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Sebastian
Hallo und guten Abend zur Unvernunft live am 30. September 2021
und ich begrüße euch in ja immer noch ein klein wenig dystopischen Zeiten,
aber der Trend geht bergauf. Ja, herzlich willkommen bei der Kunst der
Unvernunft, dem Podcast, wo es ja über BDSM geht, über Menschen, die das machen
und die daran Spaß haben hoffentlich. Und ich begrüße euch einfach zur Folge
Nummer 79. Mein Name ist Sebastian Stix und vielleicht gibt es ja auch neue
HörerInnen hier im Chat. Meldet euch mal, wenn ihr möchtet. Also herzlich
willkommen lieber Chat. Chat. Das läuft heute fast wie immer, denn es gibt ja
ein Gespräch heute mit Dan Apus über das Thema Kink-Coaching. Da bin ich ja
immer so ein bisschen kritisch. Wollen wir mal gucken, was heute passiert. Und
dann mache ich wie immer das Telefon an und dann sprechen wir entweder darüber
oder über dies und das. Und irgendwann ist dann gut und dann ist die Sendung zu
Ende. Das wird hoffentlich mindestens 90 Minuten dauern. Ich bin gespannt. Ich
habe auch meine dies und das Liste wieder mitgebracht. Da stehen alle möglichen
Dinge drauf.
Schauen wir mal. Ich habe auch noch ein kleines Kontaktgesuch von letzter Woche.
Das ist letzte Woche nicht mehr mit reingekommen. Das würde ich heute hier
nochmal einspielen wollen. Mal gucken, ob das klappt. Das hat technisch noch
nicht funktioniert bis eben gerade. Aber alles wird gut. Und dann wurde mir die
dieswöchige Schätzfrage auch in den Mund gelegt. Da habe ich ein bisschen
rumgespielt. Das klingt zwar fürchterlich, aber da müsst ihr dann durch. Was
haben wir denn da? Hier, Wave, neuer Live-Hörer. Ja, dann herzlich willkommen.
Schön im Chat beteiligen. Wenn Fragen sind, einfach mal reinfragen. Das Podcast
so wie wacht über den Chat und leitet mir dann alles weiter, was da irgendwie in
die Sendung eingebaut werden muss, weil ich schaffe es gar nicht, euch da direkt
live zu verfolgen. Und wollen wir mal gucken, ob ich meinen ersten Gast hier
reinhole. Das heißt, meinen ersten Gast, den ersten Gast. Ich gebe euch nochmal
kurz ein bisschen Musik und dann versuche ich mal eine Verbindung zu Dan
herzustellen. Dann sage ich euch auch mal, wieso wir da heute überhaupt
sprechen.
Hallo.
Dan Apus Monoceros
Hallo, ich hab dich.
Sebastian
Du hast mich. Sehr gut, wir haben es geschafft. Juhu, es funktioniert, die
Technik. Yay.
Dan Apus Monoceros
Ach, schön, dass du da bist.
Sebastian
Ja,
Dan Apus Monoceros
Ich dachte mir schon die ganze Zeit, warum ruft der nicht an? Jetzt geh ich doch
mal in den Chat rein und schau mal, vielleicht haben die eine tolle Diskussion
ohne mich gestartet. Und dann seh ich da, dass du mich nicht erreichen kannst.
Sebastian
aber ich würde niemals ohne dich über dieses Thema sprechen. Aber wir müssen uns
erstmal rechtfertigen, worum wir denn heute sprechen. Ich habe mich vorbereitet.
Dan Apus Monoceros
Oh, erzähl mir was.
Sebastian
Also, lieber Dan, wir sprechen ja immer vor irgendwelchen hohen kirchlichen
Feiertagen.
Dan Apus Monoceros
Ja, das ist richtig.
Sebastian
Weihnachten, Ostern, Pfingsten. Und wenn wir heute sprechen wollen, dann
brauchen wir einen kirchlichen Feiertag.
Dan Apus Monoceros
Korrekt.
Welchen hast du gefunden?
Sebastian
Ich habe gefunden, der 1. Oktober, das ist der Tag der Intronisierung von Papst
Alexander II. Und wenn auch nur ein Mensch auf der Welt das Morgen feiert, dann
haben wir einen Grund, heute zu sprechen.
Dan Apus Monoceros
Hervorragend. Also feiert bitte morgen alle die Intronisierung von Papst
Johannes Paul II.
Oh, okay. Ach ich.
Das
habe ich schon gehört. Ja, ja.
Sebastian
es. Und ja, was genau das ist und wie das ist, darüber unterhalten wir uns dann
gleich. Spannend dabei ist, dass ich da persönlich ein bisschen kritisch bin,
weil, ja, das muss man doch irgendwie, das kann man einem doch nicht beibringen.
Aber vielleicht erklärst du mir heute erstmal, was das überhaupt sein soll und
was du da tust, denn du machst ja sowas.
Dan Apus Monoceros
Also Kink-Coaching an sich ist vielleicht noch nicht so eine etablierte
Disziplin. Das heißt, da hat auch jeder seine eigene Definition erstmal ein
bisschen davon. Ich selber komme aus dem Unternehmensumfeld, habe also früher
als Unternehmensberater und dort mit klassischem Coaching gearbeitet und
hatte dann irgendwann mal die Welt der klassischen
Unternehmensberatung verlassen und gesagt, okay, ich gehe woanders hin, gehe in
diese BDSM und Fetischwelt hinein und habe dann natürlich einfach diese Konzepte
und Skills, die ich im Leben davor, sagen wir es einfach mal so, erworben habe,
mir dann angeeignet und habe sie dann übertragen auf die BDSM-Welt und
ja, insofern, das war so für mich ein bisschen der Einstieg dazu habe dann in
der BDSM-Welt als ich das Kink-Coaching hier so ein bisschen angefangen habe,
auch festgestellt, dass es da viele gibt, die das natürlich ganz anders
interpretieren und jetzt ist natürlich die entscheidende Frage, wie
interpretiere ich das überhaupt es gibt unterschiedliche Bereiche, du hast, ich
sag mal so den klassischen Bereich, wo ganz viele irgendwo sind sind die, die
erklären dir so ein bisschen wie Bondage geht. Ich bin ja auch Bondage-Trainer,
das ist so ein typisches Beispiel. Da kann man Stunden mit den Leuten
verbringen, Knoten zu üben, Seile, aber auch die Beziehung mit dem Bunny zu sich
selber, wie man das vielleicht fühlen kann, wie man das umsetzen kann. Dann gibt
es Peitschen, Lehren, Anatomie und Sicherheit, so ganz viel Fachwissen und
Facts. Dann gibt es so ein paar Menschen, die dir erzählen, wie du deinen
Sklaven zu erziehen hast oder so. Das ist aber gar nicht die Welt, also das ist
nicht nur die Welt, in der ich mich da aufhalte, Sondern bei mir gibt es eben
auch viel um die eigene Identität. Also wer bin ich selber?
Was sind vielleicht meine Hemmnisse? Was hindert mich daran, mich voll zu
entfalten? Was hindert mich daran, vielleicht auch das auszuprobieren, was
irgendwie in mir rumbrodelt, was ich aber jetzt gerade nicht loswerden kann? Und
das ist, wie ich halt dieses Kink-Coaching hier wirklich für mich sehe und
praktiziere. Also es heißt wirklich wie ein Coach, der sich eben mit den
Menschen unterhält und dabei eben halt Kink als Schwerpunkt setzt und jetzt
vielleicht nicht unbedingt gerade deine psychischen Probleme oder deine
Vanilla-Beziehung, die du hast.
Sebastian
Okay, pass auf, lass mich mal so ein bisschen dich ärgern heute. Wir haben das
abgesprochen. Also ich versuche heute mal den Advocatus Diaboli, dass ich
einfach mal schaue, weil generell ist das ja so ein, ich bin Dom und
Sub ist Sub und Sub erwartet, dass Dom dann auch bitteschön weiß, was er da tut.
Ich bin jetzt mal bei mir persönlich, deshalb kann ich sagen der Dom und das
muss man doch wissen, das muss man doch im Gefühl haben, was soll man denn da
erzählt kriegen. Also warum ist das nötig?
Dan Apus Monoceros
ganz grundsätzlich erstmal will ich niemandem abraten davon, dass er seinen
eigenen Stil hierbei irgendwie an den Tag legt und das soll auch überhaupt nicht
das Konzept sein. Man kann sich das aber ein bisschen so vorstellen wie mit
Autofahren, Kochen oder vielen anderen Sachen, die man macht. Man kann es oder
man kann es und das sind halt teilweise Welten dazwischen. Wenn man jetzt
irgendwie mal eine Fünf-Sterne-Küche gegessen hat oder eben das eigene, also ich
Ich habe mir heute wieder hervorragende Dosenraviolis angebrannt gemacht. Das
sind halt so die Welten dazwischen, wo man sich dann sagen kann, ich kann nicht
kochen. Und das muss ich halt auch einfach offen und ehrlich zugeben. Ist jetzt
auch nicht so, dass ich das für mich jetzt zwangsweise ändern muss, damit ich
glücklich werde. Genauso braucht auch niemand einen Kink-Coach, damit er jetzt
besseren Kink und BDSM machen kann. Das muss man für sich entscheiden. Das muss
man für sich wollen. Man muss für sich sagen, okay, ich sehe hier auch
tatsächlich für mich Entwicklungspotenzial. Ich möchte da ein bisschen an mir
reifen, an mir arbeiten und wenn man das eben für sich erstmal erkennt, das ist
aus meiner Sicht die Grundlage. Also ich werde niemandem sagen, du musst jetzt,
vielleicht sagt das dann dein Bunny irgendwann mal, du solltest jetzt.
Sebastian
Das sagt das Bunny bestimmt. Pass auf, ich habe hin und wieder mal so
Vorgespräche gehabt mit Kink Coaches und mir sind so zwei, drei Vorgespräche
sehr im Gedächtnis geblieben, wo das dann anfing mit, ja, also ich vermittle
dann die Grundlagen des Dominantseins und dass man mit seiner Sub, da muss man
konsequent sein, da darf man nichts durchgehen lassen und dann muss man das nach
dem Konzept XY machen. Und da habe ich gemerkt, da werde ich pissig. Also weil,
da denke ich so, boah, das kann doch nicht euer Ernst sein.
Dan Apus Monoceros
Verstehe ich.
Sebastian
Also es gibt offenbar doch das goldene Buch irgendwo.
Und erstmal so meine Frage, woher weißt du denn, was du ja vermitteln
willst? Weil, also fängst du bei null an und sagst so, das ist jetzt BDSM, ich
erkläre euch das erstmal oder was ist so ein Coaching und für wen ist das
überhaupt? Ist das was für mich? Brauche ich das?
Dan Apus Monoceros
Also Sebastian, du brauchst gar nichts, du bist sowieso der Allerbeste.
Oder vielleicht brauchst du ganz viel und wirst dann der Allerbeste. spaß
beiseite
nein
Sebastian
Das Podcastsubbie kann mal was in meinen privaten Chat reinschreiben, ich werde
es originalgetreu verlesen und ich werde im Zweifel erwürgen.
Dan Apus Monoceros
aber spaß zur seite der punkt ist nicht dass ich den leuten jetzt irgendwie
wirklich etwas beibringen so dass ich nehme erst mal jeden wie er ist und also
auch diese frage kann man dominant sein lernen ich kann dir dazu auch nicht die
absolute antwort geben manche menschen werden es nie lernen andere menschen sind
natur dominant und manche andere spielen eine rolle und die frage ist halt ist
diese rolle die du spielst authentisch oder nicht wie es dein eigenes
dominanzverhalten was ist vielleicht in deinem dominanzverhalten sagen wir mal
ungesund oder passt vielleicht nicht für deinen partner oder seine partnerin
vielleicht auch für andere leute wurde einfach sagen kannst du damit bin ich ein
paar mal angeeckt oder so aber das ist wirklich eine sehr persönliche sache und
ich sag jetzt mal in einem coaching Coaching ist immer eine 1 zu 1 Sache oder
vielleicht mit einem Paar oder einem Polyamorenpaar, aber es ist nichts, wo ein
Standard festgelegt ist, weil ansonsten wäre es irgendwie so ein Vortrag, den
ich halten würde, wo ich euch irgendwie, ach, ihr müsst jetzt alle, tralala,
sondern es geht darum, dass du erstmal du bist und da, wo du bist, musst du halt
für dich finden, was für dich dominant heißt, wenn du jetzt dominant sein willst
oder eben submissiv oder switch oder versatile. und da gibt es
so viele graustufen dazwischen also allein dieses für sich zu erkennen was bin
ich eigentlich was bin ich nicht das ist ein großteil meiner arbeit und ja
letztendlich ist es so dass ganz viele auch irgendwo ein falsches konzept im
vorfeld haben und denken oh ich muss jetzt das was du gerade gesagt hast so
ungefähr nichts durchgehen lassen dieses jenes machen nein kannst du du kannst
ein totaler caregiver sein der auch relativ locker und offen ist und kann es
dabei wunderbar dominant deinen Partner oder deine Partnerin führen oder so da gibt
es keine festen vorgaben
Sebastian
Ja, pass auf, auf die Frage vom Podcastsubbie, ob ich sowas brauchen könnte, hat sie
mir hier geschrieben, ich zitiere, la la la.
So, leider sitzt sie auf eben jedem Popo drauf, der jetzt wirklich la
la la ist, aber das kriegen wir hin.
Das gibt's doch nicht. ich. So, das war doch jetzt eindeutig dominant. Sie war
frech und jetzt habe ich eine Konsequenz und jetzt lacht sie mich aus.
Diese Holzlöffel sind auch nicht mehr das wahre.
Dan Apus Monoceros
klappt nicht ja
Sebastian
Also irgendwas habe ich hier falsch gemacht, aber ich brauche doch gar kein
Coaching.
Dan Apus Monoceros
du hast du hast du billige holzlöffel geholt das ist das ganze problem bei dir
ja die würden brechen wenn du richtig durch ziehst
Sebastian
habe zu billige Holzlöffel geholt. Jetzt
sie nicht mehr.
Dan Apus Monoceros
alles
Sebastian
Du sollst da zuhören.
Okay, Entschuldigung, da bin ich wieder. Ja.
Dan Apus Monoceros
gut
Sebastian
Nein, aber ganz ehrlich, du guckst ja den Menschen an und dann entsteht ja in
dir so ein Eindruck, Weil du musst ja auch überlegen,
was will ich den Leuten eventuell zeigen? Oder manchmal, man sieht ja selber vor
lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Es ist in dem Sinne die Frage, wie schätzt du
die Leute ein? Weil die können ja nicht dir was vorspielen oder dir die letzten
zehn Videos von den letzten zehn Sessions schicken, damit du dann sagen kannst,
da an der Stelle hätte man das anders machen können. Also wo kommt das her?
Dan Apus Monoceros
also tatsächlich gehe ich auch gar nicht auf das exakte spiel von den leuten ein
also wenn ich jetzt bei einer Session sage hier A, B oder C das bringt den Leuten
ja meistens auch gar nichts weil dann haben die hinterher ein drehbuch haben die
irgendwie eine maskerade oder ein theaterstück was sie irgendwie runterrasseln,
das würde ja keinen authentischen Dom ausmachen.
Das würde auch keinen authentischen Switcher oder Sub ausmachen. Das ist dann
letztendlich, wir spielen uns gegenseitig was vor und das würde niemandem zum
Schluss irgendeinen echten Mehrwert geben.
Also der Punkt ist,
Sebastian
Jetzt hast du ja eben von Rollen gesprochen. Die Rolle muss ich doch erst mal
einnehmen.
Dan Apus Monoceros
aber du hast sowohl die Möglichkeit, eine natürliche Rolle zu haben, also du
hast intrinsisch irgendwo eine Tendenz in die eine Richtung, Aber letztendlich
sollte die Rolle, die du dann nach außen wiedergibst, auch diesem Inneren
entsprechen oder zumindest einen hohen Deckungsbeitrag haben. Klar, du kannst
mal den Dom spielen, wenn du dich jetzt eigentlich nur als Sub fühlst, aber
vielleicht bist du halt einfach irgendwie ein Pushy Bottom oder eine Brat oder
irgendwas anderes, was was Dominantes drin hat, was aber eben nicht direkt jetzt
deswegen den Master oder die Mistress hinten raus ergeben muss, sondern
vielleicht bist du ein Powerswitcher oder sowas. das ist relativ breit und
deswegen du kannst nicht sagen dass du diese eine rolle hast oder diese eine
rolle bereits im vorfeld quasi irgendwie übernehmen muss so dass du musst für
dich deine rolle finden und wichtig ist dann auch eben dass du dir dem bewusst
bist dass du das kommunizieren kannst dir auch über die konsequenzen darüber im
klaren bist und darauf dann eben auch dein Spiel aufbauen kannst also wenn
du jetzt zum beispiel in
Sebastian
Moment, das klingt aber extrem planvoll. Lass mich nochmal zurückgehen zu der
Rollenfindung. Ich frage in jeder Podcast-Folge, warum Sub, warum Top?
Und die häufigste Antwort, ohne das jetzt zu werten, ist, das hat sich gut
angefühlt. Da kannst du doch jetzt nicht kommen und sagen, ja, da müsste man
vielleicht doch nochmal drüber nachdenken. Also wo ist da der Ansatzpunkt? Weil
das ist eine schwere Entscheidung, diese Rolle zu finden.
Dan Apus Monoceros
das grundproblem ist ja bereits dass jemand sich
für eine rolle entscheiden müsste und dass du gerade eine Dom- und eine Sub-
rolle nur erwähnst du in gewisser weise aber du kannst doch ein eher dominanter
caregiver sein der aber gerne total verschmust ist und kuschelt und da dann aber
auch total easygoing ist und überhaupt nicht mehr den dom raushängen muss wirst
du bist irgendwie so ein TPE-Dom der irgendwie ist alles vorspielen oder
vorgeben muss der dann irgendwie totale richtlinien und irgendwie mega Kontroll
freak die range ist riesengroß allein wenn du im dom bereich bist und Und
deswegen diese Aussage, du bist Dom, Sub oder Switch oder was auch immer, die
ist einfach nur eine Schublade, wo du in gewisser Weise reingedrückt wirst, die
aber überhaupt nicht deine gesamte Persönlichkeit widerspiegelt. Also nur weil
mir jemand sagt, der ist Sub, habe ich keine Ahnung, ob das ein Match ist oder
nicht mit mir. Da gibt es so viele Facetten, die da mit drin sind und ich habe
teilweise ein besseres Match mit einem, ich sage mal, Dom-Switcher als irgendwie
mit einem Sub, der halt auf einer ganz anderen Spielwelt unterwegs ist.
Sebastian
Ja, aber wir teilen die Leute ja schon so ein bisschen in Sub und Top.
Spätestens dann, wenn du dann die Maledom- und Femdom-Partys hast, da
musst du dich irgendwie einsortieren, damit du da auch da sein kannst. Also ist
das nicht mehr so? Achso,
Dan Apus Monoceros
Ja, also ich mache auch solche Master-Slave oder
Dom-Sub-Nächte oder sowas, es gibt aber immer Auswege, wie du zum Beispiel im
Rahmen dieses Spiels auch deine eigene Rolle ändern kannst, dass du halt zum
Beispiel, wenn du als, also ich plane jetzt gerade einen
Mietmarkt, also so einen Fleischmarkt, wo quasi sich jeder anbieten kann oder
von seinem Besitzer angeboten werden kann Und die Leute dann eben diesen
Menschen ersteigern können für eine bestimmte Dienstleistung, die sie selbst
definieren. Also es ist schon mal kein Sklavenmarkt, wo wir irgendwie nur klare
Sklaven haben, auch kein Hurenmarkt, sondern du suchst selber aus, was du bist,
deswegen eben Fleischmarkt. Und dann, wenn jemand zum Beispiel nicht seine
gekaufte Ware bezahlen kann, dann muss der halt eben sich selber irgendwie im
Anschluss verkaufen und kann somit automatisch die Rolle switchen. Und da ist es
halt schon wichtig, finde ich, dass du eben nicht nur in schwarz oder weiß
denkst, sondern dass du eben den Menschen genau so, wie sie sind, Möglichkeit
gibst, sich zu entfalten. Ja, es ist schwierig. Es wird nicht in jeder Situation,
in jedem Rollenspiel, also gerade bei einer Femdom-Party, da ist ja auch noch
ein Geschlecht mit dabei. Das macht es dann ein bisschen schwieriger, weil die
meisten Menschen nicht so schnell ihr Geschlecht wechseln können.
Aber ich denke, das Konzept einer Femdom-Party hat durchaus seine Berechtigung.
Aber vielleicht ist die Femdom auf der Party nach der Party die Femswitch. und
das ist doch auch eine tolle sache und mit dem richtigen partner ist sie
vielleicht die komplette Sub und da muss man sich halt einfach auch bewusst sein
dass man jetzt vielleicht nicht nur immer in einer rolle spielt und auch wie
diese rolle ausgeprägt ist ist eben nicht hundertprozentig festgelegt ich weiß
es gibt da immer wieder in so gewissen kultur also Kink-Kultur-Kreisen
gewisse gebräuche gewisse rituale gewisse fetische oder eben ja
praktiken die besonders im vordergrund stehen ist ja auch gut so es kann
sein dass das für dich eben auch super passt aber ist meistens die menschen die
an der einen oder anderen stelle merken dass sie dann nicht rein passen in
dieses klischee bild die dann auch mit mir darüber reden wollen und sagen okay
wie kann ich da vielleicht einen ausweg finden ist das vielleicht wirklich meine
welt gibt es was anderes
Sebastian
ja, mach doch mal zwischendurch eine ganz kleine Pause, bitte.
Dan Apus Monoceros
kann ich mich da selbst definieren und dieses gespräch ist
das ist ist schwierig macht das
Sebastian
Ja, ich weiß, ich grätsch dir jetzt einfach mal rein.
Nehmen wir jetzt mal an, also erstmal, wer kommt zu dir? Also sind das, weil das
müsste man ja meinen, der Top ist die aktive Person, die kommt zu dir, weil die
muss ja jetzt was lernen, weil die hat ja auch die Verantwortung und alles. Das
wäre jetzt mein Vorurteil Nummer eins. Zu dem Kink-Coaching gehen also die
Oben-Spielenden.
Dan Apus Monoceros
vorurteil dass mich kurz nachdenken ich habe tatsächlich
keinen 100 prozent reinen Dom außer jetzt bei Bondage-Kursen oder rein Technik
basierten Sachen die meisten ich würde sagen ja 90
95 Prozent würde ich eher in die Kategorie
Switcher Experimentalist ausprobieren oder ähnliches reinstecken und
reine Doms oder reine Subs, also die wirklich 100% nur in dieser Rolle sind,
kommen eigentlich kaum bei mir vorbei.
Sebastian
Okay, und dann, das kam auch aus dem Publikum die Frage von Luziel, da geht es
um Coaching als Türöffner für Neugierige, aber Ängstliche oder
Vorurteilbehaftete. Also geht man dahin, wenn man fünf Jahre in der Szene
Erfahrung gemacht hat zu dir oder kommt man eher am Anfang und sagt, naja, das
ist irgendwie spannend, aber ich weiß noch nicht so recht.
Dan Apus Monoceros
Normalerweise kommt man hin, wenn man sich selber in die eine oder andere
Richtung weiterentwickeln will oder eben durchaus, wenn man unsicher ist. Also
ich habe Leute, die sind sehr lange intensiv in der Szene mit drin und die
suchen einfach jemanden, wo sie über Sachen und Details sprechen können, die
dann schon hochgradig intim und persönlich sind, wo sie jetzt vielleicht nicht
unbedingt mit dem Kumpel am Stammtisch drüber reden wollen. Sondern wo sie eben
wirklich sagen, okay, da brauche ich einen gewissen professionellen Background,
da brauche ich eine gewisse Zuversicht, einen gewissen Haltpunkt, wo ich eben
auch die richtige Erwartung vorfinde oder das richtige Gegenpart vorfinde. Und
es gibt Leute, die sind relativ am Anfang, die einfach wirklich sagen, okay, ich
habe mich jetzt ein bisschen ausprobiert, Ich bin jetzt so, keine Ahnung, ein
paar Monate bis zu ein paar Jahre dabei und will mich jetzt eben
weiterentwickeln. Das heißt, die haben schon einen gewissen Input bekommen und
schon ein paar Erfahrungen gesammelt und möchten jetzt quasi hier vielleicht in
die eine oder andere Richtung, weil sie noch nicht merken, dass sie da
angekommen sind, wo sie sich aktuell befinden, obwohl sie eben schon Erfahrungen
haben und wollen sich dann eben mit mir da weiterentwickeln in diesem Bereich.
Sebastian
also das heißt, du bist ein externer, neutraler Gesprächspartner und das heißt,
stellen die Menschen dir Fragen oder schätzt du dir erstmal ein, also wir nehmen
es jetzt einfach mal an, ich buche bei dir ein Kink-Coaching und sag hier, also
erstmal, das ist keine Gruppenveranstaltung, das heißt, ich komme zu dir und
dann sagst du was zu mir.
Dan Apus Monoceros
richtig
Sebastian
Ja.
Dan Apus Monoceros
dann will ich dich einfach erst mal kennenlernen das heißt ich fange an erstmals
wir machen immer ein erstgespräch da geht es darum zu gucken ob du dich mir
gegenüber öffnen kannst denn wenn du dich mir gegenüber nicht öffnen könntest
dann würde das gesamte gespräch keinen sinn machen dann brauchen wir sozusagen
gar nicht weitermachen und dann werde ich im ersten schritt versuchen, mit dir
gemeinsam ein Bild zu erfinden. Also ich muss dich für mich greifbar werden
lassen. Und dafür ist eben auch diese Offenheit wichtig. So, und dann ist eben
die Frage, in welche Richtung es jetzt weitergehen soll, ob es eben zum Beispiel
in Richtung, ich will etwas Neues lernen, das ist dann Technikwissen,
Technikvermittlung, das ist ein ganz einfacher Bereich, oder ob es in die
Erfahrung geht, also ich möchte zum Beispiel etwas Neues ausprobieren, ein neues
Experiment oder vielleicht auch in Richtung Selbsterkenntnis. Ich habe das
Gefühl, da fehlt irgendwie was. Ich bin da noch nicht hundertprozentig
zufrieden. Wie kann ich? Ich traue mich noch nicht. Was müsste ich machen, dass?
Und dann plane ich letztendlich...
Sebastian
Werden Menschen vielleicht auch von Sub zu dir geschickt?
Dan Apus Monoceros
Ja?
Sebastian
Also nach dem Motto, such dir mal jemanden, das machst du schon ganz toll, aber
nein.
Dan Apus Monoceros
Nein. Das habe ich da... Nein, also es sind wirklich Menschen, die wegen sich
selber zu mir kommen. Die für sich selber erkannt haben, sie wollen etwas
erreichen. Sie wollen sich entwickeln in die eine oder andere Richtung. Und
diese Menschen kommen zu mir, sind wirklich nicht die Leute, also auch ganz
offen, also so Technikwissen oder wie bin ich ein Dom oder sowas, da hast du
100.000 Leute, die sich als Guru bezeichnen und kriegst im Internet irgendwelche
Videos, die dir das Ganze beibringen. Das ist aber kein Coaching im eigentlichen
Sinne. Das ist erstmal nur ein Vortrag oder eine reine Technik oder vielleicht
Wissensvermittlung. Das Coaching ist eben, wo es um dich geht. Also ich bin der
Begleiter, der dir hilft, dass du dich selbst optimieren kannst. also es geht
nicht darum dass du von mir lernst und mich übernimmst mein verhalten übernimmst
sondern dass du dich in mir reflektiert durch fragen durch
aufgaben du kriegst dann irgendwer also wir haben dann so kleine übungen diese
übungen die machst du teilweise nur für uns teilweise sind aber auch aufgaben
gehe raus finde einen partner für probiere dieses aus mache jenes sind aber auch
aufgaben wie ordne in dies also ich habe da so verschiedene modelle entwickelt
Zum Beispiel so ein BDSM-Web, wo man sich dann in verschiedenen Kategorien
einordnen kann. Und das dient einfach nur der Selbstreflexion oder schreibe
einen Bewerbungsbogen für dich als Master, Sklave, Lebenspartner, wie
auch immer. Und das sind auch Sachen, die machen die Leute nur für sich, aber
das sind so kleine Aufgaben, mit denen die Leute extremst viel Erkenntnisgewinn
machen. Und dann aus diesen Erkenntnissen, über sich selbst, genau.
Sebastian
sich selbst.
Dan Apus Monoceros
Also es geht nicht um Fremdwissen.
Sebastian
Ja, pass mal auf, hier kommt gerade was von Jasmin rein. Das ist tatsächlich ein
wichtiger Punkt. Also sie schreibt, warum sollte ich mir einen Kink-Coach
buchen, wenn ich in die Szene eingebunden bin? Eventuell habe ich ja kinky
Freundinnen. Also füllt das eine Lücke in dieser Peer-Beratung? oder also warum
kann ich das nicht mit Leuten machen, warum kann ich mit Zapp nicht drüber reden
oder warum kann ich nicht auf dem Stammtisch das diskutieren wer bin ich, was
mache ich was mag ich
also warum brauche ich dieses Einzelcoaching an der Stelle, also was ist da
anders weil das Wissen kriegen wir durch Wikipedia das Wissen kriegen wir durch
Leute auf Stammtischen, wir können auf Partys zugucken, wir sehen ganz tolle
Menschen, die Dinge machen
Dan Apus Monoceros
Mhm.
Also
Sebastian
Ja, also welche Lücke kann man da füllen?
Dan Apus Monoceros
wenn du den perfekten Freund hast, der eben hier professionell damit umgeht,
keine eigene Meinung dabei vertritt, sondern das einfach nur quasi für dich das
perfekte Spiegelbild da ist, die weiße Wand, mit der du arbeitest, die richtigen
Fragen, die richtigen Aufgaben stellen würde, dann ganz offen sage ich, bitte
geh doch zu diesem Freund, weil das ist genau das, was ich eigentlich auch
mache. Ich bin letztendlich derjenige, der versucht, den Finger in die Wunde zu
legen, der versucht, die Unstimmigkeiten bei dir herauszufinden, der dir eine
Unterstützung gibt und wenn wir uns draußen anschauen, wie das ist, ganz häufig
hast du halt ein Vorurteil, was dir plötzlich entgegengebracht wird. Du wirst
dann belächelt, weil du stehst auf Windeln, okay, oder du bist ein Crossdresser
oder du fühlst dich als Mann. Was ist das alles? Du hast ganz häufig diese
Vorurteile. Es gibt auch Klischees, es gibt auch Praktiken, die werden eben,
sagen wir mal, sehr zweideutig gesehen, vielleicht auch teilweise überhaupt
nicht gemocht in der Szene.
Sebastian
Zum Beispiel?
Dan Apus Monoceros
Und Raceplay, Rape, Vergewaltigungsfantasien sind immer wieder ein Thema. Dann
gibt es auch viele in Richtung Breath Control, in Richtung Galgen oder
ähnliches. Also es gibt eine ganze Kategorie an Praktiken, die häufig mit dem
Sicherheitsaspekt oder mit dem sozial-moralischen Faktor, sagen wir mal, nicht
gerne gesehen werden. Und tatsächlich sind auch so Praktiken wie Windeln oder
sowas, haben auch ganz viele Klischees, mit denen sie irgendwie erstmal kämpfen
müssen.
Menschen, die sich in ihrer eigenen sexuellen Identität, also auch sei es
Geschlechterrolle, sei es Partnerrolle, nicht wirklich hundertprozentig
wohlfühlen, haben damit häufig zwei Probleme gleichzeitig. Nämlich einmal die
Kink-Seite, einmal die Geschlechterseite.
Dann musst du das erstmal auseinanderdröseln, in welcher Identität empfindest du
dich, in welchem Bereich hinein. Also zum Beispiel bist du als Frau oder wenn du
dich selber als Frau gerade siehst, bist du zum Beispiel dominant. Als Mann
fühlst du dich eher devot.
Das ist bei vielen Leuten irgendwie noch ein richtiges Problem. Also allein
schon so gesellschaftliche Klischees, die auf uns reinkommen, wie eben in
Deutschland ist es immer noch relativ stark vertreten, dass eben der Mann häufig
dominant sein soll. Das ist, wenn du in den falschen Kreisen bist, ein prägendes
Image, was du hast.
Sebastian
Ja, das ist ja auch
bei ganz vielen so. Also so offen, dass ja alles sein mag, aber trotzdem
bemerke ich das hier auch im Podcast, dass Frauen dazu neigen, erst mal Sub zu
sein und Männer dazu, erst mal Dom zu sein. Und das ist so ein
gesellschaftliches Bild, was einfach aufgeprägt wird. Jetzt könnte man aber auch
sagen, Mensch, das ist doch, gerade wenn ich so ein Identitätsproblem habe oder
so ein Zwiespalt, dann wäre das doch eigentlich was für den Psychotherapeuten,
zu dem ich dann lieber gehe.
Also, ne, weil das überschneidet sich ja jetzt so ein bisschen, dass ich erstmal
gucke, dass ich mit mir selber klarkomme, um dann zu gucken, wie kann ich dann
mit meinem Kink klarkommen. Also,
Dan Apus Monoceros
Definitiv. Also ich habe viele Elemente aus dem psychiatrischen Bereich mit
drin, auch wenn ich eben kein Psychiater bin. Wenn ich dann merke, dass es eben
auch in diese Richtung abdriftet, dann würde ich da auch von meiner Seite einen
Cut ziehen, weil ich bin Coach und kein Psychiater. Also insofern, wenn da zum
Beispiel jemand stark depressiv ist oder auch zu Selbstmord neigt oder
ähnliches, da bin ich dann auch der falsche Mensch dafür.
Da würde ich dann von meiner Seite einfach auch zurückziehen und sagen, nee,
bitte, da brauchst du einen Profi. Und wenn diese Elemente oder wenn diese
Schritte aber überstanden sind und es jetzt nicht in solche Extremstfälle
reingeht, dann ist das definitiv eine Alternative zum Psychiater. Wenn du da
sagst, okay, du gehst ansonsten zum Psychiater nur, um über deine Sexualität
oder Identität zu sprechen, da kannst du genauso zum Coach gehen. Wir werden die
gleichen Tools anwenden, die gleichen Mittel. Und insofern ist das jetzt kein
gravierender Unterschied.
Sebastian
okay, jetzt habe ich mir aber vorgestellt, dass ich zum Beispiel, ich habe mir
ja vorher ein paar Gedanken gemacht, nehmen wir mal an, ich bin top, ich habe
meine Spielpartnerin und mit der möchte ich spielen und das endet immer im
Drama. Irgendwas ist immer nicht okay. Und das klappt einfach nicht so richtig.
Und jetzt stehe ich da und sage, Dan, was mache ich denn? Die Frau will
einfach nicht hören, die sogar im Podcast schreibt sie la la la. Das ist ja
unmöglich von ihr, muss ich sie härter bestrafen? Also, nein, weißt du, was ich
meine? Also gibt es auch so Skills, weil ich glaube, die Neigung als solche, das
habe ich auch bei Twitter die letzten Tage ein bisschen eingesammelt, da kam
ganz viel zurück, die Neigung als solche, die kann man ja nicht erlernen, die
ist jetzt da oder nicht da. Ja, aber dann stehe ich auch, ich selbst am Anfang,
man steht dann da und sagt, so und jetzt könnte ich was tun, habe ich noch nie
gemacht, was mache ich denn jetzt?
Kann man Menschen darauf vorbereiten?
Dan Apus Monoceros
also das geht ganz klar. Aber es geht nicht darum, dass du Sätze oder ähnliches,
die von irgendjemand anderem dir gegeben werden, dann auswendig lernst. Es geht
darum, wie du auf dieses Ding eben reagieren willst. Also was ist denn für dich
eine passende Reaktion, wenn Subbie jetzt nicht will? Fühlst du dich dann okay,
ich für mich empfinde jetzt, das ist, keine Ahnung, eine Frau gegen mich und es
muss bestraft werden oder fühle ich eigentlich das vielleicht als
Herausforderung, als kleines neckisches Gespiele, als Teil der
D/s-Beziehung, die ihr da vielleicht habt und wertschätzt es sogar, dass das eben
gemacht wird. Also der Umgang damit ist ein ganz anderer und je nachdem, wie du
damit umgehen willst, auch wie dann deine Reaktionen drauf sind,
auch mit welchen Tools du arbeitest, also eher mit in Richtung Sadismus, also
Bestrafung, eher vielleicht in Richtung ein bisschen Humiliation, ein bisschen
Dominanz im Sinne von verbaler Dominanz. Da hast du ganz unterschiedliche
Mittel, du hast einen ganzen Werkzeugkasten an Tools vor dir und für dich ist
dann halt so ein bisschen die Frage, welche Werkzeuge willst du in dieser
Situation nehmen und dann anwenden. Und das entwickelt man dann eben zusammen
und schaut, okay, du würdest jetzt eher zum Beispiel in Richtung Schlagen
tendieren, Weil du eben eher ein physischer Mensch bist. Wie würdest du dann
losgehen? Würdest du eine Strafe androhen erstmal? Würdest du dann damit
wirklich arbeiten? Auch wie tust du es für dich abstimmen? Ist es dann ein
Auftakt in das Spiel hinein? Damit lernt dann aber auch Subbie, okay, wenn ich das
nächste Mal wieder ein bisschen bratty bin, dann will ich halt bespielt werden.
Oder ist es eben wirklich ein, nee, du möchtest sie komplett unterwürfig und in
diese Richtung. Und dann kommt halt die entscheidende Frage, passt dann auch das
Subbie zu dir? Weil als Dom passt man auch nicht zu jedem
Sub. Man kann nicht jeden Sub sich so hinmachen, wie man das möchte. Also es
sind immer zwei Seiten. Und dieses Spiel muss von beiden Seiten mitgespielt
werden, damit das eben funktionieren kann.
Sebastian
Wie ist denn das, wenn jetzt zum Beispiel, man hat ja ganz oft eine Beziehung,
die ist ja da und jetzt fängt man mit BDSM an und da ist immer so meine
Befürchtung, die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinks zueinander passen, die ist
dann relativ gering, das kann klappen.
Gibt es Techniken? Mag ich mal konkret wissen, wie man sich annähern kann? Also
beide stellen fest, oh BDSM ist spannend, das wollen wir machen und dann hast du
dann zwei Menschen, die auf ganz unterschiedliche Dinge stehen. Die eine Person
sagt, oh D/s ist total, das fasziniert mich total und die andere Person sagt,
boah Sadismus, das wäre es für mich. Wie kannst du helfen, die
zusammenzukriegen? Außer zu sagen, lass das miteinander.
Dan Apus Monoceros
Nein, also es gibt tatsächlich, ich habe eben so ein paar Konzepte entwickelt.
Und dem einen, also gerade das ist auch mit eines der Probleme, zum Beispiel,
die ich mit meinem Mann hatte. Ich war relativ früh, als wir zusammengekommen
sind, da hatte ich für mich viele Spielbereiche noch gar nicht ausdefiniert und
konnte ich eben noch nicht alles für mich klar machen und habe dann eben erst
mit der Zeit mich klar definieren können, in welche Richtung ich da tendiere.
Bei mir ist es zum Beispiel so, dass ich eben überwiegend Rigger und Sadist bin.
Entschuldigung, Vorinformation fehlt. Ich habe ein BDSM-Web entwickelt mit
verschiedenen Ausprägungen, wo man eben sehen kann, ob es ein gutes Match ist
oder nicht. Und ich habe hier eben starke Ausprägungen im Sadismus bzw. auch in
Dominanz, vor allem aber in der physischen Dominanz, also Kontrolle, zum
Beispiel durch Seile oder ähnliches. Er hat zum Beispiel eher die mentale
Dominanz, wo er draufsteht und zum Beispiel auch Erniedrigungen oder auch
klare Hierarchiespiele. Und dann wird allein schon unterschiedliche
Ausprägungen. Und jetzt gibt es aber Methoden, weil nicht jede Praktik ist
automatisch einem von diesen Bereichen zuzuschreiben. Eine Praktik kann
zum Beispiel auch in zwei oder drei Bereichen drin sein und dann kannst du eben
hingehen und sagen, okay, ich habe hier ein, was weiß ich, zum Beispiel
Praktik Schlagen. Für mich wäre es zum Beispiel eine Möglichkeit, um meinen
Sadismus auszuleben, für ihn wäre es eine Möglichkeit, um sich dabei erniedrigt
zu fühlen, weil er eben das in diese Richtung gerne spielt. Und je nachdem, wie
man diese Praktik dann eben umsetzt, kann man eben beide Bedürfnisse
befriedigen.
Sebastian
Okay, aber da wird es ja schon kompliziert. Also da geht es ja dann auch darum,
wie nimmt jemand etwas wahr und die müssen beide nicht das gleiche wollen. Es
muss nur für den jeweils anderen so wahrgenommen werden, dass es irgendwie
passend ist.
Das kann man vermitteln.
Dan Apus Monoceros
Das kann man vermitteln, es geht aber nur bis zum gewissen Bereich. Also das
sind keine, das sind, ich sag mal, ich nenne es meistens Kompromisse, die man
hierbei eingeht. Wenn du jetzt aber sagst, ich muss zum Beispiel meinen Sadismus
ad extremum ausleben und der andere muss seine Erniedrigung ad extremum ausleben
und beide sind nicht bereit, dem anderen hier quasi entgegenzukommen, dann wird
das halt auch kein perfektes Match werden. Du kannst es immer nur bis zum
gewissen Grad anpassen, dass du eben dem Partner entgegenkommst, dass du
vielleicht die Gestaltung und den Aufbau von einer Session so machst, dass du
vielleicht das Feedback als Sub entsprechend so gibst, dass es eben für deinen
Partner interessant ist oder interessanter wird. und so hast du eben
möglichkeiten aber das geht nicht bis ins maximum rein da gibt es auch natürlich
grenzen wo dann irgendwann mal sagen muss jetzt ist halt kein kompromiss mehr
und insofern es geht immer nur bis zum gewissen rahmen und das kann man aber
eben durchaus anwenden und dann eben in der session mit verarbeiten
wie
Sebastian
Sind das schon Session-Anleitungen? Also wenn A, dann B?
Dan Apus Monoceros
bereits gesagt ich bin kein freund von anleitungen und Vorgaben?
Sebastian
Ja, aber du musst ja irgendwas sagen. Also ja, letzte Woche war das so und so,
da ist das und das passiert, da waren wir dann beide unglücklich. Dann kannst du
ja sagen, ja, probier mal das. Und dann ist das ja schon eine Anleitung.
Dan Apus Monoceros
Ja, ich
Sebastian
Oder wie würdest du da, weil die Menschen erwarten ja von dir schon
Handlungsempfehlungen, sage ich mal.
Dan Apus Monoceros
versuche da immer in, ich sage mal, Gefühlswelten
beziehungsweise in dem Spektrum zu reden. Also das heißt, du hast, wenn du eine
Session machst, die jetzt eben eher in Richtung Schmerzen geht, einen anderen
Aufbau, eben als wenn du in so eine Erniedrigungs-Session reingehen würdest und
dann finden wir zusammen eben eigentlich Elemente, die für dich bzw. deinen
Partner hier passend sind. Also du kannst eben sagen, okay, mein Partner steht
eben auf Erniedrigung und folgende Elemente fallen mir spontan ein. Wenn du dann
aber weißt, was dein Partner, also ich gebe natürlich auch noch mal einen Teil
dazu, und wenn du aber bereits von deinem Partner weißt und der Partner
vielleicht mit dabei ist, kann man das natürlich noch weiter ergänzen. Aber der
Punkt ist, hier geht es wirklich dann um die Elemente, die du anwenden kannst,
Also die du für dich bereits in deinem Kopf hast, vielleicht auch die Sachen, wo
du eine natürliche Reaktion dazu hättest. Und das ist ja eigentlich das, was wir
fördern wollen. Wir wollen ja nicht, wie bereits gesagt, ein Spiel irgendwie
hinten raus machen, dass du ein Theater spielst, sondern dass die Impulse, die
bei dir da sind, dass wir die richtigen Impulse verstärken, sodass du eben hier
das von dir oder ein besseres Match zum Schluss hinbekommst und eben nicht
darum, etwas komplett Neuartiges irgendwie zu erlernen, um dann hinterher
irgendwie eine Rolle zu machen. Aber, was natürlich sein kann, ich
Sebastian
das heißt, du kannst einem nicht beibringen, dominanter zu sein und
Dan Apus Monoceros
werde so weit beibringen, dominant zu sein, wie du das für dich auch
realistisch machen möchtest.
Sebastian
kannst vermutlich.
Dan Apus Monoceros
Richtig. Also ich kann dir Szenen und Vorgaben geben, sowas spiele ich auch zum
Beispiel manchmal mit den Leuten. Wir machen wirklich, ich nenne es mal
Theaterspiele, aber dieses Theater ist bewusst als Theater konzipiert und nicht
als Vorgabe für die Session. Das ist dann mehr, wie improvisierst du, was tust
du? Also wir gehen zusammen zum Beispiel in eine Szene rein und sagen, okay, das
ist jetzt die Szene. Was wäre jetzt dein Impuls? Und weil das im Gespräch eben
nicht so natürlich rüberkommt, spielen wir das eben. So, und dann, was wäre
deine erste Reaktion? Dann gucken wir, wo geht es weiter? Und dann gucken wir,
okay, was gibt es vielleicht noch für Handlungsalternativen, die du hättest tun
können? Und dann kommt es dir, oh ja, tatsächlich, das hätte ich eigentlich auch
tun können. Oh, ich hätte noch was sagen können. Ich hätte noch, aha, so, und
dann kommt es dir eigentlich selber, was du quasi noch alles hättest ergänzen
können oder wie du es vielleicht hättest anders gestalten können. Und das ist ja
das, was eigentlich das Ziel sein sollte, dass du später in dieser Session eine
hohe Flexibilität eigentlich im Kopf hast, um dann eben die passenden Werkzeuge
auszuwählen und damit selber deine Session zu gestalten.
Sebastian
Ich habe manchmal so ein bisschen Feedback, da geht es dann auch ein bisschen um
Missverständnisse. Also klassisches Beispiel, Top sagt, Mensch, ich bin
Top, Subbie, bespaß mich. Und eben jene Sub sagt, Mensch, der Top kommt,
dann bespaßt der mich.
Was macht man da? Weil da musst du ja eigentlich bei Null anfangen und sagen,
was ist das überhaupt?
Dan Apus Monoceros
Du meinst jetzt, wenn diese Situation eintrifft oder wie
meinst du?
Sebastian
Die Erwartungshaltung an BDSM ist ja erstmal, ich habe ein Bedürfnis, das habe
ich und du hilfst mir, dieses Bedürfnis bei mir zu finden, zu kategorisieren.
Jetzt habe ich aber auch noch ein Gegenüber mit auch Bedürfnissen und jetzt muss
ich ja irgendwie in die Lage versetzt werden, was zu geben. Lieben. Fällt mir
manchmal auch schwer, weil das Podcastsubbie ist total lieb und vollbringt
exzellente Serviceleistungen an mir.
Und dann kann man natürlich auch schon mal faul werden.
Dan Apus Monoceros
Du meinst, wie du dann sozusagen aus der Faulheit wieder rauskommst oder was ist
deine Vorstellung dazu?
Sebastian
Ja, einfach so die Frage, dieses Missverständnis, was ich da sehe. Du hast zwei
Menschen, die haben beide eigene Vorstellungen und jetzt prallen die zusammen.
Einer von den beiden Menschen kommt zu dir und sagt, also irgendwie, ich weiß ja
nicht, das klappt alles nicht so, wie ich mir das vorstelle. Ich habe ganz viele
Pornos gesehen und das ist alles gar nicht so. Also inwieweit musst du auch
Vorurteile oder Medienkonsum quasi, ich sag mal, wegdiskutieren?
Dan Apus Monoceros
Also tatsächlich, den Medienkonsum ist bei mir selten eine,
ich sag mal, eine Problematik, die kommt.
Vorurteile, ganz großes Thema, die Vorurteile kommen aber häufig eben nicht von
den Medien Sondern aus, was im Freundeskreis ist, was aus der Familie vielleicht
mitkommt, was irgendwie man bei der letzten Subbie, Frau,
Domina, wie auch immer irgendwie mitgenommen hat. Also die Vorurteile kommen
häufig eher wirklich so aus diesem Bereich, teilweise auch aus dem Umfeld der
Community und Szene, wo man dann eigentlich eher mal sagen muss, okay, wie
kommst du da drauf? Warum glaubst du, dass das so ist? Warum glaubst du, dass A,
B oder C ist? Und dann räumst du die Vorurteile auf. Also von den Pornos, die
meisten Leute, die sehen Pornos klar als Fantasie an. Dann kommt aber irgendwie
so dieses, oh, ich habe gehört, dass der und jener Tralala irgendwie gemacht
haben. Jetzt muss ich doch auch das. so und dann überlegst du dir erstmal okay
weißt du schon was das für ein aufwand hinten dran ist das umzusetzen
Sebastian
Ja, es gibt so ein schönes Beispiel, legendärer Foren-Thread beim
Joy, es darf, top, Sabi lecken.
Und von, ja warum denn nicht, bis auf gar keinen Fall, der kann doch nicht
runtergehen zwischen ihre Beine, ne? Ist da alles dabei, also ist die Szene da
aus deiner Sicht, weil zu dir kommen die Menschen ja erst dann, wenn es komisch
wird, aber ist die Szene dazu verbohrt? Gibt es da einfach Mechanismen, gegen
die man anarbeiten muss? Und wo kann man da nicht da ansetzen und anstatt Leute
coachen nicht irgendwie gucken, dass man generell die Community verändert?
Dan Apus Monoceros
glaube dadurch dass wir nicht die eine
szene haben sondern dass eben sehr viele und sich die eben auch immer wieder neu
ergibt neu zusammensetzt und du dann auch nicht in der gesamten community mit
allen menschen zusammen bist weil dann hättest du definitiv ein umfangreiches
tolles Wissen, sondern dass du eben immer nur einen Teilausschnitt davon hast.
Sebastian
verändert, ja
Dan Apus Monoceros
Das ist halt so ein bisschen das Problem. Du kannst in diesem Teilausschnitt,
den du quasi gerade siehst, da lernst du daraus. Und das ist auch gut so,
aber es ist eben immer nur ein kleiner Ausschnitt.
Und den wirst du nicht, also du wirst ja nicht wissen, wo jemand reinkommt, was
der alles sieht.
Und insofern ist es halt wichtig, dass du eben auch wirklich weißt, okay, da
gibt es auch mal jemanden, der eben dir die Übersicht verschaffen Und kann dir
dann mal wirklich nicht nur aus seiner eigenen Perspektive oder aus seinen
Vorstellungen, wie eben du kannst die Subbie nicht lecken oder so irgendwie
berichtet, sondern dass du einfach mal sagst, okay, also es machen relativ
viele, willst du denn deine Subbie unten lecken oder nicht? und wenn du dominant
genug bist, dann spricht ja überhaupt nichts dagegen. Wenn du aber unsicher
bist und dich in deiner Rolle nicht irgendwie klar definieren kannst und klar
aufstellen kannst, dann wird das plötzlich auch für einen Menschen, der sich
selbst für dominant hält, problematisch, weil er eben sich nur nach externen
Vorgaben richten muss, die ihm dann quasi das Bild prägen eines dominanten Parts
Und das ist dann eigentlich genau das Problem an der Sache, dass du eben so eine
Teilvorstellung hast, die dich dann mehr negativ beeinflusst als positiv.
Sebastian
ich glaube Selbstbewusstsein macht ja auch mutig wenn ich dann einfach Dinge
wage, ohne dann mir darüber Gedanken zu machen wie könnte man das denn sehen
oder so eine Frage habe ich ja noch aus dem Chat von Apex Predator und zwar, die
ist eigentlich wichtig weil du hast eben gesagt, du kannst einen Überblick
geben, also was qualifiziert dich als Coach, weil es gibt so viele davon ja und
ich frage mich immer Sag mal, warum können die das? Also ich könnte ja auch
sagen, hier, du machst jetzt bei einem Stix, gibt es jetzt auch BDSM-Coaching,
yay. Und dann biete ich das halt an gegen Geld.
Dan Apus Monoceros
Ich glaube, ganz grundsätzlich ist es so, als Coach wirst du, also du
brauchst eine gewisse Grundeinstellung. Jeder Coach hat eine gewisse andere
Einstellung. Es kommt darauf an, welche Ausbildung er hat, welchen Hintergrund
er hat. Ich komme, wie bereits gesagt, aus dem klassischen Coaching, also das
heißt, ich rede mit den normalen Themen und Problemen von den Menschen.
Andere kommen jetzt vielleicht aus dem BDSM-Bereich überwiegend und haben zum
Beispiel lange Zeit als Domina gearbeitet oder als Master und haben da
sozusagen ihre Kernqualifikation her. Und entsprechend hat jeder Coach ein
bisschen auch einen anderen Ansatz, mit dem er rangeht. Bei mir ist eben
wirklich der Mensch im Vordergrund und ich kümmere mich um den Menschen und
möchte den Menschen ja auch ganzheitlich betrachten. Das ist quasi mein Ansatz
dabei. Dabei steht nicht nur Fetisch und BDSM eben im Fokus, sondern auch
dein, dann vielleicht zum Beispiel dein familiärer Hintergrund, der dich stark
beeinflussen kann, deine anderen Elemente der Identität. Wenn es vielleicht in
berufliche Themen sogar mit reinspielt, in Freizeitthemen, was ist es, wie ist
es mit einem Partner, der jetzt vielleicht nicht auf BDSM steht und ich habe hier
wie gesagt eher so einen ganzheitlichen Ansatz und deswegen muss eben immer gucken
welchen ansatz ein coach verfolgt und dann muss man sich die frage stellen passt
dieser coach zu mir also wenn du jetzt sagst du entwickelst für dich einen
Ansatz, wo du sagst, keine Ahnung, das ist das Stix-Coaching, dann ist das
vielleicht ein toller ansatz der einigen leuten weiterhelfen wird aber
vielleicht anderen auch nicht und insofern ist es halt wichtig wenn du dir
überlegst zu einem coach zu gehen warum passt dieser coach zu dir das ist
genauso, wie du dich eben fragen musst, warum Dom oder nissan zu dir passt
nimmst nicht einfach an und glaubt nicht dass das alles perfekt ist sondern das
hinterfragt ist und probier es aus und schau was du davon wirklich mitnehmen
kannst
Sebastian
Ja, an der Stelle ist aber tatsächlich so ein, ja wieder diese innere
Einkehr, guck dich erstmal selber an und dann kann man vielleicht nochmal so ein
bisschen den moralischen Kompass geben, also was geht gar nicht, das gibt es ja
durchaus auch. Aber das kriegt man ja, also ich selber auch nur dadurch mit,
dass ich in der Szene unterwegs bin und mir Menschen angucke und mit Menschen
rede zufälligerweise. Und dann kann ich so ein bisschen begreifen, was sind so
mögliche Grenzen.
Oh ja, ein Getränk einschenken ist eine gute Idee. Ich trinke auch mal einen
Schluck.
Dan Apus Monoceros
viel trinken nebenher das wichtig
Sebastian
Ja, ein bisschen Atmo in der Live-Sendung.
Dan Apus Monoceros
Ja,
Sebastian
So, jetzt fragt Elfer aber nochmal nach, also wo du das gelernt hast, das hast
du noch nicht beantwortet. Ich gebe das einfach mal so weiter.
Dan Apus Monoceros
war früher als Unternehmensberater, wie bereits gesagt, tätig und dabei eben
Coaching in Teilbereich von mir. Ich hatte bereits eben während dem Studium hier
Psychologie und Kommunikation im Schwerpunkt und
entsprechend habe ich da relativ viel Wissen und ansonsten eben auch durch die
Arbeit dann später im Unternehmensumfeld hier mich ein bisschen privat
weiterentwickelt. Also insofern, es gibt keinen Kink-Coach, den man irgendwo
machen kann, wo man dann hinterher ein zertifizierter Kink-Coach ist, sondern es
ist quasi eine Übertragung aus Coaching und Beraterskills aus anderen Bereichen
bei mir.
Sebastian
warum magst du das jetzt gerade bei Kink machen? Weil wenn ich das so raushöre,
könntest du das ja für fast jeden Bereich machen. Also warum das? Das ist deine
Passion.
Dan Apus Monoceros
Ich hatte ja früher eben im klassischen Umfeld gearbeitet, damals bei einem
großen deutschen Automobilhersteller und ich hatte mich nie in meinem Leben für
Autos interessiert. Und als ich dann plötzlich festgestellt habe, okay, ich
mache hier etwas für etwas, also es wird auch super angenommen und die Leute
waren begeistert von mir, in einem Umfeld, wo ich eigentlich keine Aktien drin
habe, das hat mich so ein bisschen, ja, ich nenne es jetzt mal nicht schockiert,
aber wachgerüttelt, dass ich vielleicht lieber in einen Bereich gehen sollte, wo
ich denke, dass es viel notwendiger ist. Weil ich habe ja gesehen, ich kann das
quasi in jedem Bereich machen. Das wird überall positiv wahrgenommen, was ich da
tue. Und nutze dann meine Skills und Kompetenzen eben in einem Bereich, wo ich
glaube, dass es eben noch zu viele schwarze Flecken gibt und zu viele Leute, die
da eben tatsächlich auch vielleicht ein bisschen Professionalität drin brauchen.
Und insofern habe ich dann für mich gesagt, okay, Kink war schon immer ein Thema
bei mir, BDSM, und da es eben in diesem Bereich noch relativ wenig
professionelle Coaches und Beratung gibt, habe ich eben genau diesen Teil für
mich ausgesucht.
Sebastian
Ja, also Leidenschaft mit dem Beruf verbunden, sage ich mal.
Dan Apus Monoceros
So kann man es definitiv nennen und ich sag mal ein bisschen Mission
mit dabei.
Ja, ich habe einfach auch festgestellt, ich brauche in dem, was ich tue, auch
irgendwie so ein bisschen,
also nicht nur die Leidenschaft, sondern auch das Gefühl, dass ich da auch eine
Duftmarke setzen kann, dass ich da was verändern kann. Und das merke ich halt
eben gerade im Kink-Bereich durchaus dass ich da eben auch wirklich vorankommen
und nicht quasi komplett austauschbar bin
Sebastian
Lass mich jetzt so Richtung Ende mal fragen, ist Erfolg messbar? Wie ist so das
Feedback? Also man hat ja doch eine Erwartung, weil mein Gott, es kostet auch
schließlich Geld, da hat man ja die Erwartung, dass sich irgendetwas verändert.
Also kann man Erfolg messen oder gibt es Erfolgsgeschichten oder ist es manchmal
auch einfach zwecklos?
Dan Apus Monoceros
kann tatsächlich sagen dass jede meiner beratungen die ich angefangen habe auch
tatsächlich ich sag mal zumindest zu einem teilerfolg geführt hat du gehst ja
nicht in so eine beratung rein mit dem ziel ich will jetzt 5000 euro mehr
verdienen so dass du gehst erst mal rein ich will etwas über mich lernen und
erfahren und der Der Coach ist ja quasi ein Wegbegleiter, das heißt, ich gehe
mit diesen Leuten diesen Weg und ich mache für mich immer natürlich
Selbstkontrolle. Das ist nicht nur für mich interessant, sondern auch für den
Coachee extremst wichtig, dass er eben genau
weiß, in welche Richtung wir arbeiten wollen, wo wir uns vertiefen wollen, wo
vielleicht Schwerpunkte gesetzt werden können und dass wir die dann aber auch
erreichen. Oder dass man zum Beispiel sagt, hey, ich hatte das Ziel hier, was
weiß ich, der beste Dom zu werden und habe jetzt eigentlich festgestellt, dass
ich gar nicht der beste Dom werden will, sondern dass ich einfach nur ein
fürsorglicher Dom sein möchte, der eben auch einfach menschlich vielleicht
besser ankommt beim Subbie und da jetzt nicht irgendwie nur den Dom raushängen
lassen kann und ansonsten eine Rolle spielen muss. Und damit haben sich dann
auch bei vielen Leuten wirklich die Ziele geändert eben beim Coaching. Und ich
glaube, das ist halt auch eine sehr wichtige Sache, dass man eben jetzt nicht
nur sagt, okay, da oben ist das Ziel, ich will zack, zack, zack, zack, sondern
dass eben auch einfach mal Ergebnis offen rangeht und dann sagt, okay, gucken
wir, wohin es mich führt. Es ist eine Reise und diese Reise will ich eben
begleitet wissen und das ist, glaube ich, so ein bisschen das Wichtige von der
Grundeinstellung her, dass man eben nicht zu mit Scheuklappen hingeht. Ansonsten
Google ist ein guter Ansprechpartner oder wir kennen genügend Leute, die alle
irgendeine Meinung zu was haben. Da kann man sich dann auch anwenden.
Sebastian
Ja, das klingt für mich jetzt so ein bisschen, man geht erstmal drei Schritte
zurück und guckt erstmal, weil man hat ja auch eingeübtes Verhalten aus einer
Doms-Sub-Beziehung, weil man da Dinge, die gut klappen, die macht man eher
öfter, Dinge, die nicht so gut klappen, eher nicht.
Und bei dir geht man offenbar dann wirklich erstmal zurück und sagt, jetzt
gucken wir uns mal ganz von vorne an alles. Das ist natürlich schon mal
aufregend für die Menschen. Menschen.
Dan Apus Monoceros
Ja, es ist aber tatsächlich nicht so, dass wir das immer in jedem Fall machen.
Also gerade sehr erfahrene Leute, die wissen dann zum Beispiel schon eine
Richtung. Also die haben sich selber häufig schon stärker reflektiert. Also die
haben schon eine ganz gute Selbstreflektion. Die haben schon auch viel Wissen
über ihre eigene Identität und Rolle. Bei denen braucht man dann nicht mehr
zurückgehen. Das heißt, da kann man wirklich quasi bereits da anfangen, wo sie
bereits sind. Natürlich muss ich noch zwei, drei Informationen vorher erstmal
abholen, also wir können nicht sofort losrennen, wenn ich den Menschen nicht
vorher schon kannte, aber es ist nicht zwangsweise ein Rückschritt, also man
muss das nicht immer so sehen. Es ist aber eben das, was du sagtest, Perspektive
wechseln, von außen schauen, einfach mal neue Eindrücke mitnehmen, vielleicht
auch mal die andere Seite besser verstehen, vielleicht auch mal eine andere
Meinung haben. Und das ist, glaube ich, wo die meisten Leute dann eben sehr viel
rausholen, ohne dass sie tatsächlich jetzt gefühlt zurückgehen müssen.
Sebastian
Das heißt, wenn ich jetzt sage, oh, ich mag mich da entwickeln und sage, ich
suche mir da einen Coach. Das ist ja auch so die Frage, also wie gesagt, ich
muss das nur bei Google eingeben, dann finde ich sehr viele Menschen, die mir
sagen können, wie ich da Wunder vollbringen kann.
Ja, also nehmen wir mal die Kundensicht. Bei
welchem Versprechen sollte ich vorsichtig werden?
Dan Apus Monoceros
Also wenn
Sebastian
was würdest du auf keinen Fall anbieten können mit ruhigem Gewissen?
Dan Apus Monoceros
jemand sagt, dass er, also gerade wenn wir jetzt im Kink-Bereich bleiben, wenn
er sagt, er macht dich zum besten Dom oder diese ganzen Superlative sind alle
aus meiner Sicht nicht haltbar, weil sie natürlich eine reine perspektivische
Sache sind. was haltbar ist ich mache dich zum besten Dom der du für dich sein
wirst oder sein wollen willst das geht aber das schon wieder sehr relativiert
das heißt jeder der versucht irgendwie dir was aufzuquatschen wie es zu sein
hat ohne dich als person dabei zu nehmen der hat schon mal ganz falschen ansatz
aus meiner sicht und da würde ich also extremst aufpassen auch wenn jemand ein
ultimatives konzept hat so nach dem motto in meinem online kurs erfahrt ihr wie
ihr der Blabla wird und dann kriegt ihr 50 Videos und diese Videos, die erklären
dir, wie du sein hast oder sowas, das macht auch alles keinen Sinn.
Da kann man eben auch nicht auf den Menschen gezielt drauf eingehen. Es gibt
sinnvollere Videos, wo man dann zum Beispiel eben auch mit Fragen stellt, mit
Selbstreflexion, es gibt ja auch Self-Coaching hier als Schlagwort, die kann man
annehmen, wenn man merkt, dass die in die richtige Richtung gehen, auch sollte
man aufpassen bei Leuten, die sofort irgendwie Geld wollen, Also gerade so ein
Coach kennenlernen ist mega wichtig, wenn das von den Vibes, von den
Schwingungen her nicht passt und kein Coach verlangt für diesen ersten
Kennenlerntermin in irgendeiner Weise Geld von dir, weil kein Coach weiß, mit
welchem Problem du genau auf ihn zukommst. Dementsprechend kann er auch nicht
das Versprechen geben, dir zu helfen und damit würde er auch theoretisch erstmal
kein Geld verlangen. Oder sollte er zumindest nicht.
Sebastian
Ja, aber zum Beispiel, nehmen wir mal an, das gibt es ja auch, ein Wochenende
und dann gibt es so ein Gruppenseminar.
Dan Apus Monoceros
da kannst du dir ja schon mal eine Antwort dazu denken.
Sebastian
Ja. Ich wollte sie nur nochmal hören.
Dan Apus Monoceros
Also, sagen wir es mal so, ich versuche es jetzt so positiv, wie es geht, so ein
Gruppenseminar zu definieren. Wenn dieses Gruppenseminar als Anregung gedacht
ist, wenn dir verschiedene Perspektiven und Optionen dabei nähergestellt werden
und du dann einfach aus dieser Vielfalt an Möglichkeiten für dich die richtigen
raussuchen kannst, idealerweise das Ganze kombiniert mit vielleicht so ein
bisschen Selbstreflexion, dann kann das ein wirklich tolles Ding sein. die
meisten die ich da bisher gesehen hatte waren anders sagen wir es einfach mal so
Sebastian
Ja, ich glaube, man muss ja gucken, fühle ich mich wohl, macht das Spaß und kann
ich Ziele definieren und auch erreichen. Das ist ein bisschen komisch, weil BDSM
empfinde ich immer als etwas zutiefst intuitives. Das ist genauso wie
schlicht und einfach Sex haben. Das kriegt man irgendwie, die Evolution hat
dafür gesorgt, dass man das schon irgendwie hinbekommt. Und beim BDSM hat man
auch so das Gefühl, Sub und Dom werden schon wissen, was die beiden da schon
irgendwie tun und was sie zu tun haben. Und es gibt natürlich auch diese
Menschen, die kommen in den Raum und dann sind sie bam da und die haben alles
unter Kontrolle und für meinen Dafürhalten ist das immer so ein,
oder die Sub, die einfach sehr, die extrem vorbildlich und irgendwas,
das ist immer so eine Maske, so ein Bild, das hält man ja nicht auf ewig. Also
auch ich habe einfach mal wirklich scheiß Tage, wo ich dann auch sage, hier
Frau, ich muss mich jetzt wirklich mal auskotzen und ausheulen und ich habe aber
nicht das Gefühl, dass das was an meiner Dominanz wegnimmt, sondern das ist dann
halt miteinander und ich habe ganz oft das Gefühl, Top muss immer
Top sein und Sub muss immer Sub sein und dann rennt man so
gegeneinander und geht nicht aufeinander zu.
Wenn du da ein bisschen was vermitteln kannst, dann ist das ja schon mal ein
guter Weg.
Dan Apus Monoceros
also das ist aus meiner sicht ist es immer so du bist zuerst mensch und danach
kommt erst eigentlich deine Kink-Identität und die menschlichen bedürfnisse die
wirst du immer mit dir rumführen sei es freude trauer stress wie es
auch immer geartet sind also deswegen du kannst da gar nicht komplett
abschalten oder ähnliches. Du wirst da immer ein bisschen andere Aspekte mit
drin haben und selbst wenn du versuchst, hier mega zu spielen und den mega
tollen irgendwie zu mimen, es wird halt der Tag kommen, wo das nicht mehr
klappt. Die Frage ist auch, macht es dich glücklich? Bist das du, der da gerade
lebt oder lebst du eine Rolle? Und es ist immer toll, ein paar Rollen irgendwie
parat zu haben, wenn man sie gerade mal rausziehen will. aber das bist dann halt
letztendlich noch nicht du und ja wie bereits gesagt scheiß tag vielleicht
einfach mal auskotzen vielleicht ist aber auch bei dem einen oder anderen
scheiß tag heute ziehe ich mal eine rolle raus und bin eben nicht mehr ich
sondern das tue einfach mal irgendwie was machen und dann kommt da vielleicht
auch hinten raus einfach bei dem einen kommt scheiße raus beim anderen kommt aber
vielleicht dann auch genau das richtige raus und sagt okay heute habe ich jetzt
mal irgendwie eine session gemacht ich habe einfach nur eine Rolle gespielt,
vielleicht jetzt nicht unbedingt mit dem Partner, den du kennst, weil der weiß
ja auch, dass das dann vielleicht nicht eine natürliche Rolle ist, kann aber
vielleicht auch manchmal ganz spannend sein, wenn man da mal eine andere Rolle
an den Tag legt, aber das geht in beide Richtungen. Also eine Rolle zu haben ist
nicht immer was Negatives, aber man muss sich halt einfach klar sein, dass man
in erster Linie Mensch ist und danach erst, ich sag mal, die Identität und
die Rolle kommt dann halt als letztes es nochmal obendrauf.
Sebastian
Ja, vielleicht bin ich da auch einfach faul und sage, ich bin halt ich und wenn
ich mich nicht verstellen muss in irgendeiner Art und Weise, dann wird das schon
werden. Da vertraue ich dann einfach drauf.
Dan Apus Monoceros
Da bin ich total bei dir. Ich bin auch ein fauler Dom.
Sebastian
Ja, wir
haben ja auch die Möglichkeit zu delegieren. Das ist ja mal das Schöne daran.
Dan Apus Monoceros
Das stimmt.
Sebastian
Von The Raven aus dem Chat kommt gerade noch, ich finde einen weiblichen Coach
auch angenehmer.
Ja, das muss man bei dir, glaube ich, auch nochmal relativieren. Du bist ja
einfach sehr viel im schwulen Bereich unterwegs. Das heißt, bei dir sind
wahrscheinlich eher die Jungs bei dir. Oder bist du da offen?
Dan Apus Monoceros
Nee, also
Sebastian
Spielt das überhaupt eine Rolle bei dir?
Dan Apus Monoceros
doch, das spielt durchaus eine Rolle. Also tatsächlich suche ich eigentlich kaum
Frauen zu coachen. Technisch ist das in Ordnung. Also wenn es um Bondage oder
Schlagen oder sonst noch was gibt, so reines Technikwissen kann ich gerne
vermitteln. Aber dadurch, dass ich in der Hetero- beziehungsweise in der
Frauenwelt relativ wenig selber selber unterwegs bin und ich weiß, da gibt es
nochmal ganz andere Klischees und Vorurteile, mit denen, ich sag mal, ich kenne
sie, klar, natürlich, ich bin da ja auch durchaus mit unterwegs, aber da würde
ich mir jetzt nicht komplett die Beratung dafür zutrauen. Also wo ich jetzt sehr
überrascht bin, ist immer wieder, dass ich sehr viele hetero Männer bei mir
habe.
Das finde ich sehr interessant, gerade was so Identitätsfindung und so angeht.
Das ist bei denen immer wieder ein gutes Thema und da scheinen die sich wohl bei
mir relativ wohl zu fühlen. Finde ich faszinierend im schwulen Bereich sowieso.
Da ist natürlich der Schwerpunkt meiner Kundschaft.
Oder queer, nennen wir es mal queer, nicht schwul.
Sebastian
Okay, ich gucke gerade ein bisschen auf die Uhr, die sagt mir eine Stunde ist
rum. Ich habe eigentlich gehofft, dass es bei dir an der Tür klingelt
zwischendurch.
Also ich kann mal verraten, liebes Publikum, du hast mich vorgewarnt, dass du
noch einen Gast kriegst und der muss erstmal begrüßt werden und so. So.
Dan Apus Monoceros
Das ist richtig. Bisher hat es noch nicht geklingelt.
Sebastian
sowas. Verspätet. Ich mag jetzt so langsam mal ein bisschen gucken aus dem
Publikum, ob jemand schon mal vielleicht ein Coaching ausprobiert hat oder auch
ich nenne es mal Seminar ausprobiert hat. Wie war das so? Welche Erfahrungen
haben die Menschen gemacht? Da würde ich jetzt ein bisschen zu einladen.
und ja, von dir mag ich eigentlich eine Sache noch wissen, weil wenn du dich
jetzt am Donnerstagabend eine Stunde mit mir hinsetzt, du könntest ja jetzt auch
coachen gerade,
du darfst deshalb ausnahmsweise mal sagen, wo und wie man dich findet.
Dan Apus Monoceros
Also man kann mich gerne entweder über die Webseite gay-bdsm.club erreichen
oder man kann mich auch gerne über Telegram Dan Apus Monoceros
kontaktieren.
Insofern, da bin ich relativ flexibel.
Einfach irgendwie kurz schreiben, um welches Thema es geht. Wie bereits gesagt,
ich halte mir immer vor, eben nicht zu coachen, wenn ich denke, dass ich da
nicht der passende Ansprechpartner dafür bin.
Ich sage einfach, ich bin nicht perfekt in allen Bereichen. Insofern gerne das
Thema, um was es geht, in welche Richtung es geht. Und dann gebe ich da auch
direkt das Feedback drauf. Oder ich sage halt, ja, lass uns mal ein Erstgespräch
machen. Wie gesagt, Erstgespräche sind kostenfrei und dann kann man da auch
einfach mal mich kennenlernen. Ich kann das Thema mal kennenlernen und dann
können wir da arbeiten, in welche Richtung es gehen würde.
Sebastian
Ja, ich bin jetzt gleich sehr gespannt, ob jemand sowas schon mal ausprobiert
hat, weil das ist ja nochmal eine ganz andere Sicht.
Dan,
ich muss mich tatsächlich jetzt schon verabschieden von dir,
bedanke mich aber tausendmal, dass du mir so einen kleinen Blick mal gegeben
hast, Weil wie gesagt, ich bin da selber so ein bisschen kritisch, weil ich bin
halt damit gesegnet, dass ich ein sehr, wie soll ich das sagen, ein sehr
wohlwollendes Podcastsubbie habe, die mich ausprobieren lässt und mich hin und
wieder auch mal auf den Pott setzt und sagt, naja, also das kannst du zwar
machen, aber das führt jetzt nicht dazu, dass das irgendwie besonders, ne. Also
da haben wir zum Glück einfach so einen Kommunikationsweg gefunden, aber
das ist halt nicht immer gegeben, muss man einfach ganz ehrlich sagen. Ich habe
auch schon eine Menge Mist gebaut und das erst Jahre später kapiert, was ich
eigentlich angestellt habe. Vielleicht kann man das sogar ein bisschen
vermeiden.
Dan Apus Monoceros
wobei auch da würde ich tatsächlich sagen, das ist jetzt auch nicht zwangsweise
immer das perfekte Thema für ein Coaching. Also auch da würde ich fast schon
sagen, da sind tatsächlich dann Workshops hilfreich, also nicht ein 1 zu 1
Coaching, sondern Workshops kann man an dieser Stelle empfehlen. Es gibt viele
Workshops zum Beispiel über Konsens, über wie man richtig A, B, C, D peitschen,
fesseln, sonst noch was, Anatomie, Sicherheit. Also ich gebe regelmäßig auch
Workshops, aber wirklich so dieses Wissen, so hinterher mal festgestellt, dass
da was war, das würde ich tatsächlich eher über einen Workshop ergreifen. Ich
würde wirklich eher für Coaching, würde ich wirklich so diese persönlichen
Themen, wo man sich selber unsicher ist, ungewiss, vielleicht ein bisschen eine
Fantasiebildung oder sowas mitbringt, die würde ich da eher drin sehen. Und
ich glaube da, also das sind ein bisschen unterschiedliche Ansätze, wo ich
für mich auch unterscheide, weil das eine ist wirklich eine Wissenssache, die
kann man in dem Workshop vermitteln, die kann man in dem Workshop beibringen und
das andere ist eben wirklich etwas sehr Individuelles, wo man eben nicht über
einen Workshop an die passende Lösung kommt. Also da muss man wirklich, da würde
ich nicht sagen, dass du aus diesem Grund sozusagen dafür jetzt, ja, den
vielleicht hättest machen müssen. Das hättest du wirklich, wie bereits gesagt,
auch einfach über, teilweise schon über Gespräche am Stammtisch. Also auch da
redet man ja häufig über Konsens oder ähnliche Themen. Also insofern, das ist
nochmal ein anderer Rahmen, wo du das machen kannst.
Sebastian
Ja, aber das ist ja das Schöne, es gibt für Bedürfnisse, gibt es ja
Möglichkeiten und dann ist eben Coaching auch eine davon. Und weil ich in der
Kunst der Unvernunft noch nie darüber gesprochen habe, fand ich, das muss heute
einfach mal passieren.
Okay, dann wünsche ich dir gleich ganz viel Spaß mit deinem Gast und ja, bedanke
mich noch vielmals und dann gucken wir mal, was das Publikum noch dazu zu sagen
hat, denn bei Twitter habe ich schon gesehen, so ein bisschen, was ist passiert
und dann gucken wir mal.
Dan Apus Monoceros
Ja, wunderbar.
Oh, wunderbar. Dann werde ich dir jetzt auch mal nachlesen und gucken, was da
passiert ist.
Sebastian
Ja, schau mal rein. Alles klar. Ich wünsche dir einen schönen Abend. Mach's gut.
Vielen, vielen Dank nochmal.
Dan Apus Monoceros
Danke dir auch.
Sebastian
Tschüss.
Dan Apus Monoceros
Bis dann. Ciao.
Sebastian
Es ist klar, gehe ich auf eine Party, gehe ich auf einen Stammtisch, dann sehe
ich Menschen, die was machen und dann, ja was soll ich machen, ich muss mir was
abgucken. Und als ich die ersten Stammtische besucht habe, sage ich ganz
ehrlich, da haben die anderen dominanten Jungs oder Mädels, die wollten einem
nicht wirklich verraten, wie etwas geht, weil man könnte sich ja die erworbenen
Skills abschauen. Da hat sich eine Menge verändert, muss ich ganz ehrlich
gestehen, Wissensvermittlungen im BDSM gibt es und jetzt lade ich euch aber
erstmal ein. Wo ist denn meine schicke Telefonnummer? Da ist sie, die
05101-911-8952 und wenn ihr da zum Thema mit
mir sprechen wollt, dann könnt ihr das jetzt sehr gerne tun. Ich bin da relativ
offen über die einzelnen Inhalte, aber wenn ihr da was erlebt habt, wenn ihr ein
Seminar besucht habt, wenn ihr ein Coaching besucht habt, irgendwas oder
vielleicht auch mal so eins, ich nenne das jetzt mal so ein Dark BDSM Coaching.
Also wo euch jemand gesagt hat, Mensch, also der echte Dom, der weckt seine
Suppe morgens um 5, damit sie ihm um 7 das Frühstück ans Bett bringen kann und
das muss man halt so machen. Habe ich alles schon gehört, das ist großartig. Ja,
dann ruft mich an, dann sprechen wir drüber. Ich bin gespannt.
Ihr Lieben, ich melde mich ausnahmsweise mal aus der Postproduktion.
Es gab gestern Abend bei der Live-Sendung dann einen fürchterlichen
Zusammenbruch von der Streaming-Software, die ich hier habe. Also der Anbieter,
der ist zur Webseite, war dann irgendwie tot und der Stream ist abgebrochen.
Dann haben die Leute natürlich ausgemacht. Es ging dann nach ein paar Minuten
wieder, aber es war fürchterliche Verwirrung.
Einen Anrufer hatte ich allerdings noch, bevor wir dann abgebrochen haben, den
möchte ich euch nicht vorenthalten, ich switch da jetzt direkt rein, diese
ganzen dies und das und Nebensachen und Schätzfrage und so, die lasse ich jetzt
im Schnitt einmal draußen, weil das ein fürchterliches Durcheinander gewesen
ist. Wer gestern anrufen wollte zum Thema und das ging leider nicht. Das tut mir
wirklich leid. Ich denke, wir werden das nächste Woche dann zusammenbauen. Und
jetzt springe ich direkt ins Gespräch und dann auch zur Verabschiedung schon.
Also heute etwas kürzer. Aber hin und wieder gehört das dazu. Live ist eben
immer ein bisschen aufregend und da kann auch mal was passieren. Jetzt wieder
zurück in die Sendung.
Hallo.
Expadon
So, hallo.
Sebastian
Ja, das funktioniert.
Expadon
Ist das jetzt besser?
Sebastian
Hallo, Expadon.
Expadon
Hallo. Ja, da dachte ich jetzt, genau.
Sebastian
Ja, worüber sprechen wir? Ah,
Expadon
Ich habe gesagt, ich wollte mal anrufen und dann, wenn sich hier so eine Flaute
bildet, dann habe ich gedacht, rufe ich mal an. Ich wollte mich ja noch bedanken
bei dir, weil ich habe ja die E-Mail geschrieben für den ORCT.
Und
Sebastian
du bist das. Also du bist der Mensch, der für die SMJG kocht.
Expadon
ja, ich habe mich da einteilen lassen und wir fanden das eine super witzige
Idee. Und dann dachte ich, rufe ich jetzt mal an, wegen dem Coaching, das habe
ich mir gerade angehört und fand das sehr spannend und wollte was zu diesem
Findungsprozess sagen.
Sebastian
Ja, das ist ja so ein Prozess. Die meisten sagen, das war dann so. Also da
haben die meisten sich gar keine vielen Gedanken drum gemacht.
Expadon
Genau, ja.
Und ich weiß nicht, da wurde ja ein Zeitraum von drei
Monaten erwähnt, wo ich dachte, nach drei Monaten gleich zum Coach gehen, das
fände ich jetzt persönlich sehr verfrüht.
Sebastian
Ja, muss man halt entscheiden. Wann will ich das Wissen haben?
Expadon
Genau, ja.
Sebastian
Das muss ich ausprobieren. Also wie lange bist du denn schon
kinky drauf? Wie lange weißt du das schon?
Expadon
Wissen tue ich das schon eine ganze Weile. Also
ich bin wegen Umständen, war ich jetzt noch nicht so in der
Szene bei uns angekommen, weil ich einfach noch nicht von ihr erfahren habe und
dachte, das ist halt so, ja, jeder hat diese Fantasien und es wird halt nicht
ausgelebt.
Und bin dann mal auf eine SRD-Party gestolpert. Und dann war ich so, oh, okay.
Ziemlich geflasht und fand das halt alles super cool und bin da halt
durchgewandert und habe mir alles angeschaut, was geht und was steht und war
dann so, okay, das ist eindeutig was für mich. und dann, ja, dann kam
Corona.
Sebastian
Ja, natürlich. Und dann hat sich alles verzögert.
Expadon
Das heißt, genau, das heißt, ich habe mich dann im Internet rumgetrieben viel
und über diverse Discords und alles Mögliche einfach versucht, mit
Leuten in Kontakt zu treten, weil ich allein einfach über das Thema zu reden
schon super spannend finde und wie du ja auch in der Begrüßung richtig gesagt
hast, geht es jetzt ja langsam wieder bergauf, also wie der ORCT am letzten
Wochenende Und da habe ich mich jetzt dann auf die Chancen gestürzt, einfach
jetzt in Person endlich daran teilnehmen zu können, was ich auch überhaupt nicht
bereue.
Sebastian
Ja, vielleicht für die Menschen, die mit dem Begriff jetzt nichts anfangen
können, ich weiß es halt zufällig, aber auch über dich tatsächlich, das ist so
eine Art Zelttreffen der SMJG, oder ob es die SMJG selber organisiert, weiß ich
gar nicht, aber es ist auf jeden Fall ein Zelttreffen mit jungen Menschen.
Expadon
genau.
Das ist,
soweit ich es verstanden habe, der erste gewesen. Normalerweise ist das ja
irgendwie eine Jugendherberge, also ein Community-Treff. Und wegen
Corona, so ich das verstanden habe, wurde das zu einem Open-Air, also
Zeltplatz-Community-Treff, um einfach weniger Auflagen zu haben und damit die
Chance, dass es abgeblasen wird, geringer ist.
Genau. Und dann sind da halt 180 Leute so.
Sebastian
Ja, und jetzt ist meine Frage, hast du deine Rolle inzwischen gefunden?
Expadon
Meine Rolle, also ich bin jetzt in der Rolle, die ich momentan bin, was halt
top ist. Und so sadistisch-primal Richtung bin ich sehr zufrieden.
Und das ist ja das Spannende. Ich muss ja nicht sagen, ich habe meine Rolle
gefunden. Ich bin jetzt, ich bin Top und so wird es auch bleiben. Sondern ich
gebe mich halt auf die Suche. Ich gucke halt und vor allem eben so dann wie
diese Community-Treffs, wo dann Workshops von Leuten angeboten werden, das ist
eine super Chance, einfach Dinge kennenzulernen, wo man vielleicht auch vorher
gar nicht dachte, dass es das gibt, vielleicht auch gar nicht bewusst war, dass
das einem gefallen könnte und es schadet ja nicht einfach mal, sich da in so
einen Kreis reinzusetzen und den Leuten zuzuhören, wie sie von ihren mit
spezielleren Kinks erzählen.
Sebastian
Ja, ich glaube, da hast du auch diesen Vorteil, dass du dir gönnst zu sagen,
ich lege mich nicht fest. Also stell dir mal vor, du hättest eine Partnerin und
die sagt, ja, ich bin jetzt sub, jetzt sei bitte Dom. Dann rutschst du da doch
automatisch rein und dann musst du damit irgendwie klarkommen. Und ich glaube,
dann kann es sinnvoll sein, jemanden zu haben, der sagt, naja, wir gehen jetzt
vielleicht doch nochmal drei Schritte zurück und gucken uns das nochmal an,
warum eigentlich ausgerechnet das. Ich
Expadon
das fand ich auch, wo ich am ehesten so ein Coaching sehen würde, ist, wenn man
in so eine Rolle reinrutscht und jetzt, weil ich bin jetzt nicht aus einer
Beziehung, wo ich gesagt habe, so, hey, wir waren vanilla und ich möchte das so
oder wir sind das jetzt und wir waren in einer festen Beziehung und darum musst
du jetzt der Gegenpart sein, sondern ich bin das schon, ich wusste das schon,
bevor ich in eine Beziehung reingegangen bin. Darum konnte ich da irgendwie auch
mit weniger Ballast ran. Also ich war nicht festgelegt in meiner Rolle, als ich
angefangen habe, mich umzuschauen. Und das ist schon
so, vor allem diese Erwartungshaltungen, die ja oft noch mitschwingen und was ja
auch beredet wurde mit eben manchen Leuten, die halt sagen, du darfst deine Sub
jetzt nicht oder deine Sub nicht oral befriedigen oder so, weil das ja kein
Zeichen von Dominanz ist. und dann würdest du dich ja unter sie begeben, so sehe
ich das halt gar nicht, weil ich finde, man muss halt immer die Dynamik
betrachten und dann ist alles erlaubt, was Spaß macht.
Sebastian
glaube fast, wir haben da so ein Generationending. Also im Moment
ist so, kommt ganz viel, man kann sich selber finden, man kann in aller Ruhe
ausprobieren. Und wenn ich jetzt einfach mal schaue, ich sage mal Generation
45 plus, ich versuche mich gerade so ein bisschen rauszuziehen,
da war es ja wesentlich schwieriger, sich zu vernetzen und dann musste man auch
was darstellen, um was zu sein. Nein, das ist inzwischen zwar alles sehr viel
lockerer geworden, aber wenn du erstmal diese äußeren Zwänge hast, dann ist es
vielleicht gar nicht schlecht, wenn man jemanden findet, der da nochmal
nachhilft, dass man sich selber hinterfragen kann. Es kann sein, dass man
jemanden im Bekanntenkreis hat, mit dem das geht, aber wenn der Mensch nicht da
ist, warum soll man da nicht auf einen Profi zurückgreifen?
Expadon
Ja, vor allem, das ist ja so, hat man Glück, ist der Bekanntenkreis, hat man
einen Freundeskreis, den man aufgebaut hat, mit dem man auch darüber reden kann
und muss nicht so im Internet umherschwelgen, weil ich meine, jeder kennt das
Internet, da sind auch oftmals extrem dumme Ansichten vertreten und da hilft es
dann schon irgendwie, jemanden zu haben, mit dem man mit der Person reden kann.
würde halt immer erstmal raten, vielleicht deinen Stammtisch zu besuchen oder
versuchen zu networken und einen eigenen
Freundeskreis aufzubauen, Und weil sich das halt dann, das
ist halt so, meiner Meinung nach sollte man immer versuchen, den natürlichen Weg
zuerst zu gehen.
Sebastian
Ja, gar keine Frage.
Expadon
Aber ich
Sebastian
Aber wenn mein Freundeskreis dann feststellt, da gibt es ja auch immer soziale
Normen, die sich da etablieren. Und in so einem Freundeskreis, weil man hat ja
Gemeinsamkeiten, man guckt, dass man sich so ein bisschen angleicht und auch
voneinander lernt.
Und das ist ja nicht schlecht oder böse gemeint und ich nehme mich da auch gar
nicht aus. Man wird ja doch versucht in Schubladen zu stecken und ich mache das
ja im Podcast auch, dass ich Leute auch frage und wirst du lieber geschlagen
oder schlägst du? Also, dass man wirklich diese Schubladen hernimmt und sagt,
hier Mensch, guck mal, ob wir dich da irgendwie reinkriegen, weil irgendwie muss
man ja auch kommunizieren können und das geht ja nicht, wenn ich immer alles
relativiere und sage, ja je mal so, mal so, nicht Fisch, nicht Fleisch.
Da gehöre ich ja wirklich auch zu den Menschen, die dann sagen, wir müssen die
Menschen doch ein bisschen charakterisieren können. Und diese Entspanntheit zu
sagen, mal gucken, was gut ist für mich, die haben ja ganz viele gar nicht.
Expadon
finde, also dieses Schubladendenken, ich kenne das ja auch, weil ich meine, wir
sind alle so ein bisschen nerdy, habe ich vom Gefühl so. Und dann macht es halt
Spaß, einen Zettel an alles dran zu hängen. Ich glaube, meiner Meinung nach, die
Kunst oder wie ich heranzugehen versuche, ist, wenn ich interagiere oder wenn
ich mir irgendwas anschaue, dann denke ich nicht in Schubladen, sondern dann bin
ich einfach so. Und wenn mich dann jemand fragt, dann habe ich halt so das
Gesamtbild, wie ich bin. Und dann kann man so, wie so Venn-Diagramme, so hier ein
großer Kreis, die Schublade. Und dann kann man so sagen, ja, ich bin meistens
so. Und dann kann man halt so ein bisschen, weil diese Schubladen helfen ja so,
sagen wir mal, darzustellen, so in welche Richtung man tendiert, aber man sollte
halt irgendwie das nicht so als Schubladen benutzen, sondern eher so als so
Gewichtungen so vielleicht. Vielleicht ja
Sebastian
Richtig. Würdest du sagen, dass in deinem Umfeld, in deinem sozialen Gefüge,
dass so dieses Self-Care, also ich muss mich damit wohlfühlen, dass das einen
sehr hohen Stellenwert hat?
Expadon
und nein. Das ist halt auch immer so eine Art von, wie ist man
als Mensch, habe ich das Gefühl. Ich bin jetzt halt jemand, ich habe mich viel
auch mit mir selbst beschäftigt und irgendwie gelernt,
da mit mir umzugehen und zu versuchen, zu akzeptieren, wie ich bin. Und daher
will ich nicht gerne, dass von außen so Leute mich zwingen,
mich irgendwie zu verstellen oder ihnen so mich anzupassen. Ich
teile mich gerne Menschen mit, aber eben dieses, aber ich meine, wenn mir
jetzt jemand sagen würde, du bist Dom und darfst jetzt, keine Ahnung, eben deine
Sub nicht oral befriedigen, dann würde ich sagen, hä, was willst du denn von mir
so in der Art? Das ist doch, also ich
finde das schwierig und oftmals habe ich das Gefühl, dass diese
Schubladen nur dazu führen,
dass die Leute so, okay, ich bin ein Mann, ich muss jetzt dominant sein und was
heißt dominant so, ich bin unantastbar und ich lasse mich bedienen und
verstecken aber eigentlich, dass sie vielleicht nicht rein dominant sind,
sondern eher, vielleicht doch eher ein Switch oder so, aber sich das nicht
eingestehen wollen und dabei halt so ein Coaching wirklich gut, wo man halt so
ein bisschen so die Fassade mal abdrückelt, die man sich über die Dauer
aufgebaut hat und dann halt mal wirklich wieder reinschaut, so ja, was denke
ich denn wirklich? Ich
Sebastian
Ich glaube aber tatsächlich, das ist eine gewisse Freiheit, die du da auch
erlebst, dass du einfach hingehen kannst und sagen kannst, ich schaue mir das
an, ich gucke und ich finde mich da. Ich glaube, das ist nicht jedem gegeben.
Das ist eine privilegierte Position, die du hast, die ich ja auch habe, in dem
Sinne, dass ich sagen kann, ich schaue mal, wie ich mich wohlfühle. Wann wäre
denn so der Punkt, wo du sagen würdest, ja, da würde ich mich vielleicht doch
mal zu jemandem hintrauen und sagen, ich brauche da jetzt eine Person, die mit
mir mal spricht. Also kannst du dir das vorstellen, dass du so ein Angebot in
Anspruch nehmen würdest? Ja,
Expadon
kann mir schon vorstellen, aber ich würde immer versuchen, Leute, die ich
in der Szene kennengelernt habe, also Freunde von mir, zu
reden. Und dann ist natürlich auch die Sache, vielleicht ist das
ja natürlich eine eigene Perspektive von einer anderen Person, aber wenn man
sich natürlich mehrere Perspektiven einholt, dann wird
das wieder relativ objektiv. Objektiv. Aber ich persönlich, also
darum kann ich eben zu dem Thema, wann würde ich ein Coaching nehmen, nicht viel
sagen, ist, dass ich im Moment mir nicht vorstellen kann, ein Coaching nehmen zu
müssen, weil
Sebastian
ich glaube, den Leidensdruck, den merkt man dann schon.
Expadon
ich,
genau, ja, aber das ist auch so, also es ist auch ein Unterschied natürlich
zwischen diesen Coachings und zwischen den Workshops, also Shibari,
Bondage, was auch immer, oder vielleicht andere jetzt nicht so ganz
ungefährliche Praktiken, würde ich auch sagen, macht eigentlich total Sinn, wenn
man jetzt keinen Fesseltreff in der Nähe hat oder irgendwas in der Nähe, dass
man halt dann zum Workshop geht und sich das dort beibringen lässt, weil das oft
auch mehr Spaß macht, als mühevoll online da sich
durchzusuchen und eben sich das selbst beizubringen. Also das sehe ich schon, wo
ich auch sagen würde, da würde ich auch mal einen Workshop buchen oder wie
seitens bei Hypnose, da war auch letztens eine Veranstaltung mit Workshops, wo
einfach Leute ihr Wissen teilen und eben dafür halt ein bisschen entgeglichen.
Sebastian
Das ist aber auch tatsächlich jetzt eine Entwicklung der letzten Jahre, dass
Wissen auch geteilt wird und dass Menschen auch Spaß daran haben, Wissen zu
teilen.
Und ja, da muss man einfach ein bisschen gucken, was will ich. Möchte ich
Wissensvermittlung? Möchte ich wissen, wie mache ich einen Knoten? Das ist
Wissen, das kann man, glaube ich, gut vermitteln. Das kann man sich auch selber
aneignen zum Teil und dann kann man in der Gruppe nochmal schauen, dass man sich
austauscht. Ich glaube, immer wenn es um die Frage, wer bin ich eigentlich geht.
Also ich bin schon so weit, dass ich festgestellt habe, BDSM ist toll.
Dann bin ich ja schon relativ weit gekommen an der Stelle. Aber auch da gibt es
wieder so viele Möglichkeiten und Dan sagt ja auch Rollen.
Puh, so kompliziert. Und dass da jeder beim ersten Versuch ein Treffer landet,
ist ja auch unwahrscheinlich. Und ich glaube, dann schadet es nicht, wenn jemand
sagt, Komm, wir gucken uns das nochmal genau an, ohne dass der Mensch eine
Erwartung hat, wie zum Beispiel ein Partner, der sagt, nee, nee, das muss schon
passen, wenn
Expadon
Aber es stimmt
schon, aber wie du auch schon vorher meintest, für dich war das ja auch sehr
instinktiv. Und ich weiß jetzt ja nicht, wie bei dir so der Findungsprozess war,
Aber hattest du, ich glaube, dass wenn jemand erlaubt ist, natürlich seinen
Findungsprozess gehen zu können und nicht von außen so dieses, du bist Mann, du
bist Dom und deswegen machst du jetzt Dom Dinge, dann läuft es, glaube ich,
oft in die richtige Richtung oder stimmt,
Sebastian
man die Freiheit hat, intuitiv zu sein, also wenn man keine
Vorgaben von außen bekommt. Und ich habe aber empfunden in der Szene, man hat
ja Menschen, mit denen man sich umgibt und orientiert und dann folgt man dem ja
so ein bisschen. Man guckt so ein bisschen, was funktioniert. Ach, guck an, wenn
ich mich ein bisschen dominant verhalte, dann funktioniert das gut, dann bleibe
ich dabei. Ich glaube, da ist so eine Diskrepanz zwischen ich habe ein Talent
für etwas und ein ich möchte etwas, also ein Bedürfnis. Ich glaube, das passt
nicht immer so zusammen.
Expadon
ja. Ja, und man muss halt aufpassen, dass man nicht faul wird, dass man halt
eben, wenn man, dass man nicht faul wird, dass man nicht, wenn man seine erste
Sache gefunden hat, so mir gefällt jetzt, sagen wir mal, Shibari gut und
dann bleibe ich da und ich schaue mir jetzt aber nichts Neues an, weil was Neues
anzufangen, wäre wieder anstrengend.
Sebastian
Ich habe es nicht ganz verstanden.
Ja,
Expadon
also, dass man halt sich nicht abgewöhnt, immer auch mal ins neue kalte Wasser
zu springen. Und das ist ja auch das Schöne im BDSM, dass es einfach viele kalte
Gewässer gibt.
Sebastian
also ich glaube, man kann ein ganzes Leben mit BDSM füllen und dann hat man
immer noch nicht alles gemacht und ausprobiert, was man wollte und man ist eh
nicht angekommen. Und selbst wenn man in der Rolle ganz fest gefahren ist, dann
kann man nach 30 Jahren immer noch beschließen und jetzt will ich was anderes
sehen und ausprobieren und fühlen. Da gibt es dann einfach nochmal neue
Möglichkeiten. Also ich glaube, es endet eh nicht. Das ist doch schön.
Expadon
Und da ist es halt dann, also da war doch dieses Beispiel, wo die Folge mit
der Dome-Verhauer, wo rauskam, wo doch das Pärchen, wo sie
hauptsächlich Femdom war. Und das ist doch wieder ein Beispiel von, wo viel
Außendruck da herrschte. Und diesen Schritt zu wagen, da wurde ja auch drüber
geredet, dass der erste Schritt schon ein bisschen scary war, dass man halt aus
seiner Rolle, in der man sich befunden hat, löst und was
Neues wagt sozusagen. zu sagen.
Sebastian
ja, es ist möglich, aber es hat da eben auch Überwindung gekostet.
Expadon
Genau, ja und da ist halt die Frage, sollte es Überwindung kosten
oder müsste nicht eigentlich das Ziel von allen Leuten sein, dass es so, du bist
dumm, toll, du möchtest jetzt dann nach 10 Jahren mal auf der Subseite sein,
toll, du kannst wieder was Neues ausprobieren, viel Spaß.
Sebastian
Ja, wenn du den Menschen dafür findest, dann geht das gut. Ich glaube, da muss
man auch unterscheiden zwischen Menschen, die spielen und ausprobieren und
Menschen, die halt sehr fest verpartnert sind, weil du kannst ja deinem
Gegenüber nicht das, was lieb geworden ist, einfach mal so eben wegnehmen. Also
da spüre ich schon fast eine Verpflichtung, aber das führt jetzt tatsächlich ein
bisschen zu weit.
Oh je.
Lass mich nochmal fragen, vielleicht fürs Publikum, weil das können die
natürlich nicht wissen. Ich gehe nochmal einen ganz weiten Schritt zurück. Also
du hast angefragt bei dem Treffen, ob ihr ein paar Kochlöffel haben könnt, weil
ihr da am Kochen seid. Habt ihr damit gekocht oder habt ihr damit die Küche
verteidigt?
Expadon
Genau.
Wir haben damit nicht gekocht, weil wir haben ja für 200 Leute gekocht und
unsere Kochlöffel waren dann doch ein paar Nummern größer als
die du mir dann geschickt hast.
Sebastian
Okay, ich muss also,
Expadon
Sie lagen aber neben dem Eingang und wenn jemand zu langsam geschnippelt hat,
dann gab es die
Sebastian
doch nicht nur fürs Kochen, ich muss mal gucken, ich muss also früher oder
später XXL-Pfannenwender finden, alles klar.
Expadon
Genau, wenn irgendwann wieder die Industrieküche angeworfen wird, dann müssen
die einen Meter langen Brat- und Kochlöffel von dir kommen.
Sebastian
Ich finde das toll, dass du dich da hingestellt hast und hast gemacht und 200
Menschen zu bekochen, das ist eine Menge Arbeit und finde ich toll, auch dieses
Engagement dann da einfach mit reinzuwerfen und zu sagen, hier, ich mache was,
ich helfe mit, finde ich immer super. Von mir einfach mal so ein dickes Lob
finde ich immer gut, wenn Menschen sich beteiligen.
Expadon
Kann ich auch jedem empfehlen, der irgendwie halt sagt, er
möchte jetzt irgendwie in die Szene ankommen oder so, einfach Engagement zeigen,
einfach Interesse zeigen an Menschen Und auch eben an, sei es auch eben in der
Küche oder so. Das ist halt, wenn Menschen merken, dass man Interesse hat, dass
man auch bereit ist, eben dafür was zu tun, dass es einem ernst ist, dann ist
das eigentlich immer ein guter Start, Gespräche zu führen und neue Leute
kennenzulernen.
Sebastian
Definitiv. Also klar, mach was und dann kommst du auch in Kontakt und ja, dann
wird das.
Pass auf, ich werde jetzt die Sendung so ein bisschen zu Ende moderieren, weil
es geht schon wieder technisch irgendwie also es gibt Menschen, die können uns
wieder hören ich wusste gar nicht, dass so ein Reboot vom Stream funktioniert,
aber es hört uns ehrlich gesagt kaum noch einer zu weil die haben natürlich nach
5 Minuten gesagt, das mögen wir nicht mehr, ich bedanke mich jetzt bei dir ganz
herzlich dafür, dass du a. angerufen hast, b. dass du dich engagierst und auch
deine Sichtweise dass du diese Offenheit hast, behalt halt die bitte, zu sagen,
ich mache und gucke, was mir gut tut. Das finde ich immer wieder schön und das
ist nachahmenswert.
Expadon
Ja, ebenfalls vielen Dank. Ich höre deinen Podcast sehr gerne und finde auch
immer das alles super. Und eben noch für das Care-Paket und die Pfannenwender.
Sebastian
Ja, da bin ich natürlich immer spendabel. Ich habe ja auch genug Werbung mit
dazu geschmissen. Das darf man ja immer nicht vergessen.
Expadon
Genau, die
Sebastian
Das ist nämlich immer eine super Gelegenheit, einen Umschlag auch voll zu
machen.
Expadon
auch an den Mann und an die Frau gebracht.
Sebastian
Sehr gut, da freue ich mich. Vielen, vielen Dank.
Expadon
Gut, dann wünsche ich noch einen schönen Abend.
Sebastian
Dankeschön, dir auch. Tschüss.
Expadon
Ciao, ciao.
Sebastian
So, liebes Publikum, die Menschen, die noch da sind, es sind nicht viele,
Expadon war das. Tja, jetzt müssen wir das Konzept heute ein bisschen umbauen.
Erstmal verkündige ich, wer hat denn hier den Pfannenwender überhaupt gewonnen? Das
muss auch gesagt werden, nämlich Latexboy3 heißt er im Chat.
Herzlichen Glückwunsch, von dir brauche ich eine Adresse. Ich glaube, den alten
hast du auch schon. Da gibt es jetzt den neuen noch gleich mit dazu. Fängt jetzt
also von vorne an. Wir müssen jetzt einfach mal schauen, wie ich das heute hier
zu Ende bringe. Weil eigentlich hätte ich gerne ein bisschen weiter gesprochen
und ein, zwei Menschen im Chat haben auch geschrieben, ja, ich würde vielleicht
doch noch anrufen. Das klappt heute leider alles nicht. Nicht, so ist das eben,
aber das ist ja eine schöne Live-Sendung, könnte auch mal schief gehen. Ich mag
mich trotzdem nochmal ganz schnell bedanken für ganz tolle Unterstützung.
Einmal vielen Dank an Wilke und Markus, die beiden haben das Podcast-Konto ein
bisschen beglückt und Elfe hat ein Paket geschickt, wusste ich auch vorher
nicht, dass das kommt. Ich habe mich auf jeden Fall sehr gefreut über Gin und
Kaffee. Dankeschön, das sind die zwei Zutaten in diesem Haus, die niemals leer
gehen dürfen. Toll, vielen, vielen Dank. Es war eine riesen Überraschung
tatsächlich und ich habe mich einfach gefreut. Auch die Karte, die dabei war,
die war ja wirklich voll geschrieben bis zum Gehtnichtmehr. Danke, danke, danke.
Das motiviert unfassbar und das macht einfach richtig Spaß hier, ja, sorgenfrei
zu podcasten. Und jetzt habe ich noch ganz viele Dinge hier auf meinem Zettel
stehen, aber ganz ehrlich, wenn die Technik heute nicht so will und wenn das
hier auch so wackelt mit dem Stream, dann müssen wir einfach nächste Woche
weitermachen, das heißt die Unvernunft Live und zwar am Stück und ohne
technische Probleme, als ob es das jemals gegeben hätte, wird es am 7. Oktober
wieder geben um 20.30 Uhr, Thema habe ich noch keins, Ideen was wir da machen
habe ich auch noch keine, aber das macht nichts, das ergibt sich in der Regel
immer von ganz allein, denn ich habe ja das beste Publikum der Welt und ich sehe
es ja gerade auch im Chat, man können der Stream geht wieder, wir können wieder
rein und so Also ihr seid da echt hartnäckig, das finde ich klasse, das macht
immer wieder Spaß und ich hatte wirklich eine podcastlastige Woche, ist einfach
schön, deshalb wünsche ich euch einfach noch eine tolle Kinky-Zeit jetzt einfach
und dann hören wir uns wieder am 7. Oktober und ein paar Tage später erscheint
dann auch die nächste Folge, die ist nämlich schon geschnitten, ich war fleißig.
Ja, und dann gucken wir mal. Okay, ihr Lieben, habt eine schöne Zeit, schönen
Abend. Jetzt kommt das Intro noch ein bisschen. Macht's gut, bis zum nächsten
Mal.