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Sebastian
Hallo und herzlich willkommen zur Unvernunft Live am 22.
Juli. Ich begrüße euch in, ja, willkommen in weiteren dystopischen
Zeiten, es hört ja nicht auf. Aber deshalb sind wir ja hier und deshalb bin auch
ich hier. Und ja, heute wird alles ein kleines bisschen anders, aber dafür umso
spannender. Das hier ist Live-Folge Nummer 72, wenn ich mich nicht irre, das
habe ich übrigens falsch notiert. Mein Name ist Sebastian Stix, ich darf heute
ja ein bisschen die Fragen stellen Und heute habe ich auch so viele Gäste, dass
mein Hauptjob heute sein wird, die Uhr im Blick zu behalten, damit auch wirklich
alle drankommen und alle auch was sagen können.
Ja, ich begrüße erstmal den Chat. Schön, dass ihr da seid. Ihr seid auf heute
recht verwirrt, weil ich fange tatsächlich heute Punkt 20.30 Uhr an, denn wir
haben ja keine Zeit. Und ob es heute eine Schätzfrage gibt, das werden wir
sehen. Das hängt so ein bisschen von der Disziplin von mir und meinen Gästen ab.
Wir werden sehen. Ich habe die ganze Woche mich da wundtelefoniert und
vorbereitet und ich bin gespannt.
Ja, wo lege ich denn los? Ich glaube, ich werde mir das Thema einfach mal
einleiten, wenn das in Ordnung ist. Eine kurze Rückfrage an den Chat zwecks
Soundcheck, bin ich denn anständig und laut genug für euch zu hören? Und wenn
das der Fall ist, dann geht es ja auch tatsächlich los. Heute gibt es ein Thema,
nämlich Gehören BDSM und Fetisch auf den CSD.
Da bin ich nicht einfach so drauf gekommen, das hat eine Vorgeschichte und die
hängt wiederum mit dem CSD in Bremen zusammen, der ist nämlich demnächst. Und
ja, am Montag habe ich ein bisschen durch FetLife geklickt und da habe ich eine
Diskussion gefunden und da war ein Artikel von queer.de verlinkt,
wo es darum geht, ach ich lese einfach mal die Überschrift, entsetzen über
Fetischverbot beim CSD Bremen. So, und für alle, die jetzt im Chat sind, gibt es
einmal den Link zu diesem Artikel in den Chat und ansonsten findet ihr den auch
noch in den Shownotes.
So, okay, ich lese mal so ein paar Sachen aus diesem Artikel vor, so kleine
Teile, damit man so ein kleines bisschen weiß, worum es überhaupt geht. Und zwar
erstmal der Untertitel des Artikels. Anderthalb Monate vor dem Bremer CSD wurden
neue Grundsätze der VeranstalterInnen bekannt. Darin heißt es, dass das
Darstellen von Fetischen in der Öffentlichkeit nicht sinnvoll sei. Die
Sexualisierung von Minderjährigen ist problematisch. Und dann weiter, gerade bei
Fetischen, die für Zuschauer sexuell gelesen würden, stelle sich grundsätzlich
das Problem, dass das Publikum nicht einwilligen kann. Dann, jetzt bin ich in
der Zeile verrutscht, erklärte der CSD-Verein. Und letztes Zitat, dann habe ich
auch genug zitiert, man verzeihe mir hoffentlich. Hinter vielen Problemen
queerer Menschen steckt ein großer gemeinsamer Nenner. Es gibt noch viel zu
wenig Verständnis bei viel zu vielen Menschen darüber, wie viele romantische,
sexuelle und geschlechtliche Identitäten es gibt.
Okay, das war der Stand vom Montag und das hat sich dann noch ein bisschen
weiterentwickelt, aber da hatte ich auch schon so einen Blick, Mensch, das muss
ich jetzt mal im Auge behalten.
Ja, und dann gab es eine Pressemitteilung auf der Webseite des CSD Bremen und da
haben sich dann die Grundsätze geändert, man hat sich auch entschuldigt und die
Überschrift keine Fetischdarstellung in dem Absatz, die Überschrift wurde
geändert mit keine Darstellung von sexuellen Handlungen. Okay, das ist doch
eigentlich jetzt alles gut, also BDSM-Fetischisten, alles erlaubt. Ich kann mir
an sich auch nicht vorstellen, ich meine, so ein CSD wird ja von freiwilligen
Helfern organisiert, von ehrenamtlichen Menschen. Die haben tausend Seiten, wo
sie sagen müssen, das sind hier Bedürfnisse, das sind dann die Bedürfnisse von
der Stadt, von der Polizei, von allen Menschen, die mitmachen, von allen
Gruppen, die irgendwas wollen. Keine Ahnung, das muss eine Heidenarbeit sein und
heute mag ich auch gar nicht darauf rumbashen, aber ich
mag einfach jetzt mal gucken, wie kann das sein, dass Fetisch und BDSM so
schnell auf einer Abschussliste stehen können und ich finde, darüber muss man
reden.
Okay, das ist erstmal die Einleitung. Ihr merkt, das ist ein bisschen
durcheinander, weil ich habe eigentlich so viel, was ich sagen will und muss und
ich werde mich dort echt zurückhalten müssen, denn dazu zum Thema CSD und BDSM
habe ich mich ja immer wieder mal geäußert. Heute wird das eben Hauptthema. So,
Gäste, ich habe versucht, jemanden vom CSD Bremen zu gewinnen, hat leider nicht
geklappt, da kam noch keine Antwort auf meine Anfrage. Meine lokale Bubble aus
Hannover, wir haben ja auch einen CSD, die war auch nicht greifbar,
wohlverdienter Urlaub, Grüße, es sei euch wirklich gegönnt, ist halt blödes
Timing, kann man nicht ändern. Und ja, umso schöner werde ich gleich zuerst Dan
begrüßen, den kennt ihr schon ein bisschen, der hat mich da auch ein bisschen
gebrieft und sobald ich es schaffen kann, Dan vom Weiterargumentieren abzuhalten,
dann freue ich mich auf Kalle Wahle, er ist der Vorsitzende des CSD in
Düsseldorf und auch mit ihm könnte ich mich stundenlang unterhalten und einfach
nur ewig quatschen, ich werde aber auch da aufpassen, dass das nicht so lange
wird. Und dann ist da noch Joshua. Er nennt sich jetzt im Moment
Schärpenbewahrer des Puppy Germany 2019.
Er hat sich nämlich in dem Artikel von queer.de auch zu Wort geäußert und tada,
er ist heute auch dabei.
Und dann haben noch einige Menschen angekündigt, dass sie heute spontan anrufen
wollen. Das heißt, das machen wir dann auch noch und das kann einfach ein wilder
Ritt heute werden und relativ lang. Aber vielleicht, ja, Kommunikation hilft.
Ich sehe auch gerade, Kalle ist schon im Chat. Herzlich willkommen. Und ich bin
einfach sehr gespannt, wie sich das heute entwickelt. So, und jetzt, glaube ich,
machen wir einfach ein kleines bisschen Musik. Ich hole mal den Dan in die
Leitung und dann geht's hier gleich richtig los.
So, das ging schneller als erwartet. Hallo, Dan.
Dan Apus Monoceros
Hi, servus Sebastian.
Sebastian
So, ja, wir haben ja am Dienstag, glaube ich, schon direkt miteinander
gesprochen.
Dan Apus Monoceros
Ja, das ist richtig, ich musste gerade mein Echo ausschalten. Ich hatte
natürlich fleißig beobachtet, wie die Einleitung war und ob du schon irgendwas
Spannendes vorweggenommen hast oder was du schon vorweggenommen hast, damit ich
nicht alles wiederhole oder nicht.
Sebastian
Es war sehr gerafft, ne?
Dan Apus Monoceros
ja, das war sehr gerafft.
Ich glaube, man darf nicht, und das ist vielleicht ein wichtiger Punkt, den ich
da einfach ergänzen will, Man darf nicht unterschätzen, wie da die Community
aufgeschrieben hat und das kommt auch interessanterweise nicht von ungefähr,
weil wir leider Gottes nicht das erste Mal solche Kommentare oder Szenen haben,
die eben in eine ähnliche Richtung gehen. Ich glaube, das muss man einfach hier
mal erwähnen, damit man dieses Thema ein bisschen versteht. Das gibt es
eigentlich schon, seitdem ich intensiver mich mit der Organisation und den
Machern hinter den CSDs auseinandersetze, beziehungsweise selber da irgendwie,
sei es jetzt mit Ständen oder mit Fußtruppen oder ähnliches aktiv mit dabei bin,
dass immer wieder solche Themen aufkommen. Sei es jetzt gegen BDSMler,
Fetischisten, Puppies, gegen andere Leute, die nicht der Norm entsprechen. Es
gibt teilweise Vorurteile gegen Drag Queens. Es wurden auch schon Nippel
verboten, also auch Männernippel. Die Männer mussten sich dann obenrum bedecken
auf dem CSD und also da gibt es immer wieder sehr spannende Auswüchse dabei. Und
ich glaube, deswegen und weil dann eben so ein Grundsatz rauskam mit keine
Darstellung von Fetischen, ja, ich glaube, dadurch ging so ein
bisschen dieser Aufschrei auf und man merkt auch leider immer mehr, dass es in
sozialen Netzwerken auch, ich sage mal, von schwulen Menschen, die also nicht
die Organisatoren, sondern das einfach von, ich sage mal, irgendwelchen
TikTokern oder einfach nur Menschen, die halt irgendwie vielleicht so ein
bisschen gay-queeres Interesse haben und auch ein bisschen aktiv sind, extreme
Vorbehalte kommen. extrem negative Kommentare kommen und eben aus der Community
tatsächlich eine Ausgrenzung zu anderen Gruppen innerhalb der Community
stattfindet.
Sebastian
Stopp mal ganz kurz. Eigentlich wollte ich jetzt vor einer Minute schon mal
eingreifen und sagen, Mensch, magst du vielleicht erst mal zwei Worte dazu
sagen, wer du überhaupt bist?
Dan Apus Monoceros
Entschuldigung. Ja, gut.
Sebastian
du bist voll mit dem Thema. Ich habe dir angedroht. Halbe Stunde, mehr nicht.
Und ich weiß, du versuchst jetzt alles zusammenzupacken.
Dan Apus Monoceros
Na gut.
Also, genau, ich bin Dan Apus Monoceros, Kink Coach,
Sebastian
Zwei Worte zu dir.
Dan Apus Monoceros
Schwulfetischist, Fetischkünstler auf der Bühne,
Bondage-Trainer, sehr aktiv in der schwulen Community und hatte auch früher
mit verschiedenen Unternehmen Stände auf den CSDs. Ich denke, das ist für heute
vor allem das Wichtige und ansonsten kann man ein bisschen mehr über mich in den
vergangenen Folgen vor Weihnachten und vor Ostern noch mal hören.
Ich glaube, das reicht jetzt erst mal zu mir.
Sebastian
das reicht in dem Moment und ich verlinke dich auch nochmal ordentlich in den
Shownotes und dann findet man dich auch. Du machst so viel, das ist Wahnsinn.
Dan Apus Monoceros
Gerne.
Ja, also genau, repräsentieren tue ich den Gelbe DSM-Club in gewisser Weise. Das
ist auch meine Firma, das sind meine Themen und aus diesen kommt, also war
ich eben häufig auf den CSDs mit dabei und da kam eben auch diese Erfahrung her,
damit man das jetzt einordnen kann, wo eben das herkommt. Also ich bin nicht nur
irgendwie mitgelaufen, hatte da die Probleme, hatte ich zwar auch, aber eben
auch wirklich schon bei der Organisation teilweise mit dabei.
Sebastian
Okay, ich habe jetzt dieses Drama gesehen am Montag bei FetLife. Ich mag da
jetzt gar nicht alles vorlesen. Das war natürlich mit dieser Überschrift, das
war natürlich sehr plakativ. und ich weiß nicht, hast du es vor mir schon
mitbekommen oder kam das erst, als ich dich angeschrieben habe?
Dan Apus Monoceros
glaube, es ist am Samstag an mich herangetragen worden. Also es
war definitiv schon vorher da. Ich glaube, ein, zwei Tage bevor wir darüber
geredet hatten, war das bereits bei mir gewesen. Hatte ich auch schon Posting in
meinen eigenen Social Communities dazu gemacht und hatte es auch schon zwei,
dreimal irgendwie durchklamüsertes Thema.
Sebastian
Okay, und deshalb, das erklärt es, weil du hast mir dann, ich habe dann mal
gefragt, hier, kannst du mir mal ein bisschen was erklären und dann hast du mir
bei Telegram eine 25-Minuten-Voice-Message geschickt,
wo ich dachte, okay, alles klar, er ist im Thema drin.
Dan Apus Monoceros
Es ist auch nichts, was neu aufgekommen ist in diesem Jahr.
Sebastian
Ja,
das ist immer wieder das Problem und ich habe es ja eben schon gefragt, Wie kann
das sein, dass BDSM und Fetisch, ich nehme jetzt immer beides heute Abend, wie
kann das sein, dass das immer so schnell zur Disposition steht? Also wo kommt
der Druck her, dass man immer sagen muss, das müsste man vielleicht wegpacken
und ausklammern und das ist ja offenbar verzichtbar.
Wie kann das sein? Nein.
Dan Apus Monoceros
Naja, also die Frage ist immer, wie ist es gesellschaftlich angesehen und was
hat der Unwissende für ein Bild davon? Und ich sag mal, die
Standardargumentation ist, es interessiert doch niemanden, was du im
Schlafzimmer machst. Das bleibt im Schlafzimmer so ungefähr.
Und sowas braucht man doch nicht in die Öffentlichkeit tragen. Meistens dann
gekoppelt mit dem zweiten Argument, das ist ja irgendwie Pfui und Bäh und das
ist ja sexuell, obwohl das ja eben tatsächlich nicht so ist, aber da kann man ja
Also das ist erstmal die vorherrschende Meinung bei einigen Leuten, dass das
eben eine sexuelle Sache sei, die ja quasi geheim bleiben könnte und die würde
uns dann ja quasi entweder die Show stehlen, das ist so das eine Thema Show für
die anderen Argumente, die wir ja vorbringen wollen oder eben sogar den anderen
Argumenten in den Rücken fallen, dass eben dadurch ein schlechtes Licht auf die
schwule Community oder LGBTQ Community fallen würde,
dass die ja solche perversen Menschen drin haben. Oder ähnliches. Also das ist
meistens die Argumentation dahinter.
Sebastian
Ja, jetzt kann ich ja nochmal sagen, also hier in Hannover, das ist halt meine
persönliche Erfahrung. Ich muss sie wenigstens einmal erwähnt haben.
Wir wurden als BDSM unglaublich lieb eingeladen, seid dabei beim CSD. Mit einem
Stand, lauft mit, macht und tut. Das war richtig toll. Das war ein wirklich
schönes Gefühl, weil ich hatte auch mal so den Eindruck, haben wir das Recht, da
zu sein oder nicht? Und diese Entscheidung wurde quasi abgenommen mit einer
Einladung. Das war total schön. Schön. Und ich habe eigentlich nur das Positive
erlebt und habe mich gefreut.
Du hast eben so schön gesagt, das ist dann sexuell und was man im Schlafzimmer
macht, bleibt da bitte. Also offenbar geht es also darum beim CSD nicht, was man
im Schlafzimmer macht, sondern mit wem man es macht. Das ist dann wieder okay.
Dan Apus Monoceros
Nein, auch das ist, also auch da gibt es durchaus ja unterschiedliche Meinungen.
Also man sollte grundsätzlich bei einem CSD einfach nicht erwarten, dass es
ein klares Ziel gibt. Die CSDs werden nicht irgendwie zentral in Deutschland
organisiert und dann alle brainwashen, jetzt wissen wir, welche Richtung wir
gehen. sondern es sind immer sehr lokal spezifische Dinger und das gibt dann wie
in jedem Verein, also meistens sind es Vereine, die CSDs, und in den Vereinen
gibt es dann immer engagiertere und weniger engagiertere Leute.
Einige sind eventuell sogar mit Kapital und Sponsorgeldern mit dabei, andere
eben
halten sich ruhig zurück und sind vielleicht als Zuschauer, wenn überhaupt, mit
dabei, aber eigentlich überhaupt nicht interessiert und engagiert und motiviert
da mitzumachen. Und ich glaube, da muss man halt einfach sehen, dass je nachdem,
wer sich da eben besonders engagiert verhält in so einer lokalen Community, eben
auch starken Gestaltungsspielraum mitträgt und deswegen dann eben das in die
eine oder andere Richtung ausgestalten kann.
Sebastian
Okay, das ist ja an sich kann man jetzt ja sagen, okay, wer das organisiert, der
macht sich auch Arbeit an, kann ja auch sagen, wer kommen soll. Es ist ja
erstmal diesen Menschen zuzutrauen, dass sie sagen, okay, wir finden da eine
gute Mischung, weil wir wollen ja eine tolle Party auf der Straße machen.
Dan Apus Monoceros
Selbst das ist ja schon kritisch zu betrachten, weil ja ganz viele CSDs keine
Party machen, sondern das eine Demonstration sind. Das darf man ja auch nicht
vergessen. Aber das kann man, glaube ich noch mal ausführlicher woanders
diskutieren es ist prinzipiell jedem überlassen wie er sich das vorstellt wenn
er sich da wünscht man kann auch solche regeln aufstellen die frage ist es ist
eine demo es ist jetzt keine zentral organisierte Loveparade wo genau diese
menschen dann zu sehen sind und die anderen nicht also ist letztendlich eine
demonstration wo unterschiedliche menschen die engagiert sind und motiviert sind
hinkommen und es gibt kein türsteher der dann sagt okay mit der kleidungsordnung
kommst du aber Aber nicht rein. Da hatten wir in der Vergangenheit spannende
Sachen mit irgendwie Vermummungsverbot auf Demos mit Puppy-Masken oder ähnliches,
die dann letztendlich auch mit Entschuldigung vom Ministerpräsidenten dann quasi
wieder zurückgenommen wurden. Aber da mussten sich eben Leute tatsächlich die
Hundemasken runternehmen, wegen Vermummungsverbot. Also da gibt es immer wieder
solche Probleme. Und ich sage mal, engagierte Aktivisten, zum Beispiel aus der
Puppy-Community, gehen jetzt halt her und fragen entweder bei den Organisatoren
nach, ob das mit der Polizei bereits abgestimmt wurde. Dann dürfen diese, dann
wissen die Puppies quasi, wie sie auftreten können oder sie telefonieren auch
direkt mit der Polizei und da sieht man halt wieder, die sind engagiert, die
machen etwas, dann können sie es auch tun und es wird hinten raus wahrscheinlich
keine Probleme geben.
Lässt man sich das sehr bitten oder vielleicht überhaupt nicht mit reinbringen,
dann werden halt auch die besonderen Probleme der entsprechenden Menschen
schlecht gehört und es kann eben zu diesen blöden Polizeikommentaren kommen, wie
Maske runternehmen.
Sebastian
Also es gibt Regeln, gut, es ist eine Demo, es gibt Regeln, es gibt Gesetze. Es
ist jetzt so ein bisschen die Frage, ich nehme jetzt mal die BDSMer, was machen
die denn? Die rennen natürlich da auch mit rum oder haben dann vielleicht auf
dem Fest hinterher einen Stand, da wird dann mit Seilen getüttelt, da werden
sich Klamotten angezogen und alles mögliche. Das ist ja dann auch erstmal
Ausdruck der eigenen Identität einfach.
Ist das so ein vorauseilender Gehorsam vom Veranstalter? Wir wollen keinen Ärger
und deshalb stellen wir ganz viele Regeln auf und alles was kritisch ist, nehmen
wir vielleicht erstmal weg, weil dann wird es einfacher und fröhlicher und fürs
Fernsehen auch schöner. Ja,
Dan Apus Monoceros
versuchen möglichst normale Schwulen und Lesben von nebenan zu zeigen, sodass
quasi, ach, das ist ja ein normaler Mensch, dass sozusagen diese Berührungsangst
da abgebaut wird und nicht diese große Distanz zu dieser Dragqueen, die
vielleicht mit künstlichen Haaren und sonst noch was dem Fetischisten, dem Puppy,
wie auch immer sozusagen da ist, das ja doch sehr andersartig wirkt. Also da
versuchen einige, sich tatsächlich voreilend anzupassen. Das gibt es tatsächlich
auch eben mit sowas wie, dass eben Sexualisierung nicht gezeigt werden kann.
Beispiel CSD Stuttgart, ich weiß nicht, ob sie es heute noch machen, aber die
hatten zum Beispiel in einem Jahr eben sämtliche Nippel verboten, selbst
Männernippel. Das dann im Sinne auch der Gleichbehandlung, weil eben natürlich
man auf einem CSD sich den guten Sitten und der Stadt anpassen
muss, weil da ja Kinder dabei sind. Kinder werden übrigens sehr, sehr gerne als
Argumentationsgrundlage genommen. Dabei sind die Kinder, glaube ich, die, die
die wenigsten Probleme damit haben und die, wenn sie früh damit in Kontakt
kommen, auch nie Probleme damit haben werden. Eher, wenn sowas tabuisiert wird
oder so, werden die Kinder damit auch langfristig Probleme haben. Aber da
versuchen die dann eben vorzugreifen, zu sagen, nee, Nippel müssen bedeckt
sein, also auch dann die Männernippel. Und dann versucht man das Ganze
möglichst, ich sag mal, spießig und gesittet hinzubekommen. Und diesen
Wunsch von einigen CSD-Organisatoren eben im Sinne von ja, kein Ärger, ja, keine
Probleme, deswegen diese Regeln aufzustellen, den findet man eben sehr, sehr
häufig in den Communities.
Sebastian
und das mit den Männernippeln muss ich jetzt nochmal, aber Menschen gehen doch
auch ins Schwimmbad?
Auch Kinder? Okay, also das
Dan Apus Monoceros
Ja, das sind interne Prozesse. Also ich habe mal
nachgefragt. Das kommt dann halt einfach, weil man sich nicht darauf einigen
konnte, dass man quasi mit der Gesetzeslage geht. Man wollte bewusst auch nicht
provozieren. Und weil sich dann eben die Frauen stark benachteiligt gefühlt
hatten, hatte man eben tatsächlich gesagt, okay, dann halt alle keine Nippel und
anstatt eher das, was eine Demonstration, was ein Protest auf der Straße
eigentlich tun sollte, nämlich für etwas protestieren, zeigen, was einem wichtig
ist, dass man vielleicht für mehr Offenheit hingeht und dann sagt, okay, die
Frauen müssen sich halt irgendwie einen kleinen roten Punkt vorne auf die
Brustwarze kleben oder so oder auf den gesamten Nippel vielleicht ein bisschen
größeren, dass man sich da irgendwie so einigt, dass man denen so viel
Freiheiten wie möglich gibt, jedem sich quasi darzustellen, hat man sich eben
andersrum auf den kleinsten möglichen gemeinsamen Nenner geeinigt und versucht
alle irgendwie stark in ihrem Verhalten zu beschränken. Und ja, also aus meiner
Sicht übrigens genau das Gegenteilige vom eigentlichen CSD-Spirit. Der
CSD ist entstanden, weil willkürliche Polizeirazzien im Stonewall, in der
Christopher Street eben sozusagen dazu geführt haben, dass die schwulen Menschen
dort nicht in Ruhe ihren Alltag, ihr Bier trinken konnten, ihre Party haben
konnten und sind dann deswegen gegen diese Diskriminierung, die von der Polizei
ausging, auf die Straße gegangen. Und haben eben protestiert mit den ganzen, vor
allem die ganzen Drag Queens, vor allem die ganzen Fetischisten, also diese
ganzen Menschen, die sowieso von ihren Bedürfnissen, ich sag mal ein bisschen
nischig orientiert waren, die waren sehr gut miteinander vernetzt, die waren
sehr bunt, die sind alle zusammen auf die Straße gegangen, natürlich mit ganz
vielen, ich sag mal, schwulen, lesben, queeren Menschen von nebenan. Dann, Alice
waren auch mit dabei, also es war wirklich eine bunte Mischung, die sind aber
gemeinsam auf die Straße gegangen und sie haben einfach transportiert, wir sind
hier und wir sind auch nur Menschen und es war sozusagen ein
Aufruf nach, nicht Einschränkung, sondern nach Akzeptanz und
das Bild heute ist ganz häufig so, okay, lass uns selber ein Blatt vor den Mund
nehmen oder vielleicht sogar fünf Blätter vor irgendwas anderes noch nehmen,
Weil wir ja nicht anecken wollen und weil wir doch eher lieber uns
einpassen wollen und reinpassen wollen.
Sebastian
ist also wirklich so ein, eigentlich, wir wollen nicht weiter
auffallen, wir sind halt ganz normal wie jeder andere Mensch auch und deshalb
gehen wir auf die Straße und demonstrieren, für was eigentlich dann? Und
Dan Apus Monoceros
Meistens werden politische Forderungen vorgeschoben oder angesetzt, die aber
eigentlich in Berlin protestiert werden müssten und nicht unbedingt in Bremen
oder irgendwie im Dörflichen. Da gibt es immer wieder einen Katalog, den
erstellen die immer wieder zusammen.
Erreicht nicht die richtigen Leute. Das, was du vor Ort erreichst in der Stadt,
sind die Menschen, die dort leben. Das sind die Menschen, die sich das anschauen
wollen, die vielleicht mal ein bisschen mehr über schwul, lesbisch, trans oder
ähnliches erfahren wollen, die vielleicht ihre Kinder da auch mal hinbringen
wollen, um eben dieses bunte Treiben auch zu zeigen. die vielleicht dieser
Einladung zum gemeinsamen, ich nenne es jetzt mal böse, Feiern auf die Straße
gehen, zum gemeinsamen Demonstrieren für Gleichheit auf die Straße gehen, folgen
wollen, die eigentlich eine schöne Zeit haben. Das ist so aus meiner Sicht der
eigentliche Sinn des CSDs, vor allem in den lokalen Sachen Sichtbarkeit
schaffen.
Sebastian
kann ich auch total bestätigen, weil man sieht da einfach fröhliche Menschen,
die unterwegs sind, die sich zeigen, die sagen, hey, hier sind wir. Und
ganz ehrlich, ich finde, das kann man auch jedem zeigen, einfach zu zeigen,
hier, das sind auch glückliche Menschen einfach. Also, dass man einfach durch
Präsenz und Zeigen auch einfach Vorurteile abbaut.
Man hat leicht Vorurteile gegenüber Dingen oder Menschen, die man nicht kennt.
Dan Apus Monoceros
Und, korrekt.
Sebastian
Und jetzt habe ich BDSM, sehe ich da jetzt auch wieder genauso. Wenn man es
nicht kennt, dann ist es halt das, was im Fernsehen in den 90ern lief und das
Bedürfnis ist quasi das gleiche.
Dan Apus Monoceros
Richtig. Richtig,
Sebastian
Zeigen und vielleicht ein bisschen Akzeptanz finden oder Respekt sogar.
Dan Apus Monoceros
Ich glaube, also ein Argument ist ja häufig, dass du eben den Respekt oder die
Akzeptanz verlierst, wenn du diese Extremdarstellung hast an den CSDs. Das
Argument kommt ja auch ganz häufig damit auf. Auch aus meiner Sicht muss ich halt
einfach sagen, es gibt speziell diese Anlässe wie CSD, um auch diesen, ich sag
mal, dieser gesamten Spektrum, der gesamten Vielfalt wirklich einen Platz zu
bieten. Das ist nicht das, was der Nachbar nebenan im Schlafzimmer vielleicht
irgendwie immer tragen wird. Die Dragqueen wird auch nicht immer zu Hause im
Fummel rumlaufen. Das sind extreme Sachen, die dargestellt werden. Das soll die
Leute aufwecken. Und der eigentliche Akzeptanzkontakt, der muss dann aber
eigentlich auch im privaten Umfeld erfolgen, im Sportverein, im Fußballverein,
auf der Arbeit, beim Kindergarten, wenn da irgendwie die lesbischen Mütter
kommen oder so. Da muss dann die eigentliche Akzeptanz laufen und da muss dann
quasi nicht erwartet werden, dass die mich alle bereits mögen, sondern da muss
quasi, oh, die haben vielleicht noch Vorbehalte, aber wenn ich nett und
sympathisch bin zu den anderen Menschen, dann werden die die Vorbehalte gegen
mich abbauen, sei es jetzt als schwuler Mann, als Transmensch, als lesbische
Frau oder Pärchen, als polyamores Paar, als BDSMler, als Fetischist. Man muss
halt sehen, dass du quasi auch ein normaler Mensch sein kannst und du brauchst
sowohl diese normalen Kontakte, die eigentlich niedrigschwellig sind, die im
Supermarkt dir über den Weg laufen und die anderen, die brauchst du halt auch
eben, um Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit zu schaffen. Und insofern, also aus
meiner Sicht geht das sehr gut Hand in Hand und überhaupt nicht gegenläufig,
dass man Extremdarstellung und niedrigschwellige Akzeptanz gleichzeitig
vermittelt.
Sebastian
Ja, also ich wäre jetzt auch nicht auf die Idee gekommen, das Podcastsubbie auf
dem CSD da irgendwo anzubinden und auszupeitschen, bis das Blut fliegt. Also auf
die Idee würde ich gar nicht kommen, sondern es geht ja wirklich um ein
Präsenzzeigen erstmal. Erstmal, das ist so ein, also
ich hänge noch so ein bisschen geistig gerade fest an diesem, wir haben den
Begriff Fetisch durch sexuelle Handlung ersetzt.
Ich kriege das nicht zusammen. Vielleicht ist das eine Perspektive, die man
vielleicht eher erklären kann, wenn man nicht BDSM-nah ist oder nicht Fetischist
ist. Weißt du, wie weit all das, auch die schwarzen Klamotten dann schon, wie
weit das als sexuell gesehen wird in der LGBTQ-Community?
Dan Apus Monoceros
aus meiner Sicht meinen die damit nicht die schwarzen Klamotten eines typischen
BDSMlers, sondern eher die arschfreie oder auch vornherum freie
Lederchaps des schwulen Ledermasters oder Slaves oder
die Puppies werden häufig eben in diese Richtung auch stigmatisiert,
dass das ja quasi etwas Sexuelles sei, mit dem sie da rumrennen. Und dabei sind
nur sehr wenig Puppies tatsächlich sexuell mit ihren Hoods am Ficken und Sex
haben. Da kann bestimmt gleich PubThaly noch dazu was sagen. Der ist ja gleich
im Talk noch bei dir. Aber ich glaube, da ist viel halt eher in dieses, okay,
ich kenne es nicht, ich habe keine Ahnung davon. Ich kann mir nicht vorstellen,
dass Menschen einfach so in Lederklamotten rumlaufen oder in Pferdeoutfits
oder oder. Für die ist das immer gleich, okay, die haben da irgendwie was
Sexuelles da. Die stellen sich immer vor, als ob da eine, als ob das hier der,
wie heißt der denn, diese Unterwäschemarke, wo diese Engel immer über den
Laufsteg schweben.
Sebastian
Ach ja, ich weiß, was du meinst.
Dan Apus Monoceros
Und die denken immer, das ist gerade Unterwäschenschau oder das ist deren, was
die vielleicht sexuell fänden und fühlen sich dadurch ganz stark plötzlich, also
der Unwissende, der fühlt sich dadurch eben plötzlich so, okay, was ist das, kann
ich nichts mit anfangen, fühle ich mich gestört erstmal.
Sebastian
Ja,
Dan Apus Monoceros
Erstmal, ist das jetzt was Sexuelles für den oder nicht? Und da fehlt halt diese
Aufklärungsarbeit. Da fehlt halt so dieses, okay, vielleicht ist dein Kollege
auf der Arbeit auch mit dieser Lederhose da zu sehen und am nächsten Tag kann
man dann mal auf der Arbeit irgendwie reden. Du erzähl mir mal, war das jetzt
eigentlich was? Aber da brauchst du halt so diese niedrigschwelligen Angebote
und dadurch, dass es die teilweise zu selten gibt, fällt es halt auch schwer
irgendwie für den Menschen, der da keine Berührungspunkte mit hat, die, ich sag mal,
auch richtig einzuordnen, zu akzeptieren. Also ich denke, daher kommt diese
Sexualisierung von dem
Sebastian
das ist ja dann, wenn ich jetzt die Zeit zurückdrehe, zu den Anfängen des CSD, da
war es ja auch so, dass die Leute, also ich sag mal Bevölkerung, dass
die im Prinzip auch mal dachten, das ist alles was rein sexuelles. Und jetzt
haben wir im Prinzip das Gleiche, nur aus der Community in die
andere Community rein. Das ist ja spannend. Also man kennt sich nicht genug und
deshalb interpretiert man rein und dann gilt das Gesetz des Stärkeren.
Dan Apus Monoceros
Genau. Also aus meiner Sicht total.
Sebastian
Toll, das
Dan Apus Monoceros
Ich denke, dass es, ich meine, das hatte ich ja auch schon mal in dem anderen
Talk gesagt, dass die Schwule und die heterosexuellen BDSM-Welten auch zu
wenig Überschnittsmengen oder Ähnliches haben. Und ich glaube, das merkt man
dann halt einfach bei sowas. Da, wo die einen jetzt versucht haben, lange Zeit
Aufklärungsarbeit und Akzeptanz zu schaffen, also bei neuen Sachen wie
Puppy-Fetisch ist es immer noch notwendig, aber ich sag jetzt mal, bei den ganzen
Lederclubs, die gibt es teilweise schon seit Mitte letzten Jahrhunderts,
nicht Jahrtausend, sorry, die sind, ja, wer weiß.
Sebastian
passt beides glaube ich gerade.
Dan Apus Monoceros
Nein, aber deswegen, also da ist eigentlich schon relativ viel etabliert und
viel Arbeit passiert und die versuchen auch immer wieder und müssen auch immer
wieder darum kämpfen, dass sie natürlich mit dabei sind, aber das ist eben genau
das, was ich vorhin auch meinte, der, der engagiert ist bei so einem Verein oder
bei so einem Ding, der tut halt auch die Regeln mitgestalten und sich hinterher
immer beschweren, okay, da ist jetzt nichts für uns dabei gewesen oder die
machen jetzt Regeln gegen uns oder so. Also sich beschweren, klar, ist richtig
und wichtig, hat ja übrigens auch der CSD Bremen gesagt, dass sie da sehr gerne
gesprächsbereit sind und sich anpassen wollen.
Schade, dass sie das nicht so klar formuliert haben, dass sie das falsch gemacht
haben, sondern sich sehr versucht hatten, darum rumzureden. Aber gut,
prinzipiell ist das halt eben so ein wichtiger Punkt, dass man eben für seine
Rechte auch, also gerade auch bei so einem Verein oder so, dann aktiv wird, dass
man hingeht, dass man vielleicht auch so einen Call macht oder einen Aufruf
macht oder eine Empörungswelle macht. Weil nur so können die sich ja
letztendlich auch verändern und verbessern. Und ich glaube halt andersrum, wenn
man jetzt aus der, ich sag mal, nicht direkt schwulen BDSM-Welt da
sagt, okay, wir finden, wir wollen auch mehr Sichtbarkeit zeigen, wir sollten da
auch mal hingehen, dann aus meiner Sicht wäre das ein absolutes Muss. Und
natürlich muss man sich vielleicht bei der einen oder anderen, also es kann sich
nicht jeder so ausleben, wie er das vielleicht sich vorstellt, dass, wie du
gerade gesagt hattest, du kannst jetzt deine Sklavin nicht irgendwo öffentlich
auspeitschen, bis es Blut spritzt, aber ich sag jetzt mal, die Darstellung, dass
es so etwas gibt im Sinne von, dass sie ein Halsband trägt, dass du sie
vielleicht mal an der Leine führst, dass vielleicht mal irgendwie ein Bondage
passiert oder sowas, das sind alles Sachen, die sind öffentlich darstellbar, die
widersprechen keinen Vorgaben,
die wir in Deutschland haben, was die öffentliche Darstellung angeht, die mag
vielleicht den einen oder anderen tatsächlich etwas empören,
aber wer es nicht zeigt, kann nicht erwarten, dass die Leute einen akzeptieren.
Sebastian
Menschen müssen damit Berührungspunkt haben und es gibt ja auch Best
Practices wenn ich sowas wie Bondage im Park habe, wo sie dann irgendwie im Park
tütteln
soweit ich das mitbekommen habe, war der letzte Stand, es gibt halt eine Regel,
du kannst da im Prinzip alles machen aber die Hände sind frei, damit einfach für
jeden Unbeteiligten sichtbar ist, guck an hier wird niemand gegen seinen Willen
irgendwo angebunden, so einfach einfache Regel und damit ist es für jeden
ersichtlich und Und man muss ja auch mal ehrlich sagen, die Menschen, gerade das
Publikum beim CSD, die Menschen, die da einfach nur zuschauen, die sind ja auch
nicht völlig weltfremd.
Also ein bisschen unangenehm darf es vielleicht auch schon mal sein bei dem
einen oder anderen Blick. Und ich kann mir auch den einen oder anderen Menschen
da vorstellen, der da sieht, wie zwei Mädels oder Jungs sich da küssen und denen
das erstmal vor eine Schocksituation stellt. Auch das gibt es heute noch. Aber
dafür ist das ja da, damit man sagen kann, das ist es, setz dich damit mal
auseinander.
Dan Apus Monoceros
Veränderung und Protest, also letztendlich ist ja die Demonstration, warum wir
auf die Straße gehen, die Darstellung von genau diesen provozierenden Sachen,
damit die Menschen sich selber fragen können, okay, das gibt es auch, hätte ich
nicht erwartet, ist das okay Das ist okay für mich. Wie gehe ich damit um?
Wenn ein Mensch nie damit konfrontiert wird, wie bereits gesagt, man kann nicht
erwarten, dass der Schwule, die Lesbe, wer auch immer der Fetischist, dass der
akzeptiert wird, wenn man ihn irgendwo bei der nächsten Party trifft,
wo er vielleicht dort so oder so auftauchen sollte, wenn man davor nicht
irgendwie mal was getan hat, um auch diese Akzeptanz zu bekommen. Man darf halt
einfach nicht vergessen, dass die normierte Welt irgendwo anders gerade ist als
wir und die Normen, die legen wir insgesamt fest. Und wenn wir aber quasi den
Normen nachgeben, die von der Vergangenheit vielleicht bei uns sind oder die uns
auferlegt wurden und dann nicht dafür kämpfen, dass man vielleicht etwas
toleranter, liberaler oder offener wird, dann macht das auch keinen Sinn,
überhaupt da irgendwie sich zu oder zu erwarten, dass jemand
einen akzeptiert. weil dann tust du dich ja selber quasi zurücknehmen und
ausgrenzen, akzeptierst, dass du dich versteckst, aus meiner Sicht nicht
sinnvoll, aber viele sehen das halt so, weil sie sagen, okay, für mich reicht es
aus, ich kann im Versteckten leben, man hat auch in der Vergangenheit, wo
Schwulsein illegal war, genügend schwule Paare gehabt oder lesbische oder oder,
die haben halt einfach nur mit einem Mann zusammengelebt oder eben eine Frau mit
einer Frau zusammengelebt und niemand außen wusste, dass die ein Paar sind, Aber
man hat es gemunkelt, aber nee, nee, das sind nur gute Freunde.
Sebastian
Ja, aber da ist vielleicht nochmal so der Punkt, wo ich als BDSM mal sage, ich
habe nicht diese Historie, also ich wurde nicht verfolgt und es war auch nicht
illegal, was ich tue. Da ist so ein bisschen dieses, für mich dieses,
da ist ein richtiger Druck da gewesen, in der Gesellschaft muss sich was ändern.
Den habe ich natürlich so nicht. Und deshalb ist so die Frage, haben wir BDSMler
denn eine Berechtigung, dann da auch mitzulaufen, weil wir haben ja dieses, ich
sag mal, diese Verfolgung nicht am eigenen Leib erlebt.
Also wobei, ich gehe jetzt von hetero-BDSMern aus, also das ist eine ganz blöde
Einschränkung, die ich ja gerade mache, das ist jetzt wieder subjektiv alles.
BDSM macht ja im Prinzip ja jeder irgendwie, also jeder, der es möchte, aber du
weißt, was ich meine.
Dan Apus Monoceros
erstmal sehr gut, dass dieser Gedanke überhaupt besteht, aber dadurch, also ich
glaube, es ist auch korrekt, so wie du das quasi ja auch vorhin gesagt hast, man
fragt an so ungefähr, ob man da eben erwünscht ist oder nicht. Also das ist
toll, wenn man einfach diesen Respekt auch den Machern, die meistens
ehrenamtlich sind, die Macher sind aber nicht die, die vor 20 Jahren oder 50
Jahren auf der Straße die härteren Kämpfe gekämpft haben, das sind die, die
heute quasi auch schon von der Vergangenheit profitieren.
Also insofern ist es erstmal toll, dass man quasi die Community und eben auch
die spezifischen Macher, die da heute aktiv sind, fragt, ob das dann gewünscht
ist. So, andersrum, ich sehe nicht, dass wir am Ziel angekommen sind, wir machen
keine Straßenparty, wo wir sagen, hey, wir haben alles geschafft, jetzt lassen
wir nur noch die Korken knallen und machen ein bisschen Lametta auf den Boden
oder so, sondern es geht ja immer noch darum, dass wir zusammenarbeiten müssen,
dass wir Sichtbarkeit erreichen müssen oder ähnliches. Und ich denke, wenn man
eben als BDSMler erstmal eben mit dem notwendigen Respekt anfragt, ob das
gewünscht ist, dass man vielleicht mit dabei ist, ob man vielleicht dann in
einem Verein sich engagiert und da eben mitgestaltet. Ich denke, damit kann man
durchaus auch viel erreichen. Es ist nämlich auch so, dass, ich sag mal, es
werden auch Themen wie Ausländerintegration bei CSDs mitintegriert,
werden damit aufgenommen, wo man jetzt auch sagen könnte, das hat jetzt erstmal
nichts mit dem Schwul- oder Lesbischsein zu tun. Für mich war früher so, da muss
ich ja gestehen, damals war ich irgendwie noch sehr jung und am Anfang meiner,
ja, ich nenne es mal, Laufbahn in die kinky
und queere Welt hinein, da war es für mich auch noch ganz komisch, okay, ist ein
Transmensch, ich dachte immer, der CSD wäre eine Schwulen- und Lesbenparade und
was haben jetzt Transmenschen hier zu suchen? Die haben doch eigentlich ein
Geschlechtsproblem und nicht eine Partnerwahlproblematik. Aber das ist so die
Frage, wen integrierst du? Und wenn du jetzt LGBT, so sind wir schon bei den
Trans, dann gibt es ja noch die Inter, die A, die Intra, da gibt es so viele
Sexualitäten, die mit dabei sind. Und dann kommen, ich sag mal, weitere mit
dazu, wie eben jetzt zum Beispiel Immigrantenthemen kommen teilweise mit dazu,
es kommen feministische Themen mit dazu. Ich meine, Frauen hatten nie ein
LGBTQ-Thema irgendwo, aber trotzdem sind da ganz viele feministische Themen
plötzlich mit dabei. Und insofern, also ich glaube, das Verständnis von einem
CSD kann man definitiv heute erweitert sehen. Aus meiner Sicht war das schon
immer so, aber aus meiner Sicht kann man durchaus sagen, dass es eine
Sichtbarkeitsparade sein soll, eine Party, wo man die Menschen
darauf wachrüttelt, wen es da alles draußen gibt. Es gibt eine Feier des Lebens
und eine Demonstration dafür, dass eben auch dieses Leben, wie es da dargestellt
wird, auch eine Akzeptanzberechtigung hat und zwar nicht nur rechtliche
Grundlage, also im Sinne von man darf Recht A, B, C, D irgendwie bekommen und
wir haben alle das gleiche Recht, sondern das eben auch im Sinne von man wird
akzeptiert von anderen Menschen, die einen vielleicht ausschließen.
Ich denke da jetzt zum Beispiel gerade mal an Polyamore-Themen. Bei
denen ist die Rechtsgrundlage noch eine ganz andere. Die sind ungefähr auf
dem Status, wo wir Schwulen und Lesben irgendwie vor 20, 30 Jahren waren. Wenn
wir heute aber die Polyamore-Community anschauen, die haben noch richtig große
Hürden zu nehmen, bis die mal rechtlich dabei sind, dass irgendwie zwei Partner
oder Partnerinnen, wie auch immer, eben hier anerkannt werden. Das wird
noch ein richtig harter Weg für die werden. Und ich meine, wo, wenn nicht auf
einem CSD, wollen die bitte schön irgendwie mal kämpfen und Sichtbarkeit machen?
Aber, und da muss ich halt einfach leider recht geben, es sieht nicht jeder den
CSD so wie ich, in meiner Entwicklung dieses Themas oder in dieses
Verständnis zwischen, ich nenne es jetzt mal polynormal, also das ist,
wie ich das quasi interpretiere, ein CSD, nämlich, dass jeder in seiner Art und
Weise als normal akzeptiert werden kann. Deswegen poly, mehrfach, normal. Wenn
wir zusammen sind, leben wir in einer Polynormalität versus eben, ich sag mal,
eine normierte Welt, wo man zum Beispiel sagt, okay, es ist toll, dass Schwule
und Lesben, Trans und andere Menschen jetzt da sind, heiraten, dürfen gleiche
Rechte haben, aber wir tun uns alle unterordnen und versuchen uns quasi selber
eher anzupassen an den heteronormativen Weg. Ich nenne sowas dann den
homonormativen Weg und versuchen dann da quasi eine neue, normierte
Gesellschaft zu gründen.
Sebastian
Das wäre jetzt an der Stelle so ein, wir haben jetzt das geschafft, ich nenne
das ja jetzt mal so das fiktive Endziel, jetzt dürfen wir alle heiraten und dann
haben wir doch genug getan, dann knallt die Sektkorken und dann reicht es.
Dan Apus Monoceros
Und aus
Sebastian
Und das ist eben glaube ich genau nicht die Intention des CSD, also so gar
nicht, das reicht eben nicht und im Grunde muss er sich doch erweitern,
also immer mehr, weil sonst hat er eine Berechtigung hat er glaube ich eh auf
lange Zeit, aber
es kann doch nicht sein, dass man sich mit den alten Zielen zufrieden gibt.
Dan Apus Monoceros
meiner Sicht nein, aber dadurch, dass du eben ganz häufig jetzt immer noch die
alten Menschen drin hast, die eben zum Beispiel nicht Polyamor, Fetischist oder
ähnliche sind, wenn die alten Menschen oder die, sag ich mal, die, die sich so
mit diesen alten Werten eines CSDs identifizieren und wenn dies vor allem die
Macher sind hinter einem CSD, dann wird es schwierig, das zu erneuern. Ich kann
das aus einem anderen Beispiel mal sehr gut erklären. Es gibt ja diese besagten
alten Lederfetisch-Vereine und die haben ganz häufig das Problem, dass ihnen der
Nachwuchs fehlt. Warum? Früher war der Lederfetisch-Verein oder Motorradclub,
wie die auch immer sich damals genannt hatten, das war sozusagen der Deckmantel,
wo sie in der Illegalität ihre Treffen, ihre Sexpartys, einfach nur Socializing
mit Gleichgesinnten machen konnten. Da hatten die eine mega wichtige
Berechtigung. Heute werden sie von eigentlich ganz vielen Menschen nur noch als
alte Herrenclubs die Leder tragen angesehen und ganz viele junge Menschen kommen
da nicht rein. Andersrum wollen diese alten Herren teilweise eben nicht, dass da
irgendwie Spandex getragen wird, Gummi, Lycra, Puppy-Masken, also die wollen gar
nicht sozusagen alle Fetische teilweise drin haben, weil das früher halt in
deren normierten Welt total unpassend war, weil die haben sich ja quasi als
Motorsportverein definiert. Und da war natürlich nur Leder in Ordnung. Und ganz
viele von diesen Ledervereinen müssen jetzt daran arbeiten, sowohl ihre alten
Mitglieder zu überzeugen, dass da eben auch andere Fetische, andere Klamotten,
andere Materialien rein können. Vielleicht teilweise sogar Frauen oder
Transmenschen.
Und gleichzeitig aber eben auch die Externen überzeugen, dass das coole
Gruppierungen sind, dass man dort Spaß haben kann, dass man dort was bewegen
kann.
Sebastian
Ja Moment, das Das
Dan Apus Monoceros
Und das Gleiche ist beim CSD auch.
Sebastian
man hat den Deckmantel genommen und hat ihn dann als Zweck später übernommen
und als Selbstzweck sozusagen, also den Deckmantel, mein Gott. Pass auf, ich mag
nochmal, bevor ich mich von dir verabschieden muss, ich hab ja gesagt, ich muss
mit der Zeit heute aufpassen.
Dan Apus Monoceros
Ja, ja. Ich habe es schon gesehen. Ich habe eine Minute überzogen.
Sebastian
Ja, das, noch geht alles. Von Nighty kam noch was, ich hab ja eben das Argument
geliefert, wir wurden ja nicht verfolgt als BDSM-Manner. Und dann schreibt aber
Nighty, vielleicht nicht verfolgt, aber was würde wohl passieren, wenn du als
Kindergartenbetreuer da bist Und es rauskommt, dass du privat BDSM betreibst.
Ja,
das hat dann die Wahrscheinlichkeit, dass das zu Problemen führt, ist gar nicht
so klein. Ich habe im Chat eben auch gelesen, gerade als Grundschullehrerin, Sub
sein, wenn das rauskommt, das ist jetzt auch nicht so toll. Also keine
Verfolgung, man wird nicht gejagt, aber wenn man gefunden wird, dann fürchtet
man momentan doch eine sehr starke, ja, sehr starke Probleme.
Dan Apus Monoceros
Jetzt hast du leider ein neues Thema angesprochen.
Sebastian
Ja.
Dan Apus Monoceros
Ich muss jetzt leider den Rahmen sprengen.
Also zunächst mal, es gibt ja noch ein anderes schönes Beispiel. Ich weiß nicht,
ob das heute noch aktuell ist oder nicht, ist aber von einer guten Bekannten vom
SIN Berlin ja auch ans Herz getragen worden. Zum Beispiel beim Sorgerecht hatten
BDSM-Partner ein extremes Problem, das
Sorgerecht zu bekommen für die Kinder, selbst wenn es die Frau war. Also da gab
es wohl tatsächlich früher Probleme. Ich glaube nicht, dass das heute noch so
ist, aber das war wohl ein extremes Problem damals. Und
man muss jetzt auch einfach mal sagen, diese Gesellschaft heute ist eine
andere als früher. Wo du früher wirklich vielleicht tatsächlich deinen Fetisch
oder Kink geheim halten konntest, ist heute überall eine Kamera mit dabei, ist
überall ein Foto, das Ganze wird auf Social Media irgendwie gepostet, auf
Instagram, auf Twitter, sonst noch was. Also es ist kaum möglich heute, glaube
ich, komplett anonym und geheim zu bleiben.
Die Wahrscheinlichkeit, dass es rauskommt, ist heute ein Vielfaches höher als
früher. Selbst wenn du versuchst, alles irgendwie geheim zu halten, dann darfst
du halt kein privates soziales Leben mehr haben. Und wenn du halt sagst, okay,
du verstellst dich, also wenn du es geheim hältst, du verstellst dich den ganzen
Tag auf der Arbeit. Du kannst den Leuten nicht erzählen, was du am Wochenende
gemacht hast, wenn du auf dem Bondage-Picnic warst. Was musst du erzählen? Du
warst mit Freunden im Park. Die anderen erzählen dann über Details und die
Storys und wer mit wem und tralala und du musst jedes Mal überlegen, okay, nee,
das darf ich nicht erzählen, ah ja, okay, das kann ich wieder erzählen. Du hast
immer so einen Filter mit dran, du kannst dich den anderen Menschen gegenüber
nicht wirklich öffnen, du hast immer so eine gewisse Zurückhaltung, die du ja
brauchst, um nicht aus Versehen zu viel zu sagen. Also insofern, das ist
extremst schwierig und wenn dann eben hinzukommt, dass das Ganze geoutet werden
könnte, sei es, dass du unvorsichtig warst, sei es, dass dir jemand anderes
etwas Böses will, da gibt es so viele Gründe oder so viele Möglichkeiten, wie
das passieren könnte. Es darf halt nicht dazu führen, dass du dann zum Beispiel
deinen Job verlierst, wenn du ja quasi zwangsgeoutet wirst. Das war zum Beispiel
bei meinem Mann auch so der Fall. Und das sind halt einfach Sachen, wo du
realistisch einfach mal sagen musst, das ist kein normales
Leben. Das ist nicht dieses sichere, gute Leben, was vielleicht dein Nachbar
hat. Dir werden gewisse Karrierepositionen zubleiben. Du wirst, wie bereits
gesagt, deinen Job vielleicht verlieren. Du wirst vielleicht von deinen Eltern
nicht mehr akzeptiert. Da gibt es Probleme ohne Ende. Aber das ist das, was ich
meine. Es geht nicht nur um die rechtliche Grundlage, es geht eben auch um diese
gesellschaftliche Grundlage. Und die Schwulen und Lesben haben für die Rechte
gekämpft. Ja, also rein rechtlich ist ja alles legal. Trotzdem haben auch
Schwule und Lesben eben immer noch teilweise Probleme, wenn sie sich jetzt
irgendwie damit outen wollen oder ähnliches. Also ganz klar BDSM und
ich will jetzt eben die Schwulen oder die LGBTQ Community hier überhaupt nicht
ausschließen. Wir sind gesellschaftlich nicht da, wo es kein Problem mehr ist.
Es ist immer noch ein erhebliches Problem.
Sebastian
du hast jetzt gerade wirklich voll und abschließend argumentiert, warum alle und
auch BDSM-er zum CSD müssen und protestieren müssen, weil es einfach
notwendig ist. Punkt. So simpel.
Dan Apus Monoceros
Richtig.
Sebastian
Und weißt du was, ich habe nämlich mir aufgeschrieben bis 21.15, deshalb hast du
gar nicht überzogen.
Dan Apus Monoceros
Ach, dann bin ich ja hervorragend.
Sebastian
Ja, ne? Ich habe vom Chat hier ganz viel bekommen.
Dan Apus Monoceros
Gut, dass du mir eine andere Zeit vorher gesagt hast.
Sebastian
Ja, man muss ja mal ein bisschen schummeln, ne?
Dan Apus Monoceros
Sehr gut.
Sebastian
Bevor ich dich jetzt verabschiede, ich lese noch eine Sache von Karnickel40 vor,
weil es ist die perfekte Überleitung. Er schreibt nämlich, wir haben hier ein
Problem. Wir sind hier Kinkster und queere Kinkster, doch haben wir nicht einen
einzigen nicht-Kinky-queeren Menschen. Menschen. Tja, das können wir ändern.
Denn von dir verabschiede ich mich jetzt und dann gucke ich mal, ob ich keine
Wahle in die Leitung kriege.
Dan Apus Monoceros
ich werde das aber unkommentiert lassen, ob Kalle Wahle kinky ist oder nicht,
weil da kommen ja dann schon wieder ganz viele Definitionen.
Sebastian
Dann bin ich gespannt.
Dan Apus Monoceros
Für mich ist er auf jeden Fall eine sehr tolle Persönlichkeit.
Sebastian
Ja, dann werde ich das gleich ausrichten. Wahrscheinlich hört das jetzt selbst
auch.
Wir könnten, wir müssten das eigentlich noch zwei, drei, vier, fünf Stunden
länger ausweiten. Das tut mir total leid immer. Aber hier dir erstmal ganz, ganz
vielen Dank, dass du dir extra Zeit genommen hast heute. Und ich glaube, das
Wichtigste hast du super vermittelt.
Dan Apus Monoceros
Ja, sehr gerne. Ich schaue weiter. Ich höre weiter zu. ich bedanke mich auch und
bin gespannt wie es weitergeht grüße an die zwei nächsten bis dann
Sebastian
Danke dir.
Ja, tschüss.
So ihr Lieben, das war Dan.
Ich bin heute hier auf 180, ich habe echt Strom im Blut heute,
weil da einfach so unfassbar viele Aspekte sind. Und ja, ich wähle jetzt einfach
mal die nächste Nummer, ihr Lieben, und dann hören wir uns gleich wieder.
So, und da sind wir wieder. Ich habe mitgebracht Kalle Wahle, hallo.
Kalle Wahle
hallo guten abend zusammen liebe
Sebastian
So, jetzt wollen wir dich erst mal vorstellen, das habe ich bei Dan ja
sträflichst vergessen.
Kalle Wahle
grüße aus Düsseldorf ja
Sebastian
Genau, und du hast ein Amt.
Kalle Wahle
ich bin der verrückte der sich irgendwann vor langen jahren bereit erklärt hat
ehrenamtlich den CSD in Düsseldorf zu führen und Und
größer zu machen und einfach auch sichtbar zu machen. Ja,
Sebastian
Ich darf sagen, wie alt du bist?
Kalle Wahle
klar. Alter Sack.
Sebastian
72 Jahre und seit 20 Jahren machst du da beim CSD schon. Treibst du dein
Unwesen?
Kalle Wahle
Ja, richtig.
Sebastian
Wahnsinn. Das
Kalle Wahle
Ja, dem Dan wollte ich gerade mal sagen, du bist ein alter Schleimer. Du willst
irgendwas von mir. Eine tolle Persönlichkeit, hat er gesagt. Ja,
ja,
Sebastian
klärt ihr bitte hinterher und dann hätte ich gerne einen Bericht.
Kalle Wahle
machen wir. Ja,
Sebastian
Wunderbar. Ja, wir haben uns heute Mittag kurzfristig kennengelernt und
Kalle Wahle
ja, ja,
Sebastian
haben auch gleich schon wieder ein Stündchen gequatscht.
Jetzt nehme ich erstmal hier von Karnickel das erstmal auf.
Kalle Wahle
nein,
Sebastian
Bist du selber BDSM-er?
Kalle Wahle
bin ich nicht.
Sebastian
Okay, egal
Kalle Wahle
bin ein bisexueller Mann, der in seinem ersten Leben verheiratet war und einen
erwachsenen Sohn hat. Ich habe schon mal in BDSM reingerochen. Ja, natürlich,
ich weiß, über was wir da reden, aber es ist jetzt nicht meine Leidenschaft. Und
um da mal so einen Begriff von Dan aufzugreifen, ich bin ein normaler Schwule
oder bisexueller Mann. Was sind normale Schwule und Lesben? Der Begriff normal
ist schon angreifbar. Ja,
Sebastian
Begrifflichkeit du verwendest, man wird ja immer ein Schlupfloch finden heute.
So, jetzt gucken wir mal, jetzt hast du ja die Kollegen, nenne ich sie jetzt mal
in Bremen und jetzt haben wir ja Düsseldorf. Wie ist das denn in Düsseldorf?
Sind da BDSM-er mit unterwegs?
Kalle Wahle
sind BDSM unterwegs. Hier sagt auch die Polizei nichts, wenn da also ein
Geschwader mit Puppy-Masken dabei ist. Sie sagt auch nichts,
wenn der ein oder andere, die ein oder andere ein wenig Klamotten fallen lässt,
wenn es denn dann heiß genug ist. natürlich haben wir auch schon eine beschwerde
von einem besorgten bürger bekommen der halt eben sich daran gestört hat dass
einer der älteren lederleute etwas spärlicher bekleidet war
aber da sage ich halt eben auch als alter rheinländer jeder jeck ist anders
und
lebe
und aus und die anderen sagen, das sieht so scheiße aus und das würde ich ja gar
nicht so machen. Also das Recht zu machen, jedermann ist eine Kunst, die niemand
kann, sage ich ganz einfach.
Sebastian
Ja, wenn ich jetzt Dan richtig verstanden habe, geht es ja genau darum, dass
man das alles tolerieren und akzeptieren kann, auch gerade diese Verschiedenheit
und dass man dann aber gemeinsam was machen kann.
Kalle Wahle
Natürlich, klar, man kann Stirn zeigen, man kann diskutieren, man
sollte miteinander reden, das finde ich ganz, ganz wichtig, aber dazu
ist ja auch nicht jeder bereit. Also ich kann da zum Beispiel aus unserer
Erfahrung sagen, eine Bewegung der Frauen
hat mir vor Jahren die Kölner Erklärung vor die Nase gelegt,
wo der Kölner CSD sich tatsächlich hat ein wenig erpressen lassen und
die Regularien für die Demo etwas enger geschnürt, wo ich dann gesagt habe, ich
werde einen Teufel tun, so etwas zu unterschreiben. Und daraufhin haben wir
unsere Teilnahmebedingungen, sage ich jetzt mal, für die
Demo ein wenig reduziert.
Ich habe mir die Sachen von Bremen natürlich angeschaut und bin der Meinung,
sie haben viel zu viele Wörter da drin stehen und viel zu viele Möglichkeiten,
wo man darüber diskutieren kann. wir haben halt eben in unserer bedingung den
guten Geschmack, sage ich jetzt mal und ja dass das
normale bekleidet sein auf der straße ich habe auch tatsächlich schon mal der
ein oder anderen unserer teilnehmerinnen die dann meinten dass ich also die
lederleute doch an eine andere stelle postieren sollte in unserer demo und nicht
gerade hinter Lesben mit Kinderwunsch mit mit dem Kinderwagen, was ich verstanden
habe.
Dann haben wir dem Genüge getan. Und danach kamen dann die Diskussionen
natürlich auch wieder, wo ich gesagt habe, okay, ich werde niemandem verbieten,
bei unserer Demo dabei zu sein. Und wenn euch irgendetwas stört und wenn ihr
meint, dass das also moralisch anrüchig ist, da sind die Polizisten, geht dahin
und sagt denen, das stört mich, der muss weg. Und ja, die Polizei sagt da aber
nichts. Die schickt keinen weg.
Sebastian
Die sind da entspannt bei euch.
Kalle Wahle
So, und danach haben wir, bitte?
Sebastian
Die sind da bei euch entspannt, ja. Ja,
Kalle Wahle
Ja, mittlerweile, weil also auch die, ich sage jetzt mal, die Fraktionen der,
ja, da waren ein paar Ladies von der Gruppe der Wirtschaftsweiber. Ich sage da
auch bewusst jetzt nicht, da waren Wirtschaftsweiber, weil das hört sich auch,
ich finde den Begriff für die Gruppierung eigentlich nicht so lustig. So, die
wollten mich tatsächlich damals ein wenig erpressen und mir die Pistole auf die
Brust setzen und sagen, du musst denen sagen, die dürfen nicht mehr. Wo ich
gesagt habe, ne, sage ich im Leben nicht. Und nach dem CSD habe ich versucht,
diese Ladies mit den Lederleuten an einen Tisch zu bekommen und da sind sie
nicht hingekommen, da haben sie gekniffen. So, also ich lasse mich da auch nicht
von jedem ins Boxhorn jagen, der dann sagt, das musst du nicht und das darfst du
und das sollst du. solange wir nicht gegen Gesetz und Recht verstoßen,
soll und darf da jeder mitmachen.
Sebastian
okay.
Kalle Wahle
Und um da nochmal aufzugreifen, was ihr eben schon besprochen hattet, und da bin
ich auch natürlich der gleichen Meinung wie Dan,
natürlich auch heterosexuelle Menschen und alle sollen bitte mit auf die Straße
gehen. Umso schöner ist das, wenn hetero Eltern mit ihren schwulen Kindern mit
bunten Luftballons und der Regenbogenfahne über die Straße gehen und
demonstrieren. Sollen nur die schwulen Kinder demonstrieren oder dürfen die
normalen Eltern auch mitdemonstrieren? Also wo fangen wir an? Wo hören wir auf?
Ich finde es langsam echt müßig.
Sebastian
Lass mich doch
Kalle Wahle
Wir reden über 2021 und nicht mehr über 1969.
Sebastian
mal deine Perspektive nehmen als Veranstalter. Wenn die Leute sich daneben
benehmen, dann sitzt du doch mit einem Bein im Knast. Also wo sagst du, da musst
du irgendwo dann doch Regeln aufstellen? Weil ich versuche natürlich zu gucken,
warum haben die Bremer so viel da dieses Regularium aufgestellt? Aus welcher
Notwendigkeit? Also von wo kommt der Druck? Kommt der von innen? Kommt der von
außen? Sagt die Politik, lass die raus.
Kalle Wahle
denke, der kam,
würde fast behaupten, dass der Druck von ihnen selbst
kam, dass da diverse Leute mit ein bisschen Schiss in der Buchs gesagt
haben, komm, wir schreiben das da auch noch mit rein und das sollten wir noch.
Sebastian
Was passiert da?
Kalle Wahle
Und diese ganze feministische Aussage so am Ende der ganzen
Abhandlung ist mir viel zu viel, dass wir Frauen akzeptieren und nicht
verprügeln, ist selbstverständlich heute. Das muss ich nicht in eine
Teilnahmebedingungen schreiben.
Und wir haben tatsächlich, ich kann es gerne vorlesen, wir haben tatsächlich
unter § 13 stehen zum Thema Bekleidung. Es ist wünschenswert, dass die
Bekleidung der Teilnehmer an Ideen und Kreativität nicht zu wünschen übrig lässt
und sollte dem Motto und Anlass angemessen sein. Reicht, mehr bin ich nicht
bereit zu schreiben. Du darfst keine roten Sachen anziehen oder,
dass wir nicht unsere primären geschlechtsteile zu markte tragen dürfte klar
sein aber da sage ich auch ich komme ja nun auch ursprünglich
aus dem Karneval ich bin also seit 48 jahren mitglied in meiner stolzen
Prinzengarde hier in Düsseldorf da habe ich immer schon gesagt wenn Karneval im
sommer wäre dass man sich nicht so dick anziehen muss gott bewahre was was da
auf den Straßen los wäre.
Sebastian
Ja, Karneval in Rio, ne?
Die haben es da ein bisschen schöner.
Kalle Wahle
da sind auch, ja, um dem, um da auch den zu ergänzen,
da werden auch die Nippel nur abgeklebt mit buntem Plastik und dann war das. Bei
uns dürfen wir das nicht, weil wir darüber diskutieren müssen. Nee, ich mag da
nicht drüber diskutieren.
Sebastian
Ja, aber jetzt haben wir ja den Punkt mit der sexualisierten Darstellung. Also
wo man dann, wenn ich will, kann ich alles sexualisieren. Also jemand läuft rum
in einem Minirock, das macht er, weil ihm dabei einer abgeht.
Kalle Wahle
ja klar.
Sebastian
Ich sage jetzt auch bewusst ihm. So, dann kann ich ja sagen, Moment, das ist ja
sexuell motiviert und weil das für ihn sexuell motiviert ist, ich kann ja zwar
nicht in seinen Kopf gucken, aber ich unterstelle ihm das, deshalb ist das nicht
okay. Und dann kann ich auf die Art und Weise eigentlich alles verbieten.
Kalle Wahle
Natürlich.
Also knappe Bekleidung, kommen wir in Düsseldorf auf die Königsallee, wenn es
warm ist. und heiß ist. Was du da an Fleischbeschau erleben kannst, da sagt auch
keiner, hey, die muss sich mal anziehen, weil da hängt jetzt was raus oder wie
auch immer. Wir können ständig an den anderen rummäkeln. Wir können es aber auch
sein lassen. Wir können einfach dann auch sagen, Akzeptanz, Toleranz,
entspann dich mal ein bisschen.
Sebastian
Ja, ich habe,
Kalle Wahle
Wie gesagt, leben und leben lassen, Leute. Ganz einfach.
Sebastian
pass auf, ich habe ja was gefunden, ich weiß nicht, kennst du in Hamburg die
Boutique Bizarre?
Okay, ist überhaupt nicht schlimm, also wir BDSM erkennen sie, weil das ist halt
so ein Laden, wo wir unser Zubehör wirklich gut kriegen können. Und ich habe ja
heute bei Instagram gesagt, hier, das ist das Thema heute Abend und da kam ein
wunderschöner Aspekt und dann dachte ich, den habe ich mir jetzt extra für dich
aufgehoben, weil ich fand den sehr, sehr schön, da mag ich mal deine Perspektive
einfach haben. Ich lese einfach mal vor, das dauert ein halbes Minütchen, aber
dann haben wir es geschafft.
Die Boutique schreibt, vor 20 Jahren waren wir es nicht, damals liefen BDSM und
die LGBTQ-Community auf dem CSD gemeinsam und es war eine großartige Party. Aber
auch wir waren dort damals mehr bunt und mitreißend. Dass sich die
BDSM-Community in den letzten Jahrzehnten auf dem CSD immer noch schwärzer und
unlustiger gezeigt hat, könnte ein Teil des Problems sein. CSD ist nicht nur
politische Demonstration, sondern auch Sympathie-Party. Damit funktioniert er
super. Wäre schön, wenn BDSM sich unter dieser Prämisse wieder mehr einklinken
würde. Also ich sag mal, der schwarze Block, da ist eine große Gruppierung und
die rennen alle in schwarz irgendwie rum mit irgendwelchen Devotionalien. Das
ist ja auch eine optische Geschichte. Wie siehst du das denn als Organisator?
Kalle Wahle
Ja, wenn Sie es wollen.
Also ich muss dazu auch mal sagen, diejenigen, die zu einer solchen Demo
hinkommen oder sage ich jetzt auch mal Parade. Also wir haben tatsächlich in
Münster schon am Wegesrand gestanden und auf die Demo gewartet und es kam ein
älteres Ehepaar und sagt, wissen Sie, wann hier der Karnevalszug wieder
vorbeikommt? Und ich sage, bitte, was geht hier? So, wenn Menschen gezielt
dahin kommen, weil sie in der Zeitung gelesen haben, hey, hier ist heute wieder
Regenbogen, dann müssen die das auch ertragen. So sehe ich das. Und wenn
in Köln oder Berlin, das sind nun mal die ganz großen Demonstrationen,
wenn da Menschen gezielt hingehen, um sich das Spektakel anzugucken,
sei es um zu zeigen, hey, ich gucke mir das an, ich finde das
okay, dass ihr demonstriert, oder sei es um sich aufzuregen, dass da der
schwarze Block kommt oder dass einer irgendwelche Teile raushängen lässt oder
wie auch immer, dann ist das deren Problem. Ja, also man kann natürlich auch
sich selbst kasteilen und sagen, ich gucke mir das Elend jetzt an und diese
Schweinerei, um sich aufzuregen. Ja, kann man auch sein lassen. Man kann in der
Zeit ins Kino gehen und sich Sissi angucken.
Sebastian
Gibt es das, dass Menschen zum CSD kommen, also Publikum, die sich das angucken,
um das Elend zu betrachten, was uns alle nochmal zum Ende führen wird? Also
gibt es das? Ich habe das selber auf dem CSD einmal gehabt, dass am Stand jemand
vorbeilief, zog sein Kind hinterher und dann, ich weiß es nicht mehr, irgendein
Kommentar, sowas wie, ja das passiert mit den bösen Menschen.
Kalle Wahle
Ich weiß es nicht.
Sebastian
Also irgendwie sowas. Man denkt so, oh, ja,
Kalle Wahle
Sebastian,
wenn wir die besorgten Eltern sehen, diese komische Freifrau von
Beverfoerde, die mit dem orangenen Bus durch die Lande zieht und Scheiße
erzählt. Also ich habe sie selber schon ein wenig entlarvt. Die
erzählen in der Tat, wenn man pubertierenden Jugendlichen das oft genug zeigt
und erzählt, dann wollen die das werden. Da lache ich mich nur kaputt. Und da
habe ich ihr dann also einmal bei einer Begegnung gesagt, jetzt hören Sie mir
einfach bitte mal zu. Ich bin ein bisexueller Mann. Mein Sohn hat mit zwölf
gesagt, ich bleibe beim Papa, weil er wollte lieber bei mir bleiben, als mit
seiner Mama zu gehen. Und er ist stockhetero geworden. Ich habe ihm während
seiner gesamten Pubertät immer wieder Schwule und Lesben vorgestellt und
gezeigt, die zu meinem Freundeskreis gehören. Und er ist hetero geworden. habe
ich jetzt versagt oder was ja so und das sind halt eben die dinge wenn ich dahin
gehe dann muss ich toll finden oder ich gehe dahin um mich zu ärgern und es gibt
leute die gehen dahin um sich zu ärgern
Sebastian
faszinierend.
Kalle Wahle
hat gab doch auch gab aber einen schönen schönen film vom vom wdr wo eine frau
aus Stuttgart von sich gegeben hat den vergleich es gibt auch weiß ich nicht gar
nicht Tiere oder Kälber mit zwei Köpfen ja also wenn du letzten Endes schwule
LGBT Menschen oder halt eben auch fetisch menschen denunzieren willst dann
kannst du das dann findest du ja auch immer irgendwo welche
Sebastian
Ja, das brauche ich, dafür brauche ich aber kein CSD. Das können
die auch so.
Kalle Wahle
nicht ja
Sebastian
Da ist natürlich eine Kamera nicht weit, muss man ja auch mal sagen.
Kalle Wahle
wollte gerade sagen klar wenn ich mich zu hause an meinem laptop ärgern dann
brauche ich die Seite ja gar nicht aufmachen.
Sebastian
Ja, aber selbst bei diesen Menschen ist ja dann, die stehen dann da und sehen
das und selbst die kann man eventuell, auch wenn es dann vielleicht selten ist,
weil die Leute schon ihr Meinungsbild meinen, gefestigt zu haben, die kann man
vielleicht auch trotzdem nochmal positiv überraschen, wo die dann doch mal
sehen, ach guck an, die sind ja gar nicht so schlimm und so böse, sondern das
sind ja auch Menschen, die fröhlich sind und gerade wenn man dann seine Kinder
mit hinschleppt, um zu zeigen, wie schlimm das alles ist, die sehen da fröhliche
Menschen.
Kalle Wahle
Ja, natürlich.
Sebastian
Also was Besseres kann ja nicht passieren.
Kalle Wahle
Ja, ja, natürlich.
Also wir machen bei unserem CSD tatsächlich das Ende der Demo an unserer
Bühne vorbei. Das heißt also eine richtige, so ein Stückchen Parade ist es am
Ende, wo wir dann auch die Gruppen und Vereine vorstellen, stellen namentlich
und natürlich auch Politikerinnen und Politiker, die uns da begleiten. So und
wenn die Gruppe der Lederleute und der Puppies dann kommt, dann sage ich ganz
gerne von der Bühne, die wollen auch nur spielen. So und das ist ja auch die
Geschichte, die man als Eltern eigentlich dann seinen Kindern erzählen soll,
wenn dann mal so ein Puppy zu sehen ist. Mami, warum hat er denn so eine
Hundemaske an? Ja, der will nur spielen. Also ich habe tatsächlich Freunde im
Team,
Sebastian
ich glaube, das kann man,
Kalle Wahle
die da im Thema auch sind und die in Köln bei der Demo mitgelaufen sind, an der
Leine und was auch immer. Die haben sich also mit Claudia Roth fotografieren
lassen. Claudia Roth strahlt wie Bolle auf dem Milchwagen mit den Jungs. Und es
waren tatsächlich, also der Kamerad hat mir da auch erzählt, es waren Leute mit
Kindern, die sich mit dem Doggy fotografieren lassen wollten. Also es geht, wenn
man seine Kinder entsprechend aufklärt.
Sebastian
wenn man das tut und das ist halt eine Gelegenheit. Also ich empfinde das ja
selber als Gelegenheit. Guckt, da seht ihr was, ohne jetzt so viel von mir
verraten zu wollen.
Okay, jetzt hat ja Dan ein bisschen gesagt, da ist ja dieses vorauseilende,
jetzt werden wir ein bisschen brav, wir werden ein bisschen normativer, weil
dann haben wir weniger Probleme.
Ich schätze dich jetzt, vielleicht liegt es auch an der Stimme so ein bisschen
so ein, dass du eher sagst, nee, eigentlich voll drauf, das ist eine Demo und
die Grenzen, die wollen wir schon ein bisschen ausweiten. Oder täusche ich mich
da jetzt?
Kalle Wahle
doch.
Wenn die Menschen 1969 in der Christopher Street
nicht die Stirn gehabt hätten zu zeigen, so jetzt reicht uns das hier, jetzt
lassen wir uns nicht mehr in die Enge treiben, dann würden wir heute auch noch
noch so rumlaufen. Und dafür müssen wir den CSD machen. Den hat es ja auch schon
Dan gesagt, wir sind noch lange nicht angekommen. Wenn wir in Deutschland schon
heiraten dürfen und wenn wir jetzt den Kampf noch gewinnen, dass also das
Grundgesetz entsprechend geändert wird und dass halt eben die Co-Mutter auch als
Partnerin eingetragen wird. Warum müssen wir Formulare verändern, wenn da steht
Mutter und Vater? Dann streichen wir Vater durch und schreiben Co-Mutter darunter.
Dazu müssen wir keinen neuen Satz Formulare drucken, bin ich der Meinung. Das
heißt aber nicht, dass wir das nicht akzeptieren. Es wird gehen. Nur wenn wir
das noch erreicht haben, dann fangen wir an. Also wir haben in Düsseldorf das
große Glück, mit Moskau und Warschau zwei Partnerstädte zu haben, wo ganz viele
dicke Bretter noch gebohrt werden müssen. Dann geht es da weiter. Und wir haben
ja nun auch während der Fußball-EM gesehen, was hier für ein ein Palaver war,
weil Herr Orbán und die wundersame UEFA nicht wollten, dass die Münchner
Arena in Regenbogen leuchtet.
Sebastian
Ja, also vielleicht,
Kalle Wahle
Also wir haben schon noch Bretter zu bohren, in alle Richtungen natürlich, aber
ich bin da ganz klar einer derer, die auch im Verbund der CSDs
Deutschland ganz klar sagt, wo wir sind, ist vorne und da müssen wir weiter hin.
Und zum Thema Bremen würde ich gerne auch noch mal ganz
eindeutig betonen wollen, dass ich da niemandem unterstelle, dass er in böser
Absicht irgendwem aus der Community auf die Füße treten wollte.
Sebastian
bist du damit, das
Kalle Wahle
Ich unterstelle niemandem, dass er in böser Absicht kommt. So und da ist
wirklich, da ist wirklich zu viel an Wörtern überhaupt benutzt worden.
Sebastian
glaube ich auch nicht. Also,
achso, einfach kurz halten, so wie du, einfach offen halten, ein Satz und dann
reicht das. Man hat natürlich so eine gewisse Regelungswut, man möchte es
richtig machen, man wird im Zweifel in so ein Amt gewählt und jetzt muss man
dann gucken, was war alles, ist alles schief gegangen, dann hat man, wie gesagt,
diese Zwänge, dass man gucken muss. Und da
Kalle Wahle
haben ein Grundgesetz, da steht alles drin.
Sebastian
wird von dem Menschen gesprochen, Punkt, so einfach.
Kalle Wahle
Wir haben ein Grundgesetz.
Sebastian
Einfach.
Kalle Wahle
ja, da steht drin, dass du nicht nackig über die Straße laufen darfst oder den
anderen verprügeln darfst oder wie auch immer.
und klar, natürlich, ich habe jetzt tatsächlich mal kurz auch reingehört
in deinen Podcast von früher und ich habe natürlich auch Freundinnen und
Freunde, die in BDSM unterwegs sind, wo ich weiß, dass es da mit Schlägen
und mit Aua und mit Peitschen zu tun hat. Natürlich sage ich dann da auch, es
muss nicht in der Demo sein, dass da einer durchgepeitscht wird, so mitten auf
unserer Königsallee. Ist nicht nötig, aber ich denke, da ist die Szene auch
feinfühlig genug, dass die das nicht brauchen.
Sebastian
Ja, aber wenn jetzt da, ich sag mal, so ein BDSM-Verein zu dir kommt, ein
bisschen organisiert, die sagen, okay, wir wollen hier im Stand oder wir wollen
mitlaufen, sag uns mal, was sollten wir denn vielleicht lassen? Was sollten wir
unseren Teilnehmern sagen, wo vielleicht eine Grenze überschritten ist? Würdest
du da konkrete Anhaltspunkte geben oder würdest du das auch wieder mit den zwei
Sätzen dann abhaken und sagen, interpretiert das mal bitte selbst?
Kalle Wahle
würde vielleicht fragen, was wollt ihr denn?
Was schwebt dir denn vor, was du tun möchtest?
Sebastian
Achso, du willst Beispiele haben, okay. Okay,
Kalle Wahle
Ja, und dann kann ich sagen, lass das lieber, das kannst du immer noch machen.
Ich weiß zum Beispiel von einer Gruppierung, die gerne die Hosen runterlässt,
die sich in Berlin bei der CSD-Demo mitten auf dem Platz am
Kurfürstendamm nackig macht und dann mit Bodypainting bemalt. Die haben
tatsächlich die primären Geschlechtsmerkmale, freibaumelnd und laufen durch
die Demo. Wenn du das in Düsseldorf versuchen wolltest, würde ich sagen,
Sebastian, lieber nicht.
Sebastian
also ich
Kalle Wahle
Und dann würde ich fragen, warum bestehst du drauf? Verstehst du?
Sebastian
jetzt mal folgendes, ich frage jetzt einfach mal den Chat hier, wenn ihr jetzt
auf dem CSD seid, als BDSMer auch in der Gruppe, was würdet ihr gerne tun? Und
dann gucken wir mal, ob das in Düsseldorf möglich ist. Ich bin da selber zu
Ideenlos, gebe ich ja ehrlich zu, weil ich bin dann einfach gerne da und gucke
ganz gerne und lasse mir natürlich von dem Podcastsubbie dann mein Getränk
halten und dann steht sie da ganz lieb neben mir mit Halsband und vielleicht ist
da noch eine Leine dran, die so ein bisschen baumelt und die ich festhalte und
dann genieße ich das einfach und finde das einfach schön, dass sie das Getränk
da für mich hält und dass sie einfach für mich da ist und ganz lieb ist.
Kalle Wahle
ja,
Sebastian
Und das ist einfach, für mich ist das wunderschön.
Kalle Wahle
ja,
Sebastian
Es ist jetzt keine Handlung in dem Sinne, sondern das ist ein Anblick. Für mich
ein wunderschöner Anblick. Aber ich kann natürlich nicht sagen, wie du das zum
Beispiel sehen würdest, ob du dann gleich neben mir stehst und sagst, lass das.
Kalle Wahle
Da habe ich beim CSD sowieso keine Zeit zu. Da bin ich mit anderen Dingen
beschäftigt.
Sebastian
Ja, dann ist ja gut.
Kalle Wahle
Mit mir selbst und mit meinen Reden und mit meinem Politisieren.
Sebastian
Gut,
Kalle Wahle
Ich pflege da lieber unsere Gäste und Gästinnen. Ja,
Sebastian
das ist ja auch nochmal hintenrum so viel Arbeit, ne, dann hinter der Bühne und
auf der Bühne und ich weiß nicht, was da noch drumrum ist, ich will das ehrlich
gesagt gar nicht wissen, das muss ein Wahnsinnstag sein, ne, okay.
Kalle Wahle
Aber das ist schon reichlich, ja.
Also ich wäre in der Tat bereit, wenn jetzt die BDSM-Community
aus Deutschland in Düsseldorf zusammenkommen würde Mitte Oktober, so wir denn
den CSD tatsächlich noch machen können, wenn nicht die vierte oder fünfte
Mutante noch wieder um die Ecke kommt, kommt nach Düsseldorf und ihr dürft hier.
Wie gesagt, ihr müsst euch nicht mit 'nem Flogger auspeitschen, aber letztendlich,
mein Gott, Harness oder Halsband, mein Gott. Wem tut das weh?
Sebastian
Okay, pass auf, ich hab ein paar Beispiele bekommen. Ha, sehr gut.
Kalle Wahle
Ja.
Sebastian
Jetzt muss ich hier scrollen, das ist mal ganz fürchterlich, wenn der Chat hier
an mir so vorbeieilt. So, ich hab hier mal Plumbum zum Beispiel.
Hinter meinem Ponyhuman auf der Kutsche beim CSD mitfahren.
Ich weiß, in Hamburg geht das?
Okay, ja.
Kalle Wahle
In Köln geht's auch, bei uns geht das auch.
Sebastian
Wunderbar, super. Super, dann habe ich hier, okay, Kailin, ich würde gern in
Latex bekleidet von meinem Partner angeleint über den CSD laufen.
Kalle Wahle
Die wollen nur spielen.
Haben wir schon gehabt, alles gut.
Sebastian
Wunderbar, so und dann habe ich noch Nadja T.
Kalle Wahle
Her mit euch.
Sebastian
Ja, ich habe gar nicht mehr so viele, glaube ich. Mal gucken, wenn ich gleich
runterscrolle, wird es mehr. Im abgeschlossenen Sissy-Kleid, Halsband, Leine,
Knebel, Handschellen. Da drüber laufen.
Kalle Wahle
Du, wenn's Spaß macht, Wie gesagt, es wird kein Polizist in Düsseldorf sagen,
nimm den Knebel jetzt raus, das passt nicht zum Sissy-Kleid oder wie auch immer.
Ich kann es mir nicht vorstellen, dass unsere Polizei da jemanden ausschließen
würde.
Sebastian
Okay, da habe ich aber dann die Polizei als die Instanz. Aber es kann ja auch
sein, dass die Gruppen untereinander dann sagen, Moment, das geht jetzt hier
aber nicht mit Knebel hier rumlaufen. Das sabbert auch noch jemand, das ist noch
unhygienisch und das ist nicht stilvoll.
Kalle Wahle
wie gesagt,
hatte ich schon, dass man gesagt hat, aber bitte nicht jetzt genau hinter den
Mamis mit den Kinderwagen. Dann habe ich dann tatsächlich die Lederleute
an eine andere Position gesetzt in der Demo. Also muss ja nicht sein. Hat also,
weiß ich nicht, damals einer nicht aufgepasst.
Aber es geht.
Ich bin da auch bereit zu diskutieren. Und wie gesagt, wenn ihr reden wollt,
dann redet miteinander.
Beschimpft mich nicht, dass ich niemanden nach Hause schicke.
Sebastian
Okay, aber das ist ja, ja ganz ehrlich, wenn das jetzt die Ideen sind, also ich
habe jetzt nichts Dramatisches gefunden. Hier von Jasmin habe ich noch einen.
Ich würde gerne mein Halsband tragen und würde offen trans auftreten, also
durchaus mit Flagge, weil da sind noch mehr politische Kämpfe für mich.
Kalle Wahle
Ja. Ja.
Sebastian
Also ich merke, ich kriege dich nicht aus der Ruhe.
Kalle Wahle
klar, natürlich.
Sebastian
Also was soll...
Kalle Wahle
Nee, du kriegst mich nicht aus der Ruhe.
Sebastian
Okay,
Kalle Wahle
Das ist vielleicht die Lebenserfahrung oder die Gelassenheit des Alters. Ich bin
da auch bereit, Ende Oktober mit dem CSD Deutschland, mit den Kolleginnen und
Kollegen, wir haben ja mittlerweile 60 CSDs im Lande, bin ich auch bereit, das
mal zu diskutieren. Kann ja sein, dass der eine oder andere da sagt, bist du
eigentlich bescheuert, wie kannst du sowas sagen, mach das in Düsseldorf, aber
das kannst du doch nicht auf Deutschland verallgemeinern. Aber wir reden ja hier
in der Tat heute Abend nur über meine Meinung und über Düsseldorf. Aber so ich
weiß, ist das bei den großen CSDs alle nicht wirklich ein Thema.
Sebastian
einen habe ich noch und ich sage erst hinterher, von wem es ist.
Entschuldigung. Ein, na, jetzt scrollt es wieder weg, ein Analplug mit Tail
tragen und Harness.
Kalle Wahle
Ich lese es gerade, denn jetzt will er
mich herausfordern, der Bursche.
Sebastian
Ach, du hast, ja, natürlich, das kommt von denen.
will er es wissen, ne, also nur mit Schritt bedeckt und hinten arschfrei außer
Plug und Harness. So, kriegt er dich damit. Damit.
Kalle Wahle
ich weiß es nicht. Ich kann es dir nicht sagen. Wenn er vor mir
steht, würde ich dann sagen, er meint es wäre nötig. Aber wenn er Spaß dran hat
und es sich kein anderer drüber aufregt, dann bitte.
Sebastian
Okay, also haben wir ein Experiment in Düsseldorf.
Kalle Wahle
Ich kontrolliere nicht jede und jeden, der jetzt da zu der Aufstellung kommt. Da
habe ich keine Zeit und keinen Bock zu. Ich freue mich, wenn mir tatsächlich
Politikerinnen und Politiker aus allen Fraktionen im Bundestag die
Aufwartung machen und uns die Wertschätzung entgegenbringen. Dann muss ich jetzt
nicht da 3000 Leute kontrollieren und gucken, ob die alle eine Hose anhaben
oder irgendwo was stecken haben oder was auch immer.
Sebastian
Ja, wobei, wo du mit den Politikern, da habe ich vielleicht doch nochmal so eine
Frage.
Kalle Wahle
Ja,
Sebastian
Also die kommen ja alle. Will man die vielleicht auch so ein bisschen, ich sag
mal, schocken oder kommen sie von allen Parteien eigentlich? Also sind da
wirklich alle Parteien dabei?
Kalle Wahle
kommen von allen Parteien bis auf die, die sich im Blau tarnen, die will ich
nicht sehen.
Sebastian
Okay, also die willst du nicht sehen. Das hätte mich jetzt interessiert, ob die
eventuell auch dabei sind.
Kalle Wahle
Die stehen nicht auf meiner Gästeliste. Natürlich nein. Nein, ich
weiß nicht, ob Jacques Tilly ein Begriff ist, allseits rundherum. Das
ist der, der am Rosenmontag unsere politischen Karnevalswagen
macht. Der geht durch alle Welt, der Bursche, weil er haut auf die Kirche und er
haut den Politikern. Und natürlich auch wunderbar die
AfD-Geschichte, also wir tarnen uns als der
Wolf im Schafspelz und solche Sachen. Möglicherweise bekomme ich tatsächlich
auch für unseren CSD diese politischen Wagen noch wieder ausgeliehen, um einfach
zu zeigen, was wir von dieser blauen Partei halten. Nein, nein, nein, die wollen
wir gar nicht haben. Die wollen ja genau uns
einschränken und uns gar nicht haben und wie auch immer.
Sebastian
jetzt ist damit auch die Frage von Jasmin quasi direkt beantwortet.
Kalle Wahle
Ne, ne, ne, die nicht.
Ja, was wollte sie?
Sebastian
Es ist aber auch, ich lese es nochmal vor, sind der
PolitikerInnen willkommen, die gegen Rechte von queeren Menschen stimmen, also
Teilnehmende, nicht nur als Zuschauende.
Kalle Wahle
ich jetzt nicht mitgelesen.
Nein, natürlich nicht.
Natürlich nicht.
Sebastian
ich hätte gerade gesagt, die erst recht und auf dem Thron, auf der Bühne und
alle schauen drauf und die kommen da nicht weg, weil das sähe komisch aus.
Kalle Wahle
Die sollen bloß wegbleiben.
Sebastian
So, ich
Kalle Wahle
Nein, wir haben tatsächlich da natürlich auch mit dem CSD Deutschland drüber
diskutiert. Was tun wir, wenn sie sich anmelden wollen? Rein theoretisch können
wir Ihnen nicht verbieten, mitzudemonstrieren. Die Kölner haben gesagt, wir
setzen Drag-Queens drumherum und lassen Samba tanzen, was das Zeug hält. Ich
habe gesagt, wir nehmen einen bösen Wagen, den bösesten Wagen von Jacques Tilly
und dahinter dürfen Sie herlaufen.
Sebastian
finde die Bösartigkeit toll an der Stelle.
Kalle Wahle
Ganz böse, ganz, ganz
Ja, ne?
Sebastian
Ich muss mich ja auch ein bisschen politisch positionieren, das mache ich ja
sonst
Kalle Wahle
Ja, ich kann das.
Ich kann das.
nein, aber alle anderen Parteien, denen unterstelle ich auch alle, dass sie
gerne nur in den Bundestag gewählt werden wollen. Aber wir haben da schon
einige, die doch für uns eine Menge tun. Also wir sind da politisch in
Düsseldorf ganz gut dabei.
Sebastian
sind ja auch dann die Mehrheiten, oh,
Kalle Wahle
Wir dürfen unser Backstage übrigens auch im Garten des Landtags machen. Da
kriegen wir einen Schlüssel sogar dafür.
Sebastian
ja sehr cool. Ja, ganz ehrlich, die Mehrheiten für die notwendigen
Gesetzesänderungen, die sind ja nicht anders zu erklären, als dass eben dann
doch Politiker auch dann irgendwo mal dafür gestimmt haben. Also anders, es
hängt ja dann doch irgendwie zusammen.
Kalle Wahle
Ja, natürlich.
Sebastian
Ich schaue auf die Uhr und die sagt mir, um Himmels Willen damit ich das auf
keinen Fall vergesse, weil das ist mir jetzt ein Anliegen
Du als Person hast dir heute zwei Marker gesetzt nämlich der erste du bist
der bislang älteste Teilnehmer hier bei der Kunst der Unvernunft
und der am wenigsten BDSM-ige Mensch, mit dem ich ja auch bisher gesprochen habe
und Und, ne, ich will dich nicht bekehren, aber pass auf, ich werde dir jetzt
einfach ein Statement unterschieben.
Kalle Wahle
mich jetzt bekehren? Willst mich einladen zu irgendwas?
Überzeugen.
Ja.
Sebastian
Es gibt nämlich, ich habe hier so eine Kleinigkeit, so ein kleines Geschenk für
alle Menschen, die mitmachen, normalerweise in normalen Folgen, nämlich so einen
wunderbaren Kaffeebecher.
Und aus genannten Gründen würde ich dir einfach gerne mal ein kleines Päckchen
schicken wollen. Und dann hast du einen Kaffeebecher, auf dem BDSM draufsteht.
Wie wäre es damit?
Kalle Wahle
Okay. Aber ich dachte, da steht Unvernunft drauf.
Sebastian
Das steht vorne, die Rückseite ist immer das Spannende, ne?
Kalle Wahle
Das ist gut.
Sebastian
Ne?
Kalle Wahle
Also Unvernunft wird mir richtig gut gefallen. Ja.
Sebastian
sehr gut. Dann mache ich das fertig.
Kalle Wahle
vernünftig werden kann ich doch noch, wenn ich irgendwann mal im Heim bin, oder?
Nee, dann auch nicht.
Sebastian
Ach, ich glaube, du machst so lang Karacho, bis du irgendwann umkippst und den
Schritt über kannst du gleich überspringen.
Kalle Wahle
Dann auch nicht.
Sebastian
Ich habe es schon gesagt.
Kalle Wahle
gib mir Mühe, ja.
Sebastian
Also, die Webseite von dir werde ich dann auch nochmal in den Shownotes
verlinken. Liebes Publikum, ihr werdet überrascht sein, was das für ein agiler
Mensch ist.
Kalle Wahle
Ja.
Sebastian
Es ist unfassbar. Also, ich bin jetzt schon neidisch. Naja.
Kalle Wahle
Ja gut, ne? Die Gene oder der bekloppte Rheinländer-Kopf oder was auch immer,
ist egal.
Ganz viele verrückte Freundinnen und Freunde, die mich geprägt haben. Es prägt
sich ja kein Mensch irgendwie alleine. Man wird ja doch immer irgendwie ein
Produkt seiner Umwelt, seiner Erziehung und wie auch immer.
Sebastian
sag mal, bunt hält jung und das nicht nur im Kopf offenbar, ne?
Kalle Wahle
Natürlich, natürlich, klar.
Sebastian
Wahnsinn. Kalle.
Kalle Wahle
Ja, also ich freue mich, dass ich meine Meinung sagen konnte und durfte.
Sebastian
Ja,
Kalle Wahle
Ich hoffe, dass ich nicht dem einen oder anderen doch vielleicht auf die Füße
getreten habe. Aber man kann mich sehr, sehr gerne anschreiben. Mein Name steht
an jeder Toilettentür, sage ich immer so schön, bei Facebook und wo auch immer,
bin ich zu finden. Man kann gerne nochmal nachfragen, wie ich das gemeint habe.
Ich bin der Meinung, man kann über alles reden. Und ja, beim CSD in Düsseldorf,
wie gesagt, Mitte Oktober, 15. bis 17. Oktober versuchen wir es hinzukriegen.
Und dann sind alle, die gedarbt haben und dieses Jahr noch keinen CSD hatten,
herzlich eingeladen. Düsseldorf ist immer eine Reise wert.
Sebastian
definitiv. Und ganz ehrlich, es hat mir jetzt gerade richtig, richtig Spaß
gemacht. Vielen, vielen Dank. Wir könnten noch ewig weiter diskutieren, weil das
Thema ist noch nicht rum.
Kalle Wahle
Ja, klar.
Sebastian
Ich werde das heute jetzt so komprimiert wie möglich irgendwie
zusammenquetschen. Das tut mir auch ein bisschen leid, aber eigentlich müsste
man nochmal 15 Stunden am Stück und selbst dann ist man nicht fertig. Aber
vielen, vielen Dank, dass du spontan heute gesagt hast, machst mit. Danke dir.
Kalle Wahle
sehr gerne. Und wenn ich nach Hannover komme, dann trinken wir dann da auch ein
Bier zusammen, auch wenn ihr da kein Altbier habt.
Sebastian
wir
Kalle Wahle
Geht.
Sebastian
Alternativen. Wir kriegen das hin.
Kalle Wahle
Okay.
Sebastian
Wenn du da bist, sag Bescheid, dann sind wir 20 Minuten später bei dir.
Kalle Wahle
Auf jeden Fall.
Sebastian
Alles klar.
Kalle Wahle
Okay, okay.
Sebastian
Mach's gut, schönen Abend dir, tschüss.
Kalle Wahle
Alles klar. Dann Gruß in die Runde und tschüss zusammen.
Sebastian
Tschüss.
Kalle Wahle
Willkommen in Düsseldorf. Tschö.
Sebastian
Tschüss.
Ihr habt es gehört. Alle nach Düsseldorf.
Ja, das war Kalle. Ich fand das toll. Und ja,
was haben wir gesagt in die Uhr? Um Gottes Willen. Naja, es wird heute ein
bisschen länger. Ich hoffe, ihr müsst alle morgen nicht arbeiten. Und ich habe
ja noch einen Gast. Ich merke gerade nur Jungs heute. So ist das. Ich sage das
jetzt aber auch nochmal, lieber Bremer CSD, vielleicht mögt ihr ja doch auch
selber was sagen. Nach meinem nächsten Gast mache ich ja hier das Telefon
nochmal an, das wird dann zwar schon sehr spät sein, aber wenn ihr mögt, spontan
anrufen und dann reden wir einfach. Ich beiße nicht wirklich, das machen nur
diese ganzen bösen Puppy-Menschen. Und jetzt wähle ich einfach mal, ihr kriegt
kurz Musik, bin gleich wieder da.
So, ich habe mitgebracht. PubThaly, hallo.
PubThaly
Hallo.
Sebastian
So, damit ist das Thema schon geklärt. Ich stelle dich noch ein bisschen lauter.
Und ja, wir haben auch schon vorab miteinander gesprochen. Ich soll sagen, du
bist Schärpenbewahrer des Puppy Play 2019 Titels.
PubThaly
Puppy Germany, genau, ja.
Sebastian
Puppy Germany.
Okay. Okay. So. Jetzt hast du ja auch in dem hier in dem Artikel
von queer.de, da hast du dich ja auch eingelassen. Ich gebe zu, ich habe
vergessen zu notieren, was genau du dazu beigetragen hast.
Vielleicht kannst du mir ja ein bisschen helfen und vielleicht mal zwei, drei
Worte zu dir überhaupt mal sagen, dass man überhaupt weiß, wer du bist.
PubThaly
Ja, ich bin der Joshua oder PubThaly, komme aus Köln,
bin derzeit übrigens auch in Hannover auf einem Lehrgang, also bin Soldat hier
auf einem Lehrgang in Hannover, deswegen auch nicht weit weg von dir
tatsächlich.
Ja und ich habe seit meiner Wahl zu Puppy Germany 2019
als Titelträger in der Fetisch-Community halt ja schon ganz ganz viele
CSDs mitgelaufen und habe auch schon
2019 mit dem CSD Bremen halt ja
ungewollt Verbindung aufnehmen müssen und halt auch ein bisschen diskutieren
müssen.
was sich ja dann auch in dem jetzt in dem queer-Artikel, queer.de hat ja ein
bisschen darüber berichtet, dass wir uns jetzt halt als Titelträger sehr über
dieses,
sagen wir tatsächlich Fetischverbot, weil was anderes war das eigentlich nicht,
die Darstellung von Fetischen, jetzt haben sie es geändert, die Darstellung von
sexuellen Handlungen, was eigentlich auch eine Farce ist, ja, so
darzustellen ist halt irgendwie für einen CSD das gebührt einem Verein, der
eine solche Demonstration anmeldet, einfach nicht sowas zu schreiben.
Sebastian
Ja, gut, jetzt haben sie es ja geschrieben und das ist ja auch schon ein paar
Tage her, dass sie es geschrieben haben, irgendwie November, wenn ich das
richtig im Kopf habe, und es ist einfach keinem aufgefallen.
PubThaly
Ja,
Sebastian
Weiß man mal, wie solche Dokumente gelesen werden.
PubThaly
Die CSD-Saison ist ja jetzt dann gerade erst
angefangen, so richtig nachdem die Lockdown-Lockerungen gekommen sind und
irgendwie doch dann wieder was möglich war und somit haben die die menschen die
sich für die CSDs überhaupt interessieren also eigentlich sollte es jeden
interessieren aber die die tatsächlich sich mit den CSDs auseinandersetzen und
sagen okay was sind die Ziele bei dem und dem CSD können wir da eventuell noch
mal ein bisschen was unterstützen können wir da noch was fahren, passt eventuell
da sogar das Motto etc., können wir das auf unsere
Plakate drucken und und und. Also all diese Dinge, die sind ja jetzt dann erst
in diesen Vorbereitungsphasen, bevor man zum CSD fährt, in Gang
gekommen und somit ist es dann halt auch jetzt in Vorbereitung auf den CSD
Bremen im August halt dann gekommen, also dass das dann aufgefallen war.
Sebastian
Ja, das heißt, ich kenne ja diese Vorbereitung nicht. Man geht ja nicht
einfach spontan hin, Maske auf, mitlaufen, fertig. So einfach ist es dann ja
nicht. Das heißt, du sprichst mit den Veranstaltern und sagst, wir würden gerne
dies und jenes tun. Und dann sagen die, ja klar, oder macht es lieber so oder in
diesem Fall vielleicht sogar bleibt weg. Also was kommt da?
PubThaly
Naja, Ja, also 2019 war es ja tatsächlich die
Anmeldung, man meldet halt ganz normal eine Gruppe für den CSD an,
Fußgruppen oder halt ein LKW, je nachdem, wie man dann halt teilnehmen möchte
an diesem CSD und dann bekommt man ja die Richtlinien. Also uns
als Puppies wurde halt 2019 ans Herz
gelegt, beziehungsweise verboten, dass wir an Leinen geführt werden,
werden halt allgemein oder auf allen Vieren laufen.
Weil, wie Sie es jetzt ja auch reingeschrieben haben, diese Freiwilligkeit,
diese Handlung wäre für den Zuschauer nicht ersichtlich.
Und da, klar, wenn man dann halt als gewählter Vertreter einer Community wie die
Puppies oder halt, ich verstehe das dann eher als
Fetisch, wir sind nun mal ein Fetisch, eine große
Fetisch-Community und da zähle ich auch die BDSM'er dazu. Also BDSM ist
ja auch ein Fetisch. Also wenn du sagst, Es törnt dich
sexuell oder geistig irgendwo an, es
erregt dich, wenn du einen Knebel im Mund hast. Das hatten wir
jetzt irgendwo im Chat heute auch schon gehabt. Dann ist es ja eine Art
von Fetisch, weil ein Fetisch ist halt einfach nur das, was dich wirklich
reizt. Und das ist ja auch gut so. Und das ist noch nicht so
wieder, weil früher war es ja so, dass es eigentlich ziemlich offen gelebt
werden konnte. Ich sage jetzt mal in grauer Vorzeit bei den Römern in der
Antike, wo sowas halt einfach ganz normal war. Und ich denke,
das ist genau die Basis auf dem CSD, dass genau
diese Ziele auch definiert werden sollten und gezeigt werden sollten, dass wir
da halt wieder offener in der Gesellschaft werden.
Sebastian
Ja, aber was machst du denn, wenn du sagst, okay, wir wollen dies und das und
jenes machen und dann sagt man dir, lass das mal lieber. Also ich nehme jetzt
mal einen Extremfall, also mit der Leine, das sollten wir vielleicht mal lassen
und die Masken sind jetzt vielleicht auch nicht so gut und ja, zieht euch doch
einfach nur einen Pulli an und eine Jeans und dann lauft ihr halt mit, dann ist
das schon gerade so okay. Das musst du doch persönlich nehmen. Ja,
PubThaly
ich nehme das dann auch ziemlich persönlich, weil ich dann auch einfach sage,
du, worüber definiert sich meine Persönlichkeit
oder das, was ich jetzt hier quasi darstellen möchte, was ich, wo ich aufklären
möchte, worüber ich aufklären möchte, deswegen ist auch dieses Maskenverbot, was
mal in Essen gewesen ist oder in Aachen, von den Puppies,
wo man, wo die Puppies ihre Masken abnehmen mussten, wir hatten es jetzt glaube
ich in Lübeck, wo alle Puppies zuvor ihre Identitäten bei der Polizei
quasi, also Maske ab, Identität wegen dem Vermummungsverbot,
das hatten wir ja auch schon, und das nehme ich natürlich dann relativ
persönlich, weil das ist ja genau das, was mich ja ausmacht und weswegen ich
auch da bin. Ich möchte ja quasi zeigen, hey, Leute, ich bin zwar jetzt gerade
hier nicht in Köln, weil in Köln kann ich tatsächlich oder Berlin, da laufe ich
halt mit der Maske einfach so rum, weil das einfach
für mein Leben einfach irgendwie, das stört mich nicht mehr in meinem
Alltagsleben.
Sebastian
ich hätte vielleicht sogar auch den Kunstgriff gewagt und hätte gesagt, nee, das
ist Kunst. So, damit ist es erlaubt. Naja, ja,
sollte erstmal jemand diese Argumentation vor Gericht einkassieren.
Ähm, es ist,
PubThaly
da bringst du auch da bringst du eigentlich auch den rechtlichen rahmen wo ich
auch dann einfach sage liebe liebe leute überall da überall das was ich im
alltag machen darf deswegen da bin ich ja zum beispiel jetzt auch bei diesen
Plugtail dieses Thema hatten wir ja gerade auch Plugtail
Sebastian
Plugtail kurz erklären, ähm, ist halt, ist halt der Schwanz, so ein schönes
buschiges Teil meistens, was halt im Popo steckt, also der Plugteil davon, im
Grunde siehst du es ja gar nicht. Richtig.
PubThaly
Das ist korrekt, aber ich sage, das hatte ich, glaube ich, auch schon mal im
Vorgespräch gesagt, wenn ich diese Gruppen organisiert habe, dann habe ich
für den Veranstalter auch darauf geachtet, dass das nicht stattfindet. Und wir
haben dann auch schon Leute auf die Toiletten geschickt. Weil ich für meinen
Teil sage, auch auf einem CSD bewegen wir uns in einem
Rechtsraum. Und das ist der Rechtsraum unserer Bundesrepublik und dort sind
halt im Strafgesetzbuch, nicht gerade im Grundgesetz, steht die sexuelle
Selbstbestimmung ja nicht drin, sondern sie steht nicht wirklich drin, nur die
Diskriminierung, also da sind wir ja jetzt im Moment auch dran, dass das mit
aufgenommen wird, aber im Strafgesetz steht es drin. Und da steht auch ganz
genau drin, was du darfst und was du nicht machst und was ist eine
Ordnungswidrigkeit. Und ich denke einfach, all das, was du machen kannst, wo du
jetzt sagst, da stört sich jetzt keiner dran. Wenn in Berlin sich
Menschen nackig machen und da Bodypainting betreiben und da
ist keiner, der auf denjenigen zeigt und sagt, lieber Herr Wachtmeister, ich
würde gerne jetzt eine,
ich fühle mich von diesen Menschen öffentlich erregt, dann ist das Erregung
öffentlichen Ärgernisses und dann würde der Wachtmeister, vermutlich, ich weiß
nicht, ob er es in Berlin machen würde, weil da halt das doch ein bisschen
freier ist, aber rein vom Gesetz her könnte der Polizist diese Anzeige
aufnehmen.
Sebastian
Gut, aber das ist ja dann der Punkt, es stört jemanden, also jemand fühlt sich
belästigt und deshalb ist es nicht in Ordnung. Jetzt, wenn ich aber den CSD
nehme, die Menschen, die drumrum stehen und sagen, es stört mich, wenn Männer
mit Männern, dann ist es dadurch ja trotzdem nicht ein Problem.
PubThaly
aber, nee, nein, nein, nein,
Sebastian
Und selbst damals stand es noch im Gesetz.
PubThaly
aber das Plugtail, das Plugtail ist ja nun mal so dieses,
also da sage ich ganz einfach, das ist ja nun mal, Und man zeigt, das ist
ja genauso wie Chaps, man zeigt dort seinen Arsch. Also das
ist schon, also für mich, sag ich jetzt mal, dass wir uns zeigen
und alles cool. Ich sag auch, man kann ja ein Plugtail tragen, wenn du eine
Rubber- oder eine Zipperhose darüber hast und der
Gummischwanz schaut nur hinten raus. dann kannst du ja auch mit einem Plugtail
rumrennen. Jeder wird sich denken, ist der jetzt drin? Ist er nicht drin? Man
weiß es nicht.
Aber ich weiß nicht, das ist für mich so dieses...
Klar, damals war auch Homosexualität verboten und die Leute sind
auf die Straße gegangen. Aber es war gesetzlich verboten.
Aber es war ja nicht so, dass man jetzt sagen würde, also jeder hat ja gewusst,
Also die Lederkerle, diese Lederclubs, jeder hat ja gewusst, dass das
kein normaler Motorradclub war.
Also es war ja gesellschaftlich auch so ein bisschen, es war halt diese Tarnung
der Clubs, um da halt einfach im Verborgenen dann halt das so
durchzuführen.
Aber ich denke, dieses bunte Treiben, dieses Aufklären kann man
wirklich am besten, wenn man da dann halt auch zeigt, hey, wir
leben halt ein bisschen anders als die Heteronormativität. Ja, ich und meine
Worte, Heuwegelchen.
Sebastian
es ist normativ, es ist naiv quasi, fass mich drin.
PubThaly
Ja, ja.
Sebastian
Du, ich will dir gar nicht widersprechen. Ich mag nur so ein bisschen gucken, wo
kommt diese Grenze her. Ich kann das total nachvollziehen. Das ist, glaube ich,
alles auch theoretisch bunt und schön, aber wenn der Plug dann rausfällt, dann
wird es irgendwann komisch. Also das ist ja eine Kategorie ungewollt. oder
man möchte ja auch mit Menschen ins Gespräch kommen können und das will man sich
ja nicht ganz verbauen.
PubThaly
Ja, und wir wollen ja natürlich auch nicht, dass da auf der Straße irgendwo
rumgefögelt wird und so. Das wollen wir ja auch nicht. Das ist ja auch nicht der
Sinn eines CSDs.
In CSD, gerade die Paraden haben politische Ziele,
die dahinterstehen. Deswegen finde ich das auch ganz, ganz wichtig, dass auch
gerade, wenn ich hier so den Chat auch mitverfolgt habe, wenn
es in unserer Gesellschaft noch ein Problem ist als BDSM-er, irgendwie sich zu
outen und dieses Outing auch an der Arbeitsstelle, wenn das ein Problem ist. Ich
bin Soldat, ich habe natürlich auch Riesenprobleme mit Outing gehabt
in meiner Anfangszeit. Das ist halt immer noch ein großes Problem. Das ist ein
gesellschaftliches Problem, das ist ein politisches Problem und da müssen wir
einfach ran. Nur wenn man, wenn man so wie der CSD Bremen es tut, für
sich so einen Regelkatalog, ich meine, also das ist ja ein Grundsatzkatalog, der
da aufgestellt worden ist, sich dann so öffentlich als, also ich
bin da immer noch einfach so extrem drüber geschockt über dieses, also was
einmal schwarz auf weiß irgendwo gestanden hat, kriegt man nicht wieder weg.
weg. Das ist so.
Sebastian
Ja vor allem ist es viel Angriffsfläche dadurch innerhalb der Community, aber
jetzt hat man doch eine Lösung gefunden. Jetzt sagt man ja die Sexualität
klammern wir jetzt aus. Also man hat jetzt Begriffe ersetzt. Und jetzt muss ich
mal,
PubThaly
stellt sich hin und sagt, das war ein Missverständnis, wir wollten ja
nur die Sexualität, weil die Fetischleute ja halt immer Sex darstellen. Also so
kommt es halt rüber. Und da ist dann natürlich klar, dass da dann natürlich, ey,
hallo, stopp, nur weil jemand in Fetisch auf dem CSD geht, stellt er ja keine
Sexualität dar.
Sebastian
wobei beim Fetisch ist immer das Problem so, die Grunddefinition vom Fetisch ist
ja, dass ich etwas habe, ein Ding Oder erst mal ein Gegenstand, wenn ich die
alte Definition nehme und sage, okay, das ist etwas, was mich sexuell erregt.
Das heißt, ich kann diese Änderung beinhaltet ja dann jetzt anders formuliert,
ja, fetisch geht auch nicht, weil wenn es dich sexuell erregt, dann ist es quasi
per se immer noch raus jetzt. So lese ich das, deshalb bin ich da ein bisschen
unzufrieden mit.
Ich weiß auch nicht, was gegen Sexualität spricht. Also ich muss sie nicht offen
zur Schau stellen im Sinne von, ich ficke jetzt irgendwie, aber Sexualität ist
doch was Schönes um Himmels Willen. Warum muss ich die denn jetzt ausklammern?
PubThaly
also es geht ja dann eher so um die sexuellen Darstellungen, also ich
finde auch, also dann müsste ja jede Dragqueen oder jede Schwester der
perpetuellen Indulgenz, die irgendwo einen Dildo auf ihren
Mützen oder irgendwo da mit drin haben oder ein
Pimmelchenbild, Bild, ja, es gibt ja hier auch dieses Cockheart, diese T-Shirt,
das wäre dann ja eigentlich alles verboten. Also wenn man das wirklich streng
durchsetzen würde. Deswegen, ich bin da, das ist alles so unglücklich
formuliert, Kalle hat es ja auch schon erwähnt, es ist einfach too much, es ist
drüber. Wirklich, es ist drüber und ich finde es auch sehr, sehr schade, dass
man da nicht mit dir oder mit Leuten, die sich engagiert, ich meine, das hat ja
wirklich einen Shitstorm ausgelöst letztes Wochenende, dass keiner der
Verantwortlichen einfach mal irgendwie hingegangen ist und gesagt hat, Leute,
wir reden jetzt mal mit euch. Wie können wir das denn jetzt mal, weil ich weiß,
wie es gewesen ist 2019, als ich mit den Verantwortlichen gesprochen habe und
diskutiert habe.
Das ist viel Unwissen, das ist viel wie Kalle Oder ich weiß nicht was, denn
dieses Denken, Fetischleute sind alte,
rauchende, trinkende, also Zigarrenrauchende, Ledermänner, Ledermenschen, der
schwarze Block, wie ich das jetzt schon hören muss.
Sebastian
Das war nur ein Wortspiel um Himmels Willen. Ich habe das im Chat eben schon
gesehen, wo ich dachte, um Himmels Willen, was habe ich denn da wieder gesagt?
PubThaly
Ja, ja,
Sebastian
Das war nicht ganz so, es war bildlich gemeint um Himmels Willen.
PubThaly
gerade, also ich finde immer, gerade
wenn wir unsere Drag Queens, ich habe ja auch dieses Kommentar gebracht, jetzt
dieses Jahr sind es die Fetischleute, die unerwünscht sind, nächstes Jahr sind
es dann die Drag Queens, die unerwünscht sind, weil sie nicht dem, der diesen,
ich sage jetzt mal normalen, Ich meine, was ist normal? Aber diesem
Bild entspricht, wie sich ein Fischkopf, wie sie
selber sagen, die Bremer bezeichnen sich als Fischköpfe, sich
einen normalen Menschen vorstellt. Wenn ich so nicht auf den CSD gehe, dann bin
ich unerwünscht. So klingt das Ganze. So kommt das ein bisschen rüber und
deswegen finde ich das Ganze halt sehr, sehr, sehr unschön.
Sebastian
Ja, also es ist natürlich so eine Frage, also ich nehme jetzt einfach mal die
andere Position ein, dieses du engagierst dich ehrenamtlich, du setzt dich
dahin, du versuchst alles richtig zu machen, du kriegst Druck von allen
möglichen Seiten.
PubThaly
Ja, also
Sebastian
Alle möglichen Seiten haben Bedürfnisse und wollen was und die sagen, wir wollen
das, wir wollen das, die anderen sagen, wir wollen aber nicht das und das darf
bitte auch nicht. Und jetzt sitzt du dann da mit deiner knappen Zeit neben Job
und Familie und ich weiß nicht was und sollst es unter einen Hut kriegen.
liegen, dieser Shitstorm, also ich kann den total nachvollziehen, weil
auch gerade wie Queer.de das aufbereitet hat, das ist natürlich schon eine
ordentliche Botschaft, gerade die Überschrift, auf der einen Seite, auf der
anderen Seite stelle ich mir jetzt den Menschen vor, der jetzt plötzlich Druck
kriegt, so richtig aus der Community, ihr habt richtig Mist gebaut und ich,
ehrlich gesagt, ich weiß auch nicht, ich bin selber nicht der Typ dafür, Man
würde auch sagen, ey, Alter, wenn es euch nicht passt, dann macht euren Scheiß
doch alleine. Also immer unter der Maßgabe, das sind keine Leute, deren Arbeit
oder Job das ist, sondern sie haben dieses Amt übernommen und ich unterstelle,
sie geben sich Mühe und haben jetzt einfach mal voll daneben getroffen. Das
passiert, passiert mir auch im Podcast.
PubThaly
ja auch das passiert. Alles Menschen, alles Menschen.
Sebastian
Und jetzt,
PubThaly
Aber dann doch einfach Kopf unter dem Arm und sagen, Entschuldigung Leute, so
haben wir das nicht gemeint. Wir nehmen den Passus raus und gut ist. Dann wäre,
ich glaube, dann wäre das alles einfach innerhalb von zwei Tagen gegessen
gewesen. Man hätte sich aufgeregt. Der Queer.de hätte wahrscheinlich dann auch
noch mal geschrieben, Ja, das Fetischverbot war ein Missverständnis oder
irgendwie sowas. Ich glaube, dann wäre das alles im Sande verlaufen. Aber
dieses, also wie das dann halt weitergegangen ist, dann einfach zu sagen, okay,
wir ändern das jetzt Fetisch in Sex und das war halt irgendwo nicht
mehr lustig. Das ist auch einfach dann nicht mehr tragbar, weil keiner redet mit
einem. Wenn du dieser Welle ein Shitstorm
dir entgegenfliegt, ich meine, ich kenne das selber, also auch als
Titelträger, man kann es ja nicht jedem recht machen und dementsprechend ist
es auch so, jegliche Handlung, die du öffentlich in einem
Amt irgendwo machst, fällt ja auf dich zurück. Und dann sind
da nun mal auch welche und dann kann eine bestimmte Handlung nun mal auch mal
ein Shitstorm irgendwie auslösen und dann gehst du ja hin, also ich bin dann
eher so der Mensch, ich gehe in die Kommunikation, ich gehe in die Diskussion
und klar, ich vertrete meine Meinung. Ich bin aber zum Beispiel ja auch, ich
weiß nicht, das kennt von den BDSMern, kennen das
höchstens wahrscheinlich, wenn man von Dogplay und Pupplay und gibt es da
Unterschiede und wie und diese Diskussion, die ist ja schon leidig. Also ich
habe als Doggy ja damals als Dog-Slave mal angefangen und bin jetzt ja eher so
richtig liebevoller Papi.
Und ich finde immer, man kann doch da diskutieren und man kann miteinander reden
und nicht so gegeneinander. Und klar, so ein Shitstorm, der dann losgeht in den
sozialen Medien, der sorgt natürlich dafür, dass ich erstmal scheiße
konfrontiere. Und ist dann der richtige Weg Konfrontation? Weiß ich nicht. Das
ist für mich so das...
Sebastian
ich sag mal, mein persönliches Gefühl ist so ein bisschen, Wir haben die
Formulierung geändert, aber wir meinen das immer noch so.
PubThaly
Genau.
Sebastian
Ich glaube, das ist so, das ist eine Unterstellung jetzt, aber für mich
persönlich fühlt es sich so an. Ich fühle mich auch jetzt im Moment nicht
besonders willkommen, wenn ich sage, ich gehe jetzt da nach Bremen zum CSD. Und
das mag vielleicht gar nicht so sein, aber trotzdem habe ich so im
Hinterkopf, also das ist jetzt einfach kaputt. Und das finde ich, ehrlich
gesagt, extrem schade.
Und hätte das Community-Management da richtig gut agiert, das wäre nach zwei
Tagen gegessen gewesen, muss ich ja leider Gottes auch zugeben, dann würde ich
ja heute nicht hier mit so wunderbaren Gesprächspartnern sprechen. Also es wäre
ja aus der Richtung schon wieder schade.
PubThaly
Ja.
Zumindest ist das Thema, was ich ja zum Beispiel hier jetzt ja auch ganz schön
finde, ist ja nun mal,
dieses Thema bringt gerade und da bist du ja nicht der Einzige, es bringt aber
gerade gerade tatsächlich mal wieder so dieses CSD
als Schwulen, Lesben, LGBTQ-Sternchen, Party,
Veranstaltung, irgendwie wieder in den Diskurs, auch mal wieder in
die, ich sag jetzt mal, in die Hetero-Welt, in die bisexuelle
Welt mal wieder ein bisschen mehr rein und mal wieder, dass das wieder
miteinander geredet wird. Und der CSD nicht mehr so als, weil eigentlich ist der
CSD eine Veranstaltung für alle. Und das sollte sie sein. Und ich glaube, das
hat auch der Kalle ganz, ganz gut ausgedrückt. Ja, wenn ihr kommen
wollt, dann kommt ihr. Und das passt. Und dann reden wir auch, wenn da
die Gruppe der lesbischen Frauen, Mütter mit Kinderwagen,
nicht gerne mit den Puppys hintendran laufen möchten. Dann haben wir da auch gar
kein Problem mit, wenn Kalle dann kommt und sagt, ey Jungs, ich muss euch einen
anderen Startplatz geben, aber ihr kommt dann einfach mal ein bisschen weiter
vorne. Ist ja auch gut,
Sebastian
Ja, ich glaube, man findet Lösungen und er hat ja im Prinzip auch wieder eine
Einladung ausgesprochen, so habe ich es zumindest verstanden und auch dieses
Gefühl, also dieses vor ein paar Jahren, als es dann hieß, ja BDSM, CSD
Hannover, da gibt es einen Stand und alles mögliche, ich fand das wirklich toll.
PubThaly
ja nicht so schlimm.
habe es auch so verstanden, ja.
Sebastian
Toll, ja, und auch letztes Jahr fand das natürlich online statt, da konnte dann
jede Gruppe so ein paar Videobeiträge mit reinpacken, da habe ich auch so einen
ganz kleinen, so einen Zehnsekünder mit reingepackt, mehr war es nicht, aber
trotzdem, das wurde dann da auch mit ausgespielt und ich fand das toll, man
fühlte sich willkommen, angenommen, integriert, so ein
Dankeschön einfach, das war ein gutes Gefühl. Und ich
wehre mich, und deswegen mache ich das heute Abend auch so, ich wehre mich
dagegen, da auch nur einen Millimeter zurückzuweichen und das aufzugeben und sei
es in irgendeiner Stadt nur, sondern das ist ein richtig schöner Schritt nach
vorne, der Menschen ganz viel Mut gibt und sagt hier, kommt,
macht, es ist schön, es ist gut, ihr seid hier an der richtigen Stelle. Und das
kann man doch nicht, das kann man mit wenigen Sätzen kann man sowas ganz leicht
wieder kaputt machen und das will ich einfach nicht.
PubThaly
Ja, ich
glaube, wir sprechen zum Beispiel ja auch relativ viel über die großen CSDs
immer.
Ich muss jetzt auch sagen, also 2019 bin ich nach der Wahl fast jedes Wochenende
auf dem CSD gewesen und da waren auch ganz viele Ländliche dabei. Deswegen muss
ich da auch ein bisschen Dan widersprechen, weil jeglichen ländlichen CSD, den
ich mitgemacht habe, das waren die buntesten, die geilsten und tollsten. Das
glaubt man gar nicht, was so kleine Gruppen und kleine CSDs da auf dem
Lande für geile CSDs auf die Beine stellen. Das glaubt man nicht, wenn man da
unten im Allgäu mal so auf dem CSD durch Bayern, wo wirklich so
das bayerische Dorf und der Bauer damit mit der Mistgabel so ganz schräg guckt,
weil da irgendwelche bunten Vögel vorbeiziehen mit dem Lautsprecherwagen. Das
ist schon was Geiles. Und wenn da einfach alle mitmachen, die sagen,
hey, wir haben in unserer Gesellschaft noch einiges zu tun, ich glaube, dann
wird es auch. Und ich glaube, dann kommt auch wieder
jüngeres Publikum in die CSD-Vereine. Ich meine, dass
meistens gerade die jungen Vereine sind ja auch relativ, also die jüngeren
CSD-Vereine sind ja auch noch mit, sind meistens auch junge
LGBTIQ-Sternchen. Ich finde das immer ganz, ich
weiß auch nicht, die Diskussion, ja wir hatten,
Sebastian
Ja, es sind ein paar viele Buchstaben, hast du recht.
PubThaly
ich glaube jetzt ist das A auch noch hinzugekommen. Keine Ahnung, ich sage
immer, eigentlich am liebsten LGBT und dann das Sternchen und man
möchte halt keinen ausgrenzen. Wir hatten ja jetzt auch im Chat irgendwann so
die Diskussion mit Queer, also das queere Publikum oder
die queere Menschen. Ich meine, eigentlich sind wir alles queere Menschen,
weil wir, also jeder Mensch ist ja in irgendeiner Art
und Weise queer, weil er halt anders ist als der Mensch nebenan. Es können nur
eineiige Zwillinge von sich sagen, dass sie irgendwie gleich sind.
Sebastian
Ja, und gerade die machen unterschiedliche Sachen, ne?
PubThaly
Ja, weiß Bescheid. Also von daher, ja, das ist halt, also eigentlich
sind doch alle eingeladen auf gerade, also der CSD ist das
Paradebeispiel einer Demonstration, einer politischen Demonstration, wo
jeder Mensch, jeder, jeder Mensch und da auch wenn Kalle,
auch die AfD mit ihren komischen, darf man das überhaupt sagen? Also die
blauen politischen Parteien mit ihren
Fuck-Meinungen und ihren rechtsradikalen Äußerungen werden dort
ja nicht zugelassen.
Sebastian
Sag.
PubThaly
Man will sie nicht, aber nicht zulassen darf man sie auch nicht.
Also jeder ist da willkommen.
Sebastian
Ja, das ist so ein bisschen ein kalter Krieg an der Stelle.
PubThaly
Ja, das...
Sebastian
Sie wollen nicht kommen und sie werden auch nicht eingeladen. Wenn sich das mal
ändert, egal von welcher Seite, dann wird das nochmal spannend. Aber das ist
dann die Zukunft, wo ich dann sehr genau mal hingucke und mir das dann gerne
ansehe.
PubThaly
hoffe ja einfach, dass sich das jetzt zur Bundestagswahl selbst erledigt, dieses
Problem. Aber ja, hey, eigentlich ist so das Thema jetzt
ein anderes. Politik ist immer schwierig.
Sebastian
Ja, jetzt fangen wir an abzuschweifen. Ich hadere so ein bisschen mit mir
selbst. Also wir merken schon wieder die halbe Stunde, die ich dir versprochen
habe und wo ich auch versprochen habe, auf die Uhr zu gucken. Nicht so langsam
rum.
Also ich würde jetzt Folgendes machen. Ich lade jetzt gleich nochmal einen
Menschen ein, die sagen, die wollen hier nochmal anrufen, nochmal was dazu
loswerden.
Das heißt aber, ich muss mich von dir schon verabschieden.
PubThaly
gut. Wir haben ja auch schon einiges besprochen und ich
denke, wenn wir miteinander reden und
nicht übereinander, dann wird es auch mit dem CSD Bremen.
Ich meine, da hat sich jetzt auch ein Mitglied des
CSD-Vereins, ich glaube,
der CSD-Verein hat 15 Mitglieder aktive und eins dieser Mitglieder hat sich ja
auch kritisch dazu geäußert. Also da frage ich mich tatsächlich, oh,
wenn sogar öffentlich ein Mitglied sich dann sogar negativ äußert über
das Ganze und selbst dieses Mitglied vom Vorstand da keine Informationen
bekommt, also ich weiß nicht, dann läuft in Bremen beim CSD irgendwas verkehrt.
Also das ist meine persönliche Meinung.
Sebastian
Ja gut, aber wenn du sagst 15 Leute, das ist ja wirklich wenig. Aber das heißt
aber auch, das kann jetzt auch alles eine Chance sein. Und vielleicht wird ja
dann der Bremer CSD über die Jahre der BDSM-affinste CSD überhaupt.
Das kann ja manchmal auch eine Chance sein, um einen richtigen tollen Reboot
hinzukriegen. Ich persönlich wünsche mir das ja.
PubThaly
kann tatsächlich sein.
Sebastian
Vielleicht gehen jetzt alle aus Protest, das wird ja wieder passen, alle BDSM-er
zum Bremer CSD und protestieren dafür, dass sie da sein können.
Das wäre dann so eine selbsterfüllende Prophezeiung. Wir gucken mal.
Boah, okay, pass auf. Ich sage dir jetzt vielen, vielen Dank.
PubThaly
es war, es war, es war schön.
Ja, gerne, gerne.
Sebastian
hat mir unfassbar viel Spaß gemacht. Ich hoffe, wir laufen uns früher oder
später über den Weg und vermutlich werde ich dich mit Maske nicht erkennen, dann
müsstest du vielleicht noch einmal Hallo zu mir sagen, wobei mich erkennst du
auch nicht. Wir finden einen Weg.
PubThaly
Also wenn du, wenn du meine Profile kennst, dann wirst du mich mit Maske
definitiv erkennen, weil ich glaube, also zumindest, also ich habe noch keinen
anderen mit so einer Maske gesehen. Also mich erkennt man tatsächlich auch an
der Maske.
Sebastian
Den Link packe ich natürlich auch in die Shownotes, damit man dich auch finden
kann.
PubThaly
Ach, wie lieb von dir.
Sebastian
Ja, das ist das einzige Ding, wo ich unbegrenzt Platz habe. Also vielen, vielen
Dank auch, dass du so kurzfristig gesagt hast, du magst hier mitmachen. Ganz
toll.
PubThaly
klar, gern doch.
Sebastian
Und ja, das Publikum, sie sind immer noch da. Also ich erwarte um diese Uhrzeit
immer, dass es ganz schnell ganz viel weniger werden, aber es sind nur ein paar
ins Bett gegangen. Die hoffen, dass das Samstag dann erscheint. Ich gebe mir
Mühe. Ja, also ich gucke mal, wie sich das entwickelt und wenn der CSD in Bremen
war, wirst du hingehen?
PubThaly
Wir haben gleichzeitig CSD Köln.
Sebastian
Wenn der stattfindet?
Ja, wenn
PubThaly
Also wenn in meiner Heimatstadt Köln halt der CSD ist, ist
es halt, also tatsächlich habe ich schon, also ich liebäugle schon
fast damit zu sagen okay jetzt erst recht na also
Sebastian
du hingehst, erzähl mir davon, bitte.
PubThaly
definitiv und dann da halt
die scherpe zu sehen ich bin mir da noch also da zerreißt im moment mein
aktives Herz sage ich jetzt mal was sagt ich möchte mich engagieren und möchte
jetzt zeigen jetzt erst recht und das andere ja aber köln ist ohne das Das ist
so mein, das ist so, ja, genau,
Sebastian
Ich bin sehr gespannt.
man kann nicht überall gleichzeitig sein.
PubThaly
wenn das ginge, du, dann würde ich noch mehr machen.
Sebastian
Schickt eine Abordnung hin und dann klappt das.
PubThaly
Ja, die sind sowieso da.
Sebastian
Ich bin sehr gespannt, was bei rauskommt. Das ist ja eine Betriebsfahrt dann
sogar für den Podcast. Vielleicht fahre ich einfach mal spontan hin. Ich bin
gespannt, aber wir müssen erst mal gucken, ob das alles noch zulässig ist in
zwei, drei Wochen. Okay, gut.
PubThaly
Genau, das kommt auch noch dazu.
Sebastian
Ich wünsche dir einen wunderschönen Restabend. Mach's gut und wir bleiben in
Kontakt.
PubThaly
dir auch, ich höre weiter zu und bin im Chat noch für Fragen
und so.
Sebastian
Super.
PubThaly
Ich werde weiter mit diskutieren. Ist ein schönes Thema.
Sebastian
bin gespannt, was jetzt passiert. Ab jetzt weiß ich nämlich nichts mehr. Mach's
gut.
PubThaly
was besser. Danke, ciao.
Sebastian
Tschüss.
So ihr Lieben, so jetzt haben wir alle drei gehört, Dan, Kalle
und PubThaly.
Ich würde sagen, also wir wagen das jetzt nochmal. Eigentlich ist es schon zu
spät dafür, aber das
Thema ist wichtig. Also 05101 9118 952 ist die
Telefonnummer und da kann man jetzt anrufen. Und wenn ihr sagt, ja das haben die
in Bremen schon genau richtig so gemacht oder das Gegenteil. Oder ihr habt eine
ganz andere Meinung.
Ja, bitte her damit. Ich würde mich freuen, wenn es hier nochmal klingelt. Ich
würde das jetzt natürlich relativ kurz halten, also keine super langen Gespräche
mehr. Aber wir gucken mal, was passiert. Jetzt klingelt es auch schon.
Hervorragend. Ich gehe mal ran. Hallo, Sebastian hier, mit wem spreche ich?
habe ich gerade leer gemacht, das Podcastsubbie möge bitte Nachschub besorgen.
Ich
habe heute ein Paket bekommen, vielleicht muss ich das ganz kurz sagen,
Entschuldigung. Ich habe heute von Mareike unangekündigt ein Paket bekommen, da
war der Suhl drin. Total gut und der wird jetzt natürlich getrunken, ist ja
klar. Vielen, vielen Dank. So,
PopcornBandit
Ich möchte ein etwas tangentiales Thema ansprechen
als kinky Mensch. Und zwar, dass ich einfach
eine Veränderung gemacht habe von einem Menschen, der
total intolerant war gegenüber LGBTQ zu
einer absoluten Unterstützung und einer Freude und
wirklich Zuneigung zu der Community.
wenn ich so zurückdenke an meine Teenie-Jahre in der Realschule etc.,
als schwul ein totales Schimpfwort war.
Und ja, das hat sich bei mir wirklich weiterentwickelt im Studium,
als ich dann Kommilitonen getroffen habe. Und wir waren so unterwegs in Bars
etc. Etc. Und der erste Aha-Moment war wirklich,
lieber Kommilitone von mir, mit dem ich immer gelernt habe,
der dann sagte, hey, irgendwas in Richtung von,
ja, wie sieht es denn eigentlich bei dir aus, beziehungstechnisch? und
dann kam sie plötzlich oder ich habe einfach nur gesagt, ja, nö, ich habe gerade
eine Freundin, keine Freundin, wie sieht es denn bei dir aus?
Und dann kam einfach nur, oh, du, schau mal, ich stehe gar nicht auf Frauen.
Und das war so ein Schlüsselmoment für mich, in dem ich gedacht habe, oh,
ja, aber doch nicht der, den kenne ich doch so gut und ist
doch ein Freund von mir.
Und ja,
Das war ein Moment, der für mich meine Weltanschauung auch verändert hat.
Sebastian
wenn man den Schlüsselmoment hat, da sollte man auch echt dankbar drum sein,
seien, dass man den dann auch erleben konnte und auch wahrgenommen hat.
Jetzt mag ich einmal kurz gucken, du bist selber BDSM-er?
PopcornBandit
Ja, ich bin aus der Szene und das klingt ja auch
total komisch, weil ich früher intolerant war, das gebe ich ganz klar zu,
und dann einfach lernen musste, wie die Welt um mich eigentlich ausschaut und
dass es da so viele bunte Farben gibt, so viele Einstellungen und dann auch
lernen durfte, muss ich ehrlich sagen, dass es alles okay ist.
Jede Einstellung, die ist total super.
Sebastian
Ja, ich unterstelle ja den ganzen Abend über schon so ein bisschen, wer mit BDSM
was zu tun hat, der ist da auch total offen. Und das ist natürlich nicht
automatisch so. Es gibt auch in der BDSM-Community Menschen, die sagen, es ist
unnatürlich, wenn die Frau mit der Frau, das gibt es. aber
ich glaube sehr viel weniger, also nein, eigentlich ich überlege gerade, ich hätte
gerade nicht mal ein Beispiel, also ich weiß, dass es das gibt, aber da wäre
jetzt auch so die Frage, hat das mit dem BDSM bei dir schon vorher angefangen
und dann kam der Schlüsselmoment oder hat dir vielleicht dein Kommilitone das
mitgebracht, kann ja auch sein
PopcornBandit
Ja, ich glaube, das ist so 50-50. Ich denke, bei mir wie bei vielen
anderen war die Saat für Kink und BDSM schon früher gesetzt. Aber
ich denke einfach, in meinem jugendlichen, hormongesteuerten Gehirn war das
damals einfach noch nicht so klar. Ja, und ich hatte dann einfach diese
Findungsphase, in der ich realisiert habe, hey, ja, gay okay,
warum auch nicht, jede Beziehungsform, in der
Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, ist okay.
Und das musste ich wirklich erstmal lernen und dann auch zu mir selbst finden.
Sebastian
ja
das ist aber, wie gesagt das zuzulassen und zu sagen, okay, ich nehme jetzt
meine Werte und lass die mal über den Jordan gehen, das ist ja ja, wenn du mit
BDSM anfängst, genauso, da hast du auch Werte aus der Kindheit im Zweifel
mitgenommen und du musst auch mal sagen, die weiten wir mal aus.
Ja, wenn ich jetzt, jetzt gucken wir dann, weil wir das da doch als Thema haben,
wenn wir uns den CSD in Bremen ansehen,
so kommunikativ etc.,
wenn du jetzt da mitlaufen würdest, wo würdest du dich da einordnen?
PopcornBandit
ehrlich gesagt würde ich mich wahrscheinlich eher feige bei den Unterstützern
einordnen und jetzt nicht sagen, hey, ich bin die Kinky-Szene, weil
mir dann eventuell auch der Mut fehlt, um mich öffentlich zu
zeigen.
würde mich eher wohl damit fühlen, zu sagen, guck mal, das ist hier LGBTQ, die
dürfen ihr Leben leben, wie sie wollen. Ich bin dafür, ich unterstütze die, aber
ja, ein wenig Feigheit wäre dabei.
Sebastian
aber das zeigt ja nur, dass wir da auch noch einen Weg vor uns haben und
dort können wir den vielleicht starten, erst stehst du als
Unterstützer da, wer weiß, was in 10, 15 Jahren ist. Vielleicht hältst du dann
die Flagge eben in einem anderen Bereich. Also das muss man ein bisschen gucken.
Also es
PopcornBandit
wie sieht unsere Flagge dann eigentlich aus auf dem CSD?
Sebastian
gibt einen wunderbaren Podcast, der hat eine Folge rausgebracht, die heißt
Flaggenkunde. Ich glaube, der hat da 50 Flaggen auch verlinkt und mit Bild und
besprochen.
PopcornBandit
aber
Sebastian
Ich kann es dir gar nicht mehr genau sagen. Es gab da mehrere, die passen
könnten. Also ich glaube, Puppy Play hat nochmal eine eigene Flagge und ich
nehme
PopcornBandit
wenn wir jetzt mal den Stix nehmen als deutsches BDSM-Sprachrohr, das die
Linie definiert.
Sebastian
natürlich
PopcornBandit
Welche Flagge nimmst du?
Sebastian
das Podcast-Logo als Flagge. Oder ich binde das Podcastsubbie natürlich an
einen Fahnenmast und trage sie umher mit Stolz.
PopcornBandit
Klar, ja. Und das Podcast-Logo, das können wir uns natürlich jetzt auch alle
tätowieren lassen, nachdem da schon ein...
Sebastian
Jetzt,
Gott, ja, ich habe gerade mal kurz Google angeworfen, die BDSM-Flagge, ich
meine, das kann doch nicht wahr sein, meine Suchmaschine sagt mir, das sei die
Suche nach BDSM-Flagge sei nicht okay, das ist doch jetzt nicht dein Ernst, ja,
aber
PopcornBandit
ich glaube, du hast SafeSearch aktiviert, ne? Ja,
Sebastian
nicht in allen Suchmaschinen, so, da haben wir so, genau, ich kriege, ach genau,
das war die mit schwarz und blau in der Mitte weiß und dann ist die Triskele in
der Mitte, ich glaube, das war so ein bisschen mein Problem, dass, ich finde sie
optisch jetzt nicht so, Also klar, die Bedeutung, die Streifen haben eine
Bedeutung, aber das war sie, vielleicht sollte ich die auch nochmal ordentlich
mit verlinken.
PopcornBandit
Ja. Ah,
Sebastian
Es ist eigentlich eine Schande, dass ich das nicht weiß.
Aber ich sehe die aber auch nirgendwo, also beim Stammtisch oder so, weiß ich
nicht, ob die da irgendwo rumhängt oder rumbaumelt. Eigentlich müsste man mal
eine Spende machen an den Stammtisch und sagen, hier ist die Flagge, wenn
Stammtisch ist, dann hängt er die bitte draußen auf.
PopcornBandit
Ja, oder das Anzeige in der S-Bahn in Hamburg. Ich meine, man weiß ja nicht,
wo es hingeht.
Sebastian
Ja, ich kriege gerade Hilfe von Canickel40 aus dem Chat. Nein, es gibt ganz
viele BDSM-Flaggen. Kein Scherz, lesbische, schwule, trans und so weiter und so
fort BDSM-Flaggen. Also es gibt viele. Okay, damit bin ich jetzt ein kleines
bisschen entschuldigt.
Gut, aber wenn man, also jetzt stell dir vor, du läufst jetzt zwar da nicht mit,
aber wenn jetzt die BDSM Community fehlt auf dem CSD oder sie ist nicht als
solche erkennbar ich glaube ganz ehrlich, dann braucht man sie auch nicht mehr
also dann kann man es auch gleich bleiben lassen
PopcornBandit
ich denke, das wäre ja dann der Modus operandi aus den letzten Jahrzehnten,
in dem man sich nicht wirklich zeigt, sondern nur im Untergrund die
Fetische auslebt. Es werden im Prinzip
stehen bleiben auf dem Status Quo und ja, einfach
eine Stagnation.
Sebastian
ja, das ist ja genau das was wir eben nicht wollen, so jetzt ist übrigens der
neue Gin Tonic gekommen, das heißt das Podcastsubbie hat auch nicht gehört, wie
sie am Fahnenmast hängt
PopcornBandit
macht
Sebastian
tja, so muss ich wohl die Folge ausnahmsweise nochmal nachhören.
PopcornBandit
sie bestimmt in der Histogrammschnitt, keine Angst.
Sebastian
Ja, aber
PopcornBandit
Aber ja, der Schritt nach vorne über die
LGBTQ-Community, den finde ich auf jeden Fall cool und finde das auch
unterstützenswert, wenn uns eben diese Community auch annimmt und wirklich über
dir proaktiv die Einladung ausspricht. Kommt mit, macht einen Stand. Aber ich
sehe auch das Spannungsfeld, dass vor allem die schwule Community
wirklich unter Repressalien, unter Knast und einem Haufen anderem
Scheiß gelitten hat, während wir uns einfach in
Clubs und Bars etc. verstecken konnten und nicht
so wirklich die Aufmerksamkeit hatten.
Das ist ein wenig ein Spannungsfeld. Aber wenn es auf Einladung erfolgt, dann
ja, gerne.
Sebastian
umso mehr, also
diese Einladung, also man kann das gar nicht, ich kann das gar nicht genug
betonen. Das war mir eine Freude, dass es wirklich ein nicht ihr seid geduldet,
sondern kommt.
PopcornBandit
Ja,
Sebastian
Das habe ich für mich persönlich als den Spirit des Ganzen auch gesehen. Dieses,
wie wir tolerieren, akzeptieren und respektieren uns alle miteinander und wollen
doch eigentlich nur ein schönes Leben ohne Repressalien führen. Und dass das
auch so bleibt, sieht man ja jetzt an Ungarn auch, dafür müssen wir was tun. Wir
müssen was dafür tun. Von alleine kommt es nämlich nicht.
PopcornBandit
finde auch, das ist eine wirklich großartige und extrem offene Geste,
die man ja eigentlich in der Szene begrüßen muss und mit
offenen Armen anzunehmen hat. Denn wann passiert das schon mal, dass eine
Minderheiten-Community wirklich so angenommen wird von einer
wirklich, ja, jetzt im Moment aktiv in der politischen Szene
anerkannten Subkultur? wenn die einem wirklich sagt,
hey, ihr gehört so irgendwie nicht zu uns, aber wir ziehen euch
mit,
geht mit uns auf die Straße und wir stehen hinter euch,
ihr steht vor uns und wir sind alle gemeinsam da unterwegs.
Sebastian
wie gesagt, das ist so ein zartes Pflänzchen, sage ich mal. Und
das geht halt schnell kaputt, aber man merkt, wie wichtig das den Menschen ist.
Sobald da was ist, dann geht, wie gesagt, der Shitstorm los. Der wäre ja nicht
da, wenn es den Menschen nicht wichtig wäre.
PopcornBandit
Ja, oder wenn es keine Menschen gäbe, die das absolut abstoßen würden, dann gäbe
es auch keinen Schutzraum.
Sebastian
Ja, aber es gibt immer, Anecken ist leicht. Also das ist kein Problem.
PopcornBandit
Gut,
Sebastian
Also da muss man gar nicht viel für tun und man wird immer jemanden finden, der
irgendwas doof und schlimm und Untergang des Abendlandes und so weiter findet.
Das ist einfach, ach, es
PopcornBandit
okay, ich meine, Du kannst natürlich anecken, indem du einen BMW
fährst oder einen VW, aber die Thematik in unserer Gruppe ist
ja, bei uns handelt es sich wirklich um einen elementaren
Bestandteil unseres Seins, um, wie du schon gesagt hast, eine
sexuelle Orientierung. Und das kann man nicht einfach umstellen, indem man eine
andere Karre kauft oder eine andere Farbe von Klamotten
anzieht, sondern das ist einfach eine
inhärente Orientierung, die man hat. Eine Vorliebe.
Sebastian
ist ein Stück weit die eigene Identität.
PopcornBandit
Ja, so würde ich es auch
Sebastian
Das ist immer so das Ding, womit ich mich dann aus der Affäre ziehe, dass ich
sage, das ist die Identität, das bin ich.
Ich gucke schon wieder auf die Uhr, falls noch jemand möchte.
PopcornBandit
Warum ist deine Rolex stehen geblieben?
Sebastian
Wenn sie mal stehen bleiben würde, das Fitnessarmband, was mir
sagt, dass ich den Akku laden sollte übrigens. Übrigens,
vielen Dank,
dass du angerufen hast, ich gucke mal, ob noch jemand mag und ich sehe auch so
ein bisschen, ich sehe ja mal so die zuhörenden Zahlen und langsam gehen sie
nach und nach ins Bett und ich habe ja immer noch die Hoffnung, dass vielleicht
doch noch jemand aus Bremen hier zuhört und vielleicht doch nochmal sagt, ach
ich rufe nochmal an und hau auf den Putz, kann ja sein.
PopcornBandit
Okay, nein, ist okay
dann,
Sebastian
Nein.
Also erstmal an dich vielen, vielen Dank. Auch das ist wieder so ein Aspekt. Ja,
da hat es doch funktioniert. Also, dass ein Mensch das zu dir getragen hat, du
hast es angenommen und jetzt bist du einfach mit dabei. Ist doch super. Schön.
PopcornBandit
vielen Dank, ich entschuldige mich, dass ich die Zuhörer zum ins Bett gehen
gebracht habe Aber ich höre jetzt noch fleißig zu Und dann, ja, okay, alles klar
Bis bald dann
Sebastian
Das hat schon vor dir angefangen.
Alles klar. Mach's gut. Tschüss. Tschüss.
PopcornBandit
auch, ciao
Sebastian
Das war PopcornBandit. Ja, wer möchte, sehr gerne.
Ich werde jetzt hier nicht sagen, jetzt hören wir auf, jetzt machen wir nicht
weiter.
Aber, wobei natürlich, also die Menschen werden es ja nachhören, wenn das dann
im Podcast als Folge rauskommt. Ich kann aber nicht versprechen, dass ich das
diesmal bis Samstag schaffe.
Ich poste nochmal die Nummer im Chat und während wir hier warten, ob es nochmal
klingelt, versuche ich hier mal die Schätzfrage irgendwie zu machen. Die hätte
sogar was mit meiner privaten Wochenendplanung zu tun. Das Podcastsubbie hat mich auch
ein bisschen erpresst. Dann denkt ihr doch eine eigene Frage aus.
Okay, ich lege damit jetzt einfach mal los und dann gucken wir mal, ob es hier
noch klingelt. Wenn jemand jetzt hier durchkommt, dann muss ich das dann einmal
kurz noch fertig moderieren, aber das kriegen wir schon alles irgendwie hin.
Also, es gibt nach wie vor, ich habe immer noch welche, Nachschub ist eigentlich
schon in Planung, diesen wunderbaren Kaffeelöffel, den wird übrigens Kalle auch
kriegen von mir, da werde ich ein wunderschönes Päckchen zusammenschnüren. Und
es gibt eine Frage dazu. Also ihr kommt an das Ding ran, in dem ihr schätzt und
wer am nächsten dran ist, das wird das Podcastsubbie dann entscheiden, der
schickt mir dann eine Adresse und dann gibt es ein Päckchen. So, und zwar ist
die Frage, das Podcastsubbie hat mir zum Geburtstag was geschenkt und entführt
mich morgen in eine andere Stadt. Das Auto ist vollgetankt und ich mag wissen,
wie viele Kilometer fahren wir morgen? Das Podcastsubbie hat mir eigentlich nicht
wirklich verraten, wo es hingeht. Und indem sie jetzt guckt, wer am
nächsten dran ist, weiß ich so ein bisschen, wie weit das morgen ist.
Vielleicht kann ich sie so ein kleines bisschen überlisten. Wir schauen mal.
Also ich weiß die Antwort selber nicht und wenn ihr irgendeine Ahnung habt, wie
viele Kilometer wir da morgen auf der Autobahn fahren, passt das. Ich glaube,
das Podcastsubbie muss jetzt erstmal Google Maps anschmeißen, damit sie
rauskriegen kann, wer denn am nächsten dran ist und dann habe ich vielleicht
eine Ahnung, was das ist. Ich vermute mal, es werden nicht 1000 Kilometer sein,
aber wir werden es sehen. Es ist ja nur ein Wochenendausflug. Okay, während das
der Fall ist, sage ich nochmal, wofür diese vier Buchstaben BDSM stehen können,
mache ich ja jede Woche und diesmal steht es ganz kurz und einfach für Bindern
Sachen machen.
Okay, ihr seid da schon fleißig am Raten. Ich wollte das Thema jetzt gar nicht
so hart beenden. Also vielleicht mag doch noch jemand anrufen. Ansonsten, das
Thema ist noch nicht so ganz durchgestanden. Und ich ratter jetzt hier einfach
meine kleine Liste einfach durch. Dann habe ich nämlich nicht so viel, was ich
nächste Woche dann da mit einbauen muss. Das ist auch nicht schlecht. Ich warte
jetzt nochmal einen kleinen Moment, dann mache ich einen Strich im Chat drunter.
Na, warten wir nochmal so 10 Sekunden. Währenddessen bedanke ich mich nochmal
bei ganz vielen regelmäßigen UnterstützerInnen, die diesen Podcast möglich
machen und ich habe heute auch den ganzen Tag rumtelefoniert und gemacht und
getan und das ginge ja nicht, wenn ihr nicht wärt. Und jetzt klingelt es hier
tatsächlich, na dann, ich gehe mal ran. Hallo, Sebastian hier, mit wem spreche
ich?
Tom
Ja, hallo, hier ist der Tom aus Hannover
Sebastian
Hallo Tom, wunderbar, dass du anrufst.
Tom
Ja,
Sebastian
ich mache jetzt, pass auf, ich mache jetzt kurz das mit der Schätzfrage fertig
bei dir weiß ich, dass ich das machen darf, ich mache jetzt einmal eine Linie im
Chat, dann kann das Podcastsubbie Entscheidungen fällen
Tom
mach das mal
Sebastian
so, das ist jetzt gemacht und erst wenn wir beide auflegen dann verraten wir,
wer hier eigentlich gewonnen hat, so müssen die jetzt alle nämlich noch dabei
bleiben, um rauszukriegen ob sie mir eine Adresse schicken müssen so, ja, aus
Hannover und ja was darf ich über dich alles verraten, also wir haben schon mal
gesprochen und wir kennen uns auch persönlich ganz gut Gut und schön, dass du
anrufst.
Tom
genau Ja,
Sebastian
Das
Tom
ich wollte nochmal ein paar Worte zum CSD in Hannover fallen lassen.
Also hattest du ja zu Anfang schon ein paar Worte gesagt, dass wir da nicht nur
willkommen sind, sondern tatsächlich auch zu eingeladen wurden quasi, dass wir
doch da bitte bei sein mögen. Also in Hannover wird der
CSD vom Andersraum organisiert und das
ist auch die Location, also das Queerzentrum in Hannover, die Location, wo wir
unseren Stammtisch haben. Und da sind wir halt seit Jahren auch schon sehr
willkommen. Das war anfangs mal etwas schwierig mit einer Gruppe, die vor
uns ist. Das ist eine Lesbengruppe, die hatte halt anfangs so gewisse Vorbehalte
gegen BDSM, weil sie uns einfach nicht kannten. Und da gab es halt so, die
Vorbehalte, Männer schlagen Frauen. War erstmal ein Vorurteil, das konnten wir
ziemlich schnell auflösen. und ja,
Sebastian
ist ja nicht so falsch, ehrlich gesagt.
Tom
aber es gibt bei uns, genau, es gibt bei uns auch Frauen, die die Männer
schlagen.
Sebastian
die Frauen hauen auch zurück.
Tom
Und nein, das war ja jetzt sehr plakativ gesagt, aber die hatten halt gewisse
Vorurteile, würde ich es jetzt mal nennen, das haben die auch nie bestritten und
dann haben sie uns eine Weile kennengelernt und seitdem kommen wir da gut
miteinander aus. Und genau so läuft das auch auf dem CSD.
Also wir haben da regelmäßig, wenn er denn in live stattfindet, einen Stand
und sind da die beiden Tage quasi auf dem Straßenfest vertreten.
Sebastian
Ja, jetzt bist du, ich darf das sagen, du bist da also auch mit in der Orga drin
und Stand aufbauen etc.
Tom
Ja,
Sebastian
Also voll dabei, ne?
Tom
genau, das darfst du verraten. Also ich bin mit dem Vorstand vom BDSM Hannover
e.V.
Sebastian
Es ist eh zu spät.
Tom
tätig und da organisieren wir das immer mit dem Verein.
Sebastian
Ja, ist auch ein schöner Stand. Also man kann auch sagen, ganz viel
Infomaterial. Da steht allerdings auch ein Käfig rum mit dem berühmten Kamel
obendrauf. Und der stand, der sieht auch ein bisschen nach, hier sind BDSMer,
danach sieht der auch aus. Also er ist nicht auf angepasst gemacht, sondern der
sagt halt, hier sind wir und wenn ihr wollt, dann könnt ihr zu uns kommen.
Tom
Richtig. Also wir zeigen da, ich sage mal, eigentlich keine harten Sachen,
aber die Leute, die dann in der Regel auch mit Kindern irgendwie vorbeikommen,
die wissen eigentlich so ein bisschen, wo sie sich beim CSD drauf einlassen und
ich glaube, wir sind da nicht wesentlich schlimmer als die anderen Gruppen auf
dem CSD. Also wir peitschen uns uns dann nicht gegenseitig aus. Es wird
gebondaged, gerne mal. Und da haben dann die Leute auch einfach
Regenbogenstrümpfe zu ihren vielleicht schwarzen Sachen an, wenn sie denn gerade
schwarz tragen. Und das ist bislang immer sehr positiv angekommen.
Sebastian
Also vielleicht frage ich mal so direkt da rein, wenn was, was nicht so
Positives kommt, von wem kommt das? Eher von den anderen Teilnehmern der CSD
oder eher vom Publikum, was so vorbeiläuft? Oder gibt's das gar nicht?
Tom
Habe ich beim CSD noch nicht erlebt. Wir haben sonst auch noch einen Stand auf
dem Tummelplatz der Lüste. Das ist so eine Tagesveranstaltung zum Endsommer
hin, ein schwul-lesbisches Straßenfest, nenne ich es jetzt mal so, ich weiß
nicht, ob das ganz korrekt ist. Da haben wir auch einen Stand und da haben wir
vor, weiß ich nicht, zwei Jahren war, glaube ich, das letzte Mal, waren wir
quasi noch am Aufbauen und da kam eine Mitte-50er-Frau vorbei und
meinte, Ja, das ist gut, dass da endlich mal jemand was gegen macht, gegen diese
Gewalt beim Sex und so weiter. So plakativ bringe ich das jetzt rüber und dass
sie da jetzt mal endlich jemand gegen auflehnt, sowas geht ja nicht. Und wir
wurden alle hellhörig, waren ja eigentlich noch am Aufbauen und sprangen dem
Menschen, mit dem sie da redete, zur Seite und sagten, nein, nein, wir sind
nicht, wir wollen das nicht abschaffen, sondern wir wollen für Toleranz und
Offenheit werben. Ja, und das ging ja gar nicht. Und naja,
gut, das war auch eine Person, mit der konnte man da einfach nicht drüber
sprechen. Die hatte da also keinerlei Verständnis für und da war auch einfach
nicht ranzukommen. Und damit war das Thema dann auch durch.
Ja,
ja klar, man weiß auch nicht, was da familiär oder zu Hause, privat
irgendwie passiert sein kann oder wie auch immer. Und das, finde ich, ist auch
ganz legitim natürlich. Aber es war so lustig. Auf dem CSD ist uns sowas noch
nie passiert.
Sebastian
Äh, okay. Gab es auch Ideen, die einfach nicht umgesetzt werden durften? Wie
offen war man da? Das
Tom
Da habe ich vorhin, als das Thema war, mit den anderen auch darüber nachgedacht.
Ich kenne keine Richtlinie. Also ich hatte auch nochmal im Internet geguckt,
beim Andersraum, ob die irgendwie eine Richtlinie dazu veröffentlicht haben.
Gibt es so auch nicht. Die werden sicherlich eine interne haben, aber die kennen
wir, sage ich mal, nicht.
Und ich war auch nicht von Anfang an dabei. In
ganz früheren Jahren war der Verein auch schon da mit bei. Aber gut, die Orga
hat sich ja jetzt auch geändert. Somit könnten sich ja dort, also beim
Andersraum, auch die Regeln geändert haben. Aber wie gesagt, ich kenne diese
Regeln jetzt nicht.
Sebastian
wird man einfach sehen.
Tom
Genau, und wir sind auch bei dem Umzug oder bei der Demonstration sind
wir selber noch nicht mitgegangen bislang.
Ja, da waren wir persönlich auch und auch ich jetzt und auch Freunde waren uns
noch nicht so sicher, ob wir uns so öffentlich denn zeigen mögen. Weil es kann
natürlich auch passieren, dass wir dann am nächsten Montag groß auf dem
Titelblatt in der Zeitung erscheinen. Nein. Und da ist ja immer die Abwägung,
also möchte man das, möchte man sich so outen oder halt lieber nicht.
Und da haben wir uns bislang noch nicht zu durchgerungen, da mitzufahren
auf der Parade oder mitzugehen.
Sebastian
Das ist einfach eine Entscheidung, die muss man treffen, aber das zeigt ja noch
umso mehr, dass es notwendig ist, überhaupt erstmal präsent zu sein und dann
kann man ja steigern. Aber bei dem positiven Feedback, dann wird es leichter in
der Zukunft.
Wenn man jetzt einen Stand hat und dann stehen alle mal drumherum und rümpfen
die Nase und um einen herum ist irgendwie 50 Meter niemand, während der ganze
Platz voll ist.
Tom
Ja, das,
Sebastian
Also das ist ja in Hannover auf dem Opernplatz, also ganz zentral und ganz
präsent. Aber das ist ja nicht, sondern das ist einfach mittendrin
und das ist ja das, was mich so gerührt hat quasi, dass das einfach nicht am
Rande irgendwo ist, sondern wirklich dabei.
Tom
Genau, das ist auch mittendrin. Und natürlich stehe ich auch auf dem Stand, da
steht auch ein Meter über mir BDSM Hannover als Plakat. Und natürlich kann man
mich da auch sehen. Das ist mir auch klar. Und ich gehe da auch relativ locker
mit um. Aber so auf der Parade, wo dann die Presse natürlich auch drauf hält,
weil es ist ja irgendwo natürlich auch noch Sensation, am Montag mit bunten
Bildern vom CSD die Zeitung zu bedrucken. Das ist natürlich auch toll. Und da
wollte ich dann nicht unbedingt bei sein bislang.
Sebastian
Das muss man entscheiden, da sind die Puppy-Masken natürlich was sehr
Praktisches.
Tom
da haben wir auch schon drüber nachgedacht, mal irgendwie mit einer
Maskierung dabei zu sein. Also die Puppies,
die laufen in Hannover auf dem CSD auch ganz viele rum. Also sozusagen
rudelweise.
Sebastian
Also, genau das sind sie ja auch.
Tom
Genau.
die kommen auch bei uns vorbei und stellen sich auch mal in den Käfig und
informieren sich auch, weil die sind einfach auch offen und auch einfach
interessiert.
Sebastian
Das zeigt ja, es braucht gar keine Regeln und trotzdem, ich sag mal, benimmt man
sich angemessen und das passt schon so. Also es ist gar nicht notwendig, alles
da darüber zu regulieren und ganz streng zu sagen, das dürft ihr, das dürft ihr,
das dürft ihr, das bitte nicht und das auch nicht und so weiter und so fort,
sondern das reguliert sich wahrscheinlich auch von selbst.
Tom
So habe ich zumindest in Hannover das Gefühl. Also wie gesagt, diese Regulierung
habe ich hier so noch nicht direkt miterlebt.
Sebastian
Okay. Ja, wie siehst du das jetzt in Bremen? Würdest du jetzt sagen, oh ja, nach
Bremen auf den CSD, da kann man super gerne hingehen oder ist das jetzt eher
mulmig für dich?
Tom
Also ich fände es irgendwie eher mulmig. Also ich habe das Statement, was sie
jetzt nochmal dazu rausgegeben haben, hatte ich nicht gelesen, weil ich einfach
nicht dazu gekommen war. Aber ich hatte es ja jetzt so ein bisschen gehört. Und
ja, wie gesagt, was ich so jetzt gehört habe, war alles so ein bisschen
schwammig. Und ja, irgendwie müssen wir uns ein bisschen rausreden, sonst wird
der Shitstorm noch größer. Und
ja, weiß ich nicht. Es ist ein ehrenamtlicher Verein, das sehe ich auch, das
kenne ich natürlich auch und das ist dann halt auch schwierig.
Naja, man macht halt alles ehrenamtlich und es muss Spaß machen und man
macht es nebenbei und ja, dann ist es vielleicht auch manchmal einfach
schwierig. Gut, ich will sie jetzt nicht in Schutz nehmen, aber schön finde ich
diese Situation einfach nicht für uns Kinky-Menschen, Fetisch-Menschen, BDSM-er.
Sebastian
Ja, vielleicht können wir das mal konstruktiv versuchen.
Das muss ich jetzt einbauen, weil ich das schon die ganze Zeit wollte. Was
könnte man denn in Bremen jetzt machen, um das so ein bisschen aufzulösen, um
das so ein bisschen wieder herzustellen? Fällt dir was ein? Mir persönlich fällt
nämlich ehrlich gesagt gar nicht viel ein, außer Vorstand austauschen.
Tom
Naja, ob das nun der richtige Weg ist, weiß ich nicht. Also, ins
Gespräch kommen, sage ich mal. Gut, das kann man nicht öffentlich über die
sozialen Medien machen, das geht natürlich nicht. Ich hoffe mal, die sind auch
mit irgendwelchen Gruppen, die jetzt nun mit Fetischgruppen, vielleicht sind sie
ja mit denen im Gespräch und vielleicht kann das ja auf kleinerer Ebene mit den
betroffenen Gruppen geklärt werden.
das wäre ja, sage ich mal, ganz wünschenswert, ich sage mal für alle, für die,
die nicht dabei sein sollten bislang, weil sie nicht so gerne gesehen sind und
für die, die es nun ausrichten, wäre das vielleicht ein guter Weg, hoffe ich
mal.
Sebastian
Ja, also, ja, es ist schwierig. Ich möchte auch nicht in der Situation sein, und
ich habe es ja am Anfang schon gesagt, man will ja gar nicht Bashing betreiben,
ne? Aber es ist halt leider doof, ne? Es ist einfach blöd,
da kann man gar nicht so viel zu sagen, ehrlich gesagt.
Tom
Genau. Und ich möchte auch nicht in deren Haut stecken. Also, klar, ein falsches
Wort, oder naja, da waren es ein paar mehr und die natürlich auch schriftlich,
öffentlich bekannt gegeben, ja, das macht es natürlich nicht so einfach.
Einfach.
Sebastian
Ja, ich muss dich mal fragen, also der CSD ist ja dieses Jahr ausgefallen in
Hannover, leider, oder fand nur sehr partiell statt, wenn es nächstes Jahr
doch wieder gehen sollte, der Stand ist noch da, der wird wieder aufgebaut.
Tom
Stand, der ist noch da, also wir haben da so ein, ich sage mal ein weißes
Partyzelt, das ist noch da, die ganzen Sachen sind da, also natürlich, wenn wir
nächstes Jahr wieder dürfen, wenn das wieder geht, sind wir wieder dabei. Im
letzten Jahr, also 2020, war er auch schon digital
und da haben alle teilnehmenden Gruppen kurze Videosequenzen
zur Verfügung gestellt und die wurden dann den Tag
über gezeigt und da haben wir uns auch daran beteiligt.
Sebastian
Ja, das war ja auch schön, das war dann auch hier auf der Terrasse, man konnte
ja nicht woanders, da habe ich da den Laptop aufgebaut, habe das den ganzen Tag
laufen lassen, die Technik hat ein bisschen gesponnen, aber sie haben das toll
gemacht, muss man ehrlich sagen.
Tom
in diesem Jahr war das digitale Programm ein bisschen anders, da waren wir dann
halt nicht dabei, das war kürzer und da haben nur... Ja, es war halt anders.
Sebastian
ja, aber die Zukunft kommt und dann vielleicht kann man dann auch einfach diesen
Schatten, den wir diese Woche jetzt gesehen haben, vielleicht kann man den dann
auch einfach auf Dauer überdecken und ich muss mal gucken,
wenn das irgendwie Inzidenz, Corona, bla, mäßig, alles irgendwie passt, ob ich
nicht selber Bock habe, einfach mal nach Bremen zu fahren, vielleicht kommt ja
sogar jemand mit.
Einfach nur, um da zu sein und zu sagen, wir sind hier und wir wollen auch da
sein.
Gucken wir mal.
Okay, ja. Also ich glaube, da sind wir hier aber auch echt privilegiert. Ich
muss den Andersraum ja nochmal loben. Gerade heute Mittag, das war echt
witzig. Es war nicht abgesprochen und irgendwas hatte ich dann Post im
Briefkasten mit einer Karte zum Geburtstag nachträglich. Die sind also wirklich
gut organisiert. Ich habe mich extrem gefreut. Die hänge ich mir auch schön ins
Büro hier. Also wenn jemand zuhört von der Truppe, Grüße, Dankeschön. Ich habe
mich wirklich gefreut und habe sie natürlich auch dem Nachwuchs hier stolz
präsentiert. Guck mal, was ich bekommen habe.
Tom
An das Dankeschön möchte ich anschließen. Ich habe heute auch so eine Karte
bekommen.
Sebastian
ah, okay, Massengeschäft.
Ja, nein, aber das ist so, da sind wir echt, da fühle ich mich gerade ein
bisschen privilegiert und ich hoffe, dass es natürlich in allen Städten so
funktioniert und so sein kann Und dass man dann nicht
gegeneinander irgendwelche Kämpfe und Machtkämpfe und keine Ahnung was
auskämpft, sondern dass man miteinander diese Demo beschreitet und dass man dann
einfach miteinander auch langfristig ganz viel erreichen kann.
Tom, ich sehe die Uhr die sagt 11, das ist so lange habe ich noch nie eine
Live-Sendung gemacht ich muss jetzt hier verkünden, wer hier gewonnen hat vielen
Dank, dass du angerufen hast und ja, wir bleiben eh immer wieder in Kontakt, das
machen wir ja eh immer und ich wünsche dir noch einen schönen Restabend, es wird
spät ich kann auch nicht mehr reden, gerade merke ich okay
Tom
alles gut.
Dann verkünde mal eine Zahl und dann bis
Sebastian
ich werde genau das gleich tun, alles klar mach's gut
Tom
denne.
Sebastian
und tschüss
Tom
Tschüss.
Sebastian
So, das Podcastsubbie sagt mir, ich hatte schon längere Live-Sendungen. Okay,
ich glaube, da habe ich nicht pünktlich angefangen. So, okay, wer kriegt denn
hier von mir einen Kochlöffel? Ihr werdet es nicht glauben. Ich glaube, letzte
Woche hat diejenige welche schon gewonnen und zwar ist am nächsten dran
Unmanierlich mit 180 Kilometern in der Schätzung.
Diese Woche ist er nicht pink. Also es gäbe jetzt noch die Möglichkeit, die
Sammlung zu vervollständigen. Oder aber du sagst, ach, vielleicht nominiere ich
jemand anderen, der das Ding haben möchte. Auch kein Problem.
Und ja, herzlichen Glückwunsch auf jeden Fall. Wie kann man denn so gut raten?
Das gibt es doch gar nicht. Das Podcastsubbie fragt, ob ich die richtige Zahl
wissen will. Ja, ich will die richtige Zahl wissen.
Ich gucke nochmal ganz schnell auf meinen Zettel, aber in zwei, drei Minuten
sind wir hier auch am Ende, meine Herren. Ich habe noch eine Sache, die möchte
ich unbedingt noch erzählen und zwar, ich hatte Alina hier zum Aufnehmen
tatsächlich und das wissen auch einige von euch, gerade die Menschen, die in der
berühmten Telegram-Gruppe sind, die hier, kommt, postet schon mal den Link in
den Chat, wer noch nicht drin ist, möge da eintreten, es sind ganz viele liebe,
nette Leute drin.
Und sie war da, wir haben aufgenommen und sie wohnt aber in einer Ecke, wo das
Unwetter sie erwischt hat. Und da kamen ein paar Fragen, ob alles okay ist. Und
kann ich sagen, ja, es ist alles okay, geht soweit gut. Ich habe mit ihr
gesprochen vor ein paar Tagen. Ich habe mich allerdings auch selber nicht
getraut, da erstmal zu fragen und dann hat sie sich zum Glück gemeldet. Also da
müsst ihr euch keine Sorgen machen. Okay, so die richtige Zahl kriege ich vom
Podcastsubbie, Gesundheit.
183 Kilometer muss ich morgen fahren. Ich bin ja so gespannt.
183 Kilometer um mein Städtchen hier. Vielleicht mache ich, das ist ja
Straßenkilometer, verdammt. Na gut, wir werden sehen. So, und man schreibt, der
geht damit an ihre beste Freundin, das habe ich jetzt hier mit gesehen, also
irgendwas per Mail an eine Adresse schicken und dann packe ich einfach diesen
Umschlag und dann geht er raus, möglicherweise auch erst Montag, denn morgen
muss ich ja 183 Kilometer fahren, wie ich erfahren habe. Okay, so ganz kurz,
drei Aufnahmetermine für die nächsten Wochen habe ich geplant, nächste Woche
geht es weiter, am 29.07. gibt es die nächste Unvernunft Live, danach setze ich
aber einmal urlaubsbedingt aus und jetzt fragt das Podcastsubbie hier, wer sagt
denn, dass du fahren darfst?
Oh Gott, es gruselt mich langsam. Na gut, ich bin gespannt.
Die Frau macht mich wahnsinnig. Ich finde sie ja so toll.
Okay, was habe ich noch zu erzählen? Die 1000 bei YouTube ist heute geknackt
worden. Eigentlich Dienstag schon. Dann habe ich morgens reingeguckt, dann war
es wieder weg. Aber seit heute Mittag ist es wieder so. Ich habe diesen
komischen Prozess dort beantragt. Ich bin sehr gespannt, was da passiert.
Vielen, vielen Dank, dass ihr da fleißig auf Folgen geklickt habt.
Und jetzt, was sage ich denn noch alles? Okay, nächste Aufnahme habe ich nächste
Woche Mittwoch, das wird toll, da habe ich quasi ein Urgestein des BDSM da, um
Gottes Willen nicht, dass ich das, dürfte ich das sagen, ich weiß es nicht und
ja, wir hören uns wieder am Donnerstag, dem 29. Bis dahin hört bitte die Folge
vom Montag mit Sonja, die ist sehr schön geworden und ja, am
2.8. kommt dann die nächste Folge, die ich schon aufgenommen habe und ihr merkt,
es ist alles ganz viel und Podcast und Sommer und ach, das ist großartig und es
macht einfach so viel Spaß Und jetzt bedanke ich mich nochmal ganz, ganz
herzlich bei Dan, bei Kalle, bei PubThaly und
auch bei PopcornBandit und Tom.
Es war mir ein Fest und ich habe Montag echt gedacht, willst du echt so ein
hochpolitisches Thema dir jetzt nehmen und da was draus machen und wollen die
Leute das überhaupt hören? Ich kann sagen, die Statistik auf meinem Bildschirm
sagt mir, ja, ihr wolltet das hören. Das finde ich großartig und das war einfach
ein Experiment und ich habe auch wirklich Befürchtungen, dass ich an manchen
Stellen arg verkürzt habe, deshalb verlinke ich diese ganzen Artikel nochmal und
lese das euch bitte nochmal selber ganz genau durch, denn ich bin halt kein
Journalist, der das Handwerk gelernt hat, aber ich gebe da mein Bestes. Und ich
glaube, da können wir uns alle auch versöhnen und auch in Bremen, ganz ehrlich,
das ist jetzt diese Woche Mist gewesen und an euch, auch wenn ich mit euch heute
nicht sprechen konnte, Kopf hoch, das lässt sich sicher wieder hinkriegen und
dann haben einfach ganz viele, ganz viel Spaß auf dem CSD und es wäre auch
gelacht, wenn das nicht hinzukriegen wäre. So ein kleiner Rückschlag, der wird
uns da nicht auf Dauer ärgern. Gucken wir mal, wie es dann nächstes Jahr
vielleicht auch aussieht, wie sich das einfach entwickelt. Und ich bin bereit,
ein bisschen was dafür zu tun, dass BDSM einfach sichtbar wird, sichtbar bleibt
und dass wir möglicherweise eben ein bisschen weniger Ängste haben, uns als
BDSM-er zu zeigen. Vielleicht kriegen wir das ja irgendwie hin. Ich gebe mein
Möglichstes dazu. Und jetzt haben wir es 23.08 Uhr und es ist definitiv die
Zeit, wo ich nicht mehr reden kann. Ich werde jetzt noch mein letztes halbes
Glas Gin Tonic hier trinken. So viel war es heute gar nicht. Vielen, vielen Dank
auch an den Chat, dass ihr so viel beigetragen habt einfach. Und
ihr konntet Kalle nicht mit euren Vorschlägen aus dem Konzept bringen. Wer
weiter chatten mag, kann das in der Telegram-Gruppe tun. Der Link wird gleich
bestimmt gepostet. Und jetzt wünsche ich euch einen wunderschönen Restabend,
verabschiede mich mit dem Intro wie üblich und wir hören uns nächste Woche
Donnerstag wieder mit, ich habe keine Ahnung womit, ich habe noch nichts
geplant, damit fange ich dann so am Dienstag oder Mittwoch an mit der Planung.
So, jetzt macht's gut, tschüss, bis nächste Woche.