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Einleitung
BDSM ist absolut unvernünftig, macht aber unglaublich viel Spaß.
Diesen Satz habe ich ja schon lange nicht mehr gesagt, das wurde auch einfach wieder Zeit.
Hallo und herzlich willkommen zur Kunst der Unvernunft, Folge 18 müsste das hier sein.
Bislang hat BDSM das Leben und die Sexualität meiner Gesprächspartner ja dann
doch sehr stark geprägt.
Es soll aber ja auch Menschen geben, die haben einfach Spaß an BDSM und bauen
das in ihre Sexualität ein.
So ganz normale User sozusagen.
Und dieses Mal hatte ich davon zwei da, Dirk und Ela.
Und die haben über den BDSM-ingenteil in ihrem Leben erzählt.
Wer hat da wen angefixt? Wie funktioniert das? Und wann ist endlich mal Zeit zum Spielen?
Wenn man nämlich Kinder im Haus
wohnen hat. Was erzählt man denen und wie geht man überhaupt damit um?
Bevor es losgeht, erzähle ich aber euch nochmal was ganz Neues.
Ich habe ja schon mal so anklingen lassen, dass ich mit der Frau zur Passion-Messe in Hamburg gehe.
Und wenn wir schon mal da sind, machen wir am Freitag, den 15.
November, ein kleines Hörertreffen.
Juhu, ich war selber zwar noch nie auf sowas, aber ja, ich stelle mir das so vor.
Ich habe im Basement in Hamburg einen großen Tisch reserviert und wer will,
kommt einfach dazu und wir haben einen schönen Abend.
Ein bisschen plaudern, was trinken und was einem ebenso einfällt.
Ein paar Gesprächspartner aus den bisherigen Folgen kommen wohl auch vorbei.
Die habe ich nämlich schon eingeladen. Und dann sind wir auf jeden Fall schon mal nicht allein.
Das Basement in der Holstenstraße 13 in Hamburg ist ein netter kleiner Club,
wo man einfach zusammensitzen kann und notfalls zum Spielen einfach in den Keller gehen kann.
Es gibt Getränke, nette Leute und keinen wahnsinnigen Dresscode.
Ach ja, und Eintritt gibt es auch keinen. Die Getränke müsst ihr dafür aber selber bezahlen.
fragt Google im Übrigen lieber nicht nach dem Laden. Ich finde da immer nur
den anderen Laden, der so ähnlich heißt und der ist ganz woanders.
Ja, damit ich ein bisschen Überblick habe, wie gesagt, ich habe sowas ja noch
nie gemacht, ob da wer kommt und wie viele denn kommen,
bitte ich euch eine kurze Mail zu schreiben, wenn ihr vorbeischauen wollt,
an sebastian.kunstderunvernunft.de oder bei FatLife an Kunst und Vernunft oder
meinetwegen auch bei Instagram oder wo ihr wollt.
Und als Antwort bekommt ihr in jedem Fall alle Infos, die ihr braucht.
Also Adresse, Uhrzeit etc.
Und wenn da Fragen sind, beantworte ich die natürlich.
Ihr merkt schon, ich bin ein bisschen nervös und ich bin aber trotzdem ganz
gespannt, einfach mal euch auch kennenzulernen.
Natürlich werde ich den ganzen Kram hier nochmal in die Shownotes schreiben
und in den nächsten zwei, drei Folgen, die noch vor Mitte November erscheinen,
werde ich diesen ganzen Blog immer nochmal wieder wiederholen.
Das war das. Aus akutem Anlass, ihr ratet welcher, bitte ich euch dann nochmal
um ein paar Spenden auf das Podcast-Konto.
Ich habe nämlich schon wieder alles für Fahrkarten und ein weiteres Headset
zum Aufnehmen zu viert verballert. Das werde ich auch brauchen, aber dazu dann mehr.
Wie man den Podcast unterstützen kann, das steht auf kunstderunvernunft.de.
Da einfach auf den Unterstützen-Button klicken und da geht das ganz einfach.
Jetzt habt ihr es aber geschafft. Einleitung erledigt. Los geht Folge 18.
Sebastian
Ich habe Besuch von Dirk, hallo.
Dirk
Ja, hallo.
Sebastian
Er hat gewunken. Das kriegen wir schon noch hin. Und von der Ela.
Ela
Hi.
Sebastian
Willkommen auf meiner Couch.
Dirk
Sehr gemütlich.
Sebastian
Dankeschön. Draußen windet es auch ganz ordentlich, also perfektes Aufnahmewetter.
Ihr seid 44 und 54, das darf ich sagen, und kommt aus der Gegend um Hannover.
Dirk
Korrekt.
Sebastian
Und wir reden natürlich über den ganzen perversen Schweinkram BDSM.
Dirk
Ach, ich dachte, wir sind wegen Kindererziehung hier.
Sebastian
Oh, naja. Ihr wurdet dazu genötigt, hier mitzumachen.
Dirk
Ja.
Sebastian
Da war jemand sehr eifrig und hat dich, Dirk, die ganze Zeit immer angequatscht.
Mach mal mit, mach mal mit.
Dirk
Genau. Lieber Arbeitskollege, ja.
Sebastian
Ja, wie hat er es denn geschafft.
Dirk
Ja, er hat mich angesprochen und Sebastian sucht Leute.
Ich sage, ja, ich weiß, hier melde ich doch mal bei ihm. Ja, wenn ich Zeit habe.
Und ein paar Wochen später kam er zu mir und sagte, ich habe Sebastian mal deine Nummer gegeben.
Ich so, ja, gut, okay, dann haben wir da Dinge, die jetzt kommen.
Sebastian
Das heißt, er hat gar nicht gefragt. Schön.
Dirk
Ja, er hat schon gefragt, ob er die Nummer weitergeben darf.
Und dann hat er es dann ja auch getan.
Ich bin in solchen Sachen immer eher so ein bisschen zurückhaltender.
Ich komme aber nicht aus dem Quark.
Ela
Stimmt.
Dirk
Genau.
Sebastian
Damit habt ihr jetzt die Rollenverteilung schon mitbekommen.
Er ist der Dom und sie ist die Sub.
Dirk
Ja.
Ela
Ja, zumindest im Bett. Im realen Leben sieht das anders aus.
Sebastian
Okay, da können wir doch mal anfangen. Da trennt ihr auch so ein bisschen, ne?
Ela
Auf jeden Fall.
Dirk
Ja.
Sebastian
Ich habe mir ja angewöhnt, man fängt vorne an. Und mein erstes Thema,
was hier steht, heißt angefixt.
Ja, wer hat denn mit dem BDSM angefangen?
Ela
Ich, meine Wenigkeit. Relativ früh, mit 16, hatte ich ein sehr unschönes Erlebnis,
was mich dem ganzen Thema überhaupt erst abgeschreckt hatte.
Ich mich dann zurückgezogen hatte, komplett eigentlich aus der Welt.
Dann damals den Vater meiner großen Tochter kennengelernt habe und dadurch an
das Thema Liebe, Sex und was dazugehört, wieder herangeführt worden bin.
Und dann irgendwie stellte ich dann für mich selber fest, ich liebe den Schmerz.
Sebastian
Wie stellt man das denn fest?
Ela
Also wie gesagt, das hat auch mit meiner Vergangenheit, mit dem schlimmen Erlebnis,
was ich damals erlebt habe, zu tun.
Ich kann das ruhig erwähnen, ich mache da heute kein Geheimnis drüber.
Ich bin damals vergewaltigt worden, spreche da heute mittlerweile offen drüber.
Es war für mich also ein Erlebnis, was wirklich nicht schön war und durch den
Vater meiner Großen habe ich eben halt wieder lieben gelernt und irgendwie war
die Beziehung immer sehr kompliziert gewesen mit Trennung und so weiter und so fort.
Und ich weiß nicht, irgendwie, ich weiß gar nicht, wie genau ich zu diesem Thema BDSM gekommen bin.
Ich bin irgendwann in der Bahn gefahren und neben mir saß eine Frau und die
hat ein Buch gelesen und ich habe mitgelesen und war ganz entsetzt,
dass sie plötzlich umblätterte.
Und ich habe zu ihr gesagt, halt, stopp, ich bin noch nicht fertig.
Und dann sagte sie, hier Mädchen, so heißt das Buch und denselben Nachmittag
bin ich eben halt noch in die Stadt gefahren,
habe mir dieses Buch besorgt und habe mich mal in dieses Buch reingelesen und
ich war hellauf begeistert und habe auch festgestellt, das könnte auch was für dich sein.
Ja, das waren dann so die Anfänger so mit 16.
Sebastian
Was für ein Buch war das?
Ela
Das habe ich mit.
Sebastian
Das hast du mit.
Ela
Ja. Ja, das war mein erstes Buch. Und zwar ist das The Black Door Club.
Sebastian
The Black Door Club, okay. Ich beschreibe es mal so ein bisschen, man kann es googeln.
Okay, Cover drauf, eine Frau, aber es sieht jetzt erstmal alles nicht dramatisch
aus. Erotischer Roman steht drunter.
Das heißt, du bist innerhalb von einer Seite quasi, hat dich das gepackt.
Ela
Ja, das Thema irgendwie, habe ich immer irgendwie schon präsent gehabt?
Aber so von diesem Zeitpunkt an, wo mir dieses Buch auffiel,
habe ich mir gedacht, ja, das könnte was für dich sein.
Und ich habe Tagsache, die Liebe dazu entdeckt, alleine solche Bücher zu lesen.
Heizt mich auch sehr an, muss ich dazu sagen.
Ich liebe solche Bücher zu lesen, also so ein Buch, wenn ich es mir kaufe,
zwei Tage später ist das Buch erledigt.
Sebastian
Ui, okay, ja, das schaffe ich zum Beispiel nicht.
Ela
Also ich bin, was das angeht, eine absolute Leseratte, aber auch nicht nur solche Geschichten.
Ich liebe beispielsweise auch Lara Adrian und Lindsay Sens, das sind Vampir-Erotik-Romane,
wo es auch detailliert und sehr heiß zur Sache geht.
Ja, das ist eben halt meine Welt, also da gehe ich dann eben halt drin auf.
Sebastian
Ja, Dirk, weißt du davon? Ja. Diehst du die auch?
Dirk
Nein.
Sebastian
Aber du bekommst alles erzählt?
Dirk
Nein, ausschnittsweise erzählt sie das schon mal, weil ich bin nicht so der
Leser, ich bin mehr der visuelle Typ über, ja, gibt's davon Filmschuhn?
So die Sache. Weil ich brauch dann auch Dolby Surround und so,
damit es dann auch Spaß macht.
Sebastian
Ja, das passt ja. Einmal der Techniker und ein Romantiker.
Dirk
Und sie ist immer ganz heiß darauf, Auch wenn sie irgendwie über das Internet
erfährt, Lara Adrien hat ein neues Buch rausgebracht, muss ich unbedingt haben.
Dann weiß ich, das dauert nicht lange, dass sie dann in den einschlägigen Fachhandel
in der Stadt geht und das dann auch kauft oder auch vorbestellt.
Ela
Also ich muss dazu ganz ehrlich sagen, ich liebe es auch, in Bücherläden zu
gehen und die Abteilung der Erotikbücher aufzusuchen.
Ich habe da meine Heidenfreude dran, da zu stehen, mir ein Buch rauszunehmen,
und einfach nochmal durchzuhalten, weil meistens ist es so, dass in diesen Erotikabteilungen
viele ältere Herrschaften rumströmern,
die dann sich da auf die Couch setzen und einen beobachten.
Und ich habe meine Heidenfreude dran, diese verwirrten Gesichter zu sehen und
dieses Genuschel im Rücken zu hören, so, guck mal, die, die macht das.
Und guck mal, jetzt hat sie das Buch in der Hand. ist das gut, das Buch?
Und dann passiert es mir schon mal mit meiner großen Klappe,
dass ich mich umdrehe und sage, nee, das Buch ist nicht so gut,
ich kann Ihnen das und das empfehlen.
So kommt man dann eben halt auch mit den Leuten gut ins Gespräch, ja.
Sebastian
Ich kenne ja die paar Buchläden in Hannover. Ich stelle mir das gerade ein bisschen vor.
Ja, ist mir noch nicht aufgefallen. Ich habe immer gedacht, die da auf der Couch
sitzen, die warten darauf, dass dann ihre Frau endlich aus der Schundromanabteilung
tatsächlich wiederkommt.
Dass die einfach so da sitzen, hätte ich jetzt nicht gedacht.
Ela
Nein, gerade in der untersten Abteilung, wo diese eine Abteilung ist,
da sind die Fantasy, Vampir-Erotik und eben halt auf der rechten Seite dann
die ganze Erotikwand, was nicht gerade sehr groß ist.
Und da sind sie eben halt, ja, gerade so die älteren Herren sitzen dann da und
begutachten dann die Damen, die dann da vor diesem Regal stehen.
ich habe einmal ein Pärchen gehabt wo sie sagte, ja dann lass uns doch mal gucken
zur Anregung für unser Liebesleben und,
ja und dann sprach er mich an ja, könnten sie uns dann ein Buch empfehlen und
ich sage ähm, äh, äh, ja das da, ich weiß jetzt nicht mehr den Titel und ähm,
Für mich war die Sache dann auch erledigt und dann bin ich zur Kasse und plötzlich
stand sie dann hinter mir, drückte mir das Buch in die Hand und zehn Euro in
die Hand und dann könnten sie das bitte für uns bezahlen, uns ist das ziemlich unangenehm.
Sebastian
Okay.
Ela
Und ich habe dann nur gesagt, klar, mache ich, gar kein Thema,
zack, zack, alles erledigt, ihnen hingegeben, ich sage, viel Spaß noch.
Und dann bin ich ab Richtung Arbeit.
Sebastian
Ja, da muss ich zugeben, das ist auch so ein Problem, was ich so ein bisschen
habe, man wird irgendwann enthemmt.
Also wenn ich jetzt in irgendeinen Erotikladen gehe, ganz ehrlich,
das ist jetzt auch nicht viel anders, als ob ich jetzt zum Aldi marschiere oder
rebe, das ist im Grunde das Gleiche.
Dirk
Das ist korrekt, ja.
Sebastian
Man vergisst, dass da irgendwie Hemmschwellen, dass man die auch mal hatte.
Irgendwann vielleicht.
Dirk
Das ist wohl wahr, nicht wahr?
Ela
Ja, so wie du im Bauhaus.
Sebastian
Okay, wir sind noch ein bisschen an der Literatur hängen geblieben.
Können wir das Literatur nennen? Ich habe eben Schundroman gesagt, Entschuldigung.
Das war keine böse Absicht.
Dirk
Ja, es gibt sicherlich Leute, die sagen, dass das ein Schundroman ist,
weil sowas kann man ja nicht lesen. Ist halt nicht nur wie dick oder so.
Sebastian
Ja, nein. Es ist genauso wie bei Filmen. Wenn es Spaß macht,
macht es Spaß und dann ist es gut.
Dirk
Ja, eben. Das genau.
Sebastian
Nein, also du hast über einen Partner, bist du drauf gekommen und hast das Buch
vorher gelesen oder gesehen, es hat dich auf Ideen gebracht.
Ela
Ja.
Sebastian
Jetzt ist das natürlich so, man muss ja irgendwie mal anfangen.
Dann geht man ja nicht hin und sagt, hier ist ein Buch, lies das und mach das.
Ela
Ja, also mein Anfang war eben halt, wie gesagt, mit dem Buch und dieser Frau aus der Straßenbahn.
Ich habe sie mehrmals getroffen gehabt und irgendwann war ich bei denen eingeladen.
Und dann war das eben halt ein Tag zu dritt.
Sebastian
Okay, und die waren im Thema drin, oder?
Ela
Die waren voll im Thema drin und ich war sehr erstaunt, sehr überrascht.
Sebastian
Was hast du gesehen?
Ela
Ich habe erlebt. Nicht gesehen, ich habe erlebt.
Sebastian
Erzähl, erzähl, erzähl. Das will ich natürlich wissen. Dafür sind wir hier.
Ela
Ja, also ich bin eben halt, wie gesagt, eingeladen worden. Ich wusste nicht
genau, was auf mich dazukommt. Ich bin natürlich mit einem mäumigen Gefühl damals hingegangen.
Die wohnten auch in der Nachbarschaft damals. Die hatten auch einen Zweifel,
also doppelten Ruf irgendwie in der Nachbarschaft. Man sollte sich von den fernhalten.
Aber es war ein nettes Pärchen, junges Pärchen.
Es war auch erst alles ganz normal, eben halt so wie hier. Kaffee trinken, allen drum und dran.
Ja, und dann kam das Ganze im Rollen.
Also sie haben mit mir gespielt.
Sebastian
Okay, also von jetzt auf gleich, ohne Vorerfahrung.
Ela
Echt wow. Weil Frau und Mann, das kannte ich nun gar nicht, schon gar nicht mit einer Frau.
Und es war einfach sehr aufregend für mich.
Es war schmerzvoll, aber es war sehr schön. Ich bin abends nach Hause,
habe mich ins Bett gelegt und ich habe geschlafen wie ein Baby.
Ich war einfach nur glücklich.
Einfach nur glücklich. Das war so das erste feste Erlebnis, was ich mit BDSM hatte.
Sebastian
Wie alt warst du da?
Ela
Zwischen 25 und 28 war ich.
Sebastian
Okay.
Ela
So in einem Dreh. Das war bis dato das einzige heftige Erlebnis, was ich hatte.
Sebastian
Jetzt ist das ja wie so eine Droge. Das heißt, du warst dann jede Woche dort.
Ela
Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein. Komischerweise habe ich die nie wieder gesehen.
Fand ich irgendwo schade. Aber ich war auch erleichtert, weil es war jedes Mal,
wenn ich in die Bahn eingestiegen bin, das war Herzklopfen pur.
Ist sie da? Ist er da?
Oder erwarten die jetzt mehr von mir? Muss ich denen mehr erbringen, als ich es getan habe?
Weil, wie gesagt, ich war blutiger Anfänger im Praktischen.
Geistig habe ich mir schon immer mehr ausgemalt gehabt.
Aber, ja, und das war eben halt so meine erste Erfahrung, was das Thema BDSM angeht, ja.
Sebastian
Vor allem war Dirk ja nicht ganz ausschließend. Das heißt, ich renne jetzt einfach
mal ein bisschen durch die Zeit mit dir.
Okay, es gab dann aber dann doch noch weitere Erfahrungen mit anderen Leuten?
Ela
Ja, indirekt. Also der Vater meiner Großen war eh ein dominanter Mensch.
Und jetzt so für mich, wenn ich im Nachhinein drüber nachdenke,
also kommt es einer dummen Sub-Beziehung ziemlich gleich.
Also ich war ihm hörig, ja wie eine Sklavin, auf gut Deutsch gesagt.
Sebastian
Ja, aber ohne, also im Alltag dann eher.
Ela
Ja, aber auch eben halt, wenn wir im Bett waren eben halt. Ich habe das getan,
was er sich erwünscht hat.
Ich kann heute sagen, es war keine Liebe, es war Abhängigkeit meinerseits.
Das war eine Erfahrung, die ich heute auch eigentlich nicht missen möchte,
weil diese Beziehung hat mich zu dem gemacht, was ich bin heute.
Natürlich bin ich dann irgendwann, weil es mir zu viel wurde,
aus dieser Beziehung geflohen, auch dort weggezogen, um mich aus seinem Bann zu bringen.
Das hat auch geklappt mit der Hilfe meines zweiten Ex-Freundes,
also der Vater meiner kleinen Tochter, wo ich gedacht habe, jetzt bin ich angekommen.
Sebastian
Ich muss da kurz nochmal reinhaken. Du sagst jetzt, das war,
wenn du zurückblickst, eher eine Dom-Sub-Beziehung.
Wobei ich ja da, also mir ist es ein Bedürfnis, da einfach abzugrenzen,
Denn BDSM basiert ja auf, also in meinem Verständnis, auf Einvernehmlichkeit.
Also man einigt sich darauf, dass im Falle der Uneinigkeit der andere Recht
hat, aber trotzdem ist da ein gewisser Konsens.
Das halte ich ja für unverzichtbar.
das ist, glaube ich tatsächlich, dass das manchmal falsch verstanden wird,
gerade von Außenstehenden.
Ela
Ja.
Sebastian
Also da denke ich tatsächlich, das mag zwar von der Handlung her da so nach
Außen hin aussehen, aber ich glaube innerlich hat das damit nichts zu tun gehabt für dich.
Ela
Ich weiß es nicht, ich kann es dir ehrlich nicht sagen, weil ich noch so dumm, jung, unerfahren war.
Sebastian
Waren wir alle.
Ela
Kann ich dir also ehrlich so gar nicht so sagen, aber das ist jetzt so meine
Sichtweise, so wenn ich das jetzt von heute von hier aus betrachte,
sehe ich mich so, dass es so gewesen ist,
es haben also große Fesselspiele haben damals nie stattgefunden oder so,
aber eben halt auch die Machtspiele waren eben halt schon da,
wie festhalten, die Hand mal an den Hals legen.
Das ist mir erst im Nachhinein bewusst geworden, dass das wirklich so in die
Richtung BDSM gegangen ist damals.
Sebastian
Man könnte es ja ganz einfach mal daran festmachen, hat es dir gefallen?
Ela
Ja.
Sebastian
Okay.
Ela
Also eine Zeit lang auf jeden Fall hat es mir gefallen, weil ich diesen Mann
geliebt habe, vergöttert habe.
Heute sage ich, ich habe ihn geliebt und ich war abhängig von ihm.
Sebastian
Das ist tatsächlich ein sehr komplexes Thema. Ich bin mir nicht sicher,
ob ich das hier und heute, ob wir das richtig abbilden können.
Ich fürchte, daran werde ich noch scheitern.
Okay, du hast ja eben schon angefangen. Dann kam der Nächste.
Ela
Ja, wo ich dachte eben, da bin ich eben halt angekommen. Das ist mein Hafen,
wo ich zu Hause bin. Dem war aber nicht so.
Er hatte mit dem Thema auch nicht so viel am Hut.
Und ich hatte das zwar dann immer halt mal angeschnitten und dann gab es eben
halt auch so kleine Machtspielchen eben halt,
dass er mir Liebeskugeln besorgt hatte, die ich dann während der Arbeitszeit
tragen sollte und halt auch auf dem Trampolin damit springen sollte.
Das war aber auch eigentlich auch schon alles, wo ich mir dann irgendwann gedacht habe,
okay, das war's, nicht schön, gut, okay, ich gebe mich mit dem zufrieden,
was er mir so gibt und dann will ich ihn da weiter nicht mit behelligen.
Sebastian
Hast du eher das Gefühl, er hat das für dich gemacht, weil du hast gesagt,
du hast das Bedürfnis und er hat das dann in irgendeiner Form,
er ist darauf eingegangen.
Ela
Ja, er hat das, glaube ich, eher für mich gemacht damals, ja.
Sebastian
Und dann kam Dirk?
Ela
Ja, Dirk schließt sich dann so hintenrum in unser Leben.
Sebastian
Darf ich mal fragen, wie seid ihr denn aufeinander gekommen?
Dirk
Eigentlich sind unsere Kinder schuld, letzten Endes, weil unsere beiden großen
Mädchen sind zusammen in eine Klasse gegangen, über lange Jahre.
und meine Große hat Ela so quasi, denke ich mal, als Ziehmama adoptiert für
sich, weil das ging damals,
als ich mit meiner Ex-Frau noch zusammen war, halt immer die Frage, ja, darf ich zu Ela?
Ich will zu Ela. Es hieß nie irgendwie, dass sie zu ihrer Tochter möchte,
kann ich bei Ela schlafen?
gut, das ging über Jahre hinweg und dann kam dann irgendwann eine Situation, wo,
meine Große dann halt zu Hause war und es gab Diskussionen ich weiß nicht mehr
um was meine Große sagte dann ja, aber Ela sagt und Ela hier,
Ela da und ich sag ey, ich kann es nicht mehr hören.
Irgendwann kam dann die Situation, dass wir die Informationen bekommen haben,
dass Ela halt hochschwanger ist,
Eine neue Wohnung bekommt und umzieht und wollte halt einiges loswerden aus ihrer Wohnung.
Und meine Ex war interessiert daran, habe gesagt, gut, wir fahren da hin,
passt sich ganz gut, dann kann ich mit Ela mal sprechen.
Über das, was sie so an meine Tochter weitergibt. Lange Rede, kurzer Sinn.
Ich habe mich den Abend noch so leicht in Ela verliebt. Ich habe schnell gemerkt, da läuft was.
Ela
Wenig, wenig, witschi.
Dirk
Also von mir aus jedenfalls. Von hier aus wahrscheinlich wohl eher weniger.
Umzug geholfen später und alles soweit. Eines Tages, halbes Jahr nach dem Umzug,
habe ich ihr dann über Messenger damals abends spät noch mit ihr geschrieben.
Ich wusste ja, sie ist wach, weil die Kleine, ungefähr ein halbes Jahr alt zu
dem Zeitpunkt, halt krank war und muss halt betreut werden und Mama ist eben wach.
Und ich habe mir dann geschrieben, dass ich halt mehr von mir vorstellen könnte,
dass ich mehr für sie empfinde und dann kam dann irgendwann die Nachricht darauf,
okay, dann sei mal ein Dom.
Sebastian
Moment, ich habe jetzt da fehlen mir ein paar Dinge dazwischen nehmen wir mal
deine Perspektive, Ela also er hat ja das geschrieben, hast gesagt,
ach super nee, also wollen wir mal den Menschen abschrecken oder was war der Plan?
Ela
Nein, also ich war erstmal abgeschreckt, weil er teilte mir das mit und ich
habe Es war 10 Minuten Funkstille zwischendurch, also ich,
hätte mir das nicht umgefallen oder so Ich habe diese Nachricht per Messenger
gelesen und habe gedacht What the fuck? Was ist da passiert?
Und ich habe also speziell nicht gesagt, sei mein Dom, sei mein Freund mit Extras.
Sebastian
Ah, mit Extras.
Ela
Ja, Freundschaft plus.
Da wollte er dann nicht so, weil er hat mir damals zu verstehen gegeben,
entweder dich ganz oder gar nicht.
Sebastian
Das ist ja schon mal eine Ansage.
Ela
Ja, das war auch eine Ansage. Bei ihm lief es ja auf eine Trennung hinaus, bei mir ja auch.
Das Ende vom Lied war, dass er und seine Große bei uns eingezogen sind,
so holterdiepolter, so hintenrum. Er ist seine Große und dann stand er plötzlich
mit der Tasche vor der Tür.
Es war auch anfangs erst nichts. Wir haben wirklich nur als Freunde zusammen in einem Bett gelegen.
Es ist wirklich nichts passiert.
Ja, irgendwann habe ich für mich persönlich gemerkt, hey, dieser Mann, der tut dir einfach gut.
Der ist für dich da in jeder Lebenslage.
Sexuell konnte ich damals zu diesem Zeitpunkt nicht sagen, weil es war nichts.
er war auf der Suche nach einer Wohnung und ich habe irgendwann gesagt,
ey, ist doch schwachsinnig.
Ich sage, wenn du dir eine Wohnung mit deiner Tochter suchst und du eh 24-7
bei mir bist, warum sollen wir uns nicht gleich was Gemeinsames suchen?
Ja, und dann irgendwann wurde bei mir aus Freundschaft einfach Liebe. Es wurde mehr.
Und ich habe auch mir nicht gesagt, ich setze mir jetzt den Punkt BDSM als Hauptpunkt
für mich, Also das muss er mir erbringen, ansonsten läuft da nichts.
Das war für mich nebensächlich. Und es ist für mich heute auch noch nebensächlich.
Wichtig ist er mir als Mensch und als mein Partner.
Sebastian
Er schmilzt gerade dahin. Das kann man jetzt nicht hören, man sieht es nur.
Ela
Ja, und das ist eben halt ... Und irgendwann hat er Spitz gekriegt, dass ich BDSM-Mark ...
Dass ich den Schmerz mag.
Sebastian
Wie kriegt man das denn mit?
Ela
Ich habe es ihm gesagt.
Sebastian
Okay, kann ja sein, dass er irgendwie aus dem Bad irgendwelche.
Dirk
Das Paddel lag hier offen rum.
Sebastian
Ah.
Ganz zufällig, ja?
Ela
Ja, das Paddel, das war eher so, das hatte ich eben halt mal so aus Jux und Dollerei besorgt.
Und es gab dann eben halt so Situationen, wo mein Ex noch präsent war,
dass ich ihn spaßeshalber durch die Wohnung gejagt habe.
Also mit dem Paddel und dann umgekehrt auch.
Und irgendwann kam dann eben halt, ja, was ist das?
Und ich so, ja, es ist ein Paddel. Es ist eben halt, da kann man eben halt einen
schönen Hintern mit versohlen.
Dirk
Das klarscht so schön.
Ela
Ja, und dann irgendwann, ja, habe ich ihm gesagt, dass ich das eben halt toll finde und so.
Und wir waren dann auch zusammen in den Laden, was es heute nicht mehr gibt.
Dirk
Da gab es auch einen schönen Keller unten.
Ela
Genau. Und da sind wir dann eben halt mal gemeinsam hin.
Was für ihn dann natürlich auch so eine… Moment mal.
Sebastian
Stopp mal. Also, okay. Also, du ziehst bei der Frau ein, mit Tochter.
Dann läuft da gar nichts.
Dirk
Kann man sich gar nicht vorstellen, ne?
Sebastian
Das kann ich mir noch alles vorstellen, das ist kein Problem.
So, dann fallt ihr irgendwo übereinander her und seid da am Sex haben etc. etc.
Und jetzt kommt sie damit um die Ecke. Du hattest bisher mit BDSM gar nichts zu tun.
Dirk
Nein.
Sebastian
Aber davon gewusst?
Dirk
Ich habe davon gehört und sie hat ja auch erzählt, dass sie das lebt quasi.
Aber ich habe mich nicht großartig mit beschäftigt, weil bis zu dem Zeitpunkt,
wo ich für mich gemerkt habe, was ich halt für diese Frau tatsächlich empfinde,
war das für mich eine Nebensache.
Interessant, aber mehr auch nicht.
Ela
Zogenermaßen, ne?
Dirk
Irgendwann, dann war halt der Punkt für uns gekommen.
Und dann kam auch dieses Paddel zum Einsatz.
Mit dem Hinweis von ihr, ja, dann hau doch mal richtig. Ja, aber ich liebe dich
doch. Ja, dann hau doch auch mal richtig.
Ja, und dabei habe ich halt gemerkt, dass ich das Paddel das erstmal einsetzte,
was mit ihr passiert und dass mir das gefällt, wie sie darauf reagiert.
Sebastian
Ich muss nochmal zurückspulen. Du überspringst ja mal den besonderen Teil,
wo sie sagt, jetzt hau mich damit mal.
Das ist ja in dem Moment was, wo erstmal erklären.
Also hast du vorhin ein Briefing bekommen, hier das ist BDSM und so funktioniert
das? Oder hat sie einfach gesagt, hier ist das Paddel, hau mich damit mal.
Dirk
Google mal, mach dich schlau. Du sollst mein Dom sein und mach dich schlau.
Sebastian
Du sollst mein Dom sein. Damit haben wir den Kapitelnamen, den ich hier auch
schon vorgefertigt habe, auch angefixt von der Subi.
Dirk
Genau, angefixt von der Subi, passt. Und dann kam es halt irgendwann dann dazu,
zu näheren Körperkontakt und dann halt auch alles, was dazugehört.
Und sie hat das aber eigentlich im Vorfeld schon bereitgelegt,
was sie sich so vorstellt.
Sebastian
Ich will das jetzt wissen. Fugel mal heißt, du gibst irgendwas ein, also BDSM zum Beispiel.
Dirk
Es kommen ganz viele Seiten. Ist nicht ganz so einfach, fand ich zu dem Zeitpunkt,
da jetzt auch was Konkretes rauszusuchen.
Ich weiß nicht mehr, auf welcher Seite ich gelandet bin.
Weil oft soll man sich dann ja auch anmelden irgendwo oder wie auch immer.
Sebastian
Ja, und da kriegt man erst mal nur Pornos vorgeschlagen.
Dirk
Genau, sowas zum Beispiel, das war ja nicht das, was mich interessiert hat.
Mich hat ja das interessiert, was da so alles zusammenhängt.
Und dann halt mich so ein bisschen reingelesen und denke so, okay, ja, gut.
Kann ja nicht so schwer sein.
Sebastian
Erstmal ist ja meine Frage, hat die Vorstellung dir gefallen?
Ela hat ja dieses Oh, ich habe da jetzt was erlebt und Oh, das ist ja total
großartig, ich will nicht mehr ohne.
Und du erzählst jetzt gerade so, als ob das, ich habe mich darüber informiert
und habe die Betriebsanleitung gelesen.
Dirk
Kann man so sagen, ja, ich habe die Betriebsanleitung dazu gelesen und wie soll
ich sagen, es hat mich interessiert.
Ich fand es zu dem Zeitpunkt spannend, weil ich, das eine ist die Theorie,
dann gibt es Filme, man weiß nicht, wie echt sind die Filme,
was ist gefakt und so, ja.
und dann kommt dann irgendwann der praktische Teil mit der
dann Partnerin und die Partnerin hat mich quasi auch angeleitet mich halt in
die Richtung geschubst was sie gerne hätte wie sie sich das vorstellt probier
doch mal weil ich sehr viel auch Hemmung hatte,
durch deine Ex-Frau ja,
du warst sehr unsicher ja ich habe jetzt gerade stehen.
Sebastian
Das hast du mir im Vorgespräch gesagt. Sie sagt, hau mich. Und du sagst,
aber ich liebe dich doch.
Dirk
Genau.
Sebastian
Also das war für dich tatsächlich ein Gegensatz.
Dirk
Zu dem Zeitpunkt, ja, definitiv. Weil ich nicht verstanden habe,
wie das zusammenhängen kann.
Obwohl ich mich ja so ein bisschen reingelesen hatte.
Aber den konkreten Zusammenhalt konnte ich mir halt noch nicht so wirklich bilden.
Ela
Er konnte sich einfach nicht vorstellen, dass Schmerz, Lust hervorrufen kann
und auch ganz tiefe emotionale Gefühle hervorrufen kann,
wie eben halt auch Tränen, natürlich sind das dann eben auch Tränen,
die durch die Schmerzen hervorgerufen sind, aber auch Tränen der Befreiung.
Und Tränen der Liebe. So nenne ich das eben halt für mich. Das ist mein persönliches Empfinden dafür.
Sebastian
Also man müsste ja jetzt meinen, oh weia, das kann ja nicht gut gehen,
da hat Sub ihren Dom quasi herangezogen.
Jetzt kann ich aber mal erzählen, als ich dann wieder zurück in die Szene bin,
ich hatte also wenig Erfahrung,
bin aber auf dem Stammtisch und nach zwei, drei Wochen traf ich da ein Mädel,
die war ein gutes Stück älter als ich und ist wohl auch viel rumgekommen und
hatte unfassbaren Erfahrungsschatz.
und ja, die hat mich, so drei Monate haben wir da zusammen miteinander Spaß
gehabt und ich gebe zu, ja,
die war mir weit voraus, aber das war echt gut, also ich habe schnell lernen
können und das hat mir sehr gut getan, einfach meinen Horizont wirklich mal zu erweitern.
Also so gesehen finde ich das jetzt gar nicht ungewöhnlich. Ja,
aber jetzt ist ja die Frage, ich versuche mal so ein Bild zu malen.
Sie hat ihr das Paddel in die Hand gedrückt, Du haust mich jetzt auf den Hintern
und dann sitzt man da und denkt sich,
was mache ich jetzt damit und was tue ich jetzt und dann reagiert die Frau auch
noch irgendwie und was denkt man da und wie fühlt man sich dabei und wie ist
das hinterher und überhaupt und alles. Entschuldigung.
Dirk
Genau dieses alles hast du, wenn du quasi dieses Paddel in der Hand hast und
den nackten Hintern vor dir und genau das alles geht dir durch den Kopf.
In dem Moment du weißt auch, sie wartet, dass jetzt endlich was passiert und
gut, dann machst du halt und dann kommt so nach zwei, drei Schlägen so, du kannst ruhig fester.
Wie jetzt? Ich kann fester. Ja und gut, dann machst du fester.
Und irgendwann kommt dann tatsächlich eine Reaktion und dann siehst du,
oh, da kommt wirklich Reaktion und ja, das hinterlässt auch Spuren.
Gut, keine bleibenden Spuren, ist gut so.
Und dann denkst du so, wow.
Irgendwann war dann halt auch, nachdem diese Situation dann halt erfolgreich
für mich ausgegangen ist, denke ich so, habe ich so hinterher gedacht,
oder während sie in meinem Arm lag, ey, das macht Spaß.
Das macht echt Spaß. Und mal gucken, was noch geht.
Und sie sagte irgendwann dann zu mir, ja, dann lass doch mal deine Fantasie
mal freien Lauf. und quasi, ich mache, was du willst.
Okay.
Sebastian
Ist ja schon gut.
Dirk
Vorausgesetzt, die Zeit ist da. Also es ist wirklich so, wir haben für uns festgestellt,
dadurch, dass wir halt auch quasi volles Haus haben mit Kindern,
und der Plan war, wie wir zusammengezogen sind, halt zu dem Zeitpunkt war sie
zu Hause und ich halt verschiedene Arbeitszeiten hatte,
wo ich dann noch hätte mal spätabends anfangen können.
Kleines Kind ist im Kindergarten, Kinder sind in der Schule.
Boah, wir haben mal zwei, drei, vier Stunden für uns, ja.
Sebastian
Du hast gerade perfekt zum nächsten Thema übergeleitet. Wenn ich das jetzt nicht
gesagt hätte, dann wäre es noch besser gewesen.
Ela
Aber ich muss jetzt, bevor wir das Thema jetzt wechseln, muss ich noch einschmeißen.
Für mich wäre es okay gewesen, wenn er gesagt hätte, ich kann damit überhaupt nichts anfangen.
ich liebe dich, aber das geht für mich gar nicht, dann hätte ich von meiner
Person aus gesagt, für mich ist es okay.
Du musst mich nicht so behandeln, wie ich das möchte.
Wenn du BDSM nicht magst, dann muss es nicht sein.
Ich hätte darauf ihm zuliebe verzichtet.
Dirk
Wobei ich aber denke, dass das irgendwann durchkommt.
Weil egal, wen du fragst oder was du liest oder so,
in Beziehung kommt dann irgendwann der Punkt, wo der entsprechende Partner sagt,
der halt BDSM gelebt hat vorher, egal wie groß die Liebe ist, aber es kommt durch.
Das Verlangen kommt dann irgendwann durch, nach 15 oder 15 Jahren.
Ela
Weiß ich nicht, das kann ich nicht beurteilen, aber ich hätte es getan,
ja. Für dich, auf jeden Fall.
Dirk
Ist sie nicht süß?
Sebastian
Doch, das ist doch wunderschön.
Gisternde Romantik im Podcast. Nein, also liebe Hörer, das ist tatsächlich ganz
spannend, weil die beiden, die himmeln sich hier so schön an und die genießen
auch gerade die Zeit, die sie hier haben.
Und diese Ruhe, die jetzt gerade ist.
Wir haben tatsächlich als nächstes Thema, was ich hier so ein bisschen auf dem
Spickzettel stehen habe, die Sache, wenn Kinder im Haus sind,
dann wird es ja kompliziert. Jetzt schmeiße ich ja meinen Stift durch die Gegend.
Ich mag aber nochmal so ein bisschen auf eure Erfahrung so ein bisschen eingehen.
Also auf den Popo hauen, okay. Jetzt hast du ja gesagt Dom und Sub und nicht
Sadist und Masochistin.
Darf ich mal fragen, was habt ihr alles ausprobiert?
Wo sagt ihr jetzt, boah, das war besonders toll oder habt ihr irgendwas gefunden,
wo ihr sagt, Mensch, also das ist total super, das müssen wir unbedingt haben.
Ela
Ja, also.
Sebastian
Gut, Frage beantwortet, fertig.
Ela
Ganz ehrlich, also ich bin vielen Dingen offen, neugierig.
Ja, ganz ehrlich, ich weiß gar nicht, was ich jetzt groß dazu sagen soll.
Also ich bin offen und neugierig.
Und wenn mir was nicht gefällt, sage ich Stopp.
Sebastian
Was hat er denn probiert, was dir nicht gefallen hat?
Ela
Bis jetzt nichts.
Sebastian
Da ist noch Potenzial.
Dirk
Ja.
Sebastian
Also Baumarkt und BDSM lässt sich ja im Zweifel verbinden. Ich erinnere an den Tacker.
Ela
Ja, besonders wenn die Verkäufer verwirrt durch die Gegend rennen und der Mann
einen dummen Spruch macht und die Gegensregal rennen.
Dirk
Ja, obwohl der Baumarkt, wo
wir einkaufen regelmäßig, da kriegst du auch gute Tipps, habe ich gehört.
Ela
Ja, ja, stimmt.
Dirk
Von dem besagten Kollegen.
Ela
Ja, ja, genau.
Sebastian
Nein, aber tatsächlich, wenn ihr euch dann die Zeit genommen habt.
Dirk
Naja, gefesselt.
Wobei ich auf deiner Seite stehe, Seile sind nicht meine Freunde.
Sebastian
Ja.
Kann ich gar nicht verstehen.
Dirk
Wir haben diverse Fesselungen durch.
Erst, sie ist großer Fan von so Reiztüchern, Schaltüchern.
Wir hatten zu dem Zeitpunkt noch keine Seile. Wir hatten Handschellen,
die fand ich nicht so toll.
Ich habe gesagt, gut, dann nehmen wir halt die Schaltücher, knoten die aneinander
und mache ich sie halt irgendwie am Bett fest.
Was dann das eine oder andere Mal lustig geendet hat, dass sie dann plötzlich,
zack, zack, guck mal, ich bin draußen.
Sebastian
Ja.
Dirk
Ja, Schatz, das wollte ich jetzt nicht hören.
Weil wenn man dann ganz stolz ist und ja, wunderbar.
Sebastian
Ah ja, das kenne ich, das ist so fürchterlich.
Ela
Tada, Pech gehabt.
Dirk
Sie ist dann auch in solchen Situationen als Sabi recht frech oder kann sehr
frech sein und provoziert dann auch, ja.
Will dann auch überwältigt werden. Da hat sie großen Spaß dran. Ich auch übrigens.
Und das endet oder ist das eine oder andere Mal halt in den Festungen geendet,
dass sie halt dann willenlos, also nicht willenlos, aber halt bewegungslos vor mir lag.
Das eine Mal sagte sie dann, du kannst ein bisschen locker machen,
meine Hand wird schon blau.
Ich kurz geguckt habe, ist noch nicht abgestorben, kann so bleiben.
Kam dann nur von ihr, ein Schnaufen.
Sebastian
Oh, das ist ja ganz, da wird jetzt die Bonnitsch-Fraktion gerade mit Augen rollen, aber gut.
Dirk
Die Hand ist nicht blau geworden, deswegen habe ich ja geguckt,
das war alles im grünen Bereich. Die wollte halt einfach nur nicht so liegen, wie sie gelegen hat.
Das war halt meine Taktik. Genau.
Sebastian
Ach so machst du das? Moment, du erzählst doch hier, meine Hand fällt gleich
ab, das war alles viel zu eng.
Ela
Ja, genau.
Sebastian
Also Manipulation, ja.
Ela
Ja, aber man kann es ja versuchen.
Dirk
Genau, ich achte schon darauf, dass halt nichts blau anläuft oder so.
Und ich versuche, mein Bestes zu geben, dass halt nichts groß einschneidet oder so.
Ela
Was dir auch gelungen ist. Also bis dato habe ich keine Blessuren, Verletzungen.
Dirk
Es sind noch alte Körperteile an ihr dran und so.
Sebastian
Mag ich jetzt mal einfach bestätigen.
Dirk
Ja, und dann gibt es halt, was ich festgestellt habe, Wachs finde ich sehr spannend.
Da hat sie mich auch drauf gebracht. Die erste, unsere ersten Besuche im Erotikmarkt,
in denen ich noch sehr schüchtern betrat, natürlich nach außen.
Es ist alles ganz cool hier und es ist alles ganz locker.
Und sie gesehen habe, wie sie schnurstracks in die Regale mit den Dildos ging
und dann hier mal geguckt, was gibt es hier Neues?
und ich hinter ihr stand und denke so, hoppla, so ein bisschen unangenehm war
mir das dann in dem Moment dann schon noch, ja.
Sebastian
Sie holt jetzt hier gerade so eine Tasche raus. Ich vermute,
das ist das Ding der Woche. Oh, das Ding der Woche.
Ela
Ja, das ist das Ding der Woche. Das ist unser erstes gemeinsames Spielzeug.
Das Ding ist gereinigt. Nur zur Info.
Dirk
Damals neu auf dem Markt. Sie hat das natürlich auch gleich getestet.
Vor Publikum, also jetzt nicht, ja, aber in der Hand halt gehalten, so, ja.
Sebastian
Sagen wir erstmal, was es ist. Es ist ein schwarz-weißer Vibrator.
Sieht aus wie ein Raumschiff aus einer Sci-Fi-Serie.
Ela
Genau, es ist ein sogenannter Edelow.
Dirk
Also nicht nur elektrisch angetrieben.
Ela
Sondern auch mit Strom und Vibration.
Sebastian
Strom heißt im Sinne von, ich sehe da Kontakte.
Ela
Ich reiche dir mal weiter.
Dirk
Oh Gott, wie war das jetzt? Ja, musst du ausprobieren. Plus, minus.
Ja, ich habe mir gedacht. Man lernt als Junge niemals an deinen Zoll zu pullern, wo Strom drauf ist.
Sebastian
Ja, mit Strom habe ich ja eh. Ach, das Ding leitet jetzt, ja?
Also hier irgendwo so Kontakte.
Ela
Wenn du es umschließt.
Dirk
Du musst es umschließen.
Sebastian
Nein.
Ela
Warum nicht? Trau dich doch halbfach.
Sebastian
Nein, das ist Strom.
Ela
Das tut nicht weh.
Sebastian
Ja, das sagt jeder.
Ela
Feigling.
Sebastian
Ja, auf jeden Fall. Bei Strom bin ich das.
Dirk
Wir haben einen gemeinsamen Freund, der auch BDSMler ist, ist Switcher und der
sagte, also, da ist ja gar kein Strom drauf.
Und bis er das Ding dann wirklich in die Hand genommen hat, hat er es gleich
zwei Meter weggeworfen.
Sebastian
Aha, siehste. Moment, das heißt also, Also, okay, das Ding vibriert,
das Ding hat irgendwelche Riffel und Noppen, aber irgendwie ist das auch leitfähig.
Also ich sehe jetzt hier nur eine Art Kontakt für den, der das Ding in der Hand hält.
Dirk
Nee, das ist nur hier oben.
Sebastian
Das ist da oben.
Dirk
Nur da oben ist Strom drauf. Also das, was man einführt, ist Strom geführt.
Sebastian
Strom geführt.
Okay, es tut weh oder macht es einfach nur Spaß. Es gibt eine Bedienungsanleitung,
die hast du natürlich auch gelesen.
Dirk
Nein.
Ela
Learning by doing.
Dirk
Genau.
Ela
Gibst du mir mal bitte meinen?
Sebastian
Ja, ich habe ihn jetzt einfach frecherweise auf die Couch gelegt.
So, ich gucke mal rein. Ich gebe ganz ehrlich zu, das fehlt mir noch in meiner Sammlung.
Die Frau mit Elektrodenpfehlen, das hört sich irgendwie romantisch an.
Also was tut es mit dir? Aua oder Lust oder beides?
Ela
Beides.
Dirk
Lust, Aua?
Ela
Beides. Also ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin sehr schmerzresistent.
Dirk
Allerdings.
Ela
Also bevor ich wirklich mal groß irgendwie sage, stopp, bis hierher und nicht
weiter, muss viel Wasser den Rhein runterlaufen.
Dirk
Die Leine.
Ela
Ich sage den Rhein. und ich selber persönlich habe festgestellt,
den Dildo in mir und er gibt Strom ab, finde ich nicht so intensiv,
als wenn der Dildo auf mir liegt und dann Strom abgibt.
Also ich finde diesen Dildo am Kitzler schlimmer, als wenn er in mir drin ist.
Ich habe so eine starke Beckenbodenmuskulatur, die gut gegenarbeiten kann.
Sebastian
Ja, ich sehe gerade, ich blätter durch die Anleitung und tatsächlich,
ja, Stimulation und dies und das und dann steht hier was vom Trainingsprogramm.
Also das Ding ist tatsächlich für ein wunderbares Beckenbodentraining gedacht. Ja.
Interessant. Mit vielen Warnhinweisen und allem möglichen.
Ela
Mhm.
Sebastian
Also sie nennen es Reitstrom und Stimulation und dann steht da,
Ausnahme bildet das Trainingsprogramm.
Das ist also nicht mehr zur Stimulation. Okay, ihr habt das Ding gesehen,
habt es gleich mitgenommen und du….
Dirk
Also Michaela hat es in der Hand gehabt, ausprobiert, hat mich,
wie soll ich sagen, verliebt angeschaut und auf den Preis geguckt.
Sagt er dann so, ja, dann weiß ich nicht, kann ich mir so nicht,
das ist mir nächsten Monat.
Und dann habe ich sie zur Seite genommen und habe gesagt, was willst du davon, wenn wir uns den teilen?
Da habe ich gar nicht drüber nachgedacht, an die Folgen darüber.
Aber ja, also was dann, ich habe nur gesehen, sie möchte das haben irgendwie.
Okay, dann teilen wir uns das. Dann ist das halt unser erstes gemeinsames,
nicht nur Sexspielzeug, sondern allgemein das erste gemeinsame,
was wir überhaupt in unserer Beziehung hatten.
Sebastian
Ach so, okay.
Dirk
Deswegen ist es für uns was Besonderes.
Sebastian
Wenn der mal kaputt geht, dann wird der repariert.
Ela
Wir haben unser Tänzgerät noch notfalls.
Sebastian
Ja, aber ist euer erstes gemeinsames irgendwas? Das muss in die Vitrine?
Ela
Ja, im Flur, wo alle reinkommen und das dann gleich sehen? Ja,
doch, ist eine gute Idee.
Dirk
Und weitere Besuche in diesem Ladengeschäft waren dann auch oft begleitet von
der Situation, dass ich quasi hinter ihr her bin, um zu gucken,
tatsächlich was passiert.
Weil wenn wir in diesen BDSM-Bereich, sag ich mal, gegangen sind,
wo denn halt die Peitschen hingen und das Leder und Fesselungsmaterialien,
was da für Leute rumstromerten und gerade wenn sie dann irgendwas Spezielles in die Hand nahmen,
Und sich genauer anguckte, wie die speziellen Männer reagiert haben,
wenn sie sie beobachtet haben. Das fand ich schon spannend.
Sebastian
Es gibt ja auch die Fachgeschäfte für Perverse. Jetzt nicht in Hannover,
da kenne ich jetzt keiner, aber ich glaube, da hättet ihr sehr, sehr viel Spaß.
Allerdings gibt es da keine Leute, die euch komisch angucken.
Ela
Ich finde es amüsant, so aus den Augenwinkeln die Leute zu beobachten und zu denken, na?
So richtig so verschmitzt.
Sebastian
Also so einen exhibitionistischen Anteil hast du schon.
Schaut her, ich mache Sachen, die ihr euch gar nicht vorstellen wollt. Das macht dir Spaß.
Das habt ihr auch schon ins Spiel eingebaut.
Ela
Ja, jetzt auch so unter uns oder eben halt in der Öffentlichkeit.
Haben wir das in der Öffentlichkeit gehabt schon?
Dirk
Naja, fast. Sie wurde mal auf dem Balkon gefesselt.
Ela
Ah, ja, die Geschichte auf dem Balkon. Stimmt.
Dirk
Allerdings, unser Balkon hat eine Holzüberdachung. Und allerdings war es Sommer,
es war warm und es war schon dunkel.
Sebastian
Ja gut, aber das ist ja das Gefühl. Es könnte mich ja doch jemand sehen durch
irgendeinen Zufall oder hören.
Ela
Unser Spanner von gegenüber.
der Stielaugen kriegt, wenn ich dann mal in der Küche oben ohne stehe und koche.
Dirk
Der hat garantiert auch ein Nachtsichtgerät.
Ela
Ja, bestimmt, bestimmt, bestimmt.
Sebastian
Ich stelle mir jetzt so vor, irgendein See in der Umgebung, wo du sie dann da
irgendwie mit dem Paddel einmal um den See treibst, damit sie ihre Klamotten wiederfindet.
Ela
Nein, es ist, vom wegen ja.
Nee, nee, nee, nee. Nee, aber es gab schon so öffentliche Situationen.
Die Liebeskugeln sind zum Einsatz gekommen, gerade beim Busfahren,
sehr interessant, sehr nervig.
Sebastian
Wir haben ja so viele Schlaglöcher hier in der Stadt.
Dirk
Spezielle Fahrzeugmodelle sind auch sehr gut für diese Sachen geeignet,
weil jedes Busmodell hat eine andere Federung.
Sebastian
Es gibt halt welche, da spürt man jedes Schlagloch.
Ela
Ja, also interessant wird es, wenn man dann anstatt einer Zweier-Liebeskugel
eben halt eine Vierer-Liebeskugel in Tuss hat.
Sebastian
Schon verloren oder war das gesichert auf irgendeine Art und Weise?
Ela
Nein, also das letzte Mal, wo ich sie drin hatte, die Vierer-Liebeskugeln,
ich hatte arg Schwierigkeiten, sie zu halten. Gerade die letzte.
Dirk
Dazwischen durchlust ich auch so ein Gen, ja?
Ela
Ha, ha, ha.
Dirk
Also ich fand's komisch.
Ela
Ja. Wir können sie dir ja auch mal einführen. Mal gucken, ob du sie dann auch einführen kannst.
Sebastian
Ja, liebe Hörer, die werden uns jetzt hier ausfechten. Und dann ist die Frage,
wer verliert, wer gewinnt.
Ich habe so den Eindruck, du bist ja so ganz ruhig und entspannt,
aber wenn du dann machst, dann machst du das sehr konzentriert und sehr konsequent.
Dirk
Ich habe die erste Zeit versucht, immer mir ein Konzept zu überlegen,
was machst du jetzt, wie machst du,
so die ersten drei, vier Male und habe dann irgendwann gemerkt,
das ist nicht so das, was, also für mich, wenn ich ein Konzept habe,
das läuft nicht so, wie ich mir das dann vorstelle.
und habe die letzten Male dann gemerkt, mach es doch einfach intuitiv.
Sie liegt dann halt, was ich übrigens, ich für mich interessant finde,
diese Hingabe als SAP, dieses Vertrauen, das sie mir gegenüberbringt,
dass sie sagt, ich stehe dir zur Verfügung, mach was du willst.
Kannte ich vorher nicht, überhaupt
nicht, in keiner meiner Beziehung und wenn ich jetzt tatsächlich,
wenn wir da mal Zeit haben, Wie gesagt, dann läuft das intuitiv,
dann vielleicht mal dies, vielleicht Kerzen, vielleicht Fisten,
vielleicht dies, was anderes,
vielleicht auch eine Kombination, je nachdem, dass es auf keinen Fall kein Konzept gibt.
Sebastian
Und wer ist denn am Ende des Abends dann der Befriedigte? Also hoffentlich beide.
Dirk
Beide.
Sebastian
Aber läuft das auf Sex hinaus?
Dirk
Nein, nicht immer. Also es ist häufig vorgekommen. Was heißt häufig?
Sebastian
Ich habe dir meine RTL2-Fragen rausgekramt. Ja, die BDSM macht man ja nur,
um hinterher Sex zu haben.
Ela
Nein, überhaupt nicht.
Dirk
Gibt es sicherlich auch. Bei mir zumindest ist es nicht so. Mir macht es Spaß,
wenn ich sehe, dass sie befriedigt ist.
Nicht nur einmal, zweimal, dreimal, vielleicht auch mehr.
Aber sie ist glücklich und wenn ich dann auch noch Bock habe,
ja, okay, dann kommt sie auch zum Sex mit mir.
Sebastian
Aber sie kann ja nicht Nein sagen dann.
Dirk
Richtig. Allerdings muss ich dann auch die Lust zu haben.
Da geht es mir um, ich weiß nicht, wie ich das erklären soll.
es macht mir Spaß mit ihr an ihr zu spielen,
Und das ist für mich eine Befriedigung.
Sebastian
Genau dieser Punkt. Es ist befriedigend, sich miteinander oder aneinander einfach Spaß zu haben.
Dirk
Genau.
Sebastian
Auch wenn der Spaß dann böse ist und dem einen mehr oder weniger ein bisschen
wehtut und dann auch nicht mehr so lustig ist.
Schaust du, Eda, du schaust ganz kritisch.
Ela
Ja, kritisch eher wohl nicht. Also ich, ja wie gesagt, ich liebe den Schmerz.
Also kann ich nicht sagen, dass das böse ist für mich.
Sebastian
Ich muss mich nochmal absichern. Du musst jetzt hier aber nicht jetzt gerade Liebeskugeln tragen.
Ela
Habe ich nicht.
Dirk
Gegenfrage, wo sind die überhaupt?
Ela
In einer weißen Kiste.
Dirk
Okay, weiß.
Ela
Die offen im Schlafzimmer steht.
Dirk
Ich habe tatsächlich schon die Situation gehabt, dass ich bei den Liebeskugeln
gesagt habe, also ich möchte ganz gerne, dass du die trägst.
Und die waren dann verschwunden.
Sebastian
Ja.
Dirk
Also sie hat sie tatsächlich versteckt. Weil ich weiß natürlich,
wo sie liegen und ich habe sie dann nicht gefunden und sie sagt,
ich weiß nicht, wo die sind, keine Ahnung.
Sebastian
Jetzt ist ja dann die Frage, was ist passiert und hat sie sie dann doch gefunden?
Dirk
Nein, also in dem Fall ist da nichts passiert, weil ich arbeiten musste,
sie musste arbeiten und irgendwie, es war so eine Idee von mir morgens,
ich fände es ganz toll, wenn du deine Liebeskugeln tragen würdest und sie, nein,
will ich nicht, heute nicht, nein, nein, nein, nein.
Sebastian
Böse ist so wie, also nein, ganz ehrlich, hast du die echt versteckt? Mir kannst du es sagen.
Ela
Ja, also sagen wir mal so, nicht versteckt, sondern ich habe sie eher verlegt.
Dirk
Ja, das kommt öfter mal vor, dass auch das Handy mal weg ist oder ihre Uhr oder die Schlüssel.
Ela
Und das ist so dieser typische Fall, dass ich es dann plötzlich verlegt habe
und ich weiß nicht mehr wo.
Sebastian
Das würde ich ja jetzt prinzipiell als massive Einladung zum Haumich verstehen.
Dirk
Ja, richtig.
Sebastian
Ich finde ja erstmal schön, dass ihr beide BDSM nicht als Selbstzweck versteht.
Ich habe hier viele Gäste gehabt, die BDSM, das ist das Bestimmende,
das ist ein sehr großer Teil oder sogar die Sexualität und im Alltag ist es
einfach wichtig, dass jeden Tag, spätestens einmal die Woche, dass da was passiert.
Ich glaube, ihr seht es als Bereicherung im Leben, im Alltag und auch einfach
als Möglichkeit, dass ihr miteinander einfach Zeit verbringen könnt,
die nicht vor der Glotze ist.
Ela
Genau.
Sebastian
So, jetzt haben wir natürlich bei allem, was Spaß macht, gibt es einen Gegenspieler.
Der heißt Alltag. Und ihr habt das jetzt schon ganz oft erwähnt,
ihr habt ja Kinder im Haus.
Dirk
Korrekt.
Sebastian
Jetzt fragen wir mal erst mal ab, wie viele sind es denn?
Dirk
Vier.
Sebastian
Wow. Okay.
Dirk
Alles Mädels, ganz tolle Mädels.
Ich habe zwei Töchter mit in die Beziehung gebracht, 16 und 18.
Ela
Und meine sind 5 und 18.
Sebastian
Okay, das bedeutet, ich kann mir vorstellen, dass ihr jetzt nicht gerade vor
euren Kindern das ausleben wollt.
Dirk
Nein, ausleben nicht, aber die drei Großen wissen, worum es geht.
Sebastian
Wie haben die das denn erfahren?
Dirk
Naja, dadurch das Küchentisch, so Kinder Nein, das ist halt ein normales Gesprächsthema,
Grundsätzlich.
Ela
Am Essenstisch Jedes Mal, wenn wir am Essen sind, kommt irgendwie was mit dem Thema Sex, BDSM Warum.
Sebastian
Auch immer Von den Kindern aus.
Ela
Nein Es sind so Kleinigkeiten, wo plötzlich ist das Thema denn da,
was es hervorgerufen hat, kann man denn in dem Augenblick auch nicht sagen,
aber es ist dann eben halt da und ich habe von Anfang an bei meiner Großen es
so gehandhabt, ich bin ein sehr offener Mensch,
habe darum kein Geheimnis gemacht.
Als ich noch mit ihr alleine gewohnt habe, ist schon mal ein Dildo liegen geblieben,
wo dann meine Tochter dann eben halt um die Ecke kam und sagte, Mama, was ist das?
acht Jahren, und ich dann da stand und okay.
Sebastian
Ja, was sagt man, ne?
Ela
Ja, ich habe ihr keine Blümchengeschichten erzählt.
Ich habe ihr die Wahrheit erzählt, natürlich in dem Alter kindgerecht verpackt.
Also ich habe immer versucht, ihre Fragen für ihren Alter dementsprechend anzupassen, die Antworten.
Ist mir auch gut gelungen. Und das gleiche handhabe ich auch mit meiner Kleinen.
Es ist in der Vergangenheit schon vorgekommen, dass die Kleine an unserer Spielzeugkiste dran war.
Und dann plötzlich mit der Peitsche oder mit dem Paddel um die Ecke kam.
Ja, und sie mich dann eben halt fragte, Mama, was ist denn das?
Ich sage, ja, das ist eben halt ein Paddel und damit haut Papa dann und wann Mama auf den Popo.
Aber das tut doch weh.
Ich sage, ja, aber Mama möchte das.
Und zack, nahm die Kleine das Paddel und haute Mama auf den Popo und war am Lachen.
Sebastian
Also das finde ich tatsächlich an der Stelle recht mutig. Ich glaube ja,
dass man Kindern klar sagt, was ist Sache.
Da tue ich mich ein bisschen schwer, also dann zu erklären, hier,
damit machen wir dies und das und jenes.
Ich versuche da den Umgang so zu haben, dass ich sage, okay,
man muss das jetzt nicht alles verstecken, aber man muss jetzt auch.
Dirk
Nicht ins Detail gehen.
Sebastian
Ja, man muss den Kindern nicht aufzwingen.
Ela
Ne, das mache ich auch nicht. Also wie gesagt, sie kam, fragte mich,
haute mir damit auf den Popo.
Ich habe sie dann angelächelt und habe gesagt, das hast du schön gemacht.
Jetzt kann ich das Teil bitte wieder haben und habe es weggepackt.
Und bin da groß gar nicht weiter drauf eingegangen.
Dirk
Ja, sie ist auch diejenige, also die Kleine ist diejenige, die dann auch mal
an dir vorbeigeht und mit ihrer kleinen Hand auf deine Hintern haut.
Und du denkst, ähm, hallo? Lächelt, kichert und rennt weiter.
Ela
Ja, und also wir gehen da auch nicht groß weiter drauf ein.
So habe ich das bei meiner Großen und bei unseren anderen beiden Großen auch so gemacht.
Wenn sie Fragen haben, beantworten wir das so weit wie möglich.
Sie wissen, was Sache ist, aber sie müssen die Sache nicht erleben. Das, was wir machen.
Dirk
Nein, nein, nein, nein.
Sebastian
Das ist tatsächlich so ein ganz heißes Eisen, wo man sagt, Mensch,
was kann man den Kindern zumuten und was nicht.
Aber auf der anderen Seite, wenn man überlegt, sexuelle Aufklärung,
die werden in der Grundschule ja damit auch schon konfrontiert.
Das ist eine Ausprägung davon.
Ich glaube, das müssen Eltern jeweils selber entscheiden, was sie ihren Kindern
da zumuten können und was die auch vertragen an der Stelle.
Ela
Ja, also ich muss dazu sagen, wie gesagt, ich bin ein offener Mensch und ich
habe meine Große und auch die Kleine vom Windelalter an offen erzogen.
Meine Große hatte beispielsweise von Anfang an das Comicbuch.
Ida und weiß nicht wie er heißt, bei sich im Regal stehen und das hat die Kleine
auch bei sich drin stehen.
Kindgerecht erklärt dieses Buch und alles andere ergibt sich im Laufe der Zeit
und dann in dem Moment selber.
Also wenn die Kleine ankommt und Fragen hat, dann soll sie fragen.
Sebastian
Kinder sind ja da ein bisschen offener. Also stell dir mal vor,
die Kleine geht jetzt in der Schule hin oder im Kindergarten und sagt, Papa haut Mama.
Und die findet das gut. Das trägt sich dann ja weiter.
Dann hast du dann nämlich noch andere Kinder, die erzählen das zu Hause.
Dann hast du andere Eltern.
Also da hätte ich jetzt tatsächlich arge Bedenken, dass das zurückschlägt oder
dass dann sogar im Zweifel, oh, der Kleine, mit der wird aber nicht gespielt.
deren Eltern sind komisch.
Ela
Habe ich schon gehabt, die Situation? Mit der Kleinen?
Hatten wir die Situation schon einmal, dass wir dann auf dem Spielplatz gesessen
haben und die Eltern dann ankamen und du, ich habe gehört, du kriegst Schläge.
Und ich ganz erstaunt. Echt? Ja, die Kleine hat das meiner Kleinen im Kindergarten
erzählt und sie hat da in so einer Kiste was gefunden gehabt.
Ich sage, ach so, ja, die Geschichte. Ich sage, ja, richtig.
Ja, aber ich sage, nein, das hat mit so einer Schläge nichts zu tun.
Das hat nichts mit häuslicher Gewalt zu tun. Ja, mit was dann?
Ich sage, ich erkläre es dir. Und dann habe ich angefangen mit dem Thema.
Und dann war erstmal Ruhe.
Und dann irgendwann kam sie nochmal auf mich zu und ich habe dann nochmal eine Frage.
Und ich, was möchtest du denn wissen? Ja, wie ist denn das denn so?
Dann haben wir uns mal auf einen Kaffee getroffen und haben da eben halb mal drüber geredet.
Und sie sagte dann wortwörtlich so zu mir, du gehst da ja ganz normal mit um.
Ich sage ja, weil das gehört einfach zu mir. Das ist ein Teil von mir.
Und ich sehe nicht ein, warum ich mich diesbezüglich verstecken soll und warum
ich dazu nicht stehen soll.
Entweder die Leute akzeptieren es, verstehen müssen sie es nicht.
Sie akzeptieren es und lassen mich in Ruhe leben.
Oder sie sagen, mit denen will ich nichts zu tun haben, dann ist das auch okay.
Sebastian
Ja, in dem Fall ist das ja dann sehr positiv ausgegangen.
Ela
Ja.
Sebastian
Es ist ja nun mal so, die Prioritäten verschieben sich einfach.
Ela
Richtig, ja.
Sebastian
Ja, wir haben heute Abend Lust und wollen irgendwas Tolles machen.
Wenn dann es an der Tür klopft und ich habe auch weh, kommt,
dann ist halt die Session beendet, egal wie schön sie geplant war und was man da so tut.
Dann ist das einfach wichtiger.
Dirk
Oder man bekommt ein Lachflash, als ich bei ihr eingezogen bin,
bei Michaela, in ihre kleine Wohnung,
stand das Kinderbett von der Kleinen mit im Schlafzimmer, das Gitterbettchen
und da war halt auch ein Spielzeug in diesem Bettchen.
und wir haben dieses Spielzeug dann irgendwann den BDSM-Hasen genannt.
Weil der, wenn das die Kleine sich halt umgedreht hat und an diesen Hasen angekommen
ist, dann fing der an zu singen. Klatschen ist prima, klatschen fände ich toll.
Sebastian
Also es war tatsächlich ein Kinderspielzeug.
Dirk
Es war tatsächlich ein Kinderspielzeug.
Sebastian
Ich war gerade um überlegen, ob wir jetzt von der Kleinen mit der großen Peitsche
im Baby bedrehen. Aber nein, da war ich jetzt schon echt erschreckt.
Dirk
Wirklich ein Kinderspielzeug. Ein kleiner Kuschelhase halt,
der dann irgendwann anfängt zu singen, wenn man ihn auf den Bauch drückt oder
so, gibt halt dieses Spielzeug und das ist uns irgendwann nachts dann aufgefallen,
was singt der da eigentlich,
das ist schon irgendwie ein bisschen zweideutig, natürlich für Kinder toll, ne.
Sebastian
Die denken ja auch da nicht an irgendwas.
Dirk
Ja, natürlich nicht.
Sebastian
Das ist ja eigentlich immer auch das Schöne, die sind so frei.
Und wenn dann jemand sagt, hier zum Beispiel, wir nehmen jetzt mal das Beispiel,
irgendwer, Domina, führt Sklaven an der Kette durch die Fußgängerzone.
Dann ist erst mal so die Geschichte, oh Gott, kann man das machen und wie ist
das? Und ja, Erwachsene können damit noch klarkommen, aber Kinder.
Und der Witz dabei ist, Die Kinder sehen nur zwei Erwachsene,
die miteinander Hund und Herrchen spielen, während die Eltern völlig schockiert sind.
Ela
Genau. Dabei sollte man es eigentlich auch belassen. Ich war jetzt auch letztens
mit der Kleinen in der Stadt und da war auch eine Domina mit ihrem Sub unterwegs.
Die führte ihn auch ganz normal an der Leine. Er dackelte brav hinterher.
Die Kleine hat das gesehen und sagte, Mama, guck mal. Und ich, okay.
Mama, guck mal, die spielen Hund. Ich sage, ja, dann lasse du uns spielen.
Und sie, können wir das auch mal machen?
Ich sage, ja, können wir machen, aber nicht heute. Und dann war das Thema für mich durch, fertig.
Was soll ich da groß weiter drauf rumreiten?
Weil noch ist sie zu klein, um diese Welt zu verstehen.
Und ich tue das dann im Spaß ab. Und wenn dann natürlich noch intensivere Fragen
kommen, versuche ich, ihr die kindgerecht zu beantworten. Und dann ist es okay.
Sie gibt sich auch meistens mit meinen Antworten zufrieden und ich muss ganz
ehrlich sagen, ich habe bis jetzt dieses Thema BDSM und Elternsein bis jetzt
immer sehr gut hingekriegt.
Ich habe nie irgendwie auch bei den Großen irgendwelche Schwierigkeiten gehabt,
weil ich da von Anfang an offen mit umgegangen bin und habe gesagt,
hey, das bin ich, das gehört zu mir.
Ihr müsst es nicht verstehen, akzeptiert es und das funktioniert auch ganz gut.
Es ist sogar mittlerweile so weit, dass wenn die Großen, gerade seine Große
und meine Große, Besuch mit nach Hause bringen.
Dirk
Da wollte ich gerade drauf hinaus, genau.
Ela
Dass es dann schon mal vorkommt, dürfen wir mal in die Kiste?
Sebastian
Ach, mal zum Zeigen, ja?
Ela
Ja.
Dirk
Es klatscht inzwischen auch mal ein paar Mal.
Ela
Ja, macht mal. Geht mal. Und,
Dann holen die sich die Kiste raus und dann ab ins Zimmer und dann wird dann
erstmal, guck mal, das ist das und das kann man dann dazu.
Und Mama, das war doch dazu, ne? Ja, das war dazu, genau.
Und dann jetzt letztens seine Große kam dann an, du, ich habe eine Klassenkameradin, die ist auch SAP.
Die ist auch im BDSM-Bereich tätig.
Sebastian
Ich finde ja, mich schockiert ja erstmal Folgendes, als ich so im Bereich 14 bis mindestens 22 war,
ich gebe es ja ehrlich zu, dass meine Eltern eine Sexualität haben,
das wusste ich zwar, aber das war jetzt nichts, was ich wissen wollte.
Dirk
Genau, ging mir auch so.
Sebastian
Also die waren schon allein deswegen pervers, weil es Mann und Frau waren und
die gelegentlich die zum Schlafzimmer zugemacht haben.
Also ich weiß auch nicht, was da, in dem Alter ist man da eh komisch drauf.
Aber ich finde das natürlich toll, wenn da so ein zwangloser Umgang zu Hause
ist, dann erzieht ihr ja auch Menschen ran, die damit umgehen können,
die nicht unvorbereitet plötzlich irgendwann dastehen und sagen,
oh Gott, überall perverse auf der Welt.
Dirk
Das ist der Plan, ja.
Ela
Unsere großen Zwitschen zwischen Männlein und Weiblein, also sie selber wissen
selber noch nicht, was sie genau so sein wollen oder wer sie sind.
Meine Große engagiert sich jetzt für die Querjugend, aber wie gesagt,
die Mädels sind da sehr offen, eigentlich in allen Richtungen offen.
Wie weit sie selber gehen, als Mutter möchte ich das nicht wissen.
Sebastian
Die eigenen Kinder haben auch keine Sexualität, basta.
Ela
Ja, genau, genau, genau.
Sebastian
Wir haben sie nicht.
Ela
Punkt.
Sebastian
Und wenn, dann erst nachdem sie geheiratet haben.
Ela
Oder spätestens dann, wenn sie dann da steht, Mama, wir müssen Kinderbettchen kaufen.
Sebastian
Gott.
Ela
Ja, kann passieren, ne?
Sebastian
Nein, kann es nicht.
Ela
Nichts ist unmöglich.
Dirk
Wer weiß.
Sebastian
Okay, das heißt, das ist alles so schön offen bei euch zu Hause.
Ihr müsst euch da nicht verstecken.
Ela
Richtig.
Sebastian
Das heißt, ihr könnt jeden Tag in Ruhe spielen und machen und alles kein Problem.
So, jetzt sehe ich hier zwei ratlose Blicke.
Dirk
Könnte man wahrscheinlich.
Sebastian
Ich habe auf dem Spickzettel nämlich auch stehen, dass die Spielzeugkiste seit
Monaten vor sich hin staubt.
Ela
Ja.
Dirk
Ja, es ist so, dass wenn man miteinander spielen möchte, natürlich auch ein
bisschen eine gewisse Ruhe braucht.
Also kein Gewusel um sich rum. Da ist der Punkt, den ich vorhin schon mal angeschnitten
hatte, wenn ich spät arbeiten muss, die Kleine im Kindergarten ist,
die Kinder sind in der Schule, man hat morgens vielleicht zwei, drei Stunden Zeit.
Man könnte dann die Zeit auch nutzen.
Das ist tatsächlich auch mal zweimal passiert in der Zeit, die wir da jetzt
in dem Haus wohnen. Aber eben nicht öfter.
Weil die Zeit hat gezeigt, dass immer irgendwas ist.
Die Kleine ist krank, eins der Kinder hat später Schule oder es ist irgendwas
anderes oder man hat einfach keine Lust.
Und so kommt es eben, dass die Zeit ins Land geht und man denkt so,
boah, jetzt haben wir schon wieder ein Dreivierteljahr nicht miteinander gespielt.
Das Ding ist, man sollte dazu auch wissen, unser Schlafzimmer ist das Durchgangszimmer
zum Zimmer von der Kleinen.
Das heißt, unser Schlafzimmer hat zwei Türen. Einmal zum Flur,
zum Rest des Hauses und direkt eine Tür zu der Kleinen. Die Kleine hat einen
leichten Schlaf und da schließt es sich quasi von alleine aus,
dass man anfängt zu spielen.
Mit dem ersten Klatschen vom Paddel, Peitsche, was auch immer,
dreht sich die Lütte schon mal um, weil sie was hört.
Und dann ist da schon von Haus aus eine Unterbrechung drin.
Sebastian
Ja, also man will ja auch nicht, dass man da die eigenen Kinder als Zuschauer oder Zuhörer hat.
Dirk
Eben, und schon hast du im Hintergrund diese Spannung, werden wir erwischt,
sie zu uns vielleicht, wenn die Großen zufällig reinkommen würden,
ja, also ich weiß, alle drei würden die Tür aufmachen,
ja okay, ich komme später nochmal wieder, ja, mach mal weiter, Tür zu und gut.
Aber bei der Kleinen eben, man versucht das halt allgemein auch zu vermeiden,
dass man eben erwischt wird.
Und durch diesen leichten Schlaf, den sie hat, den sie von ihrer Mama geherbt
hat, dann ist das eben so.
Und wenn die Kleine tatsächlich auch mal aushäusig schläft, sei es bei Oma oder
bei ihrem leiblichen Papa oder bei Freunden, und man denkt sich so,
ey, heute Abend, selbst wenn die Großen da sind,
Wir könnten mal, kommt das auch öfter mal vor, dass wir beide einfach sagen,
boah, wir genießen die Ruhe, wir liegen einfach im Bett und gucken Netflix und schlafen ein.
Ach, um zehn muss der Hund noch raus, okay, gut, wer geht, gut, ne, und das war's dann.
Sebastian
Leidet ihr darunter?
Dirk
Ich leide nicht darunter.
Ela
Ich auch nicht. Weil es ist Tagsache so, also wenn wir spielen,
dann brauche ich die Zeit dafür und die Ruhe dafür,
dass ich mich wirklich fallen lassen kann, mich ihm hingeben kann und auch genießen
kann und auch danach in seinen Armen mich verstecken kann und den Schmerz danach leben kann.
Das ist für mich wichtig. Und aufgrund dessen, dass wir so eine große Patchwork-Family
sind, wo immer mal was ist, dann sein Schichtdienst,
meine Arbeit, die auch sehr anstrengend ist und mich auch körperlich sehr abverlangt,
gerade zur Zeit und auch noch andere schwierige Faktoren hinzukommen,
familiär ist es uns wichtiger, dass wir Zeit zusammen haben,
miteinander sind und die Ruhe haben.
Natürlich schlafen wir auch miteinander, aber es gibt keine Session.
Es sind Sachen mit eingebunden, natürlich zwischendurch auch,
wie zum Beispiel, dass er zwischendurch mich dann auch mal fistet,
was vollkommen okay ist.
Und wir da eben halt, ja, ich weiß nicht, wie ich das sagen soll,
also vermissen, nein, nicht unbedingt, nein.
Sebastian
Also ich würde das jetzt mal zusammenfassen mit, ihr habt so viel Trubel um
die Ohren, aber irgendwann wird die Zeit schon kommen.
Ela
Ja.
Sebastian
Ihr habt also da jetzt keinen Druck dahinter, das muss jetzt passieren.
Dirk
Genau.
Sebastian
Das wäre ja so eine Strategie, dass man ein bisschen so Kleinigkeiten so aus
dem DS-Kontext in den Alltag einbaut.
Also was weiß ich, befehle, morgen früh stehst du hier schön mit einem Kaffee
neben dem Bett und wartest, bis ich wach werde.
Dirk
Das macht ihr eben.
Sebastian
Ja.
Dirk
Also sie steht nicht mit dem Kaffee vor dem Bett, der Kaffee wird abends gekocht
und die hat Thermoskanne und steht quasi schon am Bett soweit.
Sebastian
Spinnt ihr da ein bisschen rum oder sagt ihr, naja gut, dann die Kleine,
naja was sind das, zwölf Jahre, dann ist die 17, also eher nochmal so 15 Jahre.
Dann sind wirklich alle Kinder so halbwegs aus dem Haus raus.
Dann könnt ihr aber richtig loslegen.
Dirk
Dann wird auch ein Raum ausgebaut. Spätestens.
Ela
Also die Fantasien für so ein Raum ausbauen sind schon da. Wir hätten ja auch
die Möglichkeit, zu unserem Nachbarn und Freund rüber zu gehen. Aber...
Sebastian
Es gibt Möglichkeiten, aber das ist mental einfach so ein, ihr seid ja jetzt
keine Teenager mehr, die dann jede Minute gehen müssen.
Ela
Also wir sind im Moment auch selber beide mental erschöpft, um auch eben halt
so für den Alltag eben halt so Kleinigkeiten mit einzubauen,
dass wir da überhaupt mental drüber nachdenken, ist im Moment so gar nicht so am Punkt.
Wir warten ab, was kommt und wenn wir Zeit haben, dann haben wir eben halt unsere Zeit.
Sebastian
Ich finde ja erstmal schön tatsächlich dieses Aufeinander-Eingehen und auch gucken.
Ich finde es auch gut, Dirk, dass du dann einfach auch schaust,
hier ist das ganze Leben, hier ist Trubel.
Okay, ich habe noch andere Probleme. Das läuft ja nicht weg.
Dirk
Genau.
Sebastian
Das Schöne ist ja, also ich sage mal scherzeshalber aus Potenzgründen haben
wir Kerle ja irgendwann, wenn wir alt sind, ein Problem.
Aber hauen, das können wir sehr lange.
Dirk
Genau.
Sebastian
Dafür sind wir noch bis weit über 70 gut, habe ich das Gefühl.
Nein, aber wirklich, es ist tatsächlich so, da ist einfach ganz viel Leben und
ganz viel Alltag, aber ich glaube, ihr seid beide mit eurer Sexualität zufrieden.
Dirk
Ja.
Sebastian
Es könnte mehr sein und intensiver und perverser und schmutziger und dreckiger.
Dirk
Ja, manchmal schon, das ist richtig. Ich bin aber, wie du sagst,
ich als Mann bin zufrieden.
Welcher Mann kann da schon von sich behaupten?
Das sind, glaube ich, wenige, weil die meisten sind halt mehr schwanzgesteuert
oder viele sind halt schwanzgesteuert, auch wenn ich so auf der Arbeit höre,
manche so, boah, gut. Anderes Thema.
Und ich kann von mir sagen, ich bin zufrieden. Ich war vorher in einer langen
Ehe und da war es halt normal, dass halt quasi nichts lief.
Ela
Also ich muss dazu auch sagen, ich habe Phasen, wenn er ankommt und sagt,
boah, ich bin schon wieder, ich könnte ja schon wieder und ich würde ja gerne
mal wieder. Und da denke ich mir dann innerlich, boah, Alter, nerv mich nicht.
Och, Schatzi, und ja, und dann kriegt er aber auch von mir zu sagen,
du, ey, geh weg. Lass mich mit dem Thema in Ruhe.
Und dann gibt es wieder Phasen, wo ich sage, okay, wir können, los, ab, zack, hopp.
So wie ich das fühle, kann man das gar nicht beschreiben.
Sebastian
Ich habe mir sagen lassen, ich kann solche Gespräche ganz gut zusammenfassen.
Ich werde das jetzt mal versuchen und damit den Gegenbeweis antreten.
Also BDSM ist Teil eures Sexleben. Es bestimmt es nicht, aber es ist eine Bereicherung.
Es ist einfach ganz normal. Das gehört halt dazu. Das kann man machen. Das macht Spaß.
Dirk
Ja, genau so ist es.
Sebastian
Super unaufgeregt. Es ist einfach eine Sexualpraktik wie jede andere auch.
Ela
Für mich ist es was Besonderes. In dem Augenblick, wo eine Session stattfindet,
ist es ja mehr als intensiv.
Sebastian
Gut, aber das ist ja für andere Sex auch.
Ela
Ja, aber BDSM ist noch mal intensiver.
Also so empfinde ich für mich persönlich das. Normalen Blümchen-Sex gibt es mal öfters.
Der ist schön, sehr schön. Ich genieße es wirklich jedes Mal.
Sebastian
Das sagen alle Perversen.
Ela
Ja, genau.
Sebastian
Das ist aber eigentlich Sex ohne irgendwie ein bisschen ...
Ela
Aber BDSM setzt da nochmal so die Krone obendrauf. Nicht das Krönchen,
sondern die Krone obendrauf.
Das ist dann schon richtig. intensiv und die Gefühle brennen mit einem durch
und man kann sich einfach fallen lassen.
Deswegen ist für mich BDSM wirklich die Krone.
Also es ist was Besonderes. Vor allen Dingen, weil ich auch einen Partner an
meiner Seite habe, wo ich mich wirklich fallen lassen kann.
Er schnitt es gerade dahin. Ja, es ist tagsüber so.
In den anderen Beziehungen, die ich hatte und auch kurzen Zwischenbeziehungen, die ich hatte.
Sebastian
Willst du wirklich jetzt Beziehungen miteinander vergleichen?
Ela
Nee, nein, eigentlich nicht. Nee, eigentlich nicht. Affären.
Sebastian
Ja, du merkst schon, ich habe so ein bisschen, weiß ich schon,
was ich immer rausschneiden muss und meistens ist es dieser Teil.
Weil das im Nachhinein immer eine blöde Idee war. Ich würde an der Stelle mal einen Punkt machen,
und würde ich jetzt gerade noch mal kurz ein bisschen das übliche Verabschiedungstralala
hier aufzählen, heute ein bisschen kürzer.
Was haben wir denn? Erstmal die Rundreise, ich habe jetzt lange ein halbes Jahr
davon erzählt, schon mal schön, Ende September, Anfang Oktober ist auf jeden
Fall Köln meine erste Station, da werde ich eine wundervolle Folge mitbringen, glaube ich.
Und im November ist dann Hamburg mal dran. Wenn man zu euch beiden irgendwie
Kontakt aufnehmen möchte, weil man irgendwas wissen will, nochmal Nachfragen
hat, dann geht das über mich am besten.
Dirk
Korrekt.
Sebastian
Das heißt, einfach eine E-Mail an Sebastian at Kunst, der Unvernunft.de und
dann werde ich das weiterleiten.
Dann könnt ihr ja selbst entscheiden, ob und wie ihr antworten wollt.
Ja, dann steht hier auf meinem Spick-Tettel noch Spendenaufruf Level 2.
Level 2 heißt, das klappt ganz toll in letzter Zeit.
Ich gucke da einmal die Woche aufs Konto und freue mich, dass das momentan kein
Problem darstellt, irgendwelche Bahntickets zu kaufen. Das ist super.
Natürlich gibt es jetzt auch andere Podcasts, die mich inspirieren und die sagen
immer, Leute, macht Daueraufträge. So einen Euro im Monat oder so.
Die Idee finde ich gar nicht so blöd.
Wer jetzt das machen möchte, er ist herzlich dazu eingeladen.
Jetzt habe ich es zumindest einmal erwähnt und gucke mal, was da passiert.
Gut, ja, Instagram und so weiter und so fort, da gibt es den Podcast auch überall,
das brauche ich heute aber nicht mehr zu erzählen, das habe ich wahrscheinlich
dann auch schon in der Einleitung, die vorweg kam, aber die ich erst demnächst
aufnehmen werde, gesagt, von daher lasse ich das weg.
Ja, und jetzt bleibt mir nur noch euch beiden hier ordentlich zu verabschieden.
Dankeschön, dass ihr hier wart und so offen und freimütig auch gesprochen habt
und euch das auch getraut habt, das finde ich ganz toll.
Dirk
Ja, vielen Dank für die Einladung. Hat Spaß gemacht. Vielen Dank für Spaß und Trank.
Sebastian
Ja, bitteschön. An Keksen soll es nicht scheitern.
Ela
Ja.
Sebastian
Kaffee gibt es ja auch. Vielen Dank. Kommt gut nach Hause.
Und euch, liebe Hörer, macht es gut. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.
Ela
Ciao, ciao.