27.000
<v Natascha>Ich will, wenn dann das ganzheitlich einfach betrachten können.

01:06:27.000 --> 01:06:33.000
<v Natascha>Ja, und da bin ich ja selber drauf gekommen, wie interessant das sein kann, seine,

01:06:33.000 --> 01:06:37.000
<v Natascha>seine Grenzen auszuloten und zu schauen, was taugt mir und was nicht.

01:06:37.000 --> 01:06:43.000
<v Natascha>Und ja, würde ich mehreren, würde ich vielen Menschen empfehlen. *lacht*

01:06:43.000 --> 01:06:45.000
<v Sebastian>Vielleicht gucke ich nochmal ein bisschen auf diese Außensicht.

01:06:46.000 --> 01:06:47.000
<v Sebastian>Ich meine, ich mache das auch.

01:06:47.000 --> 01:06:51.000
<v Sebastian>Ich gucke alle drei, vier Monate, gebe ich mal bei den großen Nachrichtenportalen

01:06:51.000 --> 01:06:53.000
<v Sebastian>BDSM in die Suche ein oder inzwischen auch poly.

01:06:53.000 --> 01:06:59.000
<v Sebastian>Und dann, ja, manchmal sehe ich da ganz gute Sachen, manchmal stellen sich mir

01:06:59.000 --> 01:07:04.000
<v Sebastian>die Nackenhaare auf oder es gibt irgendwelche Filme, die dann angeblich in dem

01:07:04.000 --> 01:07:09.000
<v Sebastian>Kontext sind und das gibt mir auch so einen gewissen Spiegel,

01:07:09.000 --> 01:07:13.000
<v Sebastian>gerade Massenmedien, wie werden Menschen sozialisiert auf BDSM,

01:07:13.000 --> 01:07:16.000
<v Sebastian>Kink, poly generell drauf zu gucken.

01:07:16.000 --> 01:07:20.000
<v Sebastian>Also wenn du irgendwas liest, ist das eher so was, wo du sagst,

01:07:20.000 --> 01:07:24.000
<v Sebastian>„ah, gut, schön, das ist wichtig“ oder eher so, „O Gott, hätten sie sich das mal erspart,

01:07:24.000 --> 01:07:26.000
<v Sebastian>das macht mir die Praxis wieder voll“.

01:07:26.000 --> 01:07:33.000
<v Natascha>*lacht* Ich muss deswegen so lachen, weil ich bin vor Jahren einmal interviewt worden

01:07:33.000 --> 01:07:41.000
<v Natascha>und dann merke ich immer, das passt nicht, da fehlt was im Zugang.

01:07:41.000 --> 01:07:45.000
<v Natascha>Und dann habe ich gesagt, kann ich bitte selber mal einen Artikel über das Thema

01:07:45.000 --> 01:07:48.000
<v Natascha>schreiben? und seitdem mache ich das.

01:07:48.000 --> 01:07:53.000
<v Natascha>Also mein Zugang, wo ich kann, wenn mir was auffällt, was schon wieder nicht

01:07:53.000 --> 01:07:56.000
<v Natascha>passt, dann schreibe ich meinen eigenen Artikel.

01:07:56.000 --> 01:07:57.000
<v Natascha>Darf ich Werbung machen hier für den Standard?

01:07:57.000 --> 01:08:02.000
<v Sebastian>Ich habe die Liste hier. ORF, der Standard, die Presse, Kronenzeitung,

01:08:02.000 --> 01:08:05.000
<v Sebastian>Freizeit, scheint eine Zeitung zu sein, Schauleben und noch irgendwas,

01:08:05.000 --> 01:08:07.000
<v Sebastian>was ich nicht erkennen kann, ein Logo.

01:08:07.000 --> 01:08:10.000
<v Sebastian>Die hast du, „bekannt aus“ steht da auf deiner Webseite obendrauf.

01:08:10.000 --> 01:08:15.000
<v Sebastian>Also das hier ist nicht das erste Mal, dass du irgendwie in die Öffentlichkeit trittst.

01:08:15.000 --> 01:08:16.000
<v Natascha>Mhm.

01:08:16.000 --> 01:08:19.000
<v Sebastian>Wobei ich immer denke, wenn mir andere Menschen erzählen,

01:08:19.000 --> 01:08:22.000
<v Sebastian>dass sie bei irgendeiner Talkrunde oder so mal waren, dann war immer zu wenig

01:08:22.000 --> 01:08:25.000
<v Sebastian>Zeit, um die Sache ordentlich zu erklären und dann ist man immer so unbefriedigt,

01:08:26.000 --> 01:08:28.000
<v Sebastian>weil man möchte natürlich alles in allen Einzelheiten irgendwie zugänglich machen,

01:08:28.000 --> 01:08:31.000
<v Sebastian>den Menschen Lust drauf machen und man scheitert daran krachend,

01:08:31.000 --> 01:08:33.000
<v Sebastian>weil man eben nur die sechs Minuten im Radio hat zum Beispiel.

01:08:33.000 --> 01:08:34.000
<v Natascha>Ja, ja.

01:08:34.000 --> 01:08:35.000
<v Sebastian>Das muss fürchterlich sein.

01:08:35.000 --> 01:08:38.000
<v Natascha>Ich habe einen Blog im Standard, wo ich hin und wieder Artikel schreibe und

01:08:38.000 --> 01:08:41.000
<v Natascha>das mache ich eben genauso, wenn ich das Gefühl habe, da wird schon wieder was

01:08:41.000 --> 01:08:44.000
<v Natascha>komplett falsch verstanden oder verdreht oder sonst was.

01:08:44.000 --> 01:08:48.000
<v Natascha>Und dann bin ich vom Typus her, dann setze ich mich halt hin und schreibe was selber drüber.

01:08:48.000 --> 01:08:51.000
<v Natascha>So wie ich letztens einen Artikel über Konsens geschrieben habe,

01:08:51.000 --> 01:08:55.000
<v Natascha>weil ich mir gedacht habe, so wie wir auch gerade geredet haben,

01:08:55.000 --> 01:08:58.000
<v Natascha>es ist so schwierig und ich habe auch schon überlegt, ob ich einen eigenen Artikel

01:08:58.000 --> 01:09:00.000
<v Natascha>schreibe über toxische Personen oder so.

01:09:00.000 --> 01:09:04.000
<v Natascha>Man muss halt dann die richtigen Worte finden, aber dieses Wheel of Consent

01:09:04.000 --> 01:09:07.000
<v Natascha>von der Betty Martin, das ist dir sicher auch ein Begriff.

01:09:07.000 --> 01:09:09.000
<v Sebastian>Ich habe das gerade vor mir.

01:09:09.000 --> 01:09:13.000
<v Natascha>Genau, habe ich mir gedacht, ich klopfe das da jetzt einfach einmal rein,

01:09:13.000 --> 01:09:22.000
<v Natascha>damit das auch ein Publikum zu lesen bekommt, was eben nicht ständig damit konfrontiert ist, ja. Und ja ...

01:09:22.000 --> 01:09:25.000
<v Sebastian>Also generell, liebes Publikum, schaut in die Shownotes,

01:09:26.000 --> 01:09:29.000
<v Sebastian>da werde ich alle möglichen Links drin haben, unter anderem auch auf deine Homepage,

01:09:29.000 --> 01:09:34.000
<v Sebastian>wo wiederum unter dem Button Medien ganz viel ist und eben auch zum Beispiel

01:09:34.000 --> 01:09:36.000
<v Sebastian>die Blogbeiträge vom Standard.

01:09:36.000 --> 01:09:41.000
<v Sebastian>Da schreibst du wirklich viel und ich lese mal so eine Headline vor: „Über Sex und Pizza“.

01:09:41.000 --> 01:09:43.000
<v Natascha>*lacht*

01:09:43.000 --> 01:09:47.000
<v Sebastian>Ja, selbst wenn er schlecht ist, ist er gut, aber was ist eigentlich guter Sex?

01:09:48.000 --> 01:09:53.000
<v Sebastian>Also es ist sehr spannend, dass du da auch einen Forum gefunden hast oder eine

01:09:53.000 --> 01:09:55.000
<v Sebastian>Möglichkeit mit einer breiten Öffentlichkeit gefunden hast.

01:09:55.000 --> 01:09:59.000
<v Sebastian>Die Frage ist, welches Feedback kriegt man in so einem Massenmedium?

01:09:59.000 --> 01:10:03.000
<v Sebastian>Also ist das eher Hate Speech oder eher so ein „endlich sagt es mal jemand“?

01:10:03.000 --> 01:10:07.000
<v Natascha>Es ist beides. Ich muss ja gestehen, ich lese dann immer auch die Kommentare

01:10:07.000 --> 01:10:09.000
<v Natascha>im Standardforum. Ich kann einfach nicht anders.

01:10:09.000 --> 01:10:14.000
<v Natascha>Die Leute sagen immer, mach das nicht, aber ich kann nicht anders. *lacht*

01:10:14.000 --> 01:10:20.000
<v Natascha>Und ein Teil von mir ist super zufrieden manchmal, weil ich merke dann schon,

01:10:20.000 --> 01:10:24.000
<v Natascha>natürlich gibt es die, die kritisieren und die Hate Speech machen und dann gibt

01:10:24.000 --> 01:10:28.000
<v Natascha>es aber auch die, die total verstanden, worum es mir geht und dann fast schon

01:10:28.000 --> 01:10:32.000
<v Natascha>mich in Schutz nehmen oder so und da bin ich dann immer auch wahnsinnig stolz.

01:10:32.000 --> 01:10:37.000
<v Natascha>Also es gibt einfach in der Gesellschaft eh alles mittlerweile und ich freue mich schon sehr immer.

01:10:37.000 --> 01:10:40.000
<v Natascha>Es gibt viele gute Kommentare auch.

01:10:40.000 --> 01:10:42.000
<v Sebastian>Da werden Menschen auch auf dich aufmerksam?

01:10:42.000 --> 01:10:44.000
<v Natascha>Ja.

01:10:44.000 --> 01:10:48.000
<v Sebastian>Dass sie sagen, genau das Thema habe ich und jetzt lass uns mal reden.

01:10:48.000 --> 01:10:50.000
<v Sebastian>Vielleicht ruft jemand auch einfach bei dir an.

01:10:50.000 --> 01:10:53.000
<v Sebastian>Also das ist ja auch so eine gewisse Gefahr, dass du gar nicht mehr zum Arbeiten

01:10:53.000 --> 01:10:58.000
<v Sebastian>kommst, weil du bist dann quasi Kontakt für alle. Du bist öffentlich verfügbar, sage ich mal.

01:10:58.000 --> 01:11:02.000
<v Natascha>Das war auch mit ein Grund, warum wir KAPA gegründet haben.

01:11:02.000 --> 01:11:05.000
<v Natascha>Denn damals war es, dass wir alle total voll waren.

01:11:05.000 --> 01:11:09.000
<v Natascha>Also ich habe auch Wartelisten. Meine direkten Kolleginnen von den Gründungsmitgliedern,

01:11:09.000 --> 01:11:13.000
<v Natascha>wir haben im Normalfall alle immer Wartelisten, weil wir einfach ausgebucht sind.

01:11:13.000 --> 01:11:16.000
<v Natascha>Und dass man sagt, okay, aber irgendwann wussten wir nicht mehr,

01:11:16.000 --> 01:11:18.000
<v Natascha>wo wir Menschen hinschicken sollten.

01:11:18.000 --> 01:11:21.000
<v Natascha>Und das war auch mit ein Grund, warum wir KAPA gegründet haben.

01:11:21.000 --> 01:11:25.000
<v Natascha>Dass man sagt, okay, ich weiß, da kommen Kolleginnen nach, wir haben Kontakt zu denen.

01:11:25.000 --> 01:11:29.000
<v Natascha>Wir schauen auch, dass die eben keinen Blödsinn verzapfen im Sinne von,

01:11:29.000 --> 01:11:31.000
<v Natascha>dass wir mal nachfragen, was ist ihr Zugang, was wissen sie.

01:11:31.000 --> 01:11:34.000
<v Natascha>Natürlich kann nie jeder alles wissen, das geht nicht.

01:11:34.000 --> 01:11:38.000
<v Natascha>Aber diese Grundhaltung und Grundeinstellung ist uns halt wichtig abzuklopfen.

01:11:38.000 --> 01:11:42.000
<v Sebastian>Ich habe übrigens innerhalb der BDSM-Community den Eindruck,

01:11:42.000 --> 01:11:48.000
<v Sebastian>dass gewisse Berufe überproportional häufig vertreten sind. Das sind natürlich die ITler.

01:11:48.000 --> 01:11:55.000
<v Sebastian>Natürlich. Das sind aber auch die SozialpädagogInnen und das sind eben auch

01:11:55.000 --> 01:11:59.000
<v Sebastian>die TherapeutInnen und ja, das sind so, ich glaube, das sind so die drei Berufsstände,

01:11:59.000 --> 01:12:03.000
<v Sebastian>die mir am häufigsten begegnen, was interessant ist.

01:12:03.000 --> 01:12:07.000
<v Sebastian>Aber wo ich mir denke, gerade die TherapeutInnen. Wie ist denn das für dich,

01:12:07.000 --> 01:12:12.000
<v Sebastian>wenn, du bist ja nah am Thema dran irgendwie und diese Nähe,

01:12:12.000 --> 01:12:13.000
<v Sebastian>ist die nicht eher ein Problem?

01:12:13.000 --> 01:12:15.000
<v Natascha>Inwiefern?

01:12:15.000 --> 01:12:19.000
<v Sebastian>Naja, du kannst dann, du hast ja da schon eine vorgefertigte Meinung und sei

01:12:19.000 --> 01:12:21.000
<v Sebastian>die eben: „Kink und poly ist toll“.

01:12:21.000 --> 01:12:26.000
<v Sebastian>Das kann ja auch manchmal ein Problem darstellen, weil du bist halt drin im

01:12:26.000 --> 01:12:29.000
<v Sebastian>Thema. Du kannst da an der Stelle kaum noch neutral sein.

01:12:29.000 --> 01:12:34.000
<v Natascha>Ich habe sowieso die Meinung, dass ich nicht neutral sein kann,

01:12:34.000 --> 01:12:37.000
<v Natascha>weil ich bin ein Subjekt und somit bin ich subjektiv.

01:12:37.000 --> 01:12:40.000
<v Natascha>Und das Schöne ist, dass es unterschiedliche Therapeutinnen und Therapeuten

01:12:40.000 --> 01:12:44.000
<v Natascha>gibt und ich will gar nicht den Anspruch haben, für alle Leute perfekt zu passen,

01:12:44.000 --> 01:12:46.000
<v Natascha>weil das werde ich einfach nicht.

01:12:46.000 --> 01:12:51.000
<v Natascha>Sondern ich möchte die, die zu mir passen, die möchte ich bestmöglichst begleiten.

01:12:51.000 --> 01:12:54.000
<v Natascha>Ich halte mich für, ich habe sicher einen sehr individuellen Stil,

01:12:54.000 --> 01:12:57.000
<v Natascha>so wie das meine Kolleginnen und Kollegen auch haben. Und ja,

01:12:57.000 --> 01:13:03.000
<v Natascha>die passende Therapieperson zu finden ist sicher nicht einfach,

01:13:03.000 --> 01:13:05.000
<v Natascha>das denke ich mir auch immer.

01:13:05.000 --> 01:13:09.000
<v Natascha>Ja, aber so, ich kann nur das Beste machen, was ich kann, mehr geht nicht. *lacht*

01:13:09.000 --> 01:13:13.000
<v Sebastian>Ja, das klingt auch immer, also im Moment klingt das so ein bisschen wie Hohn,

01:13:13.000 --> 01:13:16.000
<v Sebastian>die passende Therapieperson finden.

01:13:16.000 --> 01:13:19.000
<v Sebastian>Zumindest in Deutschland höre ich eigentlich immer nur, überhaupt jemand zu

01:13:19.000 --> 01:13:24.000
<v Sebastian>finden ist schon die Hölle, weil es gibt halt keine Plätze und die Wartelisten

01:13:24.000 --> 01:13:27.000
<v Sebastian>sind lang und das dauert und dann sagt man sich, naja, gut, dann lieber mit

01:13:27.000 --> 01:13:29.000
<v Sebastian>der Person arbeiten, die ich jetzt zwar,

01:13:29.000 --> 01:13:32.000
<v Sebastian>die mir nicht sympathisch ist, als

01:13:32.000 --> 01:13:36.000
<v Sebastian>da jetzt noch irgendwie ein Jahr lang selber weiter rumzudoktern und mit dem

01:13:36.000 --> 01:13:41.000
<v Sebastian>Leidensdruck umzugehen. Also das ist eine ganz widerliche Geschichte eigentlich.

01:13:41.000 --> 01:13:43.000
<v Sebastian>Meinst du, es lohnt sich dann doch zu sagen, ne, wird nichts,

01:13:43.000 --> 01:13:47.000
<v Sebastian>ich suche mir doch jemand? Oder meinst du lieber der Spatz in der Hand?

01:13:47.000 --> 01:13:52.000
<v Natascha>Ich bin schon ein Fan davon, dass ich mir am Anfang, also erstens möchte ich

01:13:52.000 --> 01:13:56.000
<v Natascha>mich noch einmal entschuldigen, das soll überhaupt nicht hohnhaft geklungen s...,

01:13:56.000 --> 01:13:59.000
<v Natascha>weil in Österreich ist die Situation sicher anders als in Deutschland,

01:13:59.000 --> 01:14:02.000
<v Natascha>obwohl Kassenplätze bei uns was ist, was es praktisch nicht gibt.

01:14:02.000 --> 01:14:06.000
<v Natascha>Also ich weiß selber nicht, wie man zu Kassenplätzen kommen kann, außer mit Glück.

01:14:06.000 --> 01:14:13.000
<v Natascha>Das ist ... ja. Ich arbeite auch nur privat und ja. Und selbst da ist es nicht immer einfach, einen Platz zu kriegen, das stimmt, ja.

01:14:13.000 --> 01:14:19.000
<v Sebastian>Ich glaube, in Deutschland ist es so, es gibt eine gewisse Anzahl an Kassenplätzen

01:14:19.000 --> 01:14:24.000
<v Sebastian>oder an, wie heißt denn das, die Möglichkeit, mit einer öffentlichen Kasse abzurechnen.

01:14:24.000 --> 01:14:30.000
<v Sebastian>Da gibt es dann pro ja, 10.000 Personen einen Platz oder eine Abrechnungsmöglichkeit.

01:14:30.000 --> 01:14:36.000
<v Sebastian>Und wenn die Person dann auf..., wenn jemand aufhört aus diesem Pool, dann wird eine neue Person nachbesetzt.

01:14:36.000 --> 01:14:38.000
<v Sebastian>Und diese Quote wurde aber in

01:14:38.000 --> 01:14:41.000
<v Sebastian>den letzten 30 Jahren, wenn ich es richtig verstanden habe, nie angepasst.

01:14:41.000 --> 01:14:44.000
<v Sebastian>Wenn man überlegt, vor 30 Jahren war zu einer Therapie zu gehen,

01:14:44.000 --> 01:14:47.000
<v Sebastian>um Gottes willen, das mache ich nur dann, wenn ich kurz davor bin,

01:14:47.000 --> 01:14:49.000
<v Sebastian>von der Brücke zu springen, Entschuldigung, wenn ich das so drastisch sage.

01:14:49.000 --> 01:14:55.000
<v Sebastian>Also da war der Bedarf und auch das Hemmnis, mir Unterstützung zu suchen, viel höher als heute.

01:14:55.000 --> 01:14:58.000
<v Sebastian>Aber die Anzahl der abrechenbaren Plätze ist die gleiche geblieben.

01:14:58.000 --> 01:15:01.000
<v Sebastian>Ich weiß nicht, ob das so stimmt. Da kann vielleicht jemand aus dem Publikum,

01:15:01.000 --> 01:15:05.000
<v Sebastian>der sich da besser, die sich da besser auskennt, vielleicht nochmal was unter die Folge schreiben.

01:15:05.000 --> 01:15:08.000
<v Sebastian>Eventuell erzähle ich auch Quatsch. Ich glaube, so ist der Punkt und das ist

01:15:08.000 --> 01:15:13.000
<v Sebastian>halt einfach ein politisches Problem. Das kann irgendwie nur die Politik lösen im Moment, glaube ich.

01:15:13.000 --> 01:15:14.000
<v Natascha>Mhm.

01:15:14.000 --> 01:15:17.000
<v Sebastian>Also können wir uns drüber aufregen, die Frage ist aber trotzdem noch mal: lohnt

01:15:17.000 --> 01:15:21.000
<v Sebastian>es sich zu sagen, ich suche weiter, weil es sich lohnt, jemanden zu haben, der mich versteht?

01:15:21.000 --> 01:15:25.000
<v Natascha>Die Studien, die ich kenne sagen, das was heilsam ist, ist die psychotherapeutische

01:15:25.000 --> 01:15:30.000
<v Natascha>Beziehung, das heißt, das ist das Aller-, Aller-, Aller-, Allerwichtigste, dass ich eine Person finde,

01:15:30.000 --> 01:15:35.000
<v Natascha>mit der ich gut kann und ich sage auch den Menschen, die bei mir in einem Erstgespräch

01:15:35.000 --> 01:15:40.000
<v Natascha>sind: schaut‘s euch noch andere an, das zahlt sich einfach aus, weil je mehr ich schon investiert habe,

01:15:40.000 --> 01:15:44.000
<v Natascha>desto seltener will ich mir dann überhaupt noch jemand anderen finden.

01:15:44.000 --> 01:15:48.000
<v Natascha>Ja, ich verst... Und das ist eben die Krux, weil wenn‘s mir jetzt eh schon schlecht geht und

01:15:48.000 --> 01:15:52.000
<v Natascha>dann habe ich endlich einen Termin, dann zu schauen, dass ich noch einmal andere

01:15:52.000 --> 01:15:55.000
<v Natascha>finde, ich weiß, dass es total schwierig ist.

01:15:55.000 --> 01:15:59.000
<v Natascha>Deswegen, ja, ich möchte diese Personen doch auch noch immer ermutigen,

01:15:59.000 --> 01:16:02.000
<v Natascha>sucht‘s euch, wenn es euch einmal besser geht, vielleicht dann zumindest dann

01:16:02.000 --> 01:16:05.000
<v Natascha>schaut‘s auch noch einmal andere Personen an.

01:16:05.000 --> 01:16:10.000
<v Sebastian>Sehr diplomatisch. *lacht* Mhm.

01:16:10.000 --> 01:16:14.000
<v Sebastian>Lass mich noch mal so eine Fachfrage stellen. Es gibt den Begriff des Triggers.

01:16:14.000 --> 01:16:15.000
<v Natascha>Mhm.

01:16:15.000 --> 01:16:17.000
<v Sebastian>Und, also ich kenne auch die Worte:

01:16:17.000 --> 01:16:20.000
<v Sebastian>Das triggert mich. Das kennt man gerade aus sozialen Netzen,

01:16:20.000 --> 01:16:26.000
<v Sebastian>wenn es dann heißt, macht bitte so eine Content Notice, damit Menschen entscheiden

01:16:26.000 --> 01:16:28.000
<v Sebastian>können, dass sie sich nicht triggern lassen wollen.

01:16:28.000 --> 01:16:32.000
<v Sebastian>Wenn man da hinschreibt, CN, ich weiß nicht was, Kink zum Beispiel,

01:16:32.000 --> 01:16:36.000
<v Sebastian>dran schreibt, weil, damit Menschen davor geschützt werden, sich mit Themen

01:16:36.000 --> 01:16:40.000
<v Sebastian>auseinanderzusetzen, die sie triggern könnten. Und ich bin mir nicht sicher,

01:16:40.000 --> 01:16:43.000
<v Sebastian>nicht mehr sicher, ob ich den Begriff richtig verstehe.

01:16:43.000 --> 01:16:46.000
<v Sebastian>Für mich ist ein Trigger tatsächlich etwas, wo eine Person, ich sag mal schockartig,

01:16:46.000 --> 01:16:52.000
<v Sebastian>bei einem Thema in einen schlechten Zustand geraten kann, was dann auch nicht kontrollierbar ist.

01:16:52.000 --> 01:16:56.000
<v Sebastian>Und das ist mir schon klar, dass man darauf Rücksicht nehmen kann und sollte.

01:16:56.000 --> 01:17:01.000
<v Sebastian>Auf der anderen Seite höre ich es so oft, dass ich mir ehrlich gesagt gar nicht

01:17:01.000 --> 01:17:02.000
<v Sebastian>mehr vorstellen kann, dass alles Trigger sind.

01:17:02.000 --> 01:17:06.000
<v Sebastian>Also vielleicht kannst du mir dieses Wort mal ein bisschen auseinander dröseln

01:17:06.000 --> 01:17:10.000
<v Sebastian>oder mir eine Orientierung geben, was damit eigentlich gemeint ist im eigentlichen

01:17:10.000 --> 01:17:12.000
<v Sebastian>Sinne und wie es verwendet wird.

01:17:12.000 --> 01:17:18.000
<v Natascha>Ja, das ist jetzt ähnlich wie toxisch, weil das ist auch ein Modewort geworden.

01:17:18.000 --> 01:17:21.000
<v Natascha>Und somit würde, vielleicht kann man sagen, es gibt die klinischen Trigger,

01:17:21.000 --> 01:17:26.000
<v Natascha>nennen wir es jetzt vielleicht einmal so, und die unter Anführungsstrichen normalen Trigger.

01:17:26.000 --> 01:17:30.000
<v Natascha>Eigentlich hast du es eh perfekt erklärt, ja. Wenn ich sage, ich habe einen Trigger,

01:17:30.000 --> 01:17:33.000
<v Natascha>wo ich Flashbacks bekomme zum Beispiel,

01:17:33.000 --> 01:17:40.000
<v Natascha>und in meinen Emotionen, ich sage, ich hilflos ausgeliefert bin und nicht mehr

01:17:40.000 --> 01:17:43.000
<v Natascha>handlungsfähig bin, das wäre natürlich ein klassischer Trigger,

01:17:43.000 --> 01:17:48.000
<v Natascha>dass ich sage, ich sehe mich zurückversetzt in eine absolut traumatische Situation.

01:17:48.000 --> 01:17:54.000
<v Natascha>Und natürlich erinnern mich Dinge oft an andere Dinge und das Wort wird sicher

01:17:54.000 --> 01:17:57.000
<v Natascha>inflationär verwendet, aber Worte ändern sich einfach auch.

01:17:57.000 --> 01:18:01.000
<v Natascha>Deswegen ist es auch immer wichtig, die Bedeutungen, wie wir sie verwenden,

01:18:01.000 --> 01:18:04.000
<v Natascha>das ist ja dann auch bei, keine Ahnung, Bitch,

01:18:04.000 --> 01:18:10.000
<v Natascha>jede Gruppe, jedes Schimpfwort kann man sich selbst auch aneignen und somit

01:18:10.000 --> 01:18:16.000
<v Natascha>ändert sich was im Sprachgebrauch und so ist das sicher auch mit Triggern.

01:18:16.000 --> 01:18:20.000
<v Sebastian>Ja, das Schwierige ist, da der Wortgebrauch sich erweitert hat,

01:18:20.000 --> 01:18:23.000
<v Sebastian>kann ich dann auf den Trigger im herkömmlichen Sinne, im eigentlichen Sinne

01:18:23.000 --> 01:18:26.000
<v Sebastian>kaum noch Rücksicht nehmen, weil ich weiß es ja nicht.

01:18:26.000 --> 01:18:29.000
<v Sebastian>Und dann nehme ich auf alles Rücksicht und damit komme ich genauso in diesen

01:18:29.000 --> 01:18:34.000
<v Sebastian>Konsenspunkt, wo sehr schnell dieser Punkt erreicht wird, dass jemand sagt,

01:18:34.000 --> 01:18:37.000
<v Sebastian>Moment, das triggert mich, du überschreitest hier meine konsensuellen Grenzen.

01:18:37.000 --> 01:18:39.000
<v Sebastian>Das finde ich tatsächlich schwierig.

01:18:39.000 --> 01:18:42.000
<v Sebastian>Im Podcast kann ich immer sagen, passt auf Leute, wenn ihr den anmacht

01:18:42.000 --> 01:18:45.000
<v Sebastian>diesen Podcast, da geht es um BDSM und alles, was damit zu tun hat,

01:18:45.000 --> 01:18:51.000
<v Sebastian>ihr gebt mir den Konsens, über alles zu reden, wenn ihr das hier anschaltet. Ich habe es einfach.

01:18:51.000 --> 01:18:56.000
<v Sebastian>Sobald ich mich irgendwie außerhalb bewege, muss ich ein bisschen aufpassen

01:18:56.000 --> 01:18:59.000
<v Sebastian>und bin auch weniger offen, weil ich schon überlegen muss, was kann ich sagen,

01:18:59.000 --> 01:19:02.000
<v Sebastian>was kann ich wo mitreinbringen, welche Themen

01:19:02.000 --> 01:19:07.000
<v Sebastian>hat man und ja, das macht mir momentan echt ein bisschen Gedanken.

01:19:07.000 --> 01:19:14.000
<v Natascha>Ja, ist auch so. Ich kann dir nur zustimmen. Es ist nicht einfach.

01:19:14.000 --> 01:19:18.000
<v Natascha>Ich habe zum Beispiel, ich mag das nicht, wenn ich Spinnen seh‘.

01:19:18.000 --> 01:19:22.000
<v Natascha>Und jetzt denke ich mir, wie oft gibt‘s irgendwo einen Zeitungsartikel und

01:19:22.000 --> 01:19:25.000
<v Natascha>dann wird da irgendwo jetzt diese strahlenden Taranteln und dann war wieder

01:19:25.000 --> 01:19:28.000
<v Natascha>irgendwo fettes Spinnenbild und mich macht es *macht ein Geräusch*.

01:19:28.000 --> 01:19:32.000
<v Natascha>Ja, so und dann sind wir wieder beim Eigenverantwortungsthema,

01:19:32.000 --> 01:19:38.000
<v Natascha>weil ich kann leider, also diese Tendenz, die momentan ist, dass alle dafür

01:19:38.000 --> 01:19:42.000
<v Natascha>zuständig sind, dass ich ein Safe-Environment habe, das ist eine Vorstellung,

01:19:42.000 --> 01:19:43.000
<v Natascha>die es nicht spielen wird.

01:19:43.000 --> 01:19:47.000
<v Natascha>Das ist vielleicht Wunschdenken schön, aber es wird nicht realistisch sein.

01:19:47.000 --> 01:19:52.000
<v Natascha>Ich wünsche mir auch, dass ich sag‘, ich möchte voll betrunken,

01:19:52.000 --> 01:19:56.000
<v Natascha>nackig durch die Innenstadt laufen können, ohne dass mir irgendwas passiert,

01:19:56.000 --> 01:19:59.000
<v Natascha>dass mich irgendwer anpöbelt oder dass mich irgendwer berührt. Und leider ...

01:19:59.000 --> 01:20:00.000
<v Sebastian>Hast du das schon mal gemacht?

01:20:00.000 --> 01:20:02.000
<v Natascha>Nein. *lacht*

01:20:02.000 --> 01:20:07.000
<v Sebastian>Nur so, nicht, dass ich dir das zutraue. Nein, vielleicht doch. Wir lassen das offen. *lacht*

01:20:07.000 --> 01:20:11.000
<v Natascha>In einer idealen Welt sollte das einfach möglich sein.

01:20:11.000 --> 01:20:14.000
<v Natascha>Das ist es aber nicht, sondern was ich auch gemacht hab‘, wenn ich in der Nacht

01:20:14.000 --> 01:20:20.000
<v Natascha>irgendwo unterwegs war, gerade allein als Frau und bevor ich in die U-Bahn steige,

01:20:20.000 --> 01:20:22.000
<v Natascha>habe ich mir den roten Lippenstift runtergewischt.

01:20:22.000 --> 01:20:26.000
<v Natascha>Mache ich auch einfach, damit ich mich ein Stückchen safer fühle und weniger auffalle.

01:20:26.000 --> 01:20:31.000
<v Natascha>Das ist einfach die Realität. Ich kann nicht, dieses Verantwortungsthema ist

01:20:31.000 --> 01:20:35.000
<v Natascha>leider einfach ein hakeliges Thema.

01:20:35.000 --> 01:20:37.000
<v Natascha>Also wir bewegen uns schon in den schwierigen Topics wieder einmal.

01:20:37.000 --> 01:20:40.000
<v Natascha>Es sind zwar die super interessanten, aber es sind auch nicht die,

01:20:40.000 --> 01:20:43.000
<v Natascha>wo man so einfache Antworten geben kann, weil es gibt keine einfachen Antworten. *lacht*

01:20:43.000 --> 01:20:46.000
<v Sebastian>Ne, pass auf, vielleicht ist ja zum Beispiel die BDSM-Community,

01:20:46.000 --> 01:20:51.000
<v Sebastian>so ein SMart Café, genau der Safespace, wo ich davor geschützt bin.

01:20:51.000 --> 01:20:53.000
<v Sebastian>Also eigentlich, das ist eigentlich so ein lustiger Widerspruch nach außen.

01:20:53.000 --> 01:20:57.000
<v Sebastian>Die denken, ja, diese Perversen SMer, die schlagen sich,

01:20:57.000 --> 01:21:00.000
<v Sebastian>verprügeln sich und vergewaltigen sich alle gegenseitig und sonst was und dann

01:21:00.000 --> 01:21:02.000
<v Sebastian>rennen sie alle zu KAPA hinterher.

01:21:02.000 --> 01:21:05.000
<v Sebastian>Auf der einen Seite. Auf der anderen Seite, die Community selbst hat so ein

01:21:05.000 --> 01:21:08.000
<v Sebastian>bisschen die Erwartungshaltung, die Ansätze sind schon da, wenn ich dahin gehe,

01:21:08.000 --> 01:21:12.000
<v Sebastian>dann fühle ich mich oder dann bin ich safe und dann habe ich auch einen Anspruch

01:21:12.000 --> 01:21:16.000
<v Sebastian>darauf, mich wohl zu fühlen und mich safe zu fühlen.

01:21:16.000 --> 01:21:20.000
<v Sebastian>Das ist eigentlich total das Gegenteil, die Außensicht zu, wie sieht die Community

01:21:20.000 --> 01:21:22.000
<v Sebastian>den Anspruch an ihre eigene Community.

01:21:22.000 --> 01:21:26.000
<v Sebastian>Das ist eigentlich total schön, aber wie geht man damit um, gerade wenn man

01:21:26.000 --> 01:21:28.000
<v Sebastian>zum Beispiel neu in eine Szene kommt,

01:21:28.000 --> 01:21:31.000
<v Sebastian>hat noch nicht viel Berührungspunkte und dann hat man plötzlich mit akademischen

01:21:31.000 --> 01:21:34.000
<v Sebastian>Problemen zu tun, wie man spricht eine Triggerwarnung am Tisch aus,

01:21:34.000 --> 01:21:40.000
<v Sebastian>bevor man über den Selbstmord aus der Verwandtschaft, den man neulich gehört hat, spricht.

01:21:40.000 --> 01:21:43.000
<v Sebastian>Da geraten Menschen schnell an einen Punkt, wo jemand sagt, das geht so nicht,

01:21:44.000 --> 01:21:48.000
<v Sebastian>das kannst du ja nicht machen. Das macht die Community weniger zugänglich, glaube ich.

01:21:48.000 --> 01:21:53.000
<v Natascha>Ja, sehr, sehr. Kennst du Wertequadrate?

01:21:53.000 --> 01:22:00.000
<v Natascha>Man kann jeden Wert so lange erhöhen, also ins Extremere treiben,

01:22:00.000 --> 01:22:06.000
<v Natascha>dass er sich umkehrt. Das heißt, etwas, das vorher mal super positiv war, wird nachher negativ.

01:22:06.000 --> 01:22:08.000
<v Sebastian>Mhm, ja.

01:22:08.000 --> 01:22:12.000
<v Natascha>Und wenn etwas vorher negativ ist, dann wird es nachher super ... kann es nachher super positiv werden.

01:22:12.000 --> 01:22:17.000
<v Natascha>Ich kann nachher schauen, wenn wir Pause machen, ob wir noch Beispiele zu Wertegequadraten finden.

01:22:17.000 --> 01:22:22.000
<v Natascha>Und das ist eben, ich sage immer Fingerspitzengefühl, ich mache immer so die Geste,

01:22:22.000 --> 01:22:24.000
<v Natascha>dass ich sage, okay, wo bin ich denn wie?

01:22:24.000 --> 01:22:29.000
<v Natascha>Weil wir hatten vorher, Konsent ist total wichtig und trotzdem werden wir es

01:22:29.000 --> 01:22:33.000
<v Natascha>nie schaffen, über alles und jede Kleinigkeit und immer so zu sprechen,

01:22:33.000 --> 01:22:37.000
<v Natascha>dass es niemandem je passieren wird, irgendjemanden zu triggern,

01:22:37.000 --> 01:22:39.000
<v Natascha>beziehungsweise wenn wir das schaffen würden,

01:22:39.000 --> 01:22:42.000
<v Natascha>dann wäre das Spiel so fad, dass keiner mehr spielen will.

01:22:42.000 --> 01:22:46.000
<v Sebastian>Ich glaube, es gibt da eine Technik, die wunderbar funktionieren kann,

01:22:46.000 --> 01:22:50.000
<v Sebastian>wenn Menschen wohlwollend sind. Danke Sonja für diesen Begriff nochmal.

01:22:51.000 --> 01:22:55.000
<v Sebastian>Die Sonja hat mir diesen Begriff wirklich eingeimpft, sehr schön. Im Zweifel kann ich mich auch

01:22:55.000 --> 01:22:58.000
<v Sebastian>einfach ehrlich entschuldigen und sagen, okay, wusste ich nicht,

01:22:58.000 --> 01:22:59.000
<v Sebastian>tut mir leid, ich achte drauf.

01:22:59.000 --> 01:23:06.000
<v Sebastian>Wo wichtig ist, dass auch eine Kultur da ist, so eine Entschuldigung auch anzuerkennen und anzunehmen.

01:23:07.000 --> 01:23:11.000
<v Sebastian>Wenn das da ist, dann fühlen sich alle automatisch auch ein bisschen freier.

01:23:11.000 --> 01:23:15.000
<v Sebastian>Das kann ich nicht immer machen, dass ich da immer jede Woche wieder ankomme

01:23:15.000 --> 01:23:19.000
<v Sebastian>mit dem Zeug, aber ich glaube, Fehler müssen auch einfach verziehen werden können

01:23:19.000 --> 01:23:22.000
<v Sebastian>und auch das gehört zur Kultur dazu.

01:23:22.000 --> 01:23:27.000
<v Sebastian>Und gerade im BDSM, denn es ist noch kein, ja Meister, Herr, das passt gerade, so

01:23:27.000 --> 01:23:29.000
<v Sebastian>doppeldeutig der Begriff, vom Himmel gefallen.

01:23:29.000 --> 01:23:33.000
<v Sebastian>Fehler sind einfach Teil des Ganzen. Und in meiner Vita sind da auch,

01:23:33.000 --> 01:23:36.000
<v Sebastian>mein Gott, da sind Dinge dazwischen, um Gottes Willen.

01:23:36.000 --> 01:23:40.000
<v Sebastian>Hat mich aber geprägt und hat mir geholfen, mich da auch zu entwickeln.

01:23:40.000 --> 01:23:45.000
<v Sebastian>Ich glaube, mit Hinweis auf Fehlerkultur kriegen wir das Thema doch schön gepackt.

01:23:45.000 --> 01:23:48.000
<v Natascha>Ja *lacht*, definitiv, ja.

01:23:48.000 --> 01:23:52.000
<v Sebastian>Das ist eine etwas andere Folge als normal, dass ich jetzt hier so viel rumspekuliere

01:23:52.000 --> 01:23:55.000
<v Sebastian>und mir selber quasi einrede, irgendwas zu wissen.

01:23:55.000 --> 01:24:02.000
<v Sebastian>Liebes Publikum, das tut mir ein wenig leid, die Natascha scheint mich so ein bisschen darin

01:24:02.000 --> 01:24:05.000
<v Sebastian>zu triggern, mich hier selbst zu therapieren, das tut mir leid.

01:24:05.000 --> 01:24:08.000
<v Natascha und Sebastian>*lachen*

01:24:08.000 --> 01:24:12.000
<v Sebastian>O je. Wir machen mal eine kleine Pause.

01:24:12.000 --> 01:24:20.000
<v Natascha>Ja, definitiv. *Podcast-Musik*

01:24:20.000 --> 01:24:24.000
<v Sebastian>Liebes Publikum, wir haben eine kleine Pause gemacht. Ich verrate nicht zu viel,

01:24:24.000 --> 01:24:28.000
<v Sebastian>wenn ich sage, Pippi muss manchmal auch sein. *lacht*

01:24:28.000 --> 01:24:32.000
<v Sebastian>Wer von uns beiden, verrate ich jetzt nicht. Ah, das tut gut.

01:24:32.000 --> 01:24:37.000
<v Sebastian>Ja, wo, wo, weißt du noch, wo wir stehen geblieben waren? Oder machen wir einfach ganz woanders weiter?

01:24:37.000 --> 01:24:41.000
<v Natascha>Machen wir doch einfach dort weiter, wo es dir gerade einfällt. *lacht*

01:24:41.000 --> 01:24:45.000
<v Sebastian>Oh, ich hätte ja so ein Thema, so ganz zufällig, Female Choice.

01:24:45.000 --> 01:24:48.000
<v Natascha>Oh, Female Choice.

01:24:48.000 --> 01:24:49.000
<v Sebastian>Was ist denn das?

01:24:49.000 --> 01:25:01.000
<v Natascha>Du, weil du das vorher auch gesprochen hast mit den ... Aggressionen von der Monogamie etc. Und ich beschäftige mich liebend gerne

01:25:01.000 --> 01:25:05.000
<v Natascha>gerade auch mit den feministischen Aspekten, erstens von Nicht-Monogamie,

01:25:05.000 --> 01:25:07.000
<v Natascha>das ist halt ein super weites Thema.

01:25:07.000 --> 01:25:11.000
<v Natascha>Und Kink gehört da für mich dann schon auch dazu, weil ich finde es auch ein

01:25:11.000 --> 01:25:15.000
<v Natascha>sehr feministisches Thema mit „Darf ich jetzt als Frau in die Knie gehen oder nicht?“

01:25:16.000 --> 01:25:19.000
<v Natascha>Und wann und wie und zu welchen Bedingungen? Das ist ja auch immer eine spannende

01:25:19.000 --> 01:25:23.000
<v Natascha>Frage, die aber bei dir im Podcast eh schon öfters besprochen worden ist.

01:25:23.000 --> 01:25:25.000
<v Sebastian>Was meinst du denn, darf man das als Frau?

01:25:25.000 --> 01:25:28.000
<v Natascha>Ja, natürlich, wenn man das will. Was ich sehr spannend finde,

01:25:28.000 --> 01:25:36.000
<v Natascha>Verantwortung abgeben kann manchmal wahnsinnig heilsam sein und das hat schon, kann einfach was.

01:25:36.000 --> 01:25:40.000
<v Natascha>Als Psychotherapeutin finde ich es aber trotzdem schwierig, wenn ich das immer will.

01:25:40.000 --> 01:25:45.000
<v Natascha>Deswegen schaue ich auch bei sogenannten 24/7-Beziehungen gerne genauer hin,

01:25:45.000 --> 01:25:48.000
<v Natascha>dass ich das Gefühl habe, worum geht es da gerade,

01:25:48.000 --> 01:25:53.000
<v Natascha>wie rennt es, weil ich habe leider doch auch schon öfters mal gerade Subbies begleitet,

01:25:53.000 --> 01:25:56.000
<v Natascha>die von ihrem Herrn dann verlassen worden sind und nicht einmal mehr gewusst

01:25:56.000 --> 01:25:59.000
<v Natascha>haben, was sie anziehen sollen. Und das finde ich halt nicht so fein.

01:25:59.000 --> 01:26:02.000
<v Sebastian>Boah, ja. Das ist auch irgendwie nicht sexy.

01:26:02.000 --> 01:26:04.000
<v Sebastian>Also ich sage mal, sexy ist, wenn mein Gegenüber die Wahl hat,

01:26:05.000 --> 01:26:12.000
<v Sebastian>vor mir auf die Knie zu gehen und Bock drauf hat und sich dafür entscheidet, auf mich zu hören.

01:26:12.000 --> 01:26:17.000
<v Sebastian>Mein Gott, ist das großartig. Wenn diese Freiwilligkeit nicht da wäre,

01:26:17.000 --> 01:26:21.000
<v Sebastian>ganz ehrlich, ich kann jedem in die Kniekehle treten und sie auf den Boden drücken.

01:26:21.000 --> 01:26:25.000
<v Sebastian>Das hat dann aber keine Magie mehr. Das ist dann einfach nur, das ist dann Gewalt.

01:26:25.000 --> 01:26:29.000
<v Sebastian>Also Entscheidungsfreiheit ist sexy, würde ich sagen.

01:26:29.000 --> 01:26:33.000
<v Natascha>Ich habe auch viel mit Dominas schon gesprochen und wenn es dann heißt,

01:26:33.000 --> 01:26:38.000
<v Natascha>sie gibt dann einen Befehl und der muss das machen und ich bin ein absoluter

01:26:38.000 --> 01:26:43.000
<v Natascha>Fan dann mal von der Entgegnung gewesen: Nein, nein, der darf.

01:26:43.000 --> 01:26:47.000
<v Natascha>Ja, also dieses es ist doch auch eine Ehre, mir dienen zu dürfen, wenn ich ein Top bin.

01:26:47.000 --> 01:26:50.000
<v Sebastian>Wie ist denn das mit dieser Erhöhung? Ich meine, das schafft man ja im BDSM.

01:26:50.000 --> 01:26:53.000
<v Sebastian>Man schafft dieses Gefälle.

01:26:53.000 --> 01:26:59.000
<v Sebastian>Top oben, Sub unten. Und dann wird das auch so, das wird ja irgendwann auch

01:26:59.000 --> 01:27:02.000
<v Sebastian>so eine, ich sag mal, Gewohnheit in dieser Beziehung.

01:27:02.000 --> 01:27:06.000
<v Sebastian>Und dann ist es irgendwie zementiert und dann macht man das halt so.

01:27:06.000 --> 01:27:10.000
<v Sebastian>Ich habe manchmal das Gefühl, dann geht das, irgendwann diese Freiwilligkeit und Leichtigkeit

01:27:10.000 --> 01:27:13.000
<v Sebastian>verloren, weil es ist eine Gewohnheit. Ist das eine Gefahr?

01:27:13.000 --> 01:27:17.000
<v Natascha>Ich finde, ein bisschen schon. Da muss man genau hinschauen.

01:27:17.000 --> 01:27:21.000
<v Natascha>Deswegen, ich will dann auch niemanden kinkshamen. Deswegen tue ich mir dann

01:27:21.000 --> 01:27:24.000
<v Natascha>auch immer ein bisschen schwer, weil manchmal passt es ja auch vielleicht wirklich.

01:27:24.000 --> 01:27:29.000
<v Natascha>Aber wünschenswert, wenn man es über einen Kamm schert, würde ich sagen: Switch.

01:27:29.000 --> 01:27:33.000
<v Natascha>Weil dann hat man einfach alle Anteile drinnen. Und ich finde es einfach von

01:27:33.000 --> 01:27:37.000
<v Natascha>einer psychotherapeutischen Sicht, gesund, rollenflexibel zu sein.

01:27:37.000 --> 01:27:41.000
<v Sebastian>Das kann aber auch an eine Person gekoppelt sein. Also wenn ich da dann das

01:27:41.000 --> 01:27:43.000
<v Sebastian>poly wieder hernehme, kann ich ja sagen.

01:27:43.000 --> 01:27:46.000
<v Sebastian>der Person gegenüber Top, der andere Person gegenüber Sub, dann ist das auch

01:27:46.000 --> 01:27:49.000
<v Sebastian>total einfach im Mindset. Alles entspannt.

01:27:49.000 --> 01:27:50.000
<v Natascha>Ja, voll.

01:27:50.000 --> 01:27:54.000
<v Sebastian>Okay, das heißt, du rätst den Leuten dazu, poly-Switcher zu sein.

01:27:54.000 --> 01:27:55.000
<v Sebastian>Dann haben wir am wenigsten Probleme.

01:27:55.000 --> 01:28:00.000
<v Natascha>*lacht* Nein, das tue ich nicht. Ich gebe generell wenige Ratschläge,

01:28:00.000 --> 01:28:03.000
<v Natascha>sondern, so wie du vorher gesagt hast, ich stelle viele Fragen,

01:28:03.000 --> 01:28:05.000
<v Natascha>weil die Frage ist, was jemand will.

01:28:05.000 --> 01:28:08.000
<v Sebastian>Okay, was wollen die denn eigentlich alle?

01:28:08.000 --> 01:28:10.000
<v Natascha>Ja, das ist auch unterschiedlich, ne [Dialekt]. Die meisten ...

01:28:10.000 --> 01:28:13.000
<v Sebastian>Ja, aber gibt es da so einen Trend, wo du sagst, die Leute wollen alle unten spielen

01:28:13.000 --> 01:28:16.000
<v Sebastian>und bespaßt werden oder sie wollen alle poly werden oder, oder, oder.

01:28:16.000 --> 01:28:21.000
<v Sebastian>Also mit was für Bedürfnissen wirst du häufiger mal konfrontiert,

01:28:21.000 --> 01:28:23.000
<v Sebastian>was vielleicht auf dir auffällt?

01:28:23.000 --> 01:28:30.000
<v Natascha>Ich glaube, dass viel mehr Leute lieber Subbie spielen wollen, als Top spielen wollen. *Podcast-Musik*

01:28:30.000 --> 01:28:34.000
<v Sebastian>Liebes Publikum, Zencastr hat gerade einfach mal gesagt, es gab irgendeinen

01:28:34.000 --> 01:28:36.000
<v Sebastian>dummen Fehler. Wir wissen gar nicht mehr, wie viel er jetzt aufgenommen hat

01:28:36.000 --> 01:28:37.000
<v Sebastian>und bis zu welcher Stelle.

01:28:37.000 --> 01:28:41.000
<v Sebastian>Im Zweifel ist jetzt hier einfach ein Break drin, so sei es.

01:28:41.000 --> 01:28:46.000
<v Sebastian>Wir ärgerlich, aber wir sind wieder da. Du bist wieder da. Hallo Natascha.

01:28:46.000 --> 01:28:48.000
<v Natascha>Hallo Sebastian.

01:28:48.000 --> 01:28:50.000
<v Sebastian>Weißt du noch, wo wir waren? *lacht* Female Choice.

01:28:50.000 --> 01:28:54.000
<v Natascha>Ganz gestresst. Wir haben bei Female Choice angefangen und dann sind wir komplett

01:28:54.000 --> 01:28:57.000
<v Natascha>abgedriftet, glaube ich, wieder in irgendeinem Polythema.

01:28:57.000 --> 01:29:02.000
<v Sebastian>Ja, natürlich. Wir waren bei Menschen sollten alle Poly-Switches sein und dann wird alles gut.

01:29:02.000 --> 01:29:04.000
<v Natascha>*lacht*

01:29:04.000 --> 01:29:09.000
<v Sebastian>Also der Folgentitel im Moment, den ich mir notiert habe, ist momentan Erlebnisaktivierung.

01:29:09.000 --> 01:29:11.000
<v Sebastian>Den Begriff finde ich ja sehr schön.

01:29:11.000 --> 01:29:15.000
<v Natascha>Ja, das kommt bei mir aus der Psychotherapie als integrative Therapeutin und

01:29:15.000 --> 01:29:19.000
<v Natascha>Erlebnisaktivierung ist einer der Wege der Heilung und das finde ich einfach

01:29:19.000 --> 01:29:24.000
<v Natascha>voll schön und für mich kann BDSM total ein Weg der Heilung sein, ja.

01:29:24.000 --> 01:29:30.000
<v Sebastian>Oh, das finde ich spannend. Egal, wo wir eben waren, ich schweife dahin mal ab.

01:29:30.000 --> 01:29:34.000
<v Sebastian>Also es gibt so dieses, ja, ich habe ein paar psychische Probleme,

01:29:34.000 --> 01:29:38.000
<v Sebastian>BDSM gibt mir Halt und das gibt mir quasi die Lösung und damit kann ich mich

01:29:38.000 --> 01:29:41.000
<v Sebastian>quasi selber therapieren. Dann habe ich immer gesagt, nein, auf gar keinen Fall.

01:29:41.000 --> 01:29:44.000
<v Sebastian>Bisher haben mir alle Profis gesagt, mit denen ich gesprochen habe,

01:29:44.000 --> 01:29:48.000
<v Sebastian>doch, doch, das kann im gewissen Rahmen, kann das einfach gut tun und das den

01:29:48.000 --> 01:29:51.000
<v Sebastian>Menschen auch behilflich sein. Nicht nur, aber das kann positiv sein.

01:29:51.000 --> 01:29:54.000
<v Sebastian>Wo ich dachte, ah Moment, ich dachte BDSM ist nur für Menschen,

01:29:54.000 --> 01:29:56.000
<v Sebastian>die psychisch top gesund sind.

01:29:57.000 --> 01:30:01.000
<v Sebastian>Nein, das habe ich nie so gedacht, aber, also es scheint so zu sein,

01:30:01.000 --> 01:30:05.000
<v Sebastian>dass es keinen guten Grund gibt, wenn man BDSM mag und einem das gut tut, das bleiben zu lassen.

01:30:05.000 --> 01:30:09.000
<v Sebastian>Auch nicht, wenn man psychisch gerade in einem Tief steckt.

01:30:09.000 --> 01:30:14.000
<v Natascha>Genau, sondern die Frage ist halt eher, so wie, wir hatten vorher schon ein Beispiel

01:30:14.000 --> 01:30:15.000
<v Natascha>von einer Klientin von mir,

01:30:15.000 --> 01:30:19.000
<v Natascha>wo wir auch gesagt haben, okay, man schaut vielleicht noch einmal genauer auf

01:30:19.000 --> 01:30:23.000
<v Natascha>die Grenze und auf die Spielarten und spricht vielleicht im Vorfeld noch einmal

01:30:23.000 --> 01:30:27.000
<v Natascha>durch, dass man sagt, okay, welche Spielarten und wie und wo und wo geht man

01:30:27.000 --> 01:30:30.000
<v Natascha>vielleicht besser nicht hin, wo man gerade besonders sensibel ist.

01:30:30.000 --> 01:30:33.000
<v Natascha>Oder vielleicht geht man gerade genau dorthin, aber dann kommt es auch sehr

01:30:33.000 --> 01:30:36.000
<v Natascha>auf den Partner drauf an. Also ja, natürlich, unbedingt.

01:30:36.000 --> 01:30:42.000
<v Natascha>BDSM ist Erlebnisaktivierung, wenn man safe, so safe es halt geht,

01:30:42.000 --> 01:30:47.000
<v Natascha>ist mit der Person, mit der man spielt, voll.

01:30:47.000 --> 01:30:51.000
<v Sebastian>Was sagst du denn dazu, wenn Menschen sagen, ja, ich habe da vielleicht ein Trauma,

01:30:51.000 --> 01:30:56.000
<v Sebastian>nehmen wir mal an, ich suche jetzt eine politisch brauchbare,

01:30:56.000 --> 01:31:00.000
<v Sebastian>schwache Formulierung, nennen wir es mal Sex mit Widerwillen.

01:31:00.000 --> 01:31:01.000
<v Natascha>Mhm.

01:31:01.000 --> 01:31:06.000
<v Sebastian>Wenn man sagt, ja ich habe da ein Trauma von früher und jetzt ist das genau

01:31:06.000 --> 01:31:12.000
<v Sebastian>mein Kink. Ist das eher gefährlich oder ist das eher eine Bewältigungsstrategie, die gut tun kann?

01:31:12.000 --> 01:31:20.000
<v Natascha>Das kann beides sein und deswegen gilt es individuell anzuschauen,

01:31:20.000 --> 01:31:28.000
<v Natascha>Und dann definieren wir, was ist gefährlich. Es gibt natürlich auf der einen Seite die Variante,

01:31:28.000 --> 01:31:33.000
<v Natascha>dass traumatisierte Menschen sich ähnliche Situationen immer und immer wiederholen,

01:31:33.000 --> 01:31:36.000
<v Natascha>eben um aus dem Trauma mal aussteigen zu können.

01:31:36.000 --> 01:31:43.000
<v Natascha>Und deswegen, wenn man es dann safe machen kann, aber da bin ich ein Fan davon, mach es bewusst.

01:31:43.000 --> 01:31:47.000
<v Natascha>Ja, dass ich sage, okay, ich will mir jetzt bewusst eine Situation holen,

01:31:47.000 --> 01:31:53.000
<v Natascha>wo ich handlungsfähig bin, noch immer, aber die trotzdem ähnlich ist.

01:31:53.000 --> 01:32:00.000
<v Natascha>Weil das ist ja der Unterschied, in einem Trauma-Setting kann ich ja selten

01:32:00.000 --> 01:32:02.000
<v Natascha>ein Safeword reinschmeißen.

01:32:02.000 --> 01:32:09.000
<v Natascha>Ja? Und von dieser Ohnmacht wegzukommen und in eine Handlungsfähigkeit hineinzukommen,

01:32:09.000 --> 01:32:13.000
<v Natascha>das kann man schon machen. Ich wäre nur einfach sehr vorsichtig.

01:32:13.000 --> 01:32:20.000
<v Natascha>Es ist auch immer wieder die Frage, sind nicht in BDSM die Menschen sehr viel mehr traumatisiert?

01:32:20.000 --> 01:32:25.000
<v Natascha>Und da sage ich immer, das ist meine Erfahrung gar nicht. Allerdings dadurch,

01:32:25.000 --> 01:32:31.000
<v Natascha>dass man im BDSM viel mehr an Grenzen spielt und ganz andere Dinge macht,

01:32:31.000 --> 01:32:36.000
<v Natascha>ist die Wahrscheinlichkeit, dass wenn man irgendwo einen Trigger hat,

01:32:36.000 --> 01:32:40.000
<v Natascha>um das Wort wieder zu verwenden, dass man den findet, sehr viel höher.

01:32:40.000 --> 01:32:44.000
<v Sebastian>Ach so, weil ich suche, weil ich mit offenen Augen durch die Welt gehe,

01:32:45.000 --> 01:32:48.000
<v Sebastian>sehe ich mehr Menschen, nein, mehr Menschen, sehe ich mehr Dinge.

01:32:48.000 --> 01:32:52.000
<v Sebastian>Oder da finde ich die Sachen eher, ja. Interessant, ja.

01:32:52.000 --> 01:32:57.000
<v Natascha>Eben und eine Bandbreite, wenn wir jetzt haben, wir haben Ficken sozusagen

01:32:57.000 --> 01:33:00.000
<v Natascha>vorher und dann haben wir vielleicht noch ein paar so Sachen rundherum,

01:33:00.000 --> 01:33:04.000
<v Natascha>die vielleicht auch passieren beim Sex, ist das eine, ich nenne es jetzt, schmale Bandbreite.

01:33:05.000 --> 01:33:09.000
<v Natascha>Und wenn ich dann aber, keine Ahnung, schlagen, fesseln, alles Mögliche sonst

01:33:09.000 --> 01:33:14.000
<v Natascha>noch dazu tue, dann wird diese Bandbreite immer größer. Und je mehr ich dann

01:33:14.000 --> 01:33:19.000
<v Natascha>mache, umso größer dann auch meine Handlungsfähigkeit ist, finde ich natürlich andere Dinge.

01:33:19.000 --> 01:33:24.000
<v Sebastian>Nehmen wir mal an, ich verarbeite jetzt etwas mit meinem BDSM.

01:33:24.000 --> 01:33:26.000
<v Sebastian>Ich bin mir dessen auch bewusst.

01:33:26.000 --> 01:33:33.000
<v Sebastian>Und bin auf der Subseite. Ist das eine gute Idee, zu sagen: „Hallo, Top.

01:33:33.000 --> 01:33:37.000
<v Sebastian>Was wir da machen übrigens, damit verarbeite ich das und das Trauma von mir.“

01:33:37.000 --> 01:33:41.000
<v Sebastian>Also an sich ist es ja gut, da ehrlich zu sein und das Gegenüber mit einzubeziehen.

01:33:41.000 --> 01:33:44.000
<v Sebastian>Auf der anderen Seite kann die Person vielleicht sagen, Moment mal,

01:33:44.000 --> 01:33:47.000
<v Sebastian>um Gottes Willen, damit kann ich ja gar nicht.

01:33:47.000 --> 01:33:50.000
<v Sebastian>Und die Verantwortung, dass du dein Trauma da und dass das alles passt,

01:33:50.000 --> 01:33:54.000
<v Sebastian>damit kann ich gar nicht umgehen. Also, wie sinnvoll ist es da,

01:33:54.000 --> 01:33:57.000
<v Sebastian>was solche Sachen angeht, auch ehrlich dem anderen gegenüber zu sein?

01:33:57.000 --> 01:34:00.000
<v Sebastian>Oder ist es manchmal auch einfach besser, mal die Klappe zu halten?

01:34:00.000 --> 01:34:05.000
<v Natascha>Da würde ich sagen, das ist auch eine Konsensfrage, weil wenn ich mit meinem

01:34:05.000 --> 01:34:09.000
<v Natascha>Top ein Spiel spielen will oder weiß, es wird auf etwas hinauslaufen und ich

01:34:09.000 --> 01:34:14.000
<v Natascha>sage es ihm nicht, dann hat ja der Top seine Einwilligung dazu gar nicht gegeben.

01:34:14.000 --> 01:34:19.000
<v Natascha>Also das kann man auch auf das spielen, würde ich, also empfehlen würde ich es nicht.

01:34:20.000 --> 01:34:25.000
<v Natascha>Ich finde schon, dass auch der, dass ich, wenn ich das als Sub machen will,

01:34:25.000 --> 01:34:29.000
<v Natascha>finde ich sehr wohl, dass ich eigentlich eine Verpflichtung habe,

01:34:29.000 --> 01:34:34.000
<v Natascha>das offen zu legen, dass ich sage, okay, komm, ich würde das gerne machen, bist du bereit dazu?

01:34:34.000 --> 01:34:38.000
<v Natascha>Weil wir wissen ja beide nicht, wie es ausgeht. Das würde ich fair finden.

01:34:38.000 --> 01:34:44.000
<v Sebastian>Aus deiner Sicht fragen: Was ist mehr geistige, harte Arbeit, Sub- oder Top-Sein?

01:34:44.000 --> 01:34:47.000
<v Natascha>Harte Arbeit ist Top-Sein.

01:34:47.000 --> 01:34:50.000
<v Sebastian>Also ich finde, als Sub muss ich gucken, dass ich mein Gegenüber informiere,

01:34:50.000 --> 01:34:53.000
<v Sebastian>dass ich Bedürfnisse und Ideen auch äußere.

01:34:53.000 --> 01:35:02.000
<v Sebastian>Ich muss dann auch während der Session im Zweifel mich, ja, aktiv vertrauen können und solche Dinge.

01:35:02.000 --> 01:35:05.000
<v Sebastian>Also ich habe immer das Gefühl, Sub hat den schwereren Teil.

01:35:05.000 --> 01:35:08.000
<v Sebastian>Vielleicht nicht mechanisch, aber geistig schon.

01:35:08.000 --> 01:35:11.000
<v Natascha>Ja, du bist ein Top. Das, was man kann, das fällt einem immer leichter.

01:35:11.000 --> 01:35:13.000
<v Sebastian>Ach so, ja.

01:35:13.000 --> 01:35:22.000
<v Natascha>*lacht* Das ist das eine. Rein vom Verantwortungsfaktor hast du als Top Verantwortung für Sub und für dich.

01:35:22.000 --> 01:35:25.000
<v Sebastian>Naja, Sub hat auch eine Menge Eigenverantwortung dann.

01:35:25.000 --> 01:35:30.000
<v Natascha>Ja, aber als Top hast du Verantwortung für euch beide. Und deswegen finde ich

01:35:30.000 --> 01:35:32.000
<v Natascha>das die schwerere geistige Arbeit.

01:35:32.000 --> 01:35:35.000
<v Sebastian>Aus welcher Perspektive du das jetzt gesagt hast, werden wir nicht aufklären.

01:35:35.000 --> 01:35:39.000
<v Natascha>*lacht*

01:35:39.000 --> 01:35:44.000
<v Sebastian>Liebes Publikum macht euch Gedanken, aber das Thema ist groß, da mag ich vielleicht

01:35:44.000 --> 01:35:46.000
<v Sebastian>den nächsten Monat nochmal ein bisschen drauf rumbohren.

01:35:46.000 --> 01:35:49.000
<v Sebastian>Ich switch jetzt auch nochmal ein bisschen am Thema rum. Du hast dich ja damit

01:35:49.000 --> 01:35:52.000
<v Sebastian>beschäftigt, spätestens bei der Masterthesis,

01:35:52.000 --> 01:36:00.000
<v Sebastian>inwieweit oute ich mich, dass ich zum Beispiel auch poly interessant finde und

01:36:00.000 --> 01:36:02.000
<v Sebastian>inwieweit gehe ich damit in die Öffentlichkeit.

01:36:02.000 --> 01:36:09.000
<v Sebastian>Und ich finde das eigentlich spannend, weil im Grunde müsste man sich als BDSMer nicht outen.

01:36:09.000 --> 01:36:13.000
<v Sebastian>Man kann das auch ganz privat machen, aber viele Menschen haben das Bedürfnis,

01:36:13.000 --> 01:36:17.000
<v Sebastian>es zu tun, passende T-Shirts zu tragen, vielleicht den Ring der O oder irgendwelche

01:36:17.000 --> 01:36:21.000
<v Sebastian>anderen Erkennungszeichen durch die Gegend zu rennen. Ich weiß gar nicht,

01:36:21.000 --> 01:36:22.000
<v Sebastian>ob das bei Polypersonen auch so ist.

01:36:23.000 --> 01:36:26.000
<v Sebastian>Da ist halt immer das Problem Weihnachten mit der Familie, spätestens dann müsste

01:36:26.000 --> 01:36:30.000
<v Sebastian>man mal was sagen, damit es nicht komisch wird. Aber dieses, dieses, ja, dieses

01:36:30.000 --> 01:36:35.000
<v Sebastian>Outing-Problem oder dieses Bedürfnis, kannst du mir dazu was sagen?

01:36:35.000 --> 01:36:38.000
<v Sebastian>Warum gibt es das überhaupt? Ich kann das doch, das ist doch eine Schlafzimmersache

01:36:38.000 --> 01:36:40.000
<v Sebastian>und dann kann ich das da machen.

01:36:40.000 --> 01:36:44.000
<v Natascha>Du willst eine Meinung von mir zum Thema Bedürfnis von Outing.

01:36:44.000 --> 01:36:45.000
<v Sebastian>Ja.

01:36:45.000 --> 01:36:49.000
<v Natascha>Ich glaube, dass die Menschen,

01:36:49.000 --> 01:36:53.000
<v Natascha>generell, also es hat was mit Identität zu tun, glaube ich.

01:36:53.000 --> 01:36:58.000
<v Natascha>Also das wäre mein Zugang auch von der wissenschaftlichen Seite her.

01:36:58.000 --> 01:37:03.000
<v Natascha>Und weil Kink und Poly sind eben Themen, die extrem identitätsstiftend sind.

01:37:03.000 --> 01:37:09.000
<v Natascha>Und wenn ich mich als Mensch in Kontext und Kontinuum bewege,

01:37:09.000 --> 01:37:14.000
<v Natascha>will ich das ja auch mit meinen Überzeugungen so gut wie es geht machen können.

01:37:14.000 --> 01:37:20.000
<v Natascha>Und somit wäre das Bedürfnis nachvollziehbar, in die Welt zu gehen

01:37:20.000 --> 01:37:23.000
<v Natascha>und so zu sein, wie ich bin und das teilen zu können, wo immer ich will.

01:37:23.000 --> 01:37:28.000
<v Natascha>Wenn ich jetzt allerdings Themen wie Kink habe oder Poly habe,

01:37:28.000 --> 01:37:32.000
<v Natascha>die gesellschaftlich vielleicht eben nicht Mainstream sind, dann werde ich damit

01:37:32.000 --> 01:37:38.000
<v Natascha>vielleicht anecken, vielleicht eine negative Verurteilung oder Bewertung bekommen.

01:37:38.000 --> 01:37:41.000
<v Natascha>Und dann überlege ich es mir vielleicht doch noch einmal, ob ich das dann mache

01:37:41.000 --> 01:37:45.000
<v Natascha>oder nicht, ne [Dialekt]. Ich bin da auch immer ein Fan von Testbalance.

01:37:45.000 --> 01:37:48.000
<v Natascha>Man muss ja nicht immer mit der Tür ins Haus fallen.

01:37:48.000 --> 01:37:52.000
<v Sebastian>Ja, wobei, wenn ich das einmal gesagt habe, habe ich es gesagt und ...

01:37:52.000 --> 01:38:00.000
<v Natascha>Genau. Deswegen kann man ja andere Dinge sagen. Weil man kann ja sagen ...

01:38:00.000 --> 01:38:02.000
<v Sebastian>Jetzt bin ich gespannt.

01:38:02.000 --> 01:38:05.000
<v Natascha>Ja, ich muss dann immer passende Beispiele finden. Aber irgend so was wie:

01:38:05.000 --> 01:38:09.000
<v Natascha>„Ich habe letztens gesehen, da gibt es einen KAPA-Verein. Kannst du dir vorstellen,

01:38:09.000 --> 01:38:12.000
<v Natascha>dass es so was gibt oder wer so was braucht?“

01:38:12.000 --> 01:38:15.000
<v Natascha>Und dann sehe ich ja schon mal, wie die andere Person reagiert.

01:38:15.000 --> 01:38:19.000
<v Sebastian>Jetzt stell dir vor, die andere Person ist total kinky und weil sie davon ausgeht,

01:38:19.000 --> 01:38:22.000
<v Sebastian>dass du gleich darüber herziehen wirst, wird sie sagen, ja, unmöglich.

01:38:22.000 --> 01:38:27.000
<v Sebastian>Da läuft man doch in die Falle, dass du irgendwann fünf kinky Personen aufeinandersitzen

01:38:27.000 --> 01:38:30.000
<v Sebastian>hast, die herrlich über Kink lästern können, weil sich keiner traut,

01:38:30.000 --> 01:38:33.000
<v Sebastian>mehr als den Testballon zu machen. Wie fürchterlich.

01:38:33.000 --> 01:38:37.000
<v Natascha>Jein, das sehe ich ein bisschen anders, weil ich meine, natürlich gibt es da

01:38:37.000 --> 01:38:41.000
<v Natascha>ein Szenario, aber die andere Person könnte ja, es geht ja jetzt,

01:38:41.000 --> 01:38:45.000
<v Natascha>also in deiner, du hast jetzt das Ding gehabt, ich will lästern über KAPA.

01:38:45.000 --> 01:38:47.000
<v Natascha>Das ist eigentlich deine Interpretation.

01:38:47.000 --> 01:38:52.000
<v Sebastian>Vom Tonfall her gerade, oh, da gibt es diesen KAPA-Verein, kann es so was geben, ja?

01:38:52.000 --> 01:38:58.000
<v Sebastian>Das klingt doch schon nach, o je, was kommt da jetzt, ein Aufreger.

01:38:58.000 --> 01:39:01.000
<v Natascha>So war es nicht gemeint. Wenn das bei dir so rübergekommen ist,

01:39:01.000 --> 01:39:03.000
<v Natascha>dann ja, aber es ist deine Interpretation.

01:39:03.000 --> 01:39:06.000
<v Sebastian>Ich bin ja im Igel-Modus gerade. Ich versuche dir natürlich zu widersprechen

01:39:06.000 --> 01:39:08.000
<v Sebastian>und das Schlimmste anzunehmen.

01:39:08.000 --> 01:39:14.000
<v Natascha>*lacht* Und ich glaube, es wäre die Welt oft eine sehr viel bessere,

01:39:14.000 --> 01:39:18.000
<v Natascha>wenn man eben ins Positive gehen würde. Also ich predige das.

01:39:18.000 --> 01:39:22.000
<v Natascha>Ich bemühe mich darum. Im Zweifelsfall halte ich die Leute lieber auch ein bisschen

01:39:22.000 --> 01:39:26.000
<v Natascha>für beschränkt anstatt für bösartig und gehe davon aus,

01:39:26.000 --> 01:39:30.000
<v Natascha>sie wollen das nicht absichtlich jetzt gerade so machen und deswegen frage ich

01:39:30.000 --> 01:39:34.000
<v Natascha>dann vielleicht auch mal nach, wie hast du das jetzt gemeint? Aber ja.

01:39:34.000 --> 01:39:37.000
<v Sebastian>Selbst da kann man sich noch rausreden, das ist ja toll, dass auch die Menschen

01:39:37.000 --> 01:39:40.000
<v Sebastian>was haben, wo sie hingehen können.

01:39:40.000 --> 01:39:41.000
<v Natascha>Ja, zum Beispiel, geht.

01:39:41.000 --> 01:39:44.000
<v Sebastian>Man kann es ja loben, ohne sich dazu zu bekennen. Ja, da hast du schon recht.

01:39:45.000 --> 01:39:49.000
<v Sebastian>Und wenn der Testballon gelingt, dann ist der nächste Schritt zu sagen: „ja und übrigens“.

01:39:49.000 --> 01:39:52.000
<v Natascha>Muss man ja nicht. Man kann ja wieder Zeit vergehen lassen. Weißt du,

01:39:52.000 --> 01:39:55.000
<v Natascha>das ist, ich tue mich ein bisschen Ein bisschen leichter Testballon jetzt weniger wegen,

01:39:55.000 --> 01:40:00.000
<v Natascha>ich gehe selbst wieder in die poly-Schiene oder gehe mal in die Dreier-Schiene,

01:40:00.000 --> 01:40:05.000
<v Natascha>weil ein Dreier ist ja sexuell gesehen die häufigste Fantasie von den Menschen.

01:40:05.000 --> 01:40:07.000
<v Natascha>Aha.

01:40:07.000 --> 01:40:09.000
<v Natascha>Und wenn man dann, da gibt es Studien drüber.

01:40:09.000 --> 01:40:10.000
<v Sebastian>Echt?

01:40:10.000 --> 01:40:10.000
<v Natascha>Ja, ja.

01:40:10.000 --> 01:40:13.000
<v Sebastian>Ja, aber nur die, die es noch nicht gemacht haben, weil ist ja kompliziert.

01:40:13.000 --> 01:40:16.000
<v Natascha>*lacht* Genau.

01:40:16.000 --> 01:40:18.000
<v Sebastian>Ist eine logistische..., ist eine logistik...

01:40:18.000 --> 01:40:24.000
<v Natascha>Keine, keine, Sebastian, keine Realität ist so gut wie die Fantasie. Das wissen wir doch alle.

01:40:24.000 --> 01:40:27.000
<v Sebastian>O ne. Weißt du, was auf meiner Bucketlist noch alles drauf steht? Alles kaputt.

01:40:27.000 --> 01:40:30.000
<v Natascha und Sebastian>*lacht*

01:40:30.000 --> 01:40:33.000
<v Sebastian>Echt nicht. Ich dachte, Dinge können auch toller sein als in der Fantasie.

01:40:33.000 --> 01:40:35.000
<v Natascha>Ja, das gibt es natürlich auch. *lacht*

01:40:35.000 --> 01:40:39.000
<v Sebastian>Also BDSM ist da natürlich eine Ausnahme. Das kann ich schon mal sagen.

01:40:39.000 --> 01:40:43.000
<v Sebastian>Wie oft habe ich eine Fantasie umgesetzt und es ist mir die Luft weggeblieben, so großartig war das.

01:40:43.000 --> 01:40:47.000
<v Natascha>Es ist ja lustig, mit dir, jetzt weiß ich nur wieder nicht, was ich eigentlich

01:40:47.000 --> 01:40:53.000
<v Natascha>sagen wollte. Wo waren wir da gerade? Du lenkst mich ab. *lacht* Ähmmmm.

01:40:53.000 --> 01:40:55.000
<v Sebastian>Ich werde jetzt brav zuhören.

01:40:55.000 --> 01:40:58.000
<v Natascha>Wir waren beim Dreier, was ja eigentlich nicht einmal mit Poly zu tun hat.

01:40:58.000 --> 01:41:03.000
<v Natascha>Und ich würde den Leuten empfehlen, bevor sie sagen, okay, wir machen jetzt

01:41:03.000 --> 01:41:06.000
<v Natascha>einen Dreier mit jemandem, dass ich sage, wie wäre es, wenn man doch mal fortgeht

01:41:06.000 --> 01:41:09.000
<v Natascha>und jemand Dritten kennenlernt und vielleicht nochmal schaut,

01:41:09.000 --> 01:41:11.000
<v Natascha>wie geht es uns in der Interaktion miteinander.

01:41:11.000 --> 01:41:15.000
<v Natascha>Wann wird man jetzt eifersüchtig oder nicht oder dann küsst man

01:41:15.000 --> 01:41:19.000
<v Natascha>mal die andere Person und wie schaut das aus, man muss ja nicht immer gleich

01:41:19.000 --> 01:41:23.000
<v Natascha>in die Vollen gehen, sondern ich würde wirklich empfehlen, so ein bisschen Stück

01:41:23.000 --> 01:41:25.000
<v Natascha>für Stück Testballons, dann kann man Rücksprache halten,

01:41:26.000 --> 01:41:29.000
<v Natascha>wie war das, wollen wir was ändern, wollen wir weitergehen, wie tun wir und

01:41:29.000 --> 01:41:32.000
<v Natascha>beim Outing würde ich das ein bisschen ähnlich sehen, weil man kriegt ja schon

01:41:32.000 --> 01:41:39.000
<v Natascha>mit, wenn man Themen anspricht, wie reagiert das Gegenüber und es ist dann wieder mal die Frage,

01:41:39.000 --> 01:41:42.000
<v Natascha>was will ich. Weil ich finde es fantastisch, wenn sich Leute outen und

01:41:42.000 --> 01:41:46.000
<v Natascha>damit einfach in die Welt gehen und schauen, wie ist eine Reaktion,

01:41:46.000 --> 01:41:49.000
<v Natascha>weil man setzt sich damit ja auch einer Kritik aus.

01:41:49.000 --> 01:41:52.000
<v Natascha>Und das muss man sich entscheiden, ob man das will oder nicht.

01:41:52.000 --> 01:41:55.000
<v Natascha>Ich sage, da wieder ist, finde ich den Poly-Bereich auch noch einfacher.

01:41:55.000 --> 01:42:00.000
<v Natascha>Bei Kindern wird es nämlich schwieriger, ja. Also die Leute haben oft weniger

01:42:00.000 --> 01:42:04.000
<v Natascha>ein Problem, dass sie sagen, sie leben halt nicht monogam, damit nach außen zu gehen.

01:42:04.000 --> 01:42:08.000
<v Natascha>Komisch kann es vielleicht werden, wenn man Kinder hat, die in der Schule sind

01:42:08.000 --> 01:42:13.000
<v Natascha>und wenn die dann irgendwie Sachen erzählen und dann werden die Kinder vielleicht als

01:42:13.000 --> 01:42:18.000
<v Natascha>„das sind die mit der komischen Familie“ oder bla, da kann es halt schwierig werden, ne [Dialekt].

01:42:18.000 --> 01:42:24.000
<v Sebastian>Ja, das ist auch im Kink-Bereich, also gerade im BDSM-Bereich immer so eine Sache, wo man sagt, ja,

01:42:24.000 --> 01:42:28.000
<v Sebastian>im Prinzip könnt ihr da auch öffentlich ganz viel machen, aber in dem Moment,

01:42:28.000 --> 01:42:33.000
<v Sebastian>wo ihr unbeteiligten Personen das aufbürdet, sich damit auseinanderzusetzen,

01:42:33.000 --> 01:42:39.000
<v Sebastian>da kann ich immer noch sagen, auch das kann man im Prinzip von der Gesellschaft verlangen.

01:42:39.000 --> 01:42:43.000
<v Sebastian>Spätestens bei Kindern kann man das nicht mehr. Wobei eigentlich sind es nicht

01:42:43.000 --> 01:42:49.000
<v Sebastian>die Kinder, die eventuell darunter leiden, wenn jemand, ja, im Hundeoutfit durch die Innenstadt rennt.

01:42:49.000 --> 01:42:53.000
<v Sebastian>Meistens sind es die Eltern, die dann da arg dran zu knabbern haben.

01:42:53.000 --> 01:42:54.000
<v Natascha>Genau. *lacht*

01:42:54.000 --> 01:42:57.000
<v Sebastian>Dann ist immer so die Frage, aber von den Eltern ohne Kinder könnte man erwarten,

01:42:57.000 --> 01:43:03.000
<v Sebastian>dass sie das hinnehmen müssen, dass Menschen einfach draußen rumrennen und Spaß haben.

01:43:03.000 --> 01:43:09.000
<v Sebastian>Den Kindern, ohne das jetzt, ja, ist schwierig, aber ich stelle mal die These

01:43:09.000 --> 01:43:11.000
<v Sebastian>auf, den Kindern tut es nicht weh, weil die haben eine Betrachtungsweise,

01:43:11.000 --> 01:43:13.000
<v Sebastian>„oh, da trägt jemand ein Kostüm, ist ja lustig“, fertig.

01:43:13.000 --> 01:43:14.000
<v Natascha>Ja, genau.

01:43:15.000 --> 01:43:17.000
<v Sebastian>Aber den Eltern kann man es dann wieder nicht aufbürden.

01:43:17.000 --> 01:43:20.000
<v Sebastian>Also Menschen werden, wenn sie ihre eigenen Kinder dabei haben,

01:43:20.000 --> 01:43:22.000
<v Sebastian>werden sie zu Spießern. Kann das sein?

01:43:22.000 --> 01:43:24.000
<v Natascha>*lacht*

01:43:24.000 --> 01:43:27.000
<v Sebastian>Entschuldigung, das ist jetzt eine ganz, ganz steile These und das Podcastsubbie

01:43:27.000 --> 01:43:29.000
<v Sebastian>wird wahrscheinlich, wenn sie das Probe hört, hier auch sagen,

01:43:29.000 --> 01:43:30.000
<v Sebastian>was hast du denn da erzählt?

01:43:30.000 --> 01:43:35.000
<v Sebastian>Und damit hat sie recht, aber ... vielleicht ... ich muss mal drauf rumdenken.

01:43:35.000 --> 01:43:38.000
<v Sebastian>Mit dir fange ich jetzt hier an, wirklich komische Dinge zu sagen.

01:43:38.000 --> 01:43:39.000
<v Sebastian>Entschuldigung.

01:43:39.000 --> 01:43:41.000
<v Natascha>*lacht*

01:43:41.000 --> 01:43:44.000
<v Sebastian>So, deine Analyse bitte, Frau Therapeutin.

01:43:44.000 --> 01:43:47.000
<v Natascha>Ja, ich glaube, das ist mir dann echt zu heiß. *lacht*

01:43:47.000 --> 01:43:52.000
<v Sebastian>Ich merke, es gibt noch genug Dinge zum Vorschein. Aber das ist ja auch wieder der Punkt.

01:43:52.000 --> 01:43:56.000
<v Sebastian>Man ist nicht nur selber kinky, sondern man guckt auch, dass man für sein Umfeld angenehm ist.

01:43:56.000 --> 01:43:58.000
<v Sebastian>Und ich glaube, das ist auch beim Outing so, dass man auch schaut,

01:43:58.000 --> 01:44:00.000
<v Sebastian>dass man sein Umfeld nicht damit belastet.

01:44:00.000 --> 01:44:03.000
<v Natascha>Ja, total, ja.

01:44:03.000 --> 01:44:07.000
<v Sebastian>Okay, letzte gesellschaftliche Frage für heute.

01:44:07.000 --> 01:44:13.000
<v Sebastian>So Poly, Kink, BDSM, all das, wird die gesellschaftliche Toleranz,

01:44:13.000 --> 01:44:15.000
<v Sebastian>so nenne ich es mal, ne, Akzeptanz brauchen wir gar nicht drüber reden,

01:44:15.000 --> 01:44:20.000
<v Sebastian>aber Toleranz, wird die eher größer oder geht die gerade wieder zurück deiner Meinung nach?

01:44:20.000 --> 01:44:25.000
<v Natascha>In meiner Bubble wird es natürlich größer und ich möchte auch daran arbeiten, dass es größer wird.

01:44:25.000 --> 01:44:27.000
<v Natascha>Mit dem Rechtsruck in der Politik

01:44:27.000 --> 01:44:30.000
<v Natascha>ist es allerdings schon, dass ich mir manchmal sehr Gedanken mache.

01:44:30.000 --> 01:44:36.000
<v Natascha>Ich ziehe, gerade was den ICD-10, wo wir es hatten, und auch mit dem Strafgesetzbuch

01:44:36.000 --> 01:44:41.000
<v Natascha>immer gerne die Parallelen von Kink und Homosexualität, wo ich sage,

01:44:41.000 --> 01:44:43.000
<v Natascha>wir sind da ungefähr so 30 Jahre hinten nach.

01:44:43.000 --> 01:44:48.000
<v Natascha>Schau mal, wenn ich mir eben anschaue, in manchen eher rechtsgerichteten

01:44:48.000 --> 01:44:52.000
<v Natascha>Ländern, dass Dinge, die für Homosexuelle schon erlaubt waren und was dann wieder

01:44:52.000 --> 01:44:56.000
<v Natascha>zurückgedrängt wird, beachte ich mit Sorge.

01:44:56.000 --> 01:45:00.000
<v Natascha>Schauen wir mal, wie es da bei uns weitergeht und hoffen wir,

01:45:00.000 --> 01:45:02.000
<v Natascha>dass es nicht so weit kommt, ja.

01:45:02.000 --> 01:45:06.000
<v Sebastian>Da können wir alle zu beitragen, indem wir unter anderem zur Wahl gehen.

01:45:06.000 --> 01:45:07.000
<v Natascha>Genau.

01:45:07.000 --> 01:45:10.000
<v Sebastian>Und hingehen. Es bringt was. Die Entscheidungen sind momentan so knapp,

01:45:10.000 --> 01:45:15.000
<v Sebastian>ganz oft, dass da auch mal 500 Stimmen Unterschied selbst in einem ganzen Land

01:45:15.000 --> 01:45:19.000
<v Sebastian>einen Unterschied machen können, wer nun gerade das ein oder andere Amt bekommt.

01:45:19.000 --> 01:45:24.000
<v Natascha>Genau. Und letztes Jahr, also bei uns, wir sagen zum Christopher Street Day in Österreich einfach die Pride.

01:45:24.000 --> 01:45:28.000
<v Natascha>Und letztes Jahr in Wien bei der Pride war ein Anschlag geplant,

01:45:28.000 --> 01:45:32.000
<v Natascha>der dann vereitelt wurde und wo Gott sei Dank eh nichts passiert ist.

01:45:32.000 --> 01:45:37.000
<v Natascha>Und ich gehe immer, wenn ich kann, auf die Pride, einfach um auf die Straße

01:45:37.000 --> 01:45:41.000
<v Natascha>zu gehen und das war halt bis jetzt trotzdem immer eine riesige Party mit einem

01:45:41.000 --> 01:45:43.000
<v Natascha>politischen Statement dazu.

01:45:43.000 --> 01:45:48.000
<v Natascha>Und letztes Jahr ist mir dann so richtig bewusst geworden, wie heikel das ganze

01:45:48.000 --> 01:45:50.000
<v Natascha>Thema eigentlich ist, weil ich mir gedacht habe, bist du deppert [Dialekt],

01:45:50.000 --> 01:45:53.000
<v Natascha>wenn da jetzt wirklich ein Anschlag gewesen wäre, da habe ich ein bisschen Angst

01:45:53.000 --> 01:45:57.000
<v Natascha>bekommen und da ist mir noch einmal so richtig bewusst geworden,

01:45:57.000 --> 01:46:01.000
<v Natascha>Dass das sehr polarisierende Themen sind und einfach auch ein Individuum,

01:46:01.000 --> 01:46:04.000
<v Natascha>das mit diesen Themen einfach nicht umgehen kann, wenn es dem die Sicherungen

01:46:04.000 --> 01:46:07.000
<v Natascha>durchschmeißt, weißt einfach nicht, was passiert.

01:46:07.000 --> 01:46:14.000
<v Sebastian>Ja, also so gefühlt, früher hätte ich, habe ich mal gesagt, ja gut, wenn mir die Politik

01:46:14.000 --> 01:46:17.000
<v Sebastian>hier gar nicht mehr am Land passt, dann gehst du halt in ein anderes europäisches Land.

01:46:17.000 --> 01:46:19.000
<v Sebastian>Die Optionen werden weniger.

01:46:19.000 --> 01:46:20.000
<v Natascha>Ich wollte gerade sagen, wohin? *lacht*

01:46:20.000 --> 01:46:26.000
<v Sebastian>Ja, ne [Dialekt], also es ist tatsächlich schwierig. Und eigentlich habe ich so dieses Gefühl

01:46:26.000 --> 01:46:31.000
<v Sebastian>gehabt die letzten 20 Jahre, es wird immer offener und es geht immer mehr und

01:46:31.000 --> 01:46:34.000
<v Sebastian>jetzt muss ich quasi dabei zusehen, wie,

01:46:34.000 --> 01:46:37.000
<v Sebastian>ja, es sind ja nicht unbedingt Taten.

01:46:37.000 --> 01:46:42.000
<v Sebastian>Ja, auf der Pride stehen manchmal Personen, die fotografieren alle Teilnehmer.

01:46:42.000 --> 01:46:47.000
<v Sebastian>Wer weiß wofür. Das ist ein ungutes Gefühl und ganz fürchterlich.

01:46:47.000 --> 01:46:50.000
<v Sebastian>Aber eigentlich empfinde ich das als Pflicht, sich irgendwie auf irgendeine

01:46:50.000 --> 01:46:56.000
<v Sebastian>Art und Weise dagegen zu stemmen und nicht nur BDSM in der Kellerkneipe auszuleben

01:46:56.000 --> 01:46:59.000
<v Sebastian>und zu repräsentieren, sondern auch irgendwie rauszugehen und zu sagen, hier,

01:46:59.000 --> 01:47:04.000
<v Sebastian>das gibt es und die Menschen sind gut und es schadet auch nicht der einen oder

01:47:04.000 --> 01:47:06.000
<v Sebastian>anderen Person, mal Menschen im Bekanntenkreis zu haben, die offen sagt,

01:47:06.000 --> 01:47:10.000
<v Sebastian>ja, ich mache das mit dem Kink, ich bin glücklich und ich kann hier mal diese

01:47:10.000 --> 01:47:13.000
<v Sebastian>ganzen Vorurteile damit ein bisschen aufklären.

01:47:13.000 --> 01:47:18.000
<v Sebastian>Und ich, wie gesagt, es blutet mir das Herz, dass es gefühlt,

01:47:18.000 --> 01:47:21.000
<v Sebastian>wenn ich so fünf Jahre in die Zukunft gucke, dann denke ich mir so,

01:47:21.000 --> 01:47:22.000
<v Sebastian>o mein Gott, wie wird das dann?

01:47:22.000 --> 01:47:25.000
<v Sebastian>Und mein Gott, bin ich froh, dass dieser Podcast unter einem Künstlernamen erscheint.

01:47:25.000 --> 01:47:26.000
<v Natascha>Mhm.

01:47:26.000 --> 01:47:30.000
<v Sebastian>Also das ist tatsächlich bedrückend gerade. Ist schade.

01:47:30.000 --> 01:47:33.000
<v Sebastian>So und du bist ja nun auch beruflich da jetzt quasi zementiert.

01:47:34.000 --> 01:47:38.000
<v Sebastian>Das ist ein starkes Statement und eine Entscheidung und das finde ich toll von dir.

01:47:38.000 --> 01:47:40.000
<v Sebastian>Hoffen wir, dass du nie darunter leiden wirst.

01:47:40.000 --> 01:47:41.000
<v Natascha>J... Danke. *lacht*

01:47:41.000 --> 01:47:46.000
<v Sebastian>Also ich wünsche dir das wirklich, aber ne [Dialekt], was kann ich da schon sagen?

01:47:46.000 --> 01:47:50.000
<v Natascha>Das ist natürlich, wir haben bei KAPA auch eben die offizielle Liste und ich

01:47:50.000 --> 01:47:52.000
<v Natascha>sage, die Frage ist, wer will sich?

01:47:52.000 --> 01:47:56.000
<v Natascha>Weil ich kann mich als Therapeutin nicht mit einem, einem, einem, wie nennst du es,

01:47:56.000 --> 01:47:57.000
<v Natascha>Künstlernamen hinstellen.

01:47:57.000 --> 01:48:00.000
<v Natascha>Das geht einfach nicht, sondern ich bin da mit meinem Klarnamen.

01:48:00.000 --> 01:48:04.000
<v Natascha>Ich bin in der Liste der Psychotherapeutinnen einfach mit meinem Klarnamen.

01:48:04.000 --> 01:48:08.000
<v Natascha>Da hängen einfach viele Dinge dran und ja, somit muss ich natürlich selber auch

01:48:08.000 --> 01:48:13.000
<v Natascha>schauen, wie ich mich schütze und was ich dann einfach erzähle und deswegen

01:48:13.000 --> 01:48:17.000
<v Natascha>möchte ich gerne für die Sache mich einsetzen, weil ich,

01:48:17.000 --> 01:48:21.000
<v Natascha>Stichwort wieder Erlebnisaktivierung, und ich glaube einfach,

01:48:21.000 --> 01:48:24.000
<v Natascha>wenn die Leute dazu stehen können,

01:48:24.000 --> 01:48:28.000
<v Natascha>auf was sie stehen und eben nicht verurteilt werden, ich glaube,

01:48:28.000 --> 01:48:31.000
<v Natascha>dass die Welt dann auch eine bessere werden kann, weil dann muss ich niemanden

01:48:31.000 --> 01:48:33.000
<v Natascha>mehr zwingen, überreden oder sonstiges.

01:48:33.000 --> 01:48:35.000
<v Natascha>Dann kann ich andere Lösungen finden.

01:48:35.000 --> 01:48:38.000
<v Natascha>Und deswegen finde ich es wahnsinnig wichtig.

01:48:38.000 --> 01:48:44.000
<v Sebastian>Ja, das muss ja auch nicht jeder gut finden. Das ist immer so dieser Punkt.

01:48:44.000 --> 01:48:47.000
<v Sebastian>Sondern, dass man einfach miteinander auskommen kann.

01:48:47.000 --> 01:48:50.000
<v Natascha>Es gibt auch Menschen, die mögen keinen Oralsex.

01:48:50.000 --> 01:48:51.000
<v Sebastian>Ja.

01:48:51.000 --> 01:48:55.000
<v Natascha>*lacht* Es gibt Menschen, die mögen keine Zungenküsse.

01:48:55.000 --> 01:48:58.000
<v Sebastian>Ich habe mal von einer Zahnärztin gehört, die sagt, um Gottes willen niemals, es sei denn ...

01:48:58.000 --> 01:49:03.000
<v Natascha und Sebastian>*lachen*

01:49:03.000 --> 01:49:05.000
<v Sebastian>das muss eine Berufskrankheit sein?

01:49:05.000 --> 01:49:06.000
<v Natascha>*lacht* Genau.

01:49:06.000 --> 01:49:10.000
<v Sebastian>Ich habe eine Sache, über die ich heute eigentlich ganz viel mit dir sprechen

01:49:10.000 --> 01:49:13.000
<v Sebastian>wollte, irgendwie rausgezögert. Und jetzt wirkt das ein bisschen komisch.

01:49:13.000 --> 01:49:16.000
<v Sebastian>Ich würde dir jetzt einfach freie Hand lassen, denn ich habe hier eigentlich

01:49:16.000 --> 01:49:20.000
<v Sebastian>so diesen wunderbaren Punkt stehen: Fallbeispiele.

01:49:20.000 --> 01:49:23.000
<v Sebastian>Und ich dachte, ich lasse das immer wieder mal so einfließen,

01:49:23.000 --> 01:49:26.000
<v Sebastian>das habe ich irgendwie versäumt, aber gibt es Dinge, wo du sagst,

01:49:26.000 --> 01:49:31.000
<v Sebastian>die möchtest du erzählen, die sind wichtig, dass sie mal erzählt werden und ...

01:49:31.000 --> 01:49:35.000
<v Natascha>Ich glaube, ich würde es gerne doch ein bisschen verallgemeinern und das haben

01:49:35.000 --> 01:49:38.000
<v Natascha>wir eh schon, ich möchte wirklich gerne dafür sprechen,

01:49:38.000 --> 01:49:42.000
<v Natascha>sich einfach Dinge zu trauen und so wie wir einfach schon hatten,

01:49:43.000 --> 01:49:46.000
<v Natascha>du bist im Normalfall nicht allein, es gibt andere Menschen,

01:49:46.000 --> 01:49:48.000
<v Natascha>die auch dieses Spiel und deinen Fetisch mit dir spielen wollen.

01:49:49.000 --> 01:49:52.000
<v Natascha>Die wird es irgendwo da draußen einfach geben.

01:49:52.000 --> 01:49:57.000
<v Natascha>Und es gibt wirklich leider viel zu viele Menschen, die sich dann allein vorkommen

01:49:57.000 --> 01:50:04.000
<v Natascha>und glauben, sie sind irgendwie nicht normal und sehr leiden darunter und das ist schade.

01:50:04.000 --> 01:50:07.000
<v Sebastian>Also kein Plaudern aus dem Nähkästchen. *lacht*

01:50:08.000 --> 01:50:12.000
<v Natascha>Du, wenn uns was einfällt im Gespräch, dann habe ich eh schon Dinge reinfließen

01:50:12.000 --> 01:50:15.000
<v Natascha>lassen, aber sonst tue ich mir da einfach wirklich schwer mit zack,

01:50:15.000 --> 01:50:17.000
<v Natascha>zack, zack irgendwas rausfinden.

01:50:18.000 --> 01:50:22.000
<v Natascha>Was vielleicht zu der politischen Lage oder so auch noch, weil ich glaube,

01:50:22.000 --> 01:50:28.000
<v Natascha>dass die Leute eh immer schon irgendwie kinky waren und man kennt ja auch die,

01:50:28.000 --> 01:50:32.000
<v Natascha>ich nenne es jetzt die Gerüchteküche von den hohen Herren,

01:50:32.000 --> 01:50:36.000
<v Natascha>die dann einfach zur Domina gehen und ich glaube sehr wohl, dass das noch immer

01:50:36.000 --> 01:50:38.000
<v Natascha>was ist, was auch stattfindet.

01:50:38.000 --> 01:50:42.000
<v Natascha>Ja, das heißt, wenn man die Menschen, die in der Politik oder so und in der Öffentlichkeit stehen,

01:50:42.000 --> 01:50:47.000
<v Natascha>die finden auch die Wege, ihre Vorlieben auszuleben und halt dann in einem Rahmen,

01:50:47.000 --> 01:50:51.000
<v Natascha>der eben alles andere als öffentlich ist, ist eh klar und dann halt auch nicht

01:50:51.000 --> 01:50:54.000
<v Natascha>wahrscheinlich in einem Club, weil dann würde man sie auch erkennen.

01:50:54.000 --> 01:51:00.000
<v Natascha>Und deswegen hoffe ich dann doch wieder, dass wir weiterhin in einer positiven

01:51:00.000 --> 01:51:05.000
<v Natascha>Bubble leben können und weiter ja, forcieren. Aber wer weiß, ja.

01:51:05.000 --> 01:51:08.000
<v Sebastian>In einem Amt willst du ja auch immer mehrheitsfähig sein und ja,

01:51:08.000 --> 01:51:13.000
<v Sebastian>nicht mehr, also die Mehr..., mehrheitsfähig, also spannend wird es dann,

01:51:13.000 --> 01:51:16.000
<v Sebastian>wenn mehr als 50 Prozent der Menschen,

01:51:16.000 --> 01:51:21.000
<v Sebastian>die eine Person in ein Amt wählen, bewusst selbst kinky, poly,

01:51:21.000 --> 01:51:27.000
<v Sebastian>was weiß ich sind, dann ist es mehrheitsfähig und dann passen sich diese Menschen ja auch an.

01:51:27.000 --> 01:51:31.000
<v Sebastian>Im Zweifel heißt es dann, oh, das wäre mal eine Welt, wenn ich die mal erleben

01:51:31.000 --> 01:51:34.000
<v Sebastian>könnte, dass irgendwer sagt, o ja, ich möchte das politische Amt.

01:51:34.000 --> 01:51:37.000
<v Sebastian>Dann muss ich zumindest ein-, zweimal im BDSM-Club gewesen sein,

01:51:37.000 --> 01:51:40.000
<v Sebastian>damit ich auch diese Wählerschicht mitnehmen kann.

01:51:40.000 --> 01:51:41.000
<v Natascha>*lacht* Genau.

01:51:41.000 --> 01:51:45.000
<v Sebastian>Das wäre mal was. Wenn ich das noch mal erleben sollte, egal in welchem Land

01:51:45.000 --> 01:51:49.000
<v Sebastian>auf der Welt, das wäre mir eine Folge wert. *lacht* Okay.

01:51:49.000 --> 01:51:55.000
<v Sebastian>Ich habe hier noch eine Tradition, das A-oder-B-Spiel. Das würde ich gerne

01:51:55.000 --> 01:51:58.000
<v Sebastian>mit dir noch spielen, aber vorher mag ich dich nochmal um ein Plädoyer bitten.

01:51:58.000 --> 01:52:02.000
<v Sebastian>Denn auf der KAPA-Webseite habt ihr Einträge, ich weiß gar nicht,

01:52:02.000 --> 01:52:03.000
<v Sebastian>wie viele es sind, es stand gar

01:52:03.000 --> 01:52:06.000
<v Sebastian>keine Zahl dran, ich müsste sie jetzt durchzählen, aber es sind einige.

01:52:06.000 --> 01:52:09.000
<v Sebastian>Und die ist noch, aber eigentlich ist sie noch zu kurz, ne [Dialekt]?

01:52:09.000 --> 01:52:10.000
<v Natascha>Ja, definitiv.

01:52:10.000 --> 01:52:14.000
<v Sebastian>Okay, jetzt stell dir mal vor, das hier, ich weiß, manche tun es, ein Therapeut,

01:52:14.000 --> 01:52:18.000
<v Sebastian>eine Therapeutin hört das hier und denkt sich, ja interessant,

01:52:18.000 --> 01:52:23.000
<v Sebastian>sollte ich das tun, sollte ich mich auf diese Liste eintragen lassen oder nicht?

01:52:23.000 --> 01:52:27.000
<v Sebastian>Du kannst ja mal ein Plädoyer dafür halten, euch anzusprechen.

01:52:27.000 --> 01:52:29.000
<v Natascha>Ja, unbedingt, also.

01:52:29.000 --> 01:52:31.000
<v Sebastian>An die Kollegen, auch ruhig mit Fachbegriffen und weiß der Teufel was.

01:52:31.000 --> 01:52:32.000
<v Sebastian>Ist völlig okay.

01:52:32.000 --> 01:52:36.000
<v Sebastian>Mach es so kompliziert, dass ich nicht widersprechen kann, weil ich die Wörter gar nicht kenne.

01:52:36.000 --> 01:52:39.000
<v Natascha>An die Professionistinnen und Professionisten da draußen.

01:52:39.000 --> 01:52:44.000
<v Natascha>Wir von KAPA, wir sind die Kink Aware Professionals Association und wir freuen

01:52:44.000 --> 01:52:47.000
<v Natascha>uns, wenn du Interesse hast,

01:52:47.000 --> 01:52:53.000
<v Natascha>dich auch im Kinkbereich fortzubilden, bei uns vielleicht bei Netzwerktreffen

01:52:53.000 --> 01:52:58.000
<v Natascha>dabei zu sein oder dich vielleicht sogar auf unserer Homepage listen zu lassen.

01:52:58.000 --> 01:53:05.000
<v Natascha>Wir haben verschiedene Möglichkeiten, je nachdem, wie du dich einbringen möchtest.

01:53:05.000 --> 01:53:10.000
<v Natascha>Wir wachsen auch gerade in Richtung Deutschland. Momentan sind wir hauptsächlich deutschsprachig.

01:53:10.000 --> 01:53:14.000
<v Natascha>Wir haben zwar eine englische Übersetzung auch über Google Translate.

01:53:14.000 --> 01:53:17.000
<v Natascha>Also schauen wir mal, wie es sich weiterentwickeln wird.

01:53:17.000 --> 01:53:21.000
<v Natascha>Aber ja, wir wollen gerne wachsen. Ich glaube, es gibt sehr viel mehr und deswegen

01:53:21.000 --> 01:53:24.000
<v Natascha>freue ich mich auch, danke nochmal für die Einladung, Sebastian,

01:53:24.000 --> 01:53:28.000
<v Natascha>einfach damit auch mehr Menschen von uns erfahren, damit sich mehr melden können.

01:53:28.000 --> 01:53:32.000
<v Natascha>Und was wir dann auch noch haben, ist eine Liste für diejenigen,

01:53:32.000 --> 01:53:37.000
<v Natascha>die nicht komplett mit ihrem Klarnamen als Professionist in der Öffentlichkeit

01:53:37.000 --> 01:53:38.000
<v Natascha>stehen wollen als Kink Aware,

01:53:38.000 --> 01:53:42.000
<v Natascha>führen wir eine inoffizielle Liste, die nicht offiziell ist, wo man sagt,

01:53:42.000 --> 01:53:48.000
<v Natascha>okay, es fragt noch jemand bei uns an um einen speziellen Kontakt und dass wir

01:53:48.000 --> 01:53:53.000
<v Natascha>das sozusagen inoffiziell weitergeben können, ohne dass jemand auf der Homepage

01:53:53.000 --> 01:53:54.000
<v Natascha>steht, das können wir auch machen, ja.

01:53:54.000 --> 01:54:01.000
<v Natascha>Wir machen momentan zwei-, dreimal im Jahr ein Netzwerktreffen vor Ort.

01:54:02.000 --> 01:54:05.000
<v Natascha>Da sind wir momentan nur in Österreich unterwegs und mindestens einmal im Jahr

01:54:05.000 --> 01:54:08.000
<v Natascha>wollen wir ein Online-Netzwerktreffen machen, wo wir auch schon Kolleginnen

01:54:08.000 --> 01:54:11.000
<v Natascha>und Kollegen aus Deutschland dabei haben.

01:54:11.000 --> 01:54:15.000
<v Natascha>Wie gesagt, nicht nur Psychotherapeuten, Lebens- und Sozialberater,

01:54:15.000 --> 01:54:20.000
<v Natascha>Psychologinnen, Juristen, Ärzte,

01:54:20.000 --> 01:54:24.000
<v Natascha>You name it. Physiotherapeuten, was auch immer. Wer immer meint, hey,

01:54:24.000 --> 01:54:28.000
<v Natascha>ich bin ein Professionist, kann sich gerne melden.

01:54:28.000 --> 01:54:31.000
<v Sebastian>Ich könnte mich als Podcaster für die Liste anbieten.

01:54:31.000 --> 01:54:32.000
<v Natascha>*lacht* Gerne.

01:54:32.000 --> 01:54:36.000
<v Sebastian>Nein, hast du wunderbar gemacht. Also wer da nicht will, allein schon,

01:54:36.000 --> 01:54:37.000
<v Sebastian>weil es das Fortbildungsangebot gibt.

01:54:37.000 --> 01:54:41.000
<v Sebastian>Mich interessiert nochmal diese Quote der Inoffiziellen.

01:54:41.000 --> 01:54:46.000
<v Sebastian>Jeder zweite, würde ich jetzt schätzen, lässt sich nicht mit Namen und Bild listen. Kommt das hin?

01:54:46.000 --> 01:54:53.000
<v Natascha>Ich habe sehr viel mehr Menschen auf unserem Newsletter wie auf der Homepage.

01:54:53.000 --> 01:54:59.000
<v Natascha>Ich frage nicht bei allen, woran es liegt, aber mein Newsletter ist dreistellig.

01:54:59.000 --> 01:55:03.000
<v Sebastian>Okay, und auf der Seite waren es jetzt ...?

01:55:03.000 --> 01:55:05.000
<v Natascha>15, 20, keine Ahnung.

01:55:05.000 --> 01:55:11.000
<v Sebastian>Okay, spannend. Also dann, ja, da ist da vielleicht auch nochmal Öffentlichkeitsarbeit erforderlich.

01:55:11.000 --> 01:55:12.000
<v Natascha>Ja, ja.

01:55:12.000 --> 01:55:16.000
<v Sebastian>Ich weiß nicht, in Deutschland gibt es immer so Fortbildungspunkte für Menschen im medizinischen Bereich.

01:55:17.000 --> 01:55:17.000
<v Natascha>Mhm.

01:55:17.000 --> 01:55:21.000
<v Sebastian>Vielleicht kann man da was machen. Dann gibt es ein offizielles Zertifikat auf

01:55:21.000 --> 01:55:25.000
<v Sebastian>Papier, was man sich einrahmen kann mit einem verschwurbelten Namen, was es ist.

01:55:25.000 --> 01:55:30.000
<v Natascha>Ja, das steht auf unserer Liste. Das wollen wir auch machen und es dauert halt alles.

01:55:30.000 --> 01:55:34.000
<v Natascha>Wenn du engagierte Menschen hast, die Dinge machen, dann machen die Dinge.

01:55:34.000 --> 01:55:39.000
<v Natascha>Und somit machen die nicht nur eins, sondern mehrere. *lacht* Das kennst du selbst mit dem Podcast. *lacht*

01:55:39.000 --> 01:55:42.000
<v Sebastian>Nein, da, das könnte ich, würde ich niemals drüber, das könnte mir niemals passieren.

01:55:42.000 --> 01:55:45.000
<v Natascha und Sebastian>*lachen*

01:55:45.000 --> 01:55:49.000
<v Sebastian>Ja, also da merke ich auch, da ist eine gewisse Zurückhaltung auch da unter

01:55:49.000 --> 01:55:54.000
<v Sebastian>den Profis, da auch öffentlich mit aufzutreten.

01:55:54.000 --> 01:55:58.000
<v Sebastian>Eigentlich ist das schon der Ansatzpunkt. Wenn man allein das hinkriegt,

01:55:58.000 --> 01:56:02.000
<v Sebastian>dass man sagen kann, okay, die können damit frei agieren und umgehen.

01:56:02.000 --> 01:56:06.000
<v Sebastian>Ich meine, sagen wir mal so, ihr seid eh alle Anti-Profis, ihr seid eh alle

01:56:06.000 --> 01:56:08.000
<v Sebastian>überlaufen und wisst nicht, wohin mit eurer Zeit.

01:56:08.000 --> 01:56:13.000
<v Sebastian>Dann könnt ihr diesen Rufmord auf der Liste da zu stehen, den könnt ihr ertragen. Die Praxis bleibt voll.

01:56:13.000 --> 01:56:14.000
<v Natascha>Ja.

01:56:14.000 --> 01:56:16.000
<v Natascha und Sebastian>*lachen*

01:56:16.000 --> 01:56:19.000
<v Sebastian>Es gibt eigentlich kein vernünftiges Argument, das nicht zu tun.

01:56:19.000 --> 01:56:23.000
<v Natascha>Ja, das muss, wie gesagt, jeder für sich selber dann entscheiden,

01:56:23.000 --> 01:56:25.000
<v Natascha>weil es ist trotzdem eine Form von Outing, ja.

01:56:25.000 --> 01:56:26.000
<v Sebastian>Ja.

01:56:26.000 --> 01:56:29.000
<v Natascha>Auch wenn ich mich sehr immer dagegen wehre, weil es heißt nicht,

01:56:29.000 --> 01:56:33.000
<v Natascha>wenn ich ein Kink Aware Professional bin, dass ich selbst kinky bin.

01:56:33.000 --> 01:56:37.000
<v Natascha>Das muss einfach nicht sein, aber eine gewisse Offenheit braucht es natürlich.

01:56:37.000 --> 01:56:40.000
<v Natascha>Und deswegen ist es mir auch wichtig, wenn wir dann so weit sind,

01:56:40.000 --> 01:56:44.000
<v Natascha>dass wir eine Ausbildung anbieten, zumindest in manche Dinge reinzuschnuppern,

01:56:44.000 --> 01:56:49.000
<v Natascha>eben weil Vorstellung, Fantasie und die Realität oft so gaaa..., ganz weit auseinanderliegt,

01:56:49.000 --> 01:56:54.000
<v Natascha>dass ich da definitiv, dass wir da helfen möchten, da ein Gap ein bisschen zu schließen.

01:56:54.000 --> 01:56:58.000
<v Sebastian>Ich bin sehr gespannt, wie sich das entwickelt. Ich gucke gelegentlich mal rein.

01:56:58.000 --> 01:56:59.000
<v Natascha>*lacht*

01:56:59.000 --> 01:57:05.000
<v Sebastian>So und jetzt kommt die Herausforderung für mich, ehrlich gesagt, heute. Ahh.

01:57:05.000 --> 01:57:09.000
<v Sebastian>Das A-oder-B-Spiel. Wie gesagt, eine kleine Tradition inzwischen.

01:57:09.000 --> 01:57:13.000
<v Sebastian>Und ich werfe dir jetzt einfach, ich habe eine lange, lange Liste mit jeweils

01:57:13.000 --> 01:57:16.000
<v Sebastian>zwei Begriffen oder Satzbestandteilen.

01:57:16.000 --> 01:57:19.000
<v Sebastian>Und du sollst dich bitte möglichst schnell immer für eins entscheiden.

01:57:19.000 --> 01:57:23.000
<v Sebastian>Ich habe versucht, das so umzubauen, dass es nicht zu persönlich wird,

01:57:23.000 --> 01:57:26.000
<v Sebastian>dass du im Zweifel auch mit gutem Gewissen da was beantworten kannst.

01:57:26.000 --> 01:57:30.000
<v Sebastian>Ob mir das gelungen ist, werden wir gleich erfahren. Und das würde ich jetzt

01:57:30.000 --> 01:57:35.000
<v Sebastian>gerne einfach mit dir spielen und dann können, kann das Publikum daraus ja Schlüsse ziehen, wie sie wollen.

01:57:35.000 --> 01:57:40.000
<v Sebastian>Und da sind auch ganz nette und einfache Sachen mit bei. Und wir spielen jetzt

01:57:40.000 --> 01:57:43.000
<v Sebastian>einfach mal. Ich habe es noch nicht remote gespielt, ehrlich gesagt.

01:57:43.000 --> 01:57:46.000
<v Sebastian>Ich bin gespannt. Ich schiebe mal das Fenster so ein bisschen,

01:57:46.000 --> 01:57:50.000
<v Sebastian>dass ich sowohl den Text hier vor meiner Nase habe, als auch das Kamerabild so auf einem Blick habe.

01:57:50.000 --> 01:57:54.000
<v Sebastian>Weil eigentlich ist ja immer spannend, wie auch dein Gesichtsausdruck sich da

01:57:54.000 --> 01:57:56.000
<v Sebastian>teilweise verändert. Und manchmal ist die Entscheidung auch schwer.

01:57:56.000 --> 01:57:59.000
<v Sebastian>So, ich bin gespannt. Okay, bist du bereit?

01:57:59.000 --> 01:58:00.000
<v Natascha>Yes.

01:58:00.000 --> 01:58:03.000
<v Sebastian>Wunderbar. Okay, ich fange mal an. Eule oder Lerche?

01:58:03.000 --> 01:58:05.000
<v Natascha>Eule.

01:58:05.000 --> 01:58:08.000
<v Sebastian>Konsens oder Risiko?

01:58:08.000 --> 01:58:09.000
<v Natascha>Konsens.

01:58:09.000 --> 01:58:12.000
<v Sebastian>Fragen oder um Verzeihung bitten?

01:58:12.000 --> 01:58:16.000
<v Natascha>Um Verzeihung bitten. *lacht*

01:58:16.000 --> 01:58:18.000
<v Sebastian>D/s oder Impact?

01:58:18.000 --> 01:58:20.000
<v Natascha>Impact.

01:58:20.000 --> 01:58:22.000
<v Sebastian>Planen oder spontan?

01:58:22.000 --> 01:58:25.000
<v Natascha>Beides? *lacht*

01:58:25.000 --> 01:58:27.000
<v Sebastian>Eine Tendenz wirst du ja haben.

01:58:27.000 --> 01:58:35.000
<v Natascha>Ja, da tue ich mich immer, ich mag es gern, Pläne im Kopf zu haben, dass ich mich dann spontan umentscheiden kann.

01:58:35.000 --> 01:58:38.000
<v Sebastian>Okay, also du arbeitest dafür, spontan sein zu können.

01:58:38.000 --> 01:58:39.000
<v Natascha>Ja.

01:58:39.000 --> 01:58:44.000
<v Sebastian>Okay, ich mach den Haken bei spontan. Sommer oder Winter?

01:58:44.000 --> 01:58:45.000
<v Natascha>Sommer.

01:58:45.000 --> 01:58:46.000
<v Sebastian>Drinnen oder draußen?

01:58:46.000 --> 01:58:48.000
<v Natascha>Draußen.

01:58:48.000 --> 01:58:50.000
<v Sebastian>Jetzt wenig oder später mehr?

01:58:50.000 --> 01:58:52.000
<v Natascha>Später mehr.

01:58:52.000 --> 01:58:56.000
<v Sebastian>Fifty Shades oder die Geschichte der O?

01:58:56.000 --> 01:59:01.000
<v Natascha>*lacht und verschluckt sich* Next. *lacht*

01:59:01.000 --> 01:59:02.000
<v Natascha>Nein.

01:59:02.000 --> 01:59:05.000
<v Sebastian>Fifty Shades oder die Geschichte der O?

01:59:05.000 --> 01:59:10.000
<v Natascha>Nein, ich finde, es geht beides nicht. *lacht* Aber eigentlich müsste man dann sagen,

01:59:10.000 --> 01:59:12.000
<v Natascha>aus dem Mainstream betrachtet 50 Shades.

01:59:12.000 --> 01:59:14.000
<v Natascha>Hat mehr Leute angesprochen.

01:59:14.000 --> 01:59:16.000
<v Sebastian>Buch oder Film?

01:59:16.000 --> 01:59:18.000
<v Natascha>Buch.

01:59:18.000 --> 01:59:20.000
<v Sebastian>Dialog oder Cumshot?

01:59:20.000 --> 01:59:22.000
<v Natascha>Dialog.

01:59:22.000 --> 01:59:24.000
<v Sebastian>Kuscheln oder mehr?

01:59:24.000 --> 01:59:26.000
<v Natascha>*freudig* Kuscheln.

01:59:26.000 --> 01:59:29.000
<v Sebastian>Schöne Wäsche für sich selbst oder für die anderen?

01:59:29.000 --> 01:59:31.000
<v Natascha>Für mich selbst.

01:59:31.000 --> 01:59:32.000
<v Sebastian>Safeword oder kein Safeword?

01:59:32.000 --> 01:59:34.000
<v Natascha>Safeword.

01:59:34.000 --> 01:59:36.000
<v Sebastian>Okay, wir bleiben in dem Themengebiet. Kekse oder Chips?

01:59:36.000 --> 01:59:39.000
<v Natascha>Chips.

01:59:39.000 --> 01:59:42.000
<v Sebastian>Schlafzimmer oder Wohnzimmer?

01:59:42.000 --> 01:59:44.000
<v Natascha>Schlafzimmer.

01:59:44.000 --> 01:59:45.000
<v Sebastian>Ausschlafen oder loslegen?

01:59:45.000 --> 01:59:47.000
<v Natascha>Ausschlafen.

01:59:47.000 --> 01:59:49.000
<v Sebastian>Hund oder Katze?

01:59:49.000 --> 01:59:50.000
<v Natascha>Hund.

01:59:50.000 --> 01:59:51.000
<v Sebastian>Wasser oder Brause?

01:59:51.000 --> 01:59:53.000
<v Natascha>Wasser.

01:59:53.000 --> 01:59:56.000
<v Sebastian>Intimrasur oder -frisur?

01:59:56.000 --> 02:00:00.000
<v Natascha>*lacht* Frisur. *lacht*

02:00:00.000 --> 02:00:02.000
<v Sebastian>Chatten oder anrufen?

02:00:02.000 --> 02:00:07.000
<v Natascha>Das kommt drauf an, worum es geht. Chatten für Organisatorisches, anrufen für alles andere.

02:00:07.000 --> 02:00:10.000
<v Sebastian>Da die Frage eine Folgefrage hat, müsstest du dich entscheiden.

02:00:10.000 --> 02:00:12.000
<v Natascha>Na dann sagen wir anrufen.

02:00:12.000 --> 02:00:14.000
<v Sebastian>Okay, anrufen oder Sprachnachrichten?

02:00:14.000 --> 02:00:16.000
<v Natascha>Sprachnachrichten.

02:00:16.000 --> 02:00:19.000
<v Sebastian>O Gott, so eine. Geben oder nehmen?

02:00:19.000 --> 02:00:20.000
<v Natascha>Nehmen.

02:00:20.000 --> 02:00:21.000
<v Sebastian>Dom oder S...

02:00:21.000 --> 02:00:27.000
<v Natascha>Nein, nein, geben, weil wenn man gibt, dann kriegt man dann wieder auch. Ja, entschuldige.

02:00:27.000 --> 02:00:29.000
<v Sebastian>Also du willst also sagen, hinterhältig nehmen, ja?

02:00:29.000 --> 02:00:30.000
<v Natascha>Ja, ganz genau.

02:00:30.000 --> 02:00:32.000
<v Sebastian>Okay, Dom oder Sub?

02:00:32.000 --> 02:00:33.000
<v Natascha>Switch.

02:00:33.000 --> 02:00:35.000
<v Sebastian>Das, was du gesagt hast, oder Switch?

02:00:35.000 --> 02:00:38.000
<v Natascha und Sebastian>*lachen*

02:00:38.000 --> 02:00:41.000
<v Natascha>Das, was ich gesagt habe oder Switch, also Switch. *lacht*

02:00:42.000 --> 02:00:44.000
<v Sebastian>Naja, das Problem ist, das sind ja Folgefragen, die ...

02:00:44.000 --> 02:00:46.000
<v Natascha>*lacht* Ja, aber ...

02:00:46.000 --> 02:00:49.000
<v Sebastian>Aber ich erlaube dir das, hier ein bisschen abzuweichen, das ist okay.

02:00:49.000 --> 02:00:52.000
<v Sebastian>Okay, überraschen lassen oder vorbereitet sein?

02:00:52.000 --> 02:00:54.000
<v Natascha>Überraschen lassen.

02:00:54.000 --> 02:00:55.000
<v Sebastian>Lob oder Tadel?

02:00:55.000 --> 02:00:56.000
<v Natascha>Lob.

02:00:56.000 --> 02:00:58.000
<v Sebastian>Mayday oder Stopp?

02:00:58.000 --> 02:00:59.000
<v Natascha>Stopp.

02:00:59.000 --> 02:01:01.000
<v Sebastian>Farbe oder Textur?

02:01:01.000 --> 02:01:02.000
<v Natascha>Textur.

02:01:02.000 --> 02:01:08.000
<v Sebastian>Okay, das ist gut, weil Farbe hätte jetzt eh nicht gepasst in deinem Land. Hart oder weich?

02:01:08.000 --> 02:01:09.000
<v Natascha>Weich.

02:01:09.000 --> 02:01:10.000
<v Sebastian>Rau oder seidig?

02:01:10.000 --> 02:01:12.000
<v Natascha>Seidig.

02:01:12.000 --> 02:01:14.000
<v Sebastian>Eckig oder rund?

02:01:14.000 --> 02:01:16.000
<v Natascha>Eckig.

02:01:16.000 --> 02:01:17.000
<v Sebastian>Saugen oder fegen?

02:01:17.000 --> 02:01:20.000
<v Natascha>Fegen?

02:01:20.000 --> 02:01:21.000
<v Sebastian>Naja ...

02:01:21.000 --> 02:01:23.000
<v Natascha>Das ist das, was man mit dem Besen macht, oder?

02:01:23.000 --> 02:01:25.000
<v Sebastian>Genau, und saugen ist das, was man mit dem Staubsauger macht.

02:01:25.000 --> 02:01:26.000
<v Natascha>Ahhh.

02:01:26.000 --> 02:01:28.000
<v Sebastian>An was dachtest du denn?

02:01:28.000 --> 02:01:33.000
<v Natascha>Ich war gerade ganz woanders und das hat sich nicht ... *lacht* Saugen. *lacht*

02:01:33.000 --> 02:01:36.000
<v Sebastian>Wischen oder polieren?

02:01:36.000 --> 02:01:40.000
<v Natascha>*lacht* Polieren.

02:01:40.000 --> 02:01:41.000
<v Sebastian>Wedeln oder pusten?

02:01:41.000 --> 02:01:43.000
<v Natascha>Pusten.

02:01:43.000 --> 02:01:46.000
<v Sebastian>Okay. Akku voll oder Powerbank immer dabei?

02:01:46.000 --> 02:01:48.000
<v Natascha>Powerbank immer dabei.

02:01:48.000 --> 02:01:49.000
<v Sebastian>Verein oder Verschwörung?

02:01:49.000 --> 02:01:51.000
<v Natascha>Verein.

02:01:51.000 --> 02:01:53.000
<v Sebastian>Mit der Hand oder dem Gerät?

02:01:53.000 --> 02:01:55.000
<v Natascha>*zögerlich* Hand.

02:01:55.000 --> 02:01:56.000
<v Sebastian>Machen oder konsumieren?

02:01:56.000 --> 02:01:59.000
<v Natascha>Machen.

02:01:59.000 --> 02:02:02.000
<v Sebastian>Sharing is caring oder meins ist meins?

02:02:02.000 --> 02:02:04.000
<v Natascha>Sharing is caring.

02:02:04.000 --> 02:02:06.000
<v Sebastian>Bilder schicken oder Gedicht schreiben?

02:02:06.000 --> 02:02:07.000
<v Natascha>Bilder schicken.

02:02:07.000 --> 02:02:09.000
<v Sebastian>Auto oder Bahn?

02:02:09.000 --> 02:02:10.000
<v Natascha>Bahn.

02:02:10.000 --> 02:02:12.000
<v Sebastian>Bahn oder Fahrrad?

02:02:12.000 --> 02:02:13.000
<v Natascha>Bahn.

02:02:13.000 --> 02:02:16.000
<v Sebastian>Regeln einhalten oder dehnen?

02:02:16.000 --> 02:02:18.000
<v Natascha>Einhalten.

02:02:18.000 --> 02:02:20.000
<v Sebastian>Moral oder Unvernunft?

02:02:20.000 --> 02:02:22.000
<v Natascha>*kurze Pause, dann aber mit Nachdruck* Unvernunft.

02:02:22.000 --> 02:02:25.000
<v Sebastian>Sehr gut, richtige Antwort, wunderbar. Du hast es geschafft.

02:02:25.000 --> 02:02:29.000
<v Natascha>*lacht* Danke. *Puh.* Es war viel. *lacht*

02:02:29.000 --> 02:02:31.000
<v Sebastian>Ja, zehn weniger als üblich.

02:02:31.000 --> 02:02:32.000
<v Natascha>Okay, ja, ja.

02:02:32.000 --> 02:02:37.000
<v Sebastian>Ja, aber das Spannende ist, du könntest das ja jetzt mal psychologisch auswerten

02:02:37.000 --> 02:02:40.000
<v Sebastian>lassen, was man jetzt für Schlüsse über dich da ziehen kann.

02:02:40.000 --> 02:02:47.000
<v Natascha>Ja, das Spannende ist, was Max über Moritz sagt, sagt mehr über Max als über Moritz.

02:02:47.000 --> 02:02:51.000
<v Sebastian>Reden die in dem Buch? Ich überlege gerade.

02:02:51.000 --> 02:02:56.000
<v Natascha>*lacht* Jetzt geht es nicht ums Buch. Du kannst noch sagen, was Hans über Peter sagt,

02:02:56.000 --> 02:02:57.000
<v Natascha>sagt mehr über Hans als über Peter.

02:02:57.000 --> 02:03:01.000
<v Sebastian>Ja, das heißt, okay, alles klar. Das heißt, meine Liste hier entlarvt mich, ja?

02:03:01.000 --> 02:03:01.000
<v Natascha>Genau.

02:03:01.000 --> 02:03:02.000
<v Sebastian>Verdammt.

02:03:02.000 --> 02:03:04.000
<v Natascha und Sebastian>*lachen*

02:03:04.000 --> 02:03:11.000
<v Natascha>Und dann die Leute, was die glauben, in meine Antworten hineinzuinterpretieren,

02:03:11.000 --> 02:03:15.000
<v Natascha>interpretieren sie ja eben für sich und sagt dann wieder viel über sich aus.

02:03:15.000 --> 02:03:18.000
<v Sebastian>Ja, natürlich. Das ist ja auch so ein bisschen die Idee dahinter,

02:03:18.000 --> 02:03:22.000
<v Sebastian>einfach um mal so so einen Eindruck zu bekommen und würde sich das mit mir selbst decken.

02:03:22.000 --> 02:03:24.000
<v Sebastian>Also wenn ich das höre, ich habe das ja auch bei einem anderen Podcast geklaut,

02:03:24.000 --> 02:03:26.000
<v Sebastian>danke trotzdem für die Inspiration.

02:03:26.000 --> 02:03:29.000
<v Sebastian>Das ist so dieses, oh, da kommen zwei Dinge und dann überlege ich,

02:03:29.000 --> 02:03:34.000
<v Sebastian>was würde ich jetzt sagen und sagt mein Gegenüber das Gleiche und denke, ah, guck an.

02:03:34.000 --> 02:03:38.000
<v Sebastian>Also schönstes Beispiel, ich muss es noch einmal triggern, weil der andere Podcast

02:03:38.000 --> 02:03:40.000
<v Sebastian>„Alles gesagt“, von dem ich das ein bisschen entlehnt habe, die haben immer als

02:03:40.000 --> 02:03:42.000
<v Sebastian>letztes Ding Trump oder Putin.

02:03:42.000 --> 02:03:46.000
<v Sebastian>Musst du jetzt nichts zu sagen, aber das kann wirklich Menschen sehr schwer fallen,

02:03:46.000 --> 02:03:49.000
<v Sebastian>da eine Entscheidung treffen zu müssen. *lacht*

02:03:49.000 --> 02:03:52.000
<v Sebastian>Großartig, nein, also vielen, vielen Dank, dass du das Spiel mitgemacht

02:03:52.000 --> 02:03:56.000
<v Sebastian>hast und muss ich mir mal überlegen, ich habe noch irgendeine tolle Notiz,

02:03:56.000 --> 02:03:59.000
<v Sebastian>so als kleinen Abschluss hier stehen,

02:03:59.000 --> 02:04:01.000
<v Sebastian>aber die hat eigentlich gar nichts mit dir zu tun, wie ich gerade sehe.

02:04:01.000 --> 02:04:05.000
<v Sebastian>Ich kann mich eigentlich nur total bei dir bedanken, dass du so offen und so,

02:04:06.000 --> 02:04:10.000
<v Sebastian>so, ja, wirklich auf alles irgendwie eine Antwort finden konntest,

02:04:10.000 --> 02:04:13.000
<v Sebastian>egal womit ich geschossen habe und ...

02:04:13.000 --> 02:04:14.000
<v Natascha>*lacht*

02:04:14.000 --> 02:04:17.000
<v Sebastian>... dass ich dir auch einfach mal Dinge hinwerfen konnte und das haben wir vorher

02:04:17.000 --> 02:04:19.000
<v Sebastian>so nicht abgesprochen und das hast du mitgemacht.

02:04:19.000 --> 02:04:22.000
<v Sebastian>Das finde ich total großartig und total schön und positiv.

02:04:22.000 --> 02:04:26.000
<v Sebastian>Und ich kann mir vorstellen, wenn ich dann mal in professionellen Grün..., aus professionellen Gründen bei

02:04:26.000 --> 02:04:29.000
<v Sebastian>dir sitze, dass ich dich nicht aus der Ruhe bringe, sondern dass du mir dann

02:04:29.000 --> 02:04:32.000
<v Sebastian>auch weiterhelfen kannst. Das finde ich sehr beruhigend.

02:04:32.000 --> 02:04:38.000
<v Natascha>Danke, vielen Dank. *lacht* Danke dir. Es war ein super feines Gespräch. Lieben Dank nochmal für die Einladung.

02:04:38.000 --> 02:04:43.000
<v Natascha>Es waren viele harte Themen dabei, dennoch, und ich finde es eh immer spannend,

02:04:43.000 --> 02:04:49.000
<v Natascha>weil das Leben ist eben nicht nur schwarz-weiß. Und diese Graubereiche,

02:04:49.000 --> 02:04:52.000
<v Natascha>um bei den Fifty Shades of Grey zu bleiben, machen es dann einfach spannend.

02:04:52.000 --> 02:04:54.000
<v Natascha>Und es ist immer die Frage, was will jemand?

02:04:54.000 --> 02:04:58.000
<v Natascha>Wo wollen auch wir hin? Vielleicht als Gesellschaft manchmal.

02:04:58.000 --> 02:05:03.000
<v Natascha>Und ja, Eigenverantwortung. Wir können alle was tun und ja.

02:05:03.000 --> 02:05:06.000
<v Natascha>Es war sehr fein, danke dir herzlich auch für deine Arbeit, gel [Dialekt].

02:05:06.000 --> 02:05:10.000
<v Sebastian>Das wäre jetzt das perfekte Schlusswort, aber ich muss noch eine kleine Ankündigung

02:05:10.000 --> 02:05:15.000
<v Sebastian>machen und daaaaann bist du mich los, dann darfst du den Abend gestalten, wie du magst.

02:05:16.000 --> 02:05:20.000
<v Sebastian>Zwei Dinge, liebes Publikum, wenn ihr die Folge toll fandet und vielleicht Kontakt

02:05:20.000 --> 02:05:25.000
<v Sebastian>zu Natascha aufbauen möchtet oder mal gucken wollt, wo dieses KAPA denn ist in diesem Internet,

02:05:25.000 --> 02:05:29.000
<v Sebastian>besucht kunstderunvernunft.de, klickt auf die Folge, da findet ihr Natascha

02:05:29.000 --> 02:05:34.000
<v Sebastian>verlinkt, die hat da ein Profil und ansonsten stehen in den Shownotes ganz viele Sachen drin.

02:05:34.000 --> 02:05:39.000
<v Sebastian>Ihr findet dort das Transkript, ihr findet Kapitelmarken und weiß der Kuckuck noch was alles.

02:05:39.000 --> 02:05:44.000
<v Sebastian>Findet ihr alles dort, kunstderunvernunft.de und da gibt es auch gerade etwas

02:05:44.000 --> 02:05:47.000
<v Sebastian>Neues, von dem ich noch nicht überzeugt bin, dass der Plan funktionieren wird.

02:05:47.000 --> 02:05:51.000
<v Sebastian>Deshalb teaser ich das hier auch nochmal an.

02:05:51.000 --> 02:05:53.000
<v Sebastian>Vielleicht, Natascha, kannst du das mal bewerten. Es gibt Menschen,

02:05:53.000 --> 02:05:55.000
<v Sebastian>die sagen, ich hätte was im Podcast

02:05:55.000 --> 02:05:59.000
<v Sebastian>zu sagen, aber ah, auch anonym mit nur die Stimme, das möchte ich nicht,

02:05:59.000 --> 02:06:03.000
<v Sebastian>das ist mir schon zu viel. Und ich habe jetzt vor ein paar Wochen auf der Webseite

02:06:03.000 --> 02:06:07.000
<v Sebastian>ein Formular installiert, da kann man einfach das eigene Thema oder das,

02:06:07.000 --> 02:06:10.000
<v Sebastian>was man beitragen möchte, völlig anonym in dieses Formular rein posten.

02:06:10.000 --> 02:06:14.000
<v Sebastian>Da wird keine E-Mail-Adresse abgefragt, es gibt fast keine Pflichtfelder,

02:06:14.000 --> 02:06:20.000
<v Sebastian>auch der Name ist kein Pflichtfeld und wir werden diese Texte von euch anschauen,

02:06:20.000 --> 02:06:24.000
<v Sebastian>sichten und ich werde sie auch von anderen Menschen einsprechen lassen.

02:06:24.000 --> 02:06:28.000
<v Sebastian>Damit sie dann eben in der Podcast-Folge auftauchen können und dass wir dann

02:06:28.000 --> 02:06:31.000
<v Sebastian>auch drüber sprechen können und so könnt ihr euch daran beteiligen.

02:06:31.000 --> 02:06:34.000
<v Sebastian>Wenn ihr da Interesse daran habt, kunstderunvernunft.de, da gibt es direkt auf

02:06:34.000 --> 02:06:38.000
<v Sebastian>der Startseite einen Button, anonym mitmachen heißt der und dann habt auch ihr

02:06:38.000 --> 02:06:41.000
<v Sebastian>eine Stimme, wir leihen sie euch.

02:06:41.000 --> 02:06:45.000
<v Sebastian>Und ich hoffe, dass wir da auch ein bisschen mehr den Fokus auf das eine oder

02:06:45.000 --> 02:06:49.000
<v Sebastian>andere Thema finden können, wo die Menschen momentan durch die Bank weg sagen,

02:06:49.000 --> 02:06:54.000
<v Sebastian>ne, also das ist mir zu heiß, darüber würde ich im Podcast niemals selber reden und dass

02:06:54.000 --> 02:06:56.000
<v Sebastian>wir das vielleicht auch sichtbar machen können, weil sonst denken die Leute

02:06:56.000 --> 02:06:58.000
<v Sebastian>immer, die gibt es gar nicht, die Themen und da gilt auch wieder:

02:06:58.000 --> 02:07:02.000
<v Sebastian>ihr seid nicht allein und zeigt doch anderen Menschen auch, dass die nicht alleine sind.

02:07:02.000 --> 02:07:05.000
<v Sebastian>So, jetzt habe ich das angekündigt, Natascha,

02:07:05.000 --> 02:07:08.000
<v Sebastian>ich würde dir jetzt das Schlusswort tatsächlich überlassen.

02:07:08.000 --> 02:07:13.000
<v Natascha>Danke. Du hast vorher gerade noch gefragt und da will ich schon noch was dazu sagen.

02:07:13.000 --> 02:07:14.000
<v Sebastian>Gerne.

02:07:14.000 --> 02:07:20.000
<v Natascha>Ich finde die Idee super, denen, die ihre Stimme nicht herborgen wollen, eine Stimme zu borgen.

02:07:20.000 --> 02:07:26.000
<v Natascha>Komplett anonym in Gefilden des Internets finde ich ein bisschen interessant,

02:07:26.000 --> 02:07:28.000
<v Natascha>aber du wirst es dir überlegt haben.

02:07:28.000 --> 02:07:32.000
<v Natascha>Sonst würde ich klassisch machen mit Name der Redaktion bekannt oder was auch

02:07:32.000 --> 02:07:34.000
<v Natascha>immer irgendwo für Rückfragen nämlich auch.

02:07:34.000 --> 02:07:38.000
<v Natascha>Also da bin ich gespannt. Ich höre dann deinen Podcast sicher weiter und schaue

02:07:38.000 --> 02:07:40.000
<v Natascha>mir das an, was da dann noch retoure kommt.

02:07:40.000 --> 02:07:43.000
<v Sebastian>Es ist ein Experiment, da hast du völlig recht. Da haben wir uns auch echt Gedanken

02:07:43.000 --> 02:07:47.000
<v Sebastian>drüber gemacht und gucken jetzt, wir wollen jetzt auch gar keine Sensationen

02:07:47.000 --> 02:07:50.000
<v Sebastian>oder so da irgendwie und irgendwelche ausgedachten Geschichten oder so.

02:07:50.000 --> 02:07:54.000
<v Sebastian>Aber es geht halt schon darum, einfach diese Schwelle nochmal zu senken.

02:07:54.000 --> 02:07:57.000
<v Sebastian>Natürlich sichten wir die Sachen und im Zweifel müssen wir sie auch nochmal

02:07:57.000 --> 02:08:01.000
<v Sebastian>ein bisschen bearbeiten oder eben sagen, nehmen wir halt nicht,

02:08:01.000 --> 02:08:05.000
<v Sebastian>funktioniert so nicht oder im Zweifel auch glauben wir einfach nicht.

02:08:06.000 --> 02:08:10.000
<v Sebastian>Da gibt es ein gewisses Risiko, aber im Schnitt halte ich das „Kunst der Unvernunft“-Publikum

02:08:10.000 --> 02:08:16.000
<v Sebastian>für unfassbar großartig und zumindest probiert haben möchte ich es gerne.

02:08:16.000 --> 02:08:19.000
<v Sebastian>Und wir gucken einfach mal, ob das funktioniert oder ob das eine blöde Idee

02:08:19.000 --> 02:08:22.000
<v Sebastian>war und dann stampfe ich das halt wieder ein. Momentan gibt es mehr Angebote,

02:08:22.000 --> 02:08:26.000
<v Sebastian>die Stimme zu leihen, als dass Leute da was eingetragen hätten,

02:08:26.000 --> 02:08:27.000
<v Sebastian>also mitgemacht hätten.

02:08:27.000 --> 02:08:31.000
<v Sebastian>Im Moment sieht es noch so aus, dass das eher keine gute Idee war,

02:08:31.000 --> 02:08:34.000
<v Sebastian>aber ich lasse mich jetzt überraschen und warte nochmal einen Monat ab und dann

02:08:34.000 --> 02:08:36.000
<v Sebastian>sehen wir ja, was dabei rauskommt.

02:08:36.000 --> 02:08:40.000
<v Sebastian>So, okay, da habe ich da mal Eigenwerbung gemacht, ganz ordentlich.

02:08:40.000 --> 02:08:42.000
<v Sebastian>Natascha, es hat mir so einen Spaß gemacht.

02:08:42.000 --> 02:08:46.000
<v Natascha>Danke Sebastian, mir hat es auch wahnsinnigen Spaß gemacht.

02:08:46.000 --> 02:08:51.000
<v Sebastian>Ich wünsche dir unfassbar viel Erfolg, dass du ganz viel Spaß machst,

02:08:51.000 --> 02:08:56.000
<v Sebastian>dass du wegen allem Kink und Poly und so weiter niemals irgendeine Tür hast,

02:08:56.000 --> 02:08:58.000
<v Sebastian>die für dich verrammelt ist,

02:08:58.000 --> 02:09:02.000
<v Sebastian>dass du machen kannst, was du möchtest und dass die Zukunft sich eben genauso entwickelt,

02:09:02.000 --> 02:09:06.000
<v Sebastian>dass du dich wohl und gut fühlst und dass du auch eine öffentliche Person sein

02:09:06.000 --> 02:09:08.000
<v Sebastian>kannst, die darauf nicht nur

02:09:08.000 --> 02:09:11.000
<v Sebastian>stolz sein kann, sondern die sich damit auch wohlfühlt und glücklich ist.

02:09:11.000 --> 02:09:12.000
<v Natascha>Genau, danke.

02:09:12.000 --> 02:09:13.000
<v Sebastian>Sehr gerne.

02:09:13.000 --> 02:09:17.000
<v Natascha>Ich bin dann immer so ein Freak, was Formulierungen angeht. Muss ich gleich

02:09:17.000 --> 02:09:21.000
<v Natascha>sagen, dass sich ganz viele Türen öffnen. *lacht*

02:09:21.000 --> 02:09:26.000
<v Natascha>Positive Formulierungen, Sprache schafft Wirklichkeit. Und es tun sich immer

02:09:26.000 --> 02:09:30.000
<v Natascha>ganz, ganz tolle Dinge und das freut mich besonders, ja. Lieben Dank, Sebastian.

02:09:30.000 --> 02:09:33.000
<v Sebastian>Sehr, sehr gerne. Hab einen schönen Abend. Mach's gut. Tschüss.

02:09:33.000 --> 02:10:13.000
<v Natascha>Baba [Dialekt]. *Podcast-Outro*

