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Sebastian
Hallo und guten Abend zur Unvernunft Live am Donnerstagabend. Das hier ist
Live-Sendung Nummer 114 und wir sprechen heute
über den Drop, Subdrop, Domdrop und ganz viel über
Aftercare. Aber erstmal begrüße ich euch hier ganz ordentlich.
Herzlich willkommen, lieber Chat, liebe Menschen, die live zuhören. Herzlich
willkommen, liebes Podcastsubbie, die hat mir gerade hier noch mein
wunderbares Getränk kredenzt. Ich kann ja mal einen Schluck nehmen.
Und
herzlich willkommen auch die Menschen, die den Podcast ein bisschen später
hören, im Podcast dann.
Ein bisschen, jetzt läuft das Podcastsubbie hier herum.
Da ist dein Stecker, der ist eingesteckt.
Deshalb solltest du etwas hören, aber ich kann da das Knöpfchen drücken, dann
hörst du auch was. Das Podcastsubbie kann mich nicht hören, wie gemein.
Naja, okay, was machen wir denn heute? Wir haben eine Schätzfrage, der Tonmeister
kommt später noch vorbei und wir sprechen heute Abend einfach ein bisschen,
gleich gibt es die Telefonnummer, aber vielleicht sollte ich das Thema ein
bisschen einleiten und dann habe ich heute noch unfassbar viel auf meiner Dies
und Das Liste. Mal gucken, ob wir das Thema, das ja nicht so super
sexy ist heute Abend, ein bisschen besprechen können und da ein bisschen
Erkenntnisse teilen können. Ja, also Subdrop, Domdrop, was ist das? Man nennt
das ja auch Absturz und gemeint ist, wenn die Welt einfach umkippt.
Man spürt, dass es zu viel war, dass man sich oder seinem Gegenüber zu viel
zugemutet hat. Und ja, die heile Welt stürzt ein und es hat sich vielleicht
einfach auch nicht so angefühlt, wie man es sich vorher vorgestellt hat. Und ja,
nicht nur bei Sub, auch bei Top kann das passieren, gerade wenn sich
herausstellt, dass die eigene Einschätzung mal völlig daneben war. Wenn man der
Meinung ist, ich habe alles unter Kontrolle, alles passt, alles ist super, ich
bin gut vorbereitet und dann stellt sich raus, ich habe gerade richtig Mist
gebaut, schlechte Sache und dann fällt man auch nach einem tollen Spiel in ein
tiefes Loch, wenn zum Beispiel einfach diese Spannung, diese Ekstase plötzlich
weg ist, die Hormone kreisen und dann ist da der Alltag wieder mit dem Müll, der
rausgebracht werden will und dem Einkauf, der ansteht und der Steuererklärung.
Manchmal ist dieser Switch zurück in den Alltag ja auch nochmal so ein Ding, was
uns echt platt macht. So, und das verbinde ich heute das Thema mit dem Thema
Aftercare.
Denn zu wissen, dass nach einer Session noch Zeit ist, also dass Aftercare
eingeplant ist, das verschafft meiner Meinung nach eine gewisse Sicherheit und
auch eine gewisse Ruhe. Nicht noch schnell die Session zu Ende machen und dann
sofort aus dem Haus und ab zum Termin. Das kann auch mal spannend sein, aber da
ist noch Zeit, da ist noch Raum zum Reden, zum Kuscheln, zum Nachfühlen, zum
Runterkommen. Und ich finde ja, Aftercare gehört zu BDSM wie Kaffee
am Morgen, das ist einfach unverzichtbar. Und mir ist aufgefallen bei der
Vorbereitung, dass beide Themen eins gemeinsam haben. Man liest oder hört
überall davon, pass bloß auf, dass dein Subi nicht abstürzt, mach unbedingt
Aftercare. Ja, aber wie passt man denn auf und wie gestaltet man Aftercare?
Was können wir denn präventiv tun und wie können wir uns vorbereiten und wie
gehen wir vor allem damit um, wenn eben der Moment da ist und gerade einfach nur
alles zum Kotzen ist?
Ja, langes Vorwort. Darüber möchte ich mit euch heute sprechen. Erzählt ruhig
von euren Erfahrungen, von den guten, aber auch den schlechten und teilt diese
Erfahrungen mit den Menschen, die das hier heute oder später hören, denn das ist
eine Erfahrung, die wir hoffentlich so selten wie möglich machen müssen. Und ja,
jedes Wissen, was hier geteilt wird, das ist, glaube ich, gutes Wissen. So, ich
glaube, das war eines der längsten Vorwörter aller Zeiten, aber mir ist einfach
auch relativ schnell relativ viel dazu eingefallen.
Okay, 051019118952 ist die Telefonnummer. Da könnt ihr anrufen und dann sprechen
wir so präsent oder anonym, wie ihr möchtet. Ihr könnt einen Namen sagen, müsst
ihr natürlich nicht. Ihr könnt auch einen Nicknamen erfinden, spielt keine
Rolle. Aber wichtig ist, dass ihr euch äußert und auch teilt, welche
Erfahrungen ihr da gemacht habt.
Und ansonsten, bis es dann losgeht, werde ich ja meine Dies-und-Das-Liste
abarbeiten. Die ist diesmal besonders lang, aber ich habe hier einen Punkt, den
mag ich jetzt mal gleich am Anfang als allererstes hier mit einbauen und zwar
ist das ein Podcast-Aufnahme-Planungsproblem, denn
der Tonmeister, das Podcastsubbie und ich, wir wollen am 21. bis 23. eine
Folge aufnehmen und es fällt uns relativ schwer in Hamburg einen Schlafplatz zu
finden. Wenn ihr da Möglichkeiten habt, bitte her damit.
Brauchen nicht viel, aber wir müssen zwei Nächte irgendwo unterkommen und es ist
gerade irgendwie Dom und alles ist überall belegt. Die meisten Hotels sagen, sie
haben gar nichts mehr. Wenn ihr da Ideen habt, bitte mal melden. Vielleicht
passt es ja und vielleicht finden wir auf diesem Weg eine Lösung. Sonst müssen
wir so weit rausfahren, das ist dann auch doof. So, und jetzt klingelt es hier,
ich gehe mal ran.
Hallo, Sebastian hier, mit wem spreche ich?
Yannick
Yannick, hallo.
Sebastian
Hallo, Yannick.
Yannick
Hi, ich habe mich lange dazu durchgerungen, dich anzurufen und jetzt hat es doch
geklappt.
Sebastian
Ja, gar nicht lang durchgerungen. Ganz ehrlich, du bist hier der erste Anrufer
heute Abend.
Yannick
Ja, ich habe gedacht, der Chat hat
mich dazu animiert, hier anzurufen.
Sebastian
Herzlichen Glückwunsch, herzlich willkommen.
Okay, warum das?
Yannick
Ja, die sagten, nicht lange nachdenken, einfach anrufen und dann bist du der
Erste und dann hast du es weg.
Sebastian
Genau, dann hast du es hinter dir und dann...
Das ist auch nicht schlecht, die Idee. Das ist okay. Ich habe die Erfahrung ja
nicht gemacht, weil ich muss immer als allererster ins Mikrofon sprechen. Das
wäre auch mal eine Idee, das anders zu machen.
Yannick
Ja, ich bin
Sebastian
Yannick, aktiv, passiv, Domdrop, Subdrop, Aftercare, wozu möchtest du was
sagen?
Yannick
Dom, mit Unterbrechung seit acht Jahren dabei und
würde Thema Aftercare und Thema Schutz
auch ansprechen,
weil ich da auch in nicht allzu langer Vergangenheit
sehr schlechte Erfahrungen gemacht habe. genau
würde ja zum
einen ich habe ja
eine komische dreiecksbeziehung angefangen mit einem pärchen das auch etwas
älter war als ich und habe dort
ja mich fallen lassen und lange
zeit gebraucht um erst mal vertrauen aufzubauen und
das vertrauen ist dann so misslungen dass
man mir nachgestellt hat im nachhinein und mich
damit mit fotos die dann entstanden sind
ja genötigt hat das ganze über mich ergehen
zu lassen und gesagt wurde, wenn du
die Polizei oder andere Instanzen einschaltest,
gehen wir gerichtlich gegen dich vor und
werden dich anzeigen wegen sexueller Nötigung ja
Sebastian
Wow, okay. Das ist hart. Und dann wurdest du wirklich
erpresst, ja?
Yannick
und
das liegt jetzt ungefähr zwei jahre zurück
und seitdem habe ich auch ganz kleine schritte wieder in die
welt gewagt ich hatte bin auch in therapie
gewesen deswegen weil mir das unglaublich
schwer gefallen hat, wieder Vertrauen aufzubauen. Überhaupt
jemandem zu vertrauen.
Sebastian
Ja,
Yannick
Und ich glaube, dass das grundsätzlich auch ein Thema ist,
was sehr gerne verschwiegen wird.
Sebastian
also ich muss ja, ich
Yannick
Und das, was sehr gerne totgeschwiegen wird.
Sebastian
sage ja immer so scherzhaft, man steht irgendwie mit einem Bein im Knast, aber
für dich war das ja nun mal jetzt nochmal ein bisschen, ein bisschen ist gut,
eine reale Gefahr, sage ich mal. Weil es wird gedroht und dann tut man
Dinge.
Darf ich fragen, weil das ist ja wirklich so eine heftige, schlimme Situation.
Wie bist du da herausgekommen? Weil das scheint ja doch gelungen zu sein.
Yannick
habe es über mich ergehen lassen tatsächlich und dadurch
dass es alles anonym war dadurch dass die ganzen bestellungen also es kam
es war kein stalking im klassischen sinne also sie ist mir nicht aufgelauert
sie hat mir paketbestellungen essensbestellungen etc
geliefert liefern lassen und
das
ist alles auf einmal auf mich eingeprasselt, natürlich.
Aber mittlerweile ist es abgeklungen und das
Internet ist halt anonym. Da hast du keine Handhabe für.
Sebastian
Ja, okay.
Yannick
Und deswegen würde ich halt auch gern meinen richtigen Namen nicht nennen,
Sebastian
Nein, um Gottes Willen, musst du auch nicht, gar kein Thema, umso
Yannick
weil ich nicht, ich bin
seit anderthalb Jahren Also anderthalb Jahre in der Therapie kann ich da
einigermaßen Vertrauen aufbauen und würde mit dir klar darüber sprechen,
aber anonym. Ich bin, was das
angeht, noch gebranntmarkt, sagen wir mal so.
Sebastian
mutiger deinen Schritt heute hier anzurufen und zu sagen, komm, wir sprechen
drüber.
Yannick
weil ich finde, ich finde es einfach wichtig, darüber auch zu
sprechen, weil es eine reale
Gefahr ist. Hätte
Sebastian
Ja,
es ist eine Gefahr, jetzt im Nachhinein, hättest du was anders machen können?
Yannick
ich was anders machen können?
Sebastian
Ich meine, Vertrauen ist ja erstmal was, das gibt man im Voraus her.
Yannick
Habe ich mich auch, habe ich,
Sebastian
Oder man baut es nach und nach auf, aber so ein gewisses Grundvertrauen braucht
man ja schon, weil sonst funktioniert es ja nicht.
Yannick
Ja, ich wäre, glaube ich, ich glaube einfach, ich war da auch ein bisschen
blauäugig, was das angeht.
Und ich habe halt auf meine Familie und auf meine Freunde
so
semi gehört. Ich bin da vorsichtig drangegangen, da keine Frage, aber ich
glaube, dass es mir viel Leid erspart hätte, hätte ich
mehr auf mein Umfeld gehört.
Sebastian
Ja, ich glaube, das ist aber immer nochmal so ein Punkt, wo man auch nicht genau
weiß, was ist nun richtig, was nicht und was wissen die anderen schon. Man ist
ja selber in der Situation und man selbst kennt ja das ganze Bild. Das ist
natürlich der Wahnsinn.
Jetzt versuche ich mal so ein bisschen den Schwenk zum Thema zu kriegen. Also
ja, wir sprechen hier über einen Drop und, aber im Endeffekt ist es natürlich
hier eine Sache,
ja, ich sage ja mal, Leute, lasst euch covern, informiert Menschen, aber das
hätte dir an der Stelle auch nicht geholfen. Die Frage ist, wie, ja,
Yannick
Nein, ich sag mal so, das ist etwa ein Zeitraum
gewesen von, ich sag mal so, drei, vier
Monaten, Die wir wirklich aktiv miteinander verbracht
haben.
Und da hätte Covern jetzt auch nichts gebracht in dem Sinne.
Natürlich bin ich da, was das angeht, auch sehr vorsichtig und ich
sage auch immer, wenn ich jetzt jemanden kennenlerne oder sei es nur ein
Treffen, ein erstes, sage ich immer, lasst euch covern.
Weil, was kann euch denn Schlimmes passieren beim Covern? Also, im
Gegensatz dazu, wenn ihr euch nicht covern lasst.
Sebastian
jetzt ist ja gerade, also ich habe heute Abend Aftercare so auf der Themenliste
stehen und das hat natürlich auch was mit Vertrauen zu tun, Dieses Vertrauen,
das wird schon gut und auch dieser Vorsatz, mein Gegenüber möchte nichts Böses.
Yannick
Genau.
Sebastian
Gut, das ist bei euch gekippt, sage ich mal. Also fing das an, nachdem ihr euch
getrennt hattet oder war das schon noch währenddessen?
Yannick
Genau.
Sebastian
Danach?
Yannick
Also, danach. Genau. Danach ging's halt los. So. Ausgedrückt.
Ich kann nur mutmaßen, was es ist.
Aber, ja. Ja, ich mutmaße, dass es einfach mal
gekränkt ist, irgendwas in der Form von Kränkung
in ihr hervorgerufen hat.
Sebastian
da kann man natürlich nicht in die Menschen reinschauen und wenn man gerade
frisch zusammen und verliebt ist und alles mögliche, dann ist ja auch
jeder kleine Makel eben auch nur das, vielleicht ein kleiner Makel, aber den hat
jeder Mensch, mein Gott, alles nicht so wild und das dauert ja auch eine Zeit,
bis man sein Gegenüber dann, ich sag mal, erkennt und im schlimmsten Falle
passiert sowas wie dir.
aber du bist jetzt bereit jetzt wieder neu anzufangen
Yannick
weil ich bin jetzt auch wieder auf Stammtischen unterwegs und
auf Fesseltreffen unterwegs und ich habe halt in der Therapie gelernt,
mich nicht zu verstecken, damit offen umzugehen.
Und das auch zu sagen, dass es diesen Teil in meinem Leben gibt, so.
Sebastian
ist genau richtig so also man muss ja sprechen
Yannick
Und, ähm, richtig, genau, man muss darüber sprechen und ich finde das wahnsinnig
wichtig, darüber zu sprechen, im Endeffekt.
Sebastian
das ist natürlich jetzt, also wenn man jetzt mit dir was macht, ist natürlich
ein Riesenvorteil weil du bist jetzt unfassbar sensibilisiert dafür klar,
auf das Gegenüber aufzupassen, aber auch auf dich selbst und du bist in der Lage
zu formulieren, das war oder oder ist gerade nicht gut, das geht in die falsche
Richtung.
Yannick
Richtig.
Genau.
Sebastian
Und damit hast du natürlich jetzt auch, ganz ehrlich, wenn der Grund ist, der
ist ja fürchterlich, aber im Grunde hast du jetzt eine Kompetenz erworben, die
natürlich Vertrauen schaffen kann.
schon mal super.
Ja, also
Also das ist, ich sage mal so, das ist so die schlimmsten Session-Nachwehen, die
ich mir vorstellen kann, wenn man hinterher erpresst wird mit den Bildern auch
noch. Wahnsinn.
Yannick
Von uns hinten rauf, wo sie dann halt dementsprechend gefesselt war.
Und der Spruch hinten drauf, das war sexuelle Nötigung. Du hast mich zu
deiner sexuellen Befriedigung ans Bett gefesselt.
Und dafür zeige ich dich an, wenn du mich nicht in Ruhe lässt.
Sebastian
Okay, das ist ja umgekehrt.
Aber du bist rausgekommen.
Yannick
Genau.
Sebastian
Das ist gut. Gut, wenn
Yannick
Zumindest aus dem Loch. Von den Bestellungen her bin ich noch nicht raus.
Aber ich bin zumindest aus dem Loch raus.
Es kommen immer noch Belästigungen, gar keine Frage.
Die sind weniger geworden, die sind abgeflaut.
Aber ich bin zumindest raus erstmal, aus dem Fokus.
Sebastian
jetzt jemand anderem Ähnliches passiert, gibt es irgendeinen
Hinweis, einen Tipp, den du den Menschen da lassen magst? Du sagst ja, das
könnt ihr tun.
Yannick
Informieren.
Also mir hat der Weiße Ring geholfen.
Einfach im Internet mal googeln.
und möglichst viel drüber reden. Im Freundeskreis, im Familienkreis.
Hey, das ist mir passiert, wie kann ich damit umgehen?
Also eine Öffentlichkeit schaffen. Und klar selektierst du damit Freunde,
gar keine Frage.
Ich habe dadurch auch Freunde verloren,
aber die richtigen werden bleiben. so
Sebastian
definitiv. Ja,
Yannick
und ich sage mal das war eine natürliche selektion
an freunden die
Sebastian
diese Zäsur hat jeder mal im Leben, wo man so ein bisschen, ich sag mal, mal
zurückschauen muss und einfach mal sehen muss, okay, wer und wie passt in mein
Leben und wer nicht.
Yannick
die die die eben
Sebastian
Man verändert sich ja auch.
Yannick
richtig genau richtig
Sebastian
Okay, das heißt, jetzt stehst du aber an der Schwelle zum kompletten Neuanfang,
du hast schon damit losgelegt und
Yannick
bin jetzt seit einem guten dreiviertel jahr wieder dabei so so langsam wieder
in die Szene reinzukommen.
Sebastian
heißt, also ich bin ja immer der geborene
Optimist, also ich kann ja sagen, die Wahrscheinlichkeit sagt, dass dir sowas
nochmal passiert, die ist ja jetzt nahe Null.
Yannick
Nein.
Sebastian
Das hast du jetzt durch.
Yannick
Na nun. Also das habe ich durch. Also mittlerweile
bin ich an einem Punkt, wo ich sage, also da sind meine Antennen soweit
sensibilisiert, sage ich mal, dass mir das nicht mehr passiert.
Sebastian
Genau. Das
Schlimme ist ja, wenn einer von tausend Menschen ist so drauf, aber dieser eine
Mensch reicht schon, das spricht sich rum und zack, sind alle toxisch.
Yannick
Ja.
Sebastian
Also das ist immer so, diese Wirkung, wenn einer sich daneben benimmt, eine sich
daneben benimmt, dann müssen quasi alle da irgendwie drunter leiden. Fürchterlich.
Ich hoffe einfach, du bleibst davon verschont, dass das endgültig ausklingt. Und
ja, ich mag mich einfach ganz herzlich bei dir für diese Einblicke bedanken. Das
gibt es auch und
leider.
Aber wenn jemand jetzt in deiner Situation ist oder in einer ähnlichen Situation
dann, weiß auch die Person, sie ist nicht allein damit. Dir ist es auch passiert.
Und wenn du möchtest, lade ich dich natürlich auch ein, wie alle, dir ein
kleines Profil zu erstellen auf der Podcast-Webseite, dass Menschen dich im
Zweifel auch anschreiben können, ganz anonym.
Yannick
klar. Natürlich.
Sebastian
dass da einfach ein Kontakt auch hergestellt werden kann, dass man sich auch
gegenseitig ein bisschen helfen kann.
Yannick
Na
klar. Das mache ich.
Sebastian
Okay, Yannick, dann ganz vielen lieben Dank, dass du den Mut gefunden hast,
dass du das thematisiert hast, dass du hier offen gesprochen hast.
Yannick
kriegen wir hin.
Sebastian
Und ich bin mir sicher, früher oder später wird das eine Person hören, die genau
diese Folge braucht und genau diese Aussage von dir, damit es ihr ein bisschen
besser geht. Und deshalb vielen Dank an dich dafür.
Yannick
geht, also mein Aufruf an euch, wenn euch sowas in der,
betrifft, geht damit an die Öffentlichkeit, geht damit zur Polizei,
auch wenn die Polizei nicht helfen kann, aber schafft eine
Öffentlichkeit.
Genau, genau,
Sebastian
Danke dir. Und du bleibst noch kurz dran.
Und ich wünsche dir trotzdem noch einen wunderbaren Abend. Und jetzt sei erst
mal stolz auf den Mut und dass du hier auch nochmal Öffentlichkeit geschaffen
hast. Das ist ja ein weiterer Schritt. Mach's gut.
Yannick
stimmt. Mach's besser, ciao.
Sebastian
Tschüss. So, ihr Lieben, das war Yannick.
Und, boah, schon mal ein Kracher zum Anfang. Jetzt gucken wir mal, dass wir ein
bisschen über das, ja, zum Thema selbst kommen. Wobei, wann ist der richtige
Abend für so ein Thema? Eigentlich ist heute genau richtig. Und jetzt gehe ich
hier mal ans Telefon, denn es klingelt schon wieder.
Hallo, Sebastian hier, mit wem spreche ich?
Titania
Ich weiß nicht, ob wir jetzt verbunden sind.
Sebastian
Wir sind verbunden.
Titania
Titania? Okay. Okay, hallo.
Sebastian
Hallo, Titania.
Worüber sprechen wir?
Titania
Wir sprechen, oder ich würde gerne mit dir über einen Topdrop sprechen, den
ich erlebt habe, selber erlebt habe.
Sebastian
Ja,
Titania
Es ist aber alles nicht ganz so dramatisch oder so dramatisch wie bei Yannick
abgelaufen. Und nein, es ist auf eine
andere Art abgelaufen.
Sebastian
wir vergleichen Yannick. Also das heißt,
Titania
und vorweg würde ich einfach gerne mal das Aftercare ansprechen.
Als mir das damals passiert ist, hatte ich nicht sehr viel Erfahrung im BDSM.
Ich bin Femdom und ich habe mich ausprobiert und ich habe immer
Aftercare gehört, das ist für den Sub, das ist ganz wichtig, wenn der
abstürzt. Ich konnte mir nichts wirklich darunter vorstellen, bis ich dann eines
Tages eben dieses Erlebnis hatte und dann begriffen habe über dieses Erlebnis,
dass ein Aftercare genauso wichtig ist für die Top oder für die Dom,
wie für den Sub oder sein kann. Und für mich hat sich das so
dargestellt, dass ich gemerkt habe, im Aftercare kann ich mich quasi
resozialisieren. Also das heißt, alles, was ich Böses vorher gemacht
habe, das ist ein Teil von mir, aber jetzt bin ich wieder ein sozial anerkanntes
Wesen und jetzt bin ich wieder die Nette, die Liebe, die Fürsorgliche,
die Empathische.
Sebastian
du distanzierst dich dann auch ein bisschen von deiner Top-Rolle.
Titania
Ich distanziere mich nicht davon, aber ich lasse dann andere Aspekte
meiner Persönlichkeit wieder mit einfließen genau
Sebastian
Das kann ich total gut nachvollziehen. Da hast du völlig recht,
dieser Wechsel wieder rein in die sozialen
Gepflogenheiten der Gesellschaft, das ist gar nicht so einfach.
Titania
und
wenn ich von der situation jetzt gerade mal erzählen darf es war so dass ich
einen spielpartner hatte der auch wie sich später herausgestellt hat nicht sehr
viel erfahrung hatte und wir haben alles besprochen es war in einem sicheren
rahmen es gab ein Safeword und ich fing an und er wünschte sich
erniedrigt zu werden und gedemütigt und so weiter und offenbar war ihm das dann
irgendwann zu viel. Ich habe das gemerkt während der Situation.
Ich habe gemerkt, wie er immer zögerlicher wurde. Und ich habe ihn dann gefragt,
ist das jetzt die Situation für dein Safeword? Und er hat wieder
gezögert. Und dann hat er irgendwann gesagt, ja, ich glaube, das ist jetzt, und
hat das Safeword genannt.
Daraufhin habe ich alles sofort abgebrochen, habe auch alle Sachen weggeräumt.
Ich habe mich mit ihm hingesetzt und es kam aber nicht wirklich ein Gespräch
zustande. Ich habe gemerkt, da war zu viel aufgewühlt, da waren zu viele
Emotionen da, sowohl bei ihm als auch bei mir. Und ich bin dann gegangen
und hinterher entstand dann eine etwas ungute
Situation. Da gab es dann einen Chat hin und her über WhatsApp und so weiter,
viele Missverständnisse. Und mir war klar, ich kann jetzt eigentlich gar nicht
mehr mit ihm reden. Ich kann ihn nicht auffangen, aber dann wurde mir auch
bewusst, dass ich abgestürzt bin. Und ich habe drei Tage über diese Situation
nachdenken müssen. Ich habe geheult und am dritten Tag habe ich dann gesagt, ich
muss jetzt was für mich tun. Ich muss jetzt reden, ich muss irgendjemanden
finden, der mich jetzt berät.
Und ich habe dann im Joyclub gesucht, ich habe dann diese Verlinkung gefunden.
Ich glaube, die heißen Mayday. Da war es aber dann so, dass immer nur noch an
einem Wochentag jemand da war, der dann zurückrufen würde an einem bestimmten
Tag.
Ich wusste aber, ich muss jetzt sofort jemand finden und ich habe mir dann über
den Joyclub einen Mentor gesucht. Da gibt es eine Gruppe, da bieten sich
Mentoren an. Ich habe mit einem Kontakt aufgenommen, der hat mich auch sehr
schnell zurückgerufen. Und ich habe ihm dann diese Situation erzählt und
der hat mich eigentlich dann wieder eingenordet ein bisschen.
Das ging dann so, dass er mir erstmal ganz konkrete Fragen gestellt hat über
diese Situation, die da war. Er hat zum Beispiel gefragt, war dein Sub fixiert?
War der geknebelt? War der dies und das und jenes? Und Und ich habe alles
verneint. Und dann sagte mir der Mentor, okay,
dein Sub hatte jederzeit die Möglichkeit, aus der Situation zu gehen. Und ich
hatte so dieses Empfinden, oh Gott, ich habe jetzt diesen Menschen emotional
vergewaltigt. Und ich fühlte mich furchtbar schlecht und ich habe gesagt, was
bin ich für ein schrecklicher Mensch, was bin ich für ein schreckliches Wesen,
dass ich einem anderen Wesen so etwas antue. Und dann hat er mich, indem er mir
diese Situation relativiert hat, hat er mich relativ schnell eingefangen und
aufgefangen, der Mentor. Und dann
habe ich wieder Kontakt zu diesem Sub
aufgenommen und er wollte auch nicht mehr reden. Er wollte eigentlich diese
Situation überhaupt nicht mehr anschauen, überhaupt nicht mehr mit mir reden.
Ich habe dann gemerkt, das muss sein. Und ich habe dann zu ihm gesagt, okay,
ich respektiere das, aber ich glaube, es ist gut für uns beide. Ich würde mich
gerne mit dir hinsetzen an einem Tag, eine Stunde lang. Und wir reden
ganz, also ohne irgendwelche Schranken, ohne irgendwelche
Begrenzungen, was vorgefallen ist. und jeder hat
Redezeit, der andere unterbricht nicht und so weiter. Also das sind so kleine
Methoden aus dem Coaching und ich habe eine Ausbildung auch als Krisenhelferin
und weiß von daher auch, dass aus so einer Geschichte auch durchaus ein Trauma
entstehen kann.
Und ich habe ihm dann angeboten, einmal die Woche mit ihm zu reden, so lange,
bis das weg ist. Denn er hat dann irgendwann sehr schnell ausgedrückt, er hat
Angst vor mir.
Und das wollte ich dann nicht so stehen lassen. Also ich habe erst mal für mich
die Hilfe geholt und erst mal mich wieder ein Stück weit
auf diese Stufe gebracht, dass ich wieder für ihn da sein kann und habe dann so
über einen Zeitraum von vier, fünf Wochen diese Situation auflösen können.
Sebastian
Wow. Da habe ich jetzt eine Million Fragen zu, muss ich ja leider zugeben.
Titania
Okay.
Sebastian
Ich kann nicht anders, das ist aber auch meine Aufgabe hier.
Habt ihr vorher schon öfter miteinander gespielt oder war das das erste Mal?
Titania
Nein, wir haben ein paar Mal miteinander gespielt und ich habe ihn immer nach
seinen Wünschen gefragt, was möchtest du, wie möchtest du es. Ich war sehr
zögerlich seinem Wunsch gegenüber gestanden, dass er gedemütigt werden mochte,
verbal.
Letzten Endes hat sich auch herausgestellt, er hatte sich was anderes darunter
vorgestellt. Und was dann auch zur Sprache kam, war seine
Vorerfahrung. Die hatte er nur von professionellen
Dominas. Und das ist eine andere Situation. Da geht er hin und bestimmt
einen gewissen Rahmen und ein gewisses Spiel und dann kriegt er das und dann
geht er happy nach Hause. Und mein Mentor hat mir gesagt, der hat mich da drauf
gebracht, hat gemeint, hast du da mal hinterfragt? Und genau das war dann auch
ein Stück weit des Pudels Kern, dass er völlig überfordert war, dass jetzt von
mir da auch so eine Eigeninitiative kommt und ich da in dieses Spiel so
reingehe. Und er hat letzten Endes diese Angst entwickelt, weil er gesagt hat,
ich habe jetzt so eine böse Seite von dir gesehen, die mir vorher gar nicht klar
war. So diese tiefe, sagen wir es so wie es ist, diese tiefe
Lust auch auch zu quälen.
Und ich habe dann gesagt, ja, aber was hast du dir vorgestellt? Und er meinte
dann, naja, ich dachte immer, du spielst eine Rolle. Und dann sage ich, nein,
ich spiele keine Rolle. Ich habe das in mir, ich trage das in mir, das ist immer
da.
Ich habe es dann später mal verglichen wie einen Höllenhund, den ich aber
nie ganz von alleine lasse.
Sebastian
Ja, ich kann das an
mehreren Stellen mir vorstellen, die Situation. Also jetzt so von außen
betrachtet, wie du es erzählst, seid ihr im Prinzip beide an der Stelle
überfahren worden. Er mit, das ist jetzt tatsächlich real und das fühlt sich
ganz anders an und er hat ja die Kontrolle, anders als im Studio zum Beispiel,
die Kontrolle hat er tatsächlich verloren.
Titania
ja
Sebastian
Was man sich ja eigentlich wünscht, hat dann doch geängstigt. Und dann auch für
dich dieses, du bist plötzlich, ja, du bist die
Böse. Also ich stelle mir das gerade vor wie in so einem Kinofilm, wo man die
ganze Zeit dem Guten über die Schulter schaut und dann kriegt der in der Mitte des
Films gesagt, du weißt schon, dass du eigentlich die Böse bist, die hier die
Weltherrschaft an sich reißen will, du merkst es nur nicht. Also ich stelle mir
diese Erkenntnis gerade so vor und es ist gut, dass du gesagt hast, okay, ich
kümmere mich jetzt um mich, weil man könnte ja auch meinen, naja, du hast ja die
Verantwortung, du bist die Domme, du musst ja deinen Sub beschützen und
auffangen und alles, aber an der Stelle ist ja der Punkt, dass man manchmal
einfach auch erstmal selber Unterstützung braucht und miteinander konntet ihr ja
offenbar nicht sprechen.
Titania
erst mal nicht ja und das ist auch ein ganz wichtiger punkt diese stille annahme der
dom steht über allem der oder die dom muss doch hier darüber
stehen muss immer immer die Kontrolle haben und so weiter. Und deswegen wird
sehr wenig über Topdrops gesprochen im Allgemeinen,
was ich erlebt habe. Es kann sein, dass jemand anderes das anders erlebt.
Wenn ich jetzt in den Joyclub gehe, da gibt es dann Femdom-Gruppen. Da kann ich
mich dann, da kann ich darüber schreiben, da kann ich Kontakt aufnehmen zu
Leuten. Ich glaube nicht, dass es so etwas bei den männlichen Doms gibt. Ich
weiß es nicht, aber mir hat das damals geholfen, auch über diese Gruppen zu
schreiben.
Sebastian
Ja, also mir ist da jetzt auch nichts bekannt, aber wenn es Gruppen gibt, du
hast ja eben schon mal Mayday erwähnt, mag ich mal sagen, ich habe ja so eine
Seite auf der Kunst der Unvernunft Webseite, die heißt Hilfsangebote. Da stehen
momentan nur drei, nämlich Mayday, Kink Friendly Professionals und die
BDSM-Beratungsstelle Hannover. Da kann ich auch gerne welche hinzufügen, wenn da
Menschen Angebote schaffen, dann verlinke ich die sehr, sehr gerne. Ich weiß
auch, dass diese Seite recht häufig aufgerufen wird tatsächlich und dass die
Links auch recht häufig geklickt werden.
Also an der Stelle, das kann einfach passieren und normalerweise würde ich ja
sagen, okay, dann ist gut, wenn man dann so einen Psychologen irgendwie an der
Hand hat, den man mal anrufen kann, aber in diesem Land ist das ja nicht
verfügbar, es sei denn, man ist reich und deshalb muss da im Netzwerk viel
passieren.
Titania
ist schwierig.
Sebastian
Und ich finde es toll, dass du da jemanden gefunden hast, der dir die Situation
auch nochmal, ja, versinnbildlicht hat. Was war eigentlich und wo
endet auch deine Verantwortung? Und ja, ich glaube, als Top ist man
natürlich extremst verantwortlich, aber man ist auch immer gemeinsam füreinander
verantwortlich.
Titania
genau.
Sebastian
Aber in so einer Situation wie der, die du beschrieben hast, da sind ja beide
nicht mehr dazu imstande, diese Verantwortung auch umzusetzen. Also weder du
noch er. Erst im Nachhinein muss ich übrigens mal ganz stark gratulieren, dass
du dann auch nicht locker gelassen hast, dass du gesagt hast, okay, das wird
jetzt geklärt und woher soll man auch vorher wissen, welche Wünsche
und welche Situationen bei einem was auslösen.
Titania
richtig. Ich meine, heute ist es anders. Heute habe ich einen Partner,
mit dem ich auch in einer Beziehung bin. Und wenn da was ist, kann ich ihn
natürlich jederzeit mit ihm reden und da löcher ich den auch und sage, was ist jetzt da
schiefgelaufen oder wie hast du das empfunden oder jenes. Das ist dann so das,
ich sage jetzt mal, das reguläre Aftercare.
Sebastian
Magst du verraten, wie ihr das gestaltet? Also ist das einfach nur Gespräch oder
habt ihr da vielleicht auch ein Ritual, wie ihr da reinkommt?
Titania
Wir haben ein Ritual.
Er steht sehr stark auf Fixierungen etc. und
das beginnt da, wo ich ihn löse aus den Fixierungen.
Erstmal ist es in einer Situation, wo es wortlos passiert, passiert, weil ich
weiß, dass er da nicht reden will, aber ich bin da und ich habe
ihm das ganz am Anfang auch klar gemacht, da meinte er, ja, ich brauche jetzt
einen Moment, dann sage ich, ja, aber du bist hier nicht alleine in diesem
Spiel, ich brauche das genauso und wenn ich nur neben dir stehe, das ist mir
scheißegal oder wenn ich nur meine Hand auf deinen Arm lege, das ist mir ganz
egal, aber wir setzen uns dann irgendwo auf die Seite, dann nehmen wir uns ein
paar Minuten und wenn du dann okay bist, dann kannst du anfangen zu reden.
Und so gestalten wir das.
Sebastian
Und das
Gespräch, ich glaube, da mag ich nochmal ein bisschen drauf eingehen heute
Abend.
Also ich habe die Erfahrung gemacht, dass dieses Gespräch hinterher ist
natürlich erstmal so ein bisschen Wunden lecken, rekapitulieren, wie geht es
einem jetzt, was ist passiert, was war so ein bisschen, ich sage nicht
Manöverkritik, was war gut oder schlecht, aber schon so ein bisschen, dass man
seine Erfahrung austauscht. Weil dein Gegenüber und du, ihr habt ja nun mal
exakt gegensätzliche Erfahrungen gemacht. Und es ist ja wichtig, auch mal
auszutauschen, wie war denn das fürs Gegenüber? Da habe ich manchmal tolle
Überraschungen erlebt, dass dann das Podcastsubbie erzählt hat, ja, das war so
und so und das war total gut. Und ich erinnere mich dann, der Moment, der war
für mich so, oh Gott, ich verliere hier gleich die Kontrolle, weil es gerade
schwierig ist.
Titania
auf jeden
Sebastian
Und dass man dann so aneinander ein bisschen lernt. Aber ich finde, das geht
dann auch über Tage, dieses Aftercarrying, dass man über Tage noch darüber
spricht, dass man das auch nochmal ein bisschen reflektiert. Und das macht ja
auch irgendwie Spaß, über die tollen gemeinsamen Erlebnisse zu sprechen.
Titania
Ich finde das super, dieses Wort Manöverkritik. Genau das trifft es auch. Damit
ich beim nächsten Mal einfach weiß, was geht da vor. Ich kann nicht alles aus
irgendwelchen körperlichen Signalen oder
Reaktionen lesen, da ist viel zu viel Interpretation dabei. Ich muss es auch
hören, ich muss es auch fragen, erfragen und auch lachen und wissen.
Sebastian
Ja, und man muss vielleicht auch Zuspruch bekommen.
Titania
Genau.
Sebastian
Das war gut.
Titania
Ja, genau.
Sebastian
Also auch das ist eine Manöverkritik. Einfach sich auch zu versichern, es ist
alles in Ordnung. Also so blöd das klingt, ich finde, das muss dann auch mal
ausgesprochen werden. Mir geht's gut. Ich hatte Spaß. Spaß.
Titania
ja,
Sebastian
Also diese Ich-Botschaften, ganz wichtig.
Ich finde allein das ist schon so ein Gefühl, dass man weiß, okay, ich habe
meine Sache jetzt gut gemacht, jetzt kann ich mich entspannen, ich bin jetzt
nicht im, ich sag mal, Subbie-Auffang-Modus, sondern die ist super, die ist
beseelt, die fliegt gerade schön, dann kann ich jetzt mit ihr zusammen landen.
Titania
Ja,
ja, ja,
Sebastian
Also auch das ist ja Aftercare, also das heißt zwar Care, aber im Grunde ist es
nur eigentlich ein, dass man auch gegenseitig erstmal realisiert, wie toll das
gerade war. Und wenn es halt mal nicht so ist, dann ist wenigstens eingeübt, wie
man miteinander spricht.
Titania
sich quasi wieder auf dieselbe Ebene einkalibrieren, oder?
Sebastian
Ja, also ob man dann so schnell auf dieselbe Ebene kommt, das weiß ich nicht,
aber es ist halt nochmal ein eigener Modus. Alltag, Spielen und dann nochmal die
Zeit nach dem Spielen da, auch mehrere Stunden danach. Ich finde, das ist
nochmal ein ganz eigenartiges Gefühl und ja, aber das ist eben der Punkt, wir
zahlen, nein nicht wir zahlen, aber wir gehen Risiken ein, weil es Spaß macht
währenddessen und vielleicht dann eben auch hinterher, aber es bleibt halt ein
Risiko und ja, die Frage ist ja, wie merkt man selber? Also wie
hast du damals in der Situation gemerkt, okay, mich hat es jetzt doch getroffen,
also ich brauche Hilfe. Gibt es da irgendwas, was du gespürt hast, was anders
war? Aber
Titania
natürlich ich bin nach hause und ich habe einfach
also ohne ohne ende geweint und als das nicht von allein aufhörte
habe ich gesagt so jetzt bin ich hier in einem handfesten problem und bevor das
jetzt sich irgendwie weiterentwickelt muss ich reden.
Und ja, also ich weiß nicht, ist das die
Antwort auf deine Frage, wie ich es gemerkt habe?
Sebastian
ja, ja, danke.
Das ist natürlich bei jedem und jeder unterschiedlich, keine Frage.
Titania
Okay.
Sebastian
Aber klar, wenn man merkt, ich komme aus der schlechten Stimmung, oh Gott, das
ist eine völlige Untertreibung, aber ich komme da nicht mehr raus.
Aber es hat ja offenbar, du hast es hinterher gut nachbereitet für dich, für
euch und jetzt hast du heute weiterhin BDSM und Spaß und hast nicht aufgehört,
dich nicht abhalten lassen. Das ist doch wunderbar. Ist sowas nochmal passiert?
Titania
nicht mehr in der Form. Es war mehr das, was du
jetzt gerade auch auch beschrieben hast, dass man sich dann hinterher fragt,
ups, was ist da jetzt schiefgelaufen oder Manöverkritik, kann ich da irgendwie
anders reagieren, muss ich da auf etwas anderes achten und so weiter.
Aber das ist mehr dieser emotionale Abbruch. Und meistens sprechen wir beim
BSDSM, wenn wir von Verletzungen reden, von körperlichen Verletzungen, also die
körperliche Unversehrtheit. Ich finde die emotionale Seite viel, viel
schwieriger. Denn emotionale Verletzungen, ich habe bemerkt, dass...
Sebastian
Oh, ich muss dich mal unterbrechen. Unser Ton wird gerade immer schlechter, du
wirst ja immer abgehackter. Ich weiß nicht genau, warum das gerade passiert.
Bevor du jetzt ganz weg bist, ich sage einfach mal Dankeschön, weil auch das ist
ein ganz wichtiger Punkt.
Titania
gern.
Sebastian
Es passiert, es kann jeden treffen, es hat dich einmal getroffen, du hast
Maßnahmen ergriffen, du warst mutig und hast gesagt, ich mache da jetzt was und
hast Hilfe gefunden.
Titania
Mhm.
Sebastian
Und dann auch innerhalb der Peergroup jemanden zu finden, der dich da mal auf
den Pott setzt und dir die Situation nochmal vor Augen führt, wie es eigentlich
war.
Super.
Klingt gut, kann ich nur empfehlen wahrscheinlich.
Titania
Auf jeden Fall.
Sebastian
Auch wenn ich selbst in der Situation nicht war, aber es tut immer gut, jemanden
zu haben, mit dem man drüber reden kann. Super.
Titania, bleib gleich noch kurz dran und ich bedanke mich ganz herzlich, dass du
das hier beschrieben hast und
dass es auch ein schönes Happy End geworden ist im Grunde und ich wünsche dir
einfach noch ganz viel Spaß beim Spielen und boshaft sein.
Titania
Alles klar, danke dir.
Sebastian
Sehr gerne. Mach's gut. Tschüss.
So ihr Lieben, das war Titania und es trifft einen manchmal einfach
und
manchmal brauchst du auch mal ein Stündchen, bis man merkt, boah, das war jetzt
nicht gut, mir geht's gerade nicht gut, aber umso schöner, dass sie dann
Wege gesucht und gefunden hat, da rauszukommen, um dann eben auch mit ihrem Sub
dann dann das zusammen weiterverarbeiten zu können. Finde ich klasse. Nichts
schlimmer, als wenn sowas dann nie weiter ausgesprochen wird. Wenn ihr möchtet,
ruft mich gerne an. Wir sprechen weiter unter
05101-911-8952. Und
da könnt ihr mit mir sprechen über das Thema Subdrop, Domdrop und Aftercare.
Und ich merke gerade, wir haben noch nicht über den Subdrop gesprochen.
Vielleicht mag mal eine Person beschreiben, wie das denn eigentlich ist, weil
das ist etwas, auch da wird viel drüber gesprochen, aber wie fühlt sich das
eigentlich an?
Ja, ich bin gespannt. Während ich hier erwarte, dass das Telefon klingelt, und
das wird es bestimmt tun, gehe ich mal meine lustige Liste durch, die ich immer
wieder habe. Ich kann euch mal verraten, dass ich den kleinen Osterurlaub
genutzt habe, um die Kunst der Unvernunft Webseite 2.0 zu bauen. Sie ist bald
fertig. Da gibt es ein paar neue Sachen inklusive einem völlig neuen Design. Ich
bin sehr gespannt. Ich habe mir schon sagen lassen, das ist Geschmackssache mit
Grün und Lila und noch anderen Farben. Ich bin sehr gespannt, was ihr dazu sagt.
Aber ich bin da auf jeden Fall fleißig gewesen, denn es gab ja jetzt am Montag
auch keine neue Folge. Die ist leider ausgefallen. Dafür kann ich euch aber
schon mal verraten, dass ich im April noch eine ganze Menge Unvernunft mache.
Ich nehme morgen früh um 10 Uhr morgens auf, das ist also nach nicht mal
13 Stunden ist der Gast schon da, dann geht es am Dienstag weiter mit der
nächsten Aufnahme und Freitag bis Sonntag in Hamburg und am 28. noch eine
Aufnahme. Oh, dann ist also der Puffer wieder voll. War jetzt spannend, Termine
zu finden. Und ja klar, um Ostern herum hat halt niemand Zeit.
Aber der Rhythmus bleibt. Das haben mich schon ein paar Leute gefragt. Mensch,
wo bleibt die neue Folge? Ja, manchmal geht es einfach nicht. Aber ich
denke, mit dem, was jetzt im April alles aufgenommen wird, passt es dann wieder
ganz wunderbar. Und dann gibt es dann im Sommer irgendwann auch eine kleine
Sommerpause. Aber bis dahin ist ja noch lange hin. Dann werdet ihr merken, wenn
es so warm ist, dass ihr keine Podcasts mehr hören wollt, dann ist Zeit für eine
Sommerpause. Ihr Lieben, ich würde wirklich gerne noch mit ein, zwei Menschen
über das Thema sprechen, spiele euch aber erstmal einen Einspieler ein. Ich habe
drei an der Zahl und fangen wir doch mal an mit dem, den ich heute Abend noch
bekommen habe, vom Herzkönig. Ja
Herzkönig
Ein herzliches Hallo an alle. Hier ist der Herzkönig von Herzkönig und Sonne. Wir
hören, wie so oft auch heute, den Podcast getrennt und chatten dabei
miteinander. Auf diesem Wege ganz herzliche Grüße an meine geliebte Sonne. Es
ist schön, dass es dich gibt.
Aufgrund unserer Konstellation sind wir im Alltag nicht beieinander. Unsere
Partner wissen zwar Bescheid und geben uns viel Freiraum,
Aber dennoch ist der Drop direkt nach der Qualitätszeit, die wir haben,
unheimlich groß. Und das erwischt mich als Top genauso wie meine geliebte Sonne
als Sub.
Ja, unsere Nestbeziehungen geben uns auch viel Halt und geben uns den Raum, dass
wir dann auch nach den Wochenenden, die wir gemeinsam verbringen oder nach den
Abenden, die wir gemeinsam verbringen, auch miteinander telefonieren können,
dass wir viel miteinander kommunizieren können.
Aber bei uns sind es dann gerade die kleinen Rituale, diesen Drop zu überwinden.
Und diese Rituale bauen eine gewisse Nähe auf, wenn wir nicht beieinander sind.
Zum Beispiel auch das Chatten heute Abend.
Und ja, diese persönlichen Rituale hat jeder von uns. Und das würde jetzt
aber zu weit führen. Vielleicht dazu mehr an anderer Stelle.
Aber ein besonderes Ritual möchte ich hervorheben. Ich bekomme jeden
Abend einen eingesprochenen Abendgruß von meiner Sonne. Meistens ist es ein
Gedicht und dieses Gedicht höre ich dann so oft
nacheinander, bis es mir wieder gut geht. Es sind Audionachrichten,
die ich auch weiter zurück immer wieder verfolgen kann, natürlich in unserem
Chat und dann auch immer wieder andere aufrufen kann. Es war mal ein
wunderschönes Lied, was mich immer wieder zu Tränen rührt, was sie mir gesungen
hat. Und auch das höre ich dann immer wieder ab und
so lange, bis der Drop nachlässt. Ich wünsche allen noch eine schöne
Sendung und einen guten Start ins Wochenende.
Sebastian
ihr Lieben, das war der Herzkönig und ist das nicht eine wunderschöne Geste, da
bekommt man Audionachrichten oder auch vielleicht Lyrik oder ein Lied, also
wirklich so ein kleines Geschenk, um sich danach wieder wohl zu fühlen, finde
ich ganz enorm und Dankeschön für diesen Beitrag
und auch den Herzkönig findet ihr natürlich in der Folge verlinkt. Und ja,
und jetzt genau in diesem Moment klingelt hier das Telefon. Perfektes Timing.
Gehe ich doch mal ran.
Hallo, Sebastian hier. Mit wem spreche ich?
Rosa
hier ist die Rosa.
Sebastian
Hallo, Rosa. Schön, dass du anrufst.
Rosa
Ja, gerne.
Sebastian
Worüber sprechen wir?
Rosa
Ich würde gerne, weil wir jetzt schon zwei Themen hatten, quasi über das Thema
Subdrop sprechen und da ein bisschen von meinen Erfahrungen berichten.
Sebastian
Oh ja, bitte. Also nicht toll, aber toll, dass du darüber sprechen möchtest.
Rosa
habe gerade noch einen Schluck getrunken und bin ein bisschen aufgeregt.
Sebastian
Sehr gute Idee. Ach, ganz entspannt. Also du bist selbst Sub und dich hat es auch
schon mal dahin gerafft.
Rosa
Also ich bin grundsätzlich Switch,
tendiere mehr zu Sub, beziehungsweise mache als Sub, sage ich mal, härtere
Sachen, wo man dann auch immer schneller abstürzen kann. Und ja,
ich habe witzigerweise, oder nicht witzigerweise, aber schon in meiner
allerersten Session einen Absturz gehabt, wurde da so super aufgefangen, dass
ich danach gesagt habe, boah, das will ich weitermachen.
Sebastian
Okay, also das Auffangen quasi als Qualitätszeit, das ist auch nicht schlecht.
Rosa
Genau.
Sebastian
Darf ich fragen, was ist passiert?
Rosa
Also kann ich im Detail gar nicht mehr so richtig sagen. Ich weiß nur, dass ich
damals, also es war wirklich meine allererste Session, ich war komplett neu in
der ganzen Szene, in dem ganzen Zeug und ich hatte auf einer Party jemanden
belabert quasi, mich zu bespielen und er hatte mich dann geschlagen und
irgendwie hat sich das dann so aufgebauscht, dass dann waren es irgendwann zwei,
also zwei Leute, die die ich auch kannte und die wollten mich dazu bringen, dass
ich schreie und ich habe das einfach mental nicht hinbekommen in dem Moment und
sie haben halt immer härter zugeschlagen und irgendwann ist es bei mir umgekippt
und dann, ja, dann habe ich irgendwie angefangen zu weinen und das haben sie
dann sofort gemerkt und da haben mich dann ganz lieb gekuschelt und alles und
dann war das auch ganz schnell wieder gut.
Sebastian
Okay, also wie hast du gemerkt, okay, jetzt ist Schluss, es kamen die Tränen
oder hast du noch irgendwie ein Safeword von dir gegeben oder irgendwas in die
Richtung?
Rosa
Nee, gar nicht, also ich bin einfach abgekippt in dem Moment.
Sebastian
Okay, also körperlich abgekippt, also ich sag mal umgekippt oder wirklich so ein
jetzt geht's nicht mehr und Schutz suchen?
Rosa
Nee, wirklich, wirklich psychisch in dem Moment. Moment.
Sebastian
Hm. Okay. Was hast du denn selber da mitbekommen, was in dir passiert
ist?
Rosa
Kann ich jetzt gar nicht mehr so richtig sagen im Nachhinein. Ich wollte auch
eigentlich über einen anderen, aktuelleren Fall sprechen, weil das jetzt schon
ein bisschen älter ist, das Ganze.
Sebastian
Oh, es gibt mehrere. Okay.
Rosa
Ich wollte das bloß so einleitend sagen, dass ich also schon Erfahrungen mit
mehreren Abstürzen habe und das Thema Aftercare ist ja auch noch so ein Thema,
wo wir gerne noch drüber sprechen können, was ich unglaublich wichtig finde in
diesem Zusammenhang, um das Ganze zu vermeiden.
und es gibt halt einen sehr aktuellen Fall, sage ich mal, wo ich einen starken
Drop hatte und das ist eigentlich der, über den ich mehr erzählen möchte, weil
ich da inzwischen mehr reflektieren kann und mehr sagen kann, was eigentlich
passiert ist und wie man es vielleicht vermeiden könnte
Sebastian
Okay, bevor du erzählst, sonst so ein Drop ist was Regelmäßiges oder das lässt
sich noch an einer Hand abzählen für dich?
Rosa
Also es lässt sich an einer Hand abzählen, beziehungsweise kann ich jetzt
erst, Also ich habe im letzten Jahr, muss ich sagen, sehr, sehr viel über
Kommunikation und über mich selber und über Bedürfnisse äußern und so gelernt.
Und ich kann jetzt erst sagen, okay, das, was ich damals gefühlt habe, das war
ein Absturz. Ich habe es aber damals nicht als solchen erkannt.
Sebastian
Okay, so und jetzt bin ich gespannt, was ist dir neulich passiert?
Rosa
Genau, also ich muss mal ganz kurz die Ausgangskonstellation sagen, um das zu
erklären, also ich bin verheiratet und mein Partner, mit dem mache ich sehr,
sehr soft BDSM und lange Zeit war es halt so, dass ihn das gar nicht
interessiert hat und ich quasi alles an BDSM außerhalb der Beziehung gemacht
habe, das heißt immer mit wechselnden Spielpartnern Und das war quasi so, dass
man sich dann entweder zu zweit getroffen hat oder eben auf einer Party und dass
ich quasi, wenn die Session vorbei war, relativ schnell wieder in den Alltag
zurück musste und auch in den Familienleben zurück musste und sozusagen auch so
Thema Aftercare so im Nachhinein betrachtet vielleicht immer so ein bisschen
diese Zeit gefehlt hat, um mich wieder aufzubauen.
Sebastian
Also von der Party ist man getrennt nach Hause gefahren.
Rosa
Genau, genau. Oder vielleicht noch zusammen in eine Richtung und hat sich dann
eben aufgeteilt.
Sebastian
Okay, gut, wow. Dann ist natürlich klar, man hat nicht so viel Zeit, um das
alles nochmal miteinander nachzuerleben. Und im Zweifel will zu Hause auch
niemand wissen, was da gerade abgegangen ist. Du musst also funktionieren.
Rosa
Genau, genau.
Sebastian
Okay.
Rosa
Und das sind halt auch so Situationen, die habe ich damals noch nicht erkannt,
aber wo ich so im Nachhinein gesagt habe, ja genau, das war damals ein Absturz,
das ist nicht gut gelaufen, war zwar eine schöne Party, aber das, was danach
war, war nicht gut. Aber wie gesagt, das habe ich halt sehr viel erst im
Nachhinein mitbekommen. Und zwar aufgrund dieses Ereignisses, was jetzt kürzlich
passiert ist. Weil da ist nämlich genau das passiert, dass es sehr, sehr gut
aufgearbeitet wurde und ich sehr, sehr viel daraus mitnehmen konnte.
Sebastian
Ja, also auch da wieder eine Situation gespielt und dann kam das dann
hinterher später oder hat sich quasi gleich dahin gerafft wie beim ersten Mal?
Rosa
ich kann ja mal die Session beschreiben. Es sind zwei weitere Personen
beteiligt. Ich habe das vorher abgeklopft und werde versuchen, nicht zu viel von
den anderen beiden Leuten zu erzählen, sondern erst von mir hauptsächlich. Wir
hatten eine Szene zu dritt gehabt. Ich mit meinem festen Spielpartner und seiner
Freundin.
Das war quasi unsere erste Begegnung zu dritt. Wir hatten ein wunderschönes
Spiel gehabt.
Ich hatte ganz zum Schluss, dazu muss ich sagen, dass ich immer mal wieder mit
Eifersucht zu kämpfen habe und das aber, sage ich mal, das, was ich
meinte, dass ich im letzten Jahr sehr, sehr viel gelernt habe, auch über
Kommunikation und an dieser Eifersucht halt sehr aktiv arbeite. So, und wie
gesagt, wir hatten unsere Sache zu dritt, die war wunderschön und es gab zum
Schluss, wo eigentlich schon alles vorbei war, gab es eine Sache, die mich
rausgebracht hat, da hatte ich quasi so eine Eifersuchtsattacke bekommen, sage
ich mal, und bin dann, habe den Fehler gemacht, das nicht anzusprechen sofort,
sondern irgendwie mich aus der Situation zu entfernen. Habe dann quasi so einen
Absturz gehabt im Sinne von, ich habe dann richtig geheult, dass eine andere
Person, die anwesend war, musste mich dann trösten. So und dann hat das so ein
bisschen gedauert, bis ich wieder auf dem Damm war
und letztendlich haben wir uns zu dritt dann wirklich nochmal hingesetzt und
alles nochmal aufgearbeitet, alles nochmal besprochen. Was ist jetzt gerade
eigentlich schief gelaufen? Also auch diese gesamte Session, was ist gut
gelaufen, was ist jetzt zum Schluss schief gelaufen, wo haben wir zu wenig
kommuniziert, wo hätte was anders und so weiter. Also sind wir alle drei
wirklich mit einem sehr, sehr guten Gefühl rausgegangen aus der ganzen Situation
und gesagt, okay, wir haben alles besprochen, wir sind alle frohen Mutes, wir
würden das gerne wiederholen, wie auch immer. Also alle mit einem positiven
Gefühl rausgegangen. So, und dann hatte ich eine Autobahnfahrt oder eine
Autofahrt von ungefähr anderthalb Stunden bis nach Hause und habe auf der
Autofahrt gemerkt, wie es mir immer schlechter ging, wie ich immer trauriger
geworden bin und bin quasi richtig scheiße drauf zu Hause angekommen.
Und das war natürlich, wie gesagt, mit der Konstellation Alltag und Familie
maximal ungünstig, dass ich also sehr, sehr gut gelaunt losfahre und dann sehr,
sehr mies drauf zu Hause ankomme. Mein Mann hat mich dann zum Glück gut
aufgefangen und es hat aber dann wirklich insgesamt, sage ich mal, drei Tage
gedauert, so mit allen Gesprächen und allem, was wir da geführt haben, bis ich
wieder auf dem Damm war.
Und was mir tatsächlich auch sehr geholfen hat, war eine Folge Kunst der
Unvernunft, nämlich über BDSM und Psyche, wo deine Interviewpartner davon
gesprochen hatten, Wir hatten in einem kurzen Moment, dass es halt sein kann,
dass die Hormone halt so krass abstürzen, das muss nicht sofort passieren,
sondern das kann auch noch Tage später passieren. Und das war für mich wirklich
ein Erleuchtungsmoment, dass es also nicht an mir liegt und an meiner
Kompliziertheit, sondern dass das einfach ein hormonelles Ding ist und dass man
das halt irgendwie anders mit mehr Aftercare oder was auch immer noch hätte
auffangen können.
Sebastian
das ist ein ganz wichtiger Punkt. Ich meine, der Körper und die Psyche, die
funktionieren halt nun mal und was Hormone anrichten können, das wissen wir alle
mehr oder minder. Also ich war auch mal ein Pubertier und um Gottes Willen,
ich will gar nicht weiter darüber reden. Im Nachhinein, von heute betrachtet,
kann ich auch nicht sagen, was war denn damit hier los. Das war übrigens Folge
76, BDSM, alles Psyche oder was.
Aber ja, das ist natürlich jetzt so ein krasser Punkt. Da ging es dir
währenddessen schlecht. Dann wurde geredet, es wurde alles aufgearbeitet, alles
ist fein. Alle gehen auseinander mit dem Gefühl, ja, wir haben die Situation
ordentlich bewältigt. Und hast du dich dann hinterher dort nochmal gemeldet und
gesagt, ja, wir haben das alles toll aufbereitet, aber hat doch nicht geklappt.
Jetzt bin ich doch wieder ins Loch gefallen.
Rosa
genau das.
Sebastian
da könnte ich auch nichts machen, wenn du dann weit weg bist.
Rosa
Aber wenn man das sich nochmal durchdenkt und nochmal bespricht, kommen dann
manchmal auch noch andere Aspekte. Und ich hatte da im Auto schon irgendwie so
das Gefühl, mir hat so ein bisschen die, oder im Auto war so die spontane
Empfindung, mir hat die Zeit zu zweit mit meinem Spielpartner gefehlt. Das war
das, wo ich im Auto der Meinung war, das war jetzt falsch, das war der Fehler
und ich bin dann quasi zu Hause angekommen und habe gesagt, ja, mir geht es
jetzt nicht gut, ich habe während der Autofahrt nochmal drüber nachgedacht und
habe identifiziert, diese Zeit zu zweit hat mir gefehlt. und das war dann eben
was was ich zurückgespiegelt bekommen habe so ein
bisschen ich will es nicht böse sagen, aber so ein bisschen unverständlich so
wie kann es sein, dass wir jetzt gerade so eine wunderschöne Session hatten und
wegen dieser einen Sache bist du jetzt total mies drauf und überlagert alles
andere, was da gerade passiert ist so, na
Sebastian
Ja, also logisch ist das immer nicht. Das ist ja, wenn das alles so logisch und
so einfach wäre, dann könnte ich das Handbuch schreiben, BDSM gelingt garantiert
immer, BDSM mit Gelinggarantie, so rum.
Rosa
genau, genau
Sebastian
Warum?
Rosa
hätte ich gern
Sebastian
ne? Ist aber einfach so.
Also jetzt im Nachhinein, hättest du was ändern können? Ist das, was du als
Problem oder als Ursache identifiziert hast, war das die Ursache jetzt im
Nachhinein oder ist es halt einfach so, kann man das einfach sagen, ist halt so,
hätte man nicht verhindern können?
Rosa
Nein, ich glaube tatsächlich eher auch, wie gesagt, nachdem ich da deine
Podcast-Folge gehört habe und nachdem wir eben alle nochmal eine Nacht drüber
geschlafen haben und nochmal miteinander gesprochen haben, also wie gesagt, wir
haben danach wirklich intensive Gespräche geführt, einzeln jeweils, ich mit
meinem Mann, ich mit meinem Spielpartner, ich mit seiner Freundin, die beiden
wahrscheinlich auch nochmal und haben da sehr, sehr lange Gespräche geführt und
das versucht zu analysieren und ich bin tatsächlich der Meinung, Ich habe die
Meinung, dass es eigentlich am Aftercare gelegen hat, dass wir eben zu wenig
Zeit uns genommen haben, um einfach zu dritt nochmal uns zusammen zu kuscheln
oder auch zu zweit eben und das drüber reden ist das eine, aber Aftercare ist
halt auch einfach so ein bisschen so dieses körperliche Nettsein eben von dem,
was die Vorrednerin gesagt hatte, von diesem ich bin böse wieder runter zu
kommen und zu sagen, nee, wir sind auch körperlich nett zueinander.
Sebastian
also ich kenne das auf Partys. Also ich bin nach dem Spielen,
ich glaube da sind wir beide hier auch, unglaublich schlechte Gesellschaft für
Menschen, weil dann sitzt man in der Ecke und muss erstmal runterkommen und wehe
mich quatscht, irgendwer will irgendwas. Irgendwas. Und wenn er nur Hallo oder
Tschüss sagen will, ist egal. Ich kann dann erstmal, dann bin ich nur bei Subbie
und dann brauche ich diese Zeit mit ihr und sie hoffentlich braucht die auch.
Aber dann, das ist gerade an so einer Partysituation, wo viele Menschen sind, da
ist das natürlich auch nochmal ein bisschen schwierig, sich so ein bisschen
zurückzuziehen. Weil dann hat man eigentlich die öffentlichen Bereiche, wo die
Bar ist und alles mögliche mit viel zu wenig Sitzmöglichkeiten und Couch und
Kuschelecke und keine Ahnung was.
Rosa
Ja, das stimmt.
Sebastian
Und dann hat man die Spielbereiche. Aber das ist manchmal gar nicht so leicht,
so einen Ort zu finden, wo man einfach sagen kann, komm, und hier packen wir uns
mal hin und haben unsere Ruhe für uns und landen erstmal wieder ein bisschen.
Rosa
Ja, ja.
Sebastian
So ein bisschen. Ich habe so ein bisschen die Frage, die habe ich mir
vorgenommen zu stellen heute. Wenn du weißt, okay, ich bin abgestürzt und ich
habe vielleicht identifiziert, es hängt vielleicht damit zusammen, je höher ich
fliege, desto schneller und tiefer lande ich und knall auch vielleicht mal auf,
spielt man dann vielleicht anders, dass man sagt, naja, vielleicht spiele ich
so, dass ich das, den Drop verhindern kann. Ist das so im Hinterkopf so ein
bisschen drin?
Rosa
Das ist tatsächlich das, wo ich gesagt habe, was ich im Nachhinein erkenne, was
bei alten Sachen schiefgelaufen ist. Weil wie gesagt, also dieses Ding mit den
Hormonen, das war für mich wirklich eine Erkenntnis. Das habe ich einfach noch
nicht, also natürlich weiß ich, dass Hormone im Spiel sind, aber dass das halt
auch so nachwirken kann. Und es war eben, wie gesagt, bei früheren Spielpartnern
eben wirklich so, wie gesagt, man fährt eben auf eine Party, ist da zusammen und
danach geht man wieder getrennter Wege. Und dass ich auch im Nachhinein jetzt
sagen würde, in diesen krassen Situationen hat mir wirklich das ausreichende
Aftercare dann gefehlt oder das Aftercare, was da war, war vielleicht nicht lang
genug oder so. und genau das, was du sagst. Ich hatte zwischendurch wirklich so
ein Ding, dass ich gesagt habe, BDSM ist eigentlich wie eine Droge. Also je
höher der Rausch ist, desto stärker ist nachher der Absturz und ich hatte
teilweise wirklich Angst davor dann gehabt oder so im Kopf so eine
Kosten-Nutzen-Rechnung irgendwie gemacht. So lohnt sich das jetzt wirklich,
einen neuen Spielpartner zu suchen, um dann wieder in diesen Zustand zu kommen.
Also lohnt sich der Rausch denn für den Kram, den man dann im Anschluss hat, für
den Aufwand?
Sebastian
Und lohnt er sich?
Rosa
Ja, natürlich.
Sebastian
Also ich kenne selber die Situation, dass man auf dem Weg nach Hause von der
Party nochmal bei so einem Nachts, wenn es morgens schon hell wird, nochmal bei
so einem blöden Burger-Brater anhält. Es ist zwar total widerlich, das Zeug ist
halb kalt und es schmeckt auch nicht. Einfach nur um nochmal so eine halbe,
dreiviertel Stunde Zeit so miteinander quatschen rauszuschinden.
Ja, und auch wo man ein bisschen Zeit hat, dann, ich sag mal, den Körper mit ein
bisschen Essen hilft natürlich auch so ein bisschen, weil man den ganzen
Zuckerhaushalt wieder ein bisschen klar kriegt und so, aber dass man einfach
dann sagt, okay, ich mag das Zeug nicht, aber da ist das große Schild, ich halte
da jetzt an, bestelle irgendein Fraß, egal, tut trotzdem gut, weil man dadurch
nochmal ein bisschen extra Zeit hat, die man manchmal dann auch braucht, ohne es
zu merken.
Rosa
Da sind wir bei uns zum Glück in einer komfortablen Situation. Wir sind nämlich,
oder ich muss dazu sagen, ich organisiere auch einen Stammtisch in Erfurt,
Werbung, Werbung. Und wir machen inzwischen unsere eigenen Partys und haben eine
Location, in der man übernachten kann. und sehr unproblematisch und kriegen dann
am nächsten Tag ein wunderbares Frühstück und da ist natürlich noch sehr, sehr
viel Zeit, um das dann eben, wie du sagst, in der Gemeinschaft in Ruhe
ausklingen zu lassen und in Ruhe miteinander reden zu können und wieder
runterzukommen.
Sebastian
Ja,
ich sehe das ja auch so ein bisschen als erweitertes Aftercare, wenn man dann
irgendwie auf einer Party gespielt hat und ich sage mal ein paar Stunden später
dann Menschen mit einem drüber reden, die das vielleicht auch gesehen haben und
einem da nochmal ein bisschen was zurückmelden und das geht natürlich runter wie
Öl, wenn jemand sagt, ich habe das gesehen und total schön.
auch das, ich sag mal Aftercare ist erstmal alles, was gut tut okay,
Rosa
Ja, eben, oder diese Telefonate danach. Also es müssen nicht unbedingt jedes Mal
drei Tage sein. Wie gesagt, das geht ja sehr in den Alltag rein, aber so das
Ritual, dann danach nochmal miteinander zu sprechen, das ist mir auch schon sehr
wichtig.
Sebastian
also wenn dir jetzt jemand sagen würde, ach komm, Aftercare ist gerade
ungünstig, komm wir machen nochmal eine Session und dann müssen wir aber beide
gleich los, würdest du da eher Nein zur Session sagen?
okay
Rosa
Also zumindest wenn, so was mein Anspruch ist an eine Session. Also ich bin
zumindest als Sub keine mehr für eine Zwischendurch-Session. So, davon habe ich
mich verabschiedet.
Sebastian
na, wahrscheinlich betrifft dich das nicht, so Thema 24-7 spielen, kommt das bei
dir vor? dass man so, okay
Rosa
Gar nicht, weil ich ja Kinder habe hier im Haushalt.
Sebastian
okay, also das ist vielleicht mal mal was für die nächste Anruferin, für den
nächsten Anrufer. Da würde ich nämlich nochmal wissen, wie man bei
24-7-Aftercare mit einbaut, wenn man quasi immer mit drin hängt. Aber Rosa, also
du klingst sehr optimistisch, du lässt nicht los und du hast dir immer die Zeit
genommen zu sagen, okay, das wird aufbereitet und selbst wenn ich mal im Umfeld
echt nerve damit, egal, das bist du dir wert und sagst, okay, das muss jetzt
besprochen werden, ich lasse mich auffangen, ich erzähle. Ich glaube, das
Schlechteste, was du damals hättest tun können, ist zu sagen, ja, dann dann
verbarrikadiere ich mich halt alleine und rede mit niemandem und nach zwei
Wochen wird schon alles wieder gut sein und
nee, du bist in die Offensive gegangen und hast gesagt, ich muss drüber reden,
ich will drüber reden, du hast das eingefordert, bekommen und das hat offenbar
auch so gut gewirkt, dass du nach wie vor Spaß hast und sogar Partys machst.
Rosa
ist für mich aber, muss ich eben dazu sagen, auch was Neues. Wie gesagt, mein
Ehemann ist noch nicht so lange bereit, da auch seinen Weg zu finden bei dem
ganzen Thema und er hat es halt früher komplett abgeblockt und da habe ich das
eben dann auch mit mir alleine ausmachen müssen. Und seit er da offener geworden
ist und er mich dann natürlich im Zweifel auffangen kann, ist es sehr, sehr viel
besser geworden. Das
Sebastian
Toll, wenn ihr da zueinander so stehen könnt oder euch supporten könnt, umso
besser und ich finde auch, es muss nicht unbedingt immer der Partner sein oder
der Spielpartner. Es hilft auch einfach, ein Netzwerk zu haben, wo man sagen
kann, das ist los, ich brauche mal jemanden zum Reden. Allein, dass man es
formulieren kann, hilft schon ungemein, muss man ganz klar sagen. Und ich
bekomme auch manchmal E-Mails von Menschen, die dann ganz lange und viel
berichten, wo ich dann auch nur sagen kann, ich kann dazu jetzt so wenig sagen.
Ich gebe mir natürlich dann immer ganz viel Mühe, diese Mails auch zu
beantworten, aber die Personen schreiben dann meistens, das aufzuschreiben und
zu formulieren, hat schon geholfen. Also allein, dass man sich geistig damit
auseinandersetzt, ist ein guter Weg.
Okay, ich habe mal gelernt beim Aftercare, ein schönes Getränk ist immer was
Nettes.
Kannst du das teilen? Was wäre dein Getränk nach einer Session? Ist es der heiße
Kakao oder der starke Espresso?
Rosa
Als Sub vor Erschöpfung einfach nur Leitungswasser.
Sebastian
Das ist in Ordnung, dann war es auf jeden Fall richtig gut. Okay, Rosa, ganz
vielen lieben Dank.
Rosa
Ja, meistens.
Sebastian
Bleib du noch kurz dran. Ich bedanke mich ganz herzlich, dass du angerufen hast,
dass du das geteilt hast und ich hoffe, dass wenn es doch wieder droppt, ganz
ehrlich, dass dein Umfeld dich so wunderbar auffängt oder dass du auch dein
Gegenüber so wunderbar auffangen kannst, dass das eben was ist. Das macht ein
bisschen Arbeit, aber danach ist es auch wieder genauso schön wie vorher. Das
wünsche ich dir.
Rosa
Vielen lieben Dank.
Sebastian
Sehr gerne, mach's gut, tschüss.
Rosa
Tschüss.
Sebastian
Tschüss. So, ihr Lieben, das war Rosa.
Und ja, schön, dass es dann doch immer wieder ein Happy End gibt.
Ausgezeichnet. Und bevor ich jetzt hier noch anfange, irgendwelche Reden zu
halten, gucke ich mal, ob das Telefon geht. Es klingelt gerade noch nicht,
beziehungsweise eine Person hat gerade angerufen und das hat irgendwie geblockt
und gebockt hier. Mal gucken, ob das gleich besser funktioniert.
Ich bin gespannt. Also 051019118952 ist die
Telefonnummer und da könnt ihr nicht anrufen, weil es hier schon wieder
klingelt. Sehr gut.
Hallo, Sebastian hier, mit wem spreche ich?
Daira
Hallo, ich bin's, Daira.
Sebastian
Hallo, Daira. Das ist witzig, hier steht nämlich, dass du gerade in diesem
Moment nochmal anrufst.
Daira
Ah, okay, ja, das kann, äh, das hängt dann irgendwie an diesem, äh, Close-Call
oder wie auch immer.
Sebastian
Ja, ja, alles gut, alles funktioniert. Schön, dass du anrufst. Erstmal muss ich
dich ja erwähnen, ne?
Daira
Bitte was?
Sebastian
Ja, du stehst ja auf meiner Liste für heute, für Erwähnung.
Daira
Äh, äh, äh, äh, ich hab so eine Ahnung, warum, äh,
Sebastian
Ja,
dann verlege ich das doch mal nach vorne. Liebes Publikum, Daira, doch, Daira
Daira hat nämlich Osterpost geschickt. So, wir reden gleich über das Thema, aber
da musst du jetzt durch. So, und zwar, ihr hattet dieses
Publikum, eins, zwei, drei, Daira schreibt Bücher und
ich habe jetzt drei davon hierher bekommen, ich weiß jetzt auch wie du
aussiehst, denn da ist ein Bild hinten drauf und ganz vielen lieben Dank, der
Haken bei Büchern ist natürlich, ob und wann ich die lese, das kann dauern, aber
Dankeschön,
Daira
war auch nicht als Zwang gedacht, sondern als Dankeschön dafür, dass ich hier so
eine kleine Heimat gefunden habe und dafür, dass ihr so super Podcasts macht
Sebastian
also ja, ach hervorragend, Lob und Geschenke, Besser geht's ja gar nicht.
Ich mag noch, weil ich eh gerade dabei bin, Marcel Udim noch mal ganz lieb
grüßen. Der hat mir nämlich auch eine Osterkarte geschickt. Vielen, vielen Dank.
Ich habe mich sehr, sehr gefreut. Das hat mir die Osterzeit mit dem kaputten
Podcast so ein bisschen versüßt. Warum das kaputt war, das erzähle ich gleich
vielleicht noch. Sie grinst schon ein bisschen. Aber Daira, du hast ja nicht
einfach so angerufen. Welche Erfahrung hast du mit Drops und Aftercare gemacht?
Daira
erstmal, ich habe angerufen weil das Thema halt 24/7 und Aftercare
aber wir können erstmal auf deine Frage eingehen
ich habe
ja schonmal in einem podcast erzählt dass ich regelmäßig bei einer meiner
kleinen streng durchgreifen musste
das da auch im 24/7-Modus war bedeutete ich musste auch darauf achten dass
gewisse dinge die beruflich wichtig waren funktioniert was sie nicht sehr
oft taten Sagen wir es mal so rum.
Sebastian
Also, ja, mit dem 24/7 Aspekt, das ist natürlich so ein ganz dicker Punkt,
denn wenn man im Grunde immer irgendwie drin ist in der Situation, dann kann man
ja nicht mehr Aftercare machen, weil es gibt ja kein After mehr, sondern es gibt
ja einfach nur noch so ein, ja entweder so ein Dauercare oder so eine
Caring-Situation in der richtigen Situation. Also, das ist ein bisschen
kompliziert. Wie stellst du fest, es ist jetzt der Moment gekommen, um zu sagen,
jetzt mal auf eine andere Ebene, um aufzufangen oder aufgefangen zu werden, auch
im Zweifel?
Daira
wollte ich gerade drauf kommen, wie stelle ich fest,
dass der Zeitpunkt zum Auffangen ist.
Also da gibt es je nach Menschen unterschiedliche Signale und das Wichtigste ist
eigentlich für mich als Mami darauf zu hören,
welche Signale werden mir gesendet.
klassisches beispiel man kann auch signale misinterpretieren so wie
Bratty und du denkst okay da bettelt jemand ja dann bettelt vielleicht jemand
aber nicht nach konsequenzen sondern sagt ich brauch mal jetzt zeit mit dir
das muss man das ist eine erfahrungssache da gibt es keinen bei
keinem menschen so jeder mensch macht das gleiche sondern dass das passiert
einfach man man muss gucken was ist es und dann musst du den menschen sehr sehr
sehr genau kennen das geht halt nicht ohne
sehr viel reden sehr viel auch bei mir instinkt
bauchgefühl hinzu kommt ich bin psychologisch geschult
durch meinen lehrberuf dass ich halt merke okay
ich kann auch hinterfragen wann was geht da jetzt gerade ab
leider endet das bei meiner eigenen persönlichkeit
Sebastian
Ja, das ist ja mal so der Punkt. Du hast schon recht, es endet bei einem selbst.
Also ich sehe immer so, dass das Problem, also wenn man jetzt, ich sage mal, 24
Stunden Regelsetting hat, mal als Beispiel.
Bisher haben wir jetzt ja Aftercare so als neutralen Raum gesehen heute Abend.
Also da gelten dann keine Regeln und nichts.
Aber wenn man sagt, man hat jetzt über 24/7 Dinge, ich sage mal, eingeübt,
Rituale, die einfach einfach immer da sind. Und jetzt gehe ich hin und wische
das alles weg und sage, so, auszeit, aftercare, alle Regeln, die es gibt, fallen
jetzt weg, ich will jetzt gar nichts davon mehr sehen, dann ist das ja, ich
glaube, dann ist der Versuch, da in dem Moment eine neutrale Ebene zu finden,
führt dann wahrscheinlich erst zum Absturz.
Daira
führt unter garantie zum absturz weil mal also mal nach meiner auffassung
regeln sollen ja nicht einengen in meinen augen sondern sie sollen
unterstützen und in dem moment wo ich sage alle regeln fallen kippen über bord
ziehe ich die unterstützung weg moment sich die
unterstützung weg und wenn ich die unterstützung wegziehen dann
ist das ja das eigentlich der drop egal für wen vorprogrammiert
und das ist da da muss man das schon ein bisschen anders sehen was bei mir ist
ich sage zwar ich habe vier grundregeln aber
die regeln dienen einem zweck und wenn die regeln dem zweck schaden
also
meiner der person schaden dann sehe ich über die regeln hinweg ohne dass ich
darüber großartig was kommuniziere nicht dass man denkt okay jetzt ist alles auf
einmal mal über bord gekippt
Sebastian
Ja, ich muss immer ganz kurz unterbrechen, denn ich höre gerade und ich sehe es
auch gerade selber, die Menschen, die gerade live zuhören, im Chat passiert
gerade nicht viel, genau genommen gar nichts, weil nämlich der gute
Chat-Anbieter gerade offenbar ein technisches Problem hat, da müssen wir jetzt
ein bisschen ohne Chat auskommen. Ich hoffe, der renkt sich wieder ein, aber die
Sendung können wir ja zum Glück ganz normal weitermachen.
Im Zweifel, liebes Publikum, versucht mal den Chat im neuen Fenster aufzumachen
und mal zu aktualisieren, aber wenn wir hier sehen, dass der wieder geht, dann
geben wir euch auch Bescheid, dann lohnt es sich dann einfach mal den Chat neu
zu laden. Wie ärgerlich. So, Entschuldigung, der kleine Exkurs musste jetzt kurz
sein. Nicht, dass die Menschen den Stream ständig abstellen und neu laden,
damit, falls da irgendwas geht, wir halten auf dem Laufenden.
Daira
gut alles gut so technisch ist wichtig
Sebastian
Okay, du hast das gerade, ja, das ist halt technisches Gedöns im Hintergrund,
das ist total nervtötend, aber gut.
Wer mal beim Fernsehen bei einer Live, nein, bei einer Aufzeichnung dabei war,
der weiß, dass das nie glatt geht und das ist alles Katastrophales, so gesehen
geht das hier noch ganz gut. Gut, jetzt,
Daira
du mir nicht sagen ich bin auf Twitch aktiv
Sebastian
sehr schön, jetzt hast
du gesagt, Unterstützung entziehen, ja, da ist so gerade in dem Umfeld bei dem
Little Play auch so ein bisschen dieses, also konsequent sein,
eine Linie verfolgen, immer da auf einer Ebene sein, aber hier musst du die
Ebene ja wirklich dann auch verlassen.
wird dann auch von dir mal eingefordert hier zu sagen, wir brauchen mal
neutralen Boden und wie stellst du den denn gerade in dem Umfeld her?
Daira
gerade in dem umfeld ist es wichtig wenn man sagt okay man
möchte eine wirkliche beziehung keine Spielbeziehung, sondern wirklich
zusammenleben
führen, ist es wichtig, dass es Momente gibt, wo man auf Augenhöhe miteinander
agiert.
Und ich habe das Glück mit meinen Kleinen bisher gehabt, dass
beide Seiten, sowohl die Große wie die Kleine, auch ihre Phasen haben
oder hatten,
in denen ich dann auch dementsprechend reagieren muss. Das heißt, ich kann ja,
wenn jemand wenn man jetzt, ich sag mal, auf Erwachsenenebene ist,
kann ich ja nicht als überfürsorgliche Obermami da ankommen
und sofort wieder nach unten triggern in die kleine Phase.
Das ist ja nicht gesund. Das heißt, da reiße ich mich dann zusammen,
eben nicht in diese Phase zu kommen.
Übrigens, Hashtag Werbung, Thema meines neuen Buches.
weil ich habe das gerade selber wieder für mich verarbeitet, in dem was ich
gerade schreibe. Es ist ungeheuer wichtig, eine gesunde Balance zu halten
zwischen beiden Phasen. Das heißt, ich habe einen volljährigen
Erwachsenen-Partner und ich habe jemanden, den ich betüdeln darf.
Sebastian
Ja, und der Wechsel muss auch dann gelingen, klar, das kann man ja auch nicht
immer durchhalten. Ich hätte jetzt im Zweifel gesagt, okay, dann stellt man halt
den Gin Tonic hin, den es üblicherweise nicht gibt, der gibt es sonst nur in
heißem Kakao und damit ist die Ebene dann schon mal geklärt,
Daira
Beispiel sowas.
Sebastian
indem man sein Gegenüber auch dann erwachsen behandelt an der Stelle, dass man
aus der Situation rausgeht.
Daira
kenne das von einer Freundin, die hat das mit ihrer haben wir so gelöst
wenn sie trägt normalerweise keine uhren wenn sie eine uhr trägt dann möchte sie
gerne ihre freundin haben und nicht die Mami dann
muss dann die Mami einfach nur darauf oder die freundin einfach darauf achten
trägt man jetzt eine uhr oder nicht ja
Sebastian
Ah, okay, also da auch ein Erkennungszeichen.
Daira
es funktioniert sehr gut bei mir merke ich das in der
beziehung so an der art wie ich angesprochen werde weil
Sebastian
Also ihr habt da was vereinbart, um einfach dann auch diese Ebene dann zu
schaffen.
Daira
Da braucht keine Vereinbarung in dem Fall sein, sondern das geht über die
Tonlage, über die Wortwahl,
über ganz viele subtile sprachliche Nuancen, auf die ich, was
ich mittlerweile weiß, unwahrscheinlich getriggert bin. Also ich höre unbewusst
sehr viele Untertöne in Stimmen.
Und diese feinen Antennen helfen und schaden mir.
Sie helfen mir im Umgang mit Menschen, aber sie führen auch dazu, dass ich
irgendwann am Tag oder nach einer Woche oder so mal sage, ich habe von
Menschen die Schnauze voll.
Sebastian
Damit bist du nicht alleine.
Daira
Weil üb...
Sebastian
lass mich mal so einen kleinen Schwenk machen. Also Aftercare ist etabliert,
funktioniert das immer oder gibt es auch mal Momente, wo du dann brauchst Und
ja,
Daira
Da
kommen wir zum Punkt, den ich eben hatte.
Sebastian
gut,
Daira
Es funktioniert eben, ja. Ja,
Aftercare, wenn es gekracht hat, wenn ich
böse geworden bin, funktioniert nicht.
Oder hat bisher nicht funktioniert, also in der letzten Beziehung hat es nicht
funktioniert.
Im Sinne von, es hat geknallt, es hat wehgetan, jemand ist
eingeschlafen, was auch gut ist, weil sie sich beruhigt hatte. und dann erst
habe ich mich konnte ich mich lösen und das führte zu den zweifelhaften
momenten wo dann auf einmal es hat gekracht
zwei leute geweint haben mit einer währenddessen mit einer danach
ja
Sebastian
muss auch manchmal raus, aber ja, an der Stelle, das ist ja der, das ist so ein
ganz schwieriger Punkt, weil du bist natürlich dann in dem Modus drin, musst
auch gucken, dass du, ich sag mal, die Kontrolle behältst oder dass du Herrin
der Situation bist. Ja, das ist dann, ich sag mal, wie bei so einem Unfall. Es
dauert erst einen Moment, bis der Schock kommt.
Aber sich dessen bewusst zu sein, hilft ja schon mal.
Daira
und dass das ist auch einer der gründe warum ich für mich mittlerweile
gesagt habe also ideal ist für mich in der
beziehung in der ich eben nicht darf
die dazu führen dass geweint werden muss ich weiß dass es keine idealen
beziehung gibt braucht man mir nicht erzählen aber
Sebastian
Aber du versuchst da Vorkehrungen zu finden und auch vielleicht die Intensität
nicht ganz so weit kommen zu lassen.
Daira
aber ich mache es mittlerweile nicht mehr über das prinzip strafe sondern ich
mache es über das prinzip positive bestätigung sprich
Sebastian
Ja, aber das ist natürlich der Versuch, so einen Drop-Moment auch dann zu
vermeiden. Und dabei wissen, das heißt wir wissen, aber sollten uns bewusst
sein, ganz vermeiden können wir es nicht. Aber da kann man glaube ich im Vorfeld
nur sprechen, um dann auch die Möglichkeit zu haben, das zu erkennen, dass man
dann was machen kann und dass du für dein Gegenüber da sein kannst und eben auch
umgekehrt. Eine Patentlösung gibt es natürlich nicht. Die Situation ist immer,
wie sie halt ist.
Daira
wird nie wie es wird nie andersrum ich glaube nicht an patentlösungen ich glaube
nicht dass eine lösung für alle funktioniert ich glaube dass lösungen
für viele menschen funktionieren können ich glaube aber genauso auch dass
individuelle lösungen
funktionieren
solange man miteinander redet und das ist halt das
thema war vielleicht auch also jetzt auf mich bezogen meiner letzten
nicht nur jetzigen letzten beziehung der fehler ich habe über diese Drop-Momente
momente nicht erst geredet als die beziehung zu ende war
Sebastian
Aber
gut, das ist ja der Schöne, mit Erfahrung wird es einfacher.
Ah, Daira. Okay.
Also ich sehe auch bei dir, bei jedem, bei jeder die Notwendigkeit, es passiert.
Man muss was tun, man muss es erkennen. Ich glaube, das ist der Punkt. Man muss
es erkennen und das kann man niemandem zum Vorwurf machen, dass die Erkenntnis,
das ging gerade schief oder das überfordert mich gerade oder die Situation ist
nicht gut, die muss nicht gleich kommen. Die kann auch ein paar Stunden später
oder am nächsten Tag kommen. Das würde ich jetzt einfach mal als normales
Spektrum.
Daira
auch eine woche später kommen ja
Sebastian
Sie kommt und zwar unaufhaltbar, aber das muss nicht direkt im kausalen
Zusammenhang hängen. Das kann also auch wirklich sein später und dann muss man
auch drauf gefasst sein als spielende Person, dass das Gegenüber sagt, hier, es
hat mich doch mehr getroffen als gedacht. Wenn man das formulieren kann, dann
ist schon viel gewonnen.
Daira
ganz wichtig aftercare oder ist für alle
Sebastian
Aftercare ist für alle da. Das finde ich ein sehr schöner Slogan für die Folge.
Warte, ich glaube, das notiere ich mir.
Aftercare ist für alle da. Ausrufezeichen.
Daira
genau das ist weil wir brauchen uns alle weil es halt uns
mal sagen wir arbeiten mit hormonen in dem sinne ganz arbeit nennen will
und geht nicht anders punkt nehmen wir den satz ja
Sebastian
Sehr schön. Ist notiert.
ist aber in Ordnung. Das dürfen wir so genießen. Daira, ich bedanke mich ganz
herzlich. Du hast auch schon ein Profil auf der Webseite. Deshalb brauche ich
dir da jetzt kein neues geheimes Passwort zu geben.
Solltest du zumindest, solltest du haben.
Daira
ich
Sebastian
Aber wenn nicht, dann kann ich das Podcastsubbie wie immer ganz schnell antippen
und sagen, mach doch mal da Daira nochmal so ein Einladungscode fertig und dann
ist
Daira
jetzt wunderbar wie komme ich an den ran schickt ihr mir eine mail oder
Sebastian
das Tolle, gleich lasse ich die Musik laufen und dann bekommst du von mir den
gesagt und dann benutzt du ihn einfach. Und wir werden allerdings in den
nächsten Wochen dann auch für alle, die auf der Webseite das öffnen, dass dann
jeder, jede sich da ein Konto machen kann, weil wir dann auch sinnvolle
Funktionen haben, dass das auch irgendwie verwendet werden kann. So, liebes
Podcaster, jetzt mach mal schnell.
Lass dich doch nicht hetzen. Aber ein bisschen Druck hat noch nie geschadet.
kann ja sagen, jede Sekunde ist einmal Aua, aber das kann ich gerade nicht
machen. So, okay, du hast einen. Sie hat hier gerade einen erstellt. Ich bedanke
mich bei dir, wünsche dir noch einen wunderschönen Abend. Bleib dran, nicht
auflegen.
Daira
okay ich
Sebastian
Und nochmal vielen Dank für die netten Geschenke.
Daira
wünsche euch auch noch was wunderschönes
Sebastian
Dankeschön.
Daira
Sehr gerne, also wie gesagt ich hatte mir immer überlegt wie ich das mache und
hatte das schon vorbereitet und dann kam mir aber mit einem Jubiläum zuvor
Sebastian
Ja, alles gut, passt doch, manchmal ist es schön. So, jetzt muss ich mich aber
verabschieden, mach's gut, tschüss.
Daira
jo, tschü Hallo,
Sebastian
So, ihr Lieben, da bin ich wieder und ich fühle mich so ein kleines bisschen
allein, denn der Chat ist uns abhandengekommen, der ist noch weg, aber zum Glück
klingelt das Telefon. Ich gehe einfach mal ran.
Hallo, Sebastian hier, mit wem spreche ich?
Perlenkette
hier ist Perlenkette
Sebastian
Hallo, Perlenkette, ich habe schon gedacht, heute meldet sich dann niemand mehr,
weil wir ja keinen Chat mehr haben, aber siehe da, funktioniert.
Perlenkette
Ja
Sebastian
So, wir kennen uns ja schon ein kleines bisschen, wir haben schon ein paar Mal
gesprochen. Ich hätte jetzt niemals vermutet, dass du mit diesem Thema zu tun
haben könntest.
Perlenkette
Nein
Sebastian
Worüber möchtest du mit mir sprechen?
Perlenkette
Also zwei Sachen Einmal muss ich die ganze Zeit daran denken, dass
zu dem ganzen Thema Aftercare für mich auch auch diese ganzen kleinen Momente
dazwischen und davor total dazugehören und die dann auch echt
ausmachen, ob es ein Absturz ist oder vielleicht einfach der Subdrop, der
irgendwie immer da ist, mal mehr, mal weniger und
die Unterscheidung auch nochmal zu machen.
Sebastian
Ja, aber was kann man denn, was sind das für Kleinigkeiten drumherum, die
hilfreich sein können?
Perlenkette
Also ich bin jetzt so, weiß ich nicht, seit drei Jahren oder so unterwegs und
wenn ich überlege, was ich teilweise am Anfang vor allem mit meiner ersten
Spielbeziehung gemacht habe, was ich heute auch nicht mehr machen würde, dann
war das damals zum Beispiel der Aspekt, dass er mir gesagt hat, wenn ich mein
Safeword sage, ist sofort alles vorbei. Und das war für mich so eine schlimme
Vorstellung, also dann wird auch nicht mehr gespielt und es gibt auch nicht mehr
irgendwie an dem Tag, an dem Abend irgendwie ein Zurück in die Session, dass ich
oft jetzt aus meiner Perspektive von heute echt auch über die Grenzen drüber
bin. Und er das auch, glaube ich, ganz bewusst so gesagt hat.
Und das ist zum Beispiel so ein Aspekt, wo ich sage, da hatte ich viele
Abstürze, da hatte ich auch häufiger einen Absturz nach der Session, die ich
heute so gar nicht mehr erlebe. Und das mache ich auch an der Kommunikation
drumherum fest.
Sebastian
Okay, also das ist ein spannender Punkt, darüber habe ich nie gesprochen hier im
Podcast und das mache ich bald seit fünf Jahren und du hast völlig recht. Safe
Word gleich Session Abbruch kann auch wirklich gruselig sein, nicht nur
Sicherheit geben, sondern das ist dann auch wirklich ein ganz schönes
Schreckensgespenst.
Wie hast du das überwunden?
Perlenkette
ist auch für mich tatsächlich, also einmal tatsächlich für mich die Community
und überhaupt zu realisieren, dass es auch andere Wege gibt.
Heute würde ich auch sagen, dass es für mich ein No-Go ist. Also wenn so eine
Ansage kommen würde, würde ich, glaube ich, unterbrechen.
würde mich da auch gar nicht mehr drauf einlassen.
Wobei ich auch sage, dass ich heute in einer Beziehung bin, wo wir
gar kein Safeword haben, weil es aber auch einfach nicht
nötig ist. Aber wir haben auch eine Beziehung, die über das Spielen hinausgeht.
Ich glaube, das ist auch total wichtig in der Art und Weise, wie man sowas
gestaltet.
Ja, also es ist eher eine Red Flag tatsächlich, so eine Ansage für mich, weil es
mich nicht nach Sicherheit anfühlt, weil das für mich, wenn ich im Subspace bin,
so eine schlimme Vorstellung ist quasi, dass die
mich dann auch echt davon abhält, eine Grenze zu definieren.
Sebastian
Ja, also das ist dann quasi, wenn du das Safeword sagen würdest, ist das eine
Absturzgarantie, weil dann hast du ja, ich sag mal, versagt und, also das sind
die Gefühle dahinter, ne, in dem Moment. Ich kann das nicht machen, ich will das
nicht machen und dann ist natürlich, dann hast du ja im Grunde gar keinen Ausweg
mehr.
Ja, das ist ein Brocken.
Aber diese Ansage zu vermeiden, ersetzt ja keinen
Aftercare. Also was passiert nach einer Session, wo du sagst, jawohl,
damit fühle ich mich wohl und damit fühlt sich auch mein Gegenüber wohl. Was ist
so, vielleicht orakeln wir mal so das Optimale nach der Session.
Perlenkette
Kuscheln bei mir tatsächlich ganz viel.
Und eine Decke. Also ich brauche auf jeden Fall irgendwie so eine Abschirmung
von meiner Haut. Also es muss irgendwie am besten auch eine schwere Decke
und kuscheln, ganz viel Nähe.
Und auch erstmal Sprachlosigkeit. Also, ja,
nee,
Sebastian
Also Stille dann, nicht reden und nicht erstmal über alles erzählen und
vielleicht auch nicht immer wieder gefragt werden, wie geht es dir denn, erzähl
doch mal, geht es dir gut, geht es dir wirklich gut, du siehst gar nicht gut
aus.
Perlenkette
das nicht. Also es kommt dann irgendwann. Aber ich brauche tatsächlich, manchmal
sind dann auch Emotionen, die hochkommen, gerade auch mit dem einen meiner
Partner gerade, mit dem, der gerade mein Dom ist, war am Anfang
auch so, dass ich dann auch oft weinen musste, weil auch so alte Sachen
irgendwie berührt wurden. und mein Nervensystem sich irgendwie vielleicht auch
erst mal wieder richtig regulieren musste und irgendwie merken musste, dass alle
Gefühle sind in Ordnung. Also das ist auch so eine Info, die für mich wichtig
ist, dass ich wirklich spüre, es darf dann auch einfach alles sein, ohne dass es
direkt eine Katastrophe ist oder ungewollt oder kompliziert, sondern
dann weine ich einfach mal. Das kann schon passieren, wenn es intensiv war oder
auch wenn was Schönes berührt wird.
Sebastian
ist ja auch schön, weil das so ein Loslassen ist.
Perlenkette
total, total Ja,
Sebastian
Sollte man dich dann einfach weinen lassen und vielleicht festhalten Oder ist
das dann etwas, wo dann dein Gegenüber panisch versucht, es dir wieder gut gehen
zu lassen? Also sollte man dich einfach in Ruhe ausweinen lassen, sage ich mal.
Perlenkette
und es nicht unbedingt als etwas Schlimmes erleben Also das ist die größte
Freiheit, wenn das Gefühl einfach da sein darf Ohne, dass es direkt bewertet
wird Weil es vielleicht, wie du es auch gerade sagst, eben ein Loslassen, ein
Erleichtern Manchmal auch einfach nur ein Spannungsabbau ist
Oder auch eher aus tiefer Liebe entspringt weil ich total
berührt bin.
Ja, also einfach in den Arm nehmen oder
da
sein, ohne den Zustand direkt verändern zu wollen. Ich
Sebastian
Hattest du das auch schon mal, dass nicht du abstürzt, sondern dein Gegenüber
das Top einfach mal nicht mehr kann oder
Perlenkette
überlege gerade.
Ja,
Sebastian
zumindest gewackelt hat, wo du gemerkt hast, ich muss jetzt hier ein bisschen
für mein Gegenüber da sein, das ist jetzt wichtig.
Perlenkette
ich glaube schon. Aber das war auch eher jemand, der emotional
auch einfach ein bisschen schwierig war und wo ich
dann auch häufiger da
war oder dann auch einfach zugehört habe. oder eben dann auch Sachen
durcheinander geflogen sind im Empfinden von der anderen Person. Ja, doch, doch.
Sebastian
Hm.
Wie ist das? Also ich sag mal, wenn es jetzt im zeitlichen Zusammenhang mit
einer Session zum Beispiel ist. Man selber ist quasi voll drin und man fliegt
und hat alles ertragen, erduldet und genossen. Das ist ja meistens so ein
Wirbel aus alledem. Und dann wirst du jetzt aber gefordert als, ich sag mal,
für dein Gegenüber verantwortliche Person.
Weil die halt auch mal einfordert, sei mal jetzt für mich da. Ja, geht das
überhaupt? Also wärst du nach einer Session in der Lage, wenn deine Tränen
fließen und jetzt merkst du,
deinem Gegenüber, deinem Top geht es gerade schlecht, könntest du dann sagen,
einmal schniefen, Krönchen richten und jetzt bin ich halt da. Wärst du dazu
überhaupt in der Lage?
Perlenkette
Ich glaube, in meiner jetzigen Beziehung auf jeden Fall, aber auch, weil da auch
generell einfach unterschiedliche Gefühle gleichermaßen da sein dürfen, dann
weint man vielleicht auch zusammen oder man ist zusammen erschlagen. Also es
gibt ja noch ganz viel Zwischentöne. und so dieses Gefühl einfach, umeinander zu
wissen und füreinander da zu sein, ist da einfach so solide, dass das,
glaube ich, gar nicht so ein Entweder-Oder sein muss. Aber ich habe
mit der Person auch keine Abstürze bisher gehabt. Also Subdrops schon, ich würde
auch unterscheiden, aber jetzt keine Abstürze, die irgendwie unmittelbar durch
die Session ausgelöst waren, wo ich danach wirklich psychisch es mir
wirklich lange schlecht ging.
Sebastian
Geht jetzt mehr, weil du weißt, dass mit dem Aftercare das läuft, das
passt, da darfst du sein, wie du dich fühlst, da darfst du auch weinen. Also
geht deshalb in der Session mehr, weil du weißt, ich werde hinterher
aufgefangen. Dieses Vertrauen ist vielleicht auch einfach da.
Perlenkette
Ja, auf jeden Fall.
Allerdings ist es auch so, dass wir gerade nicht so heftig
und lange spielen, wie gehen würde, weil wir
eine Fernbeziehung haben und es drumherum einfach so anspruchsvoll ist bei mir,
dass er das auch noch nicht macht. Und das auch ganz bewusst sagt, dass er da
von manchen Sachen einfach auch ein bisschen weiter weg bleibt, als ich es
manchmal auch wollen würde, weil er eben nicht will, dass ich dann zu
sehr danach einfach auch mit einem Subdrop zu tun habe, wenn ich dann wieder zu
Hause bin und auch weiter weg.
Was mir auch eine totale Sicherheit gibt, weil ich merke, dass irgendwie mehr
als nur diese eine Session im Blick ist, sondern wirklich auch ein gemeinsames
und ja, auch eine potenzielle Zukunft, in der das dann eben auch vielleicht
auch anders sein darf.
Sebastian
das ist, glaube ich, der Punkt, dieser lange Atem. Ich muss nicht bei der
nächsten Session alles machen, was ich schon immer machen wollte.
Ich habe ja vielleicht auch Zeit und vielleicht ist auch ein bisschen Geduld
schön und manchmal ist es dann auch schön, wenn irgendwann auch das Sub ein
bisschen drängelt. Jetzt mach doch mal das Böse endlich.
Dann sind nämlich beide schon mal ganz gut darauf vorbereitet und dann ist
man mehr gemeinsam unterwegs, anstatt
Top bereitet Session, Sub erträgt es und hinterher guckt Top noch, das Sub nicht
abstürzt, BDSM Ende. Also ich glaube, das war gerade die unromantischste
Vorstellung von BDSM, die ich jemals formuliert habe, aber dass man da wieder
gemeinsam rangeht und auch gemeinsam rausgeht. Ich glaube, das ist was sehr
Schönes.
Perlenkette
und es ist ja auch eine ganz eigene Macht und
Dominanz zu sagen, nee, ich sehe irgendwie das
langfristig und irgendwie mehr als jetzt nur diese eine Session und ich
entscheide, dass das jetzt einfach gerade noch nicht dran ist.
Sebastian
Du
Perlenkette
Und das empfinde ich tatsächlich auch als sehr dominant. Und
da manchmal auch.
Sebastian
bist Teil eines Masterplans.
Perlenkette
Ja, also ganz so, also ja, jetzt nicht im manipulativen Sinne, aber im
Sinne von, dass das eben auch eine
Zukunft hat. Und das hat
ja auch einen ganz eigenen Reiz.
Sebastian
hat einen Reiz und vor allem das hat einen Wert und dann sind auch beide bereit,
daran zu arbeiten. Also ich sag mal, wenn man so eine
spontane Party-Begegnung-Session macht, im Grunde ist ja nach der Session, ja,
dann kann man noch ein bisschen Aftercare machen, aber dann trennt man sich auch
und sieht sich vielleicht auch nie wieder. Dann ist man vielleicht auch nicht
ganz so bereit da zu investieren. Also da ist man ja durchaus egoistisch.
Ist im BDSM halt schwieriger.
Perlenkette
Ja, und das habe ich ja auch schon erlebt. Also gerade in der ersten
Spielbeziehung ging es eher in die Richtung.
Das war auch ein sehr erfahrener Dom und ich würde sagen, er hat mich schon auch
bewusst gepusht. Ich nenne das mal bewusst so, weil ich halt auch ein
Neuling war.
Und da hatte ich aber eben, wie gesagt, auch echt härtere Abstürze danach, weil
ich eben, glaube ich, auch über viele Grenzen drüber bin, was ich heute
nicht mehr machen würde und wo ich heute auch gar nicht mehr mich wahrscheinlich
auf so ein Setting einlassen würde.
Sebastian
Ja, da widerspreche ich dir aber nicht. Ich mag da mal eine Lanze brechen, weil ich
das, das höre ich heute immer noch relativ oft, dieses unerfahrene Menschen
suchen möglichst erfahrene Menschen, weil dann ist ja alles safe, weil die haben
ja Erfahrung und damit Wissen und alles toll.
Ja,
aber ich finde auch, wenn zwei Menschen miteinander anfangen, dann kann das auch
ganz toll sein. Ich vermute sogar, dass es dann noch ein bisschen aufregender,
wenn man gemeinsam das alles erkundet und Erfahrung ist jetzt an sich kein kein
Garant für besonders tolle Session.
Ich glaube, da ist es eher wichtig, dass man diese gemeinsame Ebene hat, auch im
Spiel, auch so eine gemeinsame intellektuelle Ebene.
Dass man also auf einer Ebene ist, was Spielen angeht und wie das in etwa
funktioniert.
Ich glaube, das ist sehr, sehr schön, wenn beide
im Team, wir machen gemeinsam eine Erfahrung drin sind.
Zumindest werfe ich das jetzt mal so in den Raum oder möchtest du mir da jetzt
widersprechen?
Perlenkette
Nee, überhaupt nicht. Also ich glaube schon auch, dass es sehr individuell ist.
Ich habe für mich jetzt so gelernt in den letzten Jahren, dass es mir am besten
geht, wenn BDSM Teil von einer Beziehung sein darf und ich in
Spielbeziehungen nicht so gut aufgehoben bin.
Und ja,
Sebastian
Ja, das hat total Sinn ergeben.
Perlenkette
habe ich den Faden verloren.
Sebastian
Da muss man ja auch ein bisschen experimentieren und gucken, wie sich das
anfühlt und was einfach gut für einen ist. Und wenn du jetzt auch dieses
Gefühl hast, es gibt einen nach der Session, also nach dem
letzten Schlag, da ist auch noch Zeit und da ist auch noch Nähe und da ist
vielleicht auch ein Deckchen vorbereitet.
dann kannst du ja dann kann man sich auf die nächste Session auch richtig freuen
weil im Zweifel kann man sich auf das Deckchen hinterher freuen, was
wohlverdient ist
Perlenkette
Ja, und auch zu erleben, dass diese ganzen Zwischentöne auch unglaublich viel
Potenzial haben. Also es muss nicht diese eine irgendwie sechs Stunden lange
Session sein und dann sieht man sich nicht mehr. Wir hatten damals schon auch
gute Kommunikation dazwischen und ich hatte auch, würde ich sagen, in vielem
Glück mit der Begegnung. Aber es waren trotzdem halt in diesem, ja
man kann in dem, wie man es gestaltet, eben trotzdem glaube ich viele Nuancen
haben. Und das war glaube ich schon auch eher so ein bisschen das, was heute
manchmal als
Doms vom alten Schlag gesagt
wird. Aber diese ganzen Zwischentöne und diese
ganzen kleinen, leisen Momente von D/s, die
erlebe ich in der Beziehung eben viel stärker und die sind dann auch,
ja,
die haben nochmal eine ganz eigene Kraft. Und das ist so das, was ich gerade
ganz viel erleben darf und wo ich auch merke, da brauche ich dann auch gerade
gar nicht diese unglaublich intensiven und in sechs Stunden lang oder
fünf Stunden lang Sessions, sondern das sind dann eher kleinere Momente, aber
die halt häufiger.
Sebastian
also dazu mag ich dir im Grunde einfach nur gratulieren, optimal und das Schöne
ist, weil du auch mal die andere Erfahrung gemacht hast
dadurch kannst du es ja noch mal umso mehr wertschätzen, sag ich mal
Perlenkette
Ja, und was vorhin auch im Chat kam, dieser Austausch mit anderen. Also
sowohl über Sachen, die gut laufen, aber eben auch über Sachen,
die nicht so gut laufen und da überhaupt erstmal Relationen zu bekommen. Gerade
am Anfang wäre ich nicht sofort irgendwie in dieser Community gelandet, jetzt
auch rund um den Podcast und hätte nicht diese Auseinandersetzungen gehabt und
dieses sich selbst auch hinterfragen, hätte ich glaube ich vielleicht noch mehr
Erfahrungen gemacht und vielleicht auch noch wirklich richtig schlechte, weil
man sie eben durchaus machen kann, also kann man ja in allen Bereichen.
Sebastian
kann man immer machen, aber vielleicht kann man davon weniger machen, das
ist das Schöne, aber das ist ein bisschen begrenzt
Perlenkette
ja und
da ist glaube ich halt wirklich dieser Austausch und auch die Themenabende und
dieses ganze drumrum so viel wert
und hat mich da glaube ich auch echt, hat mir auch einfach einen Kontext
gegeben, der
total wertvoll ist
Sebastian
sage ja immer wieder, der Podcast hat das beste Publikum der Welt und die
Community gehört da auch dazu.
Das ist einfach schön, dass da Menschen, einfach weil sie können, sich
gegenseitig unterstützen. Und das ist da, wenn dir das geholfen hat, umso
besser. Perfekt.
Liebe Perlenkette, die Uhr, die Uhr, die Uhr, die sagt mir, irgendwie müssen wir
jetzt zum Ende kommen, wir könnten noch Stunden reden. Vielleicht sollten wir
das irgendwann einmal tun, an einem anderen Tag.
Ich bedanke mich ganz herzlich, du bleibst aber bitte dran, denn ich habe ja
gleich noch was für dich.
Und ich bedanke mich ganz herzlich, dass du das geteilt hast und ganz ehrlich,
dass du diese Magie des Moments hinterher mit dem Deckchen, Ich kann mir das
genau vorstellen. Ich überlege, ob ich jetzt auch eine Kuscheldecke mit in die
Spielzeugtasche reinquetsche, die zwar keinen Platz mehr findet, aber egal.
Vielleicht brauche ich doch einen Rollkoffer.
Vielleicht muss die einfach nochmal mit in die Spielzeugtasche rein jetzt, weil
das einfach eine schöne Geste ist und was Schönes. Ja, einfach was Schönes. Also
vielen Dank für die Anregung auch mal persönlich.
Perlenkette
gerne
Sebastian
Alles klar, dann mach's gut. Ich wünsche dir einen schönen Abend und wir hören
bestimmt voneinander. Tschüss.
Perlenkette
euch auch, tschüss Hallo,
Sebastian
So, liebes Publikum, ihr werdet es nicht glauben, ich bekomme gerade die
Meldung, dass der Chat wieder da ist.
Das gibt es ja gar nicht. Der Chat ist wieder da. Ich gucke mal, ob er auch
wirklich wieder da ist. Wieder da, aber komplett sogar mit dem, was drin stand
vorher. Ich werde verrückt. Ja, sehr schön. Dann können wir ja doch eine
Schätzfrage heute Abend machen. Ich habe schon überlegt, wie wir das hinkriegen.
Aber es geht. Dann machen wir das jetzt schnell, bevor der Chat wieder ausfällt.
Und dann funktioniert... Oh Gott, jetzt muss ich mich erstmal beruhigen hier.
Der Chat ist wieder da. Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn. Okay, also die
Schätzfrage. Ihr wisst schon, wie das funktioniert, wenn nicht, kein Problem,
die Anleitung folgt. Und zwar, ihr könnt ein kleines Kunst der Unvernunft
Package gewinnen. Da ist insbesondere drin ein Fun-Vendor und da ist auch drin
das Kunst der Unvernunft Memory
und einen Schlüsselanhänger. Ich glaube, den legen wir jetzt auch einfach mal
mit bei. Den könnt ihr übrigens bei Baumwollseil.de kaufen. Ein kleines bisschen
Merch gibt es ja auch vom Podcast, aber ihr könnt ihn eben auch gewinnen. Das
ganze Paket, das Podcast-Rundum-Sorglos-Paket bekommt ihr, wenn ihr
bei dieser folgenden Frage mitratet und am nächsten dran seid. Also ihr schätzt
einfach, was ihr glaubt die richtige Antwort ist und das Podcastsubbie wertet
dann aus, wen wir hier als Gewinner, Gewinnerin küren und dann braucht ihr eine
Postanschrift, schreibt dann die Adresse einmal auf den Umschlag, danach
vernichte ich die auch und dann ist nächste Woche vielleicht schon Post in der
Post.
So, okay, Schätzfragen haben das Problem, dass ich seit drei Jahren mir
Schätzfragen ausdenken muss und das fällt mir immer schwerer, aber mein
Podcast-Hoster, das ist der, der die Technik macht, nicht den Chat, aber die
Technik, die dafür sorgt, dass ihr die Folgen runterladen könnt, der rechnet
seit neuestem aus, wie viele Daten so übertragen werden jeden Monat. Vermutlich
wird man dann irgendwann sagen, ja, du musst jetzt dafür extra bezahlen, deshalb
messen sie es, warum sollten die es sonst messen? Aber spannend ist das schon.
Und meine Frage lautet, wie viele Gigabyte an Daten wurden im März für die
Podcast-Folgen übertragen? So, das ist natürlich die totale Nerd-Frage. Für die
Nicht-Nerds habe ich eine kleine Hilfe. Denkt mal an euer Handy-Datenvolumen.
Wenn ihr so rund 15 Folgen runterladet, dann verbrätet ihr so circa ein Gigabyte
Datenvolumen. So, damit habt ihr so eine kleine Orientierung und die Frage ist
also im Monat März, wie viele Gigabyte Daten wurden
übertragen? So, und dem Podcastsubbie sage ich jetzt mal, was die richtige
Antwort ist, dann hat sie nämlich auch die Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass
auch Menschen gekürt werden oder gefunden werden.
Und ja, dann könnt ihr jetzt einfach mal in den Chat reinschreiben. Und während
ihr im Chat jetzt fleißig ratet, was die richtige Antwort sein könnte, verlese
ich mal, wer hier den Podcast unterstützt hat. Das sind nämlich wieder eine
ganze Menge Menschen. Und eine Sache vorher noch, ich habe ja hier das kleine
Projekt mit dem schönen Namen 100 Daueraufträge für die Kunst der Unvernunft und
es gibt ein Update.
Die Idee ist, dass 100 Menschen jeden Monat sagen, ich unterstütze automatisiert
per PayPal, per Dauerauftrag den Podcast und als Betrag habe ich da eine
wunderschön schwammige Formulierung gefunden, damit Menschen wissen, was will er
denn eigentlich? Ich will ja jetzt einen Euro oder lieber 10 oder 20, nein, ich
möchte von euch, das heißt ich möchte, ich wünsche mir als Unterstützung für den
Podcast und für alles drumherum, dass ihr dem Podcast im Monat ein Getränk eurer
Wahl ausgebt. vom stillen Wasser oder Tee bis hin zum Gin Tonic, wenn ihr mich
treffen würdet oder das Podcastsubbie und würdet sagen, Mensch, ich gebe dir
ein Getränk aus, meinetwegen sogar jeden Monat, das ist das, was
für euch angemessen ist, sage ich mal. Oh Gott, ich rede mich hier um Kopf und
Kragen. Ich kann aber vermelden, dass, obwohl Steady natürlich abnimmt, weil ich
da das Ding zugemacht habe,
dass inzwischen 83 Menschen im März gesagt haben, Ich unterstütze den Podcast
monatlich. Das sind jetzt, ich glaube, sechs Personen mehr als letzten Monat
noch. Und vielen, vielen Dank, dass ihr beschlossen habt, dass ihr
ungemütlicherweise irgendein Online-Banking-Formular ausgefüllt habt und einfach
das gemacht habt. Danke, danke, danke. Und deshalb auch mal Dankeschön an
folgende Menschen, die in den letzten zwei Wochen dem Podcast was Gutes getan
haben. Da wären Carolina, Annette, Markus, Clemens, Wilke, Uwe,
Christian, derer übrigens drei.
Alexandra hat übrigens geschrieben für die Gin-Kasse. Das ist immer gut, morgen
muss ich noch einen Gin kaufen. Jesse, Sascha, Tina, Markus, vielen Dank auch an
Peter, Andreas, Sabine, Mistress, Payne und Mace, Stefan, Freiherr, Stefan,
noch ein Stefan, es gibt so viele Stefans hier, Thomas und Madeleine, Svenja,
Katie und wie immer Itchy und Scratchy. Und Paypal haben auch ein paar Menschen
genutzt. Und zwar Carsten, Yvonne, Kim, Mandy,
Silas, Michael, Dirk, Maria, Gerd, Carsten und Heiko.
Vielen Dank, dass ihr das hier möglich macht. Ich werde ein Haufen Geld nächste
Woche für diese Aufnahme in Hamburg ausgeben. Ich habe neue Technik gekauft, ich
werde ein bisschen Mittagessen und Frühstück für uns drei bereitstellen müssen
und ich werde irgendwie auch eine Unterkunft finden müssen. Und das machen wir
selten sowas, aber wenn wir es machen, dann können wir es machen, weil ihr das
unterstützt habt. Danke, danke, danke. Danke. So, und jetzt mache ich im Chat
hier mal dringend eine Linie drunter und ich sehe schon, wie wunderbar ihr
geschätzt habt, wie viel Datenvolumen so ein Podcast doch im Monat überträgt.
Ja, das Podcastsubbie wertet aus. Ich darf ein bisschen die Zeit überbrücken
und ich glaube, also wenn ich so auf den ersten Blick, seid ihr alle weit, weit,
weit weg von der richtigen Antwort.
Ah, da ist vielleicht noch eine Person. Ja, doch, Doch, doch, doch, da sind ein
paar Personen dabei, die irgendwie in der Nähe sind. Okay, also das wird
spannend und ja, und wenn ihr schon mal gewonnen habt und sagt, ah, jetzt habe
ich wieder gewonnen, ihr dürft auch gerne sagen, ich gebe das weiter an und dann
kann sich eine andere Person freuen, das hatten wir vor zwei Wochen schon oder
vor vier Wochen, ich weiß es gar nicht mehr und da hat sich jemand dann richtig
gefreut. So, und während das Podcastsubbie auswertet, gibt es das allerletzte
Update, das allerletzte Update zum Thema Künstlername Sebastian Stix.
Für die Menschen, die es verfolgt haben, die freuen sich auf das Update, für
alle anderen einfach mal weghören, es ist eh nur eine Story des Scheiterns. Also
das letzte Update lautet, die Berufung wurde nicht zugelassen, das
Oberverwaltungsgericht hat beschlossen, dass das eine Sache ist, die im
Einzelfall ein Verwaltungsgericht entscheiden darf und das haben die im
Einzelfall ja auch getan und deshalb hat das keine grundlegende höhere Bedeutung
und wir könnten jetzt einfach nur unfassbare Mengen an Papier und Geld hinwerfen
und dann könnte man versuchen von dem Verfassungsgericht das irgendwie
durchzukriegen. Wir haben gestern beschlossen, dass wir das nicht tun werden.
Offenbar ist die Kunst der Unvernunft und alles, was damit verbunden ist, eben
keine künstlerische Tätigkeit in keiner Art und Weise.
Ja, so sei das wohl. Und ich finde, an der Stelle muss man einfach dann auch mal
sagen, ist jetzt gut, das haben wir jetzt drei Jahre durchgekämpft. Jetzt wird
es einfach nur noch teuer und unangenehm. Aber es gibt ja noch andere
Möglichkeiten, das durchzukämpfen. Aber das kann ein bisschen dauern. Im Zweifel
warte ich einfach, bis die Menschen, die das entschieden haben, in Rente gehen.
Das heißt aber ein ganz großes Lob an den Sebastian. Das ist der
Rechtsanwalt-Mensch, der sich wirklich ins Zeug gelegt hat und wirklich viel
Papier produziert hat und auch wirklich gut recherchiert hat. Und ganz große
Anerkennung, vielen Dank, dass du das mit mir bis hierhin durchgezogen hast.
Ja, da ist das Ergebnis nicht wie gewünscht, aber der Weg ist auch manchmal eine
Erfahrung und so ist das eben. Ich habe das letzte Woche bekommen, das Stück
Papier und ja, da kann man eben nicht viel machen. Das Gesetz ist so schwammig
formuliert, dass man so oder so entscheiden kann. Vielleicht muss ich jetzt
einfach mit dem Podcast ein paar Nacktfotos aufnehmen und dann werfen wir die
einfach hin und sagen, das ist halt doch Kunst, das ist halt andere Kunst. Mal
gucken.
Okay, haben wir. So, jetzt gucke ich mal, ob das Podcastsubbie mir geschrieben
hat. Hat sie.
Okay, also, die Frage war, wie viel Gigabyte Datenvolumen verbrät denn jetzt
hier eigentlich der Kunst-der-Unvernunft-Server so im Monat, damit ihr alle die
neuen Podcast-Folgen immer schön runterladen könnt und das auch in
entsprechender Geschwindigkeit und das ist auch die Antwort auf die Frage, warum
ich keinen eigenen Server dafür betreibe, sondern es zukaufe. Es sind nämlich
10.444 Gigabyte gewesen im März, also 10,2 Terabyte.
Das ist richtig Zeug und Wahnsinn. Und am nächsten dran war mit
15.000 Gigabyte Schätzung TrueTeufel79. Das heißt, du hast gewonnen.
Herzlichen Glückwunsch. Und von dir brauche ich jetzt auf einem Weg deiner Wahl
eine Postanschrift. Dann kann ich, ich vermute mal Samstag oder Montag, den
Umschlag in die Post stecken und dann hältst du auch bald den Pfannenwender für
Brat mit Herz in der Hand. Herzlichen Glückwunsch.
Okay, so, jetzt haben wir 22.30 Uhr.
Ich weiß ja, eine Person hat im Grunde noch angerufen.
Ich würde mal sagen, wenn die Person das nochmal probieren möchte, so einen
kleinen 5-Minuten-Call machen wir noch, weil das Thema wichtig ist.
Vorher, ich habe hier noch zwei Einspieler und die möchte ich nicht vergessen.
Deshalb spiele ich jetzt erstmal einen von den beiden sofort ein, damit das
nicht verloren geht, nämlich hier der von Lisbeth. Spät.
Lisbeth
Hallo, hier ist Lisbeth und ich habe gedacht, ich kann vielleicht auch ein
bisschen was zu dem Thema beitragen. Vielleicht erstmal ein bisschen was zu mir.
Also ich spiele unten und ich bin kein Neuling, aber jetzt auch noch kein alter
Hase. Also ich mache jetzt ungefähr seit anderthalb Jahren BDSM und ich habe das
Ganze zusammen mit meinem Freund begonnen. Also wir hatten beide davor quasi gar
keine Erfahrung mit BDSM in der Praxis und haben sehr langsam langsam
angefangen, um uns gegenseitig auch nicht zu überfordern und haben halt auch
zusammen dann viele Sachen, wo wir uns am Anfang gar nicht vorstellen konnten,
dass wir die machen würden, machen wir und so weiter. Und ja, zusammen sind wir
diesen Weg gegangen und gehen ihn. Und als wir angefangen haben, das Ganze zu
machen, haben wir sehr, sehr viel geredet immer darüber, was wir uns vorstellen
können und so weiter. Und dann haben wir zusammen gespielt und dann haben wir
direkt danach aber wieder geredet und dann vielleicht nochmal gespielt. Genau,
also haben da immer sehr, sehr viel Zeit mit verbracht. Und für mich ist das
Reden ein wichtiger Teil der Aftercare, also darüber zu sprechen, was wir
gemacht haben und so weiter. Und was war gut, was war nicht gut, wie kann man
das ausbauen und irgendwie auch so ja wieder zusammen auf ein Level irgendwie zu
kommen.
Und da war das Ganze sehr Session basiert. Also da war, wir haben das gemacht
und dann sind wir raus aus der Situation gegangen, wir haben geredet und da war
dann quasi auch die Situation vorbei. und mit der zeit ist das ganze eben
weniger session basiert geworden und geht jetzt mittlerweile mehr als 24/7
richtung wir wohnen auch mittlerweile zusammen und das ganze ist mehr in den
alltag integriert genau und wir haben schon noch richtige sessions also
richtig in anführungsstrichen also abgestecktere sachen wo auch dann danach
geredet wird und so weiter und uns beiden klar ist okay das war eine
situation wo jetzt aftercare nötig ist für uns beide genau Aber es passiert
halt auch vieles dazwischen, was nicht so doll definiert ist
als Session. Und da hat sich bei uns so ein bisschen eine neue Schwierigkeit
aufgetan, beziehungsweise zwei Schwierigkeiten. Die eine konnten wir auch ganz
gut lösen. Das war nämlich, dass wir bei einigen Sachen, wo wir das Gefühl
hatten, ach, das haben wir schon so oft gemacht, dass in Anführungsstrichen
können wir, dass wir da die Aftercare weggelassen haben. Nicht bewusst als
Entscheidung, sondern es ist irgendwie so passiert. Und haben dann aber sehr
schnell gemerkt, oh, auch bei Sachen, die man schon öfter gemacht hat, braucht
man trotzdem Aftercare und das konnten wir dann auch ganz gut quasi wieder
einführen.
Genau, aber bei der anderen Sache ist es so ein bisschen das Problem, dadurch,
dass wir manchmal weniger klare Übergänge haben zwischen, wir sind jetzt in
einer BDSM-igen Situation mit viel Machtgefälle und jetzt sind wir eher wieder
in einer Alltagsbeziehungssituation, wo das Machtgefälle nicht so doll
rauskommt. Und da so irgendwie das passende Maß zu finden, so
was war jetzt eine Situation, wo Aftercare nötig ist und was war eine Situation,
wo das nicht nötig ist. Und auch, wie lange bleiben wir in der Situation, weil
es ja auch schön ist, manchmal über einen längeren Zeitraum irgendwie in einem
dolleren Machtgefälle drin zu sein.
Aber dann so herauszufinden, okay, wir haben jetzt was Tolles gemacht und jetzt
machen wir eine Pause, aber wir machen jetzt noch keine Aftercare, weil gleich
geht es irgendwie weiter. Also irgendwie dadurch, dass sich das Ganze so
ausgedehnt hat, ist es jetzt manchmal passiert, dass einfach keine oder
zu wenig Aftercare oder so weiter kam. Und wir probieren da jetzt, also haben
das Problem quasi bemerkt und probieren da jetzt aufmerksamer zu sein, vor allem
was ich brauche, weil das Problem ist mehr, dass ich mehr Aftercare brauche,
nicht so sehr, dass er das mehr braucht. Und ich versuche das gut zu
kommunizieren, wobei es mir halt auch schwerfällt, irgendwie in so einer
Situation zu sagen, hey, hey, ich brauche jetzt gerade Aftercare und
Aufmerksamkeit, weil ich dann ja auch noch so im Submodus bin.
Genau, und das ist einfach so ein Problem, sage ich mal, was wir
haben, an dem wir auch arbeiten, wo es mich aber zum Beispiel auch interessieren
würde, wie andere Leute damit umgehen, wenn sie nicht eine Session haben und
danach Aftercare machen, sondern wenn das Ganze irgendwie so ein bisschen
fließender ist. Genau. Und dachte, das teile ich mal und würde mich natürlich
auch freuen, wenn da irgendjemand aus der Community vielleicht was zu sagen hat.
Sebastian
Ja, das ist so ein bisschen der Haken heute da, wie ich das jetzt so spät
eingespielt habe. Kann dazu natürlich niemand mehr wirklich etwas sagen, aber
dennoch finde ich, ich finde diesen Satz sehr schön. Hey, ich brauche jetzt mal
Aftercare.
Ich glaube, das so stark zu formulieren, das ist ja keine Kritik, sondern es ist
einfach, ich habe hier ein Bedürfnis und ich glaube, dass allein schon das zu
formulieren eine Menge Barrieren abbaut und dann eben auch sagt, okay, ich
brauche dich jetzt einfach. Das ist in Ordnung, das ist schön. und ich gebe
jetzt Sempai für heute Abend nochmal das letzte Wort, denn da ist auch noch ein
Einspieler. Es hat heute Abend so oft und so schön das Telefon geklingelt, dass
ich die Einspieler irgendwie total vergessen habe. Aber der hier ist auch ganz
kurz, nur 36 Sekunden und Sempai hat ja immer einen wunderbaren Beitrag, den
hört ihr jetzt. Ja,
Sempai
Ja, schönen guten Abend. Hier ist mal wieder Sempai. Einmal ganz kurz zum Thema
Aftercare und Drops. Ich weiß ja nicht, worüber ihr schon gesprochen habt, aber
für mich ist eben halt auch sehr wichtig das Thema Kommunikation. Man sollte bei
einer Aftercare auch immer sagen, wenn etwas nicht in Ordnung war. Zum Beispiel
schlechte Seilspannung und nicht den Rigger dann irgendwann mal einfach durch
den Wechsel vor vollendete Tatsachen zu stellen. Frühzeitig über Dinge zu reden,
anstatt sie einfach hinzunehmen, obwohl sie nicht okay waren, kann einen
späteren Subdrop vermeiden. Und damit dann auch den Domdrop, den nachfolgenden,
weil der oder die bisher gedacht hatte, es wäre alles in Ordnung.
Sebastian
da sagt Sempai einen ganz entscheidenden Punkt. Subdrop und dann auch der
Domdrop. Ich glaube auch, das hängt so ein bisschen zusammen. Wenn ich merke,
ich habe irgendwie irgendwie Mist gebaut, dann haut es mich natürlich auch um
und ich glaube, da ist es wichtig, dass man wirklich auf eine Ebene kommen kann,
dass man wie Perlenkette dann auch einfach mal vorher kommuniziert, es ist okay,
da fließen auch mal Tränen, das ist jetzt kein Wahnsinnsabsturz, sondern das ist
einfach Emotion und das muss man so ein bisschen trennen und ich glaube, das
haben alle heute Abend auch mehr oder minder erwähnt.
Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation und zwar von beiden Seiten, dann ist
vielleicht der Drop etwas, was eine Erfahrung ist, aus der man gestärkt
hervorgehen kann, aus der man lernen kann und wenn es dann wieder vorkommt, dann
hat man
einfach ein bisschen
Rüstzeug, wenn es wieder passiert und kann aus der Situation schneller wieder
rauskommen.
Ja, ihr Lieben, die Uhr, die Uhr, die Uhr in nicht einmal zwölf Stunden startet
hier zwei Meter hinter mir die nächste Aufnahme. Das heißt, ich muss noch
zumindest einmal mit dem Putzlappen hier ein bisschen durchs Büro tänzeln morgen
ganz früh und vielleicht noch ein paar Getränke besorgen oder sowas. Deshalb
machen wir heute
bis hierher einfach mal Schluss.
Ich wünsche euch einen ganz wunderbaren Restabend, wann und wo immer ihr das
auch hört. Auch ihr habt die 10 Terabyte verursacht und jetzt klingelt es hier
nochmal. Was mache ich denn jetzt? Gehe ich nochmal kurz ran, so ganz kurzen,
ja, das Podcastsubbie nickt, na dann. Hallo, Sebastian hier, mitten in der
Verabschiedung, mit wem spreche ich?
SallyMary
hier ist SallyMary,
Sebastian
Hallo, SallyMary, ich war schon fast in der Verabschiedung, aber machen wir
einfach nochmal ein kleines, bitte nicht entschuldigen, aber dann machen wir
noch ein kleines Gespräch so zum Ausgang, dann verabschiedest du mit mir das
Publikum zusammen, ist das in Ordnung?
SallyMary
Ja, sehr gerne.
Sebastian
Aber erstmal sprechen wir über das, über das Thema, über das du sprechen
möchtest.
SallyMary
Ja, ich würde gerne darüber sprechen, wie es ist, als Sub überhaupt keine
Aftercare zu bekommen.
Sebastian
Oh, gibt's das?
SallyMary
Weil das wurde, ja, du, ganz oft. Ich glaube, das wurde heute noch gar nicht
angesprochen. Und für mich war das also wirklich jahrelange Realität,
weil ich eben unbedingt BDSM in meinem Leben gebraucht habe
und unbedingt eben meine Devote-Seite ausleben wollte und musste, aber
ich hatte nur lockere Geschichten. Ich habe nie jemanden gefunden, mit dem es
mehr Wertschätzung und mehr Tiefgang gab und das hieß, dass ich mich da
sicher auch unter Wert verkauft habe, aber dass es immer so war, dass man eben
eine Session miteinander hatte und dann war die vorbei und dann hat man sich
angezogen und ist gegangen.
Sebastian
Okay, wie in so einem schlechten Porno, Entschuldigung.
SallyMary
Ja, genau.
Und das Witzige, also das Traurige eigentlich war, dass ich das wirklich sehr,
sehr häufig erlebt habe. Und weshalb ich das erzähle, ich habe die ersten Jahre
geglaubt, dass Subdrop zu BDSM ganz fest dazugehört, weil ich überhaupt nicht
reflektiert habe, dass das anders sein könnte.
Und das hat für mich bedeutet, dass ich wirklich, wenn immer ich mich dann von
den Doms verabschiedet habe, also ich habe ja schon mal, als ich angerufen habe,
erzählt habe, dass ich Flugbegleiterin bin und ich habe so richtig meine
Business-Fassade dann hochgezogen nach dem Motto, ja, war sehr schön, machen wir
mal wieder. Ja, tschüss, danke, danke, wieder schauen, tschüss.
Sebastian
Also dann auch gewohnheitsmäßig schnell raus aus der Situation.
SallyMary
Und
extrem mit einer Distanzierung, die noch im Einander-Ansehen
stattgefunden hat.
Und dass man diese Welle an Emotionen, die danach sicher auch
aufkamen, 100% mit sich selbst ausgemacht hat und eine richtige Maske und
Fassade hochgezogen hat und dann auseinandergegangen ist.
Sebastian
Hast du mit den Menschen mehrmals gespielt?
SallyMary
Ja,
Sebastian
Okay, also schon fast ein Ritual, ne?
SallyMary
genau, genau.
Sebastian
Wie hast du festgestellt, dass das auch anders gehen kann?
SallyMary
Also erstmal habe ich festgestellt, dass ich pro Monat sehr viel Geld für Ben &
Jerry's auszugeben habe, weil das war dann meine Aftercare.
Sebastian
Oh, ja.
Vor allem, das Zeug kostet ein Vermögen. Ich habe gesehen, so ein Becher kostet
sieben, acht Euro inzwischen. Das ist,
SallyMary
an meinem Tiefpunkt habe ich einen dreistelligen Betrag für Eiscreme ausgegeben
in einem Monat.
Sebastian
Gottes willen. Okay, also Aftercare hat auch einen monetären Wert, wie ich
gerade feststelle.
SallyMary
Kinder, definitiv.
Sebastian
Ja, okay.
Zurück, ich ziehe das Gespräch schon wieder in die Länge. Das sollte ich doch
nicht tun.
Wie hast du echtes Aftercare kennengelernt?
SallyMary
Tatsächlich habe ich jetzt auch wieder einen lockeren Spielpartner. Also ich
habe noch nie BDSM in einer Beziehung leben können.
aber er ist
sehr wertschätzend und fürsorglich
und als er sich das erste Mal mit mir hingesetzt hat und mich in den Arm
genommen hat also als er mich das erste Mal in den Arm genommen hat nach einer
Session, habe ich ihn so ein bisschen weggeschoben nach dem Motto was möchtest
du gerade von mir
weil ich von diesem Moment völlig überfordert war und das Gefühl hatte, dass ich
jetzt in irgendeiner Form reagieren muss und auch aus meinem devoten Headspace
erstmal nicht rauskam
Aber dann habe ich verstanden, dass er mir was Gutes tun möchte, dass es ihm ein
echtes Anliegen ist, dass es ihm gut tut.
Und das hat sich dann sehr schön angefühlt und war auch wichtig, weil ich trotz
allem mit ihm den krassesten Subdrop meines Lebens hatte.
Und er mir dann einfach gezeigt hat, dass das Auffangen trotzdem gut
funktionieren kann. Trotzdem war ich bei dem Subdrop dann dummerweise doch wieder
alleine. Und ich kann nur sagen, es ist wichtig, dass sich jedes Sub Tools
zurechtlegt, was passiert, wenn man in so einem Moment ganz alleine ist und
vielleicht auch nicht weiß, wie man anruft oder vielleicht auch zu stolz ist, um
jemanden anzurufen oder auch einfach, es ist 1 Uhr morgens und man kann aus
gesellschaftlichen Normen heraus niemanden mehr anrufen, dass man sich da so ein
Sub-Drop-Kit zur Seite stellt, um sich selbst was zu geben, womit man sich so
erste Hilfe leisten kann vielleicht. Oh
Sebastian
Was ist in deinem Subdrop-Kit aktuell drin, außer Ben & Jerry's-Eis in großen
Eimern?
SallyMary
Gott, das habe ich gecancelt.
Nein, es ist ein Badezusatz immer drin, eine Kerze, also so eine
Yoga-Kerze, die irgendwelche Edelsteine drin hat, weil mir das gefällt.
Ich habe ein Buch drin liegen, so ein Wohlfühlbuch und ich habe tatsächlich auf
meinem Handy eine Liste mit, also früher habe ich immer Star Trek geguckt, wenn
ich im Subdrop war. Frag mich nicht, warum ausgerechnet Star Trek ist Star Trek,
aber es hat geholfen.
Sebastian
gucke das auch ohne Subdrop, so von daher, ja.
SallyMary
Genau, ja, mit einfach Filmen, die wohltuend sind und guttun in dem Moment.
Und die Kuscheldecke ist gut, die vorhin erwähnt wurde.
Sebastian
Die Kuscheldecke, ja, definitiv, also die gehört einfach zum Handwerkszeug dazu.
Weißt du, so traurig das jetzt am Anfang klang, aber die Idee zu sagen, ich habe
noch einen Plan B, der mich zumindest über, ich sag mal, die nächsten Tage
rettet, die ist gar nicht doof. Also das ist einfach was, das kann man
vorbereiten oder dass man zumindest weiß, was tut mir gut. und im Zweifel ist
das Kit ja auch dann mal nützlich, wenn einfach mal irgendwas anderes im Leben
vorfällt und dann weiß man, ich habe ja etwas, wo ich immer ran kann und sagen
kann, okay, so kann ich gucken, dass ich mich selber ein bisschen aufbaue. Also
die Idee ist wirklich gut.
Von daher, ich hoffe natürlich, dass du das nie wieder brauchst.
SallyMary
Danke dir. Aber für Doms vielleicht, ich habe was online gefunden, was ich
selber noch nicht haben durfte, aber was ich total schön finde, ich habe nämlich
Aftercare-Tokens gefunden. Das sind so kleine, runde
Münzen, auf denen zum Beispiel Well done, gut gemacht
oder good girl draufsteht. Und die Idee ist, dass ein Dom seinem
Sub diesen Token nach der Session gibt, dass wenn man nicht zusammen ist oder
zusammen sein kann, aus welchen Gründen auch immer, der oder die Sub diesen
Token einfach halten kann und haptisch etwas hat, was Lob und Sicherheit
und Rückmeldung ausstrahlt. Und das finde ich eine total schöne Idee, wenn man
eben schon nicht räumlich beieinander sein kann. Ersetzt natürlich kein
Aftercare per se, aber kann eben auch einfach ein kleines hilfreiches Gadget
sein.
Sebastian
Das ist natürlich nicht für jeden und jede was, aber ich will den Link haben.
Wenn du mir den hinterher zukommen lässt, packe ich ihn in die Shownotes rein.
SallyMary
mache ich.
Sebastian
Ich finde allein die Idee schön zu sagen, okay, ich habe da was für dich und
dann kann das Podcastsubbie ihre
Sammlung da
machen oder sich die Dinge an die Wand nageln.
SallyMary
die ganze Sammlung, wie beneidenswert.
Sebastian
Es kommt ja darauf an, was draufsteht. Ich finde da bestimmt auch Tokens die
ein bisschen waren so, na, da war es da aber bösartig.
Da finde ich bestimmt was, aber die Idee finde ich schön. Also was Haptisches,
etwas, was man mitnehmen kann, was man dabei haben kann Und was auch, ich sag
mal, relativ leicht zu beschaffen ist. Die Idee ist schön. Vielleicht bleibe ich
an der Idee noch ein bisschen hängen.
SallyMary, die Uhr, die Uhr, die Uhr schon 10 vor 11, ich wollte halt
eigentlich eine kurze Sendung machen, das ist mir definitiv nicht gelungen
finde ich toll, dass du das teilst und ja an alle Menschen da draußen
also wenn ihr nicht wisst, was Aftercare ist nach dieser Sendung A, wisst ihr
das und B, fordert es ruhig ein egal ob Top, Sub, Switch und wie
auch immer und egal, ob das eine Beziehung ist, Spiel, irgendwas Irgendwas oder
Party fordert ein, ich brauche hinterher einfach ein bisschen Zeit und wie ihr
die gestaltet, ist dann eure Sache, aber ich glaube Zeit ist die Währung und
dass man dann füreinander da ist. Man hatte ja auch, ganz ehrlich, man hatte ja
auch Bock drauf, miteinander was zu machen und zu spielen, darf man auch
hinterher nochmal ein bisschen füreinander da sein. Das gehört einfach dazu,
finde ich. und du darfst mir jetzt zustimmen oder widersprechen, dem
SallyMary
Nein, es ist ein absoluter Ausdruck der Wertschätzung und auch des
Verantwortungsbewusstseins, das beide Parteien einfach haben müssen.
Sebastian
habe ich nichts mehr hinzuzufügen. Ich glaube, dann können wir jetzt einfach
gemeinsam das Publikum verabschieden.
Das heißt, ich sage jetzt einfach mal lieber Chat, liebe Menschen, die den
Livestream auch ohne Chat gehört haben und Menschen, die das später hören, vielen
Dank, dass ihr so lange durchgehalten habt. Die Sendung ging jetzt über zwei
Stunden und das Thema werde ich irgendwann in diesem Podcast wiederholen
und wenn Wenn dann wieder Menschen so viel erzählen wie heute Abend, dann macht
ihr es mir ganz einfach und dann brauche ich nach der Sendung auch keine
Aftercare vom Podcastsubbie.
Dann wird das total entspannt und schön und ich freue mich schon darauf, auch
über so ein schweres Thema wieder zu sprechen. Und du SallyMary, auch vielen
Dank, dass du auch diesen Aspekt, ohne Aftercare mal umgehen zu
müssen, damit leben zu müssen, dass du hier nochmal eine Strategie gezeigt hast,
mit der man das dann vielleicht ein bisschen mildern kann oder wo man einfach
einen Plan B hat. Das ist eine gute Idee. Vielen Dank, dass du das geteilt hast.
SallyMary
Ja, sehr gerne. Und einen schönen Abend an dich und euch alle.
Sebastian
Genau, dem habe ich nichts hinzuzufügen. Macht's gut, tschüss.
SallyMary
Tschüss.
Sebastian
So, SallyMary, wir sind unter uns.
SallyMary
Okay, wunderbar.
Sebastian
Und ich brauche dir aber gar kein Passwort oder irgendwas mehr zu geben, denn du
hast ja schon alles.
SallyMary
Genau.
Sebastian
Deshalb vielen Dank. Und ich wünsche dir einfach eine gute Zeit und dass du
deinen Aftercare immer bekommst.
SallyMary
Danke und dir auch.
Sebastian
Danke, tschüss.