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Einleitung
Hallo und herzlich willkommen zur Kunst der Unvernunft, dem Podcast über BDSM.
Und in dieser Folge habe ich Lilly zu Gast gehabt und die betreibt das Ganze erst seit sechs Wochen.
Ihr könnt euch also vorstellen, sechs Wochen seit dem ersten Stammtisch,
seitdem sie mit Leuten irgendwas gemacht hat und kennengelernt hat und Bondage
kennengelernt hat, das ist schon heftig, darüber dann vor einem Mikrofon zu
sprechen und das einzuordnen.
Ich hätte es nicht gekonnt, aber sie hat sich da sehr, sehr wacker geschlagen, finde ich.
Und für mich ist es auch so eine kleine Zeitreise gewesen, wenn man wirklich
erst loslegt und das alles noch so ein bisschen durcheinander ist und man hat
Ideen und denkt, man weiß schon ganz viel und dann ist ja doch wieder alles ganz anders.
Mir hat es auf jeden Fall Spaß gemacht, da auch mal in der eigenen Vergangenheit
wieder ein bisschen zurückzugehen.
Noch zum Podcast selbst, denn im November findet die Passion-Messe in Hamburg statt.
Und vielleicht sind ja ein paar Hörer vor Ort. Dann kann man sich ja mal treffen,
vielleicht einen Kaffee trinken oder ja, wenn es viele sind,
die sagen, Mensch, ich bin da, dann kann man vielleicht sogar mal was organisieren
und irgendwo Bierchen trinken gehen.
Natürlich nicht am Samstagabend, denn da ist ja die schöne Party und die wollen
wir zumindest nicht verpassen.
Da hätte ich gerne ein bisschen Feedback von euch, ob und wer und wie und wann und wo.
Und je nachdem, wie das aussieht, versuche ich da ein bisschen was auf die Beine zu stellen.
Die Schatzkammer habt ihr richtig ordentlich befüllt nach meiner letzten Bettelei.
Offensichtlich kann ich das doch sehr erfolgreich und gut.
Ganz, ganz vielen lieben Dank an euch. Ich werde allerdings hier keinen Namen
von Spendern mehr verlesen, weil das einfach nicht gewünscht ist.
Beziehungsweise ich habe auch Mails bekommen, wo drum gebeten wurde, dass ich das nicht tue.
In Zukunft mache ich das standardmäßig nicht mehr. Es sei denn,
jemand sagt, okay, er möchte das gerne. Dann warum denn nicht?
Wie man den Podcast unterstützen kann, das findet ihr auf kunstderunvernunft.de heraus.
Dort gibt es den schönen Unterstützen-Button und da stehen allerlei Möglichkeiten.
Ich sortiere auch mal ein bisschen rum, was da geht und was man machen kann.
Ja, das war das Organisatorische. Und hier kommt Folge 17 mit Lili.
Sebastian
Vor vier Tagen habe ich telefoniert mit Lilly und die hat sich gleich in den
Zug gesetzt und hat gesagt, ich komme vorbei, wir machen jetzt hier mal einen
Podcast und hier ist sie, hallo.
Lilly
Guten Tag, hallo.
Sebastian
Ja, 24 Jahre alt.
Lilly
Exakt.
Sebastian
Und total super krass erfahren.
Lilly
Nein, in manchen Dingen schon, aber nicht in diesen.
Sebastian
Denn tatsächlich bist du deshalb so kurzfristig hier, damit du bloß keine Erfahrung machen kannst.
Und total frisch erzählen kannst, Mensch, wie ist denn das, wenn man von vorne anfängt?
Lilly
Das stimmt.
Sebastian
Natürlich fangen wir vorne an. BDSM, wie bist du drauf gekommen überhaupt? Wo kommt das her?
Lilly
Das ist eine ziemlich gute Frage, ich weiß es gar nicht so genau.
Also vor ein, zwei, drei Jahren, okay, vielleicht eher zwei Jahren,
haben eine Freundin und ich uns unterhalten, so über Gott und die Welt.
Es gibt so eine App, die heißt Jodel, wenn ich das jetzt hier sagen darf.
Sebastian
Natürlich.
Lilly
Und da schreiben halt Studenten und da suchen dann Dumm-Doms ihre Subs.
Was ist ein Dom, was ist eine Sub?
Keine Ahnung. Die Freundin, mit der ich gesprochen habe, die hat dann angefangen
so erste Erfahrungen zu machen in Anführungszeichen und mir dann davon erzählt
und das fand ich dann irgendwie spannend.
Sebastian
Moment, aber vor zwei Jahren, also Shades of Grey ist ja älter,
du kannst es ja nicht nicht mitbekommen haben, dass es das gibt.
Lilly
Ja, ich habe auch den ersten Film gesehen, als man ihn auf irgendeiner Plattform
umsonst gucken konnte, aber das war dann eher so,
nee, das finde ich blöd, das finde ich komisch, das mache ich nicht oder was
die da machen, verstehe ich nicht, warum machen die das?
Sebastian
Okay, das heißt, die Freundin hat angefangen irgendwas auszuprobieren und hat immer fleißig erzählt.
Lilly
Ja, sie hat nicht so viel ausprobiert, aber wir haben dann viel angefangen mit
Menschen zu schreiben und da hat sich dann meistens herausgestellt,
dass die auch keine Ahnung haben, so wie wir.
Ja, dann gab es dann immer so die typischen Konversationen. Ja,
ich würde dich voll gern hart durchnehmen.
Und dann hat sie mir erklärt, nein, das ist kein BDSM, jemanden hart durchzunehmen. Okay.
Dann hat man irgendwie angefangen, so Konversationen zu führen,
die dann aber irgendwie sich immer weiterentwickelt haben.
Man wusste dann mehr, was man die Menschen fragen sollte, aber es hat sich halt
nie irgendwas daraus ergeben.
Sebastian
Und war das Ziel, jemanden zum Spielen zu finden oder ging es erstmal nur um
so Gespräche führen für dich?
Lilly
Am Anfang war das Gespräche führen auf jeden Fall auch ein sehr spannender Prozess
und es ist immer noch lustig.
Man hat dann irgendwie angefangen oder man hat versucht irgendwie jemanden zu
finden, mit dem man dann irgendwas ausprobieren kann.
Sebastian
Okay, jetzt ist aber erstmal da die Frage. Ich meine, du bist ja irgendwie drauf
gekommen, okay, es gibt Dom und Sub und dann hat deine Freundin Erfahrungen
herbeigetragen, sage ich mal.
Aber es muss ja so einen Moment gegeben haben, wo du sagst, oh,
das will ich auch mal machen.
Lilly
Ich weiß gar nicht mehr, was sie mir genau erzählt hat, aber ich fand das klang spannend.
Sie hatte mal von einem Treffen erzählt, da ist sie dann zu dem Typen nach Hause.
Auch völlig unvernünftig eigentlich, wenn man das so rückblickend betrachtet,
ohne gecovert zu werden oder sonst was.
Da hätte ja irgendwas passieren können. Dann war sie auf jeden Fall bei ihm.
Dann haben sie ein Glas Wasser getrunken und er sagte dann zu ihr,
wenn dein Glas leer ist, dann geht's los.
Und dann haben sie Sachen gemacht und davon hat sie erzählt.
Ich weiß nicht mehr genau, ich kann mich nicht mehr genau erinnern,
was sie wirklich gemacht haben.
Sebastian
Ist ja nicht schlimm, es geht ja auch um dich.
Lilly
Ja, aber das fand ich irgendwie spannend. So eine klare Regel,
es geht dann los und dann gibt man die Kontrolle ab, so von sich selbst.
Weil im Alltag hat man so viel Kontrolle über alle möglichen Dinge.
Man muss so viele Entscheidungen treffen und dann einfach mal zu sagen,
okay, jetzt bin ich raus, jetzt gebe ich die Macht quasi in ganze Füßchen ab.
Fand ich sehr, sehr reizend.
Und auch allgemein in so Beziehungen, die man dann geführt hat oder in so Liebeleien,
dann war das immer alles so lieb und bloß nicht wehtun und das hat mir halt
auch irgendwie nicht so viel gegeben.
Ja, das will ich quasi herausfinden.
Sebastian
Das heißt, wir verorten dich schon mal auf der passiven Seite im Moment?
Lilly
Genau, also ich bin, wenn eher unten, also unten spielend, so einem BDSM-Test
aus dem Internet nach, ich weiß gar nicht mehr, was da genau für Zahlen rausgekommen sind.
Ich glaube 70% Maso, keine Ahnung, ob das wirklich so ist.
Dann noch eher Brad, Braid, wie auch immer man es ausspricht.
Sebastian
Also Brad sagt man, habe ich mir sagen lassen. Also ihr habt euch unterhalten
und dann ist ja in deinem Kopf so ein Kopfkino losgegangen, vermutlich mal.
Lilly
Ich fand das Unbekannte spannend und wollte mehr über das Unbekannte wissen.
Aber es hat dann noch eine ziemlich lange Zeit gedauert, bis ich dann wirklich aktiver geworden bin.
Sebastian
Und so manchmal hat man ja so einen konkreten Kinko, wo man sagt,
oh, das finde ich total toll.
Lilly
Seile finde ich toll.
Sebastian
Ja, weil mein Erzfeind kommt immer wieder.
Du hast mir in der ersten Mail von einem ersten Erlebnis so im Beisatz unten
drunter geschrieben, dass du beim One-Night-Stand mal ein bisschen gefesselt wurdest.
Lilly
Richtig.
Sebastian
Das war wirklich dein erstes Erlebnis, wo was Handfestes passiert ist.
Lilly
Genau.
Sebastian
Erzähl doch mal.
Lilly
Ja, ich habe mich mit diesem Menschen getroffen.
Dann waren wir uns sympathisch und konnten uns vorstellen, miteinander zu schlafen bzw.
Dinge zu tun. Naja, auf einmal holte er seine Seile raus.
Und dann lag ich dann da gefesselt. Und das war schön.
Sebastian
Klingt jetzt sehr unvernünftig, irgendwo hinzufahren. Und der macht dann mal.
Aber es ist ja gut ausgegangen.
Lilly
Kunst sehr unvernünftig.
Sebastian
Ja.
Ich habe den Eindruck, dass es so ein Zündfunke gab. Ab dem Moment ging es richtig los im Kopf.
Lilly
Genau, ich fand das gut. Und das wollte ich nochmal. Und öfters oder anders.
und ich wollte ausprobieren.
Sebastian
Was war denn gut?
Lilly
Ich konnte nichts tun. Es wurde einfach gemacht und es war gut.
Sebastian
Das Grinsen, manchmal wünsche ich mir ja doch ein Video hier immer beilaufen
zu haben. Das ist wirklich sehr breit gerade.
So war es wie gefesselt, bevögelt zu werden, war das vorher schon mal eine Fantasie?
Lilly
Ja, aber es wollte nie jemand machen. Die waren immer alle zu vorsichtig.
Obwohl ich gesagt habe, dass sie mich nicht mit Samthandschuhen anfassen müssen.
Sebastian
Das heißt, du hast es dir ja vorher schon mal vorgestellt, wie das sein würde.
Lilly
Ich habe mir vorgestellt, dass ich es mögen könnte, aber so,
ich lag jetzt nicht zu Hause und dachte mir, boah, jetzt gefesselt werden, das wär's.
Aber ich wollte es halt irgendwie gerne mal ausprobieren.
Sebastian
Also es hat ja jetzt noch nicht so diese Not im Hinterkopf, oh,
ich muss, das fühlt sich irgendwie vielleicht gut an.
Tja, und dann war die Büchse der Pandora offen.
Lilly
Genau, und dann gab es einen Stammtisch in meinem Wohnort.
Sebastian
Frage ich erst mal, dieses Fesselerlebnis, das ist wie lange her?
Lilly
Es war im Juni.
Sebastian
Es war im Juni. Wir haben jetzt Anfang September, also etwa anderthalb, zwei Monate.
Lilly
Kommt hin.
Sebastian
Okay. So, und ja, Stammtisch auch schon besucht. Okay, wie kommt man denn dann
danach direkt zu einem Stammtisch?
Ich meine, das ist ja jetzt alles in kurzer Zeit passiert.
Lilly
Naja, wie du schon sagst, die Büchse der Pandora war dann offen und dann war
meine Neugierde geschürt und dann wollte ich mich austauschen und gucken,
was denn da für Menschen so rumlaufen.
Sebastian
Wir sagen jetzt nicht, wo der Stammtisch war, aber einfach so ein SM-Stammtisch in der Kneipe.
Lilly
Ja, exakt. Mir ging ziemlich die Pumpe, bevor ich da hingegangen bin.
Ich dachte mir so, was denkt denn der Kneipenbetreiber jetzt von mir, dass ich da auftauche?
Sebastian
Hast du dich da vorher angekündigt irgendwie? oder einfach hingegangen?
Lilly
Ja. Ich habe innerhalb von zehn Minuten entschieden, okay, jetzt fahre ich da
einfach mal hin. Dann saß da ein Mensch.
Sebastian
Ein Mensch.
Lilly
Und mit mir waren wir dann zwei Menschen.
Sebastian
Das ist ja gar nicht schlecht erstmal, wenn man da nicht so auf so eine Truppe trifft.
Lilly
Ja, aber es war trotzdem eine komische Situation oder ein ungewohnter Moment.
Man sitzt dann da und weiß, okay, der Mensch interessiert sich für den Bereich.
Aber das sieht gar nicht so aus. Aber wie sieht jemand überhaupt aus,
der sich dafür interessiert?
Sebastian
Ja, stimmt. Ja, gebe ich ehrlich zu, ich sehe jetzt auch gerade nicht so aus,
als müsste ich jetzt hier irgendwie, ich sehe jetzt auch nicht besonders pervers aus, glaube ich.
Lilly
Aber du hast einen Ring um.
Sebastian
Ich habe den Ring, ich trage den Ring tatsächlich. Den hast du gleich erkannt.
Lilly
Ja.
Sebastian
Du hast jetzt keinen.
Lilly
Nein.
Sebastian
Da kommen wir dann später noch mal ein bisschen zu, zum Thema Öffentlichkeit
und Outing. Ich glaube, das heben wir uns noch ein bisschen auf.
Lilly
Ist okay. Naja, auf jeden Fall füllte sich dann der Stammtisch ein bisschen.
Ich glaube, wir waren am Ende zehn Leute oder zehn Menschen.
Ich war dann das Frischfleisch am Stammtisch. Ja, dann kam ein Paar auf den Stammtisch.
Das war für mich, ich weiß nicht, ob schockierend das richtige Wort ist,
aber mir wurde dann gesagt, dass die eine 24-7-Beziehung führen.
Und dann hatte sie Metallarmreifen um, auch mit dem O.
Sebastian
Mit dem Ring, ja.
Lilly
Mit dem Ring. Und auch ein Halsband um mit dem Ring.
und ich fand so, oh mein Gott, diese Menschen, also es gibt wirklich Menschen, die das machen.
Ich habe davon gelesen, aber ich habe es nicht geglaubt, dass es wirklich Menschen
gibt, die das machen, also die dann wirklich auch in der Öffentlichkeit mit
diesen Symbolen rumlaufen.
Sebastian
Okay, ich sage mal, die Gossip-Szene, da wird das ja auch gern getragen,
ob mit oder ohne BDSM-Hintergrund, ist erstmal nicht wichtig an der Stelle,
das kann ja auch erstmal nur Schmuck sein.
Lilly
Ja, es sah aber so aus, als wäre das mehr als Schmuck.
Und zwischendurch, sie saß dann neben ihm und er nahm dann zwischendurch mal
ihren Kopf, scheuerte ihr eine und ich fand mir so, okay, was passiert hier gerade?
Sebastian
Hattest du einen Ansprechpartner dann, wo du mal was fragen konntest oder haben
die dich ausgefragt oder wie ist denn das als Frischfleisch überhaupt?
Lilly
Also sie haben relativ schnell bemerkt, dass ich gerade an dem Tag eher schauen
wollte und zuhören wollte.
Ich wurde dann in sämtliche Gruppen mit aufgenommen, um zu irgendwelchen Stammtischen
fahren zu können oder so.
Also okay, du bist jetzt hier, wenn dich das interessiert, kommst du in die
und die Gruppe und dann kannst du da und da und da mit hinkommen und ich wurde
dann direkt mit einbezogen.
Ich weiß es gar nicht mehr genau, ich wurde auch ein bisschen über mein,
was ich so will oder was ich gerne machen möchte und auf welcher Rolle ich habe
oder haben möchte, also zu den Punkten wurde ich befragt.
Aber grundsätzlich habe ich mehr zugehört und das wurde aber auch gut akzeptiert.
Sebastian
Hast du denn auch Antworten zu diesen Fragen?
Lilly
Die mir dann gestellt worden sind?
Sebastian
Also ich meine, kann man ja dann schon vorstellen, wenn man fragt,
okay, was machst du denn, was magst du denn?
Dass man dann sagt, ich bin doch erstmal nur hier, ich will doch erstmal nur
gucken, ich weiß es doch noch gar nicht.
Oder hast du da schon eine Überzeugung an der Stelle?
Lilly
Nee, noch nicht so richtig. Eher
nur, dass ich weiß, dass ich nicht der dominante Part im Spiel sein will.
Und ich habe erzählt, dass ich erste Bondage-Erfahrung habe und dass ich das
spannend finde und dass ich diese Erfahrung noch vertiefen möchte.
Aber ansonsten war ich eher schüchtern und habe nicht so viel gesagt.
Am nächsten Tag hatte ich dann eine lange Nachricht in einem Messenger und wurde
dann dazu befragt, wie es mir denn auf dem Stammtisch ging, ob alles in Ordnung
war, ob ich noch Redebedarf habe.
Und dann wurde ich direkt zum nächsten Stammtisch eingeladen.
Sebastian
Okay, das ist doch schön, wenn man dann von der Community gleich mitgezogen
wird und gar keine Chance hat, dann auch nicht mehr wiederzukommen,
sondern man kommt gleich mal mit.
Lilly
Und in gewisser Weise wurde ich ja auch aufgefangen, weil ich dann auch über
die Dinge, die ich dann gesehen habe, also das 24-7-Pärchen,
das hat mich dann schon nachdenklich gestimmt.
Dass ich da dann nochmal drüber reden konnte im Nachhinein, das war auch echt
wichtig für mich, dass ich das besser, oder dass ich das dann verstehen konnte.
Sebastian
Also du hast das gesehen und gut, klar, dir wird gesagt 24-7,
die machen das also immer so. Was waren denn deine Gedanken in dem Moment?
Lilly
Sind die verrückt? Vielen Dank.
Sebastian
Warum? Also, was hast du dir vorgestellt, was die denn den ganzen Tag tun?
Lilly
Keine Ahnung. Also, mir wurde noch erzählt, dass sie dann zu dem Zeitpunkt,
dass die Katze ist. Ich bin im Moment eine Katze, miau.
Und da dachte ich mir so, okay, interessant, Petplay, also nein.
Sebastian
Es ist halt wirklich eine ganze Menge Input. Und versuche ich auch immer jedem
zu sagen, der auf den Stammtisch gehen möchte und sich nicht traut,
dann sage ich auch mal, egal wer, jeder war irgendwann das erste Mal da.
Und alle, die da sind, die einen eventuell angucken können, die kennen das Gefühl ganz genau.
Da musste halt jeder mal durch. Du konntest dann noch Fragen stellen am nächsten
Tag und hat dir das geholfen, das einzuordnen oder?
Lilly
Auf jeden Fall. Also für mich ist Reden oder über diese Dinge nochmal zu reden
oder das zu reflektieren echt super wichtig und dass ich das halt irgendwie
ein- und verordnen kann,
wenn man es denn muss oder möchte.
Sebastian
Dann als nächstes, ich gehe das jetzt einfach mal chronologisch durch,
weil bei sechs Wochen, da können wir das sogar schaffen in der Folge.
Dann der nächste Stammtisch, gleich ein paar Tage später vermute ich.
Lilly
Na, es war schon noch, ich glaube, eine Woche dazwischen und es war auch eine
sehr spontane Geschichte wieder.
Am Vormittag habe ich dann entschieden, dass ich doch am Nachmittag gerne mitmächte
und habe ich mir eine Mitfahrgelegenheit organisiert.
Möchte dann schick angezogen.
Sebastian
Oh, Klamottenfrage. Richtig.
Lilly
Richtig fürchterlich.
Sebastian
Ja, was zieht man denn da so an? Also vor dem allerersten Stammtisch.
Ich spring da jetzt nochmal kurz zurück, aber.
Okay, das hier. Okay, ich beschreibe mal. Schwarzes Oberteil,
schwarze Strumpfhose, Socken.
Lilly
Dein Rock.
Sebastian
Und dein Rock und der Kopfhörer, der war nicht dabei.
Lilly
War nicht mit dabei.
Sebastian
Genau. Ich spring wieder vor. Zweiter Stammtisch, okay.
Mit Fahrgelegenheit, also mit anderen Stammtisch-Teilnehmern?
Lilly
Ja, mit einer Dame, die ich auch beim Stammtisch kennengelernt habe.
Also ich bin nicht mit einem wildfremden Menschen mit dem Auto mitgefahren.
Sebastian
Hier steht Kaffee Schlagbar. Da hast du mir gesagt, da konnte man spielen.
Lilly
Ja, ich kam dann da an und war, okay, kann ich meine Strickjacke überhaupt ausziehen,
weil ich hatte einen bordeaux-roten Spitzenbody an mit einem Mini-Rock dazu
eher und der Body hatte einen relativ weiten Ausstuhl und ich war so,
kann ich den überhaupt anziehen, geht das?
Sebastian
Was haben die dir denn vorher erzählt, was da los ist?
Lilly
Kaffee und Kuchen und reden.
Sebastian
Und tatsächlich?
Lilly
Es gab Kaffee und es gab auch Kuchen und es gab eine Dame, die mit einer Maske
auf dem Kopf an einem Stuhl gefesselt daneben saß und ich war,
die Arme, warum muss die da so sitzen?
Aber anscheinend hat sie ihr gefallen.
Sebastian
Und das weißt du woher? Woran hast du das erkannt?
Lilly
Sie saß da still und ruhig und hat sich nicht beschwert. Aber vielleicht hatte
sie auch einen Knebel im Mund.
Sebastian
Man hört schon ein bisschen raus, da ist eine ganze Menge auf einmal auf dich eingeprasselt.
Lilly
Total. Und dann habe ich eine Führung durch das Gebäude bekommen.
Hier ist das Spielzimmer mit dem Andreaskreuz. Hä?
Andreaskreuz? Ist das nicht das, was am Bahnübergang hängt?
und hier ist ein Käfig und da ist auch ein Käfig und da ist die Streckbank und
da ist dies und da ist das und ich war nur so okay, cool und jetzt?
Sebastian
Ja, mich fasziniert noch so ein bisschen, dass du da nicht vorher so einmal
dich komplett durchgegoogelt hast von A bis Z und noch mal die sämtlichen verfügbaren
Pornos noch mal reingezogen hast um bloß jedes Wissen aufzusaugen.
Lilly
Ich hatte gerade Klausurenphase.
Sebastian
Keine Zeit. Nein, aber du hast halt tatsächlich, du hast gleich gemacht und
nicht erstmal konsumiert und alles mögliche hier angelesen, sondern du hast
einfach gesagt, okay, ich gehe da jetzt einfach hin.
Lilly
Mir bringt ja nichts, wenn ich dann so viel rumlese und meine eigenen Bilder im Kopf ausmale.
Es kann ja dann sein, dass die gar nicht der Realität entsprechen,
weil das ja auch so ein weites Feld ist.
Sebastian
Ja, ich überlege dann auch, ob das ein besserer Ansatz ist, ist zu sagen,
okay, ab ins kalte Wasser oder sich erst mal in aller Ruhe, ich sag mal, informieren.
Könnte ich jetzt nicht sagen, was ich von beiden besser finden würde.
Lilly
Ich bin relativ pragmatisch unterwegs und ich bin ein Macher.
Und wenn ich was spannend finde, dann mache ich es halt einfach.
Oder dann gehe ich halt hin und
wenn es blöd ist, kann ich ja immer wieder gehen. Das ist ja kein Ding.
Sebastian
Ja.
Lilly
Und ich war neugierig.
Sebastian
Ich vermute, du bist dann nicht nach Andreas Kreuz, Kaffee und Kuchen gegangen.
Lilly
Nee. Ich stand dann noch mit den Leuten rum, hab mich unterhalten,
beziehungsweise habe zugehört, habe Schlaggeräusche im Hintergrund gehört.
Ich wurde x-mal eingeladen, willst du nicht gucken, komm? Und ich war, nee, möchte ich nicht.
Ich hab mich wirklich nur unterhalten, bis dann jemand mich gefragt hat,
wollen wir eine Runde Bondage machen?
Ja, warum nicht, wenn du das kannst.
Und dann haben wir ein leeres Spielzimmer gesucht.
Es war ein Spielzimmer leer und dann saßen wir da und haben erstmal geredet.
Beziehungsweise rückblickend hat es sich angefühlt wie ein Aufklärungsarztgespräch. Okay.
Da wurden dann so Fragen gestellt wie, hast du Platzangst? Ist das in Ordnung, wenn ich dich anfasse?
Weiß ich nicht. Alles möglich.
Sebastian
Allergie gegen Hanf.
Lilly
Genau.
Sebastian
Und ja.
Lilly
Solche Sachen.
Sebastian
Und irgendwelche Leiden und Gebrechen und.
Lilly
Und da dachte ich mir so, hä, warum fragt der das denn alles?
Warum macht der nicht einfach?
Rückblickend finde ich es ziemlich gut, dass ich all die Dinge gefragt worden
bin aber in dem Moment dachte ich, ich will jetzt aber gefesselt werden,
hier, hier hier hast du meine Hände mach was Kam.
Sebastian
Es denn dazu, da hat es dich so abgeturnt Nein.
Lilly
Nein, nein auf einmal wurde ich immer weiter verschnürt bis ich dann irgendwann
nur noch auf dem Bauch sozusagen da lag, völlig gefesselt,
Und dann haben wir uns unterhalten, wie das so ist.
Und dann kam der Satz, du liegst gerade perfekt da, dass man ein tolles Banking durchführen könnte.
Okay, er hat es nicht so geschwollen gesagt, aber dann habe ich mich gefragt, hä, was will der?
Naja, dann hat er mir das erklärt. Und dann dachte ich mir so, hm, klingt spannend.
Aber dann wurde an der Tür geklopft, dass die Zeit vorbei ist.
Sebastian
Also die Tür war auch zu, da konnte jetzt auch kein anderer gucken.
Lilly
Ja, das wollte ich nicht so gerne, dass dann noch andere Leute gucken kommen.
Sebastian
Das kann ich absolut nachvollziehen.
Lilly
Naja, dann wurde ich enttüdelt. Und dann bin ich erst mal die nächsten zwei
Stunden grinsend durch die Gegend gelaufen, weil man die Seile noch auf meiner Haut sehen konnte.
Sebastian
Die Rope magst du?
Lilly
Ja. Und das war total schön.
Und die habe ich auch allen, die noch da waren, ganz stolz gezeigt.
Guck mal, ich war gerade eingetütelt.
Sebastian
Ja, das hört auch nicht auf. Ich finde diese Freude bei sowas,
finde ich immer total schön.
Weil das ist jemand, der strahlt. Und hier wurde gerade was gemacht.
Und hach, ich finde das total toll.
Das wäre ja sonst auch irgendwie langweilig. Das heißt, der Abend hat seinen
Zweck erfüllt, aber du wurdest ums Banking gebracht.
Lilly
Naja, ich bin dann nach Hause. oder erstmal wieder Richtung Heimat gefahren
und dann war mir noch ein Eis essen mit der Frau, mit der ich unterwegs war.
Und dann bin ich nach Hause. Dann kam die Frage, geht es dir gut?
War die Bondage-Session okay?
Oder hast du noch Redenbedarf oder irgendwas?
Und dann meinte ich, man kann die Seilabdrücke nicht mehr sehen.
Sebastian
Die brauchen Nachbesserung.
Und die hast du dir beschafft?
Lilly
Ja, nach am selben Abend.
Sebastian
Moment, okay, also Stammtisch verorte ich jetzt erstmal abends?
Lilly
Nee, der war von 14 bis 18 Uhr ungefähr.
Sebastian
Ah, okay.
Lilly
Das war ja ein Café.
Sebastian
Wieder mit demselben Menschen, der dich eingetwittelt hat? Das heißt,
du hast ihn angerufen oder angeschrieben und hast gesagt.
Lilly
Er hat mich angeschrieben und dann habe ich gesagt, ich brauche mehr.
Sebastian
Dann hat er sich ins Auto gesetzt, ist sofort vorbeigekommen und weiter ging's.
Lilly
Nein, ich hab mich aufs Fahrrad gesetzt und bin zu ihm. Ja, so bin ich dann
zu einem fast wildfremden Mann nach Hause gefahren, um mich hauen zu lassen.
Das war dann relativ abends. Dann saßen wir erstmal zusammen,
haben uns unterhalten. Dann hat er mir ganz viel erklärt.
Und irgendwann habe ich mich dann quasi auf sein Fuß gelegt. Und dann ging es los.
Sebastian
Und?
Lilly
Davon musste ich grinsen.
Sebastian
Ja, aber es tut doch erstmal weh.
Lilly
Ja, aber es ist schön, wenn der Schmerz nachlässt. Und ihn auch zu bekommen
und die Unterschiede zu spüren, weil Schmerz ist ja auch nicht gleich Schmerz.
und das war sehr, sehr spannend.
Sebastian
Aber es tut doch auch weh.
Lilly
Ja.
Sebastian
Da will man doch, dass das aufhört.
Lilly
Nein.
Sebastian
Okay.
Lilly
Also nur bedingt.
Sebastian
Muss ich jetzt mal direkt fragen. Ich meine, das ist ja, ich unterstelle jetzt
mal eine sehr starke sexuelle Komponente.
Lilly
Das war mir zu dem Zeitpunkt gar nicht bewusst.
Sebastian
Dass man davon geil werden kann?
Lilly
Nee, gar nicht.
Sebastian
Ja, und dann? Ich würde dir glauben, wenn du sagst, okay, und dann war er fertig
mit dem Hauen und dann habe ich ihn flachgelegt.
Lilly
Nö, das haben wir nicht. Nö, wir haben uns dann noch unterhalten.
Und dann war es aber auch schon spät.
Sebastian
Sehr vernünftig.
Lilly
Irgendwann weit nach Mitternacht.
Sebastian
Das heißt, hier steht so was Schönes, auf meinem Spickzettel steht Erwartung
erfüllt? Fragezeichen.
Lilly
Erwartung erfüllt.
Sebastian
Sehr gut.
Lilly
Und die Verabredung für den nächsten Tag direkt ausgemacht.
Sebastian
Ja, natürlich. Das heißt, das nimmt aber auch eine Menge Zeit an.
Ich habe auch eine schöne Hörerfrage dazu.
Ich habe ja vorher bei Instagram mal gesagt, hier Leute, da ist noch jemand
ganz frisch. Was soll ich denn fragen?
Gut, das meiste hatte ich natürlich schon auf dem Spickzettel stehen,
aber die fand ich ganz schön.
einen wie großen Teil soll das Hobby denn mal einnehmen?
Also sprich, hast du da jetzt schon so eine Erwartung, oh, das wird in meinem
Leben total eine große Rolle spielen?
Lilly
Es ist eine gute Frage.
BDSM ist jetzt nicht mein einziges Hobby.
Sebastian
Jetzt einfach mal aus der Perspektive mal an das 24-7-Pärchen zu denken.
Das ist für dich keinerlei Option.
Lilly
Also ich habe einige Dinge zwar schon eigentlich ausgeschlossen und wurde dann
vom Gegenteil überzeugt.
Sebastian
Aber… Ja, das ist die elendige Lernkurve, die jeder offensichtlich…,
Also ich habe das auch gehabt, ich habe auch mit einer Liste an Tabus,
bin ich da rangegangen und was man nicht macht und was man gerne machen würde
und davon ist ehrlich gesagt nichts übrig geblieben.
Lilly
Gar nichts.
Sebastian
Naja, also das heißt gar nichts, aber so, nein, ich würde niemals einer Frau eine Ohrfeige geben.
Ja, bis so wie dann damals sagte, könntest du mir mal bitte eine Ohrfeige geben?
Braucht das? Was? Nee, das ist doch voll das Tabu.
Lilly
Man haut keine Frauen.
Sebastian
Ja gut, bei dem Punkt war ich schon drüber weg, aber das war nochmal was anderes.
Und ja, dann feststellen, oh Gott, das kostet mich Überwindung,
aber ihr gefällt es offensichtlich.
Das löst natürlich ganz viel aus im Kopf, wo man dann alles nochmal hinterfragt.
Gibt es Dinge, wo du sagst, also klar, dieses 24-7, das ist zu viel.
Ich würde das mal zusammenfassen, dass BDSM dafür sorgt, dass dein Sexleben
mehr Zeit, mehr Raum einnimmt.
Lilly
Ja, oder auch einen anderen Raum einfach.
Sebastian
Oder BDSM ist Sexualität für dich oder Sexualität gehört zu BDSM für dich?
Lilly
Es ist auf jeden Fall Schönes zu kombinieren, aber ich würde jetzt nicht sagen,
dass mein Sexleben ausschließlich aus BDSM bestehen muss, soll, darf.
Aber Elemente daraus machen es auf jeden Fall aufregender und besser.
Sebastian
Wir bleiben jetzt mal nach diesem Abend einfach mal so ein bisschen stehen.
Als du mir im Vorgespräch davon erzählt hast, hatte ich ja dann gleich eingeworfen,
ja und die SMJG, was ist denn mit der?
Du bist ja noch recht gut in der Zielgruppe altersmäßig, bis 27 geht das da ja.
Hätte ich erwartet, dass du dahin zuerst Kontakt aufnimmst oder dorthin auf
den ersten Stammtisch gehst. Warum war das nicht so?
Lilly
Ich wusste nicht, dass es sie gibt. Und in meinem Ort gibt es auch keine Gruppe.
Aber ich fühle mich mit den Großen eigentlich auch nicht so unwohl.
Sebastian
Ja, aber ich habe eigentlich den Eindruck, ich meine, die gibt es ja jetzt auch
schon seit mittlerweile 20 Jahren, dass die SMG extrem gut vernetzt ist und
eigentlich ein schöner Ansprechpartner ist.
Lilly
Also auf meinem ersten Stammtisch wurde ich dann auch darüber aufgeklärt, dass es sie gibt.
Aber ich hatte jetzt noch nicht die Intention, boah, da muss ich jetzt sofort
hinfahren. Ich weiß nicht.
Also vielleicht fahre ich irgendwann mal hin.
Ich habe jetzt auch von einem Spielpartner von gehört, dass er dort war.
Und dass man ja zusammen nochmal hingehen könnte.
Mal schauen, ob er mich mal mitschleppt.
Sebastian
Okay.
Lilly
Auf jeden Fall nach dem ersten Treffen am nächsten Morgen habe ich mein Po im
Spiegel angeguckt und da war der blau.
Sebastian
Gratulation.
Lilly
Danke.
Sebastian
Okay, Moment, man guckt da im Spiegel und ist jetzt um Gottes Willen,
was ist da passiert? Nein.
Das hat dir einfach gefallen?
Lilly
Ja, irgendwie schon. Also ich hatte am Abend vorher ein bisschen Angst,
dass ich nicht sitzen könnte, aber da wurde ich dann schon aufgeklärt,
dass man wohl auch mit einem blauen Po sitzen kann und es stimmt, es ist ganz praktisch.
Sebastian
Ich habe ja so ein schönes Hauptthema, aber bevor wir da hinkommen,
ich habe das die letzten Folgen immer mal wieder so ein bisschen vergessen und
habe an Gast mich darauf hingewiesen, dass es das doch gäbe. Das Ding der Woche.
Es liegt hier was. Ich schiele das auch schon die ganze Zeit an.
Es ist eingepackt und au, ich habe mich hier so gelümmelt.
Es macht Geräusche.
Und es ist eingepackt. Es ist ein Buch offensichtlich in einer Tüte. Ich bin sehr gespannt.
Okay, es ist dann nochmal eingeschlagen in irgendeinem Umschlag mit Punkten
und es steht kein Titel drauf und es hat kein Cover.
Lilly
Es hat ein gecovertes Cover.
Sebastian
Ein gecovertes Cover, ja. Es hat diesen Schutzumschlag, den man früher aus der
Schule immer kennt, damit die Bücher ja nicht… Ach du Heilig.
Titel Die Kunst der weiblichen Unterwerfung Mit diversen Notizen vorne auf der ersten Seite Exakt.
Lilly
Das war meine Urlaubslektüre.
Sebastian
Aufrichten durch Erniedrigung Kontrolle
abgeben Also das sind hier handschriftliche Notizen mit Bleistift.
Lilly
Das ist ein zum Teil fürchterliches Buch.
Sebastian
Guck mal kurz von wann es ist das ist hier die fünfte Auflage aus 2013, okay,
Also recht aktuell. Ich konnte ohne Einband jetzt nicht sagen,
ob das ein 20-Jahr-Halter Schinken ist.
Lilly
Nee.
Sebastian
Okay, das hast du dir gekauft oder das hast du bekommen?
Lilly
Das habe ich mir gekauft als Empfehlung oder auf Anraten, um mich ein bisschen
weiterzubilden. Es ist aber kein Bildungsbuch.
Sebastian
Ich gucke mal so ein bisschen im Inhaltsverzeichnis.
Verborgene Schönheitssinnliche Unterwerfung. Sind sie eine sinnliche Sub?
So wird man eine vernünftige Sub? Keime des Begehrens?
Aha.
Lilly
Man muss auf jeden Fall sehr gut filtern, wenn man dieses Buch liest.
Sebastian
Ja, also wie wird man denn eine vernünftige Sub?
Lilly
Nicht so, wie es in dem Buch beschrieben steht. Also ich auf jeden Fall nicht.
Sebastian
Was schreibt sie denn? Die Autorin?
Lilly
Sie schreibt ziemlich viel.
Sebastian
Ja, 300 244 Seiten sind es.
Aber gut, das muss ja nicht schlecht sein. Das kann ja auch immer wirklich eine
Inspiration sein, wo man dann sagen kann, oh, das sehe ich jetzt eben nicht so.
Lilly
Es gibt auf jeden Fall sehr lustige Kapitel darin oder ich finde sie auf jeden
Fall lustig, wie dann manche, wie die Sexualität als der dunkle Garten beschrieben
wird, indem man dann die Früchte pflückt etc.
Da dachte ich mir zwischendurch so, hm, okay.
Sebastian
Ja, das ist immer die Frage, wer ist die Zielgruppe, ne?
Lilly
Ja, also es heißt zwar die Kunst der weiblichen Unterwerfung.
Aber ich finde, es ist ziemlich populär wissenschaftlich dargestellt,
dass man das mal so eben runterlesen kann und der Mehrgewinn ist jetzt nicht
so extrem gegeben, aber es war eine nette Urlaubslektüre.
Und weil ich im Urlaub war, habe ich es auch eingeschlagen, dass nicht jeder das Cover sehen kann.
Sebastian
Ach so, deswegen. Okay.
Lilly
Es muss ja nicht jeder wissen, was ich lese. Auch wenn ich im Ausland war,
jedes Kapitel wird mit einem Bild eingeläutet und das musste ich dann beim Lesen
in der Öffentlichkeit auch immer umklappen, weil ich nicht wollte,
dass jemand sieht, was ich lese.
Sebastian
Das ist doch, ja, das Thema Öffentlichkeit, das ist hier nochmal ein ganz spannendes.
Eben schon mal bemerkt, ich weiß nicht, ob ich das drin gelassen habe im Schnitt,
dass ich den Ring der O trage.
Den würdest du nicht tragen.
Lilly
Weiß ich nicht.
Sebastian
Stell dir vor, du kriegst den jetzt irgendwie geschenkt und dann trägst du den immer.
Lilly
Kommt drauf an, was ich für eine Beziehung zu dem Menschen habe,
der mir den schenkt, würde ich sagen.
Sebastian
Ja, aber er würde dich ja erkennbar machen als Teil der Community.
Lilly
Ich würde ihn vielleicht nicht 24-7 tragen.
Aber wenn ich bei Veranstaltungen bin oder so, könnte ich mir das auf jeden Fall gut vorstellen.
Oder wenn ich dann bei der Person bin oder bei einer anderen Person,
mit der ich irgendwie spiele.
Aber im Beruf oder in der Ausbildung würde ich es, glaube ich, eher sein lassen.
Sebastian
Ja, es ist ja die Frage, wen würdest du oder wen hast du und wen möchtest du
gerne einweihen in deine neue Welt, sage ich jetzt mal.
Also wem würdest du sagen, hier übrigens, ich bin jetzt auch pervers.
Lilly
Ehrlich gesagt nicht so vielen bislang.
Also meine engsten Freundinnen wissen davon. Die Menschen vom Stammtisch offensichtlicherweise.
Sebastian
Okay, die Freundinnen, die wussten das ja durch den Anfang oder hast du gesagt,
hier, ich muss dir was erzählen?
Lilly
Eine Kombination aus beiden.
Sebastian
Was haben die so gesagt?
Lilly
Du bist verrückt. Oder machst ja Sachen und du gehst ja direkt von 0 auf 100
und bliblablub und sei vorsichtig. und so war es in der Richtung.
Sebastian
Ja, aber jetzt keine ablehnende Haltung.
Lilly
Nö, ich bin ja erwachsen.
Sebastian
Es gibt ja diese Befürchtung, oh, wenn ich jetzt jemandem sage,
dass ich jetzt hier BTSM betreibe, dann hält er mich für pervers und will nichts
mehr mit mir zu tun haben und das ist ja eine Schande.
Also diese, ich sage nicht, dass es so ist, sondern dass viele Menschen diese Befürchtung haben.
Wenn ich mich oute, dann besteht die Gefahr, dass die Menschen das eben für
pervers halten, aber im schlechten Sinne.
Lilly
Also die Erfahrung habe ich bislang nicht gemacht oder die Freundinnen,
denen ich davon erzählt habe, die sind halt auch unglaublich offen mit allen
möglichen Dingen und dann auch reflektiert.
Da war das dann kein Problem, aber dann kam eher so, ich könnte mich jetzt nicht
fesseln lassen, aber wenn du es magst, ist ja okay.
Und wenn ich jetzt Erfahrung sammle oder irgendwas Schönes erlebt habe,
dann kann ich davon wohl auch erzählen, dann kommt, ich freue mich für dich,
aber ich selber brauche es nicht.
Also das ist ein sehr, sehr schöner Umgang eigentlich damit,
den ich bis jetzt erleben durfte.
Aber es gibt ja auch noch nicht so extrem viel.
Sebastian
Ich finde das total schreck, wenn man dann irgendwie erzählt,
ja und dann war dies und das und ist voll begeistert und schwingt da voll mit
und der andere sagt, ja, das ist doch schön, wenn dir das gefällt.
Lilly
Ja, so wird es ja nicht gesagt.
Sebastian
Nein, aber diese Begeisterung, die können die Menschen dann nicht teilen.
Lilly
Ja, nur bedingen. Und...
Das war jetzt am Wochenende lustig, da war ich unterwegs und dann wurden wir
zum Essen eingeladen und dann kamen, woher kennt ihr beiden euch eigentlich?
Aus der SZ, ach so. Und ich bin rot angelaufen, war so, das kannst du doch nicht sagen.
Aber dann waren die Menschen auch aus der Szene und dann war das kein Problem.
Sebastian
Ja, wir wollen die Hörer jetzt mal nicht auf die Folter spannen.
Also wie ging das denn weiter nach dem Spanking-Abend am nächsten Morgen, der blaue Popo?
Ich würde jetzt sagen, dass man da ja nicht freiwillig eine Pause macht.
Lilly
Habe ich auch nicht. Also in fast 14 Tagen war ich grob kalkuliert alle zwei
Tage bei ihm und dann haben wir Dinge probiert.
Sebastian
Ich weiß jetzt gar nicht, ob ich das so im Detail alles wissen mag.
natürlich wird es unter den Hörern ganz viele geben, die sagen,
ja erzähl alle schmutzigen Details,
ich mag mich ein bisschen drauf beschränken es gibt ja einmal dieses, okay,
wir einigen uns drauf, wir tüddeln jetzt und dann machen wir das oder wir einigen
uns drauf, du haust mir auf den Popo und dann wird das eben erledigt und das
ist ein schönes Erlebnis, aber dann gibt es ja noch diesen DOM-Subfaktor,
wo man dann anfängt so ein Machtgefälle zu etablieren, zu sagen okay,
hier, ich sag, du tust das dann und umgekehrt, ja, ich möchte auf dich hören
und dass man sich da so ein bisschen,
drauf einpendelt.
Lilly
Also wir haben auf jeden Fall keinen Damm-Sub-Vertrag oder sowas.
Das wird auch in dem Buch empfohlen, sehr, sehr witzig. Vielleicht auch sinnvoll.
Sebastian
Muss ja kein Vertrag sein, aber gibt es da so eine Übereinkunft?
Lilly
Nein, wir haben schon unsere Tabus oder Tabuzonen ausgemacht,
was halt geht und was nicht geht.
Am Anfang haben wir relativ viel gekabbelt und gekitzelt und sowas in der Richtung gemacht.
Und dann sind wir, haben wir Bondage ausprobiert oder Bondage weiter vertieft
und das dann noch kombiniert.
Spanking auf jeden Fall.
Und halt auch über Dinge geredet, die ich mir gar nicht vorstellen kann.
Sebastian
Ein Beispiel?
Lilly
So was in Richtung DS, dachte ich mir niemals. Ich sag, ich hör doch nicht darauf,
wenn er mir sagt, knie dich hin oder so.
Sebastian
Du hast es natürlich getan.
Lilly
Vielleicht.
Naja, kommt halt auf den Kontext an.
Sebastian
Okay, warum kniet man sich denn hin, wenn er das sagt?
Lilly
Keine Ahnung, warum habe ich den Mund aufgemacht, wenn er seine Hand genommen
hat und meinen Mund aufgemacht hat?
Sebastian
Okay, also das hast du für dich noch nicht so definiert.
Lilly
Nee, noch gar nicht. Aber ich habe es am Anfang eigentlich kategorisch ausgeschlossen
und jetzt ist es halt irgendwie so ein Bestandteil des Spiels geworden.
Sebastian
Kann das sein? Ich unterstehe jetzt mal, an der Stelle funktionierst du,
um die Erfahrung zu machen, aber du hinterfragst es noch nicht intensiv.
Lilly
Ich hinterfrage schon, aber ich bin noch zu keinem Schluss gekommen,
warum ich das mache. Aber irgendwie, es ist schön.
und das ist ziemlich verrückt aber ich bin noch nicht so richtig ich habe noch
nicht die Personen gefunden mit denen ich mich richtig darüber austauschen kann
also ich glaube ich brauche mal ein paar Gleichgesinnte mit denen ich darüber auch mal sprechen kann.
Sebastian
Ja da kann ich ja jetzt schon mal aufrufen Kontakt herstellen kann ja ich wie
das geht am Ende der Folge mh,
Und das klingt jetzt gerade so ein bisschen endorphingetrieben einfach.
Man probiert alles aus, alles ist neu und alles ist irgendwie toll und irgendwie
geil und erfrischend und man grinst und weiß auch gar nicht selber genau warum.
Auch schon Dinge rausgefunden, wo du sagst, nee, das muss gar nicht sein oder
sagst, das lehnst du ab oder da hat sich rausgestellt, das ist nichts für dich?
Lilly
Also bis jetzt konnte ich mich erfolgreich vor Halsbändern und vor dem Knebel drücken.
Sebastian
Drücken oder sagst du einfach, nee, kommt nicht in Frage?
Lilly
Vorm Halsband konnte ich mich auf jeden Fall, ja, das möchte ich nicht und ich
glaube, das ist auch in Ordnung.
den Knebel würde ich jetzt nicht komplett ausschließen, aber ich würde jetzt
nicht vorbeigehen und sagen, wo ist denn jetzt der Knebel? Ich warte darauf.
Wenn du weißt, was ich damit mache.
Sebastian
Ich habe ja so einen Wutball auf dem Tisch liegen, den könntest du jetzt in
den Mund nehmen, aber dann ist die Aufnahme irgendwie sinnlos. Also lassen wir das.
Aber mit dem Halsband, nein, welche Bedeutung hätte es für dich?
Oder sagst du generell, das ist eigentlich was für ein Hund und dann ist gut?
Lilly
Also mir fällt es schwer, mich in irgendwelche Kategorien einzusortieren und ich finde,
das ist nochmal so eine Markierung und die mag ich im Moment auf jeden Fall
nicht tragen oder finde ich komisch oder zu extrem,
dadurch, dass ich das bei meinem ersten Stammtisch gesehen habe und...
Da muss ich noch überlegen, aber ich bin ja noch ganz, bin ja jung und kann
noch ganz viel erfahren und möchte auch noch.
Sebastian
Will dich auch gar nicht überzeugen. Also die Idee aus meiner Sicht ist ja zu
sagen, okay, hast du eine Markierung, zu sagen hier, seins.
Ich gehöre jetzt zu ihm und hab mit ihm da was zu tun.
Lilly
Ja, aber ich habe ja nicht oder aktuell nicht die Person, wo ich sage,
da gehöre ich ausschließlich zu.
Also vielleicht, wenn ich jemanden hätte, zu dem ich mich dann auch richtig
bekenne und mit dem ich dann auch aktiv spiele, dann wäre es wahrscheinlich okay.
Aber dadurch, dass ich keinen festen DOM habe, würde ich eher sagen, nö.
wenn ich überhaupt einen festen Dom brauche oder die Bezeichnung Dom brauche.
Sebastian
Du hast es eben mal ganz kurz erwähnt, ihr habt über Tabus gesprochen.
Welche hast du denn da für dich definiert?
Lilly
Also je nachdem, mit wem ich spiele, sind reine sexuelle Handlungen halt Tabu.
Weil ich finde, da brauche ich irgendwie so einen Funken Liebe.
Sebastian
Ja.
Lilly
Deswegen ist dann irgendwie Sex und Fingern und so raus.
Also die Standard-Tabus.
Kaviar, Natursekt und Co. halt.
Sebastian
Ja gut, die haben ja nicht alle.
Lilly
Bleibende Schäden, ja. Aber mir wurde erklärt, dass das schon extremere Dinge
sind, die die normalen BDSMler dann auch eventuell ablehnen.
Das ich auf jeden Fall ablehne.
Also ich mag es irgendwie auf eine bestimmte Art und Weise gewirkt zu werden.
Sebastian
Das magst du.
Lilly
Ja. Aber ich mag es nicht, wenn er jetzt seine Hand über meinen Mund und meine Nase packt.
Da kriege ich dann eher so Panik.
Sebastian
Das Schöne ist, auf meinem Spickzettel habe ich gar nicht mehr so viel stehen,
aber du hast ja einen Spickzettel mitgebracht
und den habe ich dir hiermit abgenommen. Ich darf ihn verwenden.
Lilly
Vielleicht klaue ich ihn mir zurück.
Sebastian
Okay, ich muss ihn schnell auswendig lernen.
Lilly
Hast du ein fotografisches Gedächtnis?
Sebastian
Nein, aber ein Handy mit Fotofunktion.
Ich gucke mal so ein bisschen drüber, weil ich finde das wunderbar,
dass du das vorbereitet hast. Aber eigentlich erlaube ich hier keinem einen
Spickzettel zu haben, außer ich.
Was lese ich denn? Hier steht Wachs und Spreizstange und Augenbinde und Nippelklemmen.
Was hat es damit auf sich?
Lilly
Das waren Bestandteile von einem Treffen.
Sebastian
Und alle gut?
Lilly
Nein. Ich mag keine Nippelklemmen. Die tun weh.
Anders. Aber vielleicht ist Wachs, Eiswürfel und dann Nippelklemme auch ein bisschen zu viel.
Oder im Moment auf jeden Fall zu viel. Keine Ahnung, ich mag Sachen nicht so gerne ausschließen.
Sebastian
Aber du gehst schon so vor mit diesem, okay, wenn da ein Vorschlag kommt,
erstmal ausprobieren und danach immer noch Nein sagen können.
Lilly
Ja, man kann ja auch zwischendurch sagen, stopp, nein, das ist mir zu viel oder
das möchte ich nicht oder das tut mir so weh und den Schmerz mag ich nicht.
Sebastian
Okay, also nach dem Wachs hast du gesagt, weiter, Eiswürfel.
Dann hast du gesagt, okay, Eiswürfel sind vorbei, weiter, Nippel klemmen jetzt bitte.
Lilly
Nein, nein, das war anders. Ich lag quasi gefesselt mit Spreitstange da und
dann kam ein Tropfen Wachs auf meinen Körper und ich war, was habe ich jetzt davon?
Da kam noch ein Tropfen, das ist langweilig, das will ich nicht.
Da merke ich nichts von, da habe
ich nichts von. Und dann kam ein großer Klecks und dann war, oh, schön.
Und die Eiswürfel waren eine Überraschung, weil ich hatte verbundene Augen und
habe dann natürlich nicht gesehen, dass er dann mit Eiswürfeln um die Ecke gekommen ist.
Das war dann lustig, kurz.
Naja, und dann kamen die Nippelklemmen, aber das war mir nichts. Das war mir zu viel.
Sebastian
Das heißt aber, die Situation bisher war immer unter deiner Kontrolle im Endeffekt.
Wenn du sagst, jetzt reicht's, dann ist auch gut.
Lilly
Also wenn wir neue Dinge ausprobiert haben, auf jeden Fall. Wenn wir Dinge gemacht
haben, die ich schon kannte und die für gut befunden worden sind,
dann hatte ich auch durchaus mal keine Kontrolle mehr.
Sebastian
Und das ist ja das, worum es dir geht.
Lilly
Ja. Aber ich muss mich ja auch erstmal rantasten und gucken,
was es so gibt in dieser, in diesem Garten der Dunkelheit.
Sebastian
Ja.
Möglicherweise würde ich das Inhaltsverzeichnis von dem Ding der Woche mal in
den Shownotes verlinken.
Das ist bestimmt lesenswert.
Ihr habt miteinander Spaß gehabt, fast jeden Tag. Und dann hast du dich auch
zwischendurch angemeldet auf einer dieser tollen Plattformen.
Lilly
Ich glaube, es war DSZ. Ja.
Sebastian
Und wie ist das so, wenn man sich da heutzutage registriert?
Lilly
Man kriegt ganz viele Nachrichten als Frau. Teilweise ein Wortzeiler. Kennenlernen?
Kennenlernen, kennenlernen, kennenlernen, kennenlernen, kennenlernen.
Oder herzlich willkommen, bist du neu hier? Was suchst du denn?
Hallo, ich möchte deinen Gehirn ficken. Danke, nein.
Sebastian
Okay, also jetzt nicht dein Geschmack.
Lilly
Nein.
Sebastian
Was hast du denn vorgehabt auf der Plattform?
Lilly
Mir wurde gesagt, dass ich mich da anmelden soll, um mitzubekommen,
wo Stammtische sind oder interessante Treffen oder um Informationen zu bekommen.
Sebastian
Okay, das ist ja erstmal eine gute Idee. Ist das wirklich so ein großes Ärgernis,
dass man da eine Begrüßungs-Fanpost kriegt?
Lilly
Das ist ehrlich gesagt lustig. Und es ist traurig, dass es mittlerweile nachlässt.
Ich kriege nicht mehr jeden Tag fünf Nachrichten in meinem Postfach.
Sebastian
Ich auch nicht.
Lilly
Ach, schade.
Sebastian
Ja, gut. Möglicherweise hat das bei mir andere Gründe.
Lilly
Wirklich?
Sebastian
In der SZ ist es natürlich auch ein bisschen gemein, weil neue Mitglieder werden
ja auf der Startseite ganz prominent direkt verliebt.
Lilly
Das wusste ich gar nicht.
Sebastian
Und die findet man halt. Okay, du hast also auf keinerlei Nachrichten dort geantwortet?
Lilly
Na doch. diesen Matcher gemacht.
Und wenn mir dann nette Herren 60 plus angezeigt worden sind,
war dann direkt, passt nicht, passt nicht, passt nicht.
Sebastian
Ja.
Lilly
Oder wenn dann nette Nachrichten kamen, ob ich an einer 24-7-DS-Beziehung interessiert
wäre, die habe ich dann auch ausgeschlagen.
Aber da habe ich dann auch einen Menschen gematcht, der dann mir geschrieben hat.
Sebastian
Den Matcher müssen wir noch mal ganz kurz erklären.
Lilly
Also es gibt in der SZ die Funktion Menschen suchen. Und da gibt es dann auch den Matcher.
Der schlägt einem dann andere Profile vor. Ich habe keine Ahnung,
nach welchen Kriterien dieser Matcher funktioniert. Also ich finde ihn komisch.
Sebastian
Er schlägt dir Profile vor. Dann kannst du sagen, ja, finde ich gut oder nicht.
Und wenn zwei sich gegenseitig gut finden, dann...
Lilly
Bekommt man eine Nachricht darüber.
Sebastian
Und darüber hast du jemanden gefunden?
Lilly
Ja.
Der mag Seiler auch ganz gerne.
Sebastian
Okay, nein, also es kam eine Mail, das passt. Und dann hat er dich angeschrieben oder du ihn?
Lilly
Er hat mir dann geschrieben und er hat mir eine vernünftige Nachricht geschrieben
mit Anrede, ganzen Sätzen, Kommata, Verabschiedung.
Das war schon mal sehr sympathisch. Das können nicht alle in der SZ.
Sebastian
Ja gut, also da habe ich früher auch mal gesagt, Das gehört auf jeden Fall dazu,
dass man das ordentlich und vernünftig macht. Ich glaube, beim ersten Anschreiben
würde ich das auch so sehen.
Allerdings gebe ich jetzt ehrlich auch zu, wenn ich bei einem Podcast-Profil,
wenn ich da dann bei Fettlauf dann mal antworte und bin irgendwie unterwegs
vom Handy, da lege ich weniger Wert auf Rechtschreibung.
das ist dann nicht böse gemeint, sondern okay, ich möchte jetzt schon mal Feedback
geben, ja, habe ich gesehen deine Nachricht, ich habe sie gelesen,
ich bin gerade unterwegs und nicht an einer anständigen Tastatur.
Da verzichte ich dann auch auf den guten Ton, was das angeht.
Also es gibt eine Ausrede, keine Kommas zu setzen und Großteilschreibungen sausen zu lassen.
Lilly
Ja und nein. Manchmal kann man sie akzeptieren und manchmal nicht.
Bei mir ist es auf jeden Fall wichtig. Also meine Kommatasetzung ist vielleicht
auch nicht perfekt, Aber ich versuche es zumindest. Der Wille ist da.
Sebastian
Okay. Also er hat dir geschrieben und dann hast du direkt geantwortet?
Lilly
Das weiß ich gar nicht so genau. Aber dann haben wir hin und her geschrieben.
Uns dann auch mal an einem netten Ort in einem Park getroffen.
Wo ganz viele Menschen noch waren.
Dann haben wir alles zusammen gegessen. Rumgeblödelt. War lustig.
Sebastian
Den Menschen hast du dann auch nochmal wieder gesehen?
Lilly
Nicht nur einmal.
Sebastian
Okay, also wir haben jetzt, für die Hörer, wir haben jetzt zwei Menschen,
die du quasi täglich siehst.
Lilly
Nein, nein.
Sebastian
Ich wollte, das ist jetzt nicht böse gemeint, dadurch komme ich natürlich zur
Frage, wie organisiert man das?
Und die Jungs wissen ja wahrscheinlich voneinander.
Lilly
Klar.
Sebastian
Wenn man dann einen blauen Popo hat, dann ist das ja auch dann die Frage,
kann ich dann zu dem anderen gehen, der dann einen blauen Popo vorfindet,
den er nicht verursacht hat und so weiter und so fort. Das wird ja kompliziert.
Lilly
Jein. Na, es war eine kurze, also seit ich mit BDSM angefangen habe,
würde ich mal sagen, gab es dann zwischendurch noch eine Urlaubspause von ein paar Wochen.
Zwei oder drei, glaube ich. Und seitdem habe ich mich dann mehr mit dem neuen Mann getroffen.
Sebastian
Also ihr könnt das nicht sehen, liebe Hörer.
Du schaust gerade so ein bisschen ratlos, wie erkläre ich das?
Aber ich versuche mal zu helfen. Das ist jetzt so ein Übergang,
kann man nicht sagen, aber du entwickelst dich gerade weiter.
Lilly
Naja, es ist halt die Frage, ob man mehr Monopoly, wie auch immer unterwegs
ist, ob man mit mehreren Leuten gleichzeitig spielen kann, will.
Das weiß ich halt noch nicht für mich, weil ich den neuen Mann vielleicht auch noch mehr mögen könnte.
Sebastian
Okay, das ist ein heikles Thema.
Lilly
Ja, und halt auch alles nicht spruchreif, von daher mag ich halt noch nicht so wirklich was sagen.
Sebastian
Dann vertagen wir diesen Teil des Gesprächs doch einfach für einem halben bis dreiviertel Jahr.
Lilly
Einverstanden.
Sebastian
Und natürlich möchte ich alle schmutzigen privaten Details hören.
Auf der anderen Seite mag ich dir deine Beziehung hier nicht öffentlich kaputt reden.
Ich glaube, zusammenfassen kann man einfach im Moment, dass du ganz viel Erfahrung
machst gerade, ganz viel ausprobierst,
ganz viel toll findest und diese ganze DS-Hingebungs-Gehorch-Schiene für dich,
glaube ich, tatsächlich so ein bisschen unwirklich ist gerade.
Lilly
Ja.
Sebastian
Muss ich mal provokant fragen, so eine Session, nennst du das Session? Ja, ne?
Lilly
Das ist ein Treffen.
Sebastian
Ein Treffen. Ist das etwas, wo du sagst, ist dir wichtig, dass du Kontrolle
über die Situation hast?
Oder ist es dann doch das, was du am Anfang gesagt hast, Kontrolle abgeben tatsächlich?
Lilly
Es ist schon eher Kontrolle abgeben tatsächlich. Wenn ich dann zu ihm fahre,
dann begrüßt man sich ganz normal, dann sitzt man, unterhält sich.
Und auf einmal passiert dann was. sei es eine Hand am Hals oder auf einmal wird
gekitzelt oder so und dann,
ist halt der Anfang quasi da und dann wird halt geschaut, was so geht oder ob
er mich in irgendwelche mir für mich spannenden Zustände versetzen kann.
Sebastian
Ja, genau darum geht es mir gerade dabei. Es gibt ja diesen Aspekt der Hingabe,
also dein Wunsch ist es, ihn möglichst glücklich zu machen, wie auch immer,
oder ist es dein Wunsch, auf deine Kosten zu kommen bei der ganzen Aktion?
Lilly
Es macht ihn ja glücklich, dass ich auf meine Kosten komme.
Sebastian
Es ist keine Antwort auf die Frage.
Lilly
Ich will natürlich auf meine Kosten kommen.
Sebastian
Also wenn er sagt, tu das für mich, weil es mir gefällt, auch wenn du das jetzt
doof findest, dann würdest du eher Nein sagen.
Lilly
Kommt drauf an. Also es hat dann schon die Waage, würde ich sagen.
Es ist relativ ausgeglichen, aber er hat das Zepter in der Hand.
Sebastian
Aber so eine Befriedigung dadurch, ich sag mal durch das Dienen,
das wäre jetzt dieser DS-Aspekt tatsächlich, das empfindest du einfach gar nicht?
Lilly
Nee, ich bin kein Couchtisch oder kein Fußbänkchen oder sowas.
Obwohl das sind auch sehr extreme Dinge.
Sebastian
So, stopp, stopp, stopp, jetzt passiert das, was ich hier noch nie gemacht habe im Podcast.
Ich schiebe jetzt nochmal etwas vor das Ende dazwischen, denn wir haben eben
aufgehört aufzunehmen, haben uns toll verabschiedet, die Kopfhörer abgesetzt
und hingesetzt und ja, plötzlich hast du angefangen zu blubbern.
Dann habe ich gesagt, komm, das will ich mir nicht entgehen lassen,
wir setzen uns nochmal hin und machen nochmal einen Nachschlag,
den wir jetzt da irgendwie reinflechten.
Weil, du hast ja gesagt, naja, so dumm und so, dieses Dienende und dieses Deessige,
das ist jetzt nicht so dein Aspekt.
Und dann hast du mir gerade draußen angefangen zu erzählen, wie das denn so
ist, wenn du mit ihm interagierst.
Und jetzt ist es aber so, wenn ihr da am Rumkappeln seid, wenn ihr dich kitzelt,
da hat sich was verändert.
Erzähl doch mal.
Lilly
Naja, anfangs bin ich meinen natürlichen Reflexen nachgegangen und habe dann,
wenn er mich gekitzelt hat, mich auch irgendwie sowohl mit Worten als auch irgendwie
mit meinen Händen, die ich ja eigentlich zur Verfügung habe, gewährt,
wenn es gekitzelt hat, weil ich das natürlich irgendwie nicht wollte und gleichzeitig ja auch doch.
Und dann hat er irgendwann angefangen zu sagen, Hände weg, Hände neben den Körper.
Und dann, nee, das mache ich nicht, niemals, nein, ich packe meine Hände nicht
neben den Körper, ich habe weiter
versucht zurückzukitzeln, aber er ist anscheinend auch nicht kitzelig.
Das verstehe ich nicht, warum Männer immer nicht kitzelig sind oder viele Männer nicht kitzelig sind.
Naja, mittlerweile beim Kitzeln kommt dann der Satz, Hände weg,
Hände neben dem Körper oder irgendwas in der Art und dann sind meine Hände neben
dem Körper und dann wehren sich meine Hände nicht.
Sebastian
Warum nicht?
Lilly
Das weiß ich nicht, warum.
Sebastian
Also er sagt und du setzt es tatsächlich um.
Lilly
Ja.
Sebastian
Aber es ist ja gegen deine Interessen in dem Moment.
Lilly
Ja, aber ich mache es halt trotzdem und das kann ich für mich auch nicht wirklich
erklären, warum ich das tue.
Oder warum ich das mit mir machen lasse.
Aber es hat schon, irgendwas hat es an sich, das zu machen. Na,
ich höre auf das, was er sagt.
Sebastian
Willst du denn auf das hören?
Lilly
Anscheinend ja schon, sonst wird mein Körper das ja nicht tun.
Sebastian
Belohnt er das irgendwie, dass du das tust? Oder was steckt dahinter?
Lilly
Weiß ich nicht. Ja, es ist total verrückt. Und es gibt da so zwei,
drei Dinge, die ich dann mache, die ich sonst niemals machen würde.
Ich sitze oder ich liege dann da irgendwie so halb rum und dann kommt seine
Hand, Beine auseinander.
Naja, dann sind die Beine auseinander, bis er sagt, dass ich sie wieder zusammentun darf.
Oder er macht meinen Mund auf und erzählt mir dann irgendwas.
Und ich lasse dann aber meinen Mund tatsächlich auf, bis er ihn wieder zumacht.
Sebastian
Möchtest du einfach gefallen in dem Moment?
Lilly
Vielleicht, ich weiß es nicht. Also ich kann es halt, wie gesagt,
einfach nicht definieren für mich oder das einfach für mich nicht sortieren, warum ich das tue.
Aber irgendwie mag ich es auch, obwohl ich es eigentlich in dem Moment verfluche
und gleichzeitig aber auch doch mag.
Es ergibt halt nicht so viel Sinn bislang.
Sebastian
Du gibst immer an der Stelle doch eine Menge Kontrolle. Total.
Lilly
Falls jemand da draußen eine Erklärung dafür hat oder ähnliche Dinge tut und
vielleicht eine Erklärung hat, bitte gerne eine Nachricht an Sebastian.
Ich wäre sehr an einem Austausch interessiert.
Sebastian
Und ich glaube, erklären können dir das ganz viele, nur ich nun gerade wieder nicht.
Lilly
Ja, bist von der falschen Seite.
Sebastian
Genau, ich bin da einfach tatsächlich von der falschen Seite.
Aber jetzt würde ich ja sagen, wir verknüpfen das so ein bisschen und sagen,
okay, das tust du, um ihm zu gefallen, weil er das will, weil er da auch seinen Spaß dran hat.
Lilly
Er freut sich auf jeden Fall wie ein kleines Kind, wenn ich es dann wieder mache.
Oder wenn er das dann nur andeutet und ich dann schon pariere.
Sebastian
Und deshalb machst du es?
Lilly
Das weiß ich nicht, keine Ahnung. Aber es ist irgendwie lustig,
wenn er sich freut. Aber ich weiß nicht, ob es da wirklich einen Zusammenhang gibt.
Das habe ich halt für mich nicht klar. Es ist einfach ein riesiges Fragezeichen.
Sebastian
Also wenn er das jetzt ausbauen wollen würde?
Lilly
Das ist auf jeden Fall etwas, dem ich nicht abgeneigt bin.
Sebastian
Also das sind ja dann so, ich sag mal, Regeln, Disziplin, in die Richtung geht das?
Lilly
Also wenn man es extrem ausweitet, kann es da bestimmt hingehen?
Sebastian
Belohnung, Strafe, sind das Gedanken, die für dich reizvoll sind?
Lilly
Ein bisschen, vielleicht auch ein bisschen mehr.
Sebastian
Liebe Hörer, das ist jetzt eben die total krasse Ausnahme.
Ich schneide das jetzt quasi an der Stelle nämlich, ich wollte das einfach unbedingt
noch mitnehmen, diesen Teil, weil das hätte einfach gefehlt in der Folge. Ja, weiter geht's.
Es gibt hier noch den schönen Punkt, den habe ich auch bei mir auf dem Zettel
draufstehen. Aftercare.
Lilly
Ja, das ist wichtig.
Sebastian
Wie sieht das denn aus?
Lilly
Steht auf dem Zettel, das kannst du lesen.
Sebastian
Ja, ich kann das lesen, aber ich kann auch einfach dieses Blatt hier verlesen
und dann ist die Folge in fünf Minuten zu Ende.
Okay, aber wir machen das mal ganz einfach. Hier steht kuscheln,
nah sein, in den Arm nehmen.
Lilly
Ja.
Sebastian
Reden und witzeln, besprechen, das kann ich nicht lesen, realisieren und reflektieren.
Lilly
Am Anfang war mir das gar nicht bewusst, dass man das braucht tatsächlich.
Also das merke ich halt selber, dass mir das ganz, ganz wichtig ist,
dass man danach irgendwie zum Runterkommen
einfach, Dass ich in seinem Arm liegen kann und weiß so, okay,
jetzt ist wieder das normale Leben da.
Keine Ahnung, oder ich bin dann schon ein bisschen rausgerissen aus der Realität,
was ich dann ja auch will.
Aber wenn man dann wieder da ist, ist es schon irgendwie wichtig, so zum Runterkommen.
Und dass man dann doch, vor allem darüber zu reden, was man da gerade gemacht
hat oder was er mit mir gemacht hat.
Dass ich das für mich dann irgendwie sortieren kann.
Sebastian
Du hast alles dazu gesagt.
Nein, es ist ja wichtig. Ich meine, niemand, hoffentlich geht niemand da nach
dem Spiel auseinander und sagt so, hab ich dich gehauen 200 Mal, tschüss.
Hier ist die Tür, weißt du, wie du rauskommst.
Lilly
Das ist ja heftig.
Sebastian
Hast du noch was, wo du sagst, das magst du unbedingt gerne noch drin haben und behandeln?
Lilly
Was ich halt super spannend fand, oder die Erkenntnis zu gewinnen,
wie sexuell BDSM ist, obwohl es kein klassischer Sex ist.
Ja, ich habe für mich herausgefunden, dass Sex nicht gleich Sex ist.
Und dass Dinge sexuell sein können, von denen ich vorher nicht dachte,
dass sie es wären oder dass sie es sind.
Sebastian
Und bei den Erlebnissen bislang war dann, ich sag mal, Befriedigung,
sexuelle Befriedigung, war das ein Teil für dich davon oder ihn zu befriedigen?
Gehörte das damit rein oder? Du hast ja schon gesagt, dass du das eher ablehnst.
Lilly
Ich war auf jeden Fall in der intensiven Treffensphase mit ihm sehr,
sehr befriedigt, obwohl ich in der Zeit kein einziges Mal Sex hatte.
Sex im klassischen Sinne.
Und das war sehr, sehr spannend zu bemerken, wie fester angefasst zu werden, mich befriedigen kann.
Du guckst mich fragend an. Ich kann es super schwer in Worte fassen.
Das ist aber auf jeden Fall was, was mich ziemlich in eine andere Welt katapultieren kann.
Er hat seine Hand an meinem Oberschenkel und macht...
irgendwie was und ich bin weg.
Sebastian
Also so ein Griff in den Nacken oder in die Haare?
Lilly
Nee, Haare tun weh.
Sebastian
Okay, muss ich mir notieren, Haare tun weh.
Lilly
Wundervoll.
Sebastian
Okay, also das scheint, es liegt so ein Schalter im Hirn offensichtlich bei dir um.
Lilly
Ja, voll. Wenn dann quasi die eine Hand an meinem Hals ist und die andere Hand,
sag ich jetzt mal grob meinen Oberschenkel massiert.
Klingt jetzt auch komisch, aber so als Beispiel. Das kann mich auf jeden Fall
in eine andere Welt bringen und das ist sehr, sehr schön da.
Und jetzt sind wir ziemlich weit von der Ausgangsfrage irgendwie weg.
Sebastian
Das macht überhaupt gar nichts. Okay, das sind jetzt sechs Wochen.
Du hast ganz viel Blut geleckt. Da passiert in Zukunft auch noch viel mehr.
Ich werfe dir jetzt mal so ein paar Dinge an den Kopf und dann gucken wir einfach
mal, wie du drauf reagieren magst.
Ich habe noch eine schöne Hörerfrage, nämlich, ob du denn auf diesen Teil in
deinem Leben, der jetzt neu dazugekommen ist, BDSM, ob du auf den in Zukunft
verzichten könntest wieder?
Lilly
Nein, will ich, glaube ich nicht.
Sebastian
Also irgendein Partner, der damit nichts anfangen kann, wäre deshalb ausgeschlossen?
Lilly
Wahrscheinlich schon. Ich glaube, da wäre ich sehr schnell gelangweilt.
Sebastian
Dann hast du ja die passive oder submissive Seite erstmal ausgesucht.
Glaubst du, dass sich das mal ändern kann?
Lilly
Kommt auf die Person an, würde ich sagen. Aber grundsätzlich würde ich mich
eher auf die passive Seite ordnen.
Sebastian
Dann gibt es ja noch so ein paar Dinge, also früher oder später kommen die meistens,
zum Beispiel eine Party.
Ist das was, was du dir vorstellen kannst?
Lilly
Ich überlege noch die ganze Zeit oder seit einigen Tagen, ob ich in ein Ticket
für die Passion investieren soll.
mit der anschließenden Party im Kartonium. Aber ich bin mir noch unsicher. Also neugierig bin ich.
Aber ich weiß es noch nicht.
Sebastian
Zur Messe kann man ruhig hingehen. Das ist ja einfach mal so erstmal eine Messe.
Und die Party, ja, die ist schön.
Lilly
Also ich habe mir den Ort neulich mal angeschaut.
Ja, ich war auf einem Tüdel-Treff dort und wurde eingetüdelt.
Aber das war ziemlich wuselig da. Ich mag lieber zu Hause tüdeln.
Ich brauche dafür meine Ruhe.
Sebastian
Wobei, das ist ja, also wenn auch bei uns auf dem Stammtisch,
einmal im Monat ist dann Tüdelabend, da darf dann getüdelt werden.
Also eigentlich war das immer so, man soll dann im hinteren Raum,
wo das gemacht wird, schön leise sein und die Leute nicht dabei stören.
Inzwischen habe ich jetzt eigentlich das Gefühl, dass die da hinten lauter sind
als der ganze Rest des Stammtischs, weil die einfach unglaublich viel Spaß dabei
haben, sich da mit Seilen zu bewerfen.
Ist nicht immer so, aber manchmal denkt man sich, huch, was ist denn da los?
Lilly
Das wird halt relativ viel laut erklärt. Und das ist ja auch wichtig,
dass keine Fehler passieren.
Oder es muss ja ein besonderes Sicherheitsstandard da sein.
Und für Anfänger ist es dann ja unglaublich wichtig, dass die wissen, was man wie tun soll.
Aber wenn man einen Tügelpartner hat, der das schon seit ein paar Jahren macht,
dann braucht man halt nicht die Anfangsanleitung.
Sebastian
Selber hast du aber jetzt noch nicht rumgetüttelt.
Lilly
Nö.
Sebastian
Nochmal so ein bisschen probieren, was kann man da machen?
Lilly
Oh, vielleicht mal ein Saldo mal umarmen gewickelt oder ist der Person zugeworfen,
um zu symbolisieren, dass ich jetzt tüdeln will.
Sebastian
Okay, also stellst dich nicht hin und sagst, du fessel mich jetzt.
Lilly
Vielleicht.
Sebastian
Vielleicht. Ja, okay, also merkt man schon, du nimmst dir dann auch das,
was du, ja, ich sag mal gerade benötigst.
Was meinst du, wie deine Zukunft da aussieht? Du in einem Jahr,
also wo siehst du dich da?
Lilly
Na, je nachdem, ob ich irgendwie einen Spielpartner habe, der zu meinem Partner
geworden ist oder ob ich jemanden finde, der dann mein Partner ist, der das auch teilt.
Dann ist es, könnte ich mir vorstellen, dass es auf jeden Fall,
wenn man sich sieht, dass es dann einen großen oder einen Teil auf jeden Fall ist.
Es soll auf jeden Fall ein Bestandteil sein. Aber wie groß der Bestandteil dann
sein wird, das weiß ich nicht.
Sebastian
Eine schöne Frage habe ich hier noch, ob das Ausleben deiner Neigung deinen
Charakter verändert hat.
Lilly
Ich habe halt in der Zeit schon ziemlich viele Komplimente bekommen.
Das hat mein Selbstbewusstsein schon gepusht, dass ich mich jetzt schon in der
kurzen Zeit noch mehr mag, als ich mich vorher mochte.
Das ist ziemlich cool. Und dieses begehrt zu werden auf diese spezifische Art
und Weise finde ich auch ziemlich gut.
Sebastian
Was ist denn daran spezifisch?
Lilly
Naja, in einer normalen Beziehung gibt es dann ja nicht unbedingt.
Also da wird halt nicht so viel und klar kommuniziert.
und das finde ich schon irgendwie ziemlich gut, dass ich irgendwie passiv bin,
aber trotzdem den Rahmen so klar abgesteckt habe. Ist das verständlich?
Sebastian
Das muss es nicht sein. Nein, es ist ja, es war ja auch, ich habe ja dazu aufgerufen
zu sagen, ihr meldet euch bei mir, wenn ihr da noch ganz am Anfang ist,
ist wohlweislich, dass es natürlich dann super schwer ist, dann auch für alles Worte zu finden.
Lilly
Es ist super schwer.
Sebastian
Und deshalb ist jetzt diese Folge ein bisschen, die ist auch für mich tatsächlich
ein bisschen schwieriger zu formulieren, weil man ein bisschen gucken muss,
wie bewegt man sich da jetzt so ein bisschen durch.
Auf der anderen Seite finde ich aber, das ist, glaube ich, in den Spiegel auch
genau diese Ratlosigkeit, die man selber erstmal hat.
Man hat tausend Erfahrungen und das ist alles neu und alles ist toll und alles
ist komisch und aufregend, alles gleichzeitig.
Ich glaube, das spiegelt das Gespräch ja gerade auch so ein bisschen wider einfach.
Wenn du dann nichts mehr hast, wo du sagst, oh, das möchte ich unbedingt noch
für die Nachwelt hinterlassen oder mahnende Worte für dich selbst,
die du dann in einem Jahr dir selber vorwerfen kannst.
Lilly
Ich bin gespannt, was die Zeit so bringt und was ich für Erfahrungen sammle.
Ich möchte irgendwann mal hängen beim Bondage.
Oder das soll mit mir ausprobiert werden oder gemacht werden, wie auch immer.
Sebastian
Ich muss feststellen, du bist der Erste, der hier bei mir diesen wunderschönen
Haken in der Decke sieht.
Ich mag mal mitteilen, wir haben es geschafft. Wir haben tatsächlich einen Haken
an die Decke gedübelt. Ich bin ganz stolz drauf.
Dann kommen wir ja langsam zum Ende. Und ich mache noch meine üblichen Aufrufe.
Die Herren der Schöpfung, nach der letzten Folge, haben sich ein paar gemeldet. Super.
Die sind jetzt alle noch so weit weg. Das heißt, das wird ein bisschen terminplanungstechnisch
ein bisschen komplizierter. Deshalb bleibt der Aufruf in Kraft.
Bitte Jungs, meldet euch. Ich brauche euch.
die Grundreise hat auch ein Update gekriegt, ich habe mir nämlich mal eine Karte
gemacht, weil ich dachte, ich habe keinen Überblick mehr dafür,
sieht jetzt tatsächlich so aus, ich in der Mitte,
dann 300 Kilometer nix, und zwar in alle Himmelsrichtungen und dann ist so ein Ring außenrum,
das heißt ich werde nicht alle auf einmal besuchen, könnte das eh nicht,
aber ich werde das tatsächlich in mehrere Himmelsrichtungen unterteilen und
da muss ich nochmal schauen, wie ich das organisiere, aber es geht voran,
Du hast ja eben nochmal die Passion erwähnt, ob du da eventuell hingehst.
Lilly
Ja.
Sebastian
Ich überlege das auch zu tun. Das heißt, es besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit,
dass man mich auf der Passion-Messe sieht.
Nicht auf einem Stand, sondern ich würde da einfach ein bisschen rummarodieren
und vielleicht auch abends auf die Party gehen.
Jetzt ist natürlich die Idee, wenn man schon mal in Hamburg ist,
wo eben auch eh viele Perverse sind, dann könnte man ja mal sowas wie ein kleines
Hörertreffen oder so veranstalten am Freitagabend vielleicht.
und dann sagen, okay, hier, da und da kann man sich treffen und dann einfach mal Hallo sagen.
Überlege ich, ob das sinnvoll ist, ob da Interesse ist. Ich würde sagen,
wer da zur Messe-Party geht und eh sagen, oder ach ja, warum der nicht,
sagt man Bescheid, damit ich so ein bisschen Feedback kriege,
ob es sich lohnt, sowas zu machen.
Und ansonsten wäre es natürlich schön, wenn man an dem Wochenende vielleicht
noch die ein oder andere Aufnahme hinkriegen würde, denn wenn sich die ganze
Community schon mal irgendwo trifft, dann kann man das ja auch nutzen.
Vielleicht jemand aus meinem erweiterten 500 Kilometer umkreis, der dann eh da ist.
Dann spare ich mir einen Tag Reise.
Gut. Okay, Lilly, Kontakt zu dir kriegt man am besten wie? Wie?
Lilly
Über dich?
Sebastian
Über mich, ja, dann machen wir
das so. Über mich, also wer mit Lilly irgendwie was sagen will oder so,
der kann einfach mich anmailen an sebastian.kunstderunvernunft.de oder eben
FetLife oder was es nicht alles gibt, ich leite das dann natürlich schön weiter.
Genauso, wenn man Lob, Kritik loswerden will, geht das dann natürlich auch.
auch, der muss ich jetzt noch die Frage stellen, wollen wir uns wiedersehen?
Vielleicht in einem Jahr oder so?
Lilly
Ja, warum nicht?
Sebastian
Sehr gut. Dann nehme ich diese Folge, die wir jetzt aufgenommen haben und werde
dir jedes einzelne Ding vor die Nase halten und fragen, ist das noch so? Ja, nein, vielleicht.
Bin gespannt. Ich auch.
Und ja, also vielen, vielen Dank, dass du so schnell hergekommen bist und hat
mir unglaublich viel Spaß gemacht. Vielen Dank.
Lilly
Sehr gerne. Mir hat es auch Spaß gemacht. und ich bin gespannt,
was wir uns dann in dem Jahr oder so zu sagen haben.
Sebastian
Ja, ich hoffe eine ganze Menge. Was interessiert mich, mein Geschwätz von gestern.
Das war so das, was ich nach dem Jahr gesagt habe.
Okay, liebe Hörer, vielen Dank für eure Aufmerksamkeit. Ich hoffe,
ihr konntet euch auch so ein bisschen zurückversetzen, vielleicht,
wie es bei euch angefangen hat und euch da draußen bis zum nächsten Mal. Tschüss.
Lilly
Tschüss.