WEBVTT

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Folge  - Spezial: Unvernunft meets Sexologisch

00:00:06.000 --> 00:00:15.000
Automatisches Transcript

00:00:38.000 --> 00:00:42.000
<v Sebastian>Hallo und herzlich willkommen zur Kunst der Unvernunft, dem Podcast, in dem es

00:00:42.000 --> 00:00:47.000
<v Sebastian>um BDSM geht. Und ja, huch, heute ist doch Mittwoch und da eine neue Folge. Das

00:00:47.000 --> 00:00:52.000
<v Sebastian>ist ein ganz sicheres Zeichen für eine Unvernunft-Spezialfolge. Heute mit

00:00:52.000 --> 00:00:57.000
<v Sebastian>Magdalena Heinzl vom Sexologisch-Podcast. Sie kommt aus Österreich und wenn

00:00:57.000 --> 00:01:01.000
<v Sebastian>jemand mit mir über Sex reden kann, dann ist sie das. Ich lese einfach mal von

00:01:01.000 --> 00:01:05.000
<v Sebastian>ihrer Webseite ein paar Dinge vor. Sie ist klinische Sexologin, ausgebildete

00:01:05.000 --> 00:01:10.000
<v Sebastian>Sozialarbeiterin, Sexualpädagogin und Theaterpädagogin, Supervisorin und noch ganz

00:01:10.000 --> 00:01:15.000
<v Sebastian>viel mehr, aber vor allem eine extrem charmante Gesprächspartnerin. Wir sprechen

00:01:15.000 --> 00:01:19.000
<v Sebastian>heute vor allem über Sex. Sex. Das Thema kommt ja in der Unvernunft ja eh immer

00:01:19.000 --> 00:01:24.000
<v Sebastian>viel zu kurz und vielleicht liegt das ja daran, dass BDSM ja viel zu einfach für

00:01:24.000 --> 00:01:28.000
<v Sebastian>uns ist. Warum sollten wir uns dann mit dem Rein- und Rausspiel begnügen? Ihr

00:01:28.000 --> 00:01:31.000
<v Sebastian>merkt schon, das sind steile Thesen von mir und ich bin froh, dass sich

00:01:31.000 --> 00:01:36.000
<v Sebastian>Magdalena diese Herausforderung gestellt hat. Über BDSM wird natürlich auch ein

00:01:36.000 --> 00:01:39.000
<v Sebastian>wenig gesprochen, denn diese Folge erscheint nicht nur in der Kunst der

00:01:39.000 --> 00:01:44.000
<v Sebastian>Unvernunft, sondern auch in Magdalenas Podcast, der heißt Sexologisch und den

00:01:44.000 --> 00:01:48.000
<v Sebastian>findet ihr auf sexologisch.com und natürlich in den Shownotes. Und nun geht's

00:01:48.000 --> 00:01:52.000
<v Sebastian>los mit dem Unvernunft-Spezial mit Magdalena von Sexologisch.

00:01:59.000 --> 00:02:03.000
<v Magdalena Heinzl>Ja, hallo und herzlich willkommen zu einer ganz wundervollen Sonderfolge. Ihr

00:02:03.000 --> 00:02:05.000
<v Magdalena Heinzl>hört jetzt dann gleich noch eine andere Stimme.

00:02:06.000 --> 00:02:11.000
<v Sebastian>Ja, hallo, hier ist Sebastian von der Kunst der Unvernunft, dem BDSM-Podcast und

00:02:11.000 --> 00:02:12.000
<v Sebastian>ja, hallo Magdalena.

00:02:12.000 --> 00:02:16.000
<v Magdalena Heinzl>Hi Sebastian, ich freue mich riesig, dass es geklappt hat und ich bin Magdalena

00:02:16.000 --> 00:02:21.000
<v Magdalena Heinzl>vom Sexologisch-Podcast und deswegen begrüßen wir heute quasi noch viel mehr

00:02:21.000 --> 00:02:25.000
<v Magdalena Heinzl>Menschen, weil wir gesagt haben, wir machen eine gemeinsame Folge, weil das

00:02:25.000 --> 00:02:29.000
<v Magdalena Heinzl>Thema super spannend ist und weil wir da beide einiges zu erzählen haben.

00:02:30.000 --> 00:02:34.000
<v Sebastian>Genau, also ich habe auf jeden Fall Nachholbedarf im Bereich Sexualität

00:02:34.000 --> 00:02:38.000
<v Sebastian>grundsätzlich, weil ich habe natürlich hier die BDSM-Nische. Vielleicht stellen

00:02:38.000 --> 00:02:41.000
<v Sebastian>wir uns beide für das jeweils andere Publikum ganz kurz vor, dass die so ein

00:02:41.000 --> 00:02:42.000
<v Sebastian>bisschen wissen, wer wir sind.

00:02:42.000 --> 00:02:44.000
<v Magdalena Heinzl>Sehr gerne, sehr gerne. Möchtest du anfangen?

00:02:46.000 --> 00:02:49.000
<v Sebastian>Ich habe jetzt natürlich gehofft, dass du anfängst, aber gut.

00:02:49.000 --> 00:02:50.000
<v Magdalena Heinzl>Bist schon so im Schwung.

00:02:50.000 --> 00:02:55.000
<v Sebastian>Ja, also ich bin Sebastian Stix. Ich mache seit 2018 den Podcast BDSM, die Kunst

00:02:55.000 --> 00:02:59.000
<v Sebastian>der Unvernunft. Das ist so ein Gesprächsformat. Da rede ich mit Menschen

00:02:59.000 --> 00:03:04.000
<v Sebastian>darüber, wie sie ganz persönlich BDSM erleben und ausleben. Es geht also gar

00:03:04.000 --> 00:03:08.000
<v Sebastian>nicht so sehr um Praktiken und wie etwas geht, sondern darum, wie das für

00:03:08.000 --> 00:03:11.000
<v Sebastian>jemanden ist, wie er dazugekommen ist, wie er sich entwickelt hat, das

00:03:11.000 --> 00:03:16.000
<v Sebastian>akzeptieren konnte für sich und ja, wie diese ganze Welt eben ist. und dann gibt

00:03:16.000 --> 00:03:18.000
<v Sebastian>es noch ein Live-Format und das ist dann auch noch alle zwei Wochen, also da ist

00:03:18.000 --> 00:03:22.000
<v Sebastian>eine ganze Menge los und es gibt ein tolles Publikum, die sich das gerne anhören

00:03:22.000 --> 00:03:26.000
<v Sebastian>und ja, liebes Publikum der Kunst und ich bin stolz auf euch

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<v Sebastian>und ja, Magdalena, du machst noch viel mehr.

00:03:32.000 --> 00:03:36.000
<v Magdalena Heinzl>Also ich freue mich ja riesig, weil das ist eine Zielgruppe, die ich natürlich

00:03:36.000 --> 00:03:42.000
<v Magdalena Heinzl>auch mitbediene. Aber ich bin Magdalena, Magdalena Heinzl von Sexologisch, habe

00:03:42.000 --> 00:03:47.000
<v Magdalena Heinzl>das gegründet in der Pandemie und bin seither ganz viel auf Social Media auch

00:03:47.000 --> 00:03:51.000
<v Magdalena Heinzl>unterwegs und eröffne jetzt bald auch, beziehungsweise vielleicht, wenn die

00:03:51.000 --> 00:03:55.000
<v Magdalena Heinzl>Folge erscheint, ist es sogar schon eröffnet jetzt im Juli, mein Zentrum für

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<v Magdalena Heinzl>sexuelle Bildung. Das heißt, ich bin klinische Sexologin und Sexualpädagogin und

00:03:59.000 --> 00:04:04.000
<v Magdalena Heinzl>habe es mir zum Beruf gemacht, mit Menschen über Sex und Sexualität zu sprechen.

00:04:05.000 --> 00:04:10.000
<v Magdalena Heinzl>Natürlich kommt da auch BDSM und Co. vor, nennen wir es mal so. Also alles

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<v Magdalena Heinzl>und auch mit allen Zielgruppen, also von Kindern, Jugendlichen über Erwachsene,

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<v Magdalena Heinzl>MultiplikatorInnen oder auch im Altenpflegeheim. Auch da kann man noch über

00:04:19.000 --> 00:04:23.000
<v Magdalena Heinzl>Sexualität sprechen, weil du das so so schön gesagt, dass ich bin auch total

00:04:23.000 --> 00:04:27.000
<v Magdalena Heinzl>stolz auf meine Community. Also ich glaube tatsächlich, wir

00:04:28.000 --> 00:04:32.000
<v Magdalena Heinzl>PodcasterInnen, wir werden ja total verloren eigentlich, wenn uns niemand

00:04:32.000 --> 00:04:36.000
<v Magdalena Heinzl>zuhören würde. Also es funktioniert ja nur dadurch, dass Menschen das

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<v Magdalena Heinzl>interessiert und zuhören. Deswegen ein großes Danke an alle, die einschalten

00:04:39.000 --> 00:04:40.000
<v Magdalena Heinzl>immer.

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<v Sebastian>Ja, sie hören zu und empfehlen natürlich immer fleißig weiter.

00:04:43.000 --> 00:04:43.000
<v Magdalena Heinzl>Schön.

00:04:43.000 --> 00:04:48.000
<v Sebastian>Das ist so schön, wir leben hier im Luxus. Okay, wir haben jetzt hier irgendwie

00:04:48.000 --> 00:04:53.000
<v Sebastian>Mitte Mai, glaube ich, irgendwie am Mittag und Und die Sonne brät mich hier auch

00:04:53.000 --> 00:04:58.000
<v Sebastian>gerade ein wenig und es ist so viel drumherum und so viel Zeugs. Und ja, womit

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<v Sebastian>fangen wir an? Also ich würde gerne mehr über Sex erfahren von dir.

00:05:03.000 --> 00:05:06.000
<v Magdalena Heinzl>Was willst du da konkret wissen? Da musst du genauer werden.

00:05:06.000 --> 00:05:10.000
<v Sebastian>Okay, also ich habe mir überlegt, ich habe da so eine These. Also es gibt ja

00:05:10.000 --> 00:05:16.000
<v Sebastian>viele Menschen, die mögen BDSM. Und BDSM, das kann eine sexuelle Neigung sein,

00:05:16.000 --> 00:05:20.000
<v Sebastian>das kann aber auch identitätsstiftend sein. Und da rückt die Sexualität

00:05:20.000 --> 00:05:23.000
<v Sebastian>vielleicht ein bisschen in den Hintergrund. Wir nennen das ja D/s, also Dominance and

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<v Sebastian>Submission und da ist so die Überlegung, Mensch, tritt Sexualität da in den

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<v Sebastian>Hintergrund oder brauche ich BDSM, damit Sex mir überhaupt Spaß macht und ich

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<v Sebastian>stelle bei mir persönlich fest, ich bin ja selbst BDSMer, was gibt mir Sex

00:05:39.000 --> 00:05:44.000
<v Sebastian>eigentlich noch isoliert und habe ich vielleicht verlernt, einfach Sex zu haben,

00:05:45.000 --> 00:05:51.000
<v Sebastian>weil ich halt immer dieses ganze Konstrukt drumherum habe und

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<v Sebastian>auch genieße. Und ja, da ist jetzt natürlich die Frage, was sagt die Expertin

00:05:55.000 --> 00:05:55.000
<v Sebastian>dazu?

00:05:56.000 --> 00:06:00.000
<v Sebastian>Vielleicht habe ich mich ja hier selber irgendwie versaut. Ich weiß es nicht.

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<v Magdalena Heinzl>Nein, nein, nein. Also versaut hat sich sowieso nie jemand. Als klinische

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<v Magdalena Heinzl>Sexologin habe ich den Vorteil, dass ich nicht so wie manch andere

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<v Magdalena Heinzl>sexualtherapeutische Richtung in irgendwas pathologisieren muss. Das heißt, ich

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<v Magdalena Heinzl>unterscheide nicht in gesund oder krank, sondern wir schauen uns an, was du im

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<v Magdalena Heinzl>Laufe deines Lebens in deiner Sexualität erlernen durftest und was du jetzt

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<v Magdalena Heinzl>einfach anwendest.

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<v Magdalena Heinzl>Und wenn ich, also das ist jetzt natürlich sehr runtergebrochen, da müsste man

00:06:29.000 --> 00:06:33.000
<v Magdalena Heinzl>ganz, ganz tief reingehen, ich will dich aber nicht exposen hier, aber bei ganz

00:06:33.000 --> 00:06:38.000
<v Magdalena Heinzl>vielen Menschen, die BDSM-Praktiken genießen und dieses Szenario würde ich es ja

00:06:38.000 --> 00:06:42.000
<v Magdalena Heinzl>fast nennen, also man inszeniert was, man bereitet sich darauf vor. Das ist ja

00:06:42.000 --> 00:06:46.000
<v Magdalena Heinzl>nichts, was man einfach so mit Schnips sofort hinbekommt. Manchmal vielleicht

00:06:46.000 --> 00:06:51.000
<v Magdalena Heinzl>schon, aber gerade wenn es dann um Kleidung geht, um Räume geht, um Spielsachen

00:06:51.000 --> 00:06:56.000
<v Magdalena Heinzl>und darum, dass man vorher auch ausmacht und vereinbart, was wollen wir denn wie

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<v Magdalena Heinzl>machen. Sachen.

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<v Magdalena Heinzl>Das alles sind ja Dinge, die viele oft

00:07:04.000 --> 00:07:07.000
<v Magdalena Heinzl>nicht bei der Sexualität mit drin haben. Aber das Spannende ist gerade, das

00:07:07.000 --> 00:07:12.000
<v Magdalena Heinzl>finde ich eigentlich cool, wenn die Leute zu mir in die Praxis kommen. Und sie

00:07:12.000 --> 00:07:15.000
<v Magdalena Heinzl>kommen ja eigentlich nur dann, wenn sie was stört. Das heißt, ansonsten ist

00:07:15.000 --> 00:07:21.000
<v Magdalena Heinzl>Sexualität sowieso nie ein Problem. Aber die kommen dann oft und sagen, ich kann

00:07:21.000 --> 00:07:25.000
<v Magdalena Heinzl>zum Beispiel nur noch so, wenn es ein Problem für die Person selbst ist. Das

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<v Magdalena Heinzl>Interessante ist, dass bei den meisten BDSMern Spannung und Körperanspannung und

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<v Magdalena Heinzl>hoher Rhythmus eine große Bedeutung haben. Das heißt, dieses

00:07:36.000 --> 00:07:40.000
<v Magdalena Heinzl>Inszenieren und sich darauf vorbereiten erzeugt natürlich eine gewisse Spannung.

00:07:40.000 --> 00:07:45.000
<v Magdalena Heinzl>Das ist aufregend, das ist mittlerweile nicht mehr ganz so verrucht und

00:07:45.000 --> 00:07:49.000
<v Magdalena Heinzl>verschrien, aber trotzdem in der Mehrheitsgesellschaft immer noch so, oh mein

00:07:49.000 --> 00:07:54.000
<v Magdalena Heinzl>Gott, was machen die da? Und natürlich erzeugt das im Körper Anspannung und

00:07:54.000 --> 00:07:57.000
<v Magdalena Heinzl>diese Anspannung brauchen ganz viele Menschen, um überhaupt zum Orgasmus zu

00:07:57.000 --> 00:08:00.000
<v Magdalena Heinzl>kommen, geschweige denn in eine sexuelle Erregung zu kommen. Das ist sogar der

00:08:00.000 --> 00:08:04.000
<v Magdalena Heinzl>Großteil der Menschen, deswegen findet das auch gerade so Anklang.

00:08:04.000 --> 00:08:08.000
<v Sebastian>Wenn du jetzt sagst, der Großteil der Menschen. Also ich habe eine Beobachtung

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<v Sebastian>gemacht. Als BDSMer sehe ich überall BDSM-Handlungen und Praktiken.

00:08:13.000 --> 00:08:19.000
<v Sebastian>Und dann denke ich mir, Mensch, eigentlich macht doch fast jede Person mehr oder

00:08:19.000 --> 00:08:23.000
<v Sebastian>weniger BDSM. Die nennen es nur nicht so, aber irgendwas machen sie in dem

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<v Sebastian>Bereich. Und als Nicht-BDSMer habe ich das Gefühl, da ist das so diese Schwelle,

00:08:29.000 --> 00:08:32.000
<v Sebastian>oh Gott, was ich mache, könnte BDSM sein. Das möchten die Menschen vielleicht

00:08:32.000 --> 00:08:36.000
<v Sebastian>gar nicht so wahrnehmen. Und dann ist das, was sie tun, für sie selbst kein

00:08:36.000 --> 00:08:40.000
<v Sebastian>BDSM. Aber ich würde, wenn ich drauf gucke, sagen, oh, das ist definitiv BDSM.

00:08:40.000 --> 00:08:43.000
<v Sebastian>Wie siehst du das? Wie ist die Schnittmenge da?

00:08:44.000 --> 00:08:47.000
<v Magdalena Heinzl>ich glaube, da gibt es eine große Schnittmenge. So wie du sagst, das ist halt

00:08:47.000 --> 00:08:49.000
<v Magdalena Heinzl>eine Frage der Perspektive.

00:08:50.000 --> 00:08:55.000
<v Magdalena Heinzl>Und das ist wie, das ist jetzt vielleicht nicht ein perfekter Vergleich, aber

00:08:55.000 --> 00:09:01.000
<v Magdalena Heinzl>das sind wie die Menschen, die sich total abgrenzen müssen zu queerer

00:09:01.000 --> 00:09:05.000
<v Magdalena Heinzl>Sexualität oder zu queeren Menschen. Ich bin ja nicht schwul oder so, wenn ich

00:09:05.000 --> 00:09:09.000
<v Magdalena Heinzl>auf Analsex stehe, weil dann würde das das bedeuten, weil es etwas Negatives ist

00:09:09.000 --> 00:09:15.000
<v Magdalena Heinzl>oder als Negatives verwendet wird einfach. Ich finde, das ist auch so eine

00:09:15.000 --> 00:09:21.000
<v Magdalena Heinzl>Sache und beim BDSM gibt es halt auch viele Vorurteile und so, das machen ja nur

00:09:21.000 --> 00:09:25.000
<v Magdalena Heinzl>irgendwie schräge Vögel und das tut man nicht. Oder das andere, das ist ja so

00:09:25.000 --> 00:09:30.000
<v Magdalena Heinzl>Christian Grey und sowas von Fifty Shades of Grey und da gibt es halt nur diese

00:09:30.000 --> 00:09:34.000
<v Magdalena Heinzl>Assoziation dazu, was ja auch viel zu kurz gedacht ist. Aber da kannst du

00:09:34.000 --> 00:09:35.000
<v Magdalena Heinzl>bestimmt mehr erzählen.

00:09:35.000 --> 00:09:39.000
<v Sebastian>Ja, über Fifty Shades of Grey rede ich immer so ungern, also,

00:09:39.000 --> 00:09:43.000
<v Magdalena Heinzl>Aber das wirst du in jedem scheiß Podcast gefragt, wenn es um BDSM geht, oder?

00:09:43.000 --> 00:09:48.000
<v Sebastian>ich habe die Messlatte für so Filme und solche Sachen inzwischen so gelegt, wenn

00:09:48.000 --> 00:09:52.000
<v Sebastian>ich mich nicht drüber aufrege, dann bin ich schon relativ zufrieden. Es gibt

00:09:52.000 --> 00:09:56.000
<v Sebastian>eine Netflix-Serie, Bonding heißt sie und Staffel 2, die ist genau auf dieser

00:09:56.000 --> 00:10:02.000
<v Sebastian>Grenze. Ja, das ist okay. Ich fühle mich da jetzt nicht missverstanden. Es

00:10:02.000 --> 00:10:06.000
<v Sebastian>ist natürlich Film und da ist es ein bisschen alles hoch zugespitzt und

00:10:06.000 --> 00:10:09.000
<v Sebastian>dramatisiert und keine Ahnung was. Das muss ja auch ein bisschen Effekt sein,

00:10:09.000 --> 00:10:15.000
<v Sebastian>das ist okay, aber ist halt schwierig. Wobei, gerade so Sachen wie Fifty Shades

00:10:15.000 --> 00:10:19.000
<v Sebastian>haben natürlich den Vorteil, dass sie, naja, Vorteil, also BDSMer empfinden das,

00:10:19.000 --> 00:10:25.000
<v Sebastian>was dort passiert, als toxisch. Das widerspricht dem Konsensverständnis, dem

00:10:25.000 --> 00:10:29.000
<v Sebastian>wir machen hier etwas Gemeinsames, es soll schön sein, aber für Menschen, die

00:10:29.000 --> 00:10:33.000
<v Sebastian>nicht in der Bubble drin sind, die sehen dieses toxische Zeug alles gar nicht.

00:10:33.000 --> 00:10:37.000
<v Sebastian>Die finden das vielleicht spannend und anregend und kommen vielleicht so ein

00:10:37.000 --> 00:10:39.000
<v Sebastian>bisschen dazu, sich damit zu beschäftigen.

00:10:40.000 --> 00:10:45.000
<v Magdalena Heinzl>Und kommen dann drauf, dass das, was sie da gezeigt gekriegt haben, gar nicht

00:10:45.000 --> 00:10:49.000
<v Magdalena Heinzl>der Realität entspricht. Vor allem, wenn es ums Konsensprinzip geht. Das war

00:10:49.000 --> 00:10:52.000
<v Magdalena Heinzl>auch das, was mich so gestört hat an diesem Film. Aber ich war tatsächlich auch

00:10:52.000 --> 00:10:56.000
<v Magdalena Heinzl>nie so ein Riesenfan, interessanterweise. Vielleicht auch einfach, weil ich die

00:10:56.000 --> 00:10:59.000
<v Magdalena Heinzl>Schauspieler nicht so toll gefunden habe. Aber wir wollten uns ja nicht über

00:10:59.000 --> 00:11:00.000
<v Magdalena Heinzl>irgendwas aufregen.

00:11:01.000 --> 00:11:05.000
<v Sebastian>Genau. Pass auf, ich bleib nochmal beim Sex hängen. Ich hab hier im Vorfeld

00:11:05.000 --> 00:11:10.000
<v Sebastian>überlegt, wann hatte ich das letzte Mal, und ein bisschen schummel ich jetzt,

00:11:10.000 --> 00:11:13.000
<v Sebastian>weil ich will ja gar nicht so viel aus meinem Privatleben erzählen, aber so,

00:11:13.000 --> 00:11:19.000
<v Sebastian>wann hatte ich das letzte Mal ganz normalen Sex? So ohne BDSM, genau,

00:11:19.000 --> 00:11:21.000
<v Sebastian>also ohne BDSM-Elemente.

00:11:21.000 --> 00:11:22.000
<v Magdalena Heinzl>Was ist denn normaler Sex? Was ist stinknormaler Sex? Was sind

00:11:22.000 --> 00:11:23.000
<v Magdalena Heinzl>BDSM-Elemente?

00:11:23.000 --> 00:11:23.000
<v Sebastian>Und

00:11:23.000 --> 00:11:24.000
<v Sebastian>das ist der Punkt.

00:11:24.000 --> 00:11:26.000
<v Magdalena Heinzl>Wo fängt das an? Wo fängt das an, ja?

00:11:26.000 --> 00:11:29.000
<v Sebastian>Also wenn ich der Meinung bin, ich habe jetzt hier die Macht und ich habe die

00:11:29.000 --> 00:11:34.000
<v Sebastian>Kontrolle, dann ist in meinem Kopf schon der Schalter umgelegt. Oder ich fasse

00:11:34.000 --> 00:11:38.000
<v Sebastian>ein bisschen fester an. Oder es gibt immer irgendwelche Handlungen, ganz

00:11:38.000 --> 00:11:44.000
<v Sebastian>intuitiv, da würde ich ganz klar sagen, das ist jetzt Ausdruck meiner Liebe zu

00:11:44.000 --> 00:11:48.000
<v Sebastian>BDSM. Ich sag mal so, der Sex im Sinne von

00:11:48.000 --> 00:11:53.000
<v Sebastian>rauf, ein bisschen bewegen, Orgasmus, tada,

00:11:54.000 --> 00:11:55.000
<v Sebastian>fertig, einschlafen.

00:11:56.000 --> 00:12:01.000
<v Sebastian>Hm, das ist etwas, was für mich persönlich etwas ist, wo ich sage, hm, warum

00:12:01.000 --> 00:12:06.000
<v Sebastian>sollte ich das tun? Und ich habe aber das Gefühl, wenn ich deinen Podcast-Folgen

00:12:06.000 --> 00:12:12.000
<v Sebastian>so zuhöre, das könnte viel besser sein, irgendwas mache ich und ich sage das

00:12:12.000 --> 00:12:16.000
<v Sebastian>mal, ich jetzt für viele BDSM-erInnen, irgendwas machen wir da falsch oder wir

00:12:16.000 --> 00:12:20.000
<v Sebastian>erwarten zu viel oder wir brauchen zu viel Spektakel, ich weiß das nicht. Also

00:12:20.000 --> 00:12:25.000
<v Sebastian>einfach schöner, ganz simpler, natürlicher Sex. Was ist das überhaupt noch?

00:12:26.000 --> 00:12:26.000
<v Sebastian>Gibt's das?

00:12:27.000 --> 00:12:32.000
<v Magdalena Heinzl>Gibt es das? Ich glaube, das gibt es nicht als Definition, weil wir ja alle

00:12:32.000 --> 00:12:38.000
<v Magdalena Heinzl>immer glauben, der Sex, der ist so und so in der normalen Welt. Und das stimmt

00:12:38.000 --> 00:12:41.000
<v Magdalena Heinzl>halt einfach überhaupt nicht. Das ist dasselbe wie, ich masturbiere eh normal.

00:12:41.000 --> 00:12:42.000
<v Magdalena Heinzl>Das erzähle ich ganz gern.

00:12:44.000 --> 00:12:47.000
<v Magdalena Heinzl>Ich frage das meine KlientInnen, um irgendwie so ein bisschen rauszufinden, was

00:12:47.000 --> 00:12:51.000
<v Magdalena Heinzl>sie im System etabliert haben, das heißt, was sie gut können, was sie in die

00:12:51.000 --> 00:12:55.000
<v Magdalena Heinzl>Erregung bringt, was sie lustvoll empfinden und da höre ich ganz häufig ja eh

00:12:55.000 --> 00:12:59.000
<v Magdalena Heinzl>normal, aber dieses eh normal ist halt so willkürlich, weil ich dir erzählen

00:12:59.000 --> 00:13:04.000
<v Magdalena Heinzl>kann, dass bestimmt alle anders masturbieren, auch wenn sie glauben, dass es

00:13:04.000 --> 00:13:08.000
<v Magdalena Heinzl>nicht so ist und das ist das Interessante, wenn man das mal hinterfragt. Also

00:13:08.000 --> 00:13:14.000
<v Magdalena Heinzl>ich glaube, es gibt gar kein normal und, also so stinknormaler Sex,

00:13:14.000 --> 00:13:18.000
<v Magdalena Heinzl>so Vanilla-Sex, wie ihr ja immer liebevoll sagt. Oder nicht?

00:13:18.000 --> 00:13:21.000
<v Sebastian>Ja, das sagen wir, aber das sagen wir ja wertschätzend.

00:13:21.000 --> 00:13:24.000
<v Magdalena Heinzl>Ja eh, sage ich ja, liebevoll, liebevoll.

00:13:24.000 --> 00:13:28.000
<v Sebastian>Wobei wir uns, ja, das ist momentan noch so ein Streitthema. Wie nennt

00:13:28.000 --> 00:13:31.000
<v Sebastian>man die Menschen, die BDSM nicht mögen? Wir suchen da gerade alle noch so den

00:13:31.000 --> 00:13:35.000
<v Sebastian>richtigen Begriff, der einfach passt. Wir wollen natürlich das Wort nicht nicht

00:13:35.000 --> 00:13:36.000
<v Sebastian>drin haben.

00:13:37.000 --> 00:13:43.000
<v Sebastian>Aber ich nehme mal die Challenge. Ich versuche Sex zu haben

00:13:43.000 --> 00:13:47.000
<v Sebastian>ohne BDSM-Elemente. Vielleicht fehlt mir einfach die Fantasie. Was kann ich da

00:13:47.000 --> 00:13:53.000
<v Sebastian>tun? Also, du merkst, ich versuche, dich so ein bisschen aus dir rauszukitzeln.

00:13:54.000 --> 00:13:58.000
<v Sebastian>Wenn ich mir vorstelle, Menschen, die einfach mit BDSM nix am Hut haben, auch im

00:13:58.000 --> 00:14:00.000
<v Sebastian>Kopf, die da sagen, ach, diese Fantasien, das lehne ich eher ab.

00:14:02.000 --> 00:14:07.000
<v Sebastian>Wie hat man einfach schönen Sex? Was ist da auf jeden Fall Bestandteil oder was

00:14:07.000 --> 00:14:08.000
<v Sebastian>auch gerade nicht?

00:14:08.000 --> 00:14:13.000
<v Magdalena Heinzl>wird immer schwieriger, weil gerade wenn es um das Thema Fantasie geht, ich

00:14:13.000 --> 00:14:18.000
<v Magdalena Heinzl>glaube, dass fast alle Menschen Fantasien haben in irgendeiner Art und Weise und

00:14:18.000 --> 00:14:22.000
<v Magdalena Heinzl>ich würde auch sagen, dass Leute, die vermeintlich stinknormalen Sex haben, oft

00:14:22.000 --> 00:14:25.000
<v Magdalena Heinzl>ganz andere Fantasien im Kopf ablaufen haben, um in die Erregung zu kommen.

00:14:25.000 --> 00:14:26.000
<v Sebastian>Es tut mir leid.

00:14:26.000 --> 00:14:31.000
<v Magdalena Heinzl>Ist das dann schon BDSM, wenn ich mir im Kopf vorstelle, dass mein

00:14:31.000 --> 00:14:36.000
<v Magdalena Heinzl>Partner oder vielleicht auch eine ganz fremde Person mich gerade richtig hart

00:14:36.000 --> 00:14:39.000
<v Magdalena Heinzl>rannimmt oder ich eigentlich gerade einen Dreier habe? Also ist das dann schon

00:14:39.000 --> 00:14:44.000
<v Magdalena Heinzl>BDSM oder nicht, wenn ich die Fantasie in diese Richtung habe oder nicht?

00:14:45.000 --> 00:14:49.000
<v Sebastian>Würdest du sagen, dass fast alle Menschen solche Fantasien haben?

00:14:49.000 --> 00:14:54.000
<v Magdalena Heinzl>Der Großteil. Also es gibt keine erwiesenen Studien, aber ich erzähle jetzt

00:14:54.000 --> 00:14:58.000
<v Magdalena Heinzl>einfach aus meiner Praxis und da kriege ich ja doch vieles mit. Und der Großteil

00:14:58.000 --> 00:15:04.000
<v Magdalena Heinzl>der Menschen braucht einen hohen Muskeltonus, viel Anspannung und einen hohen

00:15:04.000 --> 00:15:09.000
<v Magdalena Heinzl>Rhythmus, um überhaupt in die Erregung und dann zum Orgasmus zu kommen. Und wir

00:15:09.000 --> 00:15:14.000
<v Magdalena Heinzl>stellen uns in den Filmen aber immer einen Sex vor, der leidenschaftlich ist,

00:15:14.000 --> 00:15:18.000
<v Magdalena Heinzl>der lange dauert. Und das schließt sich jetzt alles nicht aus. Ich nenne jetzt

00:15:18.000 --> 00:15:24.000
<v Magdalena Heinzl>mal die Stereotype, wo ganz viel geatmet und gestöhnt wird. Und die fast tanzen

00:15:24.000 --> 00:15:28.000
<v Magdalena Heinzl>beim Sex, weil sie sich, also die bewegen sich ja so rund und so alles. Das ist

00:15:28.000 --> 00:15:33.000
<v Magdalena Heinzl>so ein bisschen das Bild, was wir oft so romantisiert dargestellt bekommen. Und

00:15:33.000 --> 00:15:37.000
<v Magdalena Heinzl>bei vielen ist es halt, aber trotzdem, wenn man sich so auch Mainstream-Pornos

00:15:37.000 --> 00:15:42.000
<v Magdalena Heinzl>anschaut, klassischer Rammelsex, wo es viel um Körperspannung geht, viel um

00:15:42.000 --> 00:15:48.000
<v Magdalena Heinzl>schnelle Rhythmen, um diese Stoßen und auch, natürlich, wenn ich so ein

00:15:48.000 --> 00:15:51.000
<v Magdalena Heinzl>Spannungsmensch bin und sage, boah, ja, ich brauche diese Körperspannung, dann

00:15:51.000 --> 00:15:56.000
<v Magdalena Heinzl>inszeniere ich gern rundherum. Dann inszeniere ich,

00:15:56.000 --> 00:16:01.000
<v Magdalena Heinzl>boah, ich fände es geil, wenn du Dirty Talk machst. Oder es erregt mich, wenn

00:16:01.000 --> 00:16:05.000
<v Magdalena Heinzl>ich hier an der Halskehle quasi so ein bisschen gewürgt werde. Oft muss es ja

00:16:05.000 --> 00:16:09.000
<v Magdalena Heinzl>gar nicht fest sein, aber alleine dieses zu spüren, okay, da wird es enger,

00:16:09.000 --> 00:16:15.000
<v Magdalena Heinzl>macht eine Anspannung im Körper. Das ist so ein Reflex. Und wir Sexologen sagen

00:16:15.000 --> 00:16:21.000
<v Magdalena Heinzl>oft, dass wenn ich viel inszenieren muss von außen, dann habe ich vielleicht

00:16:21.000 --> 00:16:26.000
<v Magdalena Heinzl>nicht eine so ganz so große Wahrnehmung. Weil Leute, die total gut bei sich sein

00:16:26.000 --> 00:16:30.000
<v Magdalena Heinzl>können, und das ist ja die große Krux, wir wollen bei uns selber sein und uns

00:16:30.000 --> 00:16:32.000
<v Magdalena Heinzl>selber gut spüren können und gleichzeitig in Kontakt mit jemand anderem sein.

00:16:33.000 --> 00:16:37.000
<v Magdalena Heinzl>Und da scheitert es ja ganz oft. Also wann schaffen wir denn diese Brücke

00:16:37.000 --> 00:16:41.000
<v Magdalena Heinzl>tatsächlich richtig gut, sodass wir sagen, boah, ja, ich war voll bei mir, aber

00:16:41.000 --> 00:16:45.000
<v Magdalena Heinzl>auch voll bei der anderen. Das war so richtig Connection pur. Das ist ja auch

00:16:45.000 --> 00:16:46.000
<v Magdalena Heinzl>utopisch irgendwie.

00:16:47.000 --> 00:16:52.000
<v Magdalena Heinzl>Aber das heißt, wenn man mehr schaut, was macht mein Körper gerade und mehr bei

00:16:52.000 --> 00:16:56.000
<v Magdalena Heinzl>der Wahrnehmung auch bei sich selber bleibt, kann es sein, dass man nicht mehr

00:16:56.000 --> 00:16:59.000
<v Magdalena Heinzl>so viel von außen inszenieren muss. Und da meine ich jetzt bitte nicht nur BDSM,

00:17:00.000 --> 00:17:05.000
<v Magdalena Heinzl>sondern Verliebtheit ist in Wahrheit auch eine Inszenierung im Außen, weil da

00:17:05.000 --> 00:17:09.000
<v Magdalena Heinzl>sind dann halt die Hormone und alle so, oh mein Gott, ich kenne die Person nicht

00:17:09.000 --> 00:17:11.000
<v Magdalena Heinzl>und wie riecht die und wie sieht die aus und was macht die? Das ist ja auch

00:17:11.000 --> 00:17:17.000
<v Magdalena Heinzl>aufregend. Also jeder nutzt dann halt andere Tools, um diese Aufregung im Außen

00:17:17.000 --> 00:17:22.000
<v Magdalena Heinzl>irgendwie zu kreieren, weil man merkt, boah, das wirkt super auf meine Lust. Das

00:17:22.000 --> 00:17:26.000
<v Magdalena Heinzl>bringt mich total in die Erregung, bringt mich in die Lust und bam, fetzt. Und

00:17:26.000 --> 00:17:32.000
<v Magdalena Heinzl>deswegen sind ganz viele in Langzeitbeziehungen zum Beispiel irgendwie so

00:17:32.000 --> 00:17:37.000
<v Magdalena Heinzl>weniger Lust. Das liegt ganz häufig nicht daran, dass man die andere Person

00:17:37.000 --> 00:17:40.000
<v Magdalena Heinzl>nicht mehr attraktiv findet oder so, sondern irgendwann kennt man sich, man

00:17:40.000 --> 00:17:44.000
<v Magdalena Heinzl>kennt die Person, man weiß, wie die riecht, man weiß, wie die Person sich bewegt

00:17:44.000 --> 00:17:49.000
<v Magdalena Heinzl>und dann versucht man was Neues, weil unser Hirn halt wieder Spannung und

00:17:49.000 --> 00:17:53.000
<v Magdalena Heinzl>Aufregung will. So, jetzt ganz, ganz simpel runtergebrochen. Mein Lehrer wird

00:17:53.000 --> 00:17:58.000
<v Magdalena Heinzl>mich vermutlich jetzt schimpfen, weil ich so vereinfacht gesagt habe, aber es

00:17:58.000 --> 00:18:02.000
<v Magdalena Heinzl>ist so ein komplexes Modell, dieses Sexocorporel und schaut einfach wirklich auf

00:18:02.000 --> 00:18:06.000
<v Magdalena Heinzl>diese ganz, ganz, ganz individuelle Sexualität von jedem Menschen. Aber

00:18:06.000 --> 00:18:10.000
<v Magdalena Heinzl>vielleicht hat es bei dir ja jetzt schon ein paar Fragen eröffnet. Ich nehme an.

00:18:10.000 --> 00:18:15.000
<v Sebastian>Ja, Fragen. Fragen habe ich immer. Also ich überlege gerade, wenn ich BDSM genug

00:18:15.000 --> 00:18:21.000
<v Sebastian>ausweite von der Definition her, dann kann ich alle Menschen, fast alle Menschen

00:18:21.000 --> 00:18:25.000
<v Sebastian>einschließen. Das funktioniert dann schon irgendwie. Ein bisschen Macht und

00:18:25.000 --> 00:18:30.000
<v Sebastian>Ohnmacht vielleicht. Und es ist vielleicht auch mal ein bisschen unangenehm. Und

00:18:30.000 --> 00:18:34.000
<v Sebastian>in dem Moment, wo ich da reingehe, ich könnte die Definition soweit ausweiten

00:18:34.000 --> 00:18:39.000
<v Sebastian>und dann bin ich selber auch eine Person, die Sex hat wie jeder andere auch.

00:18:40.000 --> 00:18:43.000
<v Sebastian>Nur, dass ich natürlich dann noch ein paar Tools habe, die heißen dann ein

00:18:43.000 --> 00:18:48.000
<v Sebastian>bisschen mehr BDSM und dann kann ich natürlich spannende Dinge noch drum herum

00:18:48.000 --> 00:18:52.000
<v Sebastian>machen. Du hast gesagt Inszenierung. Das finde ich tatsächlich spannend, weil wo

00:18:52.000 --> 00:18:58.000
<v Sebastian>fängt denn überhaupt Sex an? Also Sex kann natürlich sein, klar, man

00:18:58.000 --> 00:19:04.000
<v Sebastian>vögelt miteinander, ganz simpel. Aber wo beginnt für dich als Sexologin

00:19:04.000 --> 00:19:06.000
<v Sebastian>das sexuelle Miteinander?

00:19:07.000 --> 00:19:13.000
<v Magdalena Heinzl>Also als Sexologin würde ich alles als Sex definieren, wo eine genitale

00:19:13.000 --> 00:19:16.000
<v Magdalena Heinzl>Erregung zu spüren ist. Da geht es nicht um eine Erektion, sondern um dieses

00:19:16.000 --> 00:19:22.000
<v Magdalena Heinzl>Erregungsgefühl, dieses Kribbeln, dieses ich habe so richtig

00:19:22.000 --> 00:19:28.000
<v Magdalena Heinzl>Bock. Das braucht es. Das wäre für mich alles Sex. Das heißt, das kann ich

00:19:28.000 --> 00:19:31.000
<v Magdalena Heinzl>wunderbar alleine haben, das kann ich in Situationen haben, wo ich überhaupt

00:19:31.000 --> 00:19:36.000
<v Magdalena Heinzl>keine Erektion habe, also keine körperliche Reaktion darauf, sondern nur dieses

00:19:36.000 --> 00:19:41.000
<v Magdalena Heinzl>Spüren, dieses boah, jetzt wäre es geil. Das ist für mich alles Sex. Und ich

00:19:41.000 --> 00:19:44.000
<v Magdalena Heinzl>weiß, da würden jetzt vermutlich viele einen Schuh werfen, so, das gibt es ja

00:19:44.000 --> 00:19:46.000
<v Magdalena Heinzl>nicht, weil dann habe ich ja in Wahrheit auch Sex, wenn ich die Nackte auf Seite

00:19:46.000 --> 00:19:48.000
<v Magdalena Heinzl>5 in der Kronenzeitung anschaue oder so.

00:19:52.000 --> 00:19:58.000
<v Sebastian>Finde ich spannend, weil das heißt, ich versuche als BDSM auslebende Person,

00:19:58.000 --> 00:20:02.000
<v Sebastian>versuche ich ja diese Spannung auch mit in den Alltag zu nehmen. Es gibt ja das

00:20:02.000 --> 00:20:06.000
<v Sebastian>Konstrukt von D/s, ich erkläre es jetzt ein bisschen genauer, weil ich nicht

00:20:06.000 --> 00:20:08.000
<v Sebastian>weiß, wie weit du dein Publikum schon vorgebrieft hast.

00:20:08.000 --> 00:20:09.000
<v Magdalena Heinzl>Gerne, gerne, gerne.

00:20:09.000 --> 00:20:14.000
<v Sebastian>Also dieses, dass ich diese Rituale, Regeln im Alltag etabliere und

00:20:14.000 --> 00:20:18.000
<v Sebastian>damit versuche, so eine Grundspannung immer aufrechtzuerhalten. Das heißt, das

00:20:18.000 --> 00:20:22.000
<v Sebastian>ist aus seiner Sicht eine sexuelle Inszenierung.

00:20:23.000 --> 00:20:29.000
<v Magdalena Heinzl>Ja, natürlich. Also auch wenn ich gewisse Regeln mir ausmache, natürlich. Weil

00:20:29.000 --> 00:20:33.000
<v Magdalena Heinzl>ich weiß ja, worauf es dann, auch wenn das erst in zwei, drei, vier, fünf Tagen

00:20:33.000 --> 00:20:37.000
<v Magdalena Heinzl>ist, hinauslaufen wird. Also das macht es ja noch spannender, wenn sich das so

00:20:37.000 --> 00:20:41.000
<v Magdalena Heinzl>aufbaut, wenn ich weiß, das gehört eigentlich schon zum Spiel und das ist quasi

00:20:41.000 --> 00:20:42.000
<v Magdalena Heinzl>schon mit drin.

00:20:44.000 --> 00:20:47.000
<v Magdalena Heinzl>Also, allein wenn ich da zuhöre und mir das vorstelle, ist das Aufregung pur.

00:20:48.000 --> 00:20:49.000
<v Magdalena Heinzl>Ich

00:20:49.000 --> 00:20:53.000
<v Sebastian>Ja, wir geben alle dann immer unser Bestes und manchmal ist es ganz schwierig

00:20:53.000 --> 00:20:57.000
<v Sebastian>oder man will zu viel, man muss viel experimentieren und ausprobieren. Ich mag

00:20:57.000 --> 00:21:03.000
<v Sebastian>es mal umdrehen. Gibt es was, wo du sagst, Mensch, das ist an BDSM etwas, was

00:21:03.000 --> 00:21:04.000
<v Sebastian>ich vielleicht ein bisschen erläutern kann?

00:21:05.000 --> 00:21:10.000
<v Magdalena Heinzl>finde das eh spannend, weil was ist denn BDSM? Weil immer wenn ich Leute frage,

00:21:10.000 --> 00:21:15.000
<v Magdalena Heinzl>die BDSM praktizieren und sagen, sie gehören da dazu, sagen viele so, na, ich

00:21:15.000 --> 00:21:18.000
<v Magdalena Heinzl>will das jetzt nicht definieren für die Community, weil das so individuell ist

00:21:18.000 --> 00:21:23.000
<v Magdalena Heinzl>und ich will auch nicht, dass mir da jemand dann irgendwie eine schlechte

00:21:23.000 --> 00:21:28.000
<v Magdalena Heinzl>Rückmeldung gibt. Was erzählst du da? So ist es ja gar nicht. Hast du denn eine

00:21:28.000 --> 00:21:30.000
<v Magdalena Heinzl>Definition? Was ist alles BDSM?

00:21:30.000 --> 00:21:34.000
<v Sebastian>Boah, also der Podcast hat so einen Slogan, den habe ich schon lange nicht mehr

00:21:34.000 --> 00:21:38.000
<v Sebastian>gesagt. Ich sage immer, BDSM ist absolut unvernünftig, macht aber unglaublich

00:21:38.000 --> 00:21:39.000
<v Sebastian>viel Spaß.

00:21:40.000 --> 00:21:45.000
<v Sebastian>Und gerade diese Unvernunft dabei, also ich tue Dinge, die jetzt auf den ersten

00:21:45.000 --> 00:21:49.000
<v Sebastian>Blick vielleicht nicht notwendig sind oder die dort nicht unbedingt einen Sinn

00:21:49.000 --> 00:21:53.000
<v Sebastian>ergeben, aber sie machen mir irgendwie Spaß und Freude und entzünden ein Feuer

00:21:53.000 --> 00:21:59.000
<v Sebastian>in einem. Ich glaube, das würde ich so als grundsätzliche Definition

00:21:59.000 --> 00:22:04.000
<v Sebastian>hernehmen und wenn ich dann sagen muss, wann fängt BDSM an, dann

00:22:04.000 --> 00:22:09.000
<v Sebastian>glaube ich, dann habe ich entweder dieses Machtverhältnis auf der einen Seite,

00:22:09.000 --> 00:22:15.000
<v Sebastian>ich sage, du tust, wenn das beiden Spaß macht, wunderbar. Oder es kann auch

00:22:15.000 --> 00:22:20.000
<v Sebastian>einfach sein, dass man Situationen herbeiführt mit Gerätschaften und Fesseln und

00:22:20.000 --> 00:22:26.000
<v Sebastian>Sex und mit körperlichen Reizen wie ein Nadelrad, Strom,

00:22:26.000 --> 00:22:31.000
<v Sebastian>alles mögliche. Also es geht dann darum, einfach Extremsituationen zu erleben

00:22:31.000 --> 00:22:36.000
<v Sebastian>und vielleicht dieses Gefühl zu haben, was man nach einem Marathon hat. Man ist

00:22:36.000 --> 00:22:39.000
<v Sebastian>völlig K.O., es geht einem irgendwie nicht so richtig gut, aber man ist sehr,

00:22:39.000 --> 00:22:42.000
<v Sebastian>sehr glücklich. Aber man muss ja auch keinen Marathon laufen.

00:22:42.000 --> 00:22:42.000
<v Magdalena Heinzl>Adrenalin kickt.

00:22:42.000 --> 00:22:46.000
<v Sebastian>Genau, also dass man das vielleicht so ein bisschen forciert, dass man, ja

00:22:46.000 --> 00:22:49.000
<v Sebastian>genau, diesen Adrenalinschub tatsächlich dann auch erleben kann.

00:22:49.000 --> 00:22:54.000
<v Magdalena Heinzl>Ja, aber ich finde, das ist ein guter Vergleich mit dem Sport, weil unser Körper

00:22:54.000 --> 00:22:58.000
<v Magdalena Heinzl>lernt ja nach Konditionierungen. Das heißt, wenn wir Dinge als etwas Lustvolles

00:22:58.000 --> 00:23:02.000
<v Magdalena Heinzl>erleben und uns denken, weil wir dann dieses Adrenalin, diese Ausschüttung

00:23:02.000 --> 00:23:06.000
<v Magdalena Heinzl>danach haben, Das ist ja fast wie bei Drogen. Das gibt es natürlich in der

00:23:06.000 --> 00:23:08.000
<v Magdalena Heinzl>Sexualität auch. Aber natürlich auch alleine beim Verliebtsein.

00:23:10.000 --> 00:23:14.000
<v Magdalena Heinzl>Alleine da werden so viele Hormone ausgeschüttet. Oh mein Gott, das kickt

00:23:14.000 --> 00:23:19.000
<v Magdalena Heinzl>natürlich. Und da gibt es natürlich auch Leute, das habe ich auch manchmal, dass

00:23:19.000 --> 00:23:22.000
<v Magdalena Heinzl>Menschen zu mir in die Praxis kommen und sagen, boah, ich kann eigentlich nur

00:23:22.000 --> 00:23:25.000
<v Magdalena Heinzl>noch einmal mit einer Person Sex haben, weil danach ist die für mich

00:23:25.000 --> 00:23:28.000
<v Magdalena Heinzl>uninteressant. Ich finde das Spannende, das zu inszenieren, jemanden neuen

00:23:28.000 --> 00:23:32.000
<v Magdalena Heinzl>kennenzulernen, zu schauen, schaffe ich es, die Person für mich zu gewinnen, zu

00:23:32.000 --> 00:23:36.000
<v Magdalena Heinzl>umgarnen und wenn es dann funktioniert, dann geht es einmal und danach verliere

00:23:36.000 --> 00:23:41.000
<v Magdalena Heinzl>ich total die Lust und das Interesse, also das ist, ja, und das ist für die

00:23:41.000 --> 00:23:44.000
<v Magdalena Heinzl>Leute dann oft auch schwierig, ne, also der ist halt damals zu mir gekommen,

00:23:44.000 --> 00:23:48.000
<v Magdalena Heinzl>weil er gesagt hat, er findet es ganz schrecklich, weil er keine Beziehung

00:23:48.000 --> 00:23:52.000
<v Magdalena Heinzl>führen kann, aber eigentlich gerne eine möchte oder mal zumindest was, was

00:23:52.000 --> 00:23:54.000
<v Magdalena Heinzl>länger als eine Woche geht.

00:23:54.000 --> 00:23:54.000
<v Sebastian>Was kannst du da sagen?

00:23:55.000 --> 00:23:59.000
<v Sebastian>Ja, das muss die Person ja frustrieren, aber was kannst du da raten oder wie

00:23:59.000 --> 00:24:00.000
<v Sebastian>kannst du der Person helfen?

00:24:01.000 --> 00:24:04.000
<v Magdalena Heinzl>Ja, das ist eine Person, die in ihrem sexuellen System etabliert hat. Ich

00:24:04.000 --> 00:24:08.000
<v Magdalena Heinzl>brauche eine hohe Inszenierung von außen. Ich brauche eine ganz hohe Spannung.

00:24:08.000 --> 00:24:12.000
<v Magdalena Heinzl>Das heißt, ich arbeite ganz viel mit dem Körper und mit Wahrnehmungsübungen und

00:24:12.000 --> 00:24:17.000
<v Magdalena Heinzl>Körperübungen, viel mit der Atmung. Vielleicht hat jemand von euch schon mal vom

00:24:17.000 --> 00:24:21.000
<v Magdalena Heinzl>Mischpult der Sexualität gehört, meine Community auf jeden Fall. Da geht es um

00:24:21.000 --> 00:24:25.000
<v Magdalena Heinzl>Tonus, Rhythmus, Atmung und Bewegung und das sind quasi so die Tools, die uns

00:24:25.000 --> 00:24:29.000
<v Magdalena Heinzl>der Körper zur Verfügung stellt, um uns zu gestalten, im Alltag als auch in der

00:24:29.000 --> 00:24:35.000
<v Magdalena Heinzl>Sexualität. Und dieses Mischpult-Prinzip, das ich, muss ich kurz nennen,

00:24:35.000 --> 00:24:40.000
<v Magdalena Heinzl>habe ich am ISB in Wien gelernt in der Ausbildung von Wolfgang Kostenwein, der

00:24:40.000 --> 00:24:46.000
<v Magdalena Heinzl>sagt, wenn du super flexibel auf jedem dieser Mischpult-Teile

00:24:46.000 --> 00:24:51.000
<v Magdalena Heinzl>bist, dann könntest du theoretisch mit jedem Menschen auf dieser Welt phänomenal

00:24:51.000 --> 00:24:52.000
<v Magdalena Heinzl>geilen Sex haben.

00:24:53.000 --> 00:24:56.000
<v Magdalena Heinzl>Ja, das heißt, es geht eigentlich immer nicht, also das ist das Schöne, es geht

00:24:56.000 --> 00:25:02.000
<v Magdalena Heinzl>nicht darum, etwas zu verlernen oder umzulernen, sondern es geht immer darum, zu

00:25:02.000 --> 00:25:07.000
<v Magdalena Heinzl>erweitern, damit du noch autonomer in deiner Sexualität wirst. Das ist wie, wenn

00:25:07.000 --> 00:25:11.000
<v Magdalena Heinzl>ich einen ganz bestimmten Fetisch habe, zum Beispiel die roten Gummistiefel und

00:25:11.000 --> 00:25:14.000
<v Magdalena Heinzl>ich sage, ja geil, wenn die andere Person die roten Gummistiefel anhat, dann

00:25:14.000 --> 00:25:18.000
<v Magdalena Heinzl>geht der Sex richtig gut und das finde ich so scharf, dass es einfach, bam, das

00:25:18.000 --> 00:25:21.000
<v Magdalena Heinzl>pfeift. Blöd ist halt nur, wenn die andere Person sagt, boah, ich hätte

00:25:21.000 --> 00:25:25.000
<v Magdalena Heinzl>eigentlich auch gern mal ohne rote Gummistiefel Sex. Geht das dann noch oder

00:25:25.000 --> 00:25:29.000
<v Magdalena Heinzl>geht das nicht? Und wenn das nicht mehr geht, dann kommen sie oft, weil es so

00:25:29.000 --> 00:25:33.000
<v Magdalena Heinzl>eingeschränkt ist, wenn sie sagen, boah, scheiße, dann bin ich nicht mehr

00:25:33.000 --> 00:25:37.000
<v Magdalena Heinzl>autonom. Ich bin abhängig von diesen roten Gummistiefeln und von einer Person,

00:25:37.000 --> 00:25:42.000
<v Magdalena Heinzl>die die anzieht für mich. Und viele Menschen wollen halt einfach auch autonom in

00:25:42.000 --> 00:25:47.000
<v Magdalena Heinzl>ihrer Lust sein, dass ich bewusst sagen kann, okay, ich weiß, dieses

00:25:47.000 --> 00:25:51.000
<v Magdalena Heinzl>Bewusstsein, so, ich rede mich um Kopf und Kragen, weil es einfach so,

00:25:51.000 --> 00:25:55.000
<v Sebastian>Ja, sprich, ich höre dir zu, ganz gespannt, finde ich wunderbar. Jetzt

00:25:55.000 --> 00:26:00.000
<v Magdalena Heinzl>du eh wieder in die Autonomie kommen willst eben, dann ist es notwendig,

00:26:00.000 --> 00:26:05.000
<v Magdalena Heinzl>dass du auch schaust, dass du nicht abhängig bist von solchen Sachen. Dass das

00:26:05.000 --> 00:26:10.000
<v Magdalena Heinzl>zwar nett ist, wenn das jemand anzieht und du dir denkst, geil, ja, also pfeift

00:26:10.000 --> 00:26:15.000
<v Magdalena Heinzl>ordentlich, aber dass du diese Dinge, die im Unbewussten passieren, bevor du in

00:26:15.000 --> 00:26:19.000
<v Magdalena Heinzl>eine Erregung kommst, ja, die Dinge passieren ja automatisch und deswegen gibt

00:26:19.000 --> 00:26:22.000
<v Magdalena Heinzl>es ja auch diese Sprüche wie, ja gut, der Sex fällt vom Himmel und wenn es halt

00:26:22.000 --> 00:26:26.000
<v Magdalena Heinzl>nicht klappt, dann stimmt was in der Beziehung nicht oder so. Das ist alles

00:26:26.000 --> 00:26:31.000
<v Magdalena Heinzl>Blödsinn, das ist natürlich gelernt und je flexibler wir sind, umso autonomer

00:26:31.000 --> 00:26:35.000
<v Magdalena Heinzl>können wir unsere Lust gestalten. Dadurch, dass aber so viel unbewusst abläuft,

00:26:35.000 --> 00:26:39.000
<v Magdalena Heinzl>haben wir meistens keinen direkten Zugriff drauf, was unsere Autonomie natürlich

00:26:39.000 --> 00:26:43.000
<v Magdalena Heinzl>wieder einschränkt. Das heißt, ich schaue oder versuche, Dinge, die im

00:26:43.000 --> 00:26:49.000
<v Magdalena Heinzl>Unterbewussten ablaufen, ins Bewusstsein zu holen, damit ich aktiv selber weiß,

00:26:49.000 --> 00:26:53.000
<v Magdalena Heinzl>ah, ich könnte ja, um in die Lust zu kommen, mit meiner Atmung was anderes

00:26:53.000 --> 00:26:57.000
<v Magdalena Heinzl>machen. Oder was macht mein Körper sonst noch, wenn er kurz vor der Erregung,

00:26:57.000 --> 00:27:02.000
<v Magdalena Heinzl>wie kommt er gut in eine Erregung, in so ein Erregungsgefühl? Was brauche ich

00:27:02.000 --> 00:27:05.000
<v Magdalena Heinzl>persönlich, damit das bei mir gut klappt und damit sich das richtig nice

00:27:05.000 --> 00:27:06.000
<v Magdalena Heinzl>anfühlt?

00:27:07.000 --> 00:27:10.000
<v Sebastian>kommen wir aber langsam Richtung Konsens, denn nur weil ich weiß, was ich

00:27:10.000 --> 00:27:16.000
<v Sebastian>brauche, heißt das ja nicht, dass mir mein Partner das auch geben kann. Und eine

00:27:16.000 --> 00:27:19.000
<v Sebastian>der erfolgreichsten Live-Folgen, die ich gemacht habe in den letzten Monaten,

00:27:19.000 --> 00:27:23.000
<v Sebastian>ist, wenn BDSM nicht gelebt werden kann, weil zum Beispiel der Partner, die

00:27:23.000 --> 00:27:29.000
<v Sebastian>Partnerin das ablehnt. Und ich glaube, das bezieht sich nicht nur auf BDSM,

00:27:29.000 --> 00:27:32.000
<v Sebastian>sondern das ist einfach generell, wo Menschen miteinander sexuell interagieren

00:27:32.000 --> 00:27:38.000
<v Sebastian>wollen, dass sie sich irgendwie einigen müssen und die Frage ist einfach,

00:27:38.000 --> 00:27:43.000
<v Sebastian>die Bedürfnisse der einen Person wiegen die schwerer als das, ich sag mal,

00:27:43.000 --> 00:27:47.000
<v Sebastian>Nichtbedürfnis der anderen Person. Und da wird es für mich total schwierig, weil

00:27:47.000 --> 00:27:51.000
<v Sebastian>ich habe dafür nie eine Lösung finden können, weil man kann ja nicht einfordern,

00:27:51.000 --> 00:27:56.000
<v Sebastian>los, mach jetzt BDSM mit mir. Man kann aber auch nicht einfordern, los, mach Sex

00:27:56.000 --> 00:28:00.000
<v Sebastian>mit mir. Aus deiner Sicht, ohne jetzt BDSM-Bezug zu haben, wie geht man damit

00:28:00.000 --> 00:28:04.000
<v Sebastian>um, wenn bei zwei Menschen die Bedürfnisse jetzt auf den ersten Blick nicht

00:28:04.000 --> 00:28:05.000
<v Sebastian>kompatibel sind?

00:28:06.000 --> 00:28:11.000
<v Magdalena Heinzl>Das ist ja glaube ich die große Frage oder das ist das, was ja Menschen die

00:28:11.000 --> 00:28:15.000
<v Magdalena Heinzl>miteinander sexuell interagieren auch immer wieder einfach beschäftigt Ja

00:28:15.000 --> 00:28:20.000
<v Magdalena Heinzl>genau, der heilige Gral

00:28:20.000 --> 00:28:20.000
<v Sebastian>das ist so der Stein der Weisen. Wenn wir dafür jetzt die Lösung finden, dann

00:28:20.000 --> 00:28:20.000
<v Sebastian>ja.

00:28:21.000 --> 00:28:26.000
<v Magdalena Heinzl>Boah, du stellst jetzt lauter Fragen, die mich total ans Limit bringen muss ich

00:28:26.000 --> 00:28:27.000
<v Magdalena Heinzl>ehrlich sagen, aber finde ich geil

00:28:27.000 --> 00:28:30.000
<v Sebastian>Ich habe die Chance und die Gelegenheit heute. Und das sind Sachen, die mich

00:28:30.000 --> 00:28:31.000
<v Sebastian>wirklich beschäftigen.

00:28:31.000 --> 00:28:31.000
<v Magdalena Heinzl>Yes

00:28:32.000 --> 00:28:34.000
<v Sebastian>Weil ja, was kann man machen? Man kann ja nicht einfach sagen, du musst das

00:28:34.000 --> 00:28:38.000
<v Sebastian>jetzt aber wollen, weil es ist ja mein Bedürfnis und meine Bedürfnisse sind

00:28:38.000 --> 00:28:41.000
<v Sebastian>wichtig. Und wir sprechen ja immer darüber, dass die eigenen Bedürfnisse so

00:28:41.000 --> 00:28:41.000
<v Sebastian>wichtig sind.

00:28:42.000 --> 00:28:46.000
<v Magdalena Heinzl>Ja, ich glaube auch das ist nichts, was man ausverhandeln kann Also ich glaube,

00:28:46.000 --> 00:28:49.000
<v Magdalena Heinzl>da gibt es keinen richtig guten Kompromiss.

00:28:49.000 --> 00:28:50.000
<v Sebastian>Was machen wir denn da?

00:28:50.000 --> 00:28:54.000
<v Magdalena Heinzl>Also kann man vielleicht finden manchmal, aber ich glaube nicht, dass das was

00:28:54.000 --> 00:28:58.000
<v Magdalena Heinzl>ist, was so in der klassischen Paartherapie abgehandelt wird. So du lässt deine

00:28:58.000 --> 00:29:02.000
<v Magdalena Heinzl>Socken immer am Boden liegen, ja und du machst das oder so. Das bin ich auch

00:29:02.000 --> 00:29:05.000
<v Magdalena Heinzl>nicht vom Typ her, sondern ich schaue halt wirklich, dass beide wieder in ihre

00:29:05.000 --> 00:29:10.000
<v Magdalena Heinzl>Autonomie kommen. Das heißt, wenn eine Person zum Beispiel sagt, ich habe

00:29:10.000 --> 00:29:14.000
<v Magdalena Heinzl>weniger Lust, aber mein Partner oder meine Partnerin möchte halt öfter Sex als

00:29:14.000 --> 00:29:18.000
<v Magdalena Heinzl>ich, dann könnte man schauen, ja, ist es dir auch ein Bedürfnis, wieder mehr

00:29:18.000 --> 00:29:21.000
<v Magdalena Heinzl>Lust zu haben oder autonomer in deiner Lust zu sein, dass du sagen kannst, okay,

00:29:21.000 --> 00:29:25.000
<v Magdalena Heinzl>ich weiß, was ich tun muss, um mich in Stimmung zu bringen, da brauche ich

00:29:25.000 --> 00:29:29.000
<v Magdalena Heinzl>niemand anderen dazu und ich möchte das. Oder ich möchte generell mein Leben

00:29:29.000 --> 00:29:33.000
<v Magdalena Heinzl>lustvoll erleben. Also das Thema Lust ist ja ganz häufig bei mir Thema in der

00:29:33.000 --> 00:29:37.000
<v Magdalena Heinzl>Praxis, wie du hörst. Und dann arbeite ich mit der Person und zwar genau mit

00:29:37.000 --> 00:29:41.000
<v Magdalena Heinzl>diesem Mischpult. Das heißt, wir schauen, was macht dein Körper, wenn du in die

00:29:41.000 --> 00:29:46.000
<v Magdalena Heinzl>Lust kommst? Was macht deine Atmung? Wie hoch ist deine Anspannung oder auch

00:29:46.000 --> 00:29:50.000
<v Magdalena Heinzl>Entspannung im Körper? Weil manche brauchen ja eine bewusste Entspannung, um

00:29:50.000 --> 00:29:53.000
<v Magdalena Heinzl>überhaupt in die Lust zu kommen und andere aber wiederum eine ganz hohe

00:29:53.000 --> 00:29:58.000
<v Magdalena Heinzl>Spannung. Also bei denen ist es am allerbesten, wenn es super stressig ist, sie

00:29:58.000 --> 00:30:01.000
<v Magdalena Heinzl>eigentlich null Zeit haben für irgendwas und dann der Quickie zwischendurch, das

00:30:01.000 --> 00:30:02.000
<v Magdalena Heinzl>gibt mir quasi den Kick.

00:30:04.000 --> 00:30:07.000
<v Magdalena Heinzl>Da sind wir halt alle auch wieder unterschiedlich und das muss man mal

00:30:07.000 --> 00:30:11.000
<v Magdalena Heinzl>rausfinden. Worauf springe ich an? Und das kann man mit beiden einzeln machen.

00:30:11.000 --> 00:30:16.000
<v Magdalena Heinzl>Ich bin auch kein Fan, dass man sich alles erzählen muss in einer Beziehung.

00:30:16.000 --> 00:30:21.000
<v Magdalena Heinzl>Also ich finde auch gerade Fantasien sind manchmal, gerade wenn man sagt, ich

00:30:21.000 --> 00:30:25.000
<v Magdalena Heinzl>möchte die eigentlich gar nicht ausleben in Realität, aber ich weiß, sie wirken

00:30:25.000 --> 00:30:28.000
<v Magdalena Heinzl>auf meinen Körper brauchbar und ich finde, man muss sich das auch nicht

00:30:28.000 --> 00:30:33.000
<v Magdalena Heinzl>erzählen. Kann sein, wenn man möchte, aber ich finde, man darf auch Geheimnisse

00:30:33.000 --> 00:30:35.000
<v Magdalena Heinzl>haben in Beziehungen, auch wenn mich dafür jetzt wieder manche shamen.

00:30:36.000 --> 00:30:39.000
<v Sebastian>ist doch Betrug, wenn man an was anderes denkt währenddessen.

00:30:39.000 --> 00:30:44.000
<v Magdalena Heinzl>Ja, das sagen manche, sehe ich anders, weil manchmal funktionieren halt

00:30:44.000 --> 00:30:48.000
<v Magdalena Heinzl>Fantasien oder diese Bilder im Kopf oder natürlich auch Pornos, also auch wenn

00:30:48.000 --> 00:30:53.000
<v Magdalena Heinzl>ich es visuell anschaue oder so Romane, also so Erotik-Romane, was ich dann auch

00:30:53.000 --> 00:30:58.000
<v Magdalena Heinzl>immer lese oder anschaue oder mir vorstelle im Kopf, das wirkt auf meinen Körper

00:30:58.000 --> 00:31:04.000
<v Magdalena Heinzl>und löst dann in meinem Körper bestenfalls einen Modus aus, in dem ich mich

00:31:04.000 --> 00:31:09.000
<v Magdalena Heinzl>wohlfühle. Weil ich schaue mir eine Pornokategorie an, weil meinem besten Freund

00:31:09.000 --> 00:31:12.000
<v Magdalena Heinzl>die total gefällt und merke so, boah, das macht bei mir überhaupt nichts. Das

00:31:12.000 --> 00:31:16.000
<v Magdalena Heinzl>ist sogar eher ein totaler Abtörner, ja. Wir wählen Pornos ja nicht einfach

00:31:16.000 --> 00:31:22.000
<v Magdalena Heinzl>wahllos aus, sondern unser Interesse an Pornos oder Fantasien richtet sich immer

00:31:22.000 --> 00:31:26.000
<v Magdalena Heinzl>nach dem, was wir auf körperlicher Ebene etabliert haben. Das heißt, wir suchen

00:31:26.000 --> 00:31:32.000
<v Magdalena Heinzl>uns jetzt Bilder, Texte, Geschichten, Szenarien, die unser körperliches

00:31:32.000 --> 00:31:36.000
<v Magdalena Heinzl>System bedienen, ja. die das positiv beeinflussen, damit wir schneller in die

00:31:36.000 --> 00:31:40.000
<v Magdalena Heinzl>Erregung kommen. Und wenn ich Standardeinstellungen auf meinem Mischpult habe,

00:31:40.000 --> 00:31:44.000
<v Magdalena Heinzl>oder nennen wir es Lieblingseinstellungen, hohe Spannung, hoher Rhythmus, wenig

00:31:44.000 --> 00:31:49.000
<v Magdalena Heinzl>Atmung, vielleicht sogar Luft anhalten und wenig Bewegung, dann werde ich mir

00:31:49.000 --> 00:31:53.000
<v Magdalena Heinzl>irgendwas suchen, wo entweder ein krasses Tabu drauf ist, darum gibt es halt

00:31:53.000 --> 00:31:58.000
<v Magdalena Heinzl>gerade auch so viele Stepdad und Stepmom-Pornos oder diese MILF-Pornos, wo du

00:31:58.000 --> 00:32:01.000
<v Magdalena Heinzl>eigentlich weißt, das sollte ich nicht tun, aber gleichzeitig so, oh mein Gott,

00:32:02.000 --> 00:32:05.000
<v Magdalena Heinzl>oder auch BDSM wirkt da, Oder diese Gangbang-Sachen oder diese

00:32:05.000 --> 00:32:11.000
<v Magdalena Heinzl>Vergewaltigungsfantasien quasi. Das löst eine superhohe

00:32:11.000 --> 00:32:16.000
<v Magdalena Heinzl>Anspannung aus und wirkt deswegen auf die Erregung. Und im Kopf, also wir

00:32:16.000 --> 00:32:19.000
<v Magdalena Heinzl>bewerten das ja, wir Menschen sind ja irgendwie so doof und bewerten das immer

00:32:19.000 --> 00:32:23.000
<v Magdalena Heinzl>selber und sagen, boah, ich bin eigentlich so eine Feministin, aber wenn ich

00:32:23.000 --> 00:32:27.000
<v Magdalena Heinzl>Pornos gucke, dann finde ich halt die Vergewaltigungspornos am geilsten. Das

00:32:27.000 --> 00:32:32.000
<v Magdalena Heinzl>erregt mich total und gleichzeitig fühle ich mich schlecht, weil ich merke, das

00:32:32.000 --> 00:32:36.000
<v Magdalena Heinzl>löst was aus in mir. Und das hat aber nichts damit zu tun, dass du irgendwas

00:32:36.000 --> 00:32:39.000
<v Magdalena Heinzl>moralisch Verwerfliches machst. Nein, du suchst dir einfach Bilder aus,

00:32:40.000 --> 00:32:43.000
<v Magdalena Heinzl>unbewusst, die dein Erregungssystem bedienen. Und wenn du das verstanden hast,

00:32:44.000 --> 00:32:46.000
<v Magdalena Heinzl>dann können wir an die ganze Sache schamloser rangehen.

00:32:47.000 --> 00:32:52.000
<v Sebastian>Okay, jetzt ist das natürlich sehr egozentrisch. Wie gesagt, ich habe mir so

00:32:52.000 --> 00:32:56.000
<v Sebastian>ein paar Dinge vorher überlegt. Ich behaupte jetzt einfach mal was ganz

00:32:56.000 --> 00:33:01.000
<v Sebastian>fürchterliches und darf es dann mir bitte widersprechen. Also Sexualität ist

00:33:01.000 --> 00:33:07.000
<v Sebastian>erstmal sehr egoistisch. Ich möchte genießen, ich

00:33:07.000 --> 00:33:11.000
<v Sebastian>möchte Erregung, vielleicht möchte ich sogar einen Orgasmus und ich möchte ein

00:33:11.000 --> 00:33:15.000
<v Sebastian>Szenario erleben und ich möchte mich danach gut fühlen.

00:33:16.000 --> 00:33:21.000
<v Sebastian>Jetzt habe ich aber die Menschen, die BDSM machen und vielleicht habe ich eine

00:33:21.000 --> 00:33:27.000
<v Sebastian>Person, die ganz submissiv ist und ganz viel Spaß daran hat, dass sie

00:33:27.000 --> 00:33:32.000
<v Sebastian>auch nicht sexuell dient, zur Verfügung steht, Dienste

00:33:32.000 --> 00:33:38.000
<v Sebastian>erbringt, Kaffee bringt zum Beispiel. Also der das einfach Spaß macht und das

00:33:38.000 --> 00:33:42.000
<v Sebastian>ist ja dann total altruistisch und das kann ich auch dann total romantisieren,

00:33:43.000 --> 00:33:47.000
<v Sebastian>da kann ich machen, was ich will als Top, da ist ein Mensch, der genießt das

00:33:47.000 --> 00:33:50.000
<v Sebastian>dann einfach, wenn ich halt mein Kram mache und dann gelegentlich die Person mal

00:33:50.000 --> 00:33:56.000
<v Sebastian>benutze und da entsteht dann ganz viel. Aber das widerspricht

00:33:56.000 --> 00:34:01.000
<v Sebastian>natürlich dann aus meiner Perspektive total diesem Anspruch von, die Person will

00:34:01.000 --> 00:34:03.000
<v Sebastian>ja auch für sich selbst diese Erregung haben.

00:34:04.000 --> 00:34:08.000
<v Sebastian>Gibt es das überhaupt oder ist da immer die Erregung mit drin, auch wenn sie

00:34:08.000 --> 00:34:10.000
<v Sebastian>jetzt vielleicht nicht gezeigt und ausgelebt wird?

00:34:10.000 --> 00:34:12.000
<v Magdalena Heinzl>Die Erregung ist ja trotzdem mit drinnen, ja.

00:34:13.000 --> 00:34:17.000
<v Magdalena Heinzl>Sonst würden sich die Personen auf solche Spiele nicht einlassen oder selbst

00:34:17.000 --> 00:34:19.000
<v Magdalena Heinzl>wenn sie sich darauf einlassen, würden sie früher oder später sagen, das macht

00:34:19.000 --> 00:34:20.000
<v Magdalena Heinzl>keinen Spaß.

00:34:21.000 --> 00:34:24.000
<v Magdalena Heinzl>Wir haben das Spiel gespielt, aber es macht mir keinen Spaß. Ich möchte jetzt

00:34:24.000 --> 00:34:25.000
<v Magdalena Heinzl>auch mal oder so.

00:34:26.000 --> 00:34:32.000
<v Sebastian>Okay, also das Bild des selbstlosen Sklaven, das gibt es halt nur

00:34:32.000 --> 00:34:33.000
<v Sebastian>in Geschichten offenbar dann.

00:34:33.000 --> 00:34:37.000
<v Magdalena Heinzl>Ja, ja, ich glaube, das ist schon auch was wieder mit unserer moralischen

00:34:37.000 --> 00:34:41.000
<v Magdalena Heinzl>Haltung. Vielleicht ist das auch ein ganz hoher Wert in unserem Wertesystem,

00:34:42.000 --> 00:34:47.000
<v Magdalena Heinzl>weißt du, dass man dieses Gebende und ich gebe dir und ich habe unbegrenzt

00:34:47.000 --> 00:34:53.000
<v Magdalena Heinzl>Ressourcen zur Verfügung, nimm mich und mach, ich erfreue mich dann. Und das

00:34:53.000 --> 00:34:58.000
<v Magdalena Heinzl>ist es ja nicht, das löst nämlich dann die Erregung aus, auch bei vielen. Die

00:34:58.000 --> 00:35:03.000
<v Magdalena Heinzl>sind so heterozentriert, also zentriert auf die andere Person, dass sie sich an

00:35:03.000 --> 00:35:07.000
<v Magdalena Heinzl>dem erregen, wenn es der anderen Person gefällt und wenn sie merken, oh ja, das

00:35:07.000 --> 00:35:12.000
<v Magdalena Heinzl>löst da drüben was aus. Und das ist, sage ich mal, der Großteil der Leute. Und

00:35:12.000 --> 00:35:16.000
<v Magdalena Heinzl>ist total fokussiert darauf, gefällt es der anderen Person. Nicht umsonst haben

00:35:16.000 --> 00:35:21.000
<v Magdalena Heinzl>wir so eine hohe Orgasmuszentrierung, weil wenn die andere Person Orgasmus hat,

00:35:21.000 --> 00:35:24.000
<v Magdalena Heinzl>dann wirkt es ja wieder auf mich zurück. Ich denke mir, geil, ich bin richtig

00:35:24.000 --> 00:35:27.000
<v Magdalena Heinzl>gut im Bett, super. Und das beflügelt dann meine Erregung wieder so, yes.

00:35:29.000 --> 00:35:32.000
<v Magdalena Heinzl>Also das hat oft eher mit sowas zu tun.

00:35:32.000 --> 00:35:34.000
<v Sebastian>Also so eine Win-Win-Situation, ne?

00:35:34.000 --> 00:35:38.000
<v Magdalena Heinzl>Ja, genau. Für manche ist das eine Win-Win-Situation, aber es gibt auch tausend

00:35:38.000 --> 00:35:43.000
<v Magdalena Heinzl>Gründe, warum Menschen miteinander Sex haben oder sexuelle Handlungen oder

00:35:43.000 --> 00:35:45.000
<v Magdalena Heinzl>generell auch Beziehungen eingehen, in welcher Form auch immer.

00:35:46.000 --> 00:35:48.000
<v Sebastian>Ja, ausschließlich zum Kinderkriegen.

00:35:48.000 --> 00:35:54.000
<v Magdalena Heinzl>Manche tatsächlich. Tatsächlich ist für manche Sexualität ein reines Mittel, um

00:35:54.000 --> 00:35:59.000
<v Magdalena Heinzl>Nachwuchs zu kriegen. Und das sind dann Leute, die natürlich in ein totales Loch

00:35:59.000 --> 00:36:03.000
<v Magdalena Heinzl>fallen, gefühlt sexuell. Oder meistens ist das eh nur eine Person und die andere

00:36:03.000 --> 00:36:07.000
<v Magdalena Heinzl>Person, die eigentlich weiterhin gerne Sex gehabt hätte, auch wenn das Kind da

00:36:07.000 --> 00:36:12.000
<v Magdalena Heinzl>ist oder wenn man schwanger ist, ist dann oft total traurig oder versteht die

00:36:12.000 --> 00:36:15.000
<v Magdalena Heinzl>Welt nicht mehr, warum jetzt auf einmal die andere Person gar keine Lust hat.

00:36:15.000 --> 00:36:19.000
<v Magdalena Heinzl>Aber es gibt tatsächlich Menschen, die diese Lust nur aus dem Grund haben, weil

00:36:19.000 --> 00:36:24.000
<v Magdalena Heinzl>sie sich vorpflanzen wollen. Das ist jetzt nicht der Großteil, aber das gibt es.

00:36:25.000 --> 00:36:29.000
<v Sebastian>Ja gut, es soll ja alles geben und das ist ja auch in Ordnung, wenn das dann in

00:36:29.000 --> 00:36:30.000
<v Sebastian>der Beziehung funktioniert.

00:36:30.000 --> 00:36:30.000
<v Magdalena Heinzl>Ja,

00:36:30.000 --> 00:36:32.000
<v Sebastian>Ich glaube, da ist mal der Haken, man ist da meistens nicht allein. Nein.

00:36:34.000 --> 00:36:38.000
<v Sebastian>Gibt es denn BDSM-Praktiken, wo du sagst, nee, oder das überschreitet eine

00:36:38.000 --> 00:36:43.000
<v Sebastian>Grenze? Also wo siehst du es kritisch? Das würde mich mal interessieren, weil

00:36:43.000 --> 00:36:45.000
<v Sebastian>das sagt mir in meinem Podcast nämlich niemand.

00:36:46.000 --> 00:36:51.000
<v Magdalena Heinzl>Ja, naja, ich persönlich, das ist jetzt wieder eine persönliche Meinung,

00:36:51.000 --> 00:36:57.000
<v Magdalena Heinzl>ich persönlich finde halt Praktiken schwierig oder bin da mit mir selber noch

00:36:57.000 --> 00:37:01.000
<v Magdalena Heinzl>nicht auf den grünen Zweig gekommen, wo Lebensgefahr drin steckt oder so ein

00:37:01.000 --> 00:37:06.000
<v Magdalena Heinzl>Potenzial von, da könnte jemand dabei sterben. Ich meine, man kann auch

00:37:06.000 --> 00:37:09.000
<v Magdalena Heinzl>rausgehen vor die Haustür, über die Straße gehen und überfahren werden, ich

00:37:09.000 --> 00:37:14.000
<v Magdalena Heinzl>weiß. Aber so Praktiken wie Waterboarding zum Beispiel, das sind jetzt natürlich

00:37:14.000 --> 00:37:19.000
<v Magdalena Heinzl>so krasse Sachen. Da denke ich mir schon manchmal, ja, aber

00:37:19.000 --> 00:37:23.000
<v Magdalena Heinzl>das ist was Persönliches, weil wenn die beiden Menschen das miteinander

00:37:23.000 --> 00:37:27.000
<v Magdalena Heinzl>ausmachen und dann kommt jetzt jemand, der Jurist oder Juristin ist und sagt,

00:37:27.000 --> 00:37:31.000
<v Magdalena Heinzl>na, aber das ist ja vom Gesetz her, auch wenn die das konsensuell machen, nicht

00:37:31.000 --> 00:37:35.000
<v Magdalena Heinzl>erlaubt und so. Also das finde ich schwierig, aber auch gleichzeitig

00:37:35.000 --> 00:37:40.000
<v Magdalena Heinzl>interessant. Also so Praktiken, wo es wirklich so an die Substanz geht. Aber wie

00:37:40.000 --> 00:37:43.000
<v Magdalena Heinzl>siehst du das? Ich höre ja irgendwie immer nur von diesen ganz, ganz krassen

00:37:43.000 --> 00:37:49.000
<v Magdalena Heinzl>Sachen oder von diesen Sachen, die man eh weiß. Aber BDSM ist ja so viel mehr.

00:37:50.000 --> 00:37:54.000
<v Sebastian>Ja, also hast schon recht. Also in dem Moment, wo Lebensgefahr mitspielt, das

00:37:54.000 --> 00:37:59.000
<v Sebastian>ist dann auch, ich sag mal, für sehr, sehr, sehr viele Menschen einfach eine

00:37:59.000 --> 00:38:03.000
<v Sebastian>Grenze, da wollen sie nicht hin. Natürlich kann ich die Schwelle, wo es besteht

00:38:03.000 --> 00:38:06.000
<v Sebastian>jetzt Lebensgefahr, die kann ich natürlich immer weiter senken. Also ich kann

00:38:06.000 --> 00:38:09.000
<v Sebastian>zum Beispiel sagen, Mensch, wenn ich eine Praktik, dass ich mit Nadeln unter die

00:38:09.000 --> 00:38:13.000
<v Sebastian>Haut gehe, mit so Kanülen, ganz leicht nur unter die Haut und wieder raus.

00:38:15.000 --> 00:38:19.000
<v Sebastian>Theoretisch kann natürlich sich das entzünden, man hat eine Blutvergiftung, es

00:38:19.000 --> 00:38:24.000
<v Sebastian>wird alles, die Person stirbt am Ende. Oder wenn ich mit Seilen was mache, dann

00:38:24.000 --> 00:38:28.000
<v Sebastian>kann ich theoretisch eine Embolie verursachen, wenn ich da Blut abschnüre, die

00:38:28.000 --> 00:38:34.000
<v Sebastian>Person stirbt. Also im Zweifel kann ich natürlich alles als Ursache

00:38:34.000 --> 00:38:39.000
<v Sebastian>für irgendeinen Ungemach herbeisehen. Ich glaube aber, dass die BDSM-Community

00:38:39.000 --> 00:38:43.000
<v Sebastian>und auch gerade in den letzten Jahren sehr viel da rein investiert hat, zu

00:38:43.000 --> 00:38:48.000
<v Sebastian>gucken, dass das irgendwie safe ist. Also ja, ich kann krasse Sachen machen,

00:38:49.000 --> 00:38:52.000
<v Sebastian>aber ich will natürlich nicht mein Leben verlieren dabei und ich will auch keine

00:38:52.000 --> 00:38:57.000
<v Sebastian>bleibenden Schäden haben. Und nicht umsonst gibt es ja unfassbar viele Kurse für

00:38:57.000 --> 00:39:03.000
<v Sebastian>Shibari, also Fesseln, Bondage mit Seilen, wo es darum geht, wie kriege ich das

00:39:03.000 --> 00:39:06.000
<v Sebastian>hin, dass ich eben keinen Nerven irgendwie abdrücke und sei es nur am

00:39:06.000 --> 00:39:11.000
<v Sebastian>Handgelenk, damit ich eben keine Fallhand habe und im Zweifel einen bleibenden

00:39:11.000 --> 00:39:15.000
<v Sebastian>körperlichen Schaden. Und da ist ist Wissensvermittlung, glaube ich, ganz viel

00:39:15.000 --> 00:39:20.000
<v Sebastian>dabei und früher waren halt so die Basissachen, man schlägt nicht auf die Niere.

00:39:20.000 --> 00:39:24.000
<v Sebastian>Es ist klar, wer das einmal gemacht hat und sei es versehentlich, der weiß, das

00:39:24.000 --> 00:39:27.000
<v Sebastian>tut man nicht und das will man nicht und das sollte man niemals tun, aber

00:39:27.000 --> 00:39:31.000
<v Sebastian>inzwischen geht das, glaube ich, viel, viel weiter und da ist viel mehr Bildung

00:39:31.000 --> 00:39:35.000
<v Sebastian>auch angekommen. Was mache ich, wie mache ich das und auch nicht nur körperliche

00:39:35.000 --> 00:39:38.000
<v Sebastian>Unversehrtheit, sondern auch psychische Unversehrtheit, Und damit ich eben nicht

00:39:38.000 --> 00:39:44.000
<v Sebastian>versehentlich zu dem Sadisten und Egomanen werde, der mein Gegenüber

00:39:44.000 --> 00:39:49.000
<v Sebastian>psychisch über Jahre kaputt spielt, kaputt macht.

00:39:50.000 --> 00:39:54.000
<v Sebastian>Und dann habe ich zwar gedacht, ich mache BDSM, aber im Grunde habe ich dann

00:39:54.000 --> 00:39:58.000
<v Sebastian>einfach wirklich einen Schaden angerichtet, der vielleicht auch gar nicht mehr

00:39:58.000 --> 00:40:02.000
<v Sebastian>rückgängig zu machen ist. Ich glaube, das wollen, ich sage jetzt mal, alle

00:40:02.000 --> 00:40:07.000
<v Sebastian>vermeiden. Man will ja mit einer Person auch nochmal spielen. Das ist halt

00:40:07.000 --> 00:40:11.000
<v Sebastian>schwierig, aber es gibt natürlich diese Praktiken, die wirklich extremer sind

00:40:11.000 --> 00:40:16.000
<v Sebastian>und wo man von außen auch sagt, um Gottes Willen, das kann ich mir für mich

00:40:16.000 --> 00:40:20.000
<v Sebastian>selber auch echt nicht vorstellen, wobei ich persönlich sagen muss, da

00:40:20.000 --> 00:40:24.000
<v Sebastian>sind eher so die Psychosachen, bei denen ich dann sage, oh, das ist mir aber zu

00:40:24.000 --> 00:40:25.000
<v Sebastian>heftig.

00:40:25.000 --> 00:40:26.000
<v Magdalena Heinzl>Zum Beispiel.

00:40:28.000 --> 00:40:32.000
<v Sebastian>Ah, okay, also wo wird's schwierig? Also schwierig wird's, wenn man dann

00:40:32.000 --> 00:40:32.000
<v Sebastian>anfängt,

00:40:34.000 --> 00:40:38.000
<v Sebastian>das geht natürlich immer von der oben spielenden Person aus, zu sagen, okay, wir

00:40:38.000 --> 00:40:43.000
<v Sebastian>machen jetzt hier Regeln, wir sagen jetzt, okay, meine Sub, die verlässt das

00:40:43.000 --> 00:40:49.000
<v Sebastian>Haus nicht und die lebt da und hat ganz viele Regeln und so ganz so

00:40:49.000 --> 00:40:54.000
<v Sebastian>endgültige Szenarien, wo mein Gefühl mir einfach sagt, ja das kann für den

00:40:54.000 --> 00:40:57.000
<v Sebastian>Urlaub mal toll sein, das kann aber auf Dauer, kann ich mir das nicht

00:40:57.000 --> 00:41:01.000
<v Sebastian>vorstellen, weil da wird eine Person in ihrem Leben, in ihrer Entfaltung auch

00:41:01.000 --> 00:41:06.000
<v Sebastian>beruflich und außerhalb und Freundeskreis eingeschränkt und gehemmt. Und da habe

00:41:06.000 --> 00:41:10.000
<v Sebastian>ich persönlich eine Hemmung, wo ich sage, wenn BDSM verhindert, dass ich soziale

00:41:10.000 --> 00:41:16.000
<v Sebastian>Kontakte habe, dass ich mich in meinem Leben entfalte, dann weiß ich nicht, ob

00:41:16.000 --> 00:41:20.000
<v Sebastian>das für mich eine persönliche Grenze überschreitet, wo ich auch nicht mehr

00:41:20.000 --> 00:41:20.000
<v Sebastian>weggucken mag.

00:41:22.000 --> 00:41:26.000
<v Sebastian>Weil da ist immer noch dieser Punkt, es soll ja dann zumindest hinterher Spaß

00:41:26.000 --> 00:41:26.000
<v Sebastian>gemacht haben.

00:41:27.000 --> 00:41:28.000
<v Magdalena Heinzl>und

00:41:28.000 --> 00:41:31.000
<v Sebastian>nicht schlimm, wenn meine Sub während des Spiels das total fürchterlich findet

00:41:31.000 --> 00:41:36.000
<v Sebastian>und nicht mehr will, dass ich weitermache und es ist doof und blöd und wir

00:41:36.000 --> 00:41:39.000
<v Sebastian>kennen uns aber so lange schon, dass ich sagen kann, ich kann darauf vertrauen,

00:41:39.000 --> 00:41:45.000
<v Sebastian>am nächsten Morgen wird sie tanzen durch die Gegend trällern und das gut finden.

00:41:46.000 --> 00:41:50.000
<v Sebastian>Und solange ich das weiß, dass das diesen positiven Aspekt hat, solange kann ich

00:41:50.000 --> 00:41:53.000
<v Sebastian>auch mit meinem Gewissen vereinbaren, dass ich wirklich bösartige Dinge getan

00:41:53.000 --> 00:41:54.000
<v Sebastian>habe. Ja,

00:41:55.000 --> 00:42:00.000
<v Magdalena Heinzl>solange das auch konsensuell stattfindet, also das ist ja was, das haben finde

00:42:00.000 --> 00:42:06.000
<v Magdalena Heinzl>ich die BDSMler viel mehr drauf, als die, die sich nicht zu dieser Gruppe

00:42:06.000 --> 00:42:12.000
<v Magdalena Heinzl>zählen, über Konsens sprechen mit Safeword und Co. Ich finde

00:42:12.000 --> 00:42:15.000
<v Magdalena Heinzl>schon, dass es bei euch viel, viel, viel etablierter ist als beim Rest.

00:42:16.000 --> 00:42:20.000
<v Sebastian>ich glaube, das ist auch lebensnotwendig für uns, dass wir einfach, wir müssen

00:42:20.000 --> 00:42:25.000
<v Sebastian>halt schon, was festlegen, ein Safeword, das muss man nicht haben, das kann man

00:42:25.000 --> 00:42:29.000
<v Sebastian>haben, ich finde sogar, das birgt ein paar Gefahren, die nicht ganz einfach

00:42:29.000 --> 00:42:34.000
<v Sebastian>sind, aber diesen Konsens herstellen, der muss ja nicht im Detail sein. Ja,

00:42:34.000 --> 00:42:38.000
<v Sebastian>heute machen wir das und dann machen wir 25 mal mit der Gerte auf dem Popo,

00:42:38.000 --> 00:42:42.000
<v Sebastian>sondern einfach auch einfach miteinander kommunizieren und herausfinden, was

00:42:42.000 --> 00:42:47.000
<v Sebastian>möchte mein Gegenüber, was möchte es nicht und was möchte mein Gegenüber

00:42:47.000 --> 00:42:51.000
<v Sebastian>vielleicht mal erfahren und ausprobieren und es ist nicht unbedingt das Ziel,

00:42:51.000 --> 00:42:55.000
<v Sebastian>dass es währenddessen toll sein muss. Aber da ist auch mal die Frage, in was

00:42:55.000 --> 00:42:58.000
<v Sebastian>willige ich da ein, weiß ich überhaupt, in was ich da einwillige. Und das gilt,

00:42:58.000 --> 00:43:02.000
<v Sebastian>glaube ich, auch für die passive Person, denn die überfordert manchmal, glaube

00:43:02.000 --> 00:43:06.000
<v Sebastian>ich, auch die oben spielende Person mit ihren Wünschen und sagt, hier, ich will

00:43:06.000 --> 00:43:10.000
<v Sebastian>aber, dass du das mit mir tust und zieh das durch und da, da, da, da, da. und

00:43:10.000 --> 00:43:15.000
<v Sebastian>dann hat man manchmal auch diesen Topdrop, also dass die oben spielende Person,

00:43:15.000 --> 00:43:19.000
<v Sebastian>die ja eigentlich die Macht hat, dann ja auch dann die Wünsche erfüllen möchte

00:43:19.000 --> 00:43:25.000
<v Sebastian>oder auch was bieten möchte. Und ich glaube, das wird sehr oft vergessen,

00:43:25.000 --> 00:43:30.000
<v Sebastian>dass man auch sagen muss, beide können in dieses Loch fallen und einfach die

00:43:30.000 --> 00:43:34.000
<v Sebastian>Situation kann sich ändern und beide können hinterher schlecht drauf sein und

00:43:34.000 --> 00:43:39.000
<v Sebastian>brauchen dann Liebe und Zuwendung. Und das geht wirklich in beide Richtungen.

00:43:39.000 --> 00:43:41.000
<v Sebastian>Das geht aber ganz oft unter, wie ich finde.

00:43:41.000 --> 00:43:47.000
<v Magdalena Heinzl>Ja, voll. Alleine, dass du jetzt sagst, es darf auch währenddessen mal doof

00:43:47.000 --> 00:43:47.000
<v Magdalena Heinzl>sein.

00:43:49.000 --> 00:43:52.000
<v Magdalena Heinzl>Also, das denkt ja niemand, weil die meisten wollen ja, wenn sie Sex haben, dann

00:43:52.000 --> 00:43:56.000
<v Magdalena Heinzl>muss das so richtig geil sein, dann muss das die Erfüllung schlechthin sein,

00:43:56.000 --> 00:43:59.000
<v Magdalena Heinzl>oder? Also dann, wenn, dann will ich alles und das volle Programm.

00:44:00.000 --> 00:44:01.000
<v Sebastian>Oh, wie stehst du dazu?

00:44:03.000 --> 00:44:07.000
<v Sebastian>Ein Paar verabredet, sie haben Sex, aber wenn die beiden Sex haben, dann hat

00:44:07.000 --> 00:44:11.000
<v Sebastian>eine Person keinen Orgasmus. Den kann sie später haben, aber während des Sexes

00:44:11.000 --> 00:44:15.000
<v Sebastian>nicht. Das ist ja eigentlich exakt das Gegenteil von dem, was deine Klienten

00:44:15.000 --> 00:44:18.000
<v Sebastian>sich wünschen. Weil die möchten ja eigentlich, glaube ich jetzt zumindest,

00:44:19.000 --> 00:44:23.000
<v Sebastian>idealerweise den gemeinsamen Höhepunkt erleben in voller Eintracht.

00:44:23.000 --> 00:44:27.000
<v Magdalena Heinzl>Oft, ja, oft, sehr oft. Am besten sogar zeitgleich. Vielleicht.

00:44:27.000 --> 00:44:30.000
<v Sebastian>Genau, und jetzt stell dir vor, jetzt sagt jemand, nein, wir wollen genau das

00:44:30.000 --> 00:44:34.000
<v Sebastian>nicht. Wir machen genau aktiv das nicht. Im Gegenteil, eine Person muss sogar

00:44:34.000 --> 00:44:37.000
<v Sebastian>versuchen, diesen Orgasmus irgendwie zu unterdrücken während des Sex.

00:44:39.000 --> 00:44:41.000
<v Sebastian>Kannst du dir das vorstellen? Kannst du das nachvollziehen?

00:44:42.000 --> 00:44:47.000
<v Magdalena Heinzl>Naja, es lässt sich sexologisch schon nachvollziehen. Ich für mich persönlich

00:44:47.000 --> 00:44:49.000
<v Magdalena Heinzl>denke mir so, ach, das wäre aber schade.

00:44:49.000 --> 00:44:54.000
<v Sebastian>Ja, es ist halt so ein bisschen die Ungeheuerlichkeit. Man könnte, und das wäre

00:44:54.000 --> 00:44:57.000
<v Sebastian>jetzt total einfach, aber man muss sich körperlich dagegen stemmen.

00:44:57.000 --> 00:45:02.000
<v Magdalena Heinzl>Und das wiederum löst die Spannung aus und macht es noch geiler. Ja, verstehe

00:45:02.000 --> 00:45:06.000
<v Magdalena Heinzl>ich. Kann ich nachvollziehen. Also macht ja Sinn, finde ich, für das System auch

00:45:06.000 --> 00:45:06.000
<v Magdalena Heinzl>wieder.

00:45:07.000 --> 00:45:09.000
<v Sebastian>Braucht es den Orgasmus, damit es gut gewesen ist?

00:45:10.000 --> 00:45:15.000
<v Magdalena Heinzl>Nee. Es gibt ja auch richtig tollen Sex ohne Orgasmus. Das Spannende ist ja, ein

00:45:15.000 --> 00:45:19.000
<v Magdalena Heinzl>Orgasmus, wir Sexologen unterscheiden ja auch da wieder zwischen orgasmischer

00:45:19.000 --> 00:45:23.000
<v Magdalena Heinzl>und orgastischer Entladung. Das heißt, das eine ist die rein körperliche

00:45:23.000 --> 00:45:28.000
<v Magdalena Heinzl>Entladung auf körperlicher Ebene. Die kann ich ja schnell mal haben, die habe

00:45:28.000 --> 00:45:33.000
<v Magdalena Heinzl>ich auch beim Masturbieren mal schnell. Aber diese emotionale Entladung ist für

00:45:33.000 --> 00:45:37.000
<v Magdalena Heinzl>viele oft viel spannender und intensiver. Und wenn dann beides zusammen

00:45:37.000 --> 00:45:42.000
<v Magdalena Heinzl>auftritt, dann haben wir quasi erst einen Orgasmus. Das heißt, am häufigsten

00:45:42.000 --> 00:45:46.000
<v Magdalena Heinzl>erleben Menschen wohl orgastische Entladungen, körperliche Entladungen, Punkt.

00:45:47.000 --> 00:45:48.000
<v Sebastian>Das klingt gerade total unromantisch.

00:45:48.000 --> 00:45:54.000
<v Magdalena Heinzl>Ja, ich weiß, ich zerstöre romantische Bilder, aber interessant,

00:45:55.000 --> 00:45:59.000
<v Magdalena Heinzl>wenn man mal drüber nachdenkt und wirklich so hinspürt auch. Ist das jetzt eine

00:45:59.000 --> 00:46:02.000
<v Magdalena Heinzl>rein körperliche Entladung gewesen oder war das was, wo ich das Gefühl habe,

00:46:02.000 --> 00:46:07.000
<v Magdalena Heinzl>auch so emotional drin aufzugehen? Also in welcher Form auch immer, das muss

00:46:07.000 --> 00:46:12.000
<v Magdalena Heinzl>jetzt nicht romantisch sein, aber wo man sich total fallen lassen konnte und

00:46:12.000 --> 00:46:18.000
<v Magdalena Heinzl>sich total verbunden gefühlt hat vielleicht auch. Also wirklich dieses Loslassen

00:46:18.000 --> 00:46:20.000
<v Magdalena Heinzl>ist da ganz oft auch Thema.

00:46:20.000 --> 00:46:23.000
<v Sebastian>Ja, ich muss da nochmal drauf rumfragen, es tut mir leid.

00:46:23.000 --> 00:46:23.000
<v Magdalena Heinzl>Gerne.

00:46:24.000 --> 00:46:28.000
<v Sebastian>Ich habe jetzt in den letzten Wochen, hat es hier eine Live-Sendung gegeben, da

00:46:28.000 --> 00:46:32.000
<v Sebastian>ging es um das Thema Keuschhaltung. Und da geht es ja auch darum, dass das auch

00:46:32.000 --> 00:46:36.000
<v Sebastian>mal längerfristig ist oder nur für ein paar Tage als Spiel. Aber generell

00:46:36.000 --> 00:46:40.000
<v Sebastian>scheint da eine Faszination zu sein, damit zu spielen, Bedürfnisse werden eben

00:46:40.000 --> 00:46:46.000
<v Sebastian>gerade nicht befriedigt und das befriedigt wiederum. Und ich nehme jetzt einfach

00:46:46.000 --> 00:46:50.000
<v Sebastian>mal an, ein Orgasmus wird dadurch, also die orgastische Entladung, wie du sagst,

00:46:50.000 --> 00:46:55.000
<v Sebastian>die wird dadurch seltener, sehr viel seltener vielleicht. Und trotzdem empfinden

00:46:55.000 --> 00:46:58.000
<v Sebastian>diese Menschen ja ein gewisses Glück dabei und eine Befriedigung. Befriedigung.

00:46:59.000 --> 00:47:03.000
<v Sebastian>Ist das eine Befriedigung, von der du sagst, ja, das ist gut so, das kann auch

00:47:03.000 --> 00:47:06.000
<v Sebastian>ausreichen oder sagst du, nee, irgendwas stimmt da nicht.

00:47:06.000 --> 00:47:10.000
<v Magdalena Heinzl>Natürlich kann das auch ausreichen. Also es gibt Leute, die haben erst mit 80

00:47:10.000 --> 00:47:15.000
<v Magdalena Heinzl>eine körperliche Entladung oder so, weißt du, oder noch später, weil sie dann

00:47:15.000 --> 00:47:19.000
<v Magdalena Heinzl>erst mal so, ah wow, so fühlt sich das an, ja. Das ist es.

00:47:20.000 --> 00:47:23.000
<v Magdalena Heinzl>Das sind auch ganz viele, die sagen, ich genieße den Sex total, ich habe total

00:47:23.000 --> 00:47:29.000
<v Magdalena Heinzl>viel Lust, es ist so schön und ich fühle mich so verbunden und so eins mit dem

00:47:29.000 --> 00:47:32.000
<v Magdalena Heinzl>Universum und dem Kosmos jetzt überspitzt wieder in einen Stereotyp rein.

00:47:33.000 --> 00:47:38.000
<v Magdalena Heinzl>Ich brauche das gar nicht. Also das ist so erfüllend und so,

00:47:38.000 --> 00:47:43.000
<v Magdalena Heinzl>dass ich gar nichts anderes will. Und dann gibt es Leute, die sagen, aber ich

00:47:43.000 --> 00:47:46.000
<v Magdalena Heinzl>weiß, wie sich der Orgasmus auf körperlicher Ebene anfühlt und ich will das

00:47:46.000 --> 00:47:51.000
<v Magdalena Heinzl>auch. Oder ich will nur das, weil ich gar keinen Vergleich habe. Was ist der

00:47:51.000 --> 00:47:54.000
<v Magdalena Heinzl>Unterschied eigentlich bei mir? Wie fühlt sich der Unterschied an und wie fühlt

00:47:54.000 --> 00:47:58.000
<v Magdalena Heinzl>es sich an, wenn beides gekoppelt ist? Und deswegen finde ich das Thema

00:47:58.000 --> 00:48:02.000
<v Magdalena Heinzl>Sexualität so geil, weil du nie fertig bist. Du kannst immer noch was lernen, du

00:48:02.000 --> 00:48:06.000
<v Magdalena Heinzl>kannst immer noch erweitern, egal wie alt du bist, egal was du schon ausprobiert

00:48:06.000 --> 00:48:11.000
<v Magdalena Heinzl>hast oder nicht, da geht immer noch was und das ist geil irgendwie. Ich

00:48:11.000 --> 00:48:15.000
<v Sebastian>Ist das eine Innovation, wo du sagst, das ist eine Erkenntnis vielleicht, die

00:48:15.000 --> 00:48:18.000
<v Sebastian>in den letzten Jahren neu hochgekommen ist, mit der man vorher nicht gerechnet

00:48:18.000 --> 00:48:23.000
<v Sebastian>hat. Weil Sex machen wir seit Zehntausenden von Jahren. Da kann man doch gar

00:48:23.000 --> 00:48:24.000
<v Sebastian>nicht mehr viel Neues erfinden.

00:48:24.000 --> 00:48:30.000
<v Magdalena Heinzl>finde, die Innovation ist jetzt in unserer heutigen Zeit dieses Bei-sich-Sein

00:48:30.000 --> 00:48:34.000
<v Magdalena Heinzl>und dieses wieder mehr in den Körper gehen und dieses Hinspüren. Wir sind ganz

00:48:34.000 --> 00:48:39.000
<v Magdalena Heinzl>viel im Außen, wir sind viel im Kann-man-das-machen, drüber nachdenken, Dinge

00:48:39.000 --> 00:48:44.000
<v Magdalena Heinzl>argumentieren und so, geht das, geht das nicht. Wir sind, finde ich, ganz häufig

00:48:44.000 --> 00:48:49.000
<v Magdalena Heinzl>viel im Außen und wenig bei uns selber im Spüren. Und den Körper lassen wir

00:48:49.000 --> 00:48:53.000
<v Magdalena Heinzl>sowieso ganz häufig außer Acht. Also könntest du jetzt sagen, was genau macht

00:48:53.000 --> 00:48:57.000
<v Magdalena Heinzl>dein Körper gerade? Wo im Körper hast du eine Anspannung? Wo hast du eine

00:48:57.000 --> 00:49:00.000
<v Magdalena Heinzl>Entspannung? Wie schnell bewegst du dich? Wie ist deine Atmung? Fließt die

00:49:00.000 --> 00:49:04.000
<v Magdalena Heinzl>gerade runter bis in den Bauch oder nicht? Das sind alles Sachen, die haben wir

00:49:04.000 --> 00:49:07.000
<v Magdalena Heinzl>alle nie auf dem Schirm, obwohl wir unseren Körper immer dabei haben und den

00:49:07.000 --> 00:49:10.000
<v Magdalena Heinzl>richtig geil nutzen könnten. Nicht nur im Sex, sondern auch im Alltag.

00:49:11.000 --> 00:49:13.000
<v Sebastian>Ich habe tatsächlich keine Ahnung.

00:49:14.000 --> 00:49:16.000
<v Sebastian>Das Einzige, wenn ich Sport mache, dann spüre ich meinen Körper.

00:49:17.000 --> 00:49:21.000
<v Sebastian>Oder auch beim Sex, klar, wenn ich mich anstrenge, dann werden ja diese Reize

00:49:21.000 --> 00:49:25.000
<v Sebastian>verstärkt. Und dann merke ich, was ich da tue. Und dann merke ich, ich brauche

00:49:25.000 --> 00:49:30.000
<v Sebastian>mehr Luft oder irgendwas. Aber du hast schon recht, so in mich rein spüren.

00:49:31.000 --> 00:49:35.000
<v Magdalena Heinzl>muss man auch üben. Also das ist auch was und ich glaube, das haben wir echt

00:49:35.000 --> 00:49:39.000
<v Magdalena Heinzl>fast alle oder der Großteil hat das verlernt oder nur so leise, feine Zugänge

00:49:39.000 --> 00:49:44.000
<v Magdalena Heinzl>dazu und das wäre eigentlich cool, wenn wir das vergrößern könnten, weil ich mit

00:49:44.000 --> 00:49:49.000
<v Magdalena Heinzl>ziemlicher Sicherheit behaupten würde, dass sich dann auch Lust und Genuss und

00:49:49.000 --> 00:49:53.000
<v Magdalena Heinzl>Co. vergrößern, weil wir noch mehr im Spüren sind, weil wir noch mehr Nuancen

00:49:53.000 --> 00:49:55.000
<v Magdalena Heinzl>wahrnehmen können und das ist eigentlich geil.

00:49:55.000 --> 00:50:00.000
<v Sebastian>Das ist aber spannend, weil wir haben ja gerade im BDSM diesen alten Begriff,

00:50:00.000 --> 00:50:04.000
<v Sebastian>höher, schneller, weiter. Man fängt an mit BDSM, man kommt in die Szene, man

00:50:04.000 --> 00:50:08.000
<v Sebastian>lernt Leute kennen, man fängt an zu spielen und auszuprobieren. Und das ist

00:50:08.000 --> 00:50:13.000
<v Sebastian>erstmal so ein ganz steiler Berg, den man erklimmt und da rennt man quasi hoch.

00:50:13.000 --> 00:50:18.000
<v Sebastian>Und man probiert immer extremere Sachen, natürlich nicht alle, aber viele, die

00:50:18.000 --> 00:50:23.000
<v Sebastian>haben eine sehr schnelle, sehr steile Lernkurve. Und irgendwann kommt immer

00:50:23.000 --> 00:50:27.000
<v Sebastian>dieser Punkt, was kommt denn jetzt als nächstes? Jetzt fängt es an, gefährlich

00:50:27.000 --> 00:50:31.000
<v Sebastian>zu werden. Und vielleicht ist dieses Spüren und auf sich selbst achten hilft

00:50:31.000 --> 00:50:36.000
<v Sebastian>einem vielleicht auch, dass es halt nicht mehr den Reiz braucht, der super

00:50:36.000 --> 00:50:40.000
<v Sebastian>extrem ist, sondern dass auch vielleicht ich mit ein bisschen weniger Reiz Lust

00:50:40.000 --> 00:50:41.000
<v Sebastian>empfinden kann.

00:50:41.000 --> 00:50:41.000
<v Magdalena Heinzl>vor

00:50:41.000 --> 00:50:44.000
<v Magdalena Heinzl>allem der Reiz von außen.

00:50:44.000 --> 00:50:44.000
<v Sebastian>Hast

00:50:44.000 --> 00:50:48.000
<v Magdalena Heinzl>Müssen Reize immer von außen kommen oder kann das auch aus mir selber rauskommen

00:50:48.000 --> 00:50:54.000
<v Magdalena Heinzl>oder sich in mir selbst entwickeln, ohne jemand anderen und ohne ein Bild oder

00:50:54.000 --> 00:50:56.000
<v Magdalena Heinzl>ein Szenario im Außen?

00:50:57.000 --> 00:51:02.000
<v Sebastian>du Menschen in der Praxis, die sagen, ich brauche zu viel Tamtam drumherum,

00:51:02.000 --> 00:51:07.000
<v Sebastian>damit es funktioniert? Also die sagen, es soll mit weniger Aufwand verbunden

00:51:07.000 --> 00:51:07.000
<v Sebastian>sein? Ah,

00:51:08.000 --> 00:51:11.000
<v Magdalena Heinzl>Schon, schon. Ja, wenn sich das nämlich, so wie du erzählst, wenn sich das so

00:51:11.000 --> 00:51:15.000
<v Magdalena Heinzl>krass schnell gesteigert hat, wo man dann sagt, okay, jetzt bin ich an einem

00:51:15.000 --> 00:51:21.000
<v Magdalena Heinzl>Punkt, da ist es dann lebensgefährlich und das ist mir zu heikel.

00:51:21.000 --> 00:51:25.000
<v Magdalena Heinzl>Also entweder ich überwinde mich und mache das dann trotzdem oder ich merke, ich

00:51:25.000 --> 00:51:29.000
<v Magdalena Heinzl>bin da an einem Punkt, wo ich nicht mehr weiter kann. Das ist, ich bin da

00:51:29.000 --> 00:51:34.000
<v Magdalena Heinzl>eingefahren, ich brauche diese hohe Spannung im Außen. Und so eine hohe Spannung

00:51:34.000 --> 00:51:37.000
<v Magdalena Heinzl>kann ja auch sein, dass ich zum Beispiel nur mit einem Sextoy zum Orgasmus

00:51:37.000 --> 00:51:41.000
<v Magdalena Heinzl>kommen kann. Das ist auch, ich brauche dieses Ding im Außen und ohne das

00:51:41.000 --> 00:51:46.000
<v Magdalena Heinzl>funktioniert es nicht. Das frustriert ja auch viele. Und ich finde, bitte nutzt

00:51:46.000 --> 00:51:49.000
<v Magdalena Heinzl>so viele Sextoys, wie ihr nutzen wollt, aber das ist das Gleiche, wenn ich mit

00:51:49.000 --> 00:51:53.000
<v Magdalena Heinzl>der Hand immer gleich masturbiere, dann gewöhnt sich mein Körper auch daran und

00:51:53.000 --> 00:51:56.000
<v Magdalena Heinzl>dann tun sich manche total schwer, wenn sie mit anderen in sexuelle Interaktion

00:51:56.000 --> 00:52:01.000
<v Magdalena Heinzl>gehen oder mal die andere Hand nehmen oder vielleicht einmal eine andere

00:52:01.000 --> 00:52:04.000
<v Magdalena Heinzl>Bewegung machen oder in einer anderen Position masturbieren, wo sie dann sagen,

00:52:04.000 --> 00:52:08.000
<v Magdalena Heinzl>nee, das geht jetzt nicht. Also da bin ich dann, das meint man eben mit

00:52:08.000 --> 00:52:13.000
<v Magdalena Heinzl>Limitierung oder einer kleinen Einschränkung, wenn ich sage, okay, da merke ich

00:52:13.000 --> 00:52:16.000
<v Magdalena Heinzl>für mich persönlich eine Grenze und die Frage ist, kann ich mit der Grenze gut

00:52:16.000 --> 00:52:20.000
<v Magdalena Heinzl>leben, dann masturbiere ich halt mit dem Toy, ich weiß, mit dem Toy funktioniert

00:52:20.000 --> 00:52:25.000
<v Magdalena Heinzl>es wunderbar, wieso sollte ich etwas anderes machen, unser Hirn ist ja faul. Das

00:52:25.000 --> 00:52:28.000
<v Magdalena Heinzl>heißt, wir lernen nur dann, wenn wir sagen, okay, jetzt wird es irgendwie

00:52:28.000 --> 00:52:31.000
<v Magdalena Heinzl>knifflig und darum kommen die meisten Leute halt dann auch, wenn sie sagen,

00:52:31.000 --> 00:52:34.000
<v Magdalena Heinzl>okay, jetzt habe ich eine Grenze erreicht und das möchte ich eigentlich nicht,

00:52:34.000 --> 00:52:35.000
<v Magdalena Heinzl>das stört mich.

00:52:35.000 --> 00:52:40.000
<v Sebastian>okay, es geht also wirklich um diesen Druck auf mich selbst, das stört mich und

00:52:40.000 --> 00:52:41.000
<v Sebastian>dann möchte ich da was machen.

00:52:41.000 --> 00:52:44.000
<v Magdalena Heinzl>Ja, außer Leute, die geschickt werden.

00:52:45.000 --> 00:52:47.000
<v Magdalena Heinzl>Meine Frau hat gesagt, ich soll mal kommen.

00:52:47.000 --> 00:52:48.000
<v Sebastian>Oh, wer wird denn geschickt?

00:52:49.000 --> 00:52:49.000
<v Sebastian>Oh Gott.

00:52:50.000 --> 00:52:55.000
<v Magdalena Heinzl>Ja genau, es kommt auch immer wieder vor natürlich, aber wie gesagt, ich bin ja

00:52:55.000 --> 00:52:59.000
<v Magdalena Heinzl>eher im Freiwilligen, also was heißt, ich arbeite ja nicht im Zwangskontext.

00:53:01.000 --> 00:53:04.000
<v Sebastian>Okay, aber wenn jemand geschickt wird, der kriegt ja dann noch so ein Paket mit,

00:53:04.000 --> 00:53:08.000
<v Sebastian>vielleicht hast du dann ja auch mit der Frau ein Gespräch geführt am Telefon,

00:53:08.000 --> 00:53:12.000
<v Sebastian>die sagt, keine Ahnung, was sagt die und dann kommt er auch noch, also ich werde

00:53:12.000 --> 00:53:15.000
<v Sebastian>einen Teufel tun, wenn meine Frau mich zu dir schickt und dann würde ich sagen,

00:53:15.000 --> 00:53:17.000
<v Sebastian>sag mal, wenn, dann gehen wir zusammen. Zusammen.

00:53:18.000 --> 00:53:20.000
<v Magdalena Heinzl>Ja, ja, die kommen dann eh meistens zusammen.

00:53:20.000 --> 00:53:24.000
<v Sebastian>Aber wie gehst du damit um, weil da ist ja quasi schon

00:53:24.000 --> 00:53:25.000
<v Sebastian>eigentlich alles verloren.

00:53:25.000 --> 00:53:27.000
<v Magdalena Heinzl>ich habe sehr hohe

00:53:28.000 --> 00:53:34.000
<v Magdalena Heinzl>Verführungskompetenzen nennen wir es mal so ich schaffe es total gut den Leuten

00:53:34.000 --> 00:53:38.000
<v Magdalena Heinzl>das so schmackhaft zu machen dass das Erweitern für sich selber eigentlich was

00:53:38.000 --> 00:53:41.000
<v Magdalena Heinzl>bringt, gar nicht so sehr für die andere Person sondern für sich selbst einfach

00:53:41.000 --> 00:53:45.000
<v Magdalena Heinzl>geil ist dass die schon immer neugierig sind und sagen, okay gut, dann komme ich

00:53:45.000 --> 00:53:49.000
<v Magdalena Heinzl>nochmal oder zumindest zwei, dreimal und wir schauen uns das an und wenn es

00:53:49.000 --> 00:53:53.000
<v Magdalena Heinzl>scheiße ist komme ich einfach nicht mehr und wenn es gut ist dann ja, das ist

00:53:53.000 --> 00:53:58.000
<v Magdalena Heinzl>nice Also ich schaffe das meistens ganz gut, die irgendwie so anzuteasern, dass

00:53:58.000 --> 00:54:02.000
<v Magdalena Heinzl>sie Bock haben, was auszuprobieren. Aber ich würde auch nie sagen, wenn die

00:54:02.000 --> 00:54:06.000
<v Magdalena Heinzl>jetzt kommt und die Frau sagt, reparieren sie ihn so quasi, das hört man ja auch

00:54:06.000 --> 00:54:09.000
<v Magdalena Heinzl>immer wieder, aber ich sage, nee, mache ich nicht. Nämlich, wenn du keinen Bock

00:54:09.000 --> 00:54:13.000
<v Magdalena Heinzl>hast, was zu verändern, dann nein, einfach nein. Dann gibt es vielleicht als

00:54:13.000 --> 00:54:17.000
<v Magdalena Heinzl>letzte Lösung nur, dass sie sich trennen. Wenn, dann müssen sie beide daran

00:54:17.000 --> 00:54:20.000
<v Magdalena Heinzl>arbeiten und dann werde ich einmal mit der Person allein arbeiten und mit der

00:54:20.000 --> 00:54:23.000
<v Magdalena Heinzl>Person und dann schauen wir, ob das was im System verändert oder nicht. Und ganz

00:54:23.000 --> 00:54:27.000
<v Magdalena Heinzl>häufig ist es dann so, dass ich gar nicht mehr mit den beiden zusammenarbeiten

00:54:27.000 --> 00:54:32.000
<v Magdalena Heinzl>muss, weil sich dadurch, dass sich auf individueller Ebene sehr viel löst und

00:54:32.000 --> 00:54:36.000
<v Magdalena Heinzl>erweitert, das natürlich auch Auswirkungen hat auf den Rest. Das ist eigentlich

00:54:36.000 --> 00:54:38.000
<v Magdalena Heinzl>das Interessante, was ich so beobachte.

00:54:39.000 --> 00:54:43.000
<v Sebastian>Muss ich da mal neugierig fragen, wer schickt denn in der Regel wen? Die Frau,

00:54:43.000 --> 00:54:47.000
<v Sebastian>den Mann oder umgekehrt? Klar, das ist jetzt bei gleichgeschlechtlichen Paaren,

00:54:47.000 --> 00:54:52.000
<v Sebastian>kann ich das nicht so verallgemeinern, aber generell, wer ist denn eher

00:54:52.000 --> 00:54:58.000
<v Sebastian>unzufrieden? Die Person, die viel will oder die vom anderen zu viel verlangt

00:54:58.000 --> 00:54:58.000
<v Sebastian>bekommt.

00:54:59.000 --> 00:55:04.000
<v Magdalena Heinzl>Boah, gute Frage. Also mich meistens Kontakt aufnehmen bei mir tun die Frauen

00:55:04.000 --> 00:55:08.000
<v Magdalena Heinzl>jetzt in Hetero-Beziehungen. Vielleicht auch, glaube ich, weil meine Website

00:55:08.000 --> 00:55:12.000
<v Magdalena Heinzl>eher Frauen anspricht. Das kann schon sein, auch von den Farben und so. Also das

00:55:12.000 --> 00:55:17.000
<v Magdalena Heinzl>könnte man jetzt einfach hinterfragen. Aber das hat nichts damit zu tun, ob die

00:55:17.000 --> 00:55:22.000
<v Magdalena Heinzl>Person jetzt mehr oder weniger Lust hat. Es sind eher halt in Hetero-Beziehungen

00:55:22.000 --> 00:55:26.000
<v Magdalena Heinzl>kommen die Frauen zu mir oder rufen halt an und machen Termine für ihre Partner

00:55:26.000 --> 00:55:27.000
<v Magdalena Heinzl>und sich selber aus.

00:55:28.000 --> 00:55:31.000
<v Sebastian>Das darf ich heute nicht vergessen, ich habe es versprochen. Ich habe noch eine

00:55:31.000 --> 00:55:33.000
<v Sebastian>Sache, die muss ich von dir wissen.

00:55:34.000 --> 00:55:40.000
<v Sebastian>Es geht darum, BDSM-Praktiken als Alternative zu Sex zu haben. Also

00:55:40.000 --> 00:55:45.000
<v Sebastian>Sex im Sinne von Geschlechtsverkehr. Ja, dass man also sagt, ich habe jetzt BDSM

00:55:45.000 --> 00:55:48.000
<v Sebastian>entdeckt, ich mache da jetzt ganz viele Sachen, da sind auch Orgasmen mit drin

00:55:48.000 --> 00:55:53.000
<v Sebastian>und da ist alles mögliche an Regeln und dieses ganze wunderbare Universum und so

00:55:53.000 --> 00:55:57.000
<v Sebastian>ganz normaler Sex, den brauche ich nicht mehr, den haben wir in der Beziehung

00:55:57.000 --> 00:56:02.000
<v Sebastian>abgeschafft. Und da habe ich mich gefragt, warum sollte man das denn bleiben

00:56:02.000 --> 00:56:08.000
<v Sebastian>lassen? Wie kommt man da hin? Wird das zum Problem irgendwann

00:56:08.000 --> 00:56:12.000
<v Sebastian>oder verschiebt sich dann die Sexualität einfach an der Stelle? Also kannst du

00:56:12.000 --> 00:56:16.000
<v Sebastian>dir das überhaupt vorstellen, dass Leute sagen, ein Paar in einer Beziehung, das

00:56:16.000 --> 00:56:17.000
<v Sebastian>lassen wir jetzt einfach.

00:56:17.000 --> 00:56:22.000
<v Magdalena Heinzl>Na klar, also es gibt ja auch, das kann man sich nicht vorstellen ganz oft, weil

00:56:22.000 --> 00:56:24.000
<v Magdalena Heinzl>wir es halt im Mainstream anders sehen, aber natürlich gibt es auch genügend

00:56:24.000 --> 00:56:28.000
<v Magdalena Heinzl>Paare, die sagen, ja wir sind zusammen, aber wir haben nie Penetration in

00:56:28.000 --> 00:56:31.000
<v Magdalena Heinzl>welcher Form auch immer, weil uns das beiden nichts gibt. Und da würde jetzt

00:56:31.000 --> 00:56:34.000
<v Magdalena Heinzl>vermutlich ein Großteil der Gesellschaft sagen, um Gottes Willen, die haben ja

00:56:34.000 --> 00:56:38.000
<v Magdalena Heinzl>gar keinen richtigen Sex, weil wenn der Penis nicht irgendwo drin steckt, dann

00:56:38.000 --> 00:56:39.000
<v Magdalena Heinzl>ist es ja kein Sex.

00:56:40.000 --> 00:56:45.000
<v Magdalena Heinzl>Also das ist ja so ein überspitztes Vorurteil wieder. Aber natürlich, wie

00:56:45.000 --> 00:56:49.000
<v Magdalena Heinzl>gesagt, orgasmische, orgastische Entladung, das sind zwei Paar Schuhe und wenn

00:56:49.000 --> 00:56:53.000
<v Magdalena Heinzl>ich diese genitale Erregung auch in anderen Kontexten habe und viele haben ja

00:56:53.000 --> 00:56:58.000
<v Magdalena Heinzl>dieses Erregungsgefühl zum Beispiel auch beim Kuscheln schon, dann brauche ich

00:56:58.000 --> 00:57:00.000
<v Magdalena Heinzl>den Rest vielleicht auch gar nicht. Wieso denn auch?

00:57:01.000 --> 00:57:05.000
<v Sebastian>Vielleicht hat man ja, vielleicht kommt so der Punkt her, vielleicht hat man ja

00:57:05.000 --> 00:57:10.000
<v Sebastian>früh mit BDSM angefangen, hat diese unglaubliche Stufe an

00:57:10.000 --> 00:57:16.000
<v Sebastian>Action und Erregung quasi früh kennengelernt und hat vielleicht einfach Sex

00:57:16.000 --> 00:57:21.000
<v Sebastian>oder einfach nie richtig gelernt, wie man das genießen kann und wie das

00:57:21.000 --> 00:57:22.000
<v Sebastian>funktionieren kann. Ich

00:57:22.000 --> 00:57:26.000
<v Magdalena Heinzl>Kann auch sein. Ja, kann sein. Kann auch sein, dass man dadurch gar nicht so

00:57:26.000 --> 00:57:30.000
<v Magdalena Heinzl>viele Möglichkeiten hatte, gut ins Spüren und ins Wahrnehmen zu kommen, weil man

00:57:30.000 --> 00:57:34.000
<v Magdalena Heinzl>so mit dem Außen beschäftigt war. Weil ich finde, das sind ja auch viele Dinge,

00:57:34.000 --> 00:57:39.000
<v Magdalena Heinzl>an die man denken muss, die man besprechen muss, wo man auf viele Dinge auch

00:57:39.000 --> 00:57:44.000
<v Magdalena Heinzl>achten muss oder beachten sollte. Und das kann schon sein, dass man dann viel

00:57:44.000 --> 00:57:48.000
<v Magdalena Heinzl>bei der anderen Person wieder ist, viel in dem Außen-Szenario und wenig bei

00:57:48.000 --> 00:57:53.000
<v Magdalena Heinzl>sich, wenig im Spüren. Aber dieser klassische Blümchensex, wie er ganz oft

00:57:53.000 --> 00:57:58.000
<v Magdalena Heinzl>genannt wird, wo es ganz viel ums Spüren geht, dieses Tanzen miteinander, das

00:57:58.000 --> 00:58:02.000
<v Magdalena Heinzl>gibt halt auch nur den Leuten was, die sich selber überhaupt gut spüren können.

00:58:02.000 --> 00:58:07.000
<v Magdalena Heinzl>Können, ja, wenn ich wenig Wahrnehmung habe, dann gibt mir das nicht

00:58:07.000 --> 00:58:13.000
<v Magdalena Heinzl>viel, weil ich mir denke, langweilig, was soll, also wieso gibt es überhaupt

00:58:13.000 --> 00:58:17.000
<v Magdalena Heinzl>Menschen, die das super toll finden, ja, da tut sich bei mir gar nichts oder

00:58:17.000 --> 00:58:21.000
<v Magdalena Heinzl>minimal oder ich merke dann, okay, da müsste ich nachhelfen mit einer hohen

00:58:21.000 --> 00:58:26.000
<v Magdalena Heinzl>Spannung oder ich schalte mir halt eine Fantasie im Kopf ein so oder helfe so

00:58:26.000 --> 00:58:32.000
<v Magdalena Heinzl>oder so nach oder mit schnelleren Rhythmen oder mit Dirty Talk, weißt du,

00:58:32.000 --> 00:58:38.000
<v Magdalena Heinzl>das heißt eigentlich, also mein Lehrprofessor,

00:58:38.000 --> 00:58:43.000
<v Magdalena Heinzl>der hat mal gesagt, mehr Blümchensex für alle und das fand ich interessant, weil

00:58:43.000 --> 00:58:48.000
<v Magdalena Heinzl>er halt sagt, wenn du mit dir selber so gut in der Wahrnehmung bist und im

00:58:48.000 --> 00:58:52.000
<v Magdalena Heinzl>Spüren, dann brauchst du das drumherum nicht, deswegen wäre das eigentlich ja

00:58:52.000 --> 00:58:57.000
<v Magdalena Heinzl>interessant. Oder das wäre so die Idee, das könnte man, wenn man

00:58:57.000 --> 00:59:02.000
<v Magdalena Heinzl>möchte, könnte man das so weit erweitern, dass man sagt, okay, eigentlich kann

00:59:03.000 --> 00:59:06.000
<v Magdalena Heinzl>ich mit ein und derselben Person ein Leben lang zusammenbleiben, Sex haben und

00:59:06.000 --> 00:59:10.000
<v Magdalena Heinzl>den richtig geil und toll finden, weil ich bei mir selber so gut bin und sich

00:59:10.000 --> 00:59:15.000
<v Magdalena Heinzl>das so fein anfühlt und das so geil ist, weil ich so tief im Spüren bin. Das ist

00:59:15.000 --> 00:59:20.000
<v Magdalena Heinzl>jetzt natürlich nicht für alle und das muss es ja oft auch gar nicht sein, weißt

00:59:20.000 --> 00:59:24.000
<v Magdalena Heinzl>du, aber einfach dieses Erweitern, dass man mehr wieder in die Autonomie kommt,

00:59:24.000 --> 00:59:27.000
<v Magdalena Heinzl>das ist schon was, was für viele sehr brauchbar ist.

00:59:27.000 --> 00:59:33.000
<v Sebastian>bin ja Jahrgang 81 und meine Sozialisierung, was Sexualität

00:59:33.000 --> 00:59:39.000
<v Sebastian>angeht, das war so gerade die Zeit, da war die Bravo noch sehr aktuell und da

00:59:39.000 --> 00:59:43.000
<v Sebastian>war natürlich immer ganz wichtig, also Sexualität war für uns Jungs damals ein,

00:59:43.000 --> 00:59:49.000
<v Sebastian>achte auf deine Freundin, Partnerin, achte auf ihre Bedürfnisse und

00:59:49.000 --> 00:59:55.000
<v Sebastian>gucke, dass das alles und ganz schön und sanft und reden und

00:59:55.000 --> 00:59:58.000
<v Sebastian>Bedürfnisse und nichts mehr. nicht after, okay, wie heißt es, Vorspiel und

00:59:58.000 --> 01:00:04.000
<v Sebastian>Nachspiel, alles total wichtig und das ist so die Sozialisierung, die ich

01:00:04.000 --> 01:00:04.000
<v Sebastian>damals

01:00:05.000 --> 01:00:09.000
<v Sebastian>abgekriegt habe und deshalb, ich kann sagen, mit 15 habe ich dann per Zufall

01:00:09.000 --> 01:00:13.000
<v Sebastian>BDSM entdeckt mit so einer Spam-E-Mail, da war eine gefesselte Frau, das fand

01:00:13.000 --> 01:00:17.000
<v Sebastian>ich irgendwie gleich gut und dann habe ich weitergesucht, aber Fakt ist einfach,

01:00:19.000 --> 01:00:24.000
<v Sebastian>damals hatte ich dieses Spannungsfeld, es weicht völlig, völlig

01:00:24.000 --> 01:00:29.000
<v Sebastian>von aller Sozialisierung ab, die ich zu Sexualität von außen bekommen habe.

01:00:29.000 --> 01:00:34.000
<v Sebastian>Und das war für mich wirklich schwierig. Ich habe es halt trotzdem gemacht und

01:00:34.000 --> 01:00:38.000
<v Sebastian>ausprobiert und spannend gefunden. Aber es war erstmal so dieses, ich begebe

01:00:38.000 --> 01:00:44.000
<v Sebastian>mich hier in die tiefsten Tiefen und werde eine Sexualität schön finden, bei der

01:00:44.000 --> 01:00:48.000
<v Sebastian>ich sage, was ich will und dann kriege ich das und das ist dann für uns beide

01:00:48.000 --> 01:00:52.000
<v Sebastian>toll. Also das ist immer der wichtige Aspekt, es muss für beide toll sein, sonst

01:00:52.000 --> 01:00:56.000
<v Sebastian>habe ich da auch wieder nichts von, aber trotzdem widerspricht es komplett dem,

01:00:56.000 --> 01:01:01.000
<v Sebastian>was der mediale Wahnsinn mir beigebracht hat, als ich Jugendlicher war.

01:01:01.000 --> 01:01:05.000
<v Magdalena Heinzl>Ich nehme an, dass du einfach in deinem sexuellen System etabliert hattest, dass

01:01:05.000 --> 01:01:10.000
<v Magdalena Heinzl>eine hohe Körperspannung was ist, was dich in die Erregung bringt, aber auch ein

01:01:10.000 --> 01:01:13.000
<v Magdalena Heinzl>schneller Rhythmus, vielleicht auch gleichbleibend. Ich weiß nicht mit wie viel

01:01:13.000 --> 01:01:18.000
<v Magdalena Heinzl>Druck, das würde jetzt zu sehr ins Detail gehen, aber ich nehme an, dass in

01:01:18.000 --> 01:01:23.000
<v Magdalena Heinzl>deinem System wenig Lernraum war für tiefe Atmung und

01:01:24.000 --> 01:01:25.000
<v Sebastian>Habe ich nie davon gehört.

01:01:25.000 --> 01:01:29.000
<v Magdalena Heinzl>viel Beckenbewegung und so, weißt du. Also das ist ja auch was, das ist

01:01:29.000 --> 01:01:33.000
<v Magdalena Heinzl>total doof, weil eigentlich, wenn wir das Becken mehr bewegen könnten und ich

01:01:33.000 --> 01:01:38.000
<v Magdalena Heinzl>meine jetzt nicht nur dieses Stoßen, dieses Rammeln, wo wir stocksteif quasi so

01:01:38.000 --> 01:01:43.000
<v Magdalena Heinzl>herumwerkeln, dann würden wir auch mehr genießen und

01:01:43.000 --> 01:01:47.000
<v Magdalena Heinzl>mehr Lust empfinden können. Und das ist aber was, das uns sukzessive auch

01:01:47.000 --> 01:01:51.000
<v Magdalena Heinzl>abtrainiert wird, vor allem den männlich gelesenen Personen, weil ein Mann darf

01:01:51.000 --> 01:01:54.000
<v Magdalena Heinzl>ja nicht mit den Hüften wackeln, wackel nicht so mit dem Arsch und bewegt dich

01:01:54.000 --> 01:02:00.000
<v Magdalena Heinzl>doch nicht so komisch und so. Das ist total doof, weil je runder und je mehr

01:02:00.000 --> 01:02:03.000
<v Magdalena Heinzl>Bewegungsspielraum und Freiraum wir haben, umso mehr können wir den natürlich

01:02:03.000 --> 01:02:03.000
<v Magdalena Heinzl>auch nutzen.

01:02:05.000 --> 01:02:10.000
<v Sebastian>Ja, ich meinte ein bisschen was anderes. Ich meinte, die Sozialisierung war,

01:02:10.000 --> 01:02:13.000
<v Sebastian>achte nicht auf dich, achte auf dein Gegenüber.

01:02:14.000 --> 01:02:19.000
<v Sebastian>Und das finde ich halt schwierig. Ist das was, was heutzutage immer noch der

01:02:19.000 --> 01:02:23.000
<v Sebastian>Standard ist? Also egal, ob männlich, weiblich, ich

01:02:23.000 --> 01:02:27.000
<v Magdalena Heinzl>Ja, weil es unseren moralischen Vorstellungen entspricht. Natürlich, weil wir

01:02:27.000 --> 01:02:30.000
<v Magdalena Heinzl>sollen ja lieb sein, wir sollen nett sein, wir sollen achtsam mit uns sein, wir

01:02:30.000 --> 01:02:34.000
<v Magdalena Heinzl>sollen auf die Bedürfnisse von anderen Personen achten, uns selber hinten

01:02:34.000 --> 01:02:38.000
<v Magdalena Heinzl>anstellen, nicht zu viel fordern. Das sind ja alles so Zuschreibungen, die man

01:02:38.000 --> 01:02:44.000
<v Magdalena Heinzl>kriegt. Dass aber ganz viele Menschen auch total drauf stehen, eben so wie du

01:02:44.000 --> 01:02:48.000
<v Magdalena Heinzl>sagst, mal so ein bisschen Richtung Unterwerfung zu gehen. Ich denke mir, das

01:02:48.000 --> 01:02:51.000
<v Magdalena Heinzl>müssen wir einfach auch akzeptieren, weil unser sexuelles System oft

01:02:51.000 --> 01:02:55.000
<v Magdalena Heinzl>unterschiedlich funktioniert und oft konträr zu unseren moralischen

01:02:55.000 --> 01:03:00.000
<v Magdalena Heinzl>Vorstellungen auch ist. Und jetzt kann es sein, dass ich das lerne, dass ich

01:03:00.000 --> 01:03:03.000
<v Magdalena Heinzl>mich dann irgendwann, weil ich es so oft mache, daran gewöhne und sage, ja, das

01:03:03.000 --> 01:03:07.000
<v Magdalena Heinzl>finde ich mittlerweile auch geil und schön und super. Und dann kann es sein,

01:03:07.000 --> 01:03:10.000
<v Magdalena Heinzl>dass ich das nicht erweitere. Also man könnte es schon so weit erweitern. Die

01:03:10.000 --> 01:03:15.000
<v Magdalena Heinzl>Frage ist, muss man oder möchte man? Also müssen tut man eh gar nichts, aber

01:03:15.000 --> 01:03:16.000
<v Magdalena Heinzl>möchte man erweitern?

01:03:17.000 --> 01:03:23.000
<v Sebastian>mag nochmal so ein bisschen die Kurve kriegen, du gibst ja auch Kurse, gerade

01:03:23.000 --> 01:03:29.000
<v Sebastian>für Heranwachsende und wird dieses Bild von damals

01:03:29.000 --> 01:03:33.000
<v Sebastian>immer noch so vermittelt oder vermittelst du eben doch jetzt dieses neue Bild,

01:03:33.000 --> 01:03:34.000
<v Sebastian>sage ich mal?

01:03:34.000 --> 01:03:39.000
<v Magdalena Heinzl>Ich finde beides wichtig. Weil einerseits erlebe ich das ganz häufig eben

01:03:39.000 --> 01:03:43.000
<v Magdalena Heinzl>Mainstream-Pornos als Vorlage genommen werden, wo ja überhaupt kein Konsens oder

01:03:43.000 --> 01:03:47.000
<v Magdalena Heinzl>so im Vorfeld gezeigt wird meistens und

01:03:47.000 --> 01:03:53.000
<v Magdalena Heinzl>das finde ich schon wichtig und auch dieses, dass ganz

01:03:53.000 --> 01:03:57.000
<v Magdalena Heinzl>klar ist, man darf über Sexualität reden, man darf über Bedürfnisse sprechen,

01:03:57.000 --> 01:04:02.000
<v Magdalena Heinzl>man darf auch nachfragen, man darf auch lachen oder es darf auch mal was schief

01:04:02.000 --> 01:04:07.000
<v Magdalena Heinzl>gehen beim Sex, weißt du, also dass das nichts ist, was von Anfang an nach Plan

01:04:07.000 --> 01:04:11.000
<v Magdalena Heinzl>funktionieren muss, weil da auch ganz viel Druck ist so und vor allem auch

01:04:11.000 --> 01:04:14.000
<v Magdalena Heinzl>natürlich bei den Jungs es wieder so, ich muss es quasi ihr besorgen, weil sonst

01:04:14.000 --> 01:04:19.000
<v Magdalena Heinzl>bin ich ja einfach nicht gut im Bett. Also der Anspruch ist dann schon da. Und

01:04:19.000 --> 01:04:23.000
<v Magdalena Heinzl>dann haben sie halt als Vorlage oft nur eben diesen klassischen Rammelsex, der

01:04:23.000 --> 01:04:27.000
<v Magdalena Heinzl>halt vielen nicht so viel Spaß macht, aber manchen schon, aber halt auch nicht

01:04:27.000 --> 01:04:28.000
<v Magdalena Heinzl>allen.

01:04:29.000 --> 01:04:33.000
<v Magdalena Heinzl>Und dieses, du darfst deinen eigenen Körper erkunden und hinspüren, was für dich

01:04:33.000 --> 01:04:36.000
<v Magdalena Heinzl>gut passt, was sich für dich gut anfühlt. Und niemand kann Gedanken lesen,

01:04:36.000 --> 01:04:40.000
<v Magdalena Heinzl>deswegen müssen wir nachfragen. Und deswegen müssen wir das auch kommunizieren.

01:04:40.000 --> 01:04:44.000
<v Sebastian>Ja, und wir müssen selber erst mal wissen, was wir überhaupt mögen. Das ist ja

01:04:44.000 --> 01:04:45.000
<v Sebastian>immer noch mal schwieriger.

01:04:45.000 --> 01:04:50.000
<v Magdalena Heinzl>Deswegen eine Ode an die Masturbation. Sich selber berühren, selber angreifen,

01:04:50.000 --> 01:04:54.000
<v Magdalena Heinzl>selber spüren und schauen, was sich gut anfühlt. Bitte, das kann man nicht genug

01:04:54.000 --> 01:04:58.000
<v Magdalena Heinzl>machen. Auch in Beziehungen übrigens. Das finde ich auch immer sehr traurig,

01:04:58.000 --> 01:05:02.000
<v Magdalena Heinzl>wenn es da dann so ein Verbot gibt, weil nee, der oder die muss ja nicht mehr

01:05:02.000 --> 01:05:04.000
<v Magdalena Heinzl>masturbieren, jetzt sind wir ja zusammen.

01:05:05.000 --> 01:05:09.000
<v Magdalena Heinzl>Also, weißt du, bei Essen ist es auch so. Da tun wir auch nicht so blöd. Wir

01:05:09.000 --> 01:05:13.000
<v Magdalena Heinzl>haben ja auch nicht immer Bock zur selben Uhrzeit zu essen und dann Bock auf

01:05:13.000 --> 01:05:17.000
<v Magdalena Heinzl>dasselbe Essen Und die gleich große Portion, das ist ja auch sehr

01:05:17.000 --> 01:05:21.000
<v Magdalena Heinzl>unterschiedlich. Und da scheißen wir aber nicht rum, blöd gesagt, aber beim Sex

01:05:21.000 --> 01:05:24.000
<v Magdalena Heinzl>dann schon, wenn es mal nicht so ist, dass beide jetzt Bock haben.

01:05:25.000 --> 01:05:30.000
<v Sebastian>Wir haben noch etwa maximal zehn Minuten Zeit. Ich würde jetzt normalerweise

01:05:30.000 --> 01:05:33.000
<v Sebastian>jetzt noch darüber sprechen, ah ja, Masturbation, ja, wir sind zusammen, mach

01:05:33.000 --> 01:05:36.000
<v Sebastian>das mal nicht, Kontrolle, Macht etc. Also das kann ich wieder aus der

01:05:36.000 --> 01:05:40.000
<v Sebastian>BDSM-Perspektive sehen und da auch wieder für beide sehr viel Lust

01:05:40.000 --> 01:05:44.000
<v Sebastian>herbeikonstruieren, indem ich natürlich eine Ressource, so böse das klingt, ein

01:05:44.000 --> 01:05:49.000
<v Sebastian>Bedürfnis, begrenze und damit spiele und dann, da kann man so viele schöne

01:05:49.000 --> 01:05:50.000
<v Sebastian>Sachen machen.

01:05:50.000 --> 01:05:54.000
<v Magdalena Heinzl>Ja voll, aber dann ist das ausgemacht, weißt du, dann hat man auch drüber

01:05:54.000 --> 01:05:54.000
<v Magdalena Heinzl>gesprochen.

01:05:55.000 --> 01:05:58.000
<v Sebastian>Ich kann alles in Lust wandeln und diese Flexibilität, die kann ich mir auch

01:05:58.000 --> 01:05:59.000
<v Sebastian>erarbeiten.

01:06:00.000 --> 01:06:04.000
<v Magdalena Heinzl>Ja, also man kann alles, diese Flexibilität kann man auf jeden Fall erarbeiten

01:06:04.000 --> 01:06:05.000
<v Magdalena Heinzl>oder erlernen, ja.

01:06:06.000 --> 01:06:10.000
<v Magdalena Heinzl>Das ist ja auch der Grund, warum manche Paare auch sagen, die schon lange

01:06:10.000 --> 01:06:14.000
<v Magdalena Heinzl>zusammen sind, boah, jetzt bin ich 40, 50, 60 und jetzt habe ich den Sex meines

01:06:14.000 --> 01:06:18.000
<v Magdalena Heinzl>Lebens, weil ich endlich quasi ausverhandeln konnte, was für uns beide geil ist,

01:06:18.000 --> 01:06:21.000
<v Magdalena Heinzl>weil ich meinen Körper so gut kenne, weil es mir vielleicht auch wurscht ist,

01:06:22.000 --> 01:06:26.000
<v Magdalena Heinzl>weil mir die Optik vielleicht jetzt auch nicht mehr so wichtig ist, weil es mir

01:06:26.000 --> 01:06:30.000
<v Magdalena Heinzl>mehr ums Spüren geht weil je mehr ich im Spüren bin, umso unwichtiger wird die

01:06:30.000 --> 01:06:35.000
<v Magdalena Heinzl>Optik, weil alter, mein Körper fühlt sich richtig geil an und das genügt dann

01:06:35.000 --> 01:06:35.000
<v Magdalena Heinzl>oft schon

01:06:35.000 --> 01:06:40.000
<v Sebastian>Ich hab dir jetzt echt ein Loch im Bauch gefragt. So hatten wir das gar nicht

01:06:40.000 --> 01:06:41.000
<v Sebastian>geplant eigentlich.

01:06:42.000 --> 01:06:44.000
<v Magdalena Heinzl>Ich glaube, es braucht eine zweite Folge, oder?

01:06:44.000 --> 01:06:46.000
<v Sebastian>Ja, wir müssen das definitiv wiederholen.

01:06:47.000 --> 01:06:50.000
<v Magdalena Heinzl>so habe ich das Gefühl auch, also ich glaube auch für meine Community gibt es

01:06:50.000 --> 01:06:54.000
<v Magdalena Heinzl>noch viele, viele Fragen und ich finde, man könnte ja so ein FAQ machen, dass

01:06:54.000 --> 01:07:00.000
<v Magdalena Heinzl>ich einfach mal frage, was sie BDSMler fragen wollen würden. So traust dir nie

01:07:00.000 --> 01:07:01.000
<v Magdalena Heinzl>Fragen oder so, das finde ich geil.

01:07:01.000 --> 01:07:06.000
<v Sebastian>Ja, sehr gerne. Ich kann natürlich immer nichts abschließend beurteilen, weil

01:07:06.000 --> 01:07:11.000
<v Sebastian>selbst wenn ich was ausprobiere, was was ich eigentlich nur mit meiner Sub

01:07:11.000 --> 01:07:15.000
<v Sebastian>mache, also ich lasse mich verhauen, dann kann ich zwar das spüren, aber ich kann

01:07:15.000 --> 01:07:20.000
<v Sebastian>es nicht so empfinden. Die Perspektiven sind ja unglaublich weitläufig und aber

01:07:20.000 --> 01:07:24.000
<v Sebastian>klar, ein FAQ kann man da super gerne machen, da werde ich versuchen

01:07:24.000 --> 01:07:24.000
<v Magdalena Heinzl>Ja,

01:07:25.000 --> 01:07:29.000
<v Sebastian>alles, was auch eventuell erstmal gruselig wirkt. Ich glaube, inzwischen bin ich

01:07:29.000 --> 01:07:33.000
<v Sebastian>ganz gut darin, die Aspekte, die einen reizen, dann auch so ein bisschen zu

01:07:33.000 --> 01:07:37.000
<v Sebastian>finden. Warum mag ich etwas überhaupt? Und ich lasse mich aber auch selber immer

01:07:37.000 --> 01:07:41.000
<v Sebastian>gern von meinen Gästen im Podcast überzeugen und ich habe schon manches Mal

01:07:41.000 --> 01:07:45.000
<v Sebastian>Sachen gehabt, wo ich dachte, um Gottes Willen, auf gar keinen Fall und dann

01:07:45.000 --> 01:07:49.000
<v Sebastian>wurde mir das erklärt und auch wenn ich das selber nicht teile in dem Moment und

01:07:49.000 --> 01:07:53.000
<v Sebastian>auch selber nicht gut finde oder für mich ablehne, dann kann ich trotzdem

01:07:53.000 --> 01:07:58.000
<v Sebastian>nachvollziehen, warum kann diese Person da eine Erregung spüren und das ist

01:07:58.000 --> 01:08:02.000
<v Sebastian>total schön, wenn man da einfach auch was lernen kann und dann zumindest sagen

01:08:02.000 --> 01:08:07.000
<v Sebastian>kann, nicht nur ich toleriere das, sondern ich respektiere das und ich kann es

01:08:07.000 --> 01:08:09.000
<v Sebastian>vielleicht sogar mitfühlen. Das finde ich immer großartig.

01:08:09.000 --> 01:08:14.000
<v Magdalena Heinzl>Das ist super. Das ist auch eine Erweiterung. Und auch, also ich finde, dass man

01:08:14.000 --> 01:08:18.000
<v Magdalena Heinzl>das einfach stehen lassen darf, das finde ich schön. Deswegen hört unbedingt mal

01:08:18.000 --> 01:08:23.000
<v Magdalena Heinzl>in den Podcast Die Kunst der Unvernunft rein. Ist natürlich alles verlinkt in den

01:08:23.000 --> 01:08:27.000
<v Magdalena Heinzl>Shownotes für die, die von Sexologisch kommen. Genau.

01:08:27.000 --> 01:08:31.000
<v Sebastian>Genau und umgekehrt, hört in Sexologisch rein. Den Podcast gibt es auch überall

01:08:31.000 --> 01:08:36.000
<v Sebastian>und ich glaube sexologisch.com war deine Webseite. Da gibt es ganz viel und bald

01:08:36.000 --> 01:08:38.000
<v Sebastian>eben dein neues Zentrum.

01:08:38.000 --> 01:08:38.000
<v Magdalena Heinzl>genau.

01:08:38.000 --> 01:08:42.000
<v Sebastian>Ich sehe schon bei Instagram immer die Bilder vom Einrichten und Renovieren und

01:08:42.000 --> 01:08:45.000
<v Sebastian>ich finde das super klasse, dass du dir Zeit genommen hast, dass das heute

01:08:45.000 --> 01:08:49.000
<v Sebastian>funktioniert hat. und also bis wir uns wiederhören, bis dahin wünsche ich dir

01:08:49.000 --> 01:08:53.000
<v Sebastian>unfassbar viel Erfolg und dass das bei dir genauso raketenhaft weitergeht.

01:08:54.000 --> 01:08:58.000
<v Magdalena Heinzl>Danke dir, es war ein richtig tolles Gespräch, ich habe mich sehr, sehr wohl

01:08:58.000 --> 01:09:02.000
<v Magdalena Heinzl>gefühlt bei dir, sehr aufgehoben und freue mich auch schon auf unseren Teil 2

01:09:02.000 --> 01:09:02.000
<v Magdalena Heinzl>dann.

01:09:02.000 --> 01:09:02.000
<v Sebastian>Ja,

01:09:03.000 --> 01:09:05.000
<v Sebastian>super gerne. Vielen Dank. Tschüss.

01:09:06.000 --> 01:09:06.000
<v Magdalena Heinzl>Tschüss!

