Das Transcript wurde von Johanna bearbeitet. - Vielen Dank!
Sebastian
Hallo und herzlich willkommen zu Folge 83 der Kunst der Unvernunft.
Hier sprechen Menschen über ihre persönlichen Erfahrungen und Gedanken zu BDSM.
Die Person und ihre Perspektive, die stehen hier im Mittelpunkt.
Mein Name ist Sebastian Stix und ich bin selbst aktiver BDSMer und mein Job
ist es hier, meinem Gegenüber das ein oder andere extra Detail zu entlocken.
Der Job meiner Erkältung ist es übrigens, meine Stimme endgültig zu versauen und naja,
entschuldigt bitte den etwas raueren, anderen Ton heute, aber ich wollte diese
Folge unbedingt aufnehmen und auch vor Weihnachten veröffentlichen und da müssen
wir eben ein bisschen mit der Stimme so arbeiten, wie sie ist.
Zu meiner Gästin Sabrina heißt sie, ist 42 Jahre alt, Sub und kommt aus der
Karlsruher Ecke und wir haben natürlich über BDSM gesprochen.
Und ja, was ist anders an dieser Folge als an allen anderen?
Ich mache ja immer ein Vorgespräch und dann packe ich mir ganz viele Dinge auf
meine Liste, die ich im Gespräch nicht vergessen möchte.
Sabrina hat mir aber nochmal rund 40 Extrapunkte auf einer Liste hinterhergeschickt
und ehrlich gesagt, ich wusste gar nicht, wo wir jetzt anfangen sollen bei der
Folge. Und so habe ich mich für das entschieden, was immer funktioniert.
Wir haben natürlich vorne angefangen, aber wir sprechen auch über Spanking,
über das fehlende Warmhauen.
Wir sprechen über Events und auch wie es ist, wenn man als Paar mit BDSM aufgehört
hat und nach ein paar Jahren wieder anfangen möchte.
Das ist möglicherweise gar nicht so einfach oder doch so einfach.
Wir werden es sehen. Und dann haben wir noch ein Thema, das bisher nicht vorkam,
das ist Cuckqueaning, also das weibliche Pendant zum Thema Cuckold.
Und auch da erfahrt ihr ein bisschen was, was hier neu im Podcast ist.
Nach der Aufnahme hat Sabrinas Mann Manuel die Folge dann gehört und wir haben
dann doch noch ein kleines Nachgespräch ganz ohne Sabrina aufgenommen.
Ihr erfahrt also von ihm, ob sie sich endgültig reingeritten hat und was sie
möglicherweise ganz zufällig im Gespräch nicht erwähnt hat.
Ja und jetzt lasse ich noch ein paar kleine Weihnachtsgrüße da,
denn diese Folge erscheint, wie es aussieht, am 21. Dezember 2022.
Habt eine schöne Zeit und jetzt geht's einfach los mit Folge 83 mit Sabrina und Manuel. *Intromusik*
Ich sitze hier bei mir ganz einsam im Büro, aber heute bin ich dann doch nicht
ganz so allein, denn ich habe ein Paket geschickt mit Mikrofon und Co.
Und deshalb begrüße ich jetzt Sabrina, hallo.
Sabrina
Hi.
Sebastian
Ja, was kann ich zu dir sagen? Ich kann verraten, du kommst aus Karlsruhe,
bist 42 Jahre alt, tendenziell eher Sub mit so einem leichten Extraswitch.
Sabrina
Genau.
Sebastian
Und wir haben ein Vorgespräch geführt und dann hast du mir nochmal eine Liste
geschickt mit, ja was sind das, 40 Punkte, 50 Punkte und ich dachte mir schon
nach dem Vorgespräch, au Backe, was machen wir denn mit dir?
Bei dir müssen wir uns einfach die Highlights rausziehen.
Sabrina
Ja, 20 Jahre, passiert halt einiges, ne [Dialekt]?
Sebastian
Ja, die perfekte Überleitung, seit 2003 dabei, hab ich mir aufgeschrieben.
Sabrina
Genau.
Sebastian
Ja, da warst du also um die Anfang 20.
Sabrina
Ja.
Sebastian
Wie ging's los?
Sabrina
Ja, total lustig eigentlich. Also mein Leben verändert sich meistens durch so
lustige Zufälle und so war's da auch.
Und zwar bin ich zur Straßenbahnhaltestelle gelaufen und war wie immer zu früh, weil ich immer renne.
Und dann dachte ich, ach komm, ich werfe noch was weg und in dem Mülleimer lag
ein Buch. Und ich dachte so, ein Buch im Mülleimer, das geht nicht.
Nee, muss da raus. Und dann habe ich angefangen, das zu lesen und habe während
der Straßenbahn gelesen, in der Schule gelesen,
auf dem Rückweg gelesen und als ich durch war, musste ich erst mal in mein Zimmer
und die Tür abschließen, weil da habe ich noch bei meinen Eltern gewohnt und dann dachte ich, hm
das könnte vielleicht was sein, aber dann hat man das ja so im Kopf und weiß
dann nicht so wirklich, ist das jetzt wirklich auch in der Realität was für mich
oder haut mir da einmal einer auf den Arsch und ich sag: Alter, spinnst du, lass mich in Ruhe. *lacht*
Sebastian
Weißt du denn noch, was für ein Buch?
Sabrina
Ja klar, Laura Reese: Brennende Fesseln.
Sebastian
Das werde ich natürlich ordentlich verlinken, dafür haben wir Shownotes.
Worum ging's denn da drin?
Sabrina
Ich hätt's dir gerne als Ding der Woche gezeigt, aber meine Mama hat es damals
gefunden und hat es in die Mülltonne entsorgt. *lacht*
Sebastian
Also dahin wo es herkam, wahrscheinlich hatte das Buch vorher schon ein-,
zweimal dieses Schicksal durch.
Oh je. Also worum geht's, was passiert in dem Buch?
Sabrina
Also es ist mehr so Thriller-mäßig. Also da wurde eine, ich weiß gar nicht
mehr, ob man es am Anfang weiß, also auf jeden Fall wurde eine umgebracht und
die Schwester versucht, die zu finden.
Und sie ist sich ziemlich sicher, das war der eine Typ.
Und dann merkt er, also er weiß ziemlich schnell, wer sie ist und bietet ihr
dann an, ich erzähle dir was über deine Schwester, weil die hatten auch keine gute Beziehung zueinander,
wenn du machst, was ich will. Und dann läuft es eben so,
dass sie das halt alles ganz toll findet und das freiwillig quasi macht und
sie möchte ja auch mehr über ihre Schwester rausfinden und ihre Schwester hat quasi
aber das Gleiche gemacht, weil sie in den verliebt war, aber ihr hat das halt nicht gefallen.
Und so baut das dann auf immer so ein bisschen.
Also es hat mit einvernehmlichem SM jetzt eher nicht so viel zu tun,
aber es entsteht halt Kopfkino.
Sebastian
Ja gut, wenn wir jetzt alle Bücher danach sortieren würden, ob das alles einvernehmlich
und politisch korrekt wäre, dann könnte man heutzutage wenig schreiben.
Aber was waren so Elemente, die du mitbekommen hast?
Also auf den Popo hauen kam irgendwie vor, also war das schon so ein,
du musst gehorchen, du wirst misshandelt und so weiter und so fort.
Also war das so die Kernkomponente des Buches? Ausgeliefert sein.
Sabrina
Ja, es war halt immer so, entweder du machst, was ich will oder du kannst gehen.
Also so schon so Psycho-Kopfgeficke.
Sebastian
Okay, jetzt hast du das gelesen und ja, ist die Frage, wolltest du jetzt jemand
haben, der deine Schwester entführt oder? *lachen*
Sabrina
*lacht* Um Gottes Willen.
Sebastian
Nein, aber was ist hängen geblieben in deinem Kopf, wo du sagtest,
Mensch, das wäre doch was, das ist zumindest spannend im Kopf.
Sabrina
Das weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mehr, aber da kam mir der nächste Zufall
ins Spiel. Ich habe übers Internet einen kennengelernt, der kam aus Hamburg.
Und ich habe mich normalerweise immer nur mit Leuten getroffen,
die in der Nähe gewohnt haben, weil ich gedacht habe, ja, nachher nervt der
mich oder der findet mich blöd, dann will ich ja da nicht fest sitzen.
Und da habe ich aber irgendwie gedacht, ach, in Hamburg war ich auch noch nicht, ja, fahren wir mal hin.
Und dem sein Mitbewohner war schon so ein bisschen länger into SM,
aber auf der Subseite und der wollte mal die andere Seite ausprobieren.
Da dachte ich, ja, wunderbar, passt. *lacht*
Sebastian
Okay, da ist aber was dazwischen, weil auf der einen Seite das Buch,
auf der anderen Seite, was ist BDSM?
Also auch da, wo kommt dein Wissen her oder kam dein Wissen her, was das ist?
Sabrina
Gar nicht großartig. Also ich hab ein bisschen im Internet gesucht,
aber das war da noch nicht so doll wie heute.
Also heute würde ich suchen und hätte da 2000 Seiten oder so wahrscheinlich.
Ich hab da ein bisschen gelesen, aber jetzt nicht so viel.
Ich bin da mit dem, also den, den ich besucht hab, mit dem bin ich dann auf die Reeperbahn.
Und da gibt's ja so schön Lack, Leder, Latex, wie man ja so schön sagt.
Und dann hab ich da irgendwann 'ne Peitsche in der Hand gehabt,
also ein Flogger, den Unterschied kannte ich ja damals noch nicht.
Und da dachte ich so, oh, das fühlt sich voll schön an, hätt ich gern.
Nee, macht ja keinen Sinn, was soll ich mit 'ner Peitsche? Ich benutze sie ja
nicht, dafür ist es mir zu teuer, dass es dann in meinem Schrank liegt.
Und wir sind abends ins Bett und mein letzter Gedanke, Peitsche,
morgens aufgewacht, erster Gedanke, Peitsche, und ich: Du, können wir da vielleicht nochmal hingehen? *lacht*
Und dann habe ich die gekauft.
Sebastian
Für deinen Hintern?
Sabrina
Nee, einfach so.
Sebastian
Achso, okay.
Sabrina
Keine Ahnung, ohne großen Hintergedanken. Und dann bin ich nach Hause gefahren
und dann hat sein Mitbewohner eben geschrieben, ja hier, ich finde dich eigentlich
ganz toll, magst du nicht nächste Woche wiederkommen? *lacht* Also bin ich wieder hingefahren,
weil ich fand den ja auch gut und außerdem war ich ja neugierig.
Und da war ich natürlich erst mal todesmäßig aufgeregt und wir haben dann erst
mal gar nichts so Schlimmes gemacht.
Also wir haben eigentlich nur Fotos gemacht, während ich ein Korsett trage,
das ich glaube ich auch dort gekauft hatte und Handschellen an hatte hinterm Rücken.
Also er hat mich noch nicht mal angefasst, er hat einfach nur Fotos gemacht und
das hat mich mega gekickt.
Sebastian
Ich wenn ich du gewesen wäre, ich hätte natürlich dann die Peitsche wieder zu
Hause vergessen, das würde mir ähnlich sehen, dass man das Wichtigste nicht dabei hat.
Sabrina
Ich hatte die glaube ich auch nicht dabei.
Sebastian
Achso.
Sabrina
*lacht* Ne, er hatte dann irgendwie so
einen trockenen Ast, den er auf irgendeiner Nachtwanderung aufgelesen hat,
keine Ahnung, wie man auf den Trichter kommt, und mit dem hat er mich dann gehauen
und ich hab vorher mir so einen Kopf gemacht, ich dachte so: Jesses, ich fahr sieben
Stunden mit dem Zug, wenn ich nicht sitzen kann, wie soll ich das machen? *lacht*
Und dann hat er mich damit gehauen, der Ast ist dann so ziemlich schnell abgebrochen
und ich hab mich dann gefreut, dass da so rote Streifchen waren und nach einer
halben Stunde waren die weg und ich so, äh, ja wie jetzt?
Das hab ich mir irgendwie anders vorgestellt.
Sebastian
Das klingt jetzt erstmal so ein bisschen enttäuschend.
Sabrina
Ja, war's auch. Also es war so, wie man es ja so oft hört, man kommt dazu,
dann fangen die Augen an zu leuchten und dann höher, schneller, weiter.
Wo kriege ich alles her an ... Ja.
Sebastian
Was wolltest du? Wo hast du festgestellt, das sind die Sachen,
die ich zu dem Zeitpunkt gut finden konnte?
Sabrina
Also das mit dem Schlagen und den Handschellen fand ich schon ganz gut. Und Korsett auch.
Und dann bin ich zu dem Zeitpunkt auch hier in Karlsruhe in die Kulturruine gegangen.
Und da war eben einmal im Monat eine SM-Party.
Und dann sind wir da halt mal hinmarschiert. Und ich dachte so,
ich will das und das und das und das und das und das und das und das da hinten
und das da vorne auch noch. *lacht*
Sebastian
Hat's geklappt?
Sabrina
Ja, naja. Also ich wollte erstmal alle Klamotten und alle Spielsachen,
die ich gesehen habe, da haben. Und ich wollte natürlich auch was machen.
Und er war so, ja, nee, wir sind zum ersten Mal da und lasst uns mal noch warten. Und ich: Ohhh. *lacht*
Sebastian
Okay, also voll Krawall und Action.
Sabrina
Ja,
Sebastian
Da hat er es ja leicht gehabt.
Sabrina
Ja und dann kam bei dem auch schon wieder mehr so die Sub-Seite durch,
dann kam er ständig mit, ja, willst du nicht auch mal die andere Seite probieren
und du kannst mit mir machen, was du willst und ich, o ja, voll abturnend, nee, tschüss. *lacht*
Und dann hat sich das auch so in den Alltag ein bisschen reingezogen,
dass der nicht mal sagen konnte, was wir zu Abend essen sollen,
wenn ich gesagt habe, entscheide du und dann, das ging gar nicht mehr,
dann habe ich das beendet.
Sebastian
Okay, er hat also nicht über diese Anfangseuphorie hinweg geholfen.
Sabrina
Nee.
Sebastian
Du hast es auch gar nicht probiert?
Sabrina
Ja doch schon, wir haben schon so ein bisschen was zu Hause gemacht,
aber das war immer so, er hat einen Schritt gemacht und ich wollte eigentlich 100 machen.
Also das hat einfach nicht gepasst. Und dann bin ich heim und bin alleine auf
die SM-Party gegangen, auf dem Paintball damals.
Und da hab ich dann meinen Ex-Ex-Freund kennengelernt. *lacht*
Sebastian
Der Ex-Ex-Freund, ok. Muss ich ein Diagramm aufzeichnen? Nein,
ich glaub wir versuchen es mal ohne.
Okay, so, den hast du kennengelernt, sagst hallo, ich brauch Haue,
wärst du bereit, nee, so läuft's nicht, okay.
Sabrina
*lacht* Wir haben einfach miteinander geredet und wir haben da auf der Party nix gemacht,
wir haben einfach uns ganz normal kennengelernt, wie wenn wir jetzt in der Disco
wären oder so und dann hat er mir auch seine Nummer gegeben und wir sind dann
zusammen raus und ich hab gesagt, o Moment,
mir ist mein Geld, was ich mir seitlich in den Stiefel gesteckt hab, nach unten gerutscht,
ich möchte es kurz rausholen, weil es ist unangenehm zum Drauftreten.
Und er schaut nur so grinsend von oben runter und meint, gefällt mir, wenn du vor mir kniest.
Und ich "Haaah" *dahinschmelzend* *lacht*
Sebastian
So einfach?
Sabrina
Ja.
Sebastian
Mhm.
Sabrina
Ja, und so ging das dann weiter. Also ich habe den dann das erste Mal besucht,
der damals noch in Mannheim studiert.
Und dann haben wir uns geküsst und ich lag halt so mit dem Kopf auf dem Kissen.
Und dann ist er kurz mit dem Kopf nach oben und ich dachte so:
Ja, okay, kenne ich ja jetzt. Jetzt tauschen wir. Jetzt soll ich hoch. *genervt*
Und dann drückt er mich runter, sagt: Nee, nee, du bist genau da,
wo du hingehörst. Und ich wieder, haaah *dahinschmelzend*, genau das, was ich hören will. *lacht*
Sebastian
Jetzt hast du aber nicht nur die zwei Typen da kennengelernt,
ich meine, du bist auf eine Party gegangen.
Wenn du so auf eine Masse anderer SMer gestoßen bist, was haben die so zu dir
gesagt oder was hast du von denen mitgenommen oder was hattest du vielleicht
auch vorher, ich sag mal, nicht richtig interpretiert, wie BDSM geht.
Also wie weit hat die Community dich da aufgenommen und auch ein bisschen, ja, eingenordet?
Sabrina
Boah, also ob ich auf der Party mit jemandem geredet habe, weiß ich gar nicht
mehr. Also bestimmt mit irgendwelchen, die ich vorher schon von den Gothic-Veranstaltungen kannte.
Aber, boah, nee, das ist zu lange her, das weiß ich nicht mehr.
Aber in der Ruine lagen dann Flyer aus für einen SM-Stammtisch.
Und dann habe ich die in meinem Tagebuch versteckt, damit meine Mutter die nicht
findet, und habe das voll vergessen.
Und dreiviertel Jahr später irgendwann mal wieder gefunden, ach,
da wollte ich ja hin. Und da kam ich dann voll rein in die Community.
Also, ich war dann wirklich jede Woche, äh, jeden Monat auf dem Stammtisch und
jeden Monat auf dem Paintball.
Und wir waren da auch schon immer gut 40, 50 Leute.
Und da hab ich so ... Also, ich
hab so gut wie jeden gekannt und jeder hat mich gekannt. Das war schön.
Sebastian
Ja, und was hast du für Spielerfahrung gemacht? Also, Party, öffentlich spielen.
Stell mir dich grade vor mit diesem Drall, dieses Ich will jetzt, höher, schneller,
weiter. Also ganz ehrlich, vor meinem geistigen Auge ist es so,
oh, du gehst da rein, da steht irgendwo ein Kreuz, du stellst dich ran und wackelst mit dem Arsch.
*lacht*
Also nicht, dass das wahllos wäre, aber man hat ja dann dieses: ich will ausprobieren,
ich will Sachen machen, ich will was erleben und ich will das schnell und ich will das fühlen.
Sabrina
Genau.
Sebastian
Aber da kommt man doch auch mal relativ schnell an Grenzen ran,
wo man dann merkt, das ist vielleicht nicht so cool.
Sabrina
Nee, ehrlich gesagt nicht. Also ich habe mich ja dann mit dem,
also mit meinem Ex-Exer getroffen und dann auch in Karlsruhe.
Also da hatte der noch ein Zimmer bei seinen Eltern und dann waren wir bei dem
im Keller und ich muss sagen, der hat das immer richtig toll gemacht.
Also im Keller deshalb, weil sein Zimmer im Dach war im Sommer zu heiß. Und dann so richtig mit Kerzen.
Und er hat früher Live-Roleplay gemacht. Also dann hingen da so Schwerter und
Rüstungen und war schon so eine richtig geile Atmosphäre. Und dann auch immer
eine tolle Sessionmusik und so, also wirklich so alles drum und dran.
Und dann hat er mich beim ersten Mal gehauen.
Und ich habe vorhin die Folge von dir gehört mit dem Fräulein C,
wo du gefragt hast, bist du laut oder leise beim Hauen?
Ich bin eher leise beim Hauen, meistens.
Und das war da auch so.
Und ich dachte irgendwann so, o mein Gott, ich halte es gleich nicht mehr aus.
Und er dachte, o mein Gott, was soll ich noch alles tun? *lacht*
Das haben wir aber in dem Moment ja nicht kommuniziert, erst danach. *lacht*
Sebastian
Okay, also er wollte Krach, du wolltest nicht oder wolltest leise sein,
ja, das ist so ein Kommunikationsding.
Hat er es denn geschafft, einen Ton aus dir rauszukriegen? Oder hinterher,
hast du dann geschimpft?
Sabrina
Nee, geschimpft hab ich nicht. Ich hab nur gesagt, boah, also das war jetzt nicht von Null auf 100?
Jetzt hab ich wirklich Angst. Und dann hat er gemeint, ja nee,
ich wusste schon gar nicht mehr, was ich noch machen soll.
Achso, war es dir zu arg? O Gott, tut mir leid, ja? Und ich so,
ja, war schon ein bisschen heftig, aber auch geil. Hihi, machen wir weiter. *lacht*
Sebastian
Bist du wirklich Masochistin? Also setzt du das in Lust um?
Sabrina
Ja, irgendwie schon. Also ich dachte davor, ja, das ist halt dazu da, um bestraft zu werden.
Und aber nach einer Weile war das so, dass ich gesagt hab, ich brauch das.
Also ich weiß nicht so richtig, wie ich es beschreiben soll.
Also es ist jetzt nicht so, dass er mir auf den Arsch haut und ich werde
geil davon oder so, aber das ist irgendwie so anders, also dieses ...
Sebastian
Ins Fliegen kommen und so, also lässt sich schwer beschreiben.
Gab es auch mal was, wo du sagst, das war vielleicht nicht so toll oder das ist eine Praktik gewesen,
ja, die sich einfach nach dem Ausprobieren
als nicht so schön, ja als enttäuschend herausgestellt hat?
Sabrina
Es gab eine Sache, das war allerdings mit einem anderen, den habe ich auf einem
Stammtisch kennengelernt und dann habe ich mit dem auf einer Party gespielt,
dann war ich da gefesselt und auf einmal höre ich, wie er sagt,
ja, hier mach du mal und drückt einfach, einer Freundin von mir zwar,
aber drückt einfach jemand anders hier die Gerte in die Hand.
Und da habe ich gesagt: also sorry, nee.
Also das ist ein No-Go. Ich kann doch nicht ohne Absprache,
wenn ich mich seit einer Woche kenne, nicht einfach sagen, ja hier,
Hinz und Kunz, ihr dürft hier auch mal. Also das geht überhaupt nicht.
Sebastian
Okay, also da ist die Person wichtig, das Gegenüber, dass ihr das zu zweit macht.
Sabrina
Ja, also man kann es schon auch zu mehreren machen, aber das muss ich dann halt vorher abklären.
Ich kann da nicht einfach unabgesprochen irgendwelche fremden Leute einladen.
Ich mein, gut, die hab ich jetzt gekannt, aber ... Der dachte aber,
weil wir alle eben so gut und so eng miteinander waren, weil wir uns eben alle
total mochten und ich bin auch zum Teil heute noch mit den Leuten befreundet,
dass wir alle miteinander spielen. *lacht*
Auch einfach nur ein Missverständnis, aber ja, mein Gott, das war jetzt nicht der Weltuntergang.
Sebastian
Ich nehme mal so ein bisschen, das ist ja so eine Gefühlsebene dann doch,
auch wenn, ja, das ist geil und das macht Spaß, aber ein bisschen denken
muss man ja doch noch dabei.
Ich werfe dir mal so ein paar Dinge hin und du sagst mir mal, ob das dazu gepasst hat.
Sabrina
Mhm.
Sebastian
Hingabe, dienen, gehorchen, bestrafen, waren das so Dinge eher positiv und gab's
das alles oder eher so, ne, ich will Spaß haben?
Sabrina
Nö, passt schon alles.
Sebastian
Okay, wie hat sich das geäußert?
Sabrina
Ja, ich war ja auch mega in den verliebt und ich bin sowieso so eher so ein
Kümmerer-Typ und ich mache gern was für den Mann, den ich liebe,
kann ja mein Mann bestätigen. *lacht*
Sebastian
Ich habe ihn gerade gesehen, grüße übrigens, er ist hinter dir vorbei gehuscht.
Sabrina
Jaja, ich sag's ihm, wenn er wieder kommt. *lacht* Das hat für mich jetzt nicht unbedingt
was mit Sklavin zu tun, sondern das ist für mich einfach selbstverständlich.
Also ich muss mich manchmal ja rechtfertigen in heutigen Zeiten von Feminismus
und so, aber für mich ist halt Feminismus zu sagen, ich mag so eine altmodische Rollenverteilung.
Ich mag, dass der Mann das Geld nach Hause bringt. Ich mein gut,
ich geh auch arbeiten, aber ... dass ich, die Frau, koche und mich um ihn kümmer sozusagen.
Sebastian
Ja gut, Feminismus heißt ja nicht, dass man das nicht mehr machen darf.
Sabrina
Ja, manche Leute sehen das so.
Sebastian
Man muss es entscheiden können.
Sabrina
Genau, so sehe ich das auch.
Sebastian
Jetzt sind wir bei den Ex-Freunden da kleben geblieben,
aber das sind ja jetzt dann doch 20 Jahre.
Hast du durchgezogen 20 Jahre? Gibt es noch Stellen an dir, die noch nicht verhauen und geärgert wurden?
Sabrina
Bestimmt. Fällt mir spontan nicht direkt was ein. *lacht*
Aber das finde ich das Schöne daran, ich habe ja schon viel erlebt,
sowohl sexuell als auch SM-technisch, als auch andere Sachen.
Und ich finde das schön, dass ich mit meinem Mann immer noch Sachen erleben
kann, wo ich sagen kann, wow, krass, das hatte ich noch nie.
Sebastian
Kommen wir doch mal zu dem, wann hast du ihn denn kennengelernt?
Sabrina
Vor, im April wären es fünf Jahre.
Sebastian
Okay, na dann haben wir noch eine kleine Lücke bis dahin. Also wenn ich das
so höre, würde ich jetzt sagen, okay, du hast einfach gelegentlich mit wechselnden
Partnern viel Spaß in der Szene gehabt. Fertig.
Sabrina
Ja, also eigentlich meistens mit meinem Ex-Freund, mit dem war ich ja sechs
Jahre lang nicht zusammen, also es ist kompliziert.
Also ich wollte und er wollte auch, aber man kann sich halt nicht zwingen,
sich in jemanden zu verlieben.
Aber wir haben immer wieder so zueinander zurückgefunden, sag ich mal so,
wenn es wieder mit anderen nicht geklappt hat.
Sebastian
Also ich mag, bevor wir hier so ein bisschen kreuz und quer springen, nochmal
so ein bisschen, du weißt ja, mein Hang zur Chronologie, dem mag ich noch ein bisschen nachgehen.
Also vor fünf Jahren hast du deinen Mann kennengelernt?
Sabrina
Mhm. Der hatte von nix ne Ahnung, also der kam erst durch mich dazu. *lacht*
Sebastian
O Gott. Mhm, ich bin gespannt. Okay, also wie, das ist ja so ein Knackpunkt,
das fällt ja vielen sehr schwer zu sagen,
man lernt jemanden kennen, verliebt sich vielleicht sogar schon,
landet sogar in der Kiste und ist schon ein paar Wochen zusammen und je länger
das alles dauerte, desto schwerer fällt es sich, da mal zu offenbaren und zu sagen, du,
ich mag da aber noch ein bisschen mehr. Wie schnell war das klar?
Sabrina
Das war von Anfang an klar. Also erstens mal bin ich ein sehr offener Mensch,
sowohl meine Familie als meine Freunde als meine Ex-Kollegen,
gut, meine neuen Kollegen sowieso, also das weiß bei mir so gut wie jeder,
also jetzt vielleicht nicht Großeltern oder Tanten und Onkel,
aber ansonsten wusste ja jeder Bescheid. Wir haben uns über JoyCub kennengelernt.
Das heißt, das stand auch in meinem Profil. Also das war von Anfang an klar.
Sebastian
Gut, aber das ist ja, die Ausprägung ist ja nochmal ein Unterschied.
Also man denkt, ja, da ist eine, ja die mag mal ein bisschen härteren Sex und
mal einen Klaps auf den Arsch. Kann ja auch BDSM sein.
Sabrina
*schmunzelt*
Sebastian
Zu, gib alles. Also wie hast du es ihm erklärt, was du gut findest?
Sabrina
Boah, wie war das denn? Ich glaube, ich habe ihn direkt auf eine Party geschleppt. *lacht*
Also was heißt geschleppt? Ich habe gesagt, wollen wir da mal hingehen?
Und er ist auch ein sehr offener Mensch und hat gesagt: ja, alles klar, machen wir.
Und hat ihm gleich Spaß gemacht. Also ich bin sehr exhibitionistisch veranlagt
und ihm hat es auch gleich gefallen.
Also hat er auch von Anfang an gut gemacht hat, mich *lacht* überrascht,
wie gut er es gemacht hat.
Sebastian
Aber du musstest ihm das dann doch schon ein bisschen zeigen und erklären, was geht?
Sabrina
Eigentlich gar nicht groß. Also wir haben viel drüber geredet,
aber jetzt irgendwie gezeigt habe ich ihm nix.
Er hat auch ganz andere Sachen gemacht wie das, worüber wir eigentlich geredet
haben. Da dachte ich, wo kommt das denn jetzt her?
Also ich sag dann immer, mit wem hast du geredet, was hast du gelesen,
was hast du auf YouTube geguckt, aber das kommt von ihm aus.
Sebastian
Ein Naturtalent. Also Reaktion war, ja cool, können wir machen,
wir gehen auf eine Party, kein Problem, läuft.
Sabrina
Genau.
Sebastian
Es gibt Menschen, die sagen, oh, erfahrene Subs, das ist nicht gut.
Entweder sagen die Subs, da finde ich keinen, da schrecke ich alle ab,
dann gibt's Tops, die sagen, ja, denen kann man gar nichts mehr beibringen,
die ganzen Effekte sind quasi schon rum und die hören nicht,
die haben eigene Vorstellungen, das ist unbequem.
Also Erfahrungsvorsprung, wenn Top viel mehr weiß als Sub, das ist super, Erfahrung ist klasse.
Wenn Sub mehr weiß, ganz schwierig für viele Menschen.
Sabrina
Ja.
Sebastian
Wie siehst du das oder hast du da auch schon mal was erlebt?
Die haue ich nicht, die ist zu fortgeschritten.
Sabrina
*lacht* Ich habe das oft erlebt, also nicht nur in Bezug auf SM, sondern auch in Bezug
auf Sex, dass das den Männern Angst macht, sag ich jetzt mal so blöd.
Mir ist nicht so ganz klar, warum, aber viele Männer haben so ein bisschen so
die Vorstellung, ich will am liebsten eine Jungfrau und wenn sie dann eine haben,
merken sie, ah, nee, ist doch nichts, da muss man ja alles zeigen, ist auch wieder blöd.
Es hat schon einige abgeschreckt, aber meinen Mann überhaupt nicht.
Also es ist immer so ein bisschen schwierig dann, weil du ja sagst,
also Schatz, guck mal, ich hätt gern das und das, aber das musst du machen.
Und ich sag dann, nee, ich will nicht, aber ich will das eigentlich.
Alles klar? *lacht* Ist ja irgendwie so ein bisschen bescheuert, weil man will ja so
ein bisschen gezwungen werden und wenn man dann vorher sagt, was man will, nee.
Sebastian
Ja, das ist dieses Konsensproblem. Also ihr müsst den Konsens herstellen,
der sagt, wenn du Nein sagst, dann heißt das, mach's bitte.
Oder dann bitte erst recht. Aber auch nicht immer.
Sabrina
Ja. *lacht* Also ich muss sagen, ich hatte da Probleme ungeahnten ...
Also keine Ahnung, wo das plötzlich herkam. Ich mag ja auch so ein bisschen so Kämpfchen machen.
Wir hatten das dann einige Male, dass er heimkam von der Arbeit.
Ich war gerade irgendwas im Haushalt machen und er hat mich ins Schlafzimmer
gezogen und ich habe gesagt, nee, aber ich will das jetzt fertig machen.
Und er hat gesagt, nee, ich will jetzt aber was anderes machen.
Und dann haben wir eben angefangen zu kämpfen. Und da ich nur 1,60 m bin,
habe ich da natürlich no chance.
Und dann hat mich das richtig wütend gemacht. Also ich bin wirklich richtig aggressiv geworden.
Und ich habe auch versucht, das rüberzubringen. Und er hat das irgendwie nicht
so wahrgenommen und hat immer weitergemacht.
Also was heißt weitergemacht, er hat mich einfach festgehalten,
er hat jetzt nichts Schlimmes gemacht.
Aber das hat mich wirklich fuchsteufelswild gemacht. Und ich weiß nicht,
warum, weil ich das eigentlich mag und mich das eigentlich dann auch anmacht
und ich dann entweder Sex will oder mich ergeben.
Und wir hatten da so eine Phase und irgendwann hat er es dann gar nicht mehr gemacht. *lacht*
Das tut mir total leid, weil eigentlich möchte ich das jetzt.
Also wir versuchen da jetzt wieder reinzukommen.
Sebastian
Habt ihr es jetzt fünf Jahre geschafft, ich sag mal gleichbleibend durchzuziehen
oder hat sich das verändert?
Sabrina
Nee, wir haben ja versucht ein Baby zu kriegen und das hat nicht so gut geklappt.
Und dann haben wir drei Jahre lang mit künstlichen Befruchtungen rumgemacht
und da war das, also ich weiß nicht wie es bei ihm war, aber bei mir war das
Bedürfnis komplett weg.
Also Sex war auch so, ja kann man mal machen, SM überhaupt nicht.
Das hat mich ehrlich gesagt erschreckt.
Ich dachte so, o mein Gott, stimmen diese ganzen Klischees,
wenn man verheiratet ist, wird man dann so eine komische, langweilige,
brave Stinohausfrau. Das will ich nicht. *lacht*
Sebastian
Du warst das offenbar eine Zeit lang. Also brav und kein SM.
Aber man hört doch nicht einfach damit auf?
Sabrina
Doch, irgendwie schon. Ich konnte es mir auch nie vorstellen,
wenn mir das andere Leute erzählt haben.
Da dachte ich immer, die sind ja komisch, das sind keine richtigen SMer.
Bei mir wird das nie aufhören.
Sebastian
Ja gut, aber gerade wenn da eine Kinderwunschbehandlung ist,
gibt es Hormoncocktails für beide,
ich glaube die haben viel Einfluss, es gibt ja auch viele Frauen, die sagen,
dass wenn sie die Pille nehmen, das merken sie immer erst hinterher,
wenn sie die absetzen, dass die alles völlig weg blockiert, das ist nicht bei
jedem so, aber es gibt halt Menschen, wo das so ist.
Wo einfach die Hormone das Empfinden, das Bedürfnis einfach mal komplett steuern.
Es ist erschreckend, wie hormongesteuert wir Menschen offenbar sind, aber es ist halt so.
Man kann ja dann auch nicht sagen, es liegt nur an den Hormonen,
wir machen trotzdem, weil ja, man denkt anders, ne [Dialekt]?
Sabrina
Ja, man hat einfach nicht das Bedürfnis. Also ich hatte so das Gefühl,
dass mein Körper so auf Nestbautrieb eingestellt ist.
So, ich muss nicht mehr quasi mich fortpflanzen, sondern ich muss jetzt hier
Nest bauen und ja, also Abenteuer,
wilden Jahre sind vorbei sozusagen. Den Eindruck hatte ich.
Sebastian
Wenn das jetzt noch so wäre, würden wir heute wahrscheinlich nicht sprechen.
Sabrina
*lacht*
Sebastian
Das finde ich ein besonders spannendes Thema, zu sagen, okay,
das ist jetzt unwichtig geworden oder es fand einfach alles nicht mehr statt,
man kann ja nicht auf Knopfdruck da wieder reinfinden.
Wie habt ihr da wieder zueinander gefunden?
Sabrina
Ja, wir haben eben im Mai dann die letzte Behandlung gemacht.
Hat auch wieder nicht geklappt. Und dann haben wir gesagt, so und jetzt ist auch gut.
Wir wollen es nicht weiter versuchen. Wir haben noch anderes zu tun im Leben,
wie unsere Zeit damit zu vergeuden.
Und dann ging es uns erst mal beiden so zwei, drei, vier Monate ziemlich schlecht.
Ich habe dann auch den Job gewechselt und ja, dann haben wir gesagt,
okay, dann richten wir unser Leben jetzt anders aus. Ohne Kinder hat man andere Möglichkeiten.
Auf hier in den Kletterpark, in den Europapark, hier, des und sell [Dialekt] und jenes.
Und natürlich auch sexuell wieder aktiver.
Das kam dann auch irgendwie so Stück für Stück zurück irgendwie, dass man da auch wieder mehr Lust drauf hatte.
Und wir haben angefangen quasi damit, wir waren ja die ganze Corona-Zeit über
so gut wie gar nicht weg, weil ich hatte halt immer Angst, dass ich mich anstecke.
Und dann hätten wir die Behandlung abbrechen müssen, und die kostet nicht so
wenig Geld, deswegen war ... also komplett abgeschottet.
Außer Familie und allerengste Freunde, niemand gesehen, nicht essen gegangen
groß und dann haben wir gesagt, so jetzt Leute, Menschen, raus aus der Wohnung.
Und dann haben wir angefangen, mit ins Kino zu gehen.
Und zu der Zeit war das Kino noch ziemlich leer. Also da warst du entweder allein
drin gesessen oder zu viert oder zu sechst oder so.
Und mein Mann mag sehr so Wetlook-Sachen und so was. Und dann hab ich so was
angezogen und eine Jeans dazu und dann sind wir damit ins Kino.
Und das hat uns dann natürlich gefallen und so sind wir dann so ein bisschen
in Stimmung gekommen, sag ich mal so.
Sebastian
Gab's dann irgendwann diesen Punkt, ihr kommt nach Hause und er zerrt dich dann
ins Schlafzimmer oder eher so wirklich Stückchen für Stückchen?
Also eigentlich das, was ich, als ihr euch kennengelernt habt,
erwartet hätte, dass ihr langsam anfangt und da so euch reinfindet,
das gab's früher nicht. Aber ist jetzt vielleicht ein Weg gewesen?
Sabrina
Ja, jetzt irgendwie schon. Ja, es war auch, ich war im August,
also das muss ich ganz kurz einen Schlenker machen.
Ich habe ja meinen Job gewechselt, arbeite jetzt ja bei Baumwollseil.
Das weißt du, habe ich dir ja schon erzählt.
Sebastian
Hast du mir erzählt und Grüße.
Sabrina
Ja, und dann bin ich im August eben mit dem Michael auf den CSD nach Mannheim.
Und das war gerade eine Phase, wo es mir ziemlich schlecht ging.
Da war ich auch vier Wochen krankgeschrieben. Und dann war ich dort und das war so richtig befreiend irgendwie für mich.
Ich dachte so, o mein Gott, rosa und pink und Glitzer und bunt und alle Leute gut drauf.
Und man hat so richtig gefühlt, dass sich die Leute wohlfühlen und nicht Angst
haben müssen, hier werden sie jetzt gleich gemobbt oder so was.
Das war einfach toll und Party.
Dann hat mich da auch so ein Mädel angeflirtet, was ich nach einer dreiviertel
Stunde irgendwann mal kapiert habe. Aber mit Erlaubnis meines Mannes haben wir
dann auch ein bisschen geknutscht und ...
Ab da ging's mir, also ging's bei mir so ein bisschen bergauf. Das hat auch so
ein bisschen dazu beigetragen, dass wir da wieder reingekommen sind.
Ich hab dann auch die Puppies da wieder gesehen auf der Parade und hab gesagt,
oh, Richtung Petplay möchte ich auch mal mehr gehen.
Also quasi wie damals beim ersten Mal, so in zig Richtungen.
Also, das wollen wir noch, das wollen wir noch, das wollen wir noch.
Sebastian
Das ist auch so ein ganz großer Teil an Partys, Stammtische und eben auch CSD
inzwischen. Man muss drin sein oder man muss dabei sein und dann kommt auch
diese Lust, das möchte ich.
Man sammelt Eindrücke, man sieht Dinge, man schaut neidisch irgendwo hin und
sieht, wie Menschen irgendwas machen und dann überlegt man sich, das will ich auch.
Also das kommt ja dann alles.
Sabrina
Ja, total.
Sebastian
Zuhause zu sitzen und auf die Erleuchtung zu warten, o super und wenn ich jetzt
hier lang genug sitze, grad du als Sub, und dann wird der schon irgendwann durch
die Tür kommen und sagen, los Weib, leg dich hin, ich werde dich jetzt fürchterlich misshandeln.
Ich glaub der Moment von alleine kommt der nicht.
Sabrina
Nee, ich hab dann auch jobbedingt meine Profile reaktiviert,
so JoyClub, SZ und so weiter.
Und hab dann auch geguckt, ach, wo wär denn mal ein Stammtisch,
wo wär denn mal eine Party.
Dann sind wir auf eine Party. Und da hab ich mich auch so ein bisschen nicht
wiedererkannt. Ich war komplett verunsichert.
Also am liebsten wär mir gewesen, wenn mein Mann gesagt hätte,
wir bleiben zu Hause. Ich hatte so eine Angst, ich weiß noch nicht mal wovor.
Und ich hab gedacht, was ist denn los mit mir? So kenn ich mich überhaupt nicht.
Also, das war sehr seltsam für mich.
Sebastian
Ja, war das die einzige Party dieses Jahr?
Sabrina
Äh, bisher leider ja. Weil kurz darauf unser Katzi operiert werden musste.
Dann hat uns das wieder so ein bisschen runtergezogen.
Das hat sich dann so zwei, drei Wochen gezogen.
Es kommt einfach immer was dazwischen. Aber jetzt sind wir wieder dran.
Sebastian
Der Keim ist gesät, ne [Dialekt]? Es kommt.
Sabrina
Also mein Mann hat am Sonntag übernächste Woche Geburtstag und da gehen wir auf eine Party.
Da sind wir fest angemeldet. Und die ist ausverkauft und wir sind noch reingekommen,
habe ich mich mega gefreut.
Sebastian
Was soll denn auf der Party passieren?
Sabrina
Das weiß ich noch nicht so genau. Also das heißt Coffee & Cake.
Ja, mit BDSM halt. Und es ist Weihnachtsspezialedition.
Sebastian
O Gott.
Sabrina
Oder fragst du jetzt, was ich gern hätte, was da passieren soll?
Sebastian
Ja, das ist natürlich immer die Frage. Also auch wenn du das ja zwar ihm gegenüber
nicht so formulieren kannst, aber dem Publikum kannst du doch verraten,
was so das Ideale wäre, wo du sagst, ja, das ist genau das, was jetzt sein muss.
Sabrina
Ja, also andere Leute sich so ein bisschen connecten, schönen Abend haben.
Natürlich hätte ich auch gern so ein bisschen in eine D/s-Richtung und natürlich
hätte ich auch gern Haue.
Ja, so ein paar …
nette Kleinigkeiten. *lacht*
Sebastian
Also liebes Publikum, sie grinst jetzt auch allein bei dem Gedanken,
es geht bald wieder los, sie kann bald nicht mehr sitzen.
Kommt er da so mit von dem Tempo her, was du anlegst?
Weil guck mal, das erst hui, ich will jetzt ganz viel, jetzt wieder,
dann kommt die Katze, der es nicht gut geht, dann wieder runter.
Dann geht es jetzt langsam wieder hoch. Das ist ja als Paar auch ein Problem,
sich da zu synchronisieren und zu gucken, dass beide zum gleichen Zeitpunkt
sagen, jawoll, jetzt können wir was machen.
Sabrina
Also meistens klappt es ziemlich gut. Also er ist auch eher dabei,
je schneller und je mehr, desto besser.
Also ihn frustriert das eher dann, wenn wieder irgendwas dazwischenkommt. Mich ja genauso.
Aber so ist halt das Leben. Ich mein, wir können es jetzt nicht ändern.
Aber ja, manchmal ist es dann auch so, dass er jetzt besonders viel Stress in
der Arbeit hat und dann denke ich, ja super, jetzt würde ich gern wollen.
Jetzt geht's ihm wieder. Er sagt: boah, jetzt bin ich platt.
Heute machen wir mal nix.
Und eine Woche drauf will er dann wieder und sagt so, jetzt können wir loslegen.
Dann sag ich: boah, du, ich hab heute gerade drei Stunden in der Küche gebacken. Jetzt will ich nicht. *lacht*
Das ist manchmal etwas schwierig im Alltag unterzubringen.
Sebastian
Ja, also ist er der erste BDSM-Partner, mit dem du zusammenlebst?
Sabrina
Ja.
Sebastian
Ja, was ist da anders? Also wenn man nicht zusammen wohnt, dann verabredet man
sich, um Quatsch zu machen.
Sabrina
Ja, naja ...
Ja, also es schwankt halt zwischen, ja mein Herr, ich knie vor dir und gerne
den Arsch voll und warum hast du schon wieder die Socken nicht weggeräumt? *lacht*
Das ist manchmal schwierig. *lacht*
Sebastian
Das wäre ja eigentlich jetzt die Einladung, wenn du sagst, warum hast du die
Socken nicht weggeräumt, dann kann er ja immer sagen, weil mein Subbie die nicht
weggeräumt hat, sind die nicht weggeräumt.
Und schon hast du die Arschkarte wieder.
Sabrina
Gib ihm ja nicht so Tipps. *lacht*
Sebastian
Wird er die Folge hören, ja bestimmt, ne [Dialekt]?
Sabrina
Natürlich.
Sebastian
Also jedes Meckern von ihr, jede Kritik ist eine Einladung.
So. Okay, du kannst mir da widersprechen also ich will dir jetzt nix in den Mund
legen, aber du dich offenbar darüber freust.
Sabrina
*lacht* Mhmm, *zögernd*
Bin ich so hin und her gerissen, also auf der einen Seite kann es natürlich dann
so schwanken, dass man die Wäsche jetzt zum Beispiel Wäsche sein lässt und fängt
dann an, irgendwas anderes nettes zu machen, es kann aber auch sein,
dass wenn es mich dann wirklich in dem Moment triggert, weil ich es schon 20 mal gesagt habe,
dass ich dann erst recht explodiere.
Aber ich bin mir sehr sicher, dass wenn er es jetzt wirklich ernst drauf anlegt,
ich vermutlich immer nachgeben werde. In diese Subrichtung halt.
Sebastian
Okay, aber da ist ja so ein bisschen die Gefahr. Du gibst dann nach und dann
habt ihr eine Session gehabt, aber ist das noch ein Garant dafür,
dass du hinterher sagst, das war in Ordnung, das war toll, das hat mich befriedigt?
Oder ist das eher so, ja, er wollte es halt, dann mache ich es halt mit und
das gehört halt dazu. Das ist ja auch so ein Fehlschluss ganz oft.
Sabrina
Nee, überhaupt nicht. Also, wenn
es nicht so läuft, dann macht er es nicht ernst genug, sage ich mal so.
Also, ich möchte das jetzt etwas leiser sagen, aber wenn er sich von mir auf
der Nase rumtanzen lässt, dann liegt es an ihm, nicht an mir. *lacht*
Sebastian
Du sitzt ja an der Quelle, das heißt, er kann dir ja auftragen, Equipment mitzubringen,
um dafür zu sorgen, dass du nicht meckern kannst zum Beispiel.
Sabrina
Lieber Sebastian, ich kenne Sabine seit 20 Jahren und Micha ja fast genauso lang
und ich war sehr oft im Laden und das ist nicht gut, wenn man einen besten Freund
und beste Freundin mit einem Spielsachen-Shop hat. *lacht*
Also ich hab's so gut wie, naja, ich will jetzt nicht sagen alles,
aber also der Schrank ist voll, ich muss nix mehr mitbringen.
Sebastian
Ich notiere was.
Sabrina
Okay.
Sebastian
Okay, lass uns doch mal so ein bisschen schauen ins D/s.
Also D/s kann man auf unfassbar viele Sachen beziehen, also das kann so ganz klassisch sein,
so das D/s wie es in der Geschichte der O steht, die Sklavin,
die immer gehorchen muss, die die Aufgaben hat, die Haltungen einstudiert und
die nur redet, wenn sie danach gefragt wird.
Das könnte eine Art von D/s sein. Ich sehe gerade so deinen Mundwinkel wie ein
Strich. Das scheint nicht deins zu sein?
Sabrina
Nee.
Sebastian
Okay, also wie ist dein D/s?
Sabrina
Wie ist mein D/s? Da hab ich noch nie mir so groß Gedanken drüber gemacht.
Also, ich sag jetzt mal so, wie viele andere wurde ich sehr wahrscheinlich so geboren.
Und ich hab das lang, bevor ich mit BDSM in Berührung kam, schon des Öfteren
gemerkt, ohne zu verstehen, was das ist.
Zum Beispiel, ich sollte in der Schule ein Projekt machen mit zwei aus meiner
Klasse, zwei Typen. Und wir sollten so ein Plakat machen und dann habe ich gesagt,
okay, wir machen das so und dann machen wir da die quadratischen Dinger drauf.
Und er meinte, ja, finde ich nicht schlecht, aber wir machen die runden Dinger
drauf. Und ich so, nee, die sehen viel besser aus, wir nehmen jetzt die.
Und er, nein, wir nehmen die.
Und dann habe ich aus Spaß gesagt, schön wäre es, wenn es so wäre,
aber ich habe gesagt, ich bin gewohnt, dass Männer machen, was ich will.
Und dann kam er so ganz nah an mein Gesicht und hat gemeint:
Da bist du bei mir aber an der falschen Adresse. Und ich dacht so: *Rrrrrr* *lacht*. Und ich dachte immer,
ich wäre in die verliebt und habe gedacht, hä, der ist überhaupt nicht mein
Typ, wieso bin ich jetzt in den verliebt?
Und ich habe das nicht kapiert, dass das einfach die Sub in mir halt angesprochen hat.
Und so ist quasi mein D/s. Also es gibt einfach so Dinge.
Ich war gestern mit meinem Mann im Kino und wir haben geguckt und irgendwann
saß er so da und hat so den Zeigefinger so an der Wange und so das Kinn ein
bisschen aufgestützt und hat so zu mir rüber geschaut.
Der hat es tausendprozentig überhaupt nicht so gemeint, aber dieser Blick hat mich so gekickt.
Sebastian
Okay, also D/s ist eher so, das ist also nicht mit Regeln und Alltag,
also mit BDSM im Alltag verbunden, sondern D/s ist eher so, dass du spürst,
dass da so ein bisschen Magie vielleicht da ist, die auf dich wirkt.
Sabrina
Genau.
Sebastian
Es gibt also nichts, an was du dich halten musst?
Sabrina
Also wir haben jetzt eingeführt, aber das kam eher aus meiner Richtung,
dass immer wenn er nach Hause kommt, umarmen wir uns erstmal und küssen uns
und dann gehe ich auf die Knie, bis er sagt, ich darf wieder aufstehen.
Sebastian
Oh, da muss ich jetzt mal fragen. Soweit ich weiß, war er noch gar nicht zu
Hause, als wir hier angefangen haben.
Sabrina
Doch. *lacht*
Sebastian
Ah, okay. Sonst hätte ich jetzt die Lücke da gefunden, ne [Dialekt]?
Sabrina
Nee, nee. *lacht*
Sebastian
Dann hättest du mich diesem Ritual vorgezogen. Interessant.
Sabrina
Das war auch Tatsache, letztens war mal irgendwas, da habe ich es nicht gemacht.
Und dann dachte ich, naja, komm, der sagt jetzt nix, ich weiß gar nicht mehr,
was es war, aber es gab einen guten Grund.
Und dann kam er irgendwann und hat gemeint, du hast dich vorhin nicht hingekniet,
das wird noch ein Nachspiel haben.
Und da hab ich gedacht, ach, guck an, okay, er kontrolliert's doch, er merkt's doch, schön.
Sebastian
Ja, inwieweit ist das denn wichtig, dass er merkt, wenn du nachlässig bist?
Sabrina
Natürlich ist das wichtig. Das ist ja eine Wertschätzung dessen,
dass ich mich dran halte auch.
Beziehungsweise andersrum hält man sich ja vielleicht mal extra nicht dran,
weil man denkt so jetzt, mein Hindern ist kalt, da könnte jetzt mal wieder die
Durchblutung gefördert werden. *lacht*
Sebastian
Moment, das würdest du tun, ja? Also wenn er sagt: So, mach mir mal einen schönen
Tee. Und du packst dann, bringst ihm auch den Tee und packst den Teebeutel rein,
den er absolut nicht mag, das ist dann eher so, jetzt mach halt was,
so eine Herausforderung.
Sabrina
Weiß ich nicht, ob ich so was machen würde. Nee, ich bin dann eher so,
ich beiß total gerne, dass ich dann vielleicht mal ein bisschen fester beiß
und wenn er mich dann wegzieht und ich einen bösen Blick ernte und ich mich
freue, dann lässt er mich wieder los, dann beiß ich halt ein bisschen fester.
So auf die Art, ja, wieso lässt du mich denn los? Ich möchte gern,
dass du mich weiter an den Haaren ziehst. *lacht*
Also, wenn du das nicht spürst, dann beiß ich dich eben. *lacht*
Sebastian
Okay, also du forderst schon wirklich ein, ich will das jetzt.
Aber hingehen und ihm das einfach sagen, kannst du nicht?
Sabrina
Doch, kann ich auch. Also wenn er es dann beim dritten Mal nicht versteht,
dann denke ich, okay, der Zaunpfahl funktioniert nicht, Kommunikation ist angesagt.
Wir haben eine sehr, sehr gute Kommunikation und wir reden auch sehr viel.
Und das habe ich ihm dann gestern zum Beispiel dann gesagt.
Ich habe gesagt, du, ich beiß dich, weil du mich ständig wieder loslässt.
Bitte zieh mich doch weiter an den Haaren.
Und dann kann er ja sagen, ne, möchte ich aber nicht, oder: ja, okay, gut.
Sebastian
Ja, aber du würdest jetzt nicht irgendwie ins Wohnzimmer getrottet kommen und
dir den Popo ihm dann zeigen und sagen: Hier guck mal da,
der ist total kalt, ich muss richtig verhauen werden.
Sabrina
Ja, warum nicht?
Sebastian
Ne, kam's schon vor?
Sabrina
Es kam anders vor. Also dass er jetzt zum Beispiel gesagt hat,
so ich hau dich jetzt mal eine Runde mit der Gerte und dann hab ich gesagt,
ähm, Schatz, wie wär's denn, ich kann mich ja mal über deine Knie legen und
du machst das mit der Hand.
Sebastian
Ähm, so, ich sag mal im Alltag, hier, mach was Böses mit mir.
Das kommt dir nicht über die Lippen?
Sabrina
Dann würd ich einfach ins Schlafzimmer
gehen, irgendwas holen und ihm hintragen. Da muss ich nix sagen. *lacht*
Sebastian
Okay, das ist definitiv eine explizite Einladung. Ja, das fällt ja vielen ganz
schwer und ich glaube am Anfang jetzt vor 20 Jahren, wenn ich das richtig verstanden
habe, da wäre das auch noch nicht gegangen?
Sabrina
Da war das ja was anderes, weil da haben wir nicht zusammen gewohnt.
Also da war, wir treffen uns und dann geht's los. Das war völlig klar.
Sebastian
Ich habe letzte Woche mit einem Überzeugungstäter gesprochen,
der sagte nein, BDSM-Beziehung, maximal ein Jahr oder so, dann hat man das
quasi einmal durchgespielt und dann ist es schön, wenn es wieder von vorne anfängt.
Und feste Bindungen, das muss auch nicht sein.
Jetzt war da meine Überlegung, na warte du, das kann erst richtig spannend werden,
wenn eben Alltag und alles auf einen einprasselt und man hat nicht ständig die
Gelegenheit und dann hat man doch mal, dann kann man,
ohne dass es demütigend ist, nochmal ganz andere Grenzen überschreiten und zu
sagen, hier wir kommunizieren, wir müssen nicht mal mündlich kommunizieren,
aber es gibt Mittel und Wege,
wo man sonst, wenn man das nicht kann, eher so vom Zufall abhängig ist.
Sabrina
Also ich bin der völlig gegenteiligen Meinung des guten Menschen,
mit dem du da gesprochen hast.
Erstens mal, ich möchte eine langfristige Beziehung, also sonst hätten wir ja nicht geheiratet.
Also natürlich wird es immer besser und für mich war das damals ...
Also ich war ja 23 und ich dachte so, also sexuell, ja, war's das dann schon jetzt?
Gut, ich hätte vielleicht noch hier gern das mal probiert oder hier gern das.
Aber ansonsten, boah, irgendwie ist ja schon irgendwie immer das Gleiche.
Danach habe ich eben SM entdeckt und dann
dachte ich, wow, raus aus dem Abenteuerspielplatz, rein in Disneyland.
Und also ich finde das großartig, wie kann man denn da durch sein?
Dann denke ich, boah, ne, mit Klinik kann ich gar nichts anfangen.
Und dann kommt man doch mal irgendwie dazu und denkt so, ach ja,
also das und das von Klinik finde ich irgendwie doch ganz cool.
Oder der aus Hamburg zum Beispiel hat mal gesagt, er würde mich gerne mal in
so Frischhaltefolie von oben bis unten einwickeln und hat mir so ein Foto gezeigt.
Und ich so, ja, okay, von mir aus, mach halt.
Ja, und dann hat er das gemacht.
Und erstens habe ich festgestellt, dass dann, also er hat das bis hier über
die Brust gemacht und ich habe da festgestellt, dass der Bereich,
der nicht eingewickelt ist, hier oben Richtung Hals, viel sensitiver dann war.
Und zum anderen hat er dann unten zwischen meinen Beinen, also ich lag ja wie
so eine Mumie da, hat er dann ein Loch reingepult, hat dann einen Vibrator reingesteckt
und hat gesagt: So, viel Spaß. Und hat den Raum verlassen.
Und ich: *tief Luft holen; lacht* Was ist denn hier los?
Ich fand es danach richtig cool.
Sebastian
Inwieweit hast du Sachen auch wiederholt oder was für Sachen hast du nur einmal gemacht?
Sabrina
Das zum Beispiel, ja, aber das lag jetzt nicht an mir, es hat halt seither keiner
mehr gemacht und ich meine, das ist ja auch sehr große Müllverschwendung, *lacht*
insofern muss es jetzt auch nicht ständig sein.
Und ich hab außerdem gemerkt, dass ich den gleichen Effekt mit einem Korsett
auch haben kann, weil das ja auch hier so eng einschnürt und dann ist hier oben
drüber, also je nachdem wieviel du von der Brust frei lassen willst,
ist dann einfach empfindlicher.
Sebastian
Um mal diesen ganzen Themenkomplex ein bisschen abzuschließen,
was hast du noch zum Thema, wie kommt man wieder rein, wie findet man wieder zusammen?
Sabrina
Also ich habe noch einen ganz tollen und ich verspreche, ich bekomme kein Geld von dir dafür: Podcasts. *lacht*
Also ich höre mehrere SM-Podcasts, Sex-Podcasts, schwul, lesbisch, LGBTIQ, tralala.
Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir deiner am meisten bringt.
Also ich höre mir immer die Folgen an, da fallen mir ganz viele Sachen dazu
ein und dann rede ich mit meinem Mann darüber.
Also letztens gerade, als ich wieder angefangen habe mit der Folge Submission
und da habe ich ihm ganz viele Sachen per WhatsApp geschickt und da hat er gesagt,
du Schatz, ich habe es gerade so viel zu tun, wir reden heute Abend drüber.
Ja, da bekommt man auch sehr viel Input wieder und sein bester Freund,
der ist auch so ein bisschen drin, mit dem hat er dann geredet und so haben
wir ganz viel Input quasi durch die Podcasts, durch Freunde,
dann durch, wir wollen wieder auf einen Stammtisch,
Party. Also das ist das Beste, glaube ich, was man machen kann,
ganz viele verschiedene Inputmöglichkeiten und dann schauen, was daraus wird.
Sebastian
Also ich überlege gerade, was ich dazu sagen soll. Also liebes Publikum,
ich habe das nicht verlangt, dass sie das sagt, aber ich finde es natürlich toll.
Wobei Podcast, okay, was ist denn mit Pornos?
Sabrina
Also SM-Pornos finde ich ehrlich gesagt sterbenslangweilig.
Sebastian
Warum? Also was ist denn so der typische SM-Porno, der dich langweilt?
Sabrina
Also das ist für mich wie Sport. Ich gucke das einfach nicht.
Ich gucke da nicht gern zu. Ich will das machen. Ich finde das Zugucken langweilig.
Das einzige, was mich bei Pornos jetzt kickt, ist so Überwältigungsfantasienzeug.
Also so, ich breche in dein Haus ein und du willst das überhaupt gar nicht *lacht* und
ich ringe dich zu Boden und zwinge dich dazu.
Sebastian
Aber ich meine, das sind ja auch technisch ausgefeilte Sachen oder man kann
sich überlegen, wie könnte was funktionieren oder es gibt ganz wunderbare Shibari
-Videos, wo mit ganz klar leichter, sanfter Musik.
Sabrina
Boah ...
Sebastian
Oh, echt?
Sabrina
Keine Chance. Ich war direkt 2003 oder 2004 auf meiner ersten Boundcon und war
danach sechs oder sieben Jahre jedes Jahr.
Und ich bin da hingekommen. Und genauso wie bei der ersten SM-Party:
Oh, wie toll und super und yay.
Und mir hat das Programm geholt und alles klar, ich schau mir jede Show an.
Erste Show, mhm. Mhm.
Aha, okay, vielleicht die nächste
dann. Rumgelaufen. Okay, nächste Show, ah, schon wieder so Kläng-Kläng-Musik.
Und ja, ist ja alles schön und gut, aber sterbenslangweilig.
Und dann dachte ich, okay, ich glaube, das ist nix für mich.
Und damals habe ich eine Person kennengelernt. Ich weiß nicht,
ob das jemand was sagt. Sergeant Major nennt der sich.
Und der hat eine Show gemacht mit seiner damals noch Verlobten.
Danach musste ich mich umziehen gehen, weil Höschen nass. Da dachte ich nur, das will ich.
Und der hat so quasi so ein bisschen so rough Bodyplay gezeigt.
Also an Haaren ziehen oder hier, go get the whip, hat er dann zu ihr gesagt.
Und dann ist sie wie so eine Katze auf allen Vieren davor und hat die Peitsche
mit dem Mund zu ihm gebracht.
Und das war einfach großartig. Auch die Dynamik zwischen den beiden.
Also er hat dann gesagt: Ja, man kann auch so und so machen. Und hat sich dann
auf ihre Haare gestellt. Sie lag gerade auf dem Rücken und sie:
"You damn bastard, I've just washed them." Und das war einfach super.
Ich liebe diesen Menschen. Und das war auch, als würden wir uns aus einem anderen
Leben kennen. Das hat einfach connected.
Und ich bin zu dem hin mit leuchtendem Augen, hab dem das erzählt.
Und er hat gesagt, oh, kann ich dir bitte, kann ich dich bitte meiner Verlobten
vorstellen? Das ist so toll für mich zu hören.
Und ab da waren wir so ein Herz und eine Seele.
Und mit ihm hatte ich dann auch meine erste Hänge-Bondage und er hat mich dann
auch hinter der Bühne, also da sind ja sehr viele Fotografen auf den Messen
unterwegs, das wollte ich dann doch wieder nicht.
Immerhin habe ich in der Bank gearbeitet *lacht* und dann haben wir hinter der Bühne,
hinter dem Vorhang, haben wir dann so ein bisschen gespielt und so.
Und da kam ich immer zurück und meine Kollegen dann immer: Warst wieder beim
Sergeant, man sieht's schon an dem abwesenden Blick und den leuchtenden Augen. *lacht*
Sebastian
Okay, es ist also wirklich das Überwältigen, was einfach, das muss her, ne [Dialekt]?
Die perfekte Überleitung. Was hältst du denn von Demütigung?
Sabrina
Weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ja, irgendwie ja.
Sebastian
Okay, also was ist denn demütigend? Das sind ja wirklich verschiedene Dinge.
Für manche Menschen ist es fürchterlich demütigend, was weiß ich,
der Rock ist ein paar Zentimeter zu kurz. *Sabrina lacht*
Das könnte ja jemand sehen. Das kann ja fürchterlich demütigend sein,
gerade wenn es Jungs sind.
Sabrina
Mhm.
Sebastian
Aber, also was ist Demütigung für dich?
Sabrina
Also ich tue mir bisweilen schwer, außerhalb von zu Hause ohne Augenbinde zu spielen.
Also manchmal mag ich das so richtig, so gerade den Männern dann in die Augen
zu gucken und zu wissen, das macht die gerade geil, was mit mir veranstaltet
wird und die dann extra noch anzugrinsen und so.
Aber manchmal bin ich, keine Ahnung, wo da der Unterschied ist oder wie sich
das entwickelt, aber manchmal bin ich dann unsicher und wenn ich dann keine
Augenbinde auf habe, dann kann ich die nicht anschauen.
Ich hatte vor Jahren mal eine Situation. Ich war ja fast immer alleine auf den ganzen SM-Partys.
Und dann war einmal mein Ex-Ex eben, den ich da kennengelernt habe, dabei.
Und meine ganzen Freunde wussten, was ich mache. Ich habe das auch zum Teil
mit denen gemacht und so.
Aber dann hat der gesagt, nee, du darfst hier nicht auf meinen Schoß sitzen,
habe ich dir nicht erlaubt, knie dich gefälligst neben mich.
Und so, und jetzt gehe ich dich schlagen. Und jetzt machen wir das.
Und ich hab mich so geschämt vor meinen SM-Freunden.
Ich weiß nicht warum, das ist irgendwie total bescheuert, aber das war für mich
dann so ein bisschen in diese Richtung Demütigung.
Sebastian
Okay, warum? Weil du vor anderen Leuten dann diese Demut zeigen musstest?
Sabrina
Ich weiß es nicht. Also vielleicht … Ich wirke auf andere Menschen meistens sehr selbstbewusst.
Also ich laufe immer sehr schnell und ich werde auch oft auf SM-Partys … Oder
ich war ja schon lange nicht mehr, aber ich wurde damals auf SM-Partys oft von Subs angesprochen.
Hier könntest du mich mal hauen, hier würdest du mir mal in die Eier treten,
hier machst du mal dies, machst du mal das. Und ich immer, äh, nee, hallo?
Ich hab ein Halsband an, was willst du von mir? Ich bin nicht Dom.
Und ich wirke aber oft so. Und dadurch, dass ich da halt immer allein war,
und ich immer so ein bisschen Everybody's Darling, also ein Freund hat mal gesagt,
die Sabrina, die ist der Regenbogen und der Sonnenschein vom Stammi.
Oh, voll süß. Frinko, liebe Grüße. Ja, und dann auf einmal ...
musste ich die Klappe halten und auf dem Boden knien und das war einfach ungewohnt für mich.
Also ich konnte die anderen, ich konnte denen nicht mehr ins Gesicht gucken.
Also ich musste dann selber lachen und die haben natürlich dann erst recht das
noch gepusht und ja hier und mach mal so und so und ich so: nein lass mich in Ruhe.
Sebastian
Okay, allein das darüber zu sprechen, das sehe ich dir gerade an,
das ist dir auch so ein bisschen unangenehm, ne?
Sabrina
Unangenehm irgendwie nicht, aber es war irgendwie komisch, ich kann es nicht wirklich beschreiben.
Sebastian
Okay, das ist ja das Schöne. Kannst du das in Lust dann ummünzen?
Ist das dann was, was dich spitz macht?
Oder ist das wirklich so, soll er mich einfach nur verhauen und dann ist gut?
Sabrina
Nö, also mir gefällt es ja, dass er so was bei mir auslöst.
Sebastian
Also wie kann ein Mann dich denn demütigen, so dass du sagst,
o Backe, das ist schwer, aber es ist, es wird gut gewesen sein.
Sabrina
Vermutlich am ehesten zu was zwingen, was ich eigentlich vorher nicht so wirklich will.
Also was ich schon will, aber nicht will. Also verstehst du, was ich meine? *lacht*
Was ich schon wollen würde, aber mich in dem Moment nicht überwinden kann.
Sebastian
Ich weiß jetzt nicht, trennst du Scham von Demütigung? Ist Scham was anderes
oder ist das für dich genau das gleiche?
Sabrina
Irgendwie ist das für mich, ja, gehört schon irgendwie zusammen.
Sebastian
Beschäm ich dich ein bisschen damit, dass du über Demütigung und Scham reden sollst? *lacht*
Sabrina
Ne, ich beschäm mich eher selber, weil ich es nicht so gut erklären kann.
Sebastian
Das ist überhaupt nicht schlimm, das ist ja mein Job, dir ein paar Brücken da einfach zu bauen.
Also, es ist so ein bisschen auch die Frage, auch, ich sag mal optische Demütigung.
Wenn du Dinge tun musst oder auch, nehmen wir an, du gehst auf eine Party und
er sucht dir die Klamotten aus und du bist der absoluten Überzeugung,
dass dir das nicht steht, dass dir die Sachen nicht passen und dass du damit
total albern aussiehst und er sagt: du musst aber so.
Ist das was, wo du dann so in dich reinschäumen kannst und sagen kannst: ja, dieses
Arschloch, ist ja super. Oder ist das eher so was, wo du sagst: der Abend ist gelaufen.
Sabrina
Es kommt drauf an, also das kann ich nicht so genau sagen also das könnte sein,
dass ich innerlich vor Wut bebe und denke du blöder Penner *lacht*, was nötigst du
mich, hier so einen Scheiß anzuziehen.
Aber kann auch genauso gut sein, also, es kommt halt drauf an, wie es mir nicht steht.
Wenn ich zum Beispiel denke, o Gott, damit sehe ich total fett aus oder da
quillt hier ein Pölsterchen und dort ein Pölsterchen.
Dass ich mich dann halt unwohl fühle. Dann kann auch sein.
Aber meistens ist es dann so, also ich mache mir vorher einen riesen Kopf,
fünf Stunden der komplette Kleiderschrank auseinandergenommen.
Und dann bin ich dort und nach fünf Minuten weiß ich überhaupt nicht mehr,
was ich anhabe, weil ich dann einfach so drin bin.
Sebastian
Okay, ich springe mal weiter. Ich nehme jetzt mal Kopfkino.
Sabrina
Jaaa. *freudig*
Sebastian
Ja?
Sabrina
Ja. *lacht*
Sebastian
Okay, pass auf, dann höre ich auf, Fragen zu stellen. Erzähl doch mal was zum Thema Kopfkino.
Sabrina
99 Prozent von SM, würde ich sagen, beginnt auf jeden Fall mit Kopfkino.
Also ich hatte schon so oft die Situation, dass ich gesagt habe,
so schlimm war es ja gar nicht, wie ich vorher Angst hatte. *lacht*
Aber das ist ja auch toll, also so dieses ... nicht so ... so,
und jetzt ab ins Schlafzimmer, jetzt mach ich was mit dir, sondern morgens schon
... und wenn ich heute Abend heimkomm, dann hab ich eine Überraschung für dich.
Oder wenn ich heute Abend heimkomm, dann ziehst du das und das an.
Oder dann wartest du da auf mich oder so.
Und dann denkst du so, Gott o Gott, warum soll ich das jetzt hinlegen? Warum soll ich das jetzt anziehen?
Was hat der da vor? Oder auch wenn man die Augen verbunden hat,
so, was raschelt denn da? Da hat was geklirrt.
War das das? War das das?
Also man macht sich tausendmal mehr einen Kopf, wie das was im Endeffekt passiert.
Sebastian
Also ich meine jetzt mit Kopfkino ein bisschen was anderes, damit meine ich
nämlich so dieses, was weiß ich, wenn du dich selbst befriedigst und du hast
dann einfach Fantasien im Kopf und hast eben Kopfkino,
da kann man ja auch mal Grenzen überschreiten, die man jetzt im reellen Leben
nicht überschreiten würde.
Sabrina
Jaaa.
Sebastian
Also gibt's da was, wo du sagst, okay das entspricht etwa dem, was du auch so auf
Partys und gerne mit ihm machst oder driftet das vielleicht bei dir in eine
ganz andere Richtung ab?
Sabrina
Es kickt mich so ein bisschen, mir ihn mit einer anderen vorzustellen,
natürlich ist das jetzt im weitesten Sinne schon realistisch,
könnte man ja mal machen, aber ich weiß nicht ob ich das jemals übers Herz bringen würde.
Sebastian
Okay, das Thema hatten wir auch auf die Liste gesetzt, das hast du sogar auf
die Extra-Liste gesetzt, nämlich Cuckquean, also Cuckold in der weiblichen Variante.
Sabrina
Ja.
Sebastian
Das ist ja eigentlich genau das Gesamtpaket. Das ist Kopfkino,
das ist Grenzüberschreitung, das ist auch noch demütigend.
Also für die Menschen im Publikum, die es nicht kennen, beschreibst du es doch
mal, du hast doch das Kopfkino.
Sabrina
*lacht*
Sebastian
Also was stellst du dir vor, was das ist?
Sabrina
Also so richtig klassisch Cuckquean im Pendant zu Cuckold ist ja eigentlich,
dass du quasi nur zuschaust und nicht mitmachen darfst.
Und daher auch die Demütigung. Ich kann jetzt nicht so wirklich viel dazu sagen,
weil erstens mal findet sich wirklich wenig im Internet.
Entsprechende Gruppen auf diversen Portalen sind auch eher klein.
Und selbst da sind sich die Leute dann noch nicht einig. Also manche sehen das
als "Ja, wir nehmen einfach eine zweite Frau dazu", was ja eigentlich eher ein Dreier ist.
Andere sagen "Nee, also das ist für mich eindeutig nur SM und ich muss da im
Käfig warten, während er da eine andere bedient oder sich bedienen lässt" oder
wie auch immer, da gibt es unterschiedliche Formen.
Sebastian
Was ist denn deine Form? Was ist deine Fantasie?
Sabrina
Das weiß ich noch nicht so genau. Also schon irgendwie von von allem so ein bisschen.
Also ich bin ja auch Bi, insofern würde ich auch natürlich gerne mitmachen.
Ich war schon immer ein sehr eifersüchtiger Mensch, deswegen früher habe ich
gesagt, am liebsten wäre mir, wenn man sich mit einem anderen Paar treffen würde.
Wir zwei Mädels vergnügen uns, die Männer vergnügen sich am Zusehen und dann
geht jeder zu seinem zurück und dann ist alles gut für mich.
Sebastian
Ja, aber das ist ja jetzt nicht der Reiz.
Sabrina
Nee, leider nicht. *lacht*
Sebastian
Was ist der Reiz? Also ich stelle mir das gerade vor.
Schönes großes Bett, er hat da Spaß, du hockst auf dem Stuhl und er hat gesagt,
du bleibst da schön sitzen.
Und guckst halt zu. Ist es das schon und dann sitzt du halt passiv da und guckst
oder ist das eher was, was du auch vielleicht genießen kannst?
Sabrina
Jetzt in der Fantasie oder real?
Sebastian
Ne, wir nehmen erstmal die Fantasie
und dann gleichen wir es mal mit der wahrscheinlichen Realität ab.
Sabrina
Also in der Fantasie, also ich würde schon auch mit der Frau gern was machen,
weil wie gesagt, ich bin bi und ich hatte jetzt aufgrund meiner Ehe schon länger
dann nicht mehr irgendwelche Sachen gemacht.
Aber ja, das sind, also gerade auch wenn ich Pornos schaue, wo eben mit zwei Frauen,
dann stelle ich mir immer vor, wenn der jetzt eben die andere vögelt,
dass das eben mein Mann wäre mit einer anderen oder wenn der dann,
also das ist wirklich lustig, ich meine,
die sind ja Schauspieler, die sind ja nicht wirklich zusammen,
aber die, die die Frau spielt, ist für mich nicht so interessant,
wenn er die vögelt, wie wenn der die andere vögelt. *lacht* Das ist schon so Kopfkino.
Sebastian
Ja, und jetzt bist du ja noch eifersüchtig, ne [Dialekt]. Also vielleicht ist das so gerade
deine persönliche Achillesferse.
Sabrina
Ja.
Sebastian
Und dann, ne [Dialekt], es ist so, es überschreitet gewisse Limits in deinem Kopf und
vielleicht macht es das ja interessant.
Sabrina
Kann sein. Also das macht mich auch wütend. Also manchmal, es gibt ja so Tage,
da will's und will's nicht klappen.
Und irgendwann gebe ich dann auf und denke dann halt an so eine Szene und damit
klappt eigentlich fast immer und das macht mich dann manchmal sehr wütend.
Weil ich eigentlich das Thema am liebsten ganz weit weg schieben würde.
Sebastian
Was sagt er dazu?
Sabrina
Ja er wird's machen, aber er will mich natürlich nicht verletzen und er sagt,
wenn ich das nie schaff zu überwinden, meine Angst und Unsicherheit oder was
auch immer das ist, dann machen wir das halt auch nie.
Sebastian
Ja das ist doch schön, wenn auch so ein so ein Caring-Aspekt dann da ist, wenn
er sagt: ne, ich pass schon auf dich auf und dann gucken wir. Und man muss ja auch
nicht gleich in die Vollen gehen, glaube ich.
Sabrina
Ja, aber weißt du, ich mein, wenn ich schon daran denke, dass wir irgendwo in
der Disco oder was weiß ich wo sind und eine legt nur ihre Hand auf seinen Arm,
da möchte ich die schon ausknocken, *lacht*, da weiß ich nicht, wie wir dahin kommen wollen,
dass er mit einer Sex hat.
Sebastian
Ich glaube, dass das wahrscheinlich weniger dramatisch ist, als wenn er jetzt flirtet.
Weil das eine ist ja, da ist ein Kopfkino, das wird erfüllt,
das kannst du auch jederzeit abbrechen.
Sabrina
Mhm.
Sebastian
Und das andere ist so eine unkontrolliertes "um Gottes Willen,
jetzt könnte er sich auch noch verlieben"-Nummer.
Sabrina
Ja könnte er da ja auch.
Sebastian
Das eine ist ja was für dich, das ist deine Fantasie, deine Idee und das andere
ist so, er hat Spaß, aber ich glaube, deine Fantasie funktioniert nicht,
wenn er nicht Spaß dran hat. Wenn er es nur für dich machen würde,
wäre es irgendwie auch doof, ne [Dialekt]?
Sabrina
Ja ne, er hat da dran Spaß. Also wir haben uns ja wie gesagt über einen JoyClub
kennengelernt und unser erstes Treffen war im Swingerclub, also das kommt ja nicht von ungefähr.
Sebastian
Ja, aber wenn du jetzt sagst, okay, hier, ich habe jemanden gefunden,
vögel mit der, vor meinen Augen.
Sabrina
Sagt er: "Bist du sicher, ob das für dich okay ist?" - ja - "Okay, lass loslegen".
Sebastian
Okay, das ist ja einfach.
Wie stark ist der Drang, das mal umzusetzen, weil jetzt sind wir hier mal bei einer
persönlichen Grenze auch tatsächlich oder ist es einfach nur, das kann ja auch
einfach Kopfkino sein, das ist eine Fantasie,
die ist da, die macht Spaß, aber erleben muss man es nicht.
Sabrina
Also aktuell bin ich der Meinung, wir haben noch sehr viel
miteinander zu erleben und auszukundschaften und so, da finde ich, ist es noch
nicht nötig, andere Personen mit rein zu holen.
Das ist ja was anderes, wenn man jetzt 10, 15 Jahre verheiratet ist und sagt,
oh, ja, ist so ein bisschen eingeschlafen, wollen wir mal was Neues probieren?
Und an dem Punkt sind wir einfach noch lange nicht.
Auf der anderen Seite manchmal denke ich, ich würde es gerne einfach mal hinter
mich bringen, damit dieser Himalaya-Berg einfach mal so überwunden ist,
dass ich einfach mal weiß, wie fühlt sich es an?
Kann ich es oder kann ich es nicht? Und so ist es einfach immer so ein,
so was, das ist immer so hinter so einer Nebelwand und ich kann es nicht richtig greifen.
Sebastian
Ja, aber das ist vielleicht dann auch da dieser Punkt: Kopfkino versus Realität.
Also ja, das ist ein Kopfkino, das ist machbar.
Gibt aber auch viele Sachen im Kopf, die sind eher nicht machbar, ne [Dialekt]?
Und dann ist es ja durchaus sinnvoll zu sagen, ja, das ist halt ein Kopfkino
und damit ist aber auch gut, man muss nicht alles erleben.
Sabrina
Ja, aber gehauen werden war auch mal nur Kopfkino und andere Dinge waren auch
mal nur Kopfkino und dann hat sich rausgestellt, oh, das ist auch in der Realität
toll, also wäre das bei dem ja auch möglich.
Sebastian
Okay, also an der Stelle, ja, kriege ich nochmal ein Update, wenn es dann soweit ist.
Sabrina
Okay. *lacht*
Sebastian
Doch, eine Sache habe ich noch mal so als kleines Zwischenthema,
ich glaube das geht ganz schnell. Vanillasex.
Sabrina
Ja, haben wir auch. Also früher habe ich immer gesagt, will ich nicht,
auch so Kuschelsex und so.
Mein Exfreund hat das einmal versucht und ich habe den einfach nur 20 mal gefragt,
bist du müde, sollen wir aufhören, hast du keine Lust, ist in Ordnung, wir müssen nicht. *lacht*
Und irgendwann hat er gesagt, Mensch, ich mache das hier für dich,
ich wollte es besonders schön machen. *lacht* Und ich fand's voll scheiße.
Aber ja, also wir lieben uns ja über alles und deswegen kann man das schon auch mal machen.
Und ich hatte tatsächlich jetzt mit ihm auch das erste Mal letztens die Erfahrung,
dass Slow Sex tatsächlich funktioniert.
Sebastian
Was heißt denn funktioniert?
Sabrina
Ja, ach, ich habe mal so ein Tantra-Buch geschenkt gekriegt und da stand es eben,
dass man sich eben so quasi, der eine setzt sich hin und man setzt sich dann
auf den Schoß von dem Mann und dann schaukelt man dann auch so ganz klein wenig
hin und her und dann muss man sich irgendwas wünschen und für diesen Wunsch
ein Symbol sich ausdenken und das dann durch die sieben Chakren durchleiten
und wenn man am Scheitelchakra angekommen ist,
dann explodiert man in einem Orgasmus und ich dachte so,
ja komm, kein Bock, hier, hau mich wieder. *lacht*
Aber das kann tatsächlich auch ganz nett sein.
Sebastian
Ja, wobei ich glaube, bei dir ist dann zumindest in deinem Kopf immer so eine
Prise BDSM mit drin, die kannst du gar nicht ausblenden.
Sabrina
Ja, denke ich auch.
Sebastian
Ich muss das jetzt durchhalten, weil das macht man jetzt halt so.
Also der äußere Zwang, der dich dann zwingt langsam zu machen,
allein der ist schon wieder anmachend.
Sabrina
Das war eigentlich gar nicht so Zwang. Es hat einfach, wir hatten so lange Sex
und manchmal ist es so, wenn ich an so einem gewissen Pegel einfach angekommen
bin, also ich komme sowieso ziemlich leicht zum Orgasmus.
Und wenn ich dann so an einem gewissen Pegel bin, da funktioniert es halt einfach so.
Und dann haben wir da eben so langsam gemacht und dann hat sich das so aufgebaut,
da dachte ich, das war jetzt aber auch nett. *lacht*
Also da war eigentlich gar kein Zwang, er hat mich einfach machen lassen.
Sebastian
Wenn du jetzt sagst, du kommst eh leicht zum Orgasmus, hat er sich da schon mal eingemischt?
Sabrina
Sowohl als auch. *lacht*
Sebastian
Okay, unangenehmes Thema nächstes ja?
Sabrina
Nö, überhaupt nicht. Ich liebe das, aber, also ich sag so, Schatz ich hätt gern,
dass du mich nicht immer lässt, aber wenn er mich dann nicht lässt,
dann: Aber ich will jetzt. *lacht*
Sebastian
Okay, also wirklich, das ist, das zieht sich so durch, dieses, ne [Dialekt] ...
Ich will das nicht, ich finde das doof und zwar nicht im Spiel doof,
sondern du findest das ernsthaft doof und ich glaube, der Kick kommt erst in
dem Moment, wo du dann dazu verdammt bist, das doof zu finden.
Sabrina
Möglich, ja. Also so Orgasmus, Tease and Denial und so was ist schon toll.
Also ich hatte das von "du darfst so und so lang nicht" zu "du musst fragen" zu
"du darfst bis kurz vorher und dann musst du aufhören und mich fragen, ob du jetzt
weitermachen darfst", alles toll.
Sebastian
Okay, ist BDSM für dich denn was sexuelles?
Sabrina
Auch, aber nicht nur. Es gibt ja immer so die zwei Fraktionen,
von wegen gehört Sex zu SM dazu, muss ich ganz klar sagen, für uns schon.
Weil das turnt uns ja an, wieso sollten wir dann keinen Sex haben?
Das macht irgendwie keinen Sinn. Das ist, als würde ich einen Tisch decken, würde dann nicht essen.
Aber das ist für mich auch mehr. Als wir jetzt wieder angefangen haben und mein
Mann ein bisschen mehr Arbeit und bisschen mehr Stress und so hatte, kam er dann heim und hat
gesagt: Boah, mir tut es total leid, aber ich kann heute nichts machen. *lacht*
Ich musste dann so lachen. Ich habe gesagt: Schatz, du musst nicht jeden Tag was machen.
Das ist nicht 24/7 für mich.
24/7 heißt, du kannst das jederzeit kippen lassen in die Richtung, wo du willst.
Also das Machtgefälle. Das heißt nicht, dass du das jeden Tag machen musst.
Du kannst sagen, ich mache jetzt mal drei Wochen, musst du jeden Tag was machen?
Oder zwei Wochen machen wir jetzt mal gar nichts oder jetzt gebe ich dir mal
Aufgaben und ich habe Stress, du machst die Aufgaben alleine oder wie auch immer.
Also liegt in deiner Hand.
Natürlich komme ich auch mit was an. Wir stehen eben noch so weit am Anfang
und wie du ja auch sagtest, habe ich ja auch mehr Erfahrung.
Aber auch mir kommen andere Sachen in den Kopf, wo ich sage:
Oh, Schatz, wir könnten ja mal das und das probieren. Ich glaube, das ist auch cool.
Also so ein Miteinander einfach.
Sebastian
Aber du hast trotzdem so ein Thema auf meine Liste hier geschummelt,
auf meinen Spickzettel.
Sabrina
Ja, welches denn?
Sebastian
Da hast du selber asexuell dahinter geschrieben.
Sabrina
Was?
Sebastian
Ja.
Sabrina
Hinter welches?
Sebastian
Und zwar Petplay.
Sabrina
Achso, ja, das hat ja mit meinem Mann nix zu tun.
Sebastian
Okay, aber womit hat das zu tun? Also, Petplay, in welcher Form?
Eher Puppyplay und du hast einen Puppy oder du bist das Hündchen oder dann doch
eher Katze, Waschbär, Lurch, keine Ahnung.
Also, das ist gar nicht so flegelhaft gemeint, ne [Dialekt]? Man kann sich ja ein Wesen aussuchen, was passt.
Sabrina
Ich sag mal alles und nix. Also alles dahingehend, weil ich sehr breit gefächert interessiert bin.
Also sowohl Puppy als auch Katze, vielleicht mal irgendwann Einhorn,
keine Ahnung. Aber auch sehr gerne Frauchen.
Und nix, weil ich da jetzt noch nicht so die megaviele Erfahrung damit hab.
Also wir haben letztens eine Serie geschaut, da gab's so Seelentausche und die
haben dann die Seele von dem Hund in das Mädchen und umgekehrt.
Und dann hat das Mädchen halt die ganze Zeit gebellt *lacht* und dann natürlich so geguckt und so.
Und als die Folge vorbei war, bin ich dann eben auch hin und hab halt gebellt.
Und dann hat er gemeint: Das ist jetzt wie Petplay irgendwie. *lacht*
Das war ganz lustig. Und ich war schon auf einem Stammtisch und mein Mann war
so lieb und ist mit mir auf eine Puppy-Party gegangen. Das fand ich ganz, ganz toll.
Sebastian
Okay, das interessiert mich. Auf einer Puppy-Party war ich noch nie.
Was unterscheidet eine Puppy-Party?
Sabrina
Also, ganz kurz noch ein Schwenk. Angefangen hat es bei mir damit,
ich war vor Jahrzehnten irgendwann mal in Frankfurt auf dem SMJG-Stammtisch
und danach in, ich weiß nicht mehr, wie es heißt, aber so einen schwulen Saunaklub,
wo ab und zu SM-Partys sind.
Und ich weiß nicht, wie es dazu kam.
Irgendwann saß ich plötzlich auf der Couch und hatte drei Männer zu meinen Füßen.
Und da ich nur zwei Füße habe, hat der eine sich dann so an mein Knie gelehnt
und ich habe dem dann so über die Haare gestrichen und er hatte so ganz weiche Haare.
Da dachte ich: Ach, hat der die mit Baby-Shampoo gewaschen? Voll schön.
Und das hat mir so ein richtig warmes Gefühl gegeben. Ich fand das richtig schön.
Und so stelle ich mir Puppy-Play vor. Also wenn ich das Frauchen bin.
Sebastian
Okay, du bist auch das Frauchen oder bist du das vielleicht doch das Pet?
Also oder ist es eigentlich egal? Hauptsache Petplay.
Sabrina
Ich glaube, ich muss mich da nicht entscheiden. Es gibt so viele Menschen,
kann ich mit dem das machen, mit dem das, mit der das.
Sebastian
Was machst du denn mit anderen Menschen noch? Also mit deinem Mann,
ihr spielt, das hat wieder losgelegt, aber da geht ja noch mehr?
Sabrina
Ja, was heißt, da geht noch mehr. Also, ich habe die Erlaubnis,
ich darf mit Frauen, ich darf ein Pet haben, ich dürfte auch Sklaven haben.
Aber gehen, realistisch tut da aktuell noch nicht so viel.
Unter anderem auch, weil ich mich so ein bisschen schwer damit tue,
weil ich das nicht bei uns zu Hause möchte.
Weil das für mich irgendwie so ein Rückzugsort ist und so Safe Space und so,
und da möchte ich ungern fremde Menschen eindringen lassen.
Sebastian
Mhm.
Sabrina
Also vielleicht ist das was anderes, wenn man das über eine längere Zeit macht,
sei es beim anderen Zuhause oder in einem Club oder was auch immer.
Und man kennt sich dann so besser. Da baut sich so eine Bindung auf oder so,
dass das dann nochmal anders ist.
Aber aktuell kann ich mir das irgendwie, kann ich mich nicht überwinden.
Sebastian
Okay, aber vor deinem Mann hast du geswitcht?
Sabrina
Ja, das hat sich irgendwann so ergeben. Also, das Klassische mit Sub angefangen
und ich war auch mega eingebildet darauf, dass ich reine Sklavin bin.
Switcher war für mich, o Gott, o Gott, was ganz Furchtbares. *lacht*
Und dann hat es sich ein bisschen so ähnlich entwickelt wie bei Nemaides,
der hat ja mal so drei Programme gemacht über erst, wie kam ich zu Sub und dann,
ach, ich bin ja doch auch Dom und so. So ähnlich war es bei mir auch.
Und zwar habe ich mit einem geschrieben und der war einiges jünger wie ich.
Dann dachte ich: Ach komm, jetzt spielst' ein bisschen mit,
dann hat der Kopfkino, dann freut er sich, der Kleine.
Und dann auf irgendwie hat es mir auf einmal Spaß gemacht. Und dann wollten
wir uns dann mal treffen.
Und da hat es hier nicht geklappt und da nicht geklappt und dort nicht geklappt.
Und je länger das nicht geklappt hat, umso mehr wollte ich das unbedingt. *lacht*
Und dann hat es irgendwann geklappt und auf einmal dachte ich:
Ach guck an, das macht nicht nur Spaß, das macht mich auch an,
wie ist denn das jetzt passiert? *lacht*
Sebastian
Okay, jetzt ist ja das, entweder ist das ein Vorteil oder ein Fluch.
Du weißt, wie du als Sub funktionierst.
Jetzt könntest du ja sagen, okay, ich bin jetzt Top und jetzt mache ich das
genau so, wie ich mir das als Sub gewünscht hätte.
Sabrina
Nee, gar nicht, überhaupt nicht. Bin ich komplett was anderes.
Sebastian
Okay, wie bist du da drauf?
Sabrina
Also als Sklavin bin ich ja so, sag ich mal, so stolz. Schaut mal her,
meine tollen Striemen, was ich alles für meinen Herren aushalte.
Bin ich nicht toll? *lacht* Bin ich nicht lieb? *lacht*
Und andererseits ...
Also, das bedingt sich auch irgendwie, glaub ich, dadurch, wie männliche Subs sind.
Die sind oft so sehr unterwürfig und so ... Ich küsse den Boden, über den du wandelst.
Und also, ich würd auch keine männliche Brat haben wollen.
Das ist was, womit ich gar nicht umgehen kann. Ich will einen braven,
gut erzogenen, lieben Sub. Und ich hau gern.
Ich seh mich selbst nicht als dominant. Ich möchte, dass ich unterworfen werde.
Aber ich bin nicht, also ich seh mich nicht als dominant, also vielleicht schon
so ein Tick, aber vielleicht so fünf Prozent oder vielleicht sagen wir mal zehn oder so.
Ich bin eher so, mir macht einfach das Spielen Spaß.
Sebastian
Ja, das heißt so eine Zwickmühle so ein bisschen, ne [Dialekt]? Also so wie du als Sub
bist, so was möchtest du als Sub auf gar keinen Fall haben.
Sabrina
Ich bin keine Brat.
Sebastian
Nein, nein.
Sabrina
Nee, so seh ich mich überhaupt nicht.
Sebastian
Okay.
Sabrina
Also, mein Mann möchte das auch nicht. Ich habe auch gesagt, du, wie ist das?
Gefällt dir das, wenn ich Schlupflöcher finde? Also, wenn du zum Beispiel sagst:
Ha, du darfst jetzt das. Und dann mache ich es anders, wie er es sich vorgestellt hat.
Und das war mir klar, wie er es sich vorgestellt hat. Und ich sage,
ja, du hast aber nicht gesagt, dass ich es so machen muss. Und er hat gesagt,
nee, das möchte er nicht.
Er möchte, dass ich das immer so ausführe, wie ich glaube, dass er das möchte,
wenn er es nicht explizit sagt.
Und dann habe ich gesagt, boah, das ist ja fies, weil ich werde das ja,
wenn ich es so machen will, wie du das haben möchtest, immer zehnmal toller
noch machen, wie du dir das vielleicht ursprünglich überlegt hättest. *lacht*
Sebastian
Ja, aber das ist ja der perfekte Dienst an ihm, ne [Dialekt]?
Sabrina
Ja.
Sebastian
Ja, und das scheint dir auch zu gelingen.
Sabrina
Ja, ich denke schon.
Sebastian
Also liebes Publikum, ihr könnt sie nicht sehen.
Das ist so heute ein wirklicher Nachteil, weil Augen und die Mimik und Gestik,
das spricht mehr, als aus dem Mund rauskommt.
Ich versuche da hin und wieder ein bisschen zu übersetzen. Okay,
aber wenn du jetzt dich als deine Sub hättest.
Sabrina
Okay.
Sebastian
Einfach mal so von der Art und Weise her, auch dieses nein erst nein sagen,
dann ein bisschen gezwungen werden und dann wird schon gut gefunden werden.
Also ist das das, was du sagst aus Top-Sicht, das ist spannend oder ist einfach die ganz brave,
artige Sub, die dann auch leidet, wenn sie leiden soll und die sich freut,
wenn sie belohnt wird, also so lehrbuchmäßig. Oder der Sub, ne [Dialekt]?
Also wäre das vielleicht genau das, wo du sagst, ja, das wär's?
Sabrina
Nee, also, wenn ich jetzt meine eigene Sub wär, dann würde ich mich ja auch gut kennen.
Und dann wüsste ich ja, okay, die sieht jetzt erst mal wieder nur die negativen
Seiten, aber eigentlich wird's ihr gefallen, dann würde ich's einfach machen.
Sebastian
Ich glaube das ist eine schöne Perspektive für deinen Mann, ne [Dialekt]?
Einfach drauf vertrauen, das wird schon gefallen.
Geht das auch mal schief, dass man also anfängt und dann passt es nicht,
dass man vielleicht sogar so weit geht, dass man abbrechen muss,
weil, ich weiß nicht, weil dieser Switch im Kopf dann doch nicht stattfindet,
dass du es erotisieren kannst?
Sabrina
Ja, bestimmt. Meistens, wenn ich gerade was am Machen bin, weil ich habe so
einen inneren Monk und ich muss immer so meinen Plänen folgen und organisieren und so.
Und wenn ich jetzt den Plan im Kopf habe, ich will jetzt noch das Geschirr machen,
dann mache ich die Wäsche und dann koche ich und dann ist Feierabend.
Und dann kommt er und hält mich ab oder sagt, okay, wir haben jetzt Sex oder
ich haue dich jetzt oder was auch immer, dann kannst du weitermachen.
Dann nervt mich das, weil ich möchte es ja jetzt fertig kriegen,
damit ich danach Feierabend habe und kopffrei und so. Und er möchte dann aber
nicht warten und dann geht mir das manchmal auf den Keks und dann werde ich grantig. *lacht*
Sebastian
Okay, aber ist das dann was, wo man schon mal abbrechen muss,
weil das dann doch so wichtig ist, dass der Monk so sehr,
danach schreit, dass, was weiß ich, die, blödes Beispiel jetzt, mal die Waschmaschine,
du hast die Wäsche zur Hälfte reingeräumt, du müsstest sie nur noch zumachen
und einschalten und dann zerrt er dich weg.
Sabrina
Mhm.
Sebastian
Und die ist dann da ungemacht, halb in der Maschine drin und du musst die
ganze Zeit daran denken, dass das zu erledigen ist, also kann so was eine Session sprengen?
Sabrina
*lacht* Also da würde ich mich schon ein bisschen wehren und das würde mich auch
innerlich sehr triggern,
aber ich kann's dir nicht sagen, früher hätte ich gesagt: Nee.
Aber dadurch, dass wir eben diese Situation am Anfang, als wir hier eingezogen
sind, eben das Öfteren hatten, mit dem, was ich vorhin erzählt habe,
mit dem Kämpfchen und ich wurde dann wütend, weil er mich nicht hat weitermachen lassen,
kann ich es nicht mehr so genau sagen.
Aber seit wir jetzt wieder damit angefangen haben, gab es so eine Situation nicht.
Ich behaupte, wenn er es ernst genug meint und sagt "Nee, wir machen das jetzt,
du lässt es jetzt liegen", dass ich dann mitmache.
Sebastian
Okay, aber du würdest diskutieren? Ich mach das noch schnell.
Sabrina
Mhm.
Sebastian
Gib mir noch fünf Minuten.
Sabrina
Ja. *lacht*
Sebastian
Ist ja an sich auch wahrscheinlich was für ihn. Da werden auch seine dreckigen
Unterhosen mit bei sein und er muss dann damit leben, dass er am nächsten Morgen
nichts anzuziehen hat. Also du willst ihn ja nur schützen.
Sabrina
Genau.
Sebastian
Jaja, ist alles in seinem Interesse. Okay, ich merke auch wieder,
da kommt das Strahlen dieses, um Gottes Willen, wenn ich gezwungen werde,
wenn ich nicht will, dann ist es besonders gut.
Eigentlich so einfach, ne [Dialekt]?
Sabrina
Ja, vielleicht schon. *lacht*
Sebastian
Also im Prinzip sollte er dich immer
wegzerren, wenn du gerade irgendwas angefangen oder fast beendet hast.
Sabrina
Ne, o Gott, *lacht*, o Gott, da würde ich in Stress geraten. Also wenn er das immer machen
würde, dann würde ich gar nichts mehr auf die Reihe kriegen.
Sebastian
Das finde ich selber total spannend, weil es ist ja immer dieses Bild von Dom
und Sub und dann gibt es entweder dieses eine Extrem:
man macht nur Sessions, für die man, wo sich beide verabredet haben, beide bereiten vor.
Ich glaub das ist so ein bisschen öde, ne [Dialekt]?
Sabrina
Das ist bei uns überhaupt nicht
so. Das ergibt sich meistens so einfach jetzt aus der Situation raus.
Also entweder kommt er mit irgendwelchen Ideen nach Hause oder entwickelt es
im Laufe des Tages oder des Abends.
Oder er kommt nach Hause und ich hab vielleicht schon was Hübsches angezogen oder so.
Sebastian
Also er kann im Grunde nichts falsch machen.
Sabrina
Ja.
Sebastian
Also egal, ob es dir passt oder nicht passt, spielt kein Rolle.
Das Einzige, doch, das Einzige, was er falsch machen kann, ist, wenn er gar nicht drauf eingeht.
Sabrina
Mein Ex-Ex, also der erste, mit dem ich SM gemacht hab, nee, stimmt nicht, der zweite,
der erste, mit dem ich es ernsthaft gemacht hab, der hat mich mal gefragt,
was die schlimmste Strafe für mich wäre. Und da hab ich gesagt, ignoriert werden.
Lieber schlag mich grün und blau oder zieh mich von meiner Hausarbeit weg *lacht* oder
was weiß ich, aber ignorieren ist für mich die Hölle.
Sebastian
Geht es vielleicht ganz viel um Aufmerksamkeit?
Sabrina
Ja.
Sebastian
Und BDSM ist ja nun mal Aufmerksamkeit. Also man kann sich kaum vorstellen,
dass Top, während er haut, noch irgendwie die Stöpsel im Ohr hat und dabei irgendwie ein Hörbuch hört.
Sabrina
Fände ich lustig. *lacht*
Sebastian
Oder vielleicht noch woanders hinguckt. Also es geht ja wirklich darum,
dass dann: du bist der Fokus.
Sabrina
Ja, auch so das Miteinander.
Sebastian
Du hast hier noch stehen, mir auch wieder auf die Liste geschoben,
also liebes Publikum, das hab ich selten so was, ne [Dialekt], die 41-Punkte-Liste.
Übertreibung hast du aufgeschrieben, Konsensübertreibung. So,
das fand ich ein spannendes Thema.
Sabrina
Ja, das hab ich aufgeschrieben. Also viele von den Punkten, die ich da aufgeschrieben
hab, ich hab ja damit angefangen, als ich deinen Podcast angefangen hab, zu hören.
Weil ich dachte, okay, wenn ich da irgendwann mitmachen will,
o Gott, wie war das denn bei mir damals überhaupt nochmal?
Also, als ich angefangen hab, deinen Podcast zu hören, hab ich angefangen,
mich zu erinnern, wie war das denn bei mir?
Und je nachdem, was in den Folgen kam und was die anderen erzählt haben,
habe ich mich dann erinnert. Ach ja, da war ja noch das.
O ja, genau, so fühlt es sich bei mir auch an. Und so habe ich das nach und nach aufgeschrieben.
Und da war sehr viel mit "Ja und der Konsens" und "Ja und der Konsens" und "Ja und der Konsens".
Da dachte ich so: mein Gott, so wichtig ist der Konsens nicht.
Also natürlich muss der irgendwo da sein.
Wie man ja auch immer so schön sagt, die Unterwerfung ist ein Geschenk.
Und das muss man sich verdienen und so.
Also ich gehe jetzt nicht zu meinem Nachbar und werfe mich dem zu Füßen oder
so *lacht*, sondern das klappt ja nur mit gewissen Personen, die auch eine gewisse Ausstrahlung
vielleicht haben oder mit denen ich eine gewisse Beziehung habe.
Durch meinen Ex-Freund auch kam ich dann eher zu diesem RACK und so.
Also weg von, wie hieß die andere Abkürzung nochmal?
Sebastian
SSC, falls du sie so lange nicht mehr gehört hast, also "safe, sane, consensual".
Sabrina
Genau. Also einfach egal, was andere jetzt für richtig oder für gut halten,
das machen, was man zusammen gut findet und was man verantworten kann.
Und ich habe auch, also ich müsste jetzt lügen, aber ich könnte mich nicht erinnern,
dass ich schon jemals ein Safeword hatte oder schon jemals benutzt hätte.
Und ich möchte auch keins haben, weil ich das nicht benutzen würde.
Ich würde das nicht über mich bringen. Und ich weiß, viele Menschen werden jetzt
wahrscheinlich aufschreien und sagen: Gott, o Gott, o Gott.
Das ist nicht so, als würde ich keine Rückmeldung geben.
Ich habe mal mit einem bekannten Rigger einen Workshop gemacht und der hat mit
mir was ganz Tolles gemacht und zwar hat er eine sehr feste Fesselung gemacht.
Ich kam nicht raus, ich konnte mich nicht bewegen.
Und ich habe gemerkt, boah, das wird ziemlich schnell, ziemlich heftig.
Und dann habe ich gesagt, okay, bitte mache auf. Und dann hat er den Workshop
-Teilnehmern eben erklärt, er macht das ganz gern mit jemand,
mit dem er das eben nicht regelmäßig macht, um zu schauen, gibt sie mir Rückmeldung, wenn es nicht mehr geht.
Weil ansonsten kann man mit demjenigen nichts mehr machen, weil du kannst nicht
verantworten, der eine sagt nichts und auf einmal kippt er da um und liegt ja auf dem Boden.
Und also so würde ich mich schon melden.
Sebastian
Ja also ein Safeword ist ja erstmal so ein ultimatives Ding und das ist ja, das
ist ja, das ist ja auch so ein, da hat mir Nemaides ja vor Jahren mal schwer
geholfen, dass er sagte: Ne, also wenn auf einer Party Konsent ist oder Regel auf einer Party ist,
wenn Mayday fällt, dann ist Schluss,
das ist schon wichtig und diese Situation, in die man reingerät,
dass man ein Safeword nicht mehr sagen kann, weil die ganze Situation so ist und so.
Das ist auf der einen Seite so ein Ding, wo man als Top drauf vorbereitet sein
muss, dass man sich nicht drauf verlassen kann, da wird schon ein Safeword
kommen. Das ist einfach zu einfach.
Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass man sich schon sicher sein muss,
wenn da eins vereinbart ist, dann muss das auch kommen, bevor es kritisch wird.
Wenn du jetzt von dir sagst, ich würde es nicht über die Lippen bringen,
ist das natürlich für dein Gegenüber nochmal schwierig und auch ein erhöhtes
Risiko, das heißt eigentlich musst du dein Gegenüber kennen und dein Gegenüber
muss dich kennen und einschätzen können und mit dir auf eine andere Art kommunizieren können.
Man muss ja nicht sklavisch eine Vokabel haben, an der alles hängt,
damit man der Regel des SSC entspricht.
Also ich glaube, da haben wir im BDSM genug Gestaltungsspielraum,
man kann viele Regeln, ich sag mal, erweitern oder sogar weglassen, sofern man sich kennt.
Sabrina
*zustimmendes* Mhm.
Sebastian
Das kann eine Menge ausmachen. Ist natürlich für einen Anfänger,
der dann auf einer Party Leute sieht, die seit 20 Jahren miteinander spielen,
absolutes um Gottes Willen unverantwortlich, wenn die das sehen.
Weil der sieht natürlich nicht, dass da vielleicht ganz andere Ebenen der Kommunikation
und der Erfahrung mit hinter hängen.
Sabrina
Ich muss auch dazu sagen, ich habe noch nie wirklich dahingehend schlechte Erfahrungen gemacht.
Also mir ist noch nie wirklich was passiert, obwohl ich *lacht* mit meinem damaligen
Ex-Freund eben, ich habe mich mit dem zu Hause im Keller getroffen und keiner wusste, wo ich bin.
Ich habe da keiner Freundin Bescheid gesagt, hier, ich geh jetzt zu dem und der haut mich da.
Also da hätte ja sonst was passieren können. Also da hatte ich wirklich Glück,
muss ich sagen. Würde ich vielleicht heute anders machen.
Das Einzige, was ich mal wirklich hatte, wo jetzt in so eine Richtung,
wo ich sage, das war für mich emotional happig.
Da hatten wir auch eine Session im Keller und ich bin auf so einer Yogamatte gekniet.
Und irgendwie habe ich anscheinend an den Knien geschwitzt. Ich wusste nicht,
dass man an den Knien schwitzen kann. Auf jeden Fall bin ich so auseinandergerutscht.
Und ich dachte so, o mein Gott, wenn ich jetzt gleich richtig abrutsche,
nachher tut der sich weh an seinem besten Stück. Ich muss jetzt was sagen und
ich habe wirklich lang überlegt, weil ich wollte eigentlich nichts sagen.
Und dann habe ich halt irgendwann gesagt, ich rutsche ab.
Und dann ist er aufgestanden, wie von der Tarantel gestochen.
Und ich lag nur da und dachte, o Gott, jetzt kriege ich die Dresche meines
Lebens. Und dann ist nichts passiert. Nichts passiert.
Und ich dachte so, was ist denn jetzt? Und dann sagt er wirklich mit so einer
kalten Stimme: Ich bin enttäuscht von dir.
Und das hat wirklich wie ein Messer in mein Herz. Also das, da hab ich gedacht:
nee, ich bin hier so drin,
das kannst du zu mir nicht sagen. Ich hab angefangen zu heulen.
Das hat mich richtig fertig gemacht.
Und das fand ich auch nicht in Ordnung von ihm. Und wir haben da auch hinterher drüber geredet.
Ja, ist auch nicht mehr vorgekommen. Aber das war das Einzige, wo ich sagen muss.
Also es gab noch andere Situationen, wo ich mal geweint hab.
Einmal, da hat er mich wirklich an jeder Körperstelle, glaube ich, die es gibt, gehauen.
Also wirklich Oberarme, Unterarme, Oberschenkel, Unterschenkel.
Hier und da und dort und zum Schluss lag ich auf dem Rücken und er hat mich auf
die Innenseite der Oberschenkel, das ist ja eh so eine nette Stelle und dann war
so richtig so der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat und dann
habe ich mich wimmernd weggedreht und da dachte ich so, o Gott,
jetzt habe ich mich weggedreht,
das kriege ich erst recht noch drauf und dann ist nichts passiert und ich hatte
ja die Augen verbunden, ich wusste nicht,
grinst er jetzt oder wartet er oder dann habe ich mich ganz vorsichtig wieder
zurückgedreht, Beine wieder auseinander gemacht, dann hat er mir auf die andere
Seite draufschlagen und dann war fertig.
Dann habe ich mich wieder weggedreht, ich habe geheult, dann habe ich mich vor
mir selber erschrocken, weil ich bis dahin noch nie geheult habe und dann dachte
ich, o Gott, das ist für mich gar nicht so schlimm.
Ich weiß eigentlich gerade gar nicht, warum ich heule, aber o Gott,
o Gott, o Gott, hoffentlich ist das jetzt für ihn nicht schlimm.
Und er hat wirklich auf die bestmögliche Art reagiert, er hat sich zu mir gesetzt,
hat mir den Rücken gestreichelt, bis ich mich wieder eingekriegt habe und dann
hat er gesagt: Ist alles okay?
Dann habe ich gesagt "Ja", dann hat er gesagt: Willst du aufhören?
Dann habe ich gesagt: "nee". Dann hat er gesagt "okay" und dann hatten wir Sex.
Sebastian
*lacht* Dann hatten wir Sex. Das ist ja auch, ich glaube dafür sind Regeln und dafür
ist auch Konsens und Kommunikation gut,
weil man hat ja das noch nicht vorher gemacht, man weiß ja nicht, wie man reagiert
und dass dann irgendwann die Tränen fließen und das kann sein Verzweiflung,
Schmerz aber auch einfach Befreiung, das kann ja alles mögliche sein.
Sabrina
Letzteres. Ich muss sagen, das hat auch so ein bisschen einen Darm gebrochen,
sag ich jetzt mal. Ich weiß nicht, wie ich's anders nennen soll.
Aber danach hatte ich das Gefühl, also nicht, dass ich jetzt jedes Mal das Heulen
angefangen hab, aber dass ich da einfacher loslassen konnte.
Und wie du sagtest, dass das so befreiend war. Also, ich hatte auch Phasen,
wo ich mich jetzt emotional schlecht gefühlt hab.
Ähm, und dann hab ich so richtig das Bedürfnis nach Schlägen gehabt.
Als würde ich jetzt den Schmerz, den ich innerlich fühle, nach außen zeigen
wollen oder nach außen tragen wollen, um den loszulassen oder keine Ahnung.
Ich habe mir da schon oft Gedanken drüber gemacht, aber so ganz kann ich es nicht fassen.
Sebastian
Ja gut, also ich sag mal so, BDSM kann dann eine Extremsituation sein und das ist halt ein Ventil.
Andere, wenn die im Arsch sind, die gehen halt laufen und sind danach im Arsch
und denen geht es überhaupt nicht gut, aber geistig wieder sind sie ein bisschen geerdet.
Also ich glaub das kann manchmal einfach sein, keine Ahnung,
das wird mir jetzt, kann mir ein Mediziner erklären, warum das alles,
was im Blut rumschwimmt, dann dafür sorgt, dass man sich dann hinterher wohl fühlt.
Sabrina
*lacht*
Sebastian
Da du ja nun mal inzwischen an der Quelle sitzt, heißt das ja,
dass du im Grunde so ziemlich jedes Spielzeug probieren kannst und auch vielleicht
auch schon das meiste rumprobiert hast.
Die Frage ist ja, was hast du an Zeug, was hast du gern?
Sabrina
O Gott, was habe ich an Zeug? Also ich habe vorhin mal, als ich das Ding der
Woche gesucht habe, meinen Schrank durchgekruschtelt und da sind mir wieder Sachen
in die Hände gefallen, die ich seit Jahren nicht gesehen habe. *lacht*
Da dachte ich: O mein Gott, was habe ich denn da alles Tolles? *lacht*
Also ich habe sehr viel Schlagwerkzeug natürlich.
Wir haben drei Wartenbergräder, diverse Fesseln, dutzende Halsbänder,
Seile natürlich, noch und nöcher, weil immer wenn ich denke "ist das eine tolle Farbe" und hab
dann mehrere Seile in dieser Farbe, dann kommt natürlich eine neue, die ich toll finde. *lacht*
Sebastian
Okay, man kriegt nicht mit Farben. Du hast gerade gesagt, das Ding der Woche hast
du gesucht, gibt es eins?
Sabrina
Ich habe es nicht ganz geschafft, mich auf eins zu beschränken. *lacht*
Sebastian
O Gott, wie viel sind es?
Sabrina
Also wenn ich mich auf eins beschränken müsste, dann würde ich das hier nehmen.
Sebastian
Ah, okay. So, also, liebes Publikum, das ist jetzt durch die Remote-Aufnahme ein bisschen anders.
Du zeigst es in die Kamera und ich sehe ein ... Seil.
Ist das ein Seil oder ist das ein Seil-Flogger?
Ein Seil. Das ist ein Seil. Ein Seil ist das.
Sabrina
Ja.
Sebastian
Moment, es ist ein Seil? Okay, also, ich sehe hier ein Seil, ich sehe aber alle Farben,
die man an Seilen haben kann.
Also, ich sehe grün, ich sehe gelb, ich sehe blau, ich sehe rot,
ich sehe violett und einmal den kompletten Regenbogen in einem Seil durchgefärbt.
Sabrina
Genau.
Sebastian
Wow. Ich frage jetzt nicht, wo kriegt man das denn her? Aber okay,
das finde ich schon großartig.
Warum ist das dein Liebling?
Sabrina
Also, ich hatte schon ein ähnliches, auch regenbogenfarben, sag ich jetzt mal.
Das war aber nicht so schön quietschig wie das.
Also das war auch schon rot, grün, blau, gelb und so.
Aber das ist halt mehr so strahlend und mehr pink und lila und so und die hatten
wir auf dem CSD eben dabei und dann habe ich gleich gesagt: Okay,
also ich muss eins davon haben, kann ich mir gleich eins nehmen oder wollen wir
die alle verkaufen, dann nehme ich mir daheim eins vom Laden.
Aber eigentlich möchte ich es gleich *lacht*
Sebastian
Aber was ist am bunten Seil so toll?
Sabrina
Ich liebe bunt und pink und Glitzer und rosa und so was.
Sebastian
Jetzt nehmen wir mal, die Spielzeugfrage weite ich mal aus. Wie sieht denn deine
Party-Outfit-Kiste aus? Oder ist es ein Schrank?
Sabrina
Äh, eine Kommode. *lacht*
Sebastian
Auch alles bunt?
Sabrina
Ähm, nicht unbedingt. Also, aber nicht, weil ich's nicht wollte,
sondern weil sich nicht so viel findet.
Ich hatte aber durchaus mal rosa Handschellen. Die waren allerdings sehr schlecht.
Also wie wenn du das mit Nagellack angemalt hättest.
Ja, aber ich gucke schon, dass ich so ein bisschen, ich bin nicht so der Schwarz
-und-Rot-Typ, sag ich mal so.
Wenn wir auch einiges davon haben, einfach, weil es halt davon viel gibt.
Sebastian
Ich packe ja immer in die Shownotes, also liebes Publikum schaut da rein,
ein Bild von den Dingen der Woche.
Ich glaube bei dem würde ich das sogar mit einem Bondage an dir, können wir nehmen.
Weil ich kann mir das ehrlich gesagt so mit diesem Knäuel gerade nicht vorstellen,
wie das am Mensch aussieht, wenn dann die Farben sich immer wechseln,
weil man versucht ja eher, ja was heißt versucht, bei Bondage-Fotos ist das
immer alles sehr einfarbig.
Vielleicht hat man noch zwei verschiedenfarbige Seile und damit kunstvoll was
gemacht, aber das Ding ist ja so, als hätte man den Regenbogen über das Seil
ausgekippt und wenn das dann irgendwo umgewickelt wird, da ist ja keine,
da sind ja keine zwei Stränge gleichfarbig dann, ne [Dialekt]? Also das ist dann ja wirklich bunt.
Also da nehme ich auf jeden Fall was Kunstvolles gerne von dir,
wenn du hast, dann mit in die Shownotes.
Okay, aber auch so, also das heißt so eine pinkfarbene Peitsche,
die ist jetzt nix, aber wenn sie bunt ist, dann ist okay?
Sabrina
Nö, pink wäre auch toll. Ich habe mal lustigerweise einen Bollywood-Film gesehen,
also diese Vier-Stunden-Schinken, von denen du drei Stunden am Heulen bist und
eine Stunde am Tanzen und da hatte eine 'ne schwarz-pinke Bullwhip und ich war nur:
*sehr aufgeregt* Wo kriege ich die?
Dann habe ich extra einem Freund, der in Amerika wohnt, geschrieben,
weil ich dachte, wenn, dann dort.
Und der hat mir daraufhin so ein 30-Zentimeter-Paddel geschickt,
das auf einer Seite schwarz und auf der anderen Seite pink war.
Und ich so: Was? Ja, ich habe so eine schon gesehen, aber die war so teuer.
Dann habe ich gedacht, ich nehme dir das mit. Und ich, Mann,
ich hätte alles dafür gezahlt. *lacht* Warum?
Ja, aber dann bin ich zum Reitbedarf gefahren und hab das hier gekauft.
Sebastian
Oh, das nächste Ding der Woche. O Gott, nein. Oh, echt jetzt?
Sabrina
Siehst du es?
Sebastian
Ich seh's.
Sabrina
Und die ist sehr lang.
Sebastian
Das beschreibste mal selber jetzt. Das mag ich nicht beschreiben.
Sabrina
Wie gesagt, aus dem Reitbedarf. Ich glaub, eine Gerte für wenn man Kutsche fährt.
Also, die ist sehr lang. Ich hab die auch noch nie benutzt. *lacht* Ich hab die noch
nicht mal irgendwo aus Accessoire mit hingetragen, aber ich musste die haben,
weil da pinke und rosa Herzchen drauf sind.
Ich hab auch noch die gleiche nochmal in bisschen anderen Farben.
Sebastian
Okay, also der Griff ist immerhin schwarz und hinten das kleine Paddel,
was da dran ist, wie sieht das aus?
Sabrina
Das ist auch schwarz.
Sebastian
Liebes Publikum, das Ding ist so lang,
dass das Teil nicht einfach in die Kamera gehalten werden kann.
Ich seh immer nur einen kleinen Ausschnitt.
Sabrina
*lacht*
Sebastian
Das gibt ein sehr spannendes Bildformat. Was ist das?
200 zu 10 oder so was wahrscheinlich. Ne, 10 zu 200 dann irgendwie. Mein Gott.
Sabrina
Ich hab aber auch welche mit Swarovski-Steinen am Griff. So ist es nicht.
Sebastian
Also ganz ehrlich, dein Mann weigert der sich, damit was zu machen?
Sabrina
Die sind meistens im Schrank. Ich weiß auch nicht, ob die so wirklich zum Schlagen geeignet ist.
Ich hab Fieberglasgerten, das ist vielleicht ein Stückchen kürzer,
aber ähnliche Machart mit dem Bändchen am Ende.
Ich hatte davon auch schon mal ein paar Jahre eine Narbe auf dem Oberschenkel,
dass einer nicht bedacht hat, dass dieses Bändchen während es um die Ecke,
also sprich meinen Körper biegt, beschleunigt.
Sebastian
Ach, Quatsch.
Sabrina
Aber ja ... Ich weiß nicht, ob ich noch so viel aushalte,
ich hab das so lange nicht mehr gemacht.
Sebastian
Das werdet ihr wohl testen müssen.
Sabrina
Ja, mein Mann ist so ein kleiner Rohrstockfanatiker, das ist schon schlimm genug. *lacht*
Sebastian
Ja, davon habt ihr garantiert genug. Was in der Spielzeugkiste ist denn was,
was du heute vielleicht beim Durchwühlen gefunden hast, was du lieber weiter ganz nach
hinten in die letzte Ecke schieben würdest oder was auch versehentlich mal verschwinden könnte?
Sabrina
Ja, also ich bin nicht so der Rohrstock-Fan, also wenn dann höchstens noch die geschälten,
die ungeschälten, Aua. Und ehrlich gesagt überlege ich gerade, wo unser Butterbrettchen
eigentlich abgeblieben ist.
Ich hatte zumindest mal eins, das ist bestimmt unten in meinem Mann seiner
Werkstatt verschwunden, weil der die mal nachbauen wollte.
Sebastian
Ja oder in der Küche oder so.
Sabrina
Ne, da nicht. *lacht* Ne.
Sebastian
Okay, also so Sachen, die so wirklich Aua und Impact machen,
also so, die wirklich heftig sind, die müssen es eher nicht so sein oder schleppst
du ihm die dann doch eher an und sagst ja hier, Herausforderung?
Sabrina
Ja bisher nicht. Also wie gesagt, das ist ja immer so schwierig so,
ich möchte das eigentlich nicht, aber machst du das mal bitte *lacht*,
das ist ja wieder dieser Punkt.
Sebastian
Also vielleicht machen wir so einen kleinen Twist. Das Equipment ist ja jetzt schon mal bei dir.
Dein Mann ist, glaube ich, der Sache gar nicht so abgeneigt.
Vielleicht unterhalte ich mich, wenn er den Rohschnitt gehört hat,
den ich ihm natürlich zur Verfügung stelle vor dir, dann nochmal ein bisschen über die Folge.
Sabrina
Also das Problem ist, und das ist das Einzigste, wo ich meinen Mann mal ein bisschen
kritisieren muss, der schlägt gern, aber das mit dem Aufwärmen lässt er irgendwie so weg.
Und dann halte ich natürlich auch nicht sonderlich viel aus.
Also ich hatte früher Sessions mit Fieberglasgerten, mit Edelstahlgerten.
Ich habe mal die Autoantenne abgekriegt, weil der Besitzer des Autos sauer war,
dass die abgebrochen wurde.
Ich liebe Bullwhips über alles. Ich hatte schon komplette Sessions mit zwei
Menschen mit zwei Bullwhips.
Habe ich mir zu meinem 30. Geburtstag damals gewünscht.
Also so ist es nicht. Ich kann das schon ab, aber das muss sich natürlich so aufbauen.
Sebastian
Ja. Aufwärmen ist ja, ist das eine Pflicht?
Also aufwärmen ist ja toll, weil wenn man so eine Viertelstunde aufwärmt,
dann ist natürlich dieser nette Vorteil für dich, die Hormone sind im Blut und
dann geht einfach viel mehr.
Wenn man das jetzt überspringt, ja gut, dann muss man nicht so viel hauen,
hat nicht so viel Arbeit.
Aber was macht das für einen Unterschied? Also ja, der Schmerz wird anders empfunden,
aber was ist der Unterschied?
Ist es dann einfach nur noch Aua und dann ist hinterher der Effekt weg oder,
also ja, vergleich doch mal.
Sabrina
Also ohne Aufwärmen jetzt mit krassen Sachen schlagen ist einfach nur Aua, ja.
Dann ist das einzige, was ich daran noch schön finde, dass ich's ausgehalten
hab und dass ich hoffentlich hinterher Striemen hab.
Lange. Aber dann find ich's währenddessen halt doof.
Sebastian
Ja gut, aber das ist ja dann, glaub ich, auch gewünscht. Weil das ist ja das,
wo du mir sagst, das Doof-finden ist ja schon gut.
Sabrina
Jein, aber, also kann man ja auch mal machen, aber ich hätte halt gern beides.
Sebastian
Also, achso, also erst mit den krassen Sachen kalt auf den Arsch und danach aufwärmen.
Sabrina
Nein *lacht*, mal als Bestrafung und mal eine Session mit Hauen quasi.
Sebastian
Okay, aber lass uns doch mal ein bisschen beim Spielzeug bleiben.
Also jetzt hatten wir eben auch schon das Thema Petplay & Co.
Hast du an dem Bereich was oder hast du eigentlich nur Sachen zum Fesseln und
zum Hauen und zum Wehtun und das war's? Oder gibt's auch Sachen,
die in eine andere Richtung gehen?
Sabrina
Ja, wir haben natürlich auch einen Haufen Sexspielzeug und Petplay hab ich eigentlich
nur so Katzenöhrchen und jetzt seit Neuestem so ein Plug mit so einem Schwänzchen dran.
Soll eigentlich ein Fuchs sein, aber ich hab keine Katze gefunden. *lacht*
Sebastian
Okay, also Katze wär's eigentlich.
Sabrina
Ja, schon so ein bisschen.
Sebastian
Okay, dann haben wir die Öhrchen, dann haben wir schon mal den Schweif, den edlen Schweif.
Was gehört denn für dich, wenn du sagst, okay Katze, was gehört für dich alles da noch dazu?
Sabrina
An Spielzeug meinst du jetzt?
Sebastian
Ja, so, was brauchst du so an Ausrüstung für Petplay? Also ein Napf werdet ihr
haben, da bin ich mir sicher.
Sabrina
*lacht* Ja, wir haben ja zwei Katzen. Nee, also ich brauch dazu eigentlich gar nix.
Also vielleicht ändert sich das mal noch, aber das ist für mich eigentlich nur so ein Headspace-Ding.
Sebastian
Also ich würde jetzt als Tipp mal da lassen, da denken viele nicht dran,
außer sie haben es einmal probiert, Knieschoner.
Sabrina
Habe ich sogar.
Sebastian
Sehr gut.
Sabrina
Habe ich mir mal fürs Hip-Hop tanzen gekauft damals,
also habe ich schon sehr lang.
Sebastian
Okay, beim Spielzeug noch irgendein Highlight, wo du sagst, das ist was,
wo du sagst, o ja, das muss erwähnt werden.
Sabrina
O ja, was, das habe ich seit neuestem aufs Tapet gebracht und das fand mein Mann
ganz toll und zwar habe ich so ein, wie so ein Bikini-Oberteil,
sag ich mal, also so Brustpads und da sind innen Stacheln drin,
also so Spikes. Und da habe ich auch noch den Tanga dazu.
Sebastian
Das ist was, was du dann einfach trägst als Bestrafung oder wozu ist das gut?
Sabrina
Es gab gerade eine kurze Phase, wo ich krank war und Tabletten nehmen musste
und dann konnten wir nicht so, wie wir wollten, und dann dachte ich: okay, dann
wenigstens obenrum ein bisschen.
Und dann habe ich gesagt: Schatz hier ihr könnt doch. - Ja stimmt, das wollte ich
schon die ganze Zeit machen und ich hab das immer vergessen, gut, dass du das
herbringst, lass den mal hier liegen. *lacht* Und dann habe ich den angezogen und dann
herrschte große Begeisterung seinerseits. *lacht*
Sebastian
Okay, weil hinterher ein Muster ist oder weil du jammerst?
Sabrina
Ja, weil er immer wieder hergekommen ist und hat von hinten dran gezogen. *lacht*
Sebastian
Also Spieltrieb einfach.
Sabrina
Ja. Und ja, ich hab da gejammert.
Sebastian
Zum Spieltrieb würde ja auch Strom passen.
Sabrina
Das ist überhaupt nicht meins. Also, wir haben so eine Fliegenklatsche,
also diese Tennisschläger, wo so Drähte drüber gespannt sind,
wo dann eben Strom kommt.
Und allein, wenn ich das Geräusch höre, renne ich. Also damit haben die anderen
mich auf den Messen immer durch die ganze Halle gejagt. Ich weiß nicht, warum.
Die sagen alle, das ist nicht schlimm, fass es doch mal an. Aber ich kann mich nicht überwinden.
Sebastian
Das heißt, wenn er dich verkabelt, dann bist du einfach 100 % brav,
weil er könnte ja jemals auf diesen Knopf drücken.
Benutzen muss er es gar nicht. Also die Drohung ist wahrscheinlich schon ausreichend.
Sabrina
Gut, verkabelt ist jetzt ja noch mal was anderes. Also ich hatte das früher
auch. Ich hatte Probleme mit dem Knie und da habe ich auch Strom draufgekriegt beim Arzt. *lacht*
Sebastian
Glaub' mir, das ist was anderes.
Sabrina
Es ist ja was anderes, ob du das aufdrehst und es wird immer stärker oder ob
du was hast und du fasst daran und kriegst so eine geknallt.
Dieses Aufdrehen, okay.
Ich hatte das auch mal, fällt mir gerade ein, das hatte ich total vergessen.
Ich dachte, der piekst mich mit einer Gabel.
Also ich hatte die Augen verbunden und ich dachte die ganze Zeit,
der piekst mich mit einer Gabel.
Aber das war so ein Stromding.
Sebastian
Also das mit den verbundenen Augen, das ist ja so ein bisschen,
das zieht sich ja durch, aber irgendwie hat das auch Nachteile.
Sabrina
Ja, also ich muss sagen, vor meinem Mann habe ich immer gesagt,
ich liebe Augenbinde und ich möchte immer nur, wenn ich gefragt werde und wenn
ich es mir aussuchen darf, immer nur mit Augenbinde spielen.
Und seit wir jetzt zusammen sind und ich das auch oft im Podcast gehört habe,
wie toll das ist und bla bla und es ist schon schön, sich auch dabei anzuschauen und so dieses,
*mit gepresster Stimme gesagt* Mmmm, ja, ich, es ist okay,
wunderschön, bitte hör nicht auf. *lacht*
Sebastian
Jetzt ärgere ich mich darüber, dass ich keine Screenshots machen kann.
Die Mimik, die hätte ich aufs Cover gepackt. O Gott.
Okay, dann sind wir doch schon so langsam im Bereich No-Gos.
Also was sind so Sachen, wo du sagst, ey, das geht echt gar nicht für dich?
Sabrina
Piercing, Tattoos, Brandings. Also, ich hab Piercings und Tattoos,
aber das würde ich jetzt nicht in der Session machen wollen.
Ich möchte auch nicht, dass irgendwas an meine Piercings dran gebunden oder
was weiß ich was wird, weil ich hab immer mega Angst, dass man da aus Versehen dran hängen bleibt.
Sebastian
Ich kann dir versprechen, die sind ganz schön stabil.
Sabrina
Vielleicht nicht unbedingt in den inneren Schamlippen.
Sebastian
Ja, danke für die Info.
Sabrina
Gerne. *lacht*
Sebastian
Was gibt's noch? Hier, KV, NS, Strom hatten wir schon, Öffentlichkeit, draußen spielen.
Sabrina
Ich mag's überhaupt nicht und vielleicht sind wir da wieder bei Demütigung, so Anspucksachen.
Also egal, ob jetzt irgendwo auf dem Körper, schon gar nicht ins Gesicht und
was ich richtig widerlich finde, auch wenn ich das in Pornos sehe,
dieses von irgendwo 10 Meter Entfernung in den Mund spucken oder so.
Bäh. Ne, will ich net. *lacht*
Sebastian
Gut, aber sind das so ganz harte Linien, wo du sagst, da geht's nicht drüber?
Sabrina
Kann man nie sagen. Es gab schon oft Sachen, wo ich dachte so:
Nee, auf gar keinen Fall, ich werde nie dominant. Oh, guck mal da, eine Gerte. *lacht*
Also, das, Menschen ändern sich, das Leben ändert sich, das Leben verändert dich.
Also ich würde da bei so gut wie nix sagen, das wird nie gehen.
Ich sage, das möchte ich aktuell nicht. Ich kann es mir nicht vorstellen,
aber wer weiß, was da noch kommt.
Sebastian
Sabrina, wir haben es so langsam. Ich hätte aber noch so eine kleine Kategorie.
Ich sammle ja immer, während wir aufnehmen, ein paar Begriffe oder Fragen ein.
Und werfe die dir jetzt einfach mal hin und dann gucken wir mal, was dabei rauskommt.
Sabrina
Okay.
Sebastian
Weil, also, liebes Publikum, ich hab natürlich noch viel mehr auf dieser Liste.
Es ist unfassbar, was da alles draufsteht.
Aber das, wir wollen ja nicht so eine Folge machen, wo wir so da durchhetzen.
Aber so ein paar Sachen hätte ich hier noch, wo ich denke, da mag ich mal fragen.
Und zwar, also, die Shorts für die Kapitelmarke.
Hast du schon mal ein Spielzeug kaputt gemacht?
Sabrina
Ja, allerdings war das nicht wirklich Spielzeug. *lacht*
Ich hab aus meiner Mama ihren Blumenkübel so einen Bambusstock geklaut.
Und das sind die, die innen hohl sind und die explodieren halt auf dem Hintern.
Also das ist auch nicht ungefährlich, da können auch Splitter drin stecken bleiben.
Das ist zum Glück nicht passiert, aber der war halt dann hin.
Sebastian
Okay, aber ansonsten irgendwie, dass mal was kaputt geht?
Sabrina
Nö.
Sebastian
Du gehst zu pfleglich
mit um, das ist wahrscheinlich sein Job, die Sachen kaputt zu machen. Okay.
Jetzt hast du nun mal 20 Jahre, ich sage mal BDSM-Erfahrung. Und ich hab so gedacht,
so zwischendurch jetzt immer wieder, ist das vielleicht vor 20 Jahren was Besondereres
gewesen, als es das vielleicht heute ist?
Also nicht dass BDSM Mainstream ist, aber BDSM ist was,
das kann man durchaus machen und das ist okay und dazu muss man jetzt auch gar
nicht so ein großes Brimborium machen wie früher,
wo man dann auch auf Partys, wo das noch viel strengere Regeln gab,
wie man sich zu kleiden hat und zu benehmen hat und so und heute entspricht
es, ich sag mal, eher dem Begriff Party.
Ist BDSM heute gewöhnlicher, wenn du so andere Leute siehst oder zum Beispiel auch den Podcast hörst?
Sabrina
Kann ich gar nicht sagen, weil ich jetzt eben so lange raus war und wir jetzt
noch nicht so großartig weg waren und auch noch nicht auf dem Stammtisch oder
so, aber also ich war damals auch auf vier Stammtischen,
allein in Karlsruhe, die es leider, glaube ich, alle nicht mehr gibt.
Also ich habe eher den Eindruck, andersrum. Früher gab es hier mehr.
Sowohl Partys als auch Stammtische. Und heute fragen immer alle Leute,
wo könnte man denn hingehen, finden eher so private Sachen statt.
Das finde ich ziemlich schade.
Sebastian
Ja, dieses ins Private verlegen, das ist nochmal ein ganz eigenes Thema.
Narben und bleibende Spuren.
Sabrina
Also ich habe Narben, aber nicht vom SM. *lacht* Ich füge mir die ganz gerne selber
zu mit Surfbrettern und Mülleimern und Skiern und so Sachen.
Sebastian
Okay, aber da wäre für dich auch so ein Punkt, also ich sag mal, so eine bleibende
Spur von dem Spiel, das ist dann wirklich ein Unfall oder ist das im Zweifel
auch eine Erinnerung an das, was passiert ist?
Sabrina
Also das forcieren wir jetzt sicher nicht, aber ich fände es natürlich toll.
Weil ich finde es ja immer schade, wenn die Spuren weg sind.
Deswegen wäre ja auch Branding oder so, also nicht im Sinne von einer Session,
aber im Sinne von, das tue ich für dich, das ist ein bestimmtes Symbol,
könnte ich mir schon vorstellen.
Sebastian
Ja, dann habe ich noch den Punkt Kennzeichnung. Haben wir gar nicht drüber gesprochen.
Sabrina
Meinst du permanent jetzt auch? Also ist ja quasi Branding und Tattoo.
Sebastian
Also irgendwas, was sagt, du bist die Sub.
Oder auch was sagt, er ist der Top.
Sabrina
Mein Ehering. *lacht*
Sebastian
Zeig ihn doch mal. Okay, das ist also, soweit ich das sehe, ein, das ist jetzt,
das darf man auf keinen Fall sagen, ich formuliere es jetzt mal so ketzerisch,
ein gewöhnlicher Ehering. Also man sieht ihm jetzt kein BDSM-Bezug an.
Sabrina
Genau.
Ne, ich hab auch einen Talena-Halsreif, aber ich trage den nicht die ganze Zeit,
weil wir wollen zwischendrin auch mal Halsbänder tragen und so und dann entscheidet er.
Sebastian
Das ist tatsächlich so ein Punkt. Diese permanenten Halsreifen sind zwar schön,
hast du völlig recht, aber irgendwann will man auch mal wechseln und das ist
echt lästig, jedes Mal dieses Teil da abmontieren zu müssen.
Also für die Vielfalt ist es besser, wenn da kein permanentes Halsband ist.
Sabrina
Ich finde das aber schön. Ich mag das, wenn er mir was an- oder auszieht.
Also das ist auch so, wenn ich mich vor ihn knie, wenn er nach Hause kommt,
dann hab ich mich mittlerweile auch so ...
Okay, egal, was ich grad mach, jetzt ist Pause. Und dann mach ich so richtig so *tiefes entspanntes Durchatmen*
Und dann komm ich so ein bisschen zur Ruhe. Und wenn er mir jetzt irgendwas
an- oder auszieht, dann ist das quasi das Gegenteil so: oh, was kommt jetzt?
Also so eine freudige Erregung.
Sebastian
Ich merke schon, das ist so eine Erregung, Vorfreude, davon lebst du.
Ich bin mir gar nicht sicher bei dir, ob jetzt die Vorfreude für dich das Schönere
ist oder hinterher das Zusammenrollen und Gelittenhaben oder die Session selbst.
Also welcher dieser drei Teile ist es denn jetzt, warum du BDSM machst?
Sabrina
Hm.
Gute Frage. Ja, alles zusammen, denke ich schon.
Sebastian
Mehr habe ich gar nicht auf meiner Shortsliste hier stehen. Ich überlege tatsächlich,
ob ich mit ihm nicht nochmal eine kleine Folgenreview mache.
Sabrina
7 *lacht*
Sebastian
Ist die Frage, würdest du mir das erlauben?
Sabrina
*lacht* Das liegt nicht in meiner Hand, aber ich habe ihn schon gefragt und er würde das machen.
Sebastian
Ja, dann. Also liebes Publikum, möglicherweise ist am Ende dieser Folge noch
ein kleiner Bonus nach dem, nach 5-Sekunden-Outro.
Gott, also was magst du noch sagen? Was haben wir, wenn ich jetzt frage,
was haben wir vergessen? Das wäre jetzt eine fiese Falle, weil dann holst du die Liste raus.
Sabrina
*lacht*
Dann sitzen wir nochmal genauso lange.
Sebastian
Genau, aber wo sagst du so, das haben wir jetzt noch auf jeden Fall vergessen.
Das muss noch sein, das muss noch raus.
Sabrina
Fällt mir spontan nix ein.
Sebastian
Gut, dann hab ich meine Sache gar nicht so schlecht gemacht heute.
Sabrina
*lacht*
Sebastian
Dann sag ich mal, was ich heute wahrgenommen habe, denn ich hab so ein bisschen das Gefühl,
du bist so ein, so ein, nee nicht so ein Kopfmensch, was BDSM angeht,
sondern so ein Herzmensch, ja.
Also da ist etwas, das möchte ich haben und ich möchte es,
ja verdienen ist der falsche Begriff, aber die Belohnung in Reichweite zu haben,
ist schon eine gute Idee und dein Herz entscheidet einfach, was geht alles und
ich finde, du dramatisierst auch gar nicht,
wenn mal was schief geht, dann geht es schief, dann lernt man halt draus,
dann macht man es nochmal anders,
aber ich finde das ja schön mit welchem, ja wie entspannt du damit eigentlich umgehst.
Wenn es Spaß macht, dann kann man es machen, wenn es keinen Spaß macht,
dann besteht trotzdem eine gewisse Chance, dass es Spaß gemacht haben wird und
wenn nicht, dann macht man es halt nicht mehr und dann ist das halt so.
Das finde ich sehr schön, weil das ist so eine Farbe des BDSM,
zu sagen: hey, das ist schön, das mache ich, das erfüllt mich,
das will ich haben, das ist fein.
Und dann hast du auch noch den Menschen an deiner Seite, der,
wenn es gar nicht anders geht, damit deine Wünsche erfüllt werden,
im Zweifel, dass er sogar das Opfer über sich bringen würde und mit einer anderen
Frau schlafen würde. Was kann man noch alles mehr haben wollen?
Sabrina
Ja, also da fällt mir jetzt noch ganz kurz was dazu ein.
Sebastian
Natürlich.
Sabrina und Sebastian
*beide lachen*
Sabrina
Weil du gesagt hast, hier, dass das kein Problem ist und so.
Ich habe das schon öfters bei Freunden, Freundinnen mitbekommen,
gerade so auf der Topseite, dass die sich unwohl damit gefühlt haben,
o Gott, warum stehe ich denn drauf, eine Frau zu schlagen, warum macht mich das denn an und so.
Und das hatte ich nie. Ich habe immer gesagt, boah, das macht mir voll Spaß,
das macht mich voll an, wieso sollte ich das denn nicht machen?
Ist mir total egal, was andere Leute darüber denken.
Und so sehe ich das eigentlich in allen Bereichen.
Sebastian
Ja, ich glaube auch dieses Zerdenken, dieses moralische Zerdenken,
das ist ja auch die Falle, bei der ich in den Podcast manchmal reinfalle,
dass man eine Sache so lange analysiert, bis man sie nicht mehr vor sich selbst
rechtfertigen kann. Ist ja fürchterlich.
Sabrina
Also im Zerdenken bin ich aber super. Also wenn ich jedes Mal einen Euro kriegen
würde, wenn jemand sagt, mach dir doch nicht so einen Kopf, dann bräuchte ich
nicht mehr arbeiten gehen.
Aber da irgendwie nicht. Also da hast du recht, da hängt einfach mein Herz dran.
Und das ist einfach so, ich sag immer, die Dom-Seite, die macht mir Spaß und
die ist lustig und so, aber die Sub-Seite, das ist so ein tiefes inneres Bedürfnis.
Sebastian
Ja, das ist vielleicht genau das. Du machst bei BDSM einfach auch mal Urlaub
vom vielen Denken und dann kannst du einfach genießen.
Sabrina, das ist jetzt eine gar nicht so kurze Folge geworden.
Sabrina
*lacht*
Sebastian
Leider nur remote. Ich hätte mich extremst gefreut, wenn wir in einem Raum sitzen
würden, aber vielleicht holen wir das ja nochmal nach.
Irgendwann ist Karlsruhe dann doch auf meiner Liste.
Ich muss ja diesen ominösen Laden da bei dir um die Ecke auch auf jeden Fall
mal irgendwann angucken. Das ist ja fürchterlich.
Sabrina
Ja und die vielen Kuchen und Plätzchen probieren.
Sebastian
Die vielen Kuchen, ob die bis dahin noch gut sind, bis ich da bin, das weiß ich noch nicht.
Sabrina
*lacht*
Sebastian
Ich wünsche dir auf jeden Fall einen wunderschönen Abend und vielen Dank,
dass du dir so viel Zeit genommen hast, dass du auch meine Verschiebungen da,
dir alle gefallen hast, lassen und dass wir es heute am Montagabend wirklich geschafft haben.
Vielen, vielen, vielen Dank und auch vor allem für deine Offenheit und dass
du hier wirklich dir ein Loch in den Bauch hast fragen lassen. Dankeschön.
Sabrina
Gerne, danke dir.
Sebastian
Mach's gut und ja, wir hören voneinander. Tschüss.
Sabrina
Tschüss. *Outro-Musik*
Sebastian
Liebes Publikum, ihr habt das Outro schon fast gehört, aber wir ergänzen diese
Folge ein klein wenig, denn wir machen heute etwas anders.
Ich habe jetzt rund eine Woche nach der Aufnahme Sabrinas Mann hier in der Konferenz. Hallo Manuel.
Manuel
Hallo.
Sebastian
Ja und der Zwist ist so ein bisschen, nein der Twist ist, du hast die Folge
schon hören dürfen vorab, die habe ich dir gestern Mittag gegeben und dann hattest
du sie auch abends schon durchgehört.
Und da du ja nicht dabei warst, repräsentierst du jetzt die Menschen,
die auch ganz oft immer nicht dabei sind, als Partnerperson,
als Mann, als Frau, als irgendwas, die ja immer nichts dazu sagen konnten.
Und das sind natürlich immer die schwierigsten Bedenken bei Aufnahmen,
um Gottes Willen kann ich was sagen, wo mein Partner sagt, das geht nicht.
Deshalb, wir machen jetzt hier so ein paar Minütchen einfach,
dass wir sprechen und meine wichtigste Frage ist denn überhaupt,
hat sie sich um Kopf und Kragen geredet?
Manuel
Ja, definitiv. Sie ist ganz schön ... Aber, ja, ne, ich finde es gut, was sie erwähnt hat.
Und wo wir das zusammen noch angehört haben, hat sie auch gemeint,
sie hätte vielleicht nicht so viel sagen sollen. Aber ich habe zu ihr gesagt,
das ist genau die richtige Menge.
Weil, ja, das widerspiegelt das am besten einfach, wie die Situation auch bei uns ist.
Sebastian
Ja, sie hat ja wirklich eine riesen Liste und ich musste auch echt ein bisschen
gucken, wo können wir ein bisschen, nicht aussortieren, aber worauf gehen wir mehr und weniger ein.
Gibt's denn Dinge, wo du sagst, oh, das hat sie voll vergessen,
das fehlt oder das hat sie vielleicht sogar absichtlich nicht erwähnt?
Manuel
Da würde ich jetzt sagen, wäre jetzt nichts dabei. Ich kann nur sagen,
als kleines Update, ich habe das mit dem Aufwärmen mal probiert. *lacht*
Sebastian
Oh, gestern Abend gleich?
Manuel
Ne, am Mittwoch.
Sebastian
Ah. Und wie ist das?
Manuel
Es ist tatsächlich gar nicht so schlecht angekommen, wer hätte es gedacht *lacht*,
wenn sie meint, dass sie das will.
Nee, das sind halt noch so paar Sachen.
Ich bin da noch relativ am Anfang, in Anführungszeichen, oder ich bin da noch relativ am Anfang.
Und dementsprechend war das für mich toll, aus ihrer Sicht nochmal das so zu
hören, weil in dem Gegenüber,
also wenn ich jetzt zum Beispiel mit der Sabrina rede, wir reden sehr viel über
das Thema, es ist ja aber trotzdem noch mal was anderes, wenn man mit jemand
anders darüber redet, weil man dann weniger befangen ist, sage ich jetzt einfach mal.
Und dann, ich meine, du hast es wirklich sehr gut geschafft,
das hat sie auch zwischendrin noch ein paar Mal erwähnt, das richtig aus ihr
rauszukitzeln *lacht*, die einzelnen Punkte, ja, deswegen.
Sebastian
Okay, also ja, also das freut mich natürlich, wenn für dich auch ein bisschen
Erkenntnis dabei war. Gab's was, was für dich auch neu war?
Du bist ja mit ihr jetzt nun mal lange genug zusammen, eigentlich dürfte nichts
Neues dabei gewesen sein.
Manuel
Ja, es ist tatsächlich so, dass eigentlich jetzt nichts wirklich Neues dabei war.
Nur dieser Punkt zum Beispiel, es ist jetzt schwierig halt zu erklären,
weil sie es ja auch nicht richtig in Worte fassen konnte *lacht*, mit dem "man will was,
was man mit einem getan wird, was man eigentlich nicht will und man soll verstehen,
wenn man sagt, dass man das nicht will, dass man das eigentlich will".
Die Konstellation so, dass jetzt nochmal ausgesprochen von ihr in der Art und
Weise zu haben und dass man sich es nochmal anhören kann, das ist jetzt zum
Beispiel was, wo ich ja mehr mitarbeiten kann, sag ich jetzt einfach mal.
Sebastian
Ja, das ist eine ganz fiese Sache, weil im Grunde sagt deine Frau,
verstehe doch die Frau einfach.
Und das ist natürlich schwierig, du kannst die jetzt natürlich drauf festnageln,
du kannst sagen, so, hier, eigentlich weiß ich im Großteil der Fälle,
du wirst das gewollt haben.
Also ich weiß nicht, vielleicht kann dich das ein bisschen, ich sag mal,
mutiger machen und man muss ja nicht gleich voll reingehen, aber du hast natürlich
jetzt nochmal die Möglichkeit, ein bisschen mehr zu wagen und das ist natürlich
toll, wenn das in eurer Kommunikation jetzt auch, ich sag mal,
ein bisschen zementiert ist.
Manuel
Das stimmt, wie gesagt, generell unsere Kommunikation ist wirklich nicht schlecht
und es ist halt aber eine schwierige Konstellation,
sage ich jetzt einfach mal, dieses Machtgefälle,
Schrägstrich, man will was oder will was nicht.
Sebastian
Ja. Ja, da soll ja auch ein bisschen Kick mit bei sein, das macht es real.
Auf der anderen Seite, also, ich sag mal so, ich als Top, bin ja auch bequem,
also ich bin in einer ähnlichen Situation wie du, ganz ehrlich, und da weiß man auch nie,
ist das jetzt der passende Moment oder nicht, da muss man echt so ein bisschen
manchmal raten und dann auch das Risiko eingehen, aber stell dir mal vor,
sie kommt zu dir und sagt hier ganz klar so und so und so,
mach doch das und das oder ich bin bereit für dich jetzt das und das zu erdulden.
Das wäre doch eigentlich der Ausgleich.
Du gehst auf sie ein und bist einfach, ich sag mal Arsch und dann ist sie aber
auch manchmal kommt sie zu dir und sagt, hier ich überwinde mich jetzt und leg
mir dich als Geschenk zu Füßen. Wäre das nicht schön?
Manuel
Ja, also da hatte mir sogar heute Morgen oder war das gestern nochmal drüber?
Es ist natürlich auch schwierig, das so ein bisschen abzuschätzen,
weil wenn sie jetzt zu mir sagt, ich will, dass du das und das und das mit mir
machst und dann gehe ich jetzt hin und mache genau das, was sie sagt, dann ist das ja, *lacht*
also habe ich einen Auftrag von ihr ausgeführt.
Das, was ja auch nicht wirklich Sinn und Zweck der ganzen Sache sein kann,
sondern ich ich habe da auch, ich will da jetzt auch kein Schauspiel,
das kräuselt sich in mir alles, da habe ich nur Fremdscham-Gefühle,
sage ich jetzt einfach mal.
Wo ich dann irgendwelche Klischees unbedingt bedienen will,
sondern ich hab so das Gefühl, dass ich mittlerweile selber emotional da so rein finde,
aber ich muss das halt kontrolliert machen, weil man will nicht übersteuern,
ja, auf der einen Seite, weil dann geht viel kaputt, oder jedenfalls für den Tag.
Man kann immer alles wieder gutreden und sich abgleichen und dann ist das auch aus der Welt.
Aber das muss ja nicht sein.
Und das ist halt einfach die Herausforderung an der Position,
sag ich jetzt einfach mal.
Aber dadurch, dass Sabrina da ja eine gewisse Erfahrung in dem ganzen Bereich
hat, auch bei mancher Sache etwas schmerzbefreiter ist, sage ich jetzt einfach mal,
ist das eigentlich die beste Konstellation für mich, um da ordentlich reinzufinden
und ich sehe ja auch, wie wir da auch schon anders zusammen spielen,
arbeiten, eine Entwicklung stattfindet, das ist wirklich ein schönes Gefühl,
gerade auch jetzt mit dem, wie das wieder auflebt,
ja, da genau.
Sebastian
Da sagst du was, das grad mit dem Wiederaufleben. Das ist ja eine Sache, da habe ich echt Respekt vor.
Ich habe auch das Gefühl, dass ihr wollt beide und ihr geht aufeinander zu und
ich sag mal, selbst wenn mal was passiert, was nicht so schön ist,
du sagst eben so schön, das kann man ja alles wieder gut reden,
ja, aber so grundsätzlich spielt ihr ja nicht gegeneinander,
sondern miteinander und ich glaub, da verzeiht man sich auch was,
grad wenn so der Kick eigentlich darin besteht, mal eine Grenze zu überschreiten,
da muss man sich des Risikos bewusst sein.
Aber das ist ja für dich auch spannend, weil du im Grunde immer deiner Nase
nach, du hast die Macht, du bestimmst, was passieren kann,
du hast Spaß dabei und wenn sie natürlich dann auch noch Willens ist,
das zu genießen, dass du Freude hast, besser kann es ja kaum gehen, ne [Dialekt]?
Manuel
Ja definitiv, also ich wollte nicht irgendwann keine Ahnung 80 sei und dann
das einzige was ich in die Richtung ausprobiert habe, die Missionarsstellung *lacht* gewesen sei,
also ich will da eine gewisse Variation und das hat man halt mit dem SM-Teil
und das ist so vielschichtig, so ...
Ja, es gibt so viele Möglichkeiten, die man ausprobieren kann,
nicht alles ist tatsächlich in der Realität dann auch wirklich interessant für einen.
Manchmal vielleicht auch nur in der Vorstellung, aber ja, das ist einfach eine tolle Sache.
Sebastian
An der Folge mit Sabrina ist eine Sache, das habe ich jetzt schon in der Folge
selber gesagt, nicht neu, aber das ist ein Thema, das Thema Cuckquean,
das kam im Podcast so gut wie gar nicht vor auf der einen Seite.
Auf der anderen Seite weiß ich aber, ich kriege öfter mal Nachrichten von Menschen,
die zu dem Thema Informationsbedarf haben etc. Jetzt war sie echt mutig und
ich glaube das ist ihr auch ein bisschen schwer gefallen, sie hat da drüber gesprochen.
Das finde ich ganz toll, weil das einfach im Podcast als Farbe wirklich noch
gefehlt hat und das ist auch, glaube ich, immer noch ein bisschen tabuisiert und
dann hat sie so süffisant gesagt,
ja also von seiner Seite ist das okay, das ist überhaupt gar kein Problem und
dann läuft das, das muss sie halt mit sich ausmachen. Und da bin ich ehrlich
gesagt gar nicht so sicher gewesen,
ob du einfach da sagen könntest und würdest: "Ja, klar, das mache ich dann schon.
Ich steige mit einer anderen in die Kiste, damit diese Fantasie,
dieses Szenario erfüllt wird."
Was sind denn deine Gedanken dazu, wenn du darüber nachdenkst?
Manuel
Also natürlich, ich meine ...
Ich denke mal 99 % der Männer *lacht* würde das natürlich auch reizen,
aber ich will jetzt gar nicht sagen, dass ich da mich mit Händen und Füßen dagegen
sträuben würde, ich würde mich wirklich darüber freuen.
Aber natürlich, das ist wie auch in dieser Top-Geschichte oder Dominante-Geschichte
beim BDSM. Man braucht halt das Gespür, ich will das nicht kaputt machen dadurch.
Ich wäre wahrscheinlich sehr viel in der Gedanke bei Sabrina,
um zu sehen, wie ist gerade die Situation für sie.
Ist da jetzt gerade was zu viel oder wie auch immer.
Oft ist so, manche Sache, die fallen beim ersten Mal.
Und wenn dann halt irgendwas schief läuft, verdirbt es das für immer.
Und das, ich sehe ja, dass sie beschäftigt das Thema und ihr auch gefällt und
ich hab da auch keinen Stress mit. *lacht*
Ja und deswegen wäre ich da halt sehr vorsichtig, was das Ganze angeht und auch
natürlich mindestens genauso angespannt wie sie.
Sebastian
Das kann ja auch einfach ein Thema sein, es muss ja gar nicht dazu kommen.
Im Grunde kann es ja auch einfach sein, das ist eine Fantasie,
die man einfach auch nutzen kann, die man einbinden kann. Man muss es ja gar
nicht unbedingt umsetzen. Das ist immer, finde ich, so wichtig:
Man muss nicht alles machen und manchmal passiert es dann oder nicht oder das
festigt sich der Gedanke.
Aber es ist schön, dass ihr beide dann auch da offen mit umgehen könnt und auch,
ich sag mal, miteinander das einbauen könnt, ne [Dialekt].
Also im Zweifel nur die Worte: "Stell dir vor, dass ..." Es muss gar nicht passieren,
der Rahmen ist safe und dann kann man ja auch so ein bisschen einfach damit spielen.
Manuel
Ja.
Sebastian
Und ich glaube, das ist schön, dass ihr euch da auch nicht festlegt,
alle beide nicht, weil ihr einfach guckt, wie geht es uns damit. Das finde ich super.
Ich würde das Publikum jetzt nochmal explizit aufrufen, wenn ihr möchtet,
dass Menschen, die da Erfahrung gemacht haben,
dass die sich einfach auch mit euch in Verbindung setzen und dann kann man sich
vielleicht mal ein bisschen austauschen und das ist vielleicht mal was anderes,
wenn man eben nicht den Porno vor der Nase hat, sondern wenn eine Person sagt,
ja wir haben das ausprobiert und wir haben uns das so und so vorgestellt,
aber das und das war dann der Knackpunkt, da hat man gar nicht dran gedacht,
auch das: Kommunikation mit anderen austauschen kann ja hilfreich sein, wenn ihr das möchtet?
Manuel
Ja das hört sich erst mal nicht schlecht an auf jeden Fall.
Sebastian
Kontaktdaten gibt es auf jeden Fall in den Shownotes dafür werde ich sorgen,
Ja, jetzt ist eigentlich noch, also ich mag jetzt gar nicht mit dir hier nur eine
Viertelstunde sprechen und dann ist das so gut,
also ist zwar an sich schön. Aber hast du noch was auf dem Herzen, gibt es was,
wo du sagen möchtest, das weiß sie vielleicht noch nicht, hast du vielleicht auch
noch einen Kink, wo du sagst: Och ja,
da könnte man vielleicht mal in einer zukünftigen Folge drüber sprechen.
Ich bin hier für alles offen, also die Sendezeit gehört jetzt erstmal dir dafür, wenn du möchtest.
Manuel
Also wie ich gesagt habe, wir reden sehr viel und ich glaube,
die erste Person, die es nach mir erfährt ist halt auch die Sabrina, was so was angeht.
Ja, eventuell wollte mir uns das Thema mit dem "Daddy Dom, Little Girl"-Thema noch anschauen.
Ja, mal sehen, wie das sich vielleicht entwickelt oder auch nicht.
Ja, das ist jetzt erstmal so ganz vage angedacht.
Sebastian
Ja, also neue Farben, neue Sachen ausprobieren und ganz ehrlich,
nach der, ja ich nenne es jetzt mal Pause, ist das doch schön,
dass ihr jetzt entdecken könnt.
Vielleicht habe ich da noch eine letzte Frage, das habe ich mit Sabrina im Gespräch
schon gemerkt. Als ihr zusammengekommen seid, ging das alles ganz schnell.
Partys, ausprobieren, machen, tun.
Und sie hat dich da ja auch wirklich gelobt, dass du dich da schnell reingefunden hast.
Dass du da so offenbar ein Talent hast, bei ihr auch die Knöpfe zu drücken
und jetzt, wo ihr wieder reinkommt, da macht ihr das etwas langsamer.
Und würdest du sagen, ihr macht es jetzt mit mehr Verstand und Planung oder
was würdest du sagen, warum ihr jetzt ein bisschen mehr, ja,
warum ihr jetzt etwas ruhiger daran geht?
Manuel
Ich würde sagen, dass es nicht mit Verstand und Planung zu tun hat. *lacht* Ich denke einfach.
Manuel und Sebastian
*beide lachen*
Sebastian
Das ist sehr ehrlich, immerhin. Der Nimbus des planvollen Doms,
der immer alles weiß, ist hiermit zerstört, sehr schön, dafür feiere ich dich.
Manuel
Ich würde sagen, am Anfang war es halt einfach so,
wir waren uns noch neu, ja, und am Anfang ist ja auch immer alles nochmal aufregend,
man hat mehr Energie, man hat
noch nicht diesen Alltag, der über einen hereinbricht, sag ich jetzt mal.
Und mittlerweile haben wir ja sehr viel privat halt auch so durchmachen müssen.
Ja, manche Dinge muss man dann halt regeln. *lacht*
Und dann muss man das irgendwie in den Alltag integriert bekommen.
Und hat dann auch, ich sag jetzt mal, vielleicht langfristigere Ziele,
als auf die Party zu gehen oder die Party zu gehen, sondern man hat einen gewissen
Wunsch, in den man sich reinentwickeln möchte.
Und Dinge, die man ausprobieren möchte, die auch nicht einfach ...
so gehe wie zum Beispiel dieses Thema mit dem Cuckquean zum Beispiel,
das ist nicht so was, wo man sagt: ja morgen probieren wir es mal aus und wenn
es nichts ist, dann ist es halt auch kein Problem, ja.
Sebastian
Ja, ich glaube auch, so ein Thema ist gerade durch die Bindung,
die ihr inzwischen habt, ist das auch komplizierter, da muss man ein bisschen
vorsichtiger sein und man, man, man, ihr habt ja eine ganz andere Verbindung jetzt, ne [Dialekt]?
Manuel
Ja, das ist richtig, aber ich finde das ehrlich gesagt besser,
weil ich mich jetzt auch deutlich sicherer fühle als am Anfang.
Um mal ganz ehrlich zu sein, ich bin einfach überhaupt gar nicht so der Aufreißer
-Typ oder so was in die Richtung.
Ich habe überhaupt keinen Spaß daran *lacht*, rumzugehen und ständig irgendwelche Weiber anzumachen.
Ja, also das macht einfach keinen Spaß.
Und auch der Sex zum Beispiel. Ich meine, wir haben uns aufeinander eingespielt,
wir probieren immer noch neue Dinge aus, aber es ist überhaupt nicht mehr so,
dass man sich wahnsinnig toll anstrengen muss und besonders,
man kann da entspannter einfach reingehen und weniger mit dem Kopf alles kaputt
denken, sage ich jetzt mal und das mehr erfahre.
Und deswegen ist halt einfach, ich finde den Sex mit einem, oder halt auch so
Spiele mit einem Partner, den man so ewig kennt, ist für mich jetzt persönlich
schöner, als wenn man jetzt sagen würde, die Zukunft wird daraus bestehe, jeden Tag eine andere,
weil man sich ja immer wieder neu in den Kopf reindenken muss von der Person.
Sebastian
Ja, stimmt schon. Einiges wird einfacher, intuitiver. Dafür könnt ihr aber eben
auch in ganz neue Sphären vordringen, weil die Denkkapazität,
die ist ja noch da, die ist ja nicht verschwunden.
Manuel
Das ist richtig, ja.
Sebastian
Ich mag euch beiden einfach also ganz herzlich wünschen, dass ihr jetzt unfassbar
viel entdeckt, dass Neues dazu kommt, dass ihr Dinge ausprobiert,
dass ihr auch Erfahrungen macht, das können auch mal nicht so tolle Erfahrungen sein,
aber solange ihr mit Spaß miteinander probiert und einfach experimentiert und
feststellt, was euch beiden etwas gibt, solange kann das doch nur toll sein.
Und ich mag euch beiden da ja alles Gute wünschen und vielleicht machen wir
auch mal irgendwann ein kleines Update und dann wäre ich sehr gespannt,
wie weit ihr das schon steigern konntet oder was sich auch verändert hat. Das gehört ja auch dazu.
Und da würde ich euch gerne ein bisschen begleiten.
Manuel
Ja doch, nach dem aktuellen Stand hört sich das für uns nicht schlecht an.
Also ich rede jetzt mal von mir. *lacht*
Sebastian
Manuel, in genau einer Woche ist Heiligabend, zum Zeitpunkt dieser Aufnahme
hier und ich werde gucken, dass diese Folge noch vor Heiligabend erscheint,
weil sie auch ein bisschen diesen Zauber mitbringt, was sich an Dingen verändert,
was es gibt, welche Möglichkeiten und ja, ich hoffe ihr habt dann nicht zu viel
Stress in der nächsten Woche und bekommt ganz tolles Feedback aus der Community und ja,
also mir bleibt gar nichts anderes
zu sagen, als euch beiden einfach jetzt eine tolle Zeit zu wünschen.
Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt und was ihr an Feedback bekommt und lasst von euch hören.
Manuel
Machen wir. Ich bin auch sehr gespannt auf die Folge. Ja, wir können es kaum abwarten.
Sebastian
Okay, ich gebe mein Bestes. Mach's gut. Tschüss.
Manuel
Tschüss. *Outro-Musik*